pro Woche 30 Bf. 12 begeld: 1 , 4. Stufe Te ihr Veri tatistischen sige Mitgli gen in Ortstaffe: Den Buf Buschu 28? Kein 2. Was günftigfte ine in F meiſten c zliche Beha Staffe). E gblatte anju der Losung D. Statute nehmen. Die ferstraße 61 Berliner en Werlitä en, deren zugeben. 5. ab die B gegen Vor Det und f ten Wochenb en. ng des Pri Schickte de tober" an as Patent ies ab und 5 Anhäng Autorität be rmen verw Gouverneur it in Folge Dorher be ction. be Nr. 175 Sonntag 26. Oktober 1884. 1. Jabrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Babies geint raglich ergens außer sag Sonne und Festtagen in's Saus vierteljährlich& Mart, monatlig 1 Marl, Remmers 5 Bf. Postabonnement pro Quartal 3 Mart. trage der Boftzeitungspreisliste water bonnementspreis für Berlin öchentlich 25 f. Einzelne ( Eingetragen im VIII. Nachs Nr. 719a.) Jasertionsgebühr beträgt für bic 3 gespaltene Betitzeile oder deren Raum 40 Bf. Arbeitsmarkt 10 Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 be Rachmittags in der Expedition, Berlin SW., 8immerstraße 44, sowie von allen Annonces Bureaur, ohne Erhöhung des Breifes, angenommen. Redaktion und Expedition Berfin SW., Zimmerstraße 44. Abonnements- Einladung. Wieder ist das Berliner Volksblatt" poleon I. die Polen für sich begeistern wollte, richtete er ein Manifest an das polnische Volt, unter dem der Name des berühmten polnischen Revolutionshelden Kosziusko stand. Der letztere hat bis an sein Lebensende beharrlich erklärt, daß er dieses Manifest nicht nur nicht unterschrieben, sondern auch vor dessen Veröffentlichung gar keine Kenntniß von demselben gehabt habe. Für fächsische Fabrikanten ist es leichter, die Unterschriften von 1500 abhängigen Arbeitern zu gewinnen, als es für Napoleon war, die Unterschrift Kosziusko's für seine perfönlichen Zwecke auszunuzen. Man sieht dem fächsischen Wahlaufruf, der angeblich die Unterschriften von 1500 Arbeitern trägt, auch auf den ersten Blick die„ Ma che" an. Dies famose Attenstück ist auf dem Komptoir irgend eines Es sind dieselben tinen Monat älter geworden, und sein Leserkreis hat sich auch in diefem Monat bedeutend vergrößert. So erfreulich dies auch für uns ist, und so sehr wir auch die Ueberzeugung haben, daß unfere jezigen Leser treu zu uns halten werden, fönnen und dürfen wir uns dennoch nicht mit dem Erreichten zufrieden geben. Unser Blatt ist ein des gegen Organ für die Interessen der Arbeiter". Da nun die wertthätige Bevölkerung Berlins aber nach bunderttausenden zählt, und unser Organ das einzige Blatt ift, welches es fich zur Aufgabe gemacht hat für die wirthschaftmertfamfeit einzutreten, so muß soll Etwas erreicht werden Phrasen, dieselben seichten Schlagworte, dieselben heuchle- der Leserkeis ein viel größerer werden. rischen Wendungen, die in allen liberalen" Wahlaufrufen für Blatt wiederkehren. Auch nicht mit einer Silbe wird ein neuer Gedanke angedeutet, es ist der alte unschmackhafte und undefinirbare Brei, der den Wählern nun schon so lange vor gesetzt wird und mit dem sie sich den Magen so gründlich verdorben haben, daß sie diese Kost fast überall mit unverfennbarem Widerwillen zurückweisen. Dazu ist der Kandidat, zu dessen Gunsten dies wundersame Schriftstück angefertigt worden ist, ein Kandidat der sogenannten ,, Drdnungspartei", d. h. man weiß nur, daß seine Anschauungen fich bebentlich nach der reaktionären Seite neigen. chrift ift un en wir nicht beantwortet Sie in Butu 5 gefchrieben ructe. blen wir da Bufendung ohl wiffen, amten Barte Und deshalb u erwerben und danach hinzuwirken, daß dasselbe in keiner Werkstatt, in feiner Familie fehlt. Je größer unser Lesertreis wird, um somehr werden wir in der Lage sein, Wissensberthes und Belehrendes in unserem Blatte zu bringen. Wenn jeder unserer Leser auch nur einen Abonnenten gewinnt, lo ist schon Großes erreicht, und auch wir werden mit größerer Freudigkeit unser Wirken fortseßen können. 25 Das ,, Berliner Volksblatt" loftet vierteljährlich 3 Mart; monatlich 1 Mark; wöchentlich Pfennige frei ins Haus. Son derartigotenfrauen sowie in der Expedition, Simmerstr. 44, angeBestellungen werden von allen Zeitungsspediteuren und wahlt rdh. Priem Dorfstraße iner Babn nommen. für die Monate November und Dezember gegen Zahlung Für Außerhalb nehmen alle Postanstalten Abonnements on 2 Mart entgegen. Die Redaktion des Berliner Volksblatt". Wahlkniffe. Daß es Arbeiter giebt, die sich zu einem solchen Manöver gebrauchen lassen, daran zweifeln wir nicht im Mindesten. Wenn die Arbeitgeber in solcher Weise die Abhängigkeit der Arbeitnehmer außnußen nun, dann giebt eben Die meistens gegen den Liberalismus stimmen, von dessen Vertretern sie zur Unterschrift gezwungen worden sind. liberale Preffe fühlt das zum Voraus und spricht auch schon von ,, Heuchelei." Natürlich, es rächt sich alle Schuld. Wenn die Herren Unternehmer sich nicht scheuen, die Arbeiter zur Heuchelei zu zwingen, so fällt der Schaden der ,, Heuchelei" auf deren Urheber zurück. Solche Mittel werden von ,, liberalen" Politikern nicht nur in Sachsen angewendet; man liebt solche Praktiken auch anderwärts. Dem gegenüber sei einfach darauf verwiesen, daß die Abstimmung eine geheime ist und daß Niemand sich zu einer Abstimmung zu verpflichten braucht. Wenn es nur auf die ,, Liberalen" ankäme, fo hätten die Arbeiter schon längst öffentlich unter Polizeiaufsicht abzustimmen! Politische Uebersicht. Ueber die Umgestaltung des preußischen