Nr. 154. Donnerstag. 2. Oktober 1884. k. Jahrg. MinerlilWill Lrgsn für i>ie Interessen der Arbeiter. 4 . Da« ,,verli»er S»ZZSÄl«�' Mihe« täglich Morgen» außer»ach So«»» und Festtage».>bo»«e«e»t»prei» für Berli» Hau» vierteljährlich 3 Mark, mcuatlich 1 Mark,»öchentlich 25 Pf. Emzel-e *>ow«eni i Pf. Postabomremest pro Quartal 3 Mark. tSingetrage» im VUL Nach» trage der Postzeitu»g«prei»liste uuter Nr. 719a.) Z»s«rtio»»sebühr Suteout, ohne Erhöhung de« Preise», angeaomme«. NeöaKtion und GXpeöition WerNn SV., Iimmerftraße 44. Mitbürger! Arbeiter! Handwerker! Die Wahlen zum deutschen Reichstag sind nunmehr ausgeschrieben, am 28. Oktober hat das deutsche Volk das Recht, aus seiner Mitte Männer zu wählen, die über sein Wohl und Wehe zu beschließen haben. Von dem Ausfall der Wahlen hängt es ab, ob in unserem Vaterlande in Zukunft bessere Zustände Platz greifen werden oder nicht. Jeder Wähler hat aber nicht nur das Recht, nein auch die heiligste Psticht, am Tage der Wahl seine Stimme nach seiner freien Ueberzeugung abzugeben. Kein Wähler darf an diesem Tage fehlen, wer es versäumt, seine Stimme abzugeben, der schadet nicht nur sich selbst, sondern er schadet auch seinen Mit- bürgern. Da aber nur Diejenigen ihr Wahlrecht ausüben können, welche in die Wählerlisten eingetragen sind, so ist es vor allen Dingen nothwendig, daß Jeder sich überzeugt, ob auch sein Name in der Liste steht, ob Vor- und Zuname, sowie der Geburtstag und Geburtsort genau stimmt. Und hierzu bietet sich nur noch in den jetzt folgenden 6 Tagen Gelegenheit. Die Wählerlisten liegen jetzt nur noch 6 Tage, bis zum 7. Oktober einschließlich öffentlich aus und zwar: für den I. Wahlkreis in der Turnhalle des Friedrich-Werdersche» Gymnasiums, Dorotheeustrahe 13—14, für den II. Wahlkreis in der Turnhalle der 27/44. Gemeindeschule, Wilhelmstraße 117, für de» III. Wahlkreis in der Turnhalle der 62. Gemeiudeschule, Schmidtstraße 38, für den IV. Wahlkreis in der Turnhalle der 18 Gemeiudeschule, Krautstraße 43, für de» V. Wahlkreis in der Turnhalle des Sophten-Ghmnasiums re» Gormannstraße 4, für de« VI. Wahlkreis in der Turnhalle der 67 Gemeindeschule, Ackerstraße 28a, und außerdem für sämmtliche Wahlkreise im Wahlbürean, Breitestraße 20a, 2 Treppen, nud zwar während der TageSzeit Wochentags von Vormittags 9 bis Nachmittags 3 Uhr«nd SouutagS von 11 Uhr biS Nachmittags 4 Uhr. Jeder Wähler hat da» Recht, sich in der genannten Zeit die Listen aufschlagen zu lassen. Die Listen sind anfangs September aufgestellt worden, und beßhalb muß jeder Wähler in der Liste des Hauses aufgenommen sein, wo er um diese Zeit gewohnt hat. Stimmberechtigt ist jeder Wähler in dem Bezirk, in welchem � in die Liste eingetragen ist. Wer die Wählerliste für unrichtig hält, kann innerhalb 8 Tagen nach Beginn ihrer Auslegung— also nur bis einschließlich den '• Oktober— beim Magistrat Einspruch erheben, welcher darüber endgültig entscheidet. Zur Begründung etwaiger Nachtragungen ist es nothwendig, daß der betreffende Antragsteller sich gehörig legitimirt. Hierzu empfehlen sich die polizeilich abgestempelte Wohnungsanmeldung, die Miethssteuer- resp. Einkommensteuer-Quittungen, oder sonstige beglaubigte Atteste. Abmuemeilts-Eillladilllg. m. �.u,m Vierteljahreswechsel erlauben wir unS alle Arbeiter «m Abonnement auf das „Berliner Volksblatt" *%ulaben. Dasselbe kostet für das 3anze Vierteljahr 3 Mark, für den Mo- nat Oktober frei ins Haus 1 Mark. werden von sammtlichen Zeitungsspediteuren. ''m der Expedition, Zimmerstr. 44, angenommen. . SJufecrbnlb nehmen alle Postanstalten Abonne- Segen Quartal zum Preise von 3 Mark ent- �Äedaktion«nd Expedition de»„Berliner Volksblatt". Schutz der nationalen Ärbeit. , Die Schwierigkeiten, welche jetzt vielfach den unbemittel- den �'"'vonderern m Nord amerika entgegengesetzt wer- J?'.erregen in einzelnen, dem Kapitalismus dienenden ame- "lavischen Blättern den höchsten Unwillen. B. mag ja vorkommen, daß unter den Zurückgewiesene» 7�>chiedene tüchtige Arbeiter waren, die, wenn auch unbe» K«?' Nordamerika ihr gutes Fortkommen gefunden S« r �den, jedoch im Allgemeinen hat der Kommissar OrPhonso» zu Newyork nur solche Leute zurückgewiesen, ;c ols OrtSar me in ihrer Heimath gelebt hatte» und von »J! Hoimathsbehörde nur al« drückende Last„abgeschubst" °kden waren. ibiijT. deutsche Organe, wie der„Verl. Börs.-Cour." di» M zum Eprechrohr der amerikanischen Fabrikanten, e Ii? jkden Preis billige Arbeitskräfte haben möchte». p'. sich da« Blatt aus Newyork schreiben, daß man im t*?k» garnicht mit der Strenge deS Kommissars r�Phenfo» zufrieden sei, daß die„öffentliche Meinung" dem- k" ihren Beifall nicht mehr zolle u. s. w. »i„Ja, die„öffentliche Meinung", durch die kapitalistische Mi.,.�kugt. wünscht selbstverständlich, daß zahlreiche, don- 0ke Arbeiter in Amerika einwandern möchten, die rjnm SRretA avneo- ur fonbctö ---|V in«Unrtuu VM.—----"'< "" vom Hunger gettieben. Arbeit um seden Pre,« anneh- und durch ihre Konkurrenz de» gegenwärtigen nicht de- HI«, che« anständigen Leuten getheilt wird und selbst n ff QlPtli w Qf_ t••>—<" e r. i. r»itt itTK C°"ist"°uch"Äe Chinesenbill entstanden. 'SÄw.».-.«»VÄ toatea odrr au» Ländern, die an rv"kl,ch Ar- t»f-SSlt»t ;; ä»; j ygä durch die Bedurfnißlosigkeit der fremden Arbeiter und die dadurch entstandene erhöhte Ausbeutung der heimischen Ar- beitrr durch den Kapitalismus gefährdet wird. Das eben soll die Chinesenbill, d a S eben sollen die Maßnahmen, welche in Bezug der sogenannten„Pauper-Ein- Wanderung" in Nordamerika getroffen worden, verhindern. Wenn nun der„Berl. B.-C." in einer ihm zugegange- nen New-Aorker Korrespondenz durch Abdruck eines Artikels auS einem ungenannten„ernstlichen Blatte" die Chinesenbill scharf verurtheilt und ebenso die amerikanischen Maßregeln gegen die Pauper-Einwanderung, so kann man dies einem kapitalistisch gesinnten uud somit arbeiterfeindlichen Blatte nicht übelnehmen, doch kann man auS dem Artikel selbst er- sehen, daß nur die von unS angegebenen Gründe für jene Maßnahmen bestimmend sind. Ja dem Artikel heißt es nämlich, daß der„Chi, nesenhatz" zunächst die„Italiener- und Slo- vaken Hätz" gefolgt sei; dann habe der starke Zufluß von russischen und rumänischen Juden Wider- willen erregt; darauf habe man sich gegen die von der eng- lischen Regierung unterstützte Auswanderung der irischen Arme» gewandt und nunmehr kämen die Deutschen an die Reihe. Man bettachte genau die Reihenfolge: Am bedürfnißlosesten sind unstteitig die Chi- nesen, dann die Slovaken und Italiener, dann die Rumä- nier und die Russen, dann die Jrländer und dann die Deutschen. Von Franzosen und Engländern ist in dem Artikel nicht die Rede, weil diese ebensoviel Bedürfnisse haben als die Amerikaner und weil sie ebenso großen, sagen wir. Arbeiterstolz besitzen und ihre Arbeitskraft nicht»mein Butterbrod verkaufen!— Die Amerikaner aeben durch ihre Gesetzgebung und ihre Maßnahmen bezüglich der Einwanderung den andere« Kulturnationen ein gute» Beispiel. Der ewige Strett zwischen den französischen Arbeitern und den Italienern in Südfrankreich kommt daher, weil die letzteren den Lohn erheblich drücken, weil sie ihre Arbeits- kraft um einen Preis verkaufen, mit welchem die Fran- zosen ihren gewohnheitsmäßigen Unterhalt nicht befttetten können. Den einzigen Vortheil aber haben von der Einwände- rung der italienischen Arbeiter die französischen Unternehmer — der französische Staat, die Gesammtheit aber sicherlich nicht. Dasselbe gilt von den italienischen und flavonischen Ar- bettern, die in Dnitschland Arbeit suchen und leider auch zu geradezu erschrecklich geringem Lohne finden.— Wir sind wahrlich nicht gegen die Freizügigkeit, gegen die nationale nicht und auch nicht gegen die interna- tionale. Und hochwillkommen darf einem Lande immer der Zu- zug fremder Arbeiter sein, welche höhere Bedürfnisse befitzen, als die einheimischen; dadurch wird die Kutturentwickelung befördert. Aber in demselben Grade verderblich ist der Zuzug von Arbeitern, welche in ihrer Heimath gewohnt sind, von einer Handvoll Mai« und Ziegenkäse zu leben, welche von einem ordentlichen säubern Bette, von irgend einer Lektüre keine Ahnung haben und den größten Theil des geringen Lohnes noch nach ihrer Heimath tragen. Solche Konkurrenz ist nur verderblich, sie schädigt den nationalen Arbeiter, die nationale Arbett und den Staat — bloS dem Kapitalismus kommt sie zu Gute. Die Kolonialpolitik spielt gegenwärtig in Frankreich ungefähr dieselbe Rolle, wie in Deutschland. Die Vertheidiger oder Befürworter machen geltend, daß die Produktionsmittel unverhältnißmäßig gestiegen seien, so daß sich die Nothwendigleit aufdränge, für dte Ueber- Produktion neue Absatzgebiete zu erobem- Wir sehen, man kämpft in Frankreich genau mit dem nämlichen Argumente wie bei uns, uud dort, genau wie bei uns, schwärmen die Freunde der Regierung für die Kolonialpolitik, während die demokratischen Parteien fich skeptisch oder ablehnend ver» halten. Man braucht fich das Argument nur etwaS genauer an- zusehen, und man erkennt sofort dessen Fadenscheinig keit. Also die Produktionsmittel haben sich unverhältnißmäßig gesteigert und es findet eine Ueberproduktion statt. Die erste Häste des Satzes ist unbedingt, die zweite nur mit Einschränkungen zuzugeben. Die Produktionsmittel haben allerdings die Tendenz, fich im Verhältniß, das heißt in stärkerem Maße als die Konsum- tion zu steigern. Und dieses Mißverhältniß hat allerdings für die moderne Industrie eine ttaurige Lage geschaffen. Ist darum aber wirkliche Ueberproduktion vorhanden? Das heißt: Werden mehr Waaren erzeugt, als gebraucht werden? Nein: alle Waaren, die heutzutage erzeugt werden, finden Absatz, wenn die Leute, welche sie brauchen, im Stande wären, den Preis zu zahlen. Insofern als ein großer Theil des Volkes, ja der weitaus größte, nicht im Stande ist, daS was er braucht, auch zu kaufen, insofern und nur insofern herrscht Ueberproduktion. Und dieser Ueberproduktion muß auch abgeholfen werden — das geben wir wiederum bereitwillig zu. Wenn man ein Uebel befestigen will, hat man die Ur» fache zu entfernen. Die Ursache dieser relativen Ueberpro- duttion ist nun— wie wir gesehen baben— die geringe Kaufkraft deS Volkes, mst anderen Worten die Massenver- armung �,,, Hier haben wir den Punkt, wo der Hebel angesetzt wer- den muß. Die Konsumtwnsfähigkeit der Massen muß der» gestalt gehoben werden, daß das Volk auch im Stande ist, seine Kultur- Bedürfnisse zu befriediaen. Ist dies der Fall, dann werden wir keine„Ueberproduktion" mehr haben— dann wird im Gegentheil die Produktion Mühe haben, mst der rasch wachsenden Konsumtion Schritt zu halten.. Daß unsere Fabrikanten die auswärtigen Märkte auf- suchen und nach neuen Absatzgebieten streben, mißbilligen wir gewiß nickt, allein darüber darf die Hauptsache nicht vergessen werden. Die auswärtigen Märkte stehen uns blos so lange zur Verfügung, als wrr billiger produziren, als die dortige Industrie— sie find sämmtlich prekär und es wird mit der Zeit unzweifelhaft kommen, daß im Wesentlichen jedes Land für fich selbst produzirt— eine industrielle Suprematie, wie fie England bis vor 20 Jahren ausübte, ist unmöglich ae- worden. #mm Die Hauptsache ist und bleibt also Hebung des Volkswohlstandes. Ist unser Volk im Stande, fich die Waaren zu erwerben, welche es braucht, dann wird unsere Industrie blühen. Und sonst nicht. PoMsche Aeberstcht Die Gewerkvereine Hirsch-Duncker'scher Gründung haben vor einigen Tagen ihren außerordenllichen Verbands- tag in Berlin abgehalten, um auf Grund des von der Regie- rung erforderten Sachverständigengutachtens über die Verbands- Jnvalidenlasse eine Aenderung der Statuten behufs gesetzlicher Anerkennung der Kasse zu bewirken. Die Präsenzliste ergab die Anwesenheit von 24 Delegirten. Dr. Max Hirsch sowie der Sachverständige Herr Dr. Zillmer wohnten den Verhand- lungen bei. Elfterer nahm vor Eintritt in die Tagesordnung Veranlassung auf die mannigfachen Gefahren und Anfechtungen (Wer lacht da?), welchen die Gewerksvcreinsorganisation be- sonders seit den letzten Jahren ausgesetzt sei, hinzuweisen. Alle diese Gefahren seien nickt nur glücklich überwunden worden, sondern die Zahl der Gewerkvereine wachse von Woche zu Woche mächtig an(Na Na!); der Verband der deutschen Ge- werkvereine zähle heute bereits 35000 Mitglieder in ca. 900 Vereinen. Diese Thatsache müsse jeden Genossen in der Zuverficht bestärken, dafi alle Angriffe auf die Gewerk-Vereine die ent- gegengesetzte Wirkung haben-— Ja, ja, schrecklichen Gefahren find die Gewerkvereine des Harmonieapostels ausgesetzt.— In der That. nachdem fich herausgestellt hat, daß in der Verbands- invalidenkasse das Defizit immer größer wurde und daß selbst in anderen Kassen die Ebbe stabil geworden ist, will kein Ar- beiter mehr seine sauer erworbenen Groschen dazu hergeben, das große Loch zuzustopfen. Den alten Mitgliedern bleibt nur übrig, entweder mehr, viel mehr zu zahlen oder mit dem Vorlieb zu nehmen, was die Kasse noch bieten kann. Warum opfert der Herr Dr. Hirsch nicht etwas zu Gunsten der leeren Kassen von seinem verhältnißmäßig hohen Gehalt, das ihm die Arbeiter zahlen müssen? Herr Hirsch ist mehrfacher Hausbefitzer, seine Privatkasse ist jedenfalls in bester Ordnung und deshalb könnte er immerhin einmal umsonst oder doch für die Hälfte seine„schwere" Funktion verrichten.— Auffallend erscheint es, daß der Verdandstag ganz im Stillen getagt hat: Niemand außer den direkt Betherligten hat vorher davon etwas erfahren, und was jetzt in die Ocffentlichkeit gekommen ist, das ist wohl- weislich erst vorher durch die Hände des Dr. Hirsch spaziert und hat deshalb nicht den geringsten Werth.