Dak bat Nr. 159. Dent Die gen, ung ente ga tan alle Dent Auf ge [ ben efen send agin gnet Herft abet inen eiter Frau der Bottl bluß ehen itag felbe Diese Bung ver Ur von Der Füßlt Auf Iched tigen mein ftellt ndert Auf habt; ernen ended wird rechen und mten beur Is ein drift threm Ein Werke r auf meln ver und baj n An es ge auf Die Thon nie pisem ft Die Lak eigen Under preche bbak riffen Dachte ubem en u mir, Ste rebit An Sie arbel Beld Baris auf Ant Dan Diefer nete ben. wie bes Frteft inen Deine aud T id eine be Safte Bot erbe ges aal er Mittwoch, 8. Oktober 1884. I. Jahrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Boltsblatt 99 feint täglich Morgens außer nach Sonn- und Feftages. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Maci, wöchentlich 25 Pf. Einzelne Rammern 5 Bf. Poftabonnement pro Cuartal's Mart.( Eingetragen im VIII. Rach trage der Postzeitungspreisliste unter Nr. 719.) Insertionsgebühr beträgt für bie 3 gespaltene Petitzeile oder deren Naum 40 Bf. Arbeitsmarkt 10 Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach lebereinkunft. Inferate werben bis 4 tbs Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Bimmerftraße 44, sowie von allen Annonces Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berlin SW., Bimmerstraße 44. Deutsch- Freifinniges. Der Höchstkommandirende" der Deutsch- Freifinnigen, Herr Eugen Richter, hat bekanntlich fürzlich erklärt, daß er für die Wahlen zu den Landtagen der Einzelstaaten das allgemeine gleiche Wahlrecht zugestehe, doch wolle et für die Kommunalwahlen den Zensus, resp. das Klassenwahlfyftem beibehalten. Die Infonsequenz, die hierin liegt, kann man mit Händen greifen; doch ist es allzunatürlich, daß bei einer aus so verschiedenen Elementen zusammengewürfelten Partei, wie die deutsch- freifinnige es ist, die Inkonsequenz eine große Rolle spielen muß. Aber nicht blos Intonsequenz findet sich im Gefolge einer solchen Partei, sondern mehr noch Unw a hrheit und Heuchelei. Während Herr Richter in einer Versammlung erklärt hat, er könne nicht für die Einführung des allgemeinen gleichen Wahlrechts bei Kommunalwahlen eintreten, schreibt ein spezielles Leiborgan, die„ Berliner Zeitung", acht Tage später in einem Artikel: Für das geheime Wahlrecht" betitelt, daß die deutsch- freifinnige Partei für Einführung des geheimen Wahlrechts bei Landtags- und Kommunalwahlen eintrete. Das tlingt recht pompös! Aber als ob das geheime Wahlrecht bei dem Dreiklassenwahlsystem, außer etwa in größeren Städten, irgend welchen Nutzen hätte? Die Wahldie Zahl der Wähler gegenüber dem allgemeinen gleichen bezirke auf dem Lande sind ungemein flein, außerdem ist Wahlrecht eine sehr geringe. Jeder Wähler muß ferner mindestens ein halbes Jahr in der betreffenden Gemeinde wohnen, so daß seine Gesinnungen schon im Voraus befannt sind. ,, Kein Deutsch- Freifinniger wird das nächste Mal für gebrüllt, Löwe! Aber der Deutsch- Freifinnige Herr Horwit die Verlängerung des Sozialistengesetzes stimmen!" Gut straft, indem er sich die Entscheidung über seine Stimmabgabe noch vorbehalten hat. Auch der deutsch- freisinnige Herr Frieß, der nach seiner jüngsten Abstimmung über das Sozialistengeset sagte, er selbst verwundere sich am meisten über seine Abstim mung, ist aus dieser Verwunderung herausgekommen und hat in seinem Wahlkreis Eschwege erklärt, daß er zur noch maligen Verlängerung des Sozialistengesetzes keine durchaus ablehnende Stellung einnehme, sondern sich eine Prüfung der betreffenden Vorlage vorbehalte. Und es werden ihrer schon noch mehrere sich finden, so daß die ominöfe Bahl se ch sundzwanzig wieder herauskommen wird. Löwe und Richter aber werden dann weder den Muth haben, die 26 zu excludiren oder selbst aus der deutsch- freisinnigen Partei auszutreten. Also eitel Lüge und Heuchelei! Nimmermehr werden wir Deutsch- Freisinnigen im Königreich Sachsen in den Ordnungsbrei mit aufgehen" Das wäre ganz gut, wenn es so wäre! Aber in den Wahlkreisen Freiberg und FrankenbergMittweida ha ben die Deutsch- Freifinnigen sich schon mit der„ Ordnungspartei" vereinigt und stimmen in dem einen Wahlkreise mit für den konservativen Kandidaten und in dem andern für den rechtsflügelichen national- liberalen. Das geheime Stimmrecht hat also wenig oder gar teine Bedeutung bei den Dreiklassenwahlen und bei den durch Zensus beschränkten Kommunalwahlen; ohne das allgemeine gleiche Wahlrecht ist diese deutsch- freisinnige For derung ein Schlag ins Wasser oder sagen wir, die Herren schieht? Wir glauben es nicht! wollen den bei den Landtags- und Kommunalwahlen herrschenden Wahlsystemen den Pelz waschen, ohne ihn naß zu Berliner Zeitung", das Noch vor wenigen Tagen hieß es in der deutsch- freifinnigen Preffe, daß in allen 23 sächsischen Wahlkreisen ein deutsch- freifinniger Kandidat aufgestellt würde. Es soll uns nun in der That wundern, ob dies in Freiberg und Mittweida gegen den Willen der dortigen Parteigenossen ge= machen. Deshalb brauchte fich die Drgan des Herrn Richter, nicht so in die Brust zu werfen und jene Forderungen den Lesern in gesperrtem Drucke vorzuführen. Darin liegt sicherlich ein Stückchen deutsch- freifinniger Heuchelei. Auch wir wollen das geheime Stimmrecht, aber in erster Linie das allgemeine gleiche Wahlrecht für alle gefetgebenden Körperschaften. Aber auch direkte unwahrheiten werden von deutsch- freifinniger Seite ausgesprengt. Radbrad verboten.] 7 Feuilleton. Das Erntefeßt. Eine Dorfgeschichte von W. H. Köhler. ( Fortsetzung) In solche unglüdlichen Ideen bohrte fich August immer tiefer hinein, so daß fie ihm zulegt zur vermeintlichen Gewißs Trok der scheinbaren Richter'schen Entschiedenheit giebt es gegenwärtig feine Partei, die soviel Stücksicht zu nehmen hat und auch nimmt, als die in den Farben des Regenbogens oder einer Kupfernase schillernde deutsch- freifinnige Partei. In der Partei sind allerlei Farben vertreten, die sich dann zu einem lieblichen 2il a von Fall zu Fall vereinigen. Jest heißt das Sprüchwort:„ Er lügt, wie gedruckt", dem wohl später noch ein weiteres hinzugesetzt werden wird: " Er heuchelt, wie ein Deutsch= Freisinniger!" hatte fich vergeblich bemüht, die ihr zugedachte Ehre der Erntejungfrau abzulehnen. Ihre Eltern begriffen ihre Weigerung nicht und ließen die Gründe, welche fie vorbrachte, nicht gelten, und als fie fich dennoch weigerte, da ward ihr Vater ärgerlich und schalt. Was meinst Du wohl, was man von Dir denten würde, wenn Du ohne jeden plausiblen Grund ablehnst; Du bist doch ein braves Mädchen und rechtschaffener Eltern Kind, daß Du Dich vor Jedermann sehen lassen fannst. Oder haft Du vielleicht tein reines Gewissen? Kann Dich Jemand einer heit wurden. Ach, er fannte seine Klara nicht und übersah Unehrenhaftigkeit zeihen? Kind, Mädel, sprich!" ereiferte fich ganz, in der Erregung seines Gemüths, die Gefahr, die ihm von anderer Seite drohte. Und als Klara immer noch schweigend neben ihm ging, nur in Zwischenräumen einen vers ftohlenen Blick nach seinem finsteren Antlig werfend, da nahm das höchste Stadium, er glaubte fie schon im Komplott, und er beschuldigte fte des Leichtfinns und der Falschheit in den wenig gewählten Ausdrücken eines Dörflers. Klara nahm die Worte. Um des Himmels Willen, Mann, wo denkst Du hin! Was denkst Du von unserem Kinde!" zeterte die Mutter dazwischen, und es hätte nicht viel gefehlt, to wären vie Eltern ihrethalben sich in die Haare gerathen. Vorwürfe standhaft hin in dem Bewußtsein ihrer Unschuld, bist nicht das einzige. Und da thut man Dir die Ehre an Klara vergoß bittere Thränen, indeß die Mutter fortfuhr: Sieh, Kind, es find noch mehr schmucke Mädel im Dorf, Du und wählt Dich zur Erntejungfrau, und die Ehre weißt Du nicht zu schäßen und willst abschlagen. Das ist ja nicht geaber als sie ihn nun bat, ihr doch Gründe anzugeben, unter bildete er sich ein, das solle eine Hinterpforte zum Entschlüpfen schehen in Waldstein und Umgegend, so weit die ältesten welchen ein Ablehnen der ihr angetragenen Ehre möglich fei, Waldes fein, sagte ihr plößlich gute Nacht und war im Dunkel des Menschen zurüddenken können. Meine Großmutter, welche Du gar nicht mehr gekannt haft und die aus der Gegend von Glas war, hat es mal miterlebt, wie ein junges Mädel die Politische Uebersicht. seine Sigungen unter dem Vorsiz des Berliner Stadtverord Der deutsche Armenpfleger- Kongreß" hat in Weimar neten- Vorstehers, Dr. Straßmann, abgehalten. Wir sind nicht in der Lage, Alles was dort verhandelt worden ist, in unserem Blatte zu besprechen, nur einige besonders bemerkenswerthe Ansichten der Kongreß- Theilnehmer, glauben wir unseren Lesern nicht vorenthalten zu dürfen. Der bekannte Dr. Böhmert aus Dresden referirte über die Fürsorge für ar beitende Kinder" und stellte den Antrag: Der fünfte deutsche Armenpfleger- Kongreß erblickt in der gewissenhaften Durchführung und weiteren Ausbildung des gefeßlichen Schußes der jugendlichen Arbeiter die erste Aufgabe einer internationalen Fabrikgesesgebung, an deren Bustande tommen das deutsche Reich ein gleich großes Interesse wie die Schweiz und alle übrigen Industriestaaten hat,"- ferner: Der Kongreß empfiehlt die thatkräftige Förderung aller nafionalen und internationalen Vereinsbestrebungen, welche eine bessere Fürsorge für jugendliche Arbeiter in leiblicher, geistiger und fittlicher Beziehung bezwecken."- Da aber der Antrag Böhmert im Wesentlichen nicht unterstützt wurde, zog der Antragsteller die von ihm beantragte Resolution zurück. Diese ablehnende Haltung gegenüber einer dringenden Nothwendigkeit, beweist zur Genüge, weß Geistes Kinder die Theilnehmer dieses Kongresses find. Man hatte kurz vorher über verwahrlofte Kinder gesprochen und für zwangsweise Erziehung derselben auch dann, wenn dieselben noch nicht bestraft feien plaidirt: da hätten die Herren doch konsequent sein, und durch Annahme der Resolution den Beweis liefern müssen, daß es ihnen ernst mit der Kindererziehung sei. Denn es handelt sich doch vor Allem darum, der Verwahrlosung vorzubeugen und das kann nur geschehen durch ge= sezliche Regelung dieser hochwichtigen Frage.- Der Herr Böhmert durfte aber seinen Antrag trozdem nicht zurückziehen, auch dann nicht, wenn die Mehrzahl dagegen war; da er aber die Resolution zurüdgezogen hat, so ist der Bweifel an dem ernsten Willen auch bei ihm gerechtfertigt. Später referirte der Herr Freiherr von der Goltz über die deutschen Arbeitshäuser. Redner erwähnt, es sei sogar vorges kommen, daß den Korrigenden, wenn sie weit von der Anstalt auf Vorwerken c. beschäftigt gewesen seien, Schnaps verab reicht worden sei. Dieses findet er so schrecklich, daß er in Zus funft für die Korrigenden industrielle Beschäftigung empfiehlt. -( Als ob die jeßigen Strafgefangenen den industriellen Ar beitern nicht schon genug Ronkurrenz machten.) Die Disziplinar strafen behandelnd, erklärte v. d. Golz, daß er in gewissen Fällen für die Prügelstrafe eintrete. Er wisse wohl, daß er bei einem Theile der Zuhörer auf Widerstand stoße, aber er müsse das Kind hier beim rechten Namen nennen; es seien in den ihm unterstellten Anstalten wiederholentlich Brandstiftungen vorgekommen, oder man habe dem Anstaltsgeistlichen die Gesangbücher an den Kopf geworfen, dies Alles mit der Erklärung der Korrigenden, daß fie nur bezweďten, in das Buchthaus zu kommen, da ihnen das Leben in dem Arbeitshause nicht gefiele. In solchen Fällen helfe nur die Prügelstrafe. Bezüglich der Disziplinarstrafen bemerkte wieder hatte sehen lassen, machte ihr Sorge. Wie hatte er fich doch so tomisch gezeigt, so fomisch wie nie bisher, und wie fonnte er so ärgerlich sein darüber, daß man grade sie zur Jungfer" gewühlt. Er wußte doch, daß sie auch nicht das Geringste dazu beigetragen hatte, als man sie wählte. 3war hatte fie fich sehr gefreut zu ihrer Wahl und sie hatte schon im Stillen beschlossen, nur die ersten Tänze, wie das schicklich war, mit dem Schulzensohn zu tanzen, alle übrigen aber wollte fte an Augusts Seite dahinschweben. Nun August sie aber an jenem Abende so schnöde verlassen hatte und fich gar nicht mehr sehen ließ, da hätte ste Alles hingeben und auf Alles verzichten können, wenn er nur wiedergekommen wäre und die unbeschreibliche Angst von ihr genommen hätte. Bei dieser Stimmung freilich hatten die Eltern verhältniß mäßig leichtes Spiel mit ihr und sie hatten es gewonnen. Das Gestirn des Tages tauchte im Osten empor und vers goldete die Spigen der Berge, indeß im Thale noch magische Dämmerung herrschte. Der Wald belebte fich in seinen bunt gefiederten Sängern und in dem Wild wie in dem tausenderlei Gewürm, das hier seine Heimath hat. Das Waffer des Bächleins murmelte eine fröhliche Melodie und leckte nach den Gräfern und Blumen, die vom Ufer herabhingen. Und als die Sonne höher und höher stieg und in die Thäler lugte, da begann es sich auch zu regen in den Wohnstätten der Menschen. Der Mühlknappe in Waldstein trat aus der Thür und rieb sich schlaftrunken die Augen und verschwand alsbald wieder, nachdem er gesehen, daß Alles in Ordnung war. Bald darauf öffnete fich dieselbe Thür wiederum und heraus trat eine schlanke Mädchengestalt, die ohne langes Besinnen den schmalen Steg über den Bach überschritt und in dem jenseits denselben beginnenden Wald verschwand. Es war Klara, welche von Sehnsucht getrieben auf dem schmalen Waldpfade entlang lief dem Wege zu, auf welchem Auguft daher kommen mußte. Und jezt mußte er kommen, das glaubte fie ganz bestimmt. Noch ehe er Jemand treffen sollte, wollte sie ihm entgegengehen und ihm Alles sagen, was ihr widerfahren war, und thn bitten, ihr doch nicht mehr zu zürnen. Aber so weit ste auch ging und so sehr ste Geficht wie Gehör anstrengte, es ließ sich weder eine menschliche Gestalt sehen noch ein Tritt hören. Als sie aber schon bis auf Büchsenschußweite an das noch sehr früh sei und daß August jest unmöglich schon komNachbardorf gekommen war, da erst erinnerte sie sich, daß es men fönne. Sie tehrte um und beeilte sich nach Hause zu tommen, aus Furcht, ihre Eltern möchten ste vermissen. ( Fortseyung folgt.) verschwunden. Klara schaute irrenden Blides nach der Richtung aus, in welcher Auguft davongeeilt war. Ihr Herz pochte stürmischer Jungfrau abgeschlagen hat, und was haben sie mit ihr es angesehen, geschweige mit ihr getanzt. Und als fie trop lehnen wolle, um seinetwillen. Allein der Schreck über das dem dageblieben ist, da hat sich das junge Volt heim Unvermuthete hatte ihr momentan die Glieder gelähmt, und lich besprochen, und Einer ist bingegangen und hat fte aufgeals der Bann von ihr wich, da war es zu spät ihm nachzus fordert, und dann hat er fte zum Saale hinausgetanzt. Nach eilen. Sie warf sich ins welke Gras des Waldes und rief her hat fte sich im Dorfe gar nicht mehr sehen lassen tönnen; fie mußte auf ein anderes Dorf, weit weg. Sich, und das war nur eine Magd. Du aber bist eingesessener Leute Kind. Kein Mensch wird Dich mehr ansehen und fein Mensch mit Dir fprechen. Und weshalb? Weil Du verstockt bist und es Dir Niemand recht machen fann". Kein Gegen unter heißen bitteren Thränen seinen Namen. ruf erflang, gespenstisch still war es um fie her und nur ein Räuzlein aus der nicht fernen Bergschlucht, wo alte, vielbunderts jährige Bäume standen, ließ seine unheimlichen Töne hören, Töne, die ihr der Agfang ihres Todtenliedes sein follten. fennen lernen". " Ja", rief der Alte herüber ,,, meinst wohl, Du bist eine Prinzeffin, daß man Dich noch groß bitten soll, dummes Ding. Du gehst hin am Sonntag, und damit abgemacht. Basta!" fich fügen. Sie ging still, ohne ein Wort der Erwiderung, Somit war über ihr Schicksal entschieden und sie mußte aus der Stube und ihrer Beschäftigung nach. Keine Thräne mehr feuchtete ibr Auge, in stiller Refignation ergab fie fich in An demselben Abend humpelte der lahme Gottfried schneller als sonst seiner Behausung zu. Auf seinem Gefichte prägte fich unverkennbare Genugthuung aus und um seinen breiten Mund spielte ein tüdisches Lächeln. Richtig gerechnet", murmelte er.