Begner wort free Ten bie en, bie iter tief eine inner egen, rängten Daß der ie Rin wieder Wahl cinemes ein be bierauf nwärtig Beitung Det heute te 3000 Ritgliede nterzei an ben trieb be terftr. 31 edt wor nt Abo Sped ung aber Stelle lavierar 21. Sep traße 4a rent Hen ung ber Befuch Borstadt Cotal des Vortrag Mitglieder wird er Berliner Salon findet am att. e, Armin Tischler der Mes mature Be 32 be Ten fich di eiter Be t gemach 4. Frage und Be Nr. 144. Sonnabend, 20 September 1884. 1. Jahrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das ,, Berliner Boltsblatt eins täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin fei in's Haus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Mart, wöchentlich 25 Pf. Einzelne Rummern 5 f. Bostabonnement pro Duartal 3 Mart.( Eingetragen im VIII. Nach trage der Postzeitungspreislifte unter Nr. 719a.) Jusertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmart 10 f. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 the Nachmittags in der Erpedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoucens Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berlin SW., Bimmerftraße 44. Ein naiver Staatsmann. nigsen festzustehen. Daß der Mann an seine Sache glaubt, ist ganz schön; aber Andere glauben nicht daran. Die Die Wahlmanifeste der konservativen und der ultra- starke Regierung" ist da; uns scheint sie nur ein wenig montanen Partei sind erschienen, und die Herren haben uns zu stark, und daß dies der Fall ist, das mögen gefagt, was sie wollen und was sie nicht wollen. Die Kon- bie Herren Bennigsen und Genossen sich nur auf fervativen fagen einfach, daß sie das regierende System in ihr eigenes Konto schreiben, ob sie nun mit Bennigsen und allen Bunkten unterstützen werden; das Wahlprogramm der Marquardsen„ Heidelbergerei" treiben oder sich mit BamWindthorst, nur ohne die gewohnten Wike und persönlichen sinnigen" geflüchtet haben. Die Nationalliberalen haben als Ausfälle. Hundert Hinterthürchen sind da offen gelassen, Regierungspartei im. ,, Gewähren" fich so groß gezeigt, wie durch die man mittels sorgfältiger Prüfung" und„ genauer Ueberlegung" einzelner Fragen entschlüpfen kann. Die unlängst in Hannover gehaltene Rebe des Herrn un Bennigfen fommt einem Wahlmanifest völlig gleich und der Staatsmann hinter der Front" hat endlich den großen Gedanken fundgegeben, mittels deſſen er den so oft angekündigten glänzenden Aufschwung" seiner Partei zu bewirten gedenkt. Er will sich mit seinen Heidelbergern" bekämpfen und wo möglich stürzen. Man darf diese Anschauung wohl mit Recht als ein Monftrum von Naivetät bezeichnen. Glaubt dieser hannoAbend verfche Staatemann" in allem Ernste, man fönne ben Bordnung Bismard von dem Staatsminister von Puttkamer trennen? antenstraß ommiffion äfte will müffen a fich burd n ihm bi terft nad 11. in Be. deften wird fertigt t ings reisnd ken tenerftr. 40 e Bettagl teine andere Partei; sie hatten die Politik der Prinzipien völlig aufgegeben und an deren Stelle die Potitik der Regierungsfreundschaft um jeden Preis gefeßt. Man brauchte ihre Dienste, um die Verfassung des deutschen Reiches nach dem Geschmacke des leitenden preußischen Staatsmannes herzustellen; man ließ sie im„ Kulturkampf" nach Herzensluft gegen Rom donnern und wettern; sie mußten den eisernen Fonds im Juliusthurm zu Spandau und das Septennat bewilligen. Auch bei den Justizgesetzen gaben sie alle Bofitionen auf, wo sie hätten sich halten sollen, und zuletzt noch bewilligten fie das Sozialistengesetz. Herr von Bennigfen und ein großer Theil seiner Parteigenossen stimmten für Schuß- und Finanzzölle. Allein nun war auch ihre Mission erfüllt, nun waren sie überflüssig geworden und find es heute noch. Das sieht alle Welt ein, nur Herr von Bennigsen und seine Getreuen selbst wollen es nicht Wenn er es glaubt, so wird feine Enttäuschung eine sehr einsehen. grausame sein. Bis jetzt hat es ohnedies absolut nicht den Anschein, als ob der Reichskanzler mit seinem Vetter von Stelle ein nationalliberales Ministerium zu setzen. Damit ist wohl der Beweis geliefert, daß Herr von Bennigsen der Staatsmann nicht ist, für den ihn gewisse Leute so lange gehalten haben. Der wirkliche Staatsmann ist sich bewußt, daß jederzeit wechselnde Verhältnisse einDas sieht man an Herrn Windthorst, der dafür gesorgt hat, daß die Macht seiner Partei nicht unter ein gewisses Niveau hinabgedrückt werden kann. Uns wird das Verfahren des Helden von Eines nunmehr unzweifelhaft deutlich geworden: Der Mann Wechsel seinen Befihstand zu erhalten. Aus der großen Rede des Herrn von Bennigsen ist treten tönnen, und ist auf die Mittel bedacht, in solchem Derlennt die Situation. Er weiß offenbar nicht, daß wir uns in der ,, konservativen Aera" befinden. Wenn er das begriffe, so würde er seine Partei nicht für regierungsfähig halten. Er würde einsehen, daß unter den gegenwärtigen Meppen weder nachahmenswerth noch meisterhaft erscheinen fmständen sich wohl die Nationalliberalen der Regierung Können; wir wollen nur sagen, daß Herr Windthorst unaufbrängen fönnen, aber nicht umgekehrt. Herr von Bennigsen endlich flüger ist, als sein Landsmann von Bennigsen. Es ift so bescheiden, daß er die geringschäßige Behandlung, die wirkt ohnehin auch komisch, Bennigsen um verlorenen parlafeine Partei seitens der Regierungsorgane erfährt, gar nicht mentarischen Einfluß wehtlagen zu hören, da er und seine zu bemerken scheint. gerade des Politische Uebersicht. Der Bundesrath hat in seiner gestrigen Sigung die Verlängerung des fleinen Belagerungszustandes für Berlin, Hamburg- Altona und Leipzig beschlossen. Mannheim. Bei der gestrigen Stadtverordneten- Wahl zweiter Klaffe stegte die Demokratenliste gegen die vereinten Anstrengungen der Nationalliberalen und Sozialdemokraten. nische Staatsangehörige ausgewiesen worden, trogdem fle Aus Schleswig find in letzter Zeit verschiedene däauf deutschem Boden Beftgungen haben. In der Regel schei nen diese Ausweisungen Personen zu treffen, die durch eine gewisse herausfordernde Betonung ihrer dänischen Nationalität, fraft deren fte glaubten, daß man ihnen nichts anhaben könne, unter ihrer Nachbarbevölkerung fich bemerkbar machten. Man erinnert sich wohl noch der Demonstration, welche darin bestand, daß ein Vergnügungszug nach Dänemark organisirt wurde, denen Theilnehmerinnen durchweg die Dänischen Nationalfarben in ihrer Kleidung zur Schau trugen. Diese Vergnügungsfahrt scheint für manche der Betheiligten Folgen zu haben. Go baben in ben lebten Tagen ble befizer Fischer aus Schauby im Kreise Apenrade und C. Clausen aus Brede und J. Clausen aus Apterp, im Kreise Zondern, laffen. In allen drei Fällen wird als der Grund der AusDrbre erhalten, das diesseitige Staatsgebiet ungefäurit zu ver weisung angegeben, daß die Frauen der GemaßWeftiütland theilgenommen haben. Wie offregelten an dem bekannten Ausfluge nach ziös geschrieben wird, soll jeder dänische Staatsangehörige, der in den Grenzdistrikten dauernden Aufenthalt nimmt, in Zukunft im Befit eines dänischen Staatsangehörigkeitsscheines und eines von der betreffenden deutschen Gemeinde ausgefertigten Attestes sein, in dem die Erlaubniß zum Aufenthalt in der Gemeinde jest ausdrücklich ertheilt ist. Auch ist mehreren Personen, welche nicht im Befit dieser Papiere waren, von der Behörde schon beizubringen, widrigenfalls ihre Ausweisung erfolgen würde. Uns ist es nicht erklärlich, wie man die Männer ausweisen konnte, weil die Frauen eine Vergnügungsfahrt mitgemacht hatten. Wir müssen deshalb annehmen, daß noch andere Gründe für die Behörden vorlagen. der Befehl ertheilt worden, diefelben binnen vier Wochen Der deutsche Aerztetag hat in Eisenach seine 12. Jahresversammlung abgehalten. In seiner legten Sigung am 13. bd. Mts. hat derselbe betreffs der Stellung der Aerzte zu den Krankenkassen folgende Beschlüsse gefaßt: A. Rrantentassen: 1) In erster Linie ist, wo immer durchführbar die Besagt ſo ſehr seiſchwächt, ja aufs Aeußerin uze zahlung der Ginzelleistung nach der ortsüblichen Weinimaltage er hofft, daß in einigen Jahren wieder jenes schöne Ber- haben. hältniß eintreten werde, daß eine starte Regierung mit einer in fich geschloffenen Mehrheit zufammenwirft. fionalliberalismus bilden werde, scheint bei Herrn von BenJawohl, und daß diese starke Mehrheit dann der Nas Radbrudt verboten.] in 541 Feuilleton. Das Kind des Proletariers. Sensationsroman von U. Nosen. ( Fortseßung) Herr von Bennigsen hat sich umsonst an das deutsche Volk gewendet. Daß es mit der nationalliberalen Herrlichfeit aus ist, bedauern er und seine Genossen ganz allein. Andere Leute haben auch gar keinen Grund dazu. Elsa sah den Beiden nach, als Wrigley fich ihr näherte. ,, Keine Nachrichten, Elsa?" ,, Nein, gar feine." Nun, ich hoffe, daß von dem Unfinn, der Heirath des Fräuleins mit Jasper Fißroy nicht mehr die Rede ift." ,, Von welchem Unfinn? Das gnädige Fräulein gehört nicht zu denjenigen Personen, die irgend einen Unfinn beJasper, aufgefordert, seine Bedingungen zu nennen, sagte geben." Mellodem, verstanden zu werden: arabischer Sprache, um von allen Anwesenden, bis auf " Ich denke, Elsa, je weniger fie von Jasper Fipron fieht, desto besser ist es. Er möchte versuchen, Myra zu bewegen, ihr altes Versprechen zu halten und das darf durchaus nicht geschehen." Ach, fte waren zu lange getrennt von einander, um noch an ihr früheres Verlobniß zu denken. Sie sind einander fremd Als ich hierher fam, nahm mir dieser Räuber eine Uhr im Werthe von fünfzig Guineen, einen Ring und eine Rolle Golbes in gleichem Werth. Als ich ihn von einer schweren Rrantbeit beilte, versprach er mir die Freiheit zweier Sklaven. i eine angemessene Entschädigung. Jbrahim befigt zwölf Sch habe ihm zehn Jahre gedient, für Alles das beanspuche geworden." Sllaven. Diefe verlange ich für das, was ich zu fordern berechtigt bin. Aus meiner entseglichen Gefangenschaft will ich wenigstens die Freiheit dieser Unglücklichen mit mir nehmen. gebrte Ibrahim wurde genöthigt zu thun, was Jasper be Die befreiten Sllaven Ibrahim Ben Edin's gingen mit Den Engländern und den türkischen Beamten und Offizieren noch vor Abend zur See. 31. Kapitel. Aber ein plögliches Wiedersehen könnte meine Koufine zu tief erschüttern. Ich werde an Dr. Mellodew nach Paris Schreiben, die Adresse seines dortigen Banquiers ist mir bekannt, daß er nicht so ohne Weiteres hierher eilen, sondern zuvor Nachricht geben soll, wenn Fitzroy in London angelangt ist, und das wird Ihnen, Elsa, die Gelegenheit verschaffen, zuvor mit Jasper zu sprechen und ihm Ihren guten Rath zu ers theilen." Sie find außerordentlich besorgt um mein Fräulein, Herr Doktor. Aber es fann in der That nichts schaden, wenn ich ihn sehe und spreche, ehe er hierher kommt. Wrigley entfernte fich, und Elsa, die ihre Gebieterin so o ist er mit Francesca Joria verheirathet. Wenn wir den Einen finden, so finden wir auch die Andere. Wenn er ver- durchbohren. Wenn Rupert verheirathet ist," sagte Milly zu Myra, innig liebte, blieb tief betrübt zurück. Es war ihr, als ob fte fich vorbereite, Myra im Dunkel der Nacht das Herz zu Myra traf am Reservoir den eben von seinem Tagesschlaf figend. oder die Gräfin oder Francesca frant sein. Es ist schrecklich zurückgekehrten Tim Titlow nachdenklich auf dem Mauerrand Stande zu wiffen, daß fie ein Vermögen befizen, welches fte glücklich machen und von jeder Sorge befreien fönnte, und nicht im zu sein, ihnen davon Mittheilung zu machen." ,, Tim," sagte Myra ,,, wir wünschen sehnlichst, von Rupert, dem jungen Manne, der bei Lady Bide lebte, etwas zu ers Myra war unruhig auf der Terrasse auf und abgefahren. Wüßten Sie keinen Nath, seinen Aufenthalt zu er Bangen. Die Angst wegen des Erfolges der Sendung Mellodews Plöglich inne. forschen? Schon einmal hatten Sie in dieser Beziehung Glück. batte fich bei ihr bis zur Unerträglichkeit gesteigert. Sie hielt Jezt ist das Testament der Lady Bide gefunden und er der war es Tim Titlow, jener seltsame Patron drüben am Res Weißt Du, Milly, als er zum ersten Male verschwand, bestimmung darin. Nimm Deinen Hut, wir wollen nach dem Erbe von dreißigtausend Pfund und seine Frau, wenn er eine bat, die Erbin von Juwelen im Werthe von zwei tausend Pfund. Wir hörten, er sei verheirathet." 11 Wollen die gnädigen Damen nicht auf diesem Boot Play nehmen. Es ist da eine lange Geschichte zu erzählen. Bafferbehälter gehen, uns mit Tim zu besprechen und ihn auf Sie meinen die Hütte, in welcher ich den jungen Herrn damals fand? Jest haben wir Mitte Juni. Am ersten Mai anzuftreben. 2) Bei Abschluß von Verträgen mit festen Jahresfäßen( Aversen) scheint nach den bisherigen Erfahrungen als Norm der Saß von 2 bis 4 Mart für den Einzelnen und etwa das Dreifache für die Familie angemessen zu fein. 3) Die Ueberwachung der abzuschließenden Verträge bleibt den einzelnen Vereinen überlassen. tam ich dort zufällig wieder vorüber. Ich hörte einen fürchterlichen Lärm aus der Hütte, und es stellte sich heraus, daß der Pfarrer von St. Cleoyas in eine Falle gelockt und eingesperrt worden war, um ihn zu verhindern, rechtzeitig nach Der Kirche zur Vollziehung einer Trauung zu gelangen. Ich ließ den hochwürdigen Herrn heraus und fann die ganze Nacht über den merkwürdigen Vorfall nach. Neugierig, wer das Paar sein möchte, das getraut werden sollte, ging ich nächsten Morgen nach St. Cleoyas. Dieses Mal war der Pfarrer da, aber die Brautleute fehlten. Wir warteten bis nach zwölf aber Niemand kam. So erkundigte ich mich denn bei dem Herrn Pfarrer, wer eigentlich hätte getraut werden sollen. Das Aufgebot nannte Rupert Barth und Francesca Joria, sagte mir der Hochwürdige. Ich habe mir die Namen behalten, wie Sie sehen, da ste mir seit damals bekannt waren, wo das kleine Fräulein und diese junge Dame hierherkamen und der junge Herr aus dem Boot ins Waffer fiel. Ei, dachte ich mir, der hübsche junge Mensch wird zu Nichts scheint für ihn grausam vom Mißgeschick verfolgt. feinen geraden Weg zu gehen, schon von Kindesbeinen an nicht, denn seine Großmutter, doch nein, sie war gar nicht seine Großmutter, die gute Frau Chitton, erzählte mir eine Geschichte, bei welcher Shnen die Haare zu Berge stehen würden!" Myra. Frau Chitton, die Alte aus dem Armenhause?" fragte Sanz recht." „ Sie Und wie war ihre Geschichte?" fragte Milly. fönnte und vielleicht bei der Auffindung Rupert's nüßlich sein. Also weil er nicht verheirathet ist, war er so unglücklich. Und ich dachte mir, wenn wir ihn fänden, würden wir auch Fran cesca entdecken und jetzt haben wir feinen von Beiden." Weinen Sie nicht, Fräulein," bat Tim. Ich werde ihn schon finden, darauf möchte ich einen Eid ablegen. Mit Leib und Seele werde ich mich dieser Aufgabe widmen. Was aber jene Geschichte betrifft, so ist all das längst vorbei, und kann uns jetzt nichts mehr helfen. Ueberbies habe ich gelobt, fie nicht eher weiter zu erzählen, als bis Sam Porter zurückkommt und der liegt ertrunten auf dem Meeresgrunde, Frau Chitton hat das im Traume deutlich gesehen." Aber was hat Sam Borter mit unserer Angelegenheit tbun?" fragte Myra, Tim fest ansehend. Seine geheimnißvollen Bedeutungen waren ihrem geraden Sinne zuwider. ,, War der Mann verrückt?" Das eben ist es, was ich nicht sagen darf. Ich darf B. Eingeschriebene Hilfskassen: 4. Gegenüber den freien Hilfstaffen wird den Vereinen anempfohlen in eine Erwägung bezw. Beschlußfaffung darüber einzutreten, in welcher Weise das Honorar zu sichern sei, z. B. durch Garantie bei Gelegenheit der Atteste oder durch sofortige Bezahlung. 