Nr. 166. Donnerstag. 16. Oktober 1884. I Jahrg. Brgan für die Interessen der Arbeiter. Da, S»SSilaA" «schnnt istglich Marge,« anß« nach Eon,» und Festtage«. BSomäuetdiprei« für Berlin {tri Hau» vierteljährlich Z Marl, monatlich 1 Mark,»öchentlich 35 Pf. Einzelne «am» er, t Pf. Postavonnemeat pro Quartal Z Marl.(Eingetragen im VILL Nachtrege der Postz«itn»g«vrei«liste unter Nr. 719&.) ZnfertivaSgebühr beträgt für die Z gespalten« Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeit, markt 10% Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereivkunst. Inserate werde« bl» 4 Uhr Rachmittag« in der chpeduion, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Anns««- Bureaux, ohne Erhöhung de, Preise,, angenommen. WeöaKtion unö AXpeöition WerLin SW., Iimmerstraße 44. Die Arbeiterinnen. Ein in Berlin erscheinendes Blatt weist darauf hin, »aß nach der letzten Berufszählung unter den 16,2 Millionen kNverbSthätigen Personen in Deutschland sich etwa 4 Mil- lumen Frauen befinden und knüpft daran die Bemerkung, inan möge sich doch einmal um diese Arbeiterinnen beküm- wern, deren Verhältnisse höchst traurige seien. Es werden dann die Lohnverhältnisse einer Betrachtung unterzogen und wird angegeben, daß eine Filzschuhnäherin mit Hilfe ihrer Pachter bei 18 stündiger Arbeitszeit einen Wochenver- dienst von 10 Mark 80 Pfennig erzielt habe. Zugleich wird st�sagt, daß die Arbeiterversammlungen in Berlin sich doch auch mit dem Elend, das unter den Arbeiterinnen herrscht, beschäftigen möchten. Nun, der Verfasser deS betreffenden Artikels muß sich «Mdas, was in den Arbeitcrverfammlungen vorgeht, wenig delümmert haben, sonst würde er wissen, daß nun seit nahezu iwci Jahrzehnten die Zustände unter den Arbeiterinnen in den Berliner Arbeiterversammlungen unzählige Male erörtert worden sind, daß die Arbeiterinnen sich auch vielfach selbst an diesen Debatten betheilizt und den Versuch, sich zu organisiren mehrfach unternommen haben. Allerdings trat chuen eine Reihe von ungünstigen Umständen entgegen und 2)4* zum Mindesten» jene noch vielfach verbreuete, durch » w SyJu begründende Anschauung, daß eS für Frauen uud Mädchen, namentlich für Arbeiterinnen,„unpassend" sei, mh an sozialpolitischen Bestrebungen zu betheiligen. DieS «orurtheil war noch im Jahre 1848 so groß, daß man eine Sammlung von Arbeiterinnen für etwas Unmögliches fcieO Damals wollte ein Mensch, der sich für sehr witztg ? die Arbeiterbestrebungen dadurch verspotten, daß er einem Leipziger Blatte eme Dienstmädchen-Ver- '«»Nmlung anzeigte. Allein auS dem Spaß wurde Ernst; fand sich eine große Anzahl von Dienstmädchen in dem w weiten Lokale ein und einige von ihnen hatten sogar ? Much, sich über die Behandlung, die sie von gewissen »Herrschaften" erführen, zu beschweren; sie beklagten sich, ue müßten oft die ganze Nacht am Waschkessel stehen und »anwn doch nur ungenügend und schlecht zu essen. Das hatte man nicht erwartet, indessen gab dies Er- r Such begreiflicher Weise keinen Anstoß zu einer Bewegung, > ndern die armen Dienstmädchen mußten sich von allen urih�r 0et�°hn* sehen. Heute ist man von diesen Vor- «.Ii" wenigstens theilweise zurückgekommen; in den vor- Wchnttenen Arbeiterkreisen selbst besteht ein Vorurtheil nach ttler Seite hin gar nicht mehr. Einschränkung der Frauen- dln"** Abschaffung der Kinderarbeit sind seit Jahren von V» Arbeitern verlangt worden, weil die Arbefter gar wohl >e Konkurrenz der billigen Frauen- und Kinderarbeit fühlen. ««bot«.] Ieuilleton. Zsaura. Eine Erzählung auS dem südlichen Frankreich. (Fortsetzung) seid Ihr, liebliche Fee? Kommt Ihr aus dem lenn. L?nd der Aventüre? Jedenfalls darf ich eine so strah- nifl«,» je in dieser rußigen Höhle nicht verkümmern lassen, Ihr Freuds" Un8 ziehen, auf die Höhen des Glanzes und der f�'-Hsich denn ein ganzes Narrenhaus gegen mich ver- ttetA■ intgegnete das junge Mädchen mit einer Heftigkeit, ssiirfO auä ihrem Naturell nur fetten, aber dann auch um so £'• ausbrühte. f®w.Wirkung ihres Wortes war groß. Der Fremde ITltO ma**-1.---- TT»rr. Jft M /yairnffft** iairt tnnll f MWU *wf«, und die Frauen, wiewohl sie zum MMsSK - und das reizendste Kind zwischen den Alpen »°» w« rrau Ronan... nieder— lnnge ''4"ht? Kennst Du mich. Kerl?" nehmungen irgendwie in Beziehung stehen, haben sich einer Re- form nach dieser Seite hin immer aufs hartnäckigste wider- fetzt, weil sie sich die billige Frauen- und Kinderarbeit nicht entgehen lassen und damit auch die Löhne der Männer herabdrücken wollen. Aus den Berichten der Fabrikinspek- toren geht alljährlich zur Evidenz hervor, daß die Beschäftig gung von Frauen und„jugendlichen Arbeitern" immer mehr überhand nimmt. Bis jetzt sind die Versuche vergeblich gewesen, die darauf abzielten, die verheiratheten Frauen wenigstens den Unternehmern zu entziehen und damit Zustände herzustellen, unter denen der Arbeiter seine Familie ernähren, die ledige Arbeiterin Verdienst finden kann. Wir haben in diesen Blättern schon öfter darauf hingewiesen, wie sehr der Lohn der Arbeiterinnen auch dadurch heruntergedrückt wird, daß sogenannte„feinere Damen" auch unter der Hand Arbeiten für Kleider-, Mode-, Stickwaarengeschäfte u. a. m. anfertigen, wenn es diese Damen auch nicht gerade nöthig haben. Allein diese kümmern sich um die vernichtende Konkurrenz, die sie den Näherinnen, Schneiderinnen und Stickerinnen von Beruf bereite», gerade so wenig, als sich die in- dustriellen Unternehmer darum kümmern, daß das Familen- leben des Arbeiters vollständig illusorisch wird, wenn sich Vater, Mutter und womöglich auch noch die Kinder in der Fabrik befinden. Und dabei machen sich die Familienglieder noch unter einander Konkurrenz. In der verflossenen Legislaturperiods deS Reichstages schien einmal eine Wendung zum Besseren eintreten zu wollen. DaS Zentrum schien für die Arbeiterinnen in die Schranken tteten zu wollen. Freiherr von Hertling, der be- kannte ultramontane Sozialpolitiker interpellirte die Reichs- regierung über ihre sozialpolitischen Projekte und erklärte auf der Tribüne des Parlaments, das Ziel des ZenttumS fei „die gänzliche Beseitigung der verheiratheten Frau auS der Fabrik". Das klang sehr schön und Herr von Hertling wußte mit eingreifenden Farben die Zustände in einer Fa- milie zu malen, wo sich Eltern und Kinder in der Fabrik befinden und sich nur spät Abends, müde und verdrossen, in einem ungastlichen Heim zusammenfinden. Aber daS Zentrum, die mächtigste Partei im Reichstage, fand cS für gut, die Sache bei diesen Worten zu belassen. Früher schon mehrfach in dieser Richtung gestellte Anträge von sozialistischer Seite sind regelmäßig abgelehnt worden. Wenn man eine genaue Schilderung der wirthschaft- lichen Lage der Berliner Arbeiterinnen, mit trockenen Ziffern belegt, liest, so muß man den sittlichen Much bewundern, mit dem diese Arbeiterinnen der Verlockung trotzen, sich auf dem Wege der Prostitution einen leichten Erwerb zu ver- schaffen. Daß viele der Versuchung und dem furchtbaren Drang der Noch nachgeben, kann Niemand wundern. Wenn daß ich Dich werde in Deine deren Geklapper mir frech in gehorcht ihr meinen Befehlen „Ich kenne Eure fürstliche Gnaden," antwortete Royan bescheiden- „Nun, so weißt Du auch, eignen Räder werfen lassen, die Öhren schalt! Warum nicht?" „Gnädigster Herr, mein Vater ist nicht daheim," wieder- hotte der jüngere Royan,„ich thue nur, wie er geheißen hat." „Schweig!" rief der Dauphin zornig.„Geh' hinaus— augenblicklich soll das Werk still stehen!" Der Sohn des Hammermeisters zauderte— da trat das Mädchen, welches nicht einen Moment von den prüfenden Äugen des dicken Herrn neben dem Fürsten verlassen worden war zu dem Dauphin und sagte, jetzt so schüchtern und ver- schämt, als sie vorher heftig gewesen-„Wollt Ihr mir einen Augenblick Gehör schenken, gnädigster Herr?" „Mehr als einen, mein selten aufrichtiges Kind! Du bist also die Enkelin im Hause und jener Tölpel maßt sich wohl gar die Ehre an, Dein Vater sein zu wollen? Sprich!" „Wir erwarten Vater Royan noch diese Stunde," sagte sie in ihrem ftemdartigen, prooenealisch klingenden Dialekt.„Will Eure Gnaden nicht bis dahin sich gedulden?" „Gedulden ist ein Wort, das ich nicht recht kenne," er- wiederte der Fürst, indem er jedoch freundlich auf sie blickte. „Wie ist Euer Name, sagt mir das." „Jsaura," antwortete sie. Unter den Leuten vom Hause entstand eine Bewegung— sie blickte ruhig zu ihnen hin. Auch der Falkner glaubte, daß fie sich selbst verrathen habe, und sagte spöttisch: „Das klingt freilich vomehmer als Nicolette." „Wer fragt Dich?" sprach der Dauphin.„Hiiiaus mit Dir!— Doch setzen wir uns, mein Herr von Fucigny Ich sehe, daß ihr die Beine wechselt, wie ein müder Kranich. Wohlan, reizende Jsaura, nehmt Platz an meiner Seite— es ist zwar nur eine ungehobelte Bank und Ihr verdient— doch still, Ihr gebt mir sonst wieder den Titel, den ich nicht gern meinen übrigen beifügen möchte— Ihr kennt sie aus- wendig, Fucigny? Hurnhertus Dalphinus, dux Champ-suriae, comes de Albon und so weiter.— Schöne Jsaura, Ihr sollt mir jetzt beichten."„ „Wendet Euch in Allem an Vater Royan/ erwiderte sie. „Von mir könnt Ihr über nichts Auskunft erhalten." „Ei, wir werden die scharfe Frage gegen Euch anwenden müssen, wenn Ihr so hartnäckig seid," versetzte der Dauphin lachend.„Wie wär' es, wenn ich Euch vorläusig Daumen- zuweilen frivole Menschen darüber spötteln, so weiß man, daß diesen Humanität eine gänzlich unbekannte Sache ist. Indessen werden die Regierungen binnen absehbarer Zeit selbst genöthigt sein; für die Abschaffung solch un- seliger Zustände ihre ganze Kraft einzusetzen. Es kann ihnen keineswegs gleichgiltig sein, wenn unter der Bevölkerung eine geistige und körperliche Verwüstung Platz greift, nur damit die industriellen Unternehmer billig produziren können. Für uns steht das fest. polRsche Ueberstchi. Jmpffrage. Gegen Ende Oktober wird, wie die„Klin. Wochenschr." mittheilt, im Kaiserlichen Gesundheitsamt eine Sachverständigen-Kommisfion, in welche auch grundsätzliche Jmpfgegner berufen werden, zusammentreten, um über die Jmpffrage zu berathen. Die Anregung hierzu hat der Reichs- tagsbeschluß vom 6. Juli 1883 gegeben, die bei dem Reichs« tage eingegangenen 28 Petitionen gegen das Schutzpockengesetz dem Reichskanzler zur Kenntnißnahme und mit dem Ersuchen zu überreichen:„1. eine Kommisston von Sachverständigen zu berufen, welche unter der Oberleitung des Reichs-Gesundheits- amtes den gegenwärtigen physiologischen und pathologischen Stand der Jmpfftage, insbesondere in Bezug auf die Kautelen, welche die Impfung mit der größtmöglichen Sicherheit zu um- geben geeignet find, prüft, und welche— eventuell unter all- gemeiner Durchführung der Impfung mit animaler Lymphe — Maßregeln zum Zweck dieser Sicherung vorschlägt; 2. eine brauchbare Jmpfftatistit herbeizuführen auf Grund obligatorischer Anzeigepflicht bezüglich der vorkommenden Pockenerkrankungen und deren Verlauf an die zuständige Reichsbehörde". Die Ende Oktober zusammentretende Sachverständigen-Kommission soll namentlich berathen über die von Seiten des Gesundheits» amts in Aussicht genommenen Maßregeln, welche eine sanitäts- polizeiliche Ueberwachung der Ausführung des Jmpfgcschäfts zum Zweck haben, um den bei Handhabung desselben zu Tage getretenen Unzuträglichkeiten für die Zukunft vorzubeugen, so- wie über die im§ 9 des Jmpfgesetzes vorbehaltene Errichtung einer angemessenen Anzahl von Jmpfinstituten zur Beschaffung und Erzeugung von animaler Lymphe.— Hoffentlich wird der gewählte Reichstag in Sachen der Jmpffrage eine andere Än- ficht haben als sein Vorgänger. Es würde gewiß überall im deutschen Reiche mit Freuden begrüßt werden, wenn der Impf- zwang beseitigt werden würde. Die technische Kommisston der Seeschifffahrt ist zu einer Sitzung auf den 30. Ottober nach Berlin einberufen. Zur Berathung steht die Abgabe eines Gutachtens über die Lehrzeit, welche Maschinisten, ehe fie zur Prüfung zugelassen werden, in einer Maschinenwerkstatt durchmachen und nach» weisen müssen, ferner eine Vorlage über die Ausrüstung der Seeschiffe mit Nahrungs- und Heilmitteln. Den Anlaß zu der letzteren Vorlage hat dem Vernehmen nach das Auftreten von Scorbut auf deutschen Kauffahrteischiffen gegeben, welches aus ungenügende Verproviantirung zurückzuführen sein soll- Die Mitnahme und regelmäßige Verabreichung von spezifischen schrauben anlegte?" Und er strebte, ihre Hand zu umfassen, welche fie ihm aber unwillig entzog. „Gnädigster Herr," ließ fich jetzt Herr von Fucigny ver- nehmen,„erlaubt, daß ich Euch auf den eigentlichen Zweck Eures Hierseins aufmerksam mache." „Ha, seid Ihr endlich zu Athem gekommen nach dem an- gestrengten Bergklettern?" sagte der Fürst.„Vis jetzt Hab' ich Euch nur schnaufen und stöhnen gehört." „Eure Leute werden fich beunruhigen, wenn Ihr noch länger ausbleibt," erinnerte Fucigny. „Ihr könnt ungehindert hinuntergehen, dort, wo sie mit den Pferden warten, und Ihnen sagen, daß ich hier wohl auf- gehoben bin," sagte der Dauphin launig.„Eh' Ihr zurückkehrt, werde ich mit dem peinlichen Verhöre, das ich hier anstellen �'„D�ylßater Royan!" rief Jsaura mit Heller Stimme — und wirklich erschien der Hammermeister mit Bergstock und Quersack, wie von einer weiten Wanderung kommend, in der Thüre. Er war schon durch den hinausgeschicktcn Falkner von der Anwesenheit des Landesherren unterrichtet. Dieser stand auf und seine Stirn verfinsterte fich. Den Gruß deS Eintretenden erwiderte er nicht. „Bist Du% Royan!" sagte er.„Du trotzest also wider ""'"/Sure Gnaden wird mir die Bemerkung verzeihen, daß er nicht mir gelten kann," erwiderte der Alte mit ehrerbietiger Festigkeit.