en, 00 200 Bub i aur tfation icaires reten Dermin 80 000 gung iche er f ingung sch ma ine Nr. 168. Sonnabend, 18. Oktober 1884. 1. Jahrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Bellsblatt scheint täglig Morgens außer nach Sonn- und Feftagen. bounementspreis für Berlin fei in's Haus vierteljährlich 3 Maret, monatlich 1 Mart, wöchentlich 25 Pf. Einzelne mern 5 Bf. Bostabonnement pro Quartal 3 Mart.( Eingetragen im VIII. Nagtrage der Postzeitungspreisliste unter Nr. 719a.) Jasertionsgebühr beträgt für die gespaltene Petitzeile oder deren Naum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 f. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 th Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., 8immerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaur, ohne Erhöhung des Breifes, angenommen. Redaktion und Expedition Berlin SW., Bimmerstraße 44. Wie sie sich drehen! fchiedenen Liberalismus" aus vollem Halfe zu lachen. Sie stimmen mit den Reaktionären und find dann bemüht, sich zu stellen, als wollten sie die Reaktion bekämpfen. Dabei schneiden sie so tomische, füß- faure Gesichter, daß man das Schon drei Mitglieder der bisherigen deutsch- freifinnigen Reichstagsfraktion haben das Versprechen gebrochen, das ber Abgeordnete Bamberger im Namen seiner Partei ge= geben hat: Daß künftig kein Mitglied der deutsch- freisinnigen Lachen wirklich nicht an sich halten kann. Bartei mehr für das Sozialistengeset stimmen werde. Dreimal schon haben sie ihren Führer verleugnet, noch ehe der Hahn geträht hat. Su den Herren Frieß und Horwit, bie fich eine Hinterthür offen gelaffen haben, um für das Gefeß Gesez stimmen zu tönnen, wenn es wieder abgelaufen fein wird, hat sich nun auch Herr von Forden bed gefellt, der in einer Wählerversammlung erklärte, er könne nicht versprechen, daß er beim nächsten Mal gegen das Geset ftimmen werde. Das bedeutet soviel, daß er für daffelbe fimmen wird, wie wir von diesem Manne auch noch niemals anders erwartet haben. Diese Herren haben eben die Natur der„ Fraktion Drehscheibe", aus der sie nach links geschwenkt find, nicht verleugnen fönnen. Sie find eben heute noch nationalliberal, nur mit dem Unterschieb, daß sie mit dem früher von ihnen bis in den siebenundzwanzigsten Himmel erhobenen Reichstanzler grollen, weil diefer sich wieder den Ronservativen jugewendet hat. Herr von Fordenbed speziell zürnt dem Reichskanzler schon deshalb, weil er ihn nicht zum Minister gemacht hat. " " Auf die Schanzen!" rief Herr von Fordenbeck, als er mit Bamberger, Ridert und Laster die Sezeffion bewirte. Wo sind denn diese Schanzen", hinter denen Herr on Fordenbed die Volksfreiheiten gegen die anftürmende Reaktion vertheidigen will? Wenn die Schanzen ebenso wenig fest sind, wie der Vertheidiger selbst, so werden die reaktionären Stürmer diesen Widerstand spielend überwinden. Schanzen gegen die Reaktion find Muth, Charakterfestigkeit und Entschiedenheit. Darnach darf man wohl annehmen, baß die Schanzen, von denen Herr von Fordenbed ge sprochen hat, nur ein Gebilde seiner Phantasie sind. Weder Schanzen noch Bertheidiger find vorhanden und jenes Wort des Herrn von Fordenbed war somit eine reine Spiegelfechterei. Aus folchen Elementen ist also die Partei zusammen gefeßt, welche das feste Bollwerk gegen den Ansturm der Reaktion bilden will, wie die beliebte Phrase lautet. Wir gratuliren, denn mit diesen Leuten wird die neue Partei benn noch ein halbes Jahrhundert zurück sein, es müßte sehr bald abgewirthschaftet haben. Da müßte unser Bolt teine Buchdruckerkunst und feine Presse geben, ja aller gefunde Menschenverstand müßte zum Teufel gegangen fein, wenn man das widerwärtige Spiel nicht bald durchschauen und seiner müde werden sollte! Aber wie tamen denn Herr Richter und Herr Bam # berger dazu, die Verantwortlichkeit für diese schwankenden diese beiden Führer dazu, zu verkünden, daß Niemand innerhalb ihrer Partei mehr für das Sozialisten gesetz stimmen werde. Nun, tann man vielleicht annehmen, daß Herr Richter und Herr Bamberger nicht gewußt haben, wie Herr von Fordenbeck über das Sozialistengeset denkt? Das scheint uns denn doch sehr unwahrscheinlich, denn ohne Zweifel hat die Frage der Stellung zum Sozialisten gefet Au eingehenden Debatten innerhalb der deutsch freifinnigen Fraktion geführt. Haben nun Herr Richter und Herr Bamberger wirklich geglaubt, die Fordenbed und Genossen würben gegen das Gesetz stimmen, oder haben sie wider besseres Wiffen einen Theil ihrer Parteigenoffen in Schuß genommen, in einen Schutz gegen die öffentliche Meinung, die, wie man sieht, die Herren Horwiß, Frieß und von Fordenbeck verschmähen? Wie dem auch sei, mit dieser Affaire ist nur erreicht worden, daß man den Führern der deutschfreifinnigen Bartei eben einfach nicht mehr glauben wird, wenn fie Versprechungen machen. Denn wenn sie hier nicht halten, was fie versprochen haben, so werden sie es anderswo auch nicht thun. Mit diesem Zwiespalt in der neuen Partei ist auch dem Zerfall Thür und Thor geöffnet worden. Wie kann eine Partei bestehen, die sich in einer solchen Haupt- und Kardinalfrage, in der Frage der Gleichheit vor dem Geseze, Herr von Fordenbed gehört zu jenen weisen Politikern, ift eine solche noch nicht da. Für das Sozialistengefeß nicht einig ist? bie immer von einer kommenden Realtion sprechen; für sie fimmen fie; dann aber werfen fie fich stolz in die Brust und rufen: Auf die Schanzen! Wenn die Reaktion Doer follte wirklich eine Verabredung bestanden haben, tommen sollte, dann werden wir die Rechte und Freiheiten nigen eine Anzahl Mitglieder abfommandirt worden find, der zu Folge vom Zentrum und von den Deutsch- Freifindes Bolles gegen fie zu vertheidigen wissen!" befizen in diefer an traurigen Erscheinungen gewiß über reichen Zeit doch noch soviel Humor, um über diese trampf- Schein zu wahren? Nun, wenn sich das so verhält, dann haften Bock und Seitensprünge der Vertreter des ent FRbrud verboten.] 7 Feuilleton. Isaura. Eine Erzählung aus dem südlichen Frankreich. ( Fortsetzung) Nun, wir Der Dauphin machte fich los von den Gedanken, die ihn quälten, und ging sein Pferd zu suchen, das er fand, wo er es verlaffen hatte, aber traftlos am Boden hingestreckt, unfähig Es feinem Schicksale, nicht ohne Besorgniß nach zwei großen RaubDögeln blidend, die schon über der Hochebene ihre Kreise zogen. Shm selbst wäre es unmöglich gewesen, das Brod des Klausners, das auf einem Steine vor dem Crucifig lag, zu berühren, rasch ging er vorüber, bis er den kaum erkennbaren Fußsteig fand, der ihn nach einer Wanderung von mehreren Stunden und einigem Verirren doch endlich zu Menschen brachte. Es um zu sehen, ob es nicht bald möglich sei, wieder hinauf waren Hirten, die auf den Weideplägen gewesen waren, zu treiben. Sie wollten erst die Flucht vor dem bewaffneten Manne ergreifen, aber sein friedlicher Buruf hielt fie auf und warb fie ihm zu Führern in das Thal, wo er dann leicht die Mittel zum Weiterkommen fand. Die Hirten, die nach seinem zurüdgebliebenen Roffe sahen, fanden es verendet schon unter den Schnäbeln und Klauen der Raubvögel Fast mit dem Herrn zugleich tam auch der Schatzmeister wieder in Grenoble an, aber in welchem Zustande! Kaum fand er Kraft, am Thore vom Pferde zu steigen und Befehl zu geben, für ihn eine Sänfte zu holen, die er im Wachtzimmer Des Thurmes erwarten wollte; er trug den Kopf verbunden und geronnenes Blut war an seiner Kleidung fichtbar. So fand ihn Der Dauphin, der auf einem Maulthiere bald nach ihm seinen Einzug hielt, noch im Wachtthurme, ehe die bestellte Sänfte gelommen war. Staunend fragte der Fürst, was ihm begegnet fel. Der Kampf, welchen Humbert im Gebirge vernommen hatte, wäre ihm selbst unter die Augen getreten, wenn er nicht Dorber sein Gefolge verlaffen gehabt hätte, um nach Garde mont zum Herrn von Aynard zu reiten. Denn auch die Seinigen hatten das Getöse bald nach seiner Entfernung gehört, bald näher und näher kommend, bis fich plöglich fe geftürzt hatte: Flüchtlinge und Verfolger im dichten, fchreienden, hiebe wechselnden, stürzenden, niedergetretenen um für das Gesetz zu stimmen und es durchzubringen, während die Uebrigen gegen das Gesetz stimmten, um den fann man nur sagen, daß unser Volk dann doch zu klug Gewirr! Schon vorher hatten fich die Reifigen des Dau phins, fleben an der Bahl, in wehrhaften Stand gefegt und auf den Befehl Fucigny's die Gefangenen in die Mitte genommen aber wie fonnten sie dem Strome, der fich mit Macht auf sie warf, einen Damm entgegenseßen? Sie wurden zersprengt, fortgeriffen, mit in das Gefecht verwidelt wer fannte Freund und Feind? Jeder hieb um fich und suchte nur Bahn für sich selbst. Fucigny's Kopf wurde von einem Streiche getroffen, der zum Glücke flach fiel, ibn aber doch unter die Hufe warf, wo er nur durch ein Mirakel, für welches er Unserer lieben Frau von Embrun zwei Kerzen von Jungfernwachs auf zehn Jahre zu weihen gelobte, der Gefahr, zertreten zu werden, entging. Als er von der Betäubung, die ihm Anfangs die Sinne geraubt hatte, wieder zu fich fam, fand er fich allein neben zwei Bewußt lofen die in ihrem Blute lagen; der Boden war bedeckt mit zerhauenen Kleiderfeßen und Splittern von Waffen sonst Nichts zu sehen und zu hören. In dem einen Gefallenen erfannte er einen Knappen des Dauphins, die Andern waren sammt Crespin und den beiden Ge fangenen verschwunden. Niemand hatte sich um den Schaß meister befümmert, der fich nun mit brennenden Schmeizen am Kopfe aufraffte, um seinen Weg zu Fuß weiter zu suchen. Da war er in seiner Verzweiflung, daß es ihm gelingen werde, fich bis zum nächnen bewohnten Dite zu fchleppen, wie durch einen Himmelsboten überrascht worden, als ihm endlich Einer der Seinigen, mit dem aufgefangenen Pferde seines Herrn entgegen gekommen war, der ibn mit einem freudigen: Gott sei Dant!" begrüßte. Dem Dauphin verschwieg der dicke, mürrisch erzählende Herr, daß er den Diener, als er absprang und ihm auf das Pferd helfen wollte, zuerst gewaltig hinter die Dhren geschlagen, weil er ihn im Stich gelaffen habe. Nur das berichtete er, daß auch dieser Mensch nichts weiter gewußt, als daß er, von dem wilden Getümmel im Engwege wohl eine Viertelftunde willenlos fortgeriffen worden sei, ohne fich befreien zu können er habe reiten müssen, wenn er nicht übergeritten fein wollte und als dann die Berge mehr auseinandergetreten, sei die wilde Jagd in vielen einzelnen Knäulen ver ftäubt, er aber habe das Glück gehabt, loszukommen und das reiterlose Pferd seines Herrn, das auch mit dem Troß gelaufen, noch zu rechter Zeit zu fangen, mit welchem er stracks zurück geritten, um den Gestürzten zu suchen. Und die Uebrigen? Vor Allen meine schöne Isaura!" ries der Fürst. ist, um sich durch eine solch plumpe Spiegelfechterei täuschen zu lassen. Die Wahlen in Berlin werden es flar und beutlich beweisen, daß die Herren Deutsch- Freifinnigen mit diesen Kunststüden keine Stimmen gefangen haben und auch feine fangen werden. Dafür kennen wir die Berliner Arbeiter schon und Herr Richter wird ein saures Gesicht machen, wenn er nach dem 28. Oktober feinem Parteige= noffen von Forckenbeck den Dank für dessen Leistungen bei der Wahlagitation abstatten soll. Politische Ueberficht. Die Verzögerung des Erlases der Bauordnung für besprochen: Im vergangenen und in diesem Jahre hat sich aus Berlin wird in der Baugewerfs- Beitung" u. A. wie folgt Sorge vor der neuen Bauordnung in unserer Hauptstadt eine Brivatbauthätigkeit entfaltet, wie solche höchstens noch die Gründerjahre aufzuweisen haben dürften. Besonders die innere Sehen wir uns beispielsweise eine Hauptstraße der Stadt, die Friedrichstraße, an, so darf man behaupten, daß mehr als die Hälfte aller Häuser entweder neu oder start umgebaut oder um faffend reparirt worden ist. Was wäre auch aus vielen dieser Bauordnung, welche in ihren Grundzügen in das bauende umbaungsbedürftigen Häuser unter der Herrschaft der neuen Bulitum gedrungen ist, geworden. Ja, was wäre aus einem großen Theil der Grundbefizer geworden, wenn nicht die Bauordnung so lange auf fich hätte warten laffen? Viele, sehr viele wären zu Grunde gegangen, denn ihre alten Häuser mußten der Neuzeit entsprechend umgebaut werden, die neue Bauordnung aber hätte es verboten. Da alio hat die Hinausschiebung der neuen Bauordnung insofern Segen gebracht, als manche Existenz erhalten worden ist. Anders freilich steht es mit der öffentlichen Gesundheitspflege. Die durch die Speku lation sehr theuer gewordenen Baustellen find nun in einer Weise ausgenügt, daß der Luft und dem Licht nur in recht mangelhafter Weise Rechnung getragen worden ist. Jeder neue Befiger eines baufälligen Hauses oder einer Baustelle mußte, um nur einigermaßen auf die Binsen zu kommen, den gegebe nen Blaz voll ausnußen. Und das ist auch geschehen in des Wortes ganzer Bedeutung. Hierin also ist die Hinausschiebung der neuen Bauordnung nicht von Segen gewesen. Wir glauben den Grund der Bögerung darin erkennen zu sollen, daß das Ministerium die Tragweite der neuen Bauordnung voll erkannt hat. Unseres Erachtens ist die Heraus gabe einer neuen Bauordnung für Berlin bringend nothwendig, weil das bauende Publikum nicht länger in Unsicherheit darüber, was gilt oder nicht gilt erhalten werden darf und weil die gesundheitlich en Bustände einer Stadt von 1% Million Einwohner fest allzu sehr leiden. Die citirte Fachzeitung vertheidigt von ihrem Standpunkt aus thunlichst das Verhalten der Res gierung. Was wird diese aber auf die Behauptung erwidern, daß durch die Verzögerung die gesundheitlichen Verhältnisse Berlins jetzt allzusehr leiden? Sie scheint Euch mehr am Herzen zu liegen, als die Todesgefahr treuer Diener," entgegnete Fucigny grollend. Ich weiß von Nichts schwer verwundet stürzte ich, da hat man nicht Zeit, nach verlaufenen Dirnen zu sehen." Die Beule an Eurer Stirn ist allerdings etwas hoch gelaufen," sagte der Dauphin. Ihr seid did und fett, guter Fucigny, es wird Euch weiter nichts schaden. Das Blut an Eurem schönen Kleide scheint fremdes zu sein. Eins aber werdet Ihr doch wissen welche Farben trugen die fämpfenden Parteien? Ich will doch wissen, wer sich ge schlagen hat." " Blau und gelb!" sprach Fucigny zuversichtlich.