Nr. 145. Sonntag 21. September 1884. l. Jahrg. Drgsn für die Interessen der Ardeiter. Da«„Serli«er BoßghWt" erschmlt täglich Sorgen« außer«ach So««-«ud Festtagen. AdounementtpreiS für Bcrlrn sr.i i»'« Hau« vierteljährlich 3 Mari, monatlich 1 Mark, wöchentlich 25 Pf. Einzelne '"wunern S Pf. Postabonnement pro Quartal 3 Mark.< Eingetragen im Vm. Nachtrage der Postzeitungtpreitliste unter Nr. 719a.) ZnsertionSgebühr beträgt für die 3gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. ArbeitSmarl! H»- Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Ueöereinlunst. Inserate werden bi« f u>. Nachmittag« in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Bureau;, ohne Erhöhung de« Preise«, angenommen. HteöaKtion und GXpeöition WerLin SW., Iimmerstraße 44. An die Arbeiter Berlins! Au die Freunde des Berliner Volks- Matt"! „j-i.Uuier Blatt, das Blatt der Berliner Arbeiter, welches, so- un», r--. Macht steht, die Interessen der Arbeiter treu ein n ,i öewahrl hat und ferner auch wahren wird, ficht auf e? � Jahr seines Bestehens nunmehr zurück- mir tri e'fI Seit haben wir manche Erfahrung gesammelt, haben erkannt, daß unsere Aufgabe nicht lcrchl ist, aber m-u.?. unfet fianzes Vertrauen auf die Berliner Arbeiter- dieses Vertrauen ist nicht getäuscht worden. bat das„Berliner VolksblaU" fich in der ein S t fernes Bestehens erworben, und die Arbeiter sehen bekw ihre Interessen nach bestem Wissen und nach �cnem«onnen vertreten. fireberT?** erstreben wir denn, was wollen wir ferner er- mein!a die politische Freiheit: allge- Aerüh!» 8 Biahlrecht für Reich, Staat und Gemeinde, für Jedernm Versammlungsfreiheit, Preßfreiheit, gleiches Recht sür,"eben der politischen Freiheit kämpfen wir ?« i a l e Gleichberechtigung. Diese wird »ttini. durch Erstredung von höherem Lohne und Arbeitszeit und voller jkoalitionsfrcihest, durch , iwanung der Sonntagsarbeit und der Kinderarbeit, durch "" �gnißarbeit. Beschränku iß einer Moximalarbci eines Minimalarbcits! nscr„Programm"— acht_ werden, daß ma weniger erhält, geht ei muß man in Erwägu Nack ln der Kulturentwickelung oer Mcniwyeir nur bert-rKÜ?"ach erzielt werden, und daß das Sprunghafte in " merstentheils von nur geringem Zlutzen ist. durck?»?- e Handwerker können mit diesem„Programm" 6lfX» L Ctnt,crftonl,fn sein, da es sie am fichersten aus ihrem T>"°UBführen kann. die rw2eB"Programm" bildet uns ereSozral- Reform, und Fuß hat und bei gutem Willen, wenn er von werden k B"�egengebracht würde, auch leicht durchgeführt �.-7-'IUI......... '«'ßdung der Gesängnißarbeit. Beschränkung der Frauenarbeit, K'vliche Einfühlung einer Moximolarbeitszcit und in Ver- Ndung damit auch eines Minimalarbcitslohns. ... habt Ihr unser„Programm"— geht es einem Leser «u wert, so muß bedacht werden, daß man, je weniger man ?f"°ngt. auch desto weniger erhält, geht es dem anderen Leser baftl 5"*"Genug, j0 muß man in Erwägung ziehen, daß wahr- ggf Fortschrstte in der Kulturentwickelung der Menschheit nur Politische Freiheit, so, iale Glerchb KM«®M Wahlen einmiUKi»----- C1- 55] Jeuilleton. Kind des Proletariers. Tensationsroman von U. Rosen. Elsa h(Fortsetzung) in ouf 3Kl,ra'0 �tU 5letlfire{i,nth,ift'ie6 fich darüber zu beklagen, daß der � viele Lei?„Jt,ne Freiheit wieder erlangt hat, nachdem er mi»" Jedling, brinat cr eine Last von Verlegen Mit. indem bringt er eine Last die alten begrabenen Nan fit nicht für recht. Gelübde zujhun. von Fragen wieder aber wenn fonft? einmal«ilT-------- mmmm hat üjnb ich d�.ha'ten, Elsa." baraof ba er ein»Erzeugt, daß auch sein Herz sich verändert »it bereitet gesunder Vernunft ist, wird er �enr."' h"r manches nicht mehr so zu finden, .�ie�.bStt/ und�tt.�' J°�per auszusuchen, ehe er Myra vnb?chte. nv ihn ,» unterweisen, wie cr handeln solle. 8 nnt dem verbaßten Wriglry verbündet, bei der ersten Kunde von Sä r«'"*., Jasper's Dostor zum rü er hielt bei diesen Gelegenheiten ihre und Euerem Organe, dem Blatte, welches Euere Interessen ver- tritt, weitere zahlreiche Freunde zuzuführen. Mit der Abonnentenzahl wächst auch die Kraft des„Berliner Volksblattes", je mehr Mittel demselben zur Verfügung stehen, desto mehr kann auch noch auf die Redaktion und auf die ganze geistige Ausstattung des Blattes verwendet werden. Wohl find wir der Ueberzeugung, auch bis jetzt schon unsere Schuldigkeit gethan zu haben, aber immer mehr noch soll es unsere Aufgabe sein, unserem Berufe, die Interessen des arbei- jenden Volkes voll und ganz zu vertreten, gerecht zu werden. Mit freundlichem Gruße Berlin, Ende September 1684. Die Redaktion des„Berliner Volksblatt". Eine Heuchlergesellschaft. das losgeschlagen. Aber sie lautet:„Mit Das„Zentrum" hat nun auch Zentrum hat es nicht getroffen. Die Devise des Zentrums ist schön, Gott sür Wahrheit, Freiheit und Recht!" Sehen wir uns den vor einigen Tagen erlassenen Wahlaufruf der klerikalen Partei einmal an und vergleichen wir die in demselben enthaltenen Phrasen mit den T h a t e n der Partei. Hören wir also: Zunächst werfen sich die Zentrumsmänner in die Brust, daß sie die wirthschastlichen Interessen aller Erwerbskreise des deutschen Volks in Wort und That vollständig gewür- digt hätten. So! Der Getreidezoll wahrt allerdings die Interessen der großen Grundbesitzer, aber nicht diejenigen der über großen Majorität des Volkes; er wahrt nicht die Interessen des gemeinen Mannes. Und doch hat das Zentrum für diesen Zoll gestimmt und erstrebt sogar die Erhöhung des- selben. DaS Gleiche gilt von den übrigen Zöllen, auf dringende Bedürfnisse des gemeinen ManneS gelegt. Ueberall ist das Zentrum Mitschuldiger gewesen, und durch die Schutzzölle hat es in der Hauptsache nur die Interessen der Groß- fabrikanten vertreten. Verschiedene Jndustrieen haben durch die Schutzzölle Aufschwung gehabt, doch ist derselbe nur den Fabrikanten zu Gute gekommen, während der Lohn der Arbeiter, und zwar bei vermehrter Arbest, durchweg derselbe geblieben ist. Da« Zentrum ist es gewesen, welches das Kranken- lassen-Gesetz und besonders das UnfallversicherungS- Gesetz, daS im Regierungsentwurf viel besser war, hat verwässern und verschlechtern helfen.— „Die Achtung und Handhabung der verfassungsmäßigen Rechte ist unerläßlich"— so heißt es weiter im Aufruf des Zentrums. Deshalb wird die Befestigung der Reichs- gefetze gefordert,„welche sogar das ursprüng- Tochter gewöhnlich mit Klagen über die Bewohnerinnen des Gibelzimmers. Äilly hatte noch niemals, weder die Kranke, noch ihre Wärterin gesehen, aber sie hörte die seltsamsten Berichte über fie. Frau Wrigley erzählte, fie hätte noch nie ein Wort oder eine Bewegung von der Kranken gehört. Sie hätte wie- verholt an der Thür oben gehorcht, aber immer nur ein cnd- loses Selbstgespräch der Krankenwärterin vernommen. Die Wärterin zu erblicken war Frau Wrigley ein einziges Mal ge- tlückt- DaS Weib verließ die Giebelzimmer nur ganz früh am fiorgen, ehe die Dienstboten aufstanden, oder spät am Abend, wenn sie schon zu Bette waren. Ein oder zwei Mal war die Person Abends ausgegangen, und Dr. Wrigley selbst war aufgeblieben, um ihr die Hauslbür zu öffnen. Ob die so eifer- süchtig bewachte Kranke im Giebelzimmer alt oder jung, reich oder arm, schön oder häßlich war, wußte Frau Wrigley nicht. Die Mahlzeiten für sie wurden unten in der Küche bereitet und von den Dienstboten hinauf ins Vorzimmer getragen und von der Wärterin später abgeholt, daS leere Geschirr wurde von ihr auf den Treppcnflur gebracht. Die Wärterin war eine große, dreist und zigeunerhaft aussehende Frau. Wrigley sagte, die Kranke und ihre Wärterin würden nächstens wieder abreisen, und Frau Wrigley wünschte, die unheimlichen Hausgenossen wären erst wieder fort. Es war ihr gelungen, Milly's Mitgefühl und ihre Neugier zu erwecken, und während ihre Mutter fich abmühte und beständig heimlich auf der Lauer lag und spähte und doch nichts entdeckte, verschaffte fich ihre muthige Tochter bald Auf- klärung. Gebackene Kalbsnieren waren das Entzücken Frau Peti- grew's. und sie bestand darauf, daß man fie ihr besorge. Der letzte Tag ihres Aufenthaltes unter des Doktors Dach war gekommen. Am Abend sollte Fiancesca heimlich von Tony und seiner Frau foitgeschoffl und in ein schottisches Irrenhaus gebracht werden. Um Frau Petiarew bei guter Laune zu er- ballen, war ihr ihie Liedlingsspeise, die gebackenen Äalbsmeren, veisprocken woiden, und die Köchin hatte den Auftiag, fie zu- zubereiten, aber die Dienstboten hatten gerade ihren freien Tag. und in ihrer Eile aus dem Hause zu kommen, vergaßen fie Frau Petigrew's Lieblingsgericht. Frau Petigrew sah die Mädchen fortgeben und nach ihnen den Doktor das Haus verlassen. Der Laufbursche spielte im Hofe, und von Frau Wrigley hatte fie eine Uederrasckung jetzt nicht zu fürchten. Sie beschloß deshalb, die Kranke, welche fest lichste Recht ans Vaterland, das Heimat hs- recht, verletze n". Das ist eine Anspielung auf die Ausweisung der Bischöfe und Jesuiten. Aber trotz dieser Rechtsphrase hat ein volles, jedenfalls von Herrn Windlharst ausgewähltes Drittel der Zentrums- partes noch in diesem Jahre, also kurz vor diesem Wahl- aufruf, für daS Sozialistengesetz, sür Belagerungszustand und Ausweisungen von Arbeitern gestimmt! Natürlich gefallen dem Herrn Windthorst die schleichen- den Jesuiten besser, als deutsche Arbeiter, die frei und offen ihre Meinung sagen. Was man da von der„Wahrung der bürgerlichen Freiheit", die in dem Aufruf so scharf betont wird, halten soll, das braucht nicht erst auseinandergesetzt zu werden, da es mit einem einzigen Wort bezeichnet werden kann: Schwindel! Daß der partikularistische Standpunkt scharf betont wird, kann man dem Zentrum nicht übel nehmen, da eine Zer- splitterung der weltlichen Macht immer der römischen geist- lichen Zevtralgewalt zum Vortheil gereicht. Das Zentrum erklärt ferner, daß es die mühsam er- rungenen Gerechtsame der Volksvertretung, insonderheit das direkte, allgemeine und gleiche Wahlrecht nicht opfern werde. Und doch wäre Herr Windthorst fast mit Fürst Bismarck handelseinig geworden in Bezug auf die zweijährige Budget- und vierjährigen Legislaturperioden, die doch sicherlich die „Gerechtsame der Volksvertretung" wesentlich geschmälert hätten. Wir sehen also überall