„Ich Hab' diesen Hammer gekauft mit der Ge- rechtigkeit des freien Betriebes, soweit mir die Vorfluth deS Baches zusteht." „Ha! Mir inS Geficht wagst Du, den Gehorsam zu verweigern?" fuhr der Dauphin auf.„Will ich etwa, daß Du zu Grunde gehen sollst? Hab' ich nicht Entschäoiguna versprochen? Bezeugt eS, Schatzmelster? Ich fordere Gehorsam alter Rebell—". „Gnädigster Herr,>)hr könnt mir einen so faulen Grund Mitteln gegen den Ecorbut, insbesondere von Citronenfast welche für englische und auch in anderen Marinen gesetzlich vorgeschrieben ist, ist in der deutschen.Handelsmarine noch nicht obligatorisch. Die Frankfurter Handelskammer bat beichlossen. an den Reichskanzler Fürsten Bismarck eine Eingabe zu richten mit der Bitte, dahin wirken zu wollen, daß die Verletzung des egyptischen Liquidationsgesetzes, sowie eine finanzielle Schädi- gung der cgyptischen Glaubiger verhindert und weiteren Ein- griffen in die Rechte der zahlreichen deutschen Gläubiger Egyptens vorgebeugt werde. Der sozialdemokratische Kandidat Viereck hat vom Berliner Polizeipröfidium die Benachrichtigung erhalten, daß die Geltung der gegen ihn verfügten Ausweisung aus Berlin bis zum 30. September 1885 verlängert sei.— Das„Rheinische Wochenblatt", welches von Schöalank in München redigitt und auch in München gedruckt, aber in Mainz verlegt wird, ist auf Grund des Sozialistengesetzes vom Kreisamte zu Mainz verboten worden. Zur Zwangserziehung wurden während der Zeit vom 1. April 1882 bis 31. März 1333 auf Grund des Gesetzes vom 13. März 1878 den kommunalen Verbänden innerhalb Preußens 1887 Kinder überwiesen, einschließlich derjenigen, welche aus dem Vorjahre noch unterzubringen waren, Davon wurden 535 in Familien, 3 in Staatsanstalten, 103 in den von Kommunaloerbänden eingerichteten Anstalten und 1097 in Privat- anstalten untergebracht, bei 149 Kindern war ein Unterbringen nickt möglich. Von jenen Kindern wurden inzwischen 2 wider- ruflich und 2 unwiderruflich entlaffen, während 7 starben. Aus der Pflege der fraglichen 1387 Kinder erwuchsen, nach der „Stat Korr.", im Etatsjahre 1882 3 den Kommunalverbänden 85762 M.. dem Staate85668M.. zusammen 171 431 M. anKosten. Die Verpflegungskosten jedes Kindesjlimgahresdurchschnitt) wichen in den einzelnen Landkslheilen wesentlich von einander ab; bei der Unterbringung in Fämilien stiegen fie von 92 M. in Westfalen, 104 M. in Pommern. 114 M. im Regierungsbezirk Wiesbaden und 136 M. in Berlin auf 250 M. in Frankfurt am Main und 260 M. in der Provinz Sachsen, bei der Unter- bringung in Anstalten von 147 M. in Ostpreußen, 154 M. in Posen, 168 M. im Regierungsbezirk Kassel und 180 M. in Berlin bis auf 360 M in Lauenburg und 400 M. in Schleswig-Holstein. Die aus der Staatskaffe im Etatsjahre 1382/33 thatsächlich gezahlten Zuschüffe zu den Kosten für die Pflege aller untergebrachten verwahrlosten Kinder beliefen fich auf 425 169 M. In der Zeit vom 1. Oktober 1878 bis 31. März 1883 find überhaupt in Familien 1423, in Staatsanstalten 9, in Anstalten der Komunalvcrbände 369, in Privatanstalten 4186, zusammen 5987 Kinder untergebracht worden, durch deren Ver- pflegung ins�esammt den Kommunalverbänden 957 912 M. und dem Staate 943 203 M, in Summe 1906115 M- erwachsen find, d. h. pro Kopf durchschnittlich 318,38 M. Frankreich. Die Sitzungen der Kammern find heute ohne weitere Feierlichkeit wieder eröffnet worden. In der Kammer der Deputirten brachte der Marincminister, Vize-Admiral Peyron, die Kreditforderung für Tongling im Betrage von 11 Millionen Francs ein. Die Vorlage wurde einer de- sonderen Kommisfion überwiesen.— Ter Kriegsminister, General Campcnon, legte den Gesetzentwurf, bettcffend die Organisation von Kolonialtruppen, vor.— Die Äerathung über die Interpellation des Deputirten Des Roys über die Wirthschaftspolitik der Regierung ist auf nächsten Sonnabend festgesetzt. Aus Anlaß des demnächst in der Kammer zur Berathung gelangenden Gesetzes über die Regelung der Arbeit für Frauen und Kinder in den Fabriken ent- nimmt man einem amtlichen Berichte, daß in 47,617 Fabriken, Bergwerken, Bauplätzen rc. 213101 Kinder voriges Jahr beschäftigt waren. Dazu aber wird von anderer Seite bemerkt, daß die 47 617 Werkstätten n i ch t einmal die Hälfte der Lokale ausmachen, in welchen Kinder zur Arbeit verwendet werden. Darnach sollte die richtige Zahl 113,000 bettagen. Das bereits bestehende Gesetz, nach welchem Kinder unter 12 Jahren keine Fabrilarbeit verrichten dürfen, wird, wie der amt- liche Bericht selbst konstatirt, häufig umgangen, ebenso die seit zwei Jahren eingeführte allgemeine Schulpflicht. Von 100 Kindern sollen durchschnittlich 69 zum Schulbesuch angebalten wer- �den, wenigstens nach den Zeugniffcn, welch- die Eltern oder Fabrikbefiyer vorweisen. Jmgrunde aber können manche der 69 dem Berichte gemäß weder lesen noch schreiben, werden al- so offenbar derSckule durch Li st, bösen Willen, oder durch den Einfluß, welchen die Großindustriellen auf ihre Umgebung ausüben, entzogen. Wie schon angedeutet, erstrekt fich die Inspektion nur aus kaum die Hälfte der 113 000 Lokale, in welchen Kinder einer regelmäßigen Arbeit obliegen, die übrigen 66 000 werden größtentheils von geistlichen Ge- noffensckaften als Wohlthäligkeitsanstalten, Waisenhäuser und dergleichen, geleitet und find den Behörden unzugänglich. Da es aber kein acheimniß ist, daß viele dieser Anstalten d i e Mädchen zu erschöpfendem Weißnähen und die Knaben zu anderen Arbeiten verwenden, unterschieben?'." sagte Royan, indem sein Geficht den stärksten Unwillen ausdrückte. „Keinen andern hast Du!" rief der Dauphin.„Aber Du sollst Dich dennoch verrechnen." „Claude!" sagte der Hammermeister mit lauter Stimme zu seinem Sohne:„Laß das Getriebe stracks still stehen. Wenn Ihr mit eine so elende Gesinnung zutraut, will ich lieber Gewalt leiden. Die geschieht mir, gnädigster Herr, und ich werde beim heiligen Vater in Avignon klagbar werden, da hier zu Lande kein Gerichtshof steht, der meine Sache auf- nehmen kann." Der Dauphin zuckte über diese nie gehörte Sprache mit der Hand nach dem Schwerte, aber seine Gutmüthigkcit brach schnell wieder durch.„Verklagen will mich mein eigener Unterthan!" rief er, von dem neuen Gedanken er- heitert.„Nun das wird ein lustiges Abenteuer!— Still jetzt, Alter! Ich bin heraufgekommen, weil Mont Aynard mir gesagt, daß er Dir nichts zu gebieten habe, weil Du Dich dem Beamten widersetzt hast, welcher Dir meinen Befehl brachte—" „Keineswegs! Nur ein Jrrthum, sagt' ich—' „Schweig! Darum bin ich selbst heraufgekommen— und noch, weil man mir gemeldet hat ler warf einen Streifdlick nach dem lauernden Crespm, der wieder hereingekommen war), daß Du eine junge Dame, in bäurischer Tracht verkleidet, bei Dir hast. Ich als Oberlehnsherr der hohen Geschlechter darf nicht dulden, daß ein solches Beispiel— wahrscheinlich ungehorsamer Flucht— gegeben werde!" „Und welchem hohen Geschlechte weiset denn mein gnädiger Herr die arme Nicolette zu?" fragte der Hammer- meisler mit einem unbeschreiblichen Ausdruck, fast wie ein verschleierter Hohn klingend, wenn nicht auck eine gewisse Be- wegung darin gebebt hätte. '.siehst Du, alter Schelm? Sie hat fich selbst— denn Aufrrchtinkett über steigt alle Grenzen— Jsaura genannt. Ulw keine werteren Winkelzüge, sondern mit der Sprache heraus Wer, st fie? Wie kommt Sie hierher? Was hast Du vor mit cht? „Befragt das Mädchen selbst— ich weiß von gar nichts," erwrederte der Alte trocken. „Bei meinem Eid, das wird zu viel!" rief der Dauphin erzürnt.„Sie drehen fich im Ringe. Nun. da Ihr es denn nicht anders haben wollt, so werdet Ihr mir folgen, mein schönes Kind. Ich befehle es, keinen Wrver- spruch mehr!— In einem Frauenkloster werdet Ihr eine aus denen ein pekuniärer Nutzen gezogen wird— nur so erklärt sich z. Bder fabelhaft billige Preis gewisser Artikel der großen Modewaarenhandlungen— so geht man jetzt mit dem Plane um, auch auf diesem Gebiete Aufficht zu üben.— Wir find der Anficht, daß die heutige französtsche Kammer leider nicht das Uebcl an der Wurzel anfassen wird. Diese Kammer wird wohl dem Herrn Ferry zu Kriegszwecken viel Geld be- willigen, aber wo es fich, wie im vorliegenden Falle, darum handelt, den ärmeren Landeskindern zu helfen, der Notb und dem Elend zu steuern, da wird man um den Kern der Sache herumgehen, wie die Katze um den heißen Brei. Die Groß- kapitalisten in Frankreich werden schwerlich darein willigen, daß ihnen die billigeren Hände der zarten Kinder oder der Frauen von Gesetzeswegen entzogen werden, und diese Leute veheirschen in Frankreich die Gesetzgebung. Rußland. Laut amtlichem Communiqu� über die Studenten-Exzesse in Kiew wurde„behufs Säuberung der Univer- fität von schädlichen Elementen" beschloffen, die Vorlesungen bis Neujahr 1885 zu fistiren- Alle Studenten wurden ent- lassen unter dem Verbot der Aufnahme in andere Univerfi- täten und Bilvung einer Univerfitäts-Kommisfion für den 1. Dezember 1884 zur Entgegennahme der Bittgesuche um Wiederaufnahme. Die Kommisfion muß hinfichtlich jeden Bittstellers die genauesten Recherchen anstellen und nur die- jenigen wieder aufnehmen, deren Zuverläsfigkeit durchaus zweifellos ist England. Gelegentlich einer von den Konservativen in Birmingham veranstalteten Kundgebung kam es gestern Abend zu Ruhestörungen. Eine große Menge von Liberalen drang unter Anwendung von Gewalt in den Saal ein, in wel- chem vie Konservativen sich versammelt hatten und bemächtigte fich nach lebhaftem Handgemenge mit den Konservativen des Eitzungssaales. Northkote und Lord Churchill, die in der kon- servativen Versammlung reden wollten, waren genöthigt, fich unter dem Schutze ihrer Anhänger zurückzuziehen. Der Kom- promiß wird, wie man sieht, noch vor seinem Zustandekommen auf hatte Proben gestellt Indien. Anläßlich des jüngsten Massakres in Mandalay at in Rangau ein von über 8000 Personen besuchtes Meeting tattgefunden. Es gelangten Bcschlüffe zur Annahme, die u Ä. die Annexion von Birma seitens Englands, oder, falls dies unthunlich sein sollte, die Absetzung des gegenwättigcn Herr- schers warm befürwotteten-— Jedenfalls hat die englische Re- gierung die Hand im Spiel. Madagaskar. Der ftanzöfische Admiral ist nach Tamatave zurückgelehtt, nachdem er die Nordwesiküste der Insel vermessen hat. Es ist beschloffen worden, am 5. Oktober eine Blockade von Foule Pointe herzustellen- Vohemar und Paffandava werden in Kurzem von den Franzosen besetzt werden, wodurch die Verbindung der Malagasen mit der Außenwelt noch weiter abgeschnitten wird. Die franzöfiichen und die Truppen der Hovas bewachen einander unausgesetzt. Die crsteren haben fich eines neuen Angttffs enthalten, seitdem fie bei der letzten Attacke entschieden den Kürzeren gezogen haben; und letztere haben, wie man glaubt, keine Abficht zur Offenfive überzu- gehen. China. Ein Telegramm aus Amoy dringt nähere Nach- richten von der Niederlage der Franzosen bei Tamstu(Insel Formosa). Die Chinesen, welche in einem Hinterhalt lagen, hielten fich völlig still, als 600 Franzosen am 8. d. M. landeten und so nahe herankamen, daß die Chinesen fie leicht mit ihren Kanonen beschießen konnten. Dann erschienen die Chinesen plötzlich, die Franzosen geriethen in Verwirrung und nach einem fünfstündigen Kampfe zogen Letztere fich auf die Schiffe zurück. Die Franzosen verloren 70 Todte und Verwundete, während der Verlust der Chinesen auf 200 Mann angegeben wird. Letztere schnitten 22 franzöfischen Leichen die Kopse ab. Der btttische Konsul protestirte gegen diese Barbarei und die Chinesen versprachen, dergleichen nicht mehr zu thun.(Nach einer Depesche des Bur. Reuter aus Hongkong, find die in Tamfiu ansäsfigen Fremden in Sicherheit.) t Wahlbeweyung. Mühlheim a. d. Ruhr. Am Montag Abend sollte Eugen Richter in Mühlheim an der Ruhr sprechen. DaS dottige freisinnige Komitee hatte eine Wähler- Versammlung berufen, die außerordentlich zahlreich besucht war. Wie in- dessen ein Privattelegramm meldet, wurde die Versammlung durch die Nationalliberalen gesprengt. Die- selben unterbrachen den Vottrag Eugen Richters fottgesetzt durch wüstes Geschrei, welches endlich einen so tumultarrschen Charakter annahm, daß die Polizei zur Auflösung der Ver- sammlung schritt.— DaS waren also keine„Arbetterhorden", welche die Versammlung sprengten. sondern das war die bam- volee der Gesellschaft. Daß aber unserem Eugen so etwas passtren muß, daS ist in der That fatal. In Berlin, wo die Arbeiter so dreist find, daß fie nicht mehr wie Statisten in den Versammlungen der Freifinnigen fitzen, sondern auch ein Wort mitteden wollen, da ist es dem großen Eugen nicht zu verargen, wenn er es vorzieht, hinter verschlossenen Thüren mel passendere Freistatt finden, als hier in den Bergen. bis Euer Trotzkövfchen sich bequemt, mir etwas mehr zu sagen, als Euren schönklingenden Namen". „Aber ich weiß nichts mehr, ich weiß bei Gott nichls mehr!" rief Jsaura, jetzt wirklich in Angst. „Herr von Fucigny, Ihr werdet mir auck den Alten hier rn sicheren Gewahrsam schaffen— da ist der Crespin, der mag ihn verhasten!" sagte der Dauphin. „Wollt Ihr das dulden?" rief Jsaura heftig.