— Ja, die schönen Zeiten von Äranjuez sind jetzt vorüber, die Arbeiter haben nicht nur den Harmonie-Äpostel erkannt, sondern auch das Defizit in den Kassen. Wenn heute noch 35,000 Mitglieder„gezählt" werden, so hat das seine Gründe: erstens haben tausende von Arbeitern jahrelang in die Kassen gezahlt, und find natürlich nicht Willens, solange noch etwas drin ist, gutwillig ihre Groschen fahren zu lassen. Tann kommt namentlich in Be- tracht, daß in vielen Fabriken die Arbeiter in die Gewerksver- einskassen gepreßt werden, sie müssen Mitglieder werden oder fie werden aufs Pflaster gesetzt.— Selbst in Berlin find Fabriken vorhanden, in welchen die Herren Meister zugleich einen Posten in den Gewerkoereincn bekleiden und deshalb keinen Arbeiter dulden, der nicht Mitglied eines solchen Ver- eins ist.— Wahrlich, in Anbetracht solcher Verhältnisse ist es gerechtfertigt, wenn die intelligenten Arbeiter Deutschlands mit Verachtung auf die Harmonicbestrcdungen des sozialen Wun- derdoktors blicken. Zur Spionenwirthschaft in der Schweiz. Dos Polizei- gericht in Liestal verurtheile wegen der Verbreitung von Stell- macher-Plakaten die Anarchisten Robert Pfau und Anton Baechler, beide Schweizer, zu je drei und Theodor Weiß aus Dresden zu sechs Monaten Gefängniß. Der Letztere bekannte vor dem Gerichtshof von einer deutschen Polizeibehörde monat- lich 100 bis 120 M ark für Spiondienste empfangen zu haben!! Zum Vagabondenwesen. In den Verpflegungsanstalten, welche die Stationen zu den Arbeitskolonicn bilden, ist es bis- her fast überall Brauch, die ankommenden Wanderer, bevor sie irgend eine Verpflegung bekommen, ein bis zwei Stunden lang Holz hacken oder Steine klopfen zu lassen. Gegen diese Härte hat fich jetzt sogar der Pastor v. Bodelschwingh, der Begründer der ersten Arbeitskolonie zu Wilhelmsdorf bei Bielefeld auf dem„Kongreß für innere Mifston" mit aller Entschiedenheit ausgesprochen. Die Arbeit, welche auf den Stationen geboten werde, müsse, so meinte Herr v. Bodel- schwingh, nach einer Mittheilung der„Volksztg.", nützliche Arbeit, aber nicht nothwendige sein. Holzhacken und steine- klopfen aber seien für Handwerker selten anwendbar: die Hände litten dabei zu leicht. Der Redner schloß über die Arbeit auf den Stationen mit folgenden Worten:„Im Nothfall ist eine itachdr»« setboten.] Ieuilleton. 21 Das Erntefest. Eine Dorfgeschichte von W. H. Köhler. (Fortsetzung) August blieb nach wie vor der Beschützer Klaras und diese vergoß Thränen, als jener konfirmirt wurde und in kurzer Zeit zu einem ini Nachbardorfe wohnenden Tischler in die Lehre gehen sollte. Betrübt ging fie einher und sorgte fich darüber, wer von nun an wohl ihr Beschützer sein solle gegen die Anfechtungen der anderen Kinder, vorzüglich aber des lahmen Gottfried. Und als August eines Tages, just auf dem Heimwege von seinem Lehrmeister m spe in die Nähe seines Heimathsdorfes gekommen war, da nahm er im Ge- büsch, nicht weit von der klappernden Mühle, ein weißes Kleid wahr und ein Schluchzen drang an sein Ohr. Er glaubte die Stimme Klaras zu erkennen, und sich seiner Be- schützerpflichten erinnernd und von Mitleid bewegt, bog er rasch die Zweige auseinander und stand im nächsten Augen- blick vor der zart gebauten Mädchengr statt, welche weinend an einem Baume lehnte., �. „Was fehlt Dir, Klara, hat Dir Jemand was zu Lerde gethan?" fragte August mitleidsvoll. Die Angeredete, welche ihren Rttter mcht hatte kommen hören, bückte erschreckt auf und starrte ihn. wie einen plötzlich aus den Wolken fie aber in das theilnehmende blickte, da war die Bestürzung fich an seinen Hals und schluchzte , Aber so sage doch, Klara, was Dir fehlt? abermals halb ärgerlich und halb mitleidig. „Ist es denn wahr, daß Du nächsten Sonntag schon fort gehst von hier, dahinüber zu dem Tischler in die Lehre?" fragte jetzt mit vor schluckten fast erstickter Stimme das wenig mehr als zwölfjährige Mädchen den vierzehnjährigen Knaben, der seinen Arm um ihren Leib geschlungen hatte, um fie vor dem Fallen zu bewahrm. „Gewiß, Klara! Diese Woche bleibe ich noch hier, mache meine Sachen(er meinte damit feine kleine neue Truhe und seine wenigen Habseligkeiten) in Ordnung und am Sonntag gehe ick hinüber zu Meister Seemann in die Lehre," sagte stolz und selbstbewußt August. Er ahnte natürlich nicht, daß er mit dieser Aeußerung seinen Scküvling nur noch mehr erregte, und sah auch nicht, daß ihre Tdiäaen von Neuem zu fließen be» ganncn. Als er aber mit stolzem Selbstdewußisein erzählte, was für schöne Sachen sein Lehrmeister anfertigen fönne, und wie er hoffe, auch einmal so ein lüchriger Trschler zu werden» da veifiegte der Thränensttom Klaras und ihre von innerem gefallenen Gast an. Als Antlitz ihres Freundes verflogen, und fie warf noch inehr, als vorher.— fragte August Verpflegungsstation ohne Arbeitgewährung besser als gar keine." — Da ist wirklich einmal ein wahres Wort ausgesprochen worden, und es wäre wirklich an der Zeit, daß man in allen derartigen Anstalten diesen Woren entsprechend handelte.— Vor allen Dingen ist es aber nölhig, daß eine gesetzlich ge- regelte Arbeitszeit angestrebt wird, denn nur dann wird es möglich sein, der Vagabondage allmälig ein Ende zu machen. Frankreich. Die Budgetkommisfion der Kammer nimmt ihre Arbeilen am 1. Oktober wieder auf und wird fich neben dem ordentlichen Budget auch noch mit dem außerordentlichen Voranschlag für 1885 zu beschäftigen haben. Der Marine- minister wird bei dem letzteren eine Ausgabe von 65 Mil- lionen, vertheilt auf fünf oder sechs Jahrgänge, verlangen, die dazu bestimmt find, die Kosten für die Herstellung neuer Kanonen für die im Bau begriffenen Panzerschiffe, sowie für die Verbesserung der F o r t s an den franzöfischen Häfen und Kolonien zu decken. Für 1885 verlangt der Minister 10 Millionen als erste Jahresrate mit dem Hin- weise, daß diese Ausgabe fich noch während vier oder fünf Jahre erneuern wird. Der Finanzministcr beabfichtigt, zur Bestreitung dieser Ausgaben an Stelle der in den nächsten Jahren zur Amortifirung gelangenden Obligationen neue mit kurzer Einlösungsfrist zu emittiren. So soll für die Marine auch das seit 1872 beobachtete System zur Rekonstituirung des Kriegsmaterials angewendet werden. Für die f r a n z ö s i- fche Flotte find �augenblicklich im Bau begriffen: 10 Geschwader- Panzerschiffe, 1 Stations- Panzerschiff. 8 Panzer-Ka- nonenboote, 2 Kreuzer mit Batterien, 4 Torpedo- Kreuzer, 8 Torpedo Avisos, 5 Avisos und Kanonenboote für den Küsten- wachtdienst, 1 großer Transportdampfer, 5 Transport- Avisos, 1 Flotillen- Aviso. Von den Geschwader-Panzerschiffen werden bereits im nächsten Jahre vollendet sein:„Ädmiral Baudin" in Brest,„Furieux" in Cherbourg,„Jndomptable" in Lorient und„Caiman" in Toulon.— In Tunesien find, wie die„Corr. Havas" mitlheilt, die Opera- tionen betreffs der Anleihe, welche die Umwandlung der tunesischen Schuld zum Zweck hatte, beendet. Die internationale finanzielle Kommisston wird deshalb am 13. Oktober, dem Neujahrstage in der mohamedanischcn Welt, ihre Vollmachten niederlegen und die neue Organisation wird zu fungiren an- fangen. Die Einziehung der Steuern wird von höheren franzöfi- fchen Beamten geleitet werden, an deren Spitze ein General- direktor der Finanzen steht.— Also 65 Millionen wird die franzöfische Regierung verlangen für Kanonen, Panzerschiffe und Befestigungen. Außerdem find noch verschiedene Panzer- schiffe und Kanonenboote im Bau, welche demnächst die See- macht Frankreichs vergrößern werden- Und wir find überzeugt, daß die jetzige franzöfische Kammer der Regierung die Millionen bewilligen wird, zu solchen Zwecken ist immer Geld da. Na- türlich werden andere europäische Regierungen unter Hinweis auf die Verstärkung der franzöfischen Flotte, ebenfalls mehr Kanonen und Kriegsschiffe verlangen- Die englische dürfte schon in nächster Zeit den Anfang machen, andere werden folgen, schließlich, wenn das sogenannte Gleichgewicht wieder hergestellt ist, wird der Tanz von vorne beginnen.— Wohin wird das schließlich führen? Rußtand. Der in der Festung Swlüssclburg tagende außerordentliche Gerichtshof verurtheilte am Mittwoch 14 politische Verbrecher zur Strafarbeit in Sibirien und einen Namens Minjakow zum Tode. Er wurde heute früh hingerichtet. Eine Speziattommiision begiebt fich der„Daily News" zufolge in Kürze nach Arckangel, um dort zu Gericht zu fitzen über politische Verbrecher. Verschiedene Offiziere befinden fich unter den Angeklagten.— Ein Ssaratower Blatt bezeichnet die Zeitungsberichte über die jüngste blutige Schlägerei zwischen deutschen Kolonisten und rusfiscken Bauern in Rownoje als übertrieben. Es seien bei der Gelegenheit nur zwei Personen getödtet worden, nicht zehn, wie anfänglich berichtet wurde. Die Meldung, daß ein Polizeibeamter in der Ausübung seiner Pflicht das Leben verlor, entbehre ebenfalls der Begründung. — Den russischen Zeitungen darf man nicht allzuviel Wahr- hciteliebe zutrauen, denn ihr Inhalt ist der Zensur streng unterworfen. Wenn daher von 2 Tobten die Rede ist, fo ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß es deren 20 waren. Cholera. In Italien starben am 30. September 209 Personen an der Cholera, davon in der Stadt Neapel 51. Als gestem in Neapel der Bürgermeister Amore persönlich die Desinfizirung der Häuttr in der Straße Reclusorio überwachte, wurden die Arbeiter plötzlich von einer Volksmenge mit Re- volvern und Knüppeln angegriffen, unter der wahnwitzigen Beschuldigung, man vergifte die Wohnungen. Truppen mußten schließlich den Tumult unterdrücken.— Man kann hieraus ersehen, wie weit die Pricsterherrschaft in Italien das Volk gebracht hat. In Serbien beginnen die politischen Parteien eine etwas regere Arbeit zu zeigen. Nachdem nun daS Preßgesey wieder Feuer erglühenden Augen hingen jetzt an seinem Munde, wie fie einst bei dem Lobe über August an dem ihreS Lehrers gehangen hatten. Bald deuteten nur noch die rothgeränderten und geschwollenen Augen, sowie ein oft unterbrochenes Schluchzen an, was für Gefühle fie beherrscht halten, und als August, von seinem Ge- genstand ganz Hingeriffen, ihr erzählte, daß er jeden Mittwoch Abend herüber zum Lehrer, der ihm Zeichenunterricht umsonst ertheilen, und jeden Sonntag zu seinen Eltern kommen wollte, da konnte man kaum noch wahrnehmen, welche Stürme in der jungen Mädckenbrust vor wenig Minuten noch getobt hatten. Auch August dachte nicht mehr daran, nach dem Grunde der vielen Tyränen seines bisherigen Schützlings zu fragen; er nickte ihm halb freundlich, halb glcichgrlttg, einen Gruß zu und ging zurück nach der Straße wie Einer, der mit seiner Ver- gangenbeit abgeschlossen hat und nun ein neues Leben beginnen will. Er hatte fich seinen Beruf selbst gewählt, und wie alles, was er sich vorgenommen hatte und auszuführen begann, faßte er auch diesen mit einem tiefen Ernst auf und mit dem Eifer und der Geschicklichkeit eines frühreifen Jünglings verfolgte er seinen Plan. Ein tüchtiger Tischler wolue er werden, und wenn er das sei, so wollte er viel Geld verdienen und damit seine Eltern unterstützen und seinem Lehrer eine Freude machen. Er wußte, daß dieser fich eine schöne, lange Pfeife wünschte, aber die Anschaffung einer solchen war nicktwögltch, weil noth- wendige Ausgaben die Realifirung dieses Wunsches bieder immer unmöglich gemacht hatten. Er matte fich in Gedanken die Freude seines verebiten Lehrers aus, w.nn er mir dem Gegenstände seiner Wünsche zu ihm treten und ihn ihm überreichen würde. Aber es sollte auch eine Pfeife sein, ganz anders als man fie �bisher gefehen hatte, und nicht eine solche, wie der Schulze eine besaß, mit der er des SonntagS immer durchs Dorf ging, um fie Jedermann sehen zu lassen; es sollte eine solche sein, wie er fie vor 2 Jahren in der Stadt gesehen hatte, erne Pfeife mit einem schönen schwarzen Rohr, woran oben zwer blau- und rothgestreiste Troddeln hingen, und unten einen Abguß aus Horn, der schön ausgeschnitzt war, und einen Porzellantopf mtt dem Namen des Empfängers. Darüber würde er fich gewiß freuen, sein liebevoller Lehrer und vätrr- licher Freund, denn eine solche wünschte er fich, das wußte er, und in Gedanken freute er fich mit ihm. Den Plan, wie August ihn fich ausgedacht hatte, führte er auch in der Folge aus: jeden Sonntag und Mittwoch kam er nach Walvstein, des Sonntags zu seinen Eltern und des Mittwochs Abends zu seinem Lehrer; mochte das Wetter gut oder schlecht sein; August war zur festgesetzten Zeit pünktlich zur Stelle und nicht nur damit, sondern auch durch Fort- schritte im Zeichnen erfreute er seinen Lehrer. Die Sonntags- nachmittagsstunden aber verbrachte er bei seinen Eltern und zwischen gleichalterigen Jugendgespielen. Trat er die Herausgabe von Zeitungen ohne Zensur ermöglicht, beginnt die Opposition ihre Thätigkett mit der Ausgabe von neue» Zeitungen. Die Radikalen, die bisher eine zuwartende Siel- lung eingenommen hatten, werden am 1 Oktober eine brenn» wöchentlich erscheineude Zeitung„Das Echo", herausgeben un» somit wiederum für die Sammlung und Organisation rM Partei zu wirken versuchen.— Auch die Sozialisten sind nie- Verum aufgetaucht aus der Stille, die nach dem letzten stände in Serbien eingetreten ist, und es wird unter der JW* daktion des Dr. Zernic gleichfalls zu Beginn des nächsten W" nats eine sozialistische Zeitung erscheinen.