5) In Bezug auf diejenigen Kaffen, mit welchen jest schon Verträge unter ungünstigeren Bedingungen bestehen, erscheint als zweckmäßig, daß diese Bedingungen allmählich mit den vorstehend angebenen in Einklang gebracht werden. Eine Statistik der Berufsverhältnisse der Bevölkerung des deutschen Reiches bringt die N. A. 8." Nach derselben find die Bewohner des deutschen Reiches in drei große wirthschaftliche Interessengruppen eingetheilt und zwar 1. der Landwirthschaft, 2. der Industrie, 3. des Handels und Verkehrs. Hierbei find unter 1. die Gärtnerei, Forstwirthschaft und Fischerei, unter 2. der Bergbau, und unter 3. Gast- und Schantwirthschaft mit einbegriffen. Often Norden Mitte SW. Süden Westen Posen. Schleften Brandenburg Pommern Mecklenburg Schleswig- Holstein Hannover Oldenburg Provinz Sachsen Thüringen Unter 1000 Ginwohnern gehören an 83,4 der Land- der wirth- Inbem Handel u. Ver schaft Duſtrie tehr Dftpreußen Westpreußen 643,9 168,2 61,4 . 605,5 192,9 76,9 646,7 172,1 69,4 447,9 352.5 83,1 444,3 328,2 95,2 545,1 227,7 92,8 526,9 240,8 442,6 297,5 122,3 500,6 292,2 101,1 522,6 280,4 Braunschweig, Anhalt Königreich Sachsen Westfalen Rheinland Heffen- Nassau Großherzogthum Heffen Franken Uebriges Baiern 533,0 251,3 99,7 375,0 403,2 103,8 367,1 418,3 95,4 367,6 447,5 79,6 199,8 562,5 119,6 351,6 468,0 89,5 317,8 473,1 108,6 405,3 354,1 115,5 415,5 365,5 106,1 488,3 306,6 86,4 79,1 481,7 344.4 73,2 491,2 315,6 90,4 466,3 351,1 87,2 419,3 365,9 92,6 7,7 542,9 245,6 64,3 426,5 326,2 Württemberg Baden Rheinpfalz Elsaß- Lothringen Berlin 3 Hansestädte Deuutsches Reich 425,1 355,1 100,2 Der zu 1000 fehlende Rest für das Reich also 119,6 oder rund 12 pCt. tommt auf denjenigen Theil der Bevölferung, welcher als den Berufsabtheilungen: Staats-, Kirchen-, Gemeinde- c. Dienst, Berufsloſe, Unterſtüßte u. f. w. zuge hörig zu keiner dieser drei großen wirthschaftlichen Interessengruppen zu rechnen ist. Im ganzen Reich sind danach von je 100 Personen 42,5 an der Landwirthschaft, 35,5 an der Industrie und 10,0 am Handel in dem Sinne betheiligt, daß die Erwerbsthätigen nach ihrem Hauptberuf und die Familienangehörigen( einschließlich der Dienstboten, welche im Hause der Herrschaft leben) nach dem Hauptberufe des Ernährers diesen Abtheilungen zuge hören. Die Nebenerwerbsverhältnisse sind hier nicht berüid sichtigt; es ist aber daran zu erinnern, daß die Landwirthschaft in einer außerordentlich großen Zahl von Fällen als Nebenermerb benugt wird und sehr viel mehr Personen, deren Hauptberuf in Industrie und Handel liegt, in der Landwirth schaft Nebenerwerb finden, als Personen aus der letteren Berufsabtheilung in jenen anderen. Die einzelnen Landestheile zeigen, wie man sieht, ausnehmend interessante Unterschiede bezüglich der Vertretung der drei Wirthschaftsgruppen. Die äußersten Zahlen sind für die Landwirthschaft 65( in abgerundeten Biffern) und 20 pCt., wenn man die am Schluß der Tabelle aufgeführten städtischen Gebiete( bei den Hansestädten gelten die Zahlen für die Staatsgebiete) außer Betracht läßt; für die Industrie 56 und 17 pбt., für Handel und Verkehr 12 und 6 pCt. Diese Zahlen haben nicht nur eine volkswirthschaftliche, sondern auch eine politische Bedeutung insofern, als man den wirthschaftlichen Interessengruppen die Berechtigung wird zugestehen müssen, nach einer ihrer Stärke entsprechenden politi fchen Vertretung zu streben. Demnach hat aber die indu strielle und auch die Handel treibende Bevölkerung heute feine ihrer Bahl entsprechende Vertretung. Verbrecherstatistit. Die Stat. Corr." enthält eine genaue Personalstatistik der im Jahre 1882/83 in preußische Zuchthäuser eingelieferten Verbrecher. Wir entnehmen daraus, daß im genannten Jahre 8693 Personen internirt wurden gegen 9168 im nicht erzählen, welchen Antheil Sam in der Sache hatte, wofern er selbst nicht von den Todten zurückkehrt. Aber gnädiges Fräulein, ich will Ihnen zeigen, wo er gewohnt hat. Sehen Sie, dort unten in dem ersten jener Arbeiterhäuschen. Dort lebte er mit feiner Frau und seiner Schwiegermutter und dem Kinde." Myra blickte erschreckt auf. Das war dasselbe Häuschen, Vorjahre. Das ergiebt eine Abnahme von 9,3 pCt., an welcher| die Männer( 7317) mit 9,9, die Weiber( 1376) mit 6,3 pt. partizipiren. Unter den Eingelieferten befanden sich 94,79 pCt. Breußen, 3,82 pCt. andere Deutsche und 1,39 pCt. Ausländer. In der ganzen preußischen Monarchie famen auf 100,000 Einwohner 30 eingelieferte Buchthausgefangene; die einzelne Provinzen zeigen aber eine außerordentliche Verschiedenheit. Poſen hatte auf 100,000 Einwohner 55, Berlin 51, Schlesien 45 und Westpreußen 40 Internirte, Hannover dagegen 18, die Rheinprovinz 16, Hohenzollern 15 und Schleswig- Holstein 10. Be achtenswerther Weise hat die größte Abnahme( 9 auf 100,000) in Posen und Westpreußen stattgefunden, wogegen Hannover, Hohenzollern und Hessen- Naffau fogar eine geringe Bunahme ( 2 bezw. 3 pro 100,000 Einwohner) zeigen. Das Berichtsjahr läßt also die Tendenz erkennen, die Verschiedenheiten zwischen dem Often und dem Westen auszugleichen. Der Religion nach waren unter den neu eingetretenen Zuchthausgefangenen 5141 Evangelische, 3417 Katholiken und 130 Juden und 5 Andersgläubige. Auf 100,000 evangelische Einwohner kamen 29( im Vorjahre 32) neu internirte Buchthausgefangene, auf 100,000 fatholische Einwohner 37( 41), auf 100,000 jüdische 36( 29). Die Juden zeigen also eine erhebliche Verschlechterung. 14,29 pCt.( im Vorjahre 15,82 pet.) waren ohne jede Schulbildung. 38 der Eingelieferten waren Beamte im Staats- und Kommu naldienst, 35 Aerzte, Lehrer, Geistliche, Gelehrte und Schrift steller, 2875 hatten Land-, Forstwirthschaft oder Gärtnerei, 3054 Industrie, 431 Handel betrieben; 895 hatten sich durch öffentlichen Verkehr, 853 durch persönliche Dienstleistungen und 132 auf andere Weise ernährt; 202 fonnten feinen Beruf an geben, 27 waren Pensionäre und Rentiers und 13 Almosenempfänger. Unter den Ursachen der Verurtheilung steht obenan Diebstahl und Unterschlagung, wegen deren 66,73 pet aller Verbrecher mit Buchthausstrafen belegt wurden, dann folgen Verbrechen gegen die Sittlichkeit mit 7,83( im Vorjahre 6,83 pCt., Meineid 7,33( im Vorjahre 6,56) pCt. 2c. In 60 Fällen war auf lebenslängliches Zuchthaus erkannt, in 108 Fällen auf über 10 Jahre, in 643 Fällen auf 5-10 Jahre, in 2800 auf 2-5, in 3366 auf 1-2 und in 1757 auf 1 Jahr oder weniger. 6897 oder 79,90 pCt. der Bugegangenen( im Vorjahre 78,95) waren schon früher wegen Bergehen oder Verbrechen bestraft, darunter 2121 sechsmal und noch häufiger. Ueber 73 pet. der Rückfälligen wurden schon in den ersten 2 Jahren nach ihrer Entlassung wieder bestraft. Die Wahlen in Kroatien haben für die Starcevicspartei eine überraschende Zunahme ergeben. In Jaska wurden 2 Personen im Wahltumult von Gensdarmen erschossen. Aus Belgien kommen noch immer Nachrichten, welche von einer großen Erregung der Bevölkerung, namentlich Brüffels, Zeugniß ablegen. Ein neuerer Bericht aus Brüssel lautet: Der gestrige Abend verlief sehr unruhig. Mehrere an tausend Personen starke Menschenhaufen durchzogen pfeifend, lärmend und die Marseillaise fingend die Hauptstraßen, sam melten sich vor dem königlichen Palais und der Expedition des dieselben zerstreuen mußte. Auch in Antwerpen ist die Erfatholischen Patriote", so daß die Polizei einschreiten und regung groß; das Ministerium soll mit der Absicht umgehen, verlegen. Die flerifalen Führer, welche zu Gunsten der Barlei einen Bahnhof nach der klerikalen Vorstadt Borgerhut zu große Opfer gebracht, haben sie doch erst jüngst zur Manifestation je 100 000 Francs gezeichnet, hatten, rechtzeitig von der Abficht des Ministeriums benachrichtigt, große Terrains zu beiden Seiten der neuen Station angetauft. Durch Aus führung des Projekts steigert sich natürlich deren Werth. Die Regierung trifft geradezu beunruhigende militärische Maßregeln. Die der Bürgergarde gehörigen Gewehre sind nach Lüttich, die Patronen in die Artilleriefaserne geschafft; vor den Thoren der Stadt ist eine fliegende" Division gebildet und aus Antwerpen eine große Ladung Batronen und Haubigen nach der Hauptstadt geschafft worden. Bürgermeister Buls hat das Ministerium ersucht, ihm den Tag der Publikation des Schulgesetes mitzutheilen, damit er die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen treffen tann. Das Schulgeset erscheint zugleich mit den Ausführungsverordnungen. Die demokra tischen Journale geben einmüthig ihrem Unwillen über die Ausdruck. mehrere choleraverdächtige Krankheitsfälle vorgekommen, von benen vier tödtlich verliefen. Die Aerzte erklären diese Krankheit für choleraähnliche Magenentzündung, nicht für Cholera Gleichwohl find geeignete Vorsichtsmaßregeln getroffen worden. In den spanischen Provinzen Alicante und Tat ragona find 25 Personen an der Cholera gestorben. In Irland freiben noch immer die Mondscheinbanden ihr Wesen, der Distrikt Mitchelstown ist soeben der Schauplas arger Ausschreitungen seitens einer solchen Bande gewesen Eine angeblich aus 20 Mann bestehende Bande, bewaffnet mit Revolvern und Büchsen, begab fich nach der Behausung des Farmers Patrik Walsh in Garteen, unweit Mitchelstown. Sie umzingelten Walsh's Haus und forderten ihn auf, herauszu kommen. Walsh folgte natürlich der Einladung nicht, worauf die Angreifer sämmtliche Fenster mit Steinen zerschmetterten In ähnlicher Weise benahmen sie sich bei dem nahebei ge legenen Hause von Walsh's Schwiegervater, und nachdem e daselbst die Fenster herausgebrochen, kehrten sie nach Walsh's Haus zurück und feuerten in die Gebäude. Die Kugeln, denen die Insassen mit genauer Noth entgingen, wurden später in den inneren Wänden vorgefunden. Alsdann befestigten die Marodeure Drohnotizen an den Außenwänden, um über die Beweggründe zur Ausschreitung keinen Zweifel zu laffen. G scheint, daß Walsh unlängst ein Haus mit einem Stückchen Land, das bis jezt von einem seiner Farmarbeiter besessen worden, käuflich an fich brachte. Egypten. In Kairo ist eine vom 26. v. M. datirte De pesche General Gordon's eingegangen, worin es heißt, er er warte die Ankunft der englischen Truppen und bitte, ihm Bebehr Bascha, sowie 300 000 Pfund zuzusenden. Gleichzeitig fündigt General Gordon an, daß er in einigen Tagen zur Be fegung Berbers schreiten und den Sudan dem Sultan über geben werde, sabald eine genügende Anzahl türkischer Truppen eingetroffen set. China. Aus Honkong wird der„ Times" telegraphirt, daß das französische Kriegsschiff„ Atalante" ein reguläres Handels fahrzeug aus Honkong in der Hafeneinfahrt geentert und deffen Geschüße und Munition über Bord geworfen habe. Die Kauf leute feien hierüber sehr erregt, weil die Handelsschiffe ohne Ge schüße den Küstenpiraten gegenüber machtlos seien. Wahlbewegung. Jm 4. Berliner Wahltreise, im Lokale Sanssouci in Der Rottbuserstraße hielten gestern Abend die Konservativen eine Versammlung ab, in welcher der konservative Kandidat Herr Landrath v. Köller einen Vortrag über Zwecke und Ziele der Sozialdemokratie hielt. Zu dieser Versammlung war der Kandidat der Arbeiterpartei, Herr Stadtverordneter Baul Singer brieflich eingeladen und auch erschienen.( Siehe Ver sammlungsbericht.) Die Versammlung nahm, abgesehen von einigen störenden Zwischenrufen, einen durchaus günstigen Ber lauf. Nur nach Schluß der Versammlung tam es zu eine unliebſamen Szene im Saale. Ein Arbeiter stellte sich aut einen Tisch und brachte ein hoch auf den Kandidaten der Ar beiterpartei, Herrn Paul Singer, aus. Das gab einem Ron Nunmehr nahm man Bartei für und wider und es entſtand dadurch der unliebsame Moment. Auf Eines müssen wir aber noch besonders bei dieser Ge legenheit hinweisen, nämlich auf die Formen der konservativen Versammlungs- Einladungen. An den Säulen trugen die Bla fate die Aufschrift:„ Gäste willkommen" und an verschiedenen Hausthüren befanden sich Plakate, nach welchen Jedermann der Ansicht sein konnte, daß allen Parteien freier Butritt ge stattet sei. Das war aber nun nicht der Fall. Vor dem Lokale wurde wurf zu machen, wenn sie nur eine konservative Versammlung ist ja den Konservativen durchaus dann daraus fein Bot abhalten wollen. Aber dann durfte man nicht öffentlich be fannt machen, daß Gäſte Zutritt haben sollen. Wenn baby Ivor dem Versammlungslokale Ansammlungen stattfanden, die der Polizei viel zu schaffen machten, so fällt die Schuld unbe Sanktion des Schulgesetes in den heftigsten Artikeln dingt auf die Einberufer, und wäre es vor allen Dingen bod wünschenswerth, daß von vornherein präzise bekannt gegeben würde, daß nur gegen Vorzeigung von Karten Einlaß gewährt wird. Thut man dieses nicht, so fallen den Veranstaltern ber artiger Versammlungen die etwaigen Störungen zur Laft Frankreich. Das Journal des Debats" ertheilt der franzöfifchen Regierung den Rath, in den Yang- the- Kiang, von wo Beling und der ganze Norden mit Lebensmitteln versehen werde, einzulaufen, dort alles unbarmherzig zu vernichten und China durch Hunger zum Nachgeben zu zwingen. Vernich tung also über Bernichtung. Und wer hat Vortheile davon? Cholera. In Neapel wurden vorgestern 507 Erkrankungen und 283 Todesfälle, gestern 188 Erkrankungen und 90 Todesfälle konstatirt. In Spezzia tam es wegen des Sanitäts- Kordons mit den Truppen zu argen Konflitten. In Summa tamen in den infigirten italienischen Ortschaften 646 Erfranfungen und 357 Todesfälle an der Cholera vor. fonstatirt. In Rom wurde vorgestern ein choleraverdächtiger Fall bei Uebersendung des Wahlaufrufs die Gesinnungsgenoffen Das Zentral- Wahltomité der Zentrumspartei bai aufgefordert ,,, bei dem ersten Wahlgange nur einem Kandidaten der Zentrumspartei ihre Stimme zu geben, wegen der Stellungs nahme im Falle einer etwaigen Stichwahl aber sich mit dem Bentralwahlfomité rechtzeitig in Verbindung zu ſeßen." " in Berlin als nationalliberaler Reichstagskandidat aufgeftellt. Im Fürstenthum Reuß j. L. ist Konsul Karl Weber Der bisherige Vertreter war Dr. Mar Hirsch. Hamburg, Der hiesige Wahlverein von 1884( Ronfer Ivative und Nationalliberale) stellt für den Reichstag im erfien Nach einer Meldung aus Dran( Algier) sind daselbst Hamburger Wahlkreis den Rheder Adolf Wörmann( Fre denn denn er pflegte ihn meinen Anbeter zu nennen und mir zu sagen, ich solle ihn heirathen, es war ihm unangenehm, daß Rupert Francesca mir vorzog und er verbot mir, ihn Bruder zu nennen." " aus der Heimath und blickte begehrlich auf den Brief. Figron trug ein brennendes Verlangen