3. 1536EE8 T its er ig ent B 319 ja 11, De in de as ng er 5ft en m d, ant cent Des ter at Er efe rf Der In tte RE Nr. 157. Sonntag, 5. Oktober 1884. I. Jahrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Intereffen der Arbeiter. Das Berliner Bellsblatt" heint täglig Morgens außer nach Soun- und Festtagen. Abounementspreis für Berlin fri in's Haus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Marl, wöchentlich 25 Pf. Einzelne Rammern 5 Pf. Postabonnement pro Quartal 3 Mart.( Eingetragen im VIII. Rachtrage der Postzeitungspreislifte unter M. 719a.) Jasertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Besitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinfunft. Inserate werden bis 4 Us Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annonc Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berfin SW., Bimmerstraße 44. Mitbürger! Arbeiter! Handwerker! Die Wahlen zum deutschen Reichstag sind nunmehr ausgeschrieben, am 28. Oktober hat das deutsche Volt das Recht, aus seiner Mitte Männer zu wählen, die über sein Wohl und Wehe zu beschließen haben. Von dem Ausfall der Wahlen hängt es ab, ob in unserem Vaterlande in Zukunft bessere Zustände Plaz greifen werden oder nicht. Jeder Wähler hat aber nicht nur das Recht, nein auch die heiligste Pflicht, am Tage der Wahl seine Stimme nach seiner freien Ueberzeugung abzugeben. Kein Wähler darf an diesem Tage fehlen, wer es versäumt, seine Stimme abzugeben, der schadet nicht nur sich selbst, sondern er schadet auch seinen Mitbürgern. Da aber nur Diejenigen ihr Wahlrecht ausüben können, welche in die Wählerlisten eingetragen sind, so ist es vor allen Dingen nothwendig, daß Je der sich überzeugt, ob auch sein Name in der Liste steht, ob Vor- und Zuname, sowie der Geburtstag und Geburtsort genau stimmt. Und hierzu bietet sich nur noch in den jezt folgenden 3 Tagen Gelegenheit. Die Wählerlisten liegen jetzt nur noch 3 Tage, bis zum 7. Oktober einschließlich öffentlich aus und zwar: für den I. Wahlkreis in der Turnhalle des Friedrich- Werderschen Gymnasiums, Dorotheenstraße 13-14, für den II. Wahlkreis in der Turnhalle der 27/44. Gemeindeschule, Wilhelmstraße 117, für den III. Wahlkreis in der Turnhalle der 62. Gemeindeschule, Schmidtstraße 38, für den IV. Wahlkreis in der Turnhalle der 18. Gemeindeschule, Krantstraße 43, für den V. Wahlkreis in der Turnhalle des Sophien- Gymnasiums zc, Gormannstraße 4, für den VI. Wahlkreis in der Turnhalle der 67. Gemeindeschule, Ackerstraße 28a, und außerdem für sämmtliche Wahlkreise im Wahlbureau, Breitestraße 20a, 2 Treppen, und zwar während der Tageszeit Wochentags von Vormittags 9 bis Nachmittags 3 Uhr und Sonntags von 11 Uhr bis Nachmittags 4 Uhr. Jeder Wähler hat das Recht, sich in der genannten Zeit die Listen aufschlagen zu lassen. Die Listen find anfangs September aufgestellt worden, und also nur bis einschließlich den beßhalb muß jeder Wähler in der Liste des Hauses aufgenommen sein, wo er um diese Zeit gewohnt hat. Stimmberechtigt ist jeder Wähler in dem Bezirk, in welchem er in die Liste eingetragen ist. Wer die Wählerliste für unrichtig hält, kann innerhalb 8 Tagen nach Beginn ihrer Auslegung 7. Dktober beim Magistrat Einspruch erheben, welcher darüber endgültig entscheidet. Zur Begründung etwaiger Nachtragungen ist es nothwendig, daß der betreffende Antragsteller sich gehörig legitimirt. Hierzu empfehlen sich die polizeilich abgestempelte Wohnungsanmeldung, die Miethssteuer- resp. Einkommensteuer- Quittungen, oder fonflige beglaubigte Atteste. Der Schnapsteufel. hof annehmen, daß Herr Glagau seine Beleidigungen und Drohungen gegen Herrn Abgeordneten Cronemeyer im trunkenen Zustande ausgestoßen hat. Sollten also nur dem Biere, dem Weine, dem Cham pagner mildernde Umstände zugebilligt werden und dem ordinären Schnapse nicht? ein fräftiges Glas bayrischen Bieres oder ein gutes Glas Im allgemeinen müssen die Herren es ja wissen, daß Rheinwein beffer für den menschlichen Körper ist, als Schnaps. Die katholische Geistlichkeit sowohl, als die evangelische, besonders die Würdenträger beider Kirchen suchen ja oft genug Erholung bei einem guten Schoppen von der schweren orthodoxen Kreisen herrscht. Bürde, die ihnen auferlegt ist. Und so ist es gewiß nicht Man sieht so recht daran die Heuchelei, welche in den deffen Umgebung zeigen uns, daß dieses der Fall ist. Noch vor wenigen Jahren gab es in der Nähe Berlin's Grundstücke, auf denen nichts weiter als riesig viel Sand vorhanden war. Allmälig, und mitunter auch schnell, wuchs Berlin; Straße an Straße reihte fich neu und die Sand flächen der Grundbefizer wurden werthvoll, so werthvoll, daß die Sandflächen ihnen Gold über Gold in den Schooß warfen; jeder Zoll trug ein Goldstück ein. Die Grundstücke dieser Glücklichen tragen jest größtentheils Häuser, riesige Häuser, fasernenartig eingerichtet, und in diesen wohnt die werkthätige Bevölkerung zu Miethe, für enorm hohe Preise.. Das Gesez räumt schon heute den Grundstücks- resp. Hausbefizern Rechte ein, die andere Bürger nicht haben. Doch dieses genügt denselben noch nicht, die Berliner Grund-, resp. Hausbefizer streben wie fich das im Verein der Berliner Haus befizer" gezeigt hat nach mehr Vorrechten. Und von Jahr zu Jahr steigt ersichtlich Grund und Boden im Werthe. und. nicht nur in der unmittelbaren Umgebung großer Städte, nein, überall im ganzen Vaterlande. Die Bevölkerung wird dichter. und neue Der Referent erzählte ferner den frommen Zuhörern, daß der amerikanische Staat Maine jede Schnapsproduktion auffällig, wenn auch die verschiedenen Kongreffe, in denen das geistliche Element die Ueberhand hat, gegen den Mensch verbiete; ein solches Verbot aber sei für Deutschland heitsverwüster Schnaps energisch Front machen. Leider empfehlen die Herren dabei den Schnapstrinfern als Erfah nicht gutes Bier oder gar edlen Wein, sondern ein unerreichbares 8iel. Warum denn? Dem für die Apotheke und für chemische Anstalten öbes Waffer. Sie trinken heimlich Wein und predigen nothwendigen Spiritus tönnten sehr gut einige Staatsöffentlich Waffer. So stand auch auf dem kürzlich in Rarlsruhe abgehaltenen Rongreß der Vereine für innere Mis Aber Schnapsbrenner, traßen angelegt, den Grundbefigern gereicht es zum Bortheil, best bungen eigenas es unter den heutigen Berhältnisse viele und dennoch fich auch in diesen Kreisen Bevorrechtigungs bestrebungen. Grundbefizer giebt, start verschuldet sind und deshalb fabriken herstellen, die Einfuhr des Spiritus würde absolut verboten warum sollte das nicht gehen? welcher die hohen und vornehmen& maps of bei welcher Gelegenheit Herr Direktor Dr. Stark aus Straß demoralisiren, würden, da das Produktionsverbot des Spiritus die Interessen der Landwirthschaft" schädigt, nicht mit dem 30g. Natürlich war die ganze Schneide diefee Vortrags Berbot einverstanden sein und energisch dagegen protestiren. Da nun viese vornehmen recht Rein Wort gegen schlemmende Offiziere und Adlige, gegen fromme Herren sind und zu irgend einem Verein der innern wollüftige Priester, gegen ſaufende Studenten, fein Wort Mission gehören, so darf man ihnen ihr Handwerk nicht daß auf dem Gebiete der Landwirthschaft die wirthschaftlich gegen den Uebermuth, aber hundert Worte gegen die Noth. legen. zu allmälig runde gehen, ist ja Thatsache; namentlich ist der Kleingrundbefiger oft ebenso übel daran, als der Handwerker. den meisten Predigern der christlichen Demuth dabei recht meist Bruder Schnapsbrenner und Bruder Miffionär. Industrieller, muß sich aber einer Partei anschließen, welche wohl und einen feinen Rognat genehmigen" fie sich und ihren Standesgenossen auch wohl, aber der Fusel wird verdammt Enthaltsamkeit und Wasser gepredigt. gewiß mit Recht! Doch als Ersatz wird nur Eine Hand wäscht die andere, und gute Freunde sind Diese Freunde wollen den Schnapsteufel durch Predigten und Strafen austreiben! Schwachen ebenso sehr der Gefahr ausgesezt sind, erdrückt resp. aufgesogen zu werden, als auf dem Gebiete der Industrie. den Bevorrechtigungsbestrebungen überall entgegentritt, gleichviel ob diese Bestrebungen aus Großgrundbefizerkreisen als den Vertretern des immobilen Kapitalismus, oder aus Großindustriellenfreisen als Vertreter des mobilen Kapitalismus tommen. Die Bevorrechtigungsbestrebungen des immobilen Kapitalismus find ebenso schädlich, wie die des mobilen und deshalb fügen wir dem Schlußruf des obengenannten Wahlaufrufs:" Fort mit allen Kapitals- Bevorrechtigungen" hinzu: Ja fort mit allen Bevorrechtigungs- Bestrebungen, gleichviel ob dieselben von Vertretern des mobilen oder immobilen Kapitalis mus tommen". Nur so können wir uns mit diesem Ruf voll und ganz einverstanden erklären. Doch genug davon. Ueber dies bekannte Thema wollten Menschen ein gutes Glas Bier oder ein gutes fommen. wir eigentlich nicht reden. auf bre ret Bett Der பதி ine ge im en 16 em der nt, an bat en ung ehr und th n2 rch. der ene ung ent ver zu ade. gen. aut ber bie ben ben ren zert. gute nen Wir kennen bekanntlich ein besseres Mittel: He bung der wirthschaftlichen Zustände, so daß alle davor fürchtet sich Glas Wein trinken können der Schnapsteufel in der That und wird heulend von dannen fliehen. Politische Uebersicht. Uns intereffiren mehr die Vorschläge, die zur Abwendung der„ Trunksucht" bei den Armen gemacht wurden. Stärkere Besteuerung des Branntweins, strengere Be ftimmungen bei Konzessionirung von Schankstätten- ob auch die Kasinos der Vornehmen, die manchmal recht erbauliche Szenen von Trunkenheit aufweisen, polizeilich überwacht werden sollen, wird nicht gesagt, Ueberwachung der Beschaffenheit des zum Verkauf kommenden Schnapses Dungen gegen den Kapitalismus richtet. Es heißt in demselben ( bas läßt sich hören!), bei Vergehen und Verbrechen darf Trunkenheit nicht als mildernder Umstand gelten, Aergerniß Kosten der Arbeit und des Grundbesiges bedeutende Vorrechte erregende Trunkenheit und Darreichung von Schnaps nach allen Richtungen zu verschaffen und hierdurch die Bevöl gehen will. Die deutsche Landwirthschaftspartei ist nun auch mit einem Wahlaufruf hervorgetreten, der sich in scharfen Redewenu. A.: ,, Kurz, der Kapitalismus bemüht sich, dem Geldkapital auf ferung mehr und mehr in wenige Reiche und sehr viele Arme Da haben wir das alte Rezept, welches hundertmal zu zerlegen. schon vorgeschlagen, der Zubereitung aber gar nicht entgegenMäßigkeitsvereine und Vereine für innere Mission sollen wirthschaftlicher Gerechtigkeit und damit Verbreitung wahren übrigens nach Ansicht des Referenten an der Zubereitung diefes Rezepts hauptsächlich thätig sein. Hingegen ist der Kernpunkt der Agrarbewegung: Besei tigung aller Bevorrechtungen des Geldkapitals, herbeiführung Volkswohlstandes." Und der Schluß des Aufruf's lautet: Fort mit allen Kapitals- Bevorrechtigungen!" Es sei ferne von uns, das Bestreben des Kapitalismus nach Aus Schleswig- Holstein wird der Voff. 3tg." geschrie ben: Die Maßregelungen in Nordschleswig wegen der jütischen und seeländischen Festfahrten nehmen ihren Fortgang. Täg lich kann man in den Blättern von Ausweisungen dänischer Unterthanen lesen und es werden weder Frauen noch Mädchen geschont, wenn fie fich an dänischen Demonstrationen betheiligt haben. Diese scharfen Maßregeln haben momentan die däni fchen Unterthanen in Nordschleswig in einem hohen Grade eingeschüchtert; ihre Rechtsstellung erscheint ihnen hier so unficher, daß fie es selbst für gefährlich halten, sich an firchlichen Wahlen zu betheiligen. In Apenrade haben die dänischen Führer Junggreen und Backmann allgemeine Wahlenthaltung allen Dänischgesinnten beiden kirchlichen Wahlen empfohlen; ste finden es unrichtig an einer Wahl Theil zu nehmen, wenn ein Theil der Wähler so gestellt ist, daß er erwarten kann, ausgewiesen zu werden, wenn er sein Wahlrecht ausübt. Aber der Regierung mit der Aufrechterhaltung der deutschen Autorität in Nordschleswig Ernst ist, so ist der Lehrer Svendsen in Frörup wegen politischer Agitationen von seinem Amte und devorsteher find Disziplinaruntersuchungen eingeleitet und Prozeffe wegen weiß- rother Farben sind an der Tagesordnung. will; Wein und Bier Trunkenen zn geben ist nicht Ursache daran zu zweifeln, daß durch derartige Bevorrechtigungen auch die dänischgesinnten deutschen Unterthanen erfahren, daß es die Darreichung von Schnaps an Trunkene bestrafen Bevorrechtigungen zu bestreiten; und ebensowenig haben wir ftrafbar! Wie sieht es mit dem trunkenen Regierungsassessor und Affaire einen Namen gemacht hat? Soll bei dieser Affaire auch der Wirth bestraft werden, der dem höchsten Beamten perabreicht hat? die Bevölkerung unseres Vaterlandes mehr und mehr in wenig Wir haben viel Reiche und sehr viele Arme zerlegt wird. mehr oft genug darauf hingewiesen, daß ernstliche Reformen auf wirthschaftlichem Gebiete in Angriff genommen werden müffen, wenn es besser werden soll. Aber andererseits läßt sich doch nicht verkennen, daß der Grundbefit ebenfalls nach Bevor Kapitalismus. Und wir brauchen nicht erst in die Ferne zu des Kreises noch über den Durst Wein oder Champagner rechtigung strebt, ja, streng genommen, ebenso sehr, wie der Und mildernde Umstände wird jedenfalls der Gerichts schweifen, um dieses konstatiren zu können, schon Berlin und In Königsberg wurden zwei von Frau Guillaume- Schack einberufene Versammlungen, eine für Männer und Frauen, die andere nur für Frauen, auf Grund des Sozialistengefeßes verboten- Alle Bemühungen von Frau Guillaumc-Schack, das Verbot rückgängig zu machen, waren erfolglos. Als einzige Thatsache, welche zu dem Verbot Anlaß gab, kann nach dem Ausspruch des Polizeipräsidenten die gelten, daß in der Ver- sammlung, die Frau Guillaume-Schack vor acht Tagen hier hielt, der sozialistische Kandidat Godau sprach. Merkwürdig ist es aber, daß auch die Frauenversammlung dem Sozialisten- gesetz schon im Voraus verfiel. Der Beschwerdeweg wird de- treten werden. In Betreff der Untersuchung gegen die