Saum Ende 1. Dezember sjahr voll ember 1885 fich diefer des Ange efer finden Koftenlaft ten beraus . V. Luther Angeklagten m 16. Aug antragte de fich der Ge verkündete das Urtheil heils führte licher Imp einer Weif polizeilide ge impfen zu cht zu, ihre Nr. 151. Sonntag, 28. September 1884. 1. Jahrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das Berlines Boltsblatt" To bis at täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin din's Haus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Mart, wöchentlich 25 Pf. Einzelne Summern 5 f. Postabonnement pro Duartal 3 Mart.( Eingetragen im VIII. Nach Echtige Rind Lage von Schließt fid anderer Ge mgefeßlichen Durch die Nach eine ner weiteren beit bereits Beschwerde Betition um da nach ichen foge zwar off Tenimpfung trage der Postzeitungspreisliste unter Nr. 719a.) Jusertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Betitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmart 10 Bf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inferate werden bis 4 s Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Simmerstraße 44, sowie von allen Annonces Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berlin SW., Bimmerstraße 44. Abonnements- Einladung. An die Lefer Berbreitung und Freunde des Berliner Volksblatt." and Schrift e bierfelb ngen burd Sanuar, Das dritte Quartal unseres Bestehens rückt heran. Wir And trop der kurzen Zeit zu der Ueberzeugung gekommen, daß Dit uns die Achtung und das Vertrauen der arbeitenden Be Bilferung Berlins erworben haben. Das ,, Berliner Volksblatt" " fich zur Aufgabe gemacht, die Intereffen der Arbeiter nach er Richtung hin zu vertreten. Dies soll geschehen durch entrechende Leitartikel, Die Vermischten Nachrichten Genoffen etwas Neues zu zerzausen hätten. Daß die Ne gierung dies nicht thut, war von ihrem Standpunkt sehr werden derartig ausgewählt und bearbeitet werden, daß fie be- Klug, denn die Herren Richter und Genossen sind nun gelehren und das Wissen fördern. Die Lokalnachrichten werden den Leser von allem Wissenswerthen in Renntniß seßen, was im Bereiche der Reichshauptstadt pasfirt. Dieselben wer den frei sein von allem Klatsch und sogenannten pikanten" persönlichen Neuigkeiten, durch deren Kultivirung sich einzelne Blätter hier einen so traurigen Ruf erworben haben. Das ist in der Hauptsache das, was wir unseren Lesern bieten, und darum bitten wir um ein recht zahlreiches Abonnement. Das Berliner Volksblatt" kostet für das Feindjeli in vollsthümlicher Weise geschrieben, Alles berühren, was ganze f dem Gebiete der inneren und äußeren Politik irgendwie chen Hafen Wichtigkeit ist. Eine reichhaltige, umfassende politische gift. De von Röpfen an Bord er, Sindh europa am 3 bie euro aber wegen italieni rlich 80 000 10 000 au ro eta Uebersicht in, in sorgfältiger Auswahl und in knapper, sachgemäßer ingen. fernerhin unsere Leser über alle politischen Vorgänge auf dem Laufenden erhalten, es wird unser Bestreben Caftellung alles Wissenswerthe so schnell wie möglich zu Außerdem werden wir unseren Lesern wie bisher belehrende Artikel 2000 aus allen Gebieten der Wissenschaft bieten. in, mit unserem Leserkreise eine ganz bestimmte Fühlung zu in Zukunft bestrebt Arbeiterbewegung, Versammlungen und en u. f. w r Männer gefräufelte r Buthaten nm Haaren ille 75 000 reiheitsliga ein Pflug siere wa den Sab Ben Argne tergalten, wir haben das gezeigt in unserer Rubrit nöthigt, den Wählern immer wieder den alten, abgestandenen Kohl vorzusetzen. Und das wird zuweilen auch dem dickschädeligsten Weißbierphilister zu viel; zuweilen will auch er neuen Kohl haben, = Wir sind ebenso Gegner der Regierungspolitik wie Gegner der Deutsch Freisinnigen; aber das müssen wir sagen, daß die Regierung die Schwäche der deutsch- freisinnigen Partei richtig erkannt hat, indem sie kein Wahlprogramm veröffentlicht. Alle anderen Parteien von rechts und links treten mit positiven Forderungen in den Wahlkampf ein; negiren, was Andere thun. Und eine solche Partei glaubt an ihre Zukunft! Vierteljahr 3 Mark, für den Mofür den Mo- bie deutsch- freiſsinnige allein beschränkt sich darauf, das zu nat Oktober frei ins Haus 1 Mark. Bestellungen werden von sämmtlichen Beitungsspediteuren, sowie in der Expedition, Bimmerftr. 44, angenommen. Für Außerhalb nehmen alle Postanstalten Abonnements für das nächste Quartal zum Preise von 3 Mark ent Redaktion und Expedition des Berliner Volksblatt". gegen. Die Deutsch- Freifinnigen und die Wahlen. In deutsch- freisinnigen und verwandten Blättern taucht jetzt faft täglich die Frage auf, warum denn die Reichsregierung kein Programm für die Wahlen ausgegeben habe. Diese Frage ist sehr charakteristisch und geeignet, die schwache Seite der deutsch freisinnigen Opposition auch den oder auch nicht haben bemerken wollen. Die Deutsch Freifinnigen scheinen nicht einmal zu begreifen, daß sie gerade durch diese Haltung den von ihnen so hoch gepriesenen Parlamentarismus auf ein ganz niebriges Niveau hinabdrücken. Denn ein Parlament ist nur dann von Bedeutung, wenn es selbst der Initiative fähig ist, aus seiner Mitte neue Gedanken, neue Inftitutionen, neue Gesetze hervorgehen. Ein bei welchem dies nicht der Fall ist, wenn welches erst warten muß, bis die Regierung Vorlagen macht, um dann diese Vorlagen zu kritisiren, kann kaum auf Bedeutung Anspruch machen. he weniger von berufsmäßigen Berichterstattern, sondern, wie jenigen zu enthüllen, die sie bis jetzt nicht bemerkt haben Sozialreform hat alle Parteien angeregt, je nach ihrer Anfich für ein Arbeiterblatt schickt, von Arbeitern für Arbeiter chrieben wird. reffen Wir haben sicherlich keinen Grund, das Verhalten der ir bitten unsere bisherigen Leser, sowie diejenigen, wel- Regierung zu rühmen; wir müssen indessen offen gestehen, Se neu hinzutreten, uns wie bisher auch thatkräftig zu untergen, wir find für jede Kundgebung, die uns aus Arbeiterge, ein vollständiges Bild der Berliner Arbeiterbewegung Beben zugeht, sehr dankbar. Die Redaktion ist nur in der zu lönnen, wenn jeder Einzelne selbst mitthätig ist, wenn Sejem Gebiet unterrichtet. Wir betonen ausdrück in welcher Form auch, uns von allen Vorkommnissen auf ih, daß hinter uns, im Gegensat zu anderen Seitungsunternehmungen, teine Kapitalien eben, die Konkurrenz mit anderen Blättern wird uns das el erhaben allen jenen o Derbeffer ungen Der einzige und tet, ift da tt in An Das toblen daß wir es für ganz der Sache angemessen erachten, wenn die Regierung sich den Wahlen gegenüber schweigend und objektiv verhält, als wenn sie mit einem eigenen Programm in den Wahlkampf eingreift und dadurch gleichsam selbst zur Partei wird. Dhnehin kennen wir ja die Fragen, mit denen der neue Reichstag sich zu beschäftigen haben wird. Die DampferReichstag sich zu beschäftigen haben wird. Die DampferSubvention und die Kolonialfrage werden zu erledigen sein, sowie die neuerscheinende Jnnungsfrage; dann die Fragen der Verlängerung des Militär Septennats und des SoziaSo sehen wir auf Seite der Deutsch- Freisinnigen überall nur die öde und feichte Verneinung, nirgends ein gesundes, positives Streben. Die gegenwärtige Diskussion über die schauung eigene Vorschläge zu machen und die Vorschläge der Regierung durch andere zu ersetzen. Nur die Freisinnigen" sind nicht im Stande, etwas Selbstständiges zu leisten. Was ist denn die Stellung der Freifinnigen" zur Sozialreform? Nun, darüber hat sich einer der ihrigen offen genug ausgesprochen. Herr Dr. Barth, der freifinnige" Abgeordnete für Gotha, ist zwar ein sehr grüner" Politiker, allein dies mag eben der Grund sein, weshalb er in seiner Herr Barth Partei eine ziemlich bedeutende Rolle spielt. hat nun jüngst in einer Wahrede zu Gotha geäußert, die Abschaffung der Zölle und Steuern auf die nothwendigsten Lebensmittel sei die einzig richtige und ersprießSchriftführer der Fachvereine und Gewerkschaften hat bis liftengefeges, die Börsensteuer, die wieder kommen wird, liche Sozialreform. Nun, wir sind sicherlich ent er feine Pflicht voll und ganz gethan, wir bitten so fortu und Anderes mehr. fahren, auch die übrigen, die bisher läsfiger waren, werden fich Hoffentlich in Zukunft enger an uns anschließen. er falsfaure ifenfgrup O Tropfen Fifenliquor eifenforu rup, 2 Mal ber Das : Allein das zu wissen, genügt den Deutsch Freifinnigen nicht. Alle diese Dinge sind schon so oft diskutirt und in den Versammlungen bearbeitet worden, daß sie nicht mehr . schieden für die Abschaffung der Zölle und Steuern auf nothwendige Lebensmittel, wie für Abschaffung aller indirekten Steuern überhaupt. Allein soll damit die ganze Frage der Sozialreform erledigt sein? Daß dies der Fall mich nach wie vor gediegene, volksthümliche Erzählungen, ziehen". Die Regierung hätte also der Fortschritts, wäre, so seicht kann nur ein Freisinniger" denken. Ehilderungen von Land und Leuten ferner Gegenden, Plau- resp. freisinnigen Partei den Gefallen thun und ein neues Beelen, fowie Notizen heiteren Inhalts bringen. Athend verboten.] ehmen ba ichten, en werden geißen und viderband Es criti recht viel Idarin if alten, bal es( Bab und ba ant. Aber im Munde fich bort e Legtere Speifen 611 Feuilleton. Das Kind des Proletariers. Sensationsroman von U. Rosen. ( Schluß.) also zum Schweigen." en, James, Mit heiferer Stimme flüsterte er ihr zu: Du vermagft alle diese Anklagen niederzuschlagen. Wenn auch die Sache mit dem verschwundenen Kinde ruhen lassen, dort aus Rücksicht für Dich schweigen wollen, so werde ich mich Deiner Verheirathung nicht widerseßen. Bringe Du lönntest etwas Befferes zu Deinen Gunsten anfüh Babe Berwandtschaft mit meiner Adoptivtochter, welche ich heute entfernten Bande des Blutes und Deine eggefchickt habe, um ihr den Anblick Deiner Schmach zu er paren. Was die Anklage wegen meines Bruders betrifft, ſo Hehe ich es vor, fte in Gottes Namen über mich ergehen zu alten und at Spring vir Shne it fich nut Staaten en gegen ne Steige 7 Amerila Loffen." Erben bie nicht zum Schweigen bringst, so werde ich den verschwundenen von Barth in dieses Schloß zurückführen, und von dem Broken Reichthum, dessen Du Dich rühmst, soll Dir nichts Bleiben! Bedenle, Dein Vermögen steht auf dem Spiele, ein Bort von mir, und Du verfinkst in Armuth!" Jasper, welcher dicht neben Myra stand, hatte Wrigley's Bemühen Sie sich nicht, James Wrigley," sagte er Beib," zischte er Myra ins Dhr, wenn Du diese Leute de diable) vahrneh befonded ftiolo bat fig aufge ren, Seine nod; cibung rechtigtig n ja 6 Drobungen auch Myra, vernommen. unb feine legten Worte elektrifirten nicht nur diesen, sondern Elsa und die Joria's. Jener verschwundene Erbe " Programm aufstellen sollen, damit die Herren Richter und ,, Sie, James Wrigley," sagte Jasper, beschuldigen Myra Barth in der und der Nacht, zu der und der Stunde, dieses Haus verlassen, und in ihren Armen den Knaben Rupert, den Sohn Sir Gilbert Barth's und seiner Gattin Fanny fortgetragen und in das Willesden- Reservoir geworfen zu haben?" Ja, und ich werde es beweisen." " Nicht nöthig," erwiderte Jasper fühl, diese Thatsache wird zugestanden. Nachtwandler thun gar oft seltsame Dinge." Tim Titlow, find Sie bereit zu beschwören, daß Sie zu der von Dr. Wrigley angegebenen Zeit eine Frau, deren Gestalt ungefähr der des Fräulein Barth glich, ein Kind in das Reservoir werfen sahen, und daß nach Verlauf von etwa zehn Minuten trop eifrigen Suchens, nichts im Waffer zu finden war. 11 Ja, das will ich beschwören." " Und Sie, Sam Porter, find Sie bereit zu beschwören, daß in derselben Nacht, zu derselben Stunde und nur wenige Minuten später, ein großer, schwarzer, von Waffer triefender Hund zu Ihren Füßen ein ganz durchnäßtes Kind niederlegte, welches Sie, gewiffer Familienereignisse wegen, für Ihr eigenes ausgaben?" Ja, das will ich beschwören." Und Sie, Sam Porter, und Ihre Schwiegermutter, Frau Chitton, find bereit zu beschwören, daß dieses Kind ein eigen thümliches Muttermal am Knöchel hatte?" Ueberhaupt mögen die Herren doch lieber den Mund nicht so voll nehmen. Wenn die Steuern und Zölle auf ausgesagt, was sie von Rupert und Wrigley's Beziehungen zu deffen Abenteuern wußten, bezeugten Frau Chitton und Myra die Adoption des Kindes durch Lady Bidy. Auch die Vorgänge bei der Kinderwächterin wurden erwähnt. Tony und Tim, welche in das Krankenzimmer geführt wurden, erkannten Rupert Barth als denselben, der ihnen in jenen zur Sprache gekommenen Zwischenfällen begegnet war, und Sam Porter und Frau Chitton beschworen ihre Aussage betreffs des Muttermals. Die Kette der Beweise war vollständig. ,, Nicht um ein einzelnes Verbrechen, sondern um eine ganze Reihe solcher handelt es sich hier," sagte Fißroy zu Wrigley. Wrigley blickte nach der Thür. Er löste seine Hand von der Stuhllehne, auf die er sich gestützt hatte, und schien an Flucht zu denken. Taumelnd wendete er sich um und röchelnd fiel er zu Boden. Ein Schlaganfall, der seinen ganzen Körper lähmte, hatte ihn zu Boden geworfen. Er wurde nach Hause geschafft. Die Nachricht, daß der verschwundene Erbe von Barth wiedergefunden war, schien fich auf Sturmesflügeln verbreitet Die Geldverleiher, welche Wrigley als dem zu haben. fünften Bestzer der Barth'schen Güter ihre Gefälligkeit nicht versagt hatten, überflutheten jest Clematis Villa und plünderten ihn aus. Während er gelähmt und fast der Sprache beraubt dalag, wurde das Haus über seinem Kopfe von den unerbittlichen Ja, ein schwarzes Mal, wie ein Apfelkern." " Hatte das Barth'sche Kind ein solches Mal?" fragte Gläubigern verkauft. Fikroy. Ja das kann ich bezeugen," sagte Dr. Brice. Und ich gleichfalls," erklärte Elsa Wallace. " Und was geschah mit diesem Male?" fragte Jasper weiter. Dr. Wrigley, welcher wußte, wie ich zu dem Kinde ge Und ich stillte das Blut mit Ruß, und auf dem Bein eigenen Dache, und wir wünschen nichts Besseres, als ihm sein kommen war," saate Sam, schnitt es aus." wahnfinniger Kampf fast beendigt, wo das grauenvolle Spiel Knaben deshalb Herzaß," sagte Frau Chitton. Brigley schäumte vor Wuth. Verloren! Jegt, wo sein blieb ein kleines schwarzes Herz zurück, und wir nannten den faft leuchte und ächste wie in Todespein. Bewonnen für ihn schien. Seine Brust drohte zu zerspringen, Beweisen Sie stammelte er. Wo sind die Betigrew's?" fragte Jasper. Die Polizeibeamten stießen Tony und seine Frau ins Zimmer. Dr. Mellodem verhörte fte, und nachdem sie Alles Betigrew und seine Frau wurden zu vierjähriger Bwangsarbeit verurtheilt, James Wrigley stand bald vor einem höheren Richter. Sir Rupert Barth versicherte, daß sein Vermögen unter der Verwaltung seiner Schwester fich in einer Weise vermehrt babe, wie es niemals unter seiner eigenen Leitung der Fall gewesen wäre. Bum Dant dafür übertrug er die gesammten Fipron'schen Güter auf fie und ihre Erben. Und wir können nun nicht in unserem hübschen Häuschen in Hackney leben," sagte Francesca zu Rupert, als die Vorbereitungen zu zwei Hochzeiten im Barth'schen Schloß ge= troffen wurden. nothwendige Lebensmittel abgeschafft wären, so käme die Regierung und würde sagen: Wir müssen aber doch Geld für unser Heer, für unsere Marine, für unsere Festungen haben; also müssen wir neue Steuern verlangen!"