nach Mittheilungen Mellodem reichte ihm denselben mit der Bemerkung: Auf dieses Schreiben ist nicht das geringste Bewicht ju ,, Dann, Kind, tappe ich mehr im Dunkeln, als jemals, legen. Es ist Wrigley, der boshafte Intriguant durch und dennoch bitte ich Dich nochmals, ihm nichts zu sagen." Fr vor welches der große schwarze Hund ihres Vaters fie an jenem Brindist ein Telegramm, welches ihr mittheilte, daß Jasper überwachen, fie einem frühen Tode entgegengehen zu feben! Sommertage geführt, und nachdem sie ihm dorthin gefolgt war, batte das treue Thier, das jetzt schon lange toot war, sein seltsames Benehmen wieder eingestellt. Sam Porter arbeitete für mich, aber er wurde ent laffen, weil Dr. Wrigley ihn als einen gefährlichen Burschen bezeichnete." Dann log Dr. Wrigley," rief Tim empört aus. " St! St!" sagte Myra streng. Er ist der Vater dieser jungen Dame." " Wenn er der Vater des gnädigen Fräuleins ist, dann, dann nun hat er sich sehr geirrt!" Ich habe nach dem jungen Manne gesucht," fuhr Myra fort, und ich werde noch weiter nach ihm suchen lassen, sobald mein Rechtsanwalt von seiner Reise zurückkehrt. Inzwischen, Tim, wird mir feine Belohnung für denjenigen zu hoch sein, der ihn mir zuführt. Vergessen Sie auch nicht, Freund, daß ich ihn sogleich zu mir gebracht zu haben wünsche, gleichviel zu welcher Stunde des Tages oder der Nacht. Ich habe das Teftament der Lady Bide, und das Vermögen seiner verstorbenen Adoptivmutter ist ihm jest gesichert." Die Damen wendeten ihre Schritte heimwärts. Milly blieb etwas hinter ihrer Koufine zurüd, um sich die Thränen zu trocknen. Sie dachte mit Schmerz an das Schicksal ihrer Freundin und an das Leiden, das sie und ihre Mutter zu erdulden gehabt haben mochten. Sch sehe nicht ein," sagte sie endlich, weshalb mein Bater fich nicht bemühen sollte, Rupert aufzufinden. Ich glaube, er tönnte es recht gut thun, und ich will ihn jedenfalls bitten, es zu versuchen." Milly," entgegnete Myra, die wieder neben dem jungen Mädchen ging, sprich nicht mit Deinem Vater über Rupert, und erwähne nichts von unserem Vorhaben gegen ihn. Dein Vater liebte Rupert niemals. Mir war das immer flar. Er tannte den Knaben lange, ehe er zu Lady Bide fam. Es ist da irgend ein Geheimniß verborgen. Auf alle Fälle bitte ich Dich, darüber nicht zu sprechen." " Er muß ihm aber doch nicht abgeneigt gewesen sein, izroy gefunden und auf der Heimreise begriffen und daß ein Brief unterwegs sei, der ihr ausführliche Nachrichten brächte. Dieser Brief Treuzte sich mit einem Schreiben Dr. Wrigley's an Mellodem. Dr. Mellodew's Brief an Myra berichtete, daß seine I würde sich dafür intereffiren, fte in lebensgefährlicher Krankheit Nervöser und fieberhafter Bustand! Myra Barth tannte niemals Nervofität oder Fieber. Sie ist gefund, gefund bis ins Mark hinein und ruhig wie eine dieser marmornen Göt tinnen. Ihre Gefühle liegen tief und enthüllen fich nicht einem Wrigley. An den Gedanken gewöhnt, ledig zu bleiben? fie Ihre Botschaft las; ich hörte ihren Ausruf: Jasper! h das eine Wort erzählte eine ganze Geschichte von einer Liebe die stärker ist, als der Tod, von einer Liebe, die fte alle diefe Aber die traurigen Jahre der Gefangenschaft hatten Jasper Sendung erfolggekrönt sei, und daß er Jasper und deffen Abgeneigt jeder Veränderung? Ah! Ich beobachtete fie, al englischen Diener und außer diesen noch eine Anzahl Anderer aus schwerer Stlaverei befreit habe. Die Nachwirkung der langen Gefangenschaft auf Fitroy mache es nöthig, häufig Raft zu halten. Sie würden in Italien, der Schweiz und in Baris verweilen, damit Jasper fich geistig und körperlich so Jahre hindurch in ihrem Herzen verborgen hatte. weit erhole, die Aufregung des Wiedersehens seiner englischen Fizroy fleinmüthig und argwöhnisch gemacht Das Bild, das Freunde zu ertragen. Wrigley's Brief erbitterte Mellodem aufs Aeußerste, erbitterte ihn vorzugsweise, weil er von diesem verhaßten Schleicher fam, obwohl deffen Vorschläge ziemlich vernünftig schienen: Das lebhaftefte Intereffe für meine Coufine, Myra Barth, er von Myra in der Erinnerung trug. Barth vorbereitet ist, mich zu empfangen. " bei er, und wenn ich nach London komme, werde ich zunächst einen sehr ruhigen Gasthof aufsuchen und dort warten bis Fräulein veranlaßt mich, Sie zu bitten, bei Ihrer Rückkehr nach London Ersteren früheren Kompagnon und an einen Beamten nad Jasper und Mellodew hatten von Brindisi an der Insel Mauritius geschrieben, um nach dem zurüdgebliebenen nicht plöglich und unvorbereitet in Barth zu erscheinen und auch Baron Figroy davon zurüd zu halten. Die Aufregung Vermögen Jasper's Erfundigungen einzuziehen. und Angst in Folge der jüngsten Ereignisse haben bei meiner Koufine einen nervösen, fieberhaften Zustand hervorgerufen, ich wieder nach Mauritius zu meinen Waarenmagazinen " Nachdem ich England wieder gesehen haben werbe, will Meine Koufine freut sich, die Veranlaffung gewesen zu sein, läftigen. Ich habe so lange außer aller Civilisation gelebt, bak welcher mich, ihren nächsten Verwandten, sehr besorgt macht. langen Beit, in welcher fie fich an eine vollständige Unabhäneinem alten Freund seine Freiheit wiederzugeben, aber in der gigkeit und an den Gedanken gewöhnt hat, ledig zu bleiben, ist natürlich die Abneigung gegen jede Veränderung in ihr ge wachsen, und ich ertenne deutlich, daß sie bei der Vorstellung zittert, Erwartungen begnen zu müssen, die fte nie zu erfüllen vermag. Wenn dergleichen Erwartungen in der That bei dem Heimkehrenden vorhanden sind, ist es ſeine Pflicht, dieselben vorläufig sorgfältig zu unterdrücken. Meine Roufine bedarf dringend der Schonung. J. Wrigley." ich nicht mehr dafür geeignet zu sein glaube." alle diese Phantasmagorien verscheuchen. Dr. Mellodem lachte.„ Ein Blid auf Myra Barth with fie rubiger. Dagegen traten die alten beängstigenden Fragen vor ihre Seele: Wie sollte sie Jasper empfangen? Wie fonnte fie ihre ehemaligen Beziehungen, wie ihr Verlobniß aufbeben! Wie fonnte sie als die Befigerin seiner Familiengüter vor ibm erscheinen, und wie fonnte fte es möglich machen, ihm diefelben ( Fortsetzung folgt.) er Jagd Treiber Tähe sein er großer Ber war lähe ge der das lle fam. wei an edte den gegebene enttam. He wieder um dann er Jugd en. Mit h abseits Gewehr ihm den Der Bär ihm die Slug den Die Bestie schen be heran3 Bären n Baron er nieder, uffe. All = schwer n Pflege Aufschrift Bute Ro en- Erfolg die An burg er welcher ie Frage nnte bis eidungsauf der en stand. Figur in einfache per chineeine jede sterschaft Iche Uni und die eid. In n dieser, ibebalten en Uni en frage. öttlichen ter. Senf ift itszwede B. zwei gerührt cher als ist, als öhnliches rei, auf das un ar, wenn ei allen anderes ſes. Es the zieht. Bräune) werden. wo es Tanntlich es auch gend zu nfpapier, Chorift hen, Du lögliches und die Unfere gihren Schweiz. rei Län Heute Hochwill Die ge fortwäh verband mehrfache biderbes Rern des n Miß ehungen el über mit Bus lei, fon r erklär chbarten en, der m Frie Szurüd, Daß fein nde Be thin ge im Ein nter den e Stim ollte der Verord ndestens aufmert laffen. Die fom man an Sen Ge peifefaal tralhotel fonservativ) auf; im zweiten den Schiffahrtsbeamten Kapitän| Letens( politisch unbekannt): im dritten den Kaufmann H. Roscher, der voriges Jahr bei der Nachwahl durchgefallen ist, Die deutsch- freifinnigen" Kandidaten find noch nicht bekannt. In Dresden hat der Oberbürgermeister Stübel, welcher bei der letzten Reichstagswahl als Kompromißkandidat der Fortschrittler, Antisemiten, Nationalliberalen und Konservativen über Bebel flegte, eine Wiederaufstellung abgelehnt, und es ist on Antisemiten und Konservativen ein Baumeister Hartwig aufgestellt worden, nachdem viele passendere Personen es ab gelehnt hatten, zu kandidiren, da der Sieg Bebel's in Dresden Diesmal als wahrscheinlich gilt. In Dortmund ist seitens der Nationalliberalen Stadtrath leine aufgestellt. Sein Gegner ist der Abg. Lenzmann, der bekanntlich auf dem alten fortschrittlichen Boden steht und Gegner des Kulturkampfes ist. Lokales. Ein schönes Beispiel von Menschenfreundlichkeit bot eitern ein schlichter Rutscher eines Rollwagens( Nr. 5) der Firma Hinde u. Bergmann in der Scharnhorstraße 41. Geen 5 Uhr Nachmittags wurde unmittelbar vor dem Palais des Brinzen Friedrich Karl am Wilhelmsplay ein Mann, der Füher eines Handwagens, von Krämpfen befallen und stürzte auf as Trottoir. Der gen. Kutscher, der zur selber. Zeit vorüberbr, sprang sogleich von seinem Wagen und leistete dem Un lücklichen Hilfe, bis er sich wieder erholt hatte. Eine Arbeierfrau brachte unterdeffen Hoffmannstropfen, und nachdem der Franke dieselben eingenommen hatte und wieder stehen konnte, ing der brave Kutscher zu seinem Wagen und fuhr ruhig fort. Auch der Verunglückte zog dann bald mit seinem Hund und Bagen des Weges weiter. Auf polizeiliche Anordnung mußten gestern zum Theil die Bewohner der oberen Etagen des Hauses König rage 61 die Wohnungen räumen und zwar wegen starter Baufälligkeit besonders der linken Seite des Hauses, Brundstücke wird ein Neubau aufgeführt, und zwar ist man egenwärtig mit dem Aufführen der Hintergebäude beschäftigt, ach deren Fertigstellung das Vorderhaus zum Abbruch kommt. Daffelbe ist bereits sehr baufällig und muß, um einen evenuellen Einsturz zu verhüten, mit starken Balken gestüßt berben. In der von dem Untersuchungsrichter Landgerichtsath Aiché geführten Untersuchung gegen die drei Brüder bel, welchen zur Last gelegt wird, am 17. v. M. den 20 jähr. Sohn des Ortsvorstehers Haupt in Schönau während eines Streites im Henschel'schen Gasthofe derartig mit Messern bearbeitet zu haben, daß der Verlegte nach sechs Tagen verstarb, t nach der Ger.- 3tg." die anfänglich wegen schwerer Körperberlegung mit tödtlichem Erfolge eingeleitete Untersuchung, hachdem eine umfangreiche Zeugenvernehmung sowohl hier e an Ort und Stelle stattgefunden, gegen alle drei Brüder unmehr wegen Mordes ausgedehnt worden. Der Versuch drei Angeschuldigten, den Getödteten als den Angreifer nb fich selbst als die Angegriffenen und Verlegten darzutellen, ist mißlungen. Es hat sich vielmehr herausgestellt, daß lle drei Brüder wohlüberlegt den jungen Haupt getödtet und hung einer Frau im Dorfe unter Aeußerungen der Befriedigung Bereinigt haben. Trogdem haben die drei Brüder den Antrag tellt, gegen Raution vorläufig der Haft entlassen zu werden. Selbstverständlich ist dieser Antrag zurückgewiesen worden. Die Boruntersuchung dürfte in kürzester Zeit abgeschlossen sein, o daß voraussichtlich das Schwurgericht beim Landgericht II. n noch in diesem Jahre mit der Sache beschäftigen wird. lung von Fleisch sein muß, zeigt wieder einmal folgender all, welcher der B. 3." mitgetheilt wird. Eine Frau faufte or etwa 10 Tagen in einem renommirten Schlächtergeschäft in Stud Hammelfleisch. Ausdrücklich sei bemerkt, daß das Fleisch durchaus frisch und von vortrefflichem Aussehen war, auch nach erfolgter Zubereitung in der Küche zu feinem Tadel Beranlaffung gab. Gleichwohl machte die Frau Tags darauf scher derselben diese nicht schnell patirt. Die Paffanten, welche sonst nicht so leicht Bartet der Pferdebahnkutscher nehmen, waren empört über das Gebahren des Kutschers des Kremserwagens und machten ihm berechtigte Vorwürfe, welche derselbe mit Beitschenhieben beantwortete. Der Erzedent hatte aber die Rechnung ohne den Wirth gemacht, denn die also Gemaßregel ten hoben ihn etwas unsanft vom Wagen und prügelten ihn regelrecht durch, so daß derselbe, um eine Erfahrung reicher, in Bukunft eines besseren Verhaltens sich befleißigen dürfte. a. Unermittelter Schwindler. Bereits vor einigen Tagen wurde auf einen Schwindler aufmerksam gemacht, welcher die Cigarrenhandlung von Loefer u. Wolff um 700 Stüd Cigarren beschwindelt hatte. Jezt sind nun wiederum zwei Fälle bei der Kriminalpolizei zur Anzeige gelangt, in welchen anscheinend derselbe Gauner einen Cigarrenfabrikanten in der Kommandantenstraße um 1200 Stüd Cigarren und ein Kolonialwaarengeschäft in der Köpniderstraße um Materialwaaren in größerer Menge in gleicher Weise betrogen hat. In allen drei Fällen erhielten die Betrogenen durch Postkarten Aufträge an bestimmte Personen, deren angegebene Adressen mit der bezw. Angabe im Berliner Adreßbuch übereinstimmten, auszuführen. Die Waaren wurden den Boten vor der Hausauszuführen. Die Waaren wurden den Boten vor der Hausthür von einem fein gekleideten Herrn abgenommen, der fich als der Adressat ausgab und Nachlieferungen bestellte, die sodann zugleich mit der effeftuirten Sendung beglichen werden sollten. Bei den Nachlieferungen stellte sich heraus, daß der Adresat gar keine Bestellungen gemacht und daß ein Betrüger in seinem Namen die Bestellfarten geschrieben hatte. Der bisher noch nicht ergriffene Schwindler wird als ein Mann in den vierziger Jahren bezeichnet, der fein gekleidet ist, ein graues Jaquet und einen runden schwarzen Hut trägt. a. In Bezug auf unsere Mittheilung über die Verhaftung des Lederriemen- Diebes M. theilen wir ergänzend mit, daß der Schuhwaarenhändler, für welchen M. gearbeitet hat und bei dem Fabrikate gefunden worden sind, in welchen als Unterfleckleder und Kappen Stücke von den ge= stohlenen Lederriemen verarbeitet worden find, in gar keiner Beziehung zu den Diebstählen gestanden hat und deshalb in das gegen M. eingeleitete Untersuchungs- Verfahren in feiner Weise verwickelt ist. Die bei ihm als Beweisstücke beschlagnahmten Schuhe sind ihm nach kurzer Zeit als sein recht mäßiges Eigenthum wieder zugestellt worden. a. Ein Schautastendieb wurde in der vergangenen Nacht Unter den Linden von dem Nachtwächte Th. auf frischer That ergriffen und zur Haft gebracht. Es ist dies der bereits mehrfach bestrafte, obdachlose Bäckergeselle Louis Redmer, welcher sich vor dem Hause Unter den Linden 12 in verdächtiger Weise bewegt, sodann mit einem starken Mesfingdraht den daselbst angebrachten Schaukasten eines Handschuhmachers erbrochen und daraus einen Damenhandschuh an sich genommen hatte, als er von dem Beamten ergriffen wurde. Bei seiner Vernehmung räumte er ein, die Absicht gehabt zu haben, den Schautasten eines Goldarbeiters auszuräumen, wovon er fich einen lohnenderen Erfolg versprach, und durch ein Ver sehen an den Schaukasten eines Handschuhmachers gekommen zu sein. Ein seltenes Glück hatte der Führer einer Droschle 2. Klasse am Donnerstag Vormittag. Es war gegen 11 Uhr, als in der Kochstraße ein Rollwagen über die Kreuzung der Friedrichstraße und die Droschke die Friedrichstraße entlang fuhren. Als beide in Höhe der Ecke genannter Straße waren, konnte der Führer der Droschke seine Pferde wegen des glatten Asphaltpflasters nicht schnell genug pariren, und kam der rechte Vorderfuß des Pferdes in die Speichen des rechten Hinterrades. Der Kutscher des Rollwagens parirte erst, als das Rad des Wagens eine Umdrehung gemacht hatte. Man befreite den Fuß nach vieler Mühe; außer einer kleinen Blutung war dem Thier nichts passtrt, ein wirklich seltenes Glück. a. In der sog.