„ Mont Aynard, glaub' ich ganz gewiß. Verzeiht, Mesfire" sagte des Schatzmeisters Knecht, der eben mit der Sänfte gekommen war ,, ich bin eine ganze Weile zwischen Reitern gewesen, die helles Grün trugen, und einen Blauen habe ich nicht gesehen, so viel ich mich ers innern fann." Dir ist es grün vor den Augen gewesen, feiger Hund!" Schloß der Schaßmeister mit einem wüthenden Blide den Einspruch seines Dieners. Ich habe nicht allein Mont Aynard's Farben, sondern auch seinen Löwentopf, ja seinen Sinnspruch in frechen Buchstaben bei mir gesehen so wahr Gott lebt!" Den legten Schwur that er in einem Doppelfinne, der seine Seele falvirte. Und es war, als durchschaue ihn der Dauphin, denn er sagte lachend: Das ist Meister Crespin le bel gewesen! Der wird Euch doch nichts gethan haben, tapfrer Herr von Fuciany und Valoire?" Mich hat noch Niemand Lügen gestraft gnädigster Dal phinus!" sprach der Schaßmeister finster. I Nun, wir wollen die Sache untersuchen!" sagte Humbert mit rückkehrendem Ernste. Der Colas ist toot, fagt Jbr? Und die Uebrigen alle fort der alte Royan verschwunden und mein schönes Räthsel auch! Ein Herengebirge! Auch mir doch unterbrach er sich selbst und ein noch rückwirkender Schauer rieselte frostig durch seine Glieder, als er der Worte des Klausners, die er über dem neuen Erlebniß vergeffen hatte, wieder gedachte. Sie trieben ihn fort nach seinem Schloffe. Dort fand er großes Verlangen um ihn. Der geheime Sendbote des Kaifers war angekommen während seiner Abwesenheit; der Seneschal hatte schon zwei Ba en auf raschen Bierden ausgeschickt, welche den Herrn, der sogar nicht hinterlaffen, wohin er zu reiten gedachte, suchen sollten; einer war schon unverrichteter Sache von Gardemont zurückgekommen. Ueber die Vorgänge in'NordschleSwig, die Verurthei- lung dänisch gesinnter Mädchen tefp. Frauenbetreffend, sowie die Ausweisung dänisch gesinnter Männer und Frauen, schreibt die„Germania":„Das große Deutschland kann sich ohne Frage von derartigen Vergnügungstouren und Gesängen in seiner Existenz nicht bedroht fühlen; es müßte sonst schwächer '» r....! r w«. 16 unzweifelhaft Liedern in was immer für einer Sprache in einem Privathause nach unserer Anficht keiner polizeilicden Bceinfluffung unter- liegt. Im Uebrigen mögen die Offiziösen diesen anti-dänischen „Damenkrieg" noch so trefflich als nothwendig und patriotisch vertheidigen— galant ist dieses Vorgehen jedenfalls nicht, um so weniger, als es sich ausschließlich um junge Damen handelt." Die Verbreiwng von Stimmzetteln und Flugblättern für die Wahlen darf in keiner Weise polizeilich gehindert werden. In das unter dem 1. Juli 1883 publizirle Gesetz, betreffend Abänderung der Gewerbeordnung unter§ 43 in Alinea 3 und 4 befindet sich folgende Bestimmung:„Zur Verlheilung von Stimmzetteln und Druckschriften zu Wahl- zwecken bei der Wahl von gesetzgebenden Körperschaften ist eine polizeiliche Erlaubniß in der Zeit von der amtlichen Be- kanntmachung des Wahltages bis zur Beendigung des Wahl- altes nicht erforderlich- Dasselbe gilt auch bezüglich der nicht Sewerbsmähigen Vcrtheilung von Stimmzetteln und Druck- hiisten zu Wahlzwecken." Es dürfen Kolporteure, wie jeder Privatmann unentgeltlich oder gegen Bezahlung Stimmzettel und Flugschriften jeder Art zu Wahlzwecken sowohl an ihrem Wohnort, als außerhalb desselben, und zwar auf den Straßen, in öffentlichen Lokalen oder sonst wie frei und ungehindert vertheilen. Angestchts der bevorstehenden Reichstagswahlen ist darauf hingewiesen worden, daß Bürgermeister, wenn sie gleich- zeitig Amtsanwälte find, nicht Wahlvorsteher sein dürfen, weil ste nn unmittelbares Staateamt dekleiden und der Reichstag eine Wahl vernichtet hat, nachdem es stch ergeben, daß ein auch als AmtSanwalt thätiger Bügermcister Wahlvorsteher ge- wescn war. Dagegen wären Standesbeamte und deren Stell- Vertreter, falls ste vom Staaate keine Besoldung beziehen, als Wahlvorsteher zuzulassen, vorausgesetzt, daß fie nicht auch als unmittelbare Staatsbeamte gelten könnten. Die Grundzüge für die Alters- und Jnvaliden-Ver- sicherung der Arbeiter find dem Vernehmen nach bereits aufgestellt und dem Reichskanzler zugegangen.." Es ist auf- fällig, wie die Nachrichten über fertig gestellte oder in der Aus- arbeilung begriffene Gesctzesentwürse sich mehren, je näher die Wahlen heranrücken. Die Ergebnisse der bevorstehenden Reichstagswahlen werden von den Wahlkommissaren in der bei ftühercn gleichen Anlässen beobachteten Weise dem Reichsamte des Innern k. telegraphisch gemeldet werden. Sowohl für die Annahme der abzusendenden Telegramme als auch der Niederschrift der an- kommenden Telegramme kommt ein gegen früher etwas ver- ändertcs Formular zur Anwendung. Sämmtliche bei der Be- förderung der Wahltelegramme dcthciligten Telegrahen-An- stalten müssen sowohl am Tage der Wahl als an dem der Verkündigung der Ergebnisse(28. Oktober und 1. November) bis 10 Uhr Abends bez. bis zur erfolgten Abtelegraphirung der Wahltelegramme im Dienste bleiben. Für die Nachwahlen gilt dasselbe. In den am 28. d. Mts. abzusendenden Tele- grammen ist anzugeben: Bundesstaat, Verwaltungsbezirk, Wahlkreis, dessen Nummer, Gesammtzahl der abgegebenen giltigen Stimmen, Name, Stand, Wohnort des Gewählten, Partei- stellung, Zahl der Stimmen. Die in den einzelnen Wahl- lokalen abgegebenen Stimmen find nicht zu telegraphiren, son- dern nur das Gesammtergebniß. Das Reichsversicherungsamt nimmt seine Sitzungen nächsten Sonntag wieder auf und tritt zunächst in die Be- rathung des Normalstatuts für die Unfallgenossenschaften ein. Das bis zum 15. Oktober fällige statistische Material über die Genossenschaften ist zum größten Theil eingegangen; dem Reste kann man wohl unmittelbar entgegensehen- Dte Frage, ob die Oeffentlichkeit der Wahlhandlung nur bis präzise 6 Uhr zu dauern habe, und ob der Wahl- Vorsteher berechtigt sei, bis zur Feststellung des Wahlresultats das Lokal zu räumen oder zu schließen, wird neuerdings wie- der erörtert. Diese Frage ist früher seitens des preußischen Ministers des Innern in einem Erlaß an die Bezirtsregierun- fer. jc. ausdrücklich verneint worden, und zwar, nach der ltagdcb. Ztg. aus folgenden Gründen: Die Ermittelung des Abstimmungsergebnisses in den einzelnen Wahlbezirken bildet einen wesentlichen Theil der Wahlhandlung. Diese Auffassung des Begriffs der Wahlhandlung findet ihre Bestätigung im § 18, Abs. 2 des Wahlreglements, wonach einer der Beisitzer die Stimmzettel bis zum Ende der Wahlhandlung aufzubc- wahren hat, und im Abs. 3, wonach die geprüfte Gegenliste beim Schluß der Wahlhandlung vom Wahlvorstande zu unter- schreiben ist. Dem gegenüber kann es nicht in Betracht kommen, daß nach dem Wortlaut des§ 9 des Reglements die „Gardemont?" rief der Dauphin, dem man Solches am Eingange seines Palastes meldete.„Ist der Baron von Mont Aynard zu Hause?"„Nein?"— Sollte sein alter Feind Recht haben?" setzte er in Gedanken hinzu, während er die Treppe hinauf eilte, aber nicht in das Empfangszimmer, wo ihn der Graf von Oettingen, den man von seiner Ankunft unterrichtet hatte, gespannt erwartete, sondern in die Gemächer, welche die Hofmeisterin seines Söhnchen bewohnte. Ünange- meldet riß er die Thür auf, daß die alte Dame erschrak und ihr das Gebetbuch, in welchem fie die schönen Miniaturbilder dettachtete, aus der zitternden Hand fiel- Sie war allein! „Wo ist mein Sohn?" rief der Dauphin mit heftiger Stimme. *„Euer Gnaden" begann die Dame, noch ganz von Schreck befangen—„verzeihen— das junge Herrlein"—" „Großer Gott! Mein Sohn!" schrie der Dauphin, vor dessen aufgeregter Phantanfie riesengroß der Eremit stand. „Er badet hier nebenan— hören Euer Gnaden, wie er zappelt und lustig ist, wie ein Fischlein im Waffer?" sagte die Hofmeisterin, und nie hatten die süßen Melodien, welche Trou- badours an seinem Hofe gesungen, das Ohr dcö Fürsten so lieblich erfüllt, als jetzt das laute, fröhliche Kreischen seincS Kindes und das Plätschern des Wassers, mit welchem es seine sanft ermahnende Wärterin unaufhörlich bespritzte. Humdert folgte dem Drange seines Herzens, er trat rasch in das Nebengemach, zog den nackten, triefenden Knaben an seine Brust und herzte ihn mit Wonnegefühlen, wie so stark und blühend er war, jedes Glied von Gesundheit strotzend, kein Makel an seinem kleinen Leibe. „Gnädigster Herr, Ihr macht Euch ganz naß!" „Freudenwasser!— Hast Du mich lieb, Guigo? Du Herzensjunge, was wär' ich ohne Dich!" lassen der"'st so glatt— Ihr werdet ihn fallen r sttfsen? Nim in's Waffer, ja!" Er setzte ihn sanft wieder sn sein Bad, wo der schelmische Knabe nun auch dem Papa reichliche Spenden mit der kleinen Hand über das kostbare Kleid spritzte. Spät erst konnte fich der Fürst los- »?!'u R)aS st'm der Gesandte des Kaisers EiaÄ&Sä IHSsr Wahlhandlung um 6 Uhr geschlossen wird, da nach§ 17 um 6 Uhr die Abstimmung für geschlossen erklärt wird. Auch die weitere Frage, ob der Termin für die engere Wahl mindestens 8 Tage vorher bekannt gemacht werden müsse, wie das für die erste Wahl nach der Bestimmung im§ 31, Absatz 3 des Wahlreglements zu geschehen hat, ist seitens des preußischen Mini- steis des Innern verneint, und die im nichtamtlichen Theile deS„Reichs-Anzeigers" vom 13. Januar 1877 ausgesprochene gegentheilige Annahme als unzutreffend bezeichnet worden. Das Bestreben, den Zwischenhandel zu umgehe«, welches fich anscheinend auf eine allgemeine höhere Anordnung hin bei der Militärverwaltung in neurer Zeit bemerkbar macht, scheint man bei den Zivilbehörden dadurch unterstützen zu wollen, daß man von oben her die Produzenten zur Umgehung des Zwischenhandels anregt. Der erste derartige Versuch wird aus nichtpreußischem Gebiet gemeldet. Der Bezirksdtrektor im Eisenacher Oberlande hat, wie die„Thür- Corr." meldet, einen Erlaß an die Gemeindeoorstände seines Bezirks gerichtet, in welchem er diese auffordert, dabin zu wirken, daß die Bauern sich beim Verkauf ihrer Produkte von den Zwischenhändlern frei machen möchten, die den ohnehin nicht großen Verdienst des Landmannes verringern. Es sollen in den Gemeinden leicht zugängliche Kaufs- und Verkaufsregister angebracht und durch Beschaffung einer Dezimalwaage dem Taxiren beim Viehhandel vorgebeugt werden. Zum Nufallversicherngsgesetz. Von einem hiesigen Blatte ist die Frage aufgeworfen worden, ob die in den Zucht- Häusern mit industriellen Arbeiten beschäftigten Sträflinge dem Unfallverficherungsgesetze unterliegen oder nickt. Nach den Be- stimmungen des Gesetzes find verficherungspflichtig alle in Fa- briken beschäftigten Arbeiter, und nach der ausdrücklichen An- ordnunjj des Gesetzes gelten alle diejenigen Betriede als Fa- briken, in welchen die Bearbeitung oder Verarbeitung von Gegenständen gewerbsmäßig ausgeführt wird und in welchen zu diesem Zwecke mindestens zehn Arbeiter beschäftigt find. Da nun in den Strafanstalten ganze Abtheilungen von Arbeitern für einen gewerblichen Unternehmer thätig sind, so entsteht die Frage, ist dies eine„Fabrik" im Sinne des Gesetzes oder nicht? Es giebt auch Strafanstalten, in welchen Dampfkessel oder durch elementare Kraft bewegte Triebwerke in Anwendung kommen, und die Verficherungspflicht würde dann begründet sein. Nun aber folgt die Frage: Wer ist in diesem Falle als Unternehmer anzusehen, der Staat, der über die Arbeitskraft der Sträflinge dieponirt, den größeren Theil des Arbeitsertrages in Anspruch nimmt, oder der Pächter der Arbeitskraft, der mit der Zucbthausverwaltung über die Beschäftigung der Ar- beiter den Vertrag abgeschlossen hat? Es wird interessant sein, zu erfahren, wie fich die Behörden zu dieser Frage stellen werden. Im böhmischen Landtage begann am Dienstag die Debatte über den Antrag Herbst, der dahin geht, durch Ver- änderung der Bezirksgrcnzen möglichst viele rein deutsche und rein czechische, und so wenig wie möglich gemischte Bezirke herzustellen. Die Debatte dauerte zwei Tage und schloß am Mittwoch mit der Annahme folgenden Kommisfions-Äntrages: „In allen Fällen, wo die Bevölkerung der einen oder der anderen Nationalität in national gemischten Kerichtsbezirken das Verlangen nach einer Abgrenzung auf Grundlage der Sprackengrenze geltend macht, ist diesem Verlangen, so weit es nach Maßgabe der geographischen, wirthschaftlicken und sonstigen Verhältnisse stch als thunlich erweist, durch Tbeilung der detreffenden Gerichtsbezirke, eventuell selbst durch Bildung neuer Gerichtsbezirke zu entsprechen. Wenn immer ein solches Ansuchen an den Landesausschuß gelangt, hat derselbe diesen Grundsatz zur Richtschnur nehmend, die entsprechende Ver- Handlung mit den berufenen Organen entgegenkommend ein- zuleiten und auf Grund des Ergebnissesjlmit der k. k. Regie- rung wegen Einbringung bezüglicher Vorlagen ins Ein- vernehmen zu treten." Dafür stimmten 141 Abgeordnete des Czecken- und des Großgrundbefitzer- Klubs, dagegen 66 Deutsche. Im kroatischen Landtage kam es wieder zu einer stür- mischen Szene. Starceevics behauptete, die Mehrzahl der Ge- meindedeamten sei wegen Veruntreuung in Untersuchung; die Regierung unterstütze alle Gegner der Starcsevicsiancr und verfolge alle Freunde derselben. Ten Serben warf Redner vor, daß fie Feinde des Vaterlandes seien. Von mehreren Seiten erfolgten nun die Rufe:„Lüge",„Schämen Sie fich, Sie Lügner!"— Baron Zivkovics nennt Starcsevics einen Verleumver und rechtfertigt sein Verhalten als Chef der inneren Verwaltung. Gyurgyevics geißelt in den schärfsten Ausdrücken die Handlungsweise der Starcsevicsianer und sagt, wer die Ehre Anderer in so schmachvoller Weise angreife, sollte doch zum wenigsten selbst makellos sein. Redner will, der Landtag möge, wenn fich die gegen Ponkovics erhobenen Beschuldigungen als unbegründet erweisen sollten, beschließen, daß alle Jene, welche PankovicS verleumdeten, unwürdig seien, hier zu fitzen. Ganz Belgien bietet wieder das Bild eines weiten Kampf- feldes; in allen 2500 Gemeinden wird mehr oder minder heiß gekämpft, soll doch der 19. Oktober ein„allgemeines Plebiszit" über das Schulgesetz abgeben. In Gent hat der bisherige 6. Eine friedliche Mondnacht lag über der Landschaft. Auf den Thürmen des kleinen Städtchens, das fich in dem Schooß der Berge gebettet hatte, schimmerten die Kreuze im matten Strahl, die dichtgedrängte Häusermasse von schützenden Mauern umhegt, lag dunkel vor den hellbeschienmen Gängen. Alles war still— wie es um Hochmitternacht ist. Die Bewohner des Städtchens lagen im tiefen Schlafe, nur hier und da flim- werte ein Lämpchen durch die kleinen runden Scheiben der Fenster, wo vielleicht ein Kranker auf seinem Lager die lang- sam verrinnenden Stunden zählte. Ein einziges Haus, das fich durch seine Bauart vor den übrigen auszeichnete, schien waches Leben zu bergen. Durch die Stille der Nacht hätte man Thüren gehen, Elim- wen laut sprechen hören können, Lichter irrten an den Fenstern vorüber. Endlich rasselten an der großen Hausthüre die Riegel, fie knarrte in ihren Angeln zurück, und ein Paar ttat heraus, der Mann in ritterlicher Tracht, die Frau in der Kleidung der höheren Stände mit schneeweißer, dichter Halskrause und geschlitzten Aermeln, am Gürtel die langhängende Tasche; Beide nicht mehr in der ersten Blüthe der Jugend, der Mann mit emem ruhigen Geficht vom Bart umflossen, die Frau aber bleich, tiefes Leid im edlen Antlitz, so viel der Mondstrahl er- kennen ließ. . die Träger?" rief der Mann, indem er fich an emen Diener wandte, der hinter Beiden erschien. „Das ist unbegreiflich," antwortete der Dimer.„Sie hatten so gewiß versprochen—" „Wollt Ihr nicht wieder umkehren und fie drinnen er- warten?" fragte der Herr die Dame mit einem Tone, der dre zarteste Aufmerksamkeit verrieth.„Es war eine falsche Meldung." „Laßt mich nur," erwiderte die Dame und setzte stch auf die Steinbank an der Pfotte des Hauses.