- Das Einfachste wäre bann, die Ausgaben für das Heer, die Marine und die Festungen entsprechend zu beschränken, damit teine neuen Steuern nothwendig wären. Würden die ,, Freifinnigen" den Muth haben, dies zu fordern? Nimmermehr. An Kleinigkeiten haben sie immer herumgenörgelt, aber nach großen Gesichtspunkten haben sie in dieser Frage nie gehandelt. Also etwas bescheidener, ihr Herren! Wir haben zwar bezüglich der Sozialreform nie etwas Anderes von diesen Herren erwartet; sie sind eben die Vertreter der Großindustriellen, der Kapitalisten, der liberalen Bourgeoisie, und sie sind aus denselben Gründen Gegner aller Sozialreform, aus denen der große Verein der Millionäre es ist. Von der politischen Phrase, wie sie von den Deutsch- Freisinnigen bis zum Etel fultivirt wird, wollen die Arbeiter nichts mehr wissen. Sie wollen eine Sozialreform, die sie dem Elend entreißt und die der Verwüstung steuert, welche die moderne Industrie unter ihnen anrichtet. Sie wollen eine Sozialreform, die ihnen ein befferes Einkommen sichert. Und alledem gegenüber haben die Freifinnigen nichts zu bieten. Die Wahlen werden zeigen, daß die Arbeiter dies sehr wohl begriffen haben. Die Reichstagswahlen find vor der Thür. Alle Parteien rüsten zum Kampfe, die Alt und Frei- Konservativen, die Klerifalen, ja selbst die Welfen, haben schon Wahlaufrufe erlassen, die anderen Parteien werden bald nachfolgen. Die Rede des Herrn von Bennigsen in Hannover, deren wir schon Erwähnung thaten, und die papierverschwendenden Journalen unendlichen Stoff bietet, hat sich ganz und gar nicht zu einem nation alliberalen Programme zugefpigt fie war so verschwommen und verwaschen wie möglich. Eigentlich muß ein nationalliberales Programm wirklich so gestaltet sein, denn Verwaschenheit ist ja gerade die Seele dieser Partei. Aber die Mehrzahl der Nationalliberalen ist kon fervativ geworden, so daß fie nunmehr etwas Bestimmteres, selbstverständlich etwas positiv Reaktionäres, verlangt. Die Heidelbergerei ist an Stelle der Diplomatifirerei getreten. So kommt es, daß die nationalliberale Presse mit wenigen Ausnahmen die Rede des Herrn von Bennigfen in ganz be denklicher Weise tritifirt. Besonders ist ihr das: Fort mit Buttfamer!" sehr ungelegen und ein hervorragendes Blatt der Partei meint, es ständen wichtigere Fragen als jene im Vordergrund der Situation- gewiß feine überkühne Behauptung! und diese habe Herr von Bennigsen gar nicht berührt. Somit scheint auch der Rest der Nationalliberalen in fich vor den Wahlen noch gespalten zu sein. Die große Mittelpartei", für die unter Anderen auch das Organ des Fürsten Bismarck, die N. A. 3.", noch vor Kurzem schwärmte und die aus den gemäßigt Konservativen und gemäßigt Liberalen bestehen sollte, ist somit vor den Wahlen schon in Trümmer zerfallen dies eine Gute hat er doch vollbracht, der größte deutsche Mann nach dem Reichsfanzler", wie ihn bekanntlich einer seiner Freunde nach seiner jüngsten Rede titulirte. Jest sympathifirt die ,, N. A. 8." mit einmal wieder mit dem Zentrum, welches sie noch fürzlich auf das Bitterste befehdete. Ja, der Aufruf dieser Partei, der selbstverständlich durch alle Klippen windthorstgemäß und schlangenglatt fich windet, aber trozdem, wie wir ja bereits andeuteten, viel oppofitioneller ausgefallen ist, als der vor den legten Wahlen, selbst dieser von vielen Konservativen mit Wuth begrüßte Aufruf wird von der N. A. 3." mit Freuden begrüßt! weil er feine prinzipielle Oppofition enthalte!!! Diese hatte doch auch wohl Niemand von dem Zentrum erwartet. Doch die Hauptsache bleibt: durch die neueste Annähe rung des Fürsten Bismard an die klerikale Partei, die besonders natürlich von der Kreuzzeitung" laut bejubelt wird, ist selbst der Traum von der entscheidenden Macht einer Mittelpartei vollständig vernichtet. Der Wahlaufruf der Frei- Konservativen betont freilich noch immer die Hoffnung auf eine solche Mittelpartei. Da heißt es: Die deutsche Reichspartei hat in den für fie schwierigsten Beiten die Ueberzeugung hoch gehalten und allen Angriffen von rechts und links gegenüber vertheidigt, daß durch träf= tige Mittelparteiendas rubige Erstarten und Gedeihen des jungen Reiches bedingt ist. Wir begüßen daher mit Genugthung, daß in den benachbarten und befreundeten Parteien die gleiche Auffassung mehr und mehr an Boden gewinnt." Es ist hiernach klar, daß die Heidelberger Nationalliberalen mit den Frei- Konservativen Schulter an Schulter gehen werden. 11 ,, Das liebe, fleine Haus in Hadney!" wiederholte Rupert. Es schien mir das Paradies in seinem Schooße zu bergen. Wollen wir nicht ein paar Wochen dort zubringen?" Ebenso flar ist es aber auch, daß die Chancen der so nach rechts affiliirten Nationalliberalen durch das Beiseitestehen Bennigsens bedeutend verringert werden, zumal das oben erwähnte Liebäugeln der N. A. 3." mit Rom nach links- liberaler Seite natürlich abschreckend wirkt. Wenn für die Doppelpartei der Wahlkampf fich sehr günstig gestaltet, so wird sie( Nationalliberale und Frei- Konservative) es höchftens auf achtzig Abgeordnete bringen, während beide Parteien im Jahre 1878 fage 154 Sige errangen. Die Zeiten haben sich gebessert! Bas Bentrum aber wird seinen Bestand behalten und ebenso die Polen, Elsaß- Lothringer, Dänen und Welfen. Auch die Deutsch Freisinnigen sind in der Agitation nicht zurückgeblieben. Wohl fehlt noch der offizielle Wahlaufruf, resp. das Programm; doch darf man von demselben nicht allzuviel erwarten, da es allen Elementen in der Partei Rechnung tragen muß und deshalb selbstverständlich, wie die Benningsen'sche Rede, verschwommen und allgemein gehalten Benningsen'sche Rede, verschwommen und allgemein gehalten sein wird. 9 Der Wahlaufruf kommt immer früh genug, denkt Herr Eugen Richter, aber das Geld zum Wahlkampfe ist die Hauptsache. Deshalb haben die Deutsch Freifinnigen auch schon mit vielem Elan zum Klingelbeutel gegriffen und find Spruch des alten Montecuculi Giltigkeit befigt, daß zum Krieg ans Sammeln gegangen, da auch in diesen Verhältnissen der führen drei Dinge gehören: Erstens Geld, zweitens Geld und drittens nochmals Geld. Da sämmtliche angeführten Barteien ihren Hauptstüßpunkt in den befizenden Klaffen der Bevölkerung haben, so ist es selbstverständlich, daß sie auch vorzugsweise den Interessen dieser Klaffen dienen. Dabei müffen in der Gesezgebung natürlich die Intereffen der Arbeiterklaffe zu kurz kommen und deshalb kann es kein Mensch den Arbeitern verdenken, wenn fie die Besorgung ihrer Geschäfte im Reichstag selbst in die Hand zu nehmen suchen. Man hört nun auch, daß vielerorts die Arbeiter schon ihre eigenen Kandidaten zum Reichstage aufgestellt haben. Es ist das ja auch eigentlich ganz selbstverständlich. In der Gesetzgebung findet nun einmal ein Interessenkampf statt, und da muß man es auch von den Arbeitern erwarten, daß fie an diesem Kampfe nach besten Kräften theilnehmen. Die Arbeiter bilden unzweifelhaft die gedrückteste und abhängigste Klaffe in der Bevölkerung. Für sie ist eine Befferstellung geradezu Lebensbedingung und da fie die Befferstellung einzeln nicht zu erringen vermögen, so werden fie durch Natur zwang dazu getrieben, einig zusammenzustehen, sich zu emanzipiren von der Führung der übrigen Parteien, deren Schleppen träger fte so lange gewesen sind, selbstständig Einfluß auf die Gesezgebung au gewinnen Da die Erfahrung diese Sachlage den Arbeitern beständig mehr lernt, ist es auch natürlich, wenn die Arbeitervertretung flar macht, und da man in solcher Schule je länger, desto Berlin ausgewiesen worden. Derselbe war vor Rur auf einen Tag zum Befuche hier anwesend, das Ausweis Dekret sollte ihm im„ Deffauer Hof", wo er logirte, überrei werden, doch war Herr Hasenclever schon abgereist. Numme ist ihm das Defret nach seinem gegenwärtigen Aufenthalti Halle a. S., nachgeschickt worden. Bekanntlich fandidirt h Hafenclever zu den Reichstagswahlen im sechsten Berli Wahlkreise. fin Jedenfalls mit Bezug auf die jüngste Berhaftun französischer Offiziere in der Nähe von Coblenz g folgende offiziöse Notiz durch die Preffe: Da es in neur Beit mehrfach vorgekommen ist, daß Organe der Polizei geg Offiziere fremder Staaten mit Verhaftung vorgegangen weil dieselben fich verdächtig gemacht hatten, eine der im§ des Strafgesetzbuches( Mittheilung von Festungsplänen u.. unter Strafe gestellten Handlungen begangen zu haben, ba derartige Maßnahmen der Polizei zu unangenehmen wickelungen dann führen, wenn die Festnahme jener Off fich demnächst als eine nicht durchaus begründet gewe herausstellt, so erscheint es zur Aufrechterhaltung des zwisch befreundeten Staaten nothwendigen guten Einvernehmens boten, daß von Seiten der Polizei in Fällen der geda Art mit besonderer Vorsicht verfahren werde. Zu diesem G anlaßt, in geeignet erscheinender Weise darauf hinzuwir hat der Minister des Innern die königlichen Regierungen bezeichneten Art bei einem für nothwendig erachteten G schreiten nicht über den ersten polizeilichen Angriff hinausgeh und namentlich nicht an die Staatsanwaltschaft mit Anträge herantreten, bevor sie dem Minister Bericht erstattet haben. Gre der nich Don Dan hatt nten Adv burd Bor Alin häu frei Beit tags die biera ichm wird denn thre End Ma und nicht gesch höch Die Ausweisungen nicht deutscher Staatsbürger dem preußischen Staatsgebiet dürften sich, wie offiziöſerfe geschrieben wird, nicht allein auf Berlin beschränken, sonde auch auf die Provinzen sich ausdehnen. Diese Nachricht with von konservativen Blättern mit Freuden begrüßt, sei es, we fie glauben, jede Regierungsmaßregel bejubeln zu müffen, f es, daß sie hinter jedem Strauche einen Raubritter erbliden Die Verlängerung des kleinen Belagerungszustande für Berlin und Altona Harburg und Umgegend, bis 30. September 1885, ist nunmehr durch den Reichsanzeige publizirt. Bekanntlich gilt für den Bezirk um Hamburg blo die Ausweisungsbefugniß der Polizei, während für Berlin p gleich das Verbot des Waffentragens und des Beſtzes vos Sprenggeschoffen in Kraft ift. Frankreich. Der Maire von Lyon hat sich veranlaßt sehen, in einem an die Zeitungen gerichteten Schreiben übe die von der Lyoner Stadtverwaltung in der gegenwärtige Arbeiterkrists befolgte Verhaltungsregel öffentlich Aufschluß geben. geben. Herr Greilliton schreibt: Der Arbeitsmangel, heute in den meisten Lyoner Industriezweigen herrscht, hat de Gemeindeverwaltung nicht unvorbereitet getroffen. Seit be mit der Zeit stärker wird, ungeachtet aller Schwierigkeiten, durch die Cholera verursachten Geschäftsstockung war vorau scheinlich wird der nächste 28. Dftober einen neuen Beleg bringen für diese Regel. Politische Uebersicht. Stillen getroffen, um die beginnende Krisis nicht noch babes springen würde, und die verschiedenen Mairien wurden deshal angewiesen, den beschäftigungslosen Arbeitern außerordentli Unterstügungen zu gewähren. Alle Maßregeln wurden in höhen, und wir versprachen der ersten Delegation, auch in B funft den Verhältnissen Rechnung zu tragen. Diese Erkläru Der Gemeinderat hat die Pflicht, die Unglücklichen zu unter nisse nicht ändern und denen Arbeit ver schaffen, die teine haben. Einige Personen in der besten Abficht die Errichtung von Kommunal- We stätten verlangt und dahin ging auch der Wunsch der öffen Die Verwaltung ant wortete darauf, daß