Theilnehmer des Kopenhagener Sozialistenkongreffes wird der„Frank- furter Zeitung" aus Darmstadt geschrieben:„Hinsichtlich der aus Anlaß des Kopenhagencr Sozialistenkongreffes eingeleiteten Untersuchung, in welche hier der bekannte Apotheker PH. Müller, sowie Wirth Kramer mit verwickelt find, erfahren wir nachträglich, daß Vorsorge dahin getroffen war, in ganz Deutsch- land die ersten Vorladungen an die Betreffenden fast zu gleicher Stunde und derart zu erlaffen, daß vorher eine Ver- ständigung der Beschuldigten untereinander ausgeschlossen war. Von wem diese Anordnungen ausgingen, konnten wir zur Zeit noch nicht in Erfahrung bringen." Ueber die öffentliche Armenpflege in Deutschland wird im Jahre 1885 eine statistische Aufnahme stattfinden. Zu diesem Zwecke hat das großh. Ministerium des Innern und der Justiz zu Darmstadt soeben eine„Anleitung" herausgegeben- welche eine einheitliche und sachgemäße Feststellung der Art und des Umfanges der öffentlichen Armenpflege verbürgen soll. Hiernach hat jeder Ortsarmenverband und jeder Landarmen- verband ein Verzeichniß der von ihm im Jahre 1685 nnter- stützten Personen, sowie die Ursachen der Unterstützungsbedürf- tigkcit nach einem vorgeschriebenem Formulare zu führen. Die Einträge in dieses Verzeichniß haben sich auf jede Art der öf- fentlichen Unterstützung zu erstrecken, einerlei ob dieselbe ein- malig oder dauernd, in Geld oder Naturalien, in Kranken-, Waisen- Arbeits- oder Versorgungshäusern gewährt wird. Da- gegen gilt die Gewährung von Zehr- und Reisegeld oder Nacht- quartier an Durchreisende nicht als öffentliche Unterstützung. Ferner wird zwischen Unterstützungen in offener und geschloffener Armenpflege, sowie zwischen sclbstunterstützten und mitunter- stützten Personen unterschieden. Bei Angabe des Unterstüyungs- grundes ist die eigentliche, wirkliche Ursache, welche die Unter- stützungsbedürftigkeit herbeigeführt hat, zu ermitteln und in der Statistik zu wahren. Für jeden Unterstützten wird eine Zähl- karte nach bestimmtem Schema ausgeschrieben, für mehrfach unterstützte Personen jedoch nur eine Karte. Ein drittes For- mular hat Nachweis über die sämmtlichen, zu Zwecken der öf- fentlichen Armenpflege gemachten Ausgaben und zwar nach den verschiedenen Arten der Unterstützung getrennt, zu enthalten; ein viertes Schema die Streitigkeiten auszuführen, welche aus der Armenpflege entsprungen und mit anderen Armcnverbänden geführt worden sind nebst Angabe des Streitbetrages. Diese sämmtlichen Aufnahmen der Verbände find bis zum 15. Jan. 1886 an die Kreisämter von diesen bis zum 31. Januar 1886 an die Gr. Zentralstelle für die Landesstatistik und von letzterer bis zum 1. Juli 1886 an das kaiserlich statistische Amt nach Berlin zu schicken. Die Kreisämter sollen sich bei der Ueber- sendung zugleich über die bei Erhebung der Statistik gesam- weiten Erfahrungen, sowie über die Gründe auffallender sozialer Erscheinungen verbreiten. Die Nachforschung nach sozialdemokratischen Schriften erstreckt sich jetzt auch auf die in Stettin ankommenden Schiffe dänischer und englischer Nationalität. Gestern Morgen durch- suchte die Polizei den Huller Dampfer„Milo", welcher vor- testern Abend in dem hiesigen Hafen eintraf, nach derartigen )rucksachen, doch blieb die Nachforschung auch in diesem Falle ebenso resultatslos, wie vor einigen Tagen auf dem dänischen Dampfer„Titania". Holland. Der 26. September war für die Geschichte des Königreiches der Niederlande ein bedeutsamer Tag. Am Frei- tag entschied nämlich die zweite Kammer im Haag, wie bereits telegraphisch mitgctheilt worden, die Frage, ob es rathsam sei, den Antrag der Regierung auf Abänderung des§ 198 der Konststution in Erwägung zu ziehen, in bejahendem Sinne, und zwar mit 68 gegen 14 Stimmen. Dieser Paragraph lautet bekanntlich, daß während der Dauer einer Regentschaft weder in der Konstitution noch in ver Erbfolgeordnung irgend welche Abänderung vorgenommen werden darf. Der Regierungsan- trag geht nun dahin, die Konstitution aus naheliegenden Grün- den, da ja eine Verfaffungsrevifion bcabficht ist, von diesem Verbote auszuschließen. Mit ihrer Entscheidung unterzeichnete übrigens die Kammer zugleich ihr eigenes Todesurtheil, denn laut Konstitution läuft das Mandat beider Kammern ab, so- bald sich dieselben und zwar mit einer Drittelmajorität, dahin aussprechen, daß irgend ein Vorschlag zur Abänderung der Konstitution in Erwägung gezogen werden soll. I« Belgien gestalten sich die Schulverhältnisse unter dem N»chtr»S«rtotenj IeUMetON. 51 Das Erntefest. Eine Dorfgeschichte von W. H. Köhler. (Fortsetzung) Stolz schritt August daher, stolz wie ein König. Als Klara aber plötzlich die Frage an ihn richtete, wo er denn nächstes Frühjahr hinzureisen gedenke, da merkte er erst, daß sie seine letzten Aeußerungen wahrscheinlich gar nicht gehört hatte; daß sie bei seiner Reiseerwähnung stehen geblieben war. Ohne diesen Umstand aber näher zu erwägen, ging er sofort aus ihre Frage ein und sagte: „Zunächst werde ich nach Waldenburg, und von da wohl weiter nach Breslau, Berlin, Hamburg oder Gott weiß wohin. O wie fteue ich mich auf das Wanderburschenleben, wie schön wird das sein. Mein Meister ist auch in Breslau gewesen und auch in Posen. Von dort bat er nach Berlin gehen wollen, allein er ist in Frankfurt a. O- geblieben und hat bei- nahe zwei Jahre dort gearbeitet. Dann ist er wieder zurück nach Breslau gereist, hat dort wieder ein Jahr gearbeitet und dann ist er nach Hause gekommen und ist Meister geworden. Erst heute noch hat er mir erzählt, wie er eigentlich als Ge- feile, und zwar in Breslau, erst das meiste gelernt hat, und darum könne er jetzt auch was. Alle Leute, die was ordent- lrchcs gemacht haben wollen, die kommen zu uns. Der andere Meister drüben hat wenig Arbeit und selten einen Gesellen und gar keinen Lehrburschen. Aber mein Meister hat oft drei und vier Gesellen und immer einen Lehrburschen, und wenn ich ausgelemt habe, dann kommt wieder einer für mich in die Stelle." August holte tief Athem und schwieg. Langsamen Schrittes ging er, Klara noch immer an der Hand führend, dahin und bemerkte gar nicht die Schweigsamkeit seiner Ge- fährtin. Als er aber nach einer kleinen Pause seinen Blick zur Seite richtete und derselbe schließlich auf der elfenhaften Ge- stall Klaras haften blieb, da war es ihm, als müsse er seinen Entschluß bezüglich des Reifens wieder aufgeben und in ihrer Nähe bleiben. Mt zärtlichem Blick betrachtete er das stille Mäd- chen an seiner Seite, und zum ersten Male kamen ihm Ge- danken über das Warum ihrer Anhänglichkeit. Er fühlte es wohl, daß es mehr als Danibarkei sei, was sie zu ihm hinzog; er fühlte eS. daß er ihr webe thun würde, wenn er wegging, und eine Reue kam über ihn von wegen seines ausgesproche- nen Vorsatzes. Als er noch mit diesen Gedanken rang und zu keiner Klarhert kommen wollte, da rüttelte ihn Klara wieder auf mit der rhr Inneres offenbarenden Frage: „Und wie lange wirst Du draußen bleiben in der Fremde?" neuen Gesetz völlig trostlos. Die großen Städte, wie Brüssel und Namur, suchen die von dem Minister aufgehobenen Schulen und Seminarien auf Gemeindelosten zu erhalten, aber im übrigen Lande ist der Klerus allein herrschend. In Saint Ni- kolas, dem Wohnort Malous, der größten Stadt(nächst Gent) in Ostflandern mtt 27000 Einwohnern, fällt niche nur die Mittelschule, sondern der Kommunalrath hat auch alle Fort- bildungs- und Kindergartenschulen und alle öffentlichen Kom- munalschulen mit Ausnahme einer Knaben- und Mädchenschule, deren Lehrer das niedrigste Gehalt, 1200 Francs, erhalten werden, adoptirt. In Saint- Trond, einer Stadt von 13000 Einwohner, find alle Kommunallehrer bis auf einen entlassen worden.„Die republikanische Liga" tritt daneben immer freier auf; sie entsendet jetzt Delegirte nach allen größeren Städten des Landes und ihr Organ, der„National belge" kündigt an, daß sich seine Auflage um 20 000 Exemplare vermehrt habe. Rußland. Ber dem unter Polizeiaufsicht stehenden ent- lassenen Beamten Sawin in Warschau wurde dem„W- W. T." zufolge Dynamit vorgefunden. In Folge dessen wurde der Vertreter des Oberpolizei-Direktors Oberst Serdinkow sammt anderen Polizei-Organen, welche kurz vor Ankunft des Zaren eine Revision bei Sawin vorgenommen hatten, ohne etwas zu entdecken, entlassen und befinden sich in Untersuchung. Sawin wurde in den zehnten Pavillon der Citadelle abgeführt. Dies geschah unmittelbar vor der Abreise des Zaren aus Warschau Cholera. In Italien starben am 2. Oktober 169 Personen an der Cholera, davon in der Stadt Neapel 50. Aus Egypten ist der englischen Regierung gestern eine Depesche des Generalkonsuls Baring in Kairo zugegangen, welche die Wiedereinnahme von Berber meldet und hinzufügt, General Gordon habe die Stadt, nachdem er dieselbe eine Zeitlang bombardirt, erobert und seinen Einzug in dieselbe ge- halten. Die Aufständischen und die Bewohner der Stadt, die fich denselben angeschlossen, sollen bei dem Bombardement die Flucht ergriffen haben.— Ob's wahr ist? Afrika. In Grand Baffa, einer Stadt der Negerrepublik Liberia an der Westküste Afrikas, ist ein Aufstand unter den Eingeborenen ausgebrochen. Das Zollamt wurde nieder- gebrannt, aber der Zolleinnehmer entkam. Von der Hauptstadt Monrovia wurden 300 Mann Truppen zur Wiederherstellung der Ordnung abgesandt. China. Das Durchsuchen englischer Fahrzeuge in chinesi- schen Gewässern seitens der Franzosen wird in ernster Weise von der englischen Presse gemißbilligt. Das englische Flaggen- schiff„Audaeious" ging heute nach dem Norden ab. Hong- long ist nach englischen Blättern durchaus hülflos im Falle einer Landung im Süden der Insel, denn die ganze englische Flotte ist gegenwärtig über die chinesische Küste zerstreut. Das Kabel, welches französisches Gebiet an der Mündung des Flusses Saigon berührt, könnte jeden Augenblick mit Leichtig- keit aufgenommen werden, und wenn hier eine Unterbrechung stattfände, würden Depeschen durch Haiphong unter französischer Kontrole sein. Die Franzosen haben mit weiteren Repressalien gedroht. Die Chinesen muthmaßen, die französische Flotte werde Port Arthur oder Shanghainwan angreifen; es wird aber wohl Kelung oder irgend ein anderer Hafen von For- mosa sein. Die Lage der Europäer in Tamsui und im Süden ist unsicher._ Wahlbewegung. Das Ergebniß der am 28. d. M stattfindenden Reichs- tagswahlen wird vorschriftsmäßig am 1. November durch die von den Behörden dazu bestimmten Wahllommissarien bekannt gemacht werden. Stichwahlen müssen spätestens bis zum 15. k. M angesetzt sein, können natürlich aber schon früher statt- finden, so daß spätestens am 19. November sämmtliche Wahlen amtlich bekannt gemacht sein müssen. Nachwahlen, welche in Folge von Doppelwahlen anzusetzen find, werden dann auch bald stattfinden. Eroße Wählerversammluugen finden heute Vormittag 10 Uhr statt: im 6. Wahlkreise in der Norddeutschen Brauerei, Chaussecstraße 58.— 5. Wahlkreis, im Restaurant Timmel, Linienstraße 8.— 3. Wahlkreis, Kolosseum, Kommandanten- stratze 57.— 2. Wahlkreis, Altermanns Salon, Dennewitz- straße 13.— Sämmtliche Wähler der betreffenden Wahlkreise, ohne Parteiunterschied, sind zu diesen Versammlungen ein- geladen-_ D o K s! e s. er. Mit unverkennbarer Geringschätzung und nicht ohne Spott sprechen die Redner der dcutsch-freifinnigen Partei in ihren Wählerversammlungen von dem Kandiddtm der Ar- beiterpartei im II. Berliner Reichstagswahllreise, Franz „Das weiß ich noch nicht, Klara," sagte nach einer Pause August gedehnt. Sie waren in die Nähe des Dorfes gekommen und stehen geblieben. Auge in Auge standen sie fich gegenüber und keiner sprach ein Wort. Plötzlich schrak Klara wieder zusammen und faßte die Hand August's fester: jenes verdächtige Geräusch im Gebüsch war wieder hörbar geworden, und diesmal hatte es auch August gehört. Einen Augenblick noch besann er sich, dann wollte er sich von der Hand Klara's frei machen und in das Gebüsch springen, dem verdächtigen Geräusch nach. Allein Klara dielt ihn zurück und bat ihn, noch ein paar Schritte mit ihr zu gehen bis zu dem Weg, der zur Mühle führte. Dort solle er sie verlassen, und während sie nach Hause eile, möge er zum Schulmeister gehen oder umkehren. Er will- fahrte ihr nnd bot ihr, an dem bezeichneten Wege angelangt, eine gute Nacht. Während sie wie ein flüchtiges Reh den Weg entlang eilte, schritt August festen und eiligen Schrittes ins Dorf hinab, seinem Ziele entgegen. Vorsichtig, nach allen Seiten umherspähend, trat Gottstied aus dem Gebüsch und humpelte den Weg entlang dem Dorf zu, als er fich überzeugt hatte, daß eine Gefahr mit den ver- hallenden Schlitten August's nicht mehr zu befürchten sei. Sein Gesicht war entstellt und fahl vor Neid und Haß über das intime Verhältniß August's mit Klara. Hatte er schon von früher her einen unsäglichen Haß gegen den Elfteren in seiner Bmst genährt, so kam jetzt noch hinzu die wüthendstc Eifer- sucht, die ihm keine Stunde Ruhe ließ; denn schon seit Längerem hatte er eine glühende, qualvolle Neigung zu der anmutbigen Müllerstochter gefaßt, ein brennendes Sehnen, das er selbst dann nicht bezwingen konnte, als er unwiderlegliche Beweise des ungemildertsten Abscheues von ihr erhalten hatte. Dazu kam noch die frühere Demüthigung settens August's und der Umstand, daß derselbe eine elternlose Waise war und ein , Habenichts" dazu, Klara aber unzweifelhaft das hübscheste Mädchen im Dorfe— ibre für die dortigen Verhältnisse gar nicht zu verachtenden Vermögensumstände ungerechnet. In seinem Hirn wälzten sich abenteuerliche Gedanken über Pläne, die darauf hinausliefen, den gefährlichen Nebenbuhler zu de- seitigen. Allein so viel er daran auch schmiedete, fie wurden immer wieder verworfen aus dem Grunde, weil er selbst dabei Gefahren zu bestehen hatte. Solchen fich auszusetzen aber hatte er keine Lust, und deshalb grübelte und sann er auf immer neue, welche ihn zu fernem Ziele führen sollten. Aber was menschliches Vermögen oft nicht er- reicht, das vermag der Zufall, und dieser sollte dem jämmerlichen Burschen bald zu Hilfe kommen.