den Widerspruch zwischen Zen- trumsphrasen und ZentrumSthaten. Wenn dann der Aufruf noch betont, daß daS Zentrum die volle Wehrkraft des Vaterlandes in Vereinigung mit ge- schonter S'euerkrast des Volkes und beibehaltenem Budget- recht des Reichstags vereinigen wolle, so ist das wiederum der bekannte politische Eiertanz des Herrn Windthorst, in welchem der kleine Herr unübertroffen dasteht. Zum Schlüsse betont der Aufruf noch die Devise de» Zentrums:„Wahrheit, Freiheit, Recht" mit folgender Phrase: „Gegen den falschen Liberalismus unversöhnlich, werden wir stets ein Hort der echten Freiheit sein und in Recht und Gerechtigkeit die einzig wahrhaft staatS- erhaltende Grundlage des Reichs verfechten." Trotz dieser Redensarten, oder gerade wegen derselben, kann man dem Zentrum nicht über den Weg trauen, wie wir im Vorstehenden gezeigt haben. Solange ein Windthorst an der Spitze einer Partei steht, wird eS innerhalb derselben mit der Wahrheit nicht so genau genommen; solange ein Schorlemer ihm sekundirt, werden der Freiheit immer die schwersten schlief, allein zu lassen, und in die Küche hinunterzugehen, um fich die Kalbsnieren selbst zu backen. Während sie Eier und geriebene Semmel und Pfeffer und Seschmolzene Butter durcheinander rührte, war Milly gekommen, !re Mutter zu besuchen. Sie blickte in Frau Wrigley's Zimmer, fand sie eingeschlafen und wollte nun nach der Küche gehen, um dem Stubenmädchen etwas aufzutragen. Mit ihrem gewöhnten leichten und leisen Schritt eilte sie die Treppe bin- unter. Zu ihrem Erstaunen erkannte fie in der fremden War- kenn, welche am Küchenherde hantirtc, die Mutter Robert Petigrew's. Da sie selbst nicht gesehen worden war, kam Milly blitz- artig der Gedanke, hinauf ins Giebelzimmer zu eilen und nach der aeheimnißvollen Gefangenen zu sehen. Der Schlüssel steckte in der Vorzimmerthür. Milly lauschte- Alles war still. Sie trat ein, öffnete leise die Thür des Schlafkabinets. Eine schlanke Gestalt lag bleich wie eine Todte auf dem Bett. Milly näherte fich k'�Raum eine Viertelstunde später stürzte ste athemlos und händeringend in Myra's Zimmer, und warf sich ihr in Todes- angst. M Füßen � mir, ytrbergen Sie mich! jagen Sic mich fori! machen Sic mit mir was Sie wollen, denn ach, ich weiß etwas so Schreckliches. Ungeheuerliches!" „Was hast Du, Mädchen?" fragte Myra, die Weinende zu sich empoi hebend.„Was ist Dir? Sprich deutlich und ver- stündlich, liebes Kind." „D. ich habe ste gesehen, die Fremde, die Gefangene meines� Vaters! O, es ist Francesca, meine geliebte Franccsca �"�Francesca, wahnsinnig— in Deines Vaters Hause'" „D sie ist nickt wahnstnnig, ich weiß es. sie ist es nicht. Sie schlief oder befand fich m einer Betäubung. Mein anatt- volles Flüstern hörte sie nicht, und ich begann mich zu rürch- mmsm sagst,'' MUliV™ tntf�llC�e �schichte! Bedenke, was Du (Fortsetzung folgt.) Fesieln angelegt; und solange die Re i ch e n s p e r g e r und F r a n k e n st e i n die zweite Violine im Zentrum spielen, wird man dort Recht und Gerechtigkeit am hellen Tage mit der Laterne suchen müssen— das haben die letzt- genannten Herren bei der Abstimmung über ei» Ausnahme- gesetz unwiderleglich bewiesen. Der Divise des Zentrums:„Wahrheit, Freiheit und Recht" setzen wir nur daS eine Wort entgegen: Heuchelei! Politische Uederstcht. Laut Bekanntmachung des Reichsanzeigers finden die Wahlen zum deutschen Reichstag am Dienstag, den 28. Oktober, statt. Die deutschen Thierschutzvereine wollen ihren zweiten Verbandstag vom 24— 27. September in Dresden abhalten. Auf der Tagesordnung steht zunächst ein Antrag der Vereine Altona, Breslau und Köln auf Erlaß eines Reichsgesetzes, durch das angeordnet wird:„daß Schlachtlhicre nur nach vor- hergegangener vollständiger Betäubung(größere Thiere nur unter Anwendung der Schlachlmaske) getödtet werden dürfen;" ferner ein Antrag des Vereins Hanau betreffs Besteuerung der Hündinnen, sowie ein Antrag des Vereins Wuppertbal, dahin- gehend:„der Verband wolle dafür sorgen, daß auf dem Wege der Gesetzgebung im deutschen Reiche Schonreviere in staat- lichen Forsten für sämmtliche Vogelartcn, ohne Rückficht auf ihren Rutzcn oder Schaden eingerichtet weiden."— Man muß sich wirklich über die zarten Ansichten dieser Thierfreunde wundern. Gewiß ist es berechtigt, dahin zu streben, daß den Thieren Schutz zu Theil wird. Aber so lange wie man noch hunderte und taufende von Krüppeln im lieben Vaterlande finden kann, die frierend und hungernd auf Landstraßen und in den Städten ein Leben führen, das weit schlechter ist, als wie das Leben vieler Hunde und anderer hausthiere, und so- lange noch die Kinder armer Ardeiter sich begnügen müssen, wenn ihnen nur dasselbe Effen zu Thell wird wie vielen Hunden, so lange hat man vor allen Dingen die Pflicht, fich zunächst des Menschen zu erbarmen. Zu den Versammlungsauflösungen. Die„Demokra- tischen Blätter" bringen eine Korrespondenz aus Sachsen, in welcher es in Bezug auf Vereinsauflösungen heißt:„Wir möch- ten daran erinnern, daß die Wahlprüfungslommission den, später vom Reichstage gebilligten Grundsatz aufgestellt hat, daß die Anmeldung einer Wahlversammlung durch einen Sozialdemokraten an sich, auch selbst in Verbin- dung mit der Anlündiguug, daß in der Wahlver- s a in m l u n g ein Sozialdemokrat als Redner auftreten werde, nicht als Thatsache angesehen weiden könne, welche gemäß§ 9 Absatz 2 des Gesetzes vom 2l. Olto- der 1878 die Annahme rechtfertige, daß die Wahl- Versammlung zur Förderung der in Absaß 1 a. a. D- bestimmten Bestrebungen bestimmt sei. Auf Grund dieses Beschluffes sind verschiedene sächsische und andere Wahlen kasfirt worden. Es darf wohl keinem Zweifel unterzogen werden, daß auch der neugewählte Reichstag bei der Wahlprüfung das Prinzip adoptiren wird, das ihm sein Vor- gänger hinterlassen hat, und wir dürfen daher wohl an die Worte des Abgeordneten Dr- Hermes erinnern, der als Be- richterstatter über jenen prinzipiellen Beschluß der Wahlprü- fungskommisston dem Wunsche Ausdruck gab, daß die Bundes- regierungcn Veranlassung nehmen wollen, entsprechende Jnstruk- tioncn an die Behörden zu ertheilcn. Das Briefporto nach Angra Pequena und den deutschen Besitzungen in Westafrtka ist seitens der Reichs- postvcrwaltung auf 20 Pf. festgesetzt worden; zur Beförderung der deutschen Post nach Dorthin sollen die Woermann'schen Dampfer benutzt werden. Die genannten Niederlassungen wer- den dadurch in das Gebiet des Weltpostvereins gezogen.— Wie von verschiedene Seiten mitgethcilt wird, weiden die gedcckren Korvetten„Moltke" und„Gneisenau" auf den westafrikanischcn Gewässern in die erste Reserve gestellt, d. h. sie werden so weit ausgerüstet, daß sie nach Eintreffen des Befehls, in See zu gehen, binnen kürzester Frist reisefertig sein können. Der Rcichstagsabgeordnete Bebel war den 17. d. M., wie der„Volkszeitung" aus Sachsen mitgctheilt wird, vordem Amtsgericht zu Grimma im Verhör. Weshalb das Landgericht zu Chemnitz mit der Untersuchung betraut wurde, ist nunmehr aufgeklärt. Die Untersuchung ist gerichtet gegen v. Vollmar, Bebel und Gen. Da v. Vollmar in Msttwcida seinen Wohnfitz Serliuer Sonntagöplauderei. K. C. Was beherrscht Berlin augenblicklich? Die Singha- lesen find weg, sie nehmen vielleicht liebliche Erinnerungen mit zurück in ihre sonnige Heimath, wer kann wissen, ob diese braunen Jünglinge und Jungfrauen aufmerksam genug ge- wescn sind, um hier in Berlin die Segnungen des„Kleinen" und in Hamburg diejenigen des„Kleineren"— wenn man nämlich die Dimensionen Berlins mit denen Hamburgs ver- gleicht— an fich selbst zu erproben? Vielleicht haben diese Menschenkinder einer heißeren Zone nicht einmal Erfahrungen szenug gehabt, das Glück und den Segen, der augenblicklich m dieser Beziehung hier bei uns herrscht, zu bemerken, sie haben gewiß geglaubt, derartige------ Zustände gehören bei unS zum gewöhnlichen Leben, wie in Ceylon die Semmel zum Kaffee. Wer soll es diesen Wilden auch besonders übelnehmen, auch wir haben uns bereits so sehr an derartige Zustände gewähnt, daß es uns mindestens sonderbar vorkom- mcn würde, wenn wir uns einmal in anderen Verhältnissen bewegen würden. Die Singhalesen sind von uns gegangen, anscheinend ohne in geistiger und sittlicher Beziehung von den Berlinern etwas gelernt zu haben. Da find doch die Menschenfresser im Panoptikum ganz andere Leute, sie sind Berliner Brldung zu- gänglich, sie bequemen fich unseren Sstten und Gebräuchen mit einer wunderbaren Elastizität an, und wenn sie nicht die chokoladefarbige Haut trügen, sollte man meinen, daß sie min- destens mit Panke- wenn nicht gar mit Sprecwaffer getauft wären. Zu welchen Hoffnungen berechtigt nicht der junge Kannibale, der sich kürzlich mit der Virtuosität eines richtigen Berliner Louis eines Küchenmeffers zu bedienen verstand? In so jugendlichem Alter bereits eine schwere Körperverletzung hinter fich,— hat dieser Knabe aus Ausstraliens Gefilden nicht die bestimmte Ausficht, wenn er länger hier in Berlin bliebe, es zu etwas„Höherem" zu bringen? Ja, so verderben böse Beispiele gute Sitten. Der junge Mensch kam vielleicht hierher nach Berlin unerfahren und unschuldsvoll, in ahnender Sehn- sucht nach den unerschlossenen Schätzen unserer Hcimath, das Ideal seines Strebens war höchstens ein Schenkelknochcn seines Großpapas, den vielleicht die übrigen Familienmitglieder noch nicht gänzlich abgeknabbert hatten, und den er so mühelos erringen konnte, aber hier in Berlin ist er verdorben, wenn eine spaßige Küchenscc ihn reizt, so greift er nach unserer kannibalischen Sitte einfach zum Messer und rothcs Jungfern- dlut bespritzt die Küche des Panoptikums. Ob die Singhalesen auch Berliner Zeitungen gelesen haben? Vielleicht hat„Cetflom Rauke", der durch seine Einkäufe in dem Posamcntier-Gcsldäft in der Breitenstroßc durch konservative Blätter hier in Berlin eine gewisse Berühmtheit erlangt hat, den Bericht kannibalischer Gereizrhcit gelesen, und es wäre ge- wiß von Interesse gewesen, wenn jene Bläticr dem Publikum Kcnntniß verschafft hätten von der Gemülhsvcrfassung dieses ausländischen„Raufe", gewiß wäre eine derartige Erörterung lieber gelesen worden, als die langathmigen Berichte über die hat, so ist Chemnitz sein Gerichtshof in Landgerichtsangelcgen- heiten. Angeschuldigt find die Betreffenden, durch ihre Theil- nähme an dem Kopenhagcner sozialistischen Kongresse in den Tagen vom 29. März bis 2. April 1883 und zugleich durch Theilnahme an einer Verbindung im Jnlande, deren Dasein, Verfassung oder Zweck vor der Staatsregierung geheim ge- halten werden solle und zu deren Zwecken oder Beschäftigungen gehöre, Maßregeln der Verwaltung oder die Vollziehung von Gesetzen durch ungesetzliche Mittel zu verhindern, sich des Ver- gehens wider die§§ 128 und 129 des Strafgesetzbuches schuldig gemacht zu haben.