— Da die Liberale« schon ein oudlizistisches Organ befitzen, find nunmehr alle»» litischen Parteien Serbiens in wenig Tagen wieder in der ön- tungsliteratur vertreten, und man kann dann wieder aus der Abonnentenzahl der Blätter erkennen, welche Partei am erfrig' sten in der Propaganda ist. In der englischen Presse steht der Protest der Mäckü gegen die Suspendirung des egyptischen Schuldentllgungsfoiw im Vordergrunde der Diskussion. Die„Times" meinen, Protest sei leicht begreiflich und gerechtfertigt, brauche aber«»>> zu ernst genommen zu werden.„Die Handlung", fährt d» Blatt fort,„gegen welche Protest erhoben wird, ist eine»» durch gebieterische Rücksichten der Nolhwendigkeit divitte W melle Verletzung des Liquidationsgesetzes. Das Liquidatio«� gesey wurde zu dem Zweck entworfen und in Kraft gesetzt, um die pünktliche Zahlung der egyptischen Schuld zu fichern, l"-« wäre das Gesetz auch noch so strikt und unanfechtbar, f» fon i sein Zweck nicht erreicht werden, wenn die egyptische Aerw» tung aus Mangel an Mitteln zur Bestreitung ihrer tägliltzw Bedürfnisse zu einem Stillstände gebracht würde. Aus Aufrechterhaltung des Liquidationsgesetzes quand meme zu � stehen und dadurch die Verwaltung Egyptens zu lähmen, wuiu- demnach heißen, nach dem Schatten greifen und das opfern.... Trotz der Proteste einiger Mächte muß die®»* pendirung des Tilgungsfonds als eine vollendete TW» betrachtet werden. Was geschehen ist, kann nicht ungeM� gemacht werden."— Was werden dazu die Gelvma»»� lagen?. Irland. Eine eigenthümliche Szene spielte fick"LL jüngsten Sitzung des Gemeinderaths von Cork ab. Ter/v« germeister von Cork hatte den Herzog von Edinburg, als selbe neulich mit dem Kanalgeschwader den irischen Hafen lief, Namens der Stadt herzlich bewillkommnet. Diese eint Mitglied der königlichen Familie erwiesene Höflichkeit wM» nun dem Bürgermeister von gcwifien Kreisen so verübelt, dessen Freunde es für angezeigt hielten, im Gemeinderath ei« sein Verhalten billigenden Antrag einzubringen. Eine Ml»»» Debatte folgte und der Antrag wurde zurückgezogen. Als nationalistischen Mitglieder des Raihes fich entfernten, ML fie die irische Volkshymne.— Ueberhaupt wird es in Irland! einiger Zeit wieder recht ungemülhlich, denn die Monvschem regen fick wieder; in vielen Gegenden wird das Vieh l»° liebiger Pächter auf der Weide verftümmelt, anderen wnd» rothe Huhn aufs Dach gesetzt oder gelegentlich ein Dutzend Kugeln ins Haus geschossen. Die länger werdtm Nächte begünstigen die agrarischen Ausschreitungen in Grade, und sollte es einen strengen Winter geben, so du», es an Gewaltthaten und Verbrechen auf der grünen i)»' nicht fehlen. In Salisbmy wurde am Sonnabend in l?a Abendstunde der Versuch gemacht, das am Marktplatz Rathhaus in die Luft sffrcngen. Gegen 11 Uhr wurde � furchtbare Explofion gehört und die schnell angesammelte menge sah das Rathhaus in Rauchwolken eingehüllt- L ganz« Nachbarschaft war mit Glasscherben bestteut. D und zerstört haben werde. War ihm dies gelungen. J( � J» er wie ein Kobold und hänselte die„WaldprinzeM Thiänen des Mitleids mit den muntern Sängern dt», y« Diesen kindlichen Kummer theilte Klara ihrem!Öcf®u* auch immer gewissenhaft mit und war ftoh. wen» w seine Gewohnheit Notiz davon nahm und versprach,» tzr wicht gelegentlich zu strafen. Doch dazu kam es»' Gottfried ging ihm aus dem Wege, wo er nur konn>' (Fortsetzung folgt.) L ?< ■ hmmen und man kann es ihnen nicht verargen, wenn ste sich »igen jede Fremdherrschaft auflehnen. KoKales. er- Der Umzug.�Wer in diesen Tagen einen Spazier- Kang durch die Straßen Berlins macht, der lann eigentlich räum w�en, daß wir ern seßhaftes Volk stnd, es macht vielmehr Alles den Eindruck, als ob wir in die Urzustände der Kultur zurück- Zekehrt wären und uns dem Nomadenthum in die Arme ge- wvisen hätten. Eine„feste Wohnung", das ist zwar in Berlin «n allgemein verständliches Wort, indessen ist der Begriff des- lelden doch mindestens ein problematischer.„Dreimal umziehen % w gut wie einmal abbrennen", sagt schon der ehrwürdige Zmjamin Franklin, und merkwürdiger Weise ziehen gerade dleienigen Leute am häufigsten, die meistentheils schon„abge- »rannt" find. Der Wohlhabende hat es nur sehr selten nöthig, i«ne Wohnung zu verändern, er hat in der Regel seine feste r,„s �-.ungsstelle, wo er Jahr aus Jahr ein thätig ist, wäh- lenv das C.CA. Z... o rt rec Er beim Arbeiter doch fast niemals der" Fall ist. an seine Wobnung fast so oft ändern, wie die �2 x' in �er er Beschäftigung findet, wenn er fich nicht „.?s?er grossen körperlichen Strapazen unterziehen will oder .1,:r" w vpt" iun)niiu)tii wiiuvujcii unicijuw erhebliche Mehrkosten für Pferdebahn, Omnibus u- s. w. auf ?rrngcn will. Biel Umstände macht der Umzug dem Arbeiter nnlich nicht, irgend ein primitives Fuhrwerk ist bald gefunden, "■r opfert einen halben Tag, vielleicht legt die"""" Mere Frau mit Hand an, im Augenblick ist . wr auf dem Wagen, die Frau trägt barkeil ..... en. beispielsweise die'schöne P«ro.eum.°mpe, vre man jfc zum Polterabend verehrte, ,n der Hand, bald rst man rn ?ut, die meisten Arbeiterfamilien beherbergen rn rhren arr und tSÄ is. Ä.Ä".u?vs eine öder die dann das Mo- ihre besonderen Kost- Petroleumlampe, die man n der Möbel nicht verwandt zu werden; die Berliner !- gläsernen sehen fich in ihrem Inneren so genau ähnlich, schliesslich jedes Stück wieder dieselbe Stelle finden kann, Js der alten Wohnung. Die Paar Nägel zum Aufhängen ..„.Photographien find bald eingeschlagen; die Spinden, Tische Stühle stehen, noch ein Paar ungemüthliche Tage, wäh- C welcher man Verschiedenes noch nicht finden kann,— » jjn ist eben Alles wieder beim Alten. Noch einfacher ist der ,,?iug bei dem alleinstehenden jungen Mann. Dem Studenten agt der Dienstmann den Koffer in die neue Wohnung, der »»Wir kommt bald nach, er wirft einen neugierigen Blick z* böe Scheiben auf die Strasse, raucht fich seine Pfeife an< »w Z � Zu Hause. Der Schlafbursche, der oft mit fünf bs?» 7# Zusammen hoch oben unter dem Dach wohnt, der yfli seinen Holzkoffer selbst in die neue„Wohnung", er hat N sorgfältig gepackt, klebt dock an jedem einzelnen Stück j"... saurer Schweiß, die Wäsche unten, oben seine UMmationspapiere, die Mitgliedskarte zum Arbeiter- izirks-Pxrein und Schiller's Gedichte. Auch ihm U,_ der Abschied nicht schwer, er findet meist vJu. immer wieder. Aber glücklich immer noch diejenigen, ...Ao überhaupt noch eine Wohnung bezahlen können— es jedoch in der Millionenstadt Berlin viele Tausende, die ei«? wenigen Mark nicht einmal erschwingen können, welche in,«Schlafstelle kostet. Sie finden ein Paar Nächte Unterkunft in x � für Obdachlose, dann werden fie wieder hinausgestoßen Elend, heute nächtigen fie in einem Rohbau, morgen auf jß"" einem Hauflur, am andern Abend fitzen fie'auf dem &"Hofsplatze zu den Füssen des alten Stein, und stellen trübe shto?"gen an über ihre traurige Lage, am nächsten Abend foto, w ein Ausgeflossener einen Möbelwagen, in den er fich »i�lnd legt, es wird schon kalt, vielleicht hat er Tage lang man vielleicht eine "ichti Lejch. stknossen— früh Morgens findet man vielleicht..... :uL dem Wagen, dann endlich hat er einen Platz, wo er �« schlafen kann- Ausweisung des Damenschneiders Fonf� wird �obn�-llklheilt, daß derselbe seit seinem 6. Jahre in Baden 'n Preuss,n eine dreijährige Dienstzeit absoloirt, *0chtn ijf!® 0 mitgemacht hat und bei Metz verwundet sich immer mehr gesteigerte Verkehr auf der deso�/sseubahnlinie Kreuzberg. Köllnischer Fischmartt, Et„t"® aber auf der Tour Hallesches Thor- Franzöfische .hat die Direktion der Pferdeeiscnbahngesellschaft ver- seit gestern in den Nachmittags- und Abendstunden knö're Halleschen Thor und Bedrenstrasse jEcke Friedrich- .ZI«ktrawagen einzulegen. Diese Wagen führen ein «rrj»."on(je die Hälfte) roth und weisser Farve. Der Fahr- 13 betragt für die gedachte Tour 10 Pfg. Mrn biiaum. Sein Lüjäbriges Buchdruckcr-Jubiläum feierte Schriftsetzer Wenzel Baumann in der Max %Unr, l en Lsfizin. Zum Zeichen ihrer fteunvschastlichen Ver- Mt L hatten die Kollegen des Jubilars den Play desselben lich« re?"Z'ss und Guirlandcn festlich geschmückt. Da das fest- t>oll,�'üniss erst ziemlich spät bekannt wurde, so fanden die 'tiberx nHr n0(t) Zeit, dem Jubilar eine filberne Dose als >oes Andenken an seinen Ehrentag zu widmen- Maa ne ssröhere Verkehrsstörung wurde heute Nach- xrdeio der Ecke der WUHelm- und Lcipzigerstrasse dadurch b>ass das vor einem Wagen des Fuhrherrn Otto, Nelej?. �ueasse 80, bespannte Pferd stürzte und gerade auf das �'hrer- o? frequenten Pferdebahnstrccke zu liegen kam. «it.. 3 Dramways sammelten fich an und mußten längere �len an!:?' bis fie endlich, nachdem das Hinverniß unter -vlühen beseitigt, ihre Fahrt fortsetzen konnten. Behren Unfall des Etadtrath» Stadthagen betreffend MukO heute, daß Herr Sladlhagen, entgegen seiner Ge- om Sonntag Vormittag kein Frühstück zu fich ge- """ ein h?!� und, bei seiner Rückkehr nach seiner Wohnung, iUr q Z Ohnmacht im Lustgarten übermannt, so unglücklich Nie, e,.„. Ute, daß er fich eine nickt geringe Verletzung am ?st na* rmd im Gestcht zuzog. Herr Stadthagen erwachte �dein"rohreren Stunden aus seiner schweren Ohnmacht, V£.1"bereits nüch seiner Wohnung überführt worden > rine� 5,"wngs gehegte Befürchtung. Herr Stadthagen sei "'fise Q|„m. Schlaganfall betroffen woidcn, hat fich glücklicher- &" au,* erwiesen. Herr Stadthagen kann nach wie vor ""Km d n-n-en Gliedern Gebrauch machen und hofft, binnen �Als'die Schauspielerin Frl. S, St Fah« �'Ulschen Theaters, den Droschkenkutscher N. zu 1?«ull*" na* dem Wallner-Theater engagirte, drehte fich ->det rührend der Fahrt um und äusserte, zu Frl. S. -- ungefähr Folgendes:„Sehe ich reckt oder tausche Ä hitt, � 50 � kür Sit zu Gebote. Ich muß dem bhUann-.«??""" der Rosselen ter den Namen eines flotten I??brt Kdtn Tag etwas Neues bringen." Frl. S. war li�chde dte diesen Woi ten unverkennbar zu Grunde «äkl .. und brachte den Vorgang zur Polizei- Das Königl. Polizei-Prästdium sah fick. bei LMkum» 1 Rutscher glaubte nun aber, daß seine unüberlegte nJWb o!1"3 zu schwere Ahndung erfahren hätte und er erhob ieili* beim Bezuksausichuss wegen Aushebung der H»«»heit."kssgrina. Ter Bezuksausschuss. dem vre An- in der Königsberger Eintauscndmarkschein, zur Aburtheilung. Gegen die Parole des Berliner Stadt- ausschusses„40 Tingel-Tangel und nicht mehr" hatte der Re- staurateur L. aus der Kommandantcnstraße Einspruch erhoben, da er diese Zahl für Berlin bei Weitem nicht für ausreichend hält. & war nämlich beim Stadtausschuß um die Erlaubniß zur „Veranstaltung von Gesang- und deklamatorischen Vorträgen" eingckommen, erhielt aber einen ablehnenden Bescheid. Seine Beschwerde beim Bezirksausschuß fand aber kein Gehör, da fich derselbe vollkommen der Anficht des Stadtausschuffes anschloß. -u Verhaftet. Der Schulrcktor A. strasse vermißte am 5. v. M. einen welcher seinem Schwiegervater beinr Spielen mit den Enkeln aus der Jaquettasche gefallen war. Da der Schein nur in der A.'schen Wohnung verloren gegangen sein kann, so wurde die Wohnung sorgfältig durchsucht, aber ohne Erfolg. Der Verdacht, den Schein fich angeeiget zu haben, lenkte fich gegen die als Aufwärterin bei A. hesckäftigte Frau Sch., und da dieselbe bei dem im Nachbarhause wohnenden Schuldiener A. bedeutendere Ausgaben machte und aus Anlaß eines freudigen Familien- ercignisses eine große Gesellschaft opulent bei sich bewirthete, so wurde der Verdacht gegen die Sch. und den Schuldiener A. bestärkt und Beide wurden gestern festgenommen. Die TH. räumte ein, den Eintausendmarkschein gefunden und dem Schuldiener A. übergeben zu haben, welcher von diesem Gelde scineZAusgabenin letzter Zell sollte bestritten haben, ohne ihr etwas von dem Gelde zukommen zu lassen. Die Sch. und ebenso der Schuldiener A. welcher seine Betheiligung an der von der Sch. begangenen Unterschlagung bestreitet, find heut zur Haft gebracht worden. N. Großes Aussehen erregte gestern unter dem fich zahl- reich vor dem Hause Grenadrerstrasse 39, Ecke Hirtenstraße, ansammelnden Publikum ein Restaurateur, welcher mit seinen Geräthschaften aus seiner im ersten Stock belegenen Wohnung nicht den Weg die Treppe hinunter, sondern durch die nach der Straße zu belegenen Fenster zog. Er ließ die Sachen mittels Taue auf die Straße- Mehrere Schutzleute hatten zu thun, um die bei diesem ungewöhnlichen Schauspiel zahlreich vor- handenen Zuschauer zu zerstreuen. N. Eine komische Wette. Der Sohn des bekannten Re- staurateurs des Tempelhof wollte einen Wagen aus Berlin vom Schmied holen und hierzu vom Vater ein Pferd geliehen haben. Letzterer schlug ihm seine Bitte aber ab, worauf der Sohn behauptete, den Wagen selbst ohne ein Pferd nach Tempclhof zu ziehen. Der Vater traute seinem Sohne dies nicht zu und wettete mit ihm um 50 Mark. Er verlor aber diese Wette, da der Sohn zum Gaudium aller Freunde und Be- kannten sich selbst vor den Wagen spannte und denselben ohne Pause direkt nach seines Vaters Haus zog. 2. Diebstahl. Bei dem Schneidermeister H. in der Linien- strasse, welcher durch eine Zeitungsannonce einen Schneider- gesellen gesucht hatte, meldete fich am 26. September ein junger Mann als Geselle, welcher angenommen nach einigen Stun- den fich entfernte und heimlich ein Portemonnaie mit Geld nebst 5 Pfandscheinen mitnahm. Der Dieb ist bisher nicht er- mittelt worden. Derselbe ist ca. 22 Jahre alt. mittelgroß, schlank, er hat schwarzes Haar, eine gewölbte Stirn, dunkel- braune Augenbrauen und eingebogene Nase. Die Pfandscheine find von den Pfandleihern Pander in der Auguststraße, Schulz, Ackerstraße 33 und Bertram in der Brunnenstraße 108 aus- gestrllt. Ostend-Theater. Wie wir