fie keine Gemeinde- Werkstätten zu errichte beabsichtige, da dies der gefährlichste Ausweg wäre, wie f Auch von der Buſchüttu des Stadtgrabens war die Rede: doch find Umflin vorhanden, welche die Durchführung dieses Unternehmen noch in weite Ferne rücken, da erst ein Vertrag zwifcha der Stadt und dem Staate, dem die Gräben gehören, so sei die Leipziger Jnnung allein nicht im Stande, dem Strife geschloffen werden müßte. Diese Auskünfte wurden den Dele D, erwähne deffen nur gar nicht, Rupert," lachte Francesca. Mama wäre unglüdlich, Dich davon reben zu hören. Sie bildet fich ein, ich eigne mich beffer für den Glanz, welcher mich hier umgiebt, und sobald fie mit die wenigen Softbar keiten aus der Joria'schen Hinterlassenschaft, welche wir dort untergebracht hatten, wiedergeholt hat, wird sie nie mehr jenes Häuschens gedenken mögen. Wir wären gewiß auch dort glücklich geworden, Rupert." " 1 Ueberall, Francesca." Aber Rupert, ganz verloren möchte ich die Mühe und Arbeit nicht haben. Wir kaufen es, und schenken es mit der gesammten Einrichtung Milly's Schwester Jane, die fich jüngst verheirathet hat. Das wird Milly eine große Freude machen, und ihre verwittwete Mutter findet dort ein friedliches Obdach." Ehe der Sommer zu Ende war, läuteten die Hochzeitsglocken wieder. Die stolze und glückliche Gräfiu Joria sah ihre Tochter als Herrin einer Befizung, die ihrer Schönheit und ihrer Geburt würdig war. Francesca und Rupert bachten nur an ihr Glüd, nicht an den sie umgebenden Glanz Figroy Hall war wiederum Jasper's Heimath. Milly war Myra dorthin gefolgt. Jasper's Unternehmungen in Mauritius waren wunderbar geglückt und hatten ihm ein Vermögen eingetragen, welches dem, das seine Frau von ihrem Bruder erhalten, gleichfam. Tim Titlow legte sein Nachtwächteramt am Reservoir nieder und lebte von einem tleinen Jahresgehalt, das Sir Rupert Barth ihm ausgesetzt hatte. Sam Porter und seine Schwiegermutter bezogen ein Häuschen auf den Barth'schen Ländereien. Im Barth'schen Schloß, wie in Figroy Hall schien fortan ein ungetrübter Friede, ein stilles tiefempfundenes Glück seine Heimstätte gefunden zu haben. Die alte Elsa Wallace wurde fast wahnsinnig vor Freude, als Fiproy ihr seinen Erben in bie Arme legte. wäre. Der Verband deutscher Baugewerksmeister hält jest feinen 12. Delegirtentag in Schwerin, in Mecklenburg, ab. Was dort verhandelt wird, ist im Allgemeinen von wenig Be deutung, und wir hätten auch keine Veranlassung, irgendwie von den Redeergüffen Notiz zu nehmen, wenn nicht gerade ein ganz unqualifizirbarer Blödsinn zu Tage gefördert worden In der Sizung am 23. September referirte ein Maurermeister, Namens Rost, aus Leipzig über den bekannten Leipziger Maurerstrike wie folgt: Dieser Strike habe elf Wochen gedauert, obwohl das Baugeschäft in Leipzig im Allgemeinen nur flau gewesen sei. Die Arbeiter hätten beim großen Publikum jedenfalls mehr Sympathien gehabt, wenn die politische Einwirkung auf die Arbeiter nicht zu ersichtlich gewesen wäre. Die Arbeitgeber hätten den Sieg nur dem Innungsverbande zu danken. Sollte sich, wie es allen erfolgreich entgegentreten zu können. Erforderlich sei die Gründung größerer forporativer Vereinigungen, sonst dürfte lichen Versammlung vom Alcazar. die Vergangenheit beweise. girten wiederholt gegeben. tonfe treff Be am tonit iche Meb ferva und halte tatio Die man mind Sof The men ten gang biba Der didat fich auf S faller faller gerin männ Leter Von Rand auf wurd aus Berli und Grun Sefet Font Wen lagt, Die in P als il weld gefört wage Die Gemeindeverwaltung ist in der Lage, dem gegenwärtigen Elend zu helfen, und der G der Sieg der Meisterschaft an so manchen Orten zweifelhaft meinderath wird, den Beispielen anderer folgend und geleite werden. Es sei ja den Arbeitnehmern eine möchlichst günstige materielle Lage zu gewähren, die Arbeitgeber müssen jedoch auch stets ihre geschäftliche Eriftenz im Auge behalten. Korreferent Architekt Träger( Altenburg): Die Strikes richten sich im Allgemeinen gegen Recht und von den Prinzipien der Brüderlichkeit und Solidarität, welds die Regel einer guten Gemeinde- Verwaltung sein sollen, auf die Höhe seiner Aufgabe zu stellen wissen. Es ist gew Unglückliche zu unterstügen, anerkennt. Und im Großen recht brav von dem Lyoner Gemeinderath, daß er die Pflich Vorschule zur Revolution. Die Mittel, um die Strifes zu verhindern, seien Humanität, Gesetzgebung und das Busammenwirten forporativer Verbände. Es sei einerseits ein einträchtiges Busammengehen von Meistern und Gesellen, ein fefter Anschluß der Innungen aneinander, andererseits aber auch ein bestimmtes Strafmaß für die strikenden Drdnung und bilden gewissermaßen eine Ganzen ist auch die Behauptung desselben, daß er an de wirthschaftlichen Verhältnissen nichts ändern könne, zutreffent Um so mehr wäre es Pflicht der französischen Regierung, foiak Reformen anzubahnen, um die wirthschaftlichen Verhältnife bessern. Durch gesetzliche Beschränkungen der Prodution weise, durch Regelung der Arbeitszeit, durch Verbefferung be Arbeiter und für die etwa aufreizende Preffe anzustreben. vorgebeugt werden. Freilich müßten die Staatsmänner di Es ist für manchen Arbeiter gewiß intereffant zu erfahren, jenigen zu Rathe ziehen, welche unter diesen Verhältnifi leiden und nicht, wie es bis jest leider dort immer der war, von oben herab fleinliche und zum Theil ganz welchen Zwecken die Innungen dienen, und auch daß man von Seiten der Baugewerksmeifier eine große Organisation plant, ungell Hand um in Zukunft einem etwaigen Strife erfolgreicher entgegen gemäße Mittel in Vorschlag und zur Anwendung zu bring treten zu fönnen. Aber mehr noch als dieses kommen die Worte des Herrn Träger in Betracht:„ Die Strikes richten sich im Allgemeinen gegen Recht und Ordnung und bilden eine Vorschule zur Revolution." Also, wenn die Arbeiter von Seiten dieser Herren mit einem Hungerlohn abgespeist werden, dann dürfen fie beileibe nicht von dem ihnen gesetzlich suchen. Wir find überzeugt, daß auch die franzöfifchen& werker und Arbeiter stark genug find, sich selbst aus ihre wegen die Wege öffnet. Holland. Die zweite Kammer hat mit 68 gegen 14 Stimmen beschlossen, die beantragte Abänderung der Be zustehenden Recht zu ftrifen Gebrauch machen, sondern müssen faffung, wonach während der Regentschaft Verfaffungsrevifion zufrieden sein, daß fie bei voller Arbeit allmälig zu Grunde geben. Thun die Arbeiter dieses nicht, striken fie, dann ver gehen sie sich gegen Recht" und Ordnung". Das ist fa ein allerliebster Prachtmensch, dieser Herr Architekt"! Und gar eine Vorschule zur Revolution find die Strikes! -nicht zulässig sein sollen, in Erwägung zu ziehen. Cholera. In Italien nimmt die Cholera stetig ab; starben an derselben im Ganzen 220 Personen, davon Sie haben Recht, Herr Träger! Lauter Rebellen find's, diese seine Rekonstruktion auch gegliedert hat, wird selbstverständli Sakramenter! hat da so ein ordnungsliebender Baumeister ernsthaften Busammenstößen mit der Oppofition auch währen einen Bau angenommen und denkt nun ein famoses Geschäft dabei zu machen; flugs lommen aber seine Arbeiter, die er schlecht bezahlt, und wollen auch soviel ab baben, daß fie ein menschliches Dasein führen tönnen. Sst das nicht das größte Unrecht? Natürlich! und darum muß ein bestimm der nächsten Reichstagsfeffion entgegenzufeben haben. In fin selben bereits die ungeschwächte Fortsetzung des offenen Ramp gestrigen Nummer fündet das Berg'sche Morgenbladet" b fes Strafmaaß für die strikenden Arbeiter Buge befindlichen und Ausgangs dieses Monats zu beendender und für die etwa aufreizende Bresse angestrebt werden." Ist das nicht ein genialer Gedante? Hören Sie, Herr Träger! Wir unbescheidene Menschenkinder waren bis Dato immer der Meinung, daß Daß jeder Arbeiter feines Lohnes werth fei; ja wir haben es immer für Recht und auch in der Ordnung befunden, daß der Arbeiter soviel für seine Arbeit verlangt, als er für sich und seine Familie gebraucht.- Aber wir fing auch keine Ge nie's, wir haben auch nicht das Wissen in uns aufgenommen, was Sie in ihrem Kopfe bergen, denn Anders als in Menschenföpfen Gestaltet fich in Ihrem Kopf die Welt!" Aber trop Ihrer Genialität rathen wir Ihnen: Seien Sie nicht so freigebig mit dem Strafmaß für die strikenden Arbeiter, geftatten Sie uns gütigft einen Gegenvorschlag zu machen, der dahin geht, daß in Zukunft für Baumeister, welche ihren Ar beiter dadurch, daß sie einen zu niedrigen Lohn zahlen, zum Strifen aufreizen, ein bestimmtes Strafmaß, und zwar, weil fie dadurch Haß und Zwietracht fäen und Ordnung und Gerech tigkeit verlegen, eine Gefängnißstrafe in Anwendung fommt.Dann sind wir quitt! Der fozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Hasenelever ist auf Grund des§ 28 des Sozialistengefeßes aus In Schweden wird der Ausfall der augenblidlich je zuvor, da es sich dabei um die Frage handelt, ob man h wird. Ein Ueberblick über die voraussichtliche Zusammenfe einer neuen, oder der bisherigen Majorität zu rechnen ab der neuen Kammern läßt sich noch schwer gewinnen, ba the manche Beschwerden einlaufen, theils das Resultat, welde der Landeshauptstadt, wo man fich erst sehr spät zu s begann, erzielt werden wird, auf die bisher erzielten F niffe einen mehr oder minder bedeutenden Einfluß au wird. ribres einc au Im vierten Wahlkreise hielten die sogenannten finnigen" am Donnerstag in der Frankfurterstraße 117 a Versammlung ab, zu der fich auch einige Kleinhandwerker Arbeiter eingefunden hatten. Ein Herr Greve bielt Vortrag über freifinnige Sozialpolitik", in welchem er a Best seien.( Der Leser dente nur an das Verhalten der Herren der Stadtverordneten- Versammlung.) Schließlich empfabl dem Herrn Träger die Stimme zu geben.( Daß werden Wähler bleiben lassen, Herr Greve!) Raum batte der gehab St. T einem tam legun fein auf a bis b hafter aus Stra Schnit Moti N lange ble 875 ®r«c den Namen Träger genannt, so erscholl aus allen Kehlen Ruf: Nein, wir wählen Singer, wir wollen Herrn Träger nicht?— Selbst die eigenen Freunde des Herrn Greve wollten ven dem Herrn Träger nichts wissen. Ein Herr Gesell, ein Handwerker, der bis jetzt sich dem Fortschrittsdusel angeschloffen aalte, machte der freisinnigen Partei den Vorwurf, daß sie menills einen Handwerker oder Arbeiter aufstelle, sondern nur Advokaten und Professoren, und ein Arbeiter Stirling brachte aurch einige Widerreden den Vorsitzenden(bekanntlich ist der �orsitz in den„freisinnigen" Versammlungen erblich, die »nngel tragen die Herren stets in der Tasche) so aus dem Häuschen, daß derselbe schnell die Versammlung schloß, - ,Lttr den 4. Berliner Wahlkreis giebt die„deutsch- Msivnige" Partei während der Wahlkampage eine eigene pvtuiig heraus, welche gratis und franko allen Wählern Sonn- M übersandt werden soll. Die Zeitung soll angeblich nur uie Interessen des 4. Wahlkreises behandeln.— Man steht i* uä' die Herren sich alle Mühe geben, ihren Unsinn Ichlvarz auf weiß den Wählern zugänglich zu machen,— Es aber nichts helfen, die Trauben hängen im 4, Wahlkreise ornn doch etwas zu hoch. Die Wähler dieses Kreises kennen Sn Pappenheimer zur Genüge, sie werden sich durch dergleichen PKanowt nicht täuschen lassen, sie werden den Herr« Träger, wenn er auch noch so glatt Phrasen drechseln kann, „'�i.mehr wählen. Das Papier, welches den Wählern zu- M.'ckt werden soll, wird allen Käsehändlcrn im 4. Wahlkreise pvchjt willkommen sein. -, 2- Wahlkreis. Folgende köstliche Notiz lesen wir in �iervatwen Blättern:„In Bezug auf die Differenzen, be- uiffs der Kandidatur des Hofpredigers Stöcker hat m" Dienstag Abend eine Besprechung der konservativen i** trauensmänner stattgefunden, in der allerdings i*« wurde, daß bei einem Theil der Wähler die Stöcker'- Le Kandidatur nicht gerade günstig beurthcllt wird. In der Mehrzahl erklärten sich jedoch die Vertreter der einzelnen kon- nl� n Vereine für die Kandidatur des Hofprediger Stöcker, M M wurde dann der Beschluß gefaßt, an derselben festzu- und im Wahlkreis mit aller Entschiedenheit in die Agi- 5%'%, anzutreten. Man war allerdings nicht so sanguinisch, lk Majorität für Herrn Stöcker mit Bestimmtheit zu erwarten, glaubte jedoch diesen Kandidaten mit Prof. Dr. Virchow ft§ in die engere Wahl zu bringen, da man der ??[ i, n u n g ist, daß Virchow sowohl wie Stöcker einen Herl der ihnen früher zugefallene n Stim- , er. an den Kandidaten der Sozialdemokra- jn abgeben werden und so bei dem ersten Wahl- Mw ne absolute Majorität keinem der drei Kan- bpr Zukommen werde. Die geringste Zahl diw„ nien erwartet man für den sozialdemokratischen Kan- flrf, s �~ Also die konservativen Vertrauensmänner aeben inTf ot" Hoffnung hin, daß ein Theil der im vorigen Jahre f.u�nchow und Stöcker bei dem ersten Wahlgange ge- sali» Stimmen auf den Kandidaten der Sozialdemokraten ae»n„ niürdc; Eine schöne Hoffnung, die jedenfalls ein sehr �?nges Vertraueri zeigt, das die konservativen Vertrauens- nuer auf die eigene Sache setzen. Hamburg. Die Herren A. Woermann, Wasscrschout so» Roscher, welche vom„Reichstagswahlverein JhrnVw(Bereinigte Nationalliberale und Konservative) als auf aufgestellt worden waren, haben sämmtlich erklärt, nie ihnen angetragene Kandidatur verzichten zu wollen, DokÄiss. »mb aus dem preußischen Staatsgebiete aus&,,, der Damenschneider Adolph Fonfe, welcher zwar SUifn V Z°bürtig, aber seit zwanzig Jahren bereits in und rn®0biihaft, mit einer geborenen Preußin verherrathet Trund>- Zwei Kindern ist. Die Ausweisung ist n i ch t auf Tese«� Sozialistengesetzes erfolgt, sondern auf Grund des Ron*- 1 tCrtd'e allgemeine Landcsoerwaltung vom 30- Juli 1883. Ten»" binnen acht Tagen das preußische Gebiet verlassen. l%.