Nr. 163. t er h 0 23 e= en Cit t= te rd = ont ers de als en 1aon ges och and Die te: In ße, fter eißt VI." pieg es ge hen ang die auf Terts der bes effen Der ollen ahre. Sabre Den Sahre fich mals und eifen 1794, Ther = läßt llers angen h der einem hatte. Bus Diren. uchen. r wir nferm . Ich barf rasch folgen hend): Ingel! Streich 7 und Ach, , diefe . Jd efallen ist. wich und zurüd mich tenn Tamleit ir der Bollen gar. fein quis ift etwas buftas at bie Unters fcheint Mar thafter e Luft Charlie nad hr und u vers werft zu ic" be Sch be nur ein Unters y. Sonntag, 12 Oktober 1884. I. Jahrg. Berliner Volksblatt. Drgan für die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Boltsblatt" eint täglich Morgens außer nach Sonn- und geftagen. Abonnementspreis für Berlin in's Saus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Mart, wöchentlich 25 Pf. Einzelne Rummeras Bf. Bostabonnement pro Duartal 3 Mart.( Eingetragen im VHI. Rachtrage der Postzeitungspreisliste unter Nr. 719a.) Jufertiousgebühr beträgt für bie 3 gespaltene Betitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 f. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 thr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Simmerstraße 44, fowie von allen Annoncens Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berfin SW., Bimmerftraße 44. Ein Mahnwort an die Arbeiter! einen Artikel, der für die Wahl von deutsch- freisinnigen AbUnter biefer Ueberschrift bringt die„ Berliner Zeitung" geordneten unter den Arbeitern Propaganda zu machen verlucht. Bunächst erklärt das Blatt, die deutsch- freifinnige Partei verwerfe den Getreidezoll, deshalb möge der Arbeiter nur entschiedene Gegner der Nahrungsmittelzölle wählen. fläche zu erscheinen die deutsch- freisinnige Partei aber erAuch brohe das Tabakemonopol, wieder auf der BildHare fich gegen dasselbe. besteuert werde nach seiner Leistungsfähigkeit, haben wir noch nie vernommen, daß diese Partei für eine einzige, progressive Einkommensteuer eingetreten wäre. Die Mitglieder dieser Partei würden dann allerdings besteuert nach ihrer Leistungsfähigkeit, aber viel höher, als unter dem jezigen Steuersystem. Während die B. 3." behauptet, die deutsch- freisinnige ohne Ansehen der Partei, stimmt ein volles DritPartei verlange, daß gleiches Recht herrsche für alle Bürger theil dieser Partei für ein Ausnahmegeseg. Und wenn diese Partei freies Vereins- und Versammlungsrecht in Wahrheit wollte, so würde sie sich nicht hinter verschlossenen Thüren versammeln und so, vor Entgegnungen Dann sei das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Stimmrecht in Gefahr die deutsch- freisinnige Partei aber werde dasselbe beschüßen. Sie verlange, daß das Neichss geschüßt, über andere Parteien herziehen. tagswahlrecht nicht angetastet, sondern auf Staat und Rommune ausgedehnt werde. Die deutsch freifinnige Partei fordere ferner, daß gleiches Recht herrsche für alle Bürger bes Standes, daß freie Presse und freie Rede, freies Bereinsrecht und freie Versammlungsrecht gewährt werde allen Parteien ohne Ausnahme, daß Somit fieht man auch hier wieder, daß die Empfehlungen der deutsch- freifinnigen Partei meist auf Flunkerei und die Absicht, Wahlreklame zu machen hinauslaufen. Aber wenn die von der B. 3." betonten Forderungen wären, sollten dieselben dann geeignet sein, gerade die Arbeiter, die Berliner Arbeiter einzufangen? und Biele wirklich diejenigen" der deutsch- freifinnigen Partei " becken? stellen bie Politische Uebersicht. Zu unserem Leitartikel:„ Ein Mahnruf an die Arbeiter!" haben wir noch zu bemerken, daß die Berliner Beitung" in Nr. 238 in einem Artikel: Wähler schüßt Euer täglich Brod!" ganz in derselben Weise den ,, Arbeiter fang" fortzuseßen versucht. Die Berliner Arbeiter hören wohl die Lockpfeife, aber sie fallen nicht mehr auf den Schwindel der Freifinnigen" hinein. Es ist allbekannt, daß gerade die Deutsch Freifinnigen" heimlich die größten Gegner der Ar beiter und Handwerker find. Den Beweis liefern uns nicht willkürlich plögenselige Gedanken bekommt sondern auch die nur die freifinnigen Fabrikanten, in deren Fabriken man unfreifinnige" Berliner Stadtverwaltung. Warum denn in die Ferne schweifen, liebe ,, Berliner Beitung"? Sehen wir doch wie schon in Berlin der Freifinn das Woh!" der Arbeiter fördert". Ist es der Berliner Beitung" nicht bekannt, daß die Berliner Miethssteuer eine schwer drückende indirekte Steuer ist? Und daß fie dennoch ungenirt von den freifinnigen" Freunden der Berl. 3tg." geduldet wird? ft es der Berliner Zeitung vielleicht unbekannt, daß es " 1 städtische Arbeiter giebt, die mit 2,00-2,25 M. Tagelohn honorirt werden? Und ist es der Berliner Zeitung etwa entgangen, daß bei verschiedenen Gelegenheiten, wenn es fich darum handelte, den städtischen Arbeitern einige Groschen Zulage zu -Sollte der ,, arbeiterfreundlichen" Berliner Zeitung" dieses alles entgangen sein? Nun, dann erinnert fie fich vielleicht währen, die„ freifinnigen" Stadtväter dagegen geftimmt haben? 13 feit. Das find", so schließt die Berliner Zeitung" ihren Kandidaten der Arbeiterpartei nicht gleichfalls die Forderungen Aufruf, einige von den Zielen der deutsch- freisinnigen der Berliner Zeitung", die sich aber, wie wir gezeigt haben, noch daran, daß dieselben deutsch- freifinnigen" Herren mit der Bartei, die jedes Interesse der Arbeiter freudig und eifrig nicht mit den Forderungen der deutsch- freifinnigen Partei größten Zuvorkommenheit den Herren Stadtbauräthen Tausende Dertreten wird. Und darum ergeht unsere Mahnung an die Arbeiter: Wählt feste, ganze Freunde des Volkes, wählt bie Männer der deutschen, freisinnigen Forderungen viel klarer, viel bestimmter, Partei!" Doch die Kandidaten der Arbeiterpartei stellen diese daß ein Drehen und Deuteln an denselben nicht mög baß die Berliner Zeitung" für die oben angeführten Biele" Bunächst wollen wir bemerken, daß wir wohl glauben, lich ist. eintritt; im Namen der deutsch- freisinnigen Partei aber diese Forderungen, welche dirett zur Hebung des Ar " Biele" aufzustellen, dazu fehlt der Berliner Zeitung" jeg beiterstandes dienen sollen. liche Berechtigung. Die deutsch- freifinnige Partei ist nämlich unsern Lesern bekannt, deshalb berühren wir hier nur die mit oben angeführten Zielen nicht einverstanden. Diese Forderungen sind eine: gefeßliche Regelung des NormalarForderungen. Während die Berliner Zeitung" unverfroren Nicht einmal Eugen Richter steht auf dem Boden obiger beitstages!" genug ist, die Ausdehnung des Reichswahlgefehes auf die partei aber sind die Deutsch- Freifinnigen! Rommunalwahlen als eine Forderung der deutsch- freifinnigen Bartei hinzustellen, erklärt der anerkannte Führer derselben, Todtfeinde dieser wichtigsten Forderung der Arbeiterbaß er für Kommunalwahlen einen Census beizubehalten wünsche. Deshalb, Arbeiter Berlins, laßt Euch nicht köbern und am wenigsten durch die verschommenen Lockungen der genug haben der Fortschrittler, die sich als Gratifikationen bewilligt haben?! Dder aber leidet dieses, arbeiterfreundliche Blatt vielleicht an Gedächtnißschwäche? Nun, die Berliner Handwerker und Arbeiter Bieles gelernt, fte wiffen ganz genau, daß die deutsch- frei leiden nicht an dieser Krankheit, fie haben Nichts vergessen aber finnige Partei nur Arbeiterfreundlichkeit he u chelt und daß auf diese Partei sowie auch auf die Berliner Zeitung das Sprüchlein paßt: Nach oben bückst das Rückgrat du, nach unten schärfst die Krallen au." Darum Fort mit dieser Heuchlergesellschaft! Also doch! Offiziös wird geschrieben: Ueber die Erhöh ung der Getreidezölle, welche in der gegenwärtigen Wahlbewegung eine so große Rolle spielt, ist man innerhalb der Regierung selbst noch gar nicht schlüssig geworden. Es ist im Augenblide durchaus noch nicht zu sagen, ob dem Reichstage eine Vorlage über Erhöhung der Getreidezölle zugehen wird". Wer nur etwas die offiziöse Sprache versteht, der erfennt aus dieser Notiz, daß unzweifelhaft eine Vorlage wegen Berliner Zeitung". Senate, u fab jest Deutſch- Frei- Erhöhung der Getreidesölle geplant wird. finnige Partei eine Gegnerin der Nahrungsmittelzölle sei, und an der Nase herumführen lassen, daß es endlich Zeit Blättern geschrieben, nimmt immer größere Dimen hat diefelbe noch niemals einen Versuch gemacht z. B. einen Antrag auf Aufhebung der ungerechtesten aller Steuern, der Salzsteuer zu stellen. Während die ,, Berl. 8tg." es als einen Grundsatz der deutsch- freifinnigen Partei hinstellt, daß jeder im Staate Bobrud verboten.] Feuilleton. Isaura. Eine Erzählung aus dem südlichen Frankreich. ( Fortsetzung) ist, zu vollem Bewußtsein zu erwachen. Und darum geht unsere Mahnung an die Arbeiter: Wählt feste, ganze Freunde des Volkes, wählt die Männer der Arbeiterpartei!" schlafener Fürsten, die zum ruhmreichen Gedächtniß an der Wand hingen. ,, Was macht mein Kind, mein Guigo? rief der Eintretende den Seneschal an, der in großer Eile herbetgerufen war. Das junge Herrlein schläft, wie ich nicht anders weiß," erwiederte der Seneschal. Soll es der Hofmeisterin gesagt " nigen an ihm vorüber und schrie, hoch in den Bügeln fich Auf diesen Befehl sprengte der Nächste von den Sei werden, daß fie es wede?"" aufrichtend: Seine Gnaden, der Dauphin! Deffnet die Thore!" " Es schien großen Eindrud zu machen, denn Alles ver ftummte plötzlich auf der Mauer. Nach einer Kleinen Weile fagte jedoch eine starke Stimme von oben: Seine Gnaden, der Dauphin, ist im gelobten Lande oder höchstens auf der Heimfahrt. Mit einer so plumpen List betrügt Shr uns nicht. Was auch Eure Absich: sein möge " Beim Kreuz! Ich lobe Dich, Foulrques von Triod aber thu' mir nur auf, Du kennst mich doch?" rief jetzt der Anführer der fleinen Schaar vor dem Thore. Gnädigster Herr, Ihr selbst?!" schrie der Hauptmann der ,, Laßt ihn schlafen in Gottes Namen!" sagte der Dauphin mit einem Seufzer- den die Umstehenden wohl verstanden. Des schlummernden Kindes Mutter, die Gemahlin des Fürsten, welche ihn auf seinen Wunsch begleitet und sich mit Schmerzen von ihrem einzigen Knaben getrennt hatte, war nicht zurückgekehrt, sondern hatte in der Ferne ein frühzeitiges Grab gefunden. Unterdeffen war die traurige Regung des Dauphins auch schon überwunden. Er gürtete sein Schwert ab, die Hilfe des Pagen ablehnend. ,, Hier, Clermont!" rief er einem der Ritter Nehmt es wieder in zu, die mit ihm gekommen waren. Verwahrung, Erbmarschall von Dauphiné. Wir hätten am Ende beffer gethan, mit sammt dem Reichsschwerte zu Hause zu bleiben!" Dabei lachte er herzlich und setzte hinzu:„ Der flügel in ihren Angeln, um den Gebieter des Schloffes, wie hochwürdige Herr von Lyon wird uns gleich auseinanderseßen, bes ganzen Landes einzulassen. Es war seine Rückkehr von bem Kreuzzugefle charatterifirte das Unternehmen, daß schon Damals gar nicht mehr an der Beit war. " Bo ift der Majordomus, der Seneschal, die Trabanten alle? Licht, mehr Licht!" rief der Fürst beim Einreiten. Stedt Fadeln auf in der großen Halle, ruft mir den Erzbischof nicht zu Bette der fein! hochwürdige Herr wird hoffentlich noch Und, Foulcques, sorge dafür, Wir daß augenblicklich mein Banner aufgezogen werde, damit die Bürger morgen früh wissen, daß ich wieder hier bin. werden die guten Leute brauchen, nicht wahr, Herr Schatzmeister?" wandte er fich an den dicken, verdrießlichen Mann, deffen Pferd er bestiegen hatte, und der eben zu Fuß nach gelommen war. daß wir nicht würdig gewesen find, zu hohen Thaten auss erforen zu werden." Der Erzbischof trat ein, eine hohe, Ehrfurcht gebietende Gestalt. Bei seinem Anblicke schwand der leichtfertige Ausdruck von dem Gefichte des Dauphins und machte einem würdigen Ernste Plat. Er ging dem Prälaten, der in seiner Abwesen heit das Land so weise und kräftig verwaltet hatte, rasch entgegen und füßte seine Hand, ehe dieser es hindern konnte. Dann empfing er deffen Segen. Wir kommen ohne Erfolge zurück," sagte er nach den ersten Begrüßungen. Der Erzbischof begnügte sich mit einer sehr allgemeinen er hatte von dem ganzen Unternehmen schon Antwort Eure Gnaden werden das am besten wissen," antwortete herfah. Die Begeisterung für die Glaubenszüge war längst vera domini Dalphini!" Der Schatmeister. Unsere guten Leute find immer ad usum Das legte Wort hörte der Herr schon nicht mehr, er war weht, schon seit fünfzig Jahren hatten die Christen ihre letten Caftelle im gelobten Lande verloren, und wenn noch das Kreuz gepredigt wurde, hatte die Berechnung mehr Theil daran, als ber Glaubensdrang: den Vortheil zogen die Handel treibenden Die Innungsbewegung, so wird von konservativen sionen an und überall suchen die Handwerker einen forporativen Busammenschluß mit ihren Berufsgenossen zu errichten. Die ungeheuren Schäden, welche die Gewerbefreiheit in jeder Handwerkerkategorie angerichtet, haben endlich die Betroffenen zu der Ueberzeugung von dem großen Werthe einer gefestigten Gliederung zum Schuße gegen die Macht des Kapitals und sein Landesherr, in maßlose Schulden stürzte, der Erschöpfung seiner Unterthanen gar nicht zu gedenken, nur um als Anführer eines Kreuzuges hinaus zu fchiffen, wo feine Siegespalmen mehr zu hoffen ftanden. Das Alles flog dem ehrwürdigen Greise jest wohl durch den Sinn, aber es war feine Beit, auf Ge fchehenes zurückzukommen, und nur die Zukunft machte ihm Sorge. " Wie stehen wir mit dem Kaiser?" fragte der Dauphin. Anerkannt