— August war Geselle geworden und arbeitete als solcher fleißig und unver- drossen in der Werkstatt seines Lehrmeisters zu dessen Freude und Befriedigung. Oft kam es vor, daß der brave Meister bei dem Entwurf einer Zeichnung den Rath seines jungen Tutzauer. Rechtsanwalt Munckel, der seine Parteigenossen am Freitag Abend nach Sommer's Salon versammelt hatte, sagte über Tutzauer, der fich in seiner Kandidatenrede über die poli- tischen Eigenschaften des Professor Virchow abfällig geäußert hatte:„hierauf kann ich nur erwidern, daß ich den Herrn Kandidaten der Arbeiterpartei zu wenig kenne, um denselben zu beurtheilen; das darf ich jedoch behaupten: die Welt hat von seiner Befähigung als Politiker niemals das Geringste erfahren." Bei einem so scharf und klar denkenden Manne, wie Rechtsanwalt Munckel ist, muß diese, in freisinnigen Kreisen schon öfter gethane Aeußerung gerechtfertigtes Aufsehen hervorrufen. Tutzauer tritt bekanntlich jetzt zum ersten Male in die öffe»t> liehe politische Bewegung ein, wenn man die Wahlen zu der Kommunalvertretung von Berlin nicht ebenfalls zu derselben rechnen will. Auch der Herr Professor Virchow wird ebenso wenig wie der Herr Rechtsanwalt Munckel selbst, bei dem ersten Auftreten gleich die Welt mit dem Ruhm außerordent- licher politischer Befähigung erfüllt haben, beide Herren werden ebenso wie der Kandidat der Arbeiterpartei durch das Vertrauen ihrer Parteigenoyen, dadurch, daß sie ihren Wählem die Ueber- zeugung einflößten, fie wären die Leute, welche das Interesse ihrer Wählerschaft am besten'wahrnehmen könnten, zu denjenigen Ehrenämtem berusen worden sein, die sie heute de- kleiden. Wenn ein Kandidat von einer Partei aufgestellt wird, so wird dieselbe sich wohl vorher schlüssig gemacht haben. daß er diejenigen Fähigkeiten und Eigenschaften befitzt, die ihn zum Abgeordneten qualifiziren. Es ist daher durch- aus unnöthig, daß der Herr Rechtsanwalt Munckel die Schaale seines Sarkasmus über einen Mann ausgießt, den er, wie er selbst zugiebt, gar nicht kennt. Anders verhätt fi? entschieden die Sache bei dem Kandidaten der Arbeiterpartei. Sein Gegenkandidat steht lange genug in der Oessentlichkeu, sein politisches Wirken ist lange genug bekannt, der Arbeiter- landidat darf fich daher mit Recht erlauben, den Maßstab seiner Krttik an die Erfolge der Politik seines Gegners zu legen- Wenn die Kritik nicht günstig ausfällt, so ist das eine andere Sache, und es muß als ein Zeichen besonderen Mißtrauens in die eigene Sache aufgefaßt werden, wenn man fich, statt einer sachlichen Widerlegung, einzig und allein auf spöttische Bemer- kungen beschränft. Wenn Herr Tutzauer sagte: Er habe alle Hochachtung vor der wissenschaftlichen Bedeutung Virchow»- derselbe sei aber ein schlechter Politiker— so beweist die Heiterkett, die angeblich bei dem Zitat dieser Worte durch Herrn Rechtsanwaft Munckel in der„deutsch-fteistnnigen" Versamm- lung ausbrach, noch lange nicht das Gegentheil, es tmtu hoffentlich kein Verbrechen sein, an der Unfehlbarkeit Virchow's als Politiker zu zweifeln. Ganz gewiß wußte Herr Tutzauer bei jenen Worten ganz genau, was er sagte, und er wußte auch, daß er damit aus dem Her- zcn vieler Tausende seiner Anhänger sprach. Die Arbeit« wollen keinen Professor zu ihrem Vertreter wählen, selbst wenn derselbe eine Koryphäe und eine Zierde der Wiffenswast ist. Sie wollen Vertreter haben, welche die Leiden und Be- dürfnisse des arbeitenden Volkes durchaus kennen. Dieses Be- streben ist in der letzten Zeit deutlich genug hervorgetteten, und wenn die„deutsch-fteifinnige" Partei wirklich von so groß« Arbeiterfteundlichkeit ist, weshalb, so darf man denn doch iss- wiß fragen, hat fie fich niemals dazu entschließen können, die' fem Wunsche der arbeitenden Bevölkerung Rechnung zu tragen, weshalb kommt fie immer wieder mit den Kandidaten, die, wie Thatsachcn beweisen, bei den Arbeitern längst in Mißfle- dit gerathen find? Daran sollten die berufenen und underu- fenen Vertheidiger des sogenannten Liberalismus lieber denken, es wäre ihnen dienlicher als über Leute, die fie nicht kennen, seichte Witze zu reißen. r. Das verkehrs-Jnteresse des Südostens der Stadt wird durch die Pferdebahn-Verwaltung auf der Strecke Behren- straße-Görlitzer Bahnhof keineswegs so gefördert, wie es da» dort vorhandene Bedürfniß erheischt. Wiederholt, aber W/ vergeblich ist die Verlegung des Endpunttes der Theilsttei» von der Brandenburg- nach der Jakobstraße vom Publikum und von der Presse in Anwendung gebracht, um dem sckK« empfundenen Uedelstande abzuhelfen, daß die nach dem Got- litzcr Bahnhof fahrenden Waben bis zur Brandendurgstraße- wohin eine andere bequeme Pferdebahngeleoenheit vorhanden ist, überladen find, während fie von da ab halb leerfahren, gleichwohl aber denjenigen, die vor jener Theilstreae nach dem Görlitzer Bahnhof gelangen wollen, h'%. nur in seltenen Fällen Gelegenheit bietm. Um Mitlag- und Abendzeit reichen die Wagen� dieser Linie gewöhnlich nicht aus, um den Verkehr ju_ Sie . auf belvip tigen. Auch eine direkte Verbindung zwischen dem Görlitz� Bahnhof und der Mitte der Stadt, nach dem Molkenrnan und dem Rathhausc würde den Wünschen der im entfernt««� Südosten wohnenden sehr entsprechen und die Pferdebahnv« waltung hätte wohl Ursache, auf dieser Linie, welche nächst a« Gesellen einholte, oder daß er ihn beaufttagte, selbstst»� eine Zeichnung für ein Möbel zu entwerfen. Und immer w der Meister zufrieden mit ihm. August aber ließ sich st' etwa an dem Lobe genügen, sondern erblickte darin nur«st, Ansporn zu weiterer, erhöhter Thätigkeit in Bezug auf K' wettere Ausbildung. Seinem Lehrer dewahrte er auch i": die Anhänglichkeit, die ihn bisher an ihn gefesselt hatte, u als er ihm eines Sonntags die lange, schöne und seit Jaa>,. ersehnte Tabakspfeife überreichen konnte, da fühlte er siw glücklich wie noch nie in seinem Leben. Der Lehrer aber n"L fie gerührt und stol, zugleich entgegen und benutzte st' jedem freien Augenblick, der ihm neben seinen Erziehergesmai. und der Pstege seines Gartens blieb. Die Frau Lehrerin» i war so gerührt, daß fie den„Jungen" in ihre Arme sa> und als ein Muster von HerzcnSgütc pries. In ihren, und in ihrem Herzen war er ihr Kind, das fie zum j-be auch mit erzogen hatte; unter ihren Augen war er her»««. wachsen zum schmucken Jüngling, hatte er fich wickelt körperlich und geistig zu einem Menschen, noch einmal sein Glück machen werde". Davon � sie nämlich fest überjeugt, ebenso fest, wie oa„ S daß ihr Sobn gerade so geworden wäre. wie Aull- Ach Gott, ihr Sohn! In seinem drilten Jahre schon hatte Büdlein durch dm unerbittlichen Tod verlorm. Nur o eine Büblein hatte ihr ein gütiges Geschick besckeert, um es ihr wieder zu entreißen. All' ihre Mutterliebe üb � fie daher auf August, und dieser erwiderte fie durch gutes Betragen, wie gelegmtliche Handleistungen uno Aufmersamkerten... a.«uA August sprach Klara jetzt öfter als früher und sab u � mit ganz anderen Augen an als sonst. Früher haue einfach gefreut, wenn er fie traf und ihm se>nen/U.' kürzte durch ihr Geplauder oder auch nur durch ihre Gel gp Jetzt aher sehnte er fich nach ihr, und es war'hw-ghlte dürfniß. fie zu sehm und mtt ihr zu scherzm. �g,n»n? er fich versucht, seinen Arm um ihre zarte Taille zu leg» tstst feine Lippen auf die ihren zu pressen; aber immer ihn eine unerklärliche Scheu zurück Er war so eiflenth» Herzensgründe, doch ftobr«en ----------....*»v,i»vu ytiQciuouiunvt vuiy fich ihm nahte, und neben ihm so lcichtfiißig etttherlai.. ganzen Tag über hatte er fie in Gedanken nicht perl" gnitt mehr als einmal hatte er fich vorgenommen, fie m'e. S« zu schließen nnd nie wieder von fich zu lassm. Baw i Hobel oder die Säge und gedankenlos starrte er �icktM und bald wieder flogen die Spähne unter seiner pa« Hand hervor. Dabei pfiiff und sang er abwechl ��heN- Herzenslust und aus voller Brust zum Ergötzen sein gesellen und zur heimlichen Freude des Meisters. (Fortsetzung folgt.) am agte poli fert Derrn elben that ngfte wie ſchon ufen. Fent uber elben benso dem dent erden rauen Teber tereffe Den te be eftellt aben, befitt, Durch undel t, den Elt fich partei. ichkeit, beiter feiner legen andere ens in teiner Bemer be alle how's, ist die Herrn famm wird barleit gewiß m her Irbeiter genau, felbft enschaft nd Be ſes Degetreten, großer Doch ge en, dies tragen, en, die, Mistre unberu denken, tennen, - Stadt Behren es bas er ftets eilftrede ublikum 1 schwer m Gör rgftraße, thanden rfahren, eilftrede hierzu Um die n auf bewäl Sörliger lenmartt fernteren bahnver ächst der ftständig mer war ich nicht ur einen auf seine fortan Jahren tte, und r fich so er nahm e fte in eschäften rin aber ne schloß Augen Theil ja herange ich ent ,,, der on war davon, Auguft. te fte das ir dieses übertrug leiß und ber nur, nb fleine fte auch te er fich Beg ver fellschaft. ein Be at fühlte gen und och hielt thümlich wenn fie itt. Den fen und ne Arme todte ber 18 Leere, efchickten Ind nach Neben Ringbahn die einträglichste im ganzen hauptstädtischen Pferde-| bahnneße ist, den Interessen des Publikums mehr Rechnung zu fragen. Bisher ist sie auf dieser Strede unverkennbar auf die Ronfervirung der guten Rentabilität bedacht gewesen; wenn aber die Pferdehahnen auch zur Entwickelung der entfernter liegenden Stadttheile beitragen sollen, so darf dies Prinzip allein nicht maßgebend sein. Zur Einsicht der Wahlakten geht uns von einem Abonnenten die Mittheilung zu, daß im ersten Wahlkreis ( und gewiß auch in anderen Bezirken) bei einer Revision vier Wähler nicht verzeichnet waren von denen einer seit 12 Jahren in ein und derselben Wohnung wohnt. Es ergiebt dies die dringende Nothwendigkeit, sich von der Eintragung zu übereugen und ist es gestattet, daß ein Wahlberechtigter zugleich im Auftrage mehrerer( deren genauer Name und Wohnung anzugeben ist) fich informiren fann. werden, auf deren Boden sodann die zwei- und dreifach zusammengestellten schlanken Leitern zum Erreichen der oberen Scheiben gestellt werden. Die Arbeiten veranlassen stets einen bedeutenden Zusammenlauf von Paffanten. N. Der Berliner Kriminal- Polizei ist es endlich geglückt, den Arbeiter Brügmacher, ein in mehrfacher Beziehung verdächtiges Individuum, der dringend verdächtig ist, wiederholentlich Attentate gegen junge Mädchen in der Königshaide bei Berlin vorgenommen, sowie das neulich gemeldete große Feuer am Richardsplaz angelegt zu haben, in Haft zu nehmen. Grüßmacher war von der Rirdorfer Gensdarmerie fchon seit längerer Beit vergeblich gesucht worden, doch nahm man bestimmt an, daß G. fich in Berlin oder der Umgegend aufhalte. Gegen G., der sich bereits in Untersuchungshaft befindet, ist die weitere strafgerichtliche Untersuchung eingeleitet. N. In der Charitee verstorben. Der beim Neubau der wenn die Gräfin ihm den strittigen Gulden bezahlen wolle. Da die Gräfin dies sofort that, so schwand der Groll zwischen Krautwurst und der Gräfin rasch dahin und es erfolgte eine allseitige Freisprechung. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. Die zu heute in der Norddeutschen Brauerei in der Chauffee- Straße einberufene Wählerversammlung ist in legter Stunde auf Grund des Sozialistengesezes verboten. herabfallenden Sandstein verunglüäte Arbeiter August Richter Mas verlas den Rechnungsbericht des verflossenen Quartals aus Mariendorf ist heute in der Kgl. Charitee, wohin derselbe fofort eingeliefert wurde, troß der sorgfältigsten Pflege verstorben. Der Aermste hinterläßt, wie uns geschrieben wird, eine Frau und 9 Kinder in größter Hilfsbedürftigkeit. 8. Das Aelteften- Kollegium der Berliner Kaufmannschaft hat an der heutigen Börſe den Wiehlintereſſenten von einer ihm ugegangenen Mittheilung der Kgl. Eisenbahnverwaltungen Kenntniß gegeben, nach welcher mit Beginn des Winters to fämmtliche Zufuhren an Mehl von außerhalb per Bahn nach hier gelangen, den Mehlhändlern eine nur 8tägige freie Lagerfrist gestattet werden kann, da sonst die hierzu vorhande= nen Räumlichkeiten auf den biefigen Güterbahnhöfen nicht zur Unterbringung sämmtlicher Waaren ausreichen würden, zumal mittags im Seitenflügel des Hauses Wilsnackerstraße No. 27 die Mehlhändler bisher häufig die angekommene Post 3 bis 4 Wochen auf der Bahn liegen lassen. Polizei- Bericht. Wie erst jetzt zur amtlichen Kenntniß des Handgelenks. Der Verlegte fand Aufnahme im St. Hed wigs- Krankenhause.- Am 2. d. M. Abends glitt der Arbeiter Hoffmüller auf dem Güterboden der Görliger Eisenbahn aus und brach dabei den rechten Oberschenkel. Hoffmüller wurde nach Bethanien gebracht. Am 8. d. M. Nachmittags hatte der Schüler Sonnenberg beim Spielen auf dem Viehhof an der Brunnenstraße zwei Stühle übereinander gesezt und erflettert. Er fiel von denselben herab und erlitt dabei einen doppelten Bruch des linken Unterarms, so daß er nach dem 1870 herrührenden Beschwerde und Supplifatenatten des g. Aftenvernichtung. Die aus den Jahren 1860 bis fönigl. Rammergerichts, sowie die vor länger als dreißig Jahren reponirten Sequestrations, Tarations, Subhastations, Konfurs- und Liquidations- Aften nebst den dazu gehörigen Kom miffion und Spezialprozeß- Alten, ferner Aften betreffend Edittal- Bitationen, Gemüthsuntersuchungen, Todeserklärungen, Amortisationen und Dispofitionen, sowie Prozeßakten des che Hammergerichts sollen vernichtet werden. Gine jernere Auf Lage Abends entstand in der Wohnung des Schneidermeisters bewahrung von Akten der erwähnten Art erfolgt nur dann, wenn die Interessenten sich mit ihren Gesuchen bis zum 25. d. beim fönigl. Kammergericht melden. 