Medizinalwesens soll bereits ein Gefeßentwurf ausgearbeitet sein. Angeblich besteht die Abficht, diesen Entwurf demnächst dem preu Bischen Landtage vorzulegen. Der Entwurf steht in feiner Weise im Widerspruche mit den Beschlüffen des zehnten deutschen Aerztetages und auch nicht mit den auf dem neuesten Aerztetage aufgestellten Thesen. Im großen Ganzen soll der Entwurf den Wünschen der Mehrzahl der preußischen Aerzte entsprechen. Ob die Attentäter Hödel und Nobiling Anhänger der chriftlich- sozialen Partei oder der Sozialdemokraten waren, diese Frage behandeln die Demokratischen Blätter" in einem längeren Artikel, worin es am Schluß heißt: Uebrigens meinen wir, daß die Breffe der Frage, ob Nobiling Mitglied chriftlich mit ſeiner Familie dem Elend preisgegeben zu werden. In efanteren Details bet Grüneberg imen Grinnerungen ein einer Versammlung ist denn auch angedeutet worden, daß die Unterschriften erpreßt worden sind durch die Furcht, aus der Arbeit entlassen zu werden. Was sich die ,, liberalen" Agitatoren wohl von solchen Unterschriften versprechen! Aber wie dem auch fei wir können den Mann nicht ohne Weiteres verurtheilen, den feine Abhängigkeit zwingt, Man kann es dem Liberalismus kaum verdenken, wenn Ersonen faff Angesichts des steten Sintens feines politischen Einflusses fich zum Werkzeug zu machen; der liberale Pharifäer aber, hält den fol. Bed. beer seltsamen Mittel ist jedenfalls ein Wahlaufruf aus ande halber vbr. frei. iffen billig zu vermiet 19, II bei C r. 167 Do Fr. 51 I. I Rau uno nd Shagim Freild m. Men 11 Boll Berliner Bo Ceppiche und mania- Bi ungen 6,50 bem 13. fächsischen Wahlkreis( Leipzig- Land), der von 1500 widerwärtigste Bild der ganzen Wahlbewegung. Arbeitern unterschrieben sein soll und der an Demuth fich noch seiner Errungenschaft" rühmt, ist weitaus das Wo folche Mittel angewendet werden, da ist der viel zu großes Gewicht beigelegt hat. Wir haben auch diese Reminiszenz nicht unterdrücken wollen, weil wir es als eine Ehrenpflicht gegenüber der Sozialdemokratie ansahen, ste von dem abgeschmackten Vorwurf, daß Nobiling einer der Ihrigen gewesen, endlich zu befreien. Noch in seiner unlängst veröffentlichten Broschüre: ,, Das soziale Königthum" hat Herr Ludwig Hahn das Ausnahmegesez mit den Attentaten zu mo tiviren versucht. Dem muß doch endlich ein Ende gemacht werden. Es wäre natürlich ebenso lächerlich, die christlich- soziale Partet des Herrn Stöcker mit den Attentaten zu belasten; lediglich von psychologischen Interesse ist es, daß Leute, welche fich in einem Zustande geistiger Vermilderung und Verkommenheit befanden wie die Hödel und Nobiling, Leute, bei denen die Großmannssucht offenbar zum Durchbruch gekommen war, gegenüber dem liberalen Kapitalistenthum, an polizeifrommer moralische Bankerott der Partei konstatirt, die dazu greifen Unterwürfigkeit und an spießbürgerlicher Kurzsichtigkeit nichts muß. Wir glauben auch faum, daß irgend welche Wähler ihr leckes Schiff in den christlich- sozialen Hafen lenkten. Ju wünschen übrig läßt. Dieser Wahlaufruf wird von den thöricht genug sind, sich auf diese Weise hinters Licht führen liberalen" Preßorganen als ein interessantes und hochbe- zu lassen; ja, wir glauben nicht, daß von den 1500 fo deutsames Altenfiück bezeichnet und abgedruckt. mühsam gesammelten" Unterschriften auch nur der dritte Nun, diese Art von Mache" ist nicht neu. Als Na- Theil ernsthaft zu nehmen ist. Die Unterzeichner werden Radbrud verboten. 14 " 1 Feuilleton. Isaura. Eine Erzählung aus dem südlichen Frankreich. ( Fortsegung) .Dann erwarten wir Vater Royan's Heimfehr," sagte fie innig, aber fest. Du bist unerbittlich," verseste er. Hätte ich das geahnt, ich hätte ihn nie von mir gelaffen. Wie lange wird das noch bauern! und jeder Tag, der unser Glück verzögert, wird mir zur Ewigkeit." welche mit ihrem Gatten dort wohnte, ängstlich hinab auf das Aus einem Lugfenster des Thurmes blickte die alte Frau, bittend. Baar, das nun in traulichem Geplauder näher tam. Sie freuzte fich mehrmals und rief dann ihren Mann herbei. Was willst Du, Sabette?" sagte er, von seinen Vogelschlingen ablaffend. " alter Thurm denn verflucht wie damals, hier vorgehen?" Sprich doch nicht gottlos!" sagte er. Der heilige Clement schüße uns!" rief fte. Ist unser und soll eine neue Mordthat, Teppiche 11 0,25 und n. Grif in allen G 2, 2,50 bu 3,50, 4, So Tifchbeden 2 Mart 50, 60 f er 75 P Seiten einge Manilla Ga Bordüren Denn?" gebracht Was ist Ich darf ohne Royan's Bustimmung nicht!" sagte fie ,, Wahlan, es sei! Aber laß uns wenigstens vor dem frommen Manne, der uns den Segen der Kirche spenden soll, den Bund, den wir beschloffen haben, bekennen. Das Volt verehrt ihn wie einen Heiligen und glaubt, daß er in die Bu funft schauen fann er foll für uns beten." " Gut, Raymond! Wir wollen zu ihm gehen," sagte ste. ,, Das fann uns nur Segen bringen." Jegt war auch die alte Frau, welcher das hinabsteigen mühsam fiel, an das Thor gekommen, und ihr Erstaunen, als sie hörte, die Fremde sei des Herrn von Mont Aynard Braut, ließ fie zu feiner flaren Besinnung fommen, so daß sich Vergangenheit und Gegenwart in ihrem Kopfe ihre Bunge, deren geplapperte Worte schon den Baron auf mertiam machten da verstummte fte und füßte Isaura's Rodjaum. Sieh, da kommt fie, das Mädel, das der Schwager uns Banze Gefchichte wieder! So fam die Unglückliche auch herauf verwirrten. Erst ein scharfes Wort ihres Mannes hemmte und hat einen