ist Ludwig von Baiern noch nicht, wie ich in Avignon gehört habe". Thr waret beim heiligen Vater?" entgegnete der Erzbischof mit einem prüfenden Blide, welcher den Fürsten ein wenig in Verlegenheit setzte. " Es war doch wohl meine Schuldigkeit, dem Statt halter Christi, der mich zum Führer des Kreuzzuges geweiht batte, bei der Rückkehr Bericht abzustatten", antwortete er. ,, Dann auch," fegte er mit erzwungener Leichtigkeit hinzu, als Der Erzbischof schweigend mehr zu erwarten schien, dann auch, wist Thr, hat mir der heilige Vater zu diesen und anderen Unternehmungen Geld geliehen ich weiß nicht, zehn- oder zwölftausend Goldgulden Nun ich Sechszehntausend!" berichtigte der Erzbischof. " Sind es so viel?" erwiederte der Dauphin. suchte auf Anrathen meines dicken Fucigny ein Abkommen mit bem Papste zu treffen! Güter in Bahlung" " Gnädiger Herr!" rief der Erzbischof besorgt. -Des Papstes Schatzmeister wollte nicht darauf ein geben," fuhr der Fürst leicht fort. Nun Rath muß fich finden. Aber gefreut habe ich mich über mein Kloster in ich habe dort gewohnt, wie immer und Avignon die frommen langbärtigen Herren find dem Stifter ihres Hauses sehr dankbar gewesen. Wie steht es denn mit meiner hiesigen Stiftung, ich meine die Universität?" Der Hochschule. " Sie gedeiht sichtlich", erwiderte der Prälat mit wahrer Freude, denn er nahm selbst großen Antheil an dem Aufblühen Wie viel Studenten?" fragte Humbert rasch und schüttelte" ben Kopf, als der Erzbischof die Bahl nicht wußte. Jit Alles ausgeführt, was ich zur Erleichterung der Lehrer und Studiosen befohlen habe?" wohin ihm nun seine Getreuen folgten. Die Pforte zur großen Genuesen und Venetianer im Drient, dns Geld floß in Kaffen, einzugreifen". das Licht der Fackeln bestrahlte düster die Harnische längst ent- fürst müssen geschehen lassen, daß sich Humbert der Zweite, verleßt. Balle that fich auf, der Luftzug rauschte in den alten Panieren, die keine Rechnung legten. Seufzend hatte der redliche Kirchen" 1 Nur Eins habe ich noch nicht proklamiren laffen", erwi derte der Erzbischof. Es schien mir zu tief in das Privatrecht Was ist das, Herr von Villars?" fragte der Dauphin gegen die schwächeren fleineren Gewerbe allmählia in sich auffaugende Großindustrie gebracht. Seitdem die Regierung in Anerkennung des notorischen Nothstandes der Handwerker den glücklichen Verfuch zur Abhilfe desselben durch Begünstigung Der fakultativen Innungsbildungen gemacht hat, geht durch das gesammte deutsche Handwerk ein frischer fräftiger Bug, der, freilich verspottet von den manchesterlichen Gegnern, immer größere Verbreitung in allen vaterländischen Gauen findet. Die Handwerkertage in Frankfurt a. M., Berlin, Königsberg sc. geben einen Beweis für diese Thatsache, und was aus denfelben erreicht ist, scheint ein neuer Sporn zu vermehrten Anstrengungen in den Handwerkerkreisen geworden zu sein. Wir haben bereits in unserer geftrigen Nummer den Bericht gebracht, daß das Drgan des Handwerkerbundes, die Innung", welche von ultramontanen Standesherren unterhalten wurde, felig entschlafen ist. Und auf dem Handwerker tag in Frankfurt hat sich nur das Eine gezeigt, daß nämlich die Kaffen des Bundes leer find. Hoffentlic sehen die bis jezt irregeführten Handwerker nunmehr ein, daß fie nur zum Spielball der konservativen und ultramontanen Parteien dienen sollen und daß diese Parteien nimmermehr den ernsten Willen haben, für eine bessere Lebensstellung der Handwerker einzutreten. -Stettin. Die Durchsuchung der Schiffe nach sozialdemofratischen Schriften wird noch stetig fortgesezt. Vorgestern wurde die ,, Titania", gestern der von Hull tommende Dampfer ,, Bravo", in beiden Fällen jedoch erfolglos durchsucht. Sozialistische Flugblätter find ferner in Bremen, Han nover und Ludwigsburg verboten worden; ferner die Nr. 19 der in Mainz erscheinenden periodischen Druckschrift Rheinisches Wochenblatt" vom 5. d. M.( Verlag von Franz Jöst in Mainz, Redaktion von Dr. Bruno Schönlant, Drud von M. Ernst, vormals Georg Pollner, Beide in München). Belgien. Das offizielle Regierungsorgan, der ,, Moniteur" veröffentlicht heute das Gesez, durch welches dem auswärtigen Amt der Kredit zur Wiederherstellung der diplomatischen Bes ziehungen zum Heiligen Stuhl eröffnet wird. Die aus dem ganzen Lande eingehenden Nachrichten zeigen, daß die diesmaligen Kommunalwahlen durchweg politische find, überall ist ist die Schulfrage die Loosung. Die Führer der beiden Parteien betheiligen sich an der Wahlbewegung. Der frühere Justizminister Bara hat in einer mächtigen Rede in Tournai Die Liberalen zur Einigkeit gemahnt, die große lieberale Partei müffe nur ein Ziel haben die Befreiung der bürgerlichen Macht, deren höchster Repräsentant jest Gefangener der Jesuiten sei!" Auch Frère- Drban will in Lüttich sprechen. Während der Justizminister Woeste die in der Kammer zugesagte Liſte aller weltlichen und geistlichen Lehrer, die wegen Sittlichkeitsvergehen zu Gefängnißftrafe verurtheilt worden find und folche jest verbüßen, aufstellen läßt, wird das Verhältniß der letteren dadurch umgestaltet, daß der Minister viele derselben begnadigt. So meldet heute das Journal von Charleroi, daß ein Priester, der zu fünf Jahren Gefängniß aus diesem Grund verurtheilt worden, jezt nachdem er zwei Jahre verbüßt, durch Königlichen Erlaß begnadigt worden ist. Sein Dorf- Veruain fur Saube- zog ihm unter Glockenklang entgegen und der Priester lieft wieder die Messen! richten hat der alte Haudegen fich wirklich wieder einmal mit dem Kapitän Fournier herumgeschlagen; beide haben unerheb liche Verwundungen davon getragen. Der Ausschuß für die Krisen: Enquete war gestern in Saint- Etienne. Der Maire legte dar, daß die vier örtlichen Industrien, Kohlenbau, Eisenguß, Waffen und Bandweberei zu Grunde gingen. Seit zwei Jahren seien von 140,000 Arbeitern 25.000 weggezogen; bald würden weitere 25,000 weggehen müssen. Das Stadtbudget hat eine Million Defizit. Augenblicklich haben blos 6000 Arbeiter volle Be schäftigung, 50,000 theilweise, der Rest gar teine. Heute ist der Ausschuß in Lyon. Am 9. Oktober fand in Paris, in dem Hotel Continental, ein großes Bankett des feramischen Vereins statt, zu welchem auch der Ministerpräsident Ferry erschienen war. Derselbe hielt eine Rede über den Fortschritt der Kunstindustrie und forderte den feramischen Verein auf, alle Anstrengungen zu machen, um bei der allgemeinen Ausstellung im Jahre 1889 zu zeigen, was schon seit hundert Jahren die demokras tische Gesellschaft gethan habe, um die zivilisatorische Aktion zu fördern. - Es ist etwas eigenthümliches mit der Demokratie des Herrn Ferry; er hält auf Banketten schöne Reden, spricht von Fortschritt und Civilisation, führt zweifelhafte Kriege, die das Defizit in den Staatsfaffen vergrößern und ist nicht im Stande, der Maffenarmuth und Arbeitslosigkeit im eigenen Lande zu steuern. Es wäre jedenfalls beffer, wenn er zunächst in Frankreich eine„ ivilisatorische Aktion fördern würde". Die italienische Regierung ist mit der Ausarbeitung einer Vorlage beschäftigt, welche der italienischen Kammer nach deren bevorstehendem Busammentritte unterbreitet werden und die Reform der sanitären Zustände in den großen Städten Jtaliens, obenan Neapels, zum Gegenstande haben soll. Wie des Weiteren aus Rom verlautet, hat das italienische Kabinet seine Vertretungen im Auslande beauftragt, die respektiven Regierungen um Mittheilung des einschlägigen Gesetzfpektiven Regierungen um Mittheilung des einschlägigen Gesetz gebungsmaterials, der sanitätspolizeilichen Bestimmungen und Einrichtungen, des bei der Räumung sanitätswidriger Stadt theile beobachteten Verfahrens u. f. w. anzugehen. Beffer wäre es, wenn die Regierung zunächst soziale Reformen ein führen würde, denn die schlechten sanitären Zustände find die Folgen der schlechten Lebensverhältnisse des italienischen Volkes und wenn diese nicht gebessert werden, dann wird die Cholera stets großen Boden und weiteste Verbreitung finden. Solange ein großer Theil des italienischen Volkes zufrieden sein muß mit einer Hand voll Makaroni und etwas Obst, solange wer den auch die Seuchen in diesem schönen Lande nicht aufhören. Cholera. Die Cholera nimmt in Italien wenn auch lang sam, so doch stetig ab. Es starben an derselben am 9. Oftober 95 Personen. Hoffentlich wird die Seuche bald ganz erloschen sein. England. Daß die englische Regierung nicht gerade mit freundlichen Augen auf die Operationen der Franzosen in China blidt, beweist die Sprache der englischen Preffe. Die Daily News" drohen den Franzosen, England werde alle britischen Häfen im Osten für französische Kriegsschiffe schließen, falls französische Kommandanten fich wieder beikommen ließen, daß die französischen Offiziere nur nebelhafte Vorstellungen von gelassen, um diesen nationalliberalen Forderungen zufti zu können. Und zudem ist ja seine ganze politische Stell eine derartige, daß ihm derartige Abstimmungen recht wohl p zutrauen find. Wenn er sich vielleicht auch geniren wird, e diesbezügliche öffentliche Erklärung abzugeben in gebein Busammenkunft wird er gewiß bereit sein, sein Wort für nahmegeses und Septennat zu verpfänden, so daß es ihm, wenn zur Stichwahl kommen sollte, an den nationalliberalen Sti men nicht fehlen wird. Die Ultramontanen stellen in fam lichen mittelfränkischen Wahlkreisen mit Ausnahme Eichstädt, wo Landgerichtsrath Schmidt( ultr.) kandidirt auch gewählt wird den hochkonservativen und adelstol Freiherrn von und zu Frankenstein auf. Da von den Deut konservativen der bekannte Agitator, Telegraphenadjunkt u Mayer v. Schauensee für Nürnberg nominirt wird, so ha wir nun vier adelige Kandidaten in unserem gewe fleißigen Wahlkreis: Herrn von Cramer, H " von Kreß( national- liberal), von Schauensee, von und zu Frankenstein und nur einen bürgerlichen: Grillenberger. Lokales. N. Das 50- jährige Amtsjubiläum als Lehrer der f ten Gemeindeschule begeht am nächsten Montag, den 13. b. der Reftor Dr. Kinzel. Der Jubilar wird am Morgen durd Ständchen begrüßt werden. Hieran schließen sich Deputationend Magistrats und der Berliner Lehrerkollegien. Die eigentli Schulfeierlichkeit wird 1/10 Uhr Morgens im Saale der Schu abgehalten werden. c. Eine bedeutende Explosion fand gestern Nachmit gegen 23 Uhr im Hause Schwedterstraße und Kaftanienallee statt. Begreiflicherweise wurde die ganze Umgebung hierbu fich im 4. Stock ein Laboratorium befunden haben, in wel in die größte Aufregung verfeßt. In dem genannten Haufe fol fich jedenfalls explosive Stoffe befanden. Wie uns mitgeth wird, sollen bei dem Unglück zwei Kinder und ein in dem boratorium beschäftigter Mann um das Leben gekommen Durch die Gewalt der Exploftum ist das ganze Dachwert b Hauses in die Luft gesprengt, die Feuerwehr war um 4 noch in voller Thätigkeit. g. Ein grober Exceß, welcher zur Verhaftung eind Soldaten, dreier Strolche und einer Frauensperson füh spielte sich in der vorgestrigen Nacht in der Müllerstraße Daselbst hatte eine Anzahl von Personen, darunter meh Soldaten, ruheftörenden Lärm verursacht, weshalb der herdo geeilte Nachtwächter des Reviers einschritt. Anstatt fich der Aufforderung desselben zu fügen und auseinander zu gehe fiel die ganze Gesellschaft über den äußerst mäßig aufgetreten Nachtwächter her und schlug auf ihn ein. So start bedräng gab der Wächter ein Signal mit seiner Nothpfeife, wor mehrere Schuyleute dem Wächter zur Hülfe eilten, be es dann unter Beistand des Letteren gelang, die erwähnts Personen festzunehmen und zur Polizei- Revierwache zu fiftica Als der Soldat später nach der Kaserne der Garde- Füfili geführt werden sollte, zeigte er sich den ihn transportirend auf das Gröblichste und äußerte, daß er die Schußleute In Brüssel ist mit Rücksicht auf die bevorstehenden Ge- englische Schiffe zu durchsuchen. Das radikale Blatt beklagt, Schußleuten gegenüber äußerst renitent, beschimpfte diefelbe geschrittenen Liberalen ein Kompromiß zu Stande gekommen. Den Rechten der Neutralen hätten. Man ist eben in England stechen würde, wenn er von seinem Seitengewehr Gebrau Wie berichtet wird, hieß gestern die liberale Wahlvereinigung einstimmig den Vorschlag Paul Janson's, des Führers der vorgeschrittenen Liberalen, gut, demzufolge derjenige Kandidat, Der in der Vorwahl die geringste Stimmenzahl erzielt, zu Gunsten eines bestimmten Arbeiterkandidaten zurücktreten soll. Die bergestalt erreichte Einigung mit der Arbeiterliga ist für die Wahlen am 19. Oktober von großer Wichtigkeit. Wir find der Ansicht, daß die Brüffeler Arbeiter besser gethan hätten, jedes Kompromiß mit den Liberalen abzulehnen. Die Arbeiter müssen überall selbständig vorgehen, und wenn dann auch nicht immer ein greifbarer Erfolg zu verzeichnen ist, so wird die Arbeitersache rein erhalten, während andererseits die Liberalen doch nur darauf ausgehen, die Arbeiter zu ihren speziellen Becken zu benußen. Frankreich. Es giebt in Frankreich nur einen vernünfigen Menschen, und dieser Eine ist verrückt(?) es ist Henri Rochefort!" so äußerte fich jüngst ein vorzüglicher Kenner franzö: fischer Verhältnisse. Henri Rochefort ist jetzt auch der Eine, der die Vertheidigung des Kapitän Fournier in Sachen des famosen Friedens von Tientsin nicht so ohne Weiteres gläubig hinimmt, vielmehr an die Phrase des Kapitäns, daß derselbe Jeden, der an seiner Erklärung zu zweifeln wagen sollte, vor Die Spize seines Degens fordere", in gewohnter Weise seine faustischen Gloffen knüpft. Rochefort meint in seinem ,, Intran fignent", Diplomatie werde nicht mit dem Degen gemacht, und Fournier sei mit den Daten und dem Wortlaut der Vertrages auffallend leichtfertig umgesprungen. Kapitän Fournier hat in Folge deffen Henri Rochefort gefordert, und dieser nahm die aber die Dupirung des französischen Herausforderung an Kapitäns durch den chinesischen Staatsmann bleibt darum nicht weniger eine vollzogene Thatsache. Nach den neueren Nach,, Es ist das Verbot der Eisenwerte in ganz Graifivaudan", sagte der Erzbischof ruhig. Ihr ließet mir schreiben: aller Eisenwerte um Grenoble und im hiesigen Distrikte." " Aller, ja wohl!" rief der Fürst ungeduldig.