8. Unter der Anzahl von Fundsachen. bezüglich welcher 4. November cr. vor dem fal. Amtsgerichts I. Abtheilung 54 ein Termin Zweds gesetzmäßiger Bestimmung über dieselben anberaumt worden ist, befindet sich ein Hundertmarkschein, gefunden am 7. Januar cr. in der Taubenstraße, eine rothseidene Börje mit 14.15 M. Inhalt, gefunden am 7. Mai cr. im Thiergarten, ferner eine goldene Tuchnadel in Form eines Degens, Lazarus- Krankenhause gebracht werden mußte. An demselben Crone durch Umwerfen einer Petroleumlampe Feuer, welches von der Feuerwehr in kurzer Zeit gelöscht wurde. Gerichts- Zeitung. Eine in der gegenwärtigen Lohnbewegung gehaltene Rede trug dem Redner, Buchbindergehilfen Otto Alexander Freimann, eine Anklage wegen Vergehens gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung ein. In einer Buchbinderversammlung am 28. Juni cr. wurde gegen die Art der sogenannten Kolonnengefunden am 19. Juni v. Js. an der Oberbaumsbrüde, ſowie arbeit, in welcher die Kolonnenführer den Löwenantheil für endlich die von 22 Droschkenanführern im Laufe der 3 legten Monate des verflossenen Jahres in ihren Droschten gefundenen Gegenstände. Bu diesen gehören ein goldener Damenring, ge jeichnet F. S. 15. 8. 80., etne goldene Tuchnadel u. s. w. Die noch nicht ermittelten Verlierer oben genannter Gegenstände haben diefelben bis spätestens den 4. t. Mts. bei dem königl. Amtsgericht I, Abth. 54, Jüdenstr. zu reklamiren. a. Bumpitation III in der Schönebergerstraße wurde Ende vor. 2. Verloren oder gestohlen? In dem Sandfange der Mis. eine Brieftasche mit Inhalt gefunden, die möglicherweise aus einem Diebstahl herrührt. In derselben befanden sich zwei Depoticheine über 200 Bf. St. bez. 17 Russische Anleihescheine Dom Jahre 1880, 9 Wechsel über 1200, 1800, 16, 1500, 4000, 50, 3000, 20 090, 66 und 1000 Mart, eine Stempelmarke a 10 Bf., 2 Blanco- Accepte, ein Brief, eine Postkarte auf den Namen G. Schwabe, verschiedene Visitenkarten und eine defekte Heine Lebertasche. Nähere Mittheilungen über diese Gegenflände nimmt das hiesige Kriminal- Kommissariat entgegen. Im Deutschen Theater" wird Wilhelm Tell", dessen Aufführungen durch die Unpäßlichkeit des Herrn Kainz unterfich beanspruchen und die Mitarbeiter mit geringen Lohnsäßen abgefunden werden, polemifirt, und der Angeklagte äußerte, daß die Kolonnenführer mit Gewalt zu einer Aenderung des bisherigen Systems gezwungen werden müßten. Im weiteren Berlaufe der tebe bezeichnete er bie Solonnenarbeit a terme Rede eine ehrlose, die nicht so weiter betrieben werden dürfe. Der Staatsanwalt erachtete daher, daß durch die Drohungen des Angeklagten die Kolonnenführer und Meister zur Erfüllung günstigerer Lohnbedingungen gezwungen werden sollten, woburch der§ 153 der G.-D. erschöpft sei. Er beantrage eine Woche Gefängniß. Demgegenüber führte der Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. Salomon aus, daß es sich weder um Erlangung eines günstigeren Lohnes, noch um die Ausübung einga Zwanges von Arbeitern zum Beitritt zu einer Koalition handle. Er beantrage daher die Freisprechung seines Klienten, auf welche der Gerichtshof unter Adoption dieser Ausführungen erkannte. Gegen den Fabrikbefizer Friedheim wurde gestern eine Anklage wegen fahrlässiger Körperverlegung und fahrlässiger Tödtung mit Uebertretung der Berusspflicht vor der zweiten Straffammer hiesigen Landgerichts I. verhandelt. Neben dem Sentloch zur Aufnahme des aus dem Keffel abfließenden heißen brochen war, heute, Sonntag, wieder in Szene gehen. Die Maschinenraum der Fabrik des Angeklagten befindet sich ein erfte Aufführung des neuen Lustspiels Die große Glocke" von Der Verein zur Wahrung der Interessen der Berli ner Dachdecker hielt am 2. Oktober im Lofal des Herrn Weits seine regelmäßige Sigung ab. Tagesordnung: Vierteljahrlicher Kaffenbericht. Verschiedenes. Der Vorsitzende Herr und beschwerte fich darüber, daß die Hauptpersonen, die den Bericht gestellt und revidirt haben, nicht am Blaze wären und daß nicht einmal die Revisoren ihre Namensunterschrift in der Rechnungsvorlage gegeben haben. Herr Gandke stattete nun noch Bericht über den Sommernachtsball ab, beide Berichte wurden von der Versammlung als richtig befunden. Es wur den für das folgende Quartal wieder drei Revisoren gewählt und zwar die Herren: Eichler, Kretschmer und Prezel. Es wurde vom Vorfißenden fernerhin bekannt gemacht, daß am 19. ds. Mts. der Herr Reg.- Baumeister Keßler einen Vortrag über Kaffenwesen halten und der Verein eine öffentliche Versammlung durch Säulenanschlag einberufen wird. Auch wurde der Bericht im Bauhandwerker" aus Hamburg verlesen, woselbst die Kollegen die Arbeit eingestellt haben. Der Gesellenschaft wurde ans Herz gelegt, nicht durch Zuzug nach dort die gerechte Sache zu vernichten. Zum Schluß wurde noch erwähnt, daß zu der Versammlung am 19. d. Mts. die Herren Innungsmeister, besonders der Obermeister, eingeladen seien. " Im Gauverein Berliner Bildhauer, Annenstraße 16, findet am 7. d. M., Abends 9 Uhr, die monatliche DelegirtenVersammlung statt mit der Tagesordnung: Referat und Dis kussion über das Thema„ Lohn oder Affordarbeit" und Verschiedenes. In den Werkstätten, wo noch Delegirte fehlen, werden die Kollegen hiermit ersucht, recht baldigst aus ihrer Mitte einen als solchen zu wählen und in diesen Versammlungen durch denselben die betr. Werkstätten event. vertreten zu wollen. Der Arbeiter- Bezirksverein der Rosenthaler Vorstadt hält Montag, 6. Oktober d. J., Abends 8 ein halb Uhr, im Germania- Theater, Weinbergsweg 10. 11. eine große Versamm lung ab. T.- D.: 1. Revistonsbericht. 2. Vortrag des Herrn Laste: Die bevorstehenden Reichstagswahlen und ihre Bedeu tung für die arbeitende Bevölkerung. Bezirksverein des werkthätigen Voltes der Schönhauser Vorstadt. Dienstag den 7. Oftober, Abends 8 Uhr, große Versammlung bei Meister's, Schönhauser Alle 161. Tagesordnung: 1. Vierteljahresbericht des Kaffters. 2. Bor trag. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Es ist nothwendig, daß jedes Mitglied erscheint. Ter Bezirksverein des werkthätigen Volks im 29., 30. und 31. Wahlkreis hält seine erste Sigung im neuen Vereinslokal von Golle, Linienstr. 30, am Mittwoch, den 8. Oktober, Abends 8 ein halb Uhr ab. T.- D.: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Mitglieder ist unbedingt nothwendig. Gäste haben Zutritt und werden neue Mitglieder aufgenommen. Der Schuhmacher- Fachverein versammelt sich am 6. Dttober, Abends 8% Uhr, bei Herrn Teichert, Neue Grünstr. 32, zur Quartalsversammlung. Tagesordnung: Rechenschaftsbericht. Ergänzungswahl des Vorstandes. Verschiedenes und FrageOstar Blumenthal findet am Sonnabend, d. 11. d. M., ftalt. Waffers, welches bis zum 15. Februar 1882 mit in einander lasten. Mitglieder werden aufgenommen. Außerdem bringt das Repertoire dieser Woche Wiederholungen gefalzte Bretter bededt war. Diese Bretter hatten sich durch und Der legte Brief". " von Die Welt, in der man fich langweilt"," Wilhelm Tell" Belle- Alliance- Theater. Das Reportoir für diese Woche aus Lowood" mit Franziska Ellmenreich in der Titelrolle; Montag und Dienstag Wiederholungen von Bürgerlich und Romantisch" mit der berühmten Gaftin als Katharina und am Sonnabend Adrienne Lecouvreur" ebenfalls mit Franziska Elmenreich. Am Mitwoch findet eine Wiederholung des am Freitag geht Ernst Wichert's prächtiges Lustspiel ,, Die a. " Die Kage läßt das Mausen nicht. Zu der am die Hiße des einströmenden Waffers nach außen zu geworfen, so daß sie keine feste Auflage gewährten. An dem genannten Tage stürzte der in der Fabrik beschäftigt gewesene Heizer Werfinger, durch eine Unvorsichtigkeit in die Sentgrube und trug eine Anzahl Brandwunden davon, in Folge dessen er 5 Wochen lang arbeitsunfähig war. Nach diesem Vorfall wurde das Senkloch mit einem 45 Pfund schweren Am Eisenblech bedeckt. 24. Oftober 1ä82 machte der Vater in ſeinem des Werfing 7jährige Sohn einen Besuch. Maschinenraum Hierbei sprang dem der Knabe auch auf dem Eisenblech herum, das wahrscheinlich in Folge einer nicht wahrgenommenen Verschiebung aus seiner Lage tam und das Kind stürzte in das ftedend heiße Eine Versammlung der Mitglieder des Fachvereins der Tischler findet Montag, den 6. d. M., Abends 8 ein halb Uhr, im Lokale des Herrn Müller, Ackerstr. 144 statt. T.- D.: Ein Referat von F. Meißner über das Jnnungs- Fachvereinswesen zur Gesetzgebung. Verschiedenes und Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste sind willkommen. Der Fachverein der Tischler hält am Mittwoch den 8. Dttober, Abends 8% Uhr, in Keller's Restaurant, Grüner Weg 29, eine Versammlung ab. T.- D.: Der in legter Versammlung ausgefallene Vortrag des Schriftstellers Herrn Schwennhagen. Distuffton, Verschiedenes, Fragekasten. Gäste find willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Verein der Maschinisten und Heizer. Heute, Nachmittag 5 Uhr, Kommandantenstr. 20( Arminhallen) GeneralLouifen- Ufer wohnenden Frau G., deren Gatte im Buchthaus Waffer. Infolge der dadurch erlittenen schweren Brandver- versammlung. Auf der Tagesordnung steht: Kaffenbericht, Bu Brandenburg eine 2% jährige Freiheitsstrafe verbüßt, tam legungen verstarb daffelbe noch an dem nämlichen Tage. Für Verhandlung fam auch der dem Angeklagten zugestoßene oben Vorstandswahl und Aufnahme neuer Mitglieder. Das StatutenDie Mitglieder werden ersucht, vollzählig und einigen Tagen ein schwarz gekleideter Herr, welcher eine Rolle diesen Unglücksfall war anfänglich der eigene Vater strafrechtlch Alten unter dem Arm trug und vorgab, von der Strafanstalts verantwortlich gemacht. In der zu diesem Zwecke stattgehabten pünktlich zu erscheinen. ju ermitteln, ob sie unterstügungsbedürftig sei. Der Fremde mitgetheilte Unfall zur Sprache. Die Sache wurde damals forderte die Frau 3. auf, daß fie fich die nöthigen Legitima als nicht genügend aufgeklärt erachtet und Werfinger freitionspapiere beschaffe, die er nach 2 Tagen von ihr abholen gesprochen. Die gegenwärtige Anklage legt nun dem Inhaber Heinen Geldbeitrag, welche ihm zu einer Summe fehlte, die er einer anderen armen Familie als Unterſtügung zu überbringen Sentloch bitte. Frau G. gab ihm eine Mart, und mit dem Versprechen, umgeben. der Fabrik die Schuld an beiden Unfällen zur Last, da er es entgegen der baupolizeilichen Vorschrift unterlassen hat, das mit einer Barrière oder einem Gitter zu Der Angeklagte berief fich darauf, daß seine aber die qu. Anlage gar nicht Die Vart nach 2 Tagen zurückzugeben, entfernte fich der Fremde. Fabrik häufig revidirt, aber die qu. Anlage gar nicht B. an die Strafanstalts Direktion zu Brandenburg gerichtete Vermischtes. Der bekannte Maler Hans Matart ist vorgestern in Folge einer Gehirnhaut- Entzündung, verbunden mit Lungenaffettion, gestorben. Ueber Makart und seine Schöpfungen unsere Leser länger zu unterhalten, erachten wir für überflüssig. Bei aller Achtung, welche wir dem Talente des Verstorbenen zollen, muß das Urtheil aller ernst Denkenden doch Derfelbe ließ fich nicht wieder sehen, und auf eine von Frau bemängelt worden sei. Auch habe er das Betreten des Ma- dahin gehen, daß seine Kunst sich auf einem Wege be ftalt V Anfrage stellte sich heraus, daß ein vor Kurzem aus der Anentlaffener Sträfling, der Bauunternehmer B., welcher schinenraums durch Unbefugte auf das Allerstrengfte untersagt. Nach dem Gutachten des Gewerberaths v. Stülpnagel war die Bedeckung des Senklochs mit Brettern nicht ausreichend fand, der von dem der wahren Kunst, die stets rein und teusch ist, seitab liegt und stets liegen wird, wie sehr auch auf diesem Gebiete der Pinsel thätig sein möge. Matart arbeitete Don feinem Strafgenossen G. über dessen Familienverhältnisse und eine den im Maschinenraum befindlichen Personen gebüh: mit Bewußtsein auf den Sinnenligel hinaus und deshalb wird Szene gesetzt hat. B. ist hierselbst von der Kriminalpolizei a. ermittelt und heut zur haft gebracht worden. rende; wohingegen die Auflegung des schweren Eisenblechs als eine genügende Schußvorrichtung anzusehen sei. Für die Verschiebung dieses Eisenblechs durch unbefugte Hand sei der AnBilla des Hoflieferanten B. zu Pankow eingebrochen und eine Ermittelter Dieb. Vor einigen Wochen war in der geflagte nicht verantwortlich. Der Gerichtshof sprach den An" getlagten wegen fahrlässiger Tödtung frei und verurtheilte ihn wegen des anderen Vergehens zu 200 M. event. 20 Tagen größere Anzahl Schmucksachen gestohlen worden. Der Dieb ist Don Der Kriminalpolizei in der Person des Arbeiters" Trep- Gefängniß. tom ermittelt worden, welcher vorgestern nach einem am Kron Prinzenufer verübten schweren Diebstahl hinter den Zelten erAriffen worden ist. Außer Treptow find noch zwei Hehler, zirksgerichte Währing in Wien in einer bedeutenden Angelegen welche die von T. gestohlenen Sachen weiter verschärft" haben, beute zur haft gebracht werden. 