Nr. 249. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements= Preis pränum.: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags: Nummer mit tauftrirter Sonntags- Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 mr. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post Beitungs Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Infertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: mit I, nr. 1508. Telegramm Adresse: „ Bozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Offizierschre. Man schreibt uns: -Freitag, den 23. Oktober 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Aber das kameradschaftliche Verhältniß zu dem Herrn über das Wort geboren wurde," daß die Soldaten au, Leben und Tod, welches trotz alledem bestehen bleibt und immer Vater und Mutter schießen müssen, wenn der oberste Kriegs wieder betont wird- Epaulette und Schärpe machen ohne herr es befiehlt. Eine ganze Reihe mehr oder weniger erbitternder Vor- weiteres, hoffähig"-legt jedem einzelnen Offizier die allererste Ein weiterer Absatz der oben erwähnten königlichen fälle hat wieder einmal unser Volk zu einer sehr ernsthaften Verpflichtung auf, dies auch nach außen hin, gegen das" Volt", Verfügung bezieht sich auf das äußere Verhalten der Offiziere Debatte über den Militarismus und seine bösartigen Aus- merkbar zu machen: dazu dient der besondere Ehren- und lautet:" Sie( die wahre" Ehre) verlangt, daß auch in dem wüchse angeregt. Aus den Erörterungen der Presse kann kodex. Man hört in den vielen Diskussionen immer von äußeren Leben des Offiziers sich die Würde ausdrücke, die aus man eine allgemeine Verurtheilung mühelos herauslesen, neuem die Frage aufwerfen: ja, haben denn die Difiziere dem Bewußtsein hervorgeht, dem Stande anzugehören, dem stimmen doch selbst Zeitungen, die ganz sicher nicht von eine besondere Sorte besondere Sorte von Ehre? Der verschlafene die Vertheidigung von Thron und Vaterland anvertraut ist." sozialdemokratischen Schmierfinken" geschrieben sind, zum Spießer, der nur rebellirt gegen die heilige Ordnung, Standesgemäß, so muß das Auftreten überall sein, theil gar kräftig, mit in die Forderung nach energischen Reformen wenn ihm ein junkerlicher Zuchtenstiefel einmal allzuderb auf und das Wort ist vieldeutig! Was der Persönlichkeit ein; entgegengesetzte Meinungen, wie die der Kreuz- die Hühneraugen getreten hat, zwingt sich ein entschiedenes des Offiziers genommen ist, eben dadurch, daß er Zeitung" oder der Reptilienblätter wiegen federleicht und Nein" darauf ab. Aber er hat, wie so oft, unrecht. Offizier geworden ist, das muß ihm auf eine dienen nur dazu, der Diskussion, die sie sachlich nicht Es ist eine selbstverständliche, klärlich einleuchtende andere Weise wieder ersetzt werden, wenn anderes beeinflussen können, Frische und Lebendigkeit zu verleihen. Forderung, daß die Offiziere feine andere Ehre haben sollten, nicht die Ergreifung dieses Berufes als Opfer empfunden Da diesmal Süd- und Westdeutschland zumeist die als die allgemein menschliche, bürgerliche, d. h. staatsbürger- werden soll. Darum die Tendenz, den äußeren Glanz des Kosten der Unterhaltung tragen muß die Schießerei in liche. Aber sie haben eine andere. In ihr sind wohl die Offizierthums zu erhöhen durch prächtige Kleidung, funkelnde Mannheim, die That des Lieutenants v. Brüsewig in Karl- allgemeinen Grundbedingungen der bürgerlichen Ehre ent- Waffen, Anordnung von Ehrenbezeugungen u. f. f., und ruhe, der Offiziersprozeß in Düsseldorf so kann und halten, aber andere, besondere treten hinzu, theils fie er weiter die Gewährung eines nachdrücklichen Schutzes der darf man es sich nicht genügen lassen, mit der, wenn gänzend, theils sie in gewiffem Sinne wieder aufhebend. Person durch ein ungeschriebenes Gesez, den komment, auch richtigen, so doch in diesem Falle nicht genügenden In der preußischen Verordnung über Offiziers- Ehrengerichte der den strafrechtlich geahndeten Zweikampf zur staatlichen allgemeinen Betämpfung ostelbischen Junkerthums vom 2. 5. 74, die in der Folgezeit für das ganze Institution macht. und edelmännischen Standesdünkels in der Armee. Es deutsche Militär bindend gemacht wurde, sagte der erste drängt alles dazu, neben diesen Grundtönen des Akkordes, der preußischen Kaiser, Wilhelm I:„ Ich erwarte von dem wenn man es so bezeichnen darf, auch die Einzelheiten gesammten Offizierstorps meines Heeres, daß ihm, wie bisder Harmonie aufzudecken. her so auch in Zukunft die Ehre das höchste Kleinod Die von den Freunden unserer militärischen Ein- sein wird; dieselbe rein und fleckenlos zu erhalten, richtungen bis zum Ueberdruß wiederholten Worte Molife's, muß die heiligste Pflicht des ganzen Standes wie daß die anderen Nationen wohl tüchtige Soldaten liefern des einzelnen bleiben." Diese Einleitung, die den an fönnten, aber nie ein Offizierkorps zu schaffen vermöchten, scheinend höchst selbstverständlichen Sah verbreitert, daß die wie das deutsche, drücken eine Thatsache aus, die zu Ehre das höchste Kleinod des Maunes ist, weist auf etwas bestreiten ein Zeichen großer Kurzsichtigkeit sein würde. besonderes hin, das denn auch in der gleichfolgenden Aber die Schlußfolgerungen aus dieser Thatsache Definition enthalten ist: Wahre Ehre kann ohne Treue erlauben wir uns etwas anders zu ziehen, als jene Herren. bis in den Tod, ohne unerschütterlichen Muth, feste Ent- Der Duellunfug ist niemals greller und gründlicher Das deutsche Offizierforps trägt einen eigenartigen schloffenheit, selbstverleugnenden Gehorsam.... nicht be- beleuchtet worden, als durch den soeben beendigten Charakter, damit aber behaupten zu wollen, es sei auch stehen." beffer, tüchtiger, ehrenhafter", wie andere, das muß ostelbischer Unbescheidenheit überlassen bleiben. Jetzt ist der verhängnißvolle Ring geschlossen: Die wahre" Ehre mit ihren detaillirten Verpflichtungen beraubt die Persönlichkeit des Offiziers ihres eigenen, selbstständigen Inhalts und sucht ihn auf Umwegen mechanisch ihr wieder beizulegen. So entstehen die v. Brüsewiz! " Politische Uebersicht. rein Berlin, 22. Oktober. Düsseldorfer Prozeß, über den wir ausführlich Hier haben wir's: wahre" Ehre! Giebt es denn berichtet haben. Namentlich bitten wir unsere Genossen, eine un wahre? Soll das ein Gegensaß sein gegen das Schlußreferat in der gestrigen Nummer des Vorwärts" Der deutsche Offizier ist einzig und allein ein Diener falsche Ehre? Nein, man setze statt ,, wahre Ehre" genau durchzulesen. Der Staatsanwalt selbst mußte sagen: des Monarchen. Kommt schon im Fahneneid, den jeder Offiziersehre" als Gegenstück zur Ehre des Bürgers und Wenn es Mode werden sollte, Beamte des Staats Gemeine furz nach seinem Dienſteintritt abzulegen geman hat den Sinn des Ganzen. wegen ihrer Kritiken vor die Pistole zu fordern, dann ist unsere zwungen wird, auch nicht einmal ein Wort wie Bater- Und was birgt die Offizier ehre für Besonderheiten? ganze Rechtsordnung aufs schwerste ges land"," Bolt"," Heimath" oder dergleichen vor, sondern ist Nichts weniger und nichts mehr als das Aufgehen der fährdet." Das ist richtig, allein es ist nur ein alles auf den„ obersten Kriegsherrn" zugeschnitten, so gilt das eigenen Persönlichkeit in den Dienst des Fürsten, winziger Theil der Wahrheit. Daß ein Richter oder in noch viel höherem Maße von der Verpflichtung der Offiziere. der für seine Handlungen feinem irgend eine Verantwortung sonstiger Beamter wegen Ausübung einer amtlichen Sie treten in ein direktes persönliches Verhältniß schuldig ist. Selbstverlengnung, geistige, indem Funktion herausgefordert und zum Duell gezwungen werden zu dem Fürsten, welcher, selbst ein Offizier, ihr jeder Gedanke an Kritik unterdrückt wird, förperliche, tann, ist gewiß ein flagranter Verstoß wider Recht, Gesetz höchster Kamerad und zugleich ihr höchster Herr indem der Selbsterhaltungstrieb vernichtet wird, das ist es, und gesunden Menschenverstand. Aber ist das Duell ist: sein Dienst ist ihnen Lebenszweck, ihm geben sie alles was den Offizier macht, wie er sein soll: die Humanität, a u ch in allen anderen Fällen nicht ein hin, die Freiheit der Meinung, wie die Freiheit der im tieferen Sinne des Wortes, wird aus der Brust ver- ebenso flagranter Verstoß? Ist es nicht in Handlung, das Recht sich den Wohnsiz zu nehmen, sich die bannt, die der bunte Rock umkleidet. jedem Fall, auch wenn es unblutig verläuft, ein blutiger Kleidung zu wählen, ja sich zu verehelichen. Sein Befehl Nur wer sich in solchen Gedankengang versenkt hat, Unsinn, ein Verbrechen und ein Hohn auf das Gesetz? ist Offenbarung, sein Lob der Himmel, die Hölle sein kann zu einem Verständniß unseres Militarismus tommen, Nicht darin, daß Beamte zum Duell gezwungen Tadel. kann die Anschauungen begreifen, aus denen heraus werden können, sondern in der Thatsache des Duells an wenn sie aus seinen gebrochenen und unzusammens hängenden Worten errathen konnte, daß er um ihretwillen hierher gekommen sei, die Stadt durchsucht, dem Tode gefroßt, der Gefahr sich ausgesetzt habe. Und wenn sie dann " D, Kind, Silber steckt niemals an. Hänge ihn um, sich zärtlich über jene glühende Stirne beugte, strömten hänge ihn um. Uebrigens Schicksal ist Schicksal, und ihre Thränen, deren Quell unerschöpflich zu sein schien, für wenn Deine Stunde gekommen ist, dann giebt es noch ein ganzes Leben. Jede Neigung, jedes Gefühl des andere Ursachen als die Best. menschlichen und weiblichen Herzens wurde in Anspruch Mit diesen Worten nahm er den Mantel auf, warf genommen; die Dankbarkeit der Liebe, die Verwunderung, ihn über die halbentblößten Schultern des Mädchens und so geliebt zu werden, während sie es für ein geringes Verzog sie wieder mit sich fort, und nach und nach verlor sich dienst hielt, so zu lieben, als ob jedes ihrer Opfer nichts der wilde Gesang des ausgelassenen Zuges in der Ferne. Außerordentliches, jedes Opfer für sie eine beispiellose Tugend sei! Und da lag er das Opfer seiner eigenen hingebenden Treue, hilflos zwischen Tod und Leben schwebend. Nie waren wohl in einem weiblichen Herzen so vielfache und so tiefe Gefühle gleichzeitig aufgeregt worden, der romantische Enthusiasmus des Mädchens, die treue Anhänglichkeit der Braut, die sorgsame Wachsamkeit der Mutter über ihrem Kinde. 10] 1 Rienzi. Der letzte der römischen Volkstribunen. Roman von Edward Lytton Bulwer. Schneller, schneller, um Chrifti willen," sagte Frene, ich habe viel Gold; ich will Euch gut belohnen; helft mir ihn in das nächste Haus tragen." ,, Ueberlaßt ihn uns, junge Dame, wir haben es schon bemerkt," sagte einer der Bacchini's, wir wollen unsere Pflicht schon erfüllen." " Nein, nein, berührt seinen Kopf nicht, so, ich will Euch helfen, aber faßt ihn nicht so hart an." Nein!" sagte das Mädchen, dessen Gestalt und Züge in diesen Schwelgereien und Ausschweifungen noch Jugend und Schönheit behauptet hatten. Nein, Guidotto, viel leicht ist er angesteckt." Fünftes Rapitel. Der Jrrthum. Durch diese Männer unterstützt, trug Irene, die über den geliebten Augen und Lippen, geschlossen, wie sie waren, zu wachen schien, als wolle sie seinen Geist und sein Leben Drei Tage, jene für die Bestseuche so entscheidenden drei durch ihren Blick zurückrufen, den Ritter in ein benach- Tage, blieb Adrian der Besinnung und seiner Kräfte bebartes Haus und legte ihn auf ein Bett, von welchem Irene raubt. Aber er war nicht durch die schreckliche Krankheit die Decken und Vorhänge fortnehmen ließ, weil sie vielleicht ergriffen worden, wie seine hingebende und edelmüthige noch Ansteckungsstoff enthalten konnten. Sie schickte Pflegerin fürchtete. Es war nur ein hißiges Fieber, das Und trotzdem, daß sie kaum von seiner Seite wich, darauf die Becchini nach neuem Bettzeug und Hausgeräth durch die Anstrengungen und Gemüthsbewegungen, die er daß sie nur so viel Nahrung zu sich nahm, als nöthig war, und nach irgend einem Arzte aus, den das Gold noch für erduldet hatte, entstanden war. um ihre schwachen Kräfte zu unterstüßen, verhielt sie sich eine Pflicht erkaufen könne. Es konnte kein Arzt von Beruf gefunden werden, um wunderbar, und der gute Mönch freute sich bei jedem Während so die Liebe ihre heiligen Pflichten erfüllte, ihn zu behandeln, aber ein guter Mönch, vielleicht erfahrener Besuch, die Wangen der Pflegerin noch blühend, ihr Auge kam die Straße hinab, in welcher Frene ihren Adrian in der Heilkunde, als manche, die sich für Heilkünstler noch glänzend zu finden. Sie glaubte und fühlte, der wiedergefunden hatte, mit wildem Gelächter, Geschrei und ausgaben, besuchte ihn täglich, und während seiner Ab- Himmel habe ihr übernatürliche Kräfte gewährt, um einer Gesang die ausgelassene, rohe Bande, welche in dem Kloster wesenheit, da so viele andere Pflichten ihn in Anspruch so heiligen Pflicht treu bleiben zu können, und sie täuschte Santa Maria die Bazzi hausten, ihren Anführer an der nahmen, war Eine immer bereit, seinen Schlaf zu be- fich darin nicht gänzlich, denn der Himmel begabte sie mit Spitze, der an jedem Arm eine Nonne führte. Es lebe die wachen, seine Stirne zu trocknen, sein Kopfkissen zurecht einer göttlichen Kraft, als er in ein so sanftes Herz den Best!" rief der Elende.„ Es lebe die Pest!" rief der ganze, zu legen. Und selbst während dieser traurigen Geschäfte ausdauernden Muth der Liebe legte! Der Mönch hatte wilde bacchantische Zug. durchzuckte ein Strahl der Freude das Herz der Verlobten, den Kranken spät am dritten Abend besucht, und ihm ein " Holla!" rief jetzt der Anführer, indem er stehen blieb, wenn der Leidende in seinen Phantasien ihren Namen mit beruhigendes Mittel eingegeben. hier, Margaretha; da ist ein guter Mantel für Dich, den Ausdrücken der zärtlichsten Neigung ausrief. Mädchen, Silber genug daran, um Deinen Geldbeutel zu selbst die am wenigsten irdische Liebe ist selbstsüchtig in füllen, wenn er leer wird, was wohl der Fall sein könnte, dem tentzückenden Bewußtsein, geliebt zu werden. Worte wenn die Pest nachläßt," vermögen nicht zu schildern, welche Gefühle sie durchbebten, " " In dieser Nacht," sagte er Frenen, wird die Krisis eintreten. Sollte er, wie ich hoffe, mit zurückgekehrtem Bes wußtsein und ruhigem Buls erwachen, so ist sein Leben gerettet, wo nicht, armes Mädchen, so mußt Du Dich auf das sich«nb bei mit ihm zusammenhangcudcn DneNzwanges liegt die Gefährdung der Rechtsordnung. Blos Gefährdung? Nein der U m ft u r z der Rechtsordnung, denn in einem Staur, wo es dem bevorrechtetsten Theit der herrschenden Klasse zur Ehrenpflicht gemacht wird, das Gesetz zu brechen, ist das Gesetz nur ein todter Buchstabe, und die sogenannte Rechts ordnung eine Posse.— Das Iltis- sislaggcnlied. Es wird jetzt daran erinnert, dab schon i» der Seeschlacht von Lissa— IS66— ein ähnlicher Vorgang sich ereignet habe, wie der Untergang des Iltis mit Sangesbegleitung. Die Mannschaft eines sinkenden italienischen Schiffes habe noch gerufen:„Es lebe Italien!" Daß bei solche» Katastrophen die Exaltation sich durch derartige Rnfe ausdrückt, ist sehr natürlich. Bekannt ist, daß die Mannschaft des fran- zösischen Schiffes„Vengeur", das im Jahre 1793 von einem größeren englischen Schiffe in Grund geschossen ward, während des Sinkens:„Vivo In Eepublique!" rief lind den Refrain des Girondistenmarschcs:„La Ilepublique nous appelle, sachons vaincre, sachons psrir!«(die Republik ruft uns, wissen wir zu siegen, wissen wir zu sterbe»!) so lange sang, bis die Meeres- wogen über Schiff und Mannschaft zusammenschlugen. Aber das war kein kommandirtes Singen, wie angeblich— den» offen gestanden, wir glauben das Helden- Geschichtchen nicht— im Falle des Iltis.— Dem französischen Ober- Rntisemiterich Trnmont ist schweres Leid widerfahren— man hat seineu jüdischen Stamm- bäum entdeckt, und in einer Broschüre den aktenmäßigen Beweis geliefert, daß er„nicht blos Israelit sondern auch Jude" ist. In einem Riesenleitartikel seiner„Libre Parole" sucht Drnmont die furchtbare Anklage abzuwehren— aber das lachende Paris lacht ihn todt.— Er kann sich mit seinen deutschen Kollegen trösten, die ja fast ausnahmslos au dem gleichen Erbübel kranken.— »• < Deutsches Reich. — Der Bundesrath hat in seiner heutigen Sitzung die Vorlage betreffend de» Freuudschafts-, Handels-, Schifffahrts- und Kousularvertrag zwischen dem Reich und Nicaragua de» zuständige» Ausschüsseil überwiesen. Der Resolution des Reichs- tags wegen Aenderung der Aussührnngsbestimmungen betreffend den Verkehr mit dencoturirtein Spiritus wurde keine Folge ge- geben. Dem mündlichen Bericht des III. und IX. Ausschuffes über den Entwurf eiores Gesetzes für Elsaß- Lothringen be- treffend die Besteuerung der Bergwerke wurde die Zustimmung ertheilt.— — Der AuSwanderungsgesetz-Entwurf. der dem Reichstage im kommenden Tagungsabschnitte unterbreitet werden wird, legt, wie offiziös mitgetheilt wird. Werth darauf, daß den Auswanderern nicht blos Gelegenheit gegeben wird, ihren Entschluß des Verlaffens der Heimath unter den verhältnißmäßig günstigsten Bedingungen auszuführen, sondern auch, daß in ihnen das Gefühl für die Heimath möglichst erhalten bleibt. Der Entwurf soll nicht blos die Auswanderung Einheimischer und Fremder über deutsche Häfen, sondern auch die der Ein- heimischen über fremde Häfen in Rücksicht ziehen. Bezüglich der Regelung der Beförderung von außerdeulschen Häfen aus ist namentlich Vorsicht geboten, weshalb besondere Mastregeln im Interesse der deulschen Auswanderer im Gesetz vorgasehe» werden müssen. Es steht denn auch zu erwarten, daß mit der landesgesetzlichen Regelung der Auswanderung, wie sie gegenwärtig besteht, bald gebrochen und der Artikel 4 Nr. 1 der RcichSversassung auch bezüglich der Kolonisation und Auswande- rung zur Durchführung gebracht werden wird. — Gegen die Hand werker-Vorlage erklären sich nun auch Abgeordnete und Versammlungen der Zenlrumspartei, so die Abgg. Hug und Marbe, und Versammlungen in Konstanz und Baden-Baden. — AnH die heutige Morgennummer der „Staatsbürger-Zeitung" ist abermals beschlagnahmt worden und zwar aus grund des ß 17 des Preßgesetzes wegen Veröffentlichung des gerichtlichen Beschlusses über die gestrige Beschlagnahme.— — Vom Bundesrathstische wetterte der selige Hetr ». Röller ge�en die sozialdemokratische Irrlehre, wonach die U n- Zufriedenheit kulturfördernd sei. Herr v. Wißmann hat nun zu den zahllosen Widerlegungen Köller's eine neue gefügt. Er erzählte gestern in der internationalen Vereinigung für ver- gleichende Rechtswissenschaft und Bolkswirthschaftslehre, daß der Kultnrfortschritt in Afrika durch die Bedürfnißlosigkeit der Neger gehemmt werde, ohne die Vorschläge Wißmann's zu den unseren schlimmste gefaßt machen. Solltest Du aber irgend eine beunruhigende Veränderung in seinem Krankheitszustande bemerken, die meine Gegenwart nothwendig macht, so wirst Du aus diesem Papier verzeichnet finden, wo ich, wenn Gott mich noch erhält, in jeder Stunde der Nacht und des Morgens zu finden bin." Ter Schlaf Adrian'S war zuerst sehr unruhig, seine Züge, seine Bewegungen, die Worte, die er ausstieß, alles verrieth großen geistigen und körperlichen Schmerz— es schien, wie es auch vielleicht der Fall war. ein wilder und zweifelhafter Kampf zwischen Leben und Tod stattzufinden. Irene saß schweigend, nur in langen Zügen Athcm holend, vor dem Bette. Die Lampe hatte sie an das fernste Ende des Zimmers gesetzt, und ihr matter Strahl ge- währte ihrem Blick nur die Umrisse der Züge des Kranken. In diesem schrecklichen Augenblicke lagen alle Gedanken, die sie bisher aufgeregt hatte, stumm und still in ihrem Geiste. Sie war nur empfänglich für jene unanssprcch- liche Furcht, die wenige von uns so glücklich waren, nicht kennen gelernt zu haben, jenes daniederdrückende Gewicht, unter dem wir kaum athmen, oder uns bewegen können, die über uns schwebende Lawine, der wir nicht entfliehen, unter der wir vernichtet und begraben werden können! Das ganze Geschick eines Lebens lag in dieser einen Nacht. Als endlich Adrian in einen tieferen und ruhigeren Schlummer zu versinken schien, unterbrachen die Glöckcheu der Todlenkarren mit ihrem unheimlichen Ton die Stille in den Straßen. Bald verstumnitcn die Töne, bald hörte man sie wieder, je nachdem die Karre an den Häusern anhielt oder weiter fuhr, und nach jeder Pause kamen sie näher und näher. Endlich hörte Irene die schweren Räder unter dem Fenster rasseln und eine tiefe und gedämpfte Stimme rief laut:„Bringt die Tobten!" Sie stand auf und ging mit leisen Schritten nach der Thüre, um sie zu verschließen, als der bleiche Strahl der Lampe aus die düstere Gestalt der Becchini fiel. »Ihr habt die Thüre nicht bezeichnet, auch nicht den Leichnam ausgesetzt," sagte einer von ihnen,„aber dieses ist die dritte Nacht!— es wird wohl Zeit sein!" „Still! Er schläft, fort, schnell, es ist nicht die Pest, an der er darniederliegt." „Nicht die Pest," murmelte der Becchino,„ich dächte, keine andere Krankheit dürfe es jetzt wagen, der Pest ins Handwerk zu pfuschen." „Geht, hier ist Geld, verlaßt uns." (Forlsetzung folgt.) u machen, wollen wir doch aus seinen interessanten Ausführungen olgendes miltheilen: „Diese unglückliche Bedürfnißlosigkeit ist die Feindin der Arbeit und der Kultur; also muß die Bevölkerung zum gemeinen Besten gezwungen werden, ihre Bedürfnisse zu steigern." Das ist das Ergcbniß der unbefangene» Beobachtung und reichen Erfahrung des besten Kenners Ostafrika's. lind da taucht vor seinem geistigen Auge nicht Diogenes, sondern der Steuerbote als Erzieher auf.„Man muß den Bewohnern eine Kopfsteuer oder eine Hausfieuer auferlegen; dann muffen sie mehr als bisher arbeiten, dann wachsen durch den Zwang zur Erzeugung und zum Austausch von Gütern auch die Bedürfnisse, dann hebt sich auch Handel und Wandel und steigt die Kultur." Und der Missionsdirektor Merensky trat diesen Ausführungen bei und bestätigte ihre Richtigkeit durch die Er- fahrungen, die man in Südwestasrika gemacht habe, wo die Christen unter den Negern rund fünf Mark jährlich auf den Kopf für Kirche und Schule zahlen müssen. Und Wißmann selbst berief sich auf das Beispiel der Engländer und Portugiesen, in deren Kolonien sich ebenfalls der Steuerbote als Erzieher be- währt habe. Die„Vossische Zeitung", die Wißmann's Lob der Unzufrieden- heit einem Leitartikel widmet, schließt denselben mit folgenden Sätzen: „Beachtenswerth bleibt e? jedenfalls, wie ein Mitglied der Regierung die Unzufriedenheit als die Quelle des Fortschritts rühmt, und die Bedürsnißlosigkeit nach dem Muster eines Diogenes als Hemmniß der Kultur und der Wohlfahrt bekämpft, und am Ende ergiebt sich eine Nutzanwendung aus den. Vor- schlag für Deutsch-Ostafrika auch für das Deutsche Reich, nur daß man des Slenerboten als Erziehers hier gewißlich nicht mehr bedarf."— — Für die Beschickung der Pariser Welt- Ausstellung hat sich mit großer Mehrheit der mittelrheinische Fabrikantenverein ausgesprochen.— — Mit d e m D u e l l hat sich am 20. Oktober die pommersche Provinzialsynode beschäftigt. Die Resolution, in welcher das Duell bekämpft wird, kam nicht einmal e i n st i m in i g zu stände. Unter Führung des früheren Staats- sekretärs v. Maltzahn-Gültz stimmte» 21 Herreu dagegen. Unter den letzteren befinden sich der R e g i e r u n g s- Präsident v. Sommerfeld zu Stettin, R e g i e r u n g s- Präsident v. d. Reck zu Köslin, Landrath Breyer zu Greifenhagen, Kommerzienrath Schlutow zu Stettin, Assessor a. D. Schlange in Schöningen, der bekannte agrarische Führer. Der Obcrpräsidcnt v. Puttkamer wohnte vorsichiigerweise der Sitzung nicht bei. Die angenommene Re- solution, für welche 89 Herreu stimmten, lautet:„Provinzial- Synode erkennt das einstimmige Zeugniß wider das Duell als unabweisbare Pflicht und unantastbares Recht des geistlichen Amtes an. Denn das Duell ist Sünde, die unter dem wange gesellschaftlicher Ueberlieferung als hrenpflicht gerechtfertigt wird, ist somit privilegirte Sünde und gerade darum eine besonders schwere Gefährdung des sittlichen Bewußtseins unseres Volkes, der wie die Obrigkeit und die Ge- sellschaft, so auch die Kirche mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln des Zeugnisses und der Zucht entgegen- wicken muß. 2. Provinzial-Synode erioartet von den Gemeinde- Organen, daß sie den, der im Zweikampfe gestanden und dessen Sünde kund geworden ist, im Falle er ihnen angehört, und nicht freiwillig ausscheidet, nöthigcn, seine Stellung aufzugeben, über- Haupt einem solchen die Wahlfähigkeit bis ans weiteres entziehen und bei bleibender Unbußfertigkeit de» ganzen Ernst der kirchlichen Zucht in Anwendung bringen.— Stettin.(„Volk.") Auf der p o in m e r s ch e n Pro» vinzialsynode berichtete am 16. Oktober der Sup. Hoppe auch über die S o n n t a g s r u h e d e r P o st b e a m t e u, die auf dem Papier geordnet ist, in Wahrheit aber oft noch sehr im argen liegt. Einschränkung des Postvcrkehrs am Sonntag ist wohl möglich, wenn die Gemeinde-Kirchenrälhe sich an die Postbehörden wenden. Auch eine Anregung der Synode bei dem evangelischen Oberkirchenrath empfielt der Referent. Nach längerer Debatte und nachdem Synodale Höppner beantragt hat, den evangelischen Oberkirchenrath aufzufordern, dahin zu wirken, daß die regelmäßige Bestellung am Sonnlag überhaupt falle und nachdem der königl. Kommissar die Anstrebung des wirklich Erreichbaren empfohlen hat, beschließt die Synode: an das königliche Konsistorium das Ersuchen zu richten, durch geeignete Verfügnng die Ge- meinde-Kirchenräthe anzuregen, für möglichste Einschränkung des Postverkehrs am Sonntag in ihren Gemeinden thätig zu sein und an den evangelischen Oberkirchenrath die Bitte zu richten, in Gemäßheit der wiederholten Beschlüsse der Generalsynode bei den staatlichen Behörden für die vermehrte Sonntagsruhe der Postbeamten aufs neue einzutreten und insbesondere a) B e- schränk» n g der P o st b e st e l l u n g aus Eilbriefe; b) Vermehrung der Beamten für den äuße- ren und na ni entlich den inneren Dien st zu empfehlen.— Ein Antrag an die Synode, auf B e- schränkung des Eisenbahnverkehrs hinwirken zu wollen, wird von Geh. Kommerzienrath Schlutow als Referenten nichl befürwortet. Professor Beyer wünscht möglichste Be- schränkung des Personenverkehrs an Sonntagen und empfiehlt einen warmen Appell an alle Provinzialen, sich möglichst des Reifens am Sonntag zu enthalten, um so den Eisenbahnbeamteu ausreichende Sonntagsruhe zu gewähren. Während die Synode gemäß dem Antrage des Referenten das Verlangen auf Beschrän- kung des Eisenbahnverkehrs ablehnt, schließt sie sich im übrigen dem Wunsche des Synodalen Beyer an und empfiehlt, sich mög- lichst des Reifens am Sonntag zu enthalten. Die guten Absichten der Herren in allen Ehren, aber wichtiger wäre es gewesen, in erster Linie die Einschränkung des Güter- Verkehrs auf das allernolhwendigste zu fordern.— — Im Briefkasten des Stöcker'schcn„Volk" finden wir folgende Bemerkung:„Ueber die Pfarrer» gehälter nichts mehr zu bringen, sind wir von s o vielen Lesern gebeten worden, daß wir diese» Wunsch für den der Majorität halten müssen. Aber den Schluß Ihres „Eingesandt" wollen wir wenigstens mittheilen.„Wie feiner- zeit der Kirchenstaat der schlechtregierteste Staat Europa's war, so scheint auch die evangelische Landes- kirche die aller unsozialste größereGemeinschaft zu sein. Dieser Miß st and darf natürlich nicht allzu offenkundig werden und es werden deshalb auch die Pfarrer auf den bekannten Weg verwiesen, die Heilung der sozialen Schäden, soweit sie selbst darunter leiden, von„innen heraus" zu bewerkstelligen. Wenn nur nicht„innen" der Magen säße!" — Wegen des verbotenen Lesens gewisser polnischer Zeitungen ist über einige das Priesterseminar zu Pelplin besuchende Kleriker Strafe verhängt worden, welche in der Entziehung der sogenannten„Stundung" besteht. Letztere besteht wiederum darin, daß mittellosen Klerikern die 299 M., die sie jährlich für ihren Lebensunterhalt zu zahlen haben, bis zur Beendigung der Studien gestundet werden; später haben sie jedoch ihre Schuld in Ratenzahlungen zu tilgen und nur durch den Tod werden sie hiervon befreit. Diese Strafe dürfte daher für die Mehrzahl der Betroffenen recht empfindlich sein. Ob die jungen Kleriker diese kapitalistische Bestrafung sehr christlich ge- sunden haben, wissen wir nicht.— Kiel, 21. Oktober.(Eig. Ber.) Zu unserer Notiz in voriger Woche über den Nord-Ostsee-Kanal können wir noch hinzufügen, daß seitdem wieder zwei Schiffsunfälle zu verzeichnen sind. Das eine Schiff rannte gegen einen der Duc d'Alben und das andere gerieth aus Grund, beide konnten jedoch ihre Reise fortsetzen. Die letzte Sitzung deS königlichen SeeamtS zu Flensburg am 18. Oktober wurde ausgefüllt durch Verhandlungen über Unfälle im Nord-Ostsee-Kanal und standen nicht ivenigerwie4derselben zur Ver- Handlung. Interessant hierbei war namentlich die Bemerkung des Vorsitzenden, daß er mit einigen Beisitzern des Seeamts und in Begieitung des Reichskommissars auf einem größereu Dampfer eine Fahrt im Kanal gemacht habe. Dabei hätten sie die Ueber- zeugung gewonnen, daß das Fahrwasser des Kanals keine Mängel habe und man daselbst bei einiger Aufmerksamkeit ebenso sicher fahre wie in ähnlichen, ordnungsmäßig hergestellten Gewässern. Daß es, um die Ueberzeugung zu gewinnen, daß das Fahrwasser des Kanals keine Mängel habe, erst einer Probefahrt bedarf, ist ein heikel Ding, denn jeder Schiffskapitän resp. Rheder, der den Kanal benutzen will, ist hierzu nicht in der Lage und daß man im Nord-Ostee-Kanal ebenso sicher fährt wie in einem andere» ordnuiigsniäßig hergestellten Gewässer, ist auch wohl nicht mehr wie billig zu erwarten, denn umsonst sind die 1ö6 Millionen, die der Kanal gekostet, nicht hergegeben. Wie die vielen Unfälle im Kanal bei dem dort herrschenden Lootseuzwang möglich sind, ist uns ein Räthsel.