Liebsten bei sich! Mein Gott, die mit dem Fremden, Arm in Arm, und ich Elende, statt ihn zu Derjagen mit dem ersten besten Fangmeffer, ließ Anne noch aufpaffen, daß der Graf nicht unversehens herauf fäme. Und He verfah's doch Mont Aynard empfahl ihr, die junge Dame wie ihren Ein schallendes Gelächter ihres Mannes unterbrach ihr Augapfel zu hüten, und nahm dann zärtlichen Abschied von mar' Sünde! Die Rede. Sh lache nicht über Deine furchtbare Geschichte Don Damals," sagte er; weiß Gott, darüber zu lachen Hef, fo fanell er fonnte, hinab, dem Grundherrn die Reverenz Mont Aynard nicht mehr fennst!" Damit verließ er fie und machen. Dafür belohnen Aber daß Du unfern gnädigen Herrn von seiner Verlobten, auf baldiges Wiedersehen. Was schwaste Dein Weib von vornehmen Liebhabern und einer Mordthat?" fragte er unterwegs den ihn begleitenden Thurmwart. Du hast diese Dame gut aufgenommen, Alter!" sagte Mont Aynard freundlich. Ich danke Dir und werde Dich Der Thurmwart ließ seine Müße aus der Hand fallen mußte." denn wisse: ste ist meine Braut!" und starrte den Herrn sprachlos an. Warum fte genöthigt ist, insgeheim ihren Aufent Es geht ihr manchmal verdrehtes Beug durch den Kopf," sagte dieser entschuldigend, Sie hat in früherer Zeit, als wir noch den Grafen von Briançon zum Nachbar hatten und Euer gnädiger Herr Vater noch lebte, etwas gar Schlimmes erlebt, wofür sie die peinliche Frage aushalten Die Tortur?" rief der Baron mit Abscheu. Sa, fte sollte etwas aussagen, was sie nicht durfte oder der Zeit manchmal im Kopfe nicht gesund ist. Freilich find wir auch Beide sehr alt." balt bei Dir zu nehmen, das erfährst Du vielleicht später nicht wußte," antwortete der Thurmwart. Gequält haben fie tinmal," führ der Baron fort. Ich werde aber wenig das arme Weib, aber sie hat's ausgehalten, nur daß fie feit ens ihrer äußern Verkleidung ein Ende machen; Du lannit mich nach Gardemont begleiten, daß ich Dir schid liche Gewänder aus den Truhen meiner verstorbenen Schwester mitgebe, für eine Dame von Isaura's Rang paffend. Und dann, faura?" fragte er mit einem zärtlichen Blicke. senberg andenstr. Der Baron ging eine Weile schweigend neben ihm her. ,, und des Royan Frau ist Eure Schwester?" fragte er dann. „ Ja, gnädiger Herr." Damit hatte ihr Gespräch ein Die Einnahmen des deutschen Reichs an StempelAbgaben für das Etatsjahr 1885/86 find veranschlagt: 1) Spielfartenstempel 1006 500 M., um 8200 M. weniger, als im Vorjahre. 2) Die Wechselstempelsteuer ist veranschlagt auf Ende; Mont Aynard schritt in tiefen Gedanken und so eilig vorwärts, daß ihm der Thurmwart, der selbst steinalt war, faum zu folgen uermochte. Wie hatte sich das Geschick seiner Bulunft nun anders gestaltet! Wie bei einer Bergwanderung jeder Schritt weiter eine veränderte Ansicht bringt, oft kaum wiedererkennen läßt, was man von einem frühern Standpunkte aus gesehen so auch im Leben verändert oft der nächste Augenblick die ganze Gestaltung desselben. Wohl Jedem, der dadurch freudig überrascht wird! 10. An den nackten Felswänden glühte der Mittag; das spärliche Grün, welches hier und da in den Rißen des Ges steins, wo sich ein wenig Erde fand, seine Ranken getrieben hatte, hing schmachtend und welt herab; kein Vogel ließ fich hören, Alles war still. Im Eingange seiner schattigen Höhle faß wie ein Steinbild der Eremit; er hatte die Augen ge schloffen und die langen, magern Hände gefaltet; der filberweiße Bart ruhte in seinen starken Wellen auf der schwarzen Kutte. Ob der Greis schlief oder nur in tief beschaulichen Gedanken der Außenwelt alle Sinne verschloffen hatte: er wurde nicht gewahr, daß den schroffen Paß herauf fich Tritte nahten, daß eine verschleierte Dame, von einem Manne im Panzer geleitet, von zwei bewaffneten Dienern gefolgt, auf der Höhe erschien und bei dem Anblicke des ruhenden Einsiedlers stehen blieb, als wolle sie auf sein Erwachen warten. Sie war von hohem und schlankem Wuchse; ein reiches Kleid umfloß ihre edle Gestalt; der weiße Schleier ließ jedoch ihr Geficht nicht erkennen. Der Begleiter trug einen verbrämten Waffenrock über dem Harnisch und hatte der Higewegen den Helm an einen der Diener gegeben, welche in gemeffener Entfernung, folgten; das Schwert, das ihm zur Stüße diente, war seine einzige Trußmehr den Dienern wintte er zurückzubleiben und näherte sich, die Dame an der Hand fübrend. Jest schlug der Eremit die großen Augen langsam auf; einen müden Blick, in welchem sich keine Ueberraschung malte, ließ er auf die Nabenden fallen dann erhob er fich schwer. The Mont Aynard Denn er war es mit Isaura noch ein Wort an ihn gerichtet hatte, sank das Mädchen, den Schleier leicht zurückschlagend, von ihrem Ge fühle übermannt, vor ihm auf die Kntee, faltete die Hände und bat um seinen Segen. ( Fortsetzung folgt.) 6 750 000 M., um 118 000 M. mehr, als im Vorjahr. Davon geben ab gemäß§ 27 des Gesetzes über die Wechselstempel fteuer vom 10. Juni 1869 2 Broz. oder 135 000 M., und die dem Reiche erwachsenden Erhebungs- und Verwaltungskosten 190 000 m., zusammen 325 000 M. Das find 5100 D. mehr, als im Vorjahre, so daß der Ertrag sich im Ganzen auf 6 425 000 M., Das sind 112 900 M. mehr, als im Vorjahre, stellt. 