20 jährige Kommis M. der hiesigen Konfektionsfirma 2. an Der Oberwallstraße die nunmehr bekannt gewordenen Be Herr Krautwurst contra Gräfin Vrecourt. Der HaarKünstler Herr Ernst Krautwurst erschien gestern bei dem Be heit, welcher zu Ehren er seinen Kopf in entzückender Weise frifirt und seinen übrigen Menschen durch einen grünen UeberGegner auf wider die Trägerin eines wohlllingenden franzöft fchen Adelstitels, Anna Gräfin Lavour de Brecourt, eine statt er die franzöftschen Pornographen als seine Verwandten anerkennen müssen. Bewilligte Namensänderung. Frau Wanda Schenk, Wittwe des Hugo Schent, erhielt die Bewilligung zur Aenderung ihres Namens in Start. Aus der Instruktionsstunde. Unteroffizier: Wie drückt fich der Soldat aus, wenn er Urlaub haben will?" Einjähriger: Bitte um acht Tage Urlaub in meine Heimat Me ferig." Unteroffizier: Meferig? Bum Donnerwetter! Sie wollen doch nicht etwa hier Ihren Ult treiben." Einjähriger: Nein, Herr Unteroffizier. Meseriß ist ja eine Stadt in der Provinz Bosen." Unteroffizier: Na, dann ist gut. Fahren Sie fort, Folgender." Bweiter Einjähriger:" Bitte um zwei Unteroffizier: Tage Urlaub zur Reise nach San Franzisko." San Franzisko? Das ist wohl wieder so'n verdammtes Nest 8. Mit welcher Frechheit der zur Haft gebrachte zieher in vortheilhafter Weise geschmückt hatte. Er trat als tigereien- M. war mit der Beschaffung von Stoffen für liche schöne Dame, welche ihn eigenhändig zur Thüre hinaus in der Proving Posen?" bie Sperstellung von Mänteln betraut und von seinem Prinzipal geworfen hatte. Dieses unliebſame Erlebniß hatte Herr Krautmächtigt, felbstständig von den Geschäftslieferanten Stoffe wurst gelegentlich der Einforderung eines Guldens gehabt, den Lommen zu laffen bestelltes Dervor, daß M. ein bei einer Engros Firma in der Breitestraße nung ichiden ließ, mit der Angabe, daß er daffelbe von dort aus an Drt und Stelle besorgen würde. Diese Stelle war aber, wie bei den übrigen gestohlenen oder erschwindelten Stoffen, der Buschneider D., welcher den M. angeblich zu den Betrügereien verleitet hat. Es sollen sich nachträglich noch mehr Schwindeleien des M. herausgestellt haben. ausführte, geht unter Anderem daraus großes Stud Seidenplüsch direkt nach seiner Woh tirb feit einigen Tagen an der Halle des Bahnhofes ihm die Gräfin angeblich schuldete. Nicht genug damit, daß Nicht genug damit, daß er auf so unbillige Art von der Gräfin verabschiedet worden, habe ihn an der Thüre die Kinderfrau der Gräfin in Empfang genommen und ihn unter Verabreichung ansehnlicher Schimpf worte durch längere Beit am Halse gedrosselt, weshalb er auch gegen die Kinderfrau die Klage erheben müsse. Frau Gräfin Brecourt erklärte hierauf, daß fie fich deshalb in die peinliche Lage verfest gesehen, Herrn Krautwurst nach der Thüre zu Drängen, weil derfelbe fich weder mit jenem Talt, noch mit des set. Sie glaube bei dieser Gelegenheit vorbringen zu sollen, B. Eine mit großer Lebensgefahr verknüpfte Arbeit jener Höflichkeit benahm, welche sonst eine Bierde seines Stan Bleranderplag ausgeführt. Hier werden die Scheiben der daß Herr Krautwurst ihr vier Büffe in die Seite versett babe, Bewaltigen Bogenfenster, unter welchen am Ein- und Ausgang ein Benehmen, welches an förperliche Beschädigung grenze. Die Der Galle unausgesetzt die Züge furfiren, einer Reinigung durch Kindsfrau ihrerseits betheuerte, fie habe Herrn Krautwurst blos Die belannten Spiegelscheiben- Reiniger unterzogen. Um dies u bewirken und den regelmäßigen Eisenbahnverkehr nicht zu verhindern wollen, einen Standal zu provoziren, der Gift für die Ohren der anwesenden gräflichen Kinder sein mußte. Schließforen, müffen an den Bogenfenstern Hängegerüste angebrachtlich ließ sich Herr Krautwurst zu einem Ausgleich bereit finden, Ueber einen großen Schiffsbrand in Kostroma ist bei Lloyds nachstehende telegraphische Meldung aus Petersburg eingegangen: burg eingegangen: Der mit Thee, Rum und Buder be frachtete Dampfer Druschina" gerieth auf seiner Fahrt von Nischni Nowgorod auf der Wolga in Brand. Er warf Anker, aber in Folge der starten Strömung rieß das Kabel und daa brennende Schiff trieb den Strom weiter hinunter und steckte zwei andere Schiffe in Brand. Alsdann trieb ein heftiger Wind den„ Druſchina" auf eine Rhede gerade in eine große Anzahl von Handelsdampfern hinein, von denen viele in Brand geriethen. Bei Abfertigung des Telegramms brannte das Feuer noch sehr heftig. Der Fluß hatte auf mehrere Werften das Aussehen eines Feuermeeres. Mehrere Personen verloren ihr Leben oder wurden schwer verlegt. Der angerichtete Schaden wird auf mehrere Millionen Rubel geschäßt." Briefkasten der Redaction. Wette Admiralstr.: 12 Millionen Mart. Große Breslauer Lotterie. Biehung vom 8. bis 11. October dieses Jahres. 849 Loofe à 3 Mark und 15. Pfennig für Reichsstempelsteuer 3 Hauptgewinne i W. v. 30,000 Mark, für 31 Mart 65 Pf. 11 Loose 20,000 Mart, 10,000 Mart, zuf. 5000 Gewinne im Werthe von 180,000 Mark, Auch direct find in allen durch Plakate erkenntlichen Verkaufsstellen zu haben. zu beziehen durch A. Molling. General- Debit, Berlin W., Friedrichstraße 180. Theater. Königliches Opernhaus: Sonntag: 194. Vorstellung. Tannhäuser und der Sängerfrieg auf der Wartburg. Montag: 195. Vorstellung. Nurjahd. Königliches Schauspielhaus: Sonntag: 197. Vorstellung. Das Testament des großen Kurfürsten. Montag: 198. Vorstellung. Frau Aspafia. Deutsches Theater: Sonntag: Wilhelm Tell. Montag: Die Welt, in der man sich langweilt. Bellealliance- Theater: Sonntag: Gastspiel der königl. Schauspielerin Franziska Ellmenreich. Die Waise aus Lowood. Montag: Bürgerlich und Romantisch. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Sonntag: Gasparone. Montag: Dieselbe Vorstellung. Walhalla- Operetten- Theater: Sonntag: Rofina. Montag: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater: Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Sonntag: Bum 66. Male: Jäger- Liebchen. Gesangspoffe in 4 Atten von L. Treptow; Couplets u. Quodlibets v. G. Görg. Mufit von G. Steffens. Kaffen- Eröffnung 51% Uhr, Anfang der Vorstellung 7 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Anfang 7%, Uhr. Oftend- Theater: Sonntag: Gastspiel des Herrn Fliegener. im Walde. 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Der Einberufer. 953 Bezirks- Verein des werkthätigen Volkes der Schönhauser Vorstadt. Dienſtag den 7. Oktober, Abends 8 Ubr, große Verfamm lung bei Meister, Schönhauser Allee 161. T.- D.: 1. Vierteljahrsbericht des Kasfirers. 2. Vortrag. 3. Verschiedenes. 4. Fragelasten. Es ist nothwendig, daß jedes Mitglied er scheint. [ 948] Der Vorstand. Bezirks- Verein des werkthätigen Voltes im 29., 30. und 31. Wahlbezirk. Mittwoch den 8. Oktober, Abends 8%, Uhr, Versammlung bei Golle, Linienstr. 30. 946] Delegirtenversammlung der Tischler Dienstag den 7. Oktober, Alte Jakobstraße 37, Abends 8 Uhr. Tagesordnung: Kassenbericht, Revistonsbericht. Wahl von 4 Revisoren. Bericht über den Stand unserer Tarifangelegen heit. Verschiedenes. Allgemeine Betheiligung erwartet Lohntommiffion der Tischler. Die Vereinsversammlung [ 942 des Vereins zur Wahrung der Intereffen der Maler Berlins findet am Dienstag den 7. Oktober, Abends 81/2 Uhr, im Kafé Beier, Alte Jakobstr. 83, statt. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes. Der Vorstand. Sonntag: Leste Sonntags Aufführung: Die Sirene.( La Bezirks- Verein der arb. Bevölkerung Flamboyante.) Vorher: Der erste April. Montag: Dieselbe Vorstellung. Louisenstädtisches Theater: Direktion: Jesef Firmans. Sonntag: 21. Gesammt Gastspiel der Liliputaner. Robert und Bertram. Große Poffe mit Gesang und Tanz in 4 Abtheilungen von G. Räder. Anfang des Konzertes 6 Uhr, der Vorstellung 7 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. des SW. Berlins. Sammete Winter- Borten in Mohair- Wolle, Bei Abnahme von Meter 8, 10, 12, 15, 18, 20 bis 25 Pfg. 50 Mtr. in Studen Seid. Gallon, Mtr. 20, 23, 25, 28 bis bedeutende Preiss 30 Bfg. Ermäßigung 1000 Yards Maschinengarn, Std. 35 Pf., das Dr. 4. Auf Wunsch sende Preis- Courant und Muster gratis [ 872] und franko. Siegmund Berger, Berlin S. 65 Alte Jakobstraße 65. In großer Gefahr! Geheimrath's Rieke tommt mit Bitten, Wat vor' ne Angst sie schon gelitten, Dieweil zum Fenster, ungelogen, Der Papagei herausgeflogen. Ich sah den übermüth'gen Frißen Uff't Dach bei mir am Schornstein fißen, Und weil die Rieke stets bescheiden, Und ick det Mädchen gut fann leiden, So machte ich mir uff de Sohlen, Den Vogel wieder' runzuholen; Jd friegt ihn ooch, ja det is wahr, Doch mit der größesten Gefahr, Mit eenem Schritt, selbst mit' nem kurzen Ronnt' id vom Dach herunterstürzen; Det is mir nun g'rad nicht paffirt, Doch ach, mein Staat war ruinirt. Am ander'n Tage mußt' id loofen, ' ne neue Hose mir zu foofen, Am ,, Grünen Wege" reichte freilich Die gold'ne 95" eilig Mir eene neue Hose dar, Und id war' raus aus die Gefahr! [ 936 13, 16, 18, 21, 25, 30, 36 Mark Prima. 7000 Budstinhofen 10 000 engl. Jaquet- und Rockanzüge, ganzer Anzug nut zu 4, 6, 8, 10, 11 Mark Prima. Schwarze Ball- und Gefell Versammlung am Montag den 6. Oktober, Abends präz. 8 Uhr, in Nieft's Salon, Kommandantenstr. 71/72. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Heymann:„ Die Bauernfriege." 2. Verschiedenes. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Montag, Rachmittag: Kinder Vorstellung Anfang Fachverein der Schneider. 2 Uhr. Bum zweiten Male: Sneewittchen und die Zwerge. Ein Märchen in 5 Bildern von C. A. Görner. Preise der Pläße: Mittelloge M. 2,50, Orchesterloge M. 2, Proszeniumloge und Sperrfis M. 1,50, erftes Parquet und erster Rang M. 1, zweites Parquet, Balkon und Nische 75 Pf., Entree 50 Pf. Zum ersten Male von wirklichen Zwergen dargestellt. Dienstag; Dritte Nachmittags- Kinder- Vorstellung. Wallner- Theater: Sonntag: Der Raub der Sabinerinnen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alhambra- Theater. Wallner- Theaterstr. Nr. 15. Sonntag, den 5. Oftober 1884. Bum 6. Male: Ein Geheimniß von Berlin. Poffe mit Gesang in 3 Atten. Entré 30 Bfg. Parquet 50 Pfg. Anfang 7% Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. [ 815 W. Prüfer's Restauration Elisabethufer 16 und 17, empfiehlt neben guten Getränken einen fräftigen bürgerlichen Mittags- und Abendtisch, sowie warme Speisen zu jeder Tageszeit. Berliner Volksblatt" liegt aus. 929 944] Unserem Freunde Bohn zu seinem heutigen Geburtstage ein donnerndes Hoch, daß die ganze Frankfurter Allee wackelt. Eröffnung! mit dem heutigen Tage mein 940 Allen Freunden und Genoffen die Wittheilung, daß ich Cigarren- Geschäft eröffnet habe und bitte mein Unternehmen gütigst zu unterftüßen. M. Meyer, im Freischüß, Fruchtstraße 36a, früher Frankfurterstraße 61. Bur pünktlichen Besorgung sämmtlicher Zeitungen und Journale empfiehlt sich die Spedition von C. Bohn, Frankfurter Allee 135. Avis für Tischler! Meine Wohnung befindet sich jetzt Oranienstrasse No. 8. Gustav Roedel. 916 943] Herrnanzüge und Winterpaletots von reellen Stoffen empfiehlt W. R., Lindenstr. 12, 1 Tr. 2. Stiftungsfeft 957 am 13. Oktober, Abends 7 Uhr, in der Tonhalle, Friedrichstraße 112. Grosses Instrumental- Concert und Ball. Anfang 7 Uhr. Ende 4 Uhr. Billets a 0,25 M. bei Tanterom, Krausenstraße 11; Pieper, Mauerstr. 86; Büttner, Rochstr. 73; Staeger, Mauerstr. 18; Lubas, Sebastianstr. 41. Die Versammlung am 6. d. Mts. findet nicht statt. Versammlung der Mitglieder des Fachvereins der Tischler findet Montag, den 6. Oktober, Abends 8% Uhr, im Lotale des Herrn Müller, Aderstraße 144, statt. Tages- Ordnung: 1. Ein Referat von F. Meißner über das Innungs- oder Fachvereinswesen zur Gesetzgebung. 2. Verschiedenes und Fragelaften. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste find willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Bevollmächtigte. [ 955] Außerordentliche Versammlung des Arbeiter Bez.- Ver. des Westen Berlins Montag, den 6. Oktober, Abends 8 Uhr, in Altermann's Salon, Dennewigstr. Nr. 13. Die Tages- Ordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Jedermann hat freien Eintritt. Der Vorstand. Arb.- Bez.- Verein der Rosenth. Vorst. Montag, den 6. Oktober d. J., Abends 3%, Uhr, im Germania- Theater, Weinbergsweg 10/11: 949 Große Versammlung. L.- D.: 1. Revisionsbericht. 2. Vortrag des Herrn Laske: Die vorstehenden Reichstagswahlen und ihre Bedeutung für die arbeitende Bevölkerung. 3 Fragekasten. Der Vorstand. Papierschneidmaschine und eine Rollinger Beschneidpreffe billig( auch Theilzahlungen), Bernauerstr. 7, II. 950] 1 Schlafft. i. sofort b.D.Bartow, Stegligerstr.1, Hof 4Tr.z.verm. 2 fr. Schlafstellen find z. vermiethen Aderstr. 30, of r 1 Treppe, bei gorfell [ 938 Wirklich gute 5 und 6 Pfennig- Gigarren, sowie auch 958 schafts- Anzüge, ganzer Anzug zu 20, 24, 26, 28, 30, 36, 45 M Prima. 10 000 Winter- Paletots in den schönsten Mustern jest unter der Hälfte des Tarpreises zu 11, 15, 18, 21, 25, 30 und 45 Mr. Primo. 6000 Schlafröcke, 12, 15, 18, 24 Mr. Brima. Einsegnungsanzüge zu 14, 18, 20, 24, 26 Mart ff. 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Die Handwerker Neu- Hardenbergs werden dringend ers zu höheren Preisen, nur aus überseeischem Tabak gearbeitet. fucht, am 12. Dttober, Nachmittags 2 Uhr, im Vereinslotal su Nordhäuser Primtabat in jedem Gespinnst, echt ruff. Cigarretten und Tabak verkauft die Cigarrenfabrik N. Eichendorfstraße 13, vis- a- vis d. Stettiner Bahnhof. 113 einer Sigung erscheinen zu wollen. Die Mitglieder des Rauchklubs K. F. B. J. 956 Verantwortlicher Redacteur R. Cronheim in Berlin. Drud und Verlag von Mag Babing in Berlin SW., Beuthstraße 2. 1945 Einigkeit. Sierzu eine Beilage Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. 