„Es ist ja so schön hier." Ihre leise Stimme hatte einen bebenden Klang, der selbst dem wiener auffiel. „Sich noch den Trägern und treibe fie zur Eile," befahl der Herr, worauf der Diener einiges Gepäck, das er auf d.'m Arme mitgebracht, niederlegte und fich entfernte. Stumm setzte fich der Zurückbleibende neben die Frau, welche in die Leere starrte. „Mont Aynard!" flüsterte fie nach einer Welle. „Was wünscht Ihr, Beatrice?" fragte er sanft. „Ihr seid doch gern gekommen?" fuhr ste fort. Minister des Innern Rolin eine sehr energische, die Liberalen zur Einigkeit mahnende Rede gebaltm. Für d-e Hauptstadt ist wieder die Zeit der Affichen gekommen. Ellenlange Plakate aller Orten, die weißen der Liberalen, die grünen der Unab- hängigen, heftige Angriffe auf den Bürgermeister, Empfehlungen der Kandidaten und Manifeste. Das geschickteste ist unstreitig das der verbündeten„Unabhängigen und Konservativen"(so nennen stch hier die Klerikalen, weil das Wort klerikal in BMll einen sehr schlechten Klang hat), das sicherlich viele Stimmen anziehen wird. Wenn auch aus den verschiedenstm Parteien zusammengesetzt, so heißt es darin, seien fie doch alle Sarin einig, daß fortab die Politik aus dem Rathhause schwinden und an deren Stelle die Sorge für die materiellen Interessen tteten muß. Nun folgen Versprechungen: Herabsetzung der Ad- gaben, der Gaspreise. Errichtung von Fachschulen, Erbauung des ZenttalpostgebäudeS, Errichtung eines Waisenhauses, Sttaßendurchbrüche, Verbesserung der Kanäle, Hebung des Handels; gleiche, loyale„verständig" liberale Anwendung der Gesetze, endlich Fürsorge für die Arbeiter und kleinen Hanfc werksmeister.— Die Ausweisungen der am„National Belge betheiligten Franzosen dauern fort. Auch der Verwalter des« selben, Pin?on, ist ausgewiesen worden. Brüssel. Die Tribunalkammer hat sämmtliche wegen re- publikanischen Komplotts Angeklagte außer Verfolgung gesetzt und dasselbe als nicht vorbanden erklärt. Das Ministerium hat am Budget für 1885 acht Millionen Ausgaben gestrichen. Frankreich. In der Deputirtenkammer kündigten Delafosse und Raoul Duval von der Rechten eine Interpellation über China, Lockroy(radikal) eine solche über die auswärtige Polim der Regierung an. Die Kammer beschloß, über beide Intel« pellationen bei Gelegenheit der Berathung über die Kredit« sorderung für Tonking zu verhandeln. In Lyon fand wiederum eine große Arbellerversammlunst statt, welche äußerst zahlreich besucht war. Die Redner lntt« firten das Verhalten des Bürgermeisters und beschloffen, eine Depesche an den Minister des Innern zu schicken, mit der Aufforderung, für Beschäftigung zu sorgen. Ferner wurde der Antrag angenommen, daß die beschäftigungslosen Arbeiter m der Umgegend des Rathhauses herumwandern sollten, ohne jedoch Gruppen zu bilden, was die Einmischung der Polrzel veranlassen würde. Schließlich wurde die Forderung oW nommen, daß Kirchen und andere öffentliche Gebäude den von den Hausbesitzern ausgewiesenen Ardeitem zur Verfügung(st« stellt werden sollen.,.„ In Folge eines vom Marseiller Präfckten genehmigten Gemeinderaths-Beschlusses wurden aus sämmtlichen Kommunal- schulen der Stadt die religiösen Embleme entfernt.. Grostbritannten. Die schottischen Farmer find unausgesetzr thätig, um für fich ähnliche Vottherle zu erringen, wie fie den irischen Pächtern durch die Landakte gewährt worden find. 0" einem in Aberdcen am Sonnabend abgehaltenen Meeting „Scotish Farmers Alliance" wurde der Bericht der Deputatw» unterbreitet, die nach Irland entsendet worden war, um ü der die Wirksamkeit der irischen Landakte und deren Anwendbarkeit auf Schottland Erkundigungen einzuziehen. DasResu»®* ist ein derartiges gewesen, daß im großen Ganzen samw liche Bestimmungen der irischen Landakte auch auf land zutreffend befunden wurden, und daß namentlich auch# irische„Rückständige Pacht-Akte" auf Schottland ausgevehn werden sollte, da übertrieben hohe Pachtzinsen, schlechte Ernte« und andere Umstände, die außerhalb iyrer Kontrole standen, die schottischen Pächter in dieselbe verschuldete Lage versetz' haben, wie dies bei den irischen Pächtern der Fall war.. Liverpool. Bei Ankunft des gestern Abend � Philadelphia hier eingetroffenen Dampfers„Lord Clive" wuro- von der Polizei ein ungarischer Paffagier verhaftet, der und ein halbes Pfund Dynamit in seinem Gepäck mit n« führte.— Nach einer neueren Nachricht heißt der Berhast?, Ouda Hovaner und scheint nach den angestellten Recherchm keine verbrecherischen Abstchten gehabt zu haben. Er halte>» Amerika in einem Bergwerke gearbeitet und von dort Dynmml mitgebracht, ohne zu wissen, daß letzeres verboten ist. Aus Westafrika wird von weiterer Ausdehnung M deutschen Protektorates berichtet. Neueste Nachrichten(T, Klein-Popo melden, daß dort Anfang September das deutl« Kriegsschiff„Leipzig«« anlief und am 5. September feierlich m deutsche Flagge hißte. Der König Mensah von Porto SegM hat stch ebenfalls unter den Schutz der deutschen Regierung gestellt. Euba. Die spanische Regierung hat die Nachricht e halten, daß die cubanischen Chefs und Flibustier, die rn o Abficht nach Keywest in Florida gegangen waren, die � freiung Eubas von Spanien vorzubereiten, auseinander find, ohne zu einem Uebereinkommm gelangt zu sein. Mvx"r Gomez und Maceo, die Führer beim letzten Aufstand, besmo, fich jetzt in New-Orleans. Es scheint, daß fie von ihren awe» konischen Freunden und von den kreolischen Flüchtlingen Keywest zu dem Glauben oerleitet worden seien, der(stg wärtigc kritische Zustand des Handels, Äckerbaues und Finanzen auf Euba werde eine treffliche Gelegenheit für e' neuen Aufstand bieten; aber die kreolischen Anführer westst� „Und wenn Ihr mich nach dem fernen Mallorca entb� hättet, ich wäre Eurem Rufe gefolgt««, erwiederte Mont Ayn „Ihr dürft immer über Raymond gebieten". � � jii „Ich wußte nicht, an wen wenden hatte««, sagte fie.„So ganz verachtet—" „Sprecht von der traurigen Vergan tri«««, unterbrach er fie.„Kein Mensch kennt Euch ich mich in meiner verlassen und elen irr« uniervracy er«e.„Kern tvienscy lennt üucv, 1»! Ktzi seid Ihr todt- und die Freistatt, die Ihr auf hetnufc»» sucht, wird Euch nicht fehlen««.»afc „Gott sei gelobt und die Mutter aller uird mein Bote Euch fand!" rief fie lebhafter.„O s mir leichter werden, wenn ich mir erst Alles vom gesprochen habe! Euch beichte ick zuerst. Euch Alle- � mond. Dann will ich mein unglückliches bergen.«' uns noch über Alles ruhiger auszusprechen.««.{,«($'' Jüebt Fucigny noch«?«« fragte fie— und da er es versank fie in tiefes Nachdenken...„best o®'« Unterdessen brach über die kleine Stadt ein Un von welchem ihre schlummernden Bewohn» kerne � a(&. hatten. Eine Nebenpsorte war offen geblieben�,# Mont Aynard hatte es veranlaßt, um ohne Ami gtoW der Dame, die seine Hilfe angerufen hatte, aus �ßl zu kommen. Durch diese Pforte war plötzlich �..chen% nicht, wer? noch woher?— bewaffnetes Volk eingeb ein wilder nächtlicher Ettaßenkampf störte rmt einem gst* Ruhe: es war, als sei eine Schaar von Dämonen entsttegen. Mont Aynard sprang auf, mährend vre immer entfremdet der Außenwelt dasaß, dre dlerchc die Hand gestützt, hinausschauend, wo für fie Alle hgres- todt war; fie schien daS Getöse, das näher kam, mt?'„ficht Oy schon wälzte fich ein Haufe von Kämpfern in der iT Straße vorüber, fie sah es nicht und auch die Mahnung in das Haus zurück zu treten, weckte fie nickt?us_ star'm krampfe, der fie erfaßt hatte- Da nahm er fie m K Arm und trug fie hinein— was hätte er ernst dani wenn er fie an seinem Herzen, wie jetzt,„ na.tms*' Scher hätte verbergen können! Doch— was lag In jene Zeit durfte er nicht mehr denken. (Fortsetzung folgt.) Mitte feines bello cht ei volle Der f efelben order en ei Darauf weit in go uz ng en je Erleid De n Re Daud ld a Seiten e habe Kom Sub ründe Di ahme g De rei von e Ve ga Bureau ei de ludien ben Arbeite Silfe# Beruf tbr.c boly echele che bit Den an St zab großen it allen nde ift Derfeits endfl bliothe haftlic fie be ch nicht it edenten wir in an bir Fud pingen at, ba nnidt rungen mmlung arbeit ftr. 61 Nachm Se fau Organi Im Di ational gleid Drga Robi fich, eine Expedition zu unternehmen, wenn ihnen nicht genügende Mittel zur Dispofition gestellt würden, und zerstreuten Cuba und in den öftlichen Distrikten dieser Insel Vorsichtsmaßregeln ergriffen. Lokales. In dem Wahltableau für die Stadt Berlin, welches nunmehr veröffentlicht ist, befindet sich ein Baffus, der allers dings von einer wohlwollenden Fürsorge des Magistrats den Wählern gegenüber zeugt, der aber mit den bestehenden Gefegen über den Wahlaft durchaus nicht in Einklang zu bringen ift. Unsere Gefeße find glücklicherweise derartig abgefaßt, daß fie in vielen Fällen feiner weiteren Erläuterungen und Busäße bedürfen; es erscheint daher mindestens wunderbar, wenn in einem offiziellen Schriftstück eine Bemerkung wie die folgende steht:„ Eine besondere Einladung zur Wahl durch Bustellung von Karten erhalten die Wähler nicht. Deshalb möge fich ein Jeder, welcher sein Wahlrecht ausüben will, mit entfprechender Legitimation versehen, um in zweifelhaften Fällen seine Identität nachweiſen zu können." Wir müssen demgegenüber ganz entschieden Verwahrung dagegen einlegen, daß ein Wähler bei dem Wahlatt irgendwie nach einer Legitimation Identität seiner Person feststellen zu lassen. Die entsprechen den Gesezesparagraphen, welche gerade auf diese Verhältnisse Bezug haben, lauten nämlich: $ 14. Bur Stimmabgabe find nur diejenigen auzulaffen, welche in die Wählerliste aufgenommen find(§ 8 des Gefeges). Abwesende können in keiner Weise durch Stellvertreter oder sonst an der Wahl theilnehmen. § 15. Der Wähler, welcher seine Stimme abgeben will, tritt an den Tisch, an welchem der Wahlvorstand sigt, nennt seinen Namen einer Ortschaft besteht, seinen Wohnort, in Hausnummern aufgestellt ist, feine Woh nung an Namen in der Wählerliste aufgefunden hat, seinen Stimmzettel Der Wähler übergiebt, sobald der Protokollführer seinen dem ments), welcher Denselben uneröffnet in das auf dem Tisch steh| Kränzen entfernt werden sollten. Dieser Aufforderung wurde nicht entsprochen und in der Ausschmüdung des Sarges weiter geschritten. Laut ertönte nun die Stimme des Kommiffars: lung auf und fordere die Anwesenden auf, sich sofort zu Im Namen des Gesetzes löse ich hiermit die Versamm Anlegung eines Nothverbandes in ärztliche Behandlung ge geben wurde. Da der Wagen auf den Pferdebahnschienen zum Stehen tam, hatte der Unfall noch eine große Verkehrsstockung im Gefolge. Der durch das Unglüd führerlos gewordene Mörtelwagen wurde später seinen Eigenthümern zugestellt. N. In aufregende Situation gerieth gestern Abend der Pferdebahnwagen Nr. 346 der Linie Dönhofsplay- Kreuzberg. Der Wagen war gerade von dem Dönhofsplay mit 18 Ber sonen befeßt abgefahren und in die Kurve der Jerusalemerstraße eingebogen als der Wagen plöglich in auffälliger Weise anfing zu schwanken. In der Annahme, daß der Wagen entgleift sei, wurde derselbe sofort zum Stehen gebracht und nunmehr konstatirt, daß die Hinterage in der Mitte durchgebrochen war. Sämmtliche Baffgiere mußten aussteigen, um in einen an deren, requirirten Wagen einzusteigen. Die rege Direktion des Deutschen Theaters befleißigt sich, neben den Aufführungen unserer flaffischen Dramen nicht nur die Werke unserer älteren und neueren deutschen Literatur, als auch diejenigen des Auslandes zur Anschauung zu brin gen und entfaltet auf diesem Gebiet eine anerkennenswerthe Thätigkeit. So brachte fte am Mittwoch Eduard Baillerons entfernen." Die Anwesenden blieben ruhig stehen, bis der Sarg aufgenommen wurde. Vor dem Hause hatten sich nun noch viele Freunde eingefunden und begleiteten den Leichenzug zur legten Ruhestätte. Auf beiden Seiten des Weges hatte fich ein zahlreiches Publikum aufgestellt, welches bis zum Kirchhof Spalier bildete. Aber auch zahlreiche Schußleute in Uniform folgten dem Buge, es mochten circa 30 Mann sein. Als der Leichenwagen durch das Thor in den Kirchhof fuhr, wurde von Seiten der dort poftirten Schuleute daffelbe gеschloffen, und gelang es nur mit genauer Noth und Mühe, daß die Frau und der Bruder des Verstorbenen hinein durften. Die Theilnehmer des Buges mußten auf der Straße stehen bleiben. Auch hier löfte der Kommissar mehrere Male die Versammlung auf. Als der Sarg in die Gruft hinabgelaffen wurde, legte ein Freund des Verstorbenen im Namen der Magdeburger Parteifreunde einen Lorbeerkranz auf denfelben. Doch auch diese Versammlung wurde wieder aufgeiftvolles Luftspiel die Welt, in der man fich langweilt" wiegelöst. Derjenige, welcher den Kranz auf das Grab gelegt hatte, wurde verhaftet und nach der in der Nähe befindlichen Militärwache abgeführt. Zwei Andere der Bugtheilnehmer wurden ebenfalls arretirt. Unter Begleitung einer zahlreichen Schugmannschaft und eines noch zahlreicheren Bublifums fand dann die Abführung nach der Polizei- Hauptwache statt. Ein Arbeiter und eine Frau, welche das Gebahren der Polizei tadelten, verfielen ebenfalls diesem Schicksal. Es sei noch be merkt, daß prachtvolle Lorbeerkränze von Freunden aus Berlin, Hamburg, Leipzig, den Wahlkreisen Jericho I. und II. und Wanzleben für den Verstorbenen eingeschickt wurden. In allen Kreisen der Bevölkerung wird dies Begräbniß besprochen und ist hauptsächlich im Arbeiterstande eine starke Erregung zu spüren. Die Beerdigung des Mitgliedes des Arbeiter- BezirksVereins des Dftens, Bimmermann Sterz, Friedenstraße 52, Vereins des Oftens, Bimmermann Sterz, Friedenstraße 52, fand vorgestern unter reger Betheiligung der Gewerksgenossen und Mitglieder des Vereins statt. a. Ein empfehlenswerther Diener. Der bei einer Herrschaft in einem Hause am Kronprinzen Ufer tonditionirende anderen benachbarten Herrschaft verhaftet worden. 