„ Oh, Ihr sollt den lahmen Gottfried schon noch Der verhängnißvolle Sonntag war berangekommen. Klara ihr Schidial. Nur Auguſt, der sich seit jenem Abend nicht der Vorsitzende Strsßmann-Berlin, daß der Redner denn doch mehr die praktische, als die ethische Seite im Auge gehabt habe und daß nur von diesem Standpunkt aus die Ein- führung der Prügelstrafe sehr leicht als empfehlenswerth er- scheinen könne. — Eigenthümlich erscheint es uns, daß die Arbeitshäusler lieber ins Zuchthaus wollen, und um ihren Zweck zu erreichen, sich sogar zu Sfaevelthaten hinreißen lassen. Ist es denn im Zuchthause besser als im Arbeitshause? Wenn dieses der Fall ist, dann wäre es durchaus nothwendig, daß die Arbeitshäuser reformirt würden, denn ins Arbeitshaus kann unter den heutigen wirthschastlichen Verhältnissen leicht der beste Mensch kommen; zum Vagabund wird heute nicht nur leicht ein Arbeiter, der keine Beschäftigung erhalten kann, sondern auch sogenannte vornehme Leute, selbst Adelige und frühere Fabrikanten.— Ist es aber im Arbcitshause besser wie im Zuchthause, dann begreifen wir nicht, warum die Ärbeitshäusler lieber ins Zucht- Haus wollen. Jedenfalls wäre hier eine Untersuchung der Verhältnisse am Platze.— Auffällig ist die Redewendung des Herrn Dr. Straßmann, daß der Redner(v. d. Goltz)„denn doch mehr die praktische Seite im Auge gehabt habe." Wir find der Anficht, daß die Prügelstrafe nachgerade von keinem gebildeten Menschen mehr empfohlen werden sollte, gleich- viel ob vom praktischen oder ethischen Standpunkte aus. Der deutsche Konsul in Kapstadt, Herr Lippert, erhielt am 6. September von der deutschen Regierung die offizielle Mittheilung, daß die ganze Küstenlinie vom 26. Breitcgrad bis Cap Frio unter dem 18. Breitegrad als deuts ches Terri- t o r i u m proklamirt worden ser. Da das Lüderitz gehörige Terrstorium sich vom 26. bis 28'/, Gr. s. Br. erstreckt, ist das- selbe also nicht unter dem Ausdruck„deutsches Territorium" einbegriffen, auch Camcrun unter dem 4. Grad n. Br. und die unter 6,20 Gr. n. Br. an der Sklavenliste liegenden Territo- ricn nicht. Ist die Nachricht zutreffend, so muß daraus gefol- gcrt werden, daß es fernerhin zwei Arten„deutscher Kolonien" geben soll: direkt unter dem Reiche st ehende Ter- ritorien, wie der Küstenstrich vom 18. bis 26. Grad s. Br. (ausgenommen die Walfisch-Bai) und unter deutschem Protektorate stehende Gebiete, wie z. B- Lüdcritzland. Der Gesetzentwurf, betreffend die Einführung von Postsparkassen im deutschen Reich soll bereits fertig gestellt sein und dem preußischen Staatsministerium vorliegen. Ehe der Gesetzentwurf, welcher sich— wie behauptet wird— die möglichste Schonung des Bestandes der Gemeinde- und Kreis- sparkassen angelegen sein läßt, an!den Bundesrath gelangt, wird er noch dem Staatsrath unterbreitet werden.— Es ist ja eine schöne Sache, wenn man Sparkassen einzuführen sucht; aber was nützen uns die Sparkassen, wenn wir nichts sparen können?! Dampfkessel- und Dampfmaschinen-Statistik. Auf Grund der in Folge einer Anordnung des Handelsministeriums von sämmtlichen Dampfkesselrevifions-Amtsstellen der statistischen Zentralstelle eingereichten Nachweisungen über die im Dampf- kessclkataster während des Jahres 1883 eingetretenen Verän- derungen hat das statistische Bureau die Zahl der am 1. Jan. 1884 in Preußen vorhanden gewesenen Dampfkessel und Dampf- Maschinen festgestellt auf: 39,646 feststehende Dampfkessel 8,229 bewegliche Dampfkessel und Lokomobilen, 36,747 feststehende Dampfmaschinen, 1,091 Schiffsdampfkeffel und 906 Schiffsdampfmaschinen. Stellt man diese Angaben dem zuletzt veranstalteten Nach- weis vom Jahre 1879 gegenüber, so ergiebt sich, daß in Preußen während der letzten 5 Jahre sich durchschnittlich jährlich vermehrt haben: die feststehenden Dampfkessel um 4,5 pCt., „ beweglichen„„ 9,7„ „ feststehenden Dampfmaschinen„ 4,6„ „ Schisssdampfkessel„ 11,1„ „ Schiffsdampfmaschinen„ 9,1„ Die Anwendung der Dampfkcaft hat in Preußen also während der letzten 5 Jahre abermals erheblich an Ausdehnung gewonnen, welche namentlich bei der Schifffahrt sehr intensiv hervorgetreten ist, ein Umstand, der mit dem neuerdings so eifrig betriebenen naturgemäßen Uebergange vom Segel- zum Dampfschifffahrtsbetriebc im engsten Zusammenhange steht. Stettin, 5 Oktober. An Bord des dänischen Dampfers „Uffo", welcher gestern Vormittag unmittelbar nach seiner An- kunft im Hafen einer Durchsuchung nach sozialdemokratischen Schriften unterworfen wurde, nahm man eine ziemlich große Kiste, in welcher sich u. a. eine Anzahl in dänischer Sprache ge- druckte Zeitungen befanden, zur weiteren Prüfung ihres Inhalts vorläufig in Beschlag. Die Kiste wurde aber bald darauf wie- der freigegeben, da sich in derselben nur Drucksachen unoer- fänglichcn Inhalts befanden. Stettin, 6. Oktober. Heute Morgen um'/,9 Uhr traf der dänische Dampfer„Dronning Lovisa" hier ein und wurde so- fort wiederum einer Durchsuchung nach sozialdemokratischen Schriften unteezogcn, die jedoch nicht wie beim ersten Mal ein Resultat ergab. Der dritte Maschinenmeister dieses Dampfers, in dessen Besitz vor Kurzem die 43 Exemplare des„Sozial- demokraten" gefunden wurden, ist von der betreffenden Rhederei entlassen worden, da er sich weigerte, die Bezugsquelle dieser Schriften anzugeben. Die Rhederei schloß daraus, daß er mit Sozialvemokraten Verbindungen unterhielte und verfügte sofort die Entlassung. Belgien. Bei der gestern in der belgischen Hauptstadt stattgehabten Feier der Preisvertheilung an die Schüler der Mittelschulen, der das Königspaar beiwohnte, kam es zu stürmischen Demonstrationen. Die Polizei hatte schon vorher den Garten der Akademie räumen lassen. Als die königlichen Wagen erschienen, wurde neben den Begrüßungs- rufen für den König auch Vive la Republique laut gerufen, Zischen und Pfeifen ertönte überall. Die Feier, zu der nur Eingeladene Zutritt hatten, begann. Kaum hatte die Musik geendet, als aus dem Saal mächtig die Rufe erklangen:„Nieder mit den Priestern!" Allgemeine Bestürzung: mehrere Personen wurden verhaftet. Der Minister Jacobs hielt die Rede; bei jedem Preise, der einem von ihm unterdrückten Athenäum zuerkannt worden, stürmischer Beifall. Am Ende seiner Rede ertönte theils Beifall, thcils Zischen. Als das Königspaar aus dem Palast trat, wiederholten sich die Demonstrationen. Zischen. Pfeifen, Vive la Republique, ertönte. Dasselbe wiederholte sich auf dem Platz vor dem Palast, wo wiederholt:„Nieder mit dem Könige!" gerufen wurde. Die Polizei nahm aller Orten viele Verhaftungen vor. Frankreich. Herr Dauphin, Vizepräsident des Senats, der im Kongreß Berichterstatter über vre Revifionsvvrlage war, hat zu dem von der Regierung eingebrachten Entwurf eines neuen Senatswahlgcsetzes, den er für zu matt erachtet, einen Gegenentwurf ausgearbeitet, der auf dem indirekten allgemeinen und gleichen Wahlrecht beruht. Herr Dauphin begründet sein Amendement ausführlich in einer allen Senatoren zugegangenen Denkschrift; er will die Gemeinden unter 500 Seelen, je 1, die von 500—3000 je 2, die von 3-10000 je 3, die von 10 bis 20 000 Einwohner je 4, Wahlmänner wählen lassen; je weitere 20 000 Einwohner sollen zur Wahl von je weiteren 4 Wahlmännern berechtigen, so daß Marseille 64, Lyon 68, Paris 400 Wahlmänner hätte. Die Gemeinden von über 20 000 Einwohner würden in Wahlbezirke zur Wahl von je 4 Wahlmännern zerlegt. Die Gemeindcräthe als solche würden natürlich kein Wahlrecht mehr ausüben, sondern nur noch wie die übrigen Wähler.- Ter Bischof Freppel von Angers, welcher, wie man sich erinnern wird, in Sachen der Verwaltung der Alterversorgungdkasse für Priester mit den BeHorden in Konflikt gerathen war und so- gar von einem Prozeß bedroht wurde, hat jener Kasse die Summe von 89,000 Franken restituirt, wodurch die Angelegenheit beigelegt sein soll.— Die Zahl der beim Tribunal der Seine bis jetzt anhängig gemachten Ehescheidungsklagen übersteigt 1800, die Mehrzahl derselben rührt jedoch von Gatten her, dre bereits gerichtlich von Tisch und Bett getrennt find und ledig- lich die Umwandlung der Trennung in Scheidung beantragen, um eine neue Ehe eingehen zu können- Die Anträge dieser Art gehen meist von Frauen, die neuen Scheidungsprozesse überwiegend von Männern aus.— Das Vertheidigungskomitee hat beschlossen, die Umgebung von Nizza mittels Forts in ein verschanztes Lager zu verwandeln. Seitens der Präfektur des Seinedepartements sollte heute die Uebernahme der Sakristei der Kirche St. Nicolas des champs erfolgen, welche 6eh0fs Verbreiterung der Straße beseitigt wer- den soll. Da der Delegirte der Präfektur die von dem Geist- lichen verlangten Ausweise seiner Identität nicht mit sich führte, so verweigerte der Geistliche die Herausgabe der Schlüssel. Inzwischen hatte sich eine große Menschenmaffe in der Straße angesammelt, welche in die Kirche drang und dort die Marseillaise sang. Cholera. Es starben am 5. Oktober in Italien 133 Personen an der Cholera, davon in der Stadt Neapel 25. Dänemark. Der Reichstag ist heute im Festsaale der Kopenhagener Universität eröffnet, aber auch gleich wieder ver- tagt worden. Die Thronrede legt dem Reichstage ganz be- sonders ans Herz, die Selbstständigkeit des Landes durch zweckmäßige Vettheidigungsmaßregeln zu sichern und schließt mit dem Ausdrucke der Hoffnung, daß auch die übrigen Ar- betten für das Wohl des Landes von dem besten Erfolge be- gleitet sein möchten. Bei der hierauf vorgenommenen Prä- sidienwahl wurden die bisherigen Präfidenten wiedergewählt. Der Reichstag wurde alsdann auf vier Wochen vettagt. Die Vertagung ist durch den Mangel eines passenden Sitzungs- Lokales nothwendig geworden, außerdem aber würde es dem Reichstage auch zur Zeit an Berathungsstoff fehlen. Wie nämlich„Dagbladet" meldet, ist bei dem Schloßbrande die ganze Auflage des neuen Finanzgesetz-Entwurfs(Budgets), welcher die wichtigste und diesmal fast die einzige Vorlage bildet, in der Reichstags-Druckerei, welche sich in der Kellerei des Schlosses befindet, durch das Feuer zerstört worden. Da der Satz gleichfalls vernichtet worden ist, wird es bedeutende Arbeit und Zeit erfordern, ehe das Zerstörte ersetzt wer- den kann. England. Der Marquis von Salisbury hielt gestern in Glasgow bei einem großen konservativen Meeting eine zweite Rede, deren lettendes Thema die irische, koloniale und aus- wältige Politik der liberalen Regierung bildete. In Bezug auf die Wahlreformfrage bemertte er, daß er jdas Volk nicht fürchte, wenn demselben gestattet werde, seine Entscheidug ab- zugeben durch eine ehrliche Maschinerie und nicht durch eine numerische Gaukelei, wie solche die Regierung in Scene zu setzen wünsche. Die Reformfrage bildete auch das Thema einer Rede, welche Lord Randolph Churchill gestern Abend bei einer konservativen Kundgebung in Leeds gehalten. Der Führer der sogenannten vierten Partei spöttelte über die bisher mißlungenen Anstrengungen Gladstone's, das Stimmrecht zu erweitern. Wenn die Torypartei wieder ans Staatsruder ge- lange, würde sie die Erweiterung ldes Stimmrechts und die Neueintheilung der Wahlkreise zu gleicher Zeit erledigen, und zwar auf einer viel breiteren Basis, als die von den Liberalen vorgeschlagenen. Wie Salisbury in Glasgow, unterzog auch er die auswärtige Polttil der Regierung einer sehr schneidigen Kritik.— Die Herren Konservativen(Tory's) und Liberalen in England belegen sich gegenseitig mit allerliebsten Sckmeichel- namen; sie werfen sich gegenseitig Gaukelei und Unehrlichkeit vor und— sie haben Recht. Beide verstehen es, das englische Volk ihren Interessen dienstbar zu machen und dasselbe in der u n— eigennützigsten Weise zu nasführen. Egypten. Die Sudanesen haben den englischen Oberst Steward erwischt und todtgeschlagen. Es verlautet darüber: Nach Austreibung der Araber aus Berber kehrte Gordon nach Khartum zurück. Stewart mtt vierzig Mann dampfte nilab- wärts und dabei fuhr der Dampfer auf einen Felsen auf. Die am Ufer befindlichen Araber erboten sich, Kameele für den Transpott zu Lande zu besorgen; sobald jedoch die Engländer das Ufer berührten, wurden sie alle massakritt. Hierauf über- fielen die Araber das SchiMnd tödteten alle an Bord Befind- lichen, bis auf vier. China. Nach einem Telegramm aus Hongkong haben französische iTruppen nach vorausgegangenem Bombardement die chinesische Stadt Tamsui besetzt. Drei Bataillone Marine- Infanterie verlassen Tamsui jedoch wieder, um die Verbindung mit den Truppen in Kelung herzustellen. In Amerika hat sich— wie die„National-Zeitung" be- richtet— auf Anregung mehrerer aus Berlin und Hamburg gewiesener und nach Amerika ausgewandetter Sozialdemokraten ein Komitee gebildet, um die deutschen Sozialdemokraten mit Geldmitteln für die Reichstagswablen unterstützen zu können. Bis jetzt find insgesammt 10,700 M. zusammengekommen, eine fast ebenso große Summe, als 1881 die Herren Fritzsche und Viereck auf ihrer Agitationsreise in Amerika erzielten. Wahlbewegung. Gleiches Recht für Alle. Als 26 Mann von der Richter- schen Truppe in diesem Frühjahr für das Sozialistengesetz stimmten, da hieß es, dieses Mal seien dieselben noch einer Schwäche unterlegen, kein wirklich„deutschfreistnniger" Mann werde aber in Zukunft k- jc.„Der Entschluß in dieser Frage scheint aber trotzdem— so schreibt die„Magdeburger Ztg."!— nicht bei allen Deutsch-Freisinnigen schon festzustehen. So wird im Wahlkreise Witzenhausen-Eschwege die Wiederwahl des deutschfreifinnigen A b g. F r i e ß auch der weiter rechts stehen- den Richtung damit empfohlen, daß Herr Fließ in der wichtigen Frage der Verlängerung des Sozialistengesetzes keine a priori ablehnende Haltung einnimmt, vielmehr sich die Prüfung der 1886 vorliegendcnVerhältnissevorbehält. —. Herr Frieß ist bekanntlich der„freisinnige" Herr, welcher bei der Abstimmung über das Sozialistengesetz für Ver- längerung stimmte und nach der Abstimmung von einem Ab- geordneten über sein Benehmen befragt, diesem erklätte:„Ich weiß selbst gar nicht, wie ich zu dem Ja gekommen bin."— Nette Brüder! Im Wehlauer Kreise waren— wie der„L. C." ge- schrieben wird, bis zum 3. Oktober die Wählerlisten noch nicht ausgelegt und ebenso wenig die Abstimmungsbezirke bekannt gemacht. Verspätete Auslegung der Wählerlisten führt die Ungittigkett einer Wahl herbei.