157. Ueber ackerbautreibende Ameisen " entnehmen wir der Weserzeitung" die folgenden interessanten Mittheilungen: In den letzten Jahren hat wohl kaum eine Thiergruppe so sehr die Aufmerksamkeit des Forschers wie auch des Naturfreundes auf sich gezogen, wie es das Völkchen der Ameisen gethan hat. Betrachtet man ihre wunderbare Lebensweise, ihre soziale Organisation, ihre großen Gemein wesen und kunstvollen Wohnungen, ihre Heerstraßen, ihren Beftz von Hausthieren und selbst von Sllaven, so tann man dem großen englichen Forscher Lubbock nicht ganz unrecht geben, wenn er von allen Thieren diese Insekten auf der Stufenleiter der Intelligenz dem Menschen am nächsten stellt. Eigenthümlich ist, daß wir bei den verschiedenen Ameisenarten so verschiedene Lebensverhältnisse vorfinden, die dem früheren Stadium des menschlichen Fortschritts merkwürdig entsprechen. So leben z. B. viele Arten hauptsächlich von der Jagd. Sie bewahren wahrscheinlich die einst allen Ameisen gemeinsamen Gewohnheiten. Sie bewohnen wie die niederen Menschen raffen, die nur von der Jagd leben Wälder und Wildnisse, leben in fleinen Gemeinden beisammen und die Instinkte gemeinsamen Handelns find nur wenig bei ihnen ausgebildet. Sie jagen einzeln und ihre Schlachten find Einzeltämpfe. Weit höher stehen die meisten unserer Ameisen, die mehr Geschick in der Baukunft zeigen, große Gemeinwesen bilden und bekanntlich gewiffe Blattlausarten als Hausthiere züchten, um von ihnen den Honigsaft zu melken". Sie handeln vielmehr nach Einverstäniß; thre Schlachten find nicht bloße Einzeltämpfe, sondern sie wissen gemeinsam vorzugehen. Sie laffen fich dem Hirtenstadium des menschlichen Fortschritts vergleichen, es find Racen, welche vom Ertrage ihrer Heerden leben. Es ist ja möglich, daß diese höher entwickelten Hirtenvöller, wie Lubbock vermuthet, schließlich die blos von der Jagd lebenden Arten verdrängen werden, gerade wie die wilden vor den zivilifirten Racen weichen. Von Den ackerbautreibenden Ameisenarten hat man früher kaum eine Ahnung gehabt und erst die neuesten Forschungen haben Darüber höchst interessante und wunderbare Dinge zu Tage gefördert. So fand z. B. Belt eine Ameisenart, welche aus fleinen gernagten Blattftüden Pilzbeete anlegte. Die bald die ganze Oberfläche bedeckenden Pilze dienten den Ameisen zur Nahrung. Eine andere Ameise weiß zwei Pflanzenarten( Epiphyten) in gar merkwürdiger Weise auszunuzen. Sobald die junge Pflanze einen Stamm zu bilden anfängt, benagen die Ameisen die Basts desselben und der dadurch entstehende Reiz veranlagt eine Anschwellung, welche eine fugelige Geftalt an nimmt und die Größe eines Menschentopfes erreicht. Dieser gallenartige Auswuchs erhält durch die Ameisen ein Labyrinth von Kammern und Gängen, die als Wohnung dienen. Diese rundliche Maffe ist der Haupttheil der Pflanze und trägt an der Oberfläche leine Zweige, Blätter und Blüthen. Eigenthümlich ist nun aber, daß diese gallenartige Geschwulst am Stamme ein normaler Zustand der Pflanzen geworden ist, die nicht ohne die Ameisen gedeihen können. mehrere Ameifenarten Körner von verschiedenen Pflanzen fam meln und das vorzeitige Reimen derselben durch Einwirken ier Ameisensäure zu verhindern wissen, ist schon befannt. Anderer feits ist nun auch vielfach beobachtet, daß Ameisen zu Beiten einen Theil ihres Rörpervorrath zum Reimen bringen um das Stärfemehl in Buderstoff umzuwandeln. So wird der Vorrath Daß Diese wie beim Brobbaden nach und nach ,, mundgerecht" zus zubereitet.- In Texas lebt eine fleine förnersammelnde Ameise, die in ihrer Thätigkeit noch weiter geht. Ameisen pugen um den Eingang ihrer Nester herum Kreise von etwa vier Meter Durchmesser; in der That feine kleine Arbeit bei der reichen Vegetation und unter der heißen Sonne von Texas. Ist der Boden gereinigt, so wird Samen von Aristi da oligantha, dem sogenannten Ameisenreis" ausgefäet. Berliner Sonntagsplauderei. R. C. Die Tage find da, von denen man sagt: Sie gefallen mir nicht." Herbstlich pfeift der Wind durch die Straßen, der Regen peitscht gegen die Fensterscheiben, naffe Füße und verschnupfte Nafen find an der Tagesordnung, wer nichts durchaus Nothwendiges auf der Straße zu thun hat, bleibt lieber zu Hause, die Abende im Familientreise fangen wieder an gemüthlicher zu werden, eilfertig macht sich der Verheirathete Abends auf den Heimweg, er will noch einige Stunden im Kreise seiner Lieben verbringen, der Junggeselle, dem ein trautes Heim nicht beschieden ist, geht allabendlich theils aus Gewohnheit, theils aus Beitvertreib in die Kneipe, der während des Sommers schnöde vernachlässigte, priviligirte„ Stammfis" wird wieder aufgesucht, es wird entweder fleißig gelanngießert oder noch eifriger wird mit bemerkenswerther Energie das eble Statspiel betrieben. So ist es nämlich in jedem gewöhnlichen Jahre, wenn Die trüben Herbsttage herannahen oder schon da find und wenn nichts Besonderes paffirt. Diesmal ist es jedoch etwas Anderes. Dieses Jahr ist nämlich ein außergewöhnliches. Es ist zwar fein Schaltjabr, aber es fehrt mit derselben Regel mäßigkeit wieder wie dieses nur alle drei Jahre. Von ge müthlichem Kneipenleben, von trauter Familiengeselligkeit ist taum hat in diesem Jahre noch nichts zu spüren gewesen, man die täglichen Berufsgeschäfte abgewidelt, so ruft uns eine andere Pflicht, wir müssen in die Wählerversammlungen. Diese abendlichen Märsche und Fahrten haben wenigstens einen guten 3wed: man lernt Berlin lennen. Soviel steht fest, daß die Hunderttausende, die in Berlin West, Süd oder Oft wohnen, jahrelang nicht vor das Landsberger oder Schönhauser Thor tommen, in jene industrie- und Kinderreiche Vorstadt, die fich von der Friedrichstraße, dem Thiergartenviertel, so scharf unterscheidet, wie sich diese Stadttheile wieder von einander unterscheiden. Wie wunderbar doch Berlin bei einer solchen abendlichen Fahrt ausfleht! Die Menschen diängen sich eilfertig bei einander vorbei, die meiſten tragen etwas: Badete, Bündel, Handwertszeug: Laſt und Arbeitsfuhrwerke, Karren und Handwagen burchschneiden da draußen die Straßen,- ein bewegtes, bunt zusammengewürfeltes Bild. Ja, die Wahlbewegung, die veranlaßt uns, allabendlich das Dach eines Omnibus qu effletttern, wo die heimkehrenden Ar beiter mit ihren leeren, blechernen Kaffeefännchen in der Hand, dicht gereiht fizen, todtmüde und schweigsam. Und immer fort fenstrigen Häusern, als wollte die Stadt kein Ende nehmen. Endlich ist man angelangt, viele der Arbeiter steigen ab, ste haben den weiten Weg nicht gescheut, sie wollen ihren Kandi baten sehen, fte wollen ihn sprechen hören, fie wollen sich selbst überzeugen, ob er wirklich der Mann ist, wie sie sich denselben vorgestellt Und sie lauschen seinen Worten, die müden, abgespannten Gefichter flären fich auf, wenn fie vernehmen, daß doch noch einmal eine Beit kommen wird, wo die Menschen friedfertig haben. Sonntag, den 5. Oktober 1884. Man wunderte sich schon immer, daß um das Nest dieser Ameisen fast nur die Pflanze gefunden wurde, bis Buckley und nach ihm Dr. Lincecum genau diese wunderbare Thätig teit beobachteten. Der reife Same dieser Pflanze wird aus dem Ameisengarten" dann eingeerntet und dann nach und nach verbraucht. Lubod erzählte in seinem Werke, er habe in Algier die Beobachtung gemacht, daß die Ameisen nur gewiffe Pflanzenarten auf ihren Nestern wachsen laffen. Vielleicht wird es fich auch dort konstatiren laffen, daß eine Aussaat erfolgt. Wenn wir nun die förnersammelnden Ameisen mit den ackerbautreibenden Völkern vergleichen, so finden wir also drei Haupttypen in dieser Insektengruppe, die eine merkwürdige Analogie mit den drei großen Phasen in der Entwickelung des Menschlechts darbieten Menschlechts darbieten dem Jägers, dem Hirtens und dem Ackerbauftadium. Lokales. Die Wählerlisten für die Reichstagswahlen liegen, wie wir nochmals hervorheben wollen, bis zum 7. d. Mts. in folgenden Lokalen aus: Für den 1. Wahlkreis in der Turnhalle des Friedrich- Werderschen Gymnaftums, Dorotheenftr. 13 bis 14. 2. Wahlkreis Turnhalle der 27. und 44. Gemeindeschule, Wilhelmstr. 117. 3. Wahlkreis Turnhalle der 62. Ge meindeschule, Schmidftr. 38. 4. Wahlkreis Turnhalle der 18. Gemeindeschule, Krautstraße 43. 5. Wahlkreis Turnhalle des Sophien- Gymnafiums, Gormannstr. 4 und 6. Wahlkreis Turnhalle der 67. Gemeindeschule, Aderstr. 28 a, außerdem für alle fechs Wahlkreise im Wahlbureau, Kölnisches Nathhaus, Breitestraße 20 a II. Die Zahl der Wähler in Verlin, über welche wir gestern einige Mittheilungen machten, hat sich seit zehn Jahren ganz ungemein vermehrt; geradezu staunenswerth ist aber die Vermehrung, die in einigen Wahlkreisen in den letzten drei Jahren stattgefunden hat. Im Jahre 1874 waren nach den Listen in ganz Berlin nur 136 052 Wähler vorhanden; bis 1881 hatten fich dieselben auf 218 696, d. h. um 82 641 oder 61 Prozent vermehrt. In den drei Jahren von 1881-1884 ist eine weitere Steigerung von 67 125 oder von mehr als 30 Prozent eingetreten, und seit 1884 hat sich die Bahl mehr als verdoppelt. Im zweiten Wahlkreise ist die Zahl der Wähler feit 1874 von 23 280 auf 58 869 gestiegen, sie ist also um 153 Prozent, d. h. um mehr als das Anderthalbfache gestiegen. Noch erheblicher ist die Bahl im sechsten Wahlkreise gestiegen. Dort betrug fie 1874 28250, jest 74 877, die Bunahme beläuft fich auf 165 Prozent. Im vierten Wahlkreise ist das Anwachsen der Wählerzahl geringer, ste ist von 29 647 im Jahre 1874 auf 72 050 im Jahre 1884 gewachsen, also um etwa 140 Prozent. In den drei anderen Bezirken ist die Zunahme viel geringer; der erste Kreis zählt heute 21 611, vor zehn Jahren 15 701 Wähler, der dritte Kreis heute 31 682, vor zehn Jahren 21 357, der fünfte 26 729, vor zehn Jahren 17 817 Wähler. Man erfteht hieraus, wie ungleichmäßig das Wahlrecht heute in Berlin vertheilt ist, ganz abgesehen davon, daß die Stadt Berlin nicht so viel Abgeordnete wählt. als ihr der Bahl ihrer Bewohner na lommen müßie. 4990 polizeiliche Milch- Revisionen, bei denen in 34 einzelnen Fällen 267 L. Milch als zu leicht wiegend ver nichtet, d. h. weggegoffen werden mußten, find im Laufe des Monats September in Berlin vorgenommen worden. Gegen Die Uebertreter ist das gerichtliche Strafverfahren eingeleitet worden. Das Polizei- Präsidium hat die ihm unterstellten Auffichtsbeamten angewiesen, ihre Aufmerksamkeit den fremden Korbwaaren- und sonstigen Händlern zuzuwenden und alle diejeni gen fremden Händler, welche bei Ausübung ihres Gewerbes ohne Wandergewerbeschein betroffen werden, zur Anzeige zu bringen. und genügsam bei einander leben werden, wo Kummer und Elend nicht mehr ein Privilegium der ärmeren und ärmsten Volksklassen sein wird, wo der Arbeiter, der doch schließlich auch ein Mensch ist, nicht mehr unter dem erdrückenden Alp auch ein Mensch ist, nicht mehr unter dem erdrückenden Alp des Kapitals zu seufzen braucht. Wer will es dem Arbeiter verübeln, wenn er gern von jenen fernen Beiten träumt, er aufmerksam den Vorschlägen lauscht, die ihm zur Herbeiführung befferer Zustände von seinen Führern gemacht werden. Man mag und Arbeiter bespötteln, man mag uns verachten, und für politisch unreif artlären, wie man das Alles schon gethan hat, man wird es niemals fertig bringen, uns die Ueberzeugung von der Berechtigung unserer gefeßmäßigen Forderungen zu nehmen. Weshalb buhlt die Presse unserer Gegenparteien so sehr um die Freundschaft der Arbeiter? Weshalb wagt sie nicht, offen hervorzutreten mit den eigentlichen Gedanken ihrer Hinter männer? Hält man es denn wirklich für wahr, daß der Arbeiter fich jenem Jrrwahn noch fernerhin hingeben wird, daß jene Leute auch nur eine Spur von Herz für ihn haben? Man will uns födern, uns verlocken, daß wir zum so und sovielten Male wieder auf die hohlen Phrasen reinfallen, sie brauchen die Maffen, um ihre Geldfürften in die Parlamente zu bringen, fie wollen den Arbeiter verführen, daß er zu seinem eigenen Schaden wähle, indem er solchen Leuten zu einem Reichstagsfige verhilft, die weiter nichts tönnen, als das arbeitende Volt ausnügen und auspressen zum Vortheil ihrer eigenen Intereffen. Was nüßen uns die politischen Spiegelfechtereien, was die Wortklaubereien, was die Verläumdungen und Verdächti gungen, an denen der jegige Wahltampf so überaus reich ist! Man versteht es in der deutsch- freifinnigen" Partei vorzüglich, die Zeit mit leeren Redereien zu vertrödeln, und für so naiv wird uns doch Niemand halten, daß wir nicht wüßten, weshalb das geschieht. Man will die Arglofen täuschen, man will das Publikum durch Streitigkeiten, bie ins Endlose gezogen werden und die fich nur um Aeußerlichkeiten drehen, von den Kernpunkten ablenten, man will urtheilslose Wähler dahin bringen, daß fie über dem Parteigezänt die Lebensfrage des Voltes vergeffen und schließlich als düpirrtes Stimmvieh Das den Deutsch Freifinnigen" ihre Stimmen geben. ist ein Stückchen Wahltaktik derjenigen Partei, die Freibeit Gerechtig für Wahrheit, und angeblich feit tämpft, die aber in Wirklichkeit nichts vermag, als ewig zu nörgeln, ewig zu negiren, überall jeder gefunden und freiheitlichen Entwicklung einen Hemmschub anzulegen. Denn mit der gepriesenen Freiheit der Deutsch- Freifinnigen" bleibe man uns gefälligst vom Leibe, wir wiffen nur zu gut, was wir unter denselben zu verstehen haben. Die politische Das ist keine wahrhafte Freiheit ohne die wirthschaftliche Freiheit, fie beugt dem angeblich Unabhängigen unter die Herrs ſchaft. Das Räthsel mag die deutsch- freifinnige" Bartet lösen, wie Jemand, der wirthschaftlich abhängig ist in freier Selbststimmung von seinen politischen Berechtigungen Gebrauch machen ſoll. Nein, dieſe Geſchichten haben sich überlebt, wenn die Herren Freifinnigen" nichts befferes wußten, dann hätten sie ihre Weisheit den Berliner Arbeitern gegenüber erſt garnicht 1. Jahrga N. Auf dem Ererzierplatz bei Tempelhof befinden 44 Tafeln, auf denen das Betreten der Wege, das Fal Karren und Viehtreiben auf demselben bei Strafe verboten Da mehrfache Verwundungen von Personen hinter den Sd ständen in der Hafenhaide auf dem Ererzierplage durch die Kugelfänge hinausgehende Geschosse vorgekommen find hat das Kommando des Gardekorps bei dem Amtsvorst in Rirdorf sowohl, wie bei dem in Tempelhof, in deren B das fiskalische Terrain liegt, angezeigt, daß es auf zwa dieser Warnungstafeln, welche das Terrain umschließen, welches von den Schießständen in der Hasenbaide bestri werden kann, einen Busaß zu machen beabsichtige, welcher e dahin lauten würde: Es wird noch besonders auf die fahr, aus den Schießständen der Hasenhaide getroffen zu 1 den, aufmerksam gemacht." Die beiden Amtsvorstände ha als Lokalpolizeibehörde, selbstredend hiergegen nichts ei wenden gehabt und ihre Zustimmung gegeben. a. Das häufige Aufbrechen des Straßenpflasteri Berlin und das Aufwühlen des Untergrundes wegen der ben im Straßendamm befindlichen Rohrleitungen vorzunehr den Reparaturen, welches zahlreiche und seit vielen Jahren rügte und seit der Verbesserung des Berliner Straßenpfla noch tiefer empfundene Mißstände zur Folge hat, hat nach e Darstellung des jetzt erschienenen Berliner Gemeinde- Veri tungsberichts pro 1877-1881 zu Vereinbarungen zwischen betheiligten Verwaltungen geführt. Von diesen Vereinba gen, welche hauptsächlich ein zeitliches Zusammenwirken betheiligten Verwaltungen bei den von ihnen vorzunehmer Reparaturen und Umlegungen ihrer Rohrleitungen ermögli