— — Die Landtagswahlen in Lippe-Detmold finden am 13. November statt. Unsere Parteigenossen beabsichtigen, wie wir schon berichtet haben, sich an denselben zu betheiligen.— — In der Frage der VerfassnngSreform in Hamburg, über die seit 1393 verhandelt wird, hat eine aus Mit- gliedern des Senats und der Bürgerschaft gebildete Vermitte- lungs-Teputation eine Einigung über die streitigen Fragen her- beigeführt. Tie wichtigste derselben ist die Erleichterung der Erwerbung des Bürgerrechts. Ferner soll eine Kommission für Verkehrswefen gebildet und das Schaukkonzessions- wesen geregelt werden.— — Die Bürgerschafts-Wahlen in Bremen finden in der Zeit vom 23. November bis inklusive 30. April statt.- — Die Nachwahlen zur württembergischen Abgeord- netenkammer für die Oberamtsbezirke Cannstatt und S a u l g a u finden gleichzeitig am Freitag den 20. November statt.— Karlsruhe, 22. Oktober. Unter dem Vorsitz des Ministers des Innern Effenlohr beschäftigte sich heute der zum ersten Male zusammengetretene badische Ge werberath in vierstündiger Berathung mit der Frage der Organisation des Handwerks. Man kam zu der Erklärung, daß dem neuen Gesetzentwurf gegenüber an dem badischen Entwurf vom Jahre 1892 über die Gewerbe- kammern festzuhalten sei, die Z w a n g s i n n u n g e n zu verwerfen seien, dagegen die Einführung von Handwerker- und Gewerbekammern sowie die obligatorische Lehrlingsprnsung zu befürworten sei.— — Wißmann's Rücktrittsabsichten sucht die „Nordd. Allg. Ztg.", ohne irgendwo Glauben zu finden, in Zweifel zu ziehen.— — Dr. Arendt behauptet in dem von Echroeder-Poggelow und ihm herausgegebenen„Deutschen Wocheublatte". daß der Kolonialdirektor Dr. Kayser früher ganz anders als im Kolonial- rathe ihr gegenseitiges Verhältniß dargestellt habe und daß ihm zum Beweise hierfür zahlreiche Briese aus Dr. Kayser's Feder zur Verfügung standen. Er schlägt die Veröffentlichung dieses Briefwechsels vor und droht einseitig die Briefe Kayser's zu pnbliziren, falls dieser fernerhin seine Wahrhaftigkeit in Zweifel ziehen sollte.— — An ständige Polemik. Auf unseren letzten Artikel über„Staatssozialismus und bürgerliche Demokratie" weiß die„Frankfurter Zeitung" nichts zu sagen, als daß sie sich aus eine prinzipielle Diskussion nicht einlassen könne, weil der gemein- same Boden fehle: der Sozialismus sei Glaube, und nur ans dem Boden der Wissenschaft, die sie, die„Frankfurter Zeitung". vertrete, sei eine Diskussion möglich. Nun— das zn glauben ist Sache der„Frankfurter Zeitung". Gedanken sind zollfrei. Erinnern wollen wir sie blos an das Wort ihres geistesverwandten Bamberger, der einem der sozialistischen Abgeordneten im Reichstag einst seufzend zurief: «Ja, Ihr habt noch den Glauben an Euch selbst!" Ob die„Frankfurter Zeitung" den Glauben an sich selbst hat, und an ihre„Wissenschaft"? Die Drückebergerei spricht nicht gerade dafür. Doch lassen wir das. Nicht unerwähnt darf es aber bleiben, daß die„Frankfurter Zeitung" ihre N i ch t- Widerlegung mit den Worten schließt: „Wir wollen nur noch anerkennend hervorheben, daß sich der„Vorwärts" eines zivilen Tons befleißigt hat. Wir sind weder Dummköpfe noch Gauner genannt worden, und das will angesichts des frevelhaften Einbruchs in das sozialistisch» Heiligthum. den mir verübt haben, schon etwas bedeuten." Diese an den Haaren herbeigezogene Impertinenz, durch die ein kläglicher Rückzug verdeckt werden soll, ist wohl„zivil"?— Oesterreich. Wien, 21. Oktober. Abgeordnetenhaus. Bei der Berathung des Dringlichkeits-AntrageS Perner- st orfer, denEiscnbahnminister aufzufordern, die unter- geordneten Organe zu belehren, daß der Druck auf die Bahnbedien st eten zur Verhinderung des Bei- tritts zu gesetzlich gestatteten Vereinen eine Verletzung des Staats-Grundgesetzes sei, betonte der Eisenbahnminister, die Bahnbedieusteten hätten bisher von ihrem Beschwerderechte wegen unzulässiger BeHand- lung nicht Gebrauch gemacht. Der Minister sicherte strenge Untersuchung der vorgebrachten konkreten Fälle zu und führte sodann weiter aus, bei der Eisenbahn sei die strengste Disziplin nothwendig. da es sich um I n t e r- essen von größter Tragweite und täglich um das Leben taufender handele. Wohin solle es führen, wenn die Bediensteten statt der Vorgesetzten einer gewissen Parteileitung folgen würden. Es sei Schuldigkeit der Direktoren dafür zu sorgen, daß die Disziplin nicht untergraben werde. selbstverständlich unter strengster Wahrung der Dienstordnung und der Gesetze. Er habe gegen die Dringlichkeit des Antrages nichts einzuwenden. Die Dringlichkeit wurde hierauf mit 73 gegen 68 Stimmen mangels einer Zweidrittel-Majorität abgelehnt.— Schweiz. Zürich, 20. Oktober.(Eig. Ber.) Wie wahr die Behaup- tung des sozialdemokratischen Wahlkonntees in seinem Aufruf an das arbeitende Volk ist, daß der Nationalrath keine Volksvertretung, sondern nur eine Vertretung der be» sitzenden Klassen ist, das zeigt eine rieine Ucberstcht über die verschiedenen Lebensstellungen der Herren Nationalräthe, welche die letzten drei Jahre Landesväter waren. 41 derselben sind öffentliche Beamte, nämlich 21 Regierungsräthe(kantonale Minister) ,/ 7 sonstige kantonale Verwaltungsbeamte. 7 Richter. 4 städtische Beamte; 44 sind Advokaten, 6 Notare, 3 Aerzte. 1»Thierarzt, 2 gewesene Pfarrer, 5 Ingenieure, 4 Architekten. 5 Hochschul-Professoren, 2 Schuldirekioren, 2 Mittelschnllehrer, 3 gewesene Volksschullehrer. 3 Forstleute, 7 Redakteure, 3 gewesene Redakteure, 2 Bahndirektoren, 1 Wasserdirektor. 13 Fabrikanten, 27 Landwirthe. 9 Kaufleute(wovon 4 Wein» Händler), 4 Gastwirthe und Hotelbesitzer, 2 Baukiers, 2 Kassen- Verwalter, 2 Blichdruckereibesitzer. 1 Buchhändler, 2 Gerber. 1 Bierbrauer und endlich IS Rentiers— aber kein Arbeiter! 56 Landesväter sind beim Militär Offiziere und zwar 24 Oberste, II Oberstlieutenants, 7 Majore. 12 Hauptleute und 2 Oberlieuteuants. Man wird aus diefer Stärke des militärischen Elements bie Liebe des-Ein neuer Gefeßentwurf betreffend die Arbeit Nationalrathes für die militärische Gesetzgebung leicht erklären in Bäckereien und Konditoreien ist dem dänischen Folkething tönnen. 81 Nationalräthe haben a ta bemische Bildung von den sozialistischen Abgeordneten J. Jensen und Alberti zu und zwar sind 56 Juristen, 9 Philosophen, 4 Mediziner, gegangen. 3 Theologen und 9 Techniker. Der Religion nach find Frankreich. Italien. = , " " T 1 Auf der Partei Konferenz der Wahlkreise Halberstadt Oschersleben Wernigerode und Calbe- Aschersleben, die am 18. Oktober in Aschersleben tagte, wurde die Schaffung einer täglich erscheinenden Zeitung unter Beibehaltung der " Sonntagszeitung" im Prinzip beschlossen, das Erscheinen aber 92 Proteftanten, 44 Römisch- katholische, 6 Freidenker und von dem Vorhandensein eines Betriebsfonds von 3000 m. ab5 Alikatholiten. Im Züricher Wahltreise treten als vierte Rom, 19. Okt.( Eig. Bericht.) Die Verheirathung des hängig gemacht. Da die Herausgabe dieser Zeitung nicht zu Partei nun auch noch die Ultramontanen auf mit einer Kronprinzen von Italien mit der Tochter des Fürsten von einem ungeeigneten Beitpunkt erfolgen soll, so dürfte das neue selbständigen Liste, auf der neben Dr. Amsler, Bogelsanger und Montenegro, welche im Laufe dieser Woche in Rom vollzogen Blatt, wie das„ Boltsblatt für Anhalt" bemerkt, wohl erst am Greulich noch der Basler Advokat Dr. Feigen winter wird, bringt Italien in dynastische Beziehungen, welche nur dann 1. Oftober 1897 erscheinen. als Ultramontaner figurirt. Sehr gelungen ist, daß die ohne politische Wirkungen bleiben fönnten, wenn die auswärtige Die Stadtverordneten- Versammlung in Frankfurt a. M. biedern Liberalen in ihrem Gerechtigkeitsgefühl anerkannt haben, Politit Italiens von einer festen und bestimmten Tradition be daß den Sozialdemokraten auch ein Vertreter gehört und zwar der von herrscht wäre. Da dies aber nicht der Fall ist, so können auch ist über eine auf Abänderung des Gemeindewahlrechts feinen früheren Genossen, auf deren Schultern er zu Amt und die Beziehungen zu dem kleinen aber zielbewußten Montegriner- gerichtete Petition unserer Parteigenoffen mit 25 gegen Würden emporstieg, fallen gelaffene Polizeidirektor Bogel staate einen Einfluß auf die italienische Politik ausüben, um fo 20 Stimmen zur Tagesordnung übergegangen. In der fanger, den mit einigem guten Willen die Liberalen nunmehr mehr, als Montenegro nur der an das Adriatische Meer vor. Petition war die Einführung des allgemeinen, gleichen und als ihren Genossen anerkennen tönnten. Daß Bogelsanger geschobene Vorposten der russischen Macht ist. direkten Wahlrechts gefordert. Durch die starke Minorität, die unter diesen Umständen nicht auf jede Kandidatur überhaupt ver- Die italienischen Journalisten, die sich in letzter Zeit aus Anlaß sich gegen Uebergang zur Tagesordnung erklärte, ist festgestellt, sichtet, ist für ihn sehr charakteristisch. Im Kanton Neuen der vollzogenen Verlobung nach Gettinje begeben haben, gaben daß das jetzige Wahlsystem sogar von einem großen Theile der burg stellen die Sozialdemokraten den Genossen Sandoz als ihren Berichten von dort mehr oder minder eine pan- Frankfurter Bourgeoisie als unhaltbar betrachtet wird. Ju Hof werden anfang nächsten Monats die Gemeinde Kandidaten auf und zwar nehmen sie nur ihn auf die Liste. flavistische Färbung. Wenn gegenwärtig die Nachricht Das Rathhaus war bis jetzt eine Die freisinnige Mehrheit verlangt von den 5 Mandaten 4 für auftaucht, daß der Fürst von Montenegro durch einen Ab. wahlen vorgenommen. sich und überläßt eines den Minderheitsparteien, um das sich die gesandten in Konstantinopel wegen einer Abtretung der türkischen Domäne der Nationalliberalen. Unsere Genoffen werden alle Sozialdemokraten und Konservativen streiten sollen. Billiger wären Rechte auf Bosnien und die Herzegowina an ihn und an Serbien Kraft aufbieten, um im Stadtverordneten- Kollegium Vertretung 3 Freifinnige und jeder Minderheitspartei 1 Sih. habe unterhandeln lassen und daß diese Unterhandlungen zu erlangen; sie hoffen, daß es ihnen wenigstens gelingt, einen einen günstigen Erfolg gehabt hätten, so waren der Sitz zu erobern. Zürich, 19. Oktober.( Eig. Ber.) Die geftrige, sehr gut artige montenegrinische Pläne von den nach Cettinje Polizeiliches, Gerichtliches 2c. besuchte fozialdemokratische Wählerversammlung beschloß ein- gegangenen italienischen Journalisten schon vor einigen stimmig die Aufstellung einer Sechserliste und die Nomination Wochen in ihren Blättern dargelegt worden. Diese Ziele der Die Vogtländische Voltszeitung" in folgender Genossen als Kandidaten: Lang, Greulich, montenegrinischen Politik und die neuerdings wiet er erfolgten altenstein i. S. schreibt:" Dem Redakteur unseres Blattes, Mattier, Seidel, Fähndrich und Wurzler. Der starken russischen Waffenlieferungen nach Serbien berechtigen zu Genossen Hans Künzel, wurde die Privatklage des Mar Herr Polizeidirektor Vogelsanger ist damit als Renegat für die dem Schluffe, daß für den Fall eines russisch frangarinefabrikanten Mohr in Bahrenfeld wegen Be fozialdemokratische Partei abgethan, er bleibt aber der Kandidat öfifchen Krieges gegen die mitteleuropäischen leidigung zugeftelt. Wie es scheint, hat Mohr alle Zeitungen der bürgerlichen Parteien, denen er auch gehört. Die Liberalen wächte eine südslavische Erhebung vorbereitet verklagt, die feinerzeit den Polizeibericht der Wormfer Beitung", beschlossen einstimmig die Kandidatur ille, ebenso die des wird, welche den 3 wed hat, einen Theil der österreichi- der sich mit dem Horchheimer Abenteuer des Herrn Mohr be Demokraten Dr. A m3 Ier; der alte demokratische Vertreter Schäppischen Armee vom Haupt- Kriegsschauplage ab- fchäftigte, abdruckten. Es find dies ihrer über 200 und allen foll bekämpft werden. In Wintertbur ist als fozialdemo- usie ben. Wie wird sich Italien zu einer solchen Unternehmung möglichen Parteien angehörig." Braucht Herr Mohr die Arbeiter kratischer Kandidat Redakteur Genosse Bartschinger aufstellen? Daß Montenegro durch seine neue dynastische Verbindung mit schaft zum Absatz seiner Margarine nicht mehr? Es scheint fast gestellt worden, der einzig auf die Lifte genommen wird, während dem um so viel stärkeren Italien etwa dem russischen Interessenkreise so, denn sonst würde er sich mit einer Berichtigung begnügen, der Wahlkreis vier Nationalräthe zu wählen hat.-entfremdet und zum Anschluß an das mitteleuropäische Bündniß anstatt den Redakteur eines Arbeiterblattes vor den Radi zu. veranlaßt werden könnte( wie dies mit Rumänien geschehen ist), serren. davon ist bisher auch nicht das mindeste verlautet. Vielmehr ist - Bei einer Hausagitation in Breslau war Genosse Paris, 21. Oktober.( Eig. Ber.) Genoffe Jaurès, der, darauf von vielen Seiten hingewiesen worden, daß Italien burch other in die Wohnung eines Schußmanns gerathen, dieser nebenbei bemerkt, die deutsche sozialdemokratische Bewegung auf die dynastische Verbindung mit Montenegro in günstige Be machte Anzeige und Rother erhielt darauf ein Strafmandat über merksam verfolgt, bespricht in einem interessanten Artikel die ziehungen zu Rußland gelangen, also dem russisch französischen 50 m. wegen unbefugter Verbreitung von Druckschriften. Das Debatte des Gothaer Parteitages über die Gegenbündniß zugeführt werden könnte. Die Möglichkeit Schöffengericht sprach aber den Sozi frei; der Schußmann war Neue Welt". Mit Stolz verweist er die französischen einer Art russischen Protettorats über Italien also mit seiner Staatsretterei' reingefallen. Sozialistenfreffer auf den hohen Schwung und den reichen Ideen( nach dem Vorbild des französischen Protektorats zur Zeit-Durch eine Notiz, überschrieben: Prügelpädagogen", inhalt der Debatte:„ Die Dummtöpfe, die jeden Morgen die Welt mit Napoleons III) tritt hier und da bereits in schwachen aber kennt sollte die Mainzer Volkszeitung zwei Lehrer beder sozialistischen Barbarei" bedrohen, würden gut daran thun, lichen Umriffen zu tage, z. B. in den Hoffnungen auf leidigt haben. Vor dem Schöffengericht beantragte aber der fich ein wenig zu unterrichten, als sie sich öffentlich durch ihre russische Vermittelung in Abessynien und in Amtsanwalt selber die Freisprechung des angeklagten Redakteurs Dummheit bloßstellen..." Bemerkenswerth sind die Gedanken, der Nachricht, daß der Bar die montenegrinische Fürstentocher und iebmann, auf welche das Gericht denn auch erkannte. Der zu denen Jaurès durch die Gothaer Debatte angeregt wird. Sie fünftige Königin von Italien mit einer Mitgift ausstatten Gewährsmann für die betreffende Notiz wurde dagegen zu 30 M. ist ihm ein Beweis des geistigen Wachsthums des Proletariats, wolle. Geldstrafe und den üblichen Nebenstrafen verurtheilt. der fortwährenden Erweiterung der von ihm zu lösenden Probleme, aber auch ein Beweis des paradoxalen Zustandes, der tiefen Unordnung, in die das tapitalistische Regime Wissenschaft und Kunst versetzt". Der Klassengegensatz zwischen Bourgeoisie und Proletariat, der bei den beiden Klassen wenigstens in ihren entgegengesezten Extremen" eine ver schiedene Welt, Gesellschafts- und Lebensauffassung zeitigt, läßt feine einheitliche Kunst aufkommen. Da aber das unterdrückte Proletariat" nicht im stande ist, von sich aus eine selbständige Runft zu schaffen, ist es gezwungen, von den Kunstformen zu leben, die von einer anderen Klasse aufgenommen und propagirt wurden.... Es ist wahr, die Bourgeoisie hat felber thre Grund hierzu ist das Bestreben, die Organisation der Arbeiter zu verEmpörer, viele Künstler, durch das Elend aufgepeitscht oder durch die fade Dummheit der herrschenden Klasse angeetelt, nichten. Unter den Personalen herrscht aber ein solch guter Geist, daß streben eine neue Welt an; ihre grausamen Schilderungen der in wohl zu hoffen ist, daß der Streit, welcher den Arbeitern jetzt der Bersetzung begriffenen bürgerlichen Gesellschaft, ihre Bornes aufgezwungen wurde, nicht verloren gehen wird. Infolge und Mitleidsrufe tragen, in der That, zur sozialen Erschütterung des Vorgehens der Fabrikanten ist es zum Generalstreit bei. Doch ist das eine aufgeregte, häufig verachtende oder haffende gekommen. Die Zahl der Ausständigen beträgt Kunft. Es ist im wahren Sinne des Wortes eher eine anarchistische als eine sozialistische Kunst, denn sie ist eher der Ausdruck einer jet bereits 1800. Zuzug nach Berlin ist deshalb aufs individuellen Empörung, als einer organisirten Klaffenstrengste zu vermeiden, insbesondere nach den Firmen erhebung." Der Jaurès'sche Artikel schließt mit folgendem Prager u. Loiba, Wendisch, Kazenellenbogen, Ettler, Mathes, prächtigem Ausblid:" Ebenso wie der Sozialismus die Harmonie in der Produktion erstrebt, strebt er auch nach einer neuen Konstantinopel, 20. Oft.( Times".) Ein Frade, welches Friedberg u. Silberstein, Schäfer u. Scheibe, W. Böhme, tlaffischen, geregelten, versöhnten und lichtvollen Kunstform. Das eine Zwangsanleihe bei den Mohamedanern je nach deren Ver- Barnick, Büttner u. Komp., Wunsch u. Lange, Heymann W. Hagelberg, ruhevolle Licht, welches der sterbende Goethe begrüßte, scheint mögensverhältnissen von 25 bis 250 Piastern anordnet, wird u. Schmit, Littauer u. Boysen, Aberlee, im Laufe unseres aufgeregten Jahrhunderts entschwunden zu stündlich erwartet. ein; aber es wird in der Ferne widerspiegelt von den hohen- Der armenische Notable Apit Effendi ist zu drei- Bei der großen Zahl der Ausständigen, die sich möglicherfozialistischen Gipfeln, und wir begrüßen es als eine Ankündigung jähriger Feftungshaft verurtheilt worden. In der Begründung weise auf 6000 vermehren wird, ist Unterstüßung seitens der der Morgenröthe." des Urtheils heißt es, daß, wenn derselbe auch nicht Mitglied Unter Berufung Paris, 22. Oft. Bon 3. bis 6. November kommt der des armenischen Komitees gewesen sei, er sich doch in die Be- gesammten Arbeiterschaft nöthig. Prozeß Arton abermals zur Berhandlung vor das Schwur- wegung eingemischt habe. auf die Solidarität, die die organisirten Lithographen und Steingericht. brucker bei den Lohnbewegungen der Arbeiter anderer Berufe Die reaktionäre Natur des spezifischen Freidenkerthum 3 macht sich auch in Frankreich Silber agitirenden Blätter find in Verlegenheit angesichts des Klaffengenoffen die Arbeiterschaft Berlins und Deutschlands New York, 20. Oktober.( Frankf. 3tg.") Die für das von jeher bewiesen haben, ersuchen die kämpfenden Berliner geltend, so daß unsere Genoffin Paula Mind gestern in der Steigens der Preise der Gerealien. Sie erklären, Spekulanten um ausgiebigfte moralische und materielle " Petite Republique" die Arbeiter vor diesen Mundhelden warnen trieben fünstlich die Preise hoch, der strach werde bald kommen. Unterstügung. Die Gelder sind zu senden an mußte, die im Himmel außerordentlich radikal sind und auf Inzwischen wirkt die Preisbewegung des Getreides förderlich auf Berliner Gewerkschafts Rommission( Adresse: Erden tapitalistische Reaktionäre. In Frankreich hat sich die andere Betriebe des Erwerbslebens ein, so daß anscheinend die reaktionäre Natur des Freidenkerthums schon früher gezeigt: Stimmung der Wähler einen großen Umschwung zu gunsten der R. Millarg, Berlin SO., Annenſtr. 16). während der französischen Revolution in den Kämpfen zwischen bestehenden Währung zur Folge haben wird. Girondisten und Jakobinern. Die zwar republitanischen aber den nothwendigen revolutionären Maßregeln sich Jacksonville, 22. Oft. Der Kreuzer der Vereinigten entgegenstemmenden Girondisten waren atheistische Boltairianer, Staaten Raleigh" hat das Freibeuterschiff Dauntleß" beschlagwährend die für die damalige Zeit revolutionären Jakobiner nahmt. meiftens, gleich ihrem Führer Robespierre mit Rousseau an das " Höchste Wesen" glaubten. Spanien. -Ueber die Lage auf Manila veröffentlicht die Regierung: Seit der Ankunft der Verstärkungen hat sich die Lage auf den Philippinen sehr gebessert. Der Generaltapitän Marschall Blanco ist der Ansicht, daß der Aufstand in Monats frist beendet sein werde. Gewerkschaftliches. Der Streik der Lithographen, Steindrucker und Berufsgenoffen Berlins nimmt immer mehr an Ausdehnung zu. Die Arbeiter haben es mit dem Fabrikantenring au thnn Eine Depesche aus Manila bringt die Nachricht, daß die Derselbe will den Beschluß durchführen, sämmtliche in britte Straftompagnie meuterte und ins Gebirge ent- den uyuspapier Fabriten beschäftigte Arfloh. Sie wurde verfolgt und geschlagen, wobei sie beiter und Arbeiterinnen auszusperren. Der zahlreiche Verluste erlitt. Das ist spanischer Kriegsnachrichten Stil. Die Lage hat fich gebeffert, aber unter den Truppen ist eine neue Menterei ausgebrochen! Die spanische Regierung will wohl, daß es noch beffer" gehe- mit dem Aufstand? " Die Milliardenanleihe, die in Paris angebracht werden sollte, ist gescheitert. Die Regierung sucht die für die beiden großen Kolonialfriege erforderlichen Gelder im Julande aufzutreiben. Der Appell Canovas' an den Patriotismus der Reichen wird den Bankrott nicht aufhalten. Türkei, Amerika. Partei- Nachrichten. Schon die Der Radicke. Die Die Forderungen der Ausständigen sind in der Hauptsache: Neunstundentag, 30 M. Minimallohn für Maschinendrucker( für Ausgelernte das erste Bierteljahr 27 M.), 24 M. Minimallohn für Steindrucker und Lithographen( für Ausgelernte das erste Vierteljahr 21,60 m.), Schleifer und Präger 21 M. Minimallohn, Prägerinnen 15 M. Minimallohn, Anleger und Anlegerinnen 12 M. Minimallohn, Bezahlung der gesetzlichen 2c. Feiertage; Die gesammte Arbeiterpresse wird um Abdruck gebeten. Die Streitkommission. J. V.: Schöpke. An die Parketbodenleger von Berlin und Umgegend! noch kein halbes Jahr ist seit Beendigung unseres siegreichen Lohnkampfes verflossen und schon versucht die Firma Kampmeyer, trog gegebener Unterschrift, durch illusorisch zu machen; Einführung eines neuen Tarifs unsere Errungenschaften die - Der diesjährige Rongreß der sozialisti. schen Gemeindevertretungen Frankreichs wird Ueber die Vereinsspielerei in den Reihen unserer Anin Commentry stattfinden, und zwar am 1. und 2. November. hänger äußert sich die„ Elberfelder Fr. Presse" wie folgt:" Wir bei Attorblohn hat der Verdienst mindestens den Minimallohn Der Kongreß wird bedeutungsvoller sein, als in den früheren haben zuviel Vereine! Was sich auf dem Gebiete der VereinsJahren, weil, laut Beschluß des Liller Rongresses, über die gründungen in den letzten Jahren abgespielt hat, fordert au erreichen. Remedur. Unter dem Sozialistengefeß be Thätigkeit und die Tattit der Sozialisten in der Gemeinde- gebieterisch das verwaltung eine prinzipielle Verständigung herbeigeführt werden ftand fast Bestreben auf Schaffung politischer und diesen soll. Wie es scheint, ist die Gemeindeverwaltung das Gebiet, und gewertschaftlicher Organisationen, angu= Dies hat sich in den auf welchem die französischen Sozialisten zuerst zu der so noth- gehören galt als höchste Pflicht. wendigen Organisation gelangen werden. legten Jahren total geändert. Wie Pilze schießen die mannich Die Sozialisten des Pariser Gemeinde. fachsten Vereine empor; mag ihr Swed auch ein noch so zweifel. raths befchloffen gestern, sich auf dem Sozialistenkongreß von Bereinen scheint manchem, der auf den Ehrentitel Sozialdemokrat hafter sein, die Zugehörigkeit zu manchen sehr fragwürdigen Commercy durch 3 und bei der Einweihung der Arbeiter- Glas- Anspruch macht, zu genügen, um sich als organisirter, ziel- und illusorisch zu machen; Firma scheint anzunehmen, hütte in Albi burch 2 ihrer Mitglieder vertreten zu lassen. In flassenbewußter Genosse breit machen zu dürfen. daß bei der momentan ungünstigen Konjunktur die der darauf folgenden Plenarversammlung des Pariser Gemeinde- Unmasse der gewerkschaftlichen Organisationen ist äußerst irren. Auf, Kollegen, zeigen wir, daß es uns ernst ist, unser Bodenleger sich gefügig zeigen werden. Hierin wird sie sich sehr raths wurde dessen erster Vizepräsident, Genosse Landrin, weil beklagenswerth, hier die Qualität unter beauftragt, fich im Namen der Stadt Paris nach Albi zu beErkämpftes zu behaupten. Unsere Kassen sind gefüllt und so Quantität leidet. Nun aber kommen die große Zahl tönnen wir dem Ausgang eines Lohnkampfes voll bester Hoffnung geben. Nebenbei bemerkt, war weder in der Versammlung der Gesangvereine, ferner Freie Bolksbühnen, Turn Sozialistengruppe noch in der geftrigen Sitzung des Pariser Bereine, Sparklubs, Radfahrer- und Stenographenvereine, Rauch entgegensehen. Will die Firma Kampmeyer keinen Frieden, wohl, Gemeinderaths von dem Proteste Landrin's gegen die Baren- und Ruderklubs und dann die Unmenge Vereine, welche nur ausso soll sie den Krieg haben. Weiter ersuchen wir die Kollegen, feftlichkeiten die Rede, welches seine Absehung als Vizepräsident gesprochenen Bergnügungszwecken dienen u. 1. w. u. f. w. Nicht welche Material direkt für den Bauherrn verlegen, nur solche f. zur Folge haben sollte.allein, daß durch die Fülle dieser Vereine die Kräfte in der Firmen zu empfehlen, die unsern im Mai d. J. eingeführten Belgien. frivolften Weise zersplittert werden, auch die finanzielle Leistungs- Lohntarif bezahlen. Zum Schluß weisen wir noch darauf hin, Die Rammern treten gleichzeitig mit dem deutschen fähigkeit der Arbeiter wird bedenklich geschwächt, ganz ab- daß jeder Bodenleger bei einem Lohntampfe 1 M. seines Ber dienstes zum Streiffonds zu zahlen hat. Auf zum Kampfe Reichstage am 10. November zusammen. gesehen davon, daß diese Vereinsspielerei bas folcher Vereine illuforisch macht, die fich die Aufgabe geftellt und zum Sieg! Hoch unser Lohntarif! Mit kollegialem Dänemark. baben, das geistige Niveau der Arbeitertiaffe zu heben. Jeder Gruß Die Kommission. Kopenhagen, 22. Oftober. In der heutigen Sigung des Berein absorbirt die besten Kräfte für seine Leitung: Welche Un Der Vorstand der Berliner Steinseher- Innung hat Folketbing gab der Ministerpräsident Baron v. Reedy- Thott summe von Intelligenz würde in den politischen und gewerk gegen den Vorsitzenden der Berliner Filiale des Steinfegerauf Veranlassung des Abgeordneten Chr. Hage- Regin die Er- fchaftlichen Organisationen fich nüßlich machen können, würde Berbandes Klage angeftrengt auf Herausgabe der von diesem flärung ab, die Regierung würde ihre Aufgabe als der übrige Vereinstrempel ausgerottet werden." verwalteten Gewerkschaftsutensilien der früheren Berliner Steinbeendet ansehen, falls wiederum unlösbarer Ganz unrecht möchten wir unserem Wupperthaler Bruder febergesellenschaft, der Vorgängerin der heutigen Berliner SteinsetzerBudgetkonflitt eintreten sollte. Abg. Hage dankte organ nicht geben. Die Sucht, für jede Neigung einen be- Organisation. Die guten Leute schreibt die„ Steinfegerdem Minister für die offene Erklärung, durch welche er aus- sonderen Berein zu gründen, welcher dann das ganze Interesse Beitung" waren nämlich des Glaubens, besagte Utensilien gesprochen habe, daß das jetzige Ministerium unter feinen Um- der betreffenden Genoffen in Anspruch nimmt, ist wirklich weit feien Eigenthum der Berliner Steinfeger- Innung! Dabei ist ftänden provisorische Finanzgesetze erlassen werde. verbreitet. diefe Innung erst Anfang der 80er Jahre( d. h. dieses Jahr ein Streben Groben Unfug sollte der Redakteur der„ Graphischen Presse", Genosse Konrad Müller in Schkeudiß bei Halle a. S., durch Veröffentlichung folgender Notiz begangen haben: Von Lithographen, Steindruckern, Hilssarbeitern und Arbeiterinnen ist zuzug nach Reichenberg fernzu halten, da die Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Stiepel " hunderts!) ins Leben getreten, während die Organisation der In Flensburg dauert der Werftarbeiterstreit Der Senat mies bie Rlage ab. Er schloß sich in Berliner Steinfeger, also der Arbeiter, urtundlich bis unverändert fort. Die Schiff au- Gesellschaft hat sich seinerzeit allen Punkten der Entscheidung des Reichsgerichts in Sachen sum Jahre 1732 zurückgreift, und die betreffenden Utensilien darauf berufen, daß sie Leute beschäftige, die nicht so viel ver des Berliner Frauen- Agitationskomitee's an. Ein Verein find zum theil ebenso alt oder sind im Laufe der Jahre von der dienen, wie sie erhalten, also nur aus Pietät angestellt worden wären. sei, führte der Vorsitzende Persius aus, jede dauernde Organisation der Arbeiter für deren gutes Geld beschafft worden. Einer derfelben, ein junger Mann, Müllergeselle von Profession, Vereinigung mehrerer Personen zur Verfolgung eines Allerdings befinden sich darunter auch einige Geschenke einzelner der einige Tage auf der Werft gearbeitet hatte, tam aufs Streitbestimmten gemeinschaftlichen Zweckes unter einer Leitung. Meister. Aber die Frist zur