- nmi der Ausgewiesene seine Frau und Kinder in Berlin Die' n die Gemeinde verpflichtet, für dieselben einzutreten. in geborene Preußin und die Kinder find ebenfalls als ih. l,cn, lleboren und können mit vollem Recht Preußen »eldb-'and betrachten.- Man kann hieraus ersehen, fördert wird Ausweisungen haben und was damrt «vagen?" vorzeitige Abspringen vom Pferdteisenbahn- zehadt% Wiederum einen bedauerlichen Unglücksfall zur Folge R. ninrrj. r ,n der Markusstraße 37a wohnende Arbeiter Joh. einem i!>.�n Abend, von der Arbeit zulückkehrend. von kam hWr. i �abrt begriffenen Pferdeeiscnbahnwagen abspringen, huna a„*"der zu Fall und zog sich eine so schwere Ver- lein M.fl n Füßen zu, daß er etwa drei Wochen arbertsunfährg aus«..«? k'.. Man kann leider das Publikum nicht genug dar- bis h... machen, mit dem Absteigen so lange zu warten, . Gf». hält. Mter dem Fenster. Ein in der Ticckstr. 3 wohn- aus r.?tudent der fi, triff firf. am Sonnabend Mittag auf das mmms: Tobsucht über, in welcher K. sich aus dem Fenster stürzen wollte. Nur mit Mühe konnte er von diesem Vorhaben zu- rückgehasten werden. Da die Krankheit besonders in letzter Zeit so ausartete, daß für den Irren das Schlimmste zu be- fürchten war, mußte derselbe nach der neuen Charit« geschafft werden. Zu seiner Bewältigung waren die Kräfte von vier Schutzleuten erforderlich. a Das Messer. Der Schlächter Sch. und der Arbeiter E. gingen am 25. d. Mts. Abends den Schiffbauerdamm ent- lang und wurden vor dem Hause Ztr. 35 von zwei Personen plötzlich überfallen, wobei Sch. in den Rücken unter das rechte Schulterblatt und E. in einen Finger der linken Hand mit einem Taschenmesser gestochen wurden. Die Verletzungen des Sch. find so bedeutende, daß er zur Charitee gebracht werden mußte, während die des E. unbedeutend ist und er sich nach seiner Wohnung begab. Die Angreifer entzogen sich ihrer Festnahme durch die Flucht, jedoch gelang es am folgenden Tage, einen der Tbäter in der Person des Arbeiters Wilhelm zu ermitteln und festzunehmen. Derselbe wurde wegen Körperverletzung zur Haft gebracht. g- Dumme Witze. Das bei einem Schlächtermeister in der Koppenstraße konvitionirendc Dienstmädchen Marie St. scherzte gestern mit dem Lehrling, welcher ein Messer in der Hand hatte und hiermit herumfuchtelte. Kaum hatte das Mädchen die Aeußeruna gethan:„Sie werden mir noch in die Hand stechen", da hatte der Lehrling auch schon mit dem scharfen Messer zugestochen. Der Stich, in die Hand gegangen, war so bedeutend, daß ärztliche Hilfe erforderlich war und die Verletzte wenigstens 14 Tage zu ihrer vollständigen Heilung bedürfen wird. Dieser Vorgang zeigt wiederum, welche ernsten Folgen ein dummer Scherz haben kann. Zu bewundern ist nur, daß meist erwachsene Personen es find, welche solche folgeschweren Spielereien sich zu Schulden kommen lassen. Belle-Allianee-Theater Um der genialen Künstlerin bei ihrer anstrengenden Thätigkeit einen Tag der Ruhe zu ge- währen, fällt am Mittwoch die Aufführung der Novität„Gerettet" auS. Dafür hat die Direktion in Folge vielfach an sie ergangener Gesuche beschlossen, an diesem Tage eine Extra- Vorstellung zu„halben Kaffenpreisen" zu arrangiren und kommt hierzu das Vollsftück„Buchholzen's" zum 39. Male zur Auf- führung, welchem das einaktige Lustspiel„Die Unglücklichen" mit Herrn Würzburg in den 3 Rollen„Hipolit, Charles und Johannes Falk" beigefügt wird. Wenn irgend thunlich, wird an jedem Mittwoch eine solche Extra-Vorstellung stattfinden, und sollen hierzu die besten Repertoirstücke erwählt werden. g. Eine lilastidcne Brieftasche. 1800 Mark in Banknoten enthaltend, ist in der Nacht vom 20. zum 21. d. Mts. einem Bewohner des Central-Hotels abhanden gekommen und bisher nicht wieder zu erlangen gewesen. Demjenigen, welcher die geringste Auskunft über den Verbleid der Tasche geben kann, wird laut Säulcnanschlag eine Belohnung von 50 M. gezahlt; außerdem wird die Halste des wiedererlangten Geldes gewährt. Nach der Ankündigung scheint der Verlierer selbst nicht zu wissen, w o er in der gedachten Nacht die werthvolle Brieftasche verloren hat. Jedenfalls nimmt der Fremde ein theures Andenken von„Berlin bei Nacht" mit. Gericuts-Leitung. Ein Bild aus der Geschäftspraxis des Privatdetektiv« Instituts von Casparli Roth-Rosst entrollte die VerHand- lung der gegen den früheren Schutzmann Pfaffe auf wieder- holte Beleidigung, auf versuchten Betrug und versuchte Erpressung gerichteten Anklage, welche gestern vor der vierten Strafkammer hiesigen Landgerichts I. verhandelt wurde. Der Angeklagte war als Privatdetektiv in zwei Angelegenheiten von seinem Chef Caspary engagirt. In der elfteren handelte es sich um die Obseroirung eines Lehrers F., gegen den von Seiten seiner Ehefrau eine Ehescheidungsklage eingeleitet worden war. Außer dem Angeklagten waren noch zwei Detektivs zu gleichem Zweck beordert. Dem Angeklagten wird nun zur Last gelegt, daß er den F. zur Eingehung eines unerlaubten Verhältnisses mit einer Prostituirten zu verleiten versucht hat, wodurch Lehrer F. beleidigt sein soll. Ferner wird ein ver- suchter Betrug gegen F. darin gefunden, daß der Angeklagte demselben Mittheilungen in dem Ehescheidungs- Prozeß in Ausficht stellte, wenn ihm dafür ein Honorar gewährt würde. Die versuchte Erpressung soll in einer Geld- forderung an F. liegen, da die dem Roth-Rossi zu machenden Angaben ihm doch schädlich sein könnten.— In der zweiten Sache versuchte der Angeklagte von einem Kaufmann K- ein Schriftstück für einen wegen Meineids in Untersuchungshaft befindlichen Kaufmann Fr. zu erlangen, welches er demselben ficher zustecken würde, da die Beamten des hiesigen Unter- suchungsgefängniffes käuflich seien. Wegen dieser schweren Ver- dächtigung hat Direktor v.Bornstedt für die ihm untergebenen Beamten den Strafantrag gestellt. Der Angeklagte stellt nur in Abrede, daß er den Lehrer F. zur Eingehung des un- erlaubten Verhältnisses verleiten wollte! dies werde vielmehr von einem der beiden anderen Observanten ausgegangen sein. Der Gerichtshof erkannte wegen des ganzen ersten Punktes auf Freisprechung des Angeklagten, da es an einer genügen- den Unterlage fehlte: wegen der Beleidiguna des Gefängniß- beamtcn verurtheilte er ihn zu einer Woche Gefängniß. ArbMerdMegtmg, Pemm m* PewAmmlunge«. Die zu heute(Sonntag) nach dem Eiskeller et«. berufene Wahlerversammlnng des sechsten Berliner Reichstags-Wahlkreises ist polizeilich verboten worden- Die öffentliche Versammlung der Tapezierer, die für Freitag anberaumt war, wurde auf Grund des Sozialisten- Gesetzes verboten- Der Bezirksverein des werkthätigen Volkes der Schönhauser Vorstabt hielt am Mittwoch, den 24. September, seine regelmäßige Versammlung in Meistcr's Lokal, Schön- hauser Allee 161, ab. Daselbst hielt der Stadtv. Herr Ewald einen Vortrag über das Thema:„Wie verhalten sich die Be- znksoereine zu den Reichstagswahlen". Redner führte zu An- snng seines Vortrags an, daß die Bezirksvereine den Zweck hatten, sich zu den Reichstags- und Kommunalwahlen Männer auszubilden, die bei vorkommenden Wahlen der Partei zur Verfügung stehen. und daß die Arbeiterpartei es gar nicht nothig habe, ihre Leute für dergleichen Dienste zu bezahlen. wre es der anderen Parteien üblich ist, sondern daß die Ar- bester aus eigenem Interesse für ihre gute Sache bereit, eiert, jeder Zeit einzutreten. Hierauf beleuchtete Redner verschiedene Punkte des Programms der Deutsch- Freisinnigen, und wieS unter anderem auf die Aeußerung des Herrn Eugen Richter in Bezug auf dre Lohnbewegung der Berliner Fachvereine hin. Redner kam nun auf die konservative Partei zu sprechen, zu welcher auch die Christlich- Sozialen gehören; dieselben haben gar kein Recht, sich konservativ zu nennen. Als Redner im weiteren Verlauf seiner Rede auf sein Glaubensbekenntniß zu sprechen kam, wollte der überwachende Polizeibeamte die Auf- lösung erklären, doch der Vorsttzende, Herr Nagel, kam ihm zu- vor und schloß die Versammlung. Diejenigen Gewertschafts- Mitglieder der Tischler- Kasse, welche sich zum zweiten Massenaustritt und Uebertritt in die Zentral-Kasse der Tischler gemeldet, ihr Buch je- doch nicht abgeholt haben, find ihrer Rechte vom 1. Oktober ab verlustig. Ferner definden sich für den Bezirk Berlin A (äußere Luisenstadt) die Äeitragsammler-Stellen vom I.Oktober bei den Herren: Hemmerling, Manteuffelstr. 21; May, Wienerstr. 28; Leitger, Lübbenerstr. 6; Schmidt, Reichender- gerstr. 33; Werschke, Adalbertstr. 16. Beiträge werden jeden Sonnabend von 8—10 entgegengenommen. Das neue Statut der Zentral-Kranken- und Sterbe- Unterstützungs-Kassc der deutschen Zimmerer ist im Druck erschienen und tritt mit dem 1. Oktober 1884 in Kraft Eine bemerkenswerthe Acnderung ist nur insofern eingeführt, alS das Eintrittsgeld bei Mitgliedern bis zu 30 Jahren auf 1 Mk., von 30—40 Jahren auf 2 Mk. und von 40—45 Jahren auf 3 Mk. festgesetzt ist. Der wöchentliche Beitrag beträgt für Mit- glieder in der l. Klasse 35 Pfg. und in der H. Klasse(für jugendliche Arbeiter und Frauen) 25 Pfg. Die Höhe des Krankengeldes ist pro Tag in der i. Klasse 1,90 Mk., in der Ii. Klaffe 1,45 Mk- Sterbegeld wird gezahlt beim Tode eines Mitgliedes in der l. Klasse 75 Mk.. in der II. Klasse 60 Mk. Alle vom Arzte verordneten Bruchbänder, Brillen und Bäder werden auf Kosten der Kasse geliefert. Als Publikationsorgan der Krankenkasse ist nach§ 43 die Zeitschrift„Zimmerkunst" bestimmt worden. Alle Schneider Berlins werden darauf aufmerksam ge- macht, daß am Donnerstag, den 2. Oktober er., Abends 8'/, Uhr, eine große außerordentliche Schneider-Versammlung in Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28, stattfindet. Tagesordnung-. Der Beschluß der Arbeitgeber, die Mitglieder des Fachvereins und der Lodnkommisston aus der Arbeit zu entlassen event. nicht in Arbeit zu nehmen, und„was wir wollen". Sämmt- liche Arbeitgeber sind eingeladen. Pflicht aller Kollegen ist eS, zu erscheinen. Fachverein der Schmiede. Montag, den 29. September, Abends 8'/: Uhr, in Gratweil's Bicrballen, Kömmondanten- straße 77—79. T.-O.: Vortrag über Darwinismus, Wahl der Werkstätten-Delegirten, Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Oeffentltche Ortsvereins-Versammlung der Cigarren- und Tabakarbeiter Berlins am 30. September er., Abends 8 Uhr, bei Seefeldt, Grenadierstr. 33. T.-O-:„Die Gewerk- vereins-Hilfskassen und die Zentralkassen". Referent Herr Bey. Korreferent Herr Engelbrecht aus Magdeburg. Zu dieser Ver- sammlung find sämmtliche Cigarrenarbeiter Berlins ein- geladen. Die Versammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der Tischler und Berufsgenossen findet am Montag, den 29. d. M., Abends 8'/, Uhr, Avalbettstraße 21, statt. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Raetz über„Pro- jektionslehre und Freihandzeichnen". Der Unterstützungsverein der Buchbinder it. wird fich in seiner morgen stattfindenden Versammlung(Siehe Annonce) mit den neuesten Vorkommnissen der letzten Woche besch°f Eine Versammlung des Aachvereins der Posamen- tierer und Setdenknopfmacher findet Montag, den 29 d. M. Abends 8 Uhr, Holzmarkistraßc 72, statt. T.-O: Aufnahme neuer Mitglieder, Vorstanvswahl und Verschiedenes. Das Er- scheinen sämmtlicher Mitglieder, und solcher die es werden wollen, ist nothwendig. Sreslauer Lotterie. Liehung vom K bis FT OctMrdlchsNhW LÄ* --A Arbettsumrkt. Unentgeltlicher Arbeitsnachweis der Metallarbeiter, Ritterskaße. 123, Restaurant Sodtke, Morgens und Abends von 8-9 Uhr. Daselbst erhält ein tüchtiger Lackierer, der auf Gehänge eingearbeitet ist, unter guten Bedingungen Stellung nach außeihalb._[868 Damen- und Kindrrkleider jeden Genres fertigt dillig E l i s a b e t h S ck e n k, Muskauerftr. 28, Hof, part. 746 Eine neu eingerichtete Dampfschletferei 8 Stände u., ist an Jemand der Stahl schleifen kann zu vermiethen bei A. K l u ck e. Friedrichstr. 225._ 903 Allen meinen Freunden und Bekannten empfehle mein Weiß- und Nairisch-Aier-Loßar. m E. Werschke, Adalbertstr. 16, Wirklich gute übeiseeischem Tab 29. September er., "User Geschäft geschlossen. JacoW& Adam, Spandauerstraße 49. 5= und K-Pfennig-Ctgarren aus rein ..........—.Jabot gearbeitet, sowie Noidh. Primtabak in je- dem Gespinnst liefert im Einzeloerkauf die Cigarrenfabrik N. Eichendottstr. 13 vis-ä-vis dem Stettin er Bahnhof._ 882 Zur pünktlichen und zeitigen Besorgung des„Berliner Volksblatt" sowie jeder Zeitung empfiehlt sich die Spedttion F. Bankowsky, Andreassttaße 66__[863 Meinen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß ich vom 1. Oktober ab, eine Zeitungsspedition errichtet habe, nehme daher Abonnements auf sämmtliche Zeitungen und Journale bei pünktlichster Bedienung entgegen. 902 M. Stllier. Prinzen straße 38. Die Zeitungs-Spedition v. C. Mücke I. Rosenthaierstr. 