2., ein bisDiener L. ist heut wegen eines Einbruchsdiebstahls bei einer her unbescholtener Mensch, hatte bei seiner Herrschaft eine vorzügliche Stellung, und während der legten Zeit, in welcher feine Herrschaft verreist ist, hatte er recht viel Freiheit und zu seiner Verpflegung standen ihm so viel Mittel zur Verfügung, feiner Verpflegung standen ihm so viel Mittel zur Verfügung, daß er sich während der legten Wochen einem liederlichen Bon irgend einer Legitimation ist also hier durchaus teine Rede. Man denke auch nur, welche Unzuträglichkeiten entstehen bönnten, wenn namentlich Arbeiter, die erfahrungsmäßig, erit in ben vorgerückten Tagesstunden die Wahllokale zur Abgabe ihrer Stimmen aufsuchen tönnen, hier vielleicht abgewiesen würden, um erst von Hause eine Legitimation zu holen. Sie würden fehr häufig erst zurüdkommen lönnen, wenn der beſtimmte Treppenflur mit seiner Herrschaft wohnenden Banfierfamilie Termin längst verstrichen ist, und es wäre ihnen somit die Ausübung ihres Wahlrechts unmöglich gemacht. Es scheint, als ob diese sonderbare Ermahnung des Magistrats nur deshalb erlaffen ist, weil bei der diesmaligen Wahl zum ersten Male ganz neue Wahlvorsteher fungiren, früher waren es immer die Stadtverordneten der betreffenden Bezirke, welche dieses Ehrenamt bekleideten, sollte man vielleicht diesmal den Bezirksvor ftehern 2c., denen man jegt die Leitung der Wahl anvertraut die nöthige Routine nicht zutrauen, und wollte man durch eine Schön ist das ja, gefeßlich ist es aber nicht. Lebenswandel hingab und die ihm zur Verfügung gestellten Mittel rasch verbrauchte. Um fich für sein liederliches Treiben weitere Mittel zu schaffen, beschloß er bei einer auf demselben einen nächtlichen Einbruchsdiebstahl zu verüben. Obwohl ihm bekannt war, daß in der Nacht nur die Glas- Entreethür der betreffenden Wohnung von Innen verschlossen war, die übrigen zur Wohnung führenden Thüren nicht verschlossen waren, so besorgte er fich doch Dietriche und Nachschlüssel, um diese in der zu bestehlenden Wohnung zurückzulaffen und den Schein zu erregen, daß routinirte Einbrecher den Diebstahl ausgeführt haben. In der Nacht vom 15. zum 16. d. M. zerbrach L. thür, öffnete mit dem im innern Schloß ſtedenden Schlüſſel Bartet erhalten woselbst er eine Anzahl fehr werthvoller Bronzefachen, die auf wir eine Buschrift, deren wesentlichen Wortlaut wir hier unter Weglaffung aller persönlichen Invektiven folgen lassen: Löb liche Redaktion! Die von dem Schneider Grüneberg durch die Demokratischen Blätter" veröffentlichten Artikel Ein dem Hause fiel aus der Pferdedede ein Bronzegegenstand auf die Thür und trat leise in die Vorderräume der Wohnung, einer Etagère standen, an sich nahm, in eine Pferdedecke hüllte und damit gegen Morgen aus dem Hause trat, um sie bei einem Tröbler in Geld umzuseßen. Bei dem Heraustreten aus das Straßenpflaster, was von einem hinzugekommenen Bäderjungen bemerkt wurde. Diesem erschien dies verdächtig, und auf seine Veranlassung wurde L. mit seiner Beute durch einen gegenstände, welche einen Werth von 800 Mart haben, wurJahr aus der Geschichte der chriftlich sozialen Partei" find ganz oder theilweise auch in Ihrem Blatte zum Abdruck ge langt... Nur auf einen Bunft des auch in Ihr Blatt überreflektiren, weil uns an der Wahrheit gerade über diesen Punkt gegangenen Grüneberg'schen Artikels" möchten wir furz Nachtwächter zur Wache gebracht. Die gestohlenen Bronze im Intereffe unserer Partei sowohl, wie auch im allgemeinen den am frühen Morgen des folgenden Tages dem bestohlenen wieder zugestellt, während 2. nach dem Moltenmarkt fozialen Partei gewesen, aber behauptet, Grüneberg habe fich gebracht worden ist. Nun wird zugeftanden, belief Mitglied ber christlich- wanderte, von wo er heut nach Moabit zur Untersuchungshaft wanderte, von wo er heut nach Moabit zur Untersuchungshaft bezüglich der Verwendung Hödel's widersprochen. Dann heißt es meiter: daf in vorigen t, nod elöbna en, um auschen febent Trant madit ir bem chilling einto ürchter Gar bober welde es liegt en wit del be ten von Boden ühren unten a. Durch einen ganz raffinirten Betrug wurde der Schankwirth F. in der Krausnickstraße um 100 M. gebracht. Am 15. d. M. Nachmittags 1, Uhr trat ein ihm unbekannter Herr in sein Schantlokal, welchem die linke Hand, resp. der linke Unterarm fehlte. " der zur Darstellung, welche wir als eine vorzügliche bezeichnen fönnen. Die Satyre, mit welcher jene Kreise geschildert werden, die unter dem Deckmantel schöngeistiger Bestrebungen, ihre egoistischen gesellschaftlichen Zwede verfolgen, wirkt höchst ergöglich, durch die fein pointirte Segenüberſtellung einiger naturwahren Menschen. Die Darstellung derselben war eine muftergiltige und trat namentlich Herr Kadelburg durch seinen urwüchstgen Humor aus den Rahmen der Mitspielenden hervor, feine Partnerin Fräulein Schmidt zu ebenbürtiger Leiftung hinreißend; auch die Damen Trautmann und Sorma, sowie die Herren Sommerstorf und Schönfeld spielten recht brav, wie auch die Vertreter der kleinen Parthien, sich mit gutem Erfolg und Geschick mit ihren Rollen befaßten. Durch einige Kürzungen im 2. und 3. Aft, namentlich zum Schluffe des Stüdes würde die Wirkung sich nach unserer Meinung derart erhöhen, daß ein Moment, in dem man fich langweilt, nicht Plas greifen kann. Belle- Alliance Theater. Die Première der drei ange fündigten Novitäten Die Prinzipalin" Gegenüber" und Eine anonyme Korrespondenz", die bereits heut stattfinden sollte, ist szenischen Schwierigkeiten halber bis zum Montag hinausgeschoben worden. Heut tritt Franziska Ellmenreich noch einmal als Adrienne Lecouvreur" und morgen als ,, Katharina v. Rosen" in Bürgerlich und Romantisch" auf. Polizeibericht. Am 14. d. M., Vormittags, fiel der zwek Jahre alte Sohn des Klempners Schulz, Boyenstraße Nr. 33 wohnhaft, in der Küche der elterlichen Wohnung in eine mit heißem Wasser gefüllte Kafferole und wurde derart verbrüht, daß er an den erlittenen Verlegungen am folgenden Tage verstarb. Am 16. d. M., Vormittags, stürzte der Gerüft verleiher Hupe, Büschingstraße 9 wohnhaft, beim Herablaffen von Rüstbrettern aus einem Fenster der zweiten Etage des Hauses Genthinerstraße 5 auf den Bürgersteig binab und ver starb auf der Stelle. An demselben Tage Mittags stürzte fich ein Mann, anscheinend in Folge eingetretenen Verfolgungs Wahnsinns, aus dem Fenster seiner in der Lindowerstraße 4 Treppen hoch belegenen Wohnung auf den Hof hinab und verstarb alsbald in Folge eines Schädelbruchs. Die Leiche wurde nach dem Obduktionshause geschafft.- Am Nachmittage Deffelben Tages fiel der Kutscher Falkenthal in drr Lindenstraße von seinem mit Mörtel beladenen Wagen und wurde überfahren, so daß ihm das Rad übec beide Oberschenkel ging. Derselbe erlitt hierdurch schwere Verlegungen. Gerichts- Zeitung. Dortmund, 15. Oktober. Eine Beerdigung als„ öffent liche Versammlung unter freiem Himmel". Am 8. Juni 1884 fand auf dem Westen- Todtenhofe die Beerdigung des verstor benen Herrn Otto Tölde statt, zu welchem fich die Gesinnungsgenossen zahlreich eingefunden hatten. Das Leichengefolge trug fast durchwegs rothe Schleifen oder rothe Blumen, die Kränze waren gleichfalls mit rothen Schleifen versehen. Nachdem die Leiche in das Grab gefenft und ein Gesangverein einen Choral gesungen, trat der jegt hier wohnhafte, aus Berlin auf Grund des Sozialistengeseges ausgewiesene Sattler und Polsterer Fr. Emil Brachwiz an das Grab, um eine Rede zu halten, wurde hierin aber bald von Herrn Bolizei- Kommiffar Meyer unterbrochen. Heute war nun Brachwig angeklagt, in einer öffent lichen Versammlung unter freiem Himmel, zu welcher die polizeiliche Erlaubniß nicht eingeholt war, als Redner thätig geRobiling der chriftlich sozialen Partei als gewesenes Mit Grüneberg versucht aber auch den zweiten Mordbuben glieb" anzuhängen! Db Grüneberg mit Nobiling persönlich jemals etwas zu thun gehabt hat, wissen wir nicht. Mitglied haltung an, gab fich als der Kaffenbote Seifert bei der Lehrter wesen zu sein und in einer sozialdemokratischen Versammlung, der christlich- sozialen Partei aber ist Nobiling niemals ge wefen! Die Original- Mitgliederlisten der christlich- sozialen Bahn mit 90 M. Monatsgehalt gesucht würde. F. erbot sich Bartei find auf unserem Büreau sämmtlich und vollständig diese Stellung anzunehmen, da er sein Schankgeschäft aufgeben Bahn aus und erzählte, daß ein zweiter Kaffenbote bei dieser vorhanden, vom 5. Januar 1878, dem Datum der Begründung wollte, und auf die Einladung des Seifert begab sich F. mit flagten wurde speziell zur Last gelegt, am Grabe die Worte: Robiling angefertigt lifte vernichtet und eine neue unter Weglaffung des Namens damals, nach geschehenem zweiten Attentat, die alte Mitglieder Bußte vorgestellt werden sollte. Am Bahnhof entfernte fich der Mitgliederliste zeigt, nicht wahr! meldender Mitglieder ist Die geschehen, wie so ist das, wie ein Blick auf diese Die Eintragung fich von Grüneberg nicht allein verschiedenen Handschriften in der seinen Militärpapieren in der Begleitung des S. nach dem Lehrter Bahnhof, woselbst er dem Kaffenrendanten Oberst von angebliche Seifert von F. auf 10 Minuten in ein Bimmer, nachdem er sich hatte die Militärpapiere geben laffen, und fagte nach seiner Rückkehr, daß der Herr Oberst von Bugle die Militärpapiere an fich behalten hätte, und daß F. um 4 Uhr mit der einzuzahlenden Raution 100 M. fich persön Lifte zeigen, die Aufnahme und Eintragung erfolgte lich vorstellen sollte. F. holte sofort aus seiner Wohnung außer durch Grüneberg auch durch andere Vorstands100 M. und fam pünktlich um 4% Uhr auf dem Verron des Lehrter Bahnhofes an, woselbst gerade ein Bug einlief. Der schriften in der Liste deutlich erkennbar und leicht von einander angebl. Seifert zeigte auf einen zehn Schritt von ihnen entfernt zu unterscheiden sind. Wie schon erwähnt, liegen alle diese stehenden Herrn in der Uniform eines höheren Eisenbahn- Beamten Listen im Original vor und keine zeigt eine Spur der von Grüneberg behaupteten Umwandlung! Hätte Grüneberg Die von ihm behauptete Umschreibung der betreffenden Liste n Ende ingung Lebann Frieb läutet egrabe Diefen Saty b voll b eine burd ch bas er Be onftro Dann mit den Worten: Dies ist der Herr Oberst von Bugle Bugleich ließ er sich die 100 M. einhändigen, um fie angeblich dem Obersten von B. zu geben, und trat an den Eisenihm ein Stüd Papier, worauf fich eine mit Bleistift ge dem F. eine Quittung über 100 M. gezahlter Raution zu " in welcher auf den Umsturz der bestehenden Gesellschafts- und Staatseinrichtungen gerichtete Bestrebungen zu Tage getreten, als Leiter und Redner aufgetreten zu sein. Dem Ange Die deutsche Sozialdemokratie leidet unter einem gewissen Druce" gebraucht und dann mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie geschloffen zu haben. Bur Theilnahme an der Leichenfeier waren durch ein Inserat in der Dortmunder Beitung" die sämmtlichen Freunde des Verstorbenen von Nah und Fern eingeladen. Hierin soll die Aufforderung zur Theilnahme an der Versammlung liegen. Das Inserat hat Brachwiz veröffentlicht, jedoch will er dies nur im Auftrage eines Anderen gethan haben. Der Angeschuldigte bestritt, die eben angeführten Worte gebraucht zu haben. Seine Worte hätten allein dem verstorbenen Freunde gegolten, das Wort Sozialdemokratie sei gar nicht gefallen. Der Polizei tommiffar Meyer und auch noch andere Beugen befunden dem gegenüber ganz bestimmt, daß entweder ganz gleiche oder doch ähnliche Worte gefallen. Daß der Angeschuldigte ein Hoch auf die Sozialdemokratie ausgebracht, glaubten die Belastungszeugen, entschieden konnten sie dies aber nicht behaupten. Dem gegenüber beschworen sechs oder sieben Entlastungszeugen das Direkte Gegentheil von dem, was die Belastungszeugen ausgefagt, Reiner der ersteren hat das Wort Sozialdemokratie, ebenso wenig ein Hoch vom Angeklagten gehört. Nach Schluß der Beweisaufnahme machte Herr Staatsanwalt Maizier zus nächst auf den auffälligen Umstand aufmerksam, daß die AusSagen der Schußzeugen bis auf das Tüpfelchen über dem„ i" übereinstimmten. Im Uebrigen wurde seitens des Herrn Staatsanwalts ausgeführt, daß es sich um fein gewöhnliches Begräbniß, sondern um eine Versammlung und zwar um eine verbotene gehandelt. Der Antrag lautete wegen Vergehens gegen das Vereinsgefeß von 1850 und gegen das Sozialisten gefes von 1878 auf eine Gefängnißftrafe von 2 Monaten und Bulässigkeit der Beschränkung des Aufenthalts des Angeklagten. Herr Rechtsanwalt Dithmer, der Vertheidiger des Angeklagten, suchte in längerem Plaidoyer nachzuweisen, daß die that fächlichen Voraussetzungen der angezogenen geseglichen Be stimmungen nicht vorlägen, und beantragte deshalb FreiSprechung. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten wegen Vergehens gegen das Vereinsgesetz(§ 17 der Verordnung vom 11. März 1850) zu einer Geldstrafe von 30 Mart, eventuell 10 Tagen Gefängniß. vorgenommen, so wäre es ganz unmöglich, daß die neue Liste bahnbeamten heran, mit dem er mehrere Schritte gehend eine in Allem der alten, insbesondere bezüglich der verschiedenen Unterredung führte. Hierauf fam er wieder an F. heran, gab folgten ursprünglichen Eintragung fonform sein könnte! Drei schriebene Anweisung an das Eisenbahn- Betriebsamt befand, Namen in die betreffende Lifte eingetragen haben, befunden geben, und entfernte fich, unter dem Vorgeben, dienstlich be einstimmig, daß die in unserem Bureau befindliche Liste die schäftigt zu sein. Als F. nach dem Betriebsamt fam, erfuhr der Name Nobiling nicht, und Niemandem unserer Partei ist gestellt und daß ebensowenig ein Kaffenbote Seifert daselbst Ergebenft das Bureau der chriftlich- sozialen Partei( Universitäts- gefallen, welcher den auf dem Perron stehenden StationsN. Das Kaiserliche Reichspostamt hat, um die Ergeb- vorsteher hat der Betrüger sodann um Auskunft über eine Deutschen Reichstage auf schnellstem Wege dem Reichsamt Entfernung stehenden F. mit dem Beamten ein Gespräch an des Innern mittheilen zu können, ganz besondere Verfügungen geknüpft. Der bisher noch nicht ermittelte Betrüger ist ca. 32 erlaffen; sowohl für die Annahme der abzusendenden Tele Telegramme fommt dieses Jahr ein besonderes Formular zur n Geb frit Ronate Beit ter ge St Obes Len, fo innen ath bet Durc 11 AD = ober at if und fo fi er, daß bei der Bahn ein Oberst von Bugle gar nicht anbetannt ist. F. war hiernach einem Schwindler in die Hände vorsteher als den Obersten von B. ausgab. Den Stations Bahnangelegenheit ersucht und so vor dem in geziemender Jahre alt, 170 Ctm. groß, er hat schwaches blondes Haar, einen starken blonden Schnurrbart. Die von ihm unterschlagenen Militärpapiere lauten auf den Namen„ Fischer". g. Auf eine entsegliche Weise verunglückte gestern Nachder Telegraphenanstation etwa ansässigen Wahltommiffarien, mittag 3, einhalb Uhr der Führer des Wagens Nr. 4 der Sobald dieselben ernannt find, mit dem Ersuchen zugestellt Mörtelfabrit von Prerauer u. Co. Als der Kutscher vom Belle fenbenden Telegramme zu verwenden und zwar unter Be Bugung eines Formulars für jede Adresse. Rach langen und schweren Leiden starb am Sonntag Alliance- Plat in die Lindenstraße einbiegen wollte, fiel er durch einen plöglichen Ruck vom Wagen und so unglücklich zur Erde, daß das linke Vorderrad auf seine Beine auffuhr aller Anstrengungen des sofort hilfsbereit herbeigesprungenen feiner schrecklichen Lage befreit werden konnte, wurde schnell ein Stellmacher mit einer Winde requirirt, mit deren Anheinrich Stremel in Magdeburg. Am Mittwoch Mittag Publikums nicht hochgehoben und so der Unglückliche aus 12 Uhr sollte die Beerdigung desselben stattfinden, und hatte fich hierzu eine Anzahl seiner Freunde eingefunden. Als im of bes Hauses, in welchem St. wohnte, die Ausschmüdung wendung der Bebauernswerthe von der schweren Laft befreit Des Sarges vorgenommen wurde, fand sich der Polizei wurde. Die Beine des Kutschers waren vollständig zerquetscht, tommiffar Haase ein und verlangte von dem Schwager des Verstorbenen, daß alle rothen Schleifen und Blumen von den so daß ihn die anwesenden Schußleute zunächst nach der