erfahren, wird die nächste Novität des Ostend-Theaters„Ein Vampyr" sein(nach dem gleichnamigen Roman im„Lokal-Anzeiger?'), dessen Dramati- firung diesmal Herr Alfred Seefeld, Ober-Regisseur dieser Bühne, übernommen hat. Die Arbeit, von welcher Herr Direktor Etccwe schon Einsicht genommen hat, soll eine vor- zügliche, ungemein effektvolle sein. Ein großes Billard Turnier um die Meisterschaft von Deutschland wird zwischen dem Herrn Georg Mäslacher, Billard- Professor im Cafe Bauer und Champion für Deutschland und Herrn Franz Etebcr.Billard-Profeffor in den Gratweil'schen Bier- hallen, und Champion für Ocsterreich-Ungarn im grossen Vereins-Saal der Gratwcll'schen Bierhallen abgehalten, und zwar bis 2500 Points, an vier aufeinander folgenden Abend,'N, den drei ersten Abenden- 600, den letzten Abend 700 Points. Dem Berliner Publikum steht hierdurch ein interessantes Schauspiel auf dem Billard bevor. g. Abenteuerliche Schatzgräber. Ein in der Alexander- strasse wohnender Posamenlier R. will, wie uns mitgetheilt wird, im Befitzc eines Geheimnisses sein, das in unmittelbarer Beziehung zu dem russtsch-deutsch-französtschen Kriege und dem gewaltigen Heerführer Napoleon l. steht. Die Romantik, welche alle jene Sckatzgräbereien— um eine solche bandelt es sich auch in diesem Falle— umgiebt, verschwindet einigermaßen, wenn man erfährt, daß der Besitzer des Geheimnisses bereits am vergangenen Sonntag mit seinem Vater nach dem Orte, der den Schatz birgt, gereist ist, um die Vorbereitungen zur Ausgrabung zu treffen. Durch den Grossvater des Posa- mentier R-, welcher im Jahre 1813 Gelegenheit hatte, mit einem Adjutanten des auf der Flucht nach dem Rhein be- griffencn Napoleon zusammenzutreffen, hatte R. in Erfahrung gebracht, daß Napoleon nahe dem Magdeburger Festungswall 26 Kanonenrohre, gefüllt mit/ französischem Golde, vergroben ließ, um dieselben bei einem beabsichtigten neuen Feldzuge wieder ausgraben zu lassen. Aus dem immer wieder aufgeschobenen Vorhaben der Ausgrabung ist am letzten Sonn- tag durch die erfolgte Hinreise des R. mit seinem Vater noch Magdeburg nunmehr Ernst gemacht worden. Nachdem fich Vater und Sohn zuvor überzeugt hatten, daß die ihnen be- kannt gegebene Stelle, an welcher die Kanonen vergraben sein sollen, noch nicht überbaut ist, begaben fie sich zu den städtischen Behörden, welche ihnen den Rath crtheilten, ihre Kcnnlniß von der Lage ic. des Schatzes dem Stadtkommandeur biHufs weiterer Veranlassung schriftlich einzureichen. Die nächste Zeit wird es, da R. ernstlich die Angelegenheit weiter verfolgen will, lehren, was an der ganzen Geschichte Wahres ist. Neu ist, wie R. in Magdeburg erfahren hat, die Muthmaßung über die vergrabenen französischen Kanonen nicht, nur scheint man bisher nicht den betrefferden Ort ausfindig gemacht zu haben, da alle bereits vorgenommenen Nachgrabungen erfolglos waren. Dem R ist es besonders darum zu thun, fich schon jetzt den gesetzmäßigen Finderlohn zu sichern. Polizei-Bericht. Am 30. v. M., Mittags, hatte fich der Student Job. Plockhorst, Regentenstr. 4 wohnhaft. auf das Dach des genannten Hauses begeben, um eine Zeichnung nach der Natur aufzunehmen. Während er dabei durch ein Fem- glas sab, kam er dem Rande des Daches zu nahe und stürzte m den Garten hinab, wodurch er so schwere innere Verletzungen erlitt, daß er nach einigen Stunden verstarb.— An demselben Tage, Nachmittags, fiel der Droschkenkutscher August Schüler, als er auf dem Grundstücke des Fuhrherrn Veit, Karlstr. 42, mit Anwannen seines Pferdes beschäftigt war, plötzlich todt zur Erde- Nach ärztlichem Ausspruch ist der Tod in Folge eines Gehirnschlages erfolgt.— An demselben Tage, Abends, wurde ein Mann auf dem Boden eines Hauses in der Schlefiscke- straße an einem Ballen erhängt aufgesunden. Die Leiche wurde nach dem Odduktionsbause geschafft.— Zu derselben Zert fiel die Wittwe Therese Freitag auf dem Hackeschen Markt in Folge Ausgleitens nieder und zog fich dadurch anscheinend de- deutende Verletz rngcn am Kopfe zu, so daß ste mittels Droschre nach dem St. Hedwigs- Krankenhanse gebracht werden mußte. - Am 1. d M. Morgens, wurde ein Mann in seiner in der Friedrichstrasse belegenen Wohnung todt aufgefunden. Derselbe hatte sich mittels Revolvers«ischoffen. Gerichts-Zeitung. Wegen verläumderischer Beleidigung des Redakteurs des..Rechtsschutz" I. Frankel hatte fich gestern der Reporter M. A. Wagener vor der ersten Strafkammer hiesigen Landge- richts II zu verantworten. Der berests wegen Bankerotts mit vier Monaten Gefängniß vorbestrafte Angeklagte hatte am 27. Februar 1882 gegen den als Nebenkläger zugelassenen Fränkel eine Denunziation wegen Meineids angebracht und später auch anderen Personen.davon Mittheilung gemacht, um von den- selben Material gegen den Denunzianten zu erlangen. Nach der Strafanzeige sollte Fränkel, der in der Beleidigungssache Dr. Förster gegen Munkel als Zeuge über Aeußemngen desselben als Vertheidiger des Kantorowicz vernommen worden war, der Verhandlung gegen K. aar nicht beigewohnt und sonach in fri- voler Weise ein falsches Zeugniß abgelegt haben. Als seine Ge- währslrute hatte der Denunziant seinen Kollegen Leunert und einen großen Unbekannten bezeichnet. Die angestellten Ermit- telungen ergaben, daß die Denunziation eine nach allen Rich- tungen hin falsche war, doch erachtete die fünfte Strafkammer desLandgerichts i einen genügendenBeweis dafür nicht erbracht, daß der Denunziant die falschen Behauptungen wider besseres Wissen aufgestellt hat. Auch von der Anklage der Beleidigung des Fränkel, die in der Mittheilung der Denunziationsein- reichung an den Dr. Hasse gefunden werden sollte, sprach ihn der Gerichtshof frei, weil der Angeklagte ein berechtigtes Interesse wahrnahm, als er nach Einreichung der falschen De- nunziation, um fich vor den Folgen dieser Handlung zu schützen, noch nach weiterem Material suchte.— Auf die vom Neben- kläger eingereichte Revifion hob das Kammergericht dieses frei- sprechende Urthcil als auf eine Verkennung des Begriffs der Wahrnehmung berechtigter Interessen auf und wies die Sache zur neuen Verhandlung vor das Landgericht n. Der Angeklagte Wagner plaidirte für seine Freisprechung, da die An- ficht des Kammergerichts rcchtsirrthümlich sei und da es sein gutes Recht sei, ein begangenes Verbrechen zur Bestrafung zu bringen. Der Staatsanwalt beantragte 50 Mt., der Gerichtshof verurthellte aber den Angeklagten mit Rückstcht auf die ganze Sachlage zu 100 MI. ev. 10 Tagen Gefängniß. Ein erschütternderUnglücksfall beim Bau des Berliner Landgerichts n in der Möckernstraße beschäftigte gestern die vierte Strafkammer hiesigen Landgerichts I. Auf der An- klagebank nahm einer der beiden Verunglückten, der Zimmer- polier Rodert Rudorf, Platz, um fich auf die Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung mit Uebertretung der Be rufs p f licht zu verantworten. Dem Angeklagten war im September v. I. zur Anbringung des Gefimses an dem gedachten Gebäude der Aufbau des Gerüstes übertragen. Am 12. September sollte eine Äenderung an dem bereits errichteten Gerüst vorgenommen werden, zu welchem Zweck der Angeklagte selbst fich mit einem 17 Pfund schweren Hammer auf dasselbe begab und dort mit gewaltigen Schlägen Nägel befestigte. Ein unter dem Gerüst arbeitender Maurer nahm die infolge der Schläge fich zeigenden Schwankungen des Gelüstes war und entfernte sich in der Befürchtung, daß dasselbe zusammen- stürzen könne. Leider sollte fich dieselbe bewahrheiten. Der Angeklagte und der Zimmergescll Krell, stürzten beim Zu- sammenbruch des Gerüstes auf den Fußboden hinab, während der Zimmergesclle Herre einen Riegel erfaßte und minutenlang bis zu seiner Bergung zwischen Himmel und Erde hing. Beide Veruuglückte mußten in Folge der bei dem Sturz erlittenen schweren Verletzungen in die Kgl. Klinik gebracht werden, in welcher dem Krell das rechte Bein amputirt wurde. Der An- geklagte hat eine Rückenmarkserschütlerung und eine Lähmung beider Füße davongetragen. Beide find als dauernd vollstän- dig erwerbsunfähig aus der Klinik entlassen worden. Nach dem Gutachten des Bausachverständigen hätte fich der Ange- klagte der grossen Gefahr seines Handelns bewußt sein müssen, weshalb demselben die Schuld an dem Unfall zur Last falle. Nur mit Rückncht auf die traurige Lage, in die der Ange- klagte durch seine eigene Fahrlässigkeit gerathen ist, verurtheilte ihn der Gerichtshof nur zu einer Geldstrafe, die er auf 100 Mt. bemaß. Breslau. 30. September. Heute wurde hier, wie die „V.-Ztg." schreibt, vor der ersten Strafkammer ein Prozeß 9 Uhr und dauerte bis Abends 8 Uhr. Heute(Dienstag) früh 9 Uhr wurde die Verhandlung wieder aufgenommen und dauerte bis 3 Uhr Nachmittags. Die Anklage wurde von zwei Staatsanwälten vertreten. Die Vertheidigung führte Herr Rechtsanwalt Wreschner, der nunmehr nach Berlin übersiedelt. Die Verhandlung wurde unter Ausschluß der Oeffentlichkett geführt. Angellagt waren: 1) der aus Berlin ausgewiesene Cigairenmacher Johann Windhorst, 2) der Strohhutpresser Joseph Büttner, 3) der Cigairenmacher Alexander Jakob. 4) der Bureaudicncr Julius Weiss. 5) der Tischler Paul Klein, 6) der Drechsler Friedrich Backsteffen, 7) der Schlosser Karl Lindner, 8) der Zimmermann Fritsch. 9) der Zimmermann Ernst Walzer. 10) der Arbeiter Franz Wenske, 11) der Schneidergeselle Karl Sckulzek. Die Angeklagten Windthorst, Büttner. Weiß befinden fich seit Anfang April d. I., Jakob einige Zeit später in Untersuchungshaft, die an- deren Angeklagten befinden fich auf freiem Fuß. Windhorst, Büttner, Jakob, Weiß, Klein, Bachsteffen, Lindner und Fritsch find 1) angeklagt, in den letzten Jahren zu Breslau an einer Verbindung, deren Dasein und Zweck vor der Staatsregierung geheim gehalten werden sollten und zu deren Zwecken und Be- schäftigungen es gehörte, die Vollziehung des Gesetzes vom 21 Oktober 1878 gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie durch ungesetzliche Mittel zu verhindem und zu entkräften, Theil genommen zu haben und zwar der Angeklagte Windhorst als Stifter und Vorsteher der Verbin- dung; 2) find Windhorst, Büttner, Weiss, Jakob, Mclzer, Wenzke und Sckulzek angeklagt, zu derselben Zeit ebenda ver- botene Druckschriften verbreitet zu haben; 3) find Windhorst, Jakob und Klein angeklage, verbotene Versammlungen vorge- nommen zu haben.(Vergehen gegen die kis 128, 129 St.-G.- B,§§ 11, 18, 19, 20 des Gesetzes vom 21. Oktober 1878. Im Ganzen waren gegen 20 Zeugen geladen, darunter auch der frühere Redakteur der hier vor dem Oktobergesetz erschienenen sozialen Zeitung„Die Wahrhett", Herr Maximilian Schlefin- ger- Die Angeklagten wurden von einem ihrer ehemaligen Genossen, dem in Prag verstorbenen Handschuhmacher Wesely, am meisten belastet. Letzterer wurde eines Tages gelegenttich einer Haussuchung in dem Laden des Windhorst, mit einer Anzahl„Süvd. Post" unter dem Arme betroffen und fistirt. Bald darauf wurde er, da er Oesterreicher war, nebst Familie ausgewiesen. Auf seine Beschwerde durfte zwar die Familie — er hatte seine Frau als Wittwe geheirathet und die leben- den Kinder find aus der ersten Ehe der Frau entsprossen— hierbleiben, doch Wesely mußte foit. Seine Parteifreunde halten beschloffen, seiner Familie wöchentlich 8 M. und die Miethc als Unteistützung zu gewähren, und auch Viereck in München, dessen Kolporteur Wesely war, ei öffnete eine Tamm- lung für die Familie. W. hatte in Zeit von vier Wochen gegen 600 M. von München und seinen hiesigen Genossen herauszuschlagen gewußt, und als er bei erneuerter Ansevuna der Geldpresse nichts bekommen konnte— die Leute find alle Mbß ann, so Westlq baß,»kW tn&C auf und- das übrige ist der Prozeß. Wesely ZGWWUMZ Hof erkannte aus 7 Monate, wovon zwei durch die Unter- suchungshaft verbüßt; Regen Büttner wurden beantragt 9 Monate, erkannt auf 4 Monate, wovon zwei durch die Unter- suchungshaft verbüßt! Regen Jakob wurden beantragt 15 Monate, erkannt auf 5 Monate, wovon zwei durch die Unter- suchungshaft verbüßt! gegen Weiß wurden beantragt 6 Monate, erkannt auf 4 Monate, wovon ebenfalls zwei durch die Untersuchungshaft als verbüßt angenommen wurden. Gegen Klein, Bachsteffen, Lindner und Fritsch wurden beantragt 4 Monate, erkannt auf je 3 Monate; gegen Melzer wurden eben- falls 4 Monate beantragt und auf 2 Monate erkannt. Wenzke wurde freigesprochen; gegen Schulze! wurden 2 Monate bean- tragt und erkannt, wovon 6 Wochen als verbüßt erachtet wurden. Arbeiterbewegung, Vereine unü Uerssmmluuge«. t. Unter lebhafter Betheiliaung der zahlreich er- schienenen Arbeitgeber fand am Dienstag Abend in Keller's Restaurant, Grüner Weg 29, seitens der daselbst versammelten Näh- und Schreibtischmacher die Bcrathung eines Minimal- tarifes für diese Branche statt, und wurden folgende Minimal- Lohnsätze fixirt! 1 Dutzend feste Nähtische, echte. 69 M.— 1 Dutzend unechte, feste Nähtische(Elsenholz) 63 M.— 8 gute Nähtische mit einer Säule 88 M.— dieselben Tische mit Steppfuß pr. Stück 1 M. 25 Pf. mehr.— 8 Tuchtische mit glattem Steppfuß 120 M.— 8 gute Mitteltische 75 M. 50 Pf. — 8 ordinäre Mitteltische 69 M.— 4 einfache Schreibtische, im Aufsatz 3 Kasten, 75 M.— 4 einfache Schreibtische, im Aufsatz 1 Thür und 2 Kasten, 90 M-— 4 Schreibtische, im Aufsatz 4 Kasten und 2 Thüren, ohne Klappschieber und ohne Kehlstöße, 115 M.— 4 Schreibtische, im Aufsatz. 4 Kasten und 2 Thüren, ohne Klappschieber, mtt Kehlstößcn, 120 M.