46(Rothe Apotheke,) empfiehlt fich zur pünktlichen und prompten Lieferung aller Zeitungen bes.„Berliner Voltsblatt" im Norden, Zentrum, Osten und Umgegend, und liefert dieselben bis 1. Ollober gratis._____ 855 Allen meinen Freunden und Bekannten empfehle ich bei pünktlicher Besorgung daS„Berliner Volk-blatt". Max Kirsch, Zeitungsspediteur, Britzerstr. 47, ___ vom 1. Oktober Admiralstr. 25 HI Tr. 915 Zur pünktlichen Besorgung des„Berliner VolksblatteS", sowie sämmtlicher Zeitungen empfiehlt fich 890 Frau Nosentreter, Gr. Frankfurterstr- 57. Die statistischen Wahltafeln ' n erschienen und in der Expedition des..Berlin« Zimmerstr. 44, zu haben. Deulscher Handwerker- u. Arbeiter- Notizkalender ist erschienen und in der Expedition des„Berl. Volksblatt". Zimmeistr. 44, vorräthig. Preis 50 Pf.__ W- Milchels, Mariannenstraße 4, im Keller, empfiehlt sein neu eröffnetes Geschäft mtt Obst. Gemüse, Milch, Backwaaren alle Sorten Biere, sowie sämmtliche Artikel zur Wäsche.[702 Theater. Königliches Dvernhaus: Sonntag: Der Troubadour. Sevilla. Montag: Der Barbier von Montag: 191. Königliches Schauspielhaus: Sonntag: 190. Vorstellung. Affunta Leoni. Borstellung. Er muß auf's Land. Deutsches Theater: Sonntag: Wilhelm Tell. Montag: Die Welt, in der man fich langweilt. Bellealliance- Theater: Sonntag: 7. Gastspiel der Königl. Hofschauspielerin Franziska Ellmenreich. Bum 2. Male Gerettet. Schauspiel in 4 Aften von Friedr. Spielhagen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Sonntag: Gasparone. Montag: Dieselbe Vorstellung. Walhalla- Operetten- Theater: Sonntag: Rofina. Montag dieselbe Vorstellung. Central- Theater: D Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Sonntag: Bum 59. Male: Jäger Liebchen. Gesangspoffe in 4 Aften von L. Treptow; Couplets u. Quodlibets v. G. Görß. Mufit von G. Steffens. Kaffen Eröffnung 51% Uhr, Anfang der Vorstellung 7%, Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Oftend- Theater: Gastspiel Herrn A Unsere werthen Runden, sowie auch diejenigen Herren Unterstützungsv. d. Buchbinder Schneidermeister, die es werben wollen, werden gebeten, und verw. Berufsgen. Montag, den 29. cr., Alte Jakobstr. 37, Vereinsversamm lung. T.: 1) Bericht der Lohnkommission. 2) Anträge c. 3) Verschiedenes und Fragekasten. 894 Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder dringend erforderlich. General- Versammlung der Berliner Mitglieder des Kranken- Unterstüßungsbundes der Schneider, Kürschner, Posamentiere u. s. w. ( E. H.) in den Arminhallen, Kommandantenstraße Nr. 20 ( Oberer Saal), am Montag, den 29. Sept. c., Abends 8% Uhr. Tagesordnung: Neuwahl des Lokal- Vorstandes und der 896 Revisoren. Alle Mitglieder werden dringend ersucht, zu erscheinen. Das Quittungsbuch ist vorzuzeigen. Der Lokal- Vorstand. Deffentliche Ortsvereinsversammlung der Cigarren- und Tabatarbeiter Berlins. am 30. September cr., Abends 8 Uhr, bei Seefeld, Grenadierstraße 33. T. D.: Die Gewerksvereins- Hilfskaffen und die Bentralfaffen. Refer. Herr Bei. Korrefer. Herr Engelbrecht, Magdeburg. 897 Zu dieser Versammlung find sämmtliche Cigarrenarbeiter Berlins eingeladen. Der Vorstand. Große Versammlung unsere bereits fertig gestellten neuen Muster in als in Winterpaletotstoffen Winterbukskins in Empfang zu nehmen, bevor dieselben vergriffen werden. Hochachtungsvoll Jacobi& Adam, Spandauerstr. 49. Artikel für Herren- Schneider. Versand- Geschäft Export. Engros. Empfiehlt sämmtliche Artikel für Herrenschneider als Cloths Futterstoffe, Nähmaterialien, Knöpfe, Borten, Schnallen Hosenhaken, Bügelhölzer, Planten, Aermel und Achselhölzer, Kragentlöke, Locheisen, Niethzangen, Pfriemen Kettenhenkel in 3 Größen per 50 Std. 12 t., 10 Std. M.2,50. Bur bevorstehenden Herbst- und Winter- Saison mache ich auf mein großes Lager in baumm.- halbw. und reinwollen Paletoffutter, sowie die schönsten Farben in glatten Lamas, schweren Winter- Cloths mit Zwirntette, diden baumw. und halbw. Hosen- und Anzugstoffen, Kragen Sammete x aufmerksam. Winter- Borten in Mohair- Wolle,) Bei Abnahme von 8, 18, 50 Mtr. in Studen Seid. Gallon, 28 bis 3 30 Bfg. Sonntag Saftipit best gener. Das Kreuz im sämmtlicher Wähler des 4. Wahlkreises Meter 610, 12, 1, tr. 20, 23, 25, 23 of's bebettente Breiß Walde. Montag: Dieselbe Vorstellung. Vittoria- Theater. Sonntag: Wallensteins Tod. Montag: Maria Stuart. Residenz- Theater: Direktion: A. Anno, Blumenstraße 9. Sonntag: Zum 16. Male: Die Sirene. boyante.) Vorher, zum 16. Male: April. Montag: Dieselbe Vorstellung. Louisenstädtisches Theater: Direktion: Jesef Firmans. ( La FlamDer erste Sonntag: Dreizehntes Gesammtgastspiel der Liliputaner.( Die fteben Zwerge). Bum 11. Male: Robert und Bertram. Große Boffe mit Gesang und Tanz in 4 Abtheilungen von G. Räder. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wallner Theater: Der Raub der Sabinerinnen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alhambra- Theater. Wallner- Theaterstr. Nr. 15. Sonntag und folgende Tage: Die Reise durch Europa. Gr. Ausstattungsreifepoffe mit Gesang in 6 Bildern von B. Görlig. Mufil von Th. Franke. 1. Bild: Jn Pyrmont. 2. Bild: Auf Helgoland. 3. Bild: Ein Künstlerfest auf der Wartburg. 4. Bild: Berliner Salon- Tiroler. 5. Bild: Die Stumme von Portici. 6. Bild: Eine Nacht in Venedig. Entré 30 Pfg. Anfang 7% Uhr. Bons haben Wochentags ( Biltigkeit. [ 816 Gro Wählerversammlung für den 6. Wahlkreis. Montag, den 29. September, Abends 8 Uhr, im Germania- Theater, Weinbergsweg 10 und 11. Tages- Ordnung: Unsere Stellung zu den Reichstagswahlen. am Montag den 29. September, Abends 8 Uhr, in der ,, Urania", Wrangelstr. 7-9. Tagesordnung: Die bevorstehenden Reichstagswahlen. Referent Sto. P. Singer. Alle Wähler ohne Unterschied der Partei find hierzu eineingeladen. 891 Der Einberufer. Laufizer- Platz- Bezirksverein. Mitglieder- Versammlung Mittwoch, 1. Oktober, Abds. 81% Uhr, Manteufelstr. 9. Tagesordnung: 1) Vortrag des emer. Predigers Herrn Kendziora über einige Kapitel aus Adam Smiths ,, Nationalreichthum" und Disluffton. 2) Verschiedenes und Fragetasten. Gäste durch Mitglieder eingeführt haben Butritt; neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist zahlreiches Erscheinen erwünscht. Der Vorstand. Arb.- Bez.- Verein f. d. Often Berlins. Dienstag, d. 30. Sept., Abends 8%, Uhr, im Lokale Königsbank, Gr. Frankfurterstr. 117: Versammlung. H Tagesordnung: 1. Vortrag über Die Bauernkriege;" 2. Verschiedenes; 3. Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Gäste willkommen. Der Vorstand. 9001 NB. Der monatliche Beitrag beträgt 20 Bf. und wird ein Einschreibegeld nicht erhoben. An die Malergehilfen Berlins. Den Kollegen zur Nachricht, daß das Wintersemester der Fachschule des Vereins zur Wahrung der Intereffen der Maler Berlins, Mitte Oktober beginnt, der Unterricht wird von zwei praktischen Lehrern in Deforations- und Holzmalerei ertheilt. Das Unterrichtsgeld beträgt pro Monat für Mitglieder 2,50 M., für Nichtmitglieder 5 Mart. Wir ersuchen die Kollegen, diese in jeder Beziehung praktische Schule, recht zahlreich zu besuchen, Anmeldungen werden jetzt schon entgegengenommen; in den Wochentagen, außer Sonnabend, Abends von 8-9 Uhr und Sonntags Vormittags von 9-12 Uhr im Restaurant Reiher, Der Vorstand. J. A.: Bendisch. Zwei junge Leute finden Schlafstelle, Friedensstr. 91, bei Dathe vorn 4 Treppen. 881 Für 2 Herren saubere Schlafstelle Reichenbergerstr. 167, vorn 3 Tr., b. Hoffmann. [ 880 Eine Schlafstelle ist zu vermiethen bei Homburg, Kommandantenstr. 49. Hof rechts III. 899 [ 898 Ref.: Hr. Tischlermst. Mitan.te Salobsſtr. 83. Sämmtliche Wähler des 6. Wahlkreises find hierzu eingeladen. Freie Diskussion. Bur Deckung der Unkosten Entree nach Belieben. Versammlung Der Einberufer. 901 des Vereins zur Wahrung der Interessen der Tischler und Berufsgen.. am 29. b. Mts., Abends 8 Uhr, Adal bertstr. 21. D.: Vortrag des Herrn Raeß über ,, ProjektionsLehre und Freihandzeichnen". Ermäßigung 1000 Vards Maschinengarn, Std. 35 Pf., das Dz. 4 Mt. Auf Wunsch sende Preis- Courant und Muster gratis und franko. [ 872] Siegmund Berger, Berlin S. 65 Alte Jakobstraße 65. Meyer's Söhne. Es wurden, wie es sich gebührt, Jüngst Meyer's Söhne konfirmirt; Die jungen Leute sahen aus Wie Reichsbarone, hol's der Daus. Nachdem ich ihnen gratulirt, Fragt' ich, wer fie so equipirt, D'rauf gaben mir mit höflichkeit, Herrn Meyer's Söhne den Bescheid: Bapa tauft, hört' ich von den Zwei'n, Am Grünen Weg Garderoben ein. Die gold'ne 95 hält Stets offen für die ganze Welt: 825 13, 16, 18, 21, 25, 30, 36 Mart Brima. 7000 Budstinhojen au 4, 6, 8, 10, 11 Mart Prima. Schwarze Ball- und Gesell fchafts- Anzüge, ganzer Anzug zu 20, 24, 26, 28, 30, 36, 45 Brima. 10 000 Winter- Baletots in den schönsten Mustern jest unter der Hälfte des Tarpreises zu 11, 15, 18, 21, 25, 30 und 45 Mt. Primo. 6000 Schlafröde, 12, 15, 18, 24 mt. Prima Einsegnungsanzüge zu 14, 18, 20, 24, 26 Mart F. Knabens Anzüge, Kaus- und Komptoir Joppen, Reisemäntel zu auffallend billigen Preisen nur allein in der 10 000 engl. Jaquet- und Rockanzüge, ganzer Anzug nut ,, Gold'nen 95" 95, Grüner Weg 95, am Andreasplak. Ignaz Weiland. Auch an Sonn- und Festtagen bis 7 Uhr Abends geöffnet. Die vorhandene Liquidationsmasse, Gr. 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Unter dieser Ueberschrift bringt der Export" folgenden beherzigens werthen Artikel: Seitdem das Reich durch seine an der afrikanischen Westküste vorgenommenen Gebietserwerbungen bezw. durch Aufbiffen der deutschen Flagge in eine altuelle Kolonialpolitik eingetreten ist, steht das Koloniftren- wenn auch nur vorläufig auf dem Papier in Deutschland auf der Tagesordnung. Deutsche Ackerbaukolonien mit pommerschen und märkischen Insaffen am unteren Laufe des Kongo werden dugendweise geplant; berufslose Sonntagsjäger gründen nach dem Vorbilde der Hudsonsbay- Gesellschaft eine Kongo- oder Benue- Kompagnie, die Zahl der Elephanten- und Nilpferdjäger in spe wird bei der nächsten Volkszählung in bedentlicher Weise die Spalte der Nebenberufe füllen, und wer weiß, ob nicht die liebe Jugend mitzumachen sich berufen fühlt und demgemäß fühnen Muthes ihr hilft mit" in die Listen einträgt. Der heiße Sommer hat offenbar die Sympathien für die Tropen und Subtropen in vielen Röpfen in beinahe bedentlicher Weise bis zur Siedehige gesteigert und zu einer Behandlung kolonialer und folonialpolitischer Pläne geführt, die an Don- Quiroterie nichts zu wünschen übrig laffen und deren blauem Dunft gegenüber die berühmt gewordenen tolonialen Phantasmagorien des obermutschelbacher Propheten doch immerhin noch reines, edles Blech repräsentiren. Glücklicher Weise sind die Deutschen ja, troß ihres Durstes und trotz ihres das Weltall erobernden nationalsten Exportartikels, des Bieres, ein nüchternes Volf, welches sehr bald berechtigte foloniale Bestrebungen und die Unternehmungen erfahrener, vorsichtiger Kaufleute von den utopischen Plänen phantastischer Projektenmacher unterscheiden wird. Um deswillen ist auch anzunehmen, daß Leytere Jene auf die Dauer nicht beeinträchtigen werden, wenngleich fie manchen Freund deutscher Kolonialpolitik zur Reserve veranlassen, so manche unwillkommene und unberechtigte Kritik der Gegner auch vernünftigen und gut fundirten, wie vorsichtig geleiteten Unternehmungen gegenüber provoziren werden. Doch das find Widerwärtigkeiten, die ernsthaften Leuten und Arbeiten auf die Dauer fein Hindernis bereiten werden. Eine nicht zu unterschäßende Gefahr involviren die Re flamen jener Kolonial- Dilettanten, indeffen doch für Diejenigen, welche, unfundig der Zustände junger Kolonialländer, vermeinen ihr Glüd versuchen zu sollen, sei es, indem sie sich an folonialen Gründungen mit Kapital betheiligen, oder gar nach den glücklichen Regionen der jungfräulichen Bodengebiete", über denen jetzt die deutsche Flagge weht, auszu wandern die Abficht befunden. Solchen Neigungen gegenüber muß darauf aufmerksam gemacht werden, daß koloniale Unter nehmungen größere Rapitalien erfordern, welche, sei es durch Handel, Viehwirthschaft, Plantagenbau u. s. m. naturgemäß erst nach einer längeren Reihe von Jahren rentiren fönnen, und daß es vor Aufbringung größerer Mittel ein unbedingtes Grforderniß ist, durch erfahrene, sach- und landeskundige ProMänner genaue Aufschlüsse über die wirthschaftlichen Bro buktions- und Konsumtionsverhältnisse der betreffenden Gebiete, sowie über deren sonstige für die Kolonisation wichtige Verhältniffe zu erlangen. Eine dahin zielende Expertise verursacht ebenfalls nicht unbeträchtliche Kosten, so daß jedenfalls nur wohlhabenderen Personen die Betheiligung an solchen Unternehmungen anzurathen ist. So selbstverständlich dies erscheint, fo veranlassen uns zu der obigen Warnung die maffenweiſe bei uns eingelaufenen Projekte und Anfragen mäßig Be mittelter, welche selbst ihre mühsam erworbenen Ersparnisse zu opfern beabsichtigen, in der bestimmten Hoffnung ihre Einschüsse binnen kürzester Frist mit reichem, überreichem Gewinn aus dem afrikanischen Elfenbein, Diamanten und MetallEldorado herauszufischen. Familienväter, welche kaum die Mittel zur Ueberfahrt bestreiten können, wünschen sich mit ihrer Familie nach West- Afrika zu begeben", wo sie Land, so viel als ihnen beliebt, umsonst haben