— Vielleicht hat man die Wahl vergessen! Lokales. Nach einer neuesten Verfügung des Reichspostamtes find von morgen, dem 3. Oktober ab. im Verkehre des Welt- postvereins die durch Prägedruck auf Kartenpapier hergestellten Zeichenvorbilder denjenigen Drucksachen gleichgestellt, welche gegen ermäßigte Taxe befördert werden. Diese Gleichstellung tnlt übereinstlmmenv auch für den inneren deutschen Verkehr ein. Für diesen Verkehr kommt gleichzeitig das bishettge Ver- bot der Zulassung von Gegenständen, welche mit Blindenschrift hergestellt find, zur Drucksachentaxe in Fortfall. g. Auf die Ermittelung des Mörders der unverehe- lichten Nähettn Alma Kresse aus Kayna, ist nunmehr eine Belohnung von 300 M. ausgesetzt worden, nachdem trotz sofortiger Benachrichtigung an alle Polizeibehörden sämmtliche Nachforschungen nach dem Thäter ohne Erfolg geblieben sind. Die unverehelichte K. ist nach den letzten Feststellungen am 21 v. Mts, Vormittags gegen 11 Uhr, zuletzt in Altenburg sich aufhaltend, auf dem Wege von Kayna nach Zettack. mehrere tiefe, anscheinend mit einem langen, zweistS" Fleischermesser ihr beigebrachte Halswunden ermordet»-. Ihren Bruder soll die Ermordete kurz vor der Stelle,»»? cher ihre Leiche aufgefunden wurde, aufgefordett haben. zugehen. Da der Thatott Spuren eines Kampfes zwis�. Mörder und seinem Opfer aufweist, so ist anzunehM° die Kleider des Thäters mit Blut mehr oder weniger w worden sind. Anscheinend liegt ein Lustmord vor. T« r AnHaltepunkt über die Persönlichkeit des Mordgeselle« � so ist zu befürchten, daß diese grausige That ungesühnl� a. Der vielfach bestrafte Einbrecher, Stcpper IjJ dessen ehemalige, von ihm geschiedene Frau in dem 1% gegen Tickhoff durch ihre Beziehungen zu dem Zeuge«? und durch ihre Aussagen sich bekannt gemacht hat, ist hem< dem dringenden Verdachte eines schweren Diebstahls M worden. Diesen Diebstahl hat er mit einem nicht ew?? Komplizen bei einem in der Anklamersttaße wohnende« mann ausgcfühtt und dabei 4 Koupons der Deutschen** anleihe von 1878 gestohlen._. Daß die Direktion des Belle- Alliance- M das 4 aktige Lustspiel„Die Wilden", von Ernst wieder in ihr Repertoir aufnimmt, darf als eine sehr»f Idee bezeichnet werden. Das Stück wurde zu einer Aufführung gebracht, wo das eigenlliche Theater-PubWq den Bädern und Sommerfrischen verweilte, und dürste!!? jetzt sehr zeitgemäß erscheinen, da es die Wahl-Agitatio»»' sehr humottstrscher Weise beleuchtet. � g Durch das unsinnig schnelle Fahren eines Sch>l>? fuhrwerks wurde gestern Abend der in der Lind» wohnende Schlofferlehrling Andersch in der Wilhel«? gegenüber dem Palais des Pttnzen Fttedrich Carl überst? A. war eben im Begttff, an jener Stelle den Fahrdc» überschreiten, als nur noch wenige Schritte von ihm% auf dem Asphaltpflaster ein Schlächerwagen dahergeM< Beim Sprung zur Seite kam A. zu Fall und obg" Kutscher noch ausbog ging doch das Hinterrad des dem an der Erde liegenden A. über den linken Aw brachte diesem eine bedeutende Quetschung bei. A. ing% nach der Sanitätswache in der Markgrafenstraße begebe« selbst ibm ein Verband anaeleat wurde. Dem Scbluäp" selbst ihm ein Verband angelegt wurde lang es, in der Voßstraße zu entkommen. a. Verhaftet. In der Nacht vom 5. zum 6.& traf ein Nachtwächter in der Mülletttraße an der Ecke straße einen Mann mtt einem Bündel unter dem fistirte denselben, da er sich über den rechtlichen Er»° in dem Bündel enthaltenen Sachen nicht auszuweiif« mochte, zur nächsten Polizeiwache. Da wurde er als«? better Jörß festgestellt, welcher bei seiner Vernehmung?, die Sachen von dem Zaun eines am zoologischen legenen Grundstücks gestohlen zu haben. Das Bündel-«, außer einigen Kinderwäschstücken zwei alte Handtücder. einen blau und weißkarrirten Kopfkissenüberzug. I.«uw Haft gebracht. N. Eine höchst unerquickliche Szene, die dem v schuldigen wohl zweifellos noch eine Anklage wegen« Thierquälerei, Mißhandlung und Widerstand gegen die>» gewalt zuziehen dürfte, spielte sich gestern Nachmittag' 6. Stunde auf dem Grundstück Zimmer- und Jeru!«, straßen-Ecke ab. Der Führer eines Steinwagens versu«' schwer beladenes Gefähtt auf das Grundstück, auf dem blicklich ein Umbau aufgeführt wird, heraufzufahren.% Pferde anscheinend jedoch den schweren Wagen schaffen konnten, so schlug der Kutscher unbarmherzig°-l Thicre und zwar derart, daß schließlich einer der AugeniA zu Gunsten der gequälten Thiere intervenirte. Dies den rohen Patron derart in Wuth, daß er die Peitstbfp drehte und den unbekannten Jntervenienten deratt j»* Kopf schlug, daß der Getroffene, heftig blutend, dewufp e sammenbrach. Als schließlich von anderen Augenzeag'y Schutzmann requiritt wurde, setzte er sich auch diesem Ä über zur Wehre und gelang es erst mit Hilfe des P«? � den wild um sich schlagenden Menschen zu üderwäW" nach der Wache des nächsten Polizei-Reviers zu schaff? N. Unbekannte Selbstmörderin. Eine unbeka«� gant gekleidete ca. 30jährige Frauensperson stürzte ff» Abend augenscheinlich in selbstmörderischer Abficht u». jj Schlosses Belleoue in die Spree. Mehrere Schiffer, mit ihren Kähnen vor Anker lagen, hatten den Vorfall gesehen und gelang es diesen, die LebensüberdrümS einigen vergeblichen Versuchen zu ergreifen und an» bringen. Bewußtlos, aber noch lebend wurde die u«0. c nach der Charite geschafft, wo sie kurz darauf ohne«„ f mal vernehmungsfähig zu werden, starb. Die Unbeka« y bekleidet mit feiner, w. H. gezeichneter Leibwäsche, eine? karirten Kleid, einem grünen Rock mit rother Kante un Strohhut mit schwarzer Feder. In der linken Hana,.«? einen goldenen Ring, in dem ebenfalls die Anfang«?>» w. H. eingravirt waren. Hoffentlich tragen diese ö1 einer Rekognoszirung der Unbekannten bei. n. Eine äußerst schmerzhafte Verletzung M u � scheinend durch eigene Schuld ein in der Maschinen!« Müller in der Oraniensttaße beschäftigter Lehrling Wagner zu. Derselbe war an einer Bohrmaschine«%# als plötzlich der Bohr ausrutschte und ihm in den der linken Hand fuhr. Wagner mußte sosott nach 5 Ljii«1 Sanitätswache geschafft werden, wo ihm die Wunde o- N. Ein brutaler Racheakt ist am gestrigen einen in der Skalitzerstraße 129 wohnenden Dre Benjamin Seidel in der Oraniensttaße verübt w war zweiter Vorsitzer in einer Wählerversaminlung- gji demselben Tage in einem Restaurant in der# straße stattfand, und aus der mehrere Kollegen des � k Ruhestörung ausgewiesen werden mußten. Als v- � Schluß der Versammlung auf dem Heimwege WTfl" Jm? er in der Oranienstraße von mehreren Männern, 0 � p* den erwähnten Kollegen angefallen und nach'wi � Wechsel mit dem Kopf deratt gegen einen Straßenv« � warfen, daß S. aus einer klaffenden Wunde ain � heftig blutend, bewußtlos liegen blieb. S. mußl jjj Sanilätswache geschafft werden, während die rohe» die Flucht ergriffen._ h w% a. Der Strolch, welcher am Sonntag Abend\ �. voigtei-Jnspektor von H. am Rathhause üverfallen„gK verletzt hat, ist von der Kttminalpolizei ermittett� ggy? Mittag verhaftet worden. Der Festgenommene alte Steindrucker Ermelin, der mehrfach wegen wai 1 3 Bettelns bestrast und erst am verflossenen Sonntag leiner geworden seien-.�t, ist/ stand, in welchem sich der verletzte Herr v. H- dell � bis" Vernehmen nach ein recht bedenklicher. Derselbe i» 5.».«„«-»ä! 11 Jahre alte Margarethe Kliemann auf dem Ptfiät'y siO Den � len nn Aktien-Viehhofs gegen eine in Bewegung sich schaukel und erlitt dabei schwere Verleyungen im eine Gehirnerschütterung, so daß sie mittelst Dro. ß sS wurde der Arbeiter Simon, als er auf dem S ßgl« Hofe mit Abladen von Vretterrn beschäftigt rvM, einem Krampfanfall betroffen, fiel in Folge auf eine Kette und erlitt dadurch eine Geh> m Hel heate Wid lüd Beit ifum gen onen Tag Denfi Im erfah Damm ente zuft lon Leich Wage zugte fi ben, m ichter b. Der G erba Feb Blei Batte Da Gerichts- Zeitung. Er wurde nach dem Lazarus- Krankenhause gebracht. Anwesens, 3) Anfertigung der Militärarbeiten in den demselben Tage Mittags gerieth der Pferdebahn- Kondukteur Strafanstalten, 4) Aenderung der Konkurs- Ordnung, 5) Anton in der Kreuzbergstraße unter einen vorüberfahrenden Schuß der Bauhandwerker und 6) Altersversorgung Bierwagen und wurde überfahren. Anton mußte nach seiner der Arbeiter". Tischlermeister Hamann: Dieses Programm Wohnung gebracht werden, wo er Nachmittags an innerer ist den beiden Kandidaten der Gegenparteien, der Herren Kloß Verblutung verstarb. Einige Stunden später wurde der und Hasenclever mit dem Ersuchen übersandt worden, fich bis Kutscher Schneider in der Weddingstraße von seinem mit zum 1. Oktober zu äußern, wie sie sich zu demselben stellen. Eisen beladenen Wagen überfahren, indem er in Folge Scheu- Beide Kandidaten haben jedoch bis jetzt nicht geantwortet, es werdens und plöglichen Anrückens der Pferde vom Wagen scheint danach, daß das Programm den Herren nicht in den fiel. Schneider erlitt sehr schwere Verlegungen des Unterleibs Kram paßt.( Stürmisches Dho!)- Schneidermeister Doll: und mußte nach der Klinik gebracht werden. Für unser Programm wird lediglich der Kandidat der konservativen Partei, Herr Dr. Jrmer eintreten.( Rufe: Dummheiten!) Herr Dr. Jrmer hat sich zur Aufgabe gestellt, den Arbeitern zu helfen.( Stürmisches Gelächter.) Vorsitzender Vorftender Ein ausgewiesener russischer Unterthan wurde heute Schuhmachermeister Schumann: Ich ersuche die Gäste, fich in der Person des Strumpffabrikanten J. Lippmann aus der ruhig zu verhalten, sonst werde ich von meinem Hausrecht GeUntersuchungshaft vor die vierte Straftammer hiesigen Land- brauch machen.( Stürmtsches Gelächter. Rufe: Es ist hier gerichts I gestellt, um sich auf eine Anklage wegen wiederhol- eine öffentliche Wählerversammlung.) Schumann: Es ist hier ten Vergehens gegen die Gewerbe- Ordnung und wegen in- blos Handwerker- Versammlung und wenn Sie nicht ruhig sein tellektueller Urkundenfälschung zu verantworten. Der Ange- wollen, dann fordere ich Sie auf, das Lokal zu verlassen. flagte betrieb hier bis zu seiner im Monat Juli cr. Auswei- Rufe: Scheeren Sie sich doch zu Hause, Ihre Olle schimpft fung eine Strumpfwaarenfabrikation mit 4 handmaschinen. ja schon lange, daß Sie sich immer mang die Antisemiten rum Anfang d. J. kamen aus seiner russischen Heimath zwei treiben!)- unter großem Tumult verlangt nun ein Arbeiter Unter großem Tumult verlangt nun ein Arbeiter Mädchen bei ihm an, die einen Paß auf den Namen der Jagsch das Wort. Da dieser aber nicht im sechsten Wahlkreise Geschwister Kußner mitbrachten. Er nahm diese beiden in noch wohnt, wird ihm das Wort nicht ertheilt.- Schneidermeister fehr jugendlichem Alter befindlichen Mädchen bei sich auf und Doll: Es ist dies allerdings eine Wählerversammlung, daß ste meldete sie auch polizeilich als Geschwister Kußner an. Wenige diese jedoch stören wollen, ist niederträchtig.( Heftiger Tumult.) Wochen darauf wurden ihm aus seiner Heimath noch zwei mit Arbeiter Kramer: Herrn Doll ist seine unparlamentarische BeDem ersteren ziemlich gleichaltrige Mädchen zugeführt, die einen merkung nicht weiter übel zu nehmen. Die Arbeiter fönnen Baß auf die Geschwister Holzmann mit sich brachten. Auch fich aber nicht so elegant ausdrücken, wie. die Angehörigen diese meldete der Angeklagte polizeilich an und beschäf anderer Stände, dazu haben sie im Allgemeinen zu wenig ge tigte die Letteren in seinem Fabrikations- Geschäft, und lernt. Arbeiter Augustin: Durch unser Erscheinen ist diese zwar ohne daß er für dieselben anfänglich Arbeitsbücher ent- Versammlung eine Wählerversammlung geworden. Vornommen hatte. Dies wurde polizeilich gerügt, und der Ange- figender: Ich bemerke wiederholt, daß diefe Versammlung ledigflagte ging mit den beiden zuletzt angekommenen Mädchen lich einberufen worden ist, um sich mit der Handwerkerfrage auf das Polizeibureau, um für dieselben Arbeitsbücher aus- zu beschäftigen die Politik ist von dieser Versammlung fern zu halten. stellen zu laffen. Hierbei bezeichnete er die Mädchen unter Augustin( fortfahrend): Die Abstimmung über das Sozialisten Borlegung des bezüglichen Paffes als die Geschwister Kußner. gefeß im Reichstage hat den Beweis geliefert, daß die KonserAus dem Baffe der Geschwister Holzmann ging nämlich her- vativen den Arbeitern eben so feindlich find, wie die Deutschvor, daß dieselben das Alter von 14 Jahren noch nicht er- Freifinnigen. Vors: Das Sozialistengeset gehört nicht hierreicht hatten, woraus folgt, daß er diese auch nicht als jugend- her. Auguftin: Es gehört doch hier her. Die Arbeiter wer liche Arbeiterinnen 10 Stunden des Tags hätte beschäftigen den sich durch die Versprechungen der Konservativen nicht bedürfen. Bei den erfolgten Ausweisungen des Angeklagten thören laffen. Mit Buchtzwang ist die soziale Frage nicht zu und der vier Mädchen kam die Verwechslung an den lösen. Vors. Wir wollen nicht die Zunft des Mittelalters. Tag und wurde, da außerdem die beiden Mädchen-( Rufe: Aber die Ackermann'sche Bunft.) Augustin: Sagen bei einer Revision während der Vesperpause arbeitend Sie das Ihrem Kandidaten, Herrn Dr. Jrmer, er möge mit betroffen worden waren, die obige Anklage erhoben seinen Freunden für Einführung eines gefeßlich geregelten und der betreffende Angeklagte, der die Absicht fund gegeben Normalarbeitstages und Abschaffung der industriellen Frauenbatte, nach England überzufiebeln, wegen Fluchtverdachts in und Kinderarbeit wirken.( Stürmischer Beifall.) Die Arbeiter Untersuchungshaft genommen. Jm Termine behauptet nun werden nur einem Manne ihre Stimme geben, der seit Jahren der Angeklagte, daß die beiden erst angekommenen Mädchen den Beweis geliefert hat, daß er Muth genug befißt, Die Geschwister Holzmann gewesen seien. Dieselben wären nur um voll und ganz für die Intereffen der Arbeiter einzutreten. auf den falschen Baß der Kuzner gereist während die Ge- Vors. Ich ersuche dringend, die Kandidatenfrage hier aus schwister Kußner den Paß der Holzmann's mitbrachten. So- dem Spiele zu lassen; wir haben es hier lediglich mit der nach habe er die Arbeitsbücher ganz richtig ausstellen lassen. Handwerkerfrage zu thun.( Rufe: Unsere Politik ist die Brotfrage!) Arbeiter Pfrügge: Ich muß dem Herrn Vorrichtigen Verhältniß noch gar feine Kenntniß gehabt. Diese figenden bemerken, daß die Handwerkerfrage von der Politik Angabe des Angeklagten erhält ihre Unterstügung in dem Umstande, daß die in Arbeit genommenen Mädchen in der That die Politik von der Arbeiter und Handwerkerfrage fern halten, entwickelter waren, als die beiden anderen. Der Staatsanwalt beantragte zwei Monate Gefängniß und 30 Mark to. noch drei Tage Gefängniß; der Gerichtshof sprach aber den Angeklagten wegen intellektueller Urkundenfälschung frei und verurtheilte ihn nur wegen der Verstöße gegen die Gewerbe- Ordnung zu 40 Mark ev. 4 Tagen Freiheitsstrafe, welche als verbüßt zu erachten ist. Arm verb ifen ber gang Sarten I enth cher wurde Sa en gr e Sta ng in rufale uchte m au D nicht gau genz itsche ttber uftled eugen em gege Bublifu tigen ffen nnte, ich gefte Inweit bie bo ill mit fige B Land Inglidi noch annte tem br und ein to trug buchfia Beilen Aficha Fabrit Serma befchaft Daum er näch berbund age ge Hergeje rden. B. die n Sal S. we fich no bmur nfcheine em 9000 innen Borderl Attenti nach b " 1 Brunzel stellte den Antrag: Die Versammlung möge beschließen, ob eine Spezial- oder Generaldiskussion stattfinden foll. Herr Hugo Lehmann bemerkte zu diesem Antrag u. A., er( der Redner) müsse sich wundern, daß der Vorfiẞende einen derartigen Antrag einbringt, es ist vor drei Wochen beschlossen worden, daß eine Spezialdiskussion stattfinden soll und daran müffen wir festhalten, denn wir find doch keine Kinder, daß wir heute beschließen und morgen umstoßen. Redner müsse darauf bestehen, daß eine Spezialdiskussion stattfindet. Die Herren Sennwiß und Klein sprachen sich in scharfer Weise in demselben Sinne aus. Hierauf wurde in die Spezialdiskussion eingetreten.