Polizeiwache am Belle- Allianceplay trugen, von wo er nach Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. Eine Versammlung von Wählern der Arbeiter. partei des vierten Berliner Reichstagswahltreises, in der der Kandidat dieser Partei Stadtv. Paul Singer sprechen sollte, war zum Donnerstag Abend nach dem Neustädter Voltsgarten"( Proskauerstraße) einberufen. Nur wenigen Berlinern ist die im äußersten Osten der Hauptstadt, am Ausgange der BORSA 12920 SEND CEREREA FREE ge u au es ge 100 far Det ard Do um fol fei un Frankfurter Allee belegene Proskauerstraße bekannt. Trogdem zogen schon lange vor der festgesezten Zeit dichte Schaaren von Arbeitern nach den Versammlungslotale; ein großes Pla fat und zahlreiche vor dem Lokale poftirte Schußleute seßten jedoch die Maffen in Kenntniß, daß die Versammlung verboten fei. Der Andrang wurde schließlich ein solch' immenser, daß der die zahlreich aufgebotene Schußmannschaft befehligende PolizeiOffizier den Wirth des Lokales aufforderte, lezteres zu schließen. Nur mit Mühe gelang es den Schußleuten, die erregten Maffen, die ihrem Herzen durch Hochrufe auf Singer Luft machten, zu zerstreuen. Ein sehr großer Theil dieser Leute zog nun nach dem Lokale Königsbank"( Große Frankfurter ftraße 117, woselbst Abgeordneter Ludwig Löme in einer vom Wahlverein der Fortschrittspartei des vierten Berliner Reichstagswahlkreises einberufenen Wählerversammlung einen Vortrag hielt. Dortselbst wurde den Arbeitern jedoch der Bu tritt verweigert und selbst solche, die im Befit von Karten waren, wurden nicht zugelassen. Dem an der Kontrolle ste henden Droner wurden in Folge dessen alle möglichen Invek fiven zu Theil. Da die Menge fich den Eintritt in das Lokal schließlich erzwingen wollte, wurde ein Schußmann herbeigerufen. Dieſem gelang es sehr bald, die immer mehr anbrängenden Maffen zu zerstreuen. Diese entfernten sich unter abermaligen Hochrufen auf Singer. Eine am Donnerstag Abend in Wohlhaupts Salon( Man teuffelstraße 9 stattgehabte, überaus zahlreich besuchte Ver fammlung des Arbeiter Bezirksvereins vom 15. und 20. Rommunal- Wahlbezirt, in der Stadtverordneter Gördi einen Vortrag über die Organisation der Arbeiter hielt, wurde nach etwa 14ftünDiger Dauer polizeilich aufgelöst. Als der Vortragende äußerte: Wenn es in sozialer Beziehung beffer werden soll, dann müssen die Arbeiter als tompakte Maffe vorgehen da er flärte der überwachende Polizei- Offizier die Versammlung auf Grund des§ 9 des Sozialistengefeßes für aufgelöst. Die Verfammelten beantworteten diese Auflösung mit stürmischen Hoch rufen auf den Arbeiter- Kandidaten Singer und begaben sich alsdann in die an das Versammlungslokal anstoßenden Restau rationsräume. Daselbst wurde beim lase Bier das Ereigniß des Abends noch lange in lebhafter Weise erläutert. 3 w. Der Arbeiter- Bezirksverein im Osten hielt am Dienstag im Lotale„ Rönigsbant", Große Frankfurterstr. 117, eine Mitglieder Versammlung ab, die der erste Vorfigende, Herr Herold, leitete. Derselbe macht zunächst auf das Dahinfcheiden eines Mitgliedes, Weber Robert Hartelt, aufmertfam und ersuchte, den Dahingeschiedenen durch Erheben von den Sigen zu ehren. Hierauf erhält Herr Hinge zum ersten Bunft der Tagesordnung Bericht der Kaffen- Revisoren" das Wort. Derselbe theilte mit, daß die Einnahme für die Monate Juli, Auguft und September incl. des vorigen Quartals 417.60 M., die Ausgaben 278.15 M. betragen, somit ein Raffenbestand von 139.45 M. vorhanden sei. Der Weihnachtsfond hat incl. des vorigen Quartals einen Kaffenbestand von 120.43 M, wovon 60 M. auf der Stralauer Genossenschaftsbank deponirt find. Das Wort erhielt hierauf der zweite Revisor, Herr Niemann, und bestätigte derfelbe die Richtigkeit des Berichtes, worauf dem Kaffirer Decharge ertheilt wird. Bum zweiten Punkt der Tagesordnung Ergänzungswahl des Theater. " Königliches Overnhaus: Sonnabend: 207. Vorstellung. Die Walküre. Königliches Schauspielhaus: Sonnabend: 210. Vorstellung. Der Freund des Fürften. Deutsches Theater: Sonnabend: Der Richter von Balamea. Bellealliance- Theater: Sonnabend: 20. Gastspiel der Königl. Hofschauspielerin Franzista Ellmenreich. Auf Verlangen: Adrienne Lecou vreur. Nenes Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Sonnabend: Gasparone. Walhalla- Operetten- Theater: Sonnabend Bum 304. Male: Nanon. Oftend- Theater: Sonnabend: Bum 4. Male: Ein Vampyr, Sensations- Drama in 3 Aften und 5 Bildern nach dem gleichnamigen Roman im Berliner Lokal- Anzeiger von Alfred Seefeld und Carl Wergel. Central- Theater: Alte Jakobftraße 30. Direktor: Ad. Ernft. Sonnabend: Lezte Woche: Jäger Liebchen. Gesangspoffe in 4 Atten von 2. Treptow; Couplets u. Quodlibets v. G. Görg. Mufil von G. Steffens. Kaffen Eröffnung 6% Uhr, Anfang der Vorstellung 7% Uhr. Coutfenstädtisches Theater: Direktion: Josef Firmans. Sonnabend, Abends 7% Uhr: Gesammt- Gastspiel der Liliputaner. Bum 33. Male: Robert und Bertram. Nach mittags 21 Uhr: Kinder Vorstellung. Sum 7. Male: Sneewittchen und die 3 verge. Ermäßigte Preise. Sonntag, Vormittags 11%, Uor: 8 Große Kindervoritellung: Sneewittchen und die 3 verge.- Ecmäßigte Preise. Sonnabend: Excelfior. Vittoria- Theater. Refidenz- Theater: Direktion: A. Anno, Blumenstraße 9. Sonnabend: Bum 1. Male: Berirrungen. Drama in 5 Alten von Joseph Trieb. Regie: Anton Anno.( Novität. Wallner- Theater: Sonnabend: Der Raub der Sabinerinnen. Alhambra- Theater. Wallnertheaterstraße 15. Sonnabend, den 18. Oktober: Das Milch mädchen von Schöneberg. Boltsstück mit Gesang in 3 Atten und 7 Bildern von M. Manftäot Arbeitsmarkt. Druder auf Tigeldrud- Maschine verl. 1070 Hofschläger, Annenftr. 24 II. 1066] Ein. Laufburschen verl. Stegun, Rottbus. Damm 72 II. Mamfells auf gute Knaben- Anzüge in und außer dem Haufe verlangt Megerstr. 14, I. 1069 Geschäfts- Empfehlung. Den Freunden und geehrten Kunden meines Mannes mache ich die ergebene Mittheilung, daß ich meine Wohnung von Stromstraße 24 nach Cottbuserstr. 18 II verlegt habe, und bitte bei fernerem Bedarf an Cigarren fich meiner zu erinnern. Für streng reelle Waaren werde ich stets Sorge tragen. Hochachtungsvoll ergebenst 1067 Frau Louise Eitner. Im 6. Reichstagswahlkreis Derkauft gute Cigarren, Gigaretten, Nordh. Priem- Tabat und Rauch- Tabat die Cigarrenfabrit von 913 M. Bernstein, Eichendorfstraße Nr. 13, vis- a- vis dem Stettiner Bahnhofe. Vorstandes" erhielt Herr Voigt, nachdem der Vorsitzende bei der Versammlung angefragt, ob die Wahl des zweiten Kassirers durch Stimmzettel oder per Afflamation geschehen solle, das Wort. Deiselbe ersucht die Wahl durch Stimmzettel vorzunehmen, welchem Wunsche auch nachgekommen wurde. Vorgeschlagen werden die Herren: Mablert, Richter und Werder mann. Das Resultat der Wahl ergab: Mahlert 118 St., Richter 186 St., Werdermann 20, zersplittert waren 22 und ungiltig 1 Stimme; somit wurde Herr Richter gewählt, derselbe dankte der Versammlung für das Vertrauen, welches er bestrebt sein würde zu rechtfertigen. Unter Verschiedenes" wurde der Antrag Flatow's: Antrag Flatow's: Die Versammlung möge beschließen, meitere 60 M. zur Weihnachtsbescheerung bei der Stralauer Genoffenschaftsbank zu deponiren" abgelehnt. Hierauf theilte der Vorsitzende mit, daß die nächste Versammlung wegen der bevorstehenden Reichstagswahl ausfällt und der Termin für die nächstfolgende im Berl. Volksblatt" bekannt gemacht wird. Nach Erledigung des Fragekastens schloß der Vorsitzende um 10 Uhr die Versammlung. 11 " Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Dachund Schieferdecker Berlins und Umgegend am Sonntag den 19. b. M., Vorm. 10 Uhr, im Lokal des Herrn Weicks, Alexanderstr. 31. T.- D.: 1) Jft für die Dach- und Schieferdecker Berlins eine Drts, Jnnungs- oder freie eingeschriebene | Hilfskaffe vorzuziehen? Referent: Herr Regierungsbaumeister Gustav Regler. 2) Verschiedenes.- Die Herren InnungsDie Herren Jnnungsund Vereinsmeister, sowie sämmtliche selbstständige Dachdecker find zu dieser Versammlung eingeladen. Der Jnnungs- Borstand ist brieflich eingeladen worden. # Eine Mitglieder Versammlung des Vereins der Töpfer Berlins und Umgegend findet am Sonntag, den 19. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, in Nieft's Salon, Kom mandantenstr. 71-72, statt. Tages Ordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Vortrag des Stadtverordneten Herrn Friz Gördi. 3. Ges schäftliches. Gäste find willkommen. Mitglieder werden aufgenommen. | sonders wichtiger Tagesordnung ab, zu welcher das Erscheinen sämmtlicher Mitglieder unbedingt nothwendig ist.- Die auf denselben Abend entfallende Vereinsversammlung der Tape zierer fällt der vorerwähnten Versammlung halber aus. Die außerordentliche Tapezier- Versammlung( von Arbeitgebern und Arbeitnehmern dieses Gewerbes) welche auf Sonntag, den 19. d. M., Vormittags in Aussicht genommen war, ist, unter Berücksichtigung des Umstandes, daß augenblicklich bei der herrschenden Ueberarbeit am hiesigen Plate faft aus nahmslos auch am Sonntag Vormittag gearbeitet wird, bis auf einen späteren, noch näher bekannt zu gebenden Termin verschoben worden. Der Fachverein der Tischler hält seine ordentliche Ge neralversammlung, zu der nur Mitglieder gegen Vorzeigung des Quittungsbuches Zutritt haben, Montag, den 20. d. M Abends 8 Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28, ab. Tagesordnung: Vierteljahrsbericht des Vorstandes, der Arbeits vermittelungskommission und der Bevollmächtigten. Ersazwahl des Vorstandes. Wichtige Anträge. Aufnahme neuer Mit glieder. nächste Vereinskränzchen statt. Mitglieder, welche noch am Unter Sonnabend, den 22. t. M. findet daselbst das spätestens in der Versammlung melden. richt in der Handwerkerschule theilnehmen wollen, müffen sich Der Fachverein der Schuhmacher hält am Montag, den 20. d. Abends 8 Uhr, Neue Grünftr. 32, eine Versamm lung ab. Tagesordnung: 1. Vortrag von Herrn G. Rödel. 2. Kaffenbericht. 3. Verschiedenes und Fragelaften. Versammlung der Mitglieder der Zentral- Kranken und Sterbefasse der Tischler und anderer gewerblichen Arbeiter( Dertliche Verw. Berlin E.) Sonntag, den 19. d M Vormittags 10 Uhr, Müllerstr. 178. Die Tagesordnung ist sehr wichtig. Tischler- Verein. Kommandantenstr. 77-79. Abends 8 einhalb Uhr. Vortrag. Fachverein für Schloffer und Berufsgenossen. 1. Der Fachverein der Tischler hält seine ordentliche Ge- Vortrag des Herrn Dr. med. Stahn über Impfzwang 2. Suf neralversammlung, zu der nur Mitglieder gegen Vorzeigungnahme neuer Mitglieder. 3. Distuffton. 4. Verschiedenes und ibres Quittungsbuches Butritt haben, am Montag den 20. ds. Fragetaften. In Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße Mts. in Jordans Salon, Neue Grünftr. 28, ab. Tagesord- Nr. 77/791 nung: 1. Vierteljahresbericht des Vorstandes, der Bevollmäch tigten und der Arbeitsvermittler. 2. Ergänzungswahl des Vorstandes. 3. Wichtige Vereinsangelegenheiten. Der Generalver fammlung wegen findet die Vereinsversammlung in der Ackerstraße 144 nicht statt. Der vom Verein gegründete Arbeitsnach weis für Tischler befindet sich jest Alte Jakobsftraße 38 parterre. Adreffenausgabe daselbst unentgeltlich an Wochentagen mit Ausnahme des Sonnabends von ein halb 9 bis einhalb 10 Uhr Abends. An Sonntagen von 9-11 Uhr Vormittags. Eine öffentliche Versammlung der Möbelpolierer findet am Sonntag, den 19. d., Vormittags 10 Uhr, in der Bimmerstraße 30, bei Golle in Sachen der Lohnbewegung statt. Pflicht eines jeden Kollegen ist zu erscheinen. Die Central Kranten- und Sterbekasse der deuschen Tapezierer und verwandten Berufsgenossen( Filiale Berlin) hält am Montag, den 20. d. M. Abends, bet Grat weil( Kommandantenstr.) eine Mitgliederversammlung mit beTodes- Anzeige. Unser Freund und Kollege Bendisch, Schriftführer der Kommission der Maler Berlins, ist am 14. d. Mts, verstorben. Die Beerdigung findet am Sonntag, Nachmittags 4 Uhr von der Leichenhalle Bethanien nach dem Neuen Louisen- Kirchhof( Britzer Chaussee) statt 1080 Treues, unermüdliches Wirken für die Sache der Gehülfensehaft sichert ihm ein bleibendes und ehrendes Andenken. Die Kommission der Maler Borlins. 4. Reichstags- Wahlkreis. Zwei große öffentliche Wählerversammlungen Sonntag, den 19. d. M., Vormittags 10% Uhr, im Restaurant Apollo". Rüdersdorferstr. 45. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten F. Gördi. 2. Freie Disfuffion. und Große Frankfurterstr. 74-75 im Lotal des Herrn Breuer. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Tischlermeisters F. Mitan. 2. Freie Diskuifton. Bu diesen Versammlungen find die Wähler aller Barteien freundlichst eingeladen. 1064] Der Einberufer. V. Reichstags- Wahlkreis. Sonnabend, den 18 Oftober, Abends 9 Uhr, Große öffentliche Wähler- Versammlung im Restaurant Rosenthalerstr. 11-12. Tages Ordnung: 0 Vortrag und freie Diskussion. Sämmtliche Wähler, ohne Unterschied der Partei, find hierzu eingeladen. 1053] Der Einberufer. Lohn- Kommission der Schlosser und Berufsgenossen. Die Zahlstellen find befeßt: 1. Schröder, Urbanstraße 80 v. 3, Ede Kottbuserdamm. 2. Marzahn, Bergstraße 59 v. 3. 3. Klint, Fürbringerstraße 28 h. P. 4. Birch, Brenslauerstraße 13 D. 4. 5. Mille, Nauninstr. 81 v. 4. 6. Maits, Grenzstraße 10 v. 4. 1060 Die Lohnkommiſſion. J. A.: C. Marzahn, Schriftführer. Mitgliederversammlung des Fachvereins der Metallarbeiter in Gas-, Wasser- und Dampf- Armaturen. Sonnabend, den 18. Dftober, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Teichert, Neue Grünftr. 32. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn J. Müller über: Drts- und Hilfsfaffen". 2. Distuffton. 3. Innere Bereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragelasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 1047 Der Vorstand. Versammlung der Gürtlergesellen und verwandten Berufsgenossen findet am Sonntag, 19. b. M ,, im Louisen Städtischen Konzerthause, Alte Jalobftraße 37, Vormittags ein halb 11 Uhr, statt. T.- D.: 1) Die wirthschaftliche Krifts und die Bedeutung der Fachvereine. 2) Freie Distuffton. Am In der freireligiösen Gemeinde, Rosenthalerstr. 38, spricht am Sonntag Vorm. 10 Uhr Herr Schäfer über die Ma terie und ihre Gestaltungen. Zutritt steht Jedem frei. Montag Abend 8 Uhr findet Niederwallstr. 20, eine beschlie Bende Versammlung der Mitglieder statt. Briefkaften der Redaktion. leider auf Veröffentlichung derselben verzichten. Senden Sie A. So intereffant Shre Schilderung auch ist, müffen wir und das Versprochene. Aber nur auf eine Seite schreiben Gruß. Versammlung der Mitglieder der Zentralkranken und Sterbe kaffe der Tischler und anderer gew. Arbeiter. 178. Wichtige Tagesordnung. 1058 ( Dertliche Verwaltung Berlin E.) Sonntag den 19. Oktober, Vormittags 10 Uhr, Müllerfir Versammlung der Gürtlergesellen und verwandten Berufsgenossen. Sonntag den 19. Ottober 1884 im Louisen städtischen Konzerthause, Alte Jakobsstraße 37, Bor mittags 101 Uhr. 1. Die wirthschaftliche Krifts und die Bedeutung der Fach vereine. 2. Freie Diskussion. bantenstr. 