sollen, verdient ein Punkt hervorgehoben zu werden, won um ein Aufbrechen des Dammpflasters in Zukunft nach D lichkeit zu beschränken, eine Verständigung dahin getroffen ben, daß bei Neuanlagen von Rohrleitungen, bezw. bei E von älteren Leitungen durch neue, diese so weit wie irgend gänglich unter den Bürgersteigen anzubringen find. Nach fer Verabredung sollen die Telegraphentabel und Röhren Bauflucht möglichst nahe gerückt werden und nicht über 1,5 bis h stens 2 m von derselben entfernt sein und die Entfernung der röhren von der Bauflucht soll mindestens 1,5höchstens 3 m betra während die der Wafferröhren, um eine Gefährdung der Häi fundamente bei etwaigen Robrbrüchen thunlichst auszuschlie in der Regel auf ca. 5 Meter bemessen werden soll. Lage der Kanalisationsröhren wird im Allgemeinen nach Grundsatz bestimmt, diese so nahe wie möglich an den Gul ihre Stelle finden zu laffen; fie liegen daher entweder auf i selben. Diese Bestimmungen werden nicht nur für alle Bürgersteige oder auf dem Damm in unmittelbarer Nähe handenen thunlich zur Anwendung gebracht worden, nam angelegten Straßen befolgt, sondern sie sind auch in den lich find die Verwaltungen der Gas- und Wasserwerke d die städtische Baubehörde veranlaßt worden, die in dem Straj damme befindlichen Rohrleitungen herauszunehmen und felben nach dem Bürgersteige zu verlegen. In erster 2 werden hierbei solche Straßen berlicksichtigt, deren Umpflaster mit definitiven Material für die darauf folgenden Jahre Aussicht steht. Der Magistrat spricht in seinem Verwaltur bericht die zuversichtliche Hoffnung aus, daß bei weiterer wiffenhafter Innehaltung der zwischen den betheiligten 2 waltungen getroffenen Bereinbarungen in nicht allzufer Beit es gelingen wird, die in jeder Beziehung läftigen schädlichen Aufgrabungen der Straßendämme auf das al nothwendigste Maß zu beschränken. a. Die Kosten der Straßenreinigung in Berlin ha nach dem Gemeinde- Verwaltungsbericht pro 1877-81, trog in diesem Zeitraum die Gesammtfläche der Straßen und Bl um 198 ha( von 480-678 ha) zugenommen hat, nicht unerl lich fich vermindert. Sie gingen von 1756 452. im J auszuframen brauchen, dieselbe macht auf uns höchstens t selben Eindruck wie die dreihundertste Nanon- Aufführung Walhalla Operetten- Theater auf den Souffleur dieses Ku instituts. Dieser Herr wird es an jenem denkwürdigen T ebenso gemacht haben, wie wir es bei den Reden der Deut Freifinnigen jedesmal thun, er hat seine Arme gefreuzti seine Augen geschloffen. Er konnte ihn auswendig den de würdigen Vers: " Was ist denn heut' wohl für ein Tag?" und so geht es uns mit den Kandidatenreden der ,, freifinnig mir Sach Neichstagsaspiranten. Sie ziehen nicht mehr sein zu helle wir wollen lieber dafür sorgen, daß am M gen des 29. Oktober fich recht viele Fortschrittsphilister Schlafmüße aus den Augen rücken mögen und fich verwun fragen: ,, Was war denn das gestern für ein Tag?" Aus dem Bagno entsprungen. ( Schluß.) Bis jest war es Besson recht gut möglich gewesen, ganz der Pflege der Kranken zu widmen und das nöthige ihrem beiderseitigen Unterhalt aus Rüche und Keller herbei schaffen. Einen Ausgang hatte er nicht nöthig gehabt. J trat aber die Nothwendigkeit an ihn heran, einen solchen d wagen zu müssen. Die Medizin, die so gute Wirkung geth mußte, einen Rückfall zu vermeiden, noch einmal angefer werden und außerdem waren verschiedene Lebensmittel im Ha ausgegangen, deren Anschaffung zur Kräftigung der Kran als nothwendig erschien. Die Möglichkeit, erkannt zu werd hatte sich schon dadurch etwas abgeschwächt, daß dem Fli tigen der Bart wieder etwas gewachsen war, und weiter t auch die elegante Kleidung etwas dazu bei, ihn auf den ers Blid unkenntlich erscheinen zu laffen. In der Dämmerstunde wagte er also zuerst den Gang die Apotheke und ließ dort die Medizin erneuern. Während im Laden auf die Anfertigung der Tropfen harrte, bemerkte daß in einer Ecke ein Mädchen saß, das leise weinend vor hinstarrte. Theilnehmend fragte er nach der Ursache ih Schmerzes und erfuhr nun, daß ihre Herrschaft, Mann, F und Kind, wie so viele Andere der verheerenden Krankheit 3 Opfer gefallen waren, daß fte einsam in der Stadt dastehe u auch nicht den Muth habe sich anderwärts zu verdingen. Beff rebete ihr zu, ihm zu folgen und eine Stelle bei der Gener den anzunehmen, wo sie zuversichtlich aller Gefahr einer steckung überhoben sei. Das Mädchen willigte ein, und na dem er die Medizin in Empfang genommen und noch Versc denes zur Desinfektion eingekauft, begleitete ihn das Mädd auf feinen weiteren Gängen zu den nöthigen Einkäufen u folgte ihm dann nach dem Hauſe der Wittwe, die mit diese Engagement natürlich ganz einverstanden war. Unter Milhülfe des neuen Dienstboten unternahm Ben jest eine gründliche Reinigung und Desinfektion des ganz übrigens nicht großen Hauses, und als dies geschehen, eine gewiffe Zuversicht und Rube in alle Gemüthel heben, i 1876 auf 1457 031 im J. 1878 herunter, betrugen im J. 1880 nur 1290 548 M., im J. 1881 1 405 452 m. Die Gründe dieser auffallenden Erscheinung liegen theils in dem Fortschreiten der Kanalisation und in der damit verbundenen Beseitigung der Rinnsteine,( die Kosten der Reinigung und Spülung dieser tiefen Gerinne sind von ursprünglich 520 000 M. auf etwa 260 000 M. pro Jahr zurückgegangen), theils in der Verbesse rung des Straßenpflasters und theils in einer Revision des Arbeitsplans, indem eine durchschnittlich dreimalige Reinigung in der Woche für genügend erachtet wurde, während bis dahin eine große Anzahl von Straßen mit einer täglichen oder doch mit einer fünf- oder viermaligen wöchentlichen Reinigung be dacht waren. Nächst der Einführung der Kehrmaschinen ist, wie der Verwaltungsbericht hervorhebt, es die nächtliche Stra ßenreinigung, welcher Berlin den Ruf verdankt, eine der sauberften Städte zu sein. Nichts zieht in der Nacht die Arbeiter von ihrer Thätigkeit ab. Schantlokale laden sie nicht ein, einen unbewachten Augenblick zu benußen, um sich der Arbeit zu entziehen. Der Wagenverkehr stört fte nicht. Der Aufsichtsbeamte tann von jedem Arbeiter fordern, daß er in bestimmter Beit eine bestimmte Arbeit ausführe und dieser Umstand macht es wieder der Verwaltung möglich, für ein bestimmt abge grenztes Revier genau soviel Köpfe zuzuweisen, wie erforderlich find. Die nächtliche Reinigung hat es dahin gebracht, daß die Straßen und Pläge schon vor Beginn des Tagesverkehrs überall gereinigt find, während früher das Reinigungsgeschäft im günstigsten Falle erst in den späten Nachmittagsstunden zum Abschluß lam, die Vortheile, welche gereinigte Straßen bieten, also zum größten Theile für das Publikum verloren gingen. Die so organifirte Verwaltung des städtischen Straßenreini gungswesens", bemerkt der Verwaltungsbericht am Schluffe Dieses Kapitels, hat die Genugthuung gehabt, daß Abgeord nete verschiedener staatlicher und städtischer Behörden, nament lich aus Amsterdam, Wien, Lissabon, Pest, Kopenhagen, Stockholm, Frankfurt a. M., New- York von den hier bestehenden Einrichtungen durch den Augenschein Kenntniß genommen und den Betrieb als mustergiltig anerkannt haben. Aus Amsterdam Frankfurt a. M., Leipzig wurde gemeldet, daß man dort im Begriff stehe, die Straßenreinigung nach unserem Muster einzurichten und umzubilden. 11 E r. Eine politische Streitfrage, in der unsere Hausfrauen fompetent sind, wird seit längerer Zeit in dem polis tischen Theile der Beitungen mit großer Lebhaftigkeit erörtert und man versucht es sogar, diese wichtige Frage in den schwe benden Wahlkampf mit hineinzuziehen. Es ist dies nämlich der Streit darüber, ob in Folge der gegenwärtigen niedrigen Getreidepreise auch das Brod größer geworden sei, woraus dann ein weiterer Schluß für die Beantwortung der Frage gezogen werden soll, ob die Getreidepreise die Brotpreise stets und mit Sicherheit beeinflussen. Nun zeigt sich bei der ganzen Einrichtung des hauptstädtischen Verkehrs eine solche Rückwir fung zwar nicht schnell und unmittelbar; aber wer sich die Mühe nimmt, bei den Bäckern und auf den Wochenmärkten Erkundigungen anzustellen, der wird leicht erfahren können, wie thatsächlich seit Wochen der billige Getreidepreis feinen Einfluß geltend gemacht hat. Zuerst kamen aus der entfernteren Umgegend, namentlich von Orten, wo größere Mühlenetabliffe ments fich befinden, die sogenannten Landbäder und boten auf den Märkten und durch Hauftren ihr, wenn auch nicht schwereres, so doch qualitativ besseres, d. h. festeres und schärfer ausgebackenes Brot zum Kauf an. Die Konkurrenz wurde bald, wie wir aus persönlichen Erfahrungen im Südosten der Stadt verfichern fönnen, unter den aus Wusterhausen und der dortigen Umgegend kommenden Brodhändlern so start, daß diese, um ihre festen Kunden nicht zu verlieren, fich entschließen müssen, ihr in Berlin und namentlich auf den Wochenmärkten sehr beliebtes und vielbegehrtes Landbrod auch dem Gewicht nach zu vergrößern. Daber findet man jest an fedem Wochenmarkttage eine neue Brodart; Bald wird ein neues Haferbrod aus weißem Mehl, bald ein neues Schrotbrod aus gröberem Mehl offerirt um der Verschiedenheit des Geschmade Rechnung zu tragen. Im Ganzen aber geht wohl die herrschende Strömung im Brodhandel dahin, daß für den früheren Preis ein größeres Gewicht an Brod geliefert wird, und dies dürfte noch deutlicher in die Erscheinung treten, wenn erst unsere Berliner Bäcker von dem aus den neuen Getreide vorräthen gewonnenen Mehl beziehen werden. Heute ist man noch mit dem Aufbrauchen der alten Vorräthe beschäftigt und im praktischen Leben vollzieht sich eine solche Preisverringerung nicht so schnell, wie in den Telegraphen Sälen der Börse. man doch bei einiger Vorsicht jetzt sicher, eine Ansteckung nicht gewärtigen zu müssen.or Die Kranke erholte sich sichtlich, und eine gewisse Ordnung war jest in das Hauswesen wieder eingezogen, da das Mäd chen die Besorgungen in Rüche und Keller übernommen hatte und fie auch zufriedenstellend durchführte. Hiermit war aber nun auch zugleich der Zeitpunkt gekommen, in welchem die Anwesenheit Besson's in dem Hause, das ihm bisher Schutz gewährt, als überflüssig erschien. Er mußte auf sein weiteres Fortkommen und seine Sicherheit bedacht sein, und mit letterer ging es eben wie mit der verheerenden Krankheit: beide nah men ab. Kehrte allmählich Ruhe und Sicherheit wieder in die Bewohner der Stadt zurück, so lag es auf der Hand, daß fich bie Behörden mehr als bisher um den Aufenthalt des Entsprungenen fümmerten. Das Einzige war also, daß er die Stadt noch rechtzeitig verließ. Eines Vormittags die Kranke hatte bereits das Bett verlaffen und in einem Lehnstuhl Blaz genommen machte Beffon derselben Mittheilung von seiner Abficht, ihr Haus zu verlaffen, da fie nunmehr seiner Krankenpflegedienste nicht mehr bedürftig sei. Die ganze Art und Weise, in der er dieses that, erinnerte an einen Mann von außergewöhnlicher Bildung. Madame Dubarré, so hieß die Genesende, hatte ihn während der ganzen Zeit, wo er fie gepflegt, nie so aufmerksam beob achtet, als gerade jezt, wo er vor ihr saß und ihr seinen Entschluß, fte zu verlassen, in so gewählter Weise kund gab. Nichts war hierbei natürlicher, als daß fie fich nach dem eigentlichen Stand und den Verhältnissen ihres Lebensretters, und dies war er ja, erkundigte. Werden Sie auch nicht erschrecken, wenn ich Ihnen aufrichtig fage, wen Sie eigentlich vor sich haben?" fragte er ste bei dieser Unterhaltung. Sie horchte auf und entgegnete: Wie verstehe ich Das? Reben Sie ohne Rückhalt." Nun denn: ich bin ein aus dem Bagno entsprungener Sträfling." Die Dame lehnte fich erschrocken in ihren Seffel zurück. Eine fichtliche Unruhe fieberte durch ihre Glieder, und fast tonlos verfette fte: Nicht möglich, nicht möglich!" Und doch ist es so," nahm er jegt wieder das Wort und erzählte ihr nun ausführlich die Geschichte seiner Flucht, wie er in ihr Haus gelommen, in welchem Zustande er fie getroffen, und wie einestheils die Nothwendigkeit, auf seine Sicherheit zu denken und anderentheils das Gefühl des Mitleides mit ihrer hülflosen Lage ihn bewogen hatte, in ihrem Hause zu bleiben. Sie hörte seine Erzählung ruhig an und fragte ihn dann, durch welche Verhältnisse er eigentlich in das Gefängniß ge tommen sei, da ja sein ganzes Aeußere, sein ganzes Wesen auf einen Mann aus guter Familie und von Bildung hindeute. ,, Hören Sie mir also zu," begann er wieder. Ich bin überzeugt, daß Sie nach Entgegennahme meines Bekenntnisses in mir weder einen Verächtlichen, noch einen Mann erkennen werden, der nach dem Bagno gehört. Ich habe damals sogar mein Loos abfichtlich selbst gewählt. Meine Eltern starben, als Verantwortlicher Redakteur Eine wesentliche Verbesserung des Berliner Bau-| wesens, das fich jest schon durch Schnelligkeit der Arbeit vor demjenigen größerer Städte auszeichnet, find die hier schon furz erwähnten Vorrichtungen, die Neubauten schneller auszutrocknen, ein Fortschritt, der auch in sanitätspolizeilicher Hinficht alle Beachtung verdienen sollte. Nach den bisher üblichen Methoden wurden meist große transportable Roftöfen aufgestellt, die die Nacht über in Thätigkeit blieben, um das Austrodnen der Mauern zu beschleunigen. Unter Umständen aber ging das nicht schnell genug, und wurde dann auch das weniger trodene Mauerwerk weiter bearbeitet, indem man die Entfernung der noch vorhandenen Feuchtigkeit den ersten Insassen ( im Volle Trodenwohner" genannt) überließ. Die feit Kurzem bier eingeführten, und auch bei dem neuen Flügel des Palais Prinz Carl( jezt Friedrich Carl) in der Wilhelmstraße benusten Apparate des Ingenieurs Rofinski aus Warschau, die in einer leicht transportablen Lufterhigungskammer mit mechanischer Luftzufuhr bestehen, vermögen jeden Nothstand in diefer Beziehung zu beseitigen, da ihre Wirkung nach amtlichen Tabellen und Atteften eine derartig intensive ist, daß auch die fürzeste Frist bei genügender Anzahl der Apparate ausreicht, Neubauten