— Bebel gab bei der Vernehmung seine Theilnahme an dem Kongresse zu und auch, daß er als Vor- fitzender fungirt habe, verweigerte aber jegliche weitere Aus- kunft, so lange ihm nicht das Beweismaterial der An- klage vorliege. Der Untersuchungsrichter bemerkte darauf, daß in den Akten vermerkt sei, falls Bebel die Aus- sage verweigere, solle ihm das Beweismaterial erst in der �auptverhandlung vorgelegt werden. Bebel blieb bei seiner Weigerung und verwies auf den§ 4 Absatz 3 des Straf- gesetzbuchs, nach welchem wegen Verbrechen und Vergehen im Auslande, durch einen Deutschen begangen, nur dann Ver- folgung eintrete, wenn diese Verbrechen und Vergehen an dem Orte, wo sie begangen, gleichfalls mit Strafe bedroht seien. Dies treffe im vorliegenden Falle nicht zu, da in Däne- mark alle Verbindungen gesetzlich seien. Auch habe seiner Zeit die Kieler Staatsanwaltschaft das in Neumünster und Kiel konfiszirte Material zurückgeschickt und eine Anklage nicht er- hoben, da kein Anlaß vorliege.(Schreiben des Reichskanzlers vom 24. April an den Reichstag.) Ob eine Verbindung im Jnlande nachgewiesen werden kann, muß abgewartet werden, doch dürfte dies wohl zweifelhaft sein, da man sonst mir dem Bewcismaterial nicht so zurückhaltend sein würde. Wahlschein- lich glaubt man, das Beweismaterial durch die verschiedenen Verhöre fich verschaffen zu können.— Auch Herr Ulrich, der Verleger des„Offenbachcr Tageblattes", hatte in derselben An- gelegenheit in Offenbach ein Verhör zu bestehen. Derselbe verweigerte auf Grund des§ 136 der Strafprozeß-Ordnung jede Erwiderung auf die Anschuldigung- v. Vollmar wird wohl in München verhört worden sein oder verhört werden. Von anderen Angeschuldigten in dieser Sache ist noch nichts bekannt. Aus Oesterreich. Die Einweihung einer czechischcn Schule in Reichenberg, gab zu erheblichen Exzessen Veran- lassung, welche am vorigen Sonntag begannen und am Mon- tag fortgesetzt wurden. Die Volksmenge war sehr erregt und bedrohte angeblich den czechischcn Agitator Dr. Schamanek. Die Polizei suchte, die Volksmaffen zu zerstreuen und da ihr diese? nicht gelang, so wurde Militär rcquirirt. Obgleich nun das Militär Angesichts der Massen die Gewehre lud, zog fich dieselbe dennoch nicht zurück. Inzwischen hatte fich der Ar- bciterführer, Herr Josef Schiller, erboten, auf die Menge in einer Ansprache beschwichtigend einzuwirken, und dieses Anerbieten war nicht abgelehnt worden. Wirklich gelang es auch der Einwirkung dieses Mannes, endlich die Räumung des Platzes durchzusetzen. Dieser Umstand verdient bezüglich der ganzen montägigen Affaire wohl im Auge behalten zu werden. Die Demonstranten dieses Abends waren ganz andere Leute, als jene am Tage vorher. Es fehlten unter ihnen die Studenten, die Turner und die wohlhabenderen Klassen unserer Bevölkerung. Arbeiter aus der Stadt und Umgebung bildetcten das Gros der Ansammlungen. Für uns ist es besonders bemerkenswerth, daß das, was der Polizei und dem Militär nicht gelang, einem einsachcn Ar- beiterführcr ein Leichtes war. Glückliche! weise waren die Be- Hörden verständig genug, diesem Manne das Wort zu gestalten und dadurch Blutvergießen zu verhindern.— Wie oft würden solche segensreiche Erfolge zu verzeichnen sein, wenn man leider nicht oft partout jede durch irgend ein Ercigniß hervor- gerufene Massenversammlung mittels Polizeigcrvalt auseinander zu dringen suchte; ein Wort von Seiten eines den Massen bekannten Mannes würde oft mehr wirken als 100 geschliffene Säbel. Schließlich wollen wir noch darauf hinweisen, daß es unserer Anficht nach Aufgabe der österreichischen Ar- bester sein muß, den Nation alitätenhaß aus ihren Reiben zu bannen Der deutsche Arbeiter Oesterreichs hat keine Ursache gegen den czechischcn Arbeiter desselben Landes vorzugehen und ebensowenig der czechischc gegen den deutschen. Sie leiden gleich stark unter, den heutigen Verhältnissen und haben alle Ursache, fich brüderlich gegenseitig zu unterstützen und jede Schürung des Nationalitätcnhasses zu bekämpfen. Die Weltausstellung in Antwerpen 1883. Die politi- Reden konservativer Führer und die entstellten und tendenziös gefärbten Meldungen über die Auslassungen anders denkender Redner, Da find wir doch mit einem Male wieder darin, gerade in dem Thema, von dem wir absolut nicht sprechen wollten. Im Grunde genommen ist auch nicht viel zu sagen, jeder Wahlkampf verläuft fast in derselben Weise, die meisten Kandidaten sagen ihren Antipoden möglichst viel Schlechtig- leiten nach, dieselben werden zu widerlegen versucht, indem man seinem Gegner noch größere Schlechtigkeiten anhängt. Allerdings scheint diesmal eine Neuerung bei uns einreißen zu wollen. Die Versammlungen schließen ja immer noch, wie üblich mit den landcsläufigen Hochs— aber anstatt man fich damit einfach begnügt, so giebt es jetzt noch als Extraver- gütigung außerdem— Keile. Wer soll die Keilereien nun provoziren? Niemand anders als der Berliner Arbeiter. In Sanssouci steht beispielsweise kürzlich ein solcher Un- mensch auf einem Tisch, um besser sehen zu können. Ein staatserhaltender Bürger stößt ihn herunter; er fällt einem Anderen auf den Leib, dieser haut ihm in edler Menschen- frcundlichkeit eine runter, der Arbeiter ficht keinen vernünftigen Grund, um sich das gefallen zu lassen, schlägt zurück— das Ende vom Lied find Schutzleute mit blanker Waffe und Be- richte in den verschiedenen Blättern über Sprengungen von Versammlungen durch Berliner Arbeiter. Wenn man nur jedesmal untersuchen könnte, wer eigentlich das„Karnickel" ist, welches anfängt, dann würde man gewiß recht häufig zu ganz wunderbaren, überraschenden Resultaten kommen. Wenigstens ist der Alp von uns genommen, der Termin 'zu den Wahlen zum Reichstage ist festgesetzt, und der 28. Oktober wird zeigen, wer in den verschiedenen Berliner Wahlkreisen die Oberhand behält. Ja, für den wahlberechtigten Staatsbürger ist es eine böse Zeit. Allabendlich crnc Versammlung, in der man nicht fehlen darf, dann kommen vielleicht noch einige Liedhaberoercine hinzu, zu denen natürlich jeder Berliner gehört, wo bleibt da das Familienleben? Möglich, daß manche junge Frau seufzt, sie beruhigt sich jedoch bald, fie weiß, daß es Pflicht ihres Mannes ist. jetzt nicht zu fehlen, jetzt muß er sich losreißen vom gemüth- lichen, heimischen Herd, er gehört jetzt in den Dienst der Allge- meinhcit. Und jeder Einzelne soll jetzt rhätig sein zum Wohle Aller, es gilt jetzt zu zeigen, daß man die richtigen Anschauun- gen hat vom menschlichen Leben, und die Manncswürde er- fordert es, dahin zu streben, daß diesen Anschauungen, diesen Ucberzeugungen auch der richtige Ausdruck verliehen wird. Der Tag ist jetzt festgesetzt, an welchem wir Berliner Arbeiter zeigen werden, daß wir uns von keiner Seite haben beeinflussen lassen, daß wir, weder verlockt durch die Ver- heißungen auf ein besseres Jenseits noch durch anderweitige gleißnerische Ver prcchnngcn, den festen, unumstößlichen Willen haben, das zu erstreben, was wir für recht und wahr erkannt haben. Gerechtigkeit und Menschlichkeit, das find unsere Ziele, fie find des Schweißes der Edlen wetth, und jeder, der Gefühl schen Konflikte in Belgien haften die Arbeiten in Anb»� in keinerlei Beziehung auf. Sämmtliche Bauwerke umMP festgesetzten Zell fertig gestellt, und die Eröffnung der AttsPJJ wird nicht um einen einzigen Tag verzögert sein. KlfWPj gehen die ungeheuren neuen Schelde-Oais ihrer VoluiW entgegen, wo schon jetzt die größten Dampfer mit einem � gang von 14 Meter zur Ebdezcit anlegen. Die„KölmM� rung" begrüßt in einem Leitartikel die von Frankreich, p' und Italien gemachten Vorbereitungen und ermahn deutschen Fabrikanten, entweder von jeder Betheiligring w stehen, oder fich an dieser Ausstellung in großartiger � kolossaler Weise zu bethelligen und fügt hinzu:„Wo M nicht die Einzelinteressen, sondern die Gesammtintereffe» Vaterlandes in Betracht zu ziehen." Nach der Zeitung" ist die Konkurrenz aus dein Gebiete der Zndwj und des Handels ein Kampf bis aufs Messer geworben,(s da überall die Produktion die Konsumtion übersteigt, stA nur Derjenige den Sieg davontragen, welcher die größte tr tigkeit und Energie beweist.— Daß die Konkurrenz auf Gebiete des Gewerbslebens zu einem Kampf bis aussa geworden ist, ist längst allgemein bekannt und zeugt« her von großer Naivetät, daß die Lefter des sogen»« „Weltblattcs" erst jetzt diese Entdeckung machen. 3? Tg gen sahen wir nicht ein, warum diedeutschen Jndustncum nicht voll und ganz an dieser Ausstellung bethciligen stärker und vollendeter die Bethciligung, desto besser gesammte Vaterland. Niederlande Kammer das Budget eingebracht. Fl. Ausgaben ein Defizit von 15 Millionen auf, in die Kosten für die eventuelle Demonetisirung des Sude!-.1 begriffen find. Im ordentlichen Budget ist ein Defizit«»«lJ 3'l, Millionen veranschlagt, das durch Erhöhung vcsscdi� Steuern gedeckt werden soll. In demselben find ütMbtßJ trächtliche Ersparnisse vorgesehen worden. Die RegierM � digte gleichzeitig Gesetzentwürfe über Einführung»tntt&o steucr und über Abänderung der Stempelsteuer an-" V| Defizit und wieder Defizit! Der Finanzminister hat heute in '•''' Dasselbe weist bei 1#% In Rufiland hat die Kommission für die WLl g des Gefängnisiwesens ihre Arbeiten zu E ist zu dem Resultate gekommen, von einer r Gefängnißreform vorläufig abzusehen; i e uw'ät TJt Verbcsserungen, welche von ihr in Ausstcht genommen m., immerhin nicht unerheblich und die Realisation dersetd� noch irn Laufe dieses Jahres in allen Gouvernements M J Zeit stattfinden.