77-79. Fachverein Der Einberufer. 1059 1071 1. Bortrag des Herrn Dr. med. Sta bn, über Jmp awang. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Dislufton. 4. Ber schiedenes. Fragetaften. In Gratweils Bierhallen, Romman Alte Stiefel Abfälle 1030 f. Repar. Beft. reell u. sehr bill. N. Friedrichftr.100. von Tuch, Tibet, Rammgarn, Double und Wolle kauft und holt ab F. Quednow, Wienerftraße 40. Cigarren befter Qualität verkauft billig 1065 M. Meyer, Fruchtstraße Nr. 36 a im Freischüt Billets zum Panoptifum und Aquarium find wieder zu haben. Teppiche. faufen große Sopha Teppiche, Germania Brüffel Wir haben eine große Auswahl Teppiche und ver Teppiche in sehr hübschen Farbenftellungen 6,50 und 7,50 Mart. Tapestries, Brüffels, Plüsch Teppiche 11,50, 14. 16, 18 u. 20 Mart. Große Salon Teppiche 18, 20, 25 und 30 Mart. Echte Tournay- Velvet in allen Größen Tischdecken. das Allerhaltbarste, zu billigen Preisen. Manillu Tischdecken mit Franzen 2, 2,50 bunte Tischdecken mit Schnur u. Quaften 3, 3,50, 4, Gobe lin- Tischdecken 5, 6, 7 M., Gobelin Tischdeden mit Schnur und Quasten 7,50, 9, 10, 12 Mart. Rips Tischdecken 4,50, 6, 7,50, 9 Mart. 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Die Herrscher find Fremdlinge, wie alle eingewanderten Tartaren, mit welchem die Chinesen trop der nahen Raceverwandtschaft teine Verschmelzung eingehen wollen. Beide stehen sich heute noch mit einer Abneigung gegenüber, daß, wie eine Nummer der Shanghaizeitung meldete, der Vicefönig bon Canton fich bewogen fand, in einer langen Dent schrift der Zentralregierung zu empfehlen, die Wohnsize der beiden Nationalitäten vollständig zu zu trennen, so daß der Dang- the- fiang die Scheide bilde: nördlich möchten die Tartaren wohnen, südlich die Chinesen. Als Begründung führte er an, es sei nun hinlänglich erwiesen, daß Chinesen und Tartaren nicht friedlich und einträchtig neben einander wohnen, nicht ihre Vorurtheile aufgeben und eins werden könnten. Daher erschiene eine Sonderung räthlich, welche gewiß ein glücklicheres und ersprießlicheres Leben der beiden Nationalitäten unter dem Scepter des Sohns des Himmels herbeiführen würde. Natürlich ist an eine Ausführung dieses Vorschlags nicht zu denken, bemerkenswerth in hohem Grade aber ist er wegen der freimüthigen Anerkennung der unauslöschlichen Feindschaft zwischen Chinesen und Tartaren seitens dieses hohen Würdenträgers. Die landwirthschaftlichen Genossenschaften find so innig mit dem Volksleben verwachsen, daß die Chinesen überall im Auslande, wo fte sich in einiger Bahl aufhalten, Ableger dieser Rorporationen bilden, mit dem Zwecke der Pflege des landsmannschaftlichen Geistes, der gegenseitigen Unterstüßung in allen Lebenslagen, der Heimsendung der Gebeine der Todten und der Einfegung von Schiedsgerichten, auch der Ausübung einer ge wiffen Gerichtsbarkeit. Ob der Chinese nach Java oder Hawaii Singapore oder Peru, Cuba oder Australien, Penang oder Kalifornien auswandert, überall findet er seine landsmannschaftliche Genossenschaft vor, die für ihn ein Ankerplas ist in in Kalifornien gelten für die größten und einflußreichsten, was in diesem Staate wohnen, leicht erklären läßt. Aus der treff lichen Organisation dieser landsmannschaftlichen Genossenschaf ten darf man Schlüsse ziehen auf ihre Vorbilder in China, da her find fie schon aus diesem Grunde interessant. Zur Zeit be ftehen fieben chinesische Genossenschaften in Kalifornien, sämmtman den Kongreß der fleben Kompagnien nennen tönnte, sein eigenes Hauptquartier und besondere Beamte hat, die ähnliche Dienste verrichten müffen und Gehalt empfangen, wie die meisten Beamten der verschiedenen Kompagnien. Alles, was die por diesen Kongreß gebracht werden, also die Streitigkeiten zwischen Mitgliedern der Genossenschaften, die Berathung über Mittel und Wege, wie ungerechte Steuern oder verfaffungswidrige Gesetze zu beseitigen sind, die Abwehr von Anklagen und Verleumdungen der weißen Bevölkerung, die Anordnungen in Betreff des Neujahrsfestes mit einem Worte: es wird hier Alles berathschlagt und zur Ausführung gebracht, was Sonnabend, den 18. Oktober 1884. Macao mit ihren Umgebungen, also aus einem Gebiete, wo die Chinesen auf ihre Reinblütigkeit so stolz find, wie die Caftilianer auf die ihrige. Der Vorstand jeder Genossenschaft besteht aus einem Sekretär und einem Schazmeister, jeder mit einem Gehalt von 80 bis 100 Dollars manatlich, einem Asststenten und einem Dolmetscher, jeder mit einem Gehalt von 60 bis 80 Dollars, und schließlich einem Diener und einem Laufburschen, jeder mit 40 Dollars Gehalt. Neben diesen besoldeten Beamten besteht ein Verwaltungsrath aus sechs ,, weisen" Männern, der bei jeder wichtigen Veranlassung gehört werden muß. Der Gesammtvorstand, der also aus den besoldeten Beamten und dem Verwaltungsrath besteht, wird halbjährlich erwählt, bei welchem Afte vollständige Gleichberechtigung der Mitglieder herrscht. Einerlei, wie arm ein Chinese sei, seine Stimme wiegt so viel, wie diejenige seines reichsten Landsmannes, und nach dem Rechenschaftsbericht des Vorstandes, verwehrt ihm Niemand, Kritik zu üben und Wünsche zu äußern. Jeder fieht in seiner Gleichberechtigung seinen Einfluß und sein Ansehen durch den Verband mit seinen Genoffen wachsen, und wenn auch in den Genossenschaften nur wenig hervor ragende und gut fituirte Mitglieder den maßgebenden Einfluß ausüben, so bleibt doch das demokratische Prinzip streng ge= wahrt. Derartige Ableger der landsmannschaftlichen Genossenschaft werden nicht allein im Auslande, sondern auch in China selbst gebildet. So befizen beispielsweise die Cantonesen, welche zeitweilig oder dauernd in Shanghai wohnen, ein stattliches Gesellschaftshaus, das, wie alle Ui Kün( Häuser der Genossenschaften) einem viel weitergehenden Zwed dient, als die europäischen Klubhäuser. Daffelbe dient nicht allein zu geselligen Vereinigungen, sondern auch als eine Art Karamanserei; jeder Contonese, der nach Shanghai tommt, steigt im Ui Kün seiner Landsmannschaft ab; daselbst findet er Räume, wo er nach heimathlicher Sitte seine Bettmatte ausbreiten, und andere, mo er feinen Reis und Thee fochen fann, wenn er abgeneigt ist, fich in der Restauration für Geld betöftigen zu lassen; ferner findet er eine mit Altären und Gößenbildern geschmückte Andachtshalle, in welcher er zu den Geistern seiner Ahnen beten und ihnen Opfer darbringen kann; wird er frank, findet er Pflege, stirbt er, dann werden feine Gebeine nach Canton gefandt. In den Bureaus der Genossenschaftsbeamten wird Rath und Auskunft gegeben, in gewissen Fällen auch thätige Unterſtügung genug, das Ui Kün ist das Hauptquartier, ein Stüdchen Heimath, verpflanzt auf den Boden von Shanghai. Die Amoynefen und Futschaunesen bestgen ebenfalls große Gesellschaftshäuser in Shanghai, zahlreicher aber find diese Institute in Canton, wo Landsmannschaften aus fast allen Theilen des Reichs genossenschaftlich vertreten find. Aus allen diesen Thatsachen läßt sich mit Sicherheit die Schlußfolgerung ziehen, daß der landsmannschaftliche Geist in den Chinesen scharf ausgeprägt ist, daß er ihrem ganzen politischen und gesellschaftlichen Leben Gestalt und Richtung giebt, und weiter, daß die Genossenschaften, welche er hervorgerufen bat, eine Macht darstellen, welche zu berücksichtigen die SentralRegierung alle Ursache hat. Eine dritte Klaffe von einflußreichen Organisationen find die Kaufmannsgilden, die ebenfalls vom demokratischen Prinzip durchtränkt sind. Stcine Batrizierfamilie übt in diesen Gilden einen maßgebenden Einfluß aus, fein Amt vererbt vom Vater auf den Sohn. So eifersüchtig wird das demokratische Prinzip zu erhalten gesucht, daß die Dauer der Amtstermine fürzer bemeffen ist, als es zur prompten und sachverständigen ErWollen die Chinesen den kalifornischen Behörden Wünsche ledigung der Geschäfte empfehlenswerth wäre. Bei den Vorfundgeben oder sich über vermeintliche Bedrückungen beklagen, standswahlen werden wohl die Inhaber großer Geschäfte, im die Behörden den Chinesen efwas fund und zu wissen thun, fichtigt, allein der Gesammtwille der Mitgliederschaft bleibt stets leicht verständlichen Intereffe der Gilde, vorzugsweise berück maßgebend für die Thätigkeit der Gilde. Die Organisation Dieser Genossenschaften erinnert an die deutschen Bünfte in ihrer Vermittelung dieses Instituts. Gelegentlich ruft der scharf ausgeprägte landsmannschaftliche Geift Streitigkeiten zwischen zwei Blüthezeit, doch wird die Mannszucht noch strenger gehandhabt. oder mehreren Genossenschaften hervor, namentlich wird eine als eine Art Aschenbrödel betrachtet, dem man allerlei Burüd mit bes aus Sche Die uro ung ers Det Be gen imo Den meri in gen Der inen erten oten Barb. b zu Bea Welt Erde 855 ba wird ergen Hay ewig nach e ber ben, abte, aus, mung ach! mit Stabt pußte unb e bie Erbe noch ge in und Sren; t ber ard's, Starr arten eben, bren ben! fegungen zumuthet. Das ist nicht ohne Intereffe, denn diese Genossenschaft besteht aus Tartaren, deren Vorfahren vor langer Zeit fich im Südwesten Chinas anftebelten. Die übrigen Landsmannschaften entstammen den Städten Canton und Vor zwanzig Jahren. ( Am Bord eines Mississippi- Dampfers.) Fragt man nach den Ursachen, warum die europäischen Firmen in den chinesischen Vertragshäfen nicht prosperiren wollen und in lezter Beit an Bahl zurückgegangen find, dann lautet die Antwort: daran find die chinesischen Kaufmannsgilden schuld. Der Diktatur dieser mächtigen Rorporationen müssen sich die Europäer beugen, fte besigen kein Mittel der Bekämpfung, selbst das Obgleich ich nicht den Enthusiasmus theile, den die scharfgebauten, aber wenig tiefgehenden Fahrzeuge gehen zum meiften amerikanischen und nicht wenig europäische Schrift gens und die Arbeiter auf den Hunderten von Flußdampfern gehen zum Frühstück. Wir können hier Dampfer für alle Ströme und von allen Dimensionen sehen. Jene Kleinen, oberen Missouri hinauf, soweit die Zivilisation nach Norden Missouri- Dampfer im Schlepptau hat, ist mit Proviaut für die fteller für den Vater der Gewäffer", den mächtigen Miffis vorgedrungen ist. Das Kleine Flachboot, welches jeder dieser fippi, zu empfinden vorgeben, und obgleich ich von den berühmten blauen" Fluthen desselben Nichts gesehen, son Yellowstone Expedition beladen, denn der Kongreß hat vor bern im Gegentheil gefunden habe, daß diese, blauen Fluthen" ein sehr schmußiges Gelb zeigen, so ist eine Fahrt auf dem selben doch im höchsten Grade interessant. Kurzem den Kriegssekretär ermächtigt, ein Infanterieregiment zur Bedeckung der Ingenieure abzusenden, welche behufs der Erbauung der Northern- Pacific- Bahn das Thal des Yellowgewundenen Lauf des Flusses so weit hinauf, wie möglich, liefern ihre Waaren ab und nehmen Belzwaaren für St. Louis an Bord, welche die unerschrockenen Trapper und Jäger der Wenn die freundlichen Leser mit halbwegs guten Nerven stone- Fluffes erforschen. Die kleinen Flachboote dampfen den versehen sind, so bitte ich, mit mir in das Bureau an der Levée in Saint Louis zu treten, wo wir die Abfahrtszeit eines der vielen dampfenden und pustenden Flußungethüme erfahren tönnen. Es wird uns mitgetheilt, daß wir noch zwei Stun nordwestlichen Prairien bis zum Landungsplaße liefern. Den Beit haben, und wir fönnen uns also das bewegte Leben und farbensatte Bild an der Levèe betrachten, dürfen aber nicht um Eine Minute zu spät kommen, da die Loui ftana" sehr pünktlich abgeht. lich hohe Wette Es ist nämlich eine ziem tontrahirt worden zwischen bem Diese langen, breiten Boote zeigen durch ihre Bauart schon an, daß es Flachboote find. Sie find für den Red- River und den Arkansas gebaut und müssen so flach sein, um in den verſchiedenen Bayous eindringen zu tönnen, an deren Ufern meiftens die Anftedelungen liegen, mit welchen die Kapitane zu Rommandanten der Louifina", Kapitän John D. Adams, thun haben. und dem Kommandanten der Florida", Kapitän James Mas dison. Da es sich darum handelt, welches Boot zuerst bei der Jetén in New Dileans antommen wird, so können wir ein Weiter oben liegen die flinken Ohio- Boote, die von Cin cinnati herunter, an Kairo vorbei, nach St. Louis kommen, um ihr eingemachtes Schweinefleisch und andere Waaren gegen prächtiges Wettrennen zwischen den beiden, zur selben Minute die Produkte des Nordwestens, wovon St. Louis der Haupts Don St. Louis abfahrenden Booten erleben. Vielleicht fliegt stapelplag ist, zu vertauschen. ein Boot in die Luft und so und so viele Menschenleben gehen Achtung! Hier find wir bei den Stromriesen, bei den Sie find alle weiß angestrichen, und haben ganz zu Grunde. Was liegt daran? Jeder Dceandampfer bringt Mississippi- Dampfern, oreis und vierstödigen Marmorpalästen frische Einwanderer ins Land, also haben auch die Mississippi gleich. Rapitäne das Recht, das Leben von einigen hundert lumpigen oben noch ein Promenade- Verbed, welches, mit einem eisernen Baffagieren zu ristiren. Es lebe die freie Konfurrrens! Sollten fich aber troßdem, daß fich zwei Flußboot menade dient. tapitäne bereit finden, ihr kostbares Leben auf's Spiel zu Hurricane- Ded, im großen Salon, ein Piano, deffen durch fegen um von den Passagieren nicht mehr zu reden vielleicht eine oder zwei Stunden früher am Ziele der Reise anzukommen, sollten sich aber troßdem, sage ich, noch schwachnervige Leute finden, welche den schnelleren und sicheren Weg per Eisenbahn dem Wasserwege vorziehen, welch' letterer allerregung verfchafft, so mögen fich diese furchtsamen Paffagiere nur mit dem Gedanken trösten, daß ja auch das Konkurrenz boot in die Luft fliegen kann, und daß es nirgends geschrie ben steht, daß beide Boote zu Grunde gehen müssen- ein Fall, der äußerst selten vorkommt. Wie wir so an der Levée hinunterschreiten, werden wir durch das Gefreisch und Geläute von unzähligen Dampf pfeifen und Gloden fast betäubt; denn es ist 8 Uhr Mor Gitter umgeben, den Baffagieren nach dem Effen als ProMeistens findet man gerade unter diesem die geöffneten Lulen dringende Töne allabendlich zum Tanze einladen. Auch den beiden Rauchfängen zweier dieser Koloffe entquillen dichte schwarze Rauch wolfen, während der zischend entweichende Dampf anzeigt, daß sich beide zur Abfahrt rüsten. Diese beiden Kolofse find unser Boot Louiftana" und dessen Rivale Florida", und da die Abfahrtsstunde bald gekommen ist, so gehen wir an Bord des ersteren und suchen unser State- room auf. Wir werden wohl vier Tage brauchen, bevor wir beim French Market in NewDrleans and Land steigen lönnen und wollen und während dieser Beit wenigstens so bequem als möglich einrichten. Der außerordentlich freundliche und elegante Clert eine Art von Kontrollor führt uns in ein geräumiges Gemach, | 1. Jahrgang. Gold erweist fich machtlos. Gegen die Verbote der Gilde wagt fich keines ihrer Mitglieder aufzulehnen, und ebenso pünktliche Beachtung finden die Gebote. Auch diese Genossenschaften haben die Chinesen in das Ausland verpflanzt, und auf sie müssen wir es vorzugsweise zurückführen, wenn wir hören, daß