3) Die Stempelabgabe für Werthpapiere, Schlußnoten, Rechnungen und Lotterieloose, ist veranschlagt a) für Aktien, Renten und Schuldverschreibungen 4 206 000 M., um 754 440 Mark mehr, als im Vorjahre; b) für Schlußnoten und Rechnungen( also die eigentliche Börsensteuer) abzüglich 2 Prozent für die Bundesstaaten 2 320 000 M., das find 408 320 M. weniger, als im Vorjahre; c) für Lotterieloofe von Staatslotterien 5380 000 M., um 38 000 M. mehr, für PrivatLotterien 524 000 M., um 64 000 M. weniger, als im Vorjahre. Insgesammt ist die Einnahme somit aus 3) auf 12 430 000 m., Das sind 320 120 M. mehr, als im Vorjahre, veranschlagt. 4) Die statistische Gebühr ist auf 545 000 m. veranschlagt, oder um 22 400 M. höher, als im Vorjahre. Im Ganzen sollen sonach die Einnahmen des Reiches von Stempelabgaben pro 1885/86 betragen 20 406 500 M., das find 447 220 Mart mehr, als pro 1884/85. Eine bestimmte Berliner Nachricht ist Braunschweig. eingetroffen, daß dort an höchster Stelle das Patent des Herzogs von Cumberland mit Protest zurückgewiesen und das Auftreten des Braunschweiger Regentschaftsrathes gegenüber demselben gebilligt worden sei. Auf Grund des Sozialistengesetzes ist das Flugblatt: An die werkthätigen Wähler des vierten hannoverschen Wahlkreises" und das Flugblatt An die Wähler Deutschlands", welches den Kanbidaten Georg v. Vollmar empfiehlt, verboten worden. " einbegriffen, auf 6000 bis höchstens 7000 Mann zurückgebracht wird. Corr. Havas" meint daher, daß General Brière de l'Isle mindestens 7000 Mann Verstärkungen erhalten müsse,., um im Stande zu sein, die bereits errungenen Vortheile zu benußen. Richtiger würde das offiziöse Organ hier sagen, um diese Vortheile zu behaupten" um nicht vielleicht gar von den von Norden hereingedrungenen chinesischen Streitmaffen erdrückt zu werden. Der französische Senat hat zur Zeit die verschiedenen Gesesvorlagen in Berathung, welche in Ausführung der Beschlüsse der diesjährigen Versailler Nationalversammlung die Reform der Wahl des Senats zum Gegenstande haben. Nach der Vorlage der Regierung sollen die lebenslänglichen Senatoren durch solche mit neunjähriger Amtsdauer erfezt werden, deren Wahl durch beide Kammern erfolgt. Wie es scheint, hat der Senat die Ueberzeugung erlangt, daß er sich dem Verlangen auf Beseitigung der lebenslänglichen Senatoren nicht länger entgegenstellen darf, denn ein Privattelegramm aus Paris meldet, daß derselbe gestern die Vornahme der Wahl eines Senators auf Lebenszeit verweigert hat. Damit würde diese Einrichtung thatsächlich bereits abgeschafft sein, noch ehe sie es gefeßlich ist. Paris, 24. Oktober. Aus Hanoi wird von heute gemeldet, daß die legten chinesischen Truppen, welche die Verschanzungen vor Chu besetzt hielten, diese Stellungen wieder geräumt haben. Rußland. Einem Telegramm aus Petersburg zufolge hat der russische Kaiser von den im letzten Hochverrathsprozesse Die Anmaßungen der Klerikalen in Desterreich treten von Tag zu Tag stärker hervor. Ein Lehrer Namens Rohrweck, in Leonfelden hat es mit dem Bischof Rudiger verdorben, weil er in einigen unwesentlichen Punkten nicht nach dessen Anordnungen handelte. Hierüber ist der Herr Bischof sehr aufgebracht, und gelegentlich einer Rede, welche er im tatholischen Bollsverein hielt nahm er Veranlassung in scharfen Worten gegen den Lehrer vorzugehen. Er berichtigte bei dieser Gelegenheit die Beitungsmeldung, daß er den oberösterreichischen Landesschulrath um eine Entscheidung in der Sache ersucht habe; er habe vielmehr denselben nur zum Einschreiten gegen ben wider die geistliche Behörde renitenten Lehrer aufgefordert und und werde, da der Landesschulrath nicht seine Pflicht thue, fich nun an den Unterrichtsminister wenden. Interpellirt, ob fatholische Eltern ihre Kinder zu Rohrwed in die Schule schicken dürften, erwiderte der Bischof: Einstweilen ja, denn wenn auch der Teufel in der Schule einen ungeheueren Sieg errungen, so hoffe er doch, es werde nun bald in Oberöster reich beffer werden. Und seine Hoffnung hat einen guten Grund, denn der Unterrichtsminister gewährt ihm seine Unterstügung. Rohrwed's Vertheidigung seiner Selbstständigkeit als Staats beamter gegen die Uebergriffe des Bischofs erfreute sich allges mein des Beifalls in österreichischen Lehrerkreisen. Lehrervereine beschlossen Zustimmungsadreffen. Der Unterrichtsminister hat ihnen dies unter Hinweis auf das Vereinsgesetz und mit An drohung der Auflösung des ungeborsamen Vereins wie Dis ziplinarstrafen gegen die einzelnen Mitglieder verboten, obgleich Der oberösterreichische Landesschulrath anerkannt hat, daß der Lehrer Rohrwed fich fein pflichtwidriges Verhalten habe zu Schulden fommen lassen. M dem Programm der geheimen Gesellschaft ,, Narodnaja Wolja". Rogatscheff unterhielt Beziehungen zu Sheljaboff, Szuchanoff u. s. m., betrieb revolutionäre Propaganda unter dem Militär in Helsingfors, übernahm nach dem Attentat am 13. März von Szuchanoff die Druckereigegenstände und verbrecherischen Drud fachen und verheimlichte dieselben bei sich in Petersburg, über nahm 1882 im Auftrage eines verbrecherischen Vereins eine Reise in das nordwestliche Gebiet, wo er Offiziere zur Bildung friegerisch- revolutionärer Gruppen aufforderte und leistete im Herbst 1883 der Aufforderung der Vera Figner, den Abschied zu nehmen und die sogenannte„ Bojenya Brushing"( Kampf bruschinen) zu organifiren, Folge. Stromberg verkehrte mit Szuchanoff, Sheljaboff 2c., und wurde eines der ersten Mits glieder des Petersburger zentralen militärisch- revolutionären Kreises. Am 13. März befand sich Stromberg in der Wohnung Szuchanoffs, in welcher die Perowskaja erschien und zur Be freiung des arretirten Sheljaboff aufforderte; er