fönnen. Man weiß nicht, was man an diefen Anschauungen mehr anstaunen soll: die Unkenntniffe der Verhältnisse oder den Leichtsinn, mit welchem dieselben beurtheilt werden. Sonntag, den 28. September 1884. Militärs, Beamte, Referendare, Mediziner und selbst junge Gottesgelahrte, die ihren Beruf verfehlt haben, ein Heer materiell wie geistig bankerotter sog. Kaufleute, eine große Bahl von Personen qui vont corriger la fortune, sowie eine Menge jüngerer phantastischer Gemüther, die fich im Geiste bereits als füdwestafrikanische Großgrundherren und Herdenbefizer erblicken alle solche und ähnliche Personen werden wunderbare Refruten und Pioniere für die deutsche Kolonialarmee abgeben. Nach den Reden dieser Herren darf an der Germaniftrung Südwest- Afrikas im Laufe der nächsten Jahre nicht mehr gezweifelt werden. Vom Oranjefluß bis Kamerun und Tsadsee ein deutsches Kolonialreich!" Wenn Krempelstiefeln und Schlapphüte, ein an der Hüfte verstohlen toquettirender Revolver, großer, größerer und größter Durst, sowie ein großes Maul den deutschen Kolonialpionier ausmachen, dann möge England auf seiner Hut sein, seine Kolonialreiche werden zittern, vom Tafelberg bis zum Nil wird ein Schrei des Entsezens gehen. Die alten, bewährten Kolonialen, die Woermann, Lüderig, Thormählen u. A. m. werden sich wunderbar angeheimelt fühlen, wenn die neue deutsche Kolonialarmee anrückt, namentlich wenn ihre Führer alte bekannte und erfahrene" commis voyageurs de l'Afrique find- alte Bekannte", die im Dienste der geographischen Wissenschaften und anderer unberechtigter ,, Erwerbsbranchen" s. 3. so heidenmäßig viel Geld brauchten, und deren Forscherruhm nur durch die Unverschämtheit überstrahlt wurde, durch welche fie für den ersteren Propaganda machten. Das Schicksal solcher und ähnlicher ,, Pioniere" würde uns sehr gleichgiltig sein, wenn nicht durch fie viel Unheil sowohl einzelnen Personen, wie soliden Unternehmungen gegenüber angerichtet werden könnte. Die Parole lautet daher: Vorficht und etwas mehr Reserve so lange bis das Kolonialfieber und der daran anschließende Kolonialschwindel ausgetobt haben wird. Lokales. g. Die städtische Zentral- Markthalle an der Neuen Friedrichstraße ist nahezu unter Dach, und auch die beiden thurmartigen Aufsäge, welche an den Endpunkten rechts und links an dem in Höhe der zweiten Etage aufgeführten Anbau ( Der Dachgiebel der Halle ragt weit über diesen hervor) angebracht sind, dürften zu ihrer Fertigstellung nur noch furze Beit in Anspruch nehmen. Diese Aufsäße, achteckig gebaut, mit kleinen Bogenfenstern versehen, laufen oben spiß zu und tragen nicht wenig zur Verzierung des ohnehin elegant ausgeführten Baues bei. Auch die Arbeiten an den Bogen zur Herstellung der Barallelbahn längs der Stadtbahn schreiten rüftig vorwärts; während jene an der Zentral- Markthalle bereits in Höhe der Stadtbahnbögen aufgeführt sind, ist man auf der Strecke nach der Rochstraße zu eifrig mit Aufführung der Fundamente beschäftigt, welche Arbeiten erst vor Kurzem be gonnen worden sind. Das Grundwasser ist hier wegen des ehemaligen Königsgrabens ziemlich stark vorhanden, und daher ehemaligen Königsgrabens ziemlich start vorhanden, und daher müffen auch jest wieder, wie bei den erstgebauten Stadtbahn bogen, sog. Senttlöge, das sind mit Cement zusammengefügte bogen, sog. Senttlöße, das sind mit Cement zusammengefügte Biegelsteine, verwendet werden, welche in den seichten Boden gelaffen werden. Im Interesse der großen Anzahl von Arbeitern, welche an allen diesen Bauausführungen beschäftigt ist, wäre es nur zu wünschen, daß die gegenwärtige günstige Witterung noch recht lange anhält. Ein neuer Droschtenwegemesser für Berlin tritt nach einer Verordnung des Königlichen Polizeipräsidiums vom 20. d. M. mit dem 1. Dktober cr. in Kraft und kann durch das Droschken Vereinsbureau( Fischerbrücke 14) bezogen werden. r. Ein schwerwiegendes Pfandstück hat vor einigen Tagen der Gerichtsvollzieher in den Bureaur eines hiesigen Wollgeschäfts mit Beschlag belegt, nämlich ein folossales Geld spinde, im Gewicht von über 100 Bentnern. Der Gerichtsvollzieher erschien in Abwesenheit des Chefs im Romtor, um eine geringfügige Post von etwa 10 Mart zwangsweise einzu ziehen. Der anwesende junge Mann lehnte die Bahlung ab, da er keine Instruktion hierzu hatte und der Gerichtsvollzieher Daß mit der Gewinnung und Erschließung neuer Erwerbsverfiegelte nunmehr das mächtige Geldspinde. Dem Chef war gebiete eine große Babl freier Kräfte fich denselben zuwenden würde, war vorauszusehen, da an solchen zur Zeit in Deutsch land kein Mangel ist. Daß unter denselben eine Menge abenteuerlicher Griffenzen fich befinden würde, lonnte mit ebenso großer Sicherheit prognoſtigirt werden, denn auch an solchen baben wir ja leider wie jedes Land- einen Ueberschuß. Berliner Sonntagsplauderei. Der Herbst hat seinen Einzug bei uns gehalten. Man merit noch nicht viel davon, aber der 21. September ist vor über, folglich haben wir Herbst. Troß alledem ist es aber noch so sommerlich, daß es die Schwalben noch recht gut bei uns hätten aushalten fönnen, auch der Storch hätte noch garnicht nöthig gehabt, das Land der Pharaonen aufzusuchen, denn vor läufig wird bei uns so leicht wohl noch nichts von Kälte zu verspüren sein. Weise Leute sprechen bekanntlich der ersten Schwalbe die Fähigkeit ab, einen Sommer machen zu können, ob sich schon irgend wo ein Schlaukopf gefunden hat, der be hauptet hätte, daß der Abzug des legten der eleganten Vögel wohl so leicht in Berlin noch nicht werden, und die Kohlenden Herbst hervorruft, das wissen wir nicht. Kalt wird es flein gehauenen" Holzhändler machen vorläu und die das blaue Siegel sehr unangenehm, aber er überwand seinen Merger und beschloß, sich an dem Gerichtsvollzieher zu rächen. Bum 1. Oftober mußte er ohnehin die Komtorräume aufgeben, und so beschloß er, so schnell als möglich auszuziehen, und den verftegelten Geldschrank zurückzulassen. Gedacht, gethan! Am nächsten Tage war die Stätte öd und leer, und dem Kaufmann nächsten Tage war die Stätte öd und leer, und dem Kaufmann Bei den politischen Kämpfen der jetzigen Tage tritt das so recht zu Tage. Da wirft der eine Parteiführer dem anderen vor, er lügt, er lügt sogar systematisch, seine ganzen politischen Anschauungen find auf Lügen aufgebaut, und der Angegriffene erklärt dagegen so troden wie nur irgend möglich, sein Gegner hätte in seinem Leben überhaupt noch nie die Wahrheit geUnd Das nennt man bei uns im ges sprochen. segneten deutschen Vaterlande fich politisch bekämpfen!" gesellschaftlicher Beziehung hervor Herren, die in ragende Stellungen einnehmen, bewerfen einander mit Roth wie die Gaffenjungen, und der Anhang solcher Leute Bravo bei jeder neuen Ungeheuerlichkeit. Ach, une wenn es nur noch bei Redensarten bliebe! Dann wäre die Sache noch garnicht einmal so gefährlich, denn es könnte doch nichts Schlimmeres paffiren, als daß man für gelieferte Injurien eine entsprechende Geldsumme opfert, eventuell eine ent fig noch recht trübselige Gefichter. Der Kopf wird uns noch recht sprechende Zeit brummt. Jest wird es aber anders, man be lange Zeit warm genug gemacht werden in den Wahlversamm lungen, und für Holze" ist ja theilweise auch schon gesorgt Instrumenten und in nicht allzulanger Beit wird man in worden. Weshalb soll man fich also jest schon unnöthiger Berlin das Schauspiel erleben, daß fich die zukünftigen ReichsWeise nach Brennmaterial umfehen, es hat vorläufig noch gar tagsabgeordneten gegenseitig verbauen. Sonderbar bei der teine Roth, und wenn in Zukunft noch fernerhin für so toloffale Hige in den Debatten gesorgt wird, dann frieren wir überhaupt nicht mehr. Sache ist nur, daß dieser Prügelfomment von einem Erzieher der Jugend ausgeht; und wenn man in Zukunft derartige Versammlungen besucht, wird man gut thun, fich vorher einen Waffenschein zu verschaffen, nota bene, wenn man einen friegt. Das ist gewiß nicht übertrieben, denn wenn ein Und doch wäre es besser, wenn ein tüchtiger Herbststurm eintreten möchte. Er würde manchen Unfinn verwehen, der gesprochen wird, er würde vielleicht auch beitragen zur Ab Profeffor schon wie ein Reitknecht mit der Peitsche droht, was fühlung der Gemüther. Aber so bei dieser sommerlichen Schwüle ist das garnicht möglich, ist es nicht denkbar, daß diejenigen Geifter, die fich hermetisch gegen jede bessere Erkenntniß verschließen, von einem fühlen Hauche gestreift werden, daß einmal ein erfrischender sollen dann andere Leute thun, die in wirklich feinen Sitten lange nicht so eingeweiht find, wie der staatssozialistische lange nicht so eingeweiht find, wie der staatssozialistische Kathedermann. Manche Leute haben sonderbare Anwandlungen. Der Eine prügelt fich gern, der Andere betheuert dagegen aufrichtig, Luftzug in die modrige Atmosphäre gewiffer Versammlungen daß er ein friedfertiger Mensch und thätlichen Angriffen durch bringt. Es ist eine uralte Erfahrung, aber fie bewährt fich immer von Neuem nicht vertragen. viele Leute lönnen nun einmal die Wahrheit Allerdings giebt es Viele, die sich wieder fchließen, fie wollen und können die Wahrheit nicht hören, well fie selbst unwahrhaft find, weil fie fich schon derartig an die Lüge gewöhnt haben, daß fie schließlich selbst nicht mehr wiffen, ob sie lügen oder die Wahrheit sagen. aus abgeneigt sei. Am spaßigften betragen fich jedenfalls die Deutsch- Freifinnigen". Das Neueste auf dem Gebiet des Wahlschwindels ist entschieden das, daß man das Sozialistengeset viel mehr auf die ,, Liberalen" anwende, als auf diejenigen Leute, für die es eigentlich gemacht sei, auf die wirklichen, unverfälschten Sozialdemokraten." So ungefähr schreibt das B." in seiner gestrigen Abendnummer. " 1. Jahrgang. die Sorge um die Fortschaffung des Geldspindes abgenommen, die gerade in diesen Räumen ungemein viel Schwierigkeiten verursacht. Mag jezt der Herr Gerichtsvollzieher sehen, wie er mit dem Eisenklumpen fertig wird; der jetzige Eigenthümer deffelben wird ihn ruhig zur Auktion kommen lassen, und ihn dort hoffentlich billig kaufen, denn er befizt die Schlüssel dazu, ohne welche der Schrank nichts weiter ist, als ein Haufen altes Eisen. Es dürfte sich kaum Jemand finden, der auf den schlüssellosen Geldschrank mitzubieten Luft hätte. Vom Auktionstotal aus aber ist der Transport des eisernen Koloffes jedenfalls viel bequemer, als von den eine Treppe hoch belegenen Komtorräumen, wo er sich jetzt befindet. N. Der Verein der Thierfreunde hatte sich gestern Abend in der Berliner Flora Friedrichstraße, versammelt. Anwesend waren 400 Damen( meist ältere) und ca. 100 Herren. Das Hundegeschlecht war zahlreich in der Race der Schoßhunde vertreten. In der sehr lebhaften Debatte wurde besonders gegen die hiesige fiskalische Abdeckerei und gegen ihre Art und Weise des Hundefangs und Tödtung des treusten Thieres zu Felde gezogen. Die Damen gaben durch lebhaften Applaus ihre Zustimmung und traten sehr energisch für ihre Lieblinge ein. Auch der Magistrat wurde angegriffen. Er nehme die Hundesteuer, thue aber nichts für die Aufbefferung des Schid fals der Hunde. Einige hißige Redner ließen sich Beleidi gungen des Magistrats und des Abdeckerei- Instituts zu Schulden kommen und wurden die Namen der Beleidiger durch den anwesenden Inspektor der Abdeckerei behufs Klage festge stellt. Die anwesenden Scharfrichter- Gehilfen, welche seitens des Polizei- Präsidiums angestellt sind und durchaus unbe scholfen sein müssen, waren über die ihnen entgegengeschleu derten Beleidigungen mit Recht empört. Herr Scharfrichter Kraus, welcher anwesend war, jedoch von Niemand erkannt wurde, saß an einem Tisch zwischen vielen alten Damen und führte mit ihr ein sehr eifriges Gespräch. Innerlich herzlich lachend hörte er die Schmähungen der Damen gegen ihn und seine Gehilfen an. Wenn man bedenkt, daß in anderen Städten z. B. in Leipzig von den Besitzern sich umhertreibender Hunde 15 Mark Polizeistrafe außer dem Fanggelde bezahlt werden müssen, so könnten die Berliner Hundebefizer immer noch zufrieden sein. Von allen übrigen Hundevereinen ,, Hektor" u. s. w. war Niemand anwesend. r. Die bevorstehende Saison der Petroleum- Lampen läßt es bei Zeiten angezeigt erscheinen, diesem Beleuchtungsapparat, der ja im gewöhnlichen bürgerlichen Haushalte unentbehrlich ist, die erforderliche Aufmerksamkeit zuzuwenden. Be sonders verdient auf die Beobachtungen erfahrener Fachleute hingewiefen zu werden, welche auf die Bemühungen der Regierung, für das Petroleum einen möglichst hohen Higegrad für seine Entflammbarkeit festzustellen, und leichter entflamm bares Petroleum aus dem Handel zurückzuweisen, fein so entscheidendes Gewicht legen, wie auf die zweckmäßige Konstruktion der Lampen. Selbst ein leicht entflammbares Petroleum ist ungefährlich in einer gut tonstruirten Lampe, und das erprob teste Petroleum fann gefährlich werden in einer Lampe unzweckmäßiger Konstruktion. Vor allen Dingen ist darauf zu achten, daß der metallene Theil, in welchem der Docht brennt, so eingerichtet ist, daß er die Hiße des brennenden Dochtes nicht auf das Baffin übertragen fann. Das Heißwerden des Metalltheiles auf dem Baffin vom Brenner aus ist wohl die Ursache der meisten Petroleum Lampen Grploftonen und