„ Soll ich etwa zwei oder drei fortbestehen laffen als Begünstigung vor den Uebrigen? Und was für Holz, kosten fie! Woher sollen die armen Studenten das Geld nehmen, wenn es alljährlich theurer wird?" Mit einer Geläufigkeit, die einem befferen Withe, als Humbert, Ehre gemacht haben würde, rechnete er all' die pefuniären Nachtheile her, die sich an eine Vertheurung des Holzes fnüpfen mußten. Ich besorge nur, erwiderte der Erzbischof, nachdem der Fürst geendigt hatte, daß diejenigen Eisenhämmer, welche nicht zu den Lehnen der Barone gehören, sondern erkauftes Privateigenthum find, nicht mit gutem Rechte in ihrem Betrieb gehemmt werden fönnen. Eure Gnaden mögen bedenken," fuhr er schnell fort, als er die Wirkung seines WiderSpruchs in des Dauphins Augen blizen sah, daß außerdem viele arme Leute ihr Brod dort finden es würde ein großer Nothstand werden, wenn alle Hüttenleute auf einmal brodios würden, und ich darf es Euch nicht verbergen, daß selbst große Barone, die tein Eisenwert befißen, über die Maßregel ein ungünstiges Urtheil aussprechen." Barone!" H Sie wagen es!" rief der Dauphin.„ Nennt mir diese Das erlaßt mir," sagte der Prälat. Sie werden wohl selbst damit hervortreten." Ja, ja, das werden ste!" rief der Dauphin und freuzte mit flingenden Schritten durch die Halle. Sie haben sich's oft genug unterstanden. Aber diesmal hilft es ihnen nichts. Brechen wir ab davon. ich werde nun selbst weiter verfügen, da ich einmal hier bin!" Es trat eine Pause ein, dann sagte der Fürst: Die armen Leute sollen nicht darunter leiden, das sei meine Sorge. Von etwas Anderm, hochwürdiger Vater. Sind nicht neue Schreiben eingelaufen von dem Kaiser- ich meine, in Bezug auf die Frage, die zwischen uns schwebt? Das legte ließ mir gute Aussichten." ,, Ludwig von Baiern schreibt, daß er Euch nächstens einen seiner getreuesten Diener senden werde, um zu Eurer Zufrieden heit Alles zu ordnen," erwiderte der Erzbischof. Doch erlaubt mir ein Wort aus treuer Seele." ( Fortsegung folgt.) sehr unzufrieden mit Ferry. Die Agitation unter den Pächtern auf der schottischen Insel Skye gestaltet fich wiederum ernster. In einem unweit Insel Stye gestaltet fich wiederum ernster. In einem unweit Quiraing am legten Freitag stattgehabten Meeting verpflichteten sich 600, Crofters", an Major Fraser feinen weiteren Pachtzins zu zahlen, bis er fich zur Burückerstattung des von machen könnte. Schließlich warf er sich zur Erde und da nicht weiter zu gehen erklärte, so wurde er in eine Drofd geboben und auf diese Weise nach seiner Kaserne gebracht selbst ihn die Schußleute dem wachhabenden Offizier zur Veranlaffung übergaben. weitere g. Eine Art Revolte führten in der Nacht vom Donne belegenen Polizeiwache aus, wohin sie wegen einer ftattaebabin Schlägerei gebracht worden waren. bes 碟 Sie ergriffen nämli plöglich mehrere an der Wand hängende Seitengewehre auf der Wache befindlichen Schußleute und machten nun stalten, auf dieselben mit den Waffen einzuschlagen. kräftigen Gegenwehr gelang es aber, die Excedenten wättigen und sie durch Feffelung unschädlich zu machen. Da ihnen erpreßten Mehrbetrages über den an den früheren Grund- tag zum Freitag mehrere Arestanten in der in der Bergfi herrn, Lord Macdonald, entrichteten Bachtzinses bequeme. Jeder anwesende, Crofter" erklärte fich bereit, 10 Schillinge zu einem Fond beizusteuern, der zu ihrem Schutz verwendet werden soll, im Falle gefeßliche Maßregeln gegen fie ergriffen werden. Es heißt, daß jeder Anwesende unter Androhung der Zerstörung feines Heims von den Leitern der Bewegung gezwungen wurde, dem angenommenen Beschlusse beizutreten. Es ist das Vorgeben der schottischen Pächter wiederum ein Beichen, daß sich Die Grund- und Bodenfrage nicht nur auf Irland beschränkt, sondern in ganz Großbritannien mehr und mehr in den VorderMoltenmarkt eingeliefert. be bunden wurden dieselben mittelst des Polizeiwagens auf de N. Selbstmord eines Russen aus Nahrungsforge Gestern Nachmittag gegen 2 Uhr wurde auf dem Charite Egypten. Die Klage, welche die Vertreter Frankreichs, Defter Kirchhof in der Müllerstraße 42-43 zwischen den Gräbern ei reichs und Italiens bei der ägyptischen Schuldenkaffe gegen die Minister Nubar Bascha und Mustapha Fehmi und gegen Ali Pascha und Mesurier als Vertreter der Eisenbahnverwaltung vor dem gemischten Tribunal angeftrengt haben, nachdem die Aufforde ca. 50-60 Jahre alter Mann, mit grauem Haar und und großer Glaze, der seinem Aeußeren nach entschieden Batt ben rung, die widerrechtlich an das Finanzministerium abgeführten noch Lebenswärme war, trug einen braunen Sommerübergib Summen binnen 24 Stunden an die Schuldenkaffe herauszu geben, wirkungslos geblieben war, hebt hervor, daß der Brief des Finanzministers gegen Art. 218 des Defrets vom 2. Mai 1874, gegen Art. 30 des Defrets vom 13. November 1874 und gegen Art. 31 des Lequidationsgefeges verstoße, bebefferen Ständen angehörte, todt aufgefunden. Der Ve storbene, deffen Tod eben eingetreten sein mußte, da im Kö I und einen dunklen Stoffanzug. In der Tasche des B Ifand sich ein leeres Portemonnaie und zwei Bettel vor storbenen, der seinem Leben durch Gift ein Ende bereitet hatte angehörig", auf dem anderen las man: Ich bitte, meine dem einen Bettel stand geschrieben: Ich bin hier nicht o trachtet denselben für null und nichtig erklärt, daß ein Rabi- Schwester in Warschau zu benachrichtigen". Der Name be durch Uebereinstimmung des Khedive und der Mächte abge leserlich geschrieben. Die Leiche wurde nach dem Dbduftion Lebensmüden war in ruffischen Schriftzeichen und recht netsbeschluß feine Kraft habe gegen ein Gefeß, welches nur ändert werden könne, daß ferner das Minifterium nicht befugt sei, über die finanzielle Zwangslage, mit der es sein Vorgehen entschuldige, allein abzuurtheilen. Die Verklagten, so schließt hause geschafft. eine Notiz über eine Diebstahlsspezialität der Einbrüde a. Verhaftete Einbrecher. Wir brachten vor Ru schritten und seien also persönlich für die Folgen ihrer Handlung verantwortlich. Die Verklagten find bekanntlich auf den 20. ds. vor das gemischte Tribunal geladen. das Schriftstüd, hätten ihre Rechte und Vollmachten über Trauerwohnungen während die Bewohner derselben der Bew Wahlbewegung. Im 6. Wahlkreise fand am Donnerstag eine von Arbei tern einberufene Wählerversammlung statt, welche jedoch während das Referats des Herrn Stadtverordneten Ewald aufgelöst wurde. Ein Theil der sehr zahlreich erschienenen Wähler ging hierauf nach dem„ Universum" um einer von den" Freifinni gen" einberufenen Wählerversammlung beizuwohnen. Das Berliner Tageblatt" schreibt hierzu:" Dort war man aber auf den Besuch dieser ungebetenen Gäste schon vorbereitet, ein Polizeikommando unter Leitung Offiziers empfing dieselben und wies sie zurück. worauf fie unmehr im Garten Blaz nahmen und dort ihrem Aerger Luft machten." Also ungebetene Gäste sind die ärmerer Wähler des 6. Wahlkreises den Herrn freifinnigen" Großfabrikanten und eines De digung eines verstorbenen Angehörigen beiwohnen. Kriminalpolizei ist nunmehr gelungen, drei solcher Spezialiste zu ermitteln und festzunehmen. Es find dies die mit Bud haus bereits bestraften Klemgner Wied, Kellner Schola un Schuhmacher Köppen. Wied ist außerdem noch ein Rompl des vor einigen Tagen verhafteten Einbrechers Battri. Dik drei Einbrecher find heut zur Untersuchungshaft gebra worden. Der Schwindler, der sich als Gefangenenauffe ausgab, und von dem wir gestern berichteten, scheint die Art des Betruges schon häufiger betrieben zu haben. Eg uns die Mittheilung zu, daß auch die Frau des Maur Herrn Conrad, der belanntlich legtbin in Unterfuchungsbe höchstens Cigarren mitnehmen fönne, Egwaaren Der Auffebe würde genommen wurde, von dem Schwindler besucht wurde. felbe präsentirte fich hier ebenfalls als Gefangenen und versprach, dem Inhaftirten alle möglichen Erleichterung zu verschaffen. Er fügte jedoch hinzu, daß er nur Belo un schon selbst einkaufen. Als er der Frau Conrad im weiteres Börsenjobbern-! Das ist gut Verlauf seiner Erzählung mittheilte, daß er ihrem Ebeman ihr Herren und die Wähler werden fich das hinter die bereits Priemtabat verabreicht hätte, wurde diese ftusia, un Ohren schreiben bis zum Wahltage. Natürlich muß mußte auf ihre Bemerkung, daß ihr Mann niemals Zabal ta wurde ihr die Entgegnung, daß man im Gefängniß werden, denn dieie ,, freifinnigen" Eunuchen wittern in Jedem, selbst das. ,, Briemen" lerne. Trotz dieser Ausrede fühlte die Polizei zum Schuß gegen die ,, ungebetenen Gäste" herbeigerufen der richt einen Bierbauch aufzuweisen hat, einen Ruheftörerer. Im Uebrigen fällt der ,, Aerger" zurück auf die im Saale an wesenden deutsch- freifinnigen" Bierphilister, diese hatten alle boles But Ursache fich zu ärgern, daß fie den Quart des freifinnigen müffe. Der Schwindler wurde inzwischen bereits verbafi Redners nun schon zum 101 Male mit anhören mußten, obgleich fie denselben schon auswendig fannten. Der erger der im Garten Anwesenden war nichts weiter, als das Hohngelächter über den Muth der Berliner Bierphilisterpartei. Ein Ultimatum. Das in Nürnberg erscheinende ,, Fran fische Tageblatt" schreibt: In einem längeren Artikel im ,, Kor refp. v. 1. f. D." verspricht ein nationalliber Wähler, der wahrscheinlich zu den Führern gehört, bei einer eventuellen Stichwahl dem deutschfreisinnigen Herrn v. Grämer seine Stimme zu geben, wenn derselbe neben diversen Kleinigkeiten Dingt für Verlängerung des Sozialistengefeßes und des Septennats stimmen und sich hiezu öffentlich bereit erklären würde. In seiner Kandidatenrede" hat Herr v. Crämer Raum genug unbe Frau C. doch nicht veranlaßt, dem Unbekannten Geld mit zukommen, weil sie fich erst Geld von ihrer Mutter geben, fie lud ihn vielmehr ein, am nächsten Tage wiebe Er war mit einem dunklen Anzug und rundem schwarzen bekleidet, von mittlerer Größe, trägt einen blonden Schnurba und machte im Uebrigen einen anständigen Eindrud. a. Einem Beamten der Eittenpolizei gelaug es geffe Abend auf dem Alexanderplat einen Beschüßer der dort Unwesen treibenden liederlichen Frauenspersonen in der Perfo des Tischlergesellen Hauterkus festzunehmen. Derfelbe war Kurzem aus dem Arbeitshause entlassen und trieb fich an Dem her, die unter fittenpolizeilicher Kontrole stehenden Frauenzimm von dem bevorstehenden Erscheinen der Beamten zu benad richtigen. Bei der kefinahme einer Frauensperion durch eine Beamten, riß R. die Frauensperson an fich, schlug den Beamten Dor wur nom fort Unt Ver Ba und Krin barr festo eine eine alle den Wo liefe Fra Don Des wur feit fein mut tion auf etm Dutt Not felb Βαλ dur mour lich mar eini geri tän qua Ser Dies mil ann bla Lich ber Rau tan Des fieg mit Ch in So Mo So M DP Mo Den Rö tag ( r Sp Den rath Fro Stu tag So M 0 M So 60 D So W So D So D S D S 202 您 vor die Brust und entlief. Mit Hilfe von Straßenpaffanten wurde der Entsprungene in der Alten Schüßenstraße festge nommen und zur nächsten Polizeiwache gebracht, wobei er fich fortgefeßt dem Beamten widerseßte. Rauterlus ist heute zur Untersuchungshaft gebracht worden. " 1 N. Zwei der berüchtigsten Mitglieder der Berliner Verbrecherwelt, die in Verbrecherkreisen unter den Namen " Paulen- Schulze" und„ Maus" bekannten Arbeiter" Schulz und Klempner Wied find am gestrigen Tage von Berliner Kriminal- Beamten mit Unterstüßung von Rirdorfer Gensbarmen in einer Chambregarnie- Wohnung am Kottbuser Damm festgenommen worden. Bei einer Haussuchung fand man einen neuen Koffer in deffen einer Abtheilung fich Proben eines Handlungsreisenden befanden, während die andere mit allem möglichen Diebeshandwerkzeug angefüllt war. Die beiden Verhafteten, die sich selbstverständlich unangemeldet in der Wohnung aufgehalten, find zum Untersuchungsarrest einge liefert worden. Polizei- Bericht. Am 10. d. M. Vormittags wurde eine Frau an der Ecke des Grünen Weges und der Andreasstraße von einem Bierwagen überfahren und erlitt dabei einen Bruch des rechter Oberschenkels. An demselben Tage Mittags wurde ein in der Sebastianstraße wohnender Mann, welcher seit einigen Tagen nicht gesehen worden war, nach Eröffnung feiner Wohnung im Bett liegend todt aufgefunden. Die Leiche wurde behufs Ermittelung der Todesursache nach dem Obdut tionshause geschafft. Am Nachmittag deffelben Tages wurde auf dem Charitee- Kirchhof unter Sträuchern die Leiche eines etwa 50 Jahre alten Mannes aufgefunden und nach dem Dbduktionshause geschafft. Nach bei der Leiche vorgefundenen An dem Notizen liegt Selbstmord durch Vergiften vor. selben Tage Abends entstand in Folge Schadhaftigkeit eines Gasmeffers in dem Busgeschäft Königsstraße Nr. 14a Feuer, durch welches der Inhalt des Ladens zum großen Theil zerstört wurde. Gerichts- Zeitung. Die Erhebung eines Widerspruchs gegen ein polizei liches Strafmandat von drei Mart hat für den Handelsmann Mar Berens schlimme Folgen gehabt. Bei der vor einigen Monaten stattgehabten Verhandlung vor dem Schöffengericht ftellte fich heraus, daß der Angellgte einen die Bu tändigkeit denselben überschreitenden Handlung, nämlich der qualifizirten Rörperverlegung, fich schuldig gemacht hatte. Das Gericht verwies deshalb die Sache vor die Straffammer, und biefelbe verurtheilte heute den Angeklagten unter Bubilligung mildernder Umstände zu vierzehn Tage Gefängniß. Der Staats anwalt hatte sogar sechs Wochen beantragt. Das Zerreißen einer Nummer des ,, Deutschen Tageblatts" gelangte heute unter dem Gesichtspunkt der vorfäßlichen und rechtswidrigen Sachbeschädigung zur Beurtheilung der 90. Abtheilung hiesigen Landgerichts I. Der Angeklagte, Raufmann J. Lefer, fand bei einem Besuche seines guten Be tannten, des Schneidermeisters Hansen, die neueste Nummer des ihm verhaßten Deutschen Tageblatts" auf dem Tisch liegend vor und riß aus Inignation hierüber, ehe Hansen ihn mittheilen konnte, daß das Blatt nicht ihm, sondern seinem Chambregarnisten, Lieutenant a. D. v. H., gehööre, das Blatt in fleine Stücke. In diesem Augenblic fam der Eigenthümer -men Theater. 