§ 2-6 werden nach längerer Debatte nach dem Entwurf angenommen. In§ 7, Absatz 2 heißt es nach dem Entwurf: Die Mitgliedschaft erlischt, wenn die Kassenbeiträge an zwei aufeinander folgenden Terminen nicht gezahlt werden, mit dem zweiten Zahlungstermine." Herr Hugo Lehmann stellte hierzu den Antrag: Statt zwei acht Wochen zu stellen und motivirte seinen Antrag dahin: Das Krankenversicherungs Gesetz schreibt zwar im Paragraph 27 vor, daß Mitglieder nur zwei Wochen restiren dürfen. Es ist zwar traurig, aber es fommt häufig vor, daß Bauhandwerker zwei bis drei Monate im Winter keine Beschäftigung haben, die zentralisirten Hilfskaffen gewähren ihren Mitgliedern in Anbetracht dieser Verhältnisse eine neunwöchentliche Frist. Zum Schluß bittet Redner, seinen Antrag anzunehmen. Nach einer lebhaften Debatte, in welcher die Herren Sennwig, Ringmann und Kliem fich in dem Sinne des Antragstellers aussprachen, die Vorstandsmitglieder aber diesen Ausführungen in scharfer Weise entgegentraten, wurde der Antrag einstimmig angenommen. Die Paragraphen 8-11 murden nach langer Debatte, da sich leider nach dem Gesetz nichts ändern ließ, nach dem Entwurf angenommen. Paragraph 12, Abschnitt II heißt es nach dem Entwurf:„ Das Krankengeld wird gewährt vom dritten Tage der Erkrankung". Hierzu stellte Herr Seigt den Antrag, das Wort ,, dritten" fallen zu lassen und dafür ersten einzuschieben. Der Antragsteller motivirte seinen Antrag in ausführlicher Weise. Nach längerer Debatte wurde derselbe angenommen. Die Paragraphen 13-15 wurde nach heftigerDebatte unverändert angenommen. Bu Paragraph 16 stellte Herr Rudolf den Antrag, das Sterbegeld von 75 M. auf 90 M. zu erhöhen. Der Antragsteller bemerkte, dieser Punkt hätte in der Vor standsfizung schon zu Meinungsverschiedenheiten Veranlassung ge geben und wäre die Summe von 75 M. nur mit Stimmengleichheit gefaßt, und er( der Redner) bitte die Mitglieder, seinen Antrag anzunehmen. Der Kaffenbote Herr Neubert sprach sich gegen diesen Antrag aus, und bemerkte, die Kaffe zahle ja schon 15 M. mehr, wie die Hilfskaffen, welche ja nur 60 M. zahlen. Herr Lehmann sprach für den Antrag und bemerkte, die Hilfskaffe der Zimmerer zahle 75 M. und die der Gürtler und vers wandter Berufsgenossen 80 M. Sterbegeld und nicht 60 M. Die Herren Seißt, Klein und Sennwiß sprachen fich ebenfalls zu Gunsten des Antrages Rudolf aus; der Antrag wurde mit allen gegen die Stimme des Herrn Neubert angenommen. Hierauf stellten die Vorstandsmitglieder Rudolf, N. Meyer, und Plötz den Antrag, die Paragraphen 17-64 en bloc anzunehmen. Herr Klein wendet sich in entschiedener und scharfer Weise gegen diesen Antrag, und bemerkt u. A., daß die Vers sammlung nur durch das fortwährende Sprechen vom Vorstandstische und derartige Anträge in die Länge gezogen würde. Zum Schluß verlas der Vorfißende einen von Herrn Lehmann gestellten Antrag: Die Versammlung möge beschließen, die Statutenberathung zu vertagen und die heutige Versammlung der vorgerückten Beit halber zu schließen, und in 14 Tagen weiter zu berathen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Schluß der Versammlung 1% Uhr. nicht zu trennen ist. Die Konservativen wollen nur deshalb Die in Folge der Strikes begangenen Erzesse sollen nach dem Antrage des Staatsanwalts in rechtlicher Beziehung viel strenger qualifizirt werden. Gegen die Klempnergesellen Ullrich, Thaul, Gericke und Marschallky stand bei der 93. Abtheilung des Schöffengerichts die Verhandlung einer Anklage wegen gemeinschaftlicher Körperverlegung der Klempner Karl Bücklow, deffen Bruder Ferdinand und des Klempners Neul geschlossen erklärte. an, welche fte am 7. und am 23. April cr. begangen haben und ein Vorgehen mit vereinten Kräften für vorliegend, so daß die Angeklagten des schweren Landfriedensbruchs hinreichend verdächtig seien. Er beantragte in Folge dessen sich für un zuständig zu erklären und die Verhandlung vor das Schwurgericht zu verweisen. Der Gerichtshof beschloß aber die Verhandlung zu vertagen, um auch zuvor die Entlastungszeugen zu vernehmen. g. Auf eine Anklage der Staatsanwaltschaft wegen um beffer im Trüben fischen zu können. Wir werden uns durch die Versprechungen der Reaktionäre in feiner Weise beirren laffen, sondern wie ein Mann für unseren Kandidaten stimmen.( Stürmischer Beifall.) stimmen.( Stürmischer Beifall.) Der Vorfigende bemerkte wiederholt, daß diese Versammlung keine öffentliche Wählerversammlung, sondern lediglich berufen sei, um die Handwerkerfrage zu besprechen; er werde daher ferneren Rednern nur zu dem legten Thema das Wort ertheilen. Ein Arbeiter Meyer beantragte: abzustimmen, ob dies eine öffentliche beiter Meyer beantragte: abzustimmen, ob dies eine öffentliche Wählerversammlung oder eine Handwerkerversammlung sei. Der Vorsigende weigerte sich, eine solche Abstimmung vornehmen zu laffen. Es entstand in Folge deffen ein solch furchtbarer Tumult, daß der Vorsigende schließlich die Versammlung für Die Versammlung war von einem WachtDie Versammlung war von einem Wacht meister und einem Schußmanne überwacht. Kaum war jedoch die Versammlung seitens des Vorsitzenden geschloffen, da erschien ein Polizeioffizier mit mehreren Schußleuten und forberte zur schleunigen Räumung des Lokals auf. Letzteres geschah unter vielfachen Hochrufen auf Hasenclever. eines mit großer Frechheit ausgeführten Ueberfalls gegen den Werfführer Bucheisen, hatte sich gestern der bereits 15 Mal vorbestrafte Arbeiter" Kühlhorn vor dem Königl. Schöffen- sei ein Gnadengeschent des Reichskanzlers, für das schon gericht zu verantworten. Die Anklage richtete sich auch gegen den Romplizen des Kühlhorn, den Bosamentier R., da dieser aber nicht erschienen war, so wurde deffen polizeiliche Vorführung verhandelt. K. wird beschuldigt, mit R. im Monat Februar den Kaufmann F. und dessen Werfführer B. hinterlistig überfallen und mit Faustschlägen traktirt zu haben, was gegen das Leugnen des K. durch Beugen bewiesen wird. Der Staatsdentenden Vorstrafen des Angeklagten eine Gefängnißftrafe Don 6 Monaten beantrage. Der Gerichtshof schloß sich nach furzer Berathung dem Antrage des Staatsanwalts an und verurtheilte den K. zu der gedachten Gefängnißftrafe. Stbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. Auch im vierten Wahlkreise fand am Montag Abend im Saale der Urania"( Wrangelstraße) eine äußerst zahlreich besuchte Wählerversammlung der Arbeiterpartei statt. besuchte Wählerversammlung der Arbeiterpartei statt. Die Gallerie mußte auch diesmal auf Befehl des Polizeioffiziers leer bleiben. Tischlermeister Mitan polemifirte des Längeren gegen die deutsch- freisinnige und konservative Partei. Er bes merfte u. A.: Das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht Damals die Arbeiter, niemals aber die Fortschrittler gekämpft haben. Die Deutsch- Freifinnigen wollen überhaupt nicht wirt liche Reformen, ibre Bolitil ift die ewige Nörgelei, die DeutſchFreifinnigen lönnen es nicht von sich abwälzen, daß durch ihre Schuld das Sozialiſtengefez wieder auf zwei Jahre verlängert Eine Maurerversammlung tagte am Sonntag im Konzerthause Sanssouci, Rottbuserstr. 4, mit der Tagesordnung: I. Abrechnung vom Generalfonds, II. Wie halten wir unsere Errungenschaften fest? III. Verschiedenes. Vor Eingang in die Tagesordnung theilte der Vorsitzende, Herr Behrend, mit, daß der Leiter unserer Bewegung, Herr Konrad, am 28. v. M. verhaftet sei, und forderte die Kollegen auf, auch ihm, um die Ordnung aufrecht zu erhalten, volles Vertrauen zu schenken. Nachdem nun Herr Jähnicke im Namen der Kommission über Die eingelaufenen Gelder Bericht erstattet hatte, wurde nach einigen persönlichen Anfragen die Abrechnung für richtig anerkannt. Ein Antrag, den 2. Punkt von der Tagesordnung abzusetzen, wurde abgelehnt. Es nahm nun das Wort der Regierungsbaumeister Keßler. Herr Keßler unterzog in seinen kurzen aber finnreichen Worten den Innungs- Verband der deutschen Baugewerksmeister einer scharfen Kritik; er bob hervor, daß die Meister nicht den Willen haben, gemeinschaftlich mit uns die Lohnverhältnisse zu regeln, sondern uns immer an der Nase herum zu führen suchen, wie der Bärenführer den Bären.( Beweis: ihr Verbandstag.) babe ein Architekt Träger aus Altenburg die Strifes als Vorzeichen zur Revolution bezeichnet, und möchte sie mit allerhand Polizei- Geseßen nieder zu halten suchen. Alles dieses liefere den Beweis, daß wir geſchloſſen zuſammen stehen müſſen, Gang in demselben Sinne sprachen sich die Reoner in ver um mit Wort und Schrift unsere Vertheidigung zu führen. Distuffton aus. Herr Keßler spricht zum Schluß sein Be dauern aus, daß die Berliner Kollegen in Hinsicht ihrer Bahl fich so wenig für den Bauhandwerker" interefftrten. Er wünscht, daß die Kollegen, um das geistige Band der Maurer Deutschlands zu stärken, thatkräftig für die Verbreitung der Fachzeitung Sorge tragen möchten. Es wurde dann in diesem Sinne eine von Herrn Peters eingebrachte Resolution einstimmig angenommen. Nachdem nun noch im Verschiedenen einige Unterstügungsfragen geregelt waren und der. Vorfigende die Kollegen aufforderte, Einsicht in die Wählerlisten zu nehmen, wurde die Versammlung geschlossen. worden ist. Jeßt greifen die Deutsch- Freifinnigen wieder zu Denunziationen, indem sie in ihrem Wahlflugblatt einen Sat aus einer Rede Bebels aus dem Zusammenhange herausreißen und damit beweisen wollen, daß die Sozialdemokratie die rothe Republik erstrebe. Auch die konservativen haben sich als eine den Arbeitern feindliche Partei gezeigt. Wenn wir unser Wohl fördern wollen, dann müssen wir bei den Wahlen selbstständig vorgehen und mit allen Kräften dafür wirken, daß am 28. Oftober der von uns, den Arbeitern, aufgestellte Ran didat gewählt wrrde. M. H. Ich kenne den Kandidaten, den wir in diesem Wahlkreise aufgestellt haben, schon seit vielen Jahren. Er war der erste, der in Berlin die Gründung des Asyls für Obdachlose angeregt hat; er hat so manche Noth gelindert, so manche Thräne getrocknet. Die Arbeiter werden am 28. Oktober den Beweis liefern, daß sie nicht undankbar find, daß fie die Männer ehren, die für ste gelämpft und gelitten haben.( Stürmischer Beifall.) Nun greift man die Relis gion unseres Kandidaten an; unsere Religion lautet: Thue Recht und scheue Niemand, liebe Deinen Nächsten wie Dich felbft."( Lebhafter Beifall.) Diese Religion hat schon vor mehreren Jahrtausenden bestanden und wird fort eristiren, so lange es Kultur und Civilisation giebt.( Lebhafter Bei fall.) Die Arbeiter fragen nicht nach der Geburt eines Menschen. Die Arbeiter betrachten die Religion als ausschließliche Herzenssache und werden am 28. Oktober beweisen, daß fie trop aller Mehrere Versammlungen der Arbeiterpartei fanden am Montag Abend statt, von denen jedoch diejenige, die für den sechsten Wahlkreis nach dem Germania- Theater"( Wein bergsweg) einberufen war und in der Cigarrenarbeiter Laske über: Die bevorstehenden Reichstagswahlen und ihre Be deutung für die arbeitende Bevölkerung" sprechen wollte, in legter Stunde polizeilich verboten wurde. Die zu dieser Versammlung herbeigeströmten Menschenmassen begaben sich sehr bald nach der zweiten, in demselben Wahlkreise in der Neuen Walhalla"( Schönhauser- Allee) stattfindenden Versammlung, in der Stadtv. Ewald das einleitende Referat übernommen hatte. en Sta hb fchm und be 29 Ja Habls w dem T Als Mo Gefang Der S ift bo bis be lief plate che Wu ficht un nach d 16.6.2 aus d fein, na n Tap er Bab Blich v m Wag bütteru Die deutsch- freifinnige Partei hat sich bei der Abstimmung über Bolizei- Offizier diesen und erklärte Worten erhob sich der beaufsichtigende die Versammlung auf " h. In der jüngsten Versammlung der Metallar beiter( Klempner, Gürtler, Schnittarbeiter 2c.) am 3. d. Mts. Abends im Konzerthause Sanssouci", in welcher auch der aus Berlin ausgewiesene und unter freiem Geleit" zur Wahrnehmung eines Gerichtstermins hierher gekommene frühere Leiter der Metallarbeiterbewegung, Mar Lücke, anwesend war und stürmisch begrüßt wurde, referirte der jeßige Vorfigende Julius Müller in beifällig aufgenommener Weise über die schon in früheren Versammlungen wiederholt erörterte Thatsache, daß der Fabrikant Holy sein schriftlich auf Ehrenwort abgegebenes Versprechen, teine Mädchen oder Frauen neu einzustellen nicht gehalten hat, indem derselbe mit Hilfe des Mädchenlerners" Thormann jest doppelt so viele Mädchen beschäftigt wie früher Dieser begann mit einer Polemik gegen die deutsch- freifinnige Heßereien einen Religions- oder Konfessionsunterschied nicht der Brenner und außerdem noch 7 Mädchen am Balancier"! Partei und sagt, nachdem er faum zwei Minuten gesprochen: fennen, sondern lediglich den Menschen prüfen.( Stürmischer Ferner hat dieser Fabrikant einem bereits 10 Jahre bei ihm be das Sozialistengeset im Reichstage in ihrem glänzendſten Lichte die deutschfreifinnige Partei an, die im Jahre 1881 bei Ge- die sogen. Walzenbrenner, in Entreprise zu nehmen und ihm Beifall). Buchdrucker Werner griff in sehr heftiger Weise Bei Grund des Paragraph 9 des Sozialisten- Gesezes für Hochrufen auf Hasenclever den Saal und begaben sich zumeist aufgelöst. Die Versammelten verließen unter stürmischen martte. auch dieses zu räumen. Die Arbeiter erwiderten, daß sie nur Bier trinken wollten; sämmtliche Anwesende, auch mehrere im Lotal fizende Kartenspieler mußten sich jedoch schleunigst aus dem Gaftzimmer entfernen. Ein großer Trupp von Arbeitern legenheit der Stichwahl zwischen Bebel und Träger im legten legenheit der Stichwahl zwischen Bebel und Träger im legten Moment ein Wahlflugblatt verbreiten ließ, in welchem sie die Arbeiter als rothe Revolutionäre, Königsmörder 2c. brandDer Führer der Deutschfreifinnigen, Eugen Richter, denke gar nicht daran, sich ernstlich an den pofitiven Arbeiten des Reichstags zu betheiligen, seine Hauptforce bestehe in Angriffen auf den Reichskanzler, der jedenfalls bedeutend mehr geschaffen habe, als Herr Eugen Richter.( Lebhafter Beifall.) Nachdem noch Tischler Klose und der Vorsigende, Stadtv. Herold, des Längeren das Verhalten der Deutschfreifinnigen 30g nun nach dem in der Belforterstr. 15 belegenen ,, Thomas- gegeißelt, schloß Lepterer die Versammlung mit einem dreiichen Cafino", wohin für den sechsten Berliner Reichstagswahl fachen Hoch auf den Stadtverordneten Singer. freis ein Handwerfer- Komitee eine Handwerksmeister- Versamm lung einberufen hatte. Diese Versammlung nahm in Folge deffen einen ziemlich stürmischen Verlauf. Der Vorsitzende, Schuhmachermeister Schumann, erörterte das Programm des Handwerker- Komitees, das in Folgendem gipfelt: 1) Gesetzliche Sehr lebhaft ging es in der Generalversammlung der Zimmergesellen- Kranken- und Sterbetale zu, welche am Sonntag Vormittag 10 Uhr unter dem Vorsiz des zweiten Vorstehers Herrn Brunzel im Königstädtschen Kafino in der Holzmarktstraße tagte. Die Tagesordnung war folgende: schäftigten Klempner angesonnen, eine gewiffe Sorte von Brennern, dieselben dadurco um 33% pCt. billiger herzustellen, daß er dazu ,, Arbeitsburschen" verwendet, die er erst speziell hierzu anzulernen hätte. Der betreffende Arbeiter hat jedoch als ehrenwerther Mann das Anerbieten zurückgewiesen, obschon er dabei Gefahr lief, sofort entlaffen zu werden.