— Wenn nur erst der Anfang dazu fl J werden würde! Auf die gefaßten Beschlüsse ist wenig V> m der Regel»erben Je nicht ausgeführt._ NKSSW-M-M sprachen. Zum Schluß entspann sich zwischen Herrn einem anwesenden ehrsamen Schuster ein lebhaftes wegen verschiedener von Erstcrem angestellter Betraa-A über einen Schutzzoll für Schuhmacherarbeit.— Am® tagten die Sozialdemokraten in Roskilde, wo HörduM sollte, aber nicht erschien. An seiner Statt traten em aus Roskilde und ein Tischler aus Kopenhagen auf, ß der Erstcre erklärte, daß weder die Rechte noch vre f � im Befitze eines Programmes befände, das werth, F zu werden. Zum Schluß trat noch ein weiterer der, sich über die„Kiegstollhcit" auslassend, u. A Jy# den Ersten als den„größten Schlachtenmcister der � zeichnete.— Am gleichen Tage waren die Linkenan?» O jütländischen Hauptstadt unter Führung von Björn d»! A versammelt, wo auch Herr Pingel erschienen war, dn Rede die Behauptung aufstellte, daß Estrup zu K«u.n. � werde, sobald das Folkething ein willcnsstarles Pull H rf habe. Am Freitag beabsichtigte die Linke, in d# Äalborg ein Volksmcetrng abzuhalten, auf welchem° � M ri'mfrtr rmrh IXH**> flC '4 BmnmSCenü Buggan: ber'�% gm% jT nn Held war. Veranlassung gab. Znmschen. 15 000 dem Arbeisterstande der trrschen Metropol» Personen marschirtcn in Prozesfion durch vre Ha»" � für fich und seine Mitmenschen im Herzen trägt, 1- /ßi weiß, wie sehr wir unter den Lasten unserer WA. wirrhschaftlichcn Zustände seufzen, dessen vc:1 L, j erste Pflicht ist es, zu uns zu stehen,... M in dem Ansturm der Parteien nur nram ch jj unsere geschlossene Massenhastigkeit, wir, ken„ � Phrasen, wir wollen das hohle Wortgcllingel ntctn,, M das reale, das positiv Gute. Leute, die uns etnm}J haben, kennen wir nicht mehr, es ist ein blutiger Verständniß der Berliner Arbeiterpartei sür pohtisclic��,� wenn jene Leute, die es gewagt haben, für für ihre Mitbürger zu stimmen, beute wieder die ,M heit besitzen, mit dem unschuldigsten Gestckt von. jt die Arbeiter hinzutreten und zu sagen:„Wir Bestes wollen, kommt uns zu, und es soll Eu« den." Wenn................. kann das Male geschieht, „Potsdamer" sein, und um das Ju„"mi, gehört noch eine größere Dummheit, als fie fonn* Freifinnigen" eigen ist._., Vorläufig ist es ja noch eine ziemliche Zctt v ereignißreichen Tage, und wenn bis dahin au. und eifrig gearbeitet werden muß, so droht v jß p, tungen vorläufig noch ein anderes Gespenst, hf Oktober mit fernem ominäscn Umzug. Jeder,\l.M Kind und Kegel gezogen ist, weiß, was das � macht, schon wochenlang vorher macht sich«er bar, man fühlt fich nicht mehr heimisch»de �■ Räumen, man weiß ja doch, daß man diesetve» � Und dann die UngemAhlichkeit! Es wird gel putzt, die Frau läßt es sich nun einmal n>«. V J &&&# auf den Wagen geladen werden. leichter gesagt, wie gethan, das v entschieden nicht das Suchen, sondern das F» Fräs- o Wohnung. Da klagt und jammert» lich macht fich der Mann auf d'e. e As!!w;ä spitze oder aufgedunsene rolhe Nase komm zein. schüchtern wird die Bitte vorgetragen. p Z•> schweres Geld wohnen zu dürscn. Hiird„f. ich überhaupt keine Wohnung," schnarrt e bescheidene Kleidung des Arbeiters Ä1 sä Herren Hauswirthe fich ein Wenig w�r, eiS«., und fich darüber klar werden möchten, � Wohnungen" find, so würde mancher Weg, steigen und mancher Aerger gespart werv 3f!on ©tabt, um dem Andenken dieses Mannes, dessen einziger An- l?ruch auf ihre Achtung darin bestand, daß er ein hervor- «genoer Fenier gewesen, einen öffentlichen Tribut der Achtung «u zollen. «Us Egypten liegen Nachrichten vor, welche nicht nur « 2 sondern auch finanziell von bedeutender Tragweite 5?0'...Dlc egyptische Regierung kann die Zinsen für die �Wtlschen Staatsschulden— und diese find kolossal— nicht Mr bezahlen, und noch viel weniger kann fie die mit den anderen Mächten vereinbarten Bedingungen bezüglich der Amortisation des Schuldenkapitals innehalten. Wo es fich um Geldsachen handelt, da hört bekanntlich die Gemüth- , r auf' und so erregt die betreffende Verfügung der Wpuschcn Regierung ein Zeter- und Mordio-Geschrei in allen �oitalistenblättern. Wahrscheinlich wird man fich von Seiten ».�öubiger bemühen, die verschiedenen Regierungen zu »rotesten hiergegen zu veranlaffen.— Das Volk des Pha- Menlandes ,st jedenfalls am übelsten daran, auf seine �chultem kann ja doch nur allein die Last abgewälzt werden, omn die Herren Paschas werden schon sehen, daß fie nicht zu wrz kommen._ Wahlbewegung. b- ,5« Berliner Wahlkreis. Der Wahlverein der deutschen ponschrNtspartei im 6. Berliner Reichstags-Wahlkreise„dcutsch- nerfinnig" veranstaltet eine große fortschrittliche «vahler-Vers am mlung am Montag, den 23. Sep- gttiber, Abends 8 Uhr im Börsensaale des Akticn-Viehhofes, MMenstraße. Zugesagt ist ein Vortrag des Reichstags- und ..«.�abgeordneten Herrn Lndmig Löwe. Es handelt fich " des Kandidaten der Partei für die umaüfRellung" «vorstehende Wahl. ..Mr Breslau find nun auch die Kandidaten der Deutsch- �ifiumgcn definitiv festgestellt. Der Stadtrichter a. D. Jul. rnedlanoer wird für den W e st e n, der Gutsbesitzer Dirichlet i y ,? Osten kandidiren. Die Kandidaten der Sozialdemokraten lnd Kräcker und Hasenclever. D s k» l e s. .. Lauter Schwindel. Die„Berliner Zeitung" erzählt chrcn Lesern folgende unheimliche Geschichte:„Der Vertheilcr Mal-demokratischer Schriften soll in der Person des Maurers ?ZoIz, Hermannstraße 5 wohnhaft, ermittelt worden sein. �?olz soll nicht nur ein Geständniß abgelegt, sondern noch judere Bethciligte namhaft gemacht haben. Gegen die Be- «essenden ist die Ausweisung beantragt."— Das ist Alles �ohr. Herr Scholz thcilt uns nämlich mit, daß er weder geständniß abgelegt, noch andere Bethelligte namhaft ae- Jh. t, und das Alles aus dem einfachen Grunde, weil ihn uoerhaupt Niemand danach gefragt hat; er hat in einer solchen Angelegenheit bisher noch mit keiner Behörde zu thun gehabt. S® m* sehr unrecht, derartige alarmirende Nachrichten ohne »Ntsung in das Publikum zu schleudern; sie rufen immer nur ganz unnöthige Aufregung hervor. e. Immer wieder das Asphaltpflaster. Jedesmal, ??on das Äsphaltpflaste in den Straßen Berlins durch die gotischen Sprengwagen begossen wird, wiederholt fich das ff« me Passanten ebenso nervenerregende als für die Fuhr- werigbesttzer kostspielige Stürzen der Pferde. Vor Kurzem «leuten� wir mit, daß auf dem Schloßplay, an der Brüder- Wvk, in kaum einer Stunde zehn Pferde aus dem besprengten «sphaltpflaster zu Fall gekommen waren. In der Königstraße, vom Hauptpostgebäudc bis zur Stadtbahnstation Alexander- N-zählt man noch häufiger das Stürzen der Pferde, sobald vv» Asp Haltpflaster gesprengt wird. Bisher wurde allgemein genommen' das Sprengen der Straßen geschehe nur, um zu erhnrdern, daß der fich entwickelnde Stauo die Paffanten be- 'vulfte. Von dieser Annahme muß man aber abkommen, wenn man jetzt flehy daß kurz hinter den Sprengwagen mehrere �«aßenreinigec mit den bekannten Gummi-Asphaltstraßen- kommen, welche mit diesen Reinigern die Straße von AM Schmutz(Pferdcdung*() säubern, welcher durch das Gaffer abgeweicht wird und fich so schneller beseitigen läßt. «"Ichernend will man hierdurch die Straßenreinigerjungen er- Avren, die auf einzelnen Strecken die Straßen durch sofortiges �vfegen stets sauber halten. Will die städtische Straßen- s�msungsverwaltung die Asphaltstraßen auf die neue Art Mdern, dann müßte fie wenigstens nach erfolgter Besprengung N-?lraßen sofort mit Sand bestreuen lassen, ein praktisches Zufahren, das leider nicht immer gleich bei einem eintretenden Aegcn beobachtet wird. a- Eine Spielerbande, bestehend aus 24 Bäckergesellen, !?°vrgestern Abend 6 Uhr in einer Hofwohnung eines Hauses «�.inbergsweg von der Kriminalpolizei ausgehoben worden. Wohnung gehört der Frau des Bäckergesellen St., welcher q.*«ff von ihm arrangirten Glücksspielen(Meine Tante, Deine »„.-�die Bank hielt und dabei von den Bäckern G. und H. Utersiützt wurde. Als die Polizeibcamten plötzlich in das «rmmer traten, verschwanden sofort vom Tisch die Karten und der Tempel und die Versammlung löste fich im Nu in harm- lose in Gesprächen befindliche Gruppen auf. Sämmtliche Spieltheilnehmer wurden zur Wache gebracht und nach Fest- stellung ihrer Personen wurden 21 Bäckergesellen wieder entlassen, während die drei Spiel-Entrepreneure, St., H. und G-, festgenommen und gestern zur Haft gebracht worden find. Schon seit Jahren ist in der St.'schen Wohnung an bestimmten Tagen der Woche zu hohen Einsätzen getempelt worden, und mancher unerfahrene Bäckergeselle um seine Ersparnisse gebracht worden. N. Der Veterinär-Polizei» ist es wieder gelungen, einen sehr bedeutenden Fang zu machen. Von auswärtigen ea gros Schlächtern wurde mit der Görlitzer Bahn ein großer Trans- port Fleisch hierher gebracht. Bei der Untersuchung des Fleisches seitens der Veterinär- Polizei, sah fich dieselbe veran- laßt, den größten Theil des Fleisches, welches bereits in Fäul- niß übergegangen, mit Beschlag zu legen. Dasselbe wurde der hiefigen Abdeckerei überwiesen. g. Eine seltene Jagdbeute wurde, wie uns mitgctheilt wird, am 16. d. Mts. bei einer Jagd bei Tempelburg am Drazigsee(Hinterpommem) gemacht. Diese Beute bestand in einer Hirschkuh mit nur drei Läufen(Beinen). Der fehlende rechte Hinterlauf muß schon seit Jahren fehlen, denn an dem abgeschossenen Theil war die vernarbte Wunde bereits wieder behaart. Der Fuß war dicht unter dem Kniegelenk abgeschossen. Die erlegte Hirschkuh wurde an den Fabnkbefitzcr Urban in Stettin gesandt. N. Einbruchsdiebstahl. Die Dienstmädchen des Nestau- rateurs Schwänzer, Friedrichstraße 66, wurden gestern Abend zwischen 6 und 8 Uhr das Opfer eines Diebstahls. Den armen Mädchen wurden sämmtliche Sachen, der einen, welche fich in nächster Zeit verheirathen wollte, sogar die ganze selbst gefertigte Aussteuer, gestohlen. Das Haus Friedrichstraße 66 muß von Dieben besonders gern heimgesucht werden, denn am Donners- tag find bereits die Klinken der Hausthür gestohlen werden. Die Untersuchungen seitens der Kriminalpolizei find im Gange. Gerickts-Bettung. Zwei Erpressungs-Anklagen gelangten heute vor der zweiten Strafkammer hiefigen Landgerichts l zur Verhandlung. In der ersten war der Kaufmann Ferdinand Waldemar Eick- hoff angeklagt, welcher seine Schwiegermutter, die verwittwete Frau Schulz, durch Ausstoßung schwerer Drohungen zwingen wollte, mit ihm wegen der seiner Ehefrau zufallenden Erbschaft ein ihn flcherndes Abkommen zu treffen. Als ihn auf dem ersten Brief angedeutet wurde, daß er fich durch denselben eines Er- preffungsversuchs schuldig gemacht habe, richtete er einen zweiten Brief an seinen Schwager, den Gärtner Fritz Schulz, welchen er eines sträflichen Verhältnisses mit seiner Mutter bezichtigte. Er erklärte darin, daß er die Erpressungsstrafe nicht scheue und daß er, wenn seinem Verlangen nicht ent- sprachen werde, die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstatten wurde. Der Angeklagte bestritt, daß er es auf eine Geldab- findung abgesehen hatte; er habe nur, da seine Schwiegermutter, die auf Grund eines wechselseitigen Testaments die Versügungs- Gewalt über das hinterlassene Vermögen des Schwiegervaters erlangt hat, dasselbe an seine Verwandten verschenkte, eine Sicherstellung des Erbtheils seiner Eheftau erlangen wollen, worauf er entschieden ein Recht habe. Der Gerichtshof war hierüber aber anderer Meinung und verurtheilte daher den Angeklagten mit Rückficht auf die Schwere der Drohung zu' einer Gesammtstrafe von fünf Monaten Gefängniß.