„Seid ihr nicht ein halbes Dutzend Männer hier? Ruft die Knechte. Claude. Sie sollen es wagen, uns in den freien Bergen zu er- greifen, die Drei!" äöährettö fie so sprach, verklärte fich ihr ganzes Wesen im kühnen Muthe. Dre Brust hob fich kräftig unter der schweren dunkelbraunen Flechte des Haares, dre ihr über die Schulter gefallen war, ihr edles Geficht glühte, ihr Auge schoß Blrye auf den Fürsten, der in diesem Moment völlig geblendet von ihrer imposanten Schönheit stand. Aber gerade drestr Anblrck bestärkte ihn in seinem Entschluffe, und so wechselnd er auch in Laune und Stimmung war, ein frischer Muth belebte stets seine Brust: die Gefahr eines Kampfes mit ttner Ueberzahl der stärksten Schmiedeknechte reizte ihn eher, als fie rhn abgeschreckt hätte. »Dhut, wre ich befohlen habe!" tief er mit Hoheit. „Gnadrger pcrr, es möge Euch nie gereuen," erwidette Royan der Aufruf Jsaura'S schlug vergebens an sein Ohr, es lag ihm und all' den ehrlichen Hüttenleuten fem, fich mit ln. �and ihrem Landesherrn gegenüber zu üellkn. Stumm schickte er fich an, zu gehorchen, aoer Jsaura warf fich nun dem Dauphin zu Füßen und rief schluchzend: „Gnadigster Herr, laßt mich hier! Nicht in die dumpfen Mauem sperr! mich, aus denen ich kaum entronnen—" „Was höre ich?" sagte der Dauphin und bekreuzte fich mit frommem Abscheu:„Ihr seid aus dem Kloster entflohen, seid eine abtiünnige Nonne?" «Nein, nein!" rief fie heftig.„Ihr mißversteht mich- ,ch bm keine Nonne! O Gott, ich weiß ja nichts, ich darf ja nicht sprechen" „Steht auf," sagte der Dauphin.„Die Sache wird zu ernst, um noch wettere Rückficht zu gestatten- Alles läßt sich entschuldigen, für Vergehungen des Herzens bin ich mttd- aber wo die heilige Kirche detheiligt ist. da gilt mir keine Schonung. Es blerdt. wie ich befohlen habe bis fich Eure Zunge löst. Eure Geschichte aufklärt. Rüstet Euch schnell, nehmt mit Euch, was Euch deliebt- und seine Weisheit auszukramen. Aber dott, well von Berlin, itt Mühlheim, da sollte man doch meinen, existire Niemand, da es wagt, den Kampf mit dem großen Fortschrittshelden z» führen. Und nun sehen wir gar, daß die Mühlheimer noch schlechter find, als die Berliner; die letzteren wollen doch blos frei diskutirm, während die elfteren ohne Rückficht auf die Verdienste des großen Fottschrittsmanns ein „tpüstes" Geschrei erheben.— Da find wir Berliner doch bessere Menschen! Hoffentlich erkennt der Herr Richter dieses nun an und läßt in Zukunft sein Licht, welches die Mühlheimer nicht brennen ließen, den Berlinern frei und frank I leuchten. Es würde gewiß diejenigen erleuchten, welche heute noch dar- auf pochen, auch selbst dem Herrn Richter mit Worten ent» zu dürfen, fie würden gewiß aus dem Born sein» eisheit die Erkenntniß schöpfen: Schade um den„mutht- e n" Kämpfer, daß er so wenig Verständniß bei den liberale« jroßindustnellen und Epekulanten Mühlheims vorfand. Ja der That, diese Leute find schlecht erleuchtet, da fie noch nicht einmal begriffen haben, daß der Herr Richter der beste Ver- steter ihrer Interessen ist. Diese Geistesärmsten, fie sehe» und hören nicht, daß Herr Richter für ihren Kollegen, den Großfadrikanten Herrn von Eicken eintritt. Mehr kann doch der Zahmste der Zahmen, mehr kann selbst ein national- liberales Gemüth nicht verlangen. Da aber die Creme da Gesellschaft in Mühlheim das noch nicht begriffen hat, s» müssen wir annehmen, daß fie von der Kultur noch nicht b» leckt worden ist. K o k» i e s. Der Ausschuk der Etadtverordneten-Versammluns für die Magistrats-Vorlagc, betreffend die Errichtung eines neuen Feuerwehr-Depots in der östlichen Louisenstadt, hat Heu« das vorgeschlagene Grundstück neben der ersten Pumpstatio« in der Reichenbergetttraße besichtigt und beschloffen, dasselbe zu wählen. Zugleich wird der Ausschuß aber empfehlen, in dem zu errichtenden Gebäude auch noch ein Polizei-Reoier-Burea« unterzubringen. g. Die Gesundheits-Verhältnisse Berlins müssen gegen- wältig recht erfreuliche sein, wenigstens wird uns mitgetheill, daß hiefige Aerzte fich keineswegs befnedigend über das Be« dürfniß nach einem Arzt aussprechen. Diese Klagen gehe« aber nicht etwa von jungen Aerzten ohne Praxis aus, sonder« man hött fie von Medizinern, welche eine gute Kundschall haben und sonst stark konsultirt wurden. Nun, im Jnlereist unserer Mitmenschen ist ein Fottbestand der gegenwärnacu Gesundheitsverhältnisse nur zu wünschen.— Aehnliche Meldungen gehen uns aus den Berliner Sanitätswachen zu, wa- selbst ebenfalls die Hilfeleistung in einem verhältnißmäßig b«- schränkten Maße nachgesucht wird. Mit diesem Vcrhaltml wird aber auch der Beweis geliefert, daß die nächtlichen Exü'Ist auf den Straßen Berlins fich stark vermindett haben. -. Von den in der Breitestratze gepflanzten Li«»««' bäumen haben fichseinige derseiben trotz der sorgfältigen Pw3 nicht fortentwickelt, so daß fie ausgegraben und durch««"'> frische Lindenbäume ersetzt werden mußten. �. a. Heirathsschwindler. Einem Milchpächter vor»«« Landsberger Thor, welcher durch redliche Arbeit fich ein klcme Vermögen erspart hatte und nicht abgeneigt war eine pafsen Heirathspattie zu machen, wurde von zwei Handelsleuten� und T. eine Pattie mit einer jungen Dame offerirt. 2000 Thlr. Vermögen besäße. Der Heiratbsluftige erklärte n damit einverstanden, und er bewilligte auch oen beiden agenten für den Fall des Zustandekommens der Heirath' trovifion von 600 M. Die Agenten verlangten aber»u'1. icherheit von den Pächter ein Wechselaccept über 600 welches dies» auch ausstellte, wogegen die Agenten dem Pal» einen Revers ausstellten, wonach fie den Wechsel vordem � standekommen d» Ehe nicht weit» geben und im Fülle � Nichtzustandekommens der Ehe den Wechsel überhaupt« Einige Tage spät» ließ#*** Pächter unter dem Borgebcn- � 600 9% ick mehrere geltend machen wollten. W beiden Agenten von dem Paiyi» unier oem das nur mit dem Stammnamen des Pächters oerie � Accept ungültig sei, ein zweites Wechselaccept übet. ausstellen, wobei n ein Wechselformular, angeblico � erste Accept,«rtiß. Es vergingen mehrere M ohne daß die Agenten den Hnrathslustigen mit paffenden Braut zusammenbrachten, und eines Tages wurd � einem dem Milchpächter gänzlich fremden Kaufmann,»a.- nur mit dem Stammnamen des Pächters versehene-s"...fle Zahlung präsentitt. Der Agent hatte also nickt Accept, sondnn nur ein bedeutungsloses Formular Z" � und durch den beschriebenen Schwindel fich in den Bens � 2«ccepten üb» 600 M gesetzt. Der Pächter berief ll«« Wechselinhaber aegenübn auf den Revers, den die«tsp � Hajen Wechselinhaber R und T. ihm ausgestellt bitten... � n drang in der von dem anscheinend gutgläubigen � nt inHader gegen ihn erhobene Wechselklage mit diesem, nickt durch und» wurde zur Zahlung v»urtheilt.& »««Fr Projesj schwebte, kämm eines Tages die beiden ten R- u. T. zu dem Pächter und»suchten ihn um i D» Tu, Alt», komm' h», ich habe noch ein Paar Worte m allein zu sprechen.".._. Der Hammermeister trat mit dem Fürsten hinaus, � dieser ihm befahl. In der Stube weinten und jammen � Frauen, nur Jsaura hatte keine Thränen mehr�«rn> � .Z..1...... HZ gedachte, sprach auch d» He» von Fucignv heimlich m' Falkner, der fich nun seines gelungenen Werkes fr««"«: ia� ,�jch denke, diese Farben wirst Du wohl nicht mehr tragen, Crespin?" sagte d» Schatzmeister. y t)f „Lange wohl nicht mehr!" bestätigte der Falkner schmiytem Lächeln. ux» „Aber eine Weile noch!" sagte Fucigny.„Beden ich Dir gesagt habe."„ �scs* „Ja, ab» es ist für mich keineswegs geheuer, Crespin. «O, Deiner Schlauheit ann d» unbeholfen M nicht ankommen!" sagte Fucigny.„Durchschaut aber dennoch, knun so weißt Du ja, wo Du einen findest." 5 2%� Merkwürdig und nicht ebm schmeichelhaft tür»«��r>c» phin Humbett den Zweiten war es, daß die B gci™ »er Barone, die während sein» Abwesmbeit fast � �per? hatten, nach sein» Heimkehr mit verstärktem Hall« �tfeM gamren. Vielleicht lag dn Grund darin, daß die® �es» sten mit ihm auf dem abmteunlichen Zuge entfe a0j: waren, oder daß man bei einem Ritter- wie o �r«' Ä.ÄÜ? fest, daß die Fehden zwischen den Evelleuten»%«« erbe«" zunahmen und das ohnehin erschöpfte Land mtt � ATFsÄZKkÄ.'sAMi wind» eigennützige Adstchten Schuld. VO Mg eines Reverses, da sie fich des Inhalts deffeldcn nicht wehr erinnerten. Als der Pächter den Schein ihnen vorzeigte, M einer der Agenten den Schein an sich und entfernte sich wmit eilig. Auf die von dem Pächter bei der Staatsanwalt- Mst gemachte Anzeige, ist gegen die beiden Agenten das Strafverfahren wegen Betruges und Urkundenfälschung(Unter- Mckung) eingeleitet worden- Die eingeleiteten Ermittelungen Maben, daß die Agenten überhaupt lerne vermögenden Braut sur den Pächter in Aussicht hatten und daß sie ihm ein gänz- U vermögensloses Dienstmädchen als„reiche Braut" zuzu- whren versuchten. �. ... In Bezug auf den Ueberfall gegen den Stadt- �igteiinspektor v. H. ist heut auf die Requisition des Unter- tuchungsrichters eine dritte Person verhaftet worden, welche M Ueberfall und die Mißhandlung angestiftet hatte- Es ist n« der mehrfach wegen Beltelns und Pagabondirens bestrafte, "Jahr alte Franz Loske, welcher fich zusammen mit Braay und mit Ermelin in der Stadtvoigtei in Strafhaft befand �Ujdasilbst diese beiden zur Ausführung der That ange- D, e.,Ei«e kurze Ehe. Ein Mädchen, welches das erste «tMelhundert an Jahren überschritten hatte, dagegen sich emer '«Zimten Wirthschaft und auch eines mehrere Tausend Mark fugenden Baarvermögens erfteute, fühlte endlich das Be- ursniß sich„Frau" nennen zu lassen, und der Zufall war KI Merbei insofern günstig, als sie einen Heirathsvermrttler AM-l-rnte, der fich sofort bereit fand, dem Wunsche seiner «SN f Trauung vollzogen. Das Glück war aber nur Dauer. Der Ehegatte, welcher zwar einen Titel w.c 1""J das ja sehr häufig vorkommt— keine Mittel wo« J-, in seinen Hoffnungen auf eine gute Existenz �Moufcht und da er seine„junge Gattin" nicht dazu be- ...""l, konnte, Berlin zu verlassen und in einer Prooinzialstadt r wognen, woselbst fich ihm eine lohnende Stellung bot, auch Ko/ lecht unwillig über das immer mehr abnehmende s.. vermögen wurde, so war der eheliche Zwist in ganz kurzer nn taglicher Gast. Diesem naturgemäß unerquicklichen » e Frau während der Kit Lo!.!»"«Hill, �iezem nuiuizi NUN eines Tages die jung_ Gatten dadurch ein Ende, daß sie ihr mit- PcifiT r i Eigenthum in einen eiligst rcquirirten Möbelwagen «etfrfiml I"nd nun, für die ersten Tage wenigstens, spurlos wknm.'L®et über diesen Koup bei seiner Rückkehr nicht Irin??<> nte Ehegatte machte aber bald den Aufenthalt libn: ausfindig, und da sie sich den Abgesandten gegen- ' ,us.« weigerte, die nur wenige Wochen lange Ehe Uoop n,J0 strengte der Hintergangene Gatte Eheschcidungs- Der Ausgang dieses Prozesses ist aus der Thatsache totk i-&°or einigen Tagen bei einem hiesigen Justiz- der diesem veponirt gewesene Summe aus dem Ber- , verurthcllten Frau an deren Gatten zur Aus- M gelangte- die durchgehenden Zehnpfennig- Touren, welche «'dusgesellschaft versuchsweise eingerichtet hatte, haben Mtei.ki. ü Glider aufgehört- Es geschieht dies zum Theil im «ntcin,', Publikums, welches auf den Zehnpfennig- Linien ItIbs,.Ä mitkam, weil die Passagiere zu fest saßen unv lit Play machten, wenn sie auch nur bis zur nächsten N. Zu gehen hatten. der<Än,i bricht. Am 13. d- M.. Nachmittags, glitt der in »01 d,° �u>straße 35 wohnhafte Hutmacher Winzer, als er fich »ionn?- �aule Greifswalderstraße 4 mit dem Arbeiter Groß- �>',uud herzerrte, aus und brach das rechte Fußgelenk. tiiien N�stkben Zeit erlitt der Schlächtergesclle Behm dadurch der>i?�uch des rechten Unterschenkels, daß er an der Ecke iW nf,"' und Petcrsburgerstraße mit dem Stiefelabsätze in �vno Kb°hnschiene hängen blieb und zur Erde fiel. Der WrtAä�• U»ude nach dem städtischen Krankenhause im Unb-k„«? gebracht.— Am 14. d. M., Nachmittags, stürzte �»darns� r, etwa 30 Jahre alter Mann in dem Hause Wisi h?!?ftra*e H aus der 2- Etage die Treppen hinab und % Iitn„„,1? schwere Verletzungen am Kopfe, daß er bewußt- � än v obeb und nach der Charit� gebracht werden mußte «lofit JWUben Tage, Abends, wurde ein Mann in dem m," Bahnhofes Alexandcrplatz todt aufgefunden. Die Mukti?"?e zur Feststellung der Todesursache nach dem j�hause gebracht.— Um dieselbe Zeit wurde ein �uer Wohnung in der Schwedterstraße erhängt hiiß in Als Motiv zum Selbstmorde wird Lebensüber« volge anhaltender Krankheit angegeben. tz, Gerickts-Leitung. i" Nachspiel der während des Strikes in S beut» �fn Zinngitßerei stattgehabten Tumulte Wtt. vor der 93. Abtbeilung hiesigen Schöffengerichts '"'Kwl 17- und am 23. April er. fanden in der Großen i V.>*4 L Irl"< v« d■ w.«ii*#>.—*p t w.._ fX— I Anrnthen ihres Chefs sich mit alleryano S Ä- Die Strikenden. in der Zahl von etwa 70. ß in Arf,!!![�kdenen Lokalen in der Nähe der Fabrik bdi�nen üb- verbliebenen Kollegen auf und fielen bei ihrem «An. nr' stf her. um ste zum Niederlegen der Arbeit zu k,'letbinanh Ä�edachten Tage erhielten die Gebrüder Karl » �?Än Ä«: 4�"Bffübrpr Oy'®?1 �ungilte der Elftere bei allen Exzessen %%% hatte,. em vor acht Tagen anberaumt gewesenen Ö* die n«? 5,.