( Beifall). Endlich hat derselbe Herr Holy auch längst alle von ihm nach dem Strike wieder eingeftellten Arbeiter, die sich an dem Strife betheiligt hatten, ohne gegründete Veranlassung wieder entiaffen. Der Referent, per Das Verhalten des genannten Herrn H. scharf tadelnd fritisirte und meinte, die Metallarbeiter müßten diesem Herrn wieder einmal beweisen, daß fie noch immer eine nicht zu unterschäßende einige Masse seien, stellte es im Uebrigen der Versammlung anheim, fich über die dagegen zu thuenden Schritte auszusprechen. in der Diskussion, an der sich hauptsächlich die Herren Mar Lücke, Klempner Negband( Hauptkassirer und früherer Vorsitzender der Lohnfommission) und Klempner Hildebrand betheiligten, sprach der Erstgenannte sein tiefes Bedauern über den offenbaren Regelung des Innungswesens, 2) Regelung des Submissions- Fortsegung der Statutenberathung zu der Drtskaffe. Herr Rüdgang der Metallarbeiter- Bewegung und den verhältnißSo mäßig so schwachen Besuch der kaum 600 Theilnehmer aufweisenden Versammlung aus. Er gedachte der früheren Waffenversammlungen" und forderte die Anwesenden mit zündenden Worten, die ihre Wirkung nicht verfehlten, auf mit allen Kräften fich wieder zu dem früheren Maßenaufgebot zufammenzuraffen, Dem mit Herrn Holy geschlossenen Vertrage würde er( Redner), der damals gerade verhaftet wurde, nicht zugestimmt haben, weil er über den Charakter des Herrn Holy zu sehr im Klaren gewesen. Indeß wolle er damals feineswegs der Lohnkommission einen Vorwurf machen, da er sehr wohl wiffe, daß man zu gewagten großen Aktionen nur dann schreiten fönne, wenn man eine große geschlossene Masse hinter sich habe. Diese hätten die Metallarbeiter wieder zu bilden und dann vor Allem energisch gegen eine weitere Ausdehnung der Mädchenarbeit in der Metallindustrie Front zu machen( Stürmischer Beifall). Schließlich wurde einstimmig folgende Resolution angenommen:„ Die heutige Versammlung 2c. erklärt das Verhalten des Fabrikanten Herrn Holy gegenüber seiner am 14. Mai d. J. der Lohnkommission gegebenen kontraktlichen Unterschrift in nicht Betreff der Mädchenarbeit für nicht Sie beschließt daher, gerechtfertigt. Sie Herrn Holy mit Mitteln allen gefeßlichen zu veranlassen, sein Ehrenwort einzulösen. Hierauf trat, mit Rüdficht auf die schon um 11 Uhr 20 Minuten vor sich gehende Abreise des Herrn Lücke, dem man in Masse das Abschiedsgeleit geben wollte, um 1/211 Uhr der Schluß der Versammlung ein. Wie uns später mitgetheilt worden, brachten ca. 200-300 Metallarbeiter ihrem ehemaligen Führer, der sich nach Chemnitz begeben, vor der Abfahrt auf dem Anhalter Bahnhofe stürmische Hochs aus. Oranienburg. Hier fand am Montag Abend eine Versammlung statt, welche fich mit der Tagesordnung: Die Stellung der Arbeiter zu den Reichstagswahlen" beschäftigte. Der als Vorsitzende gewählte Tischler Dennier gab zunächst ein Bild über die verschiedenen Parteien und ging den Liberalen besonders scharf zu Leibe und schloß seine Ausführungen damit, daß ihm ein ehrlicher Konservativer lieber wäre, als ein verlappter Fortschrittsmann. Hierauf sprach der Glasermeister Dennier aus Berlin und zergliederte in längerer Ausführung das Programm der Arbeiterpartei. Derselbe sprach über das gleiche und direkte Wahlrecht, über die immer mehr zunehmende Großindustrie, daß der Gebrauch der Maschinen immer mehr Arbeiter brodlos macht und trat warm für die Einführung des Normalarbeitstages ein. Er ging auf die Frauen- und Kinderarbeit über und schloß mit dem Appell, fich flar zu machen, wem man bei den bevorstehenden Wahlen seine Stimme zu geben habe. Er empfehle den Schuhmachermeister Arndt in Bernau Zum Schluß gelangte folgende Resolution zur allgemeinen Annahme: Die heutige Wählerversammlung erklärt fich mit den Ausführungen des Referenten vollständig einverstanden und verpflichtet sich, mit allen geseglichen Mitteln für die Kandidatur des Schuhmachermeisters Arndt in Bernau einzutreten. Der Loisenstädtische Bezirks- Verein Vorwärts" hält am Mittwoch den 8. Oftober. Abends 8 ein halb Uhr, in Konrads Saal, Wafferthorstraße 68, eine Sigung ab, in welcher der Stadtv. Herr Friz Goerdi einen Vortrag über die politische Situation halten wird. Im Anschluß hieran ersuchen wir die Bürger des 17. und 18. Kommunalwahl- Bezirks diesem Verein beizutreten, welcher bezweckt, durch gegenseitige Belehrung, Vorträge und Besprechungen über öffentliche, besonders kom munale und wirthschaftliche Angelegenheiten das Jntereffe am öffentlichen Leben zu fördern. Besonders da der niedrige Beitrag, welcher monatlich nur 20 Bfg. beträgt, Jedermann den Beitritt ermöglicht. Die Sigungen finden regelmäßig jeden Mittwoch nach dem 1. und 15. des Monats statt. Die Versammlung der Vertrauensmänner des Unterstügungsverein der Buchbinder und verw. Berufsgenossen findet heute Abends 81%, Uhr im Café Strut, Melchiorstr. 15 statt. Der sehr wichtigen Tagesordnung halber machen wir auf diese Versammlung ganz besonders aufmerksam. Der Verein der Parquetbodenleger Verlins hält am Mittwoch den 8. Oktober Abends 8 Uhr im Lokal Wilhelmsftraße 105 eine geschloffene Mitgliederversammlung ab mit der Tagesordnung: Innere Vereinsangelegenheiten und Verschie denes. Tagesliste der Königl. sächsischen Landeslotterie. Biehung vom Dienstag, den 7. Oktober. ( Ohne Gewähr!) 659 331 589 308 878 300( 1000) 332 425 183( 300) 412 372. 1995 379 54( 300) 945 106 318 92 849( 1000) 700 147 941 33 889 238 286 105 936( 300) 34 814 416. 2924 633 828 830 930 249 624( 500) 113 426 188 382 704 544 256 251 747. 3235 528( 300) 823 755 703 145 243 345 285 57 577 328 940 471. 4357 986 919 392 489 713( 300) 313 23 187 49. 69910 485 530 76 653 277 805 294 718 705 22 499 113 560 179 507 287 965. 959 126 235 801 776 879 327 635 566 644. 5478 485 330| 610 593 993 663 716 361 422( 300) 463 267 557 147 806 959 126 235 801 776 879 327 635 566 644. 5478 485 330 607( 300) 539 999 166 229 749 235 758 178 289 901 639. 6593 872 416 684 267 228( 1000) 415 434 237 531 570 363 188. 7751 845 907 624 817 990 263 1 399( 300) 113 441 39( 300) 243. 8626 624 400 131 43 644 620 862 403 321 465 782 732( 1000) 426. 9871 808 595 190 532 123 821 227 828 782( 500) 134. 10000( 500). 10164 828 526 506( 500) 112 240 411 241 607 392 513 454 628 195 560 802 440( 300) 990 570 95 11078 609 335 894 466( 300) 426 993 168 970 893. 12791 44 887 879 120 ( 300) 808 85 564 716 664 508( 40,000) 924. 13479 641 915 622 64 154 779 373 26 366 768 411 154 755. 14405( 500) 243 302 976 616 70 82 728 375 873 347. 15051 507 21 133 450( 15,000) 378 324( 300) 412 359 798 923 272 238 114 612. 16670 733 445 379 538 252 557 138 616 294 297 453 752 703 390 608( 300) 186 920 185 221 17208 681( 300) 67 4 73 220 846 415 734 644 358( 500) 397. 18895 792 608 617 768 349 745 436 641 15 538 26 345. 19214 642 557 860 504 350 596( 3000) 386 784 582 505 588 300 301 749 ( 5000). 20492 777 662 674 277 196 896 661( 300) 974 365 295 14 318 553 184( 300). 21046 30( 300) 322 208 682 415 497 742 310 196 599. 22000 623( 300) 366 727 471 757 554 699 537( 300) 259 650 905 329 100 571( 5000) 350 716( 300) 493. 23967 630 83 433 718 748( 1000) 378 882 258 1000) 515 314 930 563 557. 24309 193 404 929 874 735 903( 300) 112 139 205 342( 500) 183 269 62 209 764 672 751. 25480 295( 3000) 833 934 440 27 878 955 650 977 687 265 709( 300). 26814( 300) 98 245 642 124 4 440( 300) 705 591 23 211 340 738 912 249 485. 27005 373( 500) 543 233 684 458 895 145 334. 28208 686 200 668 643 188 841 135 454 362 2 114 56 318 820. 29917 622 438 269 532 630 808( 500) 277 164 673 783 775( 300) 200 969 855 757. 30071 649 779 319( 1000) 879 436 711 300 788( 300) 502 90 360 882. 31536( 500) 680 398 262 612 179 720 155 167 411 ( 300) 800 558 432 22. 32508 592 852 920 342 514 879 614 ( 300) 276 464 983 826 315 270 2 704 23 761( 300) 4 84( 500) 33591 222 729 726 738 395 414 789( 500) 857 457 197 667. 34197 697 453 27 343 491 604 202 444 288 8( 1000) 778 549 969 752. 35437 450 839 396 605 786 153 114 349 287 853 469. 36977 998 492 18 711 474 231 141 753 159 922 212. 37153 280 350( 300) 473 969 632 899 363 126 699 26 ( 3000) 717 110 415 233 850 667 46 771 541 391 862( 3000) 497( 300) 126 508. 38 396 885 654 312( 500) 575 233 528 160 358 272 832 874( 3000) 456 911 725 746 633 95. 39715 934 357 355 353 441 115( 300) 246 36 257( 500) 116 802. 40298 259( 1000) 523 443( 300) 356 488 199 153 408 ( 300) 446 3 314( 300) 470 481 332 240 596 686 822. 41118 ( 500) 768 509 354( 300) 550 640 519 113 967 552 378 607 42321 182 913 235 894 473 ( 300) 812 44 582( 300) 754. 252 681. 43241 151 468 303 118 545 32( 5000) 72 222 640 190 297. 44786 636( 300) 335 556 580 619 860 264 441 733 775( 500) 14. 45084 180 573 944 418 827 352 682 559( 300) 565 823 885 927 334 387 338 654 329. 46584 960 392 330 394 415 307( 300) 562 255 4 873 104 499 837 121 73 344. 47897( 20000) 4 428 31 693 691 972 631 964 411 659 717 425. 48267( 300) 974 249 335 219( 5000) 655 834 899 341 626 210 125 762 415. 49602 821( 300) 625( 500) 65 117 299 596 280 118( 1000) 607( 300) 757 145 92 884 892 36 685 861. 50930 935 404 971( 300) 429 61 410( 300) 213 342 80 320( 300) 153 27 755 356 556 392 389( 500) 720. 51828 49 326 374 556 76 818 29 591 412 2 693 728 278 487 537. 52450 800 303 499 555 520( 300) 946 260( 500) 147( 300) 580( 1000) 171 649( 300) 324. 53218 786 284 516 13( 1000) 405 61 204 568 868 840 352 277 267. 54579( 500) 118 141 111 761( 300) 698 185 244 969 681 364 743 751. 55774 394 473 762 415 462 748 561 977 917( 300) 67 639( 500) 655. 56484 983 464 708( 500) 782 3( 300) 322 410. 57872 187 467 474 234 571. 58644 829 80 411 139 488 81 490 674 753 335 781 812 212 739 370 518. 59396( 1000) 565 285( 300) 665 207 32 706 415 732 96 138 306 417 237 954 729 968( 3000) 908 882 177 206 836 772( 1000). 60325 307 984 461 117 934 295 164 754 593( 500) 497 178 45 483 298 541 155 489( 500) 15 803. 61186 719 751 931 504 881 310 482 353 359 102 977 658 129( 5000). 62506 218 638( 300) 766 610 179( 500) 6 967 799 297 645 63 161 715( 300) 673 214( 500) 521. 63469( 300) 602 658( 500) 767 46 349 497 832 595 797 504 629 681( 500) 819 256 210( 300) 394 463., 64224 25 951 322 305 785 43 749 199 164. 65067 343 175 875 615 406 948 476 434 849 969 724. 66311 720 771 305 628( 300) 236 473 138 671 434 200 581 915 503 789. 67238( 500) 405 319 241 793 63 521 945 385 39 884 971 931 820. 68517 261 785 Große Breslauer Lotterie. 849 Loofe à 3 Mark und 15. Pfennig für Reichsstempelsteuer 3 Hauptgewinne i. W. v. 30,000 Mart, 20,000 Mart, 10,000 Mart, zuf. 5000 Gewinne im Werthe von 180,000 Mart, find in allen durch Plakate erkenntlichen Verkaufsstellen zu haben.- Auch direct 11 Loose für 31 Mart 65 Pf. zu beziehen durch A. Molling. General- Debit, Berlin W., Friedrichstraße 180. Vittoria- Theater. Mittwoch: Julius Cäsar. Residenz- Theater: Direktion: A. Anno, Blumenstraße 9. Mittwoch: Bum 26. Male: Die Sirene.( La Flamboyante.) Vorher: Der erste April. Alhambra- Theater. Wallner- Theaterstr. Nr. 15. Mittwoch, den 8. Oftober 1884. Bum 7. Male: Ein Geheimniß von Berlin. Boffe mit Gesang in 3 Aften. Entré 30 Pfg. Parquet 50 Bfg. Anfang 7% Uhr. Morgen: Diefelbe Vorstellung. Arbeitsmarkt. [ 815 E. Schuhmacherlehrl. verl. K. Haberth, Anhalterstr. 16.[ 960 Bichung vom 8. bis Theater. Königliches Opernhaus: 70332 8 577 474 111 259 520 463 605 862 545 373 59 ( 300) 359 704 580 7 614 339 971 572 117 767. 71269 598 540 188 822 120 349 462 337 538 224 511 918( 300) 304 72683( 300) 402 701 182 568 26 4 11 304 893 64. 745 215 333 587 127 820 679 562 691 855 304 947 557 238 74383 181 365 631 304 983 128 478 981 233. 73407 75433 765 77631 507 631 627( 300) 168 829 821 933 929( 1000) 295 733 563 145 942 399 482 481 310. 7665 72( 1000) 297 220( 5000) 142 504 914 475 701 121 892 771 930 860 704 958. 201 372 271 175 120 122 101 212 922 506 772 148 736 661 549 982 360 238 956. 78872 19 50 681 698 359 315 643 494 435 596 54 794 316 749 990 700 906 773 587 410 31 545 111. 79398 147 132 788 115 769 759 685 711( 1000) 629 834 914 937 950 675. 80725 79 717 881( 1000) 775 475 689 833( 300). 817 505( 500) 932 755 165 408 173 446 2 504( 300) 666 388 983 34( 3000) 900. 82494 99 882 750 419 7 156 857 85 ( 300) 736( 300) 29 742 640 814. 83115 934 951( 300) 416 747 718 845 243 987( 300) 816. 84375 41 121 370 196 1 762 916 53 491( 30000) 424 192 741 159 113 59 833 855 166 210. 85466( 300) 931 606 865 38 278 310( 300) 41 819 994 471 742 52 331 490 47 85 778( 300) 896 852 86232 779 963 405 335 567 832 427 130. 87174 502 756 ( 1000) 198 772 831 940 771 585 765 66 154( 3000) 116 33 430 939 767 364 503 302 434. 88430 654( 1060) 702 72 232 287 173 788 91 69 746 944 955 367 105. 89990 160 304 834 436 463 347 732 252 963 216 748( 500) 880. 90837 389 798 51 820 712 242( 1000) 71 953 502 6 ( 1000) 255 816 544 23 442 525 937 971 654( 5000). 91206 472 162 288 898 536 113 190 86( 500) 66. 92167 643 622 449 304 464 186 291 281 482 775 210 40 263 109 48 623 807 694 194 327( 300) 379 444 568 153 702 992. 9387 979 412 905 424 104 886 651 216 615 629 49 908. 945 867( 300) 236 553 724 854 163 628( 300) 874 789 173 40 948( 300) 15 840. 95619 754 116 788 168 292( 1000) 540 884 329 917 89 632 816 430( 300) 566 123( 300) 95% 96096 538 643( 300) 147 861( 300) 652 850 554( 3000) 774 358 269( 500) 339. 97661 143 78 837 134 89( 30 439( 300) 802 923 348 424 964 740 111 8 949 892 695 78 126( 300). 98146( 500) 438 383 288 716( 300) 435( 50,000) 84 369. 99589 930 359 372 67ä 749 649 95 148 022 248 478. Briefkasten der Redaction. Uhelmann. Es wird Alles besorgt werden. Ihre schläge sind sehr richtig. Wrangelstraße. Jegt ist es zu spät, weshalb fragen nicht früher? Natürlich find Sie wahlberechtigt, denn das feine öffentliche Unterstüßung. S. D. P. Das geht nicht. Maschinist. Der Kreuzberg ist höher. Ein Abonnent. Vorläufig besten Dank für die theilung aus dem Eiskeller, wir werden dieselbe bei Gelege heit verwerthen. Weber. Sie werden die uns von Ihnen gegebenen G danken über den betreffenden Herrn in den nächsten Taga bearbeitet finden. Augenblicklich ist die Zeit zu furz bemefi Sie thuen sehr recht daran, in ruhiger, sachlicher und gef wichtigen Sache zurüdzuweisen. X. X. Die Ansprüche, welche aus der außerebelid Schwängerung erwachsen, finden auch gegen einen Unteroff statt; jedoch fann der Sold und die Invalidenpenfion b Unteroffiziere wegen der fraglichen Ansprüche nicht gepfin werden. R. D. 1) Die Anordnung von Haussuchungen flebt Polizeibeamten, welche als hilfsbeamte der Staatsanwaltid fungiren, zu, wenn Jemand als Thäter und Theilneh zuge ift. einer strafbaren Handlung verdächtig und Gefahr im B 2) Nach Einsicht der Statuten und der Geschäftsordnu wird sich erst die Frage beantworten lassen. Der Recht ist in jedem Falle zulässig. 3) In der Portraitfrage find wir nicht genau glauben aber nicht, daß ein Verbot eristirt. orienti M. R., Rüdersdorferstr. Unser Raum ist zu bemefi über derartige fomplizirte Fragen fönnen wir im Blatte funft nicht geben. Wenden Sie sich an den Rechtsanma Freudenthal, Moltenmarkt 11. Derselbe wird Ihnen Befde geben, wenn Sie ihn besuchen. 