— In dem zweiten Fall hatte fich das Dienstmädchen Bertha Emilie Blankenburg verketten lassen, an ihre frühere Dienstherrin, Frau Rentier Metelmann, welche ihr bei der erfolgten Dienst- entlassung für eine zerschlagene Karaffe vom Lohn 5 Mark ein- bchalten hatte, einen Brief zu richten, in welchem fie, bei Ver- meidung einer Denunziation, wegen einer aus der Luft gegriffenen Handlung, diese 5 Mark zurückforderte. Der Gc- richtshof belegte die bisher noch unbesttafte und noch jugend- liche Angeklagte für diesen Akt der Gemeinheit mit einer Ge- fängnißstrafe von sechs Wochen. Arbeiterbewegung, Uereine uns Gersummlungen. ». Eine Versammlung der Maurer fand unter sehr reger Detheiligung am Frertag Abend in der Norddeutschen Brauerei statt, und zwar wiederum in Angelegenheiten der Exekutionsvollstreckungen des Magistrats gegen die Mitglieder der freien Hilfskasse(Grundstein zur Einigkeit). Nachdem Herr Conrad den letzten Punkt der Tagesordnung;„Der Vertrieb des„Bauhandwerker" durch den Spediteur Meyer, Bernauer- Straße 31", in Uebereinstimmung mit der Versammlung zuerst erledigt, theilt derselbe mit, daß in dem am 16. September stattgehabten Termine die Kläger mit ihrer Klage gegen den Magistrat abgewiesen worden seien, und rieth demzufolge von allen ferneren derartigen Maßnahmen ab, empfahl vielmehr, eine Beschwerde der Mttglieder der freien Kasse an den Herrn Minister und den Herrn Ober-Präfidenten, in welchem Sinne fich auch die Versammlung entschied und eine Beschwerde be- schloß, welche einer demnächst einzuberufenden Verfammlung zur Unterschrift vorgelegt werden soll. Der Louisenstädttsche Bezirks-Verein Vorwärts hielt am 17. ds. Mts. seine regelmäßige Vereinsversammlung ab, in welcher Herr Th. Metzner einen Vortrag über„Die Arbeiter und die Arbeiterfteunde" hielt. Redner weißt darauf hin, daß die Arbeiter den Größten Theil der Bevölkerung ausmachen und daß von ihrem Wohlergehen, da fie doch die Majorität bilden» das Wohlbefinden des ganzen Volkes abhängt. Der Arbeiter nimmt nun aber gerade keine glückliche Lebensstellung ein und deshalb ist es seine Pflicht, so viel wie möglich zur Besserung seiner Lage beizutragen- Die bevorstehende Reichstagswahl ist nun ein's von densRechten, welche er noch ungeschmälert ausüben darf, ja ausüben muß, leider ist der Jndifferentismus bei den Meisten so groß, daß fie von den ihnen zustehenden Rechten gar kein echGebrauch machen. Der befitzendcn Klasse ist diese Macht, die die Arbeiter repräsentiren wohl bewußt und fie sucht fich dieselbe dienstbar zu machen, indem fie fich dem Arbeiter bei der Wahl als Freund aufdrängt, ohne daß fich derselbe bewußt ist, irgend- wie um diese Freundschaft geworben zu haben. Die konser- vatwe Partei will die wirthschaftliche Stellung des Abeiters verbessern, denselben dafür aber politisch vollständig von fich abhängig machen. Die liberale Partei dagegen will ihn politisch unabhängig machen, wirthschastlich aber zum willenlosen Werkzeug ihrer Hände degradiren. Unter diesen Verhältnissen ist es für den Arbeiter geboten, zur Wahrung seiner Interessen einen Mann aus seiner Mitte zu wählen, denn nur ein solcher kann dieselben voll und ganz vertteten. Zu der Frage: Wie verhält fich der Bezirksvercin bei den be- vorstehenden Reichstagswablen? sprachen fich die Redner dahin aus, daß es Aufgabe der Mitglieder sei, stch zu Agitatoren für ihre Sache auszubilden. Herr Sttehlow machte noch aufmerk- sam, daß Listen am Eingange zum Vereinslokal ausliegen, in welcher fich Diejenigen, welche bei der Wahl thätig sein wollen, einzeichnen können. Ein Antrag, die nächste Versammlung auf Mtttwoch, den 8. Okt., zu verlegen, da der 1. Okt., an welchem die Versammlung statutenmäßig stattfinden müßte, gerade der Umzugstermin ist, wurde von der Versammlung acceptirt. Aufruf! An die Möbelpolierer Berlins für Kastcnarbeit. Kollegen! Der Zeitpunkt ist gekommen, wo die von Euch ge- wählte Lohnkommisston es an der Zeit findet, die immer mehr und mehr finkenden Löhne aufzubessern resp. die Arbeitszeit zu verkürzen. Zur näheren Besprechung in dieser Sache ist eine öffentliche Versammlung zum Montag, den 22. September, Abends 8 Uhr, in Keller's Salon, Grüner Weg 29, einberufen. Pflicht eines jeden Möbelpolierers ist es, in der Versammlung zu erscheinen, Die Kommisfion. In der von der Lohnkommission der Berliner Schnei- der zu Mittwoch, den 24. September er., Abends 8Mi Uhr. nach Gratweil's Äierballen, Kommandantenstr. 77—79 einberufenen großen Schneider- Versammlung sollen nebst der Er- gänzungswahl der Lohnkommisfion, höchst wichtige Gegenstände aus Civil- und Militärgeschäften zur Diskusfion gestellt wer- den, und ist es dringend nothwendig, daß alle Schneider, gleichviel ob Eivil-, Militär- oder Lieferungsschneider recht zahl- reich erscheinen. Der Arbeiter-Vezirksverein der Rosenthaler Vor- ftadt hält Montag, den 22. d. M.» Abends 8 Uhr, im Germania-Theater, Weinbergsweg 10— Heine große Versammlung ab. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Krohm: Die politische Situation. 2. Ergänzungswahl des Vorstandes. 3. Fragekasten. Gäste sind willkommen. Mitglieder werden auf- genommen. Eine Mitgliederversammlung der Gewerkschaft der Maschinenbauer und Metallarbeiter findet am Mittwoch, den 24. d. M., Abends 8 Uhr, in der Norddeutschen Brauerei statt. T.-O.: 1)„Wie organistren wir uns in Zukunft". Re- ferent Herr Michelsen. 2) Geschäftliches. 3) Fragekasten. Gäste find gern gesehen- Mitglieder werden aufgenommen. Eine Versammlung der Mitglieder des Fachvereius der Tischler findet am Montag den 22. d. Mts., Abends 8'|, Uhr, im Lokale des Herrn Müller, Ackerstr. 144, statt. T.-O-: 1) Vortrag des Herrn Dr. Bohn über Afrika. 2) Der Beschluß des Vorstandes, Verschiedenes und Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste find will- kommen._ Neueste MclmMen. Agram, Sonnabend, 20. September Nach dem nunmehr feststehenden Resultate der Landtagswahlen in Kroatien find 70 Kandidaten der Regierungspartei, 24 Kandidaten der Ovpo- fitionspartei resp. der Starcevics'schen Partei, 13 Unabhängige und 3 Abgeordnete gewählt, welche keiner bestimmten Partei angehören, aber für die Regierung stimmen werden. Die Er- öffnung des Landtags ist auf den 30. d. M. festgesetzt worden. Wien, Sonnabend, 20. September. Der Anarchist Anton Kämmerer ist heute früh durch den Strang hingerichtet worden. Theater. IS!b. MS1- Ät'rÄÄ. — SSSL i82. Vorstellung. Die weiße Dame. 184. Vorstellung. Assunta Leoni. Conm„„ Deutsches Theater: Aiontn?- Die Welt, in der man steh langwellt. -ZÜM: Donna Diana. ®onnttt| fVn' l�uu' VlvlCllu T' mm".'tgii |p, Maria Stuart. Marie Seebach. Mana Stuart -—: Dieselbe Vorstellung. Friedrich. Wtthelmstädtisches Theater: Montags' Bettelttudcnt. ♦ V»|-!■**) Der Bettelstudcnt. Dieselbe Vorstellung. Bonn» c« Walhalla-Operetten-Theater: Rostna. —-SSz Dieselbe Vorstellung.____ «; Art. o, r, Central-Theater: �«intQo■ q 9oio&ftra|c 30. Direktor: Ad. Ernst. in 4 52. Male: Jäger- Liebchen. Gesangspoffe G ftr len Son L. Treptow; Couplets u. Quodlibets v. *0 Munt von G. Steffens. Kassen- Eröffnung Anfang der Vorstellung 7 Uhr. �-JLJDieMbe Vorstellung. Anfang 7V. Uhr._ e... Residenz-Theater: . Dtrefhon: A. Anno, Blumenstraße 9. c5eunten Male: Die Sirene.(La Flam- 9» Slotir Vnrh«- aum neunten Male; Der erste Vorher, zum neunten Dieselbe Vorstellung. �°nntaa:„ Male: Oftend-Theater: Gastspiel des Herrn Heimerdinger Zum zweiten Lo nis enftädttsches Theater: Sonntag: Sechstes Gesammtgastspiel der Liliputaner.(Die (leben Zwerge). Robert und Berttam. Große Posse mit Gesang und Tanz in 4 Abtheilungen von Ä- Räder. Anfang 7 Uhr.— Preise der Plätze: Mittelloge 3 M., Orchesterloge 2.50 M-, Proszeniumsloqe und Sperrsitz 2 M-, erstes Parquct 1,50 M., erster Rang 1,50 M., zweites Parquct, Balkon und Nische 1 M. Entree 75 Pfg. Montag: Dieselbe Vorstellung._ Viktoria-Theater. Sonntag: Wallensteins Lager. Montag: Wallensteins Tod.___■__ Wallner-Theater: Zum 9. Male: Lottchen's Spielkamerad. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alha,mbra,-TIißa,ter. Wallner-Theaterstr. Nr. 15: Eröffimng. Sonntag, den 21. September d. I. Novität: Zum 1. Mal: Novität: Die Reise durch Europa. Gr. Ausstattungsreisepofle mit Gesang in 6 Bildern von B. Görlitz. Mufik von Th. Franke. Anfang des Concetts 6 Uhr, der Vorstellung V/t Uhr.[815 Entre 30 Pf. KÄÄg?»«>■ _ Montag: Die Reise durch Europa. Arbettsmurkt. 8401™*«' 24a.*. 1 (D. R.-P.) Keine Handarbeit ist so lohnend und amüsant,% � praktische Handweberei für Damen und Kinder. Namentlich zur Herstellung von Wechnachts-Arbeiten sehr empfehlenswerth. 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Delegirten-Versammlung der Tischler- Dienstag, Abends 8'/, Uhr, Alte Jakobstraße 37. Tages-Ordnung: 1. Die drohenden Arbeitseinstellungen in der Küchenmöbelbranche. 2. Vorlegung der Minimal- tarife soweit dieselben berathen. 