Rückforderung von Gefchenfen beträgt bureau und berichtete uns folgendes: Er sei als Nietenheizer an- Gleichgiltig sei es, wie der Verein zu stande komme, ob durch gefeßlich nur ein halbes Jahr. Und trotz dieser offenkundigen That- gestellt, jedoch als Draufschläger in der Schmiede beschäftigt worden. einen Wahlakt oder sonstwie. Die Voraussetzungen eines Vereins sachen hatte besagter Vorstand den Muth, eine derartige Klage Bei der Lohnzahlung habe man ihm für diese Arbeit nach einem feien bei dem rheinischen Agitationskomitee erf. Ut, dessen Leiter anzuftrengen. Schon aus dieser Thatsache allein erhellt wohl Bohnsatz von 12 Pf. pro Stunde ausgezahlt. Obgleich nun dem der Voifigende sei, der eine Verständigung mit den anderen zur genüge, wie es um die Rechtsanschauungen diefer in ver- jungen Mann begreiflich zu machen versucht wurde, daß so beiden Mitgliedern betreffs der Thätigkeit des Komitees hätte erautwortlicher Stellung befindlichen Leute bestellt ist. Natürlich horrende Gehälter für ihn und seinesgleichen noch viel zu hoch zielen müssen. Daß es ein politischer Verein sei, daran lasse wurden die Kläger abgewiesen. Damit aber nicht genug, legten feien, war er doch nicht zu bewegen, wieder an den Ort seines sein Zweck, die sozialdemokratische Agitation in Fluß zu erhalten sie gegen dieses Urtheil erster Instanz gar noch Berufung ein! Schaffens zurückzukehren. Wir bedauerten indeß aufrichtig, ihm und ihr neue Kreise zu erschließen, keinen Zweifel. Um diesen Und um ganz sicher zu gehen, fragte man dann auch noch bei nicht helfen zu können. Das Streiffomitee. J. A.: Leesen. Zweck zu erfüllen, habe das Komitee den Aufruf, die Versammlungen den städtischen Behörden um Auskunft an, ob die SteinfegerDie Freie Vereinigung der Handlungsgehilfen in anzuzeigen, in denen Molkenbuhr sprechen solle, erlassen. Es habe eine Gesellenschaft ein Bestandtheil der Innung gewesen sei oder ist?" Leipzig beschloß, den Vorstand der Orts- Krankenkasse zu er- selbständige Thätigkeit ausgeführt und selber Versammlungen Natürlich konnten die städtischen Behörden auch nichts anderes suchen, die achtstündige Arbeitszeit für die Angestellten der Kaffe einberufen, sei also keine Agentur. Nach seinen Bekannts thun, als den Leuten ihre Unwissenheit abermals- amtlich zu einzuführen. Ferner beschloß man, Protest zu erheben gegen das machungen sei anzunehmen, daß das Komitee auch bei der bescheinigen. vom„ Verein selbständiger Kaufleute und Fabrikanten" an den Barmer Versammlung und den übrigen Versammlungen Rath gerichtete Erfuchen, zu den zu Meßzeiten und zur Inventur der eigentliche Akteur gewesen sei und der Kläger freigegebenen 13 Sonntagen noch weitere 6 Sonntage hinzuzu- offenbar nur als seine Vertrauensperson gewirkt habe. Was die fügen, an denen die Sonntagsarbeit freigegeben werden solle. Versammlung felbft angehe, so feien Versammlungen im Sinne druckerei von J. Kah die Arbeit eingestellt. In Mannheim hat das Segerpersonal der Handels- des§ 8 des Vereine gefeges nicht nothwendig solche der Mit. glieder eines politischen Vereins, sondern alle Vers sammlungen, die ein Verein veranstaltet, der Die Kutscher Nürnbergs beschlossen, eine Kommission zu wählen, die beim Magiftrat die theilweise Aufhebung oder Ver: bezweckt, politische Gegenstände in Versammminderung ber ortspolizeilichen Vorschriften verlangen foll; in aber die aufgelöste Versammlung. Iungen zu erörtern." Eine derartige Vera staltung sei erster Linie soll Aufhebung des Verbotes der Führung der Vereinen noch Komitee's erwähne, dann liege noch kein Grund Wenn§ 8 neben Beitschenschnur gefordert werden; weiter soll der Magistrat vor, im rheinischen Agitationskomitee keinen Verein zu sehen. die Verhängung der Strafen den Lohnverhältnissen der FuhrDas Schöffengericht in Schkeudik erkannte auf Frei- leute entsprechend anpassen und der Direktion der Straßensprechung. Hiergegen rief der Staatsanwalt den Entscheid des bahn das allzu rasche Fahren mit den Motorwagen verbieten, Landgerichts zu Halle an, das aber ebenfalls ein frei- denn auf das zu rasche Fahren seien die meisten Unglücksfälle sprechendes Urtheil fällte, wobei es davon ausging, daß die zurückzuführen, sowie auch an den meisten Strafen der Fuhr" Graphische Presse" lediglich ein Organ für die Interessen der leute bei Karombolagen ebenfalls das schnelle Fahren schuld graphischen Arbeiter sei und sich also auf den Kreis dieser sei, da in der Regel nur der Fuhrwertelenker nicht schnell Fachleute beschränke. Der Artikel berühre daher auch nicht genug ausweichen könne und ihm dann die Schuld beigemessen die öffentliche Ordnung der Allgemeinheit und beschränke werde. fich auf die Ertheilung von Verhaltungsmaßregeln an jenen abIn der Versammlung, die dies beschloß, meldeten 65 Rutscher geschlossenen Personenkreis; die blos denkbaren mittel- ihren Beitritt zum Verband der Hilfsarbeiter des Handels- und baren Wirkungen kämen daneben nicht in betracht. Als solche Transportgewerbes an. müßte es angefehen werden, wenn durch den Artikel neben der Firma Stiepel auch andere Gewerbetreibende in mehr oder weniger weiten Kreisen in Unruhe versetzt worden seien, wofür auch nicht der geringste Anhalt vorliege. Die in der Beunruhigung der Firma Stiepel liegende mittelbare Wirkung des Artikels erstrecke sich nur auf einen einzelnen Gewerbetreibenden. wegen Maßregelung der Vertrauensmänner die Arbeit einstellten. Unterstützung dringend nothwendig; Sendungen erbitten an Anton Lippert, Tran, Kulmerstraße 272 in Teplit, zu senden. Sämmtliche Arbeiter blätter werden um Veröffentlichung dieses ersucht." Gegen dieses Urtheil des Landgerichts legte der Staats anwalt Revision beim Oberlandesgericht zu Naumburg ein, wobei er Verletzung des§ 266 der Str.-P. D. und des § 360, 11 des Str.-G.-B. rügte. Die Meinung des Landgerichts, daß durch den fraglichen Aufruf nur die graphischen Arbeiter und die Firma Stiepel, nicht aber andere Personen, insbesondere Gewerbetreibende in mehr oder weniger weiten Kreisen, also das Publikum als solches, in Unruhe ver. febt sei, beruhe nicht auf einer thatsächlichen Prüfung der fonfreten Sachlage, sondern auf der Erwägung, daß die Berüc sichtigung solcher an sich denkbarer mittelbarer Wirkungen des Aufrufs über die begrifflichen Grenzen des groben Unfugs hinausgehen würde. Diese Rechtsansicht stehe mit dem Begriffe des groben Unfugs in Widerspruch. " = Warum erklären sie nicht furzweg: wenn Versammlungen von Was sich doch unsere Juristen für zweckloses Kopfweh machen. Sozialdemokraten ausgehen, so find denselben alle denkbaren warum erklären sie nicht furzweg: wenn Versammlungen von Echwierigkeiten zu bereiten. Versammlungen anderer Parteien find ungesc oren zu lassen. Ein solcher Ausspruch deckte sich mit der geübten Praxis und er wäre wenigstens allgemein verständlich. und Tellersammlungen in Versammlungen find nach einer erneuten Entscheidung des Landgerichts II, sofern dieselben nur den Zweck haben, die Unkosten der Versammlung zu decken, nicht verboten. Am 26. April und 1. Mai fanden in Die rothe Fahne. Der Verwaltung des Gewerkschafts- Rigdorf öffentliche Versammlungen statt, in denen je eine Gasthauses„ Zum Hirsch" in Stuttgart wurde bekanntlich Tellersammlung stattfand. Die überwachenden Beamten beschlagseitens des dortigen Stadtpolizei- Amts das Aushängen einer nahmten theils das bereits gesammelte Geld, theils inhibirten rothen Fahne bei festlichen Anlässen, Maifeier, Landesversamm fie die Fortsetzung der Sammlung. Das Schöffengericht zu lung der Sozialdemokraten Württembergs 2c. verboten, worauf Nixdorf verurtheilte die Einberufer Lindemann die Verwaltung gegen diese Verfügung Beschwerde einlegte. Die Re Berau wegen dieser Sammlungen, welche im Sinne der tönigl. Kreisregierung hat nun diese Beschwerde als unberechtigt Regierungsverordnung vom 7. Januar 1891 als„ Rolletten" an verworfen; die Verwaltung will sich an den Landtag wenden, gefehen wurden, für welche die Genehmigung des Oberpräsidenten um eine Entscheidung herbeizuführen, ob das Aushängen einer erforderlich ist, zu je 30 M. Geldstrafe. Die vierte Straftammer rothen Fahne nicht die gleiche Berechtigung hat, wie die Fahne am Landgericht II hob gestern das schöffengerichtliche Urtheil auf in Reichs- oder Landesfarben. und sprach die Angeklagteu von Strafe und Koften frei. Das Landgericht und das Rammergericht habe wiederholt die an gezogene Regierungsverordnung für ungiltig erklärt. Es sei zwar später, am 3. Auguft 1892, eine zweite Verordnung erlassen worden, diese beziehe sich jedoch nur auf Haus- 2c. Kollekten, welche der Genehmigung des Oberpräsidenten bedürfen. Dazu gehören aber die Tellersammlungen nicht, welche zur Deckung der Versammlungstoften dienen. Eine Vortragstour durch Württemberg hat auf Einladung des Vorstandes der Vereinigten Gewerkschaften Stuttgarts Genosse Manfred Wittich aus Leipzig begonnen. Ju Wien befindet sich das gesammte Personal der Albumfabrik von Beh wegen Lohndifferenzen im Ausstand. Vor Zuzug wird gewarnt. Gerichts- Beifung. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Floridsdorfer Jutespinnerei beschlossen nach fünftägigem Ausstand einEin pflichtvergeffener Beamter ftand gestern in der stimmig, die Arbeit wieder aufzunehmen, nachdem ihnen von der Person des Posthilfsboten Wilhelm Gröning vor der ersten Das Oberlandesgericht erklärte die Revision für be Direktion eine Arbeitszeitverkürzung von einer halben Stunde Etraffammer des Landgerichts 1. Der Angeklagte war in der gründet und verwies die Sache an das Hallische Landgericht am Sonnabend und das Unterbleiben von Maßregelungen der Backetannahme des Hauptpoftamts in der Oranienburgerstraße zurück, weil es nicht darauf ankomme, an welche Personen Streitenden zugesichert worden war. angestellt. Es gehörte zu seinen Obliegenheiten, die eingegangenen und Personenkreise der Artikel sich zunächst richtet, welche stand noch fort, da die Direktion feine andere Zusicherung als fortiren. Im Laufe des verflossenen Winters und in diesem In der Jutespinnerei in Simmering dauert ber Aus. Packete nach den verschiedenen Himmelsrichtungen der Stadt zu Personen er zu einem Berhalten auffordert, sondern darauf, die machte, daß niemand gemaßregelt werden solle. welche Personen vermuthlich von seinem Inhalte Frühjahre liefen auffallend viele Anzeigen ein, weil aufgegebene Kenntniß erhalten werden und auf welche er einwirken wird. Internationales Buchdruckersekretariat in Bern. Das Packete die Adressaten nicht erreicht hatten. Die Er Daß bei Beantwortung der Frage, ob hiernach auf das Publikum Zentralfomitee des schweizerischen Typographenbundes hat als mittelungen führten dahin, daß die Packete in dem eine Einwirkung ausgeübt werde, die Verbreitung, welche der Nachfolger Steinmann's den Genossen Siebmann in Bern vorgenannten Postamt abhanden gekommen sein mußten. Artikel infolge seiner Veröffentlichung in der Graphischen zum internationalen Buchdruckersekretär gewählt. Der Verdacht lenkte sich auf den Angeklagten, weil er sich Presse" erhält, und der Leserkreis dieser Zeitung von wesentlicher Ju Zürich haben am Montag Morgen 30 Zelephon auffallend lange in dem Raum aufzuhalten pflegte, wo er die thatsächlicher Bedeutung ist, ist unbedenklich. Diese Verbreitung arbeiter die Arbeit eingestellt, weil ihnen die verlangte Er- Sortirung der Packete vorzunehmen hatte. Es wurde ferner hat aber nichts zu thun mit dem Umfange desjenigen Personen höhung des nur 3,30 Franks betragenden Tagelohnes verringert ermittelt, daß Gröning, obgleich er verheirathet war, mit einer freises, an welchen die in dem Artikel enthaltene Aufforderung wurde. Nur zwei arbeiteten weiter. Wittwe ein Verhältniß unterhielt, bei der er sich als höherer gerichtet ist. Das Berufungsgericht sagt, es sei nicht der geringste Postbeamter mit entsprechendem Gehalt eingeführt hatte. Auch Anhalt dafür geboten, daß Gewerbetreibende in Unruhe versett feine sonstige Lebensweise war mit seinem Einkommen nicht in feien. Darauf kommt es überhaupt nicht an, sondern lediglich Einklang zu bringen. Man schritt in Abwesenheit des Angedarauf, ob der Artikel infolge seiner Veröffentlichung in der Ein Agitationskomitee von drei Personen als politi- tlagten zur Durchsuchung seiner Wohnung. Hierbei wurden wohl " Graph. Presse", mit Rücksicht auf die Verbreitung des Blattes scher Verein. Ein interessanter Rechtsstreit, der zwischen gegen 200 Gegenstände gefunden, welche aus verschwundenen und seinen Leserkreis geeignet war, das Publikum" zu be- unserem Parteigenossen Salzberg in Barmen und dem Packeten herrührten. Ein auf dem Ofen stehender großer Kasten unruhigen. Es bedarf fonach der erneuten Prüfung des Rechts- Oberpräsidenten der Rheinproving schwebte, ist jetzt vom Ober- enthielt ein förmliches Waarenlager. Gröning wurde in Haft verhältnisses nach diesen Gesichtspunkten." verwaltungsgericht erledigt worden. Genosse Salzberg genommen und da nicht angenommen werden konnte, daß seine Das Landgericht hat nun in seiner zweiten Verhandlung hatte zum 13. August 1895 nach dem Zentralhotel in Barmen Ehefrau von dem Treiben keine Renntniß gehabt, wurde auch sie abermals ein freisprechendes Urtheil gefällt. Die Staatsanwalt eine Boltsversammlung einberufen, zu welcher sich auch etwa wegen Heblerei unter Anklage gestellt. Beide Angeklagten, welche schaft legte zwar wieder Revision ein, hat aber diese zurück- 100 Frauen einfanden. Der anwesende Polizeikommissar er- von den Rechtsanwälten Dr. Schwindt und Leonh. Friedmann gezogen. Es bleibt also bei der Freisprechung. ließ die Aufforderung, die Frauen zu entfernen; als dies vertheidigt wurden, wurden durch die Beweisaufnahme überführt Zu dieser Angelegenheit möchten wir noch bemerken, daß nicht geschah, wurde die Versammlung aufgelöst. Die Polizei- und Gröning zu zwei Jahren Zuchthaus, seine Ehefrau das erste Urtheil des Landgerichts betreffs seiner Begründung Berwaltung von Barmen erklärte demnächst auf Vorstellung zu einem Monat Gefängniß verurtheilt. der Arbeiterbewegung nicht sonderlich von Nußen gewesen wäre Salzberg's die Auflösung für berechtigt, und weitere Beschwerden Konflikt mit Schuhlenten. Wegen wissentlich falscher Aninsofern, als danach nur die Fachpresse ein Recht hätte, vor beim Regierungspräsidenten und Oberpräsidenten hatten den schuldigung stand gestern der Schneider Gustav opp vor Zuzug zu warnen, nicht aber andere Blätter. In dieser Be- selben Erfolg. Der Bescheid des letzteren wurde damit begründet, der vierten Strafkammer des Landgerichts I. An einem Juliziehung tommt das Urtheil des Oberlandesgerichts der daß die Versammlung von dem dreigliedrigen rheinischen tage hatte im Lotale Sanssouci" in der Rottbuserstraße Arbeiterbewegung mehr zu statten, denn es macht hinsichtlich Agitationskomitee veranstaltet worden sei, das als politischer eine Schneiderversammlung" stattgefunden. Nach Schluß derselben tage hatte im Lotale Sanssouci" in der Kottbuserstraße der Presse keinen Unterschied. Da viele Gewerkschaften fein Verein angesehen werden müßte; auf die Versamm eigenes Blatt haben, ist das von nicht zu unterschäßendem Werthe. lung selbst fände deshalb der§ 8 des Vereinsgesetzes An- sammelten sich Gruppen auf der Straße an, welche das Gehörte In Brandenburg haben die Lithographen und wendung, wonach an den Versammlungen und Sitzungen politi- noch besprachen, so daß Schußleute zum Weitergehen aufforderten. Steindrucker der Firma Berliner Kunstdruckerei und Wer- fcher Vereine Frauen nicht theilnehmen dürften.- Salzberg erhob Dies begegnete auch dem Angeklagten, welcher mit anderen PerVer- scher sonen auf dem Bürgersteig stand. Er weigerte sich, Folge zu lagsanstalt vorm. Kaufmann folgende Forderungen erfüllt be- nunmehr die Klage gegen den Oberpräsidenten und machte vornehmlich fonen auf dem Bürgersteig stand. Er weigerte fich, Folge zu kommen: 9/ 2ftündige Arbeitszeit, 25 Pf. Zuschlag für Ueber- geltend, daß er einzig und allein der Veranstalter der Verleisten und wurde mit Gewalt zur Wache gebracht. Nach einiger sammlung gewesen sei, die Einberufung, Anmeldung u. f. 1. Seit richtete Jopp an die Behörde des Schutzmanns, der seine ftunden, Regelung des Lehrlingswesens und eine Lohnaufbefferung besorgt habe, und daß auch nicht eines der Mitglieder des Arretirung bewirkt, eine Anzeige, wonach er den Beamten des des Hilfspersonals. " In der Klagebeantwortung nahm der Ober genannten Komitees an diesen Handlungen theilgenommen hätte. Bergehens im Amte beschuldigte. Der Schuhmann habe ihm In Lübeck find am Streit auf dem Thiel'schen Das Komitee habe lediglich den Referenten in der Person des ohne Veranlaffung einen Schlag ins Gesicht veriezt, daß ihm die Emaillirwerke genau gerechnet 324 Personen betheiligt, Abgeordneten Molkenbuhr für diese, wie für eine Reihe Bigarre aus dem Munde und der Hut vom Kopfe geflogen sei. worunter 297 organisirte. 210 Personen find verheirathet, 14 sind anderer Versammlungen im Rheinlande, besorgt. Als der Angeklagte dann zur Wache gebracht worden sei, habe Wittwen; zusammen haben diese 418 Kinder zu ernähren. Die er von den Beamten Faustschläge gegen Kopf und Rücken Streifenden gehören folgenden Verbänden an: 1. Fabritarbeiter präsident bezug auf mehrere Veröffentlichungen des rheini- erhalten. Während der Angeklagte diese Behauptungen im Verband 233( 167 find verheirathet, 79 ledig und 14 Wittwen); fchen Agitationskomitees in der Elberfelder Freien Presse", Termine aufrecht hielt, wurden sie von den Schuhleuten als unauf den Metallarbeiter- Verband kommen 56 Arbeiter, davon find worunter sich ein Aufruf befindet, der ungefähr folgenden Inwahr und erfunden bezeichnet. Daß die von dem An36 verheirathet und 20 ledig; dem Holzarbeiter- Verband gehört halt hat:" Im Monat Auguſt( 1895) foll wieder eine größere gelagten geschilderten Borgänge auf der Straße der 1 verheiratheter Arbeiter mit 3 Kindern an, dem Bauarbeiter: Agitationstour unternommen werden, und zwar hat sich dazu hof daraus, weil selbst die Entlastungszeugen von einem befferes Wissen aufgestellt waren, entnahm der GerichtsVerband 1 verheiratheter Arbeiter mit 2 Kindern, dem Schmiede- Genosse Moltenbuhr bereit erklärt. Die Genossen des Verband 5 Arbeiter, davon 4 verheirathet( 10 Kinder) und 1 ledig; Rheinlandes werden ersucht, darauf bezug zu nehmen und dem brutalen Vorgehen des Beamten nichts gesehen hatten. Dagegen dem Flußschiffer- Verband 1 verheiratheter mit 1 Kind. Romitee rechtzeitig anzuzeigen, wo Versammlungen beabsichtigt die Treppe zum Bolizeibureau hinauf geschleift wurde, geglaubt wurde die Möglichkeit zugegeben, daß der Angeklagte, welcher Der Streit dauert fort, Zuzug ist deshalb streng fernzuhalten. find, damit die Tour planmäßig organisirt werden kann." Die Firma weigert sich, mit dem Komitee der Streifenden zu In einer späteren Nummer der Zeitung wurde dann über die babe, Fauftschläge erhalten zu haben. Der Gerichtshof ermäßigte verhandeln, da dieselben„ entlassen" seien. Zuſchriften sind zu Agitationstour referirt; das Referat war unterzeichnet Das deshalb das vom Staatsanwalt beantragte Strafmaß von sechs richten an H. Schweizer in Lübeck, Lederstr. 3; Geldsendungen rheinische Agitationsfomitee." Der Oberpräsident führte" nun Monaten auf zwei Monate Gefängniß. an Ernst Bendfeldt, Lederstr. 3. aus, die in Frage stehende Versammlung habe planmäßig zu den Aus Straßburg i. E. berichtet die Frankf. 3tg.": Der Ueber den Stand des Maurerftreiks in Stettin ist zu vom Agitationskomitee angeregten gehört und Salzberg fei nur frühere Rechtsanwalt Dr. Spaltenstein wurde von der berichten: Von den 1165 Maurern am Orte arbeiten 730 zu den als eine Person anzusehen, die die Absichten des Komitees ausgeführt Strajtammer wegen Untreue und Unterschlagung ihm anvertrauter neuen Bedingungen. 10 Bauten ruhen vollständig( 175 Maurer), habe. Im übrigen wiederholte der Beklagte, was in dem Be- Gelder in Höhe von 5000 M. zu einem Jahr Gefängniß auf 7 Bauten wird zu den alten Bedingungen gearbeitet schwerdebescheide gesagt worden war. verurtheilt. ( 60 Maurer). Von den Streitenden sind 96 ledig und 64 ver- Im Termin vor dem I. Senat des Ober- Berwaltungsgerichts Heirathet; lettere haben insgesammt 118 Rinder. Der Zuzug am 20. Oktober vertrat Rechtsanwalt Dr. Herzfeld den fremder Maurer beziffert sich auf 30, diese sind aber wieder ab- Kläger. Er fagte unter anderem, daß gegen die Annahme des Depelchen und lehte Nachrichten. gereist. Außerdem sind noch 40 Stettiner Maurer abgereift, Beklagten, Kläger hätte als Bevollmächtigter des Agitationsmeistentheils verheirathet. komitees gehandelt, schon der Umstand spreche, daß Salzberg Petersburg, 22. Oktober.( W. T. B.) Nach hier einDie Unternehmer haben eine Erklärung erlassen, worin sie dem Komitee teinerlei Rechenschaft abzulegen hatte und getroffenen Meldungen ist der Marktflecken Kurow( Gouvernement androhen, für dies Jahr auf sämmtlichen Arbeitsstätten den Be- eine solche auch nicht abgelegt habe. Das Agitations: Lublin) fast vollständig niedergebrannt. 3000 Einwohner sind trieb einzustellen und alle diejenigen Maurer, die sich an einem fomitee sei mit einer Agentur einer Agentur zu vergleichen, es sei obdachlos. planmäßigen Vorgehen gegen uns direkt oder indirekt betheiligt gewissermaßen eine Agentur zur Besorgung von Rednern Sofia, 22. Oktober, abends 7 Uhr 30 Min.( W. T. B.) In haben, dauernd von unseren Bauplägen auszuschließen". Be- und Schriften. Ferner bestritt Dr. Herzfeld, daß das Komitee einem soeben unter Vorsitz des Fürsten abgehaltenen Ministerfanntlich wird die Suppe nie so heiß gegessen, als sie ge- überhaupt ein Verein sei und führte aus, daß demselben alle rath gab Fürst Ferdinand auf Verlangen des Ministerpräsidenten focht ist. Merkmale eines Vereins fehlen. Stoilow seine Zustimmung zur Auflösung der Sobranje. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berliu. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 249. Milzbrandvergiffung der Arbeiter in Pinselfabriken. " Freitag, den 23. Oktober 1896. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Deffentliche Sigung vom Donnerstag, 22.Ottober, Nachmittag 5 Uhr. Sigung der Versammlung am vorigen Donnerstag ausgefallen Die heutige Tagesordnung zeigt, nachdem die ordentliche ist, einen ungewöhnlichen Reichthum an bedeutsamen und schwierigen Berathungsgegenständen. 13. Jahrg. fich um Umbauten handle. Auch sei klar daraus zu erkennen, daß nicht die politische, sondern die Kirchengemeinde gemeint sei. Und warum habe die Polizei von der Rechnung für die Simeonstirche nicht die Kosten für die Kirchenfenster abgezogen, die nach dieser Ordnung der Adel, die Gilden und Gewerke aufbringen müssen?( Heiterkeit.) Auch die Pfarrhäuser solle die In Nürnberg ist vor kurzem eine Arbeiterin nach Stadt Berlin bauen, weil nach der Ordnung von 1573 die Pa= viertägigem qualvollen Leiden der Milzbrandvergiftung ers tronen, Dorffherrn und Gemeinden, weil sie ihre Schmide und. legen. Wie die Fränkische Tagespost" erfährt, ist forger nicht beschweren würden"( Heiterkeit). Andererseits gebe Sirten mit Wohnungen versehen, sich solches gegen ihren Seeles nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, daß nicht ein die Ordnung der Stadt auch Rechte, von denen man aber gar zweites Opfer( ein Arbeiter) von dieser mörderischen Krankheit ebenfalls dahingerafft wurde. Unser Nürnberger Bruderorgan nicht spreche. So lasse sich unschwer daraus folgern, daß die erinnert daran, daß, als das letzte Mal infolge mehrerer Milz brandenburgischen Zeit entstammenden Kirchen- Visita Berlin also von den Kirchentassen jährlich 13 Millionen zu Auf Grund der mehr als 300 Jahre alten, der kurfürstlich ganze Kranken- und Armenlast von der Kirche zu tragen sei, brandvergiftungen diese Angelegenheit im Magiftrat wiederholt tions- und Konsistorialordnung von 1573 ist die fordern habe.( Große Heiterfeit.) Ein so veraltetes Gesetz sei zur Sprache gebracht wurde, durch sachverständige Gutachten politische Stadtgemeinde Berlin durch Resolute des Polizei- für die heutigen Verhältnisse unhaltbar, es müsse ohne jede Entfestgestellt worden ist, daß nur dann eine radikale Abhilfe ge- präsidiums aufgefordert worden, zu den Kosten des Baues der schädigung aufgehoben werden. Aber dem Wortlaut der Ordschaffen werden kann, wenn sämmtliches Material vor der Samariter firche 73 860 m. 83 Pf. und zu den Kosten nung müßte die größte Publizität gegeben werden, dann werde Verarbeitung desi fizirt werde. Ein solcher Beschluß wurde aber des Baues der Simeonstirche eine Abschlagszahlung von die Bürgerschaft erst über die ganze Ungeheuerlichkeit des an damals nicht gefaßt, weil von betheiligter Seite behauptet 100 000 m. zu leisten. Das erste Resolut war am 9. August das heutige Berlin gestellten Anfinnens der kirchlichen Behörden wurde, die Nürnberger Pinselindustrie würde dadurch konkurrenz 1893 ergangen, ist vom Kultusminister durch Rekursentscheidung aufgeklärt werden.( Lebhafter Beifall.) unfähig gemacht und es sei dann die Befürchtung vom 26. April 1894 bestätigt worden, und am 18. Februar 1896 gegeben, daß diese Industrie von Nürnberg nach einer anderen hat der Magiftrat, als alle Versuche, von der Zahlung befreit zu Stadt verlegt würde, wo keine solche Anordnung bestehe. Die werden, erschöpft waren und die gewaltsame Beitreibung des BeFolge wäre dann einfach, daß nach wie vor die Opfer des Milz- trages auf dem Wege der Auspfändung durch die Vollstreckungsbehörde brandes fielen und die Opfer nur nach auswärts verlegt würden. des Polizeipräsidiums bereits unmittelbar bevorstand, Zahlung Geholfen tönne nur werden, wenn vom Bundesrath dies- geleistet, nach diesen Borgängen auch den Betrag für die Simeons Direttors der städtischen Gaswerte, auf welchen Posten In Sachen der Besetzung der Stelle des Verwaltungsbezügliche giltige Verordnungen für ganz Deutschland er firche an die Polizeihauptkaffe abgeführt, jedoch in beiden Sachen der Magistrat den Stadtbau- Inspektor Streichert probeweise laffen würden. Der Nürnberger Magistrat beschloß darauf hin, auch alles zur Beschreitung des Rechtsweges vorbereitet. Die auf zwei Jahre berufen hat, ohne ihn der Versammlung zu eine Eingabe durch Vermittelung der bayerischen Staatsregierung Summen sind auf das Vorschußtonto angewiesen worden; jetzt präsentiren, hat der für die Erörterung des daraus entstandenen an den Bundesrath zu richten. Sehr zutreffend bemerkt hierzu soll die Versammlung der Deckung derselben aus dem Fonds von Kompetenzkonflikts erwählte Ausschuß mit sieben gegen zwei unser Nürnberger Parteiblatt, daß dieser BeschInß un 500 000 m. für unvorhergesehene Ausgaben zustimmen. Der genügend sei, feinesfalls aber den Magistrat von der Ver- für die Vorlage niedergefeßte Ausschuß hat einstimmig Stimmen folgenden Antrag an die Versammlung gebracht; pflichtung entbinde, die sorgfältigste und strengste Ueber- anerkannt, daß der Magistrat nichts unversucht wachung der Betriebe ausüben zu lassen, um Leben und lassen hat, um für die Stadtgemeinde ein günstiges Gefundheit der Arbeiter zu schützen. Da die vereinigten Resultat zu erzielen; er beantragt die nachträgliche Zustimmung Pinselfabriken zu Nürnberg eine Dividende von 10 pt. zu der einstweiligen Zahlungsleistung und die Genehmigung der vertheilen, feien sie auch in der Lage, etwaige Unkosten, die Berausgabung der qu. Summen bei dem erwähnten Dispoſitionsdurch den nothwendigen Schuh der Arbeiter entständen, zu fonds, schlägt aber gleichzeitig folgende Resolution vor: tragen. ge= ebenso ein Vorschlag des Stadtv. Spinola, die heutigen Der Ausschußantrag wird einstimmig angenommen, Reden der Stadtverordneten Vogtherr und Borgmann durch das Gemeindeblatt zu veröffentlichen. Den Magistrat zu ersuchen, mit Rücksicht auf die von ihm abgegebene Erklärung, daß in der Uebertragung der Verwaltung der Gasanstalts- Direktorstelle an den Stadt: Bauinspektor Streichert nur eine fommissarische Besehung der Stelle beabsichtigt gewesen ist, die definitive Besetzung der Stelle baldigst ohne Rücksicht auf die für die tommissarische Vertretung angenommene Zeit herbeizuführen. Ohne Diskussion wird demgemäß beschloffen. Die Versammlung erklärt hierbei ausdrücklich, daß sie Anknüpfend hieran weisen wir darauf hin, daß seitens die Anwendung der Konsistorialordnung von 1573 als eine unferer Fraktion Genosse Wurm im Januar d. J. bei der BeUngerechtigkeit anfieht und die gänzliche Aufhebung sprechung des Etats für das Reichs- Gesundheitsamt jener Verordnung verlangt, da die politische Gemeinde Ueber eine Petition des Referendars a. D. Rothenburg um die Anfrage an dessen Vertreter richtete, ob es nicht darauf weder berechtigt noch verpflichtet ist, öffentliche Mittel zu Entlassung seiner Mutter, der Frau Baumeister Rothenburg, aus hinwirken will, daß wir Vorschriften bekommen, die es ermög gunsten einer einzelnen Konfession zu verwenden. der Frrenanstalt Herzberge beantragt der Petitionsausschuß lichen, daß die Ansteckungsgefahr durch Roßhaare und Auch soll nach dem Ausschußantrage der Magistrat ersucht Uebergang zur Tagesordnung, da nach dem Reglement nur die Schweineborsten beseitigt wird, ehe das Produkt in die werden, die betr. Bestimmungen jener Konsistorialordnung von gesetzlichen Vertreter einen solchen Antrag zu stellen berechtigt Hände der Arbeiter tommt". Darauf erwiderte der 1573 im Wortlaut durch das Gemeindeblatt zu veröffentlichen, feien. Direttor des kaiserlichen Gesundheitsamtes, damit die Bürgerschaft Kenntniß davon erhält, auf grund welcher Stadtv. Singer bedauert, daß der Ausschuß sich auf Dr. Röhler, daß diese Erkrankungen„ schon feit Bestimmungen die Forderungen an die Stadtgemeinde zur einen so formalen Standpunkt geftellt hat. Der Be langen Jahren ein Gegenstand der Sorge seitens der Reichs- Bahlung von Kirchenbaukosten gestellt werden. Die entscheidende richterstatter hätte sich nicht blos auf die Atten verlassen Verwaltung und der betheiligten Bundesregierungen feien, fo- Stelle diefer Kirchenordnung besagt unter der Ueberschrift Von sollen. Die städtische Verwaltung habe gar nicht das Recht, die wohl bei Roßhaar- Spinnereien als bei Pinselfabriken. Jedoch den Kirchen jren Einkommen vnd Gebewden":" Die Kirchen Entlassung eines an sich als entlassungsfähig ärztlich anerkannten scheiterten die vorgeschlagenen Anordnungen an dem Umstande, sollen zu Gottes Ehren wol gezieret, vnd dergestalt in Irren davon abhängig zu machen, ob für denselben auch daß behauptet wurde, das Material litte ganz erbeb Bawlichen wirden gehalten vnd zugericht werden, das man materiell gesorgt werde. Die Verwaltung nehme an, der lich durch die Desinfektion in strömendem Waffer- Gottes wort füglich darinnen predigen könne, vnd nicht Sohn sei dazu nicht im stande, weil er selbst schon Dampf, die einzig als wirklich ausreichend erachtete Desinfektion; dermaffen Dach oder Bawloß liegen, das beide Kirchen zweimal im Irrenhause gewesen sei. Der Mann fei nicht nur das Aussehen, sondern auch die Haltbarkeit sollten diener und Zuhörer darain zugehen schew tragen, Vnd wo im verringert werden. Auf die Eingabe des Nürnberger Gotteshaus oder Raften souil, dauen es geschehen köndte, an vorMagistrats hin sei abermals verhandelt und bei den Regierungen rathe nicht vorhanden, soll der Rath vnd Obrigkeit samst der angefragt worden über alle von 1890 bis 1894 infolge der Ver- Gemeine in Stedten und Dörffern dazu hülffe zuthun vnd die arbeitung von Pferde-, Kuh- und Kälberhaaren, sowie von Kirche Bawen zulaffen, schuldig sein. Schweinsborsten beobachteten Erkrankungen. Sobald δας Material vollständig eingelaufen fei, foll in Erwägung getreten werden, ob und wie Abhilfe geschaffen werden kann." = Vnd sollen die Geschlechte, Gülden vnd Gewerke, die Kirchfenster vnd anders wie vor alters bessere und halten, Auch was sie hieuor an Wachs vnd Liechten herlich der Kirchen gegeben, das sollen sie nochmals den Vorstehern derselbigen alles bey meidung der Pfandunge entrichten." = diese aber nicht entmündigt, vielmehr mit einem Gesundheits. atteft aus der Landesirrenanstalt entlaffen, das ihn sogar zum Wiedereintritt in die juristische Karriere, alfo in ein Staatsamt, für befähigt erkläre. Noch 1895 habe die Direktion von Herzberge diese Hinderungsgründe nicht geltend gemacht; noch Ende Juli 1896 habe sie ihn aufgefordert, die Mutter abzuholen. Inzwischen habe sich bei der Verwaltung die Anschauung geltend ge macht, daß der Sohn zum angemessenen Unterhalt der Mutter nicht Seitdem find Dreiviertel Jahr ins Land gegangen; das Material fähig sei. Der Oberpräsident habe noch am 19. Oftober resfribirt, daß ift sicherlich eingelaufen, übrigens lieferten die Berichte der der Entlassung nichts im Wege stehe, wenn für angemessenen Gewerbe Inspektoren schon eine Menge Material über Stadtv. Vogtherr: Trotz der Uebereinstimmung aller Unterhalt gesorgt sei. Nun verdiene der Sohn nur 100 m. diese Milzbrand- Erkrankungen. Nach diesen Berichten find z. B. Mitglieder des Ausschusses über die Hauptfrage halte ich es monatlich, aber das sei doch kein Grund, jemand im Irrenhause 1894 insgesammt 20 Arbeiter an Milzbrand erkrankt, davon nicht für überflüssig, auch an dieser Stelle noch einmal die Noth- zurückzuhalten.