— Die noch nicht in dem Minimaltarife aufgenommenen Spezial-' artikel dieser Branchen bedürfen noch einer genauen Preis-, «Mittelung. S&S io- S3Q Gleichzeitig waren zur Berathung und Beschlußfaffung üb« eineu Äinimauarif für ihre Branche die Tischmacher(Auszieh-, Eopha-, Blumentische«.) unter Vorsitz des Herrn Rödel in den Königstädtischen Bierhallen, Gr. Frankfurt erstr. 30 ver- sammelt. Auch hier waren interesfirte Arbeitgeber anwesend und die Diskusfion eine animirte. Es wurden folgende Minimallohnsätze aufgestellt: 1. Auszieh-(Couliffen) Tische- oval, polirt, mit 3 Einlagen, echt 17,50 M pr. Stck.— Dieselben Tifche imitirt mit Elfenfuß 17,50 M.— Ausziehtische, oval, polirt für je eine Einlage 2 M- mehr.— Ausziehtische, mtt 4 Einlagen, gefraister Kante, polirt, ohne Kehlstoß 22,50 Mark.— Dieselben Tische, antiqua mtt gedrehten Füßen 21 M.— Ausziehsisch mit 4 Einlagen, in Antrinetteform, ohne Stab, mit aeftaister Kante 24. M- Dieselben Tische mit Stab unter der Zarge. 26 M.— 2. Sophatische, eins ach, ein- säulig, pr. Stück 6 M., Dutzend 72 M.— Sopha-Stegtische, oval, Dutzend 90 M.— Sopha- Stegtische, viereckig, mit �»jölliger Kante, Dutzend 102 M.— Antoinette-Stegtische mit Mzölltg« Kante, Dutzend 117 M.— Antoinette- Tifche mit Verbindung pr. Stück 18 M.— Dieselben Tische schwarz 19 M. 50 Pf.— Wachstuch-Ausziehtische, Svieltifche, Blumentische und Servirtische werden ebenfalls im Minimaltarife aufgenommen werden, doch müffen hierfür die Preise erst eruirt werden-— Die Tarife werden der Innung zur Be- rathung eingereicht und der am 11. d. stattfindenen Generalversammlung zu event. Beschlußfaffung vorgelegt werden. _ ör. In der„Freien Organisation junger Kauflente" (bei Gratwett) hielt am Dienstag Herr Dr. Wiesentbal üb« „die Enstehung epidemisch« Krankheiten" einen ebenso inter- effanten wie belehrenoen Vortrag mit mikroskopischen Demon- strationen- Er sprach über die Krankheiten: Krätze, Cholera, Diphteritis und Tud«kulose, für die Anficht eintretend, daß, wie bei der Krätze die starke Wucherung der sogmannten Krätzmilbe, so auch bei ein« jeden d« and«en gmannten Krankheiten die starke Wucherung einer besonderen Art unge- mein kleiner organisch« Gebilde(Baccillen-Pilze) die Ursache dn Krankheiten durch Uebertragung d« klemm organischen Gebilde von einem Individuum auf das andere an- steckend seien. Die Nutz- und Heilmittel gegen die drei gmannten Kranlheitm besprechmd, gestand er ein, daß unfehlbar wirkende Heilmittel noch nicht gefunden seien.— Nach Schluß des Vortrages theilte d« Vorfltzmde mit, daß d«„Verein für Rechtsschutz" an den Vorstand die Bitte ge- richtet, durch einen Delegirten im„Verein für Rechtsschutz" etnm Vortrag üb«„die Kündigungsfrist bei dm Kaufleutm" halten lassen zu wollen. Der Bitte wird Folge gegeben w«- dm. Fern« wurde mitgetheilt, daß d« Entwurf des Statuts für„die nationale kaufmännische Kranken« und St«be- Kaffe (E- H.) zu Berlin" mit den Aendemngen, welche das Polizei- Präfidium verlangt habe, nochmals zur Genehmigung einge- sandt worden sei, und daß der Vorstand eine Einladung er- halten habe, zu der am 12. Oktober, 10 Uhr Vormittags, im Saale der Philharmonie stattfindenden Ansammlung sämmt- licher freien Hilfskaffen Berlins. Fürstenwalde a. Spree. Am letzten Sonntag fand in unserem, von der Arbeitnbewegung ziemlich stillen Städtchen eine öffentliche Arbei erversammlung statt, in welch« der Drechsler Herr Julius Müller aus Berlin über das Kranken- kaffengesetz und die Stellung der Arbeiter zu den freien Hilfs- lassen referittc. Die Versammlung war von ca. 400 Personen besucht. An der Diskusfion betheiligten fich u. A. auch der konservative Landtagsabgeordnete Rechtsanwalt Wolff und Stadtsekretär Steingraeber von hier. Herr Rechtsanwalt Wolff erklärte fich in verschiedenen Punkten mit den Ausführungen des Referenten einverstanden. Herr Müller erntete bei seinem Vortrage mitunter stürmischen Beifall. Hoffentlich wird sein Appell an die Arbeiter, fich alle den freien Hilfskaffen an- zuschließen, auf fruchtbaren Boden gefallen sein. Auf viel- fettiges Verlangen bcadfichtigt Herr Müller, in nächster Zeit nochmals hier über ein anderes Thema zu sprechen. Für den 5. Reichstags-Wahlkreis findet am Sonn- abend, den 4. Oktober, Abends 8 Uhr, im Restaurant Kügler, Rosenthalerstr. 11—12, eine Versammlung statt. Vortrag des Herrn Ballmüll«. Am Sonntag, den 5. Oktober, Vormittags 10 Uhr, im Restaurant Siemund, Linienstr. 8, Versammlung. T.-O.: 1) Hat Herr Eugen Richter die auf die Lohnbewegung der Arbeiter Bezug habende Aeußerung gcthan oder nichts Herr Eugen Richter ist schriftlich eingeladen. 2) Vortrag des Herrn Laske. Eine Wählerversammlung des 3. Reichstagswahl- kretseS findet beute(Donnerstag) Abends 8 Vi Uhr in Baumdachs Kasino, Prinzmstr. 96, statt. Ref. Stadtverordneter Fritz Goercki. Zu dies« Versammlung find Wähler aller f des 3. Reichstagswablkreises eingeladen., Eine große öffentliche Versammlung sätf» Cigarren- und Tabaksarbeiter Berlins findet am:' Sonntag Vormittag in Bötzow's Brauerei,„Äusschanl Prenzlauer Tbor" statt. In derselben soll unter Andel» Zirkular des Vorstandes der alten Krankenkasse einer m den Besprechung unterzogen werden und machen im Interesse der Betheiligten auf diese V«sammlung? sonders aufmerksam. D« Vorstand derSchuhumchergesellen-KranW' Sterbekasse beruft zum Donnerstag den 2. d. M. cineM Versammlung der Mitglieder nach den Gratweil's&l hallen Kommandantenstraße, oberer Saal, ein, mtt der. Ordnung: Vorlage der Statuten zur zukünftigen L» Bei dieser hochwichtigen Frage ist es Psticht d«jen>i>» glieder, welche die hohe Bedeutung des KrankenverM gesetzes erkannt haben und mit der Stellungnahme da rität des Vorstandes hierzu nicht einverstanden, rcsp.» find, recht zahlreich zu erscheinen, um fich ihre statutern� Rechte zu wahren. Briefkasten äer«Redaktion. H., Münchebergerstr. Unter diesen Umständen fl* nicht wahlberechtigt, Sie müssen das Erhaltene eben erstatten. � Prüfer. Die Wohnung soll nicht erst am 3.,JJ muß bis zum 3. Mittags geleett sein. Ein Zim>� Ihnen der frühere Miether bereits am 1. leer zu rtffn niAf TiiÄ mm N Nip fANpfitm Ffi F also nicht bis zum 3. die Wohnung schließen. bereits am 1. vollständig ausgezogen und hält die aus Chikane bis 3. geschlossen, so können Sie die durch einen Schlosser öffnen lassen und einziehen- 1. Klasse 171. Königs. Preuh. Lotterie. Ziehung vom 1. October 1884. Sur die©ttoitint über«10 Mark find den d-iressindrn Nummern in Parenthese beigefügt. «Ohne Gewähr.) 64 100 32 58[901 210 30 342 567 628 35 69 70 719 33 96 830 901 10 1002 22 38 43 71 140 92[90] 202 55[90] 85 361 38 409 656 687 755 887 922 32 2162 250 79 313 29[90] 37 77 407 18[90] 54 65 589 665 79 98 [90] 711 80 879 961 3024 103 57 85 271 72 307 420 72 511 44 83 621 96[901 829 30 87 4060[90] 86 100 31[90] 326 84 400 6[120] 34 37 77 572 775 839 71 96 950 63 5059 87 91 106(901 51 66 261 379 99 489 600 71 75 80 762 872[180] 6066 148 63(1501 77................................ 911 6066 148 53(1601 77[90] 217[120] 51[120] 99 300 466 656 79 632 80 87 705[120] 79[90] 901 46 84 85 7004 199 251 84 316 36 451 65 619 63[90] 80 85 99 600 raO) 6 11 723 62 843 99 908 54[1801 96 8014 [90] 30 126 45 201 23 37 73 78 84 308 78 401 562 616 43 83(90] 716 24 66 834 900 6 35 6047 60 93 100 334 38 89 96 406 10 15 17 75 86 534 [120] 63 608 716 23 68[180] 73 82 84 97 811 67 86[180] 912 14 69 10027 47 72 119 53 80 254 55 85 301 39 438 512 38 602 28 48 63 700 26 812 938 74 96 11255 315 626 59 656 700 28 56 68 858 81 95 903[1600] 10 66 93 1 2008[90] 41 64 90 230 59 71 311 27 51[120] 69 75 86 478(150) 90 616 602 708 19 34 39 63 817 80 997 1 3001 75 162 70 82 267 357 90 493 702 24 33 59 857 68[90J 96 14044 146 57 84(90J 86 204 24 33 317 32[90] 60 75 445 612 93 727 89[90] 99 802 32 50 58 73 75 962 71 78 79 15073[150] 107 43 55[90] 63 73 272 329 47 60 84 447 91 510 54 89 602 750 69 63 74 83 819[90] 984[90] 1 6051 98 290(1500] 335 79 93 434 579 83 628 32 90 707 22 41 893 98 905[1501 33 1 7097[90] 106 28 63 80 220 26 26[180] 31 45 62 393[901 403 638 42 606 20 22 741 819 66 906 87 18052 114 18 19 11201 23 75 200 92 94 302 3 61 638 82 87 632 45 46 76 95[90] 711 13 831[90] 916[90] 35 42(150) 69 78[36001 10010 33 35 38 66 62 91 207 23 304 426 35 537 90 635 712[120] 66 77 802 66 65 946 62 2(1060 62 100 49 63 69 71 97 224 29 69 70 99 313 16 90 425 48 (1201 64 75 548 613 17[120] 49 704 20 43 61[90] 89 868 965 67 81 ----------—|.............--[90] 437 86 11601 601 11 92 21060 90 102[1501 41 202 84 300 43 61[9 [901 33 35 623 84 735 43 69 96[901 821 49 930 31 22039[90] 80 93 190 147 78 269 315 49 660 65 58 664 736 44 70 71 86 834. 25006 71 J120] 107 71[90] 304[90] 7 10 38 52 447 621 622 69 777 79[90] 801[200] 65 5' 24014 58 100 1 11 26 46 57 62 69 1901 338(120) 47 459 87 604 70 75 94 656 73 87 708 36 862 98 918(901 36 ßOOl 72 25044 76 119 88 211 18 26 375 406 27[90] 676[90] 663 74 732 46 70 81 808 20[90] 25 35 55 64 74 89 935 64 87 90 2 6015 226[90 304 42 91[901 472 641[90] 47 95 646 51 710 60 91 818 966 27036 83 113 16 92 359 461 568 601[150] 16 61 81 94 721 78 82 90 92 98 886 98 911 20 43 28007[150] 21 23 43 138[90] 248 98[90] 317 29 36 53 62 485 605 12 792 899 910 88 29079 176 263 88 326 44[90] 60[120] 62 410[90] 604 68 71 614 69 77 90 724[160] 32 53 58 70[90] 815 44 47 72 94 972 »0048 56 129[90] 45 70 87 96 335 37 62 400[120] 29 45 69 602 16 [90] 18 23 61 64 70 696 702[901 20 31 808 32 927 84 3 1 019 64 66 78 124 78 228 52[90] 300[901 4 42 68 72[90] 446 47 92 538 673 742 67 800 28 36 88028 266 96[90] 99@0] 336 37 437 673 643 730 809 13 928[90j 36[160] 68[150]»3108 17 64[150] 98 235 303[901 402 190] 18 623 62 639 61 71 92 812 901 29 53 68 99 8 4051 96 123 45 48 271 95 302 16 42 80] 120] 403 19 52 526[90] 59 64 616 50 98 843[901 66[901 953[9M 54 35088 103 48 218 39 73(90) 367 661 88 819 90] 81 985 95 30031 66 64 144[180] 88 232 69 304 28[120] 81 400 613 14 58[120] 66 69[90] 95 620 711 28 29 32 44 942 59 37004 58 63 131 261 78 302 10 23 25 41 404 12 15 80 510[90] 14 636 828 31 69 922 30 56(160] 38065 184[90] 807 76 695 896[90]»»103 33 250 61 310 468(90) 67 658 635 58 875 90] 917 35 71[901 83 87 4O017 167 78 90 201 23 341 8 9[90] 414 31 7 653 7 62 627[200] 747[90] 65 940 1 6 41014 130 68 87 338 97 413 66 82 501[90] 22 691 723 868 74 86 9 938 76 83 42026 8 103 18 67 296 348 69 461 668 647 76 87 728 930 2 41 81 43022 76 81 8 131 62 324 414 68 696(90) 711 61 90 820 6 31 991 44040 92[90] 167 276 318 426 96[90] 609 644 78 712 42 816[90] 65 998 ,$M79 92 96 126. 86 J90).217 20[150] 4t 312.544 670 190; -l 815 64 944 77 4 6094 152!9" 61 205 74 80 428 68 71 54179 1901 Ä 5 8 34 63 808 58 72 97 943 1 7029 51 100 7 14 48 211 304« 610 65 661 67 819 27 90 932 60 66 70 4 8067 150 67 97 SOäJP 64[90] 66 72 332 507 41 66 70 76[1201 89 600 83 710 59 82i W 49016 24 145[90] 88 283 339 500 74 635 89 711 84 800 7 �. 59034 64 246 77 415 58 94 604[150] 61 1160] 94 723 939 *'''rt 6K1| 1«JO•'t UV/t[It/Vj»Jl[ItT.»).'tr 1 w«)? 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Königliches Opernhaus: Donnerstag: 191. Vorstellung. Satanella. Königliche» Schauspielhaus: Donnerstag: 194. Vorstellung. Assunta Leoni. Deutsches Theater: Donnerstag: D« Probepfeil._ vellealltauee-Theater;..... Donnerstag: 10. Gastspiel der Königlichen Hofschauspielnm tranziska Ellmenreich. Z.S.M.: Gerettet. chauspiel in 4 Akten von Spielhagen._ Renes Friedrich« Wilhelmstädttsches Theater: Donnerstag: Gasparone. Walhalla-Operetten-Theater; Donnerstag: Rostna. kentral'Theater; 0. Direktor: Alle Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Donnnstag: Zum 63. Male: Jäger- Liebchen. Gesangspoffe in 4 Allen von L. Treptow; Couplets u. Quodlibets v. G- Görß. Mufil von G. Steffens. Kaffen- Eröffnung ü'/, Uhr, Anfang der Vorstellung 7'/, Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung._ Ostend-Theater: Donnerstag: Gastspiel des Herrn Fliegen«. Das Kreuz im Walde. Mittwoch und folgende Tage: Dieselbe Vor« stellung. Vittoria-Theater. Donnerstag: Miß Sara Sampson. Direktion: Donnerstag: Zum 20. boyante.) Vorh«, leater: Anno, Blumenstraße 9. Male: Die Sirene.(La Flam- zum 20. Male: D« erste April. Louiseustädttsched Theater: Direktion: Jesef Firmans. Donnerstag: 17. Gesammt- Gastspiel d« Liliputaner. Robert und Bertram. Große Poffe mit Gesang und Tanz in 4 Abtheilungen von G- Räder. Anfang 7'/, Uhr. Sonnabend, den 4. Oktober, Nachmittags 2 Uhr: Erste Kinder-Vor stellung zu ermäßigten Prnsen: __ Sneewittchen und die Zwerge.____ Walin«- Theater: D« Raub der Sabinerinnen. Zur pünlllichen Besorgung sämmUich« Zeitungen und Journale empfiehll sich die Spedition von 916 E. Bahn, Frankfurt« Allee 135. AUiam'bra-Theater. Wallner-Theaterstr. Rr. 15. Donnerstag, den 2. Ottober 1884. Zum 3. Male: Ein Geheimniß von Berlin. Posse mit Gesang in 3 Allen. Entre 30 Pfg. Parquet 50 Pfg. Anfang 7'/, Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung.[815 Große öffentliche Generalversammlung sämmtlicher Metallarbeiter Berlins als Klempner, Gürtler, Drücker, Schnittarbeit« u- f. w. Freitag, den 3. Oktober, Abends 8 Uhr, im Lokale Sanssouci, Kotbus«str. 4a. Tages-Ordnung: 1. Unsere Lohnbewegung und das sein« Zeit gegebene Ehrenwort eines hiesigen Fabrikanten derselben gegenüb«. Ref. He« Julius Müll«. 2. Verschiedenes. .... Die Kommisston. 912] I. V.: I. Müll«. Wahlerversammlung des 3. Reichstags- Wahlkreises. Heute, Donnerstag, große Wählerversammlung in Baumdachs Kasino, Prinzenstraße 96, Abends 8'/, Uhr. Referent: Stadtverordneter Fritz Goercki. ,„Au dies« Vnsmnmlung find Wähl« aller Parteien des --Hsch�lags- Wahlkreises eingeladen. 