11. October dieses Jahres Mittwoch: 197. Vorstellung. Die Meistersinger von Nürn berg. Königliches Schauspielhaus: Mittwoch: 200. Vorstellung. Die Waise von Lowood. Deutsches Theater: Mittwoch: Der legte Brief. Bellealliance- Theater: Mittwoch: Extra- Vorstellung zu halben Kaffenpreisen: Die Unglücklichen. Lustspiel in 1 Att von A. Kozebue. Hierauf, auf allgemeines Verlangen, zum 40. Male: Buchholzen's! Volksstück in 4 Aften von Treptow. Nenes Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Mittwoch: Gasparone. Walhalla- Operetten- Theater: Mittwoch: Rofina. Oftend- Theater: Leon Mittwoch: Gastspiel des Herrn Fliegener. Das Kreuz im Walde. Tischler! Klavierarbeiter! Die Bezieher der Pianofabrik von Weidenslaufer, Central- Theater: Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Mittwoch: Zum 69. Male: Jäger Liebchen. Befangir in 4 Aften von L. Treptow; Couplets u. Quodlibets G. Görg. Musik von G. Steffens. Kaffen- Fröffnu 5 Uhr, Anfang der Vorstellung 7 br. Louisenstädtisches Theater: Direktion: Josef Firmans. 7 Mittwoch: 23. Gesammt Gastspiel der Liliputan Robert und Bertram. Große Poffe mit Gefang Tanz in 4 Abtheilungen von G. Räder. Anfang Morgen und die folgenden Tage: Dieselbe Vorstellung. Uhr. Nachmittags 2 Uhr: Ermäßig 4. Kindervorstellung. Sneewittchen und die Zwerge Märchen in 5 Bildern von C. A. Görner. Preise der Pläge: Mittelloge M. 2,50, Drchefterloge M Proszeniumloge und Sperrfis. 1,50, erftes Bare und erster Rang M. 1, zweites Parquet, Ballon Nische 75 Pf., Entree 50 Pf. Bum 1. Male von wirklichen Zwergen dargestellt Wallner Theater: Mittwoch: Der Raub der Sabinerin Die nächste Versammlung des Arb.- Bez.- Vereins d. 971 Staligerfir. 29a, haben wegen einer 7% 2ohnres fällt Umstände balber aus. duktion die Arbeit eingestellt. Jeder Klavierar beiter und Tischler hat daher namentlich diese Fabrik zu meis den. Insbesondere ersuchen wir alle Bezieher im eigenen In tereffe, auf feinen Fall die Arbeit anzunehmen. Jeder Zuzug ift fern zu halten. Kommission der Tischler, 974 Erſte J. A.: Rödel. Friedrichſta Der Borstand Delegirtenversammlung der Schlosser und Berufsgenossen, heute Abend 8% Generalversammlung des Vereins erscheinen und die ausgefüllten Fragebogen der Kommiffion a der Berliner Metallarbeiter. Donnerstag den 9. Oft., Abends 8 Uhr im Louisenstädtischen Konzerthause, Alte Jakobsstr. 37. Tagesordnung: 1. Wahl des Borstandes und der Revisoren. 2. Geschäftliches. Eintritt nur gegen Mitgliedskarten. Neue Mitglieder werden an der Kontrolle aufgenommen. Für den Verein: Netband. 973 zuhändigen. Tagesordnung wird daselbst bekannt gemacht 971 bet Die Lohntommiffion Bergstraße 26, Seitenflur, 2. Eingang 1 Treppe ist eine Schlafftelle zu vermiethen. Unentgeltlicher Arbeitsnachweis für Metallarbei aller Branchen, Ritterstr. 123, Restaurant Sootte, Morg und Abends von 8-9 Uhr. Verantwortlicher Redacteur R. Gronheim in Berlin. Druck und Verlag von Rag Baving in Berlin SW., Beuthstraße 2. 974 Die Kommiffion Stern eine Betal 497 70 ต Be ein effi na Lä Da De au da flo De 6 Ka to nu we un De fic De 479 Str De do tu ba fa en gl tr K fe ge be ne in Di zu શ n 81 A 10 C fa 0 806 223 599 598 304 407 238 765 563 000 1631 661 643 37 000 1771 388 85 416 413 852 756 729 160 1206 374 485 3875 4535 952 300 785 473 egen Be ages efice ef fide DG inb STE SEER& CAR Fien chaft Nr. 159. Beilage zum Berliner Volksblatt. England und die deutschen Kolonien. I. Unter vorstehender Ueberschrift bringt die Allgemeine Beitung" einen Artikel, der sich durch große Kenntnisse der einschlägigen Verhältnisse auszeichnet und unsere Leser intereffiren dürfte. Man macht der großbritannischen Regierung, so heißt es nach einer kurzen Einleitung, mit Unrecht den Vorwurf der Ländergier. Wer die Geschichte ihrer Kolonien fennt, weiß, daß diese Regierung fast nie voranging, sondern, oft unwillig, ben fühnen Abenteurern folgte, welche aus Thatendurft oder auf der Jagd nach Gold aus ihrer engen Insel schwärmten, das Wikingerblut nicht verläugnend, welches in ihren Adern floß. Die Männer deutschen Stammes befizen als Erbgabe Den Kolonisationsinstinkt, der in einem Menschenalter blühende Gemeinwesen schafft, wo eben noch Büffel weideten oder Rängerubs über das spärliche Gras hüpften. Die Männer romanischer Abkunft dagegen wissen aus dem reichsten Lande nur wenig zu machen oder finten gar, wie es beispielsweise mit den Portugiesen in Goa, Malatka, Mozambique und Loanda geschah, auf die Stufe der Eingeborenen herab, denen sie einst Land und Unabhängigkeit abgerungen hatten. Schade, daß der uralte Traum von der deutschen Macht fich so spät verwirklicht hat. Der beste Theil des Erdballs ift pergeben, faum daß man in hast noch einige wüste Rüftenstriche, einige tropische, fiebergeschwängerte Dichungeln unter den Schutz der schwarz- weiß- rothen Flagge stellen tann, und doch freut man sich darüber, als sei dem deutschen Auswande tungsstrom ein neues Eldorado geöffnet, dem deutschen Exporthandel ein neues Golkonda erschlossen. Schießen die toniumfähigen Kolonisten über Nacht wie die Pilze aus der Erde empor? Glaubt man, daß unsere deutschen Auswanderer der glühenden Sonne an den Delflüssen des tropischen Afrika trogen, oder wie die Buschmänner das brackische Waffer der Karu durch Schilfftengel auffaugen werden, so lange ihnen die fetten Länder, die flaren Quellen und die freien Institutionen gemäßigter Bonen einladend winken? Fast sollte man es glauben, wenn man den findlichen Jubel der Maffen über diese neuen Errungenschaften hört. Wir wiffen nur wenig von der inneren Geschichte dieser Koloniegründungen, aber wir find überzeugt, daß der weise Staatsmann, welcher d.e deutsche Kolonialpolitik inaugurirt hat, am besten weiß, daß nicht sehr viel daraus werden wird. Den Jubel lönnte man ja allerdings ganz gern hinnehmen. Es giebt im modernen Staatsleben so verzweifelt wenig Grund zu einem allgemeinen Staatsbürgervergnügen, daß man sich bieses kleine wohl gönnen kann. Aber man sollte es nicht durch Anfeindung seines stammverwandten, natürlichen Bundesgenoffen entwürdigen. Und was ist denn die Wahrheit an jener britischen Mißgunst, welche aus purer Angst vor deutscher Konkurrenz, scheel auf die deutschen Kolonien blicken und hinterrücks dagegen wühlen foll? Soweit fie die großbritannische Regierung und den überwiegend größeren Theil des Volkes betrifft, ist nicht ein Körn Mittwoch, den 8. Oktober 1884. will. Es giebt in feiner Rolonie ein Gesez, welches irgend Jemandem den Eintritt, den Aufenthalt und die Ausübung seines Gewerbes in derselben untersagt. Nur gegen ihre eigenen Landsleute, welche. wie man es euphemistisch umschreibt, zum Wohle des Landes aus England d. h. als Sträflinge nach den Straffolonien exportirt worden waren, verschließen die auftralischen Kolonien streng ihre Pforten, wie fte es auch in entschiedener Weise gegen die Sträflinge der französischen Kolonie Neu- Kaledonien thun werden. Wie viele geborene Deutsche nehmen nicht hohe und höchste Regierungsstellen in den Kolonien ein? Es saßen ihrer zwei bis vor wenigen Monaten zu gleicher Zeit in dem Kabinet der blühenden Kolonie Südaustralien, der eine als Unterrichtsminister, der andere als Minister der Kronländereien Unterrichtsminister, der andere als Minister der Kronländereien und öffentlichen Arbeiten. Ein deutscher Schriftsteller, welcher ießt seines Berufes wieder in seinem engeren Vaterlande Sachsen waltet, stand an der Spige des Erziehungswesens derselben Kolonie. Man hat eben dort keine Vorurtheile. Der Mann gilt, was er werth ist, und ist er es werth, so hebt man ihn empor, weß Landes Rind er auch immer sein möge. Es ist begreiflich, wenn es dem deutschen Patrioten leid ist, daß seine ausgewanderten Landsleute, wie sehr fie auch in der ersten Generation an der alten Heimath hangen, doch sicher und unaufhaltsam in dem Gemeinwesen der neuen aufgehen. Es ist so, das kann nicht bestritten werden. Wir haben Niederlaffungen in verschiedenen Erdtheilen fennen gelernt, in denen die Namen der Hauptorte, als Berlin, Hamburg, Löbethal, Hahndorf u. f. w., flar genug die Herkunft der Gründer kennzeichnen. Deutsche Bauernhäuser, oft behäbiger und größer, als ihre Vorbilder in Schleften, am Rhein, an den Küsten der Nordsee, bilder in Schleften, am Rhein, an den Küsten der Nordsee, manchmal allerdings auch kleiner und ärmlicher, erheben ihre Giebeldächer auch unter dem Zeichen des füdlichen Kreuzes. Die Alten drinnen sprechen noch die alte Sprache im heimischen Dialekt, die Söhne vermischen sie schon reichlich mit der Landessprache, die Enkel radebrechen in den heimischen Lauten mit den Großeltern. Der Deutsche schmiegt sich ein wenig zu leicht an das Neue an, wie es ihm schon Philander von Sittewald zur Beit des dreißigjährigen Krieges zum Vorwurfe gemacht hat. Die Jahrhunderte andauernde nationale Beriffenheit, welche sein Land zum Tummelplage der kriegerischen Horden ganz Europa's gemacht hatte, ließ in dem Deutschen das einst fo mächtige Nationalgefühl beinahe erlöschen. Es war der Fluch ihres Vaterlandes, daß viele seiner besten Söhne im Auslande erst und als Ausländer sich die Anerkennung erwerben konnten, die ihnen daheim nicht geworden wäre. Der Lord Northbrook, welcher zu dieser Zeit das Geschick Aegyptens, soweit es von England abhängt, zu entscheiden hat, ist ein Baring und Nachkomme in der vierten Generation eines Bremenser Predigers; Göschen, der englische Staatsmann, vielbetrauerten Nachfolger des sprach, ist der Sohn eines Bre Lords Amphthill ſprach, menser Kaufmanns. Dieser Herr und noch ungezählte andere find allerdings Vollblut- Engländer geworden, wie so viele vor ihnen, welche unter weniger ehrenvollen Bedingungen im Gefolge der Welfenkönige oder der Maitreffen derselben gen England gezogen waren und deren Nachkommen heute als von den man als Beers im Oberhause fizen. Doch die Deutschen in den großbritannischen Kolonien werden oder Südafrikaner, je nach der Kolonie, welche fie fich erkoren haben. Es geht dort ein eigenthümlicher, höchst interessanter Verschmelzungsprozeß vor fich, welcher der Beachtung des Kulturhistorikers wohl werth ist. Das Produkt ist ein stark individulifirtes, freies, energisches und vom Mutterlande faktisch vollfann, daß von dem Ministerium der Kolonien in Downing nicht Engländer. Sie werden Neuseeländer, Kanadier, Australier Stueet auch nicht ein mißgünstiges Wörtchen über die deutschen Kolonialbestrebungen verloren worden ist. Wer das laissér faire, das Redtape- Verschleppungssystem dieser Behörde kennt, würde sich nicht wundern, wenn er hörte, daß Lord Derby, der Cright honourable Rolonialminister, erst aus seiner Times" am Reihen der Kolonialmächte getreten ist. Die anderen Minister, Gladstone, haben sicher noch weniger davon gewußt, bis jener Lärm in deutschen Blättern erhoben wurde, welche ihn zu der emphathischen Erklärung veranlaßte die den ganz besonderen Werth hat, daß sie wahr und ehrlich ist. bungen einen guten Willen und nachbarliche Wünsche entgegenbringe. England kolonifirt in der That für die ganze Welt. Jeder Mann, irgendwelcher Nation, ist willkommen, findet Schutz, ist kommen unabhängiges Gemeinwesen. Mit Ausnahme der wenigen und verhältnismäßig unbedeutenden Kron- Kolonien denen das Mutterland nur das eine Prärogativ beftyt, find die großbritannischen Kolonien demokratische Staaten, in ihnen den Stellvertreter des Souveräns, den Governor, der feine wirkliche politische Macht hat, zu senden, und über deren Parlamentsatte der Königin das Recht des Beto zusteht, welches aber nicht auszuüben pflegt. So kommt es denn, daß Manches, was in dem Vereinigten Königreiche ungefeßlich, in den Kolonien gefeßlichlist, wie z. B. die Heirath zwischen Schwager und Schwägerin, welche in den australischen Kolonien feit Jahren durch die freie Entschließung ihrer Barlamente gesetzlich erlaubt, im Vereinigten Königreich aber heute noch gefeßlich uner1. Jahrgang. treffenden Kolonien legitim und erbt ohne besondere testamentarische Verfügung. Besäßen seine E.tern ein im Mutterlande zu administrirendes Vermögen, so würde dasselbe Kind nur auf besondere testamentarische Verfügung und mit Abzug von zehn Prozent Erbsteuer erben; denn im Vereinigten Königreiche ist es ein Bastard. Die Kolonien befizen auch das Recht, Ausländer in ihren Unterthanenverband aufzunehmen, aber nur innerhalb ihrer Grenzen. So kann beispielsweise ein Desterreicher Unterthan Threr Majestät der Königin in Neuseeland sein, ist es aber nicht in einer anderen Kolonie und ganz gewiß nicht im Vereinigten Rönigreiche. Hierin ist die abgesonderte Stellung der Kolonien stillschweigend gekennzeichnet. In der That ist das Band, welches die Kolonien an das Mutterland bindet, hauptsächlich aus Sentimentalitätsfäden die gewoben, ftch mit jedem Jahre etwas abnußen und aus diesem oder jenem änßeren Grunde über Nacht reißen können. Man ist sich defen wohl bewußt, und das in den letzten Jahren laut gewordene Streben nach einer geordneten Zusammengehörigkeit des„, Colnial Empire" mit dem Mutterlande ist der Ausdruck dieses Bewußtseins. Lokales. Mit der Bildung von Ortskassen in Gemäßheit des § 16 des Reichsgeseges über die Krankenversicherung der Arbeiter vom 15. Juni 1883 geht die hiesige Gemeindebehörde nunmehr vor, indem sie zur Erklärung über das entworfene Kaffenstatut die verficherungspflichtigen Personen und deren Arbeitgeber zu Versammlungen in den Bürgersaal des Rath hauses beruft. Für die im Photographengewerbe beschäftigten Personen fand eine solche bereits Montag statt. Dienstag folgt eine gleiche Versammlung für die im Gewerbe der Beherbergung und Erquickung( Gastwirthe, Restaurateure, Schant- und Speise wirthe) beschäftigten, Mittwoch eine solche für die im Gewerbe der Verfertigung von Mufit- Instrumenten, mit Ausnahme der Klaviere, beschäftigten Personen. 1. Die Verpfändung von Sparkassenbüchern pflegt gewöhnlichlich in fehr formloser Weise dadurch zu geschhen, daß bem Pfandgläubiger das Sparkassenbuch für eine Schuld über geben wird und der Gläubiger hält sich auf Grund des Verfahrens der Sparkasse, welche die Legitimation des Inhabers zu prüfen zwar berechtigt, aber nicht verpflichtet ist, befugt, den Schuldbetrag, wenn er zur Fälligkeitszeit nicht gezahlt wird, einfach von der Spartaffe zu erheben. Dies Verfahren ist nicht ohne Gefahr für den Gläubiger. Bei einem hiesigen Möbelhändler hatte die Ehefrau eines nach Berlin versezten Postbeamten verschiedene Möbel zur Ausstattung ihrer Wohnung gekauft, hatte den größeren Theil des Kaufpreises gezahlt und zur Sicherheit für den Rest, den fte in spätesteus vier Wochen zu entrichten versprochen hatte, dem Möbelhändler ein auf den lautendes Sparkassenbuch über Namen ihrer Kinder einen erheblich Betrag übergeben. Als trop wieder holter Mahnungen Zahlung nicht erfolgte, erhob der Möbelhändler den ihm schuldigen Betrag bei der Sparkasse nnd sandte der Frau das Sparkassenbuch über den noch verbleiben den Reft zurück.