( Zustimmung.) Auch seien wohlhabende, 5 gestorben. Der Bundesrath wird und muß endlich zu wendigkeit zu betonen, daß die Stadt aufs energischste gegen die zur Suftentation verpflichtete Verwandte vorhanden. Entschließungen kommen und Verordnungen erlassen, ehe noch Heranziehung zu Kirchenbau- Kosten auf gound längst veralteter, sei dem gegenüber überhaupt absonderlich, daß mehr Menschenleben dem mangelnden Arbeiterschutz zum Opfer auf längst verschwundene Grenzen der Stadtgemeinde angewandte Frau sechs Jahre im Irrenhause lebendig begraben werden fallen. Sollte bis zur Besprechung des Etats noch immer keine Verordnungen protestirt. Wir werden hier aufGerichtserkenntnisse und konnte.( Unruhe.) Redner beantragt die Ueberweisung der Berordnung erlaffen sein, so wird unsere Fraktion ganz gründ- vorläufig vollstreckbare Urtheile verweisen, aber unser Respekt davor Petition an den Magistrat zur nochmaligen Erwägung. lich mit dieser Saumfeligkeit des Bundesraths, der Militär- braucht doch nicht weiter zu gehen, als der gesunde Menschen- Stadtrath Struve: Ich habe ebensoviel Mitleid wie Etatserhöhungen so rasch beschließen kann, ins Gericht gehen. verstand erfordert. Wir leben ja freilich in der Zeit der wunder- der Vorredner mit der Familie und speziell mit dem jungen Inzwischen haben die Gewerbe Inspektoren nicht nur barsten, der unglaublichsten Gerichtserkenntnisse. Als die Ver- Mann, aber deshalb darf ich nicht mit feinen Fiftionen das Recht, sondern die Pflicht, ganz energisch die Des. ordnung von 1573 erlaffen wurde, war der Umfang der Stadt, operiren, sondern muß mich an die Thatsachen halten. infektion der Borsten und Roßhaare zu überwachen, resp. z minimal. Im Ausschuß war wenig Neigung vorhanden, den bei uns behalten. Die Bustände bei den Jrren wechseln heutigen Verhältnissen gemessen, außerordentlich Zum Vergnügen werden wir doch nicht entlassungsfähige Frre fordern. Daß durch strömenden Wasserdampf das Material leidet, wird im Bericht der bayerischen Magistrat zur Einleitung von irgend welchen Vergleichsverhand stetig, nicht einfach entlassen" wollte sie die Direktion, sondern Gewerbe- Aufsicht für 1894 widerlegt. Dort heißt es:" Auf lungen zu ermuthigen. Verhandlungen der Art würden von selbst in eine passende Pflege" entlassen. Gewaltsam, gegen ihren Ersuchen der Königl. Regierung von Oberbayern hat sich das die Wirkung haben, daß man die Rechtsgiltigkeit der Verordnung eigenen Willen konnten wir sie doch nicht entfernen. Im vorigen tönigl. hygienische Institut der Universität anerkennt und nur ihren unbequemen Konsequenzen sich für Jahre hat der Referendar und Reservelieutenant a. D. sich zur München gutachtlich dahin geäußert, daß gründliches Waschen den Augenblick entziehen will. Ein solcher Vergleich würde Uebernahme der Mutter bereit erklärt, aber nach 3 Tagen seine oder Behandlung mit Ralfwaffer zur Tödtung der Krankheits- auch schwerlich die der Stadt angesonnene Berpflichtung für alle Busage zurückgenommen. So wechselt auch bei dem Herrn erreger aus Thierhaaren, nämlich der Eporen der Milzbrand- Beit aufheben, namentlich würde bei weiteren Ginverleibungen Rothenburg die Stimmung immerfort; ich wundere mich überBakterien, durchaus unzulänglich ist, hiergegen eine Ent die Frage wieder aufleben. Der stillschweigenden Anerkennung der haupt, wie dieser Reservelieutenant a. D. zu der genauen Begiftung von Thierhaaren mittels strömenden Konsistorialordnung aber müssen wir hauptsächlich widersprechen. ziehung zu Herrn Singer kommt.( Heiterkeit. Stadtv. Singer: Dampfes von 103 Grad Celsius und 0,25 Atmo. Thun wir das nicht, so würden alle anderen Konfeffionen nicht ver- Er wird sich bei Ihnen für die Denunziation bedanken!) sphäre Ueberbrud sich empfiehlt, ein Berstehen, wie die Stadt Berlin für eine einzelne Konfession solche Nehmen Sie das nicht so ernst; es wird auch keine Folgen fahren, welches von dem Rohmaterial sehr gut außerordentlichen Zuwendungen aus dem allgemeinen Steuersäckel für ihn haben.( Stadtv. Singer: Ich hoffe nicht.) zu machen sich veranlaßt sehen kann. Wie viele berechtigte Es handelt sich immer noch um eine entmündigte vertragen wird." Forderungen der Bürgerschaft harren noch der Erfüllung! Bahl Geistestrante. an den Der Einwand, daß das Material leide, ist also eine reiche Anträge, die von unserer Seite gestellt worden sind, haben Stadtrath Straßmann: Die Berwaltung fann höchstens faule Ausrede, was schon dadurch bewiesen wird, daß in aus finanziellen Gründen noch kein Entgegenkommen gefunden. der Vorwurf treffen, daß sie zu langmüthig und nachsichtig war. Baden bereits seit 1892 eine noch in kraft bestehende Verum so weniger Verständniß würde in der Bürgerschaft für solche Seit Ende Juli ist der Sohn aufgefordert, die Mutter abzuholen; ordnung existirt, durch die die Roßbaar Spinne Bewilligungen an evangelische Kirchengemeinden zu finden fein. er hat es bis heute nicht gethan, er ist vor 3 Tagen draußen reien verpflichtet werden, sämmtliche aus Rußland und den Das Fattum der gewaltsamen Anwendung dieser veralteten gewesen, hat aber feine Mutter nicht mitgenommen. Die BeBalkanstaaten stemmenden Roßbaare 15 bis 20 Minuten lang Drdnung liegt nun vor. Ich will demgegenüber nicht den bingung der Unterbringung in eine andere Pflege war selbstverströmendem Wasserdampf von 1050 E. auszuseßen. Nach städtischen Behörden zumuthen, eine allgemeine Beständlich gestellt. § 120 a der Gewerbe Didnung haben die Gewerbewegung zum Austritt aus der Landeskirche einzuleiten Stadtv. Hugo Sachs ist durch diese Ausführungen nicht spettoren die Pflicht, einen genügenden Schuh( Bewegung); aber es ist hoch an der Zeit, daß die überzeugt. Das Echreiben des Ministers spreche nicht von der der Arbeiter gegen solche Vergiftung zu verlangen. Und das Bürgerschaft sich wieder auf sich selbst besinnt und daß ihre anderweiten Unterbringung, sondern von der Entlassung schlechtReichs Gesundheitsamt wird 11111 wohl endlich Vertretung ein für allemal sich zu dem Prinzip bekennt, daß für weg. Wie wolle man nun die Pflicht der Entlassung abhängig so weit mit seiner Materialsammlung" sein, daß Religionsgesellschaften keine Gelder aus allgemeinen Steuer- machen von der Sustentationsfähigkeit? es dem Bundesrath die erforderlichen Vorschläge machen mitteln bewilligt werden dürfen. Je energischer wir diesen kann, damit einheitliche und genügende Schuß- Standpunkt vertreten, desto mehr wird den auf Hintertreppen maßregeln erlassen werden. Wenn aber auch wirklich das im Sinne der firchlichen Ansprüche bei der Stadt wirkenden Borstenmaterial durch Behandlung mit strömendem Wasserdampf Persönlichkeiten das Handwerk gelegt werden. Lediglich nach etwas leidet, so mögen sich doch die Unternehmer den Kopf zer- Grundsägen der Gerechtigkeit und Zweckmäßigkeit darf über brechen, resp. Chemiker und Aerzte bezahlen, um Methoden zu kommunales Eigenthum verfügt werden.( Beifall.) finden, die eine das Material nicht schädigende und den Ar- Stadtrath Weise: Auch der Magistrat ist der Meinung, beiter schüßende Desinfektion ermöglichen. daß das Erkenntniß des Reichsgerichts in der Frage der Johannes Wie aus dem Bericht des Gewerbe- Inspektors für Arnsberg Evangelistgemeinde den Verhältnissen und Zuständen, in denen von 1895 hervorgeht, hat das Reichs Gesundheitsamt Versuche wir in Berlin heute leben, vollkommen widerspricht. Bernunft mit Formalin angestellt, die zu guten Resultaten führten. ist thatsächlich Unsinn, Wohlthat Plage geworden. Wir haben der Petition nichts zu thun. Wir bestreiten gar nicht, daß die Warum zögert man da noch mit dem Erlaß zwingender gethan, was wir konnten; wir haben den Klageweg beschritten; Frau geiftestrant ist; was mit dem Sohn 1888 passirte, wo der wir hoffen auch, daß im Abgeordnetenhause die Sache zur selbe von irgendwelchen Charitee Aerzten für nicht ganz normal Vorschriften? Die Arbeiter haben das Recht zu verlangen, Sprache fommt und zu gunsten der Stadt erledigt wird. Wir erklärt wurde womit noch garnichts bewiesen ist, ist vollends daß sie nicht länger um des Brotes willen gezwungen werden, sich dieser Erkrankungs- und Toresgefahr auszusehen, die ver- leben aber in einem Rechtsstaat und müssen vollstreckbare gleichgiltig. Lebendig begraben ist der Frre doch thatsächlich im Frren= hause, die Einrichtungen mögen so human sein, wie sie wollen. mieden werden kann, wenn die Regierungen das Unternehmer- Gerichtsurtheile respektiren. Stadtv. Borgmann ist der Meinung, daß, wenn man auf die Frage: Mit welchem gefeßlichen Recht hält man thum dazu zwingen wollen. einem Gespenst muthig auf den Leib rücke, dasselbe in ein Nichts die Frau in Herzberge zurück? ist feine Antwort erfolgt. Reglezurückzusinten pflege. So werde es auch mit der Konsistorial- ments find teine Gesetze. Die Verwaltung verlegt das Gefeß, wenn ste ordnung von 1573 gehen. Aus dem Wortlaut derselben lasse sich die Frau zurückhält, troz des Willens des Vormundes, und sie hat nicht folgern, daß es sich um Neubauten, sondern nur, daß es dafür die Konsequenzen zu tragen. Wenn die Verwaltung, wie B Stadtv. Spinolo wirft den Kollegen Singer und Sachs vor, daß sie mit fast naiver Unbefangenheit von Dingen sprächen, die sie nicht beherrschten. Schon 1888 seien beide, Mutter und Sohn, als gemeingefährliche Geistestranke in die Charitee eingeliefert worden. Die Frau sei für unheilbar erklärt, der Sohn geheilt, aber später nochmals zwei Jahre einer Frrenanstalt überantwortet worden. Die Verwaltung dürfe solche Kranke garnicht entlassen, sondern nur in angemessene Pflege geben, und die sei nicht da. Stadtv. Stadthagen: Die Charitee Atten haben mit fich aus den Aeußerungen des Magistrats zu ergeben scheint, selbst y In namentlicher Abstimmung wird der Antrag auf jan ftalter desselben geforscht. Schließlich wurde der Vor. den Wunsch hat, die Mutter dem Sohn zu übergeben, so nehmen Uebergang zur Tagesordnung mit 48 gegen 41 Stimmen fizzende des Vereins dafür verantwortlich gemacht und wegen Sie doch unfern Antrag an! Uebertretung der§§ 115 und 118 des Straßenpolizei- Reglements Die übrigen Gegenstände werden von der Tagesordnung ab. vom 7. April 1867 in eine Geldstrafe von einer Oberbürgermeister 3 elle erklärt, wenn der Sohn komme, angenommen. die Mutter abhole und das erhöhte Pflegegeld noch dazu nehme, gefeßt. so werde niemand erfreuter sein als die Verwaltung und er selbst. Schluß 1/210 Uhr. Tokales. nommen." " Mart ge der Es ist thatsächlich schwer, den für Ordnung, Religion und Sitte fämpfenden Kriegervereinlern und den ebenfalls auf diesen Hierauf wird ein Schlußantrag angenommen und nach persön Kampf versessenen Kirchenfrommen es gleichermaßen recht zu lichen Bemerkungen der Stadtvv. Singer und Spinola der machen. Der Umsturz", der ehrlich eine nicht vom KirchenAntrag Singer abgelehnt und über die Petition sur Tageswesen beeinflußte Sonntagsruhe will, eine Sonntagsruhe, die Die Parteigenoffen der Rosenthaler Vorstadt und des weder durch Arbeiten beim Bau der Gnadenkirche, noch durch ordnung übergegangen. 9 solche im föniglichen Schloß geschändet werden soll Die dringliche Nothwendigkeit der Beseitigung des Gesundbrunnens, welche an der Flugblattverbreitun Engpasses in der Alten Jakobstraße durch Ver- am Sonntag früh 8 Uhr theilnehmen wollen, werden ersucht umsturz wird nicht ermangeln, Agitationsmaterial aus dem breiterung vor den Grundstücken Nr. 20-22 ist von der Ver- sich pünktlich an folgenden Orten einzufinden: Brinkmann, frommen Streben zu ziehen. sammlung schon durch Beschluß vom 9. April anerkannt worden. Prinzenallee 21; Haferland, Bellermannstraße; Hermann, PutBei den feitens des Magistrats eingeleiteten Verhandlungen mit buferstr. 45; Bachgänger, Swinemünderstr. 120. W. Brinkmann, Vertrauensmann. den betreffenden 3 Besitzern haben diese ganz exorbitante Forderungen gestellt. Der Ausschuß, dem die Versammlung die be züglichen zahlenmäßigen Mittheilungen des Magiftrats überwiesen hatte, hält ebenfalls weitere Verhandlungen mit den Adjazenten für zwecklos, da fich der Durchschnitt der Forderungen auf über 1000 M. für das Quadratmeter beläuft. Er beantragt, wie folgt zu beschließen: Die Versammlung erachtet die Verbreiterung für nothwendig und ersucht den Magiftrat, diefelbe herbeizuführen. Wenn ein freihändiger Erwerb der erforderlichen Land: flächen nicht zu stande tommt, so ermächtigt sie den Magistrat schon jetzt, das Enteignungsverfahren gegen die betheiligten Grundbefizer sofort einzuleiten. Nach kurzer Debatte, in welcher von den Stadtvv. Wohl gemuth und Ladewig empfohlen wird, vorerst anderweite Gebote abzuwarten, wird der Ausschußantrag abgelehnt. Sammler, Der Mord in der Mohrenstraße beschäftigt noch immer die Gemüther und giebt der Presse Stoff zu Betrachtungen, die Die Empfehlung Einem Kautionsschwindel ärgfter Art sind die Angestellten je nach der Parteirichtung gewürzt sind. der Berliner Verkehrsanstalt zum Opfer gefallen. Bei ihrem ſtrengerer Bucht und noch umfangreicheren Memorirens von Eintritt hatten die Briefträger, Bibelsprüchen wechselt ab mit den unfreiwilligen Scherzen, Rechercheure, Schaffner 2c. Kautionen in der Höhe von 50-500 m. t be welche Blätter vom Schlage der Bossischen Zeitung" gegen zahlen. Die Gesellschaft, als Kommandit- Gesellschaft gegründet, die Sonntagsruhe loslassen. Auf das eigentliche soziale Milieu hatte einen Herrn v. Kurczkowski zum allein hastbaren Geschäfts: in welchem die Mordbuben aufgewachsen sind, scheut man sich meist führer gemacht. Dieser vollständig vermögenslose Mann ist seit zu blicken. Beide Burschen werden als Menschen geschildert, die einigen Wochen angeblich unter Mitnahme des gesammten Baar- bisher weder im Guten noch im Schlechten besonders hervor geldes und sämmtlicher hinterlegten Rautionen verschwunden. ragend gewesen sind; den einen bezeichnet man sogar als DuckDies wurde den Angestellten so lange verheimlicht, bis sie aus mäufer. Sie haben gewiß ebenso mechanisch die Unsumine von den Zeitungen hiervon Kenntniß erhielten. Eine be Bibel, Katechismus- und Gesangbuchstellen eingepauft erhalten, greifliche Aufregung bemächtigte fich wie tausende anderer Kinder und find trotz der Religionsstunde, aller Angestellten, welche sich um das wenige die ihnen Tag für Tag bescheert war, zu Mördern geworden. von ihnen ersparte Geld gebracht fahen. Endlich sah sich die Direktion Mehr Religion ist in den Gemeindeschulen kaum möglich, es sei denn gezwungen, ihre Angestellten von der Sache zu informiren. Dies auf Rosten der kläglichen Elementarkenntnisse, welche die Jugend Auf dem am Treffpunkte der Wallstraße und der Straße geschah in recht eigenthümlicher Weise in einer vorgestern in im übrigen nöthig hat, um später in der Industrie einigermaßen Neu- Köln am Waffer auf dem Märkischen Play belegenen den Arminhallen stattgefundenen geschlossenen Versammlung. intelligente Arbeitssklaven abgeben zu können. An zu wenig dreieckigen Inselperron soll nach Absicht der städtischen Depu- Der gerichtliche Pfleger ließ sich durch den Direktor der Ge- Frömmigkeit kann es also nicht liegen; weit eher liegt die Vertation für Kunstzwecke ein Spring brunnen aufgestellt und nossenschaftsbant, einen Herrn Bergmann, vertreten. Derselbe muthung nahe, daß andere Umstände den entsetzlichen Gedanken durch die Bronzefigur einer Wäscherin, Bildwerk des Professors gestand den trostlosen Zustand der Verkehrsanstalt zu, erklärte, haben reifen und zur Ausführung bringen laffen. Man weiß, Brunow, befrönt werden. daß die Gesellschaft nichts weiter als die für jedermann sonst mit welchem Eifer den Kindern die sogenannten Heldenman weiß, Die Versammlung stimmt ohne Debatte zu. werthlosen Utensilien besize, und machte den Angestellten den thaten der letzten Kriege gerühmt werden, und Brutatität gewiffen einflußreichen In lebendige Erinnerung werden die vielfach endgiltig be- abenteuerlichen Vorschlag, daß sie als Genossenschafter in eine daß Schneidigkeit feitigt geglaubten Schloßterraffen- und Ententeich- Projekte durch für Weiterführung der Verkehrsanstalt zu gründende Genossen Kreisen als schäzenswerthe Eigenschaften gelten, man har ferner, eine Vorlage zurückgerufen, welche sich ganz harmlos und un- fchaft eintreten sollen. Hierzu wäre ein Verzicht auf die ver- wie die vielen Duelle, die Greuelthat des Lieutenants v. Brüse scheinbar als Vorlage, betr. die Eintheilung der Straße untreute Raution und eine Einzahlung von mindestens wit und die Rohheiten diverser Sicherheitsbeamten gelehrt an der Schloßfreiheit und die Ausgestaltung des weiteren 50 Mart, die ratenweise eingeschossen werden haben, eine Fülle von Beispielen, daß gerade unter Leuten, Plates an der Stechbahn neben der Schleusenbrücke" einführt. tönnten, nöthig. Die Rautionsscheine sollten die als Stüßen von Staat und Gesellschaft gelten, Thaten unglaub Danach soll der Bürgersteig vor dem Denkmal 6 Meter, der Giltigkeit verlieren und die Angestellten als Antheilnehmer mit licher Rohheit geschehen und als Erscheinungen betrachtet werden, Straßendamm 18 Mieter Breite erhalten( eine größere ihrem eingezahlten Kapital, wofür sie Antheilscheine erhalten die man garnicht so entsetzlich tragisch nehmen müsse. Dann Breite des letzteren hat das Polizeipräsidium für unzulässig sollen, mit ihren Einlagen in das bankrotte Unternehmen ein- nach anderer Seite hin die materielle Lage. Der junge Werner erklärt, da die Sicherheit des Verkehrs dadurch treten und lediglich von dem Geschäftsgange der Gesellschaft ist bei einem überaus wohlhabenden Mann beschäftigt gewesen, benachtheiligt würde), während die auf der Schloß abhängig fein. Hundert Dumme fanden sich sofort, die auf diesen durch dessen Hände Hunderttausende gegangen sind. Das ihm seite verbleibendent 16 Meter anderen größeren Hälfte Leim gekrochen sind, den wurde bis Sonnabend gezahlte Gehalt betrug, wie fast überall bei Rechtsanwälten, so ( 8,5 Meter) als Vorgarten, zur fleineren( 7,5 Meter) Bedenkzeit gegeben. Am 17. d. Mts. wurde zum letzten auch hier, anfangs 20 und dann 30 M. monatlich, als Bürgersteig verwendet werden sollen. Den Vor- Male den Angestellten der Lohn ausgezahlt. Um sie zum Ein- für die kaum ein Hund, geschweige denn ein Mensch satt zu garten gedenkt das Oberhofmarschallamt gegen den Bürger- tritt in die Genossenschaft zu bewegen, wurde ein sehr bedenk- machen ist. Daß es den Eltern nicht möglich war, besondere steig lediglich durch ein festes Gitter abzuschließen. liches Mittel angewandt, indem ihnen erklärt wurde: Wer Herzensbildung in die Kinder zu pflanzen, geht aus der SchilDie Kronbehörden beabsichtigen eine mit einem ganz bedeutenden sofort eintritt, bekommt nächsten Sonnabend bestimmt seinen berung ihrer armfeligen Verhältniffe hervor; wahrscheinlich Roftenaufwande verbundene Umgestaltung des Eosander'schen Lohn, wer bis Sonnabend nicht beitritt, hat sich als entlassen haben die Mütter, wie fast alle Proletarierfrauen, außer dem Portales; einen wesentlichen Theil der bezüglichen Pläne bilden zu betrachten und geht aller Wahrscheinlichkeit noch seines Lohnes Hause frohnden und ihr Liebstes dem Zufall und der Straße bie zu beiden Seiten Des Portales anzubringenden verluftig. Wer seine Arbeit nicht bis zum Sonnabend fortsetzt, überlaffen müssen. Es wird gescholten, daß die beiden Mörder Rastaden, die, wie das Oberhofmarschallamt an den Reichs- der soll überhaupt nichts erhalten. tanzler berichtet, ohne Vorgärten überhaupt nicht zur Ausführung gelangen tönnen. zur Stadtv. Dinse beantragt Ausschußberathung. Von Vor: gärten der projektirten Art sei sonst bei Rommunalbauten nicht die Rede.( Stadtv. Kyllmann: London!) Und warum diese Vorgärten, wenn man den Bürgersteig vor dem National Denkmal nur 6 Meter breit herstellen wolle? Der Briefwechsel zwischen Oberhofmarschall und Reichskanzler könne für die Verfammlung teine Bedeutung haben. Ueber alle diese Gesichtspunkte müsse ein Ausschuß sich schlüssig machen. dann ihre Diese Mittheilung über den Frevel wird von anderer Seite noch dahin ergänzt, daß der seit etwa 3 Wochen verschwundene Direktor von Kucztowsti etwa 135 000 M. unterschlagen habe. Vermögen befiße die Gesellschaft feines mehr, nicht einmal die Geschäftsutenfilien feien ihr Eigenthum. Ein uns vorliegendes Beitrittsformular zur„ Genossenschaft" lautet auf 100 m., welche Summe in Wochenraten von 50 Pf. einzuzahlen ist. Wir können den noch nicht verpflichteten Angestellten nur dringend rathen, die Hand aus dem Spiel zu lassen; wer sich durch Unterschrift verpflichtet, läuft unter sehr nahe liegenden Umständen Gefahr, Stadtv. Singer: Gegen Ausschußberathung haben wir daß er sein ganzes bischen Eigenthum bei der Gesellschaft log nichts einzuwenden. Es müssen aber die zu prüfenden wird. Uns sollte übrigens wundern, wenn die Staatsanwaltschaft Gesichtspunkte noch vermehrt werden. Wir die noch nichts weiteres in der Angelegenheit der Verkehrsanstalt" Verkehrshindernisse überall beseitigen; hier wvill man gethan hätte. Vorgärtenanlagen, die durch ein eisernes Gitter abgeschlossen, Die Verkirchlichung der Sonntagsruhe wollen die " = statt eines Schlosses den Eindruck einer Festung machen könnten. Frommen auf der jetzt tagenden achten Brandenburgischen Troy alter ausgegrabener Urkunden, nach welchen angeb: Brovinzialsynode mit aller Gewalt weiter fördern. lich der halbe Schloßplatz der Krone gehört, werden wir darauf Einer der Redner meinte in der Sigung vom Mittwoch: bestehen bleiben müssen, daß Verkehrshindernisse nicht neu Es sei ein außerordentlich schwerer Noth stand(!), und geschaffen werden. Wir müssen hier auch plötzlich hören, daß ein großes A ergerniß entstehe daraus, wenn in einzelnen breite Straßen im Interesse des Verkehrs nicht genehmigt Fällen den Kirchenbesuchern am Sonntag Morgen noch die werden können.( Hört! und Heiterkeit.) Jedenfalls wird an jenigen Personen entgegen treten, die an den Sonnabends Ver anderen Stellen der Stadt mehr Werth auf breite Straßen gelegt. gnügungen theilgenommen haben. Am widerlichsten trete dies Das erwähnte Schreiben macht auch auf mich einen merkwürdigen in der sogenannten Karnevalszeit hervor, wo die Personen am Eindruck. Bei der Plöglichkeit, mit der manche Entschlüsse gefaßt Sonntag Morgen noch in den Mastenanzügen gefehen werden, giebt es feine Garantie, daß die bekannten alten Projekte werden. nicht doch wieder auftauchen. Amtlich geht doch auch den Reichstanzler die Sache überhaupt nichts an. Wir sollen doch überhaupt nicht so freigebig fein dem Fistus gegenüber, wo uns der Fistus stets die schwersten finanziellen Opfer zugemuthet, wie noch ganz neuerdings beim Verkauf des Botanischen Gartens. Die Borlage geht an einen Ausschuß. Bon dem Stadtv. Rosenow und 6 Genossen ist folgender Antrag am 17. Oftober eingereicht: Die Regierung, die solches frommes Streben gar zu gerne unterstützen möchte, aber immerhin dem Bürgerthum nicht gar zu sehr vor den Kopf stoßen kann, ist in einer fatalen Lage, und der Oberpräsident, v. A chenbach, hatte seine liebe Noth, den frommen Männern begreiflich zu machen, daß die Polizei doch schon so viel für sie gethan habe. Bezeichnend ist folgende Stelle seiner Ausführungen: eine Summe, viel gelesen haben, und die und die„ Norddeutsche Allgemeine Beitung" ist sogar so thöricht, die neuere Richtung in der deutschen Literatur für die Unthat moralisch verantwortlich zu machen. Rein verständiger Mensch wird darüber im Zweifel sein, daß die Jungen auch nicht einmal dem Namen nach etwas von Naturalismus gewußt, geschweige denn seine Produkte gekannt haben. Weit eher ist anzunehmen, daß im Verein mit dem materiellen Glend außer patriotischen Mordund Indianerbüchern die mancherlei Inifflichen geschichten Sachen, welche in der Schreibstube erörtert und bearbeitet werden wußten, das Gemüth des einen der jugendlichen Burschen abgeftumpft haben. Kurzum, wenn einmal nach Erklärungen dafür gesucht werden soll, daß zwei Menschen, die noch halbe Kinder find, einen grauenhaften Mord verüben fonnten, so liegt für die Stützen der heutigen Ordnung wahrlich hinreichend Grund vor, im eigenen Revier zu fahnden. " Die Schrippenkirche" des Vereins Dienft an Arbeitslosen", die im Winter jeden Sonntag früh um 8 Uhr an zwei Stellen der Stadt( Müllerstraße und Johannistisch) für Obdachlose abgehalten wird, war im Winter 1895/96 an 32 Sonn tagen von zusammen 14 886 Personen( durchschnittlich 465 pro Sonntag) besucht. Die Gäste wurden, wie üblich, mit Raffee, Schrippen, Gefang, Ansprache und Gebet bewirthet. Die Jugendhilfe" des Vereins wurde von 1776 verschiedenen Personen um Rath oder Hilfe angegangen. Die bei dieser Gelegenheit ermittelten Angaben über Heimath, Alter, Beruf u. f. w. der Hilfesuchenden bilden, obwohl es sich nur um einen ganz geringen Theil der Berliner Obdachlosen handelt, doch einen beachtenswerthen Beitrag zur Beleuchtung der in Berlin herrschenden Arbeits- und Obdachlosigkeit. Von 1700, die die Heimath( Geburts oder letter Aufenthaltsort vor der Zu wanderung?) angaben, waren 1650 aus Deutschland, von diesen 1403 aus Preußen, davon wieder 277 aus Berlin und 299 aus dem übrigen Brandenburg. Von 1664, deren Alter ermittelt Der Staat habe sich in bezug auf die Sonntagsfrage vo II- wurde, waren 133 erst 14-16 Jahre alt, 17-20 Jahre 565, Den Magiftrat zu ersuchen, ihr wegen eventueller Erständig mit den kirchlichen Intereffen zu identifiziren 21--30 Jahre 491, 31-40 Jahre 247, 41-50 Jahre 154, über haltung eines Theils des Hauptindustrie- gesucht, es feien aber doch große Hindernisse vorhanden, die nicht 50 Jahre 74. Der Beruf( vermuthlich oft nur der ehemalige) Gebäudes, sowie des Restaurationsgebäude ohne weiteres überwunden werden können. Die Hauptschwierig wurde bei 1729 ermittelt, darunter waren 331 Arbeiter, 218 Arbeitsam Neuen See im Treptower Part eine Vorlage feit auf diesem Gebiete liege doch in der Vereinsgefet burschen, 62 Knechte( und Kutscher), zusammen 611, die man als gebung.