1: 070 Königliches Overnhaus: Sonntag: 201. Vorstellung. Der fliegende Holländer. Montag: 202. Borstellung. Dinorah. Königliches Schauspielhaus: Sonntag: 204. Borstellung. Maria Stuart. Montag: 205. Vorstellung. Die Karlsschüler. Projettirtes Repertoire der königlichen Schauspiele vom 12. Oktober bis 18. Oktober 1884. Opernhaus: Sonntag, den 12.: Fliegende Holländer. Montag, den 13.: Dinorah Frl. Beffoni, als Gast). Dienstag, Den 14. Die Hugenotten( Herr Niemann). Mittwoch, den 15.: Rönigin von Saba. Donnerstag, den 16.: Morgano. Freitag, den 17.: Nachtwandlerin. Sonnabend, den 18.: Waltyre Dr. Niemann). Sonntag, den 19.: Carmen. pielhaus. Sonntag, den 12.: Maria Stuart. Montag, den 13.: Die Karlsschüler. Dienstag, den 14.: Frl. Kommerzien rath. Mittwoch, den 15.: Hans Lange. Donnerstag, den 16.: Frau ohne Geift. Freitag, den 17.: Teftament des großen Kurfürsten. Sonnabend, den 18.: Freund des Fürften. Sonntag, den 19.: Was ihr wollt. Deutsches Theater: Sonntag: Die große Glocke Montag: Wilhelm Tell. Bellealliance- Theater: SchauSonntag: 17. Gastspiel der Kal. Hofschauspielerin Franziska Ellmenreich. Neu einstudirt: Adrienne Lecouvreur. Drama in 5 Atten von Scribe und Legouver. Montag: Bum 18. Male: Die Wilden. Nenes Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Sonntag: Gasparone. Monntag: Dieselbe Vorstellung. Walhalla- Operetten- Theater: Sonntag: Rofina. Montag: Dieselbe Vorstellung. Oftend- Theater: Sonntag: Gastspiel des Herrn Wilhelm Fliegner. Das Kreuz im Walde. Montag: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater: Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Sonntag: Bum 73. Male: Jäger- Liebchen. Gesangspoffe in 4 Aften von 2. Treptow; Couplets u. Quodlibets v. 3. Görg. Mufit von G. Steffens. Kaffen Eröffnung 5 Uhr, Anfang der Vorstellung 7 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Anfang 7% Uhr. Loutsenftädtisches Theater: Direktion: Josef Firmans. Sonntag: 32. Gesammt Gastspiel der Liliputaner. Bum 27. Male: Robert und Bertram. Mit neuen Einlagen. Anfang des Concertes 6 Uhr. Der Vorftellung 7 Uhr. Montag: Dieselbe Borstellung. Vittoria- Theater. Sonntag: Julius Cäsar. Mittwoch: Neu einstudirt: Excelfior. Refidenz- Theater: Direktion: A. Anno, Blumenstraße 9. Sonntag: Bum 30. Male: Die Sirene.( La Flamboyante.) Borber: Der erfte April. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wallner- Theater: Sonntag: Der Raub der Sabinerinnen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alhambra- Theater. Wallnertheaterstraße 15. Sonntag, den 12. Oftober: Das Milchmädchen von Schöneberg. Bollsstück mit Gesang in 3 Aften und 7 Bildern von Anfang 7 M. Manstädt. Uhr. Morgen dieselbe Vorstellung. des Blattes hinzu, und stellte, obaleich ihm der Angeklagte i sämmtliche sofort ein anderes Exemplar beschaffte, den Strafantrag wegen sofort ein anderes Exemplar beschaffte, den Strafantrag wegen Der Gerichtshof war aber mit dem Sachbeschädigung. amtirenden Staatsanwalt der Ansicht, daß der Angeklagte sich der Rechtswidrigkeit seines Handelns nicht bewußt war, indem er wohl annehmen konnte, daß sein Bekannter gegen die Zerstörung des Blattes nichts einzuwenden haben würde, und ertannte deshalb auf Freisprechung desselben. Wegen fahrlässiger Körperverlegung mit Uebertretung seiner Gewerbspflicht hatte sich heute der Kistenfabrikant Meth low vor der vierten Straffammer hiesigen Landgerichts I zu verantworten. In der Fabrik des Angeklagten waren zum bequemeren Aufhiffen der Bretter die Sproffen der Treppe zur ersten Etage entfernt worden. Beim Passiren derselben am Vormittag des 9. Dezember v. Js. gerieth der Arbeitsbursche Hans Herlot ins Stolpern, verlor dabei das Gleich gewicht und stürzte durch die ungeschüßte Deffnung auf die untersten Stufen des ersten Treppenabsages. Hierbei erlitt der selbe eine nicht unerhebliche Verlegung am Kopfe und eine leichte Gehirnerschütterung, welche ihn ca. 10 Wochen lang_arbeitsunfähig machten. Nach dem Gutachten des Bauinspektor Heffe ist die Treppe, die außerordentlich viel benugt wird, sehr ausgetreten, und ist ein Stolpern auf derselben nichts Auffälliges. Auf keinen Fall bot die Treppe ohne die dazu ge= hörigen Sproffen den erforderlichen Schuß. Der Ge hörigen Sproffen richtshof verurtheilte hiernach den Angeklagten dem Antrage des Staatsanwalts gemäß zu 300 Mart, event. 30 Tage Ge fängniß. 3beiteruewegung, Vereine und Versammlungen. Die Mitglieder der Zentral- Kranken- und Begräbniß Kaffe der Sattler und Berufsgenossen Deutschlands( E. H.) lielten am 8. Dftbr. in ben Gratweil'schen Bierhallen, Kom mandantenstraße, ihre zweite Mitglieder- Versammlun gab. Durch den starken Besuch der Versammlung, sowie durch den zahlreichen Beitritt zur Kaffe beweisen dieselben, daß auch sie ein reges Intereffe an der freien Selbstbestimmung und Selbstverwaltung haben. Als ersten Punkt der Tages Ordnung wurden die Bahlstellen bekannt gemacht, und eine Diskussion darüber eröffnet, aus welcher der Antrag hervorging, die Zahlstellen von 8 auf 12 zu erhöhen ,,, damit die indifferenten und wankelmüthigen Mitglieder es so bequem wie möglich hätten". Der Antrag wurde mit Majorität angenommen. Dann ging man zum zweiten Punkte der Agitation für die Kaffe über. Hier wurde bervorgehoben, daß die jüngeren und zugereisten Kollegen besonders heranzuziehen seien und daß auf diese stets ein wachsames Auge zu richten sei. Su diesem Zwecke wäre es nöthig, daß die Kollegen unter sich Delegirte wählten, die an allen Versammlungen theilnehmen und dann in eingetheilten Bezirken besonders thätig für die Kaffe zu wirken hätten. Dann wurde zur freiwilligen Meldung solcher Mitglieder aufgefordert, wobei bemerkt wurde, daß nur der freie Wille sowie die eigene Selbst überzeugung die gute Sache fördern. Unter Verschiedenes wurde darauf aufmerksam gemacht, fich nicht an das Gewäsch einzelner Interessenpolitiker zu fehren, sondern Ferner empfahlen denselben energisch entgegenzutreten. Tricottailien in allen Grössen und Farben zu den billigsten Preisen. Kinder- Rocke à Mk.1,50, 1,75, 2,00, 2,50. Redner ben Beitritt zur freien Hilfslassen und den Massenaustritt aus der alten Kaffe. Bum Schluß wurde bekannt gemacht, daß am 5. Nov. in demselben Lokale eine Versammlung stattfindet und daß die Zahl der Mitglieder für Berlin bereits weit über 400 beträgt. Die Büreaustunden des Ortskassirer Wirth find all abendlich von 7-9 und Sonntags von 9-12 Uhr Vormittags. Für die Zentral- Krankenkasse der Schuhmacher find zwei weitere Bahlstellen eingerichtet worden. Für den Südostbezirk: Manteuffelstr. 21 im Restaurant Hemmerling, und für den Norden: Elsafferstr. 68 im Restaurant Burgardt; für den Westen nach wie vor Seidelstr. 16 bei Seidel; alle Montag Abend von 8 Uhr an werden daselbst Beiträge sowie neue Mitglieder aufgenommen; außerdem zu jeder Tageszeit beim Bevollmächtigten W. Papke, Naunynstr. 36, of II. r., und beim Kasfirer R. Burisch, Langeftc. 21, of IV.- Montag den 13. Oftbr., Abends 8 Uhr, findet bei Gratweil's, KommanDantenstraße, eine öffentliche Schuhmacher- Versammlung statt; als Referenten werden Bock aus Gotha und Baffle aus Ham burg sprechen. Mitglieder zur Zentraltasse werden daselbst aufgenommen. Eine große öffentliche Versammlung des deutschen Sennefelder Bundes( Mitgliedschaft Berlin) findet am Diens tag, den 14. Oktober, Abends 8 Uhr, im Saale des Berliner Handwerker- Vereins, Sophienstr. 15, statt, wozu alle Lithographen und Steindrucker Berlins und Umgegend eingeladen werden. T.- D.: Der deutsche Sennefelder Bund und die Cen tral- Kranken- und Sterbefaffe( E. H.) deffelben. Aufnahme neuer Mitglieder. Im Unterstütungsverein der Buchbinder 1c. spricht am Montag Herr Jahn über Volksbildung als Grundlage der Volkswohlfarth". Billets zu dem am am 8. November in der Philharmonie stattfindenden Stiftungsfest sind jebenfalls in dieser Versammlung zu haben. Versammlung des Vereins zur Wahrung der Intereffen der Tischler und Berufsgenossen am Montag, 13. b. Abends 8 Uhr, Adalbertstr. 21. 2.- D.: Vierteljahres- Be richt und Wahl eines Kontroleurs. Verein der Modell- Tischler. Montag, den 13. b. M., Abends 8 Uhr: Generalversammlung. Vorstandswahl. Mitgliedsbuch legitmirt. Große öffentliche Schuhmacher- Versammlung, Montag den 13. Oktober, Abends 7 Uhr, Gratweil'sche Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79. Tages- Ordnung: Die Bentral Kaffen. Referent Herr Baffle aus Hamburg, Vorsitzender der Bentrallaffe der Schuhmacher. Alle Schuhmacher ohne Unterschied find hierzu eingeladen. Der Fachverein der Schneider feiert am Montag, den 13. b. M. sein 2. Stiftungsfest mit großem Ronzert und Ball in den Gesammt- Räumen der Tonhalle, Friedrichstr. 112, Anfang 7 Uhr. Billets in den mit Plakaten belegten Handlungen und bekannten Stellen. Freie Vereinigung der Graveure, Giseleure und Berufsgenossen. Montag, den 13. Oktober, Abends 8%, Uhr, Restaurant Sahm, Annenstr. 16. T- D.: Stellung zur Krankentaffenfrage spez. zur Ortskasse. Lehrlingswesen. Aufnahme neuer Mitglieder. Wollene Damen- und Garnirte Kopf- Tücher Wollene Damen- und Kinder- Kleidchen Kinder- Westen Kinder- Westen Beinkleider 2,00, 2,50, 8,00, 8,50. à Mk. 1,25, 1,50, 1,75, à Mk. 1,00, 1,25, 1,50, à Mk. 1,25, 1,50, 1,75, à Mk. 2,50, 3,00, 3,50. Kinder- Tricots 2,00, 2,50, 3,00. 2,00, 2,50, 3,00, 3,50. 2,50, 8,50. à Paar 80, 90 Pf., Mk. 1,00, 1,50, 1,75, 2,00. Walkjacken PREIS- VERZEICHNISS für Strickgarne und Strumpfwaaren von Theodor Fricke BERLIN SO. No. 174 Oranien- Strasse No. 174 zwischen Adalbert- Strasse und Oranien- Platz à Paar 80, 90 Pf., Mk. 1,00, 1,25, 1,50 etc. Gesundheitshemden à 75 Pf., Mk. 1,00, 1,25, 1,50, 1,75, 2,00. Wollene Gamaschen meelse Strickgarne. Gefärbte Wolle in allen Farben. 12er Qualität 12er Prima 16er Prima 3 und 4fach. 3 und 4fach. 3 und 4fach. pr. Pfund pr. 1 Pfund 3 Mk. Pf. 3 Mk. 20 Pf. 4 Mk. 80 Pf. 75 " " " 80" 1 " 20" à Paar 50, 60, 70, 80, pr. Strähne 90 Pf. pr. Loth 50 . " 99 " 55" 5 6 27 " " " Wollene Socken 80" 99 8# " à 75 Pf., Mk. 1,00, 1,25,1,50, 1,75, 2,00. Wollene Damen- Strümpfe Naturell- Wolle in grau, braun und blau melirt. 16er Qual. 4 und 6 fach. farbig à Paar 40, 60, 70, 90 Pf., Mk. 1,00, 1,25. Kinder- Strümpfe 14 er Qual. 14er Qual. 16er II 3 fach. 4 fach. 4 fach. pr. Pfand pr. 14 2 M.-Pf. 2 M. 40 Pf. 3 M. Pf. 4 M.-Pf. 50 60 75 1 " 募 29 " " 39 " " 39 pr. Loth 4 5 6 99 31 募 99 99 99 8 39 99 1022 farbig à Paar 30, 40, 50, 60, 75, 80, 90 Pf., M. 1,00, 1,25. Prima Mohair in allen Farben vorräthig à 25, 30 und 35 Pf. à Paar 15, 20, 25, 80, 35, 40, 45, 50 Pf. Arbeitsmarkt. Stepperin auf Tricot verl. Meyer, Fruchtstr. 36a.[ 1001 Wenderin und Einfasserin auf Pantoffel und Schuhe werden verl. Bernauerstr. 31, Hof 4 Tr. r. [ 1028 Verspätet. Durch einen einen niedlichen Jungen wurden hoch erfreut Berlin, 1. Oktober 1884, August Jesem, Selma Jesem, geb. Lippmann. Am Freitag, den 10. Oftober, früh 2% Uhr, starb unser Mitglied, der Weber Robert Hartelt. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 12. Dltober, Nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Koppenstr. 74 aus nach dem St. Georgen- Ritchhof vor dem Landsberger Thor statt. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen, um dem treuen Genoffen die letzte Ehre zu erweisen. 1031 Der Vorstand des Arbeiter Bezirksvereins im Osten Berlins. Große Wähler- Versammlung des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises am Montag, den 13. Oktober, Abends 8% Uhr, in dem Lokale Sanssouci, Kottbuserstraße 4a. 1010 Tages Ordnung: Die Reichstagswahlen. Referent: Herr Stadtv. B. Singer. Alle Wähler des 4. Wahlkreises find hierzu eingeladen. Der Einberufer. Große 1008 Wähler Versammlung des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises Montag, d. 13. Oktober, Abends 8 Uhr, in Thormann's Rafino, Belforterstr. 15. Tagesordnung und Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. Freie Diskussion. D. E. Große Wähler- Verfammlung des 3. Reichstagswahlkreises. 