-Der Ehemann verlangte die Bestrafung des Möbelhändlers. Er behauptet, von dem ganzen Möbelfaufgeschätt und namentlich von der Hingabe des Sparkassenbuchs seiner Kinder nichts gewußt zu haben, seine Frau habe dabei ohne jeden Auftrag seinerseits gehandelt. Der Staats anwalt erhob auch wirklich Antlage gegen den Möbelhändler wegen Rnterschlagung, da dieser fich einen Theil der Spar summe rechtswidrig angeeignet habe, indem bezüglich des Spars kaffenbuchs nicht einmal ein gültiger Pfandvertrag zwischen ihm und der Ehefrau des Beamten zu Stande gekommen sei. Die Steaflammer lehnte jedoch die Eröffnung des Strafvers fahrens ab, ineem fie bei der Lage des fonkreten Falles eine dolose Absicht des Händlers als nicht vorhanden annahm, im Uebrigen aber den Ausführungen der Anklage beitrat. g. In dem Befinden des Poftbeamten Bethke, welcher bekanntlich vor dem Reichs- Postgebäude in der Königstraße überfahren und hierbei schwer verlegt wurde, ist, wie uns mit getheilt wird, in den legten Tagen bedauerlicher Weise eine der artige Verschlimmerung eingetreten, daß die Besuche der Angehörigen und Kollegen von der Direktion des latholischen Krantenhauses, in dem Bethle Aufnahme gefunden hat, abgeeinmal den Unterthaneneid zu leisten braucht, wenn er nicht laubt ist. Ein in einer solchen Ehe geborenes Kind ist in den bewiesen werden. Bei dem Fall zur Erde hatte sich Bethke eine Der Versicherungs- Agent. Ein Beitbild. ( Nachdruck verboten.) hat auch der noch nicht guten Versicherte einen Freund oder Bekannten, der nebenbei ebenfalls in Versicherungen macht und der die Susage bereits erhalten, oder der Geschäftsmann resp. Private hat soviel freie Beit, fich felbft zum Sige der General- Agentur oder der Direktion der Unter den verschiedenen Berufsarten, welche die neuere Beit hervorgebracht hat, giebt es wenig undankbarere, müh- Versicherungs- Anstalt zu bemühen, bei der er sein Leben, seine feligere und allen Bewohnern der Städte und des platten Landes mehr oder weniger unsympathisch erscheinende als die Hagelschlag 2c. verfichern will und der deshalb des Agenten der Versicherungs- Agenten. Allerwegen betrachtet man fte als ein taum nothwendiges Uebel. der auf solche Art ihr Brot sauer Erwerbenden können be haupten, jemals ein freundliches Willkommen, nur eine wirklich Jdee von schlecht", replizirt Frau St. ,,, unser Geschäft war immer jut und wir hätten's auch jezahlt; aber mein Mann war irade frant und wir brauchten das Feld nöthiger und dabei ist es jeblieben." und Nun, dann werden Sie gewiß bei unserer gut bekannten Gesellschaft versichern; wir haben die koulantesten Bedingungen ,, Nee, laffen Se man; erst muß ich mit meinem Mann sprechen, da treffen Sie ihn zu Hause." kommt kommen Se' mal nächste Woche des Abends wieder mit' ran, jedoch Letteren nicht abhalten. Also frisch an's Wert! Da ist ein neues, vor kurzem bezogenes Haus, zwei Läden darin, ein Hintergebäude, Tischlerei, Schlofferei und Buchdruderei, gewiß, Unser Agent, nennen wir ihn Schulze, tritt in den ersten N. zu anständige Begrüßung bei Ankündigung ihres Gewerbes gehört das Feuergeschäft wird heute glänzend gehen! zu haben; feiner dieser Leute, wenn er von vornherein fich als Agent zu erkennen giebt, wird anerkennen können, je mit offen barem Bergnügen empfangen worden zu sein. Oder sollte es sprechen?" in der That Ausnahmen auch von dieser Regel geben? Wir haben wenig davon gehört; denn gewöhnlich wird der auf Guten Morgen! habe ich die Ehre, peren en So heiße ich. Was wünschen Sie?" " Ich wollte mir die gehorsamste Anfrage erlauben, ob Sie schäftslotals, der Nachbarschaft. der Bildfläche erscheinende Agent, wenn es irgend angeht, gar schon gegen Feuer 2c. versichert find? Bei der Lage Thres Ge nicht vorgelaffen oder sehr kurz, in den meisten Fällen unhöf lich, häufig brutal oder gar mit Drohungen was auch schon 11 vorgekommen ist abgewiesen und, nach hundert vergeblichen Gesellschaft auf fünf Jahre versichert." 1 Bemühungen, müde zum Umfinken, abgehegt und abgespannt, Da hätten Sie früher tommen müssen: bin schon der pp. Schulze empfieht sich und besucht den Nebenladen., Guten zu ſehen?" treibt ihn off die bitterste Noth zu abermaligen, vielleicht glücks Tag! Vielleicht habe ich das Vergnügen, Herrn M. vor mir licheren Versuchen. Beit ist Geld! Ja, denkt unser Agent, die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube! Wer, wie ich, bergeuden muß, tann sich von der Nichtstichhaltigkeit dieses Sprüchwortes leicht überzeugen. Roch hat die eigentliche Geschäftszeit nicht begonnen und schon sehen wir unseren Mann in voller Thätigkeit. In meist nicht besonders elegant zu nennender Ausstattung, die Mappe voller Antragsformulare, Prospekte und dergleichen Papiere, unter den Arm geklemmt oder vorsorglich in der eigens zu diesem Bwed eingerichteten großen Seitentasche des Rockes ges borgen, auf dem Haupte den Cylinder oder Strohhut, in der " Das haben Sie. Mit wem habe ich das Vergnügen?" fragt Herr M. ironisch. Sch bin Vertreter der A.- Gesellschaft und erlaube mir.." " Schon gut. Mit der Gesellschaft will ich nichts zu thun baben. Geh'n Sie' mal zu meinem Freunde Müller in der Friedrichstraße, der fann Ihnen ein Lied von der A. fingen. Ich danke für Obft." Aber Herr M., gestatten Sie mir..." Ach was, laffen Sie mich zufrieden, ich habe mehr zu thun, als mich von Ihnen aufhalten zu laffen! Morjen!" Schulze muß gehen und steigt in den Budikerkeller hinab, woselbst ihn die Frau empfängt, ihm mittheilt, daß sie schon treten sei, weil sie höhere Prämie bezahlen sollte, als die zuerst ausgemachte. Bielleicht hatte sich der Riftco mit Bezug auf seine Ge11 Aber das können Sie doch auch allein abmachen." Wo denken Sie hin. Mein Mann würde mir schön ansehen! Nee, nee, tommen Se man nächste Woche wieder." Und Schulze verläßt den Schauplay, um im Keller des Schuhmachermeisters H. sein Heil zu versuchen. Dieser Bieder mann ist gleich bereit, seine Mobilien, seine Werkstatt, Lager und Geschäftsteller gegen Feuer zu versichern, nur weigert er sich, die geringsten Kosten oder Agenturgebühren zu zahlen und aus diesem Grunde zerschlägt fich das Geschäft. Nun geht es wieder hinauf. Im Vorderhause, parterre rechts, ist die Herrschaft im Bade, kehrt erst Ende des Monats zurück und ist wahrscheinlich, wie das öffnende Dienstmädchen meint, schon versichert. Ob der Herr oder die Frau thr Leben schon versichert haben, weiß sie nicht. Sie selbst braucht ,, so was" nicht. Parterre links wird Herr Schulze von einem Knaben empfangen, der ihn ersucht, näher zu treten und zu warten, bis er Papa gesagt habe, daß ihn Jemand sprechen wolle. Che Der betreffende Herr erscheint, macht Schulze in der Geschwin digkeit einen Ueberschlag über die eventuelle Höhe der Vere ftcherungssumme; die elegante, gediegene Einrichtung läßt auf Wohlhabenheit des Besizers schließen und drei Mart Ge bühren werden doch wohl ohne Bedenken gezahlt werden. Da erscheint der Papa, und, nachdem Schulze mit wohlge ſeßten Worten sein Anliegen vorgetragen, wird ihm mittheilt, daß er sich bei dem Aktionär einer Stonkurrenz Gesellschaft befinde, der bei dieser selbstverständlich verIn der ersten Etage wohnt rechts Herr Dr. med. 3., der gerade Sprechstunde hat, aber an diesem Morgen noch auf ben ersten Patienten wartet. In der Meinung, den Anger Hand den in Sturm und Regen ergrauten, altersschwachen einmal verfichert gewesen, seit zwei Jahren aber bereits ausge- fichert sei. Regenschirm, auf dem Antlig ufancemäßige Freundlichkeit, ge paart mit geschäftsmäßigem Ernst, tritt er seine Gänge an und heute, ja, heute muß er was machen". Wenn nur nicht Schulze. Steuerbote heute gerade die disponiblen Gelder abgeholt möglich, daß die Prämie ein wenig erhöht wurde!" meinte ihn mit wundervoller Freundlichkeit, die jedoch sehr schnell eben der Quartalserfte gewesen wäre; wenn nur nicht der fährlichkeit verschlechtert, verehrte Frau St., da ist es wohl meldeten als einen Kunden zu erhalten, empfängt der Doktor hätte, wenn nur die Geschäfte beffer gingen oder wenn die Konkurrenz doch nicht so groß wäre. Möglicherweise Jott bewahre, bei uns war nischt zu ristiren, jar teene dem gemeffensten Ernste weicht, als er in dem Anfömmling nur einen Versicherungsagenten entdeckt. Der größten Beredt schwere Kontufton am Ropfe zugezogen, welche eine Gehirn erschütterung im Gefolge hatte; zu dieser ist nun noch die Kopfrose hinzugetreten. Bei der sorgfältigen Behandlung, welche dem Patienten im katholischen Krankenhause durch den Sanitätsrath Böllmer zu Theil wird, ist die Hoffnung auf Erhaltung des Lebens des Bethte nicht ausgeschloffen. Gegen drei Hausbefizer soll, wie ein Reporter zu berich ten weiß, wiederum Anklage erhoben worden sein, weil fie in ihren Häusern prostituirte Frauenzimmer geduldet haben. In dem einen Falle handelt es sich um einen Hausbesizer im Zentrum der Stadt, welcher erst fürzlich wegen desselben Ver gebens eine dreimonatige Gefängnißstrafe verbüßt hat. Eine ,, Privat- Mondfinsterniß. In einem hiesigen Bierlokal saßen am Sonnabend Abend drei Herren beim Stat, die so eifrig bei der Sache waren, daß ste ruhig fizen blieben, als die anderen Gäste fich erhoben, um zur Beobachtung der Mondfinsterniß fich auf die Straße zu begeben. Der stets zum Scherz aufgelegte Wirth hielt sich nun für verpflichtet, den drei eifrigen Spielern dennoch den Genuß" der Mondfinsterniß zu bereiten. Mit der Uhr in der einen und einem Hute in der andern Hand stellte er sich daher an ihren Tisch; in dem Moment, als die Beiger der Uhr 9 Uhr 9 Minuten ergaben, feste er mit den Worten: ,, Hier, meine Herren, h ben Sie die Mondfinsterniß, und zwar gleich die totale!" einem der Spieler plözlich den Hut auf das Haupt, welches sich durch so absoluten Haarmangel auszeichnet, daß es wohl als Vollmond gelten fann. Dieser Scherz fand in der Gesellschaft so beifällige Aufnahme, daß auf allgemeines Verlangen" der Vollmond am Stattisch" genau ebenso lange verfinstert bleiben mußte, wie der Trabant der Erde am Himmel. a. Die höchste Potenz der Frechheit bewies der Wertführer G., welcher bei dem Ofenfabrikanten U. in der Jerufalemerstraße angestellt war und sämmtliche Fabrikate in den Lagerräumen zu beaufsichtigen hatte. Derselbe mißbrauchte das in ihn von seinem Prinzipal gesezte Vertrauen, indem er Dfenfacheln, eiserne Ofenthüren und messingene Ofenhaken fortge fegt heimlich an fich nahm und an den Töpfermeister Sch. in der Müllerstraße für sehr geringe Preise verkaufte. Sch. ver wandte diese Materialen bei seinen Töpferarbeiten. Vor einigen Tagen wurden die Diebstähle von U. entdeckt, und er kündigte dem G. sofort seine Entlassung wegen der Diebstähle an. G. erklärte jedoch nicht eher sich zu entfernen und fich fürchterlich an U. zu rächen, falls ihm nicht U. außer dem bisherigen verdienten Lohn auch die Löhnung für den ganzen Monat Oftober zahlte. Hinzukommende Personen befreiten den U. aus den Händen des G., und site veranlaßten die sofortige Festnahme deffelben. G., welcher bereits wegen Unterschlagung bestraft ist, ist heut wegen der Diebstähle und des Erpressungs versuchs zur haft gebracht worden. Gerichts- Zeitung. glückliche, Frédéric Lebrun, ist Steuereinnehmer und hatte 8000 Fr. bei fich, um fie an die Hauptkaffe abzuliefern. Der einzige Mitreisende hat ihn zwischen Saint- Girand und Ar feuilles angefallen und ihm das Geld abgenommen, mit dem er während der Fahrt aus dem Wagen gesprungen ist. Ein peinlicher Standal bildet den häßlichen Abschluß des Tuillerienfeftes für die Opfer der Cholera. In der Schluß abrechnung über das Fest figurirte der stattliche Posten von 80,000 Francs, etwa drei Viertel der Gesammteinnahme für allgemeine Unkosten". Das ist denn doch selbst der Gemüth lichkeit französischer Festhabitués zu start gewesen; die Sache machte Aufsehen, wurde eifrig besprochen und nunmehr ist gegen die Veranstalter des Festes eine gerichtliche Untersuchung ein geleitet worden. Lindow, 3. Oktober. Gefährliche Angewohnheit. Unter der Schuljugend herrscht die leidige Gewohnheit, etwaige Din tenflede im Hefte abzuleden. In einem nahen Dorfe hatte ein Schüler ebenfalls durch Ablecken einen Dintenfled zu beseitigen versucht, infolge dessen sich bei dem Knaben Schmerzen in der Magengegend und heftige Uebelkeiten einstellten. Später wur den die Schmerzen ungemein stark und erfolgte auch Erbrechen. Unter ärztlichem Beistande erholte sich der Kranke glücklicher weise vollständig. Die Dinte war veilchenblaue Anilindinte Ein gezähmter Wilder. Sitting Bull, der einst viel genannte Sioux- Häuptling, gegen welchen die Vereinigte Staa ten- Truppen hatt zu kämpfen hatten, wußte der Versuchung, fich für Geld sehen zu laffen, feinen heroischen Widerstand zu leisten. Auf der Bühne des Eden- Theaters in New- York e scheint er, von seinen Tapfern umgeben, und führt in indian schem Kostüm milde Kriegstänze auf. sowat der Mensch nich dummer wird. Nu hatte er aber vor Klocke achten teene Zeit, wo er dann nach Weimannen seinen Volksgarten hinkommen daht. Na, id zittere los, sowie id mir man det bißken Mittag int Leib ringeschmissen hatte, indem den Dag irade Friße Käpernid' ne ausgeschlagene Meile Loofen daht, wo doch jewissermaßen schon Intellienz zujehört. Allet, wat recht is, der Junge schmeißt die Beene mächtig propper, un derweile blinkerte er eenen noch mit de Dogen an, wat ihn sehre gefiehlvoll anstehen daht.- Vors. Erzählen Sie nur Ihre Begegnung mit dem Schußmann, alles andere ist vollständig überflüssig.- Angell.: Nu tam ja erst Mare Spengleer, Herr Jerichtshof; aber, haben Se Worte, in' ne Kluft, als wenn er se uf' n Mühlendamm aus' n Sad jejriffen find dähte, wat doch vor' ne eenzelne Dame sehre schenierlich is. hat mir det jejift't; id sage aber von wejen meine jute Erziehung, die ick jenoffen habe, teenen Ton un sege mir mit den faulen Kopp in' ne Ecke hin, det uns man blos teener von meine Bekennte int Doge triegte, und wo doch nu mein scheenet Verjniejen jänzlich verstört war. Vors.: Das ist ja alles ganz unerheblich. Wie tamen Sie mit dem Beamten in Konflikt? Angefl.: Die Sache ist diese, Herr Jerichtshof; weil sich doch der Mensch ab un zu' mal vernüchtern muß, hole id uns von Ludwijen, der' ne feine Wurscht baut, zwee Paar Knobländer, wo wir denn int Latal' n Feuchten zu jenießen un uns ooch ' ne froße Weiße zu bezähmen. Nu hafte er aber feen Jeld beijestochen, un weil' t fich doch in anständige Jesellschaft so jehören duht, det die Herren abschippen, jebe id ihn mein Portemonnaie. Na, wie wir den Krempel verpuzt hatten, berappte er ooch mit' ne jediejene Noblesse, indem er den Kellner mit' n jewiffen Awed, so det man een jeder et jewahrte,' n Froschen Bierfeld uf'n Disch schmiß. Nu jondelten wir beede los; aber nich mit de Pferdebahne, indem et doch all' n Klop Jeld jelost't hatte. Weil die Witterung ooch scheene war, Loofen wir per pedes zu Fuß. Unterwejens, in de Brunnenstraße, will id mir denn von mein Jeld überführen, un richtig, et fehlte' ne Mart. Weil id mir doch nu schon nich von jeden Liederjahn hochnehmen laffe, will ick mein scheenet Jeld retour haben, wodruf der Mann, wat der Schußmann is, mir nach de Wache bringt. Wie finden Sie det, Herr Gerichtshof? Vors.: Der Beamte mußte zu Ihrer Siftirung schreiten, da Sie trop wiederholter Ermahnungen fortgesett lärmten und hierdurch nicht nur die nächtliche Ruhe störten, sondern auch einen großen Auflauf veranlaßten. Dieser Umstand steht indessen nicht zur Anklage; dagegen wird Ihnen vorgeworfen, den Beamten beschimpft und außerdem durch die Worte Wenn Se mir nich find laffen, denn lösche id Ihnen eene, det Se den Mond vor'n Bäckerjesellen ansehen sollen" beleidigt zu haben.