3. Verschiedenes. Alle Delegirte am Platz. Die Kommisfion der Tischler 837]__ I. A. Gustao Roedcl. Gewerkschaft der Maschinenbau- und Metallarbeiter. Mittwoch, den 24. d. Mts., Abends 8 Uhr, Mitglieder- Versammlung in der Norddeutschen Brauerei. „Wie organifiren wir uns in Zukunft". Referent Herr Michelsen._[W8 Die General-Versammlung der Mitglieder der Central-Kranken- und Begräbnißkasse fit Krauen(Eingeschriebene Hifskaffe Nr. 26 Offenbach a.M.) findet Sonntag, den 21. Sept., Nachmittags 3 Uhr, im„Restaurant Mehlert", Andreasstr. 56 statt. Bitte jedes Mit- glied pünktlich zu erscheinen. Neue Mitglieder werden daselbst aufgenommen. 798 Der prov. Bevollmächtigte C. Richter,! Andreasstr. 20, Hof r. 3 Tr. Versammlung der Berliner Mitglieder des Kranken- Unterstützungsbundes der Schneider, Kürschner, Posamentierer u. Bernfsgenossen sE. H.) in Gratweil's Bierhallen. Kommandantenstrafie 77/79. Sonntag, den 21 September er., Nachm. 5 Uhr. Tages-Ordnung: 1. Fortsetzung der Berathung über die Statuten-Vorlage und Anträge hierzu. 2. Delegirten-Wahl. Das Quittungsbuch ist vorzuzeigen. 820]_ Der Lokal-Vorstand. Irb-Gez.-Verem derNosenlh. Vorst. Montag, den 22. September d. I., Abends 8 Uhr, im Germania-Theater, Weinbcrgswcg 10/11, Große Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Krohm:„Die politische Situation. 2. Ergänzungswahl des Vorstandes. 3 Fragekasten 841]__ Der Vorstand. Arbeiterbezirksverein der Oranienburger Vorstadt und des Wedding. Montag, den 22. September, Abends 8'/, Uhr, im Lokal Wedding-Park, Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Der Verfall des Handwerks. Vor- trag von einem Mitglicde. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Vereinsbeiträge können in jeder Versammlung gezahlt werden. 839] Der Vorstand. Arb.-Bez.-Ver. der Schönhauser Vorst. Mittwoch, d. 24. d. M, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Meister, Schönhauser Allee 161, Versammlung. Vortrag des Stadtv. F. Ewald. Gäste find willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht.[812» Der Vorstand. I ScääS I "Maa*. »o "o 5 "8(3 B 2SS m iiSli�K- iif«* Jfl «5 a •e G 5W «Si-M- |IO l 1!## tei nm Iii* « l m s--- e ö-e K g a« i Miii iii|r T-< T-t T-«»—<»-H\ y-i 2 HS (3 I Bezirtsoerciu des werkth. Voltes im 29., 30. und 31. Wahlbezirk. Mittwoch, den 24. September, Abends ein halb 9 Uhr, Grenadierstr. 39 bei Harendt, Versammlung.[830 Das Necht auf Arbeit! Arbeiten will ich immerfort, Doch nennt mir nur den rechten Ott, Wohin man fich hat zu verfügen, Um reichlich Arbeit auch zu kriegen. Umsonst, mein Freund, ist jeglich Müh'n, Hast Du nicht sauber anzuzieh'n; Wer wird Dich wohl befchäft'gen, sage, Entsteht bei Jedermann die Frage, Weshalb Du wohl so schäbig gehst, Wenn Deine Arbeit Du verstch'st? D'rum ich es warm an's Herz Dir lege. Lauf eilig nach dem„Grünen Wege" Zur„gold'nen 95", hole, Geschossen wie aus der Pistole, Recht elegante Kleidung Dir, Dann find'st Du Arbeit, glaube mir: Ueber 10 000 Frühjahrs- und Sommer- Paletots(Mode 1884) in guten reinwollenen Stoffen zu bedeutend herabgesetzten Preisen 11, 13, 15, 18, 21, 24, 27 Ml. Prima.- 12 000 engl. Jaquet- u. Rock-Anzüge, ganzer Anzug nur 13, 15, 18, 20, 24, 30, 36 Mk. Prima- Ball- und Gesellschafts- Anzüge 30, 33, 36, 39, 42, 45 Mk. ff.- 7000 Hosen und Westen 6. 8, 10, 12, 14, 15 Mk. Pr.— Einsegnungs-Anzüge zu 14, 18, 20, 24, 26 Mk. ff.— Knaben- Anzüge zu auffallend billigen Preisen.— Waschanzüge, Alpaeea-Jaquets, Eomtoir u. 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Bruck uno Bmug von VtRC Ouoing in Bert« SW.,»ciuVsttoit 2. es it'l f)rßafc; acn m rth,- IckeBr�Z entgen sj iverdcn?� ;n Beilage M Kerliuer Volksdlatt. 145. Sonntag, den 21. September 1884. 1. Jahrgang. bekanntlich Europäische Lejitzungeu an der west- afrikanischen Küste. Borgehen Deutschlands folgend, haben rrt.«, als auch England neuerdings an mehreren dai 1- vcr westafrikanischen Küste das Protektorat erklärt. so am wreder ein beträchtlicher Theil des bisher noch unabhängi- drei V �Lebiets in europäischen Besitz übergegangen ist. Die li-K;» m.nen' welche jetzt an der Westküste Afrikas hauptsäch- iSh- w 5rach* kommen, find Frankreich, England und Deutsch defi'-Portugal hat allerdings ebenfalls Besitzungen daselbst, in- � Wen dieselben längst alle Bedeutung verloren. Im --Ä f-LZ B Saison' halbwo� n Ford» rit ZÄ und ragen Abnagt 1 Ülr. i« p Utende t s S? Nustcr§ Mven bei der Merenge � von Gib�lta? anfangend. nimmt KW O» f.. raßc (5 rr"� 2,50, 3.W 3.50. .sDl! £1 ■A dir%''"Ofnea rft vre Autorität des Sultans südlrch von Aga- ®onto Cruz schon so stark erschüttert, daß die dortigen !stan«.W? R* als unabhängig bezeichnen. Zwischen Wady mit Juby, das vor einigen Jahren in Verbindung »mann? Zwickte, die Sahara unter Wasser zu setzen, vielfach «Ä wurde., liegt das erste von einer europäischen Macht drssen i» Aobiet, Porto Crusado, das Spanien gehört: in- UM., h' t. e Sonj« Küstenlinie, von Cap Jubii bis zum Se- bbmh. etwa tausend Seemeilen weit, eine wenig ein- Gintro un? i?st unbewohnte Wüste, und nur in der Bat) von lij.--■, ,und südlich bis zum Cap Blanco findet man gelegent- lbmu„? oon den Canarischen Inseln, welche dort ihrem " Jm!5 k>ie gefangenen Fische für den heimischen die onc!°w Senegal beginnen die europäischen Besitzungen; iiärfiJ. T Lvn hier an von zahlreickien Flußmündungen, die,.. ,,.?od Baycn, welche den Schiffen sichere Ankergründe dschakk.. oormittelst welcher Handelsstraßen nach dem Innern «mennmk®01�" sind, durchbrochen. Die französische Kolonie b?« bat eine Küstcnlinie von 200 Meilen und erstreckt illii Salum Flusse, jedoch reichen der französische Ein- "»lb kranzöstschen Stationen noch erheblich weiter, bis der courn), etwas nördlich von Sierra Leona. Der Sitz !l>ichti.£'"ung im eigentlichen Sencgambien ist St. Louis, die Äij, Handelsstadt Dakar und die Hauptfestung Gorec. d«z k.Ma liegt die kleine aber wichtige Kolonie Baihurst und .... wbo-Territorium, dem sich das Gebiet des ein- leilen? Königs von Combo mit einer Küstenlinic von 20 efib �"lchließt, welches im Süden wieder von ftanzöstschem li nL ß Fahre 1837 angelegten blühenden Kolonie Sed- ...�omanca begrenzt wird. Am Eüdufer des genannten •«(inen»"'.man zuerst die portugiesische Flagge, die über dem %*. Zkqmnchorgebiet weht, welches im Osten an die fran- Mit stößt und aus einigen wenigen Lehmhütten «der K°;ratWn besteht. Von hier bis zum St. Domingo- ich-int hma eine Entfernung von wenigen Meilen, "«nn,. e:. Küstengebiet noch unabhängig zu sein; der ge- «m oberZr�" D dagegen im Besitz der Portugiesen, welche Sab desselben die Stadt Farim angelegt und die Stoben Söhre 1869 zum Freihafen gemacht haben: "!>d die a auch das südlich von letzterer gelegene Gebiet Sosiu. jL"fagos-Jnseln, welche zusammen mit jenem das por- ,0ch Sp■ �"o mit Bulama als Sitz der Regierung bilden. .'ichnan,!. �Snnern am oberen Ende dco Gcba liegende % pj. Station ist im Besitz der Portugiesen, wäh- "d vcrs�r �wsen die nördlichste der Bissagos-Jnseln, Bisfis, �reiib,? �ene kleinere Stationen an den Mündungen der *%+ v"-dstfie für sich in Anspruch nehmen, sodaß das ganze .Hm' kj- oem Namen nach unabhängig ist, wie schon er- "od g** nach Mellicourrp hinab unter französischem Einfluß Moerr I�ht, der sich in neuerer Zeit auch weit in das &'8(r aila"y ,e meisten der kleineren Staaten bis zum oberen »i'�icoi>?? ,obnt Hai Bei den Los Inseln in der Nähe von y Äeit pin wieder der englische Besitz, der sich in Ge- T �uhe von mit den Häuptlingen abgeschlossenen Eine 116110 nf: ]10P i Nemesis. Bühnenerinnerung von W N i ed er m a n n. (Aus der„Frankfurter Zeitung.") (Schluß.) WWSWÄM MN» W»?S "'Sirt ungemischten Bartkpi- Kwklifipments "tob @0, 'o-'S ist amüsant hier", s "«" ,oer rch wäre doch lieber vor der Schweiler i schmollte die junge, artgebaute wir auch MZMß-WW e,ne gewaltige innere Bewe- �—-c«,'°u?5Äte' Dame ein deutsches Lied. Sie and und trug ein verschossenes "S- stean kommt den deutschen Künstlern in Verträgen etwa 250 Meilen weit die Küste entlang ausdehnt und zu welchem Sierra Leone, die Sheworo-Jnsel und die Turncr-Halbinsel gehören. Im Süden grenzt an dies englische Territorium die Negerrepublik Liberia, die dem Namen nach bis hinab zum Cap Palmas reicht, während in Wirk- lichkeit die Autorität derselben weder im Norden, noch im Süden bis zur nominellen Grenze anerkannt wird. Der genannten Republik schließt sich das wichtige Kroo-Land an, dessen fleißige Bewohner nicht nur für die zahlreichen Handelsfaktoreien, sondern auch für die die aftika- nische Küste besuchenden Handels- und Kriegsschiffe die unent- behrlichen Arbeitskräste liefern und das etwa 200 Meilen weit bis nach Grand Bassam hinab unter der Herrschast unabhängiger Fürsten steht. Letztgenannter Ort und Asfinie waren ftüher im Besitz der Franzosen, wurden dann zu Anfang der Siedenziger Jahre aufgegeben, sind aber neuerdings von Frankreich wieder besetzt worden. Gleich jenseits Asfinie beginnt britisches Gebiet, das sich 300 Meilen weit die Goldlüste entlang am Mrne bin ausdehnt und zahlreiche wichtige Städte und Handelsfaktoreien aufweist. Der östlichste Hafen ist Quittah: zwischen dort und Grand Popo liegen Bageida, Klein-Popo und Gun Caffe, wo kürzlich die deutsche Flagge aufgezogen worden ist. An Grand Popo schließt sich ein kleiner Küstenstrich, welcher Dabomey mtt dem Hafen Whydah gehört: dann kommen Porto Novo, wel- ches jüngst von den Franzosen besetzt worden ist, und Fort Ajuda, über dem die portugiesische Flagge weht. Eine weitere Küstenstrecke von 180 Meilen, mit der Stadt Lagos in der Mitte, ist in englischem Besitz und reicht bis zur Küste von Benin, wo der englische Konful Hewitt über einen Theil der sogenannten Oelflüsse das britische Protektorat erklärt hat und wahrscheinlich auch den Rest des Nigerdeltas unter britischen Schutz zu stellen versuchen wird- Dem in letzter Zeit vielfach genannten und jetzt in deutschem Besitze befindlichen Kamerun- gebiete gegenüber liegen die Inseln Fernando Po, Principe und St. Thome, welche Portugal für sich beansprucht; dann kommt südlich von Kamerun eine 200 Meilen lange Küstenstrecke, welche von dem Banaka-Stamme bewohnt wird und bis zur Corisco-Bay reicht, in welcher eine kleine gleichnamige Insel liegt, die