�er Zeit mitgelheilt wurde, der Staats- �Ä-denzb:"�°"digreit des Gerichts beantragt, weil ein <° ung Namentlich sollte derselbe aus einer Ullrich geschloffen werden, daß es am Abend WL�cheidia» Z. I?er0e- Der Gerichtshof folgte aber der dafi i?i, Rechtsanwalt Freudenthal vertretenen Auf- % SJ, ßeTOalKn«,= mne Zusammenrottung und für ein gemein- b.j'Zkklallt��.Porgehen nichts erbracht sei; er verurtheilte >,°v,en~ lc bei den qu. Prügeleien auch ihre Schläge SC Äer'aeb�" gemeinschaftlicher Körperverletzung und «u«Lj 5n siegen die Gewerbe-Ordnung, und zwar , y zu einpr Marschalski zu vierzehn Tagen und KWmbrnam MMLSi-A? |t bef? �uhl und verlangte wegen einer Gelddif- MKZKZ noch daß sie dem Schutzmann Jaeger eine dahingehende Mit- theilung gemacht habe- Die Anklagebehörde nimmt zu Gunsten der Angeklagten an, daß sie fich bei dieser falschen Aussage nur einer Fahrlässigkeit schuldig gemacht habe. Die Anklage mußte daher wegen obiger beiden Vergehen gegen ste erhoben werden. Der Staatsanwalt erachtete die Strafthaten für der- artig schwer, daß er eine Gefängnißstrafe von 9 Monaten in Antrag brachte. Der Gerichtshof erachtete aber drei Monate Gefängniß für eine ausreichende Sühne. Ein Unglücksfall in Folge unbefugten nnd unbe- aufsichtigten Schautelns beschäftigte heute in der Strafsache gegen den Schaukelbaltcr Wilhelm August Ferdinand Schwendt wegen fahrläsfiger Körperverletzung und Uebertretung der Ge- werbspflicht die dritte Strafkammer hiefigcn Landgerichts I. Der Vater des Angeklagten hielt während des abgelaufenen Sommers in der Frankfurter Allee ein Caroussel und eine Doppelschaukel, deren Beaufsichtigung speziell dem Angeklagten übertragen war. Nach der polizeilichen Vorschrift müssen die Zugänge zum Schaukelstand durch zwei Ketten abgesperrt sein- Als am Nachmittage des 18. Juli der Angeklagte sich von dem Schaukelstand auf kurze Zeit entfernt hatte, begab fich der 7jährige Otto Höhne in denselben hinein und setzte die eine Schaukel in Bewegung. Bei dem Zurückkommen derselben erhielt er einen heftigen Schlag gegen den Kopf, durch den eine nicht unerheb- liche Verletzung der Stirnhaut erfolgte. Die Anklagebehörde legt nun dem Schwendt die Schuld an diesem Unglücksfall zur Last, weil er fich von dem Schaukelstand entfernt hatte, ohne die obere Kette des einen Zugangs zu schließen. Dadurch soll es nämlich dem Knaben möglich geworden sein, inden un- beaufsichtigten Stand hinein zu kommen. Nach Vernehmung von Be- und Entlastungszeugen, von denen Elftere bekunden, daß die obere Kette des Zugangs geöffnet war, während die Letzteren das Gegentheil aussagten, beantragte der Staatsan- malt, indem er ven Belastungszeugen Glauben schenkt, das Schuldig und 60 M. und 14 Tage Gefängniß. Der Gerichts- Hof erkannte aber auf Freisprechung des Angeklagten, da gleich- viel ob die Kette geschlossen war oder nicht, in der zeitweisen Entfernung des Angeklagten keine Fahrlässigkeit ent- halten sei. N. Ein Monstre-Fälschungs-Prozeß, der entschieden ganz Nord-Deutschland interesfiren oürfte, spielte fich, wie uns mitgetheilt wird, am letzten Montag vor der Strafkammer deS Landgerichts in Hanau ab. Hanau ist bekanntlich ein Haupt- ort für gemahlene Gewürze. Die dortige Firma W. Beyer Nachfolger hat seit ca. 2 Jahren Norddeutschland, speziell die ganze Gegend, Kassel, Straßburg, Nürnberg, Saarburg k. mit Pfeffer versorgt, der durchgehend gefälscht war. Derselbe ent- hielt nach dem Urtheil der 6 Sachverständigen, welche in ihren Aussagen absolut übereinstimmen, über 10—30 pCt. Palmkernmehl, Leguminosenstärke(Maismehl, Brod, Buchweizen- mehl zc.). Wie wichtig die Sache war, ergiebt fich, daß 100 bis 130 Ztr. Pfeffer gefälscht waren und zwar in starkem Maße. Die Fälschung war unabhängig von einander konstatirt von den zur Verhandlung von der Staatsanwaltschaft geladenen Sachverständigen: Dr. R. Kayser, Nürnberg. Dr. Fresenius, Frankfurt a. M., Dr. Paul Jeserich, Berlin, Professor Dietrich, Marburg, Dr. Amthor, Straßburg i. E., Dr. Marffon, Düffeldorf. AuS der Zahl und ven Wohnorten der Sachver- ständigen ergiebt fich die weite Verzweigung der Verfälschungen, die übrigens von den Angeklagten als usancemäßig zu ent- schuldigen versucht wurden. Die Anklage lautete auf Betrug, Nahrungsmittelverfälschung rc. Von ca. 40 untersuchten Proben war auch nicht eme unverfälscht, wie während des Termins ausgeführte Untersuchungen(von allen 6 Sachverständigen ausgeführt) ergaben. Alle Proben waren als reiner Pfeffer(gemahlen) verkauft und ist somit der Beweis geliefert. wie viele Fälschungen fabrikmäßig und im Großen, Zentner- weise betrieben werden. Es wurden 41 Zeugen vernommen, die sämmtlich den gefälschten Pfeffer bezogen hatten. Das Urtheil wird morgen nach den Plaidoyers ic. verkündet und werden wir dann Näheres dringen. Arbeiterbewegung. Wereiue und Versammlungen. Deutsch-freisinniges. Von Herrn A. Steindorff, Marien- straße 14, erhalten wir folgendes Schreiben: Am Dienstag Abend folgte ich der Einladung der Deutsch- Freistnnigen deS 5. Wahlkreises in Einbergs Saal, Echumannstr. 14 Die Einladung geschah durch Karten. Den Vortrag hielt der Anwalt der deutschen Genossenschaften Herr ReichstagSabg. Schenk, über die Aufgaben des zu wählenden Reichtages und die Steuer- fragen. Mit letzteren suchen dieselben Stimmenfang unter den minder Bemittelten und Arbeitern zu machen. Der Redner machte seine s mangelhaften RednertalentS wegen, einen ziemlich ungünstigen Eindruck, fo daß viele Zuhörer während des Vor- träges dm Saal verließen. Die wichtigsten Arbeiterfragen als Normalarbeitstag, Aufhebung der Frauen- und Kinderarbeit in den Fabriken, Einschränkung der Gefängnißarbeit, berührte der Redner absolut gar nicht. Ebensowenig war von einer pro- gresfioen Steuer noch von der Miethssteuer die Rede. Referent empfahl zum Schluß warm die Kandidatur Eugen Richters. Der Vorsitzende forderte die Anwesenden auf, falls ste Fragen an den Referenten hätten, d. h. aber nur solche zu Gunsten der Kandidatur Richters, diese zu stellen. Es meldete fich Niemand. Hierruf bat ich um das Wort und erklärte von vornherein, daß ich Gegner der Deutsch-Freifinnigm bin und ersuchte mich ruhig anzuhören. Kaum hatte ich diese Worte ausgesprochen, als der Vorfitzende erklärte, daß ich nicht mehr das Woit hätte, da nur solche Wähler eingeladen seien, welche die Kandidatur des Hrn. Eugen Richter unterstützen wollen. Diese Beschränkung der Rede- freiheit erzeugte ungeheuren Beifall bei dm Freistnnigen. Es wurde hierauf die Versammlung unter dm üblichen Hochs geschloffen. Nun batte ich mich kaum von meinem Platz erhoben, da ertöntm von verschiedenen Seiten Rufe, als Kaffer, Etöckerianer und weiter nicht wiederzugebende Schimpfwörter. Als ich mich weiter der Thüre näherte, da konntm es die Freiheitliebmdm nicht übers Herz bringen, mich ruhig meines Weges ziehen zu lassen, ich erhielt eine ganze Portion Rippenstöße und Fuß- tritte. Die Herren Freistnnigen, die Schwärmer für daS gleiche Recht für Alle, mußten zu guter letzt noch handgreiflich werden, und nur deshalb, weil ick als Gegner das Wort haben wollte. AuS vem Verhalten der Anwesendm kann ich schließen, daß ich wohl der einzige Anhänger der Arbeiterpartei in jener Ver« sammlung gewesen bin. Dies zur Charaktcrifirung der Deutsch« Freifinnigen. Gleichzeitig möchte ich jeden Ardetter warnen, nicht unter diese Art Menschen zu gehen, namentlich nicht, wenn er nicht von vornherein die Gewißheit hat, das Partei- genossen mit anwesend stnd, denn diese find unbedingt noth- wendig, um das Leben seines Kameraden gegen die maßlosen wilden Angriff der Herrn Freifinnigen zu schützen. Ich hatte zwar genügend das Verhalten jener Herrn gekannt, daß diese aber in so roher, brutaler Weise auftreten, habe ich leider an mir selbst erfahren müssen. Nun, so wünsche ich denn den Deutsch-Freifinnigm viel Glück, kein denkender Mensch wird fich jedoch an die Rockschöße solcher famosen Partei hängen.— A. Steindorff, Marimstr. 14. d Eine mtt polizeilicher Auflösung endende große Maurerversammlung fand anläßlich der polizellichen Aus- Weisung des Maurers Conrad am Dienstag Abend im Salon zum„Deutschen Kaiser", Lothringerstraße 37, statt und führte zu stüimischm Ovationen und Demonstrationen für den Aus- gewiesenen, die fich nach Auflösung deS Meetings noch lange Zeit in den angrenzenden Straßen fortsetzten und auf welche allein auch die erfolgte Auflösung zurückzuführen sein dürfte. Wie ein Lauffeuer hatte fich während des vorgestrigen Tages die Kunde von der neuesten polizeilichen Ausweisungsordre in den Kreisen der Berliner Maurer verbreitet, so daß es bei der Beliebtheit, deren fich der Ausgewiesene in den Kreisen seiner Gewcrlsgenoffen zu erfreuen hat, Niemanden Wunder nehmen konnte, wenn der Versammlungsabend ein bis auf den letzten Winkel gefülltes Lokal aufwies. Nach Eröffnung der Versamm- luna gegen 9 Uhr durch dm Vorfitzmden Herm Scheel wurde zunächst zur Ersatzwahl für die Verwaltungs Kommisfion des von der Maurergewerkschaft herausgegebenen„Bauhandwcrker" geschritten, der bisher auch Herr Conrad angehörte, und an Stelle des Letzteren Herr Älaurock gewählt, während die Wahl für den aus der Kommisston ausgeschiedenen Herrn Zwanzig auf Herrn Woecke fiel. Sodann erhielt Herr Conrad zum ersten Punkt der Tagesordnung:„Rechnungslegung über die von C. verwalteten gewerkschaftlichen Fonds, das Wort und entledigte fich dieser Aufgabe durch Uebergabe der betreffenden Dokumente, mit dem Hinzufügen, daß er mit gutem Gewissen die Verficherung ablegen könne, stets ehrlich und korrekt die ihm anvertrauten Gelder zur Wahrung gewerkschaftlichen Jnter- essen verwaltet und verwendet zu haben. Stets habe er die vom Gesetze gezogmen Grenzen streng eingehalten und niemals gewerkschaftliche und politische Bestrebungen in ungehöriger Weise mit einander vermischt. Auch sei zu keiner Zeit von irgmdwem, weder von Kollegen, noch von Behörden, ein der« artiger Vorwurf gegen ihn erhoben worden, abgesehen von einem einzigen, den Kollegen bekannten, bedauernswerlhen Falle, in wel- chem selbst ein schon ergrauter Kollege— vielleicht ohne es zu wollen oder ohne fich dessen bewußt zu sein— durch sein, wie auch erwiesen worden, ebenso grundloses als unbedachtes Gerede der Behörde Anlaß zu Mißdeutungen und zu daraus ge- schöpftem Verdachte gegeben habe, auf welchen, sicherem Ver- muthen nach, die jetzt erfolgte Ausweisung zurückzuführen sei. Das heilige Gelöbniß, so ungefähr schloß der Redner, welches er im Frühling dieses Jahres in einer großen Volksversamm- lung in der„alten Linde" abgelegt und demgemäß er stets und sein Leben lang der Ardertersache treu blerben werde und Niemand und Nichts vermögen solle, ihn ihrem Dienste zu entziehen, dieses Gelöbniß wiederhole er hier in der schweren Scheidestunde noch einmal ernst und feierlich vor allen seinen Freunden und Gewerksgenoffen- Frenetischer, mehrere Minutm anhaltender Beifall erhob fich bei diesen Worten, zugleich aber auch der überwachende Polizeilieutcnant, der, mit dem Helm sein Haupt bedeckend, die Versammlung, welche etwa eine Stunde gedauert hatte, auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes auflöste, während fast gleichzeitig der Vorfitzende sich beeilte, den Schluß der Versammlung zu proklamiren. Neuer Beifallssturm brauste durch das Haus, wie Ein Mann erhob fich die Versammlung und brachte endlose Hoch auf Conrad aus. Wiederholt forderte der überwachende Beamte zum Verlassen des Lokals auf und die zur Räumung desselben aufgebotene Polizeimannschast hatte nicht wenig Mühe, die er- regte Menge zum Fortgehen zu bewegen. Und als dann end- lich auf der Straße die immer zahlreicher fich ansammelnden Massen, anstatt fich auf Geheiß der Schutzleute nach verschie- denen Richtungen hin zu zerstreuen, unter immer wiederkehren- den Hochrufen auf Conrad beständig hin und her wogten, tauchte auch immer zahlreicher berittene Schutzmannschaft auf, welche mit nicht geringer Energie einschritt, eine große Anzahl von Siftirungen auf gut Glück vornahm und endlich nach ge- raumer Zeit die Lothnngerstraße wieder freimachte. Aber noch lange nachher hörte man auf dem Weinbergsweg und in der Kastanienallee die Hochrufe auf Konrad in die Nacht hinein ertönen. Der Verein zur Wahrung der materiellen Interesse« der Drechsler und Verufsgenossen hatte auf die Tages- Ordnung seiner am Montag abgehaltenen Versammlung die Punkte: 1. Geschäftliches, 2. Verschiedenes, gesetzt. Von den geschäftlichen Mittheilungen ist die Verlesung eines von dem Fachverein der Drechsler zu Liegnitz eingegangenen Schreibens zu erwähnen. Der vortige Fachoerein erklärt fich mit der Er- richtung eines Verbandes der deutschen DrechSler-Fackvereine einverstanden und hofft, daß die, von den Berliner Kollegen gegebene Anregung zur Gründung eines Verbandes, immer weitere Kreise unserer Kollegen durchdringe, um endlich ein Werk zu schaffen, welches die Interessen der Kollegen voll und ganz vertritt und Geltung verschafft. Im Weiteren wurde in dem Schreiben zur Warnung der Kollegen mitgetheilt, daß die Firma„Sachs und Präger zu Liegnitz" in der Fachzeitung der Dreckslergesellen mitderZuficherung> ines Wochen« Verdienstes von 30 Mark verlangt. Die Angabe dieses hohen Lohnes ist jedoch weiter nichts als ein Zugmittel, um Gesellen hierher zu locken, um durch ein starkes Angebot die Preise noch weiter herunter zu drücken. Der wirklich erzielte Lohn beträgt bei den besten Arbeitern in jener Fabrik 12—14 M. bei elf- stündiger Arbeitszeit. In Ver Dislusfion wurde das Schreiben der Liegnitzer Kollegen mit Freuden begrüßt, als ein weiteres Zeichen, daß der Weg, den der hiefige Verem beschritten, uns zum Ziele führt; in scharfen Worten wurde das Vorgehen jener oben genannten Fabrikanten einer Kritik unterzogen und ausgeführt, daß nur durch Veröffentlichung eines derartigen Vorgehens die Kollegen gewarnt werden können, auf derartige Sachen einzugehen.— Unter Verschiedenes wurde die Veran- staltung von Wanderversammlungen des Vereins angeregt und der Vorstand ersucht, das Nähere zu veranlassen. Sodann wurde der Vorstand beauftragt, zu der bevorstehenden Feier des dritten Stiftungefestes ein passendes Lokal zu miethen und der nächsten Versammlung behufs Veranlassung des Weiteren, Be« richt zu erstalten. Mit dem Hinweis, daß die freie zentralistrte Hilfskaffe der Drechsler(Sitz Hamburg) am 1. November ins Leben tritt, schließt der Vorsitzende mrt der Mittheilung, daß am 15. November in Kellers Gesellschaftssälen, Anvrcasstr. 