beson ders zeichnen sich hierbei die Flachbrenner aus, wo bei voll gegoffenem Baffin der erhigte Brenner fast unmittelbar an bas Petroleum reicht und dieses leicht zur Entzündung bringen fann. N. Blondin auf der Gertraudtenbrücke. Mit nicht abzuleugnender Eleganz und Sicherheit tanzte gestern ein dem Arbeiterstande angehöriger Mann auf dem sehr schmalen Eisengeländer der Gertraudtenbrücke. Eine große Menschenmenge fammelte sich an und sah dem Künstler mit Bewunderung und Angst zu. Als der Auflauf jedoch eine Verkehrsstörung her beizuführen drohte, nahte sich ein Schußmann, um den Straßenartisten festzunehmen. Dieser entzog sich jedoch durch die Flucht seiner Sistirung. g. Gefangen. Um die Lindenbäume in der Breitenstraße befinden sich zum Schuß der Stämme eiserne Schußgitter, welche nach unten zu einen sog. Bauch machen, also größer als der obere Theil find. In diesen, gleichsam einen runden Käfig bildenden Theil des Schußgitters eines der Lindenbäume hatte fich am Donnnerstag Nachmitag ein fleiner Knabe durchzu preffen gewußt, ohne aber hinauskommen zu können. Auf sein Das würde garnicht schaden, auch wenn es wirklich der Fall wäre. Wer kennt nicht das Göthe'sche Gedicht von dem Bauberlehrling? Ganz dieselbe Geschichte ist's mit den soges nannten ,, Liberalen". Sie konnten es ja garnicht schnell genug fertig bringen, dieses schöne Gesez; die siebenundzwanzig Bieder männer, unvergessenen Andenkens, die strammen Schrittes auf den Wink ihres omnipotenten Befehlshabers zur Abstimmung schritten, haben der Partei, die bis jetzt einzig und allein alles Gute bei uns gestiftet hat, ja zu den Segnungen des Aus nahmegesezes verholfen, und jest beklagt man fich darüber? Komische Käuze find die Deutsch Freifinnigen doch und ste werden es auch bleiben. Bis jegt hieß es doch ganz einfach, dieSuppe, die man sich eingebrockt hat, tann man auch außeffen, und das ist auch ganz richtig. Aber sobald man die Suppe versalzen findet, möchte man ein schiefes Geficht ziehen und dieselbe stehen laffen, glücklicher Weise hilft jegt kein Mundspißen, jest muß gepfiffen werden. Wenn jede Partei über eine aufgelöste Bersammlung ein solches Geschrei erheben würde, wie die ,, deutsch freifinnige", wenn man so lamentiren würde über Vergewaltigung, über Erschütterung des Rechtsbewußtseins, was würde das für ein Lärmen sein! Das Sozialistengeset wird zweischneidig ange wandt, so tüftelt das Berl. Tagebl." in seiner gestrigen Abendnummer aus, und dieser Verdacht regte sich, dem weisen Blatt zufolge, schon bei den Berliner Stadtverordnetenwahlen, bei denen angeblich die sozialistische Bewegung bald freien Spielraum genoß, bald energisch unterdrückt wurde, je nach dem es die Bekämpfung der Liberalen zu erfordern schien. Kommt dem„ Berliner Tageblatt" diese Erkenntniß erst jest oder wußte man es schon zur Beit der Berliner Kommunal wahl? Wenn das Leptere der Fall ist, weshalb, so kann man weiter fragen, stimmte denn der Freifinn" für ein Gesetz, welches die Verlängerung solcher unhaltbaren Zustände be zweckt? Wenn die liberale Partei jest auch etwas von den Annehmlichkeiten der Ausnahmegeseße zu foften bekommt, so geschieht ihr das recht, fte hat es sich ganz allein selbst zuzufchrei en, denn in ihrer Hand lag es, die Verlängerung des Gefeßes zu verhindern. So rächt sich der perfide Streich an den Urhebern, und die Deutsch- Freifinnigen" erfahren es an fich ſelbſt: Was Du nicht willst, das man Dir thu', das füg auch keinem Andern zu." Zetheigcschrel wurde er von Paffanten durch Auseinanderbie- gen der Stäbe aus seiner Gefangenschast besteit. Der Vorfall hatte unter den zahlreichen aufmerksam gewordenen Paffanten große Heiterkeit erregt. N. Sehr erhebliche Brandwunden erlitt gestern der Ar- detter Bunk, Wafferthorstr. 64, in der englischen Gasanstalt. Daselbst war er mit seinem Kollegen Schulz beschäftigt, Zinn zu schmelzen. Hierbei goß Sch. aus Unerfahrenheit, er ist erst seit einigen Tagen in der Gasanstalt angestellt, Wasser in die Gluthmaffe, wodurch dieselbe mit einem fürchterlichen Knall ex- plodirte. Hierbei erlitt Bunk so schwere Brandwunden an den Armen und im Geficht, daß er sofort in ärztliche Behandlung gehen mußte. z. Deutsches Theater. Die gestrige Ausführung des „Don Carlos" war, sowohl was künstlerische Darstellung, als szenische Ausstattung betrifft, eine vollendete. Besonders Hervorragendes leisteten die Herren Friedmann als König Philipp von Spanien, Sommer st orff als Marquis Posa und Kainz als Carlos; Letzterer verstand es ausgezeichnet, in der schwierigen Rolle des leidenschaftlichen Knaben uns für diese nicht sehr sympathische Heldengestalt Schiller's zu erwärmen. Von den Damen wußte Anna Schmidt fich mit der etwas rührseligen Rolle der unschuldsvollen Königin recht gut abzufinden, Anna Jürgens, die verzweifelnde Prin- zesstn Eboli, in Ton und Haltung prächtrg zu gestalten, während die große Liebesszene mit Carlos verzehrende Leiden- schaft und einschmeichelnde Hingebung von Sellen dieser schönen, blonden Spanierin vermissen ließ. Auch die kleineren Rollen fanden eine fast durchwegs gute Vertretung. Wenn der Eindruck, den Schiller's Carlos auf unsere Generation macht, schließlich trotz der erhabenen Grundidee, dem Kampfe zwischen Humanität und mittelalterlichem Despotismus, doch lein überwältigender war, so lag das doch wahrlich nicht an der Darstellung, sondern an der Unreife des Schiller'schen Helden, an der Unwahrscheinlichkeit eines Charasters, wie der des Marquis Posa, der durch Reden einen König Philipp!ür Gedankenfteiheit begeistern zu können wähnt, an der unzurcichen- den Begründung des tragischen Endes und— nicht am wenigsten— an dem oft so schwülstigen Pathos dieses Jugend- dramas Schiller's. Der häufige Szenenwechsel in der fast 5 Stunden die Aufmerksamkeit oes Zuschauers beanspruchenden Aufführung wirkt entschieden ermüdend. Gerickts- Rettung. Der Hauptmann a.D. Frhr. v- Andrian-Werburg in Dillingen hatte fich nicht damit begnügt, gegen den„Rürnb. Anzeiger', welcher zuerst über die sterherrlichcn Heldenthaten gegen die Dillinger Landwehrleute berichtet hatte, Klage zu veranlassen— welche bekanntlich vom Nürnberger Gericht abgewiesen worden—, sondern es sollten nach seiner Abficht noch eine Reihe anderer Blätter, welche die Mitthellungen des Nürnberger Blattes abgedruckt hatten, der schwcrgekränkten freiherrlichen Ehre zuur Opfer fallen. Neuerdings wird nun gemeldet, daß durch Beschluß der Ferienstrafkammcr des königlichen Landgerichts Neuburg das wegen Andrian- „Beleidigung" gegen die Redakteure des„Neuburger Tagebl." und des„Rreser Volksblattes", sowie einen Neuendurger Kauf- mann(als Verfasser der qu. Arttkel) eingeleitete Strafverfahren eingestellt wurde, weil, so führt das Gericht aus, ge- nannter Hauptmann die ihm unterstellten Landwehrleute ohne genügende Veranlassung(!) mit„Lausbuben" titulirt, drese Anrede den Unwillen der damit gemeinten Personen erregen mußte, und der Presse das Recht nicht bestritten werden kann diesem Unwillen öffentlich Ausdruck zu geben. Merkwürdig bleibt an dieser Urtheilsmotivirung imnrerhin der Passus„ohne genügende Veranlassung"; die Strafkammer des k..Landgerichts Neuburg scheint demnach von der Anficht auszugehen, daß unter Umstänven ein Vorgesetzter berechtigt sei, seine Untergebenen „Lausbuben" zu nennen Man dürfte neugierig sein, zu er- fahren, wo nach der Ansicht der Strafkammer diese Berech- ♦�ur.g anfängt oder nicht, muß aber im Uebrigen wünschen, „o# diese lanogerichtlichc Anschauung nicht auch im Offiziers- korps allgemein Platz greift. Was den Freiherrn von Andrian betrifft, so bleiben Se. Hochwohlgeboren trotz des von mehreren Gerichten über ihn ausgesprochenen Urtheils im Befitze des ihm nach jener Affaire verliehenen Anspruches auf Anstellung im MUttärverwaltungsdienst! Polarlicht und Erdstrom. Von A. W o l d t. 1. Nordenskiöld'S Nordlichtglorte. Während des Mittelallers wurden Nordlichter ganz all- gemein als Wundcrzeichen des Himmels angesehen, und wir finden in alten Chroniken für fie die Ausdrücke:„Blutiger Himmel, Kriegsrüstung, feuriger Balken, hüpfende Ziegen" rc. aufgestellt. Dem Züricher Arzt, Prof. Geßner, gebührt die Ehre, der Erste gewesen zu sein, welcher ein am 27. Dezember 1560 in Deutschland und der Schweiz beobachtetes großes Nordlicht relativ gut beschrieb und„das Wunder des schein- bar brennenden Himmels" zu erklären suchte. Erst die genauere Beobachtung der Nordlichter in Gegenden höherer geogravhi- scher Breite, sowie das eigenthümliche verschiedenartige Per- halten der frei schwingenden Magnetnadel beim Austreten dieser lichtglänzenden Phänomene veranlaßten ein eingehenderes Studium der Nordlichter. Namentlich war es in neuerer Zeit die Polarforschung, welche fich mit der Untersuchung dieser Erscheinungen beschäftigte, ohne daß es ihr jedoch gelingen wollte, die zahlreich verschiedenartigen Formen, in denen das Nordlrcht beobachtet wurde, zu erklären. Wie bescheiden noch in den fiebziger Jahren unseres Jahrhunderts die Äenntniß dieser Erscheinung war, davon nur einige Bei- spiele. Als die zwette deutsche Nordpolar-Expcdition 1870 aus Ostgrönland zurückgekehrt war, berichtete Oberlieutenant Julius Payer u. A. Folgenoes: Die Monotonie deS Winterlebens unter dem Polarkreis erfährt keine interessantere Unterbrechung, als jene durch die Polarlichter, welche wir so häufig zu beobachten Gelegenheit hatten, und deren spektralanalytische Untersuchung zu den Aufgaben unserer Asttonomen gehörte- Die Polarlichter mit ihren scheinbar converairenden, flammenartig gewundenen, anausgesetzt beweglichen, rasch aufschießenden Strahlen von gelber zrünlicher oder lichtrother Farbe oberhalb ihres dunklen Seg- nents, welche wir meist in südöstlicher Richtung, oft einen großen lheil des Horizonts umfassend, erblickten, vermögen die herrschende finster niß indeß nur selten erheblich zu erhellen. Die Spektral- Beobachtung der Nordlichter ergab eine helle, grünlich-gelbe Znie, deren Lage im Vergleich zur Natrium-Lmie bestrmmt vurde. Sehr ungleich erwies fich der Einfluß der Polarlich- er auf die Magnetnadel, wie dies übrigens schon frühere Zxpeditionen beobachtet haben. Es geschah, daß fich dieselbe vährend sehr heller Nordlichter völlig indifferent verhielt, wäh- end fie m anderen Fällen bedeutende plötzliche Störungen— inmal bis ungefähr 2 Gr'ad— nachwies. Leider ließstch der jusammenhang der magnetischen Variationen, deren Beobach- ung tcrmrnwcise stattfand, mit diesen Erscheinungen in Folge «deckten Himmels nicht immer nachweisen. Drei Jahre später, am 23. Februar 1873 berichtet Nor- .«nskiöld, der mrt der fünften schwedischen Nordpolar-Expedi- ion auf Spitzbergen überwintert«, in seinem ersten Briefe aus liossel-Bai Folgendes: Lreutenant Patent und Dr. Wijkan- cr haben fich mit Beobachtungen über das Nordlicht und Verantwortlicher Redakteur Vermiscktes. Sin Kellncr-Tuell. Der in Mailand erscheinende„Corriere della Sera" erzählt folgende lustige Geschichte, die fich in den letzten Tagen dort zugettagen hat. Zwei Kellner aus einem bekannten Bierhause in der Via di Torino geriethen in harten Streit mit einander, der in Thätlichkcitcn überging, welche schließlich zu einer Herausforderung auf Pistolen führten. Die Distanz wurde auf zehn Schritt festgesetzt, und die Gegner sollten im Falle des Fehlens der ersten Schüsse gegeneinander avanciren. Am bestimmten Tage erschienen die Parteien auf � dem Kampfplatze außer der Porta Venezia. Die Waffen wurden geladen, die Duellanten einander gegenüber gestellt, auf das gegebene Zeichen krachten zwei Schüsse und einer der Kellner stürzte, indem seiner Brust eine Quantität rother Flüsfigkeit entströmte, welche Blut schien. Der Andere eilte gutmüthig zu dem Gefallenen, indem er zu seinem Sekun- danten sagte:„Wenn der Ehre Genüge geschehen ist, muß man dem Uglücklichen zu Hilfe kommen." Aber siehe da, plötz- lich richtet fich der Blutende lächelnd empor und reicht seinem mitleidigen Gegner die Hand mit den Worten:„Es geht mir besser als Dir."