die chinesischen Kaufleute in Batavia, Panama, Manila, San Franzisko und anderen wichtigen Handelspläßen einen beträchtlichen Theil des Handels an sich gezogen haben und von Jahr zu Jahr gefürchtetere Konkurrenten der weißen Handelsherren werden. Die Despotie, welche die Gilden häufig gegen einzelne ihrer Mitglieder ausüben, wird wohl läftig empfunden, allein die Vortheile, welche diese Genossenschaften ausnahmslos für alle Mitglieder gewähren, find so bedeutend, daß sich das Vereinsband nicht lockerte. Es ist selbstverständlich, daß die Regierung auch auf diese festgeschlossenen, über reiche Mittel verfügenden, zahlreichen Gilden Rücksicht nehmen muß, und thut ste es nicht, dann erfährt sie zu ihrem Schaden, daß sie unklug handelte. Ebenso wenig wie die Sippen und Landsmannschaften zögern die Gilden, den kaiserlichen Beamten Widerstand entgegenzuseßen, wenn sie sich in ihren vermeintlichen Rechten getränit glauben. Eine starre Aehnlichkeit mit den Kaufmannsgilden befizen die Gewerkvereine, welche sich über alle 3 veige des gewerblichen Lebens erstrecken und ebenfalls nach dem Auslande übertragen werden. Was unsere Gewer foereine erstreben, das erstreben auch diese, außerdem verfolgen sie noch andere Zwecke, wie die Unterdrückung einer schäolichen Konturrenz zwischen den Mitgliedern durch Festseßung der Arbeits- und Verkaufspreise, die Errichtung von Tempeln, welche den Schuppatronen der betreffenden Gewerbe ge veiht sind, die Unterstüßung von Mitgliedern, welche eines Verbrechens angeklagt werden, zur Führung ihrer Prozesse. die Zurück peisung von Uebergriffen der Regierung, wie überhaupt eine sehr weitgehende Vertretung der Intereffen der Vereine, wie der einzelnen Mitglieder. Db nun der Chinese als Waschmann seinen Lebensunterhalt verdient, ob er Lumpen sammelt, Cigarren dreht, den Bechdraht zieht oder die Knochen der Todten abschabt, damit sie in die Heimath, wo fte nur allein in Frieden ruhen können, versend bar werden ob er eine gemeine oder künstlerische Beschäftigung ausübt, stets sucht er sich mit seinen Berufsgenossen zu einem Vereine zu verbinden. Dieses gelbe Bolt bestzt einen angeborenen Drang, Genossenschaften zu gründen, daher ist mit solchen China förmlich übersäet. Allen möglichen Zweden. dienen fie: politischen, gesellschaftlichen, gewerblichen, religiösen, wohlthätigen, bildungsfördernden u. s. w. Stets sind sie ausgezeichnet organisirt und werden gut geleitet. Es wird nun auch klar sein, warum die chinesische Regierung nur dem Namen nach despotisch, in Wirklichkeit aber beschränkt ist wohin sie sich auch wenden und drehen möge überall stößt fte auf festgeschlossene, gutdisziplinirte Genossenschaften, welchen sie ihren Wilen nicht aufzwingen tann. Lokales. 1. Die Zustellung gerichtlicher Ladungen nimmt in Berlin einen immer bedenklicheren Charakter an. Gewöhnlich erfolgt sie hier durch die Poſt und daher naturgemäß mit demjenigen Maße von Gründlichkeit und Rechtskenntniß, das man billiger Weise nur von einem Postboten erwarten tann. Die hiesige Firma S. und. K. wird verklagt und die Klage durch den Postboten, wie dieser auf seinen Diensteid versichert, dem Mitinhaber der Firma, Herrn K., behändigt. Herr R. erhebt Widerspruch mit dem Hinweise darauf, daß die Firma S. u. K. nicht mehr eristire, sondern im Firmenregister gelöscht sei und er, K., nur als Liquidator fungire. In dem nun folgenden Termine erscheint für die verklagte Handlung Niemand und diese wird nunmehr, gleichviel, ob fte eristirt oder nicht, nach dem Klageantrage verurtheilt. Das Erkenntniß wird auch ausgefertigt und prompt, natürlich wiederum durch Vermittlung der Bost, der nicht mehr existirenden Firma behändigt und zwar ebenfalls an den vorerwähnten Herrn K. Soweit ging für den Kläger Alles glatt; nun aber will er das Erkenntniß auch vollftreden laffen und übergiebt daffelbe einem Gerichtsvollzieher. Allein dieser lehnt die Vollstreckung bei K. ab, nachdem dieser in welchem fich zwei über einander befindliche schmale Betten, die in dem Wandgetäfel fast verborgen find, sowie ein Sopha, Tisch, Waschtisch und ein unvermeidlicher Schaukelstuhl, sowie der ebenso unvermeidliche Spudnapf befinden; der Boden des Gemaches ist mit einem Teppich bedeckt und an den Wänden befindet sich neben einem hübschen Spiegel ein Blafat ungefähr folgenden Inhalts: Gentlemen are are requested, not to spit on the carpet."( Herren werden ersucht, nicht auf den Teppich zu Spucken.") Dies zur Erklärung der Anwesenheit des Spucknapfes. Wir reinigen uns etwas vom Schmuße und Staube einer längeren Eisenbahnfahrt, und gehen dann die Treppen hinauf, die auf das Hurricane- Deck führen, es dem schwarzen Diener überlassend, unser Zimmer wieder in Ordnung zu bringen. Oben finden wir große Gesellschaft. Herren, welche heute Früh noch nicht daran dachten, New- Orleans zu besuchen, haben plöglich ihre Meinung geändert, wohl hauptsächlich in Folge der in der Stadt bekannt gewordenen Nachricht des Wettrennens. In Amerika entschließt man fich eben sehr schnell zum Reisen, und da man gewöhnlich sehr wenig Gepäck- ich Spreche ausdrücklich von Herren" mitnimmt, so find die Vorkehrungen leicht getroffen. Ich sage, daß die Herren wenig Gepäck mitnehmen, und zur Jllustration dieser Behauptung will ich hier anführen, daß ich einst in San Francisco einen Mann mit einer fleinen, 23 Pfund wiegenden Reisetasche antraf, der die weite Reise per Bahn bis New- York, von dort per Dampfer nach Hamburg antrat. Auf meine Frage nach seinem Gepäck meinte er ganz rubig: Was soll ich mit schweren Koffern? Dieselben würden mich nur geniren. Ich kann mir ja in jeder Stadt neue Kleider und Wäsche kaufen, und einige Dußend Papiertragen habe ich immer bei mir." Und wie lange werden Sie ausbleiben?". : Ich kalkulire, daß ich von Hamburg nach Berlin, Wien, Triest, Alexandria, Kairo, den Nil- Katarakten und von dort nach Palästina gehen werde; von Beirut gehe ich dann nach Smyrna, Konstantinopel und von dort nach Neapel, wo ich mich einige Monate in Sorrento ausruhen und dann über Paris und Havre nach New York zurüc fehren werde. Im Ganzen denke ich zwei Jahre auszubleiben." Die große Tour mit 23 Pfund Gepäck! Nun, glückliche Reife!" Als Gegensatz zu diesem geringen Gepäck reisen aber die Damen mit ungeheuren Koffern, den sogenannten Saratoga" Stoffern, in deren Einem Blaz für eine kleine Haushaltung wäre. unter Berufung auf das Firmenregister die Auflösung der Firma und seine Eigenschaft als Liquidator nachgewiesen hat. Streng ordnungsmäßig hätte nun schon die Klage dem Herrn K. nicht behändigt werden können. Dem Kläger wären dadurch die jetzt völlig weggeworfenen Kosten für den Prozeß erspart worden. Aber das für unsere Post ja sehr lobenswerthe Prinzip, alle Adressen finden zu müssen, hat für gerichtliche Bustellungen doch seine großen Bedenken und unter Umständen fann eine auf Grund solcher Zustellungen erwirkte Entscheidung des Gerichts für die betheiligten Personen sehr verhängnißvoll werden. er plöglich, daß. die nach dem Flur gehende Thür seines im Erdgeschoß belegenen Geschäftslotals offen war. Der von ihm fofort benachrichtigte Nachtwächter ließ, nachdem er mittelst der Nothpfeife noch einige Beamte zur Hilfe gerufen, einige Bosten fich vor dem Hause aufstellen und machte sich sodann mit Herrn L. an eine Durchsuchung des Hauses. Es stellte sich nun heraus, daß die eine zum L.'schen Geschäft führende Thür( Doppelthür) mittelst Nachschlüssel oder Dietrich geöffnet worden, während bei der inneren die Thürfüllung eingedrückt war. Im Laden selbst war die Ladenkasse erbrochen und dieselbe thres Inhaltes beraubt. Nicht zufrieden mit dieser Beute, hatten die Einbrecher auch noch versucht, dem nebenan gelege nen W. Zach'schen Goldwaaren- und Uhrengeschäft einen Besuch abzustatten und zwar in der Weise, daß sie die Wand, die beide Geschäfte trennte, durchbrachen. Sie hatten auch bereits eine so große Deffnung in die Wand gestoßen, daß fich ein Mann bequem hätte bindurchdrängen fönnen, als sie gestört worden sein müssen, Unter Zurüdlaffung von drei Brecheisen, einem Stemmeisen und zwei Dietrichen haben die Einbrecher die Flucht ergriffen und find allem Anschein nach durch die Gärten der Nachbargrundstüde entkommen. Von den frechen Einbrechern fehlt jede Spur. Die Kriminalpolizei ist benachrichtigt und hat bereits ihre Recherchen eingeleitet. In dem Konkurrenz- Ausschreiben für die Kaiser- Wilhelmstraße finden sich mehrere Bestimmungen, welche die spä tere Erscheinung dieses so hervorragenden Straßenzuges be treffen. In erster Linie ist es vom fünstlerischen Standpunkte aus wichtig, daß Entwürfe im mittelalterlichen Styl, also in romanischer oder gothischer Bauweise, vollständig ausgeschlossen sein sollen. Damit ist bestimmt, daß die Faffade dieses großen, Die nächste Fortseßung der Linden bildenden Komplexes, da hellenische Architektur wohl noch weniger gewünscht wird, in den späteren Formen, der deutschen Renaissance, des Barok und des Rococo bearbeitet werden soll. Vermuthlich werden also, wie die ,, Voff. Ztg." hierzu bemerkt, die Architekten in einem sogenannten Schlüterstyl" arbeiten, der seit einiger Beit in etwas unklarer Weise zur Bezeichnung von fühnen nicht gerade flafftschen Kompofitionen des 17., 18. und 19. Jahrhunderts gebraucht wird. Die Bebauung aller zwischen Burgstraße und Heiligegeiststraße liegenden Einzelterrains foll in der Weise erfolgen, daß die Gebäude im Erdgeschoß und ersten Stock durchweg zu Geschäftszwecken dienen, Darüber aber zu Familienwohnungen ausgenugt werden sollen. Um hierin freie Hand zu haben, müssen die Grundrisse so eingerichtet werden, daß man mehrere fleine Wohnungen als Ge schäftslokalitäten zu einer größeren zusammenziehen, umgekehrt auch eine größere im Nothfall in kleinere zerlegen kann. " am bereits fich, nügen fich de Cuba πιάστε 18 M. angeboten pr. Doppelfenster, für welches ein Mitbe werber um die Submission, der Tischlermeister Henschel, seinen Gefellen 35 M. zugesagt hatte. Da tadellose und sauberste Arbeit geliefert werden muß, beansprucht ein Doppelfenster von dieser Qualität die Arbeitszeit einer vollen Woche; außerdem reduzirt sich im vorliegenden Falle der sti pulirte Preis noch um 2 M. per Doppelfenster, da dieselben verknüppelt find, also dementsprechend mehr Arbeit erfordern, als gewöhnliche, sodaß unter den gegebenen Verhältniffen ein Wochenverdienst von 16 M. erzielt worden wäre. Darauf gingen die betr. Tischler nicht ein, verlangten, die Arbeit im Tagelohn für 21 M. pro Woche auszuführen, wurden ab schlägig beschieden und legten, da keine weitere Einigung zu erzielen war, die Arbeit nieder. An ihrer Stelle arbeiten jest Andere dieselben Fenster für 20 M. und verschiedenen Erleich terungen in der Arbeit und sollen dieselben fontraktlich vers pflichtet worden sein.- Herr Künzel geißelte in seinem Re ferate die Submissionsarbeiten in herbster Weise und aud Herr Röel maß den Arbeitgebern die alleinige Schuld an diesen Schundpreisen bei, da er wohl annehme, daß von Seiten der Regierung, welche die Befferstellung der Arbeiter im Auge habe, ausfömliche Kostenanschläge gemacht worden wären. Die Kom mission werde nicht ermangeln, die näheren Details der Sub hissionsvergebung an die Firma Gast u. Brock zu ergründen und der Deffentlichkeit zu übergeben. Nach lebhafter Dis tuffton gelangte folgende Resolution einstimmig zur Annahme: Die heut in Rothacker's Saal tagende Versammlung der Tischler erklärt die Arbeitseinstellung in der Bautischlerei von Gast u. Brock voll und ganz als gerechtfertigt an. Die Ver sammelten verpflichten sich, für die Strikenden voll und ganz eintreten zu wollen und dieselben zu unterstügen. Das Bureau der Versammlung( die Kommission) wird beauftragt, bei dem leitenden Regierungs- Baumeister des Packhofes eine Audienz nachzusuchen, um über den vorliegenden Fall mit demselben zu fonferiren, event. bei dem Minister für öffentliche Arbeiten vorstellig zu werden, um für derartige Mißstände Abhilfe zu N. Ein durchgehendes Militärpferd versette gestern Nachmittag in der dritten Stunde die Paffanten der Bergmannstraße in große Aufregung. Das Pferd, das augenschein lich sich in der Hafenhaide losgeriffen und durchgegangen war und das an den Hinterfüßen stark blutete, rannte unbefümmert um anderes Fuhrwerk die genannte Straße nach der BelleAlliancestraße zu entlang, An der Ecke der Nostizstraße gelang es einigen Personen das Thier aufzuhalten, ohne daß es einen größeren Schaden angerichtet hätte, und wurde es sodann auf Marheinide Blag wurbe dasselbe einem Dragroner vom 2. Gardedemselben Wege, auf dem es gekommen, zurüdgeführt. Am Dragoner Regiment, dem es entlaufen war, übergeben. N. Zweimaliger Feuerlärm führte unsere Feuerwehr gestern Abend zunächst nach der Friedrichstr. 33 und sodann nach der Gartenstr. 44. Jn beiden Fällen handelte es sich um Gardinenbrände, die bei Ankunft der Feuerwehr durch Hausbewohner zum größten Theile bereits abgelöscht waren. schaffen. 3 nunme bings Wable feben i ift. U fie in bedürfe einem ftebt: von K ein Je Sprecher feine über g Wable gefragt Jdenti Den G Bezug § welche feges). 