9l8] D« Einberuf«. ,. geehrten Abonnentm zur Nachricht, vaß ich vom h � Mts. ab dem Svediteur Henn M ü h l d e r g, Biesen- thalerstraße 18, meme Spedition übertragen habe. Hochachtungsvoll W. Meyer, B«nau«str. 31. R°h-Tab°k! Preiswnthe Sumatradecken, wie Umblatt- und Einlage- Tabake, empsehlm ßi? Sergrmann& Hönisch, c., Alexandnstr. 8. V«anlwvnliid« Redacleur 9L »bg. v. Tuch u. Wolle kauft F. Ouedeno, Wicnerstr. 40. Tronhetm in Berlin. Druck und Verlag von«ax faT Unsne werthen Kunden, sowie auch diejcnig�� Schneidermeister, die es w«den wollen, uns«e bneits fertig gestellten neuen Must« in als in WlnserpaleWstoIRo -V Winterbukskins in Empfang zu nehmen, bevor dieselben vngriffen Hochachtungsvoll, � Jaeobt« Spandauerftr. 49 Artikel für Herren-SchneA Engros. Versand-Seschäft � Empfieblt sämmtliche Artikel fürHerrenschneidtk � Futterstoffe. Rähmatertalien. Knöpfe. Borten. � i' Hosenhaken,«ügelhölzer, Planken. AerM-»" G Hölzer, Kragenklötze, Locheisen, Niethzangen�/ Kettenhentel in 3 Größen per Ä Slck. 12 Mk. Zur devoistchenden Herbst« und Winter«� o* Zur devoistchenden Herbst- und Winter-». »cfi auf mein großes Lager in baumw.— haldw-" p paletotfutter. sowie die schönsten Farben in �lalLA schweren Winter-Cloths mtt Zwirnkette, dicken A»-! halbw. Hofen« und Anzugstoffen, Kragen", aufmnkfam. Winter.Borteu in Mohair-Wolle' � �? Meter ch'lö. �''] 5�8. Pfg' f Seid. Gallon. 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Um aus den zersplitterten und zer- v'uten Wahlnachrichten eine umfassende Ueberficht über das l chlschlachtfeld zu gewinnen, dürste es nützlich sein, ohne auf �'"zrlheiten allzu weit einzugehen, eine Musterung über den «tand der Wahlvorbereitungen und die Aufstellung der Par- ben verschiedenen Theilen des Reichsgebietes zu ver- «nstalten. 1) Die Provinz Ostpreußen ist im jetzigen Reichstag �rtrelen durch 8 Konservative, 1 Freikonservativen, 6 Frei- Bniinige und 2 Klerikale. Der schroffe unvermittelte Gegensatz chen den extremen Parteien von rechts und links ist hier lommlich. ftür vermittelnde Richtungen ist wenig Boden, �onalliberale Kandidaten find hier nicht aufgestellt. Außer ??,. beiden unbestreitbar klerikalen Wahlkreisen(Braunsberg- n.>.»erg und Allcnstein'Röffel) stehen sich auch jetzt wieder »n Konservative und Freifinnige gegenüber. In den meisten Mbikreisen der Provinz, mit Ausnahme der unbestritten fort- -!. ,.�h?n Stadt Königsberg, halten sich die beiden Parteien M l.k � Waage und der Sieg ist sehr zweifelhaft: frühere Dahlen weisen in den meisten oitvreußischen Wahlkrersen fort- ahrende Wechsel und plötzliche Uebergänge von der konserva- cs,'ur Fortschrittspartei und umgekehrt aus. »!«, der Provinz West preußen e'halten die Verhält- ° eigenthümliche Färbung durch das volnische Element. tnl« �"vinz ist zur Zeit vertreten durch 3 Kon,.rvative, 1 Frei- Arstrvgtiven, 1 Nationalliberalen, 1 Deutschfteifr.-nigen, 1 Klc- unb 6 Polen. Von den 6 polnischen Ma. baten dürs- �"ur 3 mst Erfolg nicht anfechtbar sein, die Kreis. Neustadt- (ü.'aauä, Berent-Pr. Stargardt und Könitz. Dage.'en find �rauvenz. Strasburg und Schwetz in der gegenwärtigen Legis- iMbenode zum ersten Mal polnisch vertreten gewesen; Thorn- ist erst im Jahre 1878 an die Polen verloren gegangen ,m Jahre 1881 sehlten einem nationalliberalcn Kandidaten � wenige Stimmen zum Sieg. Diese drei Kreise den Polen abzunehmen, müßte das ernsteste Anliegen der dortigm 3wl$cn icin. Bei den gespannten Gegensätzen unter den stnd freilich die Ausfichten nicht die besten; aus (rfi.«Un� Schwetz verlautet überhaupt noch nichts von deut- C.s�QnNba,"ten.! der frühere langjährige Ver .....________ Vertreter von enz� der Nationalliberale Bieler, wird von deutsch frei- � Seite bekämpft. Die konservativen Kreise Elbing- dburg, Rosenberg-Löbau, Schlochau-Flatow und Deutsch- Ein � dürften mit Ausficht auf Erfolg kaum anzufechten sein. w. harter Kampf wird wieder um die Stadt Danzig entstehen, vin-i? Mandat Ricke: ts von Konservativen und Zentrum um- zi.sT�n wird. Um den Kreis Stuhm-Marienwerder, wo die stets sehr starke Minoritäten erzielt haben, kämpfen Li- .wobrccht) und Konservative. Nationalliberale Kandidaten n° b's jetzt in der Provinz zwei aufgestellt. A-hi d« 3. Provinz, Brandenburg, fesselt vor Allem Fr-i« d>e Aufmerksamkeit. Die Hauptstadt ist z. Z. von 6 ftJJ:nnWn vertreten; denselben stehen in allen Wahlkreisen aea«?!??' antisemitische und sozialdemokratische Kandidaten bi- r Ü.' von denen die elfteren namentlich im 1. und 2., 'w 4. und 6. viel Boden haben. Im Uebrigen ton? dlc Provich z. Z. vertreten durch 7 Konservative, 3 Frei- bJ«w und 10 Deutsch-Freisinnige. In den meisten dran- «.'urgischen Wahlkreisen stehen sich Deutsch- Freistnnige und lonÄtve mit annähernd gleicher Stärke gegenüber; der Z;,l�vati« Besttzstand dürfte namentlich in Nicderdarnim und Becskow lebhast angefochten werden; in verschiedenen _ htrreisen aber auch der sreifinnige Besttzstand durch die pokarlicht und Erdstrom. Bon A. W oldt. (Schluß)', t ttar a." Fiihrerider Finnländischen Polarexpedition in Lavvtand r&ÄVKÄ ha? a" der Expedition nach Lappland 1871 Therl genon�men SffeÄ wg KMrMsM? den 1871, als Jemström abermals die ihn umgeben- WM KKUMDMZ nd �se Röhrelf; in Geißler'schm Röhren nur dann, ichs Die Röhre? eletrischen Stromkreis eingeschaltet nd>. den Stro'n!?.Ptn ström hielt, war indessen MW» »NN«�4 eine Juf.Ä6 �oI mit der Erde in Verbindung ' ve bot J ihr gewöhnlicher Dichtigkeit gehen yr i.lchterscheinungen hervorgerufen werden, Konservativen. In West-Havelland(Stadt Brandenburg) ist eine nationalliberale Kandidatur aufgestellt und es wird hier zu einem heißen Kampf kommen. Die 4. Provinz, Pommern, war zuletzt durch 10 Konservative, 1 Freikonservativen und 3 Freistnnige vertreten- Die Provinz ist bekanntlich das festeste Bollwerk der Konservativen, es giebt hier Wahlkreise, in denen so gut wie keine andere Stimme abgegeben zu werden pflegt. Ein lebhafter Kampf wird wohl nur um die zwei Wahlkreise des Regierungsbezirks Stralsund(Rügen und Greifswald) entstehen, da während der laufenden Legislaturperiode der erste von der deutschen Reichs- partei zum Fortschritt, der zweite vom Fortschritt zur Reichs- partei überging. 5. Die Provinz P o s e n ist z. Z. durch 12 Polen, 1 Konservativen, 1 Freikonservativen und 1 Freisinnigen vertreten. Den Polen können mit Ausficht auf Erfolg nur die Wahl- kreise Fraustadt, Wirfitz-Schubin und allenfalls Samter- Birn- bäum strettig gemacht werden. Die beiden erstgenannten Wahl- kreise find erst im Jahre 1881 an die Polen verloren gegangen und anch der letztgenannte war früher deutsch vertreten. In Wirfitz ist es zu einer freikonservatioen deutschen Kompromiß- kandidatur gekommen; in Samter und Fraustadt gehen Kön- servative und Freifinnige gekennt vor, um fich dann hoffentlich wenigstens bei einer Stichwahl zu vereinigen. Um die Stadt Bromberg, zuletzt fortschrittlich vertreten, liegen Polen, Kon- servative, Nationalliberate und Freifinnige im Kampf. 6 Die Provinz Schlesien war zuletzt durch 5 Konservative, 5 Freikonservative, 1 Nationalliberalen, 8 Deutsch- Freisinnige, 2 Sozialdemokraten und 14 Klerikale vertreten. Heftiger Kampf zwischen Konservativen und Liberalen wird vorzugsweise in den Wahlkreisen Wartenberg-Oels, Namslau- Brieg, Ohlau-Nimptsch, Striegau-Schweidnitz, Waldenburg, Glogau entbrennen, wobei meist das Zentrum den Ausschlag geben wird- In Landshut, Görlitz und Liegnitz haben bis jetzt die Nationalliberalen Kandidaten aufgestellt, in Grünberg- Frcistadt und Lüben-Bunzlau, das sie erst während der jüngsten Legislaturperiode, jenes an die Deutschkonservativen, dieses an die Fortschrittspartei verloren, ist es noch nicht geschehen. Ueberhaupt find die Wahlvorbereitungen in Schlesien noch stark im Rückstand. Um Breslau, welches zuletzt zwei sozialdemokratische Abgeordnete entsendet hat, streiten fich Sozialdemokraten, Freifinnige und Konservative; die Kandi- daten'der Letzteren sind indessen noch nicht benannt. Die Wahl- kreise des Zentrums, namentlich in ganz Oderschlefien, find un- angreifbar. Auch in der 7., Provinz Sachsen, find die Wahlvorbe- reitungen noch stark im Rückstand. Die Provinz war zuletzt vertreten durch 1 Konservativen, 2 Freikonservative, 3 Nationalliberale, 13 Deutschfreistnnige und 1 Klerikalen. In den meisten Wahlkreisen mst kleineren Städten und einer stärkeren länd- lichen Umgebung haben fich Konservative und Liberale bei den letzten Wahlen ziemlich die Wagschaale gehalten und der Erfolg ist daher ziemlich zweifelhaft. Die Stadt Magde- bürg dürste den Deutschfreistnnigen von den Sozialdemokraten ernstlich bestritten werden, Halle von seitens der Konservativen unterstützten Nationalliberalen. Nationalliberale Kandidaturen zählen wir z. B- 8, doch dürften noch mehrere nachfolgen. 8. Die Provinz Echleswig-Holstein endsandte biS> her 1 Konservativen, 7 Deutschfreistnnige und 2 Dänen. Die Nationalliheralen, die früher immer eine Anzahl Mandatt in der Provinz besessen, machen sehr energische Anstrengungen, wieder zu ihrem allen Besttzstand zu gelangen. Die Verstän- digung zwischen Nationalliberalen und Konservativen ist hier am vollständigsten gelungen. Es find S nationalliberale Kan- didaten aufgestellt, die sämmtlich auch von den Konservativen unterstützt werden. Der Wahlkampf gestaltet fich sonach in den Herzogthümern wesentlich zu einem Wettstreit zwischen Ratio- nalliberalen und Deutschsteistnnigen. 9. Die Provinz Hannover war zuletzt durch 10 Welsen, 1 Klerikalen, 4 Nationalliberale, 3 Deutschsteifinnige und 1 Freikonseroativen vertreten. Bei der Wahl von 1878 zählten die Nationalliberalen noch 8 Vertreter. Zum eisten Male waren bah /lder. sobald er durch eine stark verdünnte Luftschicht geht, fich ganz bestimmte Lichtphänome bilden. Diese Entdeckung veranlaßt Lemström. seinen späterhin berühmt gewordenen Apparat zu konstruircn. mit dessen Hilfe er willkürlich ein wirkliches Nordlicht zu erzeugen ver- möchte. Jnhen, Lemström überzeugt war. daß da« Nordlicht. wie schon längst vlm vielen Autoritäten vermuthet worden war, in der Tyat nichts anderes ist, O&fi e'm nÄtbarer Ausgleich zwischen der Srd- und der Lustelektrizität— ein Aus- gleich in jener geräuschlosen Form, die wir in ganz kleinem Maßstabe auch bei unS unter dem Namen Et. Elmsfeuer kennen —_ beschloß er, eine mechanische Vorrichtung zu konstruiren, ver- mittelst deren dieser Ausgleich ganz besonders erleichtert wurie. Eine solche Vorrichtung mußte naturgemäß aus einem System von Spitzen bestehen; es mußte gewissermaßen ein kleiner Lanzen. wald von Blitzableitern aufgestellt werden, der den elektrischen Ausgleich vermitteln konnte. In rastloler Thätigkeit verbrachte Lemström nunmehr die nächsten Tage damit, einen solcden Apparat zu konsttuiren, und schon am 27. November 1871 wurde dieser Apparat auf dem Gipfel des Luosmavaara- Berges, der etwa 170 Meter höher liegt, als der Spiegel des oben erwähnten kleinen Sees, aufgestellt. Dieser Apparat be- stand auS einem 2 Ouadratdecimeter Flächenraum bedeckenden System von zahlreichen Spitzen aus Kupferdraht, welches über dem Erdboden angebracht war und von dem aus eine isolirte Drahtlettung nach einem Galvanometer führte, welcher 4 Kilometer entfernt, fich in einem Zimmer befand; ein zweiter Kupferdraht führte von dem Galvanometer abwärts zu einer in den Erdboden versenkten Platinplatte- Kaum war der Stromkreis geschloffen, als das Galvanometer einen, wenn auch nur kleinen Ausschlag gab, ein Beweis, daß ein elekttischer Strom in der Leitung vorhanden war- Bald darauf entstand ein Nordlicht, dessen Anfang ein einziger Strahl bildete, der sich gerade über dem Gipfel des Luosmavaraabergers erhob. Hiermit war, wenn der Strahl wirklich von dem elekttisch ar- mirten Berggipfel ausging, und nicht seinen Ursprung weit hinter demselben in der Lust hatte, das Problem gelöst und die Frage von dem elestrischen Ursprung des Nordlichts be- Der Apparat war indessen viel zu klein, um größere Licht- säulen hervorzurufen, welche auf die Eigenschaften des Nord- lilbteS geprllpst werden konnten. Die Untersuchungen wurden während der Dauer der Expedition noch weiter fortgesetzt, führ- ten indessen in Folge der provisorischen Einrichtung des dama- Ilgen Apparates noch zu keinem in jeder Hinficht durchschla- den Resultat._ i � Zehn Jahre vergingen inzwischen. Zum letzten Male vor Abgang der internationalen Polarexpeditionen tagte die Polar-Konferenz Anfang« August 1881 in St. Pcterßjg�. An dieser Konferenz nahmen als Gäste Selim Lemström und Rordenskiölv � in der letzten Legislaturperiode die sonst stets nationallibe- ral vertretenenen Wahlkreise Aurich, Stade, Otterndorf an die Fortschrittspartei, die Kreise Verden, Hildesheim, Lüneburg an die Welsen gefallen. Diese Wahlsreise wieder zu gewinnen und den alten, von Welsen und Fortschrittsmännern beein- trächtigten Besitzstand iu Hannover zurückzuerobern, haben die Nationalliberalen lebhafte Anstrengungen gemacht. In sämmt« lichen Wahlkreisen der Provinz mit ganz vereinzelten Aus- nahmen find nationalliberale Kandidaturen aufgestellt. Fast überall gilt der Kampf den Welsen, in den drei genannten zuletzt eingebüßten Wahlkreisen den Deutsch-Freistnnigen- 10. Die Provinz W e st f a l e n war zuletzt vertreten durch 9 Klerikale, 4 Konservative, 2 Freistnnige und 2 außerhalb deS Parteiverbands stehende Liberale(Lenzmann und v. Bockum- Dolffs). Die Wahlkreise des Zentrums find hier mit Erfolg nicht angreifbar, mit Ausnahme von Bochum, dem langjähri- gen Wahlkreise des Dr- Löwe, der erst bei der letzten Wahl an das Zentrum gelangte. Es ist hier eine erfolgversprechende nationalliberale Kandidatur aufgestellt. Auch in den bisher fortschrittlich vertretenen Wahlkreisen Altona-Jserlohn, Hagen und Dortmund find nationalliberale Kandidaturen aufgestellt. Die vier konservativen Vertreter gehören der äußersten Rechten (Stöckerscher Richtung) an; durch Zusammenhalten der Libe- ralen könnte einer oder der andere dieser Wahlkreise wohl ge- wonnen werden; in Herford-Halle und Siegen find deutsch- freistnnige Kandidaturen den bisherigen hochkonservativen In- habern gegenübergestellt. Das Zentrum stimmt, wo es eigene Kandidaten nicht durchzubringen vermag, im Kampf zwischen den Hochkonservativen und Liberalen für erster?, im Kampf zwischen Nationalliberalen und Freisinnigen für letztere und gab bei den letzten Wahlen dadurch in verschiedenen Wahl- kreisen den Ausschlag. 