- Angel.: Angell.: Wo fann der Mann wiffen, det id ihm mit jemeent habe.Vors.: Die Anklage legt Ihnen ferner zur Last, daß Sie fich in ganz energischer Weise widersetten. Zwei Schußleute und der Revierwächter mußten Sie im wahren Sinne des Wortes schließlich zur Revierwache tragen. Angefl.: Wunder! Jd habe man zwee Beene, Herr Jerichtshof, un wenn die erscht marode find, denn fann id ooch nich loofen. Jd trau' mir balde zu jlooben, det wird bei die Leite ebenso find. Die Beweisaufnahme fiel durchweg zu Ungunsten der Angeschul- Abend Richard zu sein. Der Shrige W. Coote." Der Direktor digten aus, so daß der Gerichtshof in Rücksicht auf wegen Hausfriedensbruches, Mißhandlung und Sachbeschädigung erlittene Vorstrafen der Angeklagten insgesammt auf drei Wochen Gefängniß erkannte. Vorf.: Wollen Sie fich bei diesem Erkenntniß beruhigen? Angell.: 3, wo were id denn! Da tennen Se de Prädikow'n schlecht, die jeht jedet eenzigste Mal bis ant Kammerjericht. ( Ber. 8tg.") Eine Schwindlerin, welche allerhand Mobilien an um fie unmittelbar darauf auf Liefervertrag fich brachte, 3, wo were id mir woll selber vor schuldig äftimieren, Herr Jerichtshof. Sowat wird bei de Präditom'n nu schon nich verzappt. Wenn jedereen, Ja" sagen dähte, da möchte det mit Ihre Arbeet mächtig sputen, indem Se in eene Stunde' ne schreckliche Menschheet inseefen könnten: denn brauchten wir aber natierlich ooch jar teene Jerichte, indem der Mensch denn man janz alleene aus't Jesegbuch' rauslesen derfte, mit wie ville Plößensee und Barnimstraße' n jeder Zauber notiert is," äußerte fich eingangs der Verhandlung die 32 Jahr alte, separirte Amalie Prädilom, geb. Höhne, eine fräftige, energisch dreinblickende Frau. Vorf.: Enthalten Sie sich ja aller unnüßen Bemerkungen. Wenn Sie übrigens den klar liegenden Sachverhalt in Abrede stellen wollen, so wird dieser Umstand bei der Strafabmessung schwer ins Gewicht fallen. Erzählen Sie uns nun in aller Kürze den Hergang der Sache. Angell.: Wat soll id Ihnen fagen, Herr Jerichtshof; vor mir jiebt et nischt Scheeneres in de Welt wie so' n recht sauberet Naturereigniß; über sonen Lenz jeht nischt. Sone Mondfinsterniß, wie wir fie uf' n Sonnabend haben dahten, möchte jewiß ooch nich von Pappe find, wenn man sich den Knaatsch hätte bei Dage ansehen können; aber so war et doch man sehre mies mit det Ding. Sowat past woll vor de Provinz, wo de Leite nich froß wat zu sehen friejen; aber in Berthätigen Einschreitens an. In derselben hatte fte wahrheitslin jiebt et so ville Mumpis, det jeder vor' n Billijet de schwere Menge ooch bei Dage haben kann. Jeben Se da nich Beifall, Herr Jerichtshof? Vors.: Ihr Geschwät ist ja ganz unerträglich. Die Monofinsterniß und andere Naturereignisse find für die vorliegende Sache durchaus gleichgiltig.- Angell.: Aber jerade, Herr Jerichtshof,' n Naturereigniß hat schuld an den janzen Kree. Det Se mir man nich hier sehen dähten, wenn der Fall anders jelejen hätte. Verfigender mit leichter Fronie: Da dürften Sie allerdings recht haben. Nun kommen Sie aber zur Sache. Angell.: Weil id doch nu uf Naturereignisse un fonen Kuddel- Muddel' n mächtijen Mumm, aber ooch' n Heringsjeschäft habe, wo mir der junge Mann, wat der Mare Spengleer is, schon int zweete Jahr de Ware bringt, sage id denn zu ihn, Mare, sage id, heite is uf den Jesundbrunnen italjensche Nacht. Wenn ich nich' ne eenzelne Dame find dähte, denn möchte ich bei den Blaak schon mit antreten, indem von famkeit Schulze's gelingt es nicht, den Mann der Wissenschaft zu einer der so warm empfohlenen Versicherungsarten zu be wegen, und wenn er selbst auch dazu geneigt ware, so fann er, mit Rücksicht auf die unbefiegbaren Vorurtheile seiner Frau dennoch nicht darauf eingehen. Auf der anderen Seite dieser Etage wird nach langem Zögern und Beobachten des Einlaßbegehrenden durch die Gucklöcher der Thür mit ängstlicher Stimme gefragt:„ Was wollen Sie denn?" Ich möchte den Herrn Baumeister sprechen!" Der ist verreift!"" Und fein weiterer Laut dringt durch die verschloffen gebliebene Thür. Ein pensionirter Offizier, der in der zweiten Etage wohnt, steht bereits mit verschiedenen Versicherungs- Instituten in Unterhandlung. Die Frau Rentiere, auf der gegenüber liegenden Seite dieser Etage, überläßt das alles ihrem Sohne, der in Bankow wohnt und die Bewohuer der dritten Etage find schon in allerlei Gestalt versichert. Die Tischlerei im Hintergebäude ist auch längst versichert; der Schlossermeister, giebt auf den Bauber nichts", und der Buchdruckereibefizer schilt auf die hohen Prämien, die man von ihm für Versicherung seiner Druderei und seines Papierlagers gegen Feuersgefahr vers langt, obgleich doch eigentlich nichts paffiren könne. Sein Leben will er nicht versichern, weil nach seinem Tode soviel da sein wird, wie seine Hinterbliebenen brauchen werden; seine Frau ist längst verstorben. Nach all' diesen Fehlschlägen ist Schulze tollkühn genug, die Hintertreppe zu erklimmen, um bei den sogenannten ,, fleinen Leuten" sein Heil zu versuchen. Aber auch hier findet er nicht Das ersehnte Entgegenkommen, wird unter allen möglichen Vorwänden entweder gänzlich oder gelegentlich auch zum WiederTommen wenn es sich so macht aufgefordert, wobei ihm u. a. Frau D. soviel von ihrer Familiengeschichte erzählt, daß Schulze, wenn er Schriftsteller wäre, daraus einen artigen Roman zusammenbauen tönnte. So geht es nun Treppe auf, Treppe ab, von Haus zu Haus, die Straßen hin und her. Gewiß, mühsam und schlecht genug lohnend ist solch' Geschäft und dennoch sind viele höchft achtbare Männer gezwungen, bei der Ueberfüllung aller Berufsarten, daffelbe menn vielleicht auch nur zeitweilig zu ergreifen, um ihr und der oft zahlreichen Familie Leben zu fristen. Viele von ihnen haben früher beffere Tage gefeben, vielen ist nicht an der Wiege gefungen worden, daß sie fich dereinst gleichsam sagen wir nur hausirend ihr färglich tägliches Brot zu verdienen suchen müssen; zu versilbern, stand heute in der Person der schon vorbestraften Handarbeiterin Henriette Louise Hoesert vor den Schranken der ersten Straflammer hiesigen Landgerichts I, um sich auf eine Antlage wegen Unterschlagung in 6 Fällen, sowie wegen wissentlich falscher Anschuldigung zu verantworten. Nachdem ste wegen der gewerbsmäßig betriebenen Unterschlagungen, die in der Veräußerung der auf Leibkontrakt entnommenen Gegen stände gefunden war, in Haft genommen war, brachte sie gegen die Schuyleute, die fte abbolten, eine Anzeige wegen gewalt thätigen Einschreitens an. In derselben hatte fte wahrheitswidrig behauptet, daß die Beamten, ohne Rücksicht auf ihre augenscheinlich schwere Erkrankung zu nehmen, fie aus dem Bett gezerrt und dabei unsanft zugegriffen hätten. Der Ge richtsbof verurtheilte die Angeklagte zu einer Gesammtftrafe von fünfzehn Monaten Gefängniß und 2jährigem Ehrverlust. Vermischtes. Auf der Eisenbahn von Lhon nach Paris ist ein schwerer Mord- und Raubanfall verübt worden. Als am 29. September der Zug um 11 Uhr in Arfeuilles antam, fand man in einem Wagen dritter Klasse einen Reisenden, der durch fünf Messerstiche fürchterlich zugerichtet war. Zwei Aerzte haben sich sofort seiner angenommen und hoffen, ihn trotz der Gefährlichkeit seiner Verlegungen, noch zu retten. Der Un mancher allerdings mag auch das noch nicht einmal von rechtswegen verdienen es mird auch unter den Agenten schlechte Subjekte geben aber sollen denn die Unschuldigen überall mit den Schuldigen leiden und wer sondert die Spreu von dem Weizen? Aber werden denn nun die Agenten von ihren resp. Gesellschaften beffer behandelt, als von dem größeren Theile des Publikums? Leider kann man dies nicht unbedingt befahen. Manche Beamte betrachten die Agenten ihres Instituts uls ganz untergeordnete, wenig zu beachtende Buträger, denen höchftens mit einiger Buvorkommenheit, wohl auch nur mit geschäftlicher Höflichkeit dann zu begegnen ist, wenn fte stets fehr gute Riftfen zu empfehlen resp. zuzuführen haben oder, wenn fie Verbindungen befizen, durch welche nußbringende Geschäfte in Aussicht stehen. Die, fleinen", sich am meisten bemühenden, das wirklich solide Geschäft vermittelnden gewöhn lichen Agenten find häufig„ Kaff" in den Augen solcher Herren Beamten. Die Direktionen trifft damit kein Vorwurf, denn fast alle haben schon Veranlassung genommen, bei Wahr nehmung von Uebergriffen oder Unhöflichkeiten seitens ihres Personals den Agenten gegenüber, dasselbe darauf hinzuweisen, wie unpassend ein solches Benehmen ist, wie sehr die Inters effen ihrer Institute durch derartige Verstöße gegen die gute Lebensart leiden können, und daß es schon deshalb geboten Ein Schauspieler als Versaßstüd. Cooke, der berühmte amerikanische Tragöde, war an solchen Tagen, an welchen ein Benefiz hatte, immer besonders gut aufgeräumt und erlaubte fich mit seinen Freunden Freiheiten, die er sich sonst versagte. Einst als er in Philadelphia engagirt war, ereignete es fich, daß er an solchem Benefiztage ganz ohne Geld war, er hatte aber auch beim Direktor so viele Schulden, daß er nichts von dem Benefiz beanspruchen konnte. In dieser Verlegenheit ging er zu einem Pfandleiher an der Ecke von Cullowhill und Eigth Street und sagte zu diesem: Mein Name ist Coole. Ich habe am heutigen Abend mein Benefiz, der Direktor fann mich nicht entbehren. Ich habe Richard III. zu spielen. Ich möchte etwas zu trinken haben und bin ohne Geld. Darum tomme ich, um Ihnen meine Königliche Person für zehn Dollars zu verpfänden. Sie mögen mich meinetwegen in eines Ihrer Regale oder in einen Schrank legen, wenn Sie mit nur Brandy besorgen!" Der Pfandleiher dachte: es ist ein guter Spaß, zahlte die 10 Doll. und schloß Cooke ein, nachdem er ihm das Gewünschte zu trinken besorgt hatte. Am Abend füllte fich das Theater bis zum legten Blaze. Die Schaus spieler famen alle zur gewöhnlichen Beit, nur Cooke blieb aus. Der Direktor gerieth in große Sorge und fandte in verschiebe nen Richtungen Leute nach Cooke aus. Da tam endlich ein Bote mit einem Billet folgenden Inhaltes: Mein befter Jones! Ich bin um 10 Dollars verpfändet. Senden Sie her und befreien Sie mich, oder es ist mir unmöglich, an diefem eilte ohne Säumen nach dem Drte, wo sein Planet zum Fig stern geworden war, und fand thn bei einer Bortion Käse und Biskuits hinter einer Flasche Brandy. Im Knopfloche seines Rodes stedte ein Papierstreifen mit der Pfandnummer und dem Darauf geliehenen Preise. Die 10 Dollars nebst Binsen wur den bezahlt und man eilte ins Theater, wo Cooke kaum Zeit hatte, fich umzufleiden. Er soll an diesem Abend Richard. so vorzüglich gespielt haben, wie noch nie. Ein merikanisches Begräbniß. Aus London wird uns geschrieben: Die Merilaner haben nicht nur in der internatio nalen Finanz die Reputation, geschickte Schurken zu sein, ge wonnen; die Streiche des merikanischen Finanzministers wer den durch die Habsucht des gemeinen Diebes zuweilen in den Schatten gestellt. Es ist in Merilo Gewohnheit, während de heißen Jahreszeit die Leichen frühmorgens zu begraben, und der Prifter in Toledad de Santa Cruz war nicht überrascht als man vor einigen Wachen ein Begräbniß ankündete, das Morgens um 4 Uhr vor sich gehen sollte, und er gestattete den trauernden Verwandten ohne Argwohn, den Sarg am Abend in die Kirche zu stellen. Während der Nacht jedoch zeigten sich die Hunde des Satristans sehr aufgeregt, bellten unaufhörlich rings um und die Kirche. Der beängstigte Priester erwachte und trat in das heilige Gebäude, gerade als ein Mann vom Altar sprang das Weite suchte. Der Priester schaute sich um und wunderte fich, wie der Fremde in das Gebäude gekommen war; er hob verduftet. Der frühere Bewohner des Sarges war weg, und mit ihm waren die Kirchenschäße verschwunden. Dieser smarte den Deckel vom Sarg, aber der vermeintliche Leichnam wa lebens betraut werden. An Folgenden originellen Scherz erlaubte sich, wie Befter Blätter erzählen, am legten Montag dort ein Maurergehilfe: Der bei der Kerepeser Mauth postirte berittene Ronstabler be merkte des Morgens eine menschliche Gestalt neben dem Gitter einer naben Holzhandlung regungslos liegen. Er ritt au Stelle, stieg ab und rüttelte an dem Mann, der sich aber nicht rührte und auch sonst kein Lebenszeichen verrieth. Der Kon stabler winkte hierauf einem vorüberfahrenden Lastwagen und als derselbe zur Stelle fam, hob der Konstabler mit Hilfe des Kutschers den regungslosen Körper auf den Wagen. Dan wurde zum Rochusspital gefahren. Der Konstabler meldete deutete ihm der Portier und der Wagen bog in die Perlhuhn gaffe ein und hielt am Thor des düsteren Hauses an. In zwischen langten auch zwei Männer mit der Tragbare welche der Spitalsinspektor nach Kenntnißnahme des Falles hinbeordert hatte. Die Träger stiegen auf den Wagen, Die Leiche herabzuheben. Der Eine faßte den Körper an de Schulter, als er plöglich einen gelinden Stoß erhielt, so daß rüdwärts fiel und die Leiche" sich hoch er aufrichtend lächelnden Antliges erhob! und Was wollt's denn, es G'sindel, weiter lag i mi ja net fübren!" Dann sprang der Mann unter lautem Gelächter vom Wagen 11 wollte fortgehen. Allein der Konstabler vertrat ihm den Weg und forderte Rechenschaft für dieses Benehmen: No, i hab mir halt a G'spaß g'macht, i hab ganz gut g'febn, wie's mi vifitirt ham, dent mir balt, mal mußt d' Polizei a beleln dent i mir." Nun werden Sie aber auch die Fahrt bezahlen, erwiderte der Konstabler. Ka Spur!" sagte die Leiche," hab i Jhna aufg'fordert, mi a'führen oder ham's mi g'fragt?" erscheint, den Geschäftsfreunden" stets aufmerksam und mit Der Konstabler ließ fich aber nicht beirren und erklärte ber ,, Leiche," daß fie ihm zur Oberstadthauptmannschaft folgen müsse. Ja, des lennen's scho haben," erwiderte die Leiche Es unterliegt keinem Zweifel, daß es für alle Versicherungs- die fich, nebenbei bemerkt, als Maurergehilfe August Klein Anstalten eine Pflicht der Nothwendigkeit, ein Gebot der Selbst legitimirte, aber z'Fuß geh' i net, i bin jest im Fahren drinn der erforderlichen Achtung zu begegnen. Troßdem soll dies jedoch nicht überall geschehen. erhaltung ist, ein Heer zuverlässiger und tüchtiger Agenten intatt zu befißen und je beffer sie es verstehen, diese Drgane willfährig und eifrig für ihre Intereffen zu erhalten, desto größere Erfolge werden in geschäftlicher Beziehung erreicht werden und dann wird man den armen, vielgeplagten und doch so nothwendigen Agenten, die für das Gedeihen eines Versicherungs- Unternehmens durchaus nicht zu entbehren sind, neben Anerkennung und Belohnung, auch wirklich anständige Behandlung nicht versagen tönnen. Und da die reellen Agenten denn nur diese können gemeint sein Publikum gleichfalls unbestreitbaren Nugen bringen, wird letteres gewiß nicht anstehen, dem Beispiel der höflichen Anstaltsbeamten zu folgen und ersteren so begegnen, wie es unter H. Krafft. anständigen Leuten Sitte ist. dem ti थ fa tr be Ju थ La th fo fc fd au ga gr FI tu te ba B Ie E un un un 81 In An SEREN ECOORS TASKSCHERE SEKSISTERE ih Die bet ha Sti fid bu De fö Und so mußte der Konstabler einen Mieihwagen holen und den Maurergehilfen zur Oberstadthauptmannschaft führen Dort wurde ein Protokoll mit ihm aufgenommen und er fo dann entlaffen. Zur Verantwortung wegen seinem' fpa wird man ihn später ziehen. Briefkasten der Redaktion. Schneider, Stromstr. Kündigung am 15.; Biebseit 6. W. 41. Nachtheiliges über die Versicherungsgesell am 1. schaft ist uns nicht bekannt. 8 Rh. 50. Ohne Angabe der Details lägt fid die Frage nicht beantworten. Berantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW. Beuthstraße 2 eir al bir fre ne