nahm Theil an der Anfertigung heftographischer Proklamationen anläßlich des 13. März und an der Entfernung des Zubehörs zu der geheimen Druckerei, sowie des Dynamitvorrathes aus der Woh nung des Figner. zum Tode Verurtheilten, die Vera Figner und Ludmilla Wolfenstein, den Stabskapitän der Artillerie Pochitonoff, den Oberstlieutenant der Infanterie As che n brenner, den Sefondelieutenant der Infanterie Tich a n o= witsch und den Fähnrich des Flottensteuermanns Korps Yuvatscheff, zu lebenslänglicher, resp. fünfzehnjähriger Bwangsarbeit begnadigt. An den ebenfalls zum Strange Verurtheilten: dem früheren Flottenlieutenant Baron Alexander Stromberg und dem Lieutenant der Artillerie Rogatscheff ist das Urtheil am 22. d. M. voll= streckt worden. Die übrigen Angeklagten, der Kaufmannssohn Waffily Iwanoff, der Priesterssohn Apollon Nemolomsty, der Edelmann Wladimir Tschaikoff, der Priesterssohn Dimitry Ssurovßeff, der Kaufmannssohn Athanaffy Spandoni Basmandshi und die Priesterstochter Liubow chemodanowa, find zu 3 mangsarbeit von 4 bis 20 Jahren verurtheilt worden. Die Schulzustände Ungarns find noch recht trübseliger Natur. Nach einer fürzlich in deutscher Sprache erschienenen amtlichen Statistik des ungarischen Unterrichtsministers haben von 2215 387 schulpflichtigen Kindern im Jahre 1882 den Unterricht thatsächlich genoffen 1697 984; demnach ermangelten 517 403 des elementarsten Unterrichts. Weiter haben von den die Schule besuchenden Kindern 271 830 das angefangene Schuljahr nicht beendet. 9 Prozent waren mit den für den Unterricht erforderlichen Schulbüchern garnicht versehen! In dem ,, hochzivilifirten" Budapest ist es mit dem Volfsunterrichte der maßen schlecht bestellt, daß von 100 Schulpflichtigen 23 jedes Unterrichts ermangeln! 100 de Der I hach teicher Wabl methi einer geben Flugt Romi oder men „ Be bag f Die b treibe Romi in fei Don Bwed line feien. blätte einige gebi efant For Ford für d Forts famm pellat geord But Dara genof aber Daß aus ganz Barte Dag 1 ausg einige In der Nacht vom 19. b. M. hat die Polizei in Peters burg wieder eine geheime Druckerei mit Beschlag belegt. Man soll auch einem Komplott gegen das Leben des Czaren auf die Spur gekommen sein. Bahlreiche Verhaftungen find vor genommen worden. Vorgestern früh hat sich in Odessa ein Gendarmerie- Oberst erschossen. Derselbe soll politisch kompro mittirt gewesen sein. Egypten. Bei der beschlossenen Reduktion der egyptischen Armee auf 3000 Mann werden alle englischen Offiziere der egyptischen Armee bis auf zehn den egyptischen Dienst vera laffen. Wahlbewegung In einer am vorigen Donnerstag in Sanssouci unter dem Vorsitze des Herrn Dr. Ewers zu Gunsten des realtionär- antisemitischen Herrn Ernst von Köller tagenden Wähler- Versammlung, batte sich ein Schneidermeister Müller erlaubt, von dem Kandidaten der Arbeiterpartei im 4. Wahl freise zu sagen: Herr Singer drückt seine Arbeiter bis auf's Blut." Der Herr Stadtv. Singer hatte beabsichtigt, in der heutigen Wähler Versammlung des 4. Wahlkreises, welche leider wieder verboten ist, diese Angelegenheit klarzustellen, und übersendet uns nun, durch das Versammlungsverbot hieran verhindert, mit der Bitte um Veröffentlichung, folgende, ihm ohne sein Buthun überreichte Erklärung. In einer testbin stattgehabten Versammlung soll der Schneidermeister Müller Wohnung war nicht angegeben die Aeußerung gemacht haben, daß in dem Konfektions- Ge schäfte des Herrn Singer„ die Arbeiter bis auf's Blut gedrückt werden". Dem gegenüber erklären wir, daß nach unseren lang jährigen Erfahrungen diese Behauptung unwahr ist und daß unsere Beziehungen zu unseren Arbeitgebern nach allen Seiten die allerbesten sind. Ein amtliches Communiqué über den legten Hochverrathsprozeß macht bekannt: Am 24. September( 6. Oftober) bis 28. September( 10. Oktober) fand vor dem Petersburger KriegsBezirksgerichte die Prozeßverhandlung gegen 14 wegen Staatsverbrechen angeflagte Personen statt, welche demselben durch den Miniser des Innern auf Grund einer durch den Kaiser bestätigten Verordnung zur Aufrechterhaltung der staatlichen Ordnung und der öffentlichen Sicherheit übergeben waren. Das Kriegsgericht erkannte die Edelmannstochter Vera Figner, die Briefterio ine Neu olowsky und Sfurovizeff, den Kaufmanns sohn Spandoni Basmandshi, den Edelsmann Tschaikoff, den Kaufmannssohn Jwanoff, die Frau eines Arztes Ludmilla Wol fenstein, den Oberstlieutenant der Infanterie Aschenbrenner, den Stabskapitan der Artillerie Pochitonoff, den Lieutenant der Artillerie Rogatscheff, den früheren Flottenlieutenant Baron Stromberg, den Fähnrich des Flottensteuermannsforps Yuvatscheff und den Sefondelieutenant der Infanterie Tischanowitsch für schuldig der Zugehörigkeit zu einer gefeßwidrigen Gesellschaft, welche den Sturz der in Rußland bestehenden staatlichen, gesellschaftlichen und ökonomischen Ordnung bezweckt und dies mittelst Gewaltthaten in einer ganzen Reihe von Attentaten auf den Kaiser Alexander II., welche mit dem Märtyrertode desselben endeten, zum Ausdrud gebracht habe, ferner für schul dig der Ermordung und Attentate auf Staatswürdenträger und Amtspersonen, sowie anderer zur Störung der Staatsordnung und der öffentlichen Sicherheit verübten Verbrechen. Die Priestertochter Tschemodanowa wurde dagegen der Angehörigkeit zu einer gefeßwidrigen Vereinigung, welche den Umsturz des Staates für die Zukunft und nicht durch gewaltsame Maß nahmen erstrebte, für