11. Die Provinz Hessen-Nassau. Der RegierungS- bezirk Wiesbaden ist in der laufenden Legislaturperiode ver- treten durch: 4 Freifinnige, 1 Mitglied der VolkSpartei und 1 Klerikalen. Auch hier geben meistens starke ultramontane Minoritäten bei den Stichwahlen den Ausschlag. Der KreiS Homburg ist erst im Jahre 1881 den Nationalliberalen durch die Fortschrittspartei entrissen worden. Es find im Regierungs- bezirk 3 nationalliberale Kandidaturen aufgestellt, u. A- auch in Wiesbaden. Die Stadt Frankfurt, der alte Wahlkreis des Abgeordneten Sonncmann, ist einigermaßen von den Sozial- demokraten gefährdet. Der Regierungsbezirk Kassel entsendet z. Z. drei Konservative, 1 Nationalliberalen, 2 Deutschstei- sinnige, 1 Klerikalen und 1 Sozialdemokraten. Bei den Wahlen von 1878 ivaren noch 5 Nationalliberale gewählt, deren Man- date dann theils an Konservative, theils von Deutschsteifinnige gefallen find. Die Nationalliberalen machen energische Anstren- gungen, das verlorene Gebiet wieder zu erobern. Wir zählen z. Z. 5 Kandidaturen dieser Partei, worunter fich auch die Hauptstadt Kassel und Hanau befinden- l2. Die Rheinprovinz i st das festeste Bollwerk deS Zentrums, fie ist z. Z- durch 27 Klerikale, 1 Konser vativen, 1„Wilden"(Freikonservativen), 3 National liberale, 2 Deutschfreistnnige und 1 Sozialdemokrate vertreten Die Wahlkreise des Zentnims find auch Hb mit Eifolg nicht anfechtbar: in einigen industriell' Städten machen höchstens die Sozialdemokraten den Klerikal Konkurrenz. Ein besonders heißer Kampf wird um die groß' Industriestädte Elberfeld find Solingen entbrennen Jer wird den Deutsch-Freifinnigen von den Sozialdemokraten u den vereinigten Nationalliberalen und Konservativen stre� gemacht; in Solingen, jetzt sozialvemokratisch vertreten,' kämpfen fich die Sozialvcmokraten unter fich, das Zentrum wirbt fich um das Mandat, die konservativen und liberc Parteien find noch nicht schlüssig geworden, werden aber je' falls auch in den Wahlkampf eintreten- Lennep-Mettn wird den Deutschfreistnnigen von den Nationalliberalen st: gemacht. In Duisburg haben fich Konservative undNati liberale auf den bisherigen Vertreter(Dr. Hamn.-cher); daS Zentrum vereeinigt- In Wetzlar, daS die Nationalltd' erst im Jahre 1881 durch allerlei unglückliche Umstänl reichte der Versammlung schriftlich den Vorschlag ei: möchten von den verschiedenen Polarexveditionen ständig unter Umständen ununterbrochene Beobachtungen des! lichtes unter Anwendung elektrischer Armirungen von gipfeln in derselben Weise ausgeführt werden, wie er fie im Jahre 1871 im Finnländischen Lappland ausgestthrt Dieses Schliftftück wurde späterhin in dem offiziellen B über die St. Petersburger Polarkonferenz abgedruckt. fP Mehr als ein Jahr später finden wir Prof. L wiederum, und zwar wie bereits erwähnt, als Leiter d« ländischen Polarexpedition, bei Sodankylä in Lapplan armirte er zunächst den 1000 Fuß über Sodankylä J Gipfel des Oratunturi mit einem großen elektrischen der eine Fläche von etwa 900 Quadratriieie� bebe der auf jeden Meter Entfernung ein spitzer K fich emporstreckte. Die übrigen Einrichtungen d rates waren wie bereits oben angegeben. Seit d zember 1882, an welchem Tage die Armirung voll bemerlle man Abends und Nachts fast best' gelb weißliches Licht, welche« den Gipfel des Orati gab. während man Vif, keinem anderen benachba gipfel irgend eine Lichter jcheinung bemerkte. Diese« strahlend, von sehr verschied'ver Stärke und ununter weglich. Die spettroskopische'Untersuchung ergab. charakterische Linie des Nordlicht» besaß. Das Gc zeigte beständig an, daß ein pofitiver elehli.fäer Sw Höhe der Atmosphäre durch den Spitzenappv boden herabfloß. Hierauf wurde der noch höhere Gipfel d in der Nähe von Kaltula gleichfalls armir. einem Spitzenapparat von 80 Quadratm zweiten rings um diesen angebrachten S 320 Quadratmeter Grundfläche. Beide verbunden werden, so daß man abwechse und 400 Quadratmeter dieser elektrischen sonders experimcntiren konnte. Ueber diesen sich, wie mit voller Sicherheit konstatirt wer 29. Dezember 1882 ein Polarlichtskahl v» Länge. Professor Lemström meldete diese außero folge unmittelbar darauf nach der Heimath,' Präfidenten der internationalen Polarkomm Wild in St- Petersburg und an Direktor F lin. Letzterer referirte darüber in der näch Elektrotechnischen Vereins in Berlin, und willigte sofort dem finnländischen G-'" 1500 M. zur ErleiR'-— Hof ntonnle auf 7 Monate, wovon twei «muÄ««.tTV...... mm» Ä~ find». 8- 4 r itionoUibe�alt«kandidaten in der durch die Unter »» f rüffen. gS! Rheinprovinz Im 13. H o h e n z o l le r n, das in den letzten LeMatur- Perioden immer llerikal vertreten war, aber sehr ansehnliche liberale Minoritäten aufzuweisen hatte, wird ein Versuch mit der Ausstellung einer gemäßigt liberalen Kandidatur ge- ma�l) Das Königreich Bayern ist zur Zeit vertreten durch 32 Klerikale, 9 Nationalliberale. 4 Freisinnige, 1 Frei konservativen, 1 Sozialdemokraten, 1 Mitglied der Volkspartei. Auch hier find die meisten Mandate der Ultramontanen mit irgend welcher Ausficht auf Erfolg nicht angreifbar- Obcrbayern, Niederbayern, Oberpfalz und Schwaben find ausschließlich durch Zentrumsmitglieder vertreten. In diesen drei Regierungs- bezirken kann nur in München i und in Jmmenstadt-Kempten ein nickt ausfichtsloser Versuch gemacht werden, den Klerikalen das Mandat zu entreißen. In München l, dem früheren Wahlkreise Stauffenberg's, hatten die verschiedenen liberalen Richtungen noch bei den letzten Wahlen eine starke Minorität. eine Einigung und Kandidatenausstellung ist aber noch nicht erfolgt, andererseits haben auch die S'fialdemokraten viel Boden. Jmmenstadt, der alte Wahlkreis von Völk, ist erst bei den letzten Wahlen an das Zentrum gefallen und bietet Ausfichten, von den Nationalliberalen wieder erobert zu werden. In Unterfranken befitzt das Zentrum vier feste Wahlkreise und macht fich Hoffnung, die beiden anderen auch noch zu ge- winncn, Schweinfurt den Natwnalliberalen, Würzburg der Volkspartei zu entteißen: das letztere erscheint nicht ausfichtslos, da Würzburg sonst immer klerikal vertreten war und zwischen Freifinnigcn und Volkspartei Streit herrscht. In Mittelfranlen befinden fich die mcistumkämpften Wahlkreise: Nürnberg, wo Sozialdemokraten, die zur Zeit das Mandat befitzen, Freisinnige und Nationalliberale fich bekämpfen, Er- langen- Fürth, z. Z. ftcifinnig vertreten, jetzt zwischen Frei- finnigen, Nationalliberalen, Volkspartei und Sozialdemokraten 'treitig; von konservativer und nationalliberaler Seite werden uch Anstrengungen gemacht, den Freifinnigen Ansbach und tothenburg zu entreißen. In Oberfranken wird Hof den Frei- vnnigen von den Nationalliberalen streitig gemacht; um Förch- heim, welches die Fortschrittspartei während der laufenden Legislaturperiode an die deutsche Reichspartei verloren, wird fich wiederum heißer Kampf zwischen diesen beiden Parteien erheben. In der Pfalz find sämmtliche 6 Mandate z. Z., wie auch in den früheren Legislaturperioden, im Besttz der National- liberalen. Indessen haben dieselben stets schwere Kämpfe gegen Ultramontane, Fortschrittspartei und Volkspartci durchzufechten. Auf Zweibrücken und Germersheim machen fich die Ultramon- tancn Hoffnung, Landau- Neustadt wird von der seitens der Ultramontanen unterstützten Fortschrittspartei lebhaft bedrängt. 2) Das Königreich Württemberg ist z. Z. vertreten durch 6 Mitglieder der Vollspartei, 1 Deutsch- Freisinnigen, 1 liberalen„Wilden", 5 Mitglieder der deutschen Reichspartei und 4 Ultramontane. Die Nationalliberalen, die früher eine Reihe württembergischer Mandate desaßen, haben seit den Wahlen von 1881 kein MUglied mehr aus Württemberg. Nuytem sich indessen die„Deutsche Partei" bei den jüngsten Paiteikundgebungen vollständig auf den nationalliberalen Standpunkt gestellt, ist zu erwarten, daß auch die national- iderale Reichstagsfraltion von dorther wieder einigen Zuwachs nussängt In Wiirttcmberg wird fich der Kampf vorzugsweise wischen der deutschen Reichspartei und den Nationallioeralcn Ücrseits, der Vollspartei andererseits abspielen. Die beiden lichrungen halten fich in einer Reihe von Wahlkreisen ziem- ch die Waage; die deutsch- fteistnniae Partei hat wenig lod:n. Von den Zentrumsmandaten dürfte wenigstens das re(Blaubeuren) mit Erfolg angefochten werden. !> Das Großherzogthum Baden ist z.Z. durch 7 National- nrole,! Deutschfreifinnigen, 4 Klerikale, 1 Deutschkonservativen 1 Med d rVolkspartei vertreten- Jn sämmtlichen 14 Wahlkreisen Landes find jetzt nationalliberale Kandidaturen aufgestellt. An- liberal« Richtungen haben wenig Boden im Lande; nur Volks parte! hat in Mannheim starken Anhang und besttzt Mandat seit zwei Legislaturperioden. Es wird indessen rusfichU'voller Versuch gemacht, das Mandat für die Na- illiberalen zu gewinnen. Die Deutschkonservativen haben . yre 1881 zum ersten Male den Wahlkreis Sinsheim-Breten rncn, dagegen das von 1878— 1881 besessene Mandat von rubc an die Nationallibcralcn verloren. Der Kampf dreht r Baden in den weitaus meisten Wahlkreisen um den soy zwischen Nationalliberalen und Ultramontancn. Die er trachren, den Nationalliberalen namentlich die Wahl- onstanz, Villingcn, Offenburg, die Nationalliberalcn den ontanen die Wahlkreise Waldshut und Freiburg zu R. tage verietzt, seine Untersuchungen in Sodankylä noch Fcbre 1884 fortzusetzen, lieber den Erfolg dieser . irchrc er der diesjährigen internationalen Polar- z in Wien einen ausführlichen Bericht ein, der soeben en Druck veröffentlicht worden ist. brend dnws letzten Zeitraumes wurde dem Studium zstromeS sowie der elektrischen Strömung der Atmos- ne gan> besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Bei ?.lcgenheit glaubte Professor Lemström durch seine rngen die Thatsache festgestellt zu haben, daß fich ent- der hoch oben in der Lust schwebenden Nordenskjöld- ilichtglorie aufder Nordhälfte der Erde el vonErdströmungen befindet, welche stärker 'erlichcr find als die Strömung nördlich oder süd- s.n- Gürtel. Die nördliche Grenze deffelben scheint stand etwa aus dem 68. Grad nördlicher Breite zu )ie weiteren Details des Lcmström'schen Berichts eressant; in Rückficht auf den hier schon stark über- 'arim der Zeitung beschränke ich mich darauf, hier Thesen anzuführen, mit denen Lemström seinen arlicht, dessen Ursprung so laoge Zeit ein Räthsel durch ein. elektrische Strömung in der Lust von der finländischen sowohl gemessen alS arlichtstern kann durch die ,n angewandten Methode| Mich untttfucht werden. Expedition angewandten elektrischen Ar- den sehr oft eine Lichterscheinung hervor- Epestrum des Polarlichtes besaß. Unter änden zeigte fich das Phänomän in Gestalt en oberhalb der Apparate. Mit Anwendung 'ktiifirmaschine kann die Lichterscheinung inden hervorgerufen, und wenn fie bereits lich verstärkt werden. Es ist durch diese lloS fichere Methode geschaffen, sowohl die « übrigen Variationen der Erdströme zu be- zaS Resultat der langjährigen Untersuchungen: . und der Erdstromgllrtel! Ter Heiligen- auptc unserer Erde ist nichts westcr als die- welcher die meisten elektrischen Ausgleichungen n Elektrizität mit derjenigen der Erde dort atrfinden. Wenn eS eine solche Nordlicht- , was 1. Forschungen der Zukunft jeden- k unter n-chen werden als dieses durch " Mnn muß ei auch euren ErdstrW m- '•u M Beweis für die *♦(» r 4i Das Großb-�ogtbum Hessen wird z. Z. vertreten durch. DeutschsreistiiNige, 1 Nationalliberalen und 1 Sozialdemokraten. In fast allen Wahlkreisen find nationalliberale Kandidaturen aufgestellt; der Kampf spitzt fich sonach Haupt- sächlich zu einem Wettstreit zwischen Nationalliberalen und Deutschfreifinnigen zu; seinen Höhepunkt erreicht er in Bingen- Alzey, wo Bamberger und von Schauß fich das Mandat streitig machen. Mainz war zuletzt fortschrittlich vertreten, doch find Zentrum und Sozialdemokratie hier so stark, die anderen Par- teien so zwiespältig, daß die Behauptung dieses Mandats den Freifinnigen schwerlich gelingen wird. 5) Das Königreich S a ch s e n ist z. Z. durch 5 Konserva- tive, 3 Freikonservative, 6 Deutschfreifinnige, 5 Nationalliberale, 4 Sozialdemokraten vertreten. In fast allen sächfischen Wahl- kreisen hat die Sozialdemokratie starke Minoritäten und nur durch Zusammenhalten aller anderen Parteien find ihr bei den letzten Wahlen Kreise wie Dresden, Glauchau entrissen worden. In einer ganzen Reihe sächstscher Wahlkreise find zwischen Na- tionalliberalen und Konservativen Kompromisse auf gemäßigte Männer gegenüber den Sozialdemokraten oder Deutschfrcistnni- gen zu Stande gekommen und es find mittelparteiliche Kandi- daturen aufgestellt worden, die auf alle Fälle viel Ausstchten haben. Indessen find die Wahlen in Sachsen ganz besonders unberechenbar. 