1015 Montag, 13. b. M., in Nieft's Salon, Kommandanten firaße, Abends 8% Uhr. Tagesordnung: Die Bedeutung der Reichstagswahl. Ref.: Herr Wilh. Liefländer. Zu dieser Versammlung find alle Wähler freundlichst eingeladen. Der Einberufer. V. Reichstags- Wahlkreis. Wählerversammlung Sonntag, den 11. Oktober, Vorm. 10 Uhr, im Restaurant Bärwirth, Rofenthalerstr. 4. Meinen Freunden und Bekannten empfehle meine Cigarren und Tabakhandlung in der früheren Linde( Admiralstraße 40) Alle Arten Nauch-, Kau- und Schnupftabat, echt russische, türkische und amerikanische Tabate. Fritz Goercki, Admiral- Strasse No. 40( frühere Linde). [ 999 Bezirks- Verein der arb. Bevölkerung| Im 6. Reichstagswahlkreis des W. Berlins. [ 1027 Die zu Montag, den 13. Dttober, angekündigte Versamm lung findet wegen der Lokalfrage nicht statt. Die nächste Versammlung wird im„ Berl. Volfsblatt" befannt gemacht. Der Vorstand. verkauft gute Gigarren, Cigaretten. Nordh. Priem- Tabat und Rauch- Tabat die Cigarrenfabrik von 913 M. Bernstein, Eichendorfstraße Nr. 13, vis- à- vis dem Stettiner Bahnhofe. Meinen verehrten Kunden und werthen Nachbarschaft zeige hiermit an, daß ich mein Geschäft von der Wilhelmstraße 111 Achtungsvoll Unterstützungsv. d. Buchbinder der Anhaltſtraße 16 verlegt habe. und verw. Berufsgen. Montag, den 13. Oktober, Alte Jakobstraße 37, Versammlung. T.- D.: 1) Vortrag des Herrn P. Jahn: Boltsbildung als Grundlage der Volkswohlfahrt". 2) Antrag eines Mitgliedes. 3) Verschiedenes. 4) Fragefasten. Zahlreiches Erscheinen der 1021 Mitglieder erforderlich. Sonnabend, den 8. November: Stiftungsfest in der Philharmonie. Billets hierzu werden in der Versammlung ausgegeben. Fachverein d. Marmor- u. Granitarbeiter. Heute, Sonntag früh 10 Uhr, Versammlung im Vereinslokal. Der Vorstand. 1017 Arb.- Bez.- Verein f. d. Often Berlins. Dienstag, den 14. Oktober, Abends 8 Uhr, im Lokale Königsbant". Gr. Frankfurterstraße 117: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht der Revisoren. 2. Ergänzungswahl des Vorstandes. 3. Vortrag. 4. Verschiedenes. 5. Frage taften. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Die Mitgliedskarte ist als Legitimation an der Kontrole vorzuzeigen. Der Vorstand. Die erste ordentliche General- Versammlung 1030 des Fachvereins der Schmiede findet am Montag, den 13. Oktober, Abends 8% Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Rommandantenstraße 77-79, ftatt. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Vortrag über Unterstügung der Arbeitslosen im Verhältniß zur Lohnfrage. Referent: Herr Tobler. 3. Fortsetzung der Delegirtenwahl. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Mitglieder, welche noch an den am 15. d. M. beginnenden Schönſchreibeturfus Schönschreibekursus theilnehmen wollen, tönnen sich beim Vors stand melden. 989 parterre. Montag, den 12. Dftober, Abends 8 Uhr im Restaurant Rübsam, Landsbergerstr. 31 und Landwehrstr. 40 a. Mittwoch, den 14. Oftober, Abends 8 Uhr im Restaurant Siemund, Lienienftr. 8. Große öffentl. Versammlung des Deutschen Senefelderbund, ( Mitgliedschaft Berlin), am Dienstag, den 14. Oftbr., Ab. 8 Uhr, im Saale des Berliner Bandw.- Bereins, Sophienftr. 15, wozu alle Lithographen und Steindrucker Berlins und Um gegend eingeladen werden. 1011 Tages- Ordnung: Der Deutsche Senefelderbund und die Central- Krankenund Sterbekaffe( eingeschriebene Hilfskaffe) deffelben. Aufnahme neuer Mitglieder. Der Vorstand. 987 Der Vorstand. Nieft's Restaurant Kommandantenstraße 71-72 Täle bis zu 300 Personen faffend stets zu haben. Die parterre. Porzellan- und ClaswaarenHandlung von Max Angelé, Oranienstraße 85/86 an der Alten Jakobstr., empfieht ihr reichhaltiges Lager zu Aussteuern und Präsenten [ 1026 994 in Kaffeeservicen von 4,50 an, Taffen von 50 Pf. an, Tafelservicen von 60 Mart an. Weil selbst Maler, daher gute Ausführung. Wirthschaftsgegenstände in Porzellan, Glas, Steingut und Thonwaaren in großer Auswahl billigst. Den Lesern d.„ Berl. Volksbl." empfiehlt fich zur Aufnahme 979 C. Herms. Reichenbergerftstr. 124, v. III. für die Central- von Feuer- und Lebensversicherung Die Aufnahmestelle für die CentralKranken- u. Begräbnißkasse für Frauen u. s. w.( eingschr. Hilfskaffe Nr. 28 Offenbach a. M.) befindet sich Andreasstraße 20, Hof, r. 3 Treppen. [ 1025 Arb Bez- Verein der Rosenih. Vorst. Montag, 13. Ditober 1884, Abends 8 Uhr, im Börsensaal des alten Viehhofes, Brunnenstraße, Große Versammlung. Tagesordnung: 1. Revistonsbericht. 2. Kulturgeschichtlicher Vortrag des Herrn Dr. Heymann: Die Bauernkriege. 3. Verschiedenes. 4. Fragelasten. Gäste willkommen. 990 Der Vorstand. Fachberein der Posamentiere und Seidenknopfmacher. Montag den 13. d. M., Abends 8 Uhr, Versamm Jung, Holzmarktstraße 72. Tages- Ordnung Rechnungsvor legung und Verwaltungsbericht des alten Vorstandes. Ver1016 schiedenes und Fragekasten. Der Vorstand. Fachverein der Stellmacher. Der Verein hält seine regelmäßige Versammlung jeben Montag nach dem 15. und 1. des Monats in Schäffert's Lokal, Inselstraße 10, statt, und bittet die Mitglieder, zu der am 13. November stattfindenden Versammlung recht zahlreich zu er scheinen. 1. Punkt: Vortrag des Herrn Henke: Innungsfrage. 2. Feststellung des Arbeitsnachweises. Neue Mitglieder werden 991 aufgenommen. Die Generalversammlung des Fachvereins der Metallschrauben-, Façondreher und Berufsgenossen Berlins findet am Sonntag den 12. da. Mts. in Wohlhaupt's Salon, Manteuffelstraße 9, Vormittags ein halb 11 Uhr, ftatt. In dieser wird Herr Dr. Canis über das Wesen der Naturheilmethode und deren Werth für die Bevölkerung" sprechen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 1012 Sämmtliche Neuheiten in Kleiderstoffen für Herbst und Winter find in reichster Auswahl zu bekannt billigen Preifen eingetroffen, wir stellen deshalb, um zu räumen, mehrere Serien Kleiderstoffe zum Ausverkauf. Berliner Warb glatt und gemustert zu Hauskleidern Meter 30 und 40 Pf. Wool Cheviots fräftiger schw. Stoff Mtr. 40 Bf Cheviot Diagonale glatt und in sehr hübsch. Mustern Meter 40 und 50 Pf. Velour- Cheviot haltbarer Stoff für Haus- u. Straßen kleider Meter 50 Pf. Carrirte dunkle Wollstoffe früher Meter 1 Mart, fett 50 Bf Carrirte dunkle doppelt breite rein wollene Stoffe, früher Mtr. 3 Mart, jest Mir. 1,50 M Eine große Auswahl Broches, 110 Cmtr. breit, fr. Mtr. 2,50 Mt., jest Mtr. 1,25 Mt. Doppelt breite Cachemires, marineblau, bordeaux, braun, ruschgrün, olio ec. fr. Mtr. 2,50, jest 1,35 Dt. Echten Patentsfammet in allen Farben, Mtr. 1,50 Mt., 2 Mf. und 2,50 Mart. Echte Seidensammete in allen Farben, Mtr. 3,50 Mt., 4 Mt. und 4,50 Mart. Schwarze Cachemirs in allen Qualitäten zu bekannt billigen Preisen, Mtr. 1,35, 1,50, 1,75, 2, 2,50 und 3 Mart. Sielmann& Rosenberg, Kommandanten- Straße, Ede Lindenstraße. 995 R. Habicht, Schuhmachermftr. Allen meinen Freunden und Bekannten bringe mein Bier lofal in gütige Erinnerung. Beftes Weiß und Bairischbier. ,, Berliner Volksblatt" liegt aus. [ 1020 W. Schilt, Adalbertstraße 23. Bur püntlichen Lieferung des Berl. Volksblatt sowie Neue Welt, Neue Zeit empfiehlt fich Gustav Rosenthal, Stralsunderstr. 9. 956 Herren- Anzüge u. Winter- Paletots von reellen Stoffen empfiehlt Nitter, Lindenstr. 12, 1 Tr. Auch auf Abzahlung. liefert gute 1000 Trotz alledem! gigarren M. Meyer, Fruchtstraße Nr. 36 a im Freischüt Unsere werthen Kunden, sowie auch diejenigen Herren Schneidermeister, die es werden wollen, werden gebeten, unsere bereits fertig gestellten neuen Muster in als in Winterpaletotstoffen Winterbukskins in Empfang zu nehmen, bevor dieselben vergriffen werden. Hochachtungsvoll Jacobi& Adam, Spandauerstr. 49. Grosse Strickgarnund Strumpfwaaren- Fabrik. 1. Lager: Dranienstraße 166, 12345 2. " Alexanderplatz 69, 3. H 4. " Invalidenstraße 112, Dranienstraße 207, Staligerstraße 108 empfiehlt Strid- und Zephyrgarne, voll zugewogen in allen Farben und Qualitäten von 2 bis 3 Mart pro Bollpfund; ferner au enorm billigen Preisen: Fertige Strümpfe, Soden, wollene Jaden, Tücher, Cachenez, Unterhosen c. in Maschinen- und Handarbeit in aller größter Auswahl. Roh- Tabak! Tabale, empfehlen [ 1018 742 [ 1023 Preiswerthe Sumatradecken, wie Umblatt- und Einlage Bergemann& Donisch, C., Alexanderstr. 8. Der Gemüthliche! Wenn ich mein Pfeifchen Dazu' ne prop're Weiße schmauche, Mein Brieschen hab' dazu Auch' ne Cigarre rauche Und fit' in guter Rub', Wenn ich die Beitung lefe Und nehme dann nachher Am Arm meine Therese, Und eine Strippe dran, Dann leb' ich guter Preuße Wie ein gemachter Mann; Die Kleidung hol' ich einzig Vom Grünen Wege" mir. Die gold'ne 95" H Bürgt lange schon dafür; Was will ich dann noch mehr? Sie giebt die schönsten Sachen Noch eins muß ich erschnappen Zu der Gemüthlichkeit, ' nen guten Happen Bappen Bu jeglicher Mahlzeit, Wir ber zu jeder Zeit, So fann ich fein mich machen Gang in Gemüthlichkeit! 13, 16, 18, 21, 25, 30, 36 Mark Prima. 7000 Budstinhofen 10 000 engl. Jaquet- und Rodanzüge, ganzer Anzug nur zu 4, 6, 8, 10, 11 Mart Brima. Schwarze Ball- und Gefell schafts- Anzüge, ganzer Anzug au 20, 24, 26, 28, 30, 36, 45 M Brima. 10 000 Winter- Paletots in den schönsten Mustern jest unter der Hälfte des Tarpreises zu 11, 15, 18, 21, 25, 30 und 45 Mr. Prima. 6000 Schlafröde, 12, 15, 18, 24 M. Prima Einsegnungsanzüge zu 14, 18, 20, 24, 26 Mart ff. Knaben Anzüge, Haus- und Komptoir Soppen, Reisemäntel zu auffallend billigen Preisen nur allein in der ,, Gold'nen 95" 95, Grüner Weg 95, am Andreasplak. Ignaz Weiland. Auch an Sonn- und Festtagen bis 7 Uhr Abends geöffnet. Ein einf. möbl. Bimmer ist z. 15. Dttober zu vermiethen. Chauffeeftr. 16, v. 3 Tr. r., Ede Invalidenftr Bwei freundl. Schlafstellen für Herren billig zu vermiethen. Admiralstr. 18, v. 1 Tr. rechts. 1 Schlafft. 3. verm, z. 15. Dkt., sp., b. Richter, Andreasftr. 20, Hof 3. 1003 1009 Eine saubere Schlafstelle zum 15. 1007] Reichenbergerstr. 167, v. 3. Tr. b. Fenste Die Nr. 9 der humoristischen Blätter " 1 Der wahre Jacob" ift erschienen und in der Erped. d.„ Berl. Rollabl" zu haben Die statistischen Wahltafeln find soeben erschienen und in der Expedition des Berliner Boltsblatt", Simmerstr. 44, zu haben. Berantwortlicher Redacteur R. Gronheim in Berlin. Drud und Berlag von Wag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Sierzu eine Beilage Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. 163. Kolonisation und Auswanderung. Unter dieser Ueberschrift bringt der Hamburgische Korrespondent" nachstehenden, vielfach recht zutreffenden Artikel: Als vor einigen Jahren diejenigen Bestrebungen, welche jezt in dem„ Deutschen Kolonisations Verein" ihren Mittelpunkt gefunden haben, zuerst anfingen, fich in öffentlicher Agitation geltend zu machen, waren die Bemühungen hauptsächlich darauf gerichtet, ein Mittel zu finden, durch welches die vielen Tausende der alljährlich aus Deutschland abfließenden Ueberpöferung auch in fernen Landen dem Deutschthum erhalten und der weiteren wirthschaftlichen Entwickelung Deutschlands dienstbar gemacht werden fönnten. Man wollte, furz gesagt, ver suchen, ob nicht die deutsche Auswanderung nach einem erst noch aufzufindenden Neu- Deutschland an fernen transozeani schen Gestaden geleitet und dort zu einem neuen Staatenge bilde verwendet werden könne, das in Sprache und Sitte eine Fortentwickelung des alten Deutschland abgeben, mit demselben in inniger Verbindung bleiben, seine Produkte faufen und das gegen die Rohstoffe für seinen Verbrauch in seiner Industrie liefern sollte. Daneben aber spielte die Anlegung von Handelstolonien, die Erwerbung dazu geeigneter überseeischer Ländereien, die Gründung von Plantagen u. bergl. eine verhältnißmäßig untergeordnete Rolle. Im Laufe der Zeit haben nun aber diese beiden Richtungen der kolonialen Bestrebungen völlig ihre Position gewechselt; die Gründung von Handelsniederlaffungen ift mehr und mehr in den Vordergrund getreten, während von Acerbaukolonien als selbstständigen deutschen Niederlassungen laum noch die Rede ist. Auch in der am Sonntag zu Eisenach abgehaltenen Generalversammlung des deutschen Kolonial- Vereins ist die Sache so verlaufen, daß die Versammlung, animirt durch das Vorgehen der Reichsregierung an der westafrikanischen Küste, fich energisch für eine ähnliche Weiterförderung dieser Art der Koloniftrung erklärt hat, dagegen von der Auswanderung nur in dem negativen Sinne gesprochen wurde, daß die Westküste von Afrifa für die Anlegung von deutschen Aderbautolonien durchaus nicht geeignet sei. Für die Vernachlässigung, in welche die Frage einer auf die Massenauswanderung zu baftrenden Koloniftrung zur Beit gerathen ist, giebt es eine zwiefache Erklärung: Erstens hat man noch nirgends ein noch unoffupirtes Terrain zu entdecken vermocht, welches sich für die Ansiedelung einer vorzugsweise Ackerbau treibenden deutschen Bevölkerung eignete, während die Energie deutscher Kaufleute bereits seit längerer Zeit mit der praktischen Errichtung von Handelstolonien vorgegangen war. Dann aber wird in maßgebenden Kreisen die Auswanderung vielfach an fich so angesehen, daß man fie vielmehr hemmen thun, was ihr einen neuen Anstoß geben könnte. Der Jm puls, welchen die Unterſtügung der Regierung solchen Bestre bungen, die auf die Beeinflussung größerer Voltskreise berech net find, zu geben vermag, fehlt also hier, und die Wirkung liegt vor Augen. Sonntag, den 12. Oktober 1884. deutichen Auswanderer in solchen Gebieten sammeln wollen, wo fich für die Erhaltung der Nationalität bessere Aussichten bieten, als z. B. in den Vereinigten Staaten. Hoffentlich wird der deutsche Kolonialverein in späteren Versammlungen auch diesen Theil seiner Aufgabe zur Erörterung bringen. Lokales. Immer luftig! Ludwig Löwe will sich in den Reichstag hinein tanzen. Den 23. d. M. findet nämlich ein Fest des Wahlvereins der deutsch- freifinnigen Partei im ersten Berliner Wahlkreise statt Konzert und Tanz-, an dem hervorragende Abgeordnete der Partei theilnehmen; natürlich Ludwig Löwe als Kreisvertreter varan. Bei den legten Wahlen ereiferten fich fortschrittliche Blätter gegen die Wahlfeste des C. C. C.