( Aha!) Komme man mit Anträgen auf Abänderung Ungelernte" zu bezeichnen pflegt; ferner 608 Handwerker, Nach längerer Geschäftsordnungs. Debatte wird befchloffen, derselben in dem hier angedeuteten Sinne, so sei es a weifel darunter besonders 101 Schlosser und Maschinenbauer, 89 Bäcker diesen Antrag noch au berathen. haft, welches Resultat, und ob überhaupt ein Resultat erzielt und Konditoreu, 57 Maler und Lackirer, 37 Tischler, 34 Schneider, Stadtv. Rosenow weist zunächst den Verdacht zurück, als werden würde. So lange die Simulation weiter Platz greifen 34 Schuhmacher 2c. 2c., dazu 20 Lehrlinge; weiter 111 Raufleute, ob er bei seiner Stellung zum Unternehmen der Berliner Gewerbe- tönne, daß unter der Maske von Bereinsvergnü 77 Diener( und Hausdiener), 56 Kellner, 37 Schreiber, 10 BeAusstellung hinsichtlich des Juhalts des Antrags begungen öffentliche Tanzluftbarkeiten stattfinden, amte, 10 Studirte" 2c. Die Hilfeleistung bestand nur 165 mal fangen sei. Er beklagt dann den bekannten ablehnenden so lange tönne an eine Wenderung nicht gedacht werden. Auch in Stellenvermittlung( 96 in Berlin, 69 auswärts), 70 mal in Beschluß des Magistrats und empfiehlt dann die Erhaltung sonst seien Schwierigkeiten aller Art vorhanden. Im übrigen Buweisung an Vermittelungskontore, 35 mal in Ueberweisung des Ausstellungsgebäudes, da Berlin etwas Aehnliches zur Beit bitte er, doch nicht alles vom Staate zu erwarten." an die Berliner Arbeiterkolonie, 3 mal in Lehrunterbringung, nicht befize. Etwa 50 Millionen seien infolge des Besuchs der Wenn man diese Rechtfertigung liest, so muß man weniger weiter in Verpflegung, Kleidung, Reisegeld 2c. 2c. Der neueste Ausstellung in Berlin geblieben. Der Haupteinwand gegen das an den Polizeikampf gegen sozialdemokratische Ar- Bericht des Vereins giebt wieder zu, daß in dieser Beziehung Restaurant, daß es nicht auf die Dauer berechnet sei, werde beiterfestlichteiten denken, der ja nicht allein Sonntags, nicht viel geleistet worden ist und nicht mehr geleistet werden dadurch beseitigt, daß Adlon und Dressel es massiv auf- sondern auch an den übrigen sechs Tagen der Woche mit un fonnte. Es kommt dem Verein auch weniger auf diese äußere führen wollen, wenn es ihnen auf 10 Jahre gegen jährlich verminderter Schneidigkeit geführt wird, sondern an Un- Hilfe als darauf an, daß der eine oder der andere jener Un10 000 Mart verpachtet wird.( Hört!) Der Treptower anehmlichkeiten, die st a at 3 st ühenden Wirthen und Vereinen glücklichen, die sich durch die Aussicht auf ein Frühstück in die Part müsse den Berlinern auch Gelegenheit geben, fich au bei ganz evidenten Uebertretungen der geltenden Bestimmungen Schrippentirche" locken lassen, für das Reich Gottes" wiederrestauriren.( Heiterkeit.) Der Neue See gebe teineswegs einen bereitet werden müssen. Wie wäre es, wenn ein besonders frommer gewonnen wird. Um die Grundursache der Arbeitslosigkeit, um unangenehmen Geruch von sich. Der Kostenpunkt sei Nebensache; Synodale dem Oberpräsidenten den folgenden, von der Polizei- den Kapitalismus, der viele Hunderttausende, die arbeiten möchten, es handle sich 1111 eine Summe von etwa einer behörde überaus zart und schonend behandelten Fall vorhielte. zum Feiern und Darben verurtheilt, drücken sich die guten Leutchen Million. Der tafsirte Spielplatz lasse sich sehr gut Der Lokal- Anzeiger" schreibt in seiner Nummer vom Donnerstag: vorsichtig herum. zu machen. " auf die früher nicht benußte Wiese verlegen, die mehr Eine Polizeiftrafe von einer Mart ist über den Vorsitzenden Ein Kuriofum. Eine Ausgrabung, die noch die der als doppelt so groß sei. Die Interessen des Benner'schen Restau- des Kriegervereins ehemaliger 20er, Herrn Rübne, feitens des Konsistorialordnung von 1573 übertrifft, ist, wie die„ Berliner rants würden nicht gefährdet. Polizeipräsidiums infolge des nachstehenden Borfalls verhängt Beitung" schreibt, in der Angelegenheit der Verschönerung des Stadtv. Vortmann beantragt Uebergang zur Tages worden. Am 27. September cr. fand, wie wir damals berichtet Schloßplages erfolgt. Es soll nämlich die Entdeckung gemacht ordnung. Die Berliner Industrie habe gezeigt, was sie leisten hatten, das 25jährige Stiftungsfest des Vereins im Buggen- fein, daß zur Zeit Friedrich's II. von Brandenburg, also im tönne, dazu war ihr der Bart überwiesen. Niemand habe Hagen'schen Etablissement am Morigplay statt. Nach Beendigung 15. Jahrhundert, bei einer Auseinandersehung zwischen ihm und dort an einen Ausstellungs- Palast oder an ein großes der Feier, morgens um 7 Uhr, sollte die Fahne des Vereins der Berliner Bürgerschaft die nächste Umgebung des Schlosses der womit der schönste Berliner Part nach der Wohnung des Vorsitzenden am Luisenufer zurückgebracht Krone abgetreten und somit beren Eigenthum sei. Wenn das Restaurant gedacht, womit auf die Dauer ruinirt werde.( Widerspruch.) Der Spielplaß werden. Der Vorstand des Vereins und der Fahnenträger hatten richtig ist, so würde der Anlegung einer Schloßterrasse auf der laffe sich nicht verlegen, die Wiederherstellung fofte an fich schon auf dem Morigplay Aufstellung genommen, als die Kapelle ungeheure Summen. Der Zweck des Partes sei Erholung; des Regiments, die in uniform an der Feier theil einfach dürfte die Sache aber doch nicht liegen. Die Stadt Berlin üblichen Seite des Schlosses kein Hinderniß im Wege stehen. So dieser Zweck werde verfehlt, wenn derartige Gebäude dort be genommen hatte, sich an die Spize des Zuges fezte und einfach dürfte die Sache aber doch nicht liegen. Die Stadt Berlin hat im Jahre 1876 das das Schloß umgebende Straßenland vom mit tlingenbem Spiel die Fahne abbrachte. Dem Zuge laffen werden. Stadtv. Sachs II spricht gegen die Tagesordnung. Was solle folgten etwa 400 Festtheilnehmer, Herren und Damen, sowie istus erworben und es täme daher in Frage, ob nicht, selbst wenn der Fiskus nicht berechtigt war, über das fragliche Straßenman dazu sagen, wenn jetzt sofort die völlige Rafirung befür Angehörige des Regiments in Uniform. Der eigenartige land zu verfügen, die Stadt durch Erfihung das Eigenthum er. wortet werde?( Buruf: Gar nichts! Große Heiterkeit.) Bei Aufzug in so früher Morgenstunde an einem Sonntage worben hat. allen bisherigen Ausstellungen hätte man die Gebäude zu er erregte begreiflicherweise in den Straßen Aufsehen. Selbst. halten gesucht. Im Interesse der Stadt sei die Erhaltung rath- verständlich war die polizeiliche Genehmigung zu dem gar nicht Der Botanische Garten. Dem Magistrat ist jetzt die fam und zweckmäßig. Das müßte in einem Ausschuß untersucht vorhergesehenen Buge auch nicht eingeholt, und auf die An- Benachrichtigung darüber zugegangen, daß ein an der Potsdamer zeige eines Schuhmanns wurde nun auch nach dem Ber- ftraße belegener etwa 48 000 Quadratmeter großer Theil des werden. " : Botanischen Gartens der Stadtgemeinde zur Erhaltung als Plaz Wir bemerken noch, daß wir dem Lokal Berichterstatter, der die verhältniß angefnüpft, das nicht ohne Folgen blieb. Die überlassen werden solle unter Bedingungen, welche im wesentlichen falsche Meldung der Presse überbracht hat, die Berantwortung Noack wußte aber ihren Bustand so zu verbergen, daß niemand dahin gehen, daß die Stadtgemeinde einen Kaufpreis von zwei für die berichtigte Nachricht überlassen müssen. etwas davon merkte. Als nun die Hausfrau im Mülleimer den Millionen Mark zahlen, den Park mit Straßen einfassen soll, an denen Gebäude von zweiundzwanzig Meter Höhe errichtet ordnung über die Sonntagsruhe erregt, wie man einem hiesigen Rumpf, von dem sie die Arme abgeschnitten hatte, fand man mit Restauration oder Destillation? Die neue Polizei- Ver- Kindeskopf fand, räumte sie ein, früh Morgens ein Mädchen geboren zu haben, behauptet jedoch, daß es todt gewesen sei. Den werden dürfen, und für die vorhandenen den Botanischen Garten Blatte schreibt, namentlich in Gastwirthskreisen großen Unwillen, diesen im Abort, der sich auf dem Treppenflur befindet. Die begrenzenden Straßen auf die Erhebung ortsstatutarischer Anlieger weil sie bezüglich des Verschließens der Ladenthür während der Mutter ist als Polizeigefangene nach der Charitee gebracht worden. Der Botanische Garten umfaßt 110 000 Quadratmeter; es würde also taum die Hälfte davon Hauptgottesdienstzeit einen Unterschied zwischen Destillation" Ob das Kind gelebt hat, wird erst die gerichtsärztliche Leichenund Restauration" macht und man befürchtet, daß die über= übrig bleiben. Man sieht, daß Herr Miquel das Geschäft versteht. wachenden Polizei- Organe nicht immer das Richtige bei ihren öffnung feststellen können. Katholische Arbeiterfreunde. Die Germania" erwähnt Entscheidungen treffen werden. Es wird also leicht vorkommen Schwere Brandwunden haben am Mittwoch bei einer des Flugblattes, in welchen fürzlich die Binnenschiffer zur tönnen, daß von zwei Gastwirthen, deren Geschäftsbetrieb gleich- Spiritusexplosion in der Küche des Restaurants Bavaria", gewertschaftlichen Organisation aufgefordert wurden, und meint artig ist, der eine offen halten kann, der andere schließen muß. Mohrenstr. 51, zwei Dienstmädchen, die Gänse sengen wollten, nach einigen beschönigenden Worten:" Daß aber Mißstände vor- Sehr viele Gastwirthe erklären schon jetzt, nicht zu schließen, da davongetragen. Die 37 Jahre alte Bertha Sandel wurde herrschen, ist gewiß, und es bleibt nur bedauerlich, daß man den fie zwar alkoholische Getränke ausschänken, ohne indeß eine furchbar zugerichtet; Brust, Gesicht und Hände sind ihr zum Sozialdemokraten die Genugthuung läßt, in fatale Verhältnisse eigentliche Destillation zu besitzen; der Bierverkauf sei bei ihnen theil verkohlt. Die 22 jährige Frieda Niegmann verbrannte sich hineinzuleuchten." Aber das fatholische Blatt mill der Sozial- Hauptbestandtheil des Geschäfts. Theilweise beginnen sie sogar, namentlich an den Oberschenkeln. Beide mußten in ein Krantendemokratie nicht den Triumph lassen, daß sie allein den Leiden am Firmenschild das Wort„ Destillation" entfernen und durch haus gebracht worden. zurückgebliebener Proletarier wehre. Folgerichtig soll auch Restauration" erfeßen zu lassen. Voraussichtlich wird es zum von katholischer Seite der ausgebeutete Binnenschiffer zum Erlaß einer größeren Anzahl polizeilicher Strafverfügungen hat der 53 Jahre alte Buchbindermeister Friz Stampa gestern Aus Verzweiflung wegen eines langjährigen Leidens Kampf gegen feine rücksichtslosen Unternehmer gestärkt tommen, gegen welche aber die betreffenden Wirthe in jedem Morgen Hand an sich gelegt. Ein schweres Augenleiden, an werden so müßte man nach den vorher zitirten Worten des einzelnen Falle Widerspruch erheben wollen. Ob das viel nüßen dem er schon acht Jahre frankte, machte ihn allmälig sehr Bedauerns folgern. Ja, Kuchen! So etwas giebt es für das wird, erscheint fraglich. nervös. Heute früh hat er sich in der Werkstatt erhängt. Stampa, Organ der katholischen Kapitalisten nicht: Die gesammte Bedürfnißanstalten für Frauen. Uns wird von einem der sich allgemeinster Achtung erfreute, hinterläßt eine Frau mit Bürgerschaft des Vaterlandes muß den Kampf gegen die Leser geschrieben: Die sozialdemokratischen Stadtverordneten zehn Kindern, von denen das jüngste fünf Jahre alt ist. Sozialdemokratie aufnehmen, durch Einsicht und Gerechtigkeit. Diese Lehre muß so oft und so eindringlich als haben es f. 3. im Rothen Hause durchgesetzt, daß in den Be- Bei der Arbeit ist gestern Nachmittag der 36jährige möglich gepredigt werden." Also erst die Sozialdemokratie vers dem Publikum gegen Entgelt geöffnet sind, gewisse Räume den Mechaniker Johannes Schwan aus der Lühowstraße 16 ver und wenn diese Lehre eindringlich und erfolgreich gepredigt scheinen sich diese Räume zum theil in einem Zustande zu begehörigen Villa des Direktors Sternberg in der Berlinerstr. 150 ja dann wäre auch vielleicht zu erwägen, finden, der nicht mehr recht menschenwürdig genannt werden 8 Charlottenburg beim Legen einer elektrischen Zeitung bewie den mittlerweile ganz im Elend verkommenen Schiffern zu tann. Als meine Frau kürzlich im Westen der Stadt ein der schäftigt, fiel mit einer Leiter, die ausrutschte, um und brach helfen sei. Vielleicht allenfalls durch Predigen. Glaubt die Germania" wirklich, daß noch Arbeiter durch solche alberne artiges Apartement aufsuchen mußte, war es so unsauber darin, sich, indem er mit den Beinen zwischen die Sprossen gerieth, Rezepte erobert werden können? daß sie sich entschloß, wieder umzukehren. Es erscheint begreiflich, beide Knöchel des rechten Fußes. wenn unter solchen Umständen die Vermuthung aufkommt, daß Der Rentier Sembach aus der Skaliterftraße, welcher, die Privatgesellschaft, welche den Unternehmungen vorsteht, das wie wir meldeten, am Donnerstag von einem Wagen der Publikum möglichst animiren wollte, fünf oder zehn Pfennige zu elektrischen Straßenbahn zu Boden geworfen wurde und einen opfern. Solche Zustände waren von Anfang an zu erwarten, Schädelbruch erlitt, ist gestern an den Folgen der schweren Vernachdem der Magistrat sich entschlossen hatte, die neuen Belegung im Krankenhause Am Urban gestorben. dürfnißanstalten nicht in eigene Regie zu übernehmen, sondern sie Privatkapitalisten zur Ausbeutung zu überlassen. worden ist, dann In der Urania in der Invalidenstraße hielt Herr Dr. med. M. Bagard am Mittwoch einen Vortrag über Japan, dem heute Abend eine Fortsetzung folgen wird. Herr B. zeigte in einer Reihe von Projektionsbildern das Leben und Treiben in der Hafenstadt Yokohama und der Hauptstadt des Landes Tokio; in der heutigen Fortsetzung wird das Publikum in das Innere des Inselreiches geführt werden. Die Erstattung von mehr als 84000 M. Regulirnngsfoften für den zivischen der Thurmstraße und der Straße AltMoabit belegenen Theile der Wilsnackerstraße hatte der Berliner Magistrat vom Fistus deshalb gefordert, weil diefer an den beiden Ecken der Thurmstraße auf der einen Seite das Hauptgebäude und die Turnhalle, auf der andern Seite das Vorschulgebäude errichtet hatte. Der Fiskus erhob beim Bezirksausschuß im Klagewege gegen die Forderung der Stadt Einspruch, wurde aber dieser Tage mit feiner Klage abgewiesen. Zur Verkehrsfrage. Gestützt auf den türzlich gefaßten Beschluß des Magistrats, wonach der Verkehrs- Deputation aufgegeben worden ist, unter anderen leistungsfähigen Unternehmern neben der Großen Berliner Pferdebahn- Gesellschaft wegen Ausbaues des Straßenbahnneßes in Unterhandlungen einzutreten, hat sich das Konsortium der südlichen Vorortbahn jetzt ebenfalls wieder an die Verkehrs- Deputation mit der Bitte gewendet, über das bereits im Frühjahr 1895 vorgelegte Projekt mit derselben in Berathung zu treten. Legteres betrifft die Herstellung eines Bahnneges zur Verbindung der Vororte Schöneberg, Tempelhof, Mariendorf- Südende, Lankwiz, Briz, Rixdorf und Treptow unter sich und mit dem Westen, Südwesten und Süden Berlins. Zu splendid. Ein hiesiges Blatt schreibt: In den Kreisen der Berliner Anwälte hat das eigenmächtige Vorgehen des Vor ftandes vom„ Berliner Anwaltverein", der bekanntlich auf die Ergreifung der Mörder des Justizraths Levy eine Belohnung von 5000 M. ausgesetzt hat, einigermaßen Befremden erregt. Man macht mit recht geltend, daß diese Summe in feinem Verhältnisse zu dem Interesse stehe, welches der Verein an der Ergreifung der Mordgesellen haben könne, zumal die eigene Familie des Ermordeten nur den zehnten Theil jener Summe als Belohnung ausgesetzt habe. Der Vorstand des Anwaltvereins dürfte in dieser Angelegenheit demnächst interpellirt werden; wenn der felbe ftatutarisch das Verfügungsrecht über Summen von der fraglichen Höhe beſitzt, wird die Vereinskasse wohl bald um 5000 m. erleichtert werden müssen." Gebildete Raufbolde. Von einem Pistolenduell, bas am Mittwoch im Grunewald stattgefunden haben soll, weiß ein hiesiges Journal zu berichten; als die Gegner nennt es den Referendar R. und den Studenten der Technischen Hochschule U. Veranlassung zu dem Zweikampf soll ein Wortwechsel in der Friedrichstraße in der Nacht zum Mittwoch gewesen sein. Die lauteten: 10 Schritte Bedingungen- so heißt es weiter Distanz bei fünfmaligem Kugelwechsel. Beim dritten Schuß erhielt Referendar R. einen Schuß in den rechten Oberarm, der ihn tampfunfähig machte; jedoch soll die Verwundung nicht gefährlich fein. Was haben die Ordnungsstüßen nur, daß sie mit geradezu fieberhaftem Eifer in die Herrlichkeit von heute Löcher Schießen? Aus dem Polizeibericht vom 22. Oktober. Gestern Vormittag wurde die 68 Jahre alte Wittwe Auguste O. in ihrer Wohnung in der Oppelnerstraße und der 50jährige Schuhmacher Zur Verfolgung der Mörder des Justizraths Levy ist Stanislaus v. T. in seiner Wohnung in der Landsbergerstraße heute neues nicht zu berichten. Erwähnt sei nur, daß ver- erhängt aufgefunden. In beiden Fällen liegt unzweifelhaft schiedene Gerüchte über die Ergreifung des Schreibers Bruno Selbstmord vor. Die Wittwe D. hat anscheinend aus Kummer Werner sich als unrichtig herausgestellt haben. Vorgestern Abend über den Verlust ihres Vermögens, das sie bei dem Schneider'schen hieß es, Werner sei in Spandau oder Halensee gefaßt werden, Bankgeschäft angelegt hatte, ihrem Leben ein Ende gemacht. heute Morgen wurde erzählt, man habe ihn beim Schloß In der Blumenstraße ging das Pferd eines Geschäftswagens Bellevue im Thiergarten festgenommen. Hierbei sollte ein Kampf der Firma Heinze u. Blander durch und wurde, nachdem es zwischen ihm und dem Schußmann, der ihn angehalten, statt- einen Zusammenstoß mit einem Flaschenbierwagen herbeigeführt gefunden haben und dem Mörder das Zeug zerrissen worden sein. hatte, von einem Schuhmann angehalten. Der Kutscher Wilh. Das städtische Kinderasyl, das aus den( ſich auf Die Kriminalpolizei hat in beiden Fällen die Unrichtigkeit des Aruit wurde durch Hufschläge an den Unterschenkeln schwer ver. 1 158 000 m. belaufenden) Mitteln der von den Rentier Schmidt- Gerüchts festgestellt. Das Gerede von der Festnahme beim Schloß legt und nach Anlegung eines Verbandes in einer Droschte in schen Eheleuten gemachten Stiftung errichtet werden soll, wird auf den Bellevue ist wohl darauf zurückzuführen, daß ein Schuhmann des seine Wohnung gebracht. Auf dem Neubau Jägerstr. 40 stürzte Grundstücken Küraffierftr. 21/22 erbaut. Die darauf befindlichen 76. Reviers in der Cuxhavenerstraße einen anderen jungen nachmittags der 24 jährige Bimmermann Heinr. Freitag bei der Baulichkeiten werden jetzt, nachdem das eine Grundstück am Mann verhaftet hat, der dem Werner etwas ähnlich sieht. Diese Arbeit etwa 9 Meter tief auf den Hof hinab und erlitt außer einer 1. April, das andere am 1. Oktober übergeben worden ist, auf Verhaftung hat jedoch mit dem Morde nichts zu thun. Die Verstauchung des linken Arms schwere innere Verlegungen. Er Abbruch verkauft, so daß mit dem Bau bald begonnen werden Spandauer Polizei hat bereits ihr ganzes Gebiet bis an den wurde in das Katholische Krankenhaus in der Niederwallstraße fann. Die Anstalt wird in erster Linie aufgefundene, d. h. solche Grunewald wiederholt abgesucht, ohne eine Spur des Mörders gebracht. Unter der Stadtbahn- Ueberführung in der Rochstraße Kinder, deren Eltern unbekannt und nicht zu ermitteln sind, aufwurde abends das Pferd einer Fahrpreisanzeiger Droschke nehmen, verpflegen und erziehen; sondern auch andere in oder zu finden. außer der Ehe geborene Kinder, deren Eltern zwar bekannt, aber Einen Gattenmord und Selbstmordversuch verübte gestern durch einen vorüberfahrenden Eisenbahnzug scheu und lief an der in Krankenhäusern, ausgewandert oder sonst nicht zu ermitteln Nachmittag auf offener Straße der 29jährige Kellner Monzler, Ecke der Münz- und Dragonerstraße gegen eine Straßenlaterne find; ferner solche uneheliche Kinder, deren Mütter die Aufnahme Auguststr. 35 wohnhaft. M. hatte vor vier Jahren die im und verletzte sich so schwer, daß es bald darauf verendete. Mennachsuchen. In der landesherrlichen Genehmigung zur Annahme Jahre 1891 mit mehreren Freunden aus Philadelphia nach hier schen sind dabei nicht zu schaden gekommen. Auf dem Grundder Stiftung ist die von den Stiftern vorgeschlagene Bezeichnung zugereifte, am 20. Oftober 1872 geborene Miß Streatson ge- stück Müllerstraße 77 fand abends eine Schlägerei statt, bei der Findelhaus" verworfen und dafür Kinderafyl" oder eine ähn heirathet. Die junge Creolin, welche damals eine Stellung als der Rutscher Max Achilles und der Arbeiter Karl Schneider liche Bezeichnung empfohlen worden. Büffetdame in einem hiesigen Restaurant befleidete, hatte den M. durch Messerstiche bedeutend verlegt wurden. Beide fanden in in demselben Lokal, wo er fervirte, tennen gelernt. Die kinderlofe dem Krankenhause des Paul Gerhardstifts Aufnahme. Durch das städtische Waisendepot find im Jahre 1895/96 Ghe des Paares war jedoch keine glückliche; M. mißhandelte 3883 Rinder gegangen. Das Depot bietet den der Waisenpflege seine Frau, sodaß diese bereits zwei Mal sich von ihrem Gatten überwiesenen Kindern vorläufige Unterkunft bis zur Unter- entfernt hatte. Nachdem sie vor etwa Jahresfrist wieder zubringung in Anstalten oder Familien und ist Durchgangsstation fammengezogen waren, erhielt das Paar Stellung in der Berliner für Waisen, die die Pflege wechseln, in Dienst oder Lehre treten, Gewerbe- Ausstellung, wo Frau M. in dem Lokal von Fromholz Bellevue" zu Rummelsburg fein Stiftungsfest ab. Dies zu den Angehörigen, ins Krankenhaus u. f. w. gehen oder von in Alt- Berlin als Büffetdame, ihr Mann als Kellner beschäftigt Lotal steht der Arbeiterschaft zu Bersammlungen nicht zur Ver. ba tommen. Der Durchschnittsstand ist, da der Aufenthalt meist wurde. Der letztere erwies sich jedoch als wenig brauchbar und fügung. nur furz ist, gering: täglich 72 Rinder. Wichtig ist das Depot wurde nach kurzer Zeit entlassen. Dies gab abermals Verwegen der hier stattfindenden ärztlichen Untersuchung, namentlich anlaffung zu Zwiftigkeiten zwischen den Gatten und der Kellner 81 Uhr, findet im Gesellschaftshause eine Parteiver Friedrichshagen. Am Sonnabend, den 24. Oktober, abends erftmalig Aufgenommener. Von 2811 untersuchten Kindern mußten mißhandelte seine Frau aufs ärgste. Am 1. Oktober bezogen die fammlung statt. Tagesordnung: 1. Bericht vom Parteitag. 60 wegen Siechthums dem Waisenlazareth überwiesen werden. Eheleute die neue Wohnung in der Auguststraße, jedoch schon 2. Diskussion. 3. Bericht und Wahl der Vertrauensperson. 4 Säuglinge wurden in moribundem Zustande"( d. h. sterbend) wenige Tage später verließ die M. wieder ihren Gatten und 4. Wahl der Lokalkommission. Parteigenossen! Es ist Eure eingeliefert; 2 davon starben an Krämpfen, 2 an Abzehrung. nahm bei einer ihr bekannten Frau H. in der Lothringerstr. 48, Pflicht, in der Versammlung zahlreich zu erscheinen. Die VerUnter den festgestellten Erkrankungen sind bemerkenswerth: vorübergehend Logis. Gleichzeitig beschloß fie außerhalb Stellung trauensperson. 6 mal Jbiotie, 14 mal Geistesschwäche, 50 mal englische Krank zu nehmen und erhielt auch solche in Nordhausen; Frau M. heit, 21 mal Abzehrung. Die Liste der Erkrankungen ist leider recht groß. Wie viel Noth und Elend dieser Kinder der Äermsten unter den Armen tritt uns darin entgegen! " Aus den Nachbarorten. Der Musikverein Krisendow hält am Sonnabend im Lokal des zu melden. sollte morgen ihren neuen Bosten daselbst antreten. Wongler, Adlershof. Diejenigen Personen, welche die Absicht haben, der hiervon erfahren hatte, suchte gestern seine Frau in der aus der Landeskirche auszuscheiden und den betreffenden Antrag Wohnung in der Lothringerstraße auf und verlangte von ihr, und die Erklärung gemeinsam beim Amtsgericht abgeben wollen, daß fie mit ihm nach der gemeinschaftlichen Woh werden gebeten, sich bei F. Büttner, Hackenbergstr. 17, I lints, Amtliche Nahrungsmittel- Untersuchungen. Im Monat nung in der Auguftstraße zurückkehren solle. Troß September find in Berlin 218 Proben von Nahrungs- und Buredens der Frau H. wies die Creolin das Anfinnen des Genußmitteln amtlich untersucht und 51 davon beanstandet worden, Batten zurück mit der Motivirung, ihr Mann würde sie doch von derselben Größe und auch demselben Material, wie die Vierzig Anschlagfäulen der Gewerbe- Ausstellung, welche und zwar 5 von Milch, 13( unter 14) von Butter, 6 von Thüringer Wurst, 2 von Mehl, 5 von gebranntem Kaffee, erschießen. Gestern Vormittag suchte M. noch eine Zusammen- Berliner Anschlagsäulen sind, sind von der Gemeinde Schöneberg 2 von Kaffeeschrot, 2 von Chokolade, 2 von Medizinal- Ungar- Er lauerte die Frau infolge deffen auf der Straße ab. Als die funft mit seiner Frau herbeizuführen, doch gelang ihm dies nicht. angekauft worden. wein, 2 von Selterwaffer, 2 von Provenceröl, 1 von Malz Creolin gestern Nachmittag um 3/2 Uhr die.'sche Wohnung in Nach Unterschlagung von 800 M. ift gestern der extrakt. Gesundheitsbier und 9 von denaturirtem Spiritus. Begleitung zweier Freundinnen verließ, um noch einige Abschieds- 17 Jahre alte Laufbursche Ewald Krause aus Rixdorf durchDie Beanstandungen haben Neues nicht ergeben, nur ift auf den hohen Prozentsatz der beanstandeten Butterproben hin- besuche zu machen, schloß sich M. der Gruppe an, faßte seine gebrannt. Sein Dienstherr, der Kaufmann Gustav Büschel, hatte zuweisen, wobei indessen zu bemerken ist, daß die 14 untersuchten Frau am Arm, fie barsch auffordernd, sofort mit ihm ihn mit einem Check über 800 m. nach der Dresdener Bank Butterproben fämmtlich solche gewesen sind, die bereits in der nach Hause zu kommen. Frau M. drohte nun Hilfe zu geschickt. Der Bursche hat das Geld erhoben, ist aber nicht in rufen. Am Rosenthalerthor, Ecke Weinbergsweg, 80g der das Geschäft zurückgekehrt. Er war sehr leichtsinnig und trieb Vorprüfung burch Schmelzen für verdächtig erkannt waren. Der Kellner einen Revolver hervor und jagte der neben ihm sich bis in die späte Nacht hinein viel in Kneipen umher. Grund für die vielen Fälschungen ist in den hohen Butterpreisen gehenden Frau eine Kugel in die Schläfe. Alsdann richtete er zu suchen, die den gewiffenlosen Händler zur Vornahme von Die Waffe gegen sich, drückte dieselbe ab und verwundete sich der zufolge die offizielle Bauerlaubniß für das Wohlfahrts- und Unrichtig soll die Mittheilung der National- Zeitung" sein, Mischungen von Butter mit Margarine verleiten. Außerdem wurden in 1102 Milch und 364 Buttergeschäften Revisionen schwer am Kopf; die Kugel war von der Schläfe in die rechte Schulgebäude und eine große Anzahl anderer umfangreicher vorgenommen, die in 52 und 45 Fällen zu Beanstandungen Beide Verwundete wurden sofort mittels Kopp'schen Kranken- Arbeitsausschuß eingegangen sei. Es hat sich bei der betreffenden führten. wagens nach der tönigl. Klinik in der Ziegelstraße gebracht, wo Busendung nicht um die Grtheilung der Bauerlaubniß, sondern Wir erhalten folgende Zuschrift: Die in der Nummer Frau M. sofort nach der Einlieferung verstarb. Die Leiche um Rücksendung der längst ertheilten Baugenehmigungen nebst vom 15. Oftober d. I. enthaltene Notiz, daß die Quelle wurde infolge deffen nach dem Schauhause gebracht. M., der sich Zeichnungen gehandelt, die f. 3. mit ausdrücklicher Genehmigung Fürstenbrunn aus der Ausstellung beimlich gerückt fei, fo sur Seit noch am Leben befindet, dürfte wohl schwerlich wieder- ber leitenden Architekten dem zuständigen Kreisbaumeister Klein wie die in diefer Notiz enthaltenen thatsächlichen Angaben find hergestellt werden. übergeben und überlassen worden sind zur Erleichterung der von unwahr. Die Quelle Fürstenbrunn hat in den ersten Tagen d. M. von Das Berliner Verkehrslexikon, Verlag von May Schild- Beit zu Zeit abgehaltenen Nachprüfungen, die im öffentlichen der Geschäftsstelle eine Bestätigung erhalten, daß die Bacht vollständig bezahlt ist und dann, nachdem in der Nacht vom 8. bis 9. Oktober ein berger, ift foeben in neuer Ausgabe zum Preise von 40 Pf. er. Interesse auf ausdrückliche Anweisung des Ministeriums ers Ginbruch in den Pavillon verübt und bierbei die Thürfüllungen schienen. Das Büchlein enthält die neuesten Fahrpläne und das folgen. bekannte übersichtliche Adressenverzeichniß. herausgesägt waren, auf grund eines am 9. Oftober ertheilten Wegen Vermehrung der Gendarmerie in Rigdorf hat der Ausfuhrscheines mit ausdrücklicher Bewilligung der leitenden Ge Einen granfigen Fund machte dieser Tage die Frau eines brave Kommunal Reformverein Rigdorfer Grundbesiger eine schäftsstelle einige werthvollere Gegenstände durch ihren Flaschen- Beamten in der Krautstraße. In ihrem Mülleimer lag der Kopf Petition an den Landrath und an die Gemeindevertretung des wagen bei Tage aus dem Pavillon fortgeschafft, um sie vor Diebstahl zu eines Kindes. Dieser Fund ist alsbald aufgeklärt worden. Bei Ortes abgesandt. Heute hat sich unser Parteigenoffe Reßerau schützen. Das übrige Juventar ist am 16. d. M. fortgeschafft worden. Der Familie des Beamten wohnte feit ihrem achten Lebensjahre vor dem Schöffengericht in Rigdorf zu verantworten, weil er als Das Borgehen der Quelle Fürstenbrunn ist hiernach in jeder eine Berwandte der zweiten Frau des Mannes, die un- Gemeindevertreter in der Gemeinderathssigung die bekannien Hinsicht korrekt. Ich ersuche Sie ferner, an die Berichtigung verehelichte Elisabeth Noack. Diefe hatte, ohne daß die Mißhandlungsfälle, deren sich Rigdorfer Ordnungswächter schuldig einige Morte der Entschuldigung zu knüpfen, da die Form und Eltern etwas davon wußten, mit einem Sohne des Beamten gemacht haben, zur Sprache gebracht hat. der Inhalt des Artikels im höchsten Grade beleidigend ist. aus erster Ghe, einem 25jährigen Wiechanifer, ein Liebes• Kunst und Wissenschaft. Arbeiter- Bildungsfdule. Freitag Abenbühr bis 10% Uhr: Süd ft: Gule, Waldemarfir. 