„ Trödlerbörse", einem Schanklokal in der Klosterstraße Nr. 8/9, wurde am 9. d. Mts. dem Handelsmann R. von einem ländlich gekleideten älteren Manne eine filberne Cylinderuhr zum Kauf angeboten, und für den Preis von 7 M. 50 Pf. auch erstanden. Als vor dem Abschluß des Geschäfts R. eine Legitimation von dem Verkäufer verlangte, erklärte dieser, eine solche nicht bei sich zu führen, und erbot der Unbekannte, der beim Kauf angegeben hatte, aus Großbeeren zu sein, weder zur Abholung der Uhr noch des Geldes bis jetzt erschienen ist, so hat der Handelsmann K. die Uhr dem Kriminalfommissariat übergeben, in der Annahme, daß ste jedenfalls gestohlen sei. Die Bemerkung, daß im Zeigefinger ihrer rechten Hand nicht sich, eine solche aus seiner entfernt liegenden Wohnung zu Alles fo sei wie es sein sollte. Es juckte darin unaufhörlich, holen. Er entfernte sich, die Uhr dem Käufer zurücklaffend. Da und am andern Tage zeigte sich an der Spize des Fingers ein Deißes Bläschen, aus welchem sich nach einigen Tagen eine Bang respektable Geschwulst entwickelt hatte. lichem Juden, abwechselnd mit heftigem Brennen, fraß dieselbe mer weiter um sich, so daß die Frau endlich zum Arzt ging. Dieser tonftatirte sofort eine Infektion durch Leichengift, der enftlich entgegenzutreten die höchste Beit gewesen war. Noch einige Tage, und der Finger, vielleicht gar der Arm war verInfektion erfolgt sein muß, wie gesagt, von tadelloser Qualität Peitschen, Meffer 2c. als Waffen gebraucht, in Folge deffen tar, fo fann nur angenommen werden, daß dasselbe irgendwo, bielleicht schon auf dem Viehhof, mit bereits in Verwesung überBegangenem Fleisch in Berührung gekommen ist. Schüßen kann man fich gegen dergleichen eben nur durch die allerpeinlichste Borficht. breitet, daß unsere Nachtwächter nämlich ohne eine Vergü g. Eine irrige Ansicht ist vielfach im Publikum verligung verpflichtet sind, dem Hausbewohner die verschlossene Sausthür zu öffnen. Diese Ansicht ist eine irrige und wiederN. Eine blutige Schlägerei entstand heute Mittag am Königsthor, nahe dem Friedrichshain, zwischen den Bennebrüdern, welche hier ihr Sommerlogis aufgeschlagen haben, Bei derselben wurden viel Blut floß. Nach langem erbitterten Kampf mußten die Schlächter das Feld räumen. g. Vermißt. Der Befizer der Würfelbude im Birkenwäldchen bei Tempelhof wird seit gestern Vormittag vermißt. Derselbe war, wie er dies schon häufiger gethan hatte, nach seiner in Reinickendorf belegenen Winterwohnung gegangen, um hier nachzusehen, ob auch noch Alles fich in Ordnung be finde; am Nachmittage wollte er wieder in Tempelhof sein. Da er nun bis heute Mittag dort nicht eingetroffen ist, auch in Reinickendorf nicht zu ermitteln war, so muß angenommen trug goldene Uhr und Kette sowie baares Geld bei fich. Derneint worden. Der Wächter ist nicht dazu da und erhält werden, daß dem Vermißten ein Unglück zugestoßen ist. Er lein Gehalt, um den Hausbewohnern das Haus aufzu fließen; er dient vielmehr der Sicherheit in den Straßen während der Nacht und kann sogar sich weigern, Personen, die et nicht speziell tennt, das Haus aufzuschließen. a. Aufgefundene Leiche. Auf dem Felde zwischen der Eldenaerstraße und der Frankfurter Allee fand heute Morgen ein Arbeiter aus Lichtenberg die Leiche des in der Posener straße 11 wohnhaften Arbeiters Frenkel. Spuren von Gewalt waren äußerlich nicht wahrzunehmen, und der Tod scheint in Folge eines Schlaganfalls erfolgt zu sein. Der Verstorbene, rufung auf die Entscheidung des ersten Civilsenats vom 2. Februar c., welcher sich kurz vor den Ferien auch der erste Straffenat des Reichsgerichts angeschlossen und in Folge deffen bei der Abweichung von dem Urtheil des 3. Straffenats die deftnitive Entscheidung den vereinigten Straffenaten überwiesen hat, die Stempelpflichtigkeit der Urkunden und beantragte deshalb Freisprechung seines Mandanten unter Uebernahme der Kosten der Vertheidigung auf die Staatskasse. Der Gerichtshof beschloß, die Sache zu vertagen und einen neuen Termin nach Entscheidung der vereinigten Strafsenate des Reichsgerichts in dieser Rechtssache anzuberaumen.- Die zweite Kategorie von Urkunden sind die sg.Reportscheine, durch welche nach Auffassung der Anklagebehörde zwei Geschäfte, ein Kaufs und ein Rücklaufsgeschäft, zum Abschluß gebracht worden sind. Die inkriminirten über Lieferungsgeschäfte handelnden Schriftstücke find mit fe einem Stempel von 1 M. versehen, während nach der Anficht der Steuerbehörde dieselben mit 2 M. gestempelt sein müßten, mit 1 M., für den Kauf und 1 M. für den Rücklauf. Der Amtsanwalt beantragte darnach auch gegen sämmtliche Angeklagte eine Strafe von je 50 M. Die Vertheidiger Rechtsanwälte Heinis, Simon, Hirsch, Ornold, Zengify führen aus, daß die inkriminirten Schriftstücke nur über Prolongationsgeschäfte, für welche die Stempelsteuer nach dem Tarif 1 M. beträgt, lauten; der Gerichtshof trat aber der Ansicht des Amtsanwalts bei und verurtheilte demgemäß die Ange flagten nach deffen Antrage. Wie wir hören, werden sämmtliche Verurtheilte die Berufung einlegen, um die wichtige Frage durch alle Instanzen zum Austrage zu bringen. Arbeiterbewegung, Vereine und " Versammlungen. Eine interessantere Versammlung als die von dem Verein reichstreuer Wähler im 4. Wahlkreis auf gestern Abend in dem Lotal Sanssouci einberufen gewesene, hat wohl felten stattgefunden. Der Vorstand genannten Vereins hatte schon in vorher stattgefundenen Versammlungen bekannt gemacht, daß er den Kandidaten der sozialdemokratischen Partei Stadtv. Singer eingeladen und daß dieser sein Erscheinen zugesagt habe. Das große Lokal war bis zum letzten Winkel gedrängt voll, viele Hunderte aber mußten umfehren, weil es an Play mangelte. Unter dem Vorsitz des Herrn Dr. Ewers besprach der Kandidat der konservativen Par tei, Herr v. Köller, die Biele und Bestrebungen der Sozialdemo tratie. Der Redner gab eine, wie er sagte, historische Darstellung der sozialdemokratischen Bewegung seit Gründung der Partei, zitirte das Eisenacher Programm, las aus dem in Zürich erscheinenden Sozial- Demofrat" verschiedene Stellen vor und sprach über die auf den stattgehabten sozialdemokratischen Kongressen gefaßten Beschlüffe. Der Vortragende zog auch das Sozialistengeset in den Bereich seiner Auseinandersetzungen, rechtfertigte daffelbe mit der Staatsgefährlichkeit der sozialdemokratischen Partei und kam schließlich auf die Nothwendigkeit sozialer Reformen zu sprechen, welche er als nothwendig zur Beseitigung der vorhandenen Nothlage bezeichnete. Nach dem ungefähr einstündigen Vortrage, welcher von der zu aus Sozialdemokraten bestehenden Versammlung mit Ausnahme einiger wenigen Zwischenrufe ruhig angehört wurde, betrat der Stadtverordnete Singer, von rauschendem minutenlang anhaltendem Beifall seiner Parteigenoffen empfangen, die Tribüne, um in längerer Ausführung zu dem Gehörten sich zu äußern. Herr Singer begann damit, daß er dem Beispiele des Vortragenden, verbotene Schriften zu verlesen und Säße aus denselben zu citiren, nicht folgen könne und werde, sondern daß er an der Hand der Forderungen, welche die sozialdemokratische Partei in wirthschaftlicher Beziehung an die Gesetzgebung stellte, nachzuweisen beabsichtige, daß die von Herrn von Köller behauptete Staatsgefährlichkeit der Partei nicht zutreffe. Der Redner verwahrte fich und die sozialdemokratische Partei sehr energisch gegen die auch von Herrn v. Köller angedeutete Version, als ob die Attentate welche Herr v. Köller als Ursache des Soz.- Gefeßes hingestellt hatte in irgend eine Verbindung mit seiner Partei zu bringen seien, sprach unter stets wachsendem Beifall der Versammlung seinen tiefsten Abscheu gegen die anarchistischen Bestrebungen einer fleinen Anzahl fanatischer und verrückter Menschen aus und ging dann dazu über, die Forderungen der sozialdemokratischen Partei in Bezug auf Krankenkassen- und Unfallgeseggebung sowohl als auch auf Einführung des Normal- Arbeitstages, Verbot der Frauen und Kinderarbeit, Einschränkung der Gefängnißarbeit und Einrichtung von Alters- und Invaliditäts Versorgung zu erläutern. Diese Aufgabe zu erfüllen, sei der nächste Reichstag berufen, und der Redner Ueberzeu habe die gung, daß die Vertreter der Arbeiter im Reichstage wirklichen und wahren Reformbestrebungen der Regierung ihre Zustimmung nicht versagen werden, wenigstens von sich fönne er sagen, daß er einem die Lage des arbeitenden Volkes wirklich verbessernden Gefeßentwurfe seine Zustimmung geben würde, gleichviel, ob die Unterschrift unter denselben Bismarc oder Bebel sei. Redner schloß mit einem lebhaften Appell an die Wähler des 4.Wahlkreises, in ruhiger, sachlicher und leidenschaftsloser Weise zu diskutiren, und verließ die Tribüne mit der Versicherung, daß, wenn seine Partei in der bevorstehenden Wahl stegen sollte, die Befürchtungen des Herrn v. Köller nicht zur Wahrheit werden würden, sondern, daß die Begeisterung für die Wohlfahrt des Bolles die foz.- demot. Partei leiten würde ernstlich an die Heilung der sozialen Schäden zu gehen, unter dem Wahlspruche: Soziale Reform auf freiheitlicher Grundlage." Langanhalten der Beifall, wie es schien aus der ganzen Versammlung, lohnte dem Redner. Nach einer furzen Erwiderung des Herrn v. Köller, welcher in den Ausführungen des Herrn Singer deffen Bugehörigkeit zur soz.- demot. Partei vermißte, nahm Letterer noch einmal das Wort, um unter Hinweis auf seine ersten Auslaffungen seine Verwunderung darüber auszusprechen, " Für den direkten Transport von frischem Obst, als Kepfel, Aprikosen, Birnen, Weintrauben c. in Mengen von 10,000 Kilogr. per Frachtbrief und Wagen von Stationen der Defterreichischen Südbahn- Gesellschaft und der Ungarischen welcher bei einem Ackerpächter als Feldwächter fungirt hat, hat wie Jemand hiernach noch in Zweifel sein könne, welcher Bars Beftbahn nach den Stationen Berlin, Breslau, Bromberg, ift mit dem 15. d. M, ein Ausnahmetarif in Kraft ge treten, welcher auf den genannten Stationen fostenfrei verabfolgt wird. N. Von den beiden Brandenten, welche, wie wir kürzlich berichteten, von dem Teiche im Ausstellungspark weggeflogen maren, weil vergessen worden, denselben die Flügel zu bes neiben, hat fich die eine wieder angefunden. Die andere Dagegen, die fich neulich am Goldfischteich im Thiergarten auf balten sollte, ist nicht wieder gesehen worden. Sollte dieser ausländische Vogel fich irgendwo einfinden, so würde Herr Mehr fann man taum verlangen. Es soll zwar gegen den Tod fein Kraut gewachsen sein, allein ein in hiesigen Beibungen neuerdings angekündigter Thee scheint dies Wort zu nichte zu machen, wenn wir folgendem Zeugnisse Glauben nach der Angabe seines Dienstherrn schon am vorhergegangenen Tage über Unwohlfein geklagt, ist am Abend in eine Destillation in der Frankfurter Allee gegangen, um für fich und die Feldarbeiter Lebensmittel einzulaufen, so ll dort von Kräm pfen befallen worden sein, und hat sich dann ohne Mitnahme der Waaren aus dem Lokale entfernt. Vielleicht melden sich in Folge dieser Notiz weitere Personen, welche über den Tod des F. nähere Angaben machen können. Gerichts- Zeitung. Eine große Anzahl Prozesse wegen Reichsstempel steuer- Defraudation gelangte heute gegen den Inhaber des Banthauses C. Schlesinger, Trier u. Co., Carl Schlefinger, gegen die Inhaber des Bankhauses Meißner u. Co. Nach folger, Banquiers Herting und Schilling, gegen die Direktoren der Matlerbant, der Börsen- Kommissionsbank, der Effektenbank, den Banquier Mar Lion vor der 97ften Abtheilung des hiebenten dürfen: Herrn H.( dem Erfinder) fann ich die freuder Effektenmakler- Bank, des Börsen- Handelsvereins und gegen tei er angehöre, und nachdem der Schluß der Diskussion an genommen wurde, schloß diese denkwürdige Versammlung, welche den Konservativen im 4. Berliner Wahlkreis wohl den Beweis geliefert haben dürfte, daß sie bei der Wahl auf keine Lorbeeren zu rechnen haben. Hamburg. Der Strike der Schiffszimmerer der Schiffswerft und Maschinenbau- Anstalt von Blohm und Voß, wird, wie bereits früher mitgetheilt, von beiden Seiten, sowohl von der Leitung des großen Etablissements, als auch von der hieft gen Mitgliedschaft des Allgemeinen deutschen Schiffszimmerer Vereins, welcher die Angelegenheit zur Vereinssache gemacht hat, mit großer Energie und Beharrlichkeit fortgeführt. Da am hiesigen Blaze Ersaßmannschaft für die strifenden Schiffszimme rer nicht anzuschaffen war, hatte die Direktion eine Anzahl Rostoder Kollegen veranlaßt, bei ihr in Arbeit zu treten, und Diese haben denn auch während der legten 14 Tage daselbst gearbeitet. Inzwischen hat der Vorstand des obgenannten Ver eins es verstanden, sich mit den zugereiften Kollegen in Verbindung zu setzen und ihnen die Sachlage nach seiner AufRichte in Kolbergermünde vom Tode errettet hat. Folglich figen Schöffengerichts zur Verhandlung. In sämmtlichen Fällen faffung zu schildern. Nach einer am Sonntag zwischen den lann ich jedem Menschen rathen, fich dieses schöne Heilmittel im pause zu halten.( Folgt Datum und Unterschrift eines Beamten im Beughause zu Berlin"). ift als eine der Kontrahentinnen die erstgenannte Firma be theiligt, und handelt es sich um zwei Kategorien von stempel pflichtigen Urfunden. In der ersten Sache sind bei einer im September v. J. bei der angeklagten Handlung Schlesinger, Trier u. Co. vorgenommenen Revision 63 Stück Handelsbriefe, Geschäfte zum Abschluß gebracht worden sein sollen, von den verschie denften Firmen aus zahlreichen Handelsplägen ſtontirt, die nicht Begen 8 Uhr einem noch jugendlichen Kutscher zu Theil. DerN. Eine exemplarische Strafe wurde am Mittwoch Abend felbe hatte schon in der Hasenhaide die Geduld eines Pferde- durch welche nach Auffassung der Steuerbehörde stempelpflichtige bahnfutschers dadurch auf die Probe gestellt, daß er mit seinem Rremier neben dem Pferdebahnwagen einherfuhr und den Berbebahnfutscher durch allerlei Redensarten herausforderte. Bloglich warf der Führer des Kremsers sein Pferd nach rechts, um in die Hermannstraße einzubiegen, und hätten die Pferde- kennen und auf eine Stempelstrafe von im Ganzen 2800 Mart bahnpferde unbedingt Schaden nehmen müssen, hätte der Kutmit einer Stempelmarke versehen sind. Der Amtsanwalt beantragte betreffs sämmtlicher Briefe die Stempelpflicht anzuerzu erkennen. Rechtsanwalt Dr. Kempner bestritt unter Be= Deligirten des Vereins und den fremden Kollegen gepflogenen dreistündigen Verhandlung haben die legteren, welche vor ihrem Eintreffen hierselbst von dem vorhandenen Strike nichts gewußt haben wollen, um ſo eher eingewilligt, von hier wieder abzureifen, als sich gelegentlich der Verhandlungen herausgestellt haben soll, daß die Firma Blohm und Voß bei den Neueingestellten einen neuen Tarif, den sogen. Stundentarif, eingeführt habe, welcher einer erheblichen Lohnreduktion gleich tommen würde. Der Vorstand des Allgem. Deutschen Schiffs zimmerer Vereins verpflichtete fich, den zugereiften Kollegen fämmtliche Reise- und Transportkosten zu erseßen; auch ihnen, so lange fie feine Arbeit finden würden, pro Mann eine 3 wöchentliche Unterstüßung von 6 M. auszuzahlen. Nachdem den Leuten zu diesem Zwecke 556 M. ausgezahlt worden, haben dieselben die Arbeit niedergelegt und find bereits in ihre Hei math zurückgekehrt. Inzwischen wurden gestern Mittag drei der Delegirten des Allgemeinen Deutschen SchiffszimmererVereins, die Vorstandsmitglieder Groß, Schwertfeger und Sohns, welche fich bei dieser Gelegenheit in hervorragender Weise an den Verhandlungen betheiligt hatten, unter der Be schuldigung, den Rostocker Arbeitern gegenüber zu Drohungen gegriffen zu haben, in haft genommen. Das weitere muß die eingeleitete Untersuchung ergeben. Verein zur Wahrung der Interessen der Korbmacher Berlins und Umgegend. Versammlung Sonntag, den 21. Septbr., Vormittags 9%, Uhr, bet Otto, Adalbertstraße 21. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Friedr. Franke über materialistische Geschichts- Auffassung. 2. Vereinsangelegenheiten. Eine zweite Versammlung der Berliner Mitglieder des Kranken- Unterstüßungsbundes der Schneider, Kürschner, Posamentierer u. s. w. findet am Sonntag, den 21. September cr., Nachmittags 5 Uhr, in Grat weil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79, ſtatt. Tages- Ordnung: 1) Fortsetzung der Be athung der Sta tuten Borlage des Zentral- Vorstandes. 2. Delegirten- Wahl. Bei der großen Wichtigkeit ist das Erscheinen sämmtlicher Mitglieder zu wünschen, das Quittungsbuch ist vorzu zeigen. Nach der Versammlung gemüthliches Beisammensein mit Familie. Tischler- Verein. Kommandantenstraße 77-79, heute Abends ein halb 9 Uhr. Vortrag des Redakteur Herrn J. Fränkel über Rechtspflege. Der Verein zur Wahrung der Interessen der Tapezirer Berlins hält am Montag Abend in Gratweil's Bierhallen eine Versammlung ab, in welcher Kollege Wildberger einen Vortrag über die Entstehung und ersten Anfänge des Tapezierergewerbes, sowie über Zwecke und Ziele der Fachver eine halten wird. Den 2. Punkt der T.-D. bildet der Antrag auf Gründung eines eigenen Fachorgans. Eine große Fabritarbeiter- Versammlung findet am Sonntag, den 21. d. M., Vormittags ein halb 11 Uhr, in Niefigh's Salon, Rigdorf, Bergstraße, statt. Tages- Ordnung: Die neu zu gründende Zentral- Krankenkasse für Fabrikarbeiter und die Allgemeine Fabritarbeiter- Krankenkasse als Drtskaffe. Alle Fabritarbeiter, sowie die Mitglieder der Allgemeinen Fa brifarbeiter Kranken-, Sterbe- und Unterstüßungskasse sind zu dieser Versammlung eingeladen. Zwei Versammlungen der Tischler finden am Sonntag Vormittag 10 Uhr statt, und zwar eine Versammlung der Tischler der geschweiften Branche in der Urania, Wrangelftr. 9-10, woselbst der Tarif für diese Branche festgesetzt wird. Die zweite Versammlung tagt bei Altermanns in der Dennewigftraße 13, und wird daselbst der Tarif für Bauarbeit auf seine Durchführbarkeit in diesem Jahre geprüft werden. " Der Männergesangverein Treue" veranstaltet am Sonntag, den 21. ds. Mts., zum wohlthätigen Zweck wieder eine große Matinée im Louisenstädtischen Theater, Dresdenerstr. 72, worauf Sangesfreunde besonders aufmerksam gemacht werden. Der Gefangverein ,, Sangesblüthe" unter Leitung des Dirigenten Herrn Adolf Huppert hat seine Mitwirkung zugesagt. Auch be= theiligen fich der Konzertfänger Herr Otto Wildgrube, der Bither flub Harmonie", der Glaseuphonist Herr C. Gütling, und der Komifer Herr Franz Apel. Das reichhaltige Programm ver spricht sehr genußreiche Stunden. Anfang der Matinée um 11 Uhr. Entré 30 Bf., an der Kaffe 40 Pf. Billets find bei den Mitgliedern und in den, mit Plakaten belegten Handlungen zu baben. Der Fachverein der Tischler hält am Montag, den 22. b. M., Abends 81/2 Uhr in Jordan's Salon, Neue Grünstraße 28, eine Versammlung ab. Tagesordnung: Fachverein und Jnnung hinsichtlich der Beschlüsse des Kongresses der Tischlermeister". Referent: Herr Roedel. Diskussion. Fragefasten. Heute, Sonnabend, in der Berliner Flora", Friedrichstraße 218, der Vereins- Familienball, wozu Billets vorher bei den Vereinsmitgliedern Böhm, Johanniterstraße 10, Gerlach, Genthinerstraße 42, Waldapfel, Mariannenstr. 38, Krug, Gr. Frankfurterstr. 59 und Meißner, Streltgerstraße 50 zu haben find. Der unentgeltliche Zentral Arbeits- Nach weis für Tischler, wird am 1. Oftober von der Blumenstraße 78 nach der Alten Jakobstraße 38 verlegt. Eine außerordentliche öffentliche Versammlung aller Steinnußknopfarbeiter und Drechsler findet anläßlich eines in den betreffenden Arbeiterkreisen große Sensation erregenden Vorkommnisses, am Montag, den 22. d. Mts., Abends, im Lokal Königebant, Große Frankfurterstraße 117, statt. Auf der Tagesordnung derselben steht nämlich: Das Verhalten der Fabrikanten gegenüber ihren Arbeitern unter den heutigen Verhältnissen und die Maffenentlaffung aller Arbeiter in der Steinnußinopffabrik von Behmer jun. u. Co." Wie uns mitgetheilt wird, hat die genannte Firma am vorigen Sonnabend ihre sämmtlichen( ca. 60) Arbeiter ohne Kündigung Theater. Königliches Opernhaus: Sonnabend: 180. Vorstellung. Aleffandro Stradella. Königliches Schauspielhaus: Sonnabend: 182. Vorstellung. Das Gefängniß. Deutsches Theater: Sonnabend: Die Richter von Balamea. Bellealliance- Theater: Sonnabend: Erstes Gastspiel der Königl. Hofschauspielerin Franziska Ellmenreich und 3. Gastspiel der Königlichen Hofschauspielerin Frau Marie Siebert. Neu einstudirt: Maria Stuart. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Sonnabend: Der Bettelstudent. Walhalla- Operetten- Theater: Sonnabend: Rofina. Central- Theater: entlassen. Als Grund der Entlassung wurde Mangel an Beschäftigung angegeben. Man darf daher wohl einer regen Betheiligung aller Steinnußknopfarbeiter und Drechsler an dieser Versammlung entgegensehen. Eine außerordentliche Generalversammlung des Vereins der Töpfer Berlins und Umgegend findet am Sonntag, den 21. September, Vormittags 10 Uhr, in der Grenadierstraße 33 bei Seefeld, statt. T. D.: 1. Berathung neuer Statuten. 2. Geschäftliches. Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Sonnabend: Bum 51. Male: Jäger Liebchen. Gesangspoffe in 4 Aften von L. Treptow; Couplets u. Quodlibets v. G. Görg. Mufit von G. Steffens. Kaffen Eröffnung 6%, Uhr, Anfang der Vorstellung 7%, Uhr. Residenz- Theater: A = Eine große öffentliche Schuhmacher Versammlung findet am Montag, den 22. d. Mts., Abends 8 Uhr, im König städtischen Kafino, Holzmarktstr. 72, statt. Dieselbe wird sich mit der Lage des Handwerks im Allgemeinen beschäftigen, und auch Stellung nehmen zur Lohnfrage. Die Versammlung dürfte für jeden Schuhmacher interessant werden, und steht der Einberufer zahlreichem Erscheinen entgegen. Vermischtes. In London machte vor hundert Jahren, am 15. September 1784, der Staliener Lunardt die erste Luftreise mittels eines von ihm selber gefertigten Ballons. Das Jubiläum der ersten Ballonfahrt in England wurde am legten Montag in London durch das Aufsteigen von drei großen Ballons, in Gegenwart einer ungeheuren Volksmenge gefeiert. Der Schauplatz der Festlichkeit war wie in 1784 der Artillerieplat in City road. Der erste Ballon, welcher aufstieg, war der ,, Colonel", in welchem sich Oberst Brine, der französische Luftschiffer L'Hoste und ein anderer Herr befanden. Zunächst folgte der Monarch" mit dem englischen Luftschiffer Dale und einigen Begleitern, und den Beschluß machte Robin Hood" mit dem Luftschiffer Donens. Alle drei Ballons schlugen einen westlichen Kours ein. Der Robin Hood" und der ,, Monarch" stiegen nach wenigen Stunden nieder, ersterer in Sudbury, lepterer in Harfield( Middlesex), während über den Verbleib des Colonel" feine Nachricht eingegangen ist. Direktion: A. Anno, Blumenstraße 9. Sonnabend: Bum achten Male: Die Sirene.( La Flamboyante.) Vorher, zum achten Male: Der erste April. Louisenstädtisches Theater: Sonnabend: Fünftes Gesammtgastspiel der Liliputaner.( Die fteben Zwerge). Robert und Bertram. Große Poffe mit Gesang und Tanz in 4 Abtheilungen von G. Räder. Anfang 7 Uhr. Bittoria- Theater. Sonnabend: Die Here. Oftend- Theater: Sonnabend: Zum Benefiz für Herrn und Frau von Bohlen. Gastspiel des Herrn Heimerdinger: Das Kreuz im Walde. Wallner- Theater: Bum 8. Male: Lottchen's Spieltamerad. Letschin. Unglück. Durch ein trauriges Ereigniß wurde die hiesige Familie des Rentiers M. Erdmann in vergangener Woche heimgesucht. Der zwanzig Jahre alte Sohn, Wirth schaftsinspektor auf dem Gute Petersruhe bei Brussow in der Udermard, erhielt von seinem Prinzipale den Auftrag, eine Quantität ausgedroschenes Getreide nach einem nicht weit entfernten Gute schaffen zu laffen. Nach Beendigung der Verladungsarbeit sollte die Rückfahrt angetreten werden. Der junge Inspektor Erdmann war gerade im Begriff den Wagen zu be steigen, als der Sattelfahrer denselben, trop der Zurufe der anderen betheiligten Bersonen, plöglich in Bewegung segte. Erdmann verlor das Gleichgewicht und stürzte so unglücklich herunter, daß ihm sofort das eine Vorderrad und das folgende Hinterrad über den Kopf gingen, wodurch sein Tod augenblicklich herbeigeführt wurde. Vor einigen Tagen stand im Figaro" folgende Anzeige: Gegen Zahlung von 100,000 Franken Schulden möchte ein energischer Mann eine gefährliche Stellung übernehmen oder selbst eine Ehe eingehen. 11 Die praktische Hausfrau. Erste Dame: Was schenkst du denn deinem Manne zum Geburtstage?" Zweite Dame: Hundert Cigarren."- Erste Dame: Und die fosten dich? Bweite Dame: ,, Gar nichts. Seit einigen Monaten habe ich ihm täglich 1 oder 2 Stück aus seiner Rifte fortpraktizirt das merkte er nicht, und nachher freut er sich über das Geschent und über die ihm gut schmeckende Sorte.( Reform). Das große Pariser Volksfest zum Besten der Hinterlassenen von Opfern der Cholera hat im Garten der Tuilerien unter Betheiligung von etwa 30,000 Menschen stattge funden. Vom herrlichen Wetter begünstigt, verlief dasselbe in zufriedenstellender Weise. Es wurden bei dieser Gelegenheit 50,000 Brieftauben fliegen gelassen, mehrere Luftballons stiegen auf, Theater und Konzertaufführungen fanden statt, und ein hübsch arrangirtes Feuerwerk schloß den fröhlichen Tag. Was den Garten selbst betrifft, so war derselbe auf splendideste und prachtvollste Weise dekorirt. Die aus diesem Feste gewonnenen Summen für die Hinterbliebenen der durch die Cholera Da hingerafften find verhältnißmäßig recht bedeutend. Aepfel als Nahrungsmittel. Die Wichtigkeit der Aepfel als Nahrungsmittel hat man bisher weder genügend geschäßt noch begriffen. Außer ihrem Gehalt an Bucker, Saft urd anderen Nährstoffen in der Form von Nahrung enthalten sie alle Eigenschaften, die man von einem Erfrischungs- und Kräftigungsmittel verlangt. Bur Beit der Reife von Landarbeitern und Anderen reichlich genoffen, verhindern sie Schwäche, träf tigen die Verdauung, wehren dem Storbut und erhalten die Arbeitskraft. Die Arbeiter in Cornwall in England halten reife Aepfel für fast ebenso nahrhaft wie Brod und für nahrhafter als die Kartoffeln. Gesundes, reifes Dbft tann im menschlichen Körper feine Krankheit erzeugen, wohl aber hat es eine verdünnende, reinigende und erneuernde Tendenz. Allen Obsteffern, namentlich aber Kindern, fann nicht genug das Reinigen der Schaale vor dem Genuß des Apfels oder der Birne empfohlen werden. Gerade diese Schale tann in vielen Alhambra- Theater. Novität: Wallner- Theaterstr. Nr. 15: Eröffnung. Sonntag, den 21. September d. J. 3um 1. Mal: Novität: Die Reise durch Europa. Görlig. Mufil von Th. Franke. Anfang des Concerts 6 Uhr, Gr. Ausstattungsreifepoffe mit Gesang in 6 Bildern von B. Der Vorstellung 7% Uhr. Entré 30 Pf. Barquet- Ballon 50 Bf. Loge und Sperrfis 1 Mark. Montag: Die Reise durch Europa. indente Arbeitsmarkt. [ 815 Fällen die Trägerin eines Krankheitsstoffes sein. Also t Aepfel reinigt aber vorher die Schale. Von den beiden Anarchisten, welche vor einigen Zog in Zürich verhaftet wurden, ist der eine der Mechanifer Kau mann. Er ist aus Bludenz in Vorarlberg gebürtig. De gleichfals verhaftete Tischler Neve stammt aus Schleswig- Hol stein. Der Lettere trat unter verschiedenen Namen auf England hieß er erft Jean Court, später Ernst Stevens, Desterreich galt er als ein besonders zu fürchtender Anarch Die Frau des hingerichteten Stellmacher wurde ebenfalls haftet, weil sie die Most'sche Freiheit" folportirte, in der fi Artikel befanden, welche zu Raub und Mord aufforderten. Ein Brief von Charles Darwin aus dem Jahre 1880 beweist, welche unglaubliche Menge Geduld manchem bedew tenden Mann zur Verfügung steht, um die Verrücktheiten seiner Mitmenschen zu ertragen. Das Schreiben ist an Hem A. Panchin in Kiem gerichtet und bildet die Antwort auf eine Broschüre des Legteren, in welcher derselbe die Behauptung verfechten suchte, der Mensch könne, ja müsse durch imm weitergehende Anpassung seiner Drganisation an die Leben bedingungen eine immer längere Lebensdauer und zulept Un fterblichkeit erreichen. Der Beweis gipfelt in dem Sage, ba Niemand eine materielle Ursache oder ein Gesetz angeben före welches eine so furze Dauer des menschlichen Lebens beding meil eben kein solches vorhanden sei; die Lebensdauer hänge unmittelbar mit der Vervollkommnung der Organisation sammen, habe mit dieser stetig zugenommen, und der Mens könne nun auf diesem Wege nicht stehen bleiben, sondern müßt mit der Zeit den Tod, dieses höchst unangenehme Ereigni vollständig beseitigen. Der erwähnte Brief lautet in de Uebersetzung folgendermaßen: Geehrter Herr! Niemand kann wohl, glaube ich, wirkli beweisen, daß der Tod unvermeidlich ist, allein die Beugniffe zu Gunsten dieser Annahme find von ganz überwältigende Kraft, denn sämmtliche übrigen lebenden Geschöpfe sprechen do für. Ich halte es auch keineswegs für ausnahmslos richtig daß die höheren Organismen jedenfalls länger leben sollen, al die niederen. Elephanten, Papageien, Raben, Schildkröten und manche Fische leben länger als der Mensch. Jede Weiterent widelung hängt davon ab, daß eine lange Reihe von Genera tionen auf einander folgen, was die Eristenz des Todes vot aussett; es fommt mir daher im höchsten Grade unwahrscheinli vor, daß der Mensch jemals aufhören sollte, dem allgemeinen Gejet der Entwickelung zu folgen, was entschieden der Fall wäre, wenn er unsterblich werden würde. Das ist Alles, was ich hierüber sagen kann. Ich bleibe ze. Ch. Darwin." Belohnung wegen Rettung eines Menschenlebens. Im Königreich Sachsen ist es Mode, anstatt einer Rettung medaille eine Geldbelohnung zu ertheilen, wenn mand ein Menschenleben bei eigener Lebensgefahr gerettet hat Wir finden dies nicht gerade hübsch. Für die Bethätigung einer Menschenpflicht sollte man kein Geld zahlen; eine Erinnerungsmedaille halten wir für viel passender. Auch der Cigarrenmacher Fleischer, einer der hervorragendsten M glieder der sozialistischen Partei in Wurzen, deffen Rettung that wir hier seiner Zeit Erwähnung gethan, ist von be Königl. Kreishauptmannschaft zu Leipzig mit einer Geldsumme belohnt worden. Das auffallend langsame Wachsthum der Bevöl terungsziffer in Frankreich ist eine allbekannte, von ben namhaftesten Statistifern nachgewiesene Thatsache. Man nimm auf Grund der neuesten diesbezüglichen Forschungen an, das die Geburtsziffer in Frankreich folgendem Gefeß unterworfen ist dieselbe steht in direktem Verhältniß zu dem der Kinder harrenden Lebensberufe. So haben die normännischen Klein grundbefizer in der Regel nur ein Kind, da sie zur weiteren Wahrnehmung ihres Berufes feiner weiteren Stüße bedürfen, wohingegegen die bretonischen Küstenfischer, welche für ihr Ge werbe Matrosen brauchen, sich einer sehr zahlreichen Nachtom menschaft zu erfreuen pflegen. Analoge Wahrnehmungen laffen fich ziemlich allgemein in Frankreich machen; es erhellt daraus paß die nahezu stagnirende Tendenz in der Bewegung franzöfifchen Bevölkerung nicht sowohl auf phyftologije sondern vielmehr auf soziale Ursachen zurückgeführt werden muß. Briefkasten der Redaction. bet A Diel und ein wir wir wel Ba fur ein, beft Stre mei Ver für für ang geri Abs Re gefe bin zu verl nich baft nach Deri burd Eler Die aller werd tig tag unje Ma A. B. Gr. Frankfurterstraße. Wenn Sie keine Be gen haben, wird da nicht viel zu machen sein. Der Erfolg einer Klage ist in solchem Falle mindestes zweifelhaft. Das eingelegte Porto steht zu ihrer Verfügung. 