- Ja, Bauer, das war ganz etwas anderes. Nun, Ja, Bauer, das war ganz etwas anderes. Nun, wir mißgönnen beiden Parteien das Feste feiern" nicht wir wollen unser Fest am 28. Oftober begehen. Die Wählerlisten, welche vom 30. September bis 7. Dt tober öffentlich ausgelegt waren, find zusammen von 34 955 Personen eingesehen worden und zwar: im 1. Wahlkreis mit 21 611 Wählern von 1428 Personen, im 2. Wahlkreis mit 56 869 Wählern von 6154 Personen, im 3. Wahlkreis mit 31 682 Wählern von 4852 Personen, im 4. Wahlkreis mit 72 050 Wählern 9251 Personen, im 5. Wahlkreis mit 26 729 Wählern von 2375 Personen, im 6. Wahlkreise mit 74 877 Wählern von 5259 Personen, und im Wahlbureau Breitestraße 20a haben die Listen eingesehen 5636 Personen. Von diesen Personen haben 696 Nachtragung beanfragt, weil fie ihren Namen in der Wählerliste nicht gefunden hatten. Davon waren indessen 1) nicht wahlberechtigt und fönnen nicht nachgetragen werden 145 Personen: 2) in Folge unterbliebener oder unrichtig erstatteter polizeilicher Anmeldung unter einer andern Wohnung in den Listen eingetragen 358 unter einer andern Wohnung in den Listen eingetragen 358 Personen; 3) bei Aufstellung der Wählerlisten in Berlin noch nicht wohnhaft gewesen, sondern erst später zugezogen 96 Personen; 4) bei Aufstellung der Wählerlisten noch nicht 25 Jahre alt waren 76 Personen und 5) waren nur 25 Personen aus unaufgeklärter Ursache in den Listen ausgelaffen. Dieses günunaufgeklärter Ursache in den Listen ausgelaffen. Dieses günstige Resultat ist in Folge der im städtischen Wahlbureau unter Leitung des Bureauvorstehers Gettwart geführten allgemeinen Leitung des Bureauvorstehers Gettwart geführten allgemeinen Wählerlisten erzielt worden. Früher wurde bei jeder auszu führenden Wahl eine allgemeine Aufnahme der Wähler durch Hauslisten veranlaßt, welche indessen sehr unvollständige Wählerlisten ergaben. Vergleichsweise wird bemerkt, daß bei den Reichstagswahlen im Jahre 1881 die Listen von nur 14 401 Bersonen eingesehen wurden. Die Gesammtzahl der eingetragenen Wähler betrug 283 818, d. h. es haben über 10 pCt. die Listen eingesehen. a. Die Zahl der öffentlichen Gasflammen zur Straßenbeleuchtung in Berlin hat sich nach dem GemeindeVerwaltungsbericht pro 1877-1881 in diesem Beitraum stetig vermehrt; dagegen zeigt sich während desselben Beitraums bei den Privatflammen, nach einer sehr beträchtlichen Steigerung in den beiden Jahren 1876/77 und 1877/78, im Jahre 1878/79 eine Verminderung um 30 609 Flammen oder um 4,75 pCt. gegen das Vorjahr, in welchem 644 742 Privatflammen vorhanden waren. In den folgenden drei Jahren trat zwar wiederum eine Zunahme der Privatflammen ein, doch war fie unbedeutend und blieb binter der Zunahme der Bevölkerung zurüd. Eine natürliche Folge der Verminderung der Privat flammen war, daß die Gasproduktion in erheblich geringerem Maße geftiegen ist, als in den vorhergehenden 10 Jahren. Während die Gasproduktion in jedem dieser Jahre in höherem Verhältniß Es wäre jedoch ein Irrthum anzunehmen, daß hierdurch auf die Auswanderung selbst in irgendwie merkbarer Weise eingewirkt würde. Die Auswanderung aus Deutschland ist nur mit einer Naturerscheinung zu vergleichen, die sich stets wiederholt und nur in gelegentlich verschiedener Intensität auftritt. So lange die Bevölkerung Deutschlands fich alljähr lich um eine halbe Million Köpfe, und also in rascherem Maße vermehrt, als die Steigerung der Bodenproduktion oder die Belegenheit zu lohnendem Arbeitsverdienste damit Schritt zu halten vermögen, ist es nothwendig, daß fich ein Abzug für den überschüssig werdenden Bruchtheil der arbeitsuchenden Ausnahme des Kriegsjahrs 1870/71 Bevölkerung und der verzehrenden Individuen findet, zunahm, als die Bevölkerung, bleibt fie in der Zeit von 1876 mit bis 1881 hinter dem Anwachsen der Bevölkerung erheblich N. Der berühmte Gelehrte Professor Dr. Schwein furth hat bei seiner legten Anwesenheit in Deutschland der egyptischen Abtheilung der Königlichen Muſeen ein hochansehnliches Geschenk zugewendet, nämlich ein Reihe sehr wohl erhaltener Pflanzenreste aus den alten Königsgräbern. Man steht unter diesen altehrwürdigen Beugen mehrtausendfähriger Verund wir fönnen von Glüd sagen, daß der in unserem Bolle steckende Wandertrieb die Erfüllung dieser Nothwendig zurüd. teit bisher verbältnißmäßig glatt fich hat vollziehen lassen. Der ti Spuren von Entfräftung unseres Volksthums gezeigt, wohl aber einer Säfteſtodung vorgebeugt, die unbedingt gefährlich Die leitenden Regierungsorgane sich aneignen, und aufhören geworden wäre. Diese Auffassung der Sache sollten denn auch gehemmt, noch weniger verhindert werden kann. folche Aenderung in der Haltung der Regierung werden diejenigen Rolonifirungsbestrebungen, welche an die Auswanderung antnüpfen wollen, in der Lethargie verharren, von welcher fie jezt betroffen find und namentlich werden ohne fie auch die Bemühungen vergeblich sein, welche wenigstens ein Theil der Berliner Sonntagsplauderei. Ohne eine gangenheit Blumengewinde und Kränze, aus aufgerollten Blättern oder kleinen Blüthen hergestellt, in der Weise, wie fie auf altegyptischen Stulpturen zur Darstellung gelangten, ferner auch einzelne Pflanzenzweige, namentlich Minze. Diese Gewinde und Pflanzentheile find den Mumienumhüllungen entnommen, und von so wunderbarer Erhaltung, daß oft noch die Farben der Blüthen, namentlich gelb und roth, deutlich zu wollte, er hat vor vollem Hause sprechen dürfen und er ist durch diese Versammlung noch berühmter geworden, als er es schon früher war. Als faktisches, pofitives Resultat ist von der ganzen Geschichte zu verzeichnen, daß durch Herrn Pickenbach unzweifelbaft festgestellt ist, daß in den verschiedenen Stadttheilen Berlins Brot von ungleichem Gewicht zu gleichem Preise verkauft wird. Hierdurch hat sich herr Pickenbach jeden R. C. Nun wird sich Alles ändern! Die Berliner Antifemiten haben das Mittel gefunden, jeglichen Nothstand abzuSchaffen. Der frühere Weißwaarenhändler, jezige Stadtverselbst in die Hand nehmen, und schon dieses Faktum allein ordnete und Reichstagslandidat für Jüterbogt will die Sache muß genügen, das Herz jedes Gedrückten und Unglüdlichen falls ein ganz unsterbliches Verdienst erworben. mit den befeligenden Gefühlen neuer Hoffnung zu erfüllen. Aber, soviel wir wissen, war Herr Pickenbach, bevor er Reichstagskandidat und ein berühmter Mann wurde, ein ge= wöhnlicher Geschäftsmann, wie viese tausende seiner Mitbürger, welche bisher noch nicht von dem berauschenden Trank des Ruhmes geloftet haben, es heute noch find. Herr Bickenbach betrieb ein Wäschegeschäft in der Friedrichstraße, nahe den Linden. Selbstverständlich ist es für einen erleuchteten Geist, der fich der parlamentarischen Laufbahn widmen will, ein recht 1. Jahrgang. erkennen find; fie find von Herrn Profeffor Dr. Schweinfurth in äußerst finnreicher Weise derartig zwischen Glasplatten prä parirt, daß mechanische Zerstörung durch Druck vermieden ist. Leider find fie sehr empfindlich gegen Einwirkung des Lichts; in Folge deffen nur einige wenige Probetafeln zur Ausstellung gelangen konnten. r. Händler verbeten!" Diese Bemerkung befindet sich vielfach bei Verkaufsanzeigen, um das Heer der Trödler, die fich bei solchen Gelegenheiten einzustellen pflegen, fernzuhalten. Wie wenig diese Bemerfung ihren 3wed erreicht, hat neulich die Frau eines hiegen Magistratsbeamten erfahren. Mit dem üblichen ,, Händler verbeten" ließ fie einen Kinderwagen zum Verkauf anzeigen. Bald erschien eine Frauensperson, die den Wagen für ihr frankes Kind nöthig zu gebrauchen vorgab, und unter Hinweis auf ihre dürftigen Verhältnisse um möglichst niedrige Bemessung des Kaufpreises bat. Die Beamtenfrau hatte furz zuvor ein Kind durch den Tod verloren und befand fich also in einem Gemüthszustande, bei dem eine solche Bitte ihre Wirkung nicht verfehlt. Der Wagen ging für einen sehr geringen Preis an die fremde Frauensperson über. Einige Tage später sah die Beamtenfrau zufällig auf der Straße, wie die Käuferin ihres Wagens in einen Möbelfeller ging. Sie schöpfte Verdacht und ermittelte auch bald, daß der Mann dieser Frau der Befizer des Kellers ist und daß in diesem der billig verkaufte Kinderwagen zum weiteren Verkauf steht. Zum 75. Male gelangt am Dienstag Jäger- Liebchen" auf der Bühne des Central- Theaters zur Aufführung; das Theater ist täglich von einem distinguirten Publikum gefüllt, welches der exalten Darstellung wiederholten Beifall zollt. Durch das Engagement des Frl. v. Lücke hat die Rolle der Anna eine ausgezeichnete Vertreterin gefunden. Das Repertoire des Deutschen Theaters" bringt in dieser Woche Wiederholungen von Die große Glocke",„ Wil helm Tell", Die Welt, in der man sich langweilt" und" ,, Der Richter von Balamanca". " Belle- Alliance- Theater. Franziska Ellmenreich, die ge feierte Gastin dieser Bühne, sezt ihr erfolgreiches Gastspiel am Sonntag, Dienstag und Donnerstag als Adrienne Lecous vreur" und am Freitag als Katharina v. Rosin in Bürgerlich und Romantisch" fort. Am Sonnabend wird die intereffante Künstlerin in 2 Einattern ,, Die Provinzialin" von Turgenjem, deutsch von Eugen Babel, und ,, Eine anonyme Cor respondenz", von Richard v. Fuchs Nordhoff, auftreten. Gleich zeitig nimmt Frau Marie Salbach, jest wieder hergestellt, am Sonnabend ihr Gastspiel als Amalie v. Wahren in Gegenüber", Lustspiel in 3 Akten von Benedix, wieder auf. Am Montag geht noch einmal das Lustspiel Die Wilden" von Ernst Wichert in Szene, während als Ertra- Vorstellung zu halben Kaffenpreisen am Mittwoch Augier's Goldprobe" an gesetzt ist. " 1 g. Zum Kapitel der Ehescheidungen in Berlin er fahren wir, daß vom Kgl. Landgericht I hierselbst( 13. Civilfammer) nicht weniger als 17 Parteien geladen sind, welche die Scheidung der Ehe beantragt haben. Unter diesen 17 Antragstellern befinden sich 12 Frauen und 5 Männer. Da deren Aufenthalt unbekannt ist, so mußte die Aufforderung zur münd lichen Verhandlung des Rechtsstreites in der Ehescheidungssache öffentlich erfolgen. Die große Zahl der an einem Vormittag anberaumten Termine zeigt, mit welcher Schnelligkeit eine Ehe scheidung erfolgt. Jeder anberaumte Chescheidungstermin weist einen Beitunterschied von einer Viertelstunde auf. N. Der Berliner Bock auf dem Tempelhofer Berg wird in der nächsten Saison nicht mehr die Schwierigkeiten bieten, ihn zu erklimmen, welche bis jetzt bestanden haben. Der schmale, ziemlich steil aufsteigende Weg von der Belle- Alliancestraße bis zum Bock- Etablissement ist jeẞt abgetragen und gepflastert worden. Zum Bod- Eingang führen breite mit Quadern ge pflasterte Stufen und ermöglichen jegt auf bequeme Manier den Eingang in das Etablissement und Garten. N. Ein Schornsteinbrand führte heute früh gegen sechs Uhr Mannschaften der Feuerwehr nach dem Grundſtud Degerstraße 36. Wie bei allen derartigen Bränden konnten sich die mit allen Löschapparaten erschienenen Mannschaften darauf beschränken, die vollständige Ausbrennung des Schornsteins zu überwachen, um sodann in die Depots zurückzukehren. Eine bedeutende Gaserplosion zerstörte gestern( Freitag) Abend 6 Uhr das in der Königstraße 14a gelegene Manufatturund Modewaarengeschäft des Kaufmanns Louis de Laval. Nach den eingezogenen Recherchen bei den Bewohnern des Hauses Lonnte festgestellt werden, daß schon seit längerer Zeit ein be irren ist menschlich und der Professor Virchow wird den Schmerz hierüber wohl schon überwunden haben. g am Der Besuch der Wählerversammlungen ist ja sehr nüglich und sehr intereffant für denjenigen namentlich, der nur ein mal hingeht. Viele Leute haben aber die Manie, fich unaufhörlich in solche Versammlungen zu drängen, in denen ste eigentlich garnichts zu suchen haben. Wenn die Herren ,, Deutsch Freifinnigen" und Antisemiten es für passend halten, wie Mittwoch Abend in der ViktoriaBrauerei, zur Erhärtung ihrer Beweisgründe fich ge genseitig mit Kagentöpfen zu regaliren, so ist es deßhalb für die Berliner Arbeiter noch lange nicht nöthig, dem Bei spiel dieser nobeln und wohlerzogenen Herren zu folgen. Die Arbeiter begehen durch ihr Erscheinen in den gegnerischen Ver ſammlungen nur die Unflugheit, diesen Versammlungen in den Augen des größeren Publikums eine Bedeutung zu verschaffen, welche fie niemals erlangen würden, wenn man jene Derren einzig und allein sich selbst überließe. Sie wirken durch das unaufhörliche Austramen ihrer schon so oft gehörten Weisheit Die Brotausstellung en miniature liefert doch jedem Unpar nur wagt, seine Eristenz durch dunfel- geheimnißvolle Anfangs buchstaben der