14: Natur- Erkenntniß( Antite und moderne Naturbetrachtung. Problem der Weltbildung im Alterthum. Griechische Weisheit und biblische Ueberlieferung. Die Entthronung der Erde aus ihrer bevorzugten Stellung im Weltenall. Mecharistische Auffassung und experimentelle Forschung. Die Einreihung des Menschen in das Naturganze Grenzen der Natur- Erkenntniß.) Herr Dr. C. Joël. [ Lamart- Darwin]. Das Geelenproblem. Atomismus und Materialismus. Nord Schule, Brunnenftr. 25: Rede- lebung( Die wichtigsten technischen Grundsäge für die kunft des öffentlichen Rebens. Lehre vom Aufbau eines Bortrages). Herr Heinrich Schulz. Die Schulräume sind zur Benugung der Bibliothek und des reichen Zeitschriftenmaterials, schon von 8 Uhr abends an geöffnet. Eingelaufene Druckschriften. 1 Mannes zu erfahren, der wiederholt in ihrer Wohnung Das Ther.ter des Westens brachte in der kurzen Zeit Diese Zusammenfünfte mit Frau Anna Burmeister gehabt hat. Zusammenkünfte giebt Frau Becker ชิน. Was feines Bestehens am Mittwoch seine dritte Schauspielnovität, das den Zeugen Berg betrifft, so bestreitet der Angeklagte entschieden, Drama Treue" von Alexander v. Roberts. Diesmal war man mit ihm jemals eine Zusammenkunft gehabt zu haben. Er ein wenig glücklicher, doch mit dem künstlerischen Erfolg hieß es leugnet nicht, die Postanweisung erhalten zu haben, behauptet wiederum nicht viel. Der verstorbene Roberts hat manche kleine, aber, daß ihm dabei von Klapperstück eine Falle gestellt werden zartgesponnene Novelle geschrieben; wenn er aber Bühnenluft sollte. Der Stempel der Postanweisung deute darauf hin, daß athmen wollte, vergröberte sich sein Talent. So ist es auch mit fie ganz in der Nähe der Klapperstüc'schen Wohnung zur Post dem Schauspiel, Treue"; es fommt in ihm der Poet nicht zu Wort; gegeben worden sei ,.- Ueber den Lebenswandel der Frau und geschicktere Bühnenhandwerker können wirkungsreicheres Anna Burmeister famen in der Verhandlung Dinge schaffen. Sibylla, die Tochter eines preußischen Wallmeisters auf der zur Sprache, die sich der Wiedergabe entziehen. Ein Beste Ehrenbreitstein, hat einem deutschen Soldaten, der 1870 Beuge gab unumwunden zu, mit Frau 8. ein ins Feld zieht, Treue gelobt. Das Mädchen war jung, Wilhelm Liebesverhältniß unterhalten zu haben, Klapperstück bestritt von der neuen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Dies' Verlag) iſt foeben Junker, der Soldat, aus gutem Hause, man drängte in die dies entschieden, obgleich ein Zeuge in der Markthalle wiederschöne Sibylla, furz, das Mädchen bildete sich ein, ihren Wilhelm holte Thatsachen beobachtet hat, die auf einen sehr intimen Verwirklich zu lieben. Aber auf Ehrenbreitstein fißt ein junger, fehr zwischen den beiden schließen lassen. Der Zeuge Berg befranzösischer Kapitän gefangen; er war verwundet worden; sein tundete, daß er thatsächlich mit dem Angeklagten eine Bu edles Wesen rührt das Herz der jungen Sibylla und sie fühlt sammenkunft an der Ecke der Frucht und Großen Frankfurterstraße jetzt erst, was echte Leidenschaft sei. Das bringt sie in einen gehabt habe. Er habe auch auf Veranlassung des Klapperstück die AnKonflikt mit ihrer Treuepflicht und fie empfindet es zeige gegen Gustav Burmeister verfaßt und abgefandt und hierfür von Frau Becker 25 M. erhalten. Die Zeugin Becker giebt Wilhelm ist gefallen. Nun ist sie frei, nun spinnt sie an, daß sie das Geld im Auftrage der Frau Anna Burmeister Zukunftsträume mit ihrem Rapitän. Sedan ist vorüber, da an Berg verabfolgt habe. Der Zeuge Berg erzählte, daß der fommt eine neue Ueberraschung. Wilhelm soll fälschlich todt Angeklagte bei der erwähnten Zusammenkunft mit den Worten gemeldet worden sein und Sibylla ist aus ihren Träumen auf ihn zugekommen sei:„ Sie wissen doch, daß Klapperstück geriffen. Nun ist sie wieder vor die grausame Pflicht gestellt. mit der Frau Burmeister ein Verhältniß unterhält?" Dabei Sie will ihr Geschick erwarten und dem gefangenen Kapitän habe der Angeklagte ihm ein Zehnmarkstück in die Hand wenigstens zur Freiheit verhelfen. Der wird auf der Flucht von gedrüdt. Als der Zeuge dann erklärt habe darüber Soldaten, die ihn verfolgen, erschossen, und die unglückliche weiß ich nichts" sei der Angeklagte davongegangen. Sibylla bricht vor Schmerz nieder; und die ganze traurige Zeugen Berg wurde vom Staatsanwalt der Vorwurf Ratastrophe wäre im Grunde überflüssig gewesen; denn Wilhelm gemacht, daß er in der Angelegenheit eine höchst unschöne Rolle war wirklich todt, die neue Nachricht war ein Irrthum, und das gespielt habe. Er habe von der Frau Burmeister 25 Mart geist der Humor in der durchaus verworrenen Tragödie. nommen, um ihren Ehemann zu denunziren und dann 10 Mart von dem Angeklagten erhalten, um diejenige Person zu ver rathen, welche die Denunziation gegen ihn veranlaßt habe. Jm Laufe der weiteren Verhandlung zeigte fich die Zeugin Becker als eine doppelzüngige lügnerische Person und in betreff des Beugen Klapperstück bedauerte der Gerichtshof, daß derselbe ver eidet werden müsse. faft wie mit eine Erlösung, als die Nachricht eintrifft, Die Vorstellung hatte das Gute, daß man in Herrn Roh I and( der den Wallmeister gab) einen Schauspieler von gefunder Einfachheit fennen lernte. Die hohle Rolle eines Spaßmachers im Trauerspiel war Herrn Hofpauer( dem früheren Direktor der Münchener") zugefallen. Die Dürftigkeit seines Parts verführte den Komiker zu unfeinen Mäßchen. Im übrigen wiederum provinzielles Mittelmaß. " " Dem Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. Schwindt, schloß sich dem Antrage des Staatsanwalts an, und der Gerichtshof ertannte darauf auf Freisprechung. Der Staatsanwalt erklärte schon vor der Vernehmung Ueber die Erfindung eines Kopfarbeitsmeffers erfährt sämmtlicher Beugen, daß er die Anklage fallen laffen und die die Berl. Wissensch. Corr." folgendes: Dem bekannten Freisprechung des Angeklagten beantragen müsse. Der Zeuge italienischen Gehirnphysiologen Professor Angelo Moffo, ein Berg sei ein Mann, auf den das Sprichwort zutreffe:" Der Schüler des berühmten Mediziners Jakob Moleschott, ist es ge- größte Schuft im ganzen Land, das ist und bleibt der lungen, eine Gedankenwaage" zu erfinden, deren Gradirung Denunziant." nach der Intensität des Blutkreislaufes im Kopf erfolgt. Dieser Psychometer soll mit einer derartigen Präzision funktioniren, daß es z. B. möglich sein dürfte, die erforderliche Arbeitsleistung des Gehirns bei der Erlernung der griechischen Sprache festzustellen und zu berechnen, um wieviel weniger Gehirnarbeit nöthig ist, sich Bleichröder angestellt gewesene Buchhalter Göz verübte, fand die Kenntniß anderer, z. B. der lateinischen Sprache anzueignen. Professor Mosso hat früher bereits einen vielbenutzten nach ihm benannten Psychometer erfunden, der durch den jeweiligen Grad der Muskelermüdung dieselbe wird an der Ziehkraft des fleinen Fingers erprobt- einen Rückschluß auf die geistige Ermüdung ermöglicht. Dieser Apparat hat in den letzten Jahren namentlich bei den Untersuchungen über die geistige fostenpflichtig verurtheilt. Leistungsfähigkeit der Schulkinder vielfach Anwendung gefunden. Die materielle Lage der russischen Aerzte. Die in der lekten Zeit so zahlreichen Selbstmorde in den russischen Aerztefreisen müssen zum großen Theil den elenden materiellen Verhältnissen zugeschrieben werden, unter welchen die Mediziner in Rußland zu leiden haben. Laut einer jüngst veröffentlichten Statiftit find es zumeist junge Männer im Alter von 25-35 Jahren, welche aus finanzieller Noth zum Selbstmord als zum letzten Mittel greifen. Es sind Fälle angeführt worden, wo Aerzte von 8 Uhr früh bis 11 Uhr nachts konfultirt wurden, um ein jährliches Einkommen von 600 Rubeln( ungefähr 1800 m.) zu erzielen. Als Hauptursache dieser prefären finanziellen Lage ist der Umstand zu betrachten, daß die Behörden fast aller russischen Städte, animirt und unterstützt durch die Presse, Ambulanz ftationen unterhalten, in denen jedermann unentgeltliche ärztliche Hilfe zu theil wird. Hierzu kommt noch, daß Rußland außer ordentlich reich an Aerzten ist, welche, um bei der von Jahr zu Jahr stets zunehmenden Konkurrenz nur halbwegs leben zu tönnen, die Konsultation oft zu 20 Kopeten( 65 Pf.) berechnen. In Rußland wird man wahrscheinlich noch später als in Deutschland zu der Einsicht kommen, daß die Krankenpflege im Juteresse der Aerzte sowohl wie des Publikums gerade wie die Rechtspflege staatlich zu organisiren ist. Gerichts- Beitung. " In der bekannten Unterschlagungssache, die der bei vor der ersten Kammer für Handelssachen ein Nachspiel statt. Göz hatte 100 000 M. unterschlagen, und die Firma Bleichröder hatte die Versicherungs- Gesellschaft Vittoria" im Regreßwege auf Zahlung dieser Summe verklagt, da die seinerzeit von Göz unterschlagene Werthfendung, wie auch alle anderen, bei dieser Gesellschaft versichert waren. Die„ Viktoria" wurde zur Zahlung Görlitz, 22. Oktober. Der Krämer Ernst Pufe aus Horta ist im Wiederaufnahme- Verfahren von dem Schwurgericht nach zweitägiger Verhandlung wegen Mordes, begangen vor sechzehn Jahren an seiner damaligen Geliebten, zum Tode verurtheilt worden. Expreffungsprozek. Der„ Franks. 3tg" wird aus Mannheim telegraphirt: In der bekannten Expreffungs- Affäre, deren Opfer der hiesige Lehramtspraktikant Bodenheimer war, verurtheilte die Strafkammer den Agenten Ludwig Klar wegen Betrugs und Erpressung zu 10 Jahren Zuchthaus und 3000 m. Geldstrafe ev. weiteren 200 Tagen Zuchthaus und die Prostituirte Johanna Kohlstädter zu 5 Jahren Gefängniß, sowie beide Angeklagte zu 5 Jahren Ehrverlust. Versammlungen. Der Berliner Korbmacherverband nahm in seiner Mitgliederversammlung am 19. d. Mts. den Kassenbericht entgegen, umfaffend die Monate Mai bis Oktober. Die Richtigkeit des selben wurde von den Revisoren bestätigt und der Kassirer entlastet. Hierauf folgte eine sehr interessante Verlesung aus der Holzarbeiter Zeitung" über die Korbmacherei in Oberfranken, Bayern und Thüringen, die allgemeines Interesse erregte. In der Diskussion hierüber wurde allseitig hervorgehoben, daß ähnliche Zustände auch in Berlin bestehen und der Krebsschaden die Es wurde ausdrücklich betont, daß hier nur durch die 4 und wurde über vier andere das 4. Heft des 15. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Platen. Die Zur Apotheken- Frage. Bon Apotheker Philanthropus. deutsche Sozialdemokratie und die türkischen Wirren. Von Eduard Bernstein. Frauenarbeit im Gärtnereibetrieb. Von Berthold Heymann. Eine neue Theorie der Vorgänge auf der Sonne. Notizen: Die Halben. Bon F. Mehring. Die Strafanstalten des Königreichs Bayern. Von Ostar Ged. Das große Elend der Brüsseler Gemeindeſchüler. Feuilleton: Die Anfänge der Romantif. Kritische Studie über das Zeitalter der großen Revolution. Von Paul Lafargue.( Fortsetzung). soziale Pravie, Sentralblatt für Sozialpolitit".( Berlin, Carl Heymann's Berlag) enthält in threr neuesten Nr. 4 folgenden leitenden Auffaz: Die Bedrohung der Konsumvereine in Deutschland. Von Dr. Hans Grüger. Aus dem Notizentheil heben wir hervor: Die österreichische Wahlreform. Von Privatdozent Dr. 2 M. Hartmann. Das Steuerprivilegium der Beamten in Preußen. Bon Amtsgerichts- Rath H. Jastrow Borschläge zu einem Reichsgefeß über tommunale Arbeitslosen- Versicherung. Einbeziehung städtischer Musiter in die Beamten- Ordnung Heidelbergs. Mastensteuer in Trier. Italienische Streifstatistit. Beendigung des Schneiderstreits in London. Kellnerinnenschuß in Baden. Be fürzung der Arbeitszeit einer ftaatlichen Wertstätte in Deiterreich. Fabritinspektion in Ungarn. Mathematische Grundlagen der deutschen Invaliden- Versicherungs- Reform. Herabjegung der Klassenfrequenz in Berliner Gemeindeschulen. Von den Besammelten Borträgen und Auffäßen" des profeffor Dr. A. Dodel in Zürich, welche unter dem Gesammttitel Aus Leben und Wissenschaft im Verlage von J. H. W. Die in Stuttgart erscheinen, ist soeben Heft 14 bis 16 zur Ausgabe gelangt Aus dem Inhalt heben wir herpor: Die Kriminalisirung des Freidenters. Deubler's Lebensführung nach der Kriminalifirung. Des Bauern- Philosophen Too Vom Weib. Seine foziale Stellung und seine Befähigung. Eine Menfchwerbungs- Frage. Das Hochschulstudium der Frauen. Ueber die ältere Natur- Berachtung und die neuere Natur Betrachtung. Das ganze Wert wird in 22 Lieferungen á 20 Pf. Tomplet vorliegen. Alle acht Tage erscheint ein Heft und nimmt jeder Buchhändler und Kolporteur Bestellungen entgegen. Among The, Agricultural Labourers, With The Red Vans" London: Offices of the English Land Restoration League, 8, Duke Street, Adelphi, W. C. 1895. Freiheit des Rückens, allgemeine Wehrpflicht und Oeffentlichkeit des Strafgerichts. Etappen auf dem Wege militärischer Entwicklung. Von Dr. A. Pfister, Generalmajor. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart, Leipzig, Berlin, Wien. Geschlechtskrankheiten der Männer. Von Spohr. Nürnberg, Berlag Die Kaufleute, Drama, und Morgengrauen, Novellen. Von Zeonor Goldschmied. Berlin, A, Deubner. Bahnverderbnik und ihre Verhütung. Bon Fenchel. Hamburg, 2. Voß. des Naturheilvereins. Vermischtes. Mittelalterliches. Aus der Gemeinde Thalfröschen bei Pirmasens wird der Münchener Allg. 3tg." von einer Teufelsaustreibung berichtet, die lebhaft an die durch Pater Aurelian in Wemding vorgenommene erinnert. In Thalfröschen lebt die geistesgestörte Frau Rothhaar, von der ein Grübler namens Stumpf behauptet, daß sie vom Teufel beseffen sei. Er hat sich nun daran gemacht, den Satan bei der Frau auszutreiben, und dazu einige gleichgesinnte Freunde und Bekannte aus Thalfröschen und Pirmasens gewonnen. Die Gesellschaft umstellte abends unter Singen und Beten das Bett der Frau und Stumpf rief, während er die Bettdecke mit seinen Fäusten bearbeitete:" Mache Dich hinaus, Satan, fahre zur Hölle!" Obschon die Austreibung an ein paar Abenden vorgenommen wurde, soll der Teufel noch teine Anstalten getroffen haben, zu verschwinden. Dem Ber nehmen nach ist Anzeige erstattet, um dem Unfug ein Ende zu machen. burg gemeldet: Hier wurde gestern ein Belgier verhaftet, der Ein falscher Arzt. Der Frankf. 3tg." wird aus Straß unter dem Namen Louis de Castres seit einigen Monaten eine Poli tlinit eröffnet hatte und sich für einen Professor der Medizin ausgab. Sein wirklicher Name ist Arthur de Caftres. Er war früher Handelsagent in Brüffel und ist wiederholt wegen Betruges bestraft worden. Auch hier soll er bereits eine Anzahl Betrügereien verübt haben. Ueber ein furchtbares Bauunglück meldet die Franks furter Zeitung" aus Zürich: Mittwoch Abend 512 Uhr ist in einem Neubau in der Freigutstraße ein Baugerüft und ein Theil der Mauer eingestürzt. 4 Arbeiter wurden getödtet, 13 schwer verlegt. Weichenstellung entstanden. der Lederfabrik des Armeelieferanten Carl Ziel zerstört. Der In Moskau wurden durch eine Feuersbrunft 3 Gebäude Schaden wird auf 200 000 Rubel geschäßt. Die Fabrik ist bei einer hiesigen Versicherungsgesellschaft mit 1300 000 Rubel versichert. In Lodz ist die Spinnerei von Zimmermann niedergebrannt; dieselbe war mit 100 000 Rubeln versichert. Briefkasten der Redaktion. Die iuristische Sprechstunde findet am Montag, Sonnabend abends von Dienstag, Freitag und 6-7 1hr statt. St. Br. Nr. 8. Die Adresse der Arbeiter Sanitäts. fommission ist Dr. J. Babet, S. Dresdenerstr. 109. R. T. 314. Deutscher Kaiser. A. N. Anonym eingesandt und ohne Belege ist Ihre Notiz für uns werthlos. K. H. Fragen Sie an bei Genoffen H. Schulz, Kaiser Franz- Grenadierplay 7. Friedr. Hofmann, Fischerstr. 23. Ist schon mitgetheilt worden; eine den Streit betr. Notiz befindet sich auch in heutiger Eisenbahnzusammenstoß. In der vorletzten Nacht sind in Eine ungewöhnliche Fülle von Intrignen und Schlechtig- Hausindustrie sei, die leider fortwährend in Zunahme begriffen der Nähe von Kolomea zwei Güterzüge zusammengestoßen. Ein teiten fam in einer Anklagefache zur Sprache, die schon wieder Gesetzgebung eine Aenderung herbeigeschafft werden kann. Kondukteur wide getödtet; die beiden Maschinen und mehrere holt das Gericht beschäftigt hat und namentlich in Schlächter: Brückner berichtet sodann, daß es sich jetzt unter den Korb- Waggons wurden zertrümmert. Die Kollision war infolge falscher freisen großes Aufsehen erregt. Unter der Anklage der Verleitung machern der Grünbräuche regt, um zum Frühjahr in eine Lohnzum Meineide wurde der Schlächtermeister Emil Burmeister bewegung einzutreten. Allerdings seien es erst die Kollegen der aus der Untersuchungshaft der 2. Strafkammer hiesigen Landgerichts! Umgegend von Berlin. Redner ist aber der Meinung, daß die vorgeführt. Der Bruder des Angeklagten, der Schlächtermeister Berliner Kollegen sich bestimmt anschließen werden, und wird Gustav Burmeister ist am 8. Juli wegen Fälschung deshalb Fuchs als Mitglied zur Tariskommission gewählt. So voll Stempeln des Fleischschau Amtes zu Amtes zu 3 Jahren dann wurde berichtet, daß in der Werkstatt von F. Schmidt, Zuchthaus verurtheilt worden. Belastend gegen ihn Grüner Weg, theilweise zu recht niedrigen Affordlöhnen gevaren besonders die Aussagen feiner eigenen Gefellen. arbeitet wird, und ohne Junehaltung der Pausen die Arbeitszeit Die Anzeige soll von der Ehefrau des Burmeister ver= anlaßt worden sein. Um die Glaubwürdigkeit der letzteren herab deshalb den Kollegen, welche dort arbeiten, heftige Borwürfe gebis abends 9 Uhr ja sogar 1 Uhr nachts währt. Es wurden zumindern, hatte Gustav Burmeister die Behauptung aufgestellt, macht, zumal die Mehrzahl organisirt ist. daß sein Gefelle Klapperstück mit seiner Ehefrau einen unIn einer öffentlichen Versammlung der Leder- und erlaubten Verkehr unterhalte. Der jebige Angeklagte Emil Burmeister ist gleichfalls wegen Urkundenfälschung in Untersuchung Galanterie Arbeiter( Portefeuiller), die am 20. Oftober genommen, diese aber niedergeschlagen worden. Es ist dann tagte, erstattete Brückner im Namen der Lohnkommission Bedie Anzeige wegen Verleitung richt über die Thätigkeit während der Lohnbewegung. Danach zum Meineide gegen ihn ergangen. Es wird behauptet, daß er im Inter- wurden sechs öffentliche Versammlungen und 35 Wertstubenesse seines Bruders versucht habe, Zeugen zu werben, Sigungen abgehalten, in denen die Organisationsfrage eingehend die bekunden sollten, daß die betr. Gesellen und namentlich der erläutert wurde. Leider zeigte es sich auch hier, wie schwer es Klapperstück, mit der Ehefrau Anna Burmeister in einem ge- ist, die Kollegen zur Organisation heranzuziehen, um ihre Fordeheimen unerlaubten Verkehr gestanden hätten. Frau Burmeister rungen den Fabrikanten gegenüber mit Energie zu verhatte eine Frau Becker als Aufwärterin und es wird nun be- treten. Die an 39 Firmen gestellten Forderungen haben hauptet, daß der jezige Angeklagte die Frau Becker dreimal in 35 Firmen bewilligt, ihrer Wohnung aufgesucht und sie bestürmt habe, auszusagen, und zwar Heymann 1. Co., Dresdenerstr. 82/83; Loth u. Wein daß Frau Burmeister mit Den Gesellen einen land, Dresdenerstr. 88/89; Krasemann, Adalbertstr. 55; und lauteren Verkehr unterhalte und sich eines Verbrechens gegen Bornemann, Schmiedstr. 15 die Sperre verhängt, da diese die feimendes Leben schuldig gemacht habe. Thatsächlich schwebt Forderungen ihrer Arbeiter nicht anerkennen wollten. Sodann sowohl gegen Frau Anna Burmeister, als auch gegen Frau Becker erstattete Redner Bericht über die Ein- und Ausgaben der LohnDie Einnahmen betrugen 4969,28 M., die und gegen eine dritte Frau eine Untersuchung wegen des letzteren fommission. Verbrechens. Außer bei Frau Becker soll der Angeflagte auch bei Ausgaben 4288,16 M., bleibt Ueberschuß 731,12 m. einem gewissen Siegmund Berg noch versucht haben, ihn zum Hahn erklärt hierauf im Namen der Revisoren, daß die Stationen. Meineide zu bewegen. Berg hatte ihm eine Postkarte Kommission troh ihrer großen Arbeitslast billig gearbeitet geschrieben, in welcher er erklärte, daß ihm die habe und ersuchte die Versammlung, der Lohnkommission Person nennen könne, die den empfiehlt er Bruder denunzirt habe. Entlastung zu ertheilen. Den Ueberschuß Verband zur weiteren Der Angeklagte soll dann Agitation zu überweisen. an Berg einen postlagernden dem Swinemünde Brief mit der Aufschrift„ Vorsicht" gerichtet und ihn nach der Die Lohnkommission stellte den Antrag, einem Kollegen, der Hamburg Ecke der Fruchtstraße und Frankfurterstraße bestellt haben. An- während des Streiks krank geworden ist, eine Unterstützung von Der Antrag wurde mit 51 gegen Wiesbaden geblich soll diese Zusammenkunft auch wirklich stattgefunden 35 M. zu bewilligen. Hierauf hielt Genosse Adolf haben, zu deren Schluß der Angeklagte auch den Berg bestürmt 32 Stimmen angenommen. München haben soll, über einen intimen Verkehr zwischen Frau Anna Hoffmann einen Vortrag über: Die zehn Gebote und die Wien. Burmeister und ihrem Gesellen Klapperstück auszusagen. Er besitzende Klasse. Zum Schluß wurde noch bekannt gemacht, daß Haparanda. soll ihm auch schließlich ein Behnmarkstück in die Hand 9 Listen aus Leipzig und 4 Listen in Berlin ausstehen. Petersburg. gedrückt haben. Thatsächlich ist dem Angeklagten eine Post- Friedrichsfelde. Im Arbeiter- Bildungsverein sprach am Gork anweisung zugestellt worden, in welcher ihm zehn Mark 18. d. M. Genosse Mücke in interessanter Weise über den Aberdeen. Der Angeklagte Kampf ums Dasein. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurde Paris. von Klapperstück überschickt wurden. bestreitet entschieden, sich im Sinne der Anklage vergangen zu Guda als Vorsitzender, Graße als Schriftführer und Kauer als haben und behauptet, daß es sich lediglich um ein abgefartetes Kassirer gewählt. Die Versammlungen finden im Winterhalb- Wetter- Prognose für Freitag, den 23. Oktober 1896. Spiel der Feinde seines Bruders bezw. dessen Ehefrau handele. jahr jeden Sonntag nach dem 1. und 15. des Monats statt. Vorherrschend wollig oder nebelig mit leichten Regenfällen Gewiß habe er die Zeugin Becker mehrere Male besucht, doch sei Mit der Aufforderung, recht fleißig für den Verein zu agitiren, und schwachen füdwestlichen Winden; Temperatur wenig verändert. es ihm dabei nur darauf angekommen, den Namen eines erfolgte der Schluß der Versammlung. Berliner Wetterbureau. 2111= Rud. Nummer. Berlin • Witterungsübersicht vom 22. Oktober 1896. Barometer itand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke ( Stala 1-12) 212131445 Wetter. wolfig Regen bedeckt wolkig Regen bedeckt 753 752 754 754 758 756 735 755 SW G bedeckt bedeckt 760 • 756 • • 752 NNW NNW NW 2 heiter 5 halb bedeckt Nebel Verantwortlicher Redakteur: Angust Jaeobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mar Bading in Berlin. Temperatur nach Celsius 77876616445 ( 5° C. 4° R.) 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 249. Behn Jahre bergmännischer Mnfallstatistik in Deutschland. Man schreibt uns aus Bergarbeiterkreisen: Mit Schluß des Jahres 1895 beendete die Deutsche Knappschafts- Berufsgenossenschaft das erste Jahrzehnt seit ihrer Gründung. Die Genossenschaft hat in einem fehr interessanten Bericht, der als Beilage zum Kompaß" er scheint, das Ergebniß ihrer bisherigen Thätigkeit mitgetheilt. Auf den ersten Blick erkennt man daraus, von welch großen und immer noch steigenden Gefahren der deutsche Bergmann bei feiner Arbeit umringt ist. Während 1885/86 auf je 1000 Mann der Belegschaft 6,59 entschädigungspflichtige Unfälle fielen, ftieg diese Ziffer im Jahre 1895 auf 11,39. Die absolute Unglücksziffer stieg noch weit erheblicher und zwar im angegebenen Beitraum von 2265 auf 4906. Also eine Steigerung um mehr Senn 100 pCt.! Freitag, den 23. Oktober 1896. 13. Jahrg. richtiger Einschägung zu veranlassen. Betreffs der Delegirten- Die Entwendung von Elektrizität straflos! Eine Lüde wahlen zu den Kongreffen wurde festgesezt, daß in der Regel im Strafgeset. Der§ 242 des Strafgesetzbuches sagt, daß wegen auf je 200 Mitglieder ein Delegirter tommen foll, Diebstahls derjenige bestraft wird, welcher eine fremde bewegliche daß aber dabei auf eine Vertretung einzelnen Sache sich rechtswidrig aneignet. Das Landgericht Kiel hat am Landestheile und Berufszweige Rücksicht zu nehmen sei. 9. Mai den Kaufmann Karl Wolff von der Anklage des DiebDie sonstigen Statutenänderungen sind unwesentlich. Die Kongreffe ftahls freigesprochen. Der Angeklagte hatte für seinen Motor sollen auch ferner alle zwei Jahre und zwar im April oder von dem Frankenthal'schen Elektrizitätswerke vertragsmäßig Mai abgehalten werden. Der nächste Kongreß findet im Früh- Kraft bezogen. Nachdem der Vertrag am 11. Januar abgelaufen war, jahr 1899 in Velten in der Mark statt. Der Zentralvorstand hat er trotzdem noch vom 12. bis 17. Januar d. J. unberechtigterbehält seinen Sitz in Berlin. Zum ersten Vorsitzenden wurde weise elektrischen Strom aus der Frankenthal'schen Zentrale ent Jakobey, zum Raffirer Kaulich gewählt. Jakobey erklärte, nommen und für sich verwendet. Das Landgericht hat kein Bedenken daß er in diesem Jahre eine Thätigkeit innerhalb der Verbands- getragen, festzustellen, daß der Angeklagte rechtswidrig gehandelt gefchäfte nicht ausüben werde. Ob sich eine Besoldung seiner hat, aber es erkannte dennoch auf Freisprechung, weil nach dem Person nothwendig machen werde, müsse er bezweifeln, da nach eingeholten Obergutachten die elettrische Kraft nicht feiner Ansicht ein angestellter Beamter genügend sei, und Raulich als eine bewegliche Sache anzusehen ist. Beweg bereits hierzu als solcher bestimmt fei. liche Sachen, so heißt es im Urtheil, können nur törperliche Die Leitung der internationalen Korrespondenz und die Pflege Gegenstände sein, ein solcher förperlicher Gegenstand ist aber die der Beziehungen zu den Kollegen des Auslandes werde er einem Elektrizität nicht. Das Reichsgericht, das vom Staats anderen Kollegen übertragen. Zum Vorsitzenden des Ausschusses, anwalt als Revisionsinstanz angerufen war, schloß sich dieser Tödtliche Unfälle ereigneten fich 1885/86 2,50 pro der seinen Siz in Dresden hat, wurde Drunsel, und zum Anschauung an und bestätigte das freisprechende Urtheil. 1000. Diese Biffer fiuft zwar 1892 auf 2,04 im Jahre; 1893 Borsigenden der in Hamburg domizilirenden Breßtommission In der Urtheilsbegründung heißt es: Es ist aller= ſteigt sie aber wieder auf 2,25. Im lezten Jahre tamen auf der Kollege Schrader gewählt. Zum Generalrevisor wurde dings anzuerkennen, daß sich hier eine Lücke im Straf1000 Bergleute 2,12 tödtlich Verunglückte. Im Vergleich mit Gruner- Dresden bestimmt. Den Ausständigen Glas- und gefeße befindet, welche bedauerlich ist, aber das Reichs den außerdeutschen, z. B. englischen und belgischen bergmännischen Borzellanarbeitern Wiens bewilligte der Kongreß 500 m. gericht muß sich mit der Thatsache abfinden, daß es eine Lücke Unglücksziffern ist die deutsche sehr hoch. Das charakteristische Fräßdorf Dresden schließt hierauf den Rongreß mit ist. Es ist wohl anzunehmen, daß, wenn die Technik in den aber an dieser Statistik ist, daß sie sich fast garnicht zu gunsten der Bemerkung, daß der Wechsel im Vorstande, sowie die hier 70er Jahren, als das Strafgesetzbuch entstand, bereits die jetzige der Bergarbeiter veränderte, während in England und Belgien geübte Kritik desselben keinen persönlichen Motiven entsprungen Entwickelung gehabt hätte, eine Bestimmung getroffen wäre, die die Zahl der getödteten Knappen ständig prozentual fällt. sei. Es habe sich nur darum gehandelt, die Aemter so zu be- der Einführung des Begriffes der Untreue( neben der UnterDie zunehmende Gefährdung des deutschen Bergmannslebens feßen, wie es im Interesse des Vereins liege. Die Arbeiten schlagung) entsprochen hätte. Das ist aber nicht geschehen, und zeigt auch die Tabelle über die seit 10 Jahren sich ergebenden dieses Kongresses würden zum ferneren Gedeihen der Organi- das Reichsgericht ist nicht ermächtigt, Lücken im Strafgesete Unfallt often an, berechnet auf 1 Arbeiter und 1000 m. fation beitragen. Mit einem Hoch auf die moderne Arbeiter durch Analogien auszufüllen. Dies muß der Gesetzgebung überLohufumme. Jm Durchschnitt tamen auf einen Arbeiter und 1000 m. bewegung und die Sozialdemokratie erreichte der Kongreß sein lassen bleiben. Lohnfumme 1893: 7,84, bez. 7,66 m. 1895 waren die entsprechenden Ende. Zahlen 20,36 und 22,76 M. Ueber den Durchschnitt erhoben sich 1895 die Sektionen II und VIII( Bochum und München) mit 26,92 und 26,55 beziv. 