24 zur Feier eines 50jährigen Gesellenjubiläums eine Festlichkeit stattfindet und dem Ersuchen, dort zahlreich zu erscheinen, die Versammlung. Eine von der Lohnkommisflon der Tischler etnbe-> rufene Versammlung der Klavierarbeiter fand am Montag Abend im Lokal Sanssouci statt, um fich über die Arbeits- einstellung der Bezieher in der Fabrik von Weidenslaufer zu erklären und Stellung zu nehmen. Herr Rödel referirte ein- gehend über den Stand der Angelegenheit. Er kam zu dem Schluß, daß nach der Unterredung mit dem Fabrikanten und Werkführer die Arbeitseinstellung eine gerechtfertigte sei. Des- halb sei es Pflicht eines jeden Klavierarbeiters, wenn er auch dem Fachverein seiner Branche angehört, mit der Gesammtheit zu marschiren und die Lohnkommisston zu unterstützen. ES würden Fabrikanten dann wohl die Lust vergeben, Abzüge zu machen. Sämmtliche Redner sprachen fich im Sinne des Re» ferenten aus, besonders bedauert ein bedeutender Führer der Klaviermacher, daß er imßfSommer nock von der Lohn- bewegung adgerathcn hätte, an den Unterstützungsfonds der Tischler zu zahlen, und ersuche er alle Kollegen, da er ein anderes Bild von der Thätigleit der Kommisflon bekommen hätte, jetzt wieder weiter nach Kräften zum Unterstützungsfonds der Tischler zu zahlen. Hierauf wurde folgende Resolution angenommen: Die heut im Konzerthaus Sanssouci tagende Versammlung der Klavierarbeiter erklärt die Arbeitsnieder- legung der Bezieher der Weidenslaufer'schen Fabrik voll und ganz als gerechtfertigt, die Versammelten erwarten von dem Solidaritätsaefühl dir Kollegen, daß momentan Keiner in msa l. Die freie Vereinigung der Graveure, Ciseleure und Berufsgenossen hielt am Montag, den 13. Oktober, im Lokale Annenstraße 16 eine zahlreich besuchte Mitgliederver- sammlung ab, in welcher der 2. Vorsitzende Herr Guttmann über die Stellung der Berufsgenossen zur projektirten Orts- kasse referirte. Im Anschluß an eine Darstellung der vorhan- denen Raffen resümirte sich Referent dahin, daß die organi- satorischcn und materiellen Verhältnisse in der Ortskasse sich sehr lompllziren würden. Die Zugrundelegung des ortsüb- lichen Tagelohncs der Berufskasse— konsequent durchgeführt bedinge, da dieser sich nach Angebot und Nachfrage regele, eine Schwankung in den Unterstützungen und eine periodisch sich wiederholende statistische Feststellung desselben. Sowohl die Beitragspflicht wie die Meldeftist der Arbeitgeber würden wahrscheinlich auf den Arbestnehmer abgewälzt werden. Die- jenigen Elemente, die der Schmeicheln und Mantelftägerei fähig find, würden die Korporation der Arbeitgeber in der Generalversammlung und im Vorstande nicht unbenutzt lassen. Bei der im Gewerbe herrschenden Desorganisation sei die Erschwerung des Austrittes nicht gerechtfertigt. Die Ver- Hindun g der Graveure, Ciseleure mit Stercotypeuren und Ar- bester in Schriftgießereien würde, wegen der Bleigefahr bei Letzteren, eine Ungleichheit der Leistungen hervorrufen. Diese gehören zur Buchdruckerkasse, in welcher sie ihre Jntreffen am Besten vertreten könnten. Uebrigens aber wäre— wie Referent unter dem Beifall der Versammlung betonte— die fachgewerbliche Vertretung, die„Freie Vereinigung" wohl die kom- petenste Instanz, welche eine direkte Mittheilung sestens des Magistrats erwarten konnte, wenn die Betheiligten— wie es im Gesetz heißt— Gelegenheit zu einer Acußeiung gegebe werden soll. Im Uedrigen möge jeder Kollege seiner Ueber zeugung gemäß sich ferner auch versichern, wo er wolle; n i e und nimmer aber merde eine lokale Kasse, welche den größten Theil der Kollegenschaft ausschließt, denjenigen Werth und Nutzen für die Gesammtheit haben können wie eine über Deutschland verbreitete freie Hilfskasse nach dem Gesetz vom Jahre 1876. Als solche erkenne Referent die nationale Kran- ken- und Sterbekasse der deutschen Gold- und Silber- schmiede. Graveure, Ciseleure, Juveliere, Feinmechaniker>e. an. Dieselbe zähle 50 Mitgliedschaften mit ca. 3200 Mitgliedern nach erst 6 jährigem Bestehen und rechtfertige alle Anforderungen an die Solidarität, Selbswerwallung und Leistungsfähigkeit. Mit einem„prüfet Alles und behaltet das Beste" schloß der einstündige Vortrag. In der Diskussion empfahl Herr Schmidt die Ortskasse des„geselligen Vereins." Von den sachlichen Ausführungen des Referenten wurde nur von einem Redner die Abwälzung der Arbeitgeberbeiträgc be- stritten,„im Prinzip" aber sei er auch für die nationale Kasse. Eine beweiskräftige Illustration für die humane Wirksamkeit der zentral. Kasse bildeten die mitgetheilten Thatsachen sestens des Vorfitzenden der hiesigen Mitgliedschaft, Herrn Hostkamp. Tie Annahme einer Resolution, wie sonstige Schrstte, behielt sich der Verein bis zur nächsten Sitzung am Montag, den 27. Ostober vor. m Oranienburg. Eine von 300 Wählern desuchte Versammlung fand am Sonntag Nachmittag 3 Uhr Hierselbst statt. Der Kandidat der Arbeiterpartei, Schuhmachermeister Arndt, hielt in einstündiger Rede seine Kandidatenrede zum Reichstag Trotzdem verschiedene Redner anderer Parteien anwesend waren, so meldete sich von denselben Niemand zum Wort und schließ- lich wurde folgende Resolution mit großer Majorität angenommen: Die heute tagende Wähler-Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten vollständig einverstanden und verspricht, mit allen Mitteln für die Wahl des Arbester- Kandidaten einzutreten. Eine groste Versammlung des 2. Reichstaaswahl» kreises findet Freitag den 17. Ostober, Abends 8 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77—79, statt. Hierzu find alle Wähler des 2. Berliner Reichstagswahlkreises fteund- lichst eingeladen. Die Arbeitseinstellung bei Gast und Brock, hat die Kommission der Tischler veranlaßt zu heute Abend 8'/, Uhr eine Versammlung der Tischler(Bautischler hauptsächlich) ein- zuberufen. Dieselbe findet im Rothacker's Lokal, Belle-Alliance- straße Nr. 5 statt. Die Zeichnungen und Risse der Sub- misstonsarbeit, um die es sich handelt, werden zur Stelle sein. Der Fachverein der Metallarbeiter in Gas-, Wasser- und Damvfarmaturen findet am Sonnabend den 18. Oklbr., Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Teichert, Neue Grün- straße 32, statt. T-- O.: 1. Vortrag des Herrn I. Müller über Orts- und Hilfskassen. 2. Diskussion. 3. Innere Ange- lcgenheiten. 4. Verschiedenes und Fragelasten.— Zahlreiches Erscheinen ist nothwendig. Der Arbeiter-Bezirksverein v. 15. und 20. Kommunal Wahlbezirk hält heute, Donnerstag, Abend 80, Uhr in Wohlhaupts Salon, Manteuffelstr. 9, seine ordentliche General- Versammlung ab. Tagesordnung siehe Inserat. Der Verein der freien Vereinigung der Vergolder und Fachgenossen hält seine Monats-Versammlung 20. v. M, Abends 8S Uhr, in Sckcffer's Salon, Jnselstr. 10, ab. In derselben Versammlung findet die Ausgabe der Billeis zudem am 25. Ostober bei Scheffer's stattfindenden Kränzchen des Vereins statt. Gäste willkommen. Uermiscktes. Der Befähigungsnachweis für Faschingskrapfen. Die seit Einführung des neuen Gewerbegesctzes in Wien ent- standenen Streitigkeiten zwischen den einzelnen Gewerbe- dranchen über die Berechtigung zur Erzeugung oder zum Ver- kaufe bestimmter Artikel find bekanntlich Legion, und es traten da Fleischselcher gegen Fleischhauer, Fleischhauer gegen Aus- schroter, Ausschroter gegen Darmhänvler, Parapluiemacher gegen Regenschirmfabrikanten, Knopfmacher gegen Beindrechsler, Fischhändler gegen Telikateffenhändler, Schlosser gegen Eisen- trödler, Chokolademacher gegm Gemischtwaarenhändler, Brannt- weinverschleißer gegen Greißler, Matratzcnmacher gegen Bett- waaren-Erzeuger, Huterer gegm Kappenmacher, Bandagisten gegen Handschubmacher, Parfumeure gegen Friseure u. s. w. rn die Arena. Bei der nun aufgelösten niederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer erliegen Hunderte von Ein- Sabm, die sich auf Gewerbe- Kompetenzen beziehm und jetzt lr lange Zeit unerledigt bleibm werden. Als ein wahrhaft charakteristisches Beispiel für die Strestiakeiten innerhalb der Gewerbebranchen kann der nachstehende Fall gelten. In einem der westlichen Bezirke hat ein Bäcker einen neuen Gewölbsschild ausgehängt, auf welchem in sauberer Schrift die im Laden zu verschleißendm Gebäcksartikel verzeichnet find. Darunter steht geschrieben:„Zur Saison Faschingskrapfen". Diese Anlündi- gung erregte das Mißfallen von zwei in derselben Gasse etab- lirten Gewerbetreibenden, von denen einer Mandolettibäcker, der andere Zuckerbäcker ist. Jeder der beiden Herren behauptet auf Grund des neuen Gewerbegesetzes, das ausschließliche Recht für die Erzeugung von Faschingskrapfm zu besitzen, beide zu- sammen sprachen mit größter Entschiedenheit dem Bäcker das Recht ab, Faschingskrapfen zu erzeugen und zu verkaufen. Nun bat sich in Folge dieses komplizirten Falles der nachstehende Notmwechsel entsponnen: Erste Eingabe: Mandolettibäcker und Zuckerbäcker richten eine gemeinschafttiche Eingabe an die Gewerbehörde, dem Bäcker die Erzeugung von Faschingskrapfen, zu der er gmiäß des Gewerbegesetzes nicht befugt sei, zu untersagen. Zweite Eingabe. Der Mandolettibäcker behaubtet in einer (eparaten Eingabe, daß nur er zur Erzeugung von Faschings- lrapfm berechtigt sei, denn diese Krapfen werden mit Germ und Zucker angefertigt, während der Zuckerbäcker nickt berech- tigt sei, Erzeugnisse, deren Anfertigung Germ erfordern, herzu- stellen. Dritte Eingabe. Der Zuckerdäcker erklärt die Eingabe des Mandolettibäckers für null und nichtig und giebt an, daß er zur Anfertigung seiner Krapfen gar keine Germ, sondem wj lcnsaures Salz verwende, daher die Berufung des Gegners™ das Gewerbegesetz haltlos sei. � Vierte Eingabe. Der Mandolettibäcker ersucht, daß Grund der Erössnung des Gegners das Etadtphyfikat gegm den Zuckerbäcker wegen der Verwendung von kohlensaun Salze strafweise einschreiten möge._., Fünfte Eingabe. Der Zuckerbäcker verwahrt sim M das Einschreiten des Stadtphyfikats und detont, daß er diso noch keine Faschingskrapfen mit kohlensaurem Salz«M haben konnte, da ja noch nicht die Krapfen-Saison erngeu tm sei. t Sechste Eingabe. Der Mandolettibäcker und der 3" bäcker weisen in einer gemeinschaftlichen Eingabe daraus 0. daß der Bäcker, im Falle demselben die Erzeugung von krapfen zugestanden würde, zu verhalten sei, hierfür den fähigungsnachweis zu erbringen. Ueber dies: Eingaben soll nun die Handels- und kammer entscheiden. Eine originelle Brautwerbung, die am letzten San ihren glücklichen Abschluß vor dem Altar fand, ist in Pt. bürg, wie der„Petersb. Listok" mittheilt, vor ungefähr s' Monaten vorgekommen. Der Held derselben ist ein besaeu. junger Mann, Konstantin L... skin, der erst vor Kurze ein dortiges Privatgeschäft eingetreten war und daher«ot eine höchst geringe Gage bezog. Eines Abends etwaS> ß Dame, rn welchem er dringend gebeten ward, am ariv"" bei ihr zu erscheinen. Nach einigem Zaudern entschuexi auch zu dem Besuch. Wie groß ist aber gleichzeiW K}. g staunen und seine Verlegenheit, als ihm die Dame,®ch zum ersten Male sah, nach dm üblichen Begrüßmrgsph mit den Worten anredet:„Sagen Sie mir offen,'st 09 noch frei?" Ehe der junge Mann noch zur Besinnung s � men war, hatte ihm die Dame durch ihr liebenswurd'S � vertrauenerweckendes Wesen bereits die Antwort eMio», 7 er vollkommen ftei sei.„Sehen Sie", sagte sie'H® � „ich habe ein einziges Kind, das ich über alles lrebe, un meine Tochter ist in Sie verliebt. Sie siebt Ere von � Fmster aus jeden Tag in den Dienst gehen, hat Ihren � erfahren, kennt Ihre Stellung, die Meinung Ihrer.'!, über Sie und liebt Sie, das weiß ich aus ihrem Mun richtig." Nack diesen Worten stellte die Mutter dem jungen Mann vor, dem sie vom ersten Augen gefiel, und noch an demselben Tage fand die Verlobung � L..- skin ist jetzt nicht nur glücklicher Ehemann, I durch seine Frau auch Inhaber mehrerer Häuser. Ein Teppich, dessen Werth sich in fünf Jahren facht, dürste zu dm Seltenheiten gehören; dock'st wie eine Notiz der„B. B. Ztg." desagt, vor wenigen p in San Francisco verbrannt worden. Er hatte> Jahren den Fußboden der dortigen Münze bedeckt un � dem man ihn jeden Tag sorgfältig fegte, ergab dow i Verbrennung, welche, nachdem der Teppich zerstu»' ptf war, in Retorten geschah, das herausschmelzende w® Werth von 3509 Dollars. Arieskasten der Deduktion. L. Th. Wir würden Ihnen dazu nicht rathen. deren Fragen bitten wir zu wiederholen. Die Anfrage an unsere geschätzten Abonnenten! � die Adresse des Berliner Vertreters der Lneuba ßC ct � ri*.» c>.i.'»__ t ti% ylßilvW1 uic Adresse ve»«einnri-llerireiers o» schriedenen Hilfskasse für Fabrikarbeiterinnen f Best» lin eine eingeschriebene Hilfskasse für Photograpocn■ g# R. St. Steglitz. Soviel wir wissen im Akademie zu Everswalde., ,, 2$ W. R. Eine Strophe besteht aus Versen,* Hatten wir Gründe. Theater. Königliches OvernhauS: Donnerstag: 205. Vorstellung. Die Königin von Saba. Königliches Schauspielhaus: Donnerstag: 208. Vorstellung. Die Frau ohne Geist._ Deutsches Theater: Donnerstag: Die große Glocke._ vellealltanee-Theater: Donnerstag: 18. Gastspiel der Königl. Hofschauspielerin Fran- ziska Ellmenreich. Auf allgemeines Verlangen: Bürger- lich und Romantisch. Lustspiel in 4 Akten von E. Bauernfeld._ Neues Friedrich-Wilhelmstädtisches Theater: Donnerstag= Gasparone.__ Walhalla-Operetten-Theater: Donnerstag: Rofina-_ Oftend-Theater: Donnerstag: Zum 2 Male: Ein Vampyr, Sensattons-Drama in 3 Akten und 5 Bildern nach dem aleichnamiam Roman im Berliner Lokal-Anzeiger von Alfred Eeefeld und Carl Werxel._ Eentral-Theater: Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad- Emst. Donnerstag: Vorletzte Woche: Jäger- Liebchen. Gesangspoffe. in 4 Akten von L. Treptow; Couplets u. OuodlrbetS v G- Görß. Musik von G. Steffens. Kassen- Eröffnung 6'/, Uhr, Anfang der Vorstellung 7'/, Uhr.__ liouiseustädttsches Theater: Direktion: Josef Firmans. Donnerstag: Zum 31. Male: Robert und Bertram. Mit neuen Einlagen. Anfang des Concertes 6 Uhr. Der Vor- _ stellung 7'A Uhr.