Welt kundzugeben, wenn vielleicht auch mit etwas hausbadener Weisheit, aber vielleicht mit dem besten Willen entschloffen ist, längst gefühlte Mißstände abzustellen. ganz entschieden find die Mitglieder des ,, D. A. B." wie geschaffen dazu, um über tief in das Innerste des Volks wie um uns auch diefer gefälligen Ausdrucksweise zu bedienen, lebens einschneidende Fragen ein endgültiges und unanfechtbares Urtheil abgeben zu fönnen. Schon das schaurige, mysteriöse daß ein Oberhemde oder ein Paar Strümpfe Unter den Linden derartig einschläfernd, daß nur ein Publikum von der Geduld Und Air, welches durch die drei Buchstaben ausgedrückt wird, er wedi in allen Schichten der Bevölkerung ein gewiffes Ver trauen, und es würde in Wirklichkeit keinem besonnenen und friedliebenden Staatsbürger einfallen, einem Fähnrichs- Aspiranten, einem Korpsstudenten mit zerbaďtem Geficht oder einem läftiges Geſchäft, in ſeinen Mußeſtunden Unterbeinkleider und Hemostragen verlaufen zu müssen, aber sollte Herr Pickenbach von seiner faufmännischen Laufbahn her garnicht mehr wissen, durchaus nicht, selbst wenn diese Gegenstände von gleich guter Qualität find, zu demselben Preise verkauft werden, wie beis spielsweise bei einem Posamentier in der Wienerstraße? Woran das wohl liegen? Herr Bidenbach mag fann doch sonst so gut rechnen, er hat es herausgebracht, daß verunglückten Offizier die moralische Berechtigung abzusprechen, es zur Zeit des dreißigjährigen Krieges weniger Vagabonden Versammlungsbericht lesenswerth macht, das einfache Referat ist, ein entscheidendes Wort mitreden zu dürfen. Denn das ist doch entschieden der reine Blödsinn, wenn einzelne besonders enragirte Rechthaber behaupten wollen, daß jene Leute, die wir ganz und gar die Mitgliederschaft des„ D. A. B." bilden, von dem Brot nur wüßten, daß man es in den Kneipen umsonst in Deutschland gab, als heute, und sollte nun mit einem Male hier vor diesem Problem der Verstand dessen stille stehen, der sonst so ziemlich Alles weiß? Merkwürdig, sehr merkwürdig. Aber die Treuenbriegener, Jüterbogter, Bauch- Belziger Antifoeben charafierifirt haben und die hauptsächlich, wenn nicht semiten werden doch eine unfinnige Freude haben, wenn sie Im Gegentheil alle diese Herren befigen praktische Er fahrung, fie find die Antisemiten der That, man fteht ja hier erfahren, was ihr Kandidat hier in Berlin Alles ausheckt, fte werden sich jedenfalls eine Freude und eine Ehre daraus machen, einem so hochverdienten Manne ihre Stimmen geben zu können. Inzwischen geht aber Alles seinen geregelten Gang weiter. in Berlin an gewiffen Orten recht häufig Spuren ihrer segen- In den Wählerversammlungen giebt es neben Brandreden und bringenden Thätigkeit, und es soll ihnen sogar schon gelungen stürmischen Auftritten jest auch noch Keile gratis und Niemand ist mehr vor Auflösungen" ficher. Sogar der Proder Berliner nicht die Langmuth verlieren fann, und ein aufmerksamer Zeitungsleser wird finden, daß die meisten Reden von Sprechern beispielsweise der liberalen Parteien von den eigenen Organen einfach todtgeschwiegen werden, wenn nicht irgend ein„ pifanter" Bwischenfall eintritt, der einen derartigen über die Rede eines deutsch- freifinnigen" Kandidaten wagt man nicht einmal dem Berliner Publikum anzubieten. Der Arbeiter giebt sich also dazu her, um für jene Leute noch Reklame zu machen und das ist sehr unflug. Ueberließe man fene Herren sich selbst, so würden die Versammlungen derselben schwerlich so start besucht sein, wie das jetzt der Fall ist, und ganz entschieden würde auch ein durchaus ablehnendes Ver halten bei Weitem mehr der Würde des Berliner Arbeiter ftandes entsprechen. Um ,, Radau" in den Versammlungen der Gegenparteien zu machen, dazu ist die Situation für die Berliner Arbeiterschaft viel zu ernst, und was alle jene Leute uns Arbeitern erzählen wollen, das haben wir uns längst an den Schuhen abgelaufen, wir wissen, was wir wollen, und zielbewußt werden wir auf eigenen Intereffe für wünschenswerth halten. Möchten uns alle jene Voltsbeglüder nur mit ihren arbeiterfreundlichen baaren, der sich in ihre Versammlungen wagte, zur Thür feffor Virchow verfiel dem§ 9 des Sozialistengeseges. Wird gesetzlichem Boden das zu erstreben suchen, was wir in unserem fich der Herr Professor aber darüber gewundert haben, daß man ihn aus den Reihen der gut gesinnten ,, Deutsch Freifinni " humoristischen Bersammlung das erreicht, was er erreichen gen" urplöglich unter die Gemeingefährlichen" verseste! Na, Phrasen verschonen, wir sind ihnen allen sehr dankbar für die denklicher Gasgeruch, dessen Ursprung man jedoch nicht hatte ermitteln können, im Geschäfte sich bemerkbar machte- Bei dem Oeffnen des Haupthahnes, als das Gas im Waarenlokale eben entzündet werden sollte, trat die Explosion unter heftiger De« tonation und weit auf die Straße hinausschlagender Flamme ein. Glücklicherweise find Menschenleben nicht zu beklagen. Die Feuerwehr traf sehr präzise ein. Nach energischem Eingreifen mit einigen Handdruckspritzen gelang es, dem weiteren Umfich- greifen des Feuers nach Verlauf von dreiviertel Stunden zu steuern- Wie wir weiter erfahren, beziffert sich der Verlust nach vielen Tausenden und soll der Beschädigte nicht versichert sein. Eine dedeutende Menschenmenge wogte noch lange in der Königstraßc auf und ab. a. Ertappte Diebin. Die unverehelichte Marie Stroinska, welche bei einer am Schiffbauerdamm wohnenden Dame bisher im Gefindedienst gestanden hatte, hatte vorgestcm beim Reini- gm der Zimmer aus einer auf einem Tisch stehenden Kassette, deren Schlüssel daneben lag, 115 M. entwendet und wurde von ihrer Herrin dabei betroffen, als sie gerade das Getd unter ein Spind zu verstecken im Begriff stand. Bei»ihrer Vernehmung gab sie an, daß sie in den nächsten Tagen zum Termin am Landgericht l wegen eines von ihr begangenen Vergehens vor- geladen wäre und aus Furcht vor der zu erwartenden Strafe von hier habe entfliehen wollen. N. Ein Unglücksfall, der leicht recht bedenkliche Folgen haben konnte, betraf am gestrigen Tage einen in der Reichen- bcrgerfttaße 18 wohnenden Hufschmied Ferdinand Sckraup. Derselbe schnitt sich in der Schmiede des Thierarztes Grüne- feld aus Unvorsichtigkeit in die Hand. Trotz aller Versuche eines sofort herbeigerufenen Hellgehilfen gelang es nicht durch Anwendung von Eiienchlorid und anderen Mitteln das Blut zu stillen, da der Schnitt mehrere größere Blutgefäße verletzt hatte. Erst nachdem der Verunglückte zur Sanitätswache in der Lranienstraße geführt war, gelang es dort dem anwesmden Arzte die zerschnittenen Arterim zu unterbinden. a. Schwindel. In ein Schreibmaterialiengeschäft der PotS- damerstraße trat vor einigen Tagen der Graf N., welcher für 11 Mark Schreibmaterialien kaufte und dem Geschäftsinhaber ersuchte, ihm diese Materialien nach seinem Zimmer im Thier- garten-Hotel zu smden. Eine viertel Stunde später brachte der Lehrling des Geschäfts das Papier nach dem Hotel, vor welchem er von einem jungen Mann angehatten wurde, der das Aussehen eines Hausdieners hatte- Dieser nahm mit dm Worten:„Der Herr Graf wartm schon recht lange auf die Schreibmaterialien, ich sollte sie holen"— dem Lehrling das Paquet ab, und trat damit in das Hotel, während der Lehr- ling nach dem Geschäftslokal znrückging. Nach einer halben Stunde schickte Graf N. nach den gekauften Schreibmaterialien, und es stellte sich jetzt heraus, daß der Lehrling das Paquet einem Betrüger gegeben hatte, welcher während des Kaufs der Schreibmaterialien im Geschäftslokal anwesend gewesen war und gehört hatte, daß dieselben dem Besteller baldigst zuge- sandt werden sollten. Der bisher nicht ermsttelte Betrüger ist ca. 20 Jahre alt, mittelgroß, er hatte einm kleinen chlonden Schnurrbart und war bekleidet mit schwarzer Mütze, dunklem Jaquet und dunkler Hose. Glück im Unglück henschte am Dienstag Abend auf der f ferdedahnlinie„Zoologischer Garten— Holzmarktstraße" vor. in Gewährsmann der„Ä. B-Z." fuhr in der fiebentm Stunde vom Dönhofsplatze aus, und schon zwischen dort und dem Spittelmarkte fuhr der Wagen mit einem umlenkenden Rollwagen zusammen, glücklicher Weise ohne Schaden zu ver» Ursachen. In der Seydelsttaße war es eine Droschke, welche absolut dem Läuten nicht Gehör gab und in Folge dessen „angerempelt" wurde. In der Brückenstraße aber wäre es fast zu ernem großen Unglück gekommen. Dort find vor den neuen Grundstücken auf den ehemals königlichen Holzplätzen die Gas- arbeiter damit beschäftigt, die Zuleitungsrohre zu legen, und find in Folge dessen Vre Gruben nach der Straße hinaus bis hart an das Schicnengeleise ausgeworfen. Eine Frau hatte es vorgezogen, statt links auf dem Trottoir, rechts auf dem schmalen Pfade zwischen Schienengeleise und Baugruben zu wandeln. Trotz kräftigen Läutens, trotz Zurufens, gelang es nicht, die alte Dame abzulenken; der Kutscher bremste verzweifelt— noch einige Zoll Fahrt, und das Unglück wäre geschehen. Ein Herr auf dem Vorderperron, die Gefahr erkennend, streckte beide Arme weit vor, packte die alte Frau und schob sie, sie in der Eckwebe haltend, vor dem Wagen her. So wurde sie befteit. Auf der Rückfahrt von der Holzmarktstraße endlich verfehlte ein aufspringender Herr das Trittbrett, schlug auf dasselbe und wälzte sich im Straßenschmutz; auch er, ohne wetteren Schaden genommen zu haben. Durchweg Folgen der Unvor- stchtigleit I Gerickts- Rettung. Der 23 Jahre alte Franz Reinhold Wolter war während dieses Sommers mehrere Monate bei der hiesigen Firma Tramway u. Comp, als Kaffenbote beschäftigt. Der junge Niensch vermochte der Versuchung nicht zu widerstehen, sich von den eingezogenen Geldern kleine Beiträge anzueignen. Größere Summen führte er dagegen prompt ab, da, wie er richtig voraussetzte, in solchen Fällen eine baldige Entdeckung gütige Aufklärung— Gebrauch können wir leider nicht davon machen.—— Der Herbst kommt immer mehr ins Land, und mit einem undefinirbaren Gefühl des Grauens blickt mancher biedere Staatsbürger in die nächste Zukunft. Der Wechsel in der Jahreszeit zieht auch einen ganz bestimmten Wechsel in unserem Leben nach sich. Bei vielen Leuten vollzieht fick der- selbe ziemlich schnell,— der Bruder Studio und ähnliche wohlfituirte Herrschaften denken jetzt daran, die leichte Sommerhülle gegen die solidere Winter- belleidung zu vertauschen. Das ist schnell gethan, der Sommer- Überzieher wandert zu„Päthen" und dafür wird der Winter- Überzieher aus seiner langen Gefangenschaft befreit. Mit neugierig-fteundlichem Blick wird er gemustert, im Augenblick ist er angezogen, es lebt sich in demselben genau so mollig wie im vorigen Jahre. Für viele andere Leute naht jedoch jetzt die Zeit der schweren Entbehrungen— die verdienstlose, die schreckliche Zeit. Während der Sommerzeit war der Lohn schon ein solcher, daß er kaum zur Befriedigung der noth- wendigsten Bedürfnisse ausreichte— und jetzt soll man von den Ersparnissen leben, die man eben nicht machen konnte. Wann wird sich einmal ein gütiger Weiser finden, der dieses Räthsel zu lösen im Stande ist?--- Die letzte Llume. Lustig flackernd und traulich arbeitet das emsige Feuer im marmornen Rahmen des Kamins... Ein bequemer Fauteuil ist knapp herangerückt, in welchem eine schöne blaffe Dame ruht, die zierlichen Füßchen auf die kleine Eisengallerie des Kamins gestreckt, das Haupt in die feine weiße Hand stützend.... Auf ihrem Schöße liegt ein aufgeschlagenes Buch und in dessen offener, beschriebener Seite eine getrocknete Wiesenblume— ein Erinnerungszeichen... Die Dorne ist von jener sanften, ruhigen, madonnenhaften Schonbert, die gemernhrn auf ein bescheidenes, stilles passives Naturell schließen laßt, unter welcher sich aber nicht selten ge- rade das glühendste, lerdenschaftlichste, hingebendste und begehr- lichste birgt. Diese madonnenhaften Frauen empfinden oft mit einer Macht unb Glulh, Die man ihnen nimmermehr zutrauen würde: ihre wilde Leidentchaftlichkeit verblüfft um so mehr, da man bei ihnen das gerade Gegentheil voraussetzt; ihre Liebe ist nicht ausbleiben konnte. Am 1. Mai d. I. jedoch hatte Wolter einem hiesigen Tischlermeister eine über den Betrag von 25 M. ausgestellte Rechnung zu überdringen, auf welche der Kunde » conto 10 M. zahlte. Wolter quittirte über den Empfang des Geldes, welches letztere derselbe indessen nicht ablieferte, sondern für sich verbrauchte. Anfangs Juni erhielt der Kunde wiederum eine Rechnung über die ganze Summe zugestellt. Um jeden Verdacht fern zu hatten, hatte der Kassenbote die Rechnung jedoch in der Weise gefälscht, daß er die Zahl 25 in 15 umänderte. Der Kunde merkte auch nicht, sondern zahlte wiederum& conto 10 M., worüber Wolter auch in der oben erwähnten Weise quittirte, jedoch diesmal das empfangene Geld abführte. Im Juli erhielt der Kunde abermals eine Rechnung über den vollen Betrag, auf welcher dann jedoch eine Abschlagszahlung von 10 M. erwähnt wurde. Wolter fäschte dieses Schriftstück ebenfalls dadurch, daß er die Zahl 10 in 20 umänderte. Somit hatte er sich von einer Unter- schlagung in Höhe von 10 M und zur Verdeckung derselben zweier Urkundenfälschungen schuldig gemacht. Im August wurden die unredlichen Manipulationen bemerkt, und in Folge der weiteren Recherchen stellte sich heraus, daß der leichstnnige Mensch auch noch zwei andere für die Firma eingezogene Geld- beträge in Höhe von 7 M. und von 5 M. 45 Pf. für sich behalten hatte. Wegen wiederholter Urkundenfälschung und wegen wiederholter Unterschlagung unter Anklage gestellt, legte Wolter vor der dritten Strafkammer des Landgerichts l ein umfassendes Geständniß ab, worauf der seither unbescholtene Mensch unter Zubilligung mildernder Umstände zu drei Mo- naten Gefängniß verurtheilt wurde. Frankfurt, 10. Okt.