ebenso auch feuchte Keller und Wohnungen nachhaltig trocken zu legen. g. Ungezogenheit. Der Zeitungshändler und Spediteur Auguft L., welcher vor dem Hause Jerusalemerstraße 30 seinen Beitungsverkauf hat, beobachtete schon seit einiger Zeit, daß nicht ohne Abficht aus einem Fenster der dritten Etage dieses Hauses mit Speisereften 2c. nach ihm geworfen wurde. L. &. ignorirte während der ganzen Dauer die etwa 50 Male wiederholten Chilanen, als er aber vor einigen Tagen in Gegenwart eines Beugen den Kopf eines ihm nicht gutgesinnten Herrn in dem gedachten Fenster erblickte, nachdem er kurz zu vor aus jener Richtung mit einem weichen Speisereſt beworfen worden war, der auf seinem rechten Rockärmel sigen blieb, machte er einen an der Leipzigerstraße postirten Schußmann auf den Vorgang anfmerksam. Der Beamte begab sich denn auch mit L. nach der betreffenden Wohnung, dessen Inhaber aber entschieden bestritt, den 2. beworfen zu haben. Im Verlauf des Wortstreites bediente fich der Beschuldigte so schwerer Ausfälle gegen L., daß das Gericht ganz abgesehen davon, daß das Strafverfahren gegen den Wohnungsinhaber wegen Unfugs eingeleitet werden dürfte fich schon aus diesem Grunde noch mit der in Rede stehenden Angelegenheit beschäftigen wird. Ein gräßlicher Raubmord ist am Dienstag, den 30. v. M ,, in Ruhlsdorf, zwischen Oranienburg und Bernau, verübt worden. Der Sohn des dortigen Koffäthen Büttner fam Nach mittags gegen 5 Uhr vom Felde heim und fand seine Mutter in der Küche todt inmitten einer großen Blutlache liegend. Wie fich ergab, lag ein Raubmord vor; denn der oder die Thäter hatten mehrere verschloffene Möbel erbrochen und 300 Mt. Geld neben verschiedenen Kleidungsstüden mitgenom men. Am Donnerstag fanden sich der Erste Staatsanwalt Wachler vom Landgericht II, der Untersuchungsrichter, Landgerichtsrath Asché, und der Gerichtsschreiber Köhler am That orte ein, um den Sachverhalt festzustellen. Allem Anschein nach war die Frau theils durch Schläge mit einem Spaten auf den Kopf, theils durch Erwürgen getödtet worden. Die sofort mit allem Eifer aufgenommenen Recherchen ergaben, daß zwei Männer die That verübt haben müssen. Wenn man die selben auch noch nicht dingfest machen konnte, so find doch neben sehr gravirenden Momenten auch die Personalien der muthmaßlichen Thäter bekannt. Aus gewissen Gründen nennen wir heut noch nicht die uns bereits bekannten Namen, erwäh nen aber, daß die Verdächtigen, die im Drte gearbeitet haben und jetzt verschwunden find, in der Zeit von 2-5 Uhr Nach mittags, in welcher Beit der Mord geschehen sein muß, unter verdärigen Umständen in der unmittelbaren Nähe des That ortes gesehen worden sind und der eine verfelben fich fogue vorher bei anderen Personen sehr eingehend um den Ort er fundigt, an welchem die Familie Büttner ihre Ersparnisse auf bewahrte. Eine heitere Episode entwidelte fich in der legten Sigung vor dem Schöffengericht in Rirdorf. Der Vorfißende stellte an einen Beugen die Frage, ob er schon bestraft sei. Derselbe beantwortete dies mit einem lauten Nein. Als ihm vorgehalten wurde, daß sich der Eid auch auf diese Antwort beziehe, entgegnete er: Ja; doch bin ich bestraft, mit zwei Stunden Strafererzieren." blog asidic a. Ein Unglücstuchen. Die Schwester des Konditorges ich noch ein Kind war. Ich erinnere mich nicht, diefelben je gesehen zu haben, und da fie fein Vermögen hinterließen, und ich verlassen in der Welt dastand, so nahm mich ein Bruder meiner verstorbenen Mutter, der bei einer biefigen Bank als Beziehung wie ein Vater Direktor angestellt war, zu fich nnd sorgte für mich in jeder Beziehung wie ein Vater. Es waren in dem Hause neun Kinder, und nie habe ich erfahren, daß ich auch nur in irgend einer Weise gegen diese zurückgesezt worden wäre. Ich wurde als Glied der Familie betrachtet, so daß ich eigentlich gar nie zu fühlen bekam, daß ich andere Pfleger und Erzieher beseffen oder verloren hatte. So gingen Jahre dahin; ich wuchs heran, wurde auf Schulen geschickt, und da ich fleißig war und auch sonst darnach trachtete, mich der mir erwiesenen Wohlthateu werth zu zeigen, so freute man fich über mein Gedeihen und meine Entwickelung. Als ich konfirmirt war, trat ich als Lehrhülfen A. ist Braut und ihre Hochzeit ist auf den 5. d. Mts. anberaumt. Da A. fich in der unangenehmen Lage befindet, seiner Schwester zur Hochzeit ein Geschent nicht machen zu fönnen, so nahm er gestern heimlich aus dem Geschäft und aus der Backstube seines Prinzipals Kuchenwaaren, Mehl, Butter, Buder c., woraus er seiner Schwester den Hochzeitsfuchen her stellen wollte. Unglücklicher Weise wurde vom Prinzipal der Diebstahl bald bemerkt und A. wurde festgenommen und heute zur Haft gebracht, so daß A. wahrscheinlich bei der Hochzeitsfeier feiner Schwester durch Abwesenheit sich auszeichnen wird. N. Eine Tobsüchtige versette am gestrigen Tage die Be wohner des Hauses Gitschinerstraße in größere Aufregung. Die Unglückliche, eine dort wohnende Wittwe T., die schon seit dem Subleben ihres Mannes Spuren von Geistesgestörtheit zur Schau getragen, verfiel an dem genannten Tage in eine voll ständige Raserei, in Folge dessen ste, um weiteres Unheil zu vermeiden und nachdem ein Arzt die Tobsucht tonstatirt, durch zwei Schußleute nach der neuen Charité geschafft werden mußte. Die Aermste hinterläßt eine Tochter im Alter von kaum zwölf Jahren. N. Cin doppelter Unglücksfall trug sich am gestrigen Tage bei dem Neubau der Trainfaserne in Tempelhof zu. Der Bau sollte gerade, wie es in der technischen Sprache heißt: gerichtet werden, als plöglich ein Stück Sandstein, das zur Herstellung der Façade benugt werden sollte, herabfiel und zwei noch auf dem Gerüst beschäftigte Leute, einen Steinmes und einen Steinträger, so unglücklich traf, daß beide schwer verlegt mittels Droschte sofort nach einem Krankenhause ge schafft werden mußten. Gerichts- Zeitung. Der gemietliche Sachse. Nicht ohne humoristische Färbung ist die nachstehende Gerichtsszene: Vors.( zum Be stohlenen): Theilen Sie uns doch kurz mit, auf welche Weise Sie bestohlen wurden. Beuge: Ja, sähn Se, meine futen Herren, so sehre fir läßt sich Sie das gar nicht erzählen. Ich bin Se nämlich so a dummes Luder, un muß immer ä Vögelche haben, un den Dag looft ich mer o' eens. Un weil ich Se nu terade en reenes Duch in de Dasche hatte, so nahm ich Se das Dierchen so lose ein, un dann bezahlte ich Sie richtige 4 Mart. Un weeß Knöppchen, ich oller Esel höre Sie nach dem jungen Musjö( auf den Angeklagten zeigend), der stand Sie Die lanze Zeit dabei und will das Vögelchen mehr Luft keben, und mit eenem Mal: brr, da fliegt mei Dierchen hin. Weil ich Sie nu meinen Narren an das fleene Vögelchen lefressen hatte, kuce ich das Luderche nach. Und fähn Se, meine Herren, mit eenem Mal spüre ich' ne hand in meine Dasche, und wie ich Sie rumfude, rennt Sie der Kujon fort. Aber'n anderer Herr hat Alles lefähn und faßt Sie ihn beim Kragen, wodruf er Sie fich noch umdreht, und dem Herrn' ne berbe Schelle haut. Hierauf deponit Herr Stallmann Christoph Krüger, ein biederer Mecklenburger, Folgendes: Jd wullt mi Den Dag Stäbeln töpen un fidie son Bet( Bischen) bi di Vogelsteller tau. Da lam denn de Liederjahn rannsteten[ her angeschlichen) un greep den ollen Mann in die Fice, wodruf er utrieten that. Id hinner em drinn un holle em wiß( feft), aber den Bündel mit det stoahlene Geld gam he jlins' nen aneren Strolch, un de is uträten.- Vors. Der Angeklagte bestreitet energisch, einen Helfershelfer gehabt zu haben. Shrerseits vielleicht ein Irrthum möglich? Beuge: Wat id feggt hemm is woahr.( Auf den Angeklagten zeigend:) Dat will jut fräten und väl supen und is tau ful,' ne lütje Münze tau verdeinen. Aber, wat id seggen wullt, laten Sie em man tau rechte Tied up' ne Bante snollen un' ne halwe Stunne lang de Jade utstöwen, denn wird er den annern Döw( Dieb) woll angeben. Bors.: Der Angeklagte hat Sie auch in das Geficht geschlagen? Beuge: Na, der möcht em woll nicht grot tau peräweln flen; id hewwe em ook n' Paar Dinger Ohrfeigen) steeken, wie't bi fonne Sach' Mod is.- Vorf zum Angeklagten: Was fagen Sie zu diesen Angaben? Angell.: So'n Kaschubisch verstehe in natürlich nich; wenn mir der Mann tinlegen will, denn muß er ooch jebildet finn; uf die Art möchte er aber feen glüd baben. Det is bald fefagt, id habe det Jeld n'n Andern zujestochen. Sonne Redensarten ziehen aber in't Deitsche Reich nich: id will wiffen, wei't je wefen is. Un denn bitte id meine Beigen, id habe fieben Stück zu Bapier jejeben.- Bors.: Was sollen benn aber dieje Beugen belunden? Angell. Die haben Alle nischt je sehen." nöthig, und so nahm ich denn in den Tagen der allgemeinen Verwirrung die Gelegenheit war und entsprang. Das Uebrige theile ich Ihnen schon mit." Die Dame hatte mit Theilnahme und Rührung der Gr zählung zugehört, und aus dem ganzen Wesen des Mannes faßte fie die Ueberzeugung, daß er die Wahrheit gesprochen. Gin wirklich edler Mensch faß vor ihr, und nach einer Bause reichte fie ihm ihre Hand und sagte: Und was gedenken Sie nun zu beginnen?" Er fann eine Weile nach, dann entgegnete er:„ Mein Plan ist, mich nach Nordfrankreich zu wenden und von dort aus nach England zu geben. Hoffentlich werde ich nicht erkannt und nicht wieder in das Gefängniß zurüdgeführt." Sie dürfen nicht reisen", versette fie jest rasch.Der Gedanke wäre mir unerträglich, den Mann in Gefahr zu wiffen, führte, lernte baſelbſt aus, wurde Buchhalter und endlich hilfs- Demba ben bone. Se ausgestorben. Dier fucht Sie Nig Raffirer. 20170 Im Hause meines Onkels, der, wie ich erwähnte, eine starle Familie zu ernähren hatte, ging freilich nicht Alles so her, wie es sollte und gehen konnte. Meine Tante war eine sehr gutherzige, aber auch eine sehr pussüchtige und in vieler Beziehung sehr verschwenderische Frau. Sie liebte große Gesellschaften, und die Ausgaben, die dabei erwuchsen, überſtiegen oft Das Budget, das mein Onkel für seinen Haushalt aufgestellt hatte. Die Folge war, daß der Lestere seine Einnahmequellen zu vergrößern strebte und fich in gewagte Spekulationen einließ. Er hatte aber fein Glück. Alles schlug fehl, um die Verluste zu beden, wagte er fich fogar an Gelder der Bank. Das ging weiter und weiter, und schließlich trat die längst gefürchtete Katastrophe cin. Die Sache wurde offenbar, an eine Dedung der Verluste war nicht mehr zu denken, und mein Onkel wurde verhaftet. Mir blutete bei diesen Ereigniffen das Herz. Ich rief organen in die Hände fallen lönnen, haben Sie nicht zu machen, denn das Dienstmädchen besorgt Alles. Nehmen Sie also von der oberen Etage meines Hauses vorläufig Befis, und ist Sie fein Mensch mehr und fragt auch feiner mehr nach Shnen erst ein Vierteljahr oder mehr Zeit darüber vergangen, fo fennt Die Möbel in der oberen Etage find mein Eigenthum und waren mit der Wohnung an ein junges, hier zugereiftes Che paar aus Belgien vermiethet, das auch den Weg gegangen ift, den mein seliger Mann ging." Besson willigte ein und hatte es nicht zu bereuen. Dank baren Herzens segnete die Wittwe die Nähe des Mannes, den fie als ihren Lebensretter betrachten durfte, und der in ihrer Achtung durch das Bekenntniß seiner edlen That noch höher gestiegen war. Als der Herbst herankam, unternahm fie eine Imir Alles in's Gedächtniß zurüd, was ich Gutes durch ihn Reise nach der Schweiz und lud Besson ein, fie dahin zu be genoffen, was er für mich so viele Jahre hindurch gethan; ich sah die Angst und Verzweiflung in der Familie und überglückliche in den Bagno tam. Der Flecken, der auf ihn, ja gleiten, welcher Aufforderung derselbe auch folgte. Von dort fchrieb fie an einen Verwandten, der Präfett war, theilte legte, was denn aus derselben werden solle, wenn der Un- ihm, indem sie zugleich seine Diskretion anrief, die Geschichte auf die ganze Familie fiel, war unauslöschlich. Da reifte Begnadigung Beffon's für sein wirkliches Vergehen, der ibres Begleiters mit und brachte es auch soweit, daß eine ein Entschluß in mir, ben ich auch durchführte. Ich war jung; Täuschung des Gerichts, erfolgte, ohne daß dabei weiter der was lag daran, wenn ich die Familie rettete, aus Dankbarkeit Familie des verstorbenen Schuldigen, des Bankdirektors, ge rettete und selbst einige Jahre die Strafe für ihn büßte? Verschiedene glückliche Umstände trafen zusammen, mein Onkel nahm das Opfer nur mit Widerstreben an, aber er nahm es doch, und ich erklärte mich als den Frevler, als den, der das Geld veruntreut. Lange Zeit schwankten die Verhandlungen, da man fich nicht recht von meiner Schuld überzeugen wollte, dacht wurde. Die Reise hatte aber auch noch andere Folgen. Je mehr Madame Dubarre in der Nähe ihres Retters verweilt, defto mehr hatte fte auch dessen treffliche Charaktereigenschaften Schäßen gelernt, und desto mehr batte auch der junge Mann endlich aber richtete fich die Sache doch so, daß ich als der daber fein Wunder, daß, als Besson eines Tages mit feiner Wohlgefallen an der reizenden Wittwe gefunden. Es war Schuldige erkannt wurde, und die Verurtheilung meiner Person Bewerbung um ihre hand hervortrat, er dieselbe auch zugefagt zu einer sechsjährigen Strafe im Bagno erfolgte. Ich wurde bahin abgeführt und büßte ein Jahr lang für ein Verbrechen, erhielt. Das Paar feierte feine Verlobung in der Schwei das ich nicht begangen hatte. Da erfuhr ich vor Kurzem, daß mehr im Wege stand, so trafen die Beiden eines Tages und da der straffreien Rückkehr des Bräutigams lein Hindernis wieder in Boulogne ein, und später vereinigte die Hand des Priesters die, welche fich im Leben auf eine so sonderbare Art gefunden hatten. mein Onkel gestorben, und der Gedanke, der Entschluß erwachte in mir, hinfort nicht länger die Gefängnißluft zu athmen. Für den Lebenden, dem ich Alles dankte, fonnte ich die Strafe erleiden, für den Todten war es nach meinem Gefühl nicht mehr R. Gronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW. Beuthstraße 2.