6. St. Rechtsanwalt Freudenthal, Mollenmarkt 11. A. 2. Muladstraße. Ihr Brief ist gefunden, wir kön nen uns darauf nicht einlassen. 119 Fachverein der Schlosser. In Ihrem Inserat fehlt die Angabe des Lotals. Konnte in Folge dessen nicht auf genommen werden. Wir können doch nicht wissen, wo eine Versammlung abhalten wollen. Versammlung der Mitglieder des Fachvereins der Tischler. Montag, den 22. September, Abends 8%, Uhr, im Lotal des Herrn Müller, Ackerstr. 114. Tages Ordnung: 1817 1. Vortrag des Herrn Dr. Bohn über Afrika. 2. Der Be schluß des Vorstandes. Verschiedenes. Fragelaften. Neut Mitglieder werden aufgenommen. Gäste find willlommen Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist zahlreiche Sonnabend, den 11. Oktober in obigem Lokale stattfindenbe Erscheinen nothwendig. Auch werden die Billetts für das am Kränzchen ausgegeben. Der Bevollmächtigte. Deutscher Handwerker- u. Arbeiter Notizkalender Geübte Arbeiterinnen auf leichte Plüschmäntel verlangt ist erschienen und in der Expedition des Berl. Boltsblatt" für sein Atelier 1819 Welsch, Oberwasserstr. 13, Einen tüchtigen Schneider, der vorgezeichnete WinterMäntel eraft und schnell ausschneidet verlangt bei hohem Lohn Welsch, Oberwafferstr. 13. 822 Eine Frau zum Zeitungstragen verl. die Sped. Bernauerstr. 31 W. Milchels, Mariannenstraße 4, im Keller, empfiehlt sein neu eröffnetes Geschäft mit Dbft, Gemüse, Milch, Badwaaren, alle Sorten Biere, fowie sämmtliche Artikel zur Wäsche.[ 702 818] Ein Vorloft- Geschäft verb. m. Rolle, Dbst u. Porzellan Geschäft zu verkaufen Noftigstr. 38. Fachverein der Tischler. Montag, den 22. September, Abends 8% Uhr, Neue Grünstraße 28: Versammlung. Tagesordnung: Fachverein und Innung hinsichtlich der Beschlüsse des Kongreffes der Tischlermeister. Referent Sperr Stöde L.- Dis fuffton. Fragelasten. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. 810 Bimmerfstr. 44, vorräthig. Preis 50 Pf. Möbel-, SpiegelPolsterwaaren- Magazin und eigener Fabrit von August Herold Berlin SO., Staligerstraße 112, zwischen der Manteuffel- und Mariannenstraße. wel un Radb 55 rath arme To p wege filr beite aufm man fonft Der Sein nig über bat Dara mie gefeh Sie und Eint jener gebro fle Neu Empfiehlt sein reichhaltiges Lager zu den solideften Breisen bei prompter Bedienung. Ein- und Verkauf von alten Möbeln, auch wird jede im Tischlerfach vorkommende Arbeit verfertigt und ganze Wirthschaften werden aufpolirt. Verantwortlicher Redacteur N. Gronheim in Berlin. Druck und Verlag non Mar Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine Bellast zum per fügig figer Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. 144. Poftreisen in Sibirien. ( Aus: Henry Lansdell, Durch Sibirien.) Wenn Jemand mit der Post in Rußland reisen will, so muß er vor allen Dingen eine Bodorojna oder Erlaubnisschein haben, von der es drei Arten giebt. Die erste ist eine Kurierpodorojna, gewöhnlich von Passagieren gebraucht, die in größter Gile in wichtigen, gewöhnlich Regierungsgeschäften reifen. Jeder Postmeister hat drei Pferde in Reserve für den Fall, daß ein Kurier ankommen sollte. In diesem Falle ist nur eine gewiffe Anzahl von Minuten gestattet, um die Pferde zu wechseln, und fort geht der Kurier in athemloser Haft.-Nr. 2 ift eine Kronpodorojna, die von den Postillonen, die nicht lesen können, daran erkannt wird, daß fie zwei Siegel hat. Für diese zahlt man nichts, und gewöhnlich giebt man ste Offizieren und Personen im Dienste der Regierung, bisweilen auch besonders begünstigten Privatpersonen. Der Inhaber paffirt Brücken und Fähren frei und braucht nichts für das Schmieren der Räder zu zahlen; der Hauptvortheil aber ist der, daß, wenn es an Pferden mangelt, der Inhaber einer Kronpodorojna allen übrigen vorgeht. Bodorojna Nr. 3 ist die, welche von gewöhnlichen Reisenden gebraucht wird, für die man gleich zu Anfang nach einer bestimmten Tare eine unbedeutende Summe pro Werst je nach der zu durchfahrenden Entfernung zu bezahlen hat. Und nun, nachdem du deine Podorojna dir verschafit, ist dein nächstes Geschäft, dir ein Fuhrwerk zu besorgen. Nimmst du einfach das, wozu deine Podorojna dich berechtigt, so ist es ein unbedeckter, fiß- und federloser, halb zylindrischer Karren, an Ringen befestigt, die zwei hölzerne Achsen verbinden und aus dem du dich und deine Bagage aus- und umpacken mußt. Das heißt pericladroi" reisen. Vor diesem Geschick, lieber Leser, möge der Himmel dich bewahren! Nein, besser kauf' dir selber einen Wagen. Das Gefährt, welches ich eben beschrieben habe, geht unter dem allgemeinen Namen Tarantas. Das, was Du Dir taufft, wenn es auch in mancher Beziehung ähnlich ist und von vielen auch Tarantaß genannt wird, wird von den Postillonen mit der Bezeichnung ,,, Equipage" beehrt. Gleich dem anderen ruht es auf Bäumen, die als Federn dienen, aber das ganze Gestell des Wagens ist von Eisen( wie auch die Achsen), hat einen Sig für den Kutscher und ein Dach mit Gardine und Schußleder, worunter man bei Tage fißen und bei Nacht schlafen fann. Bum Packen des Wagens gehört vor allen Dingen die Erfahrung eines Sibiriers. Besonders vermeide Kisten wie die Best! Die Eden und Kanten schinden und quetschen Dir den Rücken und die Beine in grausamſter Weise. Lieber wähle platte Reisetaschen und weiche Bündel, und breite ste auf ein Lager von Heu auf den Boden der Tarantaß; dann lege darüber eine dünne Matraße und darüber einen dicken Raminteppich. Als wir nach Tjumen tamen, wurden wir von Frauen mit diesen Teppichen förmlich belagert. Da ich ihren 3wed nicht fannte, so fonnte ich aus ihrem Benehmen gar nicht flug werden. Wäre mein Reisegefährte eine Dame ge wesen, so hätte ich auf den Gedanken fommen können, daß fie uns auf der Hochzeitsreise befindlich glaubten und im Begriffe, unseren Haushalt einzurichten. Aber ich dachte nicht im entferntesten an so etwas und jagte die Frauen weg. Als ich aber durch die Erfahrung lernte, zu welchem Zwecke die Teppiche dienten, bedauerte ich, feinen getauft zu haben. Dann stelle dir in den Rücken des Wagens zwei oder mehrere Kiffen von den weichsten Daunen, bestelle ste dir aber im voraus, weil man diese Dinge kaufen muß, wie man gerade Gelegenheit dazu hat. Wenn eine Hausfrau ein Federkissen fertig hat, welches fie verkaufen will, so bringt sie es nach Jekaterin burg zu Markte, wenn du aber so ein Ding an einem bestimmten Tage brauchst, so kannst du die ganze Stadt absuchen, ohne eins zu finden. Nun steig ein, bedecke deine Beine mit einer Decke und paß auf, wie die Pferde angeschirrt werden. Sibirische Postpferde find häßlich anzusehen, aber es sind ausgezeichnete Thiere im Gange. Eine Striegel berührt wahrscheinlich nie ihr Haar, aber unter dem vereinten Einflusse von Schmeicheln, Schelten, Fluchen und Beitsche nehmen sie einen Gang an, Nemesis. Eine Bühnenerinnerung von W. Niedermann. ( Aus der Frankfurter Zeitung.") ( Fortsetzung.) Fast unheimlich muthete ihn dies Fleischwerden seiner innersten Empfindungen an in einer nahezu fremden Person; fe ließ ihm feine Zeit, darüber zu brüten, die Thräne zwis schen ihrer Wimper rig seine Hand nun freiwillig zu der ihrigen, gegen den Bauber gab es feinen Widerstand Reuem spürte er den intensivsten Schlag durch sein ganzes physisches Wesen, nur noch gewaltiger als zuvor. und von Rette mich!" lang es plöglich zu ihm empor; denn ste war sehr flein und so dicht zu ihm herangetreten, daß er auf fie nieberblicken mußte. Es lag in ihrer Haltung der heiße Wunsch, sich an ihn zu schmiegen, nur gebändigt von einer mädchenhaften Scheu. Er blidte in ein Auge von reinstem Aryftallglanz, ohne Farbe, nur tief, namenlos tief. Nicht zwei Sefunden hatte er hineingeschaut, so gab es für ihn feinen Bunsch mehr, als ewig selig fich darin zu versenken. Er wußte nicht, wie er auf einmal draußen stand und wie die Thüre hinter ihnen leise zufiel. Doch lange Jahre nachher erinnerte er sich, daß ihm auf einen Augenblid damals wie durch ferne Nebel die Erzählungen von Ertrintenden vorgeschwebt hätten, die, fich an ihre Retter anflammernd, beide in die Tiefe ziehen. Schlangenartig umwand fie ihn plöglich und erstickte im beißen Ruß alles Denfen:„ Komm- wir haben in ein paar Minuten Alles fertig, um mit dem Frühzug südwärts zu fahren." II. Wenige Jahre später war es, wo sich die Saison der Sonnabend, den 20. September 1884. den man in England als rasenden Lauf bezeichnen würde. Sie find fleiner als die englischen Pferde, aber viel ausdauernder, und werden zu 2, 3, 4 und selbst 5 und mehr nebeneinander gespannt. Wenn der Kutscher oder Jemtschik seinen Sig eingenommen hat, stehen die Pferde auch nicht eine Minute länger. In der That werden in einigen Distrikten die Köpfe der Pferde gehalten, während der Kutscher aufsteigt, und Sobald losgelaffen, stürmen Sie mit einem Sage davon. Und nun beginnen deine Bein und deine Qualen. Die Unebenheit der Straßen und der Mangel an Federn verursachen ein solches Schütteln, daß schon beim bloßen Gedanken daran einem die Glieder weh thun. Denke fich der Leser z. B. in die Lage, einen Hügel hinabzufahren, zu dessen Füßen ein Fluß ist, über den eine Knüppelbrücke führt. Die gewöhnliche Tarantaß hat keine scharfen Gebisse, die beiden Außenpferde find lose angespannt und das mittelste in der Schere hat fein Hintergeschirr. Die ganze Wucht des Fuhrwerks legt fich deswegen auf sein Kummet, und die erste Hälfte des Hügels geht es so langsam als möglich bergab. Aber bald geht es schneller und schneller, einmal, weil das Stangenpferd den Wagen nicht halten kann, und dann, weil man einen Anlauf nehmen will, um den gegenüberliegenden Hügel zu gewinnen. Alle drei Pferde werden deswegen allmählich fortgeriffen, und noch lange bevor die Brücke erreicht ist, geht es in sausendem Galopp, und jeder muß fich festhalten. Die Brücke kommt näher und näher, und jezt kommt der fürchterlichste Augenblick. Es ist höchst wahrscheinlich, um nicht zu sagen gewiß, daß der Regen die Erde gut sechs Zoll unter dem ersten Brückenbalken hinweggewaschen hat, und nun geht's: Bumms! die Vorderräder, und abermals Bumms! die Hinterräder, während Was gen und Kutscher gleich hoch in die Luft fliegen. Ich habe eine lebhafte Erinnerung an diese Stöße beim Erklettern der Brücken, durch die wir bisweilen so hoch flogen, daß wir auf der Reise von Archangel nach dem Onegasee das Dach entfernt hatten, um nicht mit unseren Schädeln dagegen zu stoßen. Die Pferde werden etwa alle 10 oder 15 Meilen gewechselt, und jeder neue Postillon erwartet ein Trinkgeld, euphemistisch, Theegeld" genannt. Von der Höhe des Trinkgeldes hängt die Schnelligkeit der Fahrt ab. Man giebt gewöhnlich 10 Ropefen; aber wir fanden, daß 15 Kopeken die Burschen in beffere Laune brachten, und so legten wir 100 bis 130 Meilen an einem Tage zurück. Wie schnell man reisen fann, möge der Leser selbst beurtheilen aus einer Geschichte, die man uns in Tjumen von einem Generalgouverneur von Ditfibirien erzählte, deffen Anwesenheit der verstorbene Kaiser urplöglich in Petersburg verlangte, eine Entfernung von 3700( englische) Meilen von Irkutst. Der General wurde in eine Bärenhaut gesteckt, wie ein Bündel eingewickelt, in einen Schlitten gesezt, und in elf Tagen nach der Hauptstadt gebracht. Viele Pferde stürzten auf dem Wege todt nieder, ein Ohr wurde jedem als Zeugniß deffen abgeschnitten und die Reise fortgesetzt. Die Posthäuser find ebenso wie die Postpferde Eigenthum der Regierung und von sehr verschiedener Güte, von den besten die ganz das Ansehen und den Komfort eines in gutem Stande befindlichen englischen Bauernhauses oder ländlichen Wirthshauses haben herab bis zu den schlechtesten, die wenig besser sind als Hütten. Gewisse Einrichtungen haben fte jedoch alle gemein. Tritt man ein, so findet man auf der einen Seite der Thür einen Raum, in dem die Postbeamten mit ihren Kindern wohnen, an der anderen ein oder mehrere für die Gäfte refervirte Zimmer. Das Gastzimmer enthält nie weniger als folgende Dinge: einen Tisch, einen Stuhl, einen Leuchter, ein Bett, oder beffer eine Bant, ein Ikon oder Heiligenbild, einen Spiegel und verschiedene Notizen im Rahmen. Eine dieser Notizen ist ein Tarif für Speisen und Getränke, aber bei Leibe darf man nicht einen Augenblick daran denken, daß man für irgend eine Summe sich die darauf bezeichneten Lurusartikel faufen könnte, sondern die Regierung läßt jeden Posthalter einen Erlaubnißschein für den Victualien handel lösen, auf dem die Preise angegeben sind für die Delikatessen, die er verkaufen tönnte, wenn er fie nämlich hätte! Allerdings kann man sich darauf verlassen, auf jeder falls engagirten Ottilie zu. Und doch betrachteten fich Direktor und Liebhaber heimlich mit dem tödtlichsten Haß und suchten die Nähe dieses Geschöpfes auf, die weit weniger schön, weit weniger jung als Frau und Braut war. Steffen Langer aus Glogau fand fich damals noch häufig auf den Repertoiren. Es mußte als eine Art Caprize erscheinen, daß der elegante Liebhaber die Rolle des bärbeißigen Naturburschen spielen wollte. Was den Czaar betrifft, so traf bei seinem Vertreter dem Direktor der übliche Ausdruck zu: Die Rolle war ihm wie auf den Leib geschrieben, diesem robusten, schwarzen Mann mit der ehernen Stimme und den Fallenaugen. ,, Kerl, richte den Schlauch dort auf den unteren Stod, oder dich soll ein heiliges Kreuzdonnerwetter!" schrie Steffen am Schluß des ersten Attes und warf mit einer Kraft, die bei dem schlanken jungen Mann überraschte, den Choristen, der den Feuerwehrmann spielte, zurück. Doch brutal mußte man es nennen, wie er die statistirenden Theaterarbeiter gleichfalls von sich schleuderte, als sie ihn mit den Worten: Hilfe, packt den Bösewicht!" umzingeln wollten. Man wunderte sich im Zuschauerraum über das unnatürliche