schuldig gehalten. Das Communiqué beschreibt ausführlich die Verbrechen eines jeden Angeklagten und sagt in Bezug auf die Vera Figner, daß dieselbe Agentin des Exekutivkomitees ihres Vereins war und theilnahm an der verbrecherischen Propaganda unter dem Volke im Jahre 1875, an der Demonstration vor der Kasan'schen Kirche in Petersburg 1876, an dem Kongresse der sozialen revolutionären Vereinigung 1879, an dem Odessaer Attentate gegen den Kaiser Alexander 1879, an den Vorbereitungen zur Sprengung des Taiserlichen Bahnzuges in Moskau, der Anfertigung der Sprenggeschoffe für die Mordthat am 13. März 1881, an der Drganisation der verbrecherischen Arbeiterzirkel in Petersburg 1880, an der Ermordung Strelnikoffs in Odessa 1882 und an der Organisation revolutionärer Kreise unter dem Militär nach Frankreich. Die französische Regierung fann nicht länger umbin, die kritische Lage des Expeditionforps in Tonkin einzugestehen. Wie ein Privatielegramm aus Paris meldet, hat der gestern abgehaltene französische Ministerrath beschlossen, dem Gefeßentwurf über die neuen Bewilligungen für Tontin einen Schlußartifel anzufügen, welcher, dem Gesetze über die Bildung einer Kolonialarmee vorgreifend, die unverzügliche Drganisation von Marschbataillons für Tontin gestattet. Nach einer Darstellung der Corr. Havas" besteht das Expeditionstorps in Tontin zwar aus 15 000 Mann, doch ist es nothwendig, in den Städten des Deltas und in den Festungen nördlich von Hanoi Garnisonen zu unterhalten, wodurch der wirk liche attive Theil der Truppen, die annamitischen Schüßen mit " 1 Berliner Sonntagsplauderei. R. C. Nur noch ein kurzer Zeitabschnitt trennt uns von bem verhängnißvollen, ereignißreichen Tage, an welchen so viele Hoffnungen, so tausendfache Wünsche geknüpft sind. Was ist für diesen Tag nicht agitirt worden, welche Unsummen find von verschiedenen Parteien nicht ausgegeben worden; wie haben gewiffe Parteien, die das Recht auf Wohlanständigkeit in Erbpacht zu haben glauben, den politischen Gegner nicht allein mit Hohn und Spott, sondern auch mit niedriger Verleumdung und Schmähung überhäuft! Und im Grunde genommen ist das Alles nicht geschehen, um die Prinzipien der verschiedenen Parteien zur Geltung gelangen zu lassen, der Kampf spißt sich vielmehr darauf zu, welche Kandidaten einen Sig im fünftigen deutschen Parlament erhalten werden. Das ist vorläufig die Hauptsache. Wohin seid ihr entschwunden, ihr schönen friedlichen Tage, in denen der gewöhnliche Durchschnittsmensch fich wenig fümmerte um die bewegenden Fragen der Politit; wo er verträglich mit seinem Nebenmenschen verkehrte, heute scheint die Welt auf dem Kopfe zu stehen, denn derjenige, den man unter gewöhnlichen Verhältnissen wohl noch für einen gemüthlichen Knopp" erklärte, ist heute ein erbitterter Feind, er wählt nicht den Kandidaten der eigenen Partei; man hat daher in seiner Gegenwart pflichtschuldigst das Gefühl, als thäte man irgend etwas, was unter seiner Würde ist, wenn man einen solchen Menschen überhaupt nur noch eines Blickes würdigt. " Berlin, den 25. Oktober 1884. Unterschriften: Witte, R. Schimmitatis, Fischerbrüde 10. A. Schüße, Prinzenfir. 11. Rohrschneider, Friedrichsgracht 25. J. Witte, Chorinerstr. 67. F. Stiller, Markgrafenftr. 76. W. Plötstgisch, Grüner Weg 102. Fr. Bierz, Spittelmarkt 7. A. Steinhanf, Wafferthorstr. 63. G. Nieze, Krautsstr. 8. Teske, Grenadierstr. 20. Reichenbergerstr. 37. P. Kaps, Bionsfirchplay 1. J. Lewin, Veteranenstr. 4. Stolzmann u. Glang, Linienstr. 202. Neu mann, Veteranenstr. 12. K. Heiß, Neue Königstr. 8. Gott wald, Waldemarstr. 66. G. Bollmann, Franzstr. 14. Lippolo, Mariannenstr. 30. Rrünert, Notizftr. 20. J. Cohn, Kurzestr. 16. B. Heimann, Schwedterstr. 23. R. Hajched, Waldemarfir. 32. CROR Rand J. A Boliz Der fonen den Stont bei prüfe näch trolg Dom Die fonic Son ipte woch bes Der Fran bei f Stellu über Triu ohne Mitt zu welchen unlanteren und gehässigen Manipulationen man in verschiedenen Wahlkreisen greift, zeigt die Thatsache, daß Stimmzettel zum Vorschein lommen, auf welchen die Namen der Kandidaten gefälscht sind. So wird z. B. von den Wählern des 6. Wahlkreises mit Entrüstung darauf hingewiesen, daß Stimmzettel zirkuliren, welche den Namen Hasenclever Wurzen tragen, obwohl bekannt sei, daß Hasenclever in Halle wohne. Jm 4. Wahlkreise sollen wie behauptet wird- Stimm zettel mit dem Namen Singe vertheilt worden sein, obgleich es allgemein bekannt ist, daß es Singer heißen muß. Der Berliner Magistrat macht bekannt: In Folge angeregter Sweifel theilen wir den Herren Wahlvorstehern mit daß die in unserer Bekanntmachung vom 14. d. M. wie auch bei früheren Wahlen enthaltene Aufforderung an die Wähler, sich zur Feststellung ihrer Identität mit entsprechender Legiti mation zu versehen, sich nur auf solche Fälle bezieht, genialer Weise anzupumpen. Don Bara Son Mon Son Mon Son ton zweiten Wahlreise aufgestellt haben, sich zu ihrem eigenen Nus funft war, und den Vorzug hatte, alle möglichen Leute in recht und Frommen ein sogenanntes Arbeiter Komité" tonſtruiren. Wenn es uns nur vergönnt wäre, ein einziges Mitglied dieses Komitees ein einziges Mal sehen zu dürfen. Wer mögen diese famofen ,, Arbeiter" sein, die zu Gunsten genannter Herren ein Komitee bilden? Sollten sie vielleicht dem Berliner ArbeiterVerein entnommen sein? Es wäre werthvoll, wenn man er fahren könnte, ob der Berliner Arbeiterverein überhaupt so stark ist, daß er auch