von Spanien besetzt ist, welches auch einen schmalen Küstenstrich auf dem Festlande zu beanspruchen scheint, ebenso wie Frankreich die Oberhoheit von Cerisco Bay bis hinab zur Mündung des Pemdo, eine Entfernung von 300 Meilen, sich reservirt hat. Die Franzosm haben hier von der Mündung der Ogowe und der Bucht von Gabun aus zahl- reiche Handelsverbindungen nach dem Innern angeknüpft, doch läßt sich schwer feststellen, wie weit sich ihr Einfluß in das Letztere hinein erstreckt. Zwischen dem französischen Gebiet und der Mündung des Congo, eine Entternung von 350 Meilen, steht das Küstengebiet zum größten Theile unter der Oberhoheit eingeborener Fürsten, die ihre Macht aber wahrscheinlich bald an Frankreich werden abtreten müssen, obgleich an den verschie- denen Flüssen zahlreiche anderen Nationen gehörende Faktoreien liegen. Bei Setti Kama find britische, bei Punta Negra fran- zösische bei Chinchoxo holländische, bei Landana portugiesische Handelsniederlassungen, während die internationale Assoziation vom Kwilu aus Verbindungen mit dem oberen Congo herge- stellt hat. An letzterem Flusse find fast alle Nationen ver- treten, und es wird deshalb von vielen Seiten gewünscht, daß die Congo-Mündung neutral bleiben möge. Südlich vom Congo ist die Küste 130 Mellen weit im Besitze eingeborener Stamme, an deren Gebiet sich die Be- fitzungen der Portugiesen anschließen, welche die Küste von 5° 12' S. bis 18° S. für sich beanspruchen, während England behauptet, daß die portugiesische Jurisdiktion erst auf 8° Süd beginnt. An das Gebiet der Portugiesen, das bis Cap Frio, eine Entfernung von 900 Meilen, hinabreicht, grenzen die Territorien der Kaffern des Dawara und der Hottentotten des Namaqua-Landes, die stch bis zum Oranje-Fluß ausdehnen und auf welchen jetzt die deutsche Flagge weht. Die Küste entlang liegt in der Richtung von Nord nach Süd eine Reihe kleiner Inseln, der Penguin Islands, die stüher große Guanolager Mühlhausen nun allerdings nicht mit Zuvorkommenheit ent- gegen, dennoch ist der Bewohner viel zu harmlos und em- vfänglich, und nimmt etwas Gutes auch von ihnen gerne an. Wenn aber, wie bei der unglücklichen Sängerin, Alter, Ruhe der Haltung und das perhorresz irte Notenblatt zur unsmn- pathischen Sprache kommen, so ist sie verloren. Störende Be- merlungen in deutscher und französischer Zunge wurden von »ersckiedenen Seiten laut. Da schlug die Sängerin plötzlich das Auge auf. Jetzt erkannte sie jener junge Mann und bebte zusammen. Noch vermochte Ottiliens Auge den Haufen der Spötter zu fascinircn; sie erschraken förmlich vor der unheim- lichcn düsteren Gluth und schwiegen. Aber auf der andem Seite des Publikums hatte man nur ihre Herausfordemde Haltung bemerkt— und fuhr fort in spöttischen Zwischenrufen. In der Mitte sitzende Familien verlangten Ruhe und ver- mehrten dadurch den Lörm. Die Sängerin hielt mitten in einem Takt inne: allein das Orchester spielte weiter und da sie darauf falsch einsetzte, vermehrte sie die Konfusion. Boshaftes Gelächter begleitete ihren Abgang. Die junge Frau hatte halb nach der Bühne, halb nach ihrem aufgregten Gatten geschaut.„Kennst Du diese Person? Ich bitte Dich, rede!" Er schöpfte ttef Athem.„Laß uns eine Minute unter den dunklen Bäumen der Seitmallem auf- und Du weißt, daß ich kurze Zeit der Bühne angehörte, bis ich einsah, daß mein Talent zum Erringen einer bedeutmden Stellung nicht genüge. Ich landete noch glücklich im schnöde verlassenen Hafen eines Komtoirs, das mir der Vater und in dem eines ehrlichen Herzens, daß mir die Tochter erschloß." Sie schmiegte sich wonlos an ihn.„Meine rastlose Arbeit und gutes Glück haben mich zur Selbstständigkeit und zufrie- denstellmden Lage gebracht. Dort aber"— er wies nach der Bühne— da hast Du ein Stück aus jenen Jrrjahren geschaut." „Die Alte?" flüsterte sie-„Oh sie war vor zehn Jahrm in dem Alter, wo Fraum den jungen Männern am gefähr- lichsten find, und nun erst diese! Sie verstand es, meine bessere Ueberzeugung einzuschläfem, sie entzog mich mer- gischem Streben, bis zum Glück ein Treubruch den Nebel scheuchte. Dennoch war der Zauberbann dieser Cirze so ge- waltig, daß ich, auch nachdem sie getrennt von mir war, mich nicht aufzuraffen vermochte. Erst die bitterste Roth— wir hatten finnlos mit unserem Erwerb gewirthschaftet— zwang mich, ein Engagement aufzusuchen, uno da ich in'ünst- lerischcr Hinficht auf dem Standpunkt des Anfängers gebliebm war unv ihrer Aegide einige bessere Stellungen zu verdanken gehabt hatte, mußte ich nach vergeblichen Mühen total her- untergekommen über eine Beschäftigung als Chorist»n Würz- bürg stoh sein. Daß ich dort wieder mit ihr zusammenttaf und eine Boshett von ihr zu Schanden machen konnte, be- trachtete ich als Sühne meiner bisherigen Schwäche. Und jetzt erst war der Bann ganz gebrochen, zugleich mit der gereisten enthielten; es find dies Hollamsbird, Mereury, Long, Jchoboc' Seal, Penguin, Halifax, Poffesfion, Albatroß, Rock, Pomona Plum Pudding und Roast Beef oder Sinclair's Islands, die laut Akte der Cap-Legislatur von 1874, die noch im selbm Jahre die königliche Bestätigung erhielt, von der Cap-Regierung annektirt worden find. Die Annexion der 40 Meilen langen Walfisch-Bay fand am 12. März 1878 statt. Südlich von Ängra Pequena soll sich nach englischen Behauptungen eine längere Küstensstecke im Besitze Kapt. Sinclair's befinden, der dasselbe von dem Häuptling David Christian gekaust haben will: den Nachweis für diese Behauptung hat man aber englischerseits bekanntlich nicht zu führen vermocht. Beim Oranje-Fluß beginnt das britische Territorium wieder, das sich um die Südspitze Astilas herum bis zum Zululande ausdehnt. Von der ganzen westafrikanischm Küste find gegenwärtig also, wenn man von der ungastlichen Wüste im Norden ab- sieht, etwa 600 Meilen im Besitze der Franzosen; 850 oder wenn England das ganze Nigerdelta mit der benachbarten Küste annektirt haben wird, 1300 Meilen nehmen die Engländer, 800 Meilen die Portugiesen, 350 Meilen die Republik Liberia und 750 Meilen, ausschließlich des Kamerungebietes, Bageida rc., Deutschland für sich in Anspruch. Danach bleiben noch 1350 Mellen oder abzüglich des Nigerdeltas, 900 Meilen zwischen dem Senegal und dem Kap in dem Besitze der Eingeborenen, doch find hiervon nur die 500 Meilen zwischen dem Gabun- Territorium und Antbriz, welche auch die Kongomündung ein- schließen, von größerer Bedeutung, indessen ist die Küste selbst ebenfalls von wenig Werth; sie gewinnt ihn nur dadurch, daß sie den Zugang zum Innern des Landes vermittelt. _(Hamb. Korresp.) S »tales. Die Einführung der neuen Bezirksvorsteher und Bezirksvorsteher-Itellvertreter findet nicht, wie früher be- stimmt worden, am 26. d. Mts., sondern schon am 25. statt. Auf denselben Tag ist auch die Sitzung des Magistrats, welche gewöhnlich am Freitag stattfindet, anberaumt worden. Zum Duellweseu. Auf dem letzten Landsmannschafts Konvente, zu welchem die Landsmannschaften an den deutschen Universitäten Chargirte entsandt hatten, wurde die Resolution gefaßt, das Pistolcnduell von den einzelnen Landsmannschaften zu beschränken. Nur denjenigen, welche durch körper- liche Leiden verhindert sind, eine Säbelmensur anzunehmen, soll gestattet werden, auf Pistolen loszugehen. Im Anschluß hieran erfahren wir, daß zum Schluß der Universttätsferien, am 17. Ostober er., in Magdeburg ein Cammers der deutschen Landsmannschaften stattfinden wird, zu welchem alle ac tiven und früheren Mitglieder eingeladen find.— Wir können nicht umhin, darauf hinzuweisen, daß unserer Anficht nach die Gesetze gegen die Duellrohheiten viel zu ge- linde find. Würde man den Bürschchcn von Gesetzes wegen mehr zu Leibe gehen, so würde ihnen wohl die Lust zu den Prügeleien und Schießereien vergehen. Diese zukünftigen Herren Rechtsgelehrten und Geheimräthe sollten ihre Nasen lieber in die Bücher stecken und stch wirkliche Bildung anzu- eignen suchen, die ihnen nach den gefaßten Beschlüssen zu urtheilen völlig fremd ist. Die Eltern dieser halb- reifen Jünglinge sparen sich oft die Groschen vom Munde ab, um die Studien zu, ermöglichen und die hoffnungsvollen Söhnchm wissen nichts Besseres zu thun, als stch gegenseitig herumzubalgen. Unserer Anficht nach ist ein roher Messerheld noch lange nicht so roh, als solch' ein Pistolen- und Säbelheld. r. Die Gerichtsvollzieher haben wohl in keiner anderen Stadt des preußischen Staates eine solche erhebliche Ver änderung des alten Rechtszustandes herbeigeführt, wie gerade in Berlin, wo fit an die Stelle der gefürchteten und wegen ihrer unerbitterlicken Strenge wenig beliebten Exekutions- lommisston getreten find. Während früher die Zwanasooll streckungen unter der ausschließlichen Verantwortlichkett des Ueberzeugung, daß Charakter und Begabung mich von dem gefährlichen Boden wegweisen. Nicht der Anblick von ihr, der einst hoch Gefeierten, in solcher Umgebung entsetzte mich vorhin, sondern die furchtbar rächende Hand des Schicksals, daß diese Frau ihre Strafe in denselben Jünglingen finden läßt, denen fie meist überall zum Fluch wurde.— Zürnst Du mir Leopoldine?" Sie that es nicht, aber fie bat ihn, den Garten sofort zu verlassen. Doch bis fie im Gewühl ihren Platz wieder erreicht und die Bedienung zum Empfang der Zeche erschienen war, gelangte Ottiliens zweite Nummer an die Reihe. Diesmal trat sie in sehr kurzem Fantafiekostüm auf und trug eines jener drolligen Spruchkouplets vor, die besonders durch die Schramm in Deutschland so populär geworden find und wo das Pud- likum bis an die Grenze des Erlaubten haranguirt und so ge- wiffermaßen zu Mitspielenden gemacht wird- Dem Franzosen ist es eine Spezialität. In solchen Liederchen haben ihm die Worte wenig Werth; er verlangt eine flotte Melodie, die er nach wenigen Wiederholungen schon mitbrummen kann. Ottilie war einst hinreißend im Vortrag solcher harmlosen Dingerchen gewesen. Hier meinte fie, dem mangelnden Verständniß durch schärfere Pointirung und lebhaftere Gesten nachhelfen zu müssen. Einer Jüngeren hatte man cS gestattet: sie wurde noch un- schöner und beim mühsamen Lächeln das Alter merkbarer. Er- barmungslos zischte man dazwischen, Pfiffe tönten; fie hielt inne und taumelte durch eine Koulisse von der Szene ab. Der Zufall führte das Ehepaar im Hlnauseilen an dem Tische vorüber, wo ein Geschäftssteund mit seiner Famllic saß. Gemeinsame Vorstellung und Unterhaltung veranlaßte neuen Aufenthalt, so daß sie d»e umgekleideten Künstler an sich vorbeigehen sahen, als die Vorstellung zu Ende war. Ein angeheiterter Gast rief der tief verhüllten Ottilie, die vergebens durch die Hinausdrängenden eilen wollte, zu: „Nicht so eilig, Fräulein! Sie werden doch ein Gläschm nicht verschmähen?" Sie stieß heftig das vorgehaltene Weinglas zurück.