____ Viktoria-Theater. Donnerstag: Excelfior._ Residenz-Theater; Direktion: A. Anno, Blumenstraße 9. Donnerstag; Zum 34. Male; Die Sirene.(La Flamboyante.) Vorher: Der erste April._ Wallner-Theater: Tonnerstag: Der Raub der Eabinerinnen. Alhmbra- Theater. Wallnertheaterstraße 15. Doauerftaß. den 1k. Ottober: Das Milchmädchen von Schoneberg. Volksstück mit Gesang in 3 Akten und 7 Bildern von M. Manstädt. Anfang 7'!. Uhr.— Morgen dieselbe Vorstellung. ArktiLK»nrkt. Ich suche tüchtige Rockarbeiter, sowie einen tüchtigen Arbeiter auf Tag. Hans Petz, Schnerdermelster. 1046] Zimmerstraße 48 a. Im 6. Reichstagswahlkreis verkauft gute Cigarren, Ctgarette«. Nordh. Priem-Tabak und Rauch-Tabak die Cigarrenfadrik von M. Bernstein, Eichendorssttaße Nr. 13, 913 vis-a-vis dem Stettiner Bahnhofe. Große öffentliche 1032 Wghler-IZerggmmlllng des 4. Berliner Reichstags-Wahlkreises Donnerstag, den 16. Ottober. Abends 8'/, Uhr: Große Wähler- Versammlung im Neustädter Volt»- garten, Proskauerstraße, Ecke Frankfurter Allee. Taaes-Ordnung: Vorttag des Stadtverordneten Herrn Paul Singer. K Pflicht eines jeden Wählers ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Todes-Anzeige. Am Montag den 13. Oktober, Abends'/,8 Uhr, verstarb unser Mitglied, der Zimmermann J. Sterz. Die Beerdigung findet heute. Donnerstag den 16. Oktober, Nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause, Friedens- straße 52 aus nach dem Hedwigskirchhofe(Weißenseej statt. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu er- scheinen, um dem treuen Genossen die letzte Ehre zu erweisen-[1070 Der Borftand des Arbeiter- Bezirks- Vereins im Osten. __ Der Einberufer.| 2. Reichslitgs-Wahlkreis. Große Wähler-Versammlung Freitag, den 17. Ottober. Abends 8 Uhr. in Gratwetl'« Hierhallen. Kommandantenstraße 77—79. Tage« Ordnung: Die deutsch- freifinnige Partei. Referent: Wilhelm Liefländer. Alle Wähler des 2. Wahlkreises ohne Unterschied der Partei find freundlichst eingeladen. Freie Diskusston. 1048] Der Etnberufer. Arbeiter-Bezirksverein v. 15. u. 20, Communal- W ahlbezirk Generalversammlung am 16. Oktober. AbendS 6>,s Uhr, in Woblhaupt'S Salon Manteuffelstr. 9. Tagesordnung: Geschäftliches. Kassenbericht. Vortrag des Stadtv. Herrn Fritz G ö r ck i. Verschiedenes Fragekasten. Die Mitglieder find verpflichtet, in dieser Versammluna n. Die Statutenbücher find den Kontroleuren vor- zu erscheinen zuzeigen [1038] Ter Vorstand. Meinen Freunden und Bekannten empfehle mein Weiss- unä Pamlcll Dier-Kokal. Gustav Henning, 1050] Waldemarstraße 23, Destillation. Teppirbe Wir haben eine große Auswahl Teppiche kaufen große Sopha�eppiche, Germanw Teppiche in sehr hübschen Fardenstellungen- � zg, 7,50 Mark. Taoestrie-, Brüssel', Plüsch'TepP� 14. 16, 18 u. 20 Mark. �..„J, gO Große Salon-Teppiche 18, 20, 2o un Mark. Echte Tournay'Velvet inall-nGr» das Allerhaltdarste, zu billigen Preisen. Tischdecken..... Manillu-Tischdccken mit Fronjen 2,-(g# T'schdecken mit Schnur u Quasten 3, 8,50, � lin-Tischdecken 5, 6, 7 M.. Gobelin- gßf Schnur und Quasten 7,50, 9, 10, 12 Marl Tischdecken 4,50, 6, 7,50, 9 Mark. Gardinen._ � Weiße Zwirnaardinen, Meter 50,�60 ,& schwere Double-Zwirn Gardinen. Meter'5 WKMtt.Ä Sfiofe*« nen und Manilla-Porticrenstoffe m't Bord Franzen. Meter 75, 90 Pf.. 1 Mark.* Sielmann,& RosenW 1013] Kommandantenstr., Ecke Lindenstr. Abfälle ÄftÄ: F. Ouednow, W'-nr � 0 30 Die Nr. 9 der humoristischen Blätter, Der wahre I---? Ii ist erschienen und in der Exped. d.„Beel. Schlafstelle f. einen Herrn Eaarbrückerstt. 12� Grosse Strickgarn' Stnunpfwaaren-Fat�' 1. Lager: Oranien straße 1% Alexanderplatz 69. JnvalidenstraßeN-' Tranienstraße% � 2. 3. 4. t und Qualttäten von 2. F I empfiehlt Strick- mmmm größter Auswahl. s Aun Verantwortticher Redacteur R. Tronhei« in Berlin. Druck und Verlag von Wt«x Badtng in Bnitn SW., Brathfuj�TT" Htert« et* Mim Dolkslilötl St. 166. Donnerstag, de» 16. Oktober 1884. 1. Jahrgang. Versammlung freien Krankenkassen Deutschlands»« Berlin den 12. Oktober 1884, Vormittags 10 Uhr, in der„Philharmonie", Berndurgerstraße 22-. (Nachdruck verboten.) Sb.�tn Vorsitzende eröffnet die Diskussion "°'r Punkt m der Tagesordnung. 5 er- B e r l i n, dem das Wort erthnlt wird, ver- »ietzt, da er sich zu Punkt i und u gemeldet habe. SntAT.c �iag Sabg. Büchtemann plaidirt für engen lanNä"per oder doch vieler freier Krankenlassen Deutsch- � an einander durch Kartcllverbände. Redner ist der An- 46,�° namentlich die lleineren Kassen fich eng an die größeren � Er bittet in der Dislusston diese Frage recht »�end zu erörtern. insUb�lautet � ein �ntra0 beim Vorfitzenden eingelaufen. '/pie heutige Versammlung freier deutscher Hilfskassen wolle beschließen: Hinficht darauf, daß im Königreich Sachsen bereits ttn Verband von Kranken-Unterstützung s« en besteht, mst dem Ziele, denselben möglichst auf's °tutsche Reich auszudehnen— erklärt fich die Versamm- >m Prinzip der Ausdehnung desselben auf's deutsche | 2. einverstanden. Sßählt die heutige Versammlung zur Durchführung der Vorarbeiten und Organisation eine aus 9 Mitgliedern bestehende Kommisfion, deren Mitglieder möglichst in baben��� Theilen Deutschlands ihren Wohnsitz dieselbe ihre Verhandlungen und Beschlüsse in 5� schon bestehenden Fachblatte des sächstschen Verban- /V /.Correspondent". zu publiziren." Wung-DreSden, Schcps-Leipzig, Hauswaldt-Dresden.) kidem tf,at1n dt-Hamburg konstatirt, daß die Hamburger Be- Mn f.f. ioyal und entgegenkommend gegenüber denKranken- Ijta(.i""1' Redner ist dann der Anficht, daß es heute mit Vorgehen zu spät sei, das Komitee hätte längst eine � miung einberufen müssen. sinez q/. lein- Wandsbcck glaubt, daß durch die Aufnahme in die Statuten, daß Freizügigkeit ohne mtere«.> des Atters unter den Kassen zuläsfig sei, das öer Kassm, resp. deren Mitglieder am besten gewahrt -Berlin wundert fich, daß Dr. Hirsch jetzt auf il-fsen Unterschied zwischen den verschiedenen freien ifcjs r' nun Holland in Roth sei, wende er sich an die ?Nnem J sehr verpönten Zentralkassen, obgleich diese von Hirsch, re* Segriffen worden find, als von dem Herrn Dr. -°ttWi erst vor Kurzem von dem Zentralrath der Ge- � Vo rk!„" ein Zirkular erlassen, worin---" - ätzender:„Ich muß den Redner bitten, zur wrechen." U um a�Jn:"3ch svreche vollkommen zur Sache, es handelt �ältnin � ertrüge und da ist es nothwendrg, daß das der verschiedenen Kassen zu einander beleuchtet in dem Zirkular: ivfehlen."— Redr iten Angriffe auf i„-»mc T5 unt fahrt dann fort.„V.»»— �iiai.Lesvrochen und in dem Flugblatt wird uns Un- a�öe.worfen, ja unsere Kassen werden für bankerott *vm f— i». T\ r. i-f j. SFiää S»rs IV"H ,?sQfffn! nur dann kann von.einem Kartelloerband _ laCnV,et Ä erklärt fich für Kartellverhältniffe. mmm Muschelgeld. UMMUZZI lledener Der % i,, . S KÄ M Si ..............- Sflf 4 und �1!®nsabl größerer Muscheln unterhalb des UÄT f SIEäII ' OT.a alcicö einem 'zwei"Dollars. Der Standard der Länge.eines ManneSarmeS. WUWZZx fL.,fn ,ne nur noch einige Wampumgürtcl ' All##*/+>*« Meiner Anficht nach hat das Komitee nicht voll und ganz seine Pflicht gethan." D e i s i n g e r-Hamburg:„Es ist dem Komitee der Vorwurf gemacht worden, daß es keine Vorschläge gemacht habe. Ich kann dem Komttee keine Vorwürfe machen, weil dasselbe auf dem Standpunkt des laissez faire, laissei aller steht, von diesem Standpunkt aus hat dasselbe richtig gehandelt.— Wir leben in einer Zeit, wo alleS der Zentralisation zuneigt, so in den wirthschaftlichen Verhältnissen, so bei den Krankenkassen. Die kolossale Anzahl von Kassen muß aufhören, die kleineren müssen in den größeren lebensfähigeren aufgehen. Dann müssen ferner die gegensettigen Verleumdungen aufhören; uns darf nur das eine Ziel leiten: Versicherung derAr- beiter gegen Krankheit. Wenn nur Freizügigkett erreicht werden soll, ist ein Kar- tellverband nicht nöthig, es würde eine statuelle Bestimmung genügen, die den ausscheidenden resp. nach auswärts verziehen- den Mitgliedern das Recht gicbt, nach Legitimation einer an- deren freien Kasse anzugehören.— Die meisten der vorgebrach- ten Beschwerden bezogen fich auf die von Behörden erhobenen Schwierigkeiten, dagegen schützt auch kein Kartellverband. Des- halb stehe ich auf dem Standpunkt, daß, wenn wir durch unser heutiges Hiersein nur erreichen, daß sich die verschiedenen freien Kassen sich nicht mehr gegenseitig beschuldigen, dann haben wir fürheute gen.ug erreicht. Feurig- Dresden:„Wir wollen das Kartellverhältniß nicht soweit treiben, daß die großen Kassm die kleinen unter- stützen sollm. Aber es existtren doch L o k a l k a s s e n, die viele Mitglieder habm, und da wäre das Kartellverhältniß am Platze. Auch die nationalen Kassen habm nicht überall Filialen, deshalb wollen wir uns vereinigen, es wird gute Folgen habm. Der Vorsttzende verliest eine inzwischen eingelaufene Resolution. Dieselbe lautet: „In Erwägung, daß die Thätigkeit des Komitce'S für freie Hilfskassen in Berlin, fich nur darauf beschränkt hat, dmjmigen Krankenkassen-Vorständen hilfreiche Hand zu leisten, welche mit Umänderung ihrer Statuten nach Vorschrift des Krankenkaffm-Gesetzes nicht zu Wege kommen konnten; in fernerer Erwägung, daß die Einladung der Versammlung bei den Mitgliedern der freim Kassen Deutschlands dm Glauben erwerben mußte, als handle es fich in derselben um außerordentliche Vorschläge zum Schutz der freien Hilfskaffen, welche zu unterstützen die Pflicht aller Krankenkassen-Vorstände wäre und in weiterer Erwägung daß in der gedachten Rich- tung settens des Komitees nichts geschehen ist, vielmehr den Anschein hat, als handle es fich um eine Reklame zu Gunsten einer politischen Partei und in endlicher Erwägung, daß durch wettere Ver- handlungm für die freien Hilfokaffen Ersprießliches nicht zu Tage gefördert werden kann, beschließt die heutige Versammlung: daß die Erhaltung der freien Hilfskaffen nur durch Ab- änderung verschiedener Paragraphen(z. B. 7 und 75) des KrankenkaffengesetzeS über die eingeschriebmen Hilfs- kassm, gesichert werden kann und wählt eine Kommisston von 5 Personen, welche Anträge auf Abänderung der beregten Gesetze formuliren und diese Anträge dann den- jenigen ReichstagSmitglieder» übermitteln, welche seit Jahren im Reichstage für die Besserung der Arbeiter eingetreten find." (Köhler. Folgm noch zahlreiche Unterschriften.) Ferner ist folgender Antrag eingegangen: „Die heutige Versammlung wolle beschließen, 9 Personen zur Gründung eines VervandeS der deutschen Kranken- lassen zu wählen, und dieselben beauftragen, nach Rege- lung der Vorarbeiten einen Verbandstag einzube« berufen."— Die Kommisfion will Antragsteller, im Ge- gensatz zu dem Feurig'schen Antrage, aus Berliner Krankmkassen-Vertretern zusammengesetzt wissen. (H i n tz e.) GeschäftSleiter der im uns ________...„ � luftreten unsererseits bürgt dafür, daß wir lede Politik vermeiden wollen, deshalb habm wir auch keine Vorschläge gemacht, sondern Geschlecht forterbten, denn fle bilden eine Art von Doku- mmten, welche nur von den Medizinmännern verstanden werden. Die Schrift wird gebildet aus Figuren von kleinen Muscheln im Zusammmhange mit Farbenzusammmstellungen. Früher hatten diese WampumS noch den anderen Zweck als Tauschmittel zu dienen und selbst die ersten Anfiedler Neu- Englands machten in diesem Sinne Gebrauch von ihnen, weil es ihnen an anderm Werthmeffem fehlte. Es ist uns die interessante Aufzeichnung eines puritanischen Predigers aus dem Jahre 1670 erhalten, in welcher er klagt, daß ihm ein Gehalt von 160 Lstr. in Naturalien bewilligt worden sei, er aber schließlich mit 120 Lstr. in baarem Gelde habe ahstehen müssen. Erläuternd fügt er hinzu: unter baarem Gelde ver- stände er Biberfelle, schwarzen und weißen Wampum. Es ist auffallend, daß die Indianer zur Herstellung ihres GeldeS gemeine, zahlreich vorhandene Muscheln verwandten. Wer durch die Markthalle New- Dorfs geht, findet fic in Haufm aufgestapelt, unter dem Namen hard shell dam, und in Boston, wo man fit gu-hog nennt, kann er fie ebenfalls als gewöhnlichen Verkaufsartikel finden. Freilich erforderte die Herstellung des GeldeS eine Geschicklichkeit, die nur Wmige besaßen und dadurch wurde die Gemeinheit der Muschel und die Leichtigkeit ihrer Beschaffung aufgewogen. Mercenaria violacea wird fie DON dm Zoologen genannt und nur ihre tiefviolettm Ränder, die von dem scheinenden Weiß der übrigm Theile scharf abstechen, wurden zu Geld verschnitten. Da» war der schwarze Wampum. AuS den Angeln einer anderen Muschelschale(Pjrrula) wurde der weiße Wampun an- gefertigt. Südlicher, als die Vereinigten Staaten, scheint daS Muschclgeld niemals vorgedrungm zu sein, waS fich wohl durch die Kmntniß der Gewinnung von Metallen erklärt, welche die Bewohner des heutigm Mexiko's und Guatemala's schon sehr früh besaßm. Gewiß war es nur der Mangel an Me- tollen, der Vre nordamerikanischen Indianer darauf verfallen ließ, Muschel» als Geld zu verwenden, und dieser Stoff war auch jedenfalls der beste zu diesem Zweck, der ihnen zu Gebote stand. Die Indianer der Pacificküste, welche weniger Kunstfertig- keit hesaßen, al» ihre Raceaenoffen an der atlantischen Küste, überhaupt auf tieferer Stufe standen, machten fich die Sache leichter als jene: fie zerlegten nicht große Schalen in kleine Stücke, schnitten nicht Figuren aus, färbten nicht und fertigten keine kunstvollm Zusammmstellungen an. Ihre geringe Geschicklichkeit .flT�irifiriT.Tii"~ii»iin,niiif«jaif W—a wollten erst die Stimmung der Versammelten hören. Wir haben in öffenttichen Blättern aufgefordert, Vorschläge zu machen, und haben uns Mühe gegeben, unserer Aufgabe nach- zukommen. Die Herren, welcyc heute hier uns Vorwürfe machen, werden uns einen großen Dienst erweisen, wenn fie uns die Arbett abnehmen." S t e i n- Breslau spricht zu Gunsten eines Kartellver- bandes. Ihm folgen verschiedene Redner, welche fich in ähn- licher Weise äußern. M a u ch- Berlin.