Fallen der meist so unbehilflichen Leute, während den hinter den Coulissen Stehenden die zitternden Lippen und das funkelnde Auge des jungen Mannes zeugte, daß Angriff und Abwehr bittrer Ernst gewesen. Der Vorhang war über dem Brasseln der Flammen und dem Palasteinsturz gefallen. Niemand rührte sich, die Sprige wegzubringen oder die Dekorationen zu wechseln. Mit Lattenstücken bewaffnet oder geballten Fäusten und unheimlichem Ausdruck auf den bärtigen Gefichtern standen die Arbeiter zwischen den Coulissen, bis der eine der Weggeschleuderten feuchend vor Wuth herbeihinkte und, vor dem Direktor fich aufpflanzend, die Worte ausstieg: Jest ist's gerade genug! der Zufall ihr eine Anzahl bedeutender Kräfte zuführte, theils Er oder wir! So haben wir's alle heut ausgemacht. schon Künstler von Ruf, theils junge Leute, die heute Zierden Wir find arme Leute, Herr Direktor, aber eh' wir so'n von Hoftheatern find. Auch das gebildete Element fehlte nicht, Brot länger effen, wollen wir betteln. Bu so' nem Standal die Oper zählte drei Doktoren in ihrer Mitte. Im Schaus find wir nicht mehr behilflich. Tag und Nacht kujonirt er spiele exzellirte ein Komiker, der in Shakespeare'schen Gestalten uns auf Proben herum, blos damit er beständig mit dem seine Braut aber hat er Döring gleichfam und später eine echte KomilerCarrière machte Weibsbild zusammen sein kann; er starb im Frrenhaus. Der damalige Direktor hat jest gestern angeranzt, daß fie laum vor uns die Thränen ver sint. vor seinem Titel; der Liebhaber ist einer der größten bergen konnte. Dies gute Weibchen, die mit uns so freundlich Bonvivants geworden, dem das deutsche Theater sogar manche ist, die schuld ist, daß meine Frau nach ihrer Krankheit doch hübsche Arbeit zu danken hat. Des ersteren Frau war eine wieder die Stelle an den Logen friegte! Es ist Ihre Sache, junonische Gestalt, eine unerreichte Elisabeth; der lettere hatte ob Sie ihm die Regie länger laffen, aber uns soll er nicht fich damals furz zuvor verlobt mit einem elfenhaften jungen länger regieren! Blos wenn wir weichen müssen, soll Wesen, deren bescheidener Liebreiz sogar kollegialische Lästerer erst spüren, was es heißt" Die drohend geschwungenen Lattenstücke sanken und die Herandrängenden wichen, als das zungen lahm legte, obwohl sie auch als jugendliche Naive be Auge des Direktors im Kreise herum fuhr und seine Hand Und doch jauchzte das Publikum am lebhaftesten der eben gebieterisch winkte. Es lag bei aller Wucht eine unwiderstehdeutend war. 1. Jahrgang. Station fochendes Waffer und wahrscheinlich auch etwas Schwar brot zu bekommen, aber darüber hinaus ist alles ungewiß Soviel ist sicher, man muß seinen eigenen Proviant mitnehmen, und dafür eignet sich der Winter besser als der Sommer weil man dann einfach das Fleisch gefrieren läßt und ge gebenenfalls ein Stück mit dem Beile davon haut. Auc führt jeder Reisende in Rußland Thee und Zucker mit sich dazu fügten wir eine kleine Quantität Fleisch in Zinnbüchsen frische Butter, Anchovis und Marmelade, legte beiden als be sonders geeignet für den Fall, daß wir auf Schwarzbrot redu zirt waren. Das find so einige Züge von einer Reise in der Tarantaj! Lokales. r. Die vielbeklagten Uebelstände des DönhoffsplayWochenmarktes nehmen in letter Zeit eine gefährliche Gestal an. Um den Plaz nach der Süd- und Ostseite zu verlassen fürzen viele der Leute, die dort zu thun haben, ihren Weg da durch ab, daß fie, was allerdings nur mit vielen Mühen mög lich ist, sich durch die an diesen beiden Seiten aufgefahrene dreifache Wagenburg hindurch zu winden versuchen. Wie ge fährlich dies ist, mußte am legten Markttage ein Arbeiter er fahren, der bei dieser Gelegenheit von dem Pferde eines Fleischerwagens so furchtbar ins Geficht gebissen wurde, daß er ohnmächtig vor Schmerz zu Boden fiel. Da die Aufmert samteit aller Umstehenden fich zunächst dem Verunglückten zu wendete, so benußte der Führer des betreffenden Wagens diese günstige Gelegenheit, um unbemerkt mit seinem Fuhrwerk zu entkommen; noch rechtzeitig wurde dies bemerkt, man eilte dem im tollen Trabe davon fahrenden Wagen nach und einige beherzte Männer versuchten, das Gefährt festzuhalten, wobei ein großer aufgerollter Leinewand- Plan vom Wagen herabfiel; diesen einzubüßen, mochte der Fleischer wohl keine Lust haben denn er hielt bald darauf selbst an und kehrte nach dem Markt zurüd. a. Das strafrechtliche Einschreiten gegen diejenigen Hauswirthe, welche Prostituirte in ihren Häusern dulden, wegen Kuppelei, welches seit einigen Jahren erfolgt, hat zur Folge gehabt, daß zahlreiche Hausbefizer, die sonst das Treiben der artiger Personen in ihren Häusern stillschweind geduldet haben, iegt mit änßerster Strenge dagegen einschreiten, sobald sie von diesem Treiben Kenntniß erhalten; und nur noch in sehr wenigen Häusern vermögen Prostituirte resp. Personen, welche gewerbsmäßig Prostituirte bei sich aufnehmen; anstandslos ein Unterkommen zu erlangen. Diese leider in dem großen Berlin zahlreich vorhandenen Personen bedienen fich demzufolge seil einigen Jahren verschiedener Kunstgriffe, um Hauswirthe zun Vermiethung von Wohnungen an sie zu veranlassen. Ein der artiges seit Kurzem aufgetauchtes Manöver, dessen sich Prostituirte zur Täuschung der Hauswirthe, behufs Erlangung von Wohnungen bedienen, wollen wir zur Warnung mittheilen: Es erscheint bei einem Hauswirth, der Wohnungen zu ver miethen hat, eine anständig gekleidete Frau, welche eine Wohnung zu miethen wünscht, ihren Namen nennt und fich als Wittwe bezeichnet, und die Angabe macht, daß fie vor einigen Tagen von einem auswärtigen Orte nach Berlin gezogen sei, ihr Mobiliar in einem Speicher stehen und bis zum Ablauf des Quartals fich in einem von ihr näher bezeichneten Hotel einquartirt habe. Die Dame leistet eine entsprechende Anzahlung auf den Mieths zins und bittet, den gestempelten Vliethsvertrag dem Por tier des Hotels zuzusenden, welcher auch in der Lage sei, ihre Angaben zu bestätigen. Begiebt sich sodann ein vorsich tiger Wirth selbst zu dem Hotelportier, so werden von diesem die Angaben der neuen Mietherin über ihre Person voll be stätigt. Sobald die Mietherin eingezogen ist, stellt sich heraus daß fie schon seit Jahren in Berlin gewohnt und daß ihre lügnerischen Angaben, von Auswärts hierher verzogen zu sein und im Hotel zu logiren, nur den Zweck hatten, eine Nach frage des Hauswirths in dem Hause ihrer bisherigen Wohnung nach ihrer Person zu verhüten. Einen Ermissionsgrund ge währen diese lügnerischen Vorspiegelungen nicht ohne Weiteres, und ebensowenig vermag der Wirth, sobald die Mietherin in liche Milde in dem Ton der Stimme, mit dem er ohn Haft erwiderte: Geht sofort an Eure Posten. Stört mi die Vorstellung nicht, sondern vertraut darauf, daß ich mor gen nach genauer Untersuchung Jedem sein Recht geber werde!" Die Meuterer zerstreuten sich; Seile knarrten, Dekoratio nen wurden geschoben, eilige Füße tappten über die halb dunkle Bühne; ganz vorne waren einzig die beider Männer Aug' in Auge unmittelbar hinter der Gardine steher geblieben. ,, Daß Sie mit dem Back noch so viele Umstände machen!' warf der Liebhaber mit fünstlicher Ruhe hin. Sie haben früher nicht so geredet!" grollie der Direktor mit Anstrengung seine Stimme dämpfend. Mich gehen Ihre Privatverhältnisse nichts an. Aber wenn die Verwirrung in Ihrem Innern so meit gediehen ist, daß mein Geschäft davon tangirt wird, hab' ich doch wohl das Recht, drein zu reden Sie mißhandeln Ihre Braut, quälen meine Leute, weil Si mit sich selbst unzufrieden sind und Gewissensbiffe Sie plagen Wirklich? Und was plagte Sie denn gestern, dem Fräulein Ottilie in den dunklen Garderobegang nachzulaufen um fie unbemerkt zu füffen? Wollten Sie etwa ihre Taillen weite als Pariser Taugenichts prüfen?" Die Impertinenz des Tones und das Martiren der Worte mit den Spißen der Lad stiefel auf dem Fußboden brachte den älteren Mann nicht weni ger in Wuth als die Entdeckung, daß das von Beiden begehrt Weib dem Nebenbuhler günstiger zu sein schien. Aber von Sinnen mußte Jener sein, da er schonungslos fortfuhr:., Aha nun schweigt man! Natürlich, der Neid, der hirnzerfreffende -Weil ich nicht im Falle bin, seine Frau zu bedauern, wil er mir Mitleiden für meine Braut empfehlen, der Uneigen nüßige!" Er fühlte sich plößlich mit furchtbarer Wucht von der beiden Fäusten des Gehöhnten vorn an der Brust gepackt Ganz leise und doch deutlich genug in all dem Wirrwar um ste herum zischte es an sein Ohr: Liebt ste diese Dämon?" Es war, als hätte der Stoß die ganze fünstlich Beherrschung des Jünglings über den Haufen geworfen, f aus:" War es Ihr Ueberzieher, der im Vorzimmer lag, gestern als ich nicht vorgelassen wurde?" Wie vom Blig getroffen sanken die kräftigen Fäuste des Direktors am Leibe herab. Schminke und Bart verhüllten seir Entsegen und sein Gegner konnte diesmal den unheimlicher Flüsterton nicht vernehmen: Beide genarrt- also nicht ein mal Dämon nur ein gewöhnliches gemeines 0pfui!" Aber der Andere hielt das Schweigen fü niß und legte nun außer sich die Hände auf di 10-16 ihrer neuen Wohnung ihr unsittliches Gewerbe fortsetzt, des- halb auf EMisfion zu klagen, da thatsächlich keine der Dirnen als bei ihr wohnhaft polizeilich angemeldet ist, sondern die Wohnung nur als sog. Absteigequartier benutzt wird und der volle Nachweis des unfittlichen Zweckes der Wohnung dem Wirth in seltenen Fällen gelingen wird. Der mit der Mie- therm in Verbindung stehende tz ot e lp orti e r ist, wie sich nachträglich herausstellt, bei einem Hotel zweifelhaften Rufes beschäftigt. N. Die Singhalesen- Karawane des Karl Hagendeck stellte sich gestern zum letzten Male den Berlinern vor. Gleich nach Beendigung dieser Vorstellung, um 7 Uhr Abends, brachen die Fremdlinge aus Ceylon ihre Zelte ab, packten ihre mannigfachen Geräthschaften zusammen und verließen mit Weib und Kind und allem Hausthier ihren bisherigen Lager- platz„das nasse Dreieck". Die Verladung der 22 Elephanten, die Berlin gar nicht verlassen zu wollen schienen, nahm die Arbeit der Singhalesen von Nachts um 12 bis zum Morgen 3 Uhr in Anspruch. Es kam hierbei zu theilwerse recht auf- regenden, oft auch zu erheiternden Szenen. Besonders der eine dieser Dickhäuter wollte sich absolut dem Willen seiner Herren nicht fügen. Die Abreise der ganzen Karawane er- folgte vom.Hamburger Güterbahnhof aus per Exttazug heute Morgen 3 Uhr nach Hamburg, wo am Sonnabend die erste Vorstellung stattfindet. Mannigfache Andenken nahmen die Bewohner Ceylons, die in Berlin fich viele Freunde erworben hatten, von hier mit. Unter Anderem schenkte Herr Konditor Arndt. Neue Roßstraße, den Fremden 50 Pfd. des schönsten Konfekts, welches er extra für dieselben zubereitet hatte, und jetzt„Singhalesen-Konfekt" nennt. Wir wünschen den Fremden glücklichste Reise nicht blos nach Hamburg, sondern auch nach ihrer fernen Heimath Ceylon, nach welcher fie am 30. d. Mts. von Hamburg aus zu Schiff gehen. r. Die tüchtige Geschäftsfrau. Im wunderschönen Monat Mai d. I. wurde in einem vornehmen Restaurant ,m Südosten der Stadt eine große Hochzeit gefeiert. Ein als wohlhabend geltender Rentier verheirathete eine seiner vielen Töchter an emen hiesigen Kolonialwaarenhändler. der fich im Befitze eines flottgehenden Geschäftes befindet. Ueber die Mit- gift der Braut munkelte man Allerlei, aber der vorfichtige Vater derselben hatte es verstanden, seinen Schwiegersohn bei nur mäßiger Aussteuer der Tochter zur Hochzeit zu bewegen und ihm namenttich als besonderen Vorzug des Mädchens ge- rühmt, daß dieselbe ganz ficher eine tüchtige Geschästsftau werden würde, was für den Kaufmann wichtiger sei, als ein mäßiges Baar-Vermögen. In der That entwickelte die junge Frau denn auch bald eine unverkennbare Energie, wie man sie an resoluten Frauen öfter beobachten kann. Den größten Theil des Tages über saß fie strickend im Laden und beobachtete die Handlungsgehilfen, bemäkelte ihnen Maaß, Gewicht und Maaren beim Verkaufen und bewirkte so. daß die jungen Leute sämmtlich in kurzer Zeit aus dem Geschäft verschwunden waren und andere, von diesen gewarnt, nicht eintreten wollten. Während dieser Kalamität im Geschäft half die tüchtige Geschäftsfrau wacker mit: eines Tages begab fie fich ins Waarenlager, um aus einem Petroleumfaß ein größeres Blechgefäß zu füllen: fie öffnete den Hahn des Fasses. um das Blechgefäß voll' laufen zu lassen, während welcher Zeit fie in ihrem Geschäftseifer anderen Dingen nach- ging, bis ein herbeistürzender Geschäftsgehilfe die Nachricht brachte, daß der ganze Keller von Petroleum überfluthet sei. Slin ganz dedeutender Schade erwuchs aus dieser Unachtsam- est seiner Geschäftsfrau dem Kaufmann, denn durch das Pe- troleum waren mit anderen Waarcn, auch ein großes Faß Zucker total verdorben. Vor einigen Tagen wurde wieder ein großes Waarenfaß vor dem Geschäft abgeladen und sollte in den Keller gebracht werden, eine Arbeit, die bei den ungünstigen bau- liehen Anlage desselben besonders schwierig ist. Bei der au- aenblicklichen Abwesenheit ihres Mannes ist die tüchtige Ge- schastsftau sofort entschlossen, dies schwierige Unternehmen selbst zu leiten und fie besorgt dies denn auch mit solcher Umficht, daß ein armer Teufel von Handlungslehrling dabei halb todt gequetscht wird, mehrere Knochenbrüche erleidet und, natürlich auf Kosten des Kaufmanns, schleunigst in ein Krankenhaus gebracht werden muß. Bei diesem Unfall scheint aber auch die Frau des Kaufmanns fich selbst den Hals gebrochen zu haben, wenigstens den der„Geschäftsfrau", denn seit jener Zeit ist fie aus dem Laden verschwunden, deschränkt fich auf ihre private Häuslichkeit und Küche, und im Geschäft ist„die Luft wieder rein", wie die jungen Leute jubiliren. g. Die vorgestern Nachmittag erfolgte Beerdigung eines Beamten des StadtpostamteS(Königstraße) hatte zu dem Gerüchte Veranlassung gegeben, daß der vor Kurzem in der Königstraße vor dem Hauptpostgebäude übersahrene Postbeamte Bathke im katholischen Krankenhause seinen erhaltenen Verletzungen erlegen sei. Wie wir auf Grund an Ort und Stelle eingezogener Erkundigungen erfahren, handelte es fich kern des schlaff Dastehenden, ihn dicht an fich pressend:„Verflucht!