nur ein einziges Mitglied zur Bildung dieses Komitees abgeben fönnte! Das andere Mitglied dieses Vereins mit dem anmaßenden Titel hätte dann wenigstens eine außer ordentliche Anzahl von Vereinsämtern zu verwalten. Es müßte Vorstand, Kassirer, Schriftführer und zugleich das Gros des Vereines in einer Person sein. Ja, in der heutigen Zeit werden schwer erfüllbare Forderungen an den Menschen gestellt, aber eine derartige Vielseitigkeit wird wohl höchstens dem Mitgliede des Berliner Arbeitervereins zugemuthet werden Der Parteikampf dringt immer mehr in unser privates Leben ein. Es ist das einestheils ein erfreuliches Zeichen das für, daß die Betheiligung am politischen Leben eine immer regere wird, andererseits aber spricht er in nicht mißzuverstehender Sprache dafür, daß von einzelnen, gewiffenlosen Führern Haß und Zwietracht in die Maffen geschleudert werden, daß es diesen Leuten viel weniger darauf ankommt, ihre, wenn auch noch so verkehrten politischen Anschauungen in maßvoller und friedlicher Weise zu vertheidigen, als vielmehr darauf, fich selbst, ihre eigene, höchstwerthe Person in den Augen ihrer Anhänger in ein möglichst grelles Licht zu setzen. fönnen. Wie diese Herrschaften um die Freundschaft der Berliner Arbeiter buhlen. Mit leeren Redensarten, mit faulem ,, Mum pig" will man dieselben gewinnen! Wenn diese Recheit an fich schon mindestens pyramidal erscheint, so fehlt uns wirklich der paffende Ausdruck für die Naivität dieser Leute, wenn sie glauben, hierdurch auch nur einen wirklichen Arbeiter auf ihre Seite bringen zu fönnen. Es ist natürlich etwas ganz Anderes, wenn ein armer Teufel, der Frau und Kinder zu Hause hat, und deffen Ein er thatsächlich dem Hunger ausgesezt ist, aus Verzweiflung schließlich zum Diebe wird, den muß man einsperren, das ist ein ganz gewöhnlicher Spizbube, ihm fehlt der Nimbus einer jagenannten vornehmen Herkunft, deshalb marsch mit dir nach Moabit, in der einsamen Belle des Untersuchungs gefängnisses hast du Zeit, nachzudenken über den Unterschied zwischen Mein und Dein! Keinem Börsenritter wird es ein fallen, fich nach den persönlichen Verhältnissen eines solchen Unglüdlichen zu erfundigen, fie find langweilig, profaisch all täglich! Aber eine italienische Gräfin! Ja, das ist ganz etwas Anderes. In ihre Windeln war ein vornehmes Wappen eingeſtict, fie verstand vielleicht mit unnachahmlicher Grazie mit dem Fächer zu kokettiren, fie fleidete fich nur in Sammet und jest soll auch fie im grünen Wagen nehmen? Das ist ja unerhört und der indiskrete Börsen jobber möchte mit seinen lüfternen Augen am Liebsten sehen wie es diese ,, Dame" fich auf dem Strohsack ihres Gefängniß Was die Berliner Arbeiterschaft mill, hat sie klar und deutlich ausgesprochen, und es fonnte bisher von feiner Seite Jemand auftreten, der an der Gesezmäßigkeit und Berechtigung dieser Forderungen irgendwie zu rütteln wagen durfte. Das, was die Arbeiter als zu ihrem eigenen Besten durchaus nothwendig erkannt haben, bieten ihnen diese Leute am Allerwenigften, es ist daher höchstens eine Thorheit, wenn sich diese Herrschaften noch länger einer solchen Täuschung hingeben, den Berliner Arbeitern fann es aber im Grunde genommen ganz gleichgiltig sein. und Seide, bettes bequem macht. Plat Sonr Mon Son Mon Son Mon Son Mon Son Mon Son Un Dazwischen hindurch erfinden dann diese Blätter noch Nach richten von denen sie wissen, daß sie nur dazu dienen, um Klarheit und Unruhe unter der Wählerschaft zu verbreiten. mit dreifter Stirn einen Artikel, in welchem von einem Kom promiß zwischen den Führern der Berliner Arbeiter und den Antisemiten gesprochen wurde. Das Dementi, welches der Führer der Arbeiterpartei, dem eine derartige Schwenkung in finuirt wurde, hierauf dem Blatt einsandte, ließ an Deutlich feit und Energie nichts zu wünschen übrig, der Börsen- Kow rier" mußte zugeben, daß er Bukunftsmufit" getrieben babe Auch die Berliner Arbeiter find Liebhaber von Bukunfts Troß des Ernstes der Zeit finden aber einzelne Blätter mufit", freilich werden fie dieselbe nicht auf fernere Beiten immer noch die Beit und Muße, ihren Lesern sogenannte„ pi verschieben. Uebermorgen ist der Tag, an welchem das Konzert beginnt, und die Töne, die dann erflingen werden, sollen von er nicht getrieben werden sollte? Wozu existirten überhaupt haftet worden. Welch' folgenschweres, wichtiges Ereigniß! hängseln noch lange die Ohren flingen werden. Der Dienstag die verwerflichsten Mittel, wenn sie bei passender Gelegenheit nicht angewendet werden sollten? Es ist nur schade, daß auf den Köder verhältnißmäßig nur sehr Wenige anbeißen. Ist es nicht ein recht pfiffiger Kniff, wenn Herr Ludwig Löwe, der Kandidat der Deutsch Freifinnigen" im ersten Berliner Reichstagswahllreise und der Herr Profeffor Birchow, Den die vereinigten Vertreter der goldenen Hundertzehn im tante" Geschichten aufzutischen. In irgend einem Hotel ist eine ablige Hochstaplerin verDer Berliner Börsen- Rourier" hat natürlich nichts Eiligeres zu thun, als einen seiner Spezialartisten zu beauftragen, mög lichst schnell die Lebensgewohnheiten dieser vornehmen Dame auszutundschaften. Das erstaunte Berlin hört daher, daß dieses zarte Mägdelein des Morgens in der Frühe" bereits einige Gläser Sherry und Cognac, des Mittags eine oder mehrere Flaschen Wein genehmigte", und das Alles, weil dieses Frauenzimmer von recht zweifelhafter italienischer Herwird es zeigen, ob die Berliner Arbeiterschaft