„Das Polizei-Präfidium hat an unserem Statut Streichungen vorgenommen, die derartig find, daß wir wohl kaum ein Kartellverhältniß eingehm können. Ich freue mich, daß Sie Alle damit einverstanden find, daß künftighin die gegenseitigen Schimpfereien aufhören sollen Ich bin da- mit einverstanden, daß ein Komttee gewählt wird, und bitte Sie, den Antrag Feurig anzunehmen- Groß, Hamburg, erklärt fich für die Wahl einer Kom- misston, die Abänderungsvorschläge zu machen habe. Mese Vorschläge müßten gedruckt und dann einem einzuberufenden Kongreß vorgelegt werden. Redner ist dann weiter der Mei» nung, daß daS Komitee zunächst die Berliner Kassenvorstände hätte einladen sollen, bevor es diese Versammlung zusammen» berief. Sander, Berlin, macht dem Komttee ebenfalls Vor- würfe. Dr. Hirsch beklagt fich, daß ihm soviel Vorwürfe ge- macht seien, er habe immer seine Schuldigkeit gethan. Wenn ihm Verleumdung vorgeworfen werde, so müsse er das ent- schieden bestreiten, er habe fich nur seiner Haut gewehrt. (Rufe: Oho! Oh!) Redner fährt dann fort:„Ich bin überall für freie Kassen und stimme dem bei, daß wir durch Kartell- verttäge nach Möglichkeit die freien Kassen zu schützen suchen. Es ist schwierig, die Form des Zusammenhaltens zu finden aber fie muß gefunden werden. Das Komitee hat keinen Vor- schlag gemacht, um keine Vorwürfe zu haben. Der Mangel einheitlichen Zusammengehens hat uns geschadet, vermeiden wir dieses, dann werden wir stark werden. Es ist noch eine Resolution von Herrn D ei sing er ein- gegangen, welche lautet: „Die heutige Versammlung der fteien Krankenkassen Deutschland's verpflichtet fich dahin, daß in Zukunft die freien Kassen fich der Verdächtigungen und Herab- Würdigungen unter einander enthatten.— Ferner verpflichten fich die Anwesenden die freien Kassen überall zu empfehlen." Ein Antrag auf Schluß der D tb a ftT wird angenommen. Es folgen noch einige persönliche Bemerkungen, dann be- ginnt die Abstimmung über die eingegangenen Anträge resp. Resolutionen. Es wird der Vorschlag gemacht, über jeden einzelnen Punkt des Antrages Feurig einzeln abstimmen zu lassen- Der Vorschlag wird angenommen. Punkt 1 deS Antrages Feurig wird an» genommen. Punkt 2 des Antrages Feurig wird ab- gelehnt. Punkt 3 des Antrages Feurig wird ebenfalls abgelehnt. Dagegegen wird der Antrag Hintze ange- n o m m e n. Die Resolution Deisinger wird ein» stimmig angenommen. Es folgt die Abstimmung über den Antrag Köhler. R o s e n t h a l, Berlin, bittet die Anttagsteller um Zurück- nähme des Antrages, weil der neutrale Boden vorhandnn sei auf dem man weiter arbeiten könne. Einige Redner sprachen fich noch in demselben Sinne aus. Die Antragsteller wünschm Abstimmung. Der Vorsttzende will über den Antrag abstimmen lassen. Rufe: Verlesen! Der Antrag wird nicht verlesen, es erhebt fich für denselben nur die Minorität der Anwesenden. Verschiedene Redner melden fich zur Geschäftsordnung und beschweren fich, daß im Hinteren Theile des Saales die Ver- Handlungen wegen der schwachen Stimme des Vorfitzenden ganz unverständlich geblieben find. Es wird nun zur Wahl der Kommisfion geschritten, eine mtttel. Die kleinen Schalen brauchten nur etwas polirt und auf eine Schnur gereiht zu werden. Auf diese Weise konnten kleine und große Geldstücke hergestellt werden und für den Transport und die Aufbewahrung find diese Schnüre recht bequem. So einfach auch die Herstellung ist— immerhin erfordert fie einen Arbeitsaufwand, einen gewissen, wenn auch noch so niedrigen Grad von Geschicklichkeit. DaS läßt fich aber von dem anderen Muschelgeld, das zur Zeit noch im Umlauf ist, nicht sagen Die Kaurimuscheln find gemeint, welche ohne jede Veredelung als Gold kurstren. Meines Wissens giebt eS nur noch außer der Nordpacificküste ein Gebiet auf der Erde, wo die Muschel» Währung fich behauptet hat: daS tropische Afrika. Hrcr spiett fie noch eine ganz andere Rolle wie dort, allein im Rückgang begriffen ist fie auch und ihre Tage find ,edenfalls gezählt, wenn die Europäer in der beschleunigten Gangart der letzten Jahre fortfahren, den schwarzen Erdtherl unter ihre Bot» Mäßigkeit zu bringen. Die Kaurimuschel(Cypraea moneta) bewohnt den indischen Ocean und zwar so zahlrerch, daß sie tonnenweise gesammelt werden kann. Es ist noch nicht lange her, daß fie auch in Hindostan als Zahlungsmittel galt und gewiß eines der merkwürdigsten Geschäfte, das durch Kauri» muschel beglichen wurde, erwähnt Reeve in seiner Concbo- logia Systematica. Ein Bewohner von Cuttack erlegte die geforderte Bausumme für ein Bungalow(eine Art Karawanserei), welche 4000 Rupee sicca betrug, in lauter Kaurimuscheln. ungefähr 8000 Mark ist diese Summein deutscher Währung. Da nun 64 Muscheln den Werth einer Pice haben und 64 Pice auf eine Rupee gehen, so müssen über 16 Millionen Kaurimuscheln bei dieser Gelegenheit die Befitzer gewechselt haben. Früher waren die Exporte dieser Muscheln nach Liverpool, von ostindischen Hafenplätzen aus wirklich großartig, gingen doch in einzelnen Jahren 70 bis 80 mwmm fundm, Schiffe mtt Tauschwaaren zunächst nach der Ostküst« von Aftrta zu schicken, wo fie die nöthigen Kaurimuscheln.ein- handeln, um dann nach der Westküste zu segeln und die Ein- laufe, welche nicht mit Waaren bezahlt werden können, waS selbstverständlich immer vorgezogen wird, mit Muschelgeld zu � k* f*' x..» w:. iTTtzmir.... v».)«Olk»##### r MiNge Namen werven aus ven Tisch des Bureaus nieoer- gelegt. Der Vorfitzende macht den Vorschlag, daß die vorgcschla- gcnen Herren nach Schluß der Versammlung unter fich 9 Mann wählen sollen. Groß- Hamburg bittet die Kommisfion zur Hälfte aus Ve tretcrn von Gewerlsvercinskaffen und zur Hälfte aus Ver- tretern der national-organisirten freien Hilfskaffen zu wählen. H i n tz e bittet aus der Mitte der Versammelten die Kom- misiion zu wählen. L ö w i s o h n wünscht, daß nur Vertreter von Kranken- tkafim gewählt werden. DerVorschlagdesVorsitzendenwirdschließ- l i ch a n g�e n o m m e n. Der Schluß der Versammlung wird angenommen. Ein Anwesender versucht noch dem bisherigen Komitee ein Dankesvotum darzubringen, kann fich aber, da die Versamm- kurz schon im Begriff ist, auseinander zu gehen, kein Gehör mehr verschaffm. Der V orsitzende schließt darauf die Ver- s amml ung. In die Kommisfion find folgende Herren gewählt'.Dr. Hirsch, Rechtsanwalt Friedemann, Reichstagsabgem neter Lipke, Büch- Nr ann, Hundt(Tischlerkaffe), Ritter lerkaffe), Jordan (B ckerkaffe), Bremer(Metallarbeiterlaffe) h.athansohn(unbe- kannt.) Wir haben diesen Versammlungsbericht so ausführlich ge- bracht, um unseren Lesern ein getreues Bild der stattgehabten Versammlung zu geben. Eine Kontrolle über die im Lokal an- wescnden Personen hat nicht stattgefunden, es waren im Lokale verschiedene Personen anwesend, die mit Krankenkaffen absolut nichts zu thun haben. Die Abstimmungen haben mithin nicht den Werth, als wenn nur Vertreter der Krankenkaffen zugegen gewesen wären. Die Versammlung wird unserer Anficht nach auch ohne Wirkung bleiben, denn die zum Komitee vorge- schlagenen Personen hatten Mühe, die Zahl 9 unter fich zusammenzufinden, ein Zeichen, daß die Mehrzahl der Anwesen- den der ganzen Sache leinen Werth beilegte. Das Einzige, was hätte erreicht werden können, nämlich, daß in Zukunft die Schimpfereien von Seiten der Herren Hirsch und Genossen auf die nationalen Hilfskassen aufhören, und daß demzufolge auch die letzteren Kassen ein freundschaftlicheres Verhältniß zu den Htrsch'schen Kassen anbahnen— dies ist noch sehr in Frage gestellt, denn kaum find die letzt-n Friedensworte der Versammlung verklungen, so werden auch schon die gröbsten Lügen und Entstellungen, ja die gehäsfigsten Beschuldigungen gegen die national organi- firtcn freien Kassen— welche nicht zu dem Herrn Hirsch halten — in die Welt hinausposaunt. So befinden fich in den Zei- tungen ganz entstellte Berichte über die Versammlung und namentlich enthält die„Königsberger Hartung'sche Zeitung" einen Bericht, der an Denunziationen und Gehäsfigkeiten die and.-ren überragt. Wir find überzeugt, daß dieser und ähn- liche Berichte den Herren Hirsch und Büchtcmann nicht fremd find, ja wir geben uns der Annahme hin, daß genannte Herren diese Berichte selbst verfaßt haben. Die Herren Hirsch, Büchte- mann und Genoffen werden aber gut thun, fich leiner Täu- schung hinzugeben, die deutschen Arbeiter find gern überall bereit, ihre Hand guten Zwecken darzubieten, allein fie lassen fich auch niemals zu zweideutigen Zwecken miß- brauchen. Lokales. ». Ueber das Fortkommen und die Führung der von de? Berliner Waisen-Vcrwaltung herangezagenen und sodann entlassenen Waisenmüdchen find für eine Reihe von Jahren von der Waisen-Verwaltunz eingehende Er- Hebungen angestellt worden, welche folgende Ergebnisse gehabt haben: Von 66 Mädchen, welche zu Michaelis 1872 lonfirmitt .vorden find, waren im Jahre 1877 27 Mädchen in dienstlichen Stellungen, 26 Müschen Handarbeiterinnen, 4 Mädchen lieber- lick), 4 verstorben, 4 verheirathet und 1 Mädchen im Kranken- hau e. Geführt hatten fich 51 Müschen recht gut und gut, 11 Mädchen ziemlich gut und 4 Mädchen schlecht. Nach Prozentsätzen ist demnach bei 94 pCt. der Mädchen eine gute und bei 6 pCt. eine schlechte Führung konstatirt.— Zu Ostern 1874 wurdm 77 Mädchen konfirmirt, von diesen find im Jahre 1878 gewesen: 37 Mädchen Handarbeiterinnen, 19 in dienstlichen Stellungen, 8 liederlich, 7 verheirathet, 3 bei den Eltern, 1 Mädchen wissenschaftliche Lehrerin, 1 der allgemeinen Armenpflege überwiesen und 1 verstorben. Von diesen 77 Mädchen hatten fich geführt: 54 Mädchen recht gut und gut. 15 ziemlich gut und 8 schlecht. Es ist hiernach bei 90 pCt. ein gute und sei 10 pCt. eine schlechte Führung nachgewiesen.— Von 65 Mädchen, welche im Jahre 1874 konfirmirt worden, waren nach ihrem vollendeten 21. Lebensjahre: 30 Mädchen Hand- ardeiterinncn, 18 in dienstlicher Stellung, 8 liederlich, 7 ver- h-irathet, 2 verstorben. Geführt hatten fich 38 Mädchen recht gut und gut, 19 Mädchen ziemlich gut und 8 schlecht; also 88 pCt. gut und 12 pCt. schlecht.— Zu bedauern ist, daß viele Mädchen, welche von der Waiscnverwaltung in einen Dienst gebracht werden, von ihren Angehörigen veranlaßt wer- kosten der Kaurimuschcln ermäßigt, sondern ihre Beschaffung ist auch für die europäischen Kaufleute durch den direkten Aus- tausch gegen Waaren billiger. Immerhin wird noch manche Tonne dieses urwüchstgen Geldes nach England verschifft, von wo es dann als„Guineageld" nach Westafrika ver- fruchtet wird. Im indischen Ozean wohnt noch eine andere Art Kauri- Muschel(Cypraea anullus) die um ihres schönen orangefarbigen Ringes auf dem Rücken von den südafiatischen Insulanern sehr geschätzt wird. Sie nähen dieselbe als Schmuck an ihre Kleider, verzieren ihre Geräthsckasten mit ihr und benutzen fie hier und da zur Beschwerung ihrer Netze. Solchen Zwecken scheint diese Muschelart schon seit uralten Zetten gedient zu haben, denn eine An- zahl Exemplare ist in den Ruinen Nimveh's gefunden worden. Möglich ist es auch, daß fie früher, gleich der ob, gen Art. als Geld kurstrte. ist fie doch noch heute bei jenen Insulanern eme gangbare Tauschwaare. Das führt mich zu der Bemerkung. daß der Geltungsbereich der Muscheln als Tauschwaare em viel größerer ist, denn als Tauschmittel— zwe, Be�nffe, d,e nicht verwechselt werden dürfen. Wenn ich oben die Gebiete der Muschelwährung bezeichnete, so sagte ich, daß daselbst ge- wisse Muscheln die Wertheinhett bilden- den Maßstab, nach welchem der Werth aller Gegenstände berechnet wird. Es giebt aber andere Gebiete, wo verschiedene Muschelarten gangbare Tauschartikel find, ohne daß fie die Stelle des Geldes ver- trete,-. Das ist beispielsweise der Fall auf den Südseemseln, diesen Bezugsquellen der schönsten Muscheln, welche auf den europäischen Markt kommen. Die Insulaner tauschen nicht allein viele ihrer Bedürfnisse in den Faktoreien der Europäer m,d Nordamerikaner und von den zeitweilig anlaufenden Schiffen gegen Muscheln ein, sondern auch unter sich machen sie manches Geschäft ab, das mit Muscheln ausgeglichen wird. Ebenso spielen auf der mexikanischen Halbinsel Unterkalifornien Muscheln, vorzugsweise Perlmuscheln, eine bedeutende Rolle als Tauschartilel. Küstenfahrzeuge laufen von Bucht zu Bucht, um der haibz,v,Ilfirten Mischlingsbevölkerung und den halb- wilden Urbewohnern ihre geringen Bedürfnisse zuzuführen und im Austausch, neben unwrchtiaeren Dingen, Muscheln entgegen- zunehmen, die theils nach Boston, theils nach europaischen Häfen verfrachtet werden. Wichtig wie hier die Muscheln als Tauschartikel find, bilden fie doch nicht das Tauschmittcl. (Hamb. Coiresp.) den, den Dienst thunlich balo auszugeben, um cm fteies, un- gebundenes Leben als Handarbeiterinnen zu führen. g. Die projektirte Parallelstraße längs der Stadtbahn, welche bisher fich nur an dem bereits hergestellten Straßcnlheil auf der Ostseite des Bahnhof Alexanderplatz marlirte, hat ein wetteres Anzeichen in einem allerdings noch mit einem Bretter- zäun abgeschlossenen Straßentheil, und zwar an der Stralauer- drücke, erhalten. Dieser regulirte Straßentheil, welcher später einmal einen Anschluß an die Parallclstraße bilden wird, zieht fich von der Spandauerbrücke längs der Stadtbahnbogen bis an jene Stelle hin, an welcher man fich ungefähr einen Durch- bruch der Blumenstraße durch die Häuscrreiyc in der Alexander- straße denkt Der betreffende Straßentheil ist breit ausgeführt und bereits mit jungen Lindenbäumen bepflanzt, was dem- selben einen schönen Anblick giebt. Wenn erst diese Vcrbin- dungsstraße mit dem Alexanderplatz hergestellt ist, dann wird auch die an einzelnen Stellen sehr schmale Alexanderstraße von ihrem enormen Wagenverkehr entlastet werden. a. Sine merkwürdige Erscheinung bildet in Berlin das relative und im Ganzm auch absolute Herabgehen der Frequenz der städtischen öffentlichen Badeanstallen, in welchen theils unentgeltlich, theils für den geringen Preis von 5 Pf. gebadet werden kann, während der Jahre 1876—1881 gegen die vorhergegangenen Jahre, obwohl die Bevölkerung Berlins fich seit dieser Zeit außerordentlich zahlreich vermehrt hat. Im Jahre 1875 badeten 565,100 Personen, welche eine Einnahme von 14,141 M. ergeben hatte. Im Jahre 1876 badeten nur 522,064 Personen.