6. Die beiden Mecklenburg waren zuletzt durch 2 Konservative, 4 Nationalliberale und 1 Deutschfreifinnigen vertreten. Fn Mecklenburg hat der schroffe Gegensatz gegen die Konservativen die Einigkeit unter den liberalen Parteien noch immer aufrecht erhalten. Es stehen sich auch jetzt wieder nur konservative auf der einen, vereinigt liberale Kandidaturen, darunter vier nationalliberale, auf der andern Seiee gegenüber, in den meisten Wahlkreisen in annähernd gleicher Stärke. 7. Das Großhcrzogthum Oldenburg entsandte zuletzt 2 Deutschsteifinnige und 1 Klerikalen in den Reichstag. Die beiden ersten Wahlkreise waren früher immer nationalliberal vertreten und find erst 1881 an die Deutschfreifinnigen ver- loren gegangen; es werden energische Anstrengungen gemacht, sie zurück zu erobern- Der rlerikale Wahlkreis rst un- angreifbar. 8) Das Herzogthum B r a u n s ch w e i g ist z. Z- durch 2 Nationalliberale und 1 Deutsch- Freifinnigcn vertreten. Es ist hier eine Verständigung zwischen den liberalen Parteien über Aufrechterhaltung des Befitzstandes zu Stande gekommen, eine Verständigung, die allerdings in der deutsch-freistnnig ver- tretenen Stadt Braunschweia und, wie es neuerdings scheint, auch in den andern beiden Wahlkreisen einigermaßen in Frage gestellt. 9) Von den Hansestädten ist Hamburg z. Z. durch 2 Sozialdemokraten und 1 Deutsch- Freifinnigcn vertteten. Es wird hier einen sehr harten Kampf kosten, den Sozialdemo- kraten die Mandate wieder zu entreißen, zumal da es den Deutsch-freifinnigcn sowohl als dem konseroativ-nationalliberalen Reichsverein überaus schwer fällt, geeignete Kandidaturen auf- zufindcn. In Lübeck wird der freifinnige Befitzstand von den Nationallibcralcn, in Bremen der nationalliberale Befitzstand von den Freifinnigen angefochten. 10) Thüringen und die kleinen Fürstcnlhümer Mittel- dcutschlands waren zuletzt folgendermaßen vertreten: Sachsen- Weimar durch zwei Deutsch-freifinnigc, einen Nationalliberalcn, Meiningcn durch zwei Deutsch-ftcifinnige, Altenbura durch einen Frcikonservativen, Koburg- Gotha durch zwei Deutsch- freisinnige, Anhalt durch einen Nationallibrralen, einen Deutsch- freifinnigcn, Echwarzburg- Rudolstadt, Eondershauscn, Reuß jüng. Linie, Schaumburg. Lippe je durch einen Freisinnigen, Reuß ä. L. durch einen Sozialdemokraten, Waldcck durch einen Nationallibcralen. In fast allen bisher dcutsch-freifinnigcn Wahlkreisen Thüringens find jetzt nationalliberale Gegen- kandidaturen aufgestellt, die meistens auch von den Konserva- tiven unterstützt werden. 11) In Elsaß-Lothringen treten die alten Ab- geordneten, die bekanntlich keiner Frattion angehören, aber meist im Gefolge des Zentrums marschircn. sämmtlich wieder auf, und ernstliche Versuche, ihnen das Mandat streitig zu machen, werden nicht unternommen. Lokales. Unter dem Vorsitz des Stadtsyndikus EbertN versammelte fich dieser Tage die erste Sudkommisston des Markt- Hallen-Kuratoriums. Zunächst wurden nochmals eingehend die Verhältniffe der Marklballen, und namentlich der Zentral- Markthalle in der Neuen Friedrichstraße am Bahnhof Alexandcrplatz besprochen und demnächst erörtert, was zunächst zu geschehen habe. Schließlich einigte man fich, der„Nat.- Ztg." zufolge, dahin, daß in erster Linie der Tarif im Kura- torium vorberatheu und demnächst durch die städtischen Be- Hörden festgestellt werden müsse, und daß ferner einige Fragen, betreffend die Marktordnungen, cnschieden werden sollen. Die Anordnungen, betreffend die Eintheilung der Zenttalmarlthalle, welche? vom Stadtbaurath Blankenstein für die verschiedenen Marktgegenstände(Fische, Fleisch, Gemüse, Obst u. s. w.) vorgeschlagen worden waren, wurden gebillW. Ein öffentlicher Aufruf zur Meldung derjenigen, welche Sände wünschen, soll jetzt noch nicht erfolgen; dagegen werden AnnielvnyM noch weiter, wie bisher, angenommen werden, N. Drei iopÄnesische V57vS/tungSbeamte statteten gestern dem Amtsbureaü' rn R'xdorf einen Besuch ab, um namentlich in die Gemeinde-Verwaltung nähere Einficht zu nehme.?. Begleitet waren dieselben von Herrn Polizei-Haupt- mann Höhne und zwei Dollmetschern. Herr AmtSvorstcher Bodlin übernahm die Führung und gab auf die vielen Fragen, welcre namentlich auf das Armenwcsen Bezug nehmen, bereit- will.gst Auskunft. Auch dem Standesamt und der Steuer- Kezcptur wurde ein Besuch abgestattet. N. Der Direktor der Ausgrabungen auf der Insel Eyvern, Herr Ohnefalsch-Richter. weilt gegenwärtig in Berlin. Bekannt durch seine außerordentlich erfolgre-chen Ausgrabungen, die, wie bekannt, auch eine große Reihe schön bemalter Gläser zu Tage brachten, ist der rührige Gelehrte jetzt hierher ge- kommen, um das Verfahren der Reinigung und Zusammen- setzung von Statuen zu erlernen, wie es bei den pergameni- schen Alterthümern zur Anwendung kommt. a. Die Herkunft eines verlassenen Kindes, welches unter eigenthümlichen Umständen in Bremen angcttvffen wor- den beschäftigt seit sechs Wochen die Polizeibehörden der größeren Städte in Deutschland, ohne daß darüber bisher irgend etwas ermittelt worden ist. Am 24. August er. Nachmittngs wurde in Bremen in der Nähe des St. Fosefsstists ein etwa fünf- bis sechsjähriges Mädchen angetroffen, welches von einer nicht ermittelten Pctson ausgesetzt worden ist. Die Kleine gab an, fie heiße Fohanna Meyer, ihre Mutter habe gleichfalls den Vor- namen Fohanna und ihr Vater heiße Gustav. Mit einer Tante, deren Vornamen fie nicht wisse, sei fie auf der Eisenbahn nach Bremen gefahren. In ihrer Kleidettasche wurde ein Schreiben „An die Schwestern im karholijchen Krankenbause" gefunden, welche« lautet:„Liebe Schwestern! Der liebe Gott schickt Ihnen hier ein kleines Mädchen zu. Ihr werdet eS wohl eher unter- dringen können, wie ich. denn ich habe es von Bremerhaven mitgebrocht; ich kann es aber nicht behalten, denn ich habe meine Reise nach Amerika schon 8 Tage verschoben und die Mutter des Kindes soll in Bremerhaven gestorben sein; ich weiß keinen anderen Ausweg, als daß ich zu Fhncn meine Zuflucht nehme. Ihr werdet doch daS arme vcrweiste Kind nicht verlassen der liebe Gott wird es Ihnen lohnen. Eine unbekannte Freun-' dir" Das Kind, welches kurz geschnittenes blondes Haar und braune Xu n bat und hoch- und plattdeutsch spricht, war gut bekleidet, und mochte den Eindruck einer Herkunft von einer ' Familie. Dir Kleine hat in der letzten Zeit wiederholt WWW zMMWMZZ Vermuthung, daß das Kind aus Dun-ftiorf nach Bremen gebracht sei, wo ein Dienstmädchen mit ve». ainde ihrer Hew schaft entflohen war, hat fich einst bestätigt, da jeneS Kind bereits zu seinen Eltern zurückgekehrt ist.,. AuS Metallarbeiterkreisen wird uns mitgetheitt, daz am 3. Oktober in der bekannten Sttafsache wider dm Klempner Lücke Termin vor dem Königl. Landgericht, Strafkammer V, Alt-Moabit, Saal 59, stattfindet. Lücke war bekanntlich wegen Beleidigung des Kohlenhändlers Mertens, begangen durch ein während der heißesten Strike-Campaane der Berliner Metall- arbeiter gegen denselben erlassenes Flugblatt vom Schöffen- gericht zu einer 14tägigcn Gefängnißstrafe verurthellt, da di'- selbe am 16. Mai sozialisten-gesetzlich aus Berlin verwiese" wurde, konnte er den in dieser Sache bereits zum 19. Mai c anberaumten Termin nicht wahrnehmen, da das Polizei-Pr fidium fich auf Ansuchen des L. weigerte, die Rückkehrerlai niß für diesen Tag zu ertheilen. Inzwischen wurde ein an rcrer Termin anberaumt(16. August), und in diesem auf A» trag des Vertheidigers Rechtsanwalt Sachs beschloffen, dB Königl. Polizei-Präsidium zu ersuchen, die Rückkehrerlaubm zu ertheilen. Da das Polizei-Prästdium nunmehr diesem ein' sprachen hat, wird Lücke jetzt diesen Termin warnehmen. M*# ist in Metallarbeiterkreisen sehr gespannt auf den Ausgang da Prozesses, da die Staatsanwaltschaft nur eine Geldstrafe vB 20 M beantragte und L. wegen seiner Energie eine grott Beliebtheit unter den Metallarbeitern genoß. g. Keine Kohlensauren mehr. Mit dem heutigen Tag ist der Verkauf von Selterwasser in den Trinkhallen eingestellt worden, der Zeitungsverkauf erleidet jedoch hierdurch leine Un- terbrcchung, sondern findet auch während der Herbst- bez» Wintermonate statt. Bei dieser Gelegenheit sei ein vom Pub- likum recht unangenehm empfundener Mißstand bezüglich Uck Zeitungsverkaufs in den Trinkhallen erwähnt: Hier ist ein Abend jedes Letzten deö Monats keine Zeitung käuflich haben! Begründet wird dieser Umstand damit, daß am Ultimi' die Abrechnung übe? den ZeitungSverkaus während des ver- flossencn Monats �.tt den Verkäuferinnen erfolgt und daher zur Vermeidung vtrn Irrungen am Nachmittag des Letzten im Monat überha-iht den Verkäuferinnen keine Zettungen zugestellt werden. Hi-v ließe fich gewiß ein Modus treffen, durch de» wenigstens-ircht der Zettungskäufcr betroffen wird. Einev kaum glaublichen Ueberschreitung deS Züch- tigungSrechts hat fich der Turnlehrer S. am hiesigen Progymnasium in der Pankstraße schuldig gemacht. Am vergam genen Freitag Vormittag hatte eine Schülerabtheilung d» Progymnafiums Turnunterricht. Der elfjährige Schüler K lief mit mehreren anderen Knaben zusammen auf dem sogr- nannten„Eckwebebaum" und trieb dabei seinen Vordermann zu rascherem Tempo an. Ob dies lediglich mit Worten gr- schehen, wie der Knabe behauptet, ob er dabei seinen Vorder- mann gestoßen und dadurch in die Gefahr des Herabfallen» gebracht, wie der Lehrer erzählt, ist zur Beurtheilung des Fall» vollständig gleichgiltig. Der Knabe wurde eben auf Grün« dieser Ungehörigkeit von dem als Vorturner funktionirenden Quartaner G. beim Turnlehrer S angezeigt. Der Turnlehrck rief den Knaben zu sich heran, legte ihn über das unter der Bezeichnung„Pferd" bekannte Turngcräth und gab einer An- zahl von Mitschülern des K. die Weisung, ihrem Kommilitonen tüchtig eins auf das Sitzfleisch zu versetzen. Der Weisung wurde von mehreren Schülern auch entsprochen. Ob diese son- derbare Art von Strafe, wie der Turnlehrer Hintennach be- hauptete, nur„humoristisch" aufzufassen war, wollen wir dahin- gestellt sein lassen. Bitterer Ernst war jedenfalls, was nu» folgte. Der Knabe wollte fich nämlich die durch seine 3# schülcr erfolgende Züchtigung nicht ruhig gefallen lassen, mach« fich vom„Pferde" ftei und erklärte— so berichtet wenigste»» der Lehrer—, den Turnunterricht sofort verlassen zu wollen- Darüber nun ergrimmte Turnlehrer S. dergestalt, daß er den Knaben neuerdings über das Pferd legte und ett> mit einem Tauende und dann mit einem Stock so# menschlich durchprügelte, daß der Mißhandelte nur w» Unterstützung von Mitschülern fich zur elterliche# Wohnung zu schleppen vermochte. Der entrüstete Vater d« Knaben fuhr mit demselben sofort zum Arzte, der nach Unter- suchung der Verletzungen Folgendes attestirte:„Die hinter« Seite des rechten Oberschenkels zeigt eine thalergroße Beule, die blutig unterlaufen und blau verfärbt ist. Ebenso befinde» fich auf beiden Hinterbacken deS Knaben mehrere lange Slrientf»/ von derselben Beschaffenheit, so daß es ärztlicherseits wünschklt»- werth ist. den genannte««�-.1 dew Schulbesuch oispenfiren- Die Verletzungen können dural Schläge mit einem Stocke hervorgerufen sein."— Die beim Direktor der Anstalt alsbald erstattete Anzeige hatte eine streng« Untersuchung des Falles zur Folge. Der angeschuldigte Turn- lchrer mußte fem Verschulden in vollem Umfange eingestebc» und wußte zur Erklärung nur anzugeben, daß er durch dtt Renitenz deS Knaben maßlos gereizt worden sei. Das B««' fahren des Anstaltsdircftors war ein durchaus korrektes;«« suipendirte den Turnlehrer sofort vom Amte und erslaltet« Anzeige beim vorgcsctzten städtischen Echulrath, der auf Grund des angeleiteten Disziplinarverfahrens den pflichtvergessen«» Lehrer zweifellos vom Amte ganz entfernen dürste. Dem Vattt deS mißhandelten Knaben wurde, wie das„B. T." berichtet, von den gegen E. vn hängten und eingeleiteten Maßnahm«» Renntniß gegeben; cS kann somit weder den Direktor de« Gymnasiums noch die Echulbehörde der leiseste Vormutt treffen. Das Unbegreifliche, das in der Handlungsweise deü Turnlehrers liegt, wird noch unbegreiflicher, wenn man fährt, daß diesem mit einer gewissen Bonhommie ausgestattete» älteren Manne allseitig das Zeugniß eines tüchtigen Tue»' lehrers von ruhigen, verständigen Monieren ausgestellt wnv- ES erscheint geradezu psychologisch räthselhaft, wre er sich£ solcher, seine Saniert vernichtenden Gesetzwidrigkeit hinreiße» lassen konnte.. N. Vier Unglücksfälle ereigneten fich im Laufe%«* gestrigen Tages. Vor dem Hause Epandauerstraße 26 erlw gestern Mittag ein ca. 35 Jahre alter Mann, angeblich W Arbeiter Katzner einen Schlaganfall, so daß er bewußtlos Z» sammensank. Im zweiten Falle erhielt der Echuhmach«! Gustav Wolky, 26 Jahre all und in der Alexandrinenstr- wohnhaft, in der vergangenen Nacht in einer Schlägerei ei» Schnittwunde am Arm; im dritten Falle wurde der Kuts««' Ferdinand Lucksels, Hochstr. 32 b wohnhaft, auf dem Neud»» der Landwirthschaftlichen Hochschule, Jnvttidenstraße 43, v°" einem Pfade ins Geficht geschlagen, so daß er abeblicke W« letzungen am Kopse davontrug. Alle drei Verunglückte wurvco nach der Kgl. Charitee geschafft. Im vierten Falle war 5® Leben einer taubstummen Dame im höchsten Maße gesäm� Gnade in dem Augenblick, als dieselbe den Fahrdamm ü»« schreiten wollte, kam von der entgegengesetzten Seite ein ich?? beladen» Möbelwagen gefahren, erfaßte die taubstumme Dam« warf fie um und überfuhr dieselbe üb» beide Füße. D»® dauernswerthe erhielt hierdci von dem einen Pferde noch('»,, schweren Schlag ins Geficht und mußte bewußilos p» Drov® in ein Krankenhaus geschafft werden. Ihr Name war b"3«- nicht zu ermitteln.. und Verlag von Max v-brnq in Berlin LV. Beuthstraßc 2.