(Landgericht.) Wegen Verbreitung sozialdemokratischer Schriften wurde heute der Spengler Eduard Dickmann zu 6 Wochen Gefängniß verurtheitt. dermis cktes. Wien. Der eiserne Schuhmacher, dieser neueste Fortschrttt der Maschinentechnik im Echuhmachergewerbe, arbeitet jetzt in der Motorenausstellung mit all seinen Annex-Apparaten. In zehn Stunden kann ein Anwender dieser Maschinerie 250 Paar Schuhe vollkommen fertig stellen. Das heißt: es werden Hunderte und Tausende von Arbeitern überflüssig, arbeitslos; es wird die industrielle Reservearmee verstärkt und die Landstraße bevölkert. Zur Statistik deS Selbstmordes. Auch die Schweiz ge- hört zu denjenigen Staaten, in welchen der Selbstmord deson« ders häusig vorkommt. In der Schweiz kamen Selbstmorde vor in den Jahren: 1876-1880 durchschnittlich 685; auf 1 Mill. Einwohner 227, 1881„ 675;„„ 236, 1882„ 688;„„ 239. Größere Zahlen finden sich nur in Dänemark(273) und in dem Königreich Sachsen(384). Ein Räuberchef erschossen. Aus Focsa wird der „Bosnischen Post" vom 2. Oktober geschrieben: Gestern wurde durch den Panduren Vejo, einen ebenso verläßlichen als muthigen Mann, in der Sutkeska-Schlucht der Räuberchef Jlija Hlics erschossen. Vejo war allein und fand sich plötzlich der fünf Mann starken Bande dieses Räuberführers gegenüber. Ehe Jlics indeß Zeit gewann, sein bereits gespanntes Gewehr abzudrücken, traf ihn aus unmittelbarer Nähe der Schuß Vejo's, worauf die hinzueilenden Genoffen auf den Panduren, der schnell ins Gebüsch sprang und Deckung suchte, vier Schüsse abfeuerten, ohne zu treffen. Vejo dürfte eine Taglia von hundert Dukaten erhalten und verdient dieselbe vollauf. Die Kameraden des Räubers nahmen dem tödtlich getroffenen Jlics alle Werthsachen ab und flüchteten sich; als eine Patrouille unter Führung Vejo's an den Thatort zurückkam lebte der Räuber noch und wurde anher tiansportirt, in einem Zu- stände jedoch, der stündlich das Hinscheiden des herkulisch ge- bauten, kaum 28jährigm Mannes erwarten läßt. Man fand bei ihm ein Bojonnet eines der beiden im vorigen Jahre in der Dindolschlucht ermordeten Soldaten vor. Der Tod des Führers dürfte der einst fünfzehn Mann starken, jetzt auf vier Mitglieder zusammengeschrumpfen Bande vollends den Rest geben. Ueberhaupt suchen die wenigen vorhandenen Räuber die Grenze zu gewinnen, da sie sich nie so unheimlich fühlten als jetzt, wo das Volk selbst das Meiste zu ihrer Eruirung und' Verfolgung beiträgt. Kalifornische Weine werden aus den Vereinigten Staa- ten nach und nach die französischen ganz verdrängen, einmal weil sie dedeutend billiger find, und zweitens, weil die Versuchung, sie zu fälschen, bei der Massenhaftigkeit ihrer Er- zeugung weniger nahe liegt, während die Verwüstungen, welche die ReblauS rn Frankreich anrichtet, eine arithmetisch Nachweis- bare Nothwendigkeit der Fälschung zur Befriedigung der unge- Heuren Nachfrage nach Bordeauxweinen darthun. Während die Weinausdeute in Kalifornien vor zehn Jahren 500.000 Gallonen — darunter 6000 Kisten Champagner— ergab, ist sie jetzt auf 4 Millionen Gallonen jährlich gestiegen. Die Amerikaner gehörten infolge der Weintheuerung bts jetzt nicht eigentlich zum wein- trinkenden Publikum. Mit der wachsenden Erzeugung der ka> lifornischen Weinbauer aber würden auch die Amerikaner sich allmählich zum allgemeinen Weingcnusse erziehen können. aber auch so voll muthwilligen Trotzes und stolzer Launen— wie sie unaussprechlich beseligen kann, vermag sie auch unsäglich zu martern... Wer ein solches Weib liebt, der liebt es wahnfinnig, mit all' seinen Sinnen, mit seinem ganzen Selbst, ja mit seinem Lebm— ihn umgaukelt beständig, wie ein lüsterner Falter, der Genius mtt der gesentten Fackel... Sie hebt nur ihr schönes Haupt sachte aus der stützenden Hand und blickt in das aufgeschlagene Buch, nach der getrock- neten Blume... Sie seufzt— ein banger, wehmüthiger, dem tiefsten Innern entflohener Seufzer... Dann sinkt ihr Haupt in die ftühere Lage zurück und sie starrt wieder in das Flam- mcnspicl des FeuerS, aus dessen vibrirenden bläulichen Rauch- wellen ihr ein Bild, eine Szene zu erstehen scheint... Sie sieht ein stilles, trautes Waldplätzchen. Ein Stück- chen Wiese hat sich da, wie Schatten und Frieden suchend, in die dichtstebenden Bäume des Waldes hineingedrückt.... Noch ist die Lust scharf und kühl, noch zittern die Tau- perlen an Halmen und Blumen, aber die Wipfel der Bäume umspielt schon ein goldiger Hauch, der süße, weckende Kuß des Morgenlichtes.... Es rollten ein paar Wagen heran und halten am Wald- säume. Diesen entsteigen fünf Herren, die sich raschen Schrittes nach dem in Bäumen versteckten Plätzchen begeben. Zwei von ihnen bleiben da, einige Schritte von einander entfernt und sich den Rücken kehrend, unthätig stehen; der Dritte wirft eine Tasche ins Gras, ausswelcher er allerlei un- heimliche Geräthe zu kramen deginnt, während die letzten Zwei den Raum geschäftig abmessen, abgebrochene Zweige an be- stimmte Stellen legen und gewisse Punkte nach Lage und Licht beurtheilen- Die ersten Zwei stehen noch immer der Vorgänge um sich her nicht achtend, scheinbar ruhig und apaihisch da; der Eine nagt mit seinen Zähnen vre etwas fahlen Lippen und stant beständig vor sich Hm auf den Boden; des Anderen Körper bebt ein wenig und sein Blick fleht wehmüthig über die Bäume, Gesträucher und Blumen hin, als wollte er von jeglichem Abschied nehmen, Alles noch recht beschauen und ein letztes Mal grüßen; dann beugt er sich herab und bricht eine bescheidene Glockenblume, die er verstohlen küßt und hierauf— wie sich«um Todesspiele schmückend— in sein Knopfloch schiebt. Nun treten die Sekundanten zu ihnen und Ihun noch einen letzten Versuch, die beiden Feinde zu versöhnen, von ihrer grausamen Abficht Ein russischer Gsimnafiallehrer-Kneipwirth. Im St. Petersburger„Herold" lesen wir: Ein Skandal, der den Bf- wohnern Tweis viel zu reden gab, hat unlängst den einzig richtigen Abschluß dadurch gefunden, daß der Urheber desselben aus dem Dienst entlassen wurde. Den„Russ Wedom." schreibt man hierüber: Einer der Lehrer der alten Sprachen an de« hiesigen klassischen Gymnasium verfiel auf den höchst unklasst- schen Gedanken, eine— Bierbude anzulegen; dabei sollre W Geschäft in der Weise maskirt werden, daß die Bierbude an- geblich der Frau gehöre. Die völlige Unvereinbarkeit einet derartigen Geschäfts mit dem Lehrerbcruf mußte die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich lenken und es braucht kaum erst no« erwähnt zu werden, daß der Direktor des Gymnasiums sofort darüber an den Kurator des Lehrbezirks nach Moskau berichtete. Aus Moskau traf denn auch bald ein vom Kurator abkoin- mandirter Beamter zur Untersuchung des ganz unerhörten Falles ein. Das für den sonderbaren Lehrer der allklasstschen Sprachen offenbar sehr unbequeme Finale des Falles war seine Entlassung aus dem Dienste. Ungarn wimmelt von Rechtsanwälten. Es ist der Ehrgeiz ves ungarischen Bauern, aus einem seiner Söhne eine» Advokaten zu machen, gerade wie es der Ehrgeiz des bretonisckeN und irischen Bauern ist, einen seiner Söhne zu einem Priest« ausbilden zu lassen. Der Sohn eines kleinen Landwirths aus der Gegend von Pesth wurde von seinem Vater auf die Rechti- schule jener Stadt geschickt. Aus Mangel an Fleiß od« Fähigkeiten fiel er bei der Prüfung dmch. Da er es nia- wagte, mit leeren Händen nach Hause zurückzukehren, nackde« soviel Geld auf seine Ausbildung verwendet worden, so fälsch« er ein juristisches Diplom. Der Vater wußte recht wohl, da« solch ein Diplom immer auf Pergament(Kutya der, HundM auf ungarisch) geschrieben wird.„Warum steht denn de« Zeugniß nickt auf Kutya-ber?" fragte der Alte.„Ja, Vatck es giedt in Ungarn mehr Rechtsanwälte als Hunde, und st kommt es, daß nicht genug Kutya-ber vorhanden ist, um darai» Diplome für uns alle zu machen." Die Korallen-Jndustie. Die besten Korallen- GrüM welche den größten Ertrag und die schönsten Korallen liefcr», find jene an der algerischen Küste, die bereits fett Mitte 16. Jahrhunderts ausgebeutet werden; andere befinden fick an de» Küsten von Sicilien, Korsika, Sardinien, Spanien, den Balc« rischen Inseln, Provence. Mehr als 500 italienische Boote, bemannt mit 4200 Personen, sind mit der Korallcn-Fiscb«« beschäftigt; 300 dieser Boote find von der Torre del Greco« der Bai von Neapel- Die von diesen 500 Booten gesammel» Quantität beträgt jährlich ungefähr 56000 Kilogramm Werthe 4200000 Lire, die von den anderen Booten— spo»t- schen, französischen u. s. w.— 22000 Kilogramm im fflew von ca- 1 500 000 Lire,— überhaupt jährlich 78000 Kilogo zu 5 700 000 Lire-., Als auf einem Berliner Ordensfeste unter Frredrr» Wilhelm IV. der Bischof Graf Roß von einem alten Genen« scherzhaft gefragt wurde, ob er denn wohl gleich einen passe»? den Text aus der heiligen Sckrist finden würde, wenn er NV bei Gelegenheit des Ordensfestes eine Predigt zu halten h# erwiderte der Gefragte prompt:„O das ist nicht schwer! würde die Worte(Math. 2, 10) wählen: Da sie den St«» sahen, wurden sie hoch erfreut!" Eiu neuer Schwindel. In Amerika machte der„3% eines rSrnarty" kolossales Aufsehen. Derselbe hatte ein tiges Dokument, eine Schuld- Versckreibung, zu unterzeick»»» Er that dies, indem er in seine„Office" ging, dort st«»»- Namen mit leicht gummirtem Wasser unterschrieb und seine Signatur mtt Streusand überschüttete. Der Empfanll des Dokumentes, welcher sein Geld unterdeß aufgezählt sah die Unterschrift an, faltete das Papier zusammen»»f steckte es in die Tasche. Zu Hause angekommen, fand er, w die Unterschrist spurlos verschwunden war! Literarisches. Zum Nachlaß von RodbertuS. Allen Nationalökono«� insbesondere aber allen Anhängern von Rodbertus Jagre» dürfte nachstehende, soeben bei Gustav Fock in Leipzig eri® nene Broschüre von großem Interesse sein:„Der vroy< Untergang des Nachlasses von Rodbertus-Jagetzow. Zur leuchtung der Herausgeber-Thätigkett der Herren Prof. A- ner und Dr. Th- Kozak. Von Moritz Wirth, Verfasser „Bismarck, Wagner, Rodbertus"."(Preis 1 M) Der S' faffer, dem für seine Kompetenz in Rodbertus Angelegende das Urthell eines H- v. Scheel zur Seite steht, kritiss«. � scharfer Weise die bisherige Verzögerung in der He»ausg des Rovbertus'schen Nachlasses, welche zum großen The».„z, auf beruhe, daß Prof. Wagner das Verhältniß des Radbe«.� schen Nachlasses zum Sozialistengesetz falsch beuitheill v j Weiterhin weist der Verfasser nach, daß die Herausgeber einer achtjährigen Zwischenzeit sich über das VorhanVeM«»� Manujkripte zu vier größeren Werken, worunter auäfuP'� Entwürfe zu einer umfassenden Sozialreform, noch ganz j unterrichtet zeigen. Die Schrift gipfelt in dem Vorwurfe, der lässige und mangelhafte Betrieb der Herausgabe des � bertus'schen Nachlasses diesen der Gefahr des Unterg» aussetze. abzubringen- Allein diese weisen entschieden zurülk, u„qi nehmen denn endlich die Sekundanten aus den bereitgev«. Kästchen die Pistolen, um diese zu untersuchen und z«.jpi Nach einigen Augenblicken reichen sie jedem der Due»« seine Waffe und weisen ihnen ihre Plätze an, wam»», d selbst seitwärts treten.— Eins— zwei— drei— schauerlich ernst durch dm Wald— die beiden � gsl avancirm, sich mit Blicken tödtlichen Hasses ftxitenD. ci( heben sie die Waffen— ein scharfer kurzer Knall zerre lauschige Morgenstille— ein zweiter— zarte Rauckw„p heben sich träge in die klare Luft empor-.. Der eritt wt einen Augenblick— die Waffe entfällt seiner Hand— mit leisem Aufschrei in daS Gras... ,j„(« Rasch eilen die Sekundanten und der Arzt m> /«» An der linken Brustserte vc».. Verbandzeug herbei. An der linkm Brustserte o fallenen findet sich ein kleiner Schnttt. Man reißt d>e(«< auf. Gerade wo das Herz die Lebensschläge theilt- kleine blutgeränderte Oeffnung. Der Arzt schüttelte$« lich sein Haupt; der Verwundete athmet mühst' 8�, d« eine Sekundant geht hastig zu dem unverwundeten u � Soli- scheu herüberschielt und flüstert ihm eindringlich 8% zu. Beide begeben sich hierauf zu dem mit dem �««» gendm. Der versöhnte Feind beugt sich zu seinem HPi und streckt ihm die Hand entgegen, die nur zögernd wird...»..nda»� Dann verlangt der Sterbende nach seinem � Wt% er sucht sich mit aller Anstrmgung aufzurichten-, ani Freund mtt einem unbeschreiblich flehenden Slul»� % die sif zuckenden Lippen murmeln etwas, er deutet aus die seinem Knopfloch— und sinkt zurück..., Die kleine Eisengallerie des KaminS erkltrn... liehen Füßchen der schönen Dame find Herabgeglut � er Sie hat die Blicke von den Rauchwellen des görp gewmdet, und um ihren Mundwinkel zittert es un j0nf bebt in einem heißen, wilden Schmerze— 00ei blauen Augen haben keine Thräne... h. Klo«�, Sie hält die gettocknete Blume in der Hand. � sck».«- blume war einst blau und frisch, als sie an» ggalW% hellen Eowmermorgen auf ihrem lauschigen �ivo« chen gebrochen wurde— jetzt ist sie verblaßt un die letzte Blume... Verantwortlicher Redatteur R. krouhrtm in Berlin. Druck und Verlag von Max Bndmg m Berlin LW. Beuthstraße 2.