(Einnahme 12,202 M.) In den folgenden Jahren 1877 und 1878 ging die Frequenz weiter auf 447,248(Einnahme 10,202 Mark), resp auf 395,077 Personen(Einnahme 8,994 M.) herab. In den Jahren 1879 und 1880 stieg wieder die Frequenz auf 413,219 Personen(Ein- nähme 9,379 M.) resp. auf 460,260 Personen(Einnahme 10,806 M), aber im Jahre 1881 fiel fie wieder auf 430,203 Petsonen mit einer Einnahme von 10,157 M. Die Verwaltung der Jrren-Anstalt zu Dalldorf bcabstchtigt von dem Kranichpfuhl aus, welcher der Anstalt an- gehört, eine Leitung nach den Anstaltshäusern zu führen, um für den Fall eines Brandes genügend Waffer zu befitzen. Ferner ist der Vorschlag gemacht worden, in der Irrenanstalt eine Dampfspritze aufzustellen und aus den älteren Angestellten des Irrenhauses ein brauchbares Löschkorps zur Verwendung beim eisten Angriff zu bilden. Der Magistrat hat beschlossen, den Vorschlag näher zu erörtern und die Ärand-Direktion um ihr sachverständiges Gutachten zu ersuchen. Warnung. Das königliche Polizeipräsidium erläßt fol- gende Bekanntmachung:„Obwohl es durch die Fortschritte der Chemie gelungen ist, arsenil-und andere gifthaltige Farben durch unschädliche Farben vollkommen zu ersetzen, so werden jene noch immer häufig so verwendet, daß dadurch Beschädi- gung der menschlichen Gesundhett und selbst der Tod herbei- geführt wird. Dies ist vorzugsweise der Fall beim Bewohnen von Zimmcm, deren Wände mit Arsenikfarbe bemalt, mit arsenikhaltigcn Tapeten beklebt oder in denen arsenikhaltige Rouleaux und Fenstervorsetzcr vorhanden find, bei Benutzung derattiger Drahtglocken zum Bedecken von Speisen, beim Tragen von Kleiderstoffen, künstlichen Blumen und Blättern, auf denen die Arsenikfarben oft so locker aufliegen, daß fie beim Gebrauch fich ablösen; beim Genuß von Zucker- und an- deren Eßwaaren, welche mit Arsenilfarben bemalt find; beim Gebrauch derartigen Spielzeuges u. s. w. Die daraus ent- stehenden Vergiftungen geben fich nicht immer durch die de- kannteren, plötzlich austretenden heftigen, oft schnell den Tod herbeiführenden Krankheitserscheinungen zu erkennen, sondern oft auch— wie namentlich bei dem Bewohnen arsenikgefärbter Zimmer— durch ein lange dauerndes, spät erst tödtlich cn- dendes Siechthum. Das Polizeipräfidium erachtet es als Pflicht, das Publikum wiederholt an die Gefahren, welche der Genuß und anderweitige Gebrauch von Gegenständen, die mit Gift- färben gefärbt find, für Leben und Gesundheit mit fich führen, au erinnern; Fabrikanten und Händler aber bezüglich des Anfert'gens und der Feilhaltung derartiger Gegenstände auf die Bestimmungen der§§ 324 bis 326 des Strafgesetzbuchs hinzuweisen." N. Zum Groß-Feuer in Schöneberg. Die amtliche Untersuchung inbetreff des großen Brandunglücks auf dem Grundstück der Großen Berliner Pferdebahn in Schöneberg, die bereits noch im Laufe der vergangenen Rächt von dem Amtsvorsteher in Schöneberg Herrn Fudig eingeleitet worden, hat, soweit bis jetzt festgestellt, ergeben, daß das Feuer, wie schon gemeldet, in einem über dem Wagenschuppen belegenen Räume, in dem fich Heu, Stroh, Häksel-c. befanden, ausge- kommen und von dort die übrigen Gebäude und Räumlich- keiten ergriffen. Das Feuer ist zuerst von dem zufällig auf dem Hofe anwesenden Inspektor Groß entdeckt worden, der seinerseits auf dem Amtsbüreau für eine Alarmirung der Schöneberger Freiwilligen Feuerwehr sorgte, während gleich- zeitig auch die Berliner Feuerwehr per Telephon benachrrchtigt wurde. Die gerüchtweise mitgetheilte Nachricht, daß 40 stallkranke Pferde den Tod in den Flammen gefunden, bestätigt fich Dank dem todesmuthigen Vordringen der vereinigten Feuerwehr glücklicherweise nicht, dieselben schwebten zwar in größter Gefahr, wurden aber sämmtlich noch gerettet. Viel Geflügel ist dagegen in dem Feuer umgekommen, während andererseits auch 12 Tramways und ein dem Orte Schöneberg gehöriger Sprengwagen verbranntm. Ueber die Entstehungs- Ursache schwebt noch ein vollständiges Dunkel, das hoffentlich durch die eingeleitete Untersuchung gelichtet werden wird. Der Schaden ist ein ganz enormer, derselbe wird auf über 100000 Mark angegeben und ist, soweit wir feststellen konnten, durch die Aachen-Münchener und Bayerische Hypothekenbank, die eben durch Rückoerficherungen gedeckt sein sollen, zu tragen. Die Brandstätte selbst glich gestern Morgen einem wahren Chaos von rauchenden und glimmenden Balken und Schutt- massen, verbogenen eisernen Trägern, Gasröhren ac.:c. Die gesammte Schöneberger Feuerwehr war gestern Vormittag noch ununterbrochen mit der vollständigen Ablöschung der Trümmer beschäftigt. Die Aufräumungsarbeiten dürfen vor- aussichtlich noch den ganzen heutigen Tag in Anspruch nehmen. r. Ein Erkranknngsfall, der fich in der Familie eines hiefigen Magistratsdeamlen zugetragen, dürste von allgemeinem Interesse sein und anderen Eltern zur Warnung dienen. Mit seinem dreijähngen, allerdings sehr schwächlichen Töchterchen hatte fich der Beamte in der Art vergnügt, daß er die Kleine bei den Händchen faßte und mtt ihr herumtanzte. Bald darauf klagte die Kleine über heftige Schmerzen im Arm und dieser zeigte fich am Echultergelenk stark geschwollen. Der Arzt kann für die vorhandene Gelenkentzündung leinen andern Grund finden, als das Zerren am Arme bei dem Tanzen mit dem Kinde, das nach des Arztes Anficht völlig geeignet gewesen ist, eine Verletzung herbeizuführen, welche die Entzündung im Ge- folge hatte. Die Kleine leidet an heftigen Schmerzen und wird fich möglicher Weise einer Operation unterwerfen müssen, da dem Anscheine nach fich in der entzündeten Gelenlhöhle ein Adsceß gebildet hat, der einen operativen Erngriff nöthig machen dürfte. Die geschilderte Art, mit kleinen Kindern zu spielen, sieht man sehr häufig, weshalb den Eltern hier die größte Sorgfalt und Achtsamkeit zu empfehlen ist. Ein großer Theil körperlichen Gebrechm, schiefe Schultern, Rückgratover- lrümmungen u. dal. finden nach ärztlichem Gutachten meisten- theils ihre Entstehungsursache in solchem unvorstchtigen Um- gehen mit den Kindern. a. Gefaßter Dieb. In der Neuen Hochstraße wurde gestern ein Mann mit sechs Mesfing-Ofenthürcn in den Händen von einem Polizeibeamten bemerkt, welcher dem ihm verdächtig Erscheinenden bis zu dem Keller eines Produktenhändlers nach- folgte- Nach kurzer Zell trat der Beamte ebenfalls in den Geschäftskeller, woselbst inzwischen der Verdächtige die Osts' thüren zusammengeklopst hatte. Der Verdächtige, ein«AP beiter" S-, wurde festgenommen und zur Haft gebracht, nach- dem er eingeräumt hatte, daß er von einem zum Abbruch Bf stimmten Grundstück die Osenthüren entwendet habe. Eine erschütternde Kunde durchläuft den Westen Berlin«. Frau St., eine Dame, welche um ihrer Humanitären Beftre- düngen willen sich in weiten Gesellschaftskreisen Achtung un« Verehrung erworben, machte gestern ihrem Leben durch SelBit- mord ein Ende. Ueber das traurige Ergebniß erfahren# Folgendes: Frau St. besaß nur eine erwachsene Tochter, m» welcher fie fich im Genuß eines großen Vermögens befan«. Um eine würdige Lebensaufgabe zu erfüllen, nahm fie«W Anzahl verwaister Kinder in ihr Haus auf, deren Unterhau fie aus eigenen Mitteln destritt und die fie nach eigenen Prinzipien körperuck und geistig gesund zu entwickeln destrein war. Von diesen Pflegekindern, deren Zahl bereits auf vierzehn gestiegen war, zeigte eines der jüngsten gestern Vormittag am so große Müdigkeit, daß Frau St. dasselbe weich bettele un« eine Stunde schlafen ließ. Als die Pflegemutter das Kn# wieder aufwecken wollte, zeigte es fich, daß die Kleine in Ben ewigen Schlaf gesunken war, den Schlaf, dem kein Erwachen folgt. Der Tod der Kleinen regte Frau St. furchtbar am. fie klagte, weinte und rief plötzlich der eigenen Tochter zu, r werde einen Arzt Holm. Sie entfemte fich hastig, und«>- Tochter wartete auf ihre Rückkehr. Stunde auf Stunde«a- ging, aber Frau St. kehrte nicht wieder zurück. Gegen Aden« sandte die Tochter einige Freunde des Hauses aus, die Maua zu suchen, und jene erfuhren dann durch die Polizei, daß ma" eine ältere Dame soebm aus den Fluthen des neuen Sees m- wgen habe. Frau St. hatte ihrem Ledm ein Ende gem«®1' Dre schreckliche That läßt fich nur durch eine plötzliche Geistes störung erklärm, denn Frau St. lebte in den angenehntlie» Verhältnissen, fie liebte ihre Tochter, die der Liebling unsew Künstlerkreise ist, innig und hing mit Zärtlichkeit an der kiecnev Kinderschaar, denen sie eine schöne Heimath und die beste ziehung gegeben. Wer früh am Morgen den Thiergatten«c suchte, der sah gewöhnlich an der Westseite des Parks dre w blauwollene Matrosenanzüge gekleideten Knaben, welche»w St. an Kindesstatt angenommen hatte, eine pausbackige hcnei kleine Gesellschaft, die unter der Führung der PflegflN"?, oder eines Fräuleins den Park oder Kie Felder durchstreistr Ob die Tochter der Frau St. die Misston ihrer Mutter aus führm und die abermals verwaisten Kleinen im Sinne ve selben weiter erziehen wild, läßt fich selbstverständlich w® angeben. Die Tochter befindet fich durch dm Verlust W Mutter in einem Zustand der Verzweiflung und mit ihr ttauew viele Freunde um die edle hochherzige Frau.., M De» stetig wachsenden Erfolg, dm das Gastspiel � Liliputaner im Louisenstädtischen Theater erzielt, hat dre PKjj tion des Künstlervölkchens veranlaßt, die Zwergschaar Bm zwei Neuengagements— eine Dame und einen Herrn' vergrößern. In der etwa zu Weihnachten zu erwatten« Novität, die ein bekannter hiesiger Schnststeller den klecn Herrschaflm„auf den Leib schreibst', werdm diese neugewonn nen Kräfte, die fich gesanglich besonders qualifiziren, vor« Publikum treten. Die Kassm-Bulletins der Nachmittags> stellungen sowohl wie der lustigen Possmabende(Robert u Bettram) lauten andauernd„ausverkauft".. Taö„Jäger-Liebchen" wird im Central-Theater n noch kurze Zeit sein lustiges Hallali ertönm lassen, da an weitige kontraktliche Verpflichtungen Herrn Direktor Ernst anlassen, die Gesangsposse baldigst vom Repertoire abzuice Es finden bereits täglich demnächst aufzuführenden vieraktigm Gesangspoffe von wianniiavi, nou, in»-"ll.v.ini, gleichzettig Frl. Anna Grünseld vom Neuen Friedrich-W'lbe städtischen Theater als Soubrette einführen wird. In«„ Atelier der Herren Gebr. Borgmann wird seit Monaten. der Herstellung der für die Novität erforderlichm dur» neuen Dekorationen gearbeitet._ w; Die Direktion des Belle-Allianee-TheaterS bat die Novität von Michael Klapp„Miß Mottle", Lustspiel in 4 A � sür ihre Bühne erworben und wird Franziska Ellmenrei« Titelrolle hierin creiren. GmcktiS-Leitung. rt) München, 13. Oktober. Der frühere Redakteur botcnen sozialdemokratischen„Südd. Post" Dr. Schonlan � wegen Beleidigung der Polizeidirektion München zu 3-U# Gefängniß verurtheilt worden. Der Verurtheilte hat in � Beschwerdeschrift an die oberbayerische Kreisregierung(„< von der Münchener Polizeidircktion erlassene Verbot cwcr � ziaidemokratischen Versammlung die genannte �'7,«j beschuldigt, in ihrer Amtsthätigkeit ihr Ansehen mißbrauc» haben. wB Wegen Vergehens gegen das EozialistengefttzT� beute der Schneidermeister P. vor dem Schöffengerrmr- einmal hatte Termin in dieser Angelegenheit fiattgew gp doch wurde die Verhandlung damals vertagt, um ve � lastungszeuam, Kriminalschutzmann Pohlmann, zu vernrv Der Angeklagte P. wird beschuldigt, eine Sammlu 0 sozialdemokratischen Wahlzwecken vorgenommen zu gleich das Polizei-Präsidium derattige Sammlungen am jft des Sozialistengcsctz-s v.n boten hat. Bei dem AnßttK.jc eine Liste, auf welcher einige Beiträge verzeichnet ftnB,.� funden worden; der Angeklagte behauptet aber, drese � nicht erhoben zu haben-— Der Zeuge Pohlmann hat"-.c» Anderen gehött, daß P. zur Zeichnung von öffentlich aufgefordett habe. Ob P. die auf der Lest«®$<- neten Beträge schon erhalten habe, könne er nicht fragt, von wem er die Mittheilung erhalten habe, Pohlmann, das sei Amtsgeheimniß.— Rechtsanwalt'ch.hpts- tbal bestreitet die Rechtsgiltigkeit deS polizeilichen Das Verbot beziehe sich aus die 1881 stattgeha�en lungen und existire deshalb gar nicht mehr.—, Der � anwalt bält dafür, daß das Gesetz verletzt se» NN.„ut tragt 30 Mk- event. 5 Tage- D" iR-vicktsbos crkan � Freisprechung. Der Staatsanwalt legen. filf Uricfküftcn der Kcdaction. Techniker. Ueber die Länge des Panama- S's dieser neuen grandiosen Idee von Leffeps, ma fich im Allgemeinen falsche Vorstellungen. Dm � eist wird nämlich durch seine Länge durchaus»>«> Stelle unter den übrigen Kanälen der E'dc- können, D..„5!?'äriraisr&pg Kanal von Languedoc, der das mittevandllw v mit dem atlantischen Ozean verbindet. vollendet. ��uß'' $«f ÄS« oÄÄS UMMZKH ----' ähnlichen f/" HM«« zeichnet. rn in«Wl.n. Tnryiif und V-tlno von i fr- Beuthstraße 2.