20 ober f § abge der und g einer Stäb haus D Ramen nung Dem S ments) ende 93 Rede. Lonnter Den vo Stimm Aufruf an alle Drechsler, Knopfarbeiter und Berufs genossen Berlins. Kollegen! Am Montag, den 20. Oftbr.c Abends 8 Uhr, findet im Lokal ,, Königstädtisches Kasino", Holz marktstraße 72, eine öffentliche Versammlung der Drechsler, Knopfarbeiter und verwandten Berufsgenossen statt, welche die Grundlage zu einer Vereinigung obengenannter Branchen a streben soll. Kollegen beider Theile! Findet Euch recht zahl reich ein, denn es gilt einzutreten in die Zahl der großen Gewerke, es gilt eine Vereinigung anzubahnen, welche mit allen Euch zu Gebote stehenden gesetzlichen Mitteln im Stande it, für die Rechte und Interessen der Gewerksgenoffen beiderseits einzutreten. Vor Allem ist außer der Regelung der brennendsten und Belehrung durch wissenschaftliche und gewerkschaftliche Vorträge anzuftrebende Aufklärung der großen Maffe bet Gehilfen und Arbeiter in Aussicht genommen. Laßt Euch nicht durch einen thörichten Rückblick in die Vergangenheit zum Indifferentismus verleiten, laßt nicht durch kleinliche Bedenten die ganze Kollegenschaft leiden, sondern zeigt, daß auch wir im Seite zu stellen, zeigt, daß auch Ihr im Stande seid, Euch auf die geistige Höhe der heutigen Zeit empor zu schwingen. Was eine Branche vergebens zu erstreben gesucht hat, daß wird und muß uns vereint gelingen, denn wir haben nicht umsonst gelernt und nicht umsonst diesbezügliche Erfahrungen gesammelt. Die Tagesordnung wird in der Versammlung befannt gemacht. Die Kommiffion der Drechsler, Knopfarbeiter und Berufsgenoffen. J. A.: Julius Müller, Rüdersdorferstr. Ein mysteriöser Selbstmord wird in der Belle- Alliance Straße lebhaft besprochen. Ein junges, hübsches Mädchen hatte sich in der Nacht vom Mittwoch in dem betreffenden Hause einschließen lassen und gegen 11 Ubr die Klingel ge 30gen, welche zur Wohnung des Herrn R. führt. Das Dienst mädchen fragte von dem Korridor aus nach dem Namen des späten Gastes und öffnete, weil es eine Bekannte vor sich zu haben glaubte, die Thür. Die Dame fragte nach Herrn K., und als sie hörte, daß derselbe noch nicht zugegen wäre, bat fie um ein Glas Waffer, das ihr auch bald gereicht wurde. Das Dienstmädchen sah, wie die Lebensmüde schnell ein Pulver in das Glas schüttete und den Inhalt desselben ebenso schnell austrant. Nach Verlauf einiger Augenblicke fiel die junge Dame zu Boden und war eine Leiche. Hauptmann R. aus Dem Revier war bald zur Stelle, und um 3 Uhr schon fuhr der unheimliche Leichenwagen des Obduktionshauses die Leiche eines jungen Mädchens ab, das noch wenige Stunden zuvor die blühendſte Jugend verrieth. Wir wollen noch bemerken, daß jenes Fräulein in dem Geschäft des Herrn R. Londitionirte und am ersten dieses Monats entlassen worden war. Ob nun die Entlassung oder andere Beziehungen die Motive zum Selbstmord gegeben haben, das wird die Untersuchung ergeben. den Ueber einen raffinirten Schwindel berichtet man der B. B. 3." Folgendes: Wie weit die Raffinirtheit und Finbigkeit der hiesigen Gauner geht und wie weit ihre Verbindungen auch nach Auswärts reichen, dies illustrirt wieder recht deutlich der nachstehende Vorfall. Vor ungefähr 14 Tagen langten hier die Möbel der Frau L. aus Königsberg an, welche an letterem Drte dem Spediteur übergeben, richtig übernommen und hierher überwiesen waren. Die neu gemiethete Wohnung in der Kleinbeerenstraße war kaum bezogen, als Morgens in aller Frühe ein fein gekleideter Herr erschien, sich als Abgesandter des hiesigen Spediteurs vorstellte und eine scheinbur richtig quittirte Rech nung mit Stempel und allen Anzeichen der Echtheit präsentirte. Da die Sachen nicht alle nach den Intentionen der Besitzerin plazirt waren, ließ dieselbe als Bescheid sagen, sie würde mit dem Spediteur persönlich noch Rücksprache nehmen. Hierauf entfernte fich der Ueberbringer der Rechnung, erschien nach zwei Stunden wieder und ließ um einen Vorschuß bitten, da sein Herr sehr in Verlegenheit sei und heute noch eine größere Bahlung machen müsse. Auf sein Aeußeres, die quittirte Rechnung und sein sicheres Auftreten hin wurden ihm 200 M. auf Abs war im ganzen Affaire schlag gezahlt und von der Familentreise nicht weiter die Vede. Die Dame des Hauses hatte fich vorgenommen, Sonntag das Bureau betreffende aufzusuchen, und Restbetrag zu erstatten, als sie an diesem Tage früh durch das Mädchen mit den Worten geweckt wurde: draußen ist ein Herr, der sagt: fte hätten ihn und er säße bereits feft." Da hierfür keine Erklärung gefunden werden konnte, wurde der Herr in die Wohnung geführt, erklärte dort, er ſei Polizeibeamter und verlange die Quittung des Spediteurs; die Fa milie sei einem Schwindler in die Hände gefallen, der jedoch bereits dingfest gemacht wäre. Hierdurch ängstlich geworden, forderte man ihn auf, sich zu legitimiren, was er auch that; er fand jedoch keinen Glauben. Das Dienstmädchen mußte ihn hierauf auf sein Verlangen nach der Wachtstube begleiten, wo er refognoszirt wurde und wo die Ungläubigkeit der Dame begreiflicherweise große Heiterkeit erregte. Nach den angestellten Recherchen stellte es fich nun heraus, daß die Famile einer Schwindelei zum Opfer gefallen war, der auch eine andere faum entgangen sein würde. Durch bislang unaufgeklärte Weise war es dem Schwindler gelungen, die Details des Möbeltransports zu erfahren und fich in Besitz eines Formulars des betreffenden Spediteurs zu setzen, womit versehen er sein Glück versuchte. Wie und wo er von unsern findigen Kriminalbeamten eruirt wurde, war nicht zu erfahren; gewiß aber ist es für die Bewohner unserer Stadt ein berubigendes Gefühl, daß eine Sicherheitswache vorhanden ist, die Betrügereien eher entdeckt, als sie den Betreffenden selbst zur Kenntniß fommen N. Von einem ungewöhnlichen Tode ist am gestrigen Tage ein Mitglied der Familie Lampe" ereilt worden. Ders selbe übrigens ein recht feister März Hase scheint beim Basfiren der Tempelhofer Chauffee unter einen Pferdebahn- Tramway gerathen und dort überfahren worden zu sein. Ein später des Wege tommender Milchmann fand den Hafen todt auf den Schienen liegen und acquirirte ihn, da ein anderer Befizer nicht zu sehen war, als billigen Sonntagsbraten. N. Ein schwerer Einbruchsdiebstahl, der in der Art feiner Ausführung sehr an den vor Jahresfrist in der Kom mandantenstraße erinnert, ist in der vergangenen Nacht auf Dem Grundstück Jerusalemerstraße 64 ausgeführt resp. versucht worden. Als in der Nacht gegen 2 Uhr der in dem Hause wohnende Zigarrenhändler Codemann nach Hnuse fam, bemerkte Arbeiterbewegung, Vereine und Berfammlungen. 61. um erf febr ha Termin Ausüb ob bie erlaffer ganz n Stadto In Spandau findet am Sonntag, den 19. cr., Nachm. 2% Uhr in Merker's Hotel im rothen Adler eine große fauf männische Versammlung ftatt, welde von der Freien Organis fation junger Kaufleute zu Berlin einberufen ist, um die Spandauer Handlungsgehülfen zum Anschluß an die Nationale faufmänn. Kranken- und Sterbefaffe zu veranlassen und gleidh zeitig am dortigen Plage einen Zweigverein der Freien Orgas nisation junger Kaufleute ins Leben zu rufen. Vermischtes. amt be ftebern folche Die nöt Hohes Alter. Der Wolshki Westnik" erzählt, daß in Schigalejewo, Kreis Kasan, ein verabschiedeter Soldat, Rodim bei welcher es sich um Submissionsarbeit beim neuen Badhof Aniffimom, lebt, dessen Geburt ins zweite Viertel des vorigen t. Zur Klarstellung der Aufsehen erregenden Ars beitseinstellung in der Bautischlerei von Gast& Brock, gebäude handelt hatte die Kommission der Tischler eine öffentliche Versammlung einberufen welche am Donnerstag Abend unter Voifiß des Hrn. Rödel und zahlreicher Betheiligung bei Rothader, Belle- Allianceftr. 5 statt fand. Nach Mittheilungen der Kommission und der in der betreffenden Werkstatt beschäftigt gewesenen Bautischler ist der Sachverhalt folgender: Bereits in voriger Woche war von den betreffenden Tischlern die zu fertigende Arbeit, Doppelfenster, zugeschnitten worden, ohne jedoch einen Akkordpreis vereinbart zu haben. Am Montag nun wurde ihnen ein Akkordsatz von Schön 92 mir ei Begla liche F Die Jahr ganz o langt gegang refletti im In Offentl N fozialer bezügli rüftig und hat bisher noch in jedem Sommer als Tagelöhner Jahrhunderts fällt Er ist mindestens 150 Jahre alt, noch gearbeitet. Freilich fann er nicht mehr so viel verdienen, um das ganze Jahr davon leben zu können. Ein eigenes Häuschen hat er nicht! seine Bedürfnisse bestreitet die Gemeinde. In allen Häusern und Hütten ist er übrigens ein gern angefebener Gaft überall findet er einen warmen Winkel, Speise, Trant und Pflege. es mei Nobili glieb Earg zur Rettung Scheintodter. Dieser Tage machte im Waldhorngarten zu Berg bei Stuttgart, wie wir dem St. N. Tagebl" entnehmen, der Mechanifer Mat. Schilling Proben mit dem von ihm fonstruirten Sarg, welcher scheintodt Begrabenen die Möglichkeit der Rettung aus ihrem fürchter lichen Grabe giebt. Die Erfindung ist folgende: Ein Sarg Sein feiner Reise- Anzug stammt ist, als sonst, birgt in seinem unteren Theile eine Mulde, welche rerin aus den New England Staaten, welche mit beispielloser Ausdauer die Bildung und Aufklärung zu den unwiffenden und trägen Creolen tragen will. Nicht weit da= von lehnt ein junger Elegant in einem Feldstuhle, den Rücken an einem Pfeiler. Das Hurricane Deck der Louisiana" war mit solchen Saratoga- Koffern und fleinen Handfoffern von schwarzem Glanzleder bedeckt, da man noch nicht Zeit gefunden hatte, die Sachen in die betreffenden Kabinen oder State- rooms einzuräumen. Bwischen den Koffern standen Rohrschaukelftüble, in welchen fich die Ladies wiegten, und Feldstühle, welche die Gentlemen offupirt hatten, natürlich bei jedem Stuhl ein Spudnapf, denn hier faute Alles, was Hosen trug, Tabat. Ich will diese Sitte oder vielmehr Unfitte des Tabat fauens, die man im Westen überall findet, durchaus nicht in Schuß nehmen, obgleich ich gestehen muß, daß mir dieselbe bei meinen zahlreichen Seereisen oft über manche lange Stunde hinweggeholfen hat. ficher aus einem der größten Geschäftslokale von CarondeletStreet in New- Drleans; ein hübscher goldener Chronometer aus der Waltham Fabrit bei Boston ist an einer dünnen Goldfefte befestigt, welche ihrerseits wieder durch eine Sicher heitsvorrichtung unter der Weste festgehalten wird. Der thümer niemals Händearbeit gethan hat. jemals der ch mefen! Bartei vorhan unfere enthält Damala lifte ve Nobili Mitgli melden gefcheh Lifte außer Ritgli idrifte zu unt Liften Brüne Die po in All Dorgen Bandic folgten Der bar Namen einftim unverf Der M mit zwei Stiften in den Schmalseiten des äußern Sarges liegt und bei der geringsten Bewegung des darin Liegenden wie eine Wiege in Schwingungen versezt wird. Im Sargdedel be finden sich zwei runde Deffnungen, in welche lange Röhren von Eisenblech gesteckt werden, die auf Manneshöhe über den Boden herauf reichen und dem Begrabenen Luft zu und abführen; Kopfe, und die weißen, zarten Hände zeigen, daß der Eigen- durch eine der Röhren geht außerdem ein Draht von unten Es ist der Sohn herauf, der mit einer Glocke in Verbindung steht, die am Ende des Rohrs befestigt ist und bei der geringften Schwingung der Mulde im Grabe oben läutet. Diese Glode ist alsdann mit einer zweiten entfernten, etwa in der Wohnnng des Fried hofwächters, in Verbindung gefeßt, welche gleichzeitig läutet, so daß der Wächter fofort von dem Erwachen eines Begrabe nen in Kenntniß gesezt wird. Der Erfinder wurde bei diefen Proben vor einem zahlreichen Zuschauerpublikum in den Sarg eine Reise bis Italien gemacht; in Rom ist er mit Rünft gelegt, der in ein 1%, Meter tiefes Grab versenkt und voll ständig mit Erde bedeckt wurde. Der Begrabene blieb eine halbe Stunde in seinem engen Gefängniß, ließ fich oft durch Glockenzeichen vernehmen, hörte, was man zu ihm durch da jungen Manne, und dem Papa, der feinen einzigen Sohn Rohr hinuntersprach und gab selbst Kommando zu feiner Be faft abgöttisch liebte, war es gleichgiltig, wohin fich der freiung. In den nächsten Tagen will er einige Demonftra selbe wendete, vorausgefeßt daß er jenen gesellschaftlichen tionen in Stuttgart, wo möglich im Zirkus, geben und dann Sehen wir uns die versammelte Gesellschaft etwas näher an. Fast alle Typen find vertreten: eines ehemals reichen Pflanzers aus, Louisiana, der durch den Bürgerkrieg um sein Hab und Gut gekommen, sich auf den Handel geworfen hat und jezt an der Spige einer der reichsten Rheder- und Baumwollfirmen von New Orleans steht. Er hat seinen Sohn in der Schweiz erziehen lassen und ihm dann reiche Mittel angewiesen, um die große europäische Tour machen zu können. Edgar hat aber nur lern zusammengekommen, welche den jungen, reichen und eleganten Pflanzerssohn leicht zu bewegen wußten, in Rom zu bleiben. Das leichte, freie Leben der Ateliers gefiel dem Hier sehen wir einen schon ältlichen Herrn, zwei goldene Uhrketten freuzen sich über der breiten Brust, eine rothe, von welcher der Handschuh abgezogen ordinäre Hand, ift, hält ein goldenes Lorgnon und die Finger find fast steif von kostbaren Ringen, deren Steine in der Sonne funkeln; die weit ausgeschnittene Weste zeigt ein Hemd von blendender Weiße, welches mit drei Diamantknöpfen geziert ift. Der übrige Anzug ist im Einklange mit diesen zur Schau getragenen Reichthümern. Er lehnt fim nachlässig an einen großmächtigen Saratoga- Koffer, an dessen Kopfende mit großen Buchstaben sein Name aufgemalt ist:„ Col. Wilfinson, N. J. City." Neben ihm schaukelt sich eine mit übertriebener Eleganz gekleidete und mit Schmucksachen überladene junge Dame in einem großen Roding chair. In der Paffagterliste find die beiden Bersönlichkeiten als„ Oberst Willinson nebst Tochter" eingetragen. Es ist ein ehemaliger Armeelieferant, seines Beichens Schuster, welcher der Potomac Armee jene berüchtigten Schuhe geliefert hat, deren Sohlen sich am ersten Marschtage als Pappendeckel erwiesen. Für solche Leute, deren noch mehrere an Bord find, erfanden bie Amerikamer das Wort: Shoddy". Man sieht dem reichSchliff mit nach Amerila zurückbrächte, den besonders die Creolen zu schäßen wissen. Edgar kehrte als vollendeter Salonmann nach New Orleans zurüd; als ihn aber der Papa in seine Comptoirs und damit in den Ernst des Lebens einführen wollte, erklärte ihm der Sohn, daß ihm dazu jede Votation fehle und daß er Maler werden wolle. Der Vater, seine Erfindung in Regensburg und Wien zeigen. Gemeinnütiges. fonit p Ergebe traße N. niffe d Deutic bes In erlaffen Lelegra Anmen Einiges über Behandlung der Kinder. Die erften Geb und Stehversuche sollen nicht erzwungen, d. h. nicht zu früh tann das Kind furze Beit frei auf dem Arme der Mutter ge der sein Vermögen täglich anwachsen sah, gab auch diesem vorgenommen werden, ebenso muß bis zum fünften Monate Maler nach St. Louis. Der Maler nahm die Dollars des schlagen wie er wollte. Er gewordenen Schuster sein Handwerk an, trop seinem Obersten Vaters, ließ aber dem Sohne volle Freiheit, seine Zeit todtzu tragen werden. Wenn bei guter Pflege das Kind nicht meinende Freunde in Kenntniß gefeßt, dachte, daß wenn Edgar schenkel welt werden, fich Erbrechen und Durchfall einstellen, fo müffig geben sollte, dies viel besser unter den Augen des begnüge man fich nicht mit dem Rathe der Hausgenoffinnen titel, den er Gott weiß wo gestohlen hat. Gleich neben diesem Paare, aber auf einem bescheidenen Lederkoffer, fist eine einfach in Grau gekleidete junge Dame, welche das gerade Gegentheil von der reichen Schusters tochter bildet. Von Zeit zu Zeit blickt sie auf eine kleine goldene Damenuhr, welche an einem schwarzen Sammtbande befestigt ist. Im Obre trägt fie ganz einfach ge arbeitete Goldringe, an den Händen jedoch sind keine derartigen Schmucksachen zu bemerken. Sie hat nämlich ihre schwarzen Handschuhe ausgezogen, um dem Träger die ver dienten 25 Cents zu bezahlen. Diese Dame ist eine LehVaters selbst in New- Orleans geschehen könnte, und rief den gramm Sohn zurück. So sehen wir denn Edgar an Bord der fleinen Kindern viel nüßen kann. Beim Auftreten von Durd so wird New- Orleans fall und Erbrechen ist die Milch auszuseßen und bis zum in Amerika vielfach genannt zuschwimmen, wo der Bapa scheinen des Arztes dünner Schleim von Gerfiens, Safers oder Louisiana" der Halbmond- Stadt" ihm eine falbungsvolle Rede halten wird, um dann doch zu thun, was der Herr Sohn will. ( Schluß folgt.) Der Ze Sobald merben fenbend nugung frith D bein 12 Uhr Ach bie of be Weizenmehl zu geben. Wenn der Mund did weiß belegt ist, die Augen eitrig zugeklebt find, wenn Krämpfe da find und wenn das Kind in ca. 12 Monaten erst zwei Bähne hat, so it ebenfalls der Arzt zu befragen. Verantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Drud und Verlag von Mar Bading in Berlin SW. Beuthstraße 2. Des S tommin Berftor