„Seht die kleine Katze!" rref lachend der Zudring liche, sprang auf, fie zu umfassen, indem er ihr den Schleier wegriß. Von der Gasflamme über ihrem Haupte fiel ein greller Schein auf das von Thränen über und über benetzte Gesicht schrocken zurück. ###### I MAMiW Bl" 1. imwirrze Cach Btoun.woilca=[ •WßUTeü Q&mwes, its, Munfe emirsl 'Evigungk,.:■ : w1,'. AiikU'irk1- Gerichts erfolgten, trägt heute der Gerichtsvollzieher die per- föhnlichc Verantwortlichkeit für jede von ihm zum Zwecke der Zwangsvollstreckung vorgenommene Amtshandlung und wie ge- fährlich diese Verantwortlichkeit für ihn werden kann, das bat einer unserer Gerichtsvollzieher kürzlich erfahren müssen. Derselbe pfändete bei einer Zwangsvollstreckung gegen einen hiefigen Destillateur, bei dem er eine größere Anzahl von Fässern vor- fand, die ein anderer Gerichtsvollzieher bereits vorher ge- siegelt hatte, die an diesen Fässern angebrachtm Messing Hähne, weil er aus dem von seinem Kollegen aufgenommenen Pfändungsprotokoll sich nicht davon überzeugen zu können erklärte, daß diese Mesfinghähne mitgepfändet seien; er schlug dieselben mit Gewatt aus den Fässern heraus und be- wirtte deren Verkauf, und lieferte den Erlös an seinen Auf- ttagaeber ab.— Der erste Gläubiger aber, auf dessen Antrag die Fässer zuerst gestegelt waren, verlangte von dem Gerichts- Vollzieher im Wege des Prozesses die Herauszahlung der für die Messinghähnc gelösten Summe und der Gerichtsvollzieher ist zur Zahlung dieser Summe— es handelt sich um etwa 150 Mark und die Kosten— vom Gericht verurt heilt worden: er mag nun zusehen, wie er das Geld von seinem Aufttaggeber zurückbekommt. Die Folge dieser persönlichen Verantwortlichkeit des Gerichtsvollzieher ist ein vorsichtigeres Verfahren bei der Pfändung, und da dies in der Mehrzahl Armen und Ziorh- leidenden zu statten kommt, so ist die neue Einrichtung in diesem Punkte in Berlin beliebter als das gefürchtete Verfahren der alten Erekutionskommisston. Beim Landgericht Verlin ll sollen, wie ein Reporter meldet, zur Zeit mehrere Untersuchungen wegen vollendeten Betniges gegen sogenannte Lohntellner eingeleitet sein, welche in den stark ftequentirten Lokalen der Umgegend Berlins die Gäste in unverschämter Weise geprellt haben. Es soll sich da- bei um solche Fälle handeln, in welchen Kellner neben den ihnen von den Wirthen ausgehändigten Speisenkatten selbst- gefettigte mit höheren Preisen führten, welche sie den Gästen auch berechneten. Sodann sollen sie Berliner Lagerbier, das in den betreffenden Etablissements mit 15 Pfennig pro Seidel verzapft worden, unter dem Vorgeben, das einheimische sei „alle", als„Echtes" zum Preise von 30 Pfennig verkauft ha- den, und dergleichen mehr. Bei der Ueberfüllung der Lokale waren die Besucher zuftteden, wenn sie überhaupt Speisen oder Getränke erlangen konnten, und ließen sich daher die Prelle- reien ruhig gefallen- Einzelne Fälle find aber doch zur Kennt- niß der betreffenden Witthe gelangt, und diese haben, im In- tercsse ihres guten Rufes, jene Betrügereien zur Anzeige ge- bracht. a. Ein ökonomischer Einbrecher ist gestern in der Person des Dieners Josef L i e tz a u von der hiefigen Kttminalpolizei zur Haft gebracht worden. Lietzau stand bis Mitte August er. im Dienst bei dem Rittergutsbesitzer G- in Napachanie bei Posen und begab sich von da mit seinen Ersparnissen von mehr als 300 Mark nach Verlin, woselbst er sich in der Räl der Apostelkirche einmiethetc. Vor einer Woche kam dem der Gedanke, durch einen Einbruchsdiebstahl bei seinem früheren Herrn seine Baarschaft zu verdoppeln. L. begab sich mit einem Zenttumsbohrcr und sonstigen Einbrecher Werkzeug nach Rapa- chanie und in der Nackt vom 15. zum IG. d. Mts. versckanie er sich Eingang in das Wohnhaus des Rittergutsbesitzers G., woselbst die Mutter des G. und zwei jüngere Brüder schliefen, während G. in einem Nachbargcbäude schlief. Lietzau gelangte in das neben dem Schlafzimmer der Mutter gelegene Zimmer, in dem ein hölzerner Geld- schrank stand, und den L. mittels des Zentrumsbohrers und eines Drahts öffnete und seines Inhalts von 315 M beraubte. Durch das dabei gemachte Geräusch wurde die alte Frau G. aus dem Schlaf erweckt, welche aber nicht wagte, in das Nebenzimmer zu treten, sondem durch mehrere Schläge an die Thür den Dieb zu verscheuchen suchte. Lietzau ergriff auch eilig die Flucht, und begab sich nach Berlin und legte die ge- stohlenen 300 Mark an zugleich mit seiner sonstigen Baar- schaft bei der hiefigen Sparkasse an.— Der Bestohlene G-, welcher am Tage nach dem Einbruch von Ortsbewohnern hörte, daß sein früherer Diener Lietzau am vorhergegangenen Tage im Otte gesehen worden war, lenkte seinen Verdacht sofort auf L-, und auf seine an die hiefiae Kriminalpolizei gemachte An- zeige, ist L. gestern in seiner Wohnung festgenommen worden. L. räumte den Diebstahl ein. Das Sparkassenbuch, sowie sonstige Wetthsachen wurden bei ihm gefunden und in Be- schlag genommen. t. Große Gänsetransporte langen gegenwärtig täglich auf den hiesigen Bahnhöfen an und gehen von dort in be- sonders eingerichteten Wagen nach den umliegenden Dörfern und Ortschaften, wo die Thiere noch bis gegen Weihnachten, auch wohl noch einige Zeit darüber hinaus gemästet werden, um dann als fette Gänse den Berliner Gänsemarlt zu zieren. — Bei dem statten Verkehr auf den Bahnhöfen mit diesem von Natur etwas unbeholfenen Vogel kommen nun oftmals erhebliche Verletzungen desselben vor. die einen Weitertransport des Thieres unmöglich erscheinen lassen. So eine Gans mit gebrochenem Schnabel oder Bein, oder mit einem gelähmten Flügel wird dann für einen billigen Preis fottgegeben, und auf dem Bahnhofe in Rummelsburg hat sich bereits eine Anzahl Kauflustiger niedergelassen, die solche Gelegenheiten, billig Gänse zu schießen, wie sie es nennen, in möglichster Gemüthlichkeit beim Glase Bier abwarten. Zdree-Piraten. Die Anwohner der Obersprec werden zur Zeit von recht unangenehmen Gästen heimgesucht, welche in den frühesten Morgenstunden die Ufer absucken und Alles mitgehen heißen, was nicht niet- und nagelfest ist. Besonders die an den Grundstücken liegenden Böte und Kähne werden von ihnen durchsucht, und was sich in ihnen transpottabel be- findet, wird mitgenommen. Die Anwohner der Spree von Berlin bis Köpenick thun gut, Ruder, Riemgabcln u. dergl. die Nacht über nicht in den Böten zu lassen. Die idyllischen Zetten, in denen man nicht ängstlich das Seine zu hüten brauchte, find auch hier vorüber. r. Ueber den Ton in unseren öffentlichen lassen sich bei der gegenwärtig herrschenden Wahlk« recht interessante Betrachtungen anstellen. Das Verung von Patteien und Personen ist manchen Leuten so zur wohnheit geworden, daß sie aus den geringfügigstes fachen die furchtbarsten Dinge herausphantafiren. Der b Berliner Hofprediger hat wiederholt einer politischen die sich nicht vertheidigen kann, den Vorwurf gemeo predige den Fürstenmord, und hat sich zur Bcgrünvusg Behauptung auf das bekannte in einer Liedersammlunz haltene Vogellied berufen. Nun ist es ja für jeden ji nalisten unter den heutigen Verhältnissen eine gefährliche& die betreffende Partei zu vertheidigen, aber um der keit willen muß doch konstatitt werden, daß unsere nicht arm ist an ähnlichen, ja weit schlimmeren Dinges' nicht einmal, wie jenes Vogellied verboten werden sind. ,:. ein otthodoxcr Hofprediger sich aufschwinge zum freies ständniß freier Poesie kann man von ihm nicht Ks*'' Aber eine geschichtliche Thatsache nimmt sich der höchst Herr vielleicht ad notam; Als um das Jahr 1700 der �. der Leibeigenschaft und der Gutsunterchänigkeit bei des � in Deutschland immer unerttäglicher wurde, da da lies' Bauern im Mansfeld'schen— ein alter Chronist bensdts mit frommem Grausen— ein erschrecklich gottlos im Munde:„Jungen Edclleuten und jungen Sperlingen� man bei Zeiten die Köpfe eindrücken!" Und ein solches wart wirkt doch noch anders als ein LiederverS. eigenschaft ist aufgehoben, und der damals so revoluw� Bauer ist heute die von allen Seiten gelobhudeltc für alle staatlichen Erwerbs- und Witthschafts- VerbaAj und wenn die heutige sozialistische Bewegung einen � friedlichen Verlauf nimmt, wie jene Bauern bewegung/s hat kein Mensch Ursache, mit derselben unzufrieden zu R, N. Mord und Selbstmord. In einem hieflg'v lKoth, Kanonierstr- 9) logitte seit zwei Tagen ein FspL Breslau(G. H.) mit seinem öjähttgen Sohn. Morgen nun hatte man die beiden, Vater und So?», aus ihrer Wohnung geben sehen. Als gestern Abend oul verholtes Klopfen und Rufen die Thür nicht geöffnet i1 ließ der Wirth dieselbe'gewaltsam aufmachen. M"» Vater und Sohn entseelt im Zimmer liegen, ohne i Spuren einer Verletzung zu tragen. Seitens des hinM ncn Arztes wurde Vergiftung als Todesursache konstat'� Motiv zu der grausigen That spricht man von Geldaslh heiten. Die Leichen der Fremden wurden durch des- lichen Leichenwagen nach dem Obduttionshaus übergefM> B. Plötzlich verstorben Der Gättner Grunett � dorf fuhr heute �Morgen 7 Uhr mit seiner Frau auf de»; Markt, um daselbst seine Waare zum Verkauf%% Der sonst vollständig gesunde Mann wurde hierbei vw?"- Herzschlag getroffen, brach zusammen und verstarb Stelle. Der Jammer seiner bedauernswerthen Fräs sfj alle Paffanten mit dem größten Mitleid. verkauft bei streng reeller Bcdieuung z» Wirklich villigcn Preise«: fiodeme Herbst- und Wintern-Kleidern stnde Meter 30, 40, 50 und 60 Pf., kosten in jedem anderen Geschäft bedeutend mehr. Berliner Warp, waschechter Stoff zu Hauskleidern, Meter 30 und 40 Pf, Eine große Auswahl guter �Kleiderstoffe, im allen hübschen Farben, Meter 50 und 60 Pf.! 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