freimüthig fi zu den Männern bekennt, welche einzig und allein ihre Inte renen vertreten, der banterotte Fortschritt soll und muß el erkennen, daß ihm in der Reichshauptstadt der Boden entzogen ist. Von der politischen Reife aller Arbeiter Berlins ist es zu erwarten, daß sie selbst erkannt haben, was ihnen febit, und in diesem Bewußtsein fann man ruhig das Geschick des Tages der Berliner Arbeiterschaft überlassen. Mon Son Mon Sonn ton tall Wolja". chanoff Militär tärz von m Druds , über me eine Bildung ſtete im Abschied Kampf te mit en Mits Lionären Sohnung zur Be m Theil nläßlich zu der er Woh Beters t. Man cen auf nd vors Deffa ein tompro Optischen Cere der enst vers nsfonci ten bes agenden Müller . Wahl " heutigen bersendet rhindert, r wieder ne fein soll der geben ons- Ge gedrüdt en langs und daß n Seiten enftr. 11. erftr. 67. Beg 102. orftr. 63. Witte, 5. Lewin, 2. News 3. Gotts 14. A. 3. Cohn, Hajched, ulationen Chatfache, e Namen Wählern gewiesen, clever ever in Stimm B. obgleich In Folge hern mit wie auch Wähler, er Legiti ezieht e in recht n armer fen Eins Sift, daß zweiflung insperren, Fehlt der ló marsch uchungs nterschied Des ein S folchen Faiich all ist ganz Wappen er Grazie Sammet gen Plas Börsen efängniß en fehen, och Nach eiten. um Un nte Blatt zem Rom und den Iches ber tung in Deutlich fen- Row Den babe. Bufunfts re Beiten Rongert ollen von einen An Dienstag thig fich bre Inte muß es entzogen ift es zu ebit, und Des Tages bo dem Wahlvorstande gegründete Bedenken in Betreff der Identität der Wähler aufsteigen, während der Regel hach die Eintragung des Wählers in die Wählerliste hinteichen wird, denselben unter Beobachtung der Vorschriften des Wahlreglements zur Abgabe seiner Stimme zuzulaffen.- ImImmerhin wird es gut sein, wenn sich die Wähler mit irgend einer Legitimation versehen oder eventuell mit einem Bekannten gehen, der im Stande ist, sie zu rekognosziren. Auch" Arbeiter- Komitee. Die Freifinnigen" haben Flugblätter losgelassen, die die Unterschrift:„ Das ArbeiterRomitee" tragen. Daß diese Flugblätter nicht von Arbeitern oder Handwerkern verfaßt find, weiß ein Jeder, der die Marimen dieser Herren fennt. So wie die Freifinnigen mit einem Berliner Arbeiter Verein" Unfug treiben, dadurch, Daß fie von diesem Verein Versammlungen einberufen laffen, die dann Beschlüsse zu Gunsten der Freifinnigen faffen, so freiben sie auch zu den Wahlen Unfug mit einem Arbeiter Romitee. Der Berliner Arbeiter Verein" hat in seiner Blüthezeit selten über 13 Mitglieder gehabt; er wird Don den Freifinnigen" konservirt als Mittel zum Zweck. Der Swed ist, in die Welt hinaus zu posaunen, daß die Bers liner Arbeiter zu Gunsten der„ Freifinnigen" eingetreten Und die Arbeiter- Komitees, welche derartige Flugblätter unterzeichnen, existiren entweder garnicht, oder es sind einige gänzlich unbekannte Personen, die sich zu Wahlzwecken gebrauchen lassen. feien. " 1 Die Deutsch- Freifinnigen" unter sich. Ein interantes Gegenstüd zu der Stellungnahme des Herrn von Fordenbed zum Sozialistengeset- Herr von Fordenbed wollte sich den Wählern gegenüber nicht verpflichten, für dessen Aufhebung zu stimmen bildet das Auftreten des Fortschrittlers Dr. Rée in einer deutsch- freifinnigen" Verſammlung in Hamburg. Ein Herr stellte port folgende Interpellation: Wie werden die jeßigen Kandidaten, wenn fte Abgeordnete werden, sich verhalten, wenn abermals ein Theil der zur Partei gehörenden Abgeordneten die Fahnenflucht ergreift?" Darauf antwortete Dr. Née: Namens aller meiner Parteigenossen kann ich diese Frage natürlich nicht beantworten, sollte aber derartiges wieder vorkommen, so werde ich beantragen, daß die betreffenden Herren aus der Partei ausgeschlossen werden." Herr Dr. Rée ist zwar ein ganz braver Mann, aber er hat in der deutsch- freifinnigen Bartei gar feinen Einfluß. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß keiner der Jasager, auch später nicht, aus dieser Partet ausgeschlossen wird. Höchstens werden Herr Dr. Née und einige andere Herren anstreten. In Breslau ist eine Wählerversammlung, in welcher die Kandidaten der Arbeiterpartei, W. Hasenclever und d. Kräder, sich ihren Wählern vorstellen wollten, vom oerboten worden. Lokales. Die Berliner Stadtbahn hat, was nur wenigen Per jonen bekannt sein dürfte, neben den Billetabnahmestellen auf ben einzelnen Bahnhöfen bezw. Stationen ebensogut ihre Kontroleure, wie die Pferdeeisenbahn. Dieselben erscheinen bei Abfahrt eines Zuges ganz plöglich in einem der Koupees, prüfen genau die Billets der Passagiere und verweilen bis zur nächsten Station im Koupee, um in derselben Weise das Kontrolgeschäft in einem anderen Koupee fortzusetzen. Projettirtes Repertoire der Königlichen Schauspiele Die Walküre. Mittwoch: Sardanapal. Donnerstag: 2. Sin Dom 28. Oftober bis 2. November. Opernhaus: Dienstag: | Frauen fitzen, welche wohl die andächtigsten Hörerinnen im ganzen Gotteshause find. Aber mit Stolz im Herzen, obwohl ihnen das festliche Gewand fehlt, blicken sie zum Chor hinauf. Sind es doch ihre Kinder, deren füße Stimmen von dort herab zum Ohre der andächtigen Versammlung klingen. Es find fast nur Söhne des Volkes, Knaben aus unseren Gemeindeschulen, oft taum 9 Jahre alt, welche diese Kunstleistungen zu Stande bringen. Schade, daß ihr Talent meist unbeachtet verkommt, weil den Eltern die Mittel fehlen, es auszubilden. Hier könnte ein Reicher manch' edles Wert stiften! N. Die Thätigkeit