— Die Pistolen waren blind geladen worden und die Flüssigkeit, welche aus der Brust kam, war Ochsenblut rn einer Blase, die im gegebenen Augenblicke zum Platzen gemacht worden war. Der Gefoppte wollte den ihm gespielten Streich anfangs übel nehmen, ließ fich aber endlich begütigen und der Friede wurde mit einem Diner für sechs Personen bestegelt. Streit auf einer Lokomotive. Ein seltenes Vorkomm- niß hat fich auf dem Schnellzuge zwischen den belgischen Sta- tionen Flcnu-Produits und Paturagas zugetragen. Während der Fahrt geriethen der Lokomotivführer und peizer in einen so heftigen Stteit, daß es vom Wortwechsel zu Thällichkeiten kam. Schließlich versetzte der Maschinist dem Heizer einen so heftigen Stoß, daß derselbe von der Lokomotive herunterstürzte, aber— durch einen glücklichen Zufall nicht schwer verwunvct — auf das Nebengeleise fiel. Ter Maschinist hielt den Zug an, da aber der Heizer fich nicht erheben konnte, ließ er ihn liegen und fuhr eiligst davon. Der letztere wurde bald von einem Bahnwärter bewußtlos aufgefunden und in ein Lazareth gebracht. Das Gericht in Möns hat sofort den Lokomotiv- führer verhaften lassen. Zeitz. Eins der scheußlichsten Verbrechen, welche unsere Kriminaljustiz zu verzeichnen hat, ist am Sonntag Vormittag gegen 11 Uhr an einem jungen Mädchen von circa 25 Jahren auf der Straße von Kayna nach Zettweil verübt worden. Die Tochter des Tischlermeisters K. in K-, welche ihre Eltern bc- sucht hatte und nach ihrer Stellung zurückkehren wollte, ist von einem Subjekte überwältigt und ermordet worden, und zwar sprechen alle Anzeichen dafür, daß ein Lustmord vorliegt. Dem Mädchen war der Mund mit Stroh verstopft und der HalS durchschnitten; dasselbe scheint erst nach kräftigster Gegenwehr überwunden zu sein, da ihr Sonnenschirm zerbrochen neben der Leiche lag. Sämmtlichc Werthobjekte, als Uhr und Porte- monnaie, fanden fich ncch bei dem Leichnam, demnach ist es auf eine Beraubung nicht abgesehen gewesen, oder aber der Thäter hat geglaubt, gestört zu werden und ist entflohen. Wer das Scheusal gewesen, darüber fehlt bis jetzt jede Spur. Ein der That verdächtiger Mann wurde verhaftet, ist aber wegen mangelnder Beweise wieder entlassen. Räthselhast bleibt es, daß am hellen Tage auf einer ziemlich belebten Straße das Verbrechen verübt werden konnte, ohne daß jemand nur irgend etwas davon demerkte. Die gerichtliche Untersuchung ist in vollem Gange und wird diese hoffentlich Licht in das Dunkel bringen, welches noch über der Affaire schwebt. Die unglückliche schiffbrüchige Mannschaft der Uacht „Mignonette" hat neuerdings ein Scitenstück, wenn auch mit weniger tragischem Ende, in der Bemannung der eisernen Barke„Olano" gefunden. Letztere war nämlich auf der Rück- reise von Rosario nach Swansea unterwegs, als sie in der Meerenge von Lemair auf den Felsen fuhr Die Mannschaft konnte das Fahrzeug nicht flott machen und begab fich daher in einem herabgelassenen Boote nach dem Gestade, von wo aus fie am nächsten Morgen mit Schrecken wahrnahm, daß ihr Schiff untergegangen war und nur noch die Mastspitzen fichtbar waren. Die Matrosen waren außer Stande gewesen, Lebens- mittel mit fich zu nehmen, und sahen bald, daß fie fich auf einer unbewohnten Insel befanden. Tiefer Schnee bedeckte überall den Erdboden, und ein aus einem Fetzen Segeltuch errichtetes kleines Zelt konnte nicht verhindern, daß die meisten von ihnen erfroren« Gliedmaffen bekamen. Die einzige Nahrung, das Specttum desselben fleißig beschäftigt, wobei sie die Lage von fieben besonderen Linien bestimmt haben, welche nach Wijkander's Beobachtung, hier genau übereinstimmen mit dem Epectrum des unteren, wenig glänzenden Theilcs der Licht- flamme(Mozzens Kohlenspectrum). Diese Beobachtung liefert einen wichtigen Beitrag zu der Kenntniß eines großartigen und noch räthselhaften Naturphänomens. Unter anderem deutet fie an, daß möglicher Weile ein Zusammenhang zwischen dem Phänomen des Nordlicktes und dem Herabfallen des kosmischen Stoffes besteht, der Kohle, Eisen u. A. m. enthältt wovon ich in einem vorhergehenden Briefe geredet habe.(Einschaltend sei hier daran erinnert, daß Nor- denskiöld bekanntlich Anhänger jener Hypothese ist, welche fich die Erde allmählich aus herabgefallenem kosmischem Staub entstanden denkt.) Selbst der bisher unerklärliche Ilmstand, daß man in verschiedenen Gegenden oder unter verschiedenen Umständen verschiedene Spektta für dieses schöne Licht- Phänomen erhalten hat, beruht vielleicht einzig und allein auf der verschiedenen Beschaffenheit des Stoffes, welcher herabfällt, und bei der elektrischen Entiadung, die das Nordlicht bedingt, verbrennt. Während der Wintermonate scheint das Nordlicht hier auf Spitzbergen bei südlichen Winden beinahe permanent zu sein, wogegen es weniger lichtstark ist, als starke Nord- lichter in südlicheren Gegenden. Ueberhaupt hat eS ein ganz anderes Gepräge, was vielleicht darauf beruht, daß der Herd dieses LichteS der Erdoberfläche näher liegt, als in südlicheren Gegenden."— Wir werden späterhin sehen, wie sehr Nor- denskiöld von seiner Anficht, daß die Nordlichter aus elek- trischer Verbrennung kosmischen Staubes entstehen, zurückge- kommen ist. Der Vater der gegenwärtigen wissenschaftlichen Polar- forschung, Karl Weyprecht, war ein Anhänger der Anficht, daß das Nordlicht eine atmosphärische Erscheinung sei und daß seine Formen mit den verschiedenartigen meteorologischen Zu- ständen der Luft zusammenhingen. Er beschreibt das Nordlicht in Petermann's Mittheilungen 1875 nach den von ihm bei Franz-JoseftLand gemachten Beobachtungen ausführlich. Er kennt ein ruhiges, über das ganze Firmament in Lichtbogen gespanntes Nordlicht von durchsichtigem Weiß mit leichter grünlicher Färbung und bezeichnet diese Form als eine dem Polarforscher stets willkommene, da die„ruhigen Bogen auf anhaltende Windstille, auf schönes Wetter deuten." Er be- schreibt weiterhin ein Nordlicht, welches fich beim„Erlöschen eines Sturmes" bildet: Durch die Leffnung der Wolken steht man stellenweis daS dunkle Firmament und die Nordlicht- strahlen auf ihrer Jagd gegen den Zenith. Immer dünner wird das Gewölk: nur noch nebelartige Wolkenballen jagen vor dem Winde dahin. Auf allen Sellen stehen Nordlicht-Frag- mente; es steht aus, als habe der Sturm die Bänder in Fetzen zerissen und treibe fie nun ruhelos am Firmament« hin und her. Mit unglaublicher Raschhell wechsele fie Form und Ort: eines steht hier, jetzt ist es dort; kaum ist es ver- schwunden, so taucht es an einer anderen Stelle wieder auf. Und auch durch diese Fetzen jagen die Lichtwellen; in einem Augenblicke find fie kaum zu sehen, im nächsten glänzen fie I. Lron heim in Berlin. Druck und Verlag von Ma; Babing welche fich ihnen darbot, bestand aus Muscheln, die fie am Ge- stade auflasen; der Schnee mußte den Durst löschen. Auf diese Weise fristeten fie 28 Tage ihr Dasein. Dann erschien endlich ein ftanzöfisches Schiff und rettete die Armen von an- scheinend sicherem Tode. Chinesische Eigenthümlichkeiten. Aus London wird geschrieben: Ein Journalist aus Ceylon(Mr. Ferguson) erzählt Folgendes über die Chinesen; Auf meiner Reise von Srngaxore nach Ceylon traf ich mit einem Tabakpflanzer aus Sumatra zusammen, welcher chinesische Kulis mit einer Aus- läge von Lstr. 7 bis 10 per Kopf importirt hatte. Das Enga- gement war für mehrere Jahre. Da brachen die Pocken unter ihnen aus. Ein Chinese zieht den Tod der Entstellung des Gestchts vor. Er erschrickt vor dem Gedanken, durch die end- losen Kreise der Ewigkeit mit vernarbtem Antlitz zu wandeln. Daher verfielen fie auf den Selbstmord und jeden Morgen kam ein Aufseher mit dem Bericht:„Wieder find 30 Pfund zum T..... Es hängen wieder drei an einem Baumast.' Da erließ der Pflanzer eine Proklamation, daß die Leiche des ersten Chinesen, der Selbstmord beginge, in Stücke zerschnitten würde. Diese List machte dem Selbstmord ein Ende. Eine andere kuriose Thatsache verdient erwähnt zu werden. Wenn Chinesen aus einem Schiff sich verdingen, stipuliren sie, daß ihre Leiche nach der Heimalh gebracht werden solle, falls fie auf der Reise sterben. Auf dem Boot, auf dem wir nach Hause fuhren, war ein chinesischer Maschinist, dem ein Unglück begeg- nete. Der Doktor sagte, seine einzige Chance sei, fich das Bem amputiren zu lassen. Der Maschinist heulte„Nein" und der Chor seiner Landsleute sagte ebenso energisch„Nein". Am zweiten Tag aber trat Mortifikation ein und das Bein mußte fort. Der Mann starb und der Aerger der Chinesen war ge- waltig über die von dem Arzt an dem Körper vorgenommene Verstümmelung. Doch ließ fich nichts mehr thun. Sie balsa- mitten das amputirte Bein ein und nahmen es mit der Leicht des armen Burschen ins Reich der Mitte zurück. Cin verhängnißvoller Scherz. Ein bedauerlicher Un- glücksfall ereignete sich im Kreis-Gefangenhause in Sarajevo. Es war ungefähr 3 Uhr Morgens, als der gerade im Schilder- Hause stehende Infanterist Holler vom 1. Infanterie-Regiment plötzlich Schritte hörte und aufschauend, eine Gestalt in bosnr- scher Kleidung aus fich zukommen sah. Nachdem aus diesem Gange Niemand Anderer kommen konnte, als der dort aufge- stellte Posten, oder ein Arrestant, welcher im Begttffe ist zu fliehen, der Posten aber seinen Begehungs- Rayon nicht so weit auszudehnen hat, so mußte Holler annehmen, daß ern Arrestant entsprungen sei, und rief ihm deshalb ein gebieten- sches Stoj! zu. Der Angerufene kümmerte fich jedoch nicht darum, sondern ging mit großen Schritten auf Holler zu, der ihn mit gefälltem Bajonett erwartete. Der Herankommend« erfaßte mit beiden Händen die ihm entgegengehaltene Waffe, welche ihm holler jedoch entriß, wobei er seinem Angreifer Vre Hände zerschnitt, welcher nun die Flucht ergreifen wollte, daran aber durch einen Schuß, den ihm der Posten nachfeuerte, ver- hindert wurde. Mit dem Rufe:„O Holler, was hast Du ge- than?" stürzte der schwer Getroffene sofort zu Boden und dre schleunigst herbeiellende Wachtmanschaft erkannte zu ihrem Schrecken in dem am Boden Liegenden den Infanteristen Schkuda desselben Regiments, der mrt Holler zugleich auf dem andern Gangpostcn aufgeführt worden war. Der Unglückliche, welchem die linke Schulter zerschmettert wurde, hatte die bos- nische Kleidung von einem in der Nähe befindlichen Zaun cnt- ncmmen, auf welchem die Tüttinnen ihre Dimijen zum Trocknen aufzuhängen pflegen, und in der Absicht, einen Scherz ZU machen, die Kleider angezogen, um seinen Kameraden zu necken: der schwerverletzte Soldat wurde dem Garnisonsspitale über« geben, jedoch zweifelt man an seinem Auskommen- Gute Umschreibung. Mutter:„Aber Bela! Wie schaut denn deine Hose aus! Bist du vielleicht ins Gras ge- fallen?"— Knabe;„Ja, aber wie s schon die Kuh gefressen gehabt hat." Ein Vater, der zwar mit vielen, aber recht ungezogenen Kindern, wie man zu sagen pflegt, gesegnet war— fühlte sein Ende nahe. Noch einmal ruft er seine Kinder zusammen und theilt ihnen seinen letzten Willen mit:„Kinder, nu dhut mir den eenzigen Jefallen un bedragt euch anständig bei meinem Begräbnis)." Telegrammstil. Der glückliche Vater eines Zwillings- pärchens schickt seinem fernen Bruder folgende Depesche:„Un- geheure Freude— wir haben heute Zwillinge bekommen— später mehr!" in vollster Intensität. Aber ihr Licht ist diesmal nicht'jenes herrliche Weißgrün, es ist ein schmutziges Gelb; oft weiß man nicht, was Nordlicht und was Dunst ist; die vorüberfliegenden beleuchteten Nebel find kaum zu unterscheiden von dem Nord- lichtdunste, der auf allen Seiten kommt und verschwindet. Zu wahrhaft poetischem Schwung erhebt fich Weyprecht» Beschreibung bei Schilderung eines Mondlichtes, das schlechtes Wetter verkündet: Es ist 3 Uyr Abends, die Stunde der größten Mondlicht-Jntenfität. Für den Moment stehen nur einzelne Sttahlendüschel am Himmel; nur dott im Süden liegt dicht über dem Horizonte ein schwaches Band, das wir kaum beachten- Auf einmal hebt es fich rasch, es breitet sich gegen Ost und West aus, die Lichtwellen beginnen durchzuhüpfen, ernzclne Strahlen steigen gegen den Zenith empor. Kurze Zeit hält es st* statronär, da kommt plötzlich leben hinein. Von Ost grgen West jagten lebhaft die Lichtwellen durch, die Ränder färben fich intensiv roth und grün und tanzen auf und ab: schneller schießen die Strahlen in die Höhe, fie werden kürzer. Alles hedt fich, näher und näher kommen fie dem magnetischen Pole- Rascher und rascher folgen die Wellen aufeinander, schon über- stürzen fie fich gegenseitig, st- kreuzen fich, fie laufen übercin- ander weg; in müder Jagd wetteifern die Strahlen, wer von ihnen zuerst den Pol errercht; doch es find nicht mehr einzeln« Sttahlen, es find ganze Büschel, die gleichzeitig auf dem süd- lichen Firmament« in toller Hetze emporjagm. Und jetzt haben fie den Punkt erreicht, den fie alle anstreoen, und jrtzt schließt es auf und ab nach allen Seiten, nach Nord und nach Süd, nach Ost und nach West. Gehen die Strahlen von oben nach unten, oder von unten nach oben? Wer kann es unterscheiden? Um das Zentrum herum leckt ein Flammen- meer; ist es roth, weiß oder grün? Wer weiß es, es find alle drei Farben zu gleicher Zeit. Fast bis zum Horizont berab retchen die Strahlen, der ganze Himmel steht in Flammen. Das Band ist zu einem Bogen geworden, der über den Pol läuft und auf beiden Setten des Horizontes aufsteht' es ist ein feuriger Fluß geworden, in dem die breiten Lichtwellen mit rasender Geschwindigkeit von einer zur anderen Seite hinüberjagen. Die Natur führt uns ein Feuerwerk vor, wie es fich die kühnste Phantasie nicht herrlicher zu denken vermag. Heber dem Eise ist eS bell geworden: wir nehmen ein Buch zur Hand und lesen seinen Druck- Doch schon'st Alles abgeblaßt. Mit der aleichsamen unbegreiflichen G«' schwindigkeit, mit der es gekommen, ist es auch wiedeniw verschwunden. Das war das Nordlicht des kommenden Stur- mes, das Nordlicht in seiner vollen Pracht. Keine Farbe und kein Pinsel vermögen es zu malen, keine Motte vermögen es in seiner ganzen Großattigkest zu schildern. Und da unten stehen wir armen Menschlern und reden von Wissen und Fort' schrttt und bilden uns ttwas ein auf unfern Verstand, mit dein wir der Natur ihre Geheimnisse ablauschm: da stehen wir und schauen hinauf zu dem Räthsel, das uns dte Notar da oben mit flammenden Lettern auf den dunkeln Nachthimmel geschrie- ben hat, und können nur staunen und gestehen, daß wir im Grunde Nichts wissen!-- (Fortsetzung folgt.) in Berlin LW. Teuthstraße 2.