24,92 und 29,15 M. auf Gerichts- Beitung. Die Verrohung unter der bürgerlichen Jugend wird von Tag zu Tag ärger. Wegen nächtlichen Straßenskandals hatten vier Studenten des tgl. Polytechnikums in Dresden An Entschädigung zahlte die Berufsgenossenschaft polizeiliche Strafmandate über je 15 m. empfangen. Einer Eine wenig beneidenswerthe Rolle spielte der Bau- davon, ein gewiffer Pflog, beantragte richterliche Entscheidung. 1885/86 522 625,95 M.; diese Summe stieg 1895 1 182 367,60 M. Die Gesammtsumme der seit Bestand der Ge- unternehmer August Baier, als er gestern vor der dritten Er hatte nämlich in das Fenster einer Parterrewohnung ein noffenschaft bezahlten Unfallentschädigung betrug 35 225 129,62 M. Strafkammer des Landgerichts I gegen sechs Maurer als Be Packet mit menschlichem Unrath geworfen und Der Reservefonds betrug im Jahre 1895 25 053 016,39 M. laftungszeuge aufzutreten hatte. Die Angeklagten sollten sich der begründete nun seinen Einspruch damit, daß solche Dinge Die Verwaltung foftete 2444 274,66 M. oder etwa Nöthigung schuldig gemacht haben. Baier hatte in diesem bei seinen Freunden" Usus" seien. Das SchöffenSommer eine größere Maurerarbeit übernommen 4 pCt. der Gesammteinnahme. Für Unfalluntersuchungen und algericht erachtete dies aber nicht als Milderungsgrund, sondern Schiedsgerichte wurden 1415 957,86 M. ausgegeben. Uns dünkt, deren Fertigstellung er während der letzten vier Wochen noch mehr verurtheilte das Ferkel zu 100 Mark Geldstrafe oder zehn hier hätte manche Mark beffer angewendet werden können. Arbeitskräfte annehmen mußte. Die Angeklagten übernahmen Tagen Haft. Anstatt die armen verunglückten Bergleute, wie man sagt, von die Arbeit, wie sie angaben, unter der Bedingung, daß ihnen die Pontius zu Pilatus zu schicken und für die Unfalluntersuchungen, Stunde mit 70 Pfennig berechnet und dieser Betrag ihnen beffer Quälereien der Arbeiter, so vieles Geld auszugeben, sollte wöchentlich ausgezahlt werden sollte. Nach Fertigstellung der Affordarbeit sollte Baier dann von dem Ueberschusse 20 p& t. für man diese Million und mehr Mark an die Verletzten zahlen. Seit ihrem Bestehen hat die Genossenschaft für 36 576 Un- sich behalten und der Rest unter den sechs Angeklagten Am ersten Lohn- die fälle Entschädigung gezahlt. 8719 Unfälle endeten mit 3 gleichen Theilen vertheilt werden. dem Tode des Verlegten, d. h. durchschnittlich kommen tage zahlte Baier nicht 70, sondern nur 60 Pf. pro ca. 870 Menschen in den deutschen Bergwerken ums Leben; doch Stunde, und als die Maurer dies rügten, beruhigte er bietet die Statistik der Knappschafts- Berufsgenossenschaft' kaum sie durch das Versprechen, daß er nach Fertigstellung der Arbeit ein vollständiges Bild der Gefährlichkeit des Bergbaus, werden die 10 Pf. nachzahlen würde. Am 28. Juni war die Arbeit zu hier doch nur solche Unfälle angeführt, die als entschädi. Ende geführt, Baier erhielt von dem Bauherrn noch 404 M. gungspflichtig anerkannt sind. Wie hoch die eigentliche ausbezahlt, welche zu vertheilen waren, nachdem er für sich Bahl der bergmännischen Unfälle ist, mag man daraus ersehen, den 5. Theil abgezogen hatte. Die Vertheilung sollte Regulativ jener fächnischen Stadt, welche Gewicht darauf daß im Jahre 1895 im Bergwerksbetrieb Deutschlands 40 616 zur Anmeldung gelangten, von denen taum 12 pet. als entschädigungspflichtig betrachtet wurden. Für welchen Lohn die deutschen Bergleute in die graufige Tiefe steigen, auch das giebt die uns vorliegende Statistit an. Es wird hohe Beit, daß sich unsere deutschen Bergleute zu einer starten Organisation zusammenschließen, damit ihnen ein größerer Antheil von dem zufällt, was sie unter Gefahr ihres Lebens erzeugen. der " " Soziales. Ueber den Feldzug gegen die Konsumbereine schreibt Soziale Praxis":" Die Konsumvereine sind gegenwärtig für die breite Masse Bevölkerung fast das einzige Mittel, sich ihre Lebensmittel zu billigen Preisen zu beschaffen. Daß sie diese sozialpolitisch bedeutsame Aufgabe mit steigendem Erfolg betreiben, geht aus den steigenden Angriffen hervor, denen sie von seiten der Kleinhändler und der sie protegirenden politischen Parteien ausgesetzt sind. Das in einem Schanklokale in der Stephanstraße vorgenommen legt, daß die Höhe des Umsatzes nicht nach den Preisen werben. Als alle Betheiligten zur Stelle waren, verlangten die des Konsumvereins, sondern nach den in anderen Geschäften Maurer, daß ihnen von dem Ueberschuß zunächst der Betrag üblichen Preisen berechnen will, zeigt, daß die Verbilligung der ausgehändigt werde, welcher ihnen während der Arbeitszeit zu Lebensmittel durch die Konsumvereine für erheblich erachtet wird. unrecht abgezogen worden sei. Hierauf wollte Baier sich nicht wenn im Königreich Sachsen gegen die dortigen Konsumvereine einlaffen, er behauptete, daß nur 60 Pf. pro Stunde vereinbart geltend gemacht wird, daß fie sozialdemokratische Propaganda worden sei. Die Parteien wurden erregt und schließlich treiben, fo ist dem entgegenzuhalten, daß jeder derartige Versuch Im Jahre 1886 betrug die Zahl der bei der Berufsgenossens erklärte Baier:" Ich zahle heute überhaupt nicht und nach§ 79 des Genossenschaftsgesetzes niedergehalten werden kann. schaft versicherten Personen 343 709; auf jeden Kopf kam eine anrechnungsfähige Lohnfumme von 729,69 M.( dies find Durch wenn Ihr mich todischlagt!" Die Angeklagten befürchteten, Daß diefer Paragraph nicht angewandt wird, beweist, daß er sich schnittszahlen für ganz Deutschland). 1890 hatte sich die Zahl vollständig um ihren Lohn zu kommen, denn Baier war ihnen nicht anwenden läßt. der Versicherten auf 398 380 gehoben, die Lohnfumme hatte sich als ein Mann bekannt, welcher die Arbeiter auszunuzen pflege, Richtig ist, daß die Konsumvereine zu einem erheblichen infolge des 1889 er Streits auf 901,07 m. gesteigert. Bon 1892 an fällt einige von den Angeklagten hatten ihn bereits früher beim Theile sich aus den arbeitenden Klassen rekrutiren. Nach dem der Durchschnittslohn aber immer mehr und betrug 1895 nach Gewerbegericht verklagen müssen. Sie umringten ihn und Ver- Jahresbericht des Allgemeinen deutschen Genossenschaftseiner fleinen Steigerung gegen das Vorjahr 894,28 mart. Die schiedene drohten, daß er den Raum nicht eher verlassen dürfe, Verbandes" gehören im Durchschnitt von den Mitgliedern der Zahl der Versicherten stellte sich auf 430 820. Die Er bevor er das Geld auf den Tisch gelegt. Baier hielt es für ge- Konsumvereine 60 pCt. den arbeitenden Klassen und 12 pt. rungenschaften der Streits von 1889-93 find rathen, nachzugeben, er legte 404 M. auf den Tisch, erhielt hiervon dem Handwerkerstande an. Eine auf die Konsumvereine also gänzlich verloren, dank der Uneinigkeit Angeklagten dann Anzeige wegen Nöthigung erstattet. Seine schwächsten Kreise. 80 M. für sich und durfte sich dann entfernen. Er hat gegen die gelegte Steuer trifft also hauptsächlich die wirthschaftlich Die Stadt Tenchern der deutschen Bergleute und der Brutalität des zum Beispiel, Kapitals. Was dem Knappen in gesteigertem Maße zufiel, das völlig einwandsfreier Zeuge die Angaben der Angeklagten, will, würde sogar dieselbe fast nur auf die arbeitenden Unglaubwürdigkeit wurde schon dadurch festgestellt, daß ein welche eine Umsatzsteuer von dem Konsumverein erheben ist die Unsicherheit seines Lebens und erhöhte Arbeitsleistung. Den oben angegebenen Durchschnittslohn( 1895= 894,28 m.) daß ein Stundenlohn von 70 Pf. vereinbart sei, eidlich be- Klassen legen; denn der dortige Konsumverein zählt 1062 Mitresp. mehr wie denselben, erreichten aber nur die Bergleute des ſtätigte. Der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Rößeler, verwarnte glieder, von denen 955 dem Arbeiterstande angehören oder kleine Ruhrgebietes und die Sachsens. Im Bereich der Sekden Zeugen Baier in eindringlichster Weise vor dem Meineide. Leute sind. Im Königreich Sachsen übersteigt die Betheiligung tionen Bonn, Waldenburg, Tarnowitz, Klausthal, Halle und Sodann mußte Baier zugeben, daß er wiederholt, wie die An- der Arbeiter an den Konsumvereinen erheblich den Durchschnitt München blieb der Lohn der Knappen hinter dem Durchschnitt, geklagten behauptet hatten, so betrunken gewesen sei, daß er die von 60 pet. Ein großer Theil der Konsumvereine besteht hier, übrigen Arbeiter, welche im Tagelohn arbeiteten, nicht hatte be- wie der in Teuchern, fast nur aus Arbeitern; wie es ja in den zum theil sehr erheblich zurück. aus, daß die Angeklagten wohl befürchten konnten, durch den Zeugen meisten der dortigen Konsumvereine sind der Zusammensetzung aufsichtigen können. Der Vorsitzende führte in der Urtheilsverkündung Induftriedistrikten auch kaum anders zu erwarten ist. Die Baier um ihren sauer verdienten Lohn zu kommen, das Verhalten der Mitglieder nach Arbeiter Konsumvereine. Die arbeitenden des Zeugen Baier verdiene die schärffte Verurtheilung. Aber es Klaffen also find es, welche, um der kleinen Minderheit sei erwiesen, daß drei der Angeklagten sich der Nöthigung der Kleinhändler mit Lebensmitteln günstigere Konkurrenz fchuldig gemacht haben, indem sie den Baier mit dem Vergehen Bedingungen zu schaffen, mit einer Sondersteuer belegt werden der Freiheitsberaubung bedrohten. Mit Rücksicht auf die ganze sollen. Und dazu kommt, daß diese Konsumvereine nur die Sachlage seien diese drei Angeklagten zu der zulässig niedrigsten nothwendigen Lebens- und Wirthschaftsbedürfnisse führen, so daß des Allgemeinen Vereins der Töpfer und Berufs- Strafe je 8 m. verurtheilt worden, die drei übrigen An- die Umsatzsteuer eine Steuer wird, die von den im täglichen geklagten feien freigesprochen worden. Haushalt des Arbeiters gebrauchten Waaren erhoben wird. genoffen Deutschlands. Zwei volle Sitzungstage nahm die Verhandlung einer Die den Konsumvereinen zugedachte Umsatzsteuer verstößt In der heutigen Sitzung hielt ein fe aus Dresden ein Privatklage in Anspruch, welche der Besitzer der Auskunftei nicht blos gegen die Grundideen der GewerbeReferat über die Mißstände im Baugewerbe und über die Arbeiten Schimmelpfeng gegen einen gewiffen Adamski an- Ordnung und des Genossenschafts- Gesezes, Die Abtheilung 149 a des Schöffengerichts war sondern ist auch die denkbar ungerechteste und der in Hamburg und Dresden bestehenden Kommissionen, deren gestrengt hatte. Aufgabe es ist, für Beseitigung dieser Mißstände eine durchgreifende am ersten Tage bis 10 Uhr abends, am zweiten bis 7 Uhr abends härteste Steuer, weil sie fast ausschließlich die und die dieser mit dieser Angelegenheit beschäftigt. Es handelte sich um einige arbeitenden Agitation zu entfalten. Der Redner empfahl eine Resolution, welche von dem Angeklagten verfaßte Schriften, die sich gegen die stehenden Klassen trifft. gesetzgeberische Maßnahmen zwecks Beseitigung der Uebelstände, unter denen die Bauarbeiter zu leiden haben, sowie eine Kontrolle Auskunftei des Privatklägers richteten und schwere Beleidigungen gegen diesen enthielten. Solche waren namentlich in der Broschüre der Bauten, analog der Fabrik- Inspektion, fordert. Diese Moderne Behme" aufgehäuft. In dieser Broschüre hatte sich der Resolution wurde jedoch zurückgezogen, nachdem mehrere Redner darauf hingewiesen hatten, daß wegen der Forderung eines gefeß- Beweismaterial für die Wahrheit seiner Behauptungen berufen, Verfasser wiederholt auf ein ihm zu Gebote stehendes erdrückendes geberischen Eingreifens der Verein als politisch erklärt werden in der Verhandlung vermochte er aber nicht eine einzige Thatfönnte. Der Kongreß sprach sich hingegen für Unterstützung fache zur Begründung seiner Beleidigungen nachzuweisen. Der aller Bestrebungen aus, die auf Beseitigung der Mißstände im 1. Das Gesinde ist fflavenähnlich zur Befolgung aller Bes Baugewerbe gerichtet sind, und sicherte namentlich den mit der Angeklagte wurde durch Rechtsanwalt Dr. Haase, der Kläger Bearbeitung dieser Angelegenheit betrauten Kommissionen in Schluß der Beweisaufnahme, daß ihm seit den Tagen der Scheltworte und Büchtigungen feitens der Herrschaft geduldig über durch Justizrath Meyer vertreten. fehle der Herrschaft verpflichtet. Letzterer erklärte nach 2. Es ist in fast ganz Deutschland der Pflicht unterworfen, Hamburg und Dresden die weitestgehende Unterstützung zu. Der Kongreß trat hierauf in die Statutenberathung ein und Reichsglode derartige von Beleidigungen stroßende Schriften fich ergehen zu lassen. Ein Züchtigungsrecht ist indeß nicht ans beschloß, den Namen des Vereins in derselben Weise, wie die noch nicht vorgekommen seien. Das Urtheil des Schöffengerichts erkannt in der Rheinproving, in Frankfurt a. M., in Anhalt, in lautete auf vier Monate Gefängniß, Einziehung der gestern angenommene Aenderung des Titels der Zeitung festzusetzen. unter Anklage gestellten Schriften und Befugniß zur Veröffent- Baden, im Fürstenthum Birkenfeld, in Elsaß- Lothringen, in HamEin Antrag des Vorstandes, die niedrigste Beitragsklasse von burg, im Großherzogthum Heffen, auf dem platten Lande beider wöchentlich 15 Pf. fortfallen zu laffen, wurde mit Rücksicht auf lichung des Urtheils in einer ganzen Reihe von Zeitungen. Mecklenburg und Waldeck. Auch die hannoverschen Gesindeden geringen Lohn der dem Verband angehörenden Ziegelei- Eine schwierige Rechtsfrage wurde vor einigen Tagen Ordnungen tannten ein Büchtigungsrecht nicht. Der Prügels Arbeiter bekämpft, und dann beschlossen, den 15 Pf.- Beitrag bei- vor der Strafkammer des Landgerichts II von allen anwesenden paragraph, der§ 77 der altpreußischen Gesinde- Ordnung, ist indeß zubehalten, aber nur für solche Mitglieder, die weniger als Rechtsgelehrten mit lebhaftem Intereffe erörtert. Ein Kellner durch die preußische Gesinde Ordnung vom 16. September 1867 12 M. pro Woche verdienen, sowie für Arbeiterinnen. Es be- hatte sich rechtswidrig in den Besitz von Biermarken zu setzen ge-( Gefeßsammlung Seite 1515), betreffend die Zulässigkeit des stehen jetzt Beitragsklaffen zu 15, 20, 25 und 30 Bf., welche Bewußt, auf welche er von dem Schankwirth das Bier für die Rechtswegs, auch auf den Geltungsbereich der hannoverschen träge je nach der Lohnhöhe zu zahlen sind. Da häufig Mitglieder Gäfte erhielt. Dieser einfache Thatbestand erregte die Herren Gefinde- Ordnungen übertragen.- Das Bürgerliche Gesezin eine niedrigere Beitragsklaffe zahlen, als sie ihrem Verdienst gewaltig; man ftritt, ob Diebstahl, Unterschlagung oder Betrug buch beseitigt vom 1. Januar 1900 ab bies nach zahlen müßten, so wurde beschlossen, die Streitunterstützung vorliege; ein zur Milde geneigter älterer Anwalt pläbirte für 3üchtigungsrecht, mag es direkt anerkannt, mag es durch nach den groben Unfug. Der Gerichtshof nahm nach langer lebhafter Berweigerung des Rechtswegs für erlittene Injurien auswie es das Statut bisher vorschrieb örtlichen Verhältnissen, sondern auch nach der Höhe der von den Berathung Unterschlagung als vorliegend an und verurtheilte, gedrückt sein. Streifenden gezahlten Beitragstlaffe zu bemessen. Man hofft, die da der Kellner diesen Schwindel wiederholt und mit Erfolg verMitglieder durch diese Bestimmung im eigenen Interesse zu sucht hatte, den Thäter zu drei Wochen Gefängniß. nicht nur Kongrek Hildesheim, 21. Oftober 1896. " a m nächsten das Gefinde. Unter diesem Titel veröffentlicht Reichstags= Ausnahmerechte gegen die ländlichen Arbeiter und Abgeordneter Arthur Stadthagen in der Frauenzeitschrift land geltende Ausnahmebestimmungen gegen das Gesinde folgende Die Gleichheit" eine Artikelserie, worin er als solche in Deutsch= acht neunt: 5. Ueberdies werden im Gegensatz zu allen onderen Verträgen und zu allen anderen Bevölkerungsklassen- Verlegungen der Vertragspflichten des Gefindes( nicht aber etwa auch solche der Herrschaft) mit Strafe bedroht. Ueber die Einwirkung der Fischdampfer auf die Segel- 1 übergeben. Ferner theilt R5hn mit, daß von der Sammlung fischerei wird uns von einem mit dem Seewesen vertrauten bei Ehrenberg ein Ueberschuß von 6,30 M. erzielt wurde, welche 4. Das Gesinde tann durch polizeilichen Zwang zum Antritt Manne geschrieben: Durch die Dampfboote wird die Fischerei Summe der Unterstüßungstaffe anheimfällt. des Dienstes und zur Rückkehr in den Dienst gezwungen werden. total ruinirt, einerseits weil die Fische durch die von den Der Verband der Buchbinder hielt am 19. d. M. seine Rein polizeilicher 3wang, sondern nur Schadenersaß wird zu Dampfern geführten großen Netze zu sehr von ihren Standplägen gelaffen nach den Gesetzen für: die Rheinprovinz, für Schleswig- vertrieben werden, vornehmlich aber, weil die Dampfer nicht regelmäßige Generalversammlung ab. Vor Eintritt in die TagesHolstein( eine Regierungsverordnung vom 31. Mai 1873 hält langsamer als mit halber Kraft fahren können, was für den ordnung gedachte die Versammlung der verstorbenen Mitglieder Marie Kiel und Henrich Franz. In einem einleitenden polizeilichen Zwang dennoch für zulässig), für Baden, Bremen, rationellen Fischfang zu schnell ist. Die Segel- Fischfutter ver- Referat sprach hierauf Schmidt über die Errichtung eines Elsaß- Lothringen, Hamburg, das Großherzogthum Hessen und das dienen entschieden den Vorzug, und zwar schon deshalb, weil von ständigen Bureaus, wobei er die Nothwendigkeit und ZweckFürstenthum Lübeck. diesen nicht so viel junge Brut todtgeschleift wird, als von den mäßigkeit desselben eingehend darlegte. Nach einer längeren 5. Das Gesinde ist zur Führung von Gesinde- Dienstbüchern Dampfern. Die Fischfutter sind übrigens noch verbesserungs- Debatte wurde der Antrag auf Errichtung eines Bureaus gegen verpflichtet. fähig. Ich könnte es nur für nüßlich halten, wenn das Fischen einige Stimmen angenommen und Albert Bergmann zum 6. Die einstweilige Regelung von Streitigkeiten zwischen mittels Dampfern verboten würde. Um dem Bedarf an Fischen Leiter desselben mit einem wöchentlichen Gehalt von 27 Mark Gesinde und Herrschaft liegt der Polizei ob. zu genügen, ließe sich das Fischen z. B. in der Nordsee so regeln, 7. In einem großen Gebiet Deutschlands, insbesondere in baß eine Gesellschaft 10-20 oder noch mehr Fischfutter unter einstimmig gewählt. Unter Mitgliedschafts- Angelegenheiten gab man bekannt, daß die Personale der Firmen Barnick Preußen, wird das Gesinde durch strengste Strafandrohungen hält, die, soweit möglich, ständig auf See sind, und daß und Prager und Loyda wegen Nichtbewilligung der gestellten gehindert, feine Lohn- und Arbeitsbedingungen und seine fie Dampfer nur zu dem Zweck unterhält, den Kuttern Forderungen die Arbeit niedergelegt haben. Eine längere Lebenshaltung durch Zusammenschluß mit Leidensgenossen zu die nöthige Nahrung zc. für die Mannschaft zuzuführen, Debatte verursacht wiederum die Angelegenheit von Riefenverbessern. ihnen die gefangenen Fische abzunehmen und diese an Bord ftahl, Bumpe u. Ko. Die Lohnkommission theilte mit, daß sofort für den Versand zuzubereiten, damit sie, wenn der Dampfer diese Firma bisher das Schreiben der Lohnkommission nicht in den Hafen einläuft, fofort expedirt werden können. Zu diesem beantwortet habe. Von einigen Rednern wurde nochmals das Zwecke wäre am besten, schnell fahrende Dampfer zu verwenden, Verhalten der dort beschäftigten Kollegen scharf getadelt. Bon die mit Eismaschinen und praktischen Vorrichtungen zum Ein- den zu dieser Angelegenheit eingelaufenen Anträgen, die Sperre und Ausladen der Fische versehen sind. Wie jetzt der Fischfang fischer an den Bettelstab gebracht. Mindestens sollte man eine öffentlichen Bersammlung zu überlassen, wurde der letztere mit betrieben wird, werden die Fischgründe vernichtet und die Klein- über genanntes Geschäft zu verhängen, ferner in der Sache zur Tagesordnung überzugehen, und die weitere Regelung einer Schonzeit für die Fische einführen, ferner gefeßlich festlegen, daß an den Strecken, wo sich junge Brut aufhält, von den Dampfern Ausschluß der Lederarbeiter Ernst Hildebrandt, Lindner, Labelow Brückner beantragt den großer Majorität angenommen. nicht gefischt werden darf. und Felix Winecke auf grund§ 6b des Statuts, welcher besagt, daß derjenige, der sich Handlungen zu schulden kommen läßt, die den Interessen des Verbandes entgegenstehen, auszuschließen sei. Die Bersammlung trat dem Antrag einstimmig bei. 8. Ueberbies besteht ein völlig ungleiches Ründigungsrecht. Der Herrschaft steht aus fast unzähligen Gründen das Kündigungsrecht, dem Gesinde fast nur dann frei, den Dienst zu verlassen, ohne eine Kündigungsfrist einzuhalten, wenn es Schaden an feiner Gesundheit und Sittlichkeit bereits genommen hat. D = Versammlungen. Chinesische Feuerlente werden schon seit längerer Zeit auf den Schiffen der " Deutschen Dampfschiff: Rhederei"( Kingfin- Linie) verwendet. Die Zahl derselben ist jeht, wie unser Hamburger Bruderblatt zu berichten weiß, er heblich vermehrt worden, da die Linie ihre Dampfer nach China jezt aller 10 Tage, statt wie früher aller 16 Tage, expediren Die Farbefabrikanten Deutschlands beabsichtigten, für wird, um mit der Rickmers- Linie fonfurriren zu tönnen. Die ihre Angestellten eine Pensionstasse zu errichten, wozu fie Verwendung der Chinesen wird bekanntlich damit begründet, eine Viertel Million Mart spenden wollten; da aber alle Andaß sie die Arbeit auf den Schiffen beffer aus gestellte gezwungen werden sollten, der Kaffe beizutreten, hat dem Statute die Die Möbelpolirer( Filiale Often) hatte am 19. Oktober halten sollen als die Weißen. Das mag stimmen, die Regierung wie mitgetheilt wird eine Versammlung einberufen, in der Händel einen recht beiobwohl zuverlässige Nachrichten hierüber nicht bekannt Genehmigung versagt. fällig aufgenommenen Vortrag hielt. Bei Besprechung der find. Aber auch den Farbigen wird mehr zuge Zum Submissionswefen. Auf Ersuchen des Ministeriums Werkstattangelegenheiten wurde darauf hingewiesen, daß in der muthet, als sie aushalten fönnen. So schreibt die des Innern hat sich die Handels- und Gewerbekammer in Werkstatt von Kluge durch das einmüthige Verhalten der Bremer Bürgerzeitung": Farbige Heizer verwendet die Dresden über die Regelung des Submissionswesens in Sachsen Arbeiter eine Aufbesserung der Lohnverhältnisse erzielt wurde. hiesige Dampfschifffahrts Gesellschaft Sansa" schon feit geäußert. Als den geeignetsten Weg hierfür hielt sie die Gin Am 8. November findet für die Mitglieder in der Urania längerer Zeit auf ihren Dampfern, weil dieselben billiger sind. berufung einer Konferenz aus Vertretern der Regierung und eine Vorstellung statt und find Billets à 60 Pf. an den bekannten Auch widerstandsfähiger sollten dieselben sich, so wurde ver: Sachverständigen des Handels- und Gewerbestandes, welche Stellen zu haben. fündet, bei ihrer schweren Arbeit vor den Feuern erweisen. Die Grundsäße aufzustellen haben würde, die in Zu Schließlich scheinen aber auch die gewiß nicht verwöhnten farbigen tunft bei Staatssubmissionen maßgebend sein sollten. Die Freie Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker nahm Leute die Tortur in den Schiffshöllen nicht ertragen zu tönnen Dabei ging fie von der Erwartung aus, daß die vom am 20. Ottober in ihrer Mitgliederversammlung den Kassenbericht und ziehen es deshalb vor, über Bord zu springen und den Staat erlassenen Vorschriften auch von den Gemeinden an- vom 3. Quartal entgegen. Danach betrugen die Einnahmen Tod in den Wellen zu suchen. Die Zahl der Selbst morde unter den farbigen Feuerleuten foll Konferenz stellte die Kammer folgende Forderungen auf: 1. Die ftand von 261,90 M. Die Abrechnung vom Stiftungsfeft wies genommen werden würden. Als Vorschläge für eine derartige 518,20 M. und die Ausgaben 251,30 M.; mithin bleibt ein Beeine höbere sein, als bei den weißen Heizern Vergebung von Arbeiten und Lieferungen darf nicht an einen eine Einnahme von 26,50 M. und eine Ausgabe von 59,30 M. und Trimmern, doch dringt davon wenig an Generalunternehmer, sondern nur an fachkundige Fachleute erfolgen. auf. Zum Schluß verlas Gartmann die Namen der Mitdie Deffentlichkeit. Auf dem Dampfer Stolzenfels" 2. Bei der Ausschreibung sind die Loose möglichst klein zu bemessen. glieder, die wegen restirender Beiträge gestrichen wurden. Sprang, wie das Hamburger Echo" schreibt, während der Reise 3. Personen, die wegen Bankrotts bestraft sind, find von der Eine öffentliche Versammlung der Gasanstaltsarbeiter ein farbiger Heizer über Bord und fand feinen Tod in den Bergebung auszuschließen. 4. Bei der Vergebung von Arbeiten tagte am Mittwoch Abend im Englischen Garten", AlexanderWellen. Ein Malaye, der auf dem Dampfer Rüdesheimer" oder Lieferungen sollen eidlich verpflichtete Sachverständige, denen straße. Zum ersten Punkt der Tagesordnung„ Die letzten Vorüber Bord sprang, wurde mittels eines ausgesezten Bootes ge- jeder unmittelbare oder mittelbare Wettbewerb verboten seingänge in den städtischen Gasanstalten und will die Verwaltung rettet und wieder an Bord zurückgebracht. Aehnliche Vorfälle muß, zugezogen werden, falls auffällige Preisnotirungen bei den derfelben den vor dem Einigungsamt geschlossenen Vertrag be sollen auf allen Schiffen der Hansa- Linie an der Tages Angeboten zu tage treten. 5. Den Submittenten muß das Recht, achten" referirte Börsch, in furzen Zügen die Ursachen der ordnung sein. bei Eröffnung der Offerten zugegen zu sein, gewährleistet werden. Gasarbeiterbewegung vorführend und zugleich das unsolidarische Wir wollen hoffen, daß die angekündigte Novelle zur See- 6. Die Arbeiten und Lieferungen sind bei angemeffenen Angeboten Berhalten eines großen Theils der Anstaltsarbeiter fritisirend. mannsordnung den himmelschreienden Zuständen auf den See möglichst am Drte zu vergeben. Nachdem Redner die Verhandlungen vor dem Einigungsamt schiffen endlich ein Ende macht. Gleich viel ob Deutsche oder Daß die Arbeiter vor den Folgen der Unterbieterei bei einer längeren Besprechung unterzogen, tadelte er das Verhalten Farbige verwendet werden, das Deutsche Reich hat die Pflicht, den Submissionen in erster Linie zu schüßen sind, der Verwaltung, die bisher die Ausgesperrten nicht wieder einjeden auf deutschen Schiffen beschäftigten vor unmenschlicher fcheint der Dresdner Handels- und Gewerbeammer nicht im stellte, vielmehr neue Arbeitskräfte heranzog. Man müsse annehmen, Ausbeutung zu schüßen. Würde die seitens unserer Fraktion Traume eingefallen zu sein, sonst hätte sie die zur Schaffung es handle sich um eine Aussperrung auf ewige Beiten, die dem auch in dieser Reichstags- Session eingebrachte Seemannsordnung wenigstens eines gewissen Grades von Ordnung im Gewerbe Bertrag vor dem Einigungsamte ftritte entgegensteht. Die Schreiben, Gesetz geworden sein, so würde die Zahl der Selbstmorde dienliche Forderung mit aufgestellt, daß die Unternehmer fich die an das Kuratorium angeblich seitens der Arbeiter um Beivon Arbeitern auf den Schiffen sicherlich bereits geringer sein. verpflichten müssen, ihren Arbeitern die Arbeitsbedingungen zu behaltung des alten Zustandes abgingen, bezeichnet Redner als Arbeiterschutz und Unternehmer- Profitfucht. Bei dem gewähren, wie sie von den Gewerkschaften mit den übrigen Unter eine Machination seitens der Vorgesetzten, wofür der Umstund spreche, daß das Gerücht verbreitet wurde, es seien in anderen Rafirmefferschläger Wilh. Sahlen in Wald bei Solingen find nehmern vereinbart sind. Anstalten Arbeiter entlassen worden, die sich der Unterzeichnung 16 Arbeiter beschäftigt. Eine Dampfmaschine treibt Stein und widersetzten. Scheiben. Am 23. April war eine neue Schmirgelscheibe einDies entsprach allerdings nicht der Wahrheit. Sonderbar erscheine, daß die Ausgesperrten in Fabriken, in denen gesetzt worden und darauf zersprang ein Stein, der dem daran beschäftigten Arbeiter an den Kopf flog und den Schädel zerschmetterte. Der genannte Unternehmer war der fahrlässigen des Bürgerlichen Gesetzbuches beschäftigte, tagte am Mittwoch in habe. Nochmals wendet sich Redner an die in Arbeitstehenden, Die zweite Volksversammlung, die sich mit der Faffung fie um Arbeit vorsprachen, nicht eingestellt wurden, sobald man in Erfahrung brachte, daß man es mit Gasarbeitern zu thun Zödtung angeklagt, es wurde ihm zur Last gelegt, daß der Norddeutschen Brauerei. Das Referat der Frau E. Ihrer habe. Nochmals wendet sich Redner an die in Arbeitstehenden, er die vorgeschriebenen und bedauert, daß dieserseits für die Sammlungen sehr wenig Schußvorrichtungen an den wurde mit lebhaftem Interesse und wiederholten Juftimmungs: Interesse an den Tag gelegt würde. Ein beschämendes Zeichen Steinen nicht angebracht habe, auch foll der auf bezeugungen von den Anwesenden aufgenommen. Dem schloß 400 Touren in der Minute berechnete Stein deren sich seitens der Frau Rohrlack eine sehr wirkungsvolle Be- set es, wenn sämmtliche Gasarbeiter Berlins in einer Woche etwa 1000 in der Minute gemacht haben, was natürlich den gründung der Resolution an, worauf eine Rednerin mit dem sammenbringen, welche Summe pro Kopf ein Opfer von 2 bis 30-60 Mart zur Unterstüßung für ihre Gemaßregelten zu Profit steigerte. Rechtsanwalt Flucht als Bertheidiger wollte Sinweis auf die Bestimmungen der Gefinde- Ordnung schilderte, 3 Bfennigen pro Woche bedeute. Nachdem er ziffernmäßig nach dem Gericht glauben machen, bei der Probe eines neuen Steines, wie die Mädchen bei schwerer Arbeit oftmals hungern müssen und gewiesen, welche respektablen Summen andere Gewerkschaften bei Pfennigen pro Woche bedeute. Nachdem er ziffernmäßig nach. und um eine solche habe es sich gehandelt, bringe man feine einer rohen Behandlung ausgesetzt sind. Eine weitere Diskussion Streiks 2c. zusammentragen, erläuterte er den Werth der Organi Schuhvorrichtungen an. Der Gewerbe Inspektor von Solingen fation; seine, oftmals in der ungehörigsten Weise unterbrochenen belehrte ihn aber dabin, daß gerade bei der Probe eines neuen Ausführungen mit der Mahnung schließend, endlich sich Steines, welcher möglicherweise Fehler haben könne, die Schuß vorrichtungen viel nothwendiger seien, als bei einem Stein, dessen Pariser und Stockholmer Gasarbeiter auch für Berlin zu ermannen, um die Arbeitsbedingungen der Londoner, Haltbarkeit sich bereits bewährt habe. Der Schuhbügel um den In der Diskussion führt Kurras an, daß zu erringen. Stein sei vorgeschrieben und hätte nicht fehlen dürfen. Der Bertheidiger des Fabrikanten machte die weitere Ein- Der Sozialdemokratische Verein ,, Vorwärts" hielt am eine schwarze Liste der Ausgesperrten bereits die Runde mache, wendung: der Berunglückte sei selbst Schuld, er hätte sich nicht Dienstag eine Versammlung in der Belforterstraße ab, die trot nur habe man einer solchen noch nicht habhaft werden können; Stadtv. Dupont am Schluffe rügte er das unsolidarische Vorgehen der Arbeiter vor die Maschine sehen sollen." Er wurde vom Gewerbe- des schlechten Wetters gut besucht war. Inspektor dahin abgefertigt, daß der Arbeiter unbedingt referirte in interessanter Weise über„ Die Berliner Gewerbe- Aus- der Anstalt Müllerstraße.