— Ich erwürge Sie, wenn Sie nicht reden— Wahrheit will ich, will wissen, ob der verlockende Satan mich hin- tergeht—" Nicht aus Zorn über den Gegner, sondern in strebte plötzlichem, unsäglichem Ekel über fich, üoer die ganze Welt der Angegriffene kräftig von Jenem hinweg. Er wand fich vergebens unter dem tonvulfivischen Griffe und packte nun ebenfalls den Rasenden, so daß die Beiden dastanden wie zwei verschlungene Fechter. Hinter der Bühne wartete man auf das Zeichen zum Wiederbeginn und hielt die unhörbare Unterhaltung für ein harmloses Gespräch, vielleicht für einen direktorialen Rüffel, die sonderbaren Stellungen darin für die nochmalige Probe der kommenden Scene, wie es wohl zwischen zwei gewissen- hasten Zusammenspielenden zu geschehen pflegt, um so mehr als kein Laut vernehmlich wurde. Die Dekoration war gewechselt: das kaiserliche Zimmer mit Peter s Lehnstuhl harrte des Gesprächs zwischen dem Leibeigenen und seinem Komplizen, wo dann später Steffen und der Kaiser einzutreten hat. Die Schauspieler standen bereit und wunderten fich, daß noch kein Klingelzeichen Hinter der zweiten Coulisse lauerte im Kostüm der �larscha Ottilie. Sie sah prächtig aus in der rusfischen Tracht. Auch fie vernahm nichts vom Gespräch der Beiden und hätte doch jedes Wort erzählen können, was draußen fiel— nicht erzählen, nachjauchzen! Das bewies der Triumph auf ihrem Gcficht. Sie murmelte:„Nicht wahr, Tummköpfe, nur ein Weib! Ich will EuchIdoch die Macht nur eines Weibes zu losten geben, gerade weil fie für Euch nur ein Weib sein soll!" Plötzlich glänzte etwas in ihren Augen auf. Sie warf einen Blick auf die gänzlich steie Bühne mit Ausnahme Jener und schoß zu dem Manne, der an der Kurbel des Vorhanges des Zeichens harrte. Von einem kräftigen Ruck der kleinen Hände stolperte er seitwärts, fie warf fich auf den Griff und mit Windeseile sauste die Gardine in die Höhe. Es giebt keine Worte, um auszudrücken, was in den fol- geuden wenigen Sekunden in den beiden Männern vorging, als fie vom Rampenlicht geblendet plötzlich am vordersten Rande der Bühne dergestalt sich zur Schau gestellt sahen. Die wilde Fluth ungebändigter Gefühle plötzlich vom Ansturm einer noch mächligeren Empfindung gehemmt- ein wüstes Chaos vom Menschen— und Künstlerdewußtsein in ihnen tobend— unabwendbar dem Fluch der Lächerlichkeit oder des widerwärtigsten Geredes anheimgefallen, fie mochten bleiben oder fie mochten gehen. Zorn und Haß verflog und doch hätten fie am liebsten den Streit trotz den gierigen Blicken der skandalsüchtigen Menge ausgesochten,— es «e schmachvoll, erniedrigend, entweder durch eine elende an dem gedachten Tage um das Leichenbegängniß eines Brief- trägers vom Stadtpostamt Namens Wolff. Bethke befindet fich zwar noch im katholischen Krankenhause, eine Gefahr für sein Leben liegt aber nicht vor, obgleich.ihm die erlittenen Ver- letzungen am Halse und an der linken Brustseite immer noch große Schmerzen verursachen und die Verletzungen keine geringen waren. Wen die eigentliche Schuld an dem bedauerlichen Un- glücksfalle trifft, dürfte schwerlich aufgeklärt werden können. Bethke weiß nur soviel, daß er plötzlich von dem Pferde des Geschäftswagens umgestoßen wurde und dann unter die Räder des Wagens gerieth. Der Aufenthalt Bcthke's im katholischen Krankendause wird etwa noch 8 bis 14 Tage währen. a. Ein bedeutender Silber- und Golddiebstahl ist am jüngsten Sonntag Nachmittag in der Wohnung eines Eisen- bahnsekretärs in der Steinmetzsttaße verübt worden, während der Befohlene mit seiner Frau einen Spaziergang machte und die verschlossene Wohnung ohne Aufficht zurückgelassen hatte. Die Frau hatte zufälligerweise auch vergessen, ihr Portemonnaie mitzunehmen, welches auf dem Tisch lag und mit seinem In- halt von 50 Maik von den Dieben mitgenommen wurde. Die Tbüren und Behälter find mit Nachschlüsseln und Dietrichen geöffnet worden. Unter den gestohlenen Sachen befinden fich folgende Gegenstände: 1 großer Suppenlöffel, gez.: B. und Stempel: Pollet 1864; 1 großer Gemüselöffel, gez.: J. H. 1855 und Stempel: Busch, und ebenso markirt 3 Eßlöffel: 1 Eßlöffel, gez.: R. p. 1816, und Stempel: B. Kloth; 1 Eßlöffel, gez.: C. P. 1825, und Stempel: c. H.; 8 Eßlöffel, gez: T. H. 1870, und Stempel: Pollet(12); 2 Eßlöffel, gez.: f. h., und Stempel: Bucsh. Die Diebe find bisher noch nicht ermittelt. N. Durch einen unglücklichen Sturz auf dem Straßen- dämm verletzte fich gestern der Hausdiener W. Derselbe wollte in der Großen Frankfurterstraße vor dem Hause 84 den Rinnstein überschreiten, kam hierbei zu Fall und zwar so unglück- tich, daß das Fußgelenk brach. Bewußtlos mußte der Ver- unglückte nach dem Krankenhause im Friedrichshain geschafft werden. N. Ein Zank zwischen einer Kellnerin und einem Gast in einem Lokal in der Reichenbergerstraße nahm am gestrigen Tage einen für die Bierhebe unglücklichm Verlauf. Das Fräu- lein fiel bei diesem Streit in eine Fensterscheibe des Lokales, zertrümmerte dieselbe und verletzte fich den Arm derartig, daß fie behufs Verbindung ihrer ziemlich gefährlichen Wunden nach der Eanitätswache in der Oranienstraße gebracht werden mußte._ Gerirdts-Aettuug. Reichsgerichtsentscheidung. Ein Droschkenkutscher, welcher während der Fahrt einen Fahrgast dadurch, daß er erklärt nicht weiter fahren zu wollen, wenn er nicht mehr als das tarifmäßige Fahrgeld erhalte, bestimmt in dieses unbillige Verlangen zu willigen, da er sonst nur unter Aufwendung weit höherer Kosten zu rechter Zeit an seinem Bestimmungsort anlangen würde(bei- spielsweise mit Gepäck zum Bahnhof behufs Mitfahrens mit dem nächsten Bahnzuge), macht fich nach einem llrtheil des Reichsgerichts, 3 Strafsenat, vom 3. Juli 1884, dadurch der Erpressung schuldig.— Der Handlungsreisende Sch. befand fich in Hamburg zur Fahrt nach dem Bahnhofe in der Droschke des Kutschers I. mit seinem Koffer und zwei Stück Handge- päck, nachdem er den I. gegen Vorausbezahlung des tarif- mäßigen Fahrlohnes zu dieser Fahrt engagirt hatte. Während der Fahrt hielt I. mit dem Wagen wiederholt still und erklärte, er fahre keinen Schritt weiter, wenn Sch. ihm nicht noch 15 Pf. zahle. Sch. befand fich demzufolge in der unangenehmen Lage, falls er nicht den Zug versäumen wollte, entweder aus der Droschke zu steigen und für sich und sein Gepäck eine andere Droschke zu engagiren, den an I. bereits gezahlten Fahr- lohn im Stich lassend, oder den widerrechtlich verlangten Mehr- betrag von 15 Pf. zu zahlen. Sch. zahlte die 15 Pf. und auf die von ihm sodann erstattete Anzeige wurde vom Staatsan- walt gegen den Droschkenkutscher I. die Anklage wegen Er- Pressung erhoben. Die Strafkammer sprach aber den Droschken- kutscher frei, indem fie annahm, daß das Merkmal einer durch Drohung erfolgten Nöthigung fehle, denn für Sch. hätte im angedrohten Falle höchstens die Unbequemlichkeit entstehen können, die kurze Strecke nach dem Bahnhofe zu Fuß zurückzulegen und sein Gepäck selbst hinzutragen. Auf die Reoifion des Staats- anwaltes hob das Reichsgericht das llrtheil auf. WermlscKtes. Ueber eine aufregende Bärenjagd berichtet der.Lester Lloyd": Friedrich von Fischer veranstaltete am 7. d. M. in seinen, in einer Entfernung von fünf Stunden von Ungvar gelegenen, riefigen Waldungen eine Jagd aus Bären, an denen diese Gegend überaus reich ist, und lud den Ungvaier Advokaten Dr. Alexander Spitzer und den Rechtshörcr Baron Karl Lüge fich zu salviren, oder wie gezüchtigte Köter vom Lichte verscheucht, hinter die Koulissen zu schleichen.— Komödiant. nur Komödiant in solchem Augenblick sein zu müssen— Ach! — Auf einmal drängte Jemand die Gestalt des hämisch lauernden Weibes zurück, wandte fich nach der Bühne hinaus und schrie mit vorgehaltenen Händen, indem er fich lief hin- unterbeugte, dem rathlosen Souffleur zu:„Dritte Scene! Dritt« Scene anfangen!" ,.. Mann im Kasten schaute erstaunt nach der Seite, nickte sofort fteudig verständnißvoll, schlug Blätter um und rief in seinem scharfen Flüsterton hastig zur Bühne hinauf: „Dritte Scene! Die zwei anderen überschlagen!- Sie find Heide draußen.-„Peter! Du hast ja tüchtig bei dem Brande gearveuet! Keine Seele im Publikum kannte das Stück der Birch. «Ä ÄKLS ÄSS te» weW worauf Letzterer rücklings zum Lehnstuhl schreitet. Dort sprach er dann mit offenbar vor Rührung noch etwas zitternder Stimme die zugeflüsterten obigen Worte. Steffen seinerseits war auch im Ton seiner Rolle, als er etwas ge- drückt erwiderte:„Ich hoffe doch, daß fie alle gerettet find!" Der Schauspieler errang im Fluge den Sieg über den Men- schen. Die Freude, gerettet zu sein, gab ihnen die Bestim- mung rasch w� und nach wenigen Minuten spielten Beide mit vollster Selbstbeherrschung. .. Der Jnspizient. welcher in rathloser Verzweiflung gestanden. kl legte pl ötzlich den Helfer zu packen und drückte ihn an fich: IraaS WWiSW MÄS wort zugeflüstert. Aber ich habe Alles ohne Gnade durchmachen müssen, bis ich als Lump hierhergekommen bin— um fie— fie hier zu treffen" DerJnspizient verstand das Gebrumm nicht; er freute fich daß das Schlimmste abgewendet war, und der Rest der Vor' 5» m ss ras wsääcää ob des Anderen Genesung. Redvitz zur Theilnahmc ein. Kurz nach Beginn der Jagd machte das Gekläff! der Hunde und der Lärm der Treiber die Jäger darauf aufmerksam, daß das Wild in der Nähe sein müsse. In der That kamen drei Bären, ein ungeheuer großer und zwei kleinere den Bergahhang herab. Dr. Spitzer war der erste, der fie bemerkte. Als fie ganz in seine Nähe gekommen, gab er auf den größten einen Schuß ab, der das Thier am Schulterblatt traf, so daß der Bär zu Falle kam. Von der Detonation erschreckt, nahmen nun die zwei an- deren eine andere Richtung. Herr von Fischer stteckte den einen mit einem Schusse nieder, der auf den anderen abgegebene Schuß ging jedoch fehl, so daß das Wild glücklich entkam. Der von Dr. Spitzer erlegte Bär hatte fich mittlerweile wieder aufgerafft, schleppte fich ungefähr 80 Schritte weiter, um dann wieder zusammenzubrechen. Nun warf fich einer der Jagdhunde auf die Beute und begann das Thier zu würgen. Mit einem Ruck war der Hund abgeschüttelt und wälzte sich abseits in seinem Blute. Ein Bauer trat nun mit seinem Gewehr ganz nahe an den verwundeten Bären heran, um ihm den Gnadenschuß zu geben, doch sein Gewehr versagte. Der Bär sprang in die Höhe, umfaßte den Bauern und riß ihm die Kleider und Fleischstücke vom Leibe. Ein Treiber schlug den Bären mit einer Hacke mächtig auf den Kopf, worauf die Bestie ihr Opfer losließ und den neuen Angreifer zu zerfleischen be- gann. Nach einigen Sekunden war Baron Redwitz heran- getreten und schoß sein Gewehr in die Flanke des Bären ab, der aber noch nicht verendete, sondern fich auf den Baron stürzen wollte. Zum Glück fiel das wüthcnde Thier nieder, und Baron Redwitz erlegte es mit einem zweiten Schusse. All das war das Werk einiger Minuten. Die beiden schwerverwundeten Bauern düiften trotz der sorgfältigsten Pflege kaum am Leben bleiben. Kür Romanschriftsteller. Unter vorstehender Aufschrift finden wir in der„Gegenwart" folgendes Inserat:„Gute Ro- mane dramatifirt ein Theaterschriftsteller. Bei Bühnen-Erfolg Tantieme zur Hälfte. Adressen unter„Theater" an die An- noncen-Expedition von Haasenstein u. Vogler in Hamburg erbeten." Es fehlt jetzt nur noch der haufirende Dichter, welcher an die Thüren der Romanschriftsteller anklopft und die Frage stellt: Haben Sie nichts zu dichten? Wie der Gott will. Die chinesische Armee kannte bis zur neuesten Zeit keine Uniform, und als Unterscheidungs- zeichen trug der Soldat blos ein viereckiges Täfelchen auf der Brust, auf dem das Wort„King"(Krieger) geschrieben stand. Auch der Kriegsgott der Chinesen, dessen mattialische Figur in dem Ta-Kientempel zu Peking steht, trug nur die einfache bürgerliche Tracht- Jetzt aber werden doch auch in der chine- fischen Armee die Uniformen eingeführt und erhält eine jede Truppengattung ihre eigene Tracht. Bei der Priesterschaft des genannten Tempels entstand nun die Frage, welche Uni- form man eigentlich dem Kriegsgotte anlegen sollte, und die Heiren wandten fich an den Kultusminister um Bescheid. In seinem Reskripte an die Priesterschaft verordnete nun dieser, daß der Kriegsgott die alte Tracht noch weiter beibehalten solle, nur möge man in dessen Tempel auch die neuen Uni- formen aufhängen, damit er nach Belieben eine derselben trage. Der Minister hat da offenbar mehr Respekt vor den göttlichen Entschließungen bekundet, als des Gottes eigene Priester. Gemeinnütziges. Der Senf als wichtige« Hausmittel. Der Senf ist ein so werthvoller Pflanzensame, daß er, für Gesundheitszwecke schon allein, in keiner Familie fehlen sollte. Wenn z. B. zwei bis drei Theelöffel voll Scnfmehl in'/« Liter Wasser gerührt und genommen werden, so wirken fie rasch und sicher als Brechmittel, das milder wukt und leichter zu nehmen ist, als Salz und Wasser. Gleiche Theile Senfmehl und gewöhnliches Mehl, mit warmem Wasser angerührt zu einem Brei, auf Musselin gestrichen und mit Musselin bedeckt, bildet das un- entbehrliche Senfpflaster. Es ist bei Kolik fast unfehlbar, wenn es einige Minuten auf die Herzgrube gelegt wird. Bei allen innerlichen Schmerzen und Blutandrang giebt es kein anderes Mittel, das von so allgemeinem Nutzen ist, als dieses. Es wirft als Gegenreiz, indem es Blut nach der Oderfläche zieht- Deshalb sollte bei heftigen Fällen von kroup(häutige Bräune) ein kleines Senfpflaster dem Kinde in den Nacken gelegt werden. Ein Senfpflaster muß in seiner Lage auf der Stelle, wo es wirken soll, öfters gewechselt werden, weil es sonst bekanntlich die Haut wund macht- Es wirkt ebenso gut, wenn es auch in beträchtlicher Entfernung der betrogenen Körpergegend zu liegt. Ein guter Ersatz für Senfpflaster ist das Senfpapier, das in jeder Droguerie oder Apotheke zu haben ist. Briefkasten äer Keäaktioru 20. Notiz verspätet eingegangen. Als Ottilie in den Wagen stieg, trat der blaffe Chorist an den Schlag desselben mit der Frage:„Wer soll gehen, Du oder ich?" Sie wollte etwas erwidern, doch ein plötzlich? Zittern ihres Körpers warf ss.ejin den Fond zurück, und dir Pferde sausten davon. Am nächsten Morgen las man in den Blättern: Unsere allerliebste Soubrette hat wegen plötzlicher Erkrankung ihr? Abschied genommen und reist zur Erholung nach der Schwei lll. Man wohnt nicht ungestraft in einer Ecke, wo drei Läm der fich begegnen: Mühlhausen i. E. hat das erfahren. Heu» ist es den kleinen Schnapphähnen aller Zungen ein Hochwim kommener leicht erreichbarer Zufluchtsort, einst waren die ge» krönten und gefürsteten Genoffen dieser Sippe in fortwah render Bereitschaft, die Stadt ihrem treuen Unterthanenverban° einzuverleiben, so daß oft eine Generation derselben mehrfach« Herrscher kennen lernte. Wenn trotzdem ein echtes bidelbeS Bürgertimm geblieben ist, darf man auf einen guten Kern de« BolieS schließen, fich aber auch nicht wundern, wenn 3)w run* Eigensinn in politischen und privaten Beziehungen «Mtlicn. Es find der„Segnungen" zu viel%«« tue Stadt hingezogen, um irgend einer Neugestaltung mit Zu trauen entgegenzukommen. Auch nach dem Jahre 71 machte man denn allerlei, rx reJ t oug~n erwähnten Gründen hinwieder erkla Sfc Ettahrungen. So ist zum Beispiel auf dem benachbarten Hügel ein prächtiger Garten dem Cerkle geschenkt worden, d Mittelstandes. Nock, dem M densschluß beließ'' 'lüß zog fich der Geber grollend nach Frankreich seine Schenkung, fügte aber die Klausel hinzu, daß der den Marten hefrpt#« SlWfe» flu*«,- f�mde \ i'"8� aori vie xiaum yinzu, vuo � Deutscher den Garten betreten dürfe. Wenn nun fremd-» mclen anderen Erlebnissen zeigt eines noch immer & ßi#t wnden"müss?n.�araus'aufm� NMKWWiK schäftsreisenden an einem To — dem größten in iden drangen. (Schluß folgt.) Verantwortlicher Redakteur R. Eronbeim in Berlin. Druck und Ver loa von SWiM» X«* fll...n_ o*