( Unruhe.) Puschte, ebenfalls des am Steine sein müsse, wenn er überhaupt arbeiten wolle. ftellung, ein tapitalistisches Unternehmen". In der Diskussion öfteren unterbrochen, verweist auf den Werth der achttägigen Dann behauptete Rechtsanwalt Flucht, der Stein sei ergänzten die Genoffen Guttmann und Arendsee die Kündigungsfrist, bedauert aber, daß man nun diefelben Arbeiter, schlecht gewesen und stellte an den Gewerbe- Inspektor ohne Ausführungen des Referenten und besprachen hierbei besonders die man seinerzeit als Vertreter wählte, als solche nicht anweiteres die Frage, ob er dieses nicht an den Stücken einige hervorragende Maschinen, die zwar vorläufig, wie die erkennen will. Lau, Arbeiter der Anstalt Danzigerstraße, verdes zersprungenen Steines gesehen habe. Der Gewerbe- Bildhauermaschine und Sehmaschine, feine allzu große Konkurrenz theidigt den alten Zustand in den Anstalten, zum Schlusse beJufpettor fonstatirte aber, daß er, als er einige Tage nach dem schaffen, aber in Zukunft doch eine Vervollkommnung erhalten werden, merkend, daß er sich für das Sammeln nicht erwärmen fönne; Unfall das Lokal besuchte, von dem Angeklagten die Stücke des die geeignet ist, eine große Anzahl von Händen überflüffig an es fommen zu viel Schwindeleien vor.( Beifall und Widerzersprungenen Steines gar nicht vorgelegt erhalten habe, er habe machen. Dupont fügt noch hinzu, daß das Symbol der Ar- spruch.) Pörsch versuchte hierauf das Vorgehen eines Theiles fie gar nicht gefehen. Auf die weitere Einwendung des Ver- beit, der Hammer, dem Arbeiter ein Fingerzeig sein möge, für der Anwesenden in ruhiger Weise zu beleuchten, wobei ein theidigers des Fabrikanten, in vielen Fabriken fehlten überhaupt die Dauer nicht immer Ambos zu sein, sondern einst mit fräftiger derartiger Standal entstand, daß der überwachende Beamte die Der Vorsitzende, Versammlung auflöſte. die Schutzvorrichtungen, antwortete der Herr Gewerbe- Inspektor, Fauft den Kapitalismus zu zertrümmern. daß überall Schuhvorrichtungen vorhanden seien, nur beim Genosse Arendsee, theilt hierauf mit, daß die GeneralEine öffentliche Töpfer- Versammlung tagte am 21. Oktober Angeklagten hätten sie gefehlt. Bon seiten der Fabrit, versammlung des Vereins„ Vorwärts" am Donnerstag, bei Buste in der Grenadierstraße. Thieme leitete die Debatte welche ben Stein geliefert hatte, war an benfelben ein rother den 5. November, in Raabe's Salon, Kolbergerstr. 23, statt über die Fensterfrage ein, die die Berufsangehörigen bereits Bettel geklebt, auf welchem deutlich zu lesen war, daß der Stein findet. Etwaige Anträge zur Generalversammlung find an den 5 Jahre hinter einander beschäftigte. Weber das Herantreten an nur 850 bis 400 Umdrehungen in der Minute machen dürfe. Vorsitzenden Rud. Arendsee, Bovenstraße 9 bis zum die betreffenden Bauunternehmer, noch die nachgesuchte Unters Auf diesen Vorbehalt meinte Rechtsanwalt Flucht: solche 29. Oktober schriftlich einzusenden. ftüßung bei der Aufsichtsbehörde haben bis jetzt einen Erfolg Warnungen feien nur dazu da, um nicht be= Der Verein zur Wahrung der Intereffen der Gaft: gehabt. Oft käme es vor, daß die verglasten Fenster auf den achtet zu werden". Die Staatsanwaltschaft betonte, daß und Schaukwirthe hatte am 16. Oftober feine General Böden ständen, während die Töpfer auf den Bauten der ärgften schon ganz allein das Fehlen der vorgeschriebenen Schuh- versammlung anberaumt. Bevor in die Tagesordnung ein- Bugluft ausgefeßt seien. Eine seinerzeit eingesetzte Kommission zur vorrichtungen genüge, um den Angeklagten für die Folgen baftbar getreten wurde, theilte der Vorsitzende mit, daß die Mitglieder Agitation für Abänderung solcher Mißstände, konnte wenig nach zu machen und beantragte einen Monat Gefängniß. Das Gericht Sobein und üürich gestorben sind. Die Versammlung ehrte das dieser Richtung bin thätig sein, da die Unterstüßung der Kollegen erkannte demgemäß. Andenken derselben durch Erheben von den Plägen. Hierauf schaft fehlte. Ebenso wenig tönne auch der erst jüngst ge= Zum Klaffenwahlsystem in Preußen. Die Liste der erstattete der Kassirer den Bierteljahresbericht, der eine Ein- schaffene Verein dieses Jahr eine Lösung dieser Frage vorStadtverordneten- Wahlen Mülheim 3 am Rhein weist dies nahme von 936 M. und eine Ausgabe von 484,94 M. ergab, nehmen; vielmehr seien die Töpfer darauf angewiesen, durch den Bauten diese Frage selbst Jahr 3558 Wähler auf. Davon gehören an: der ersten Klasse 9, mithin eine Mehreinnahme von 451,06 M. Hierzu der Bestand Zusammenhalten auf Nachdem Hagen, Chemnit, Soffder zweiten Klasse 202, der dritten Klasse 3347. Ein Wähler vom 2. Quartal in Höhe von 2688,49 M., ergiebt 3139,55 M. zu regeln. und noch einige andere Redner au der der ersten Klaffe ist also 372 Mal gefcheidter als ein Wähler Vermögen. Den Bericht der Rechtsschutz- Rommission erstattete in an n Gnadt. Die Kommission hatte sich in 6 Sigungen mit Frage gesprochen und gleich dem Referenten die Schaffung der dritten Klasse. 10 Polizeikontraventions, 5 Ronzessions- und 6 verschiedenen einer machtvollen Organisation als Hauptbedingung zur Regelung Lorenz wundert sich, daß in dieser wichtigen Frage betont hatten, gelangte folgende Resolution Ein nener Verein zur Hebung der Lage der arbeitenden Sachen zu beschäftigen. Klaffen ist in Breslau gegründet worden. Diesmal find's diesem Bierteljahr soviel Rechtsschuh bewilligt wurde und zur einstimmigen Annahme:" Die Versammlung ist der Ansicht, Anhänger des Pfarrers Naumann, die, gewiß mit redlichem ist der Meinung, die Rechtsschuh- Rommission sei ein daß die Fensterfrage nicht eher wieder geregelt werden kann, bis Dem traten Trittel die große Masse der Töpfer organisirt ist. Die Anwesenden Bemühen, aber nicht minder aussichtslos wie die übrigen bürger- bischen leichtfertig umgegangen. lichen Sozialreformer, sich ans Wert machen, die Arbeiterfrage wit, Ewald und Gnadt entgegen. Alsdann wurde zur erklären, daß sie gewillt sind, die Kollegen wieder der Organiauf ihre Weise zu lösen. Die Breslauer Boltswacht" sagt über Ersatzwahl des Vorstandes geschritten und Günther als 1, fation zuzuführen." Bum weiteren Punkt der Tagesordnung: die neue Gründung: Die arbeitenden Klaffen haben thatsächlich ente als 2. Vorsitzender; Röhn als 1. Schriftführer; Wie stellen sich die Töpfer zu dem Borwärts" Annoncenfieber ein Schweineglück. Die Vereine zur Hebung ihrer wirthschaft endt als 2. Kassirer; Thate zum Beisiger; Marten und unserer hiesigen Zentralverbändler? erklärte Daubert, ihm lichen Lage schießen wie Pilze aus der Erde. Schade nur, daß Stabernad zu Revisoren gewählt. In die Rechtsschutz- Rom- liege nichts ferner, als persönlichen Zwist wieder aufzurühren, es nicht Zufall, daß gleich hinter einer felbst die vereinigten Kräfte aller Vereine nicht genügen, das mission wurden Gnadt, Lindemann, Hermerschmidt doch sei Anhänger lokaler gefteckte Ziel zu erreichen; dazu bedarf es einer hertulischen und Gründel delegirt. Zu Punkt Verschiedenem" theilt der Annonce seitens der Richtung eine Riefenannonce der Anhänger zentraler Kraft, die der bürgerlichen Gesellschaft nicht inne wohnt. Die Borsigende mit, daß der verstorbene Rollege Ullrich 7 Monate mittelbar Herren brauchen sich jedoch dieserhalb nicht zu grämen. Der mit seinen Beiträgen im Rückstand sei, mithin die Frau feine Richtung folgte; hinter diesem sei ein alter Bekannter zu wittern. Herkules, welcher die zu leistende Arbeit allein bewältigen kann, Sterbeunterstützung erhalten fonnte. Die Versammlung beschließt Redner ergeht sich sodann in ganz unmotivirten Berdächtigungen ist den arbeitenden Klaffen schon geboren: es ist der Sozialismus. einstimmig, der Frau 100 M. aus der Unterstüßungskaffe zu gegen die Redaktion des Vorwärts" und den Zentralverband wurde nicht beliebt, und gelangte die in dem Bericht der ersten Versammlung bekannt gegebene Refolution einstimmig zur Annahme. Hierauf erfolgte der Schluß der gut be suchten Versammlung mit einem begeisternden Hoch auf die Sozialdemokratie. der Töpfer. Im gleichen Ton hielt fich die weitere Debatte. Ilichen Weise das Andenken an den Verstorbenen. Hierauf gab und Arbeitsverhältnisse im Maurergewerbe zu bessern. Redner So erklärt Thieme die Handlungsweise, die der Annonce zu der Kassirer den Rechenschaftsbericht, der eine Einnahme von besprach sodann die Schädigung der Arbeiter durch den Baus grunde liegt, als eine Infamie und Gemeinheit. Hagen bezeichnet 196,95 M. und eine Ausgabe von 143,90 m. aufweist, so daß schwindel und wies am Schluß auf die Fortschritte des Zentral. fie als Bauernfang. Weiter fei der gegenwärtig tagende Kongreß ein Bestand von 53,05 M. vorhanden ist. Nachdem der Vorstand verbandes hin. In der Diskussion verlangt ein Redner, daß der der Töpfer in Hildesheim eine Lüge, es sei nur eine General- feinen Bericht gegeben, weift Wurbs darauf hin, daß sich die Verband mehr die Interessen der Bau- Arbeitsleute wahrnehmen oersammlung. Als seinerzeit ein Kongreß gewünscht wurde, Bibliothek von 70 Bänden auf 200 vermehrt hat. Die Wahl des möchte. Nachdem die Versammlung in einer Resolution ihr um mit allem Mist aufzuräumen, ist auf diesen Wunsch garnicht Vorstandes ergab folgendes Resultat: Voltmann, Vorsitzender; Einverständniß mit dem Referenten bekundet hatte, wurde am ceagirt worden. Krüger, Kassirer; Jung andreas, Schriftführer; Wurbs, Schluß darauf hingewiesen, daß der Kassirer Gustav Bischof, Die weiteren Blüthenlesen wollen wir uns ersparen, sie sind Bibliothekar; Hupfer, Freese, Roth und Müller, Beifizer; Sy, Bergstr. 58, jeden Abend Mitglieder aufnimmt und auch Beis zu abgeschmackt, um Interesse für den Leser zu haben. Zum Noack und Klein, Revisoren. Unter Vereinsangelegenheiten macht träge quittirt. Schluß gelangte folgende Resolution zur Annahme: Die Ver- der Vorsitzende darauf aufmerksam, daß für den zweiten WeihSammlung protestirt entschieden gegen den Annoncenschwindel des nachtsfeiertag die Urania vom Verein gemiethet ist und am Filialvorstandes, da in Berlin und Umgegend hunderte von 28. No vember das Stiftungsfest stattfindet. Der Bibliothek wurden Ofenseßern ununterbrochen arbeitslos umherirren, und derartige 10 Mart überwiesen. Zum Schluß gelangte ein Antrag Regerau Machinationen nur geeignet sind, Kollegen von außerhalb in zur Annahme, der den Vorstand ermächtigt, eine eifrige Agitation Menge hereinzuziehen, die dann das Heer der Arbeitslosen ver- für den Verein zu entfalten. größern und schließlich zu Lohndrückern werden müssen." " Rigdorf. Der Sozialdemokratische Verein Vorwärts" hielt am 13. Oktober seine Generalversammlung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Borsigende des verstorbenen William Morris und ehrte die Versammlung in der übFür den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 23. Oktober. Opernhaus. Die luftigen Weiber von Windsor. Schauspielhaus. Goldfische. Deutsches Thenter. Morituri. Berliner Theater. Der Sohn der Wildniß. feng- Theater. Comtesse Guckerl. Thenter des Westens. Die Räuber. Neues Theater. Bodſprünge. Vor her: Opus I. Rendenz Theater. Der Stellvertreter.( Le Remplaçant.) Borher: Erlauben Sie, Madame! Schiller- Thenter. Emilia Galotti. Bentral- Theater. Eine wilde Sache. Thalia- Theater. Gebildete Menschen. Belle Alliance- Theater. Mamsell Vielliebchen. Volks- Theater. Ein vorsichtiger Mann. Hierauf: Variété fremder Künstler. Zum Schluß: Pladderas dauz. Rigdorf. In einer öffentlichen Versammlung der Maurer, die am 15. Otlober tagte, referirte Maurer Dietrich über das Thema Egoismus und Solidarität. Redner besprach in eingehender Weise die Kämpfe der Maurer im verflossenen Jahre und zeigte, wie der Zentralverband eifrig bemüht war, die LohnCentral- Theater. Alte Jakobstr. 30. Direttion: Richard Schultz. Emil Thomas a. G. Freitag, den 23. Oktober: Zum 34. Male: Eine wilde Sache. Große burleste Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von W. Manustädt und J. Freund. Musit von J. Einödshofer. Anfang 28 Uhr. Thalia- Theater ( vormals: Adolph Gruft- Theater) Dresdenerstr. 72/78. Direktion: W. Hasemann, tönigl. preus. Kommissionsrath. Zum 25. Male: Gebildete Menschen. Sonnabend, zum ersten Male: Prima Ballerina ( Maison Tamponin). Vaudeville in 3 Akten von Blum und Toché, deutsch v. Hugo Wittmann. Musik von Karl Weinberger. Sonntag, den 25. Oftober: Erste Theater Unter den Linden. Die Nachmittags- Vorstellung bei bis zur Fledermaus. Hierauf: Die Hälfte ermäßigten Preisen: Bajadere. Oftend Theater. Michel. Der deutsche Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Tilli. Alexanderplat- Theater. fittlichen Halt. Dhne Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor ftellung. Gebildete Menschen. Volks- Theater Volks Reichenbergerstr. 34. Pferdebahu- Haltestelle: Kottbuser Thor. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Ein vorsichtiger Mann! Repertoire Poffe dee Volts- Theaters. Schiller- Theater. Größter Lacherfolg der Saison! ( Wallner- Theater.) Freitag, abends 8 Uhr: Emilia Galotti. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Sohn der Wildniß. Uhr: D Jeden Abend 91/2 Uhr: Beginn des gemischten Künstler- Theils. 1. Gebr. Godart, erste Reckkomiker. 2. Hella Collier, drastische Chansonette. 3. Louise Bouwmeester, Hollands schönste u. geübteste Pistolenvirtuosin. Urania. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borfigender Ad. Neumann, Basewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Arbeiter Raucherbund Berlins und Umgegend. im Bereinskalender sind zu richten an Karl Stiller, Kleine Frankfurterftraße Nr. 7, 1 Tr. Menderungen Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Alle Buschriften, den Bund betreffend, sind zu richten an Hermann Jahn, Schönhauser Allee 177 c. Briefkasten der Redaktion. Balze. Der Fall ist in der Filiale Berlin E passirt und nicht in C, wie wir irrthümlich meldeten. Oftend- Theater. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Grosse Frankfurterstr. 132. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. abends Wissenschaftl. Theater she. Uhr. Sternwarte Invalidenstr. 57-62 Direktion: Carl Weiß. Der deutsche Michel. Der deutsche Michel. Der deutsche Michel. Anfang 7 Uhr. Sonntag, den 25. Oktober, nachLehrt. Stadtbahnhof mittags 3 Uhr: Der liebe Onkel. täglich geöffnet von 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 Pf. = Jm Theater Saale täglich 8 Uhr abends Vorträge mit Experimenten und großen Lichtbildern ausgestattet. Näheres die Tagesanschläge. Passage- Panopticum. Tetzte Woche! 42 wilde Weiber aus Dahomey. Castan's Panopticum Neu! Die wunderbaren indischen Neu! Kaufmann's Variété Halbe Menschen und 20 EliteNummern Nur noch 9 Tage. Feen- Palast Burgstrasse 22. Direktion: Winkler& Fröbel. Niagara- Trio. Neu! Pygmäen lide b Neu! Neu! Ur- Australier ( Kannibalen). Vogler's Casino Friedrich Wilhelmstädt. Theater 4. Gebr. Kulper, Elite- Gymnaſtiker u. fr. Weltreftaurant, Dresdenerstr. 97 Chausseestr. 25/26. Dir. Max Samst. Top Tilli. E Luftspiel in 4 Akten von Francis Stahl. Anfang 8 Uhr. Billets an der Theaterkasse und im Invalidendant", Unter d. Linden 24. Sonnabend: Tilli. Luftspiel in 4 Akten von Francis Stahl. 9 Instrumentalisten. Zum Schlusse des Abends: Pladderadautz. Berliner Rückblicke in Wort und Bild. Entree 50 Pf. bis 3 M. Familienbillets Entree 10 Std.3 Mt. Parquet 10 Stct. 6. Dem geehrten Publikum zur ge M Sonntag, den 25. Oftober, nachmitt. fälligen Nachricht, daß die Bekannt3 Uhr: Klassiter Vorstellung zu ermachungen des Volks Theaters nur mäßigten Preisen: Die Räuber, Trauer- durch die Zeitungen erfolgen, nicht spiel in 5 Atten von Friedrich v. Schiller. durch Säulenanschläge. Alexanderplatz- Theater. Pikante Novität! Ohne sittlichen Halt. Sittenbild aus dem Berliner Leben in 4 Atten von Wilh. Friedhold. Anfang 8 Uhr. ( Bons haben Giltigkeit.) Sonnabend: Ohne sittlichen Halt. Sonntag, 25. Oktober, nachm. 4 Uhr: Auf allgemeines Verlangen: Schneewittchen und die sieben Zwerge. Zaubermärchen in 8 Bildern von Georg Zimmermann. Im vorderen Saal! Tyroler Concert Entree vollständig frei! Im ersten Theatersaal die unübertreffl. Hamburger Sänger. Im zweiten Theatersaal: Variété u. Spezialitäten- Theater. Auftreten v. Kunstkräften I. Ranges. Aufführung v. Poffen ut. Singspielen. Anf. Wochentags 7 Uhr. Sonnt. 6 Uhr. Sillards. 4 neue Kegelbahnen. Sorgf. gepfl. Biere, auert. gute Küche. Apollo- W.Noack's Theater Theater. Friedrichstr. 218. Dir.: J. Glück. Signor Bernardi JI Camaleonte". Mile. Fougère die Unübertreffliche. Ducreux und Giraldic. Circus Busch. Robert Steidl. 7 Troubadours ( Bahnhof Börse.) Freitag, 23. Oktober 1896: Abends 71/2 Uhr: Große humoristische Vorstellung. Die Jagd nach dem Glüd. Neue Einlagen: Fortuna- Tanz, Cancan, Tarantella. Außerdem: Der große und d. kleine Ungar, dargest. v. Mr. Wells und d. Kleinen 5jähr. Friß. 4 arab. Schimmelhengste, abger. und vorgef. vom Dir. Busch. Zanzibar, ruff. Hengst, ger. von Herrn Salamonski. Miss Bliss, u. f. w., 1. f. w., u. s. w. Raffeneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Kinetograph. Brunnenstr. 16. Täglich( außer Sonnabend): Konzert, Theater- Borstellung. Auftr. von Spezialitäten. Künkler 1. Ranges. Neu! Neu! Neu! Die Weber Original- Burleste mit Gesang u. Tanz von W. Gericke. Musik von Stenzel. Jeden Sonntag, Dienstag u. Donnerstag nach d. Vorstellung Tanzkränzchen. ( Leben de Photographieen. Auch in Naturfarb.) Jntereffantefte Bilder historischen Charakters u. des Gesellschaftsleb. in vollkommenster Naturwahrheit. Wiedergabe musikalischer und deflamatorischer Wor träge. Phonographische Für alle Besucher zugleich deutlich hörbar ohne Schläuche. Eintrittspreis für alle Vorführungen 50 Pf. Militärs und Kinder 25 Pf. Borstellungen ununterbrochen von 10 Uhr vormittags bis 11 Uhr abends. 21. Unter den Linden No. 21. Vereine erhalten Preisermässigung nach Vereinbarung. E Schluss der Saison am 31. d. M. 2 Vorstellungen täglich Bahn, Athletin. Der Giger Nur noch 9 Tage Nach Abends 9-11 Uhr. 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Oktober, vorm. 10 Uhr, in Bismarckshöhe, Ankauf auf Auktionen Konkursmaffen bin ich in der Lage, Wir bringen hiermit zur Kenntniß, jedes Stück billiger zu verkaufen, daß die in der außerordentlichen Generalals alle anderen Geschäfte. Ich ver- versammlung vom 11. Juli 1896 bekaufe daher: schlossenen Abänderungen der§§ 14, 23 Abs. 1 bis 3, 24, 25 und 26 des Statuts vom 3. Mai 1893, sowie Artikel II am Hochelegante Winter Paletots von 5,75 M. an bis 36 M. Hohenzollernund Pellerinen- Mäntel von 5,25 M. an bis 30 m. Kaiser Mäntel und genehmigt wurden. V Restaurant u. Festsäle oppen von 6,75 m. an bis 24 M. von J. Wernau Schwedter Strasse 23/24. Den Vereinen, Klubs, Gesellschaften 2c. empfehle ich meine auf das eleganteste eingerichteten großen u. fleinen Säle u. Vereinszimmer von 80, 100, 200 bis 500 Personen faffend, zu Versamm Inngen, Sigungen, Arbeitsnachweisen, M = " M. Damen Mäntel und Jaquets von 5,50 M. an. Damen- Röcke in allen Farben von 3,25 M. an. 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Oktober cr., abends 81/2 Uhr, in den„ Arminhallen", Kommandanten ftraße 20, stattfindende Generalversamm lung behufs Wahl der Delegirten und ersuchen um zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Berlin, den 22. Oftober 1896. Der Vorftand. J. A.: E. Davidshäuser, Bors., Elisabethstr. 45b. Hochzeiten und Feſtlichkeiten jeder Art. Teschings, Stockslinten, Harmonikas, Orts- Krankenkasse 59152* 2 verdeckte Kegelbahnen. J. Wernau. Auf 14 Lage Probezeit vers. ich per Nachnahme von 6,50 M. mit Borto u. Berpadung 1 hochfeinen Harzer Kanarien- Roller. Bei Abnahme von 3 Stück 16 M., 6 Stück 30 M. Gute Zuchtweibchen 1 M. Was nicht gefällt, nehme ich binnen 14 Tagen zurück. Anfrag. m. Retourmarke erb. an L. G. Müller, Vogelzüchterei, Nordhausen am Harz. Rohtabak. Grösste Auswahl! Billigste Preise. Sämmtliche Fabritations- Utensilien. Heinrich Franck, Nr. 185, Brunnenstraße Ur. 185. Die weltbekannte wa Bettfedern- Fabrik Gustav Lustig. 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Abänderung des Statuts die Abänderung der§§ 22, 24 Abs. 5 und 30 genehmigt hat. Die Abänderung tritt am Montag, den 26. Oktober cr. in traft. Die Druckexemplare gelangen in der Kasse zur Vertheilung. 9546 Berlin, Oktober 1896. Der Vorstand. A. Dähne, Bors. A. Kelpin, Schriftf. Arbeiter! In dieser Versammlung wollen wir ein ungefähres Bild geben, wie sich die Herren Buchdruckereibefizer in Charlottenburg die Einführung des vereinbarten Tarifs vorstellen und welche Lehre daraus andere Berufe zu ziehen haben, falls ähnliches in ihrem Gewerbe stattfinden sollte. Die obengenannten Herren Buchdruckereibesitzer sind zu dieser Versammlung brieflich eingeladen. Der Einberufer. Lithographen, Steindrucker, Lichtdrucker, Schleifer, Präger und Prägerinnen, Anlegerinnen, Formtecher, Tapetendrucker und verwandte Berufsgenossen, Arbeiter und Arbeiterinnen des graphischen Gewerbes Berlins! Freitag, 23. Oktober, abends 8 Uhr, in Keller's Fettsälen, Koppenftr. 29: Große öffentl. Versammlung. I Zages Ordnung: 1. Die Erfolge der Lohnbewegung. Referent Kollege R. Schöpke. 2. Distusfion. 3. Berschiedenes. Tellersammlung findet nicht statt. 96/6 Wir ersuchen die Kollegen und Kolleginnen, überall dafür zu agitiren, daß die Kollegen und Kolleginnen sämmtlicher Anstalten in unserem Gewerbe vollzählig erscheinen, denn diese Versammlung ist eine der wichtigsten, welche über Bieles zu entscheiden hat. Es sage Niemand, daß es auf ihn nicht antomme, sondern Jeder muß seine Pflicht thun! Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer: H. Friedewald, Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Bahlstelle Berlin.) Sonntag, den 25. Oktober, vormitt. 10 Uhr, bei Joël, Jaquets, Hosen, Westen, ferner Arbeits- Zentral- Kranken- n.Sterbefasse 78/8 der Tischler Anzügen, Mänteln, Joppen, einzelnen anzügen billig und gut taufen will, mein bekanntes reichhaltiges Lager von Herren- und Knaben- Garderoben aller Art zu enorm billigen Preisen. A. Wergien, und anderer gewerblicher Arbeiter. Ortsverwaltung Berlin C. Sonntag, den 25. Oftober, vormittags 10 Uhr, bei Fr. Zubeil, Lindenstr. 106: Andreasstr. 21: General- Versammlung. Tages- Ordnung: Kassenbericht des Rendanten, Bericht des Vorstandes, der Bezirksleiter, der Werkstatt- Kontrollkommission und des Arbeitsvermittlers. Anträge. Ver bandsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Schneidermeister, 209 Mitglieder Versammlung. Sente, Freitag Abend bei Schöning, Sifung der Ortsverwaltung. 127 Stalizerstraße 127. Bestellungen nach Maaß werden gut und billig ausgeführt. Bitte sehr, recht genau auf Namen und Hausnummer zu achten. Gesangvereine. Bin noch einen Abend frei. Ernst Pahl, Dirigent, Wild- und Geflügel- A. Ritschl Friedrichsberg, Scharnweberstraße 41. Handlung Jetzt 61. Dresdenerstr. 61 part. vis- à- vis Holz und Kohlen empfiehlt Neumann, Frankfurter Allee 111. = Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1896. 2. Andere Kassenangelegenheiten. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, in der Versammlung zu erscheinen. 182/1 Die Ortsverwaltung. Sargmagazin und Beerdigungs- Comptoir von J. Kosin, Georgenkirchste 66. Auf schriftl. Aufford. sofort. Erscheinen. Nach stattgehabter Kostprobe, bei welcher seitens der hervorragendsten Berliner Gastwirthe unser Pilsner Bier als vorzüglich anerkannt worden ist, beehren wir uns hiermit zur gefl. Anzeige zu bringen, dass wir unser Bräu regelmässig in 1, 2 und Hectos abgeben. Die Generalvertretung der Pilsner Genossenschaftsbrauerei in Pilsen M. Stein& Co., Berlin W., Steinmetzstrasse 45. Fernsprech- Amt 6 No. 143. R. F. Mittelstädt, Berlin N., Brunnenstr. 152. ist aus passenden Kräutern abdestillirt be fördert vorzüglich die Ver daung und regr. besonders den Appetitan. REF.Mittelstädts Original Lowenfer is In Fl. Mk. 0,60. 1,10.& 1,80 Im Ausschank und in Flaschen überall zu haben. Medicin. Ungarwein 4303L* befte Qualität, à Literflasche 2,10 M., 5 Literfl. 9,25 M. 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Oktober, vorm. 9 Uhr, im Schützenhaus, Linienftr. 5. Zages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Wahl der Revisoren. 4. Gewerk schaftliches. 83/2 NB. Diejenigen Werkstätten, welche sich nicht an dem Martenvertrieb betheiligen, werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Der Vertrauensmann. Achtung! Bilderrahmenmacher. Achtung! Sonntag, 25. Oktober, vorm. 10 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 21: Oeffentliche Versammlung aller in der Bilderrahmenbranche beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen. Das Erscheinen sämmtlicher Kollegen ist unbedingt nothwendig. Der Einberufer. Verband der Sattler und Tapezirer. Filiale Zentrum I. Sonnabend, den 24. Oftober, abends 81/2 Uhr, bei Kintz& Co., Alte Jakobftr. 83: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Die Bezahlung der gesetzlichen Feiers tage. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Sonntag, den 25. Oftober, in den Gesammträumen der Berl. Ressource, Kommandanten str. 57: 8. Stiftungsfeff. Konzert, Theateraufführung und Ball. Billets für Damen 30 Pf., Herren intl. Tanz 50 Pf. find in obiger Versammlung zu haben. Gäfte willkommen. Anfang 26 Uhr. 156/5 Genossenschafts- Bäckerei für Berlin und Umgegend ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht). General- Dersammlung verkauf nur zu Engrospreisen. Billigfte am Donnerstag, 5. November, abends 8 Uhr, im Kintz'schen Ausschank, Bezugsquelle. 58352* Bitte genau auf No. 110 Brunnenstrasse No. 110 zu achten. Fernsprecher Amt III, 1211. So ophastoffe auch Refte in Rips, Damast, Crêpe, Phantafe, Gobelin und Plüsch spottbillig! Proben franko! in allen Qualitäten zu Berlin S., Läuferstoffe Fabrikpreisen. Emil Lefèvre, Oranienstraße 158. Alte Jakobstr. 83. Tagesordnung: 1. Beschlußfassung laut§ 97: Jft Vorstand und Aufsichtsrath beizubehalten oder sind andere Personen zu wählen. 2. Verschiedenes. Nur die rothen Mitgliedskarten legitimiren. Der Vorstand. 38/1 Control Arbeiter der Marke deuischer Schutz- Marke M- 1590 Ausgegeben von Control Commission Jean Metz, Nemburg Hutmacher Berlin Hüte mit Kontrollmarke B ( nur aus der Genossen schafts Hutfabrik be= zogen) verkauft im ein= zelnen zu Engrospreisen billiger als jede Konkurrenz Oscar Arnold, Hut- Engrosgeschäft, 116 Dresdenerstr. 116 am Oranienplak. Kein Laden. Benno Stabernack's Vereinshaus, Belle- Allianceplatz 6a. Neue Friedrichstr. 81. Oranienstr. 190. Genthinerstr. 29. Für die hiesigen Leſer liegt der Potsdam: Bäckerstr. 7. Charlottenburg: Kaiser Friedrichstr. 48. ( früher Seefeldt), Grenadierstraße 33. Säle für heutigen Nummer auferes Blattes Inselstrasse 10( früher Scheffer's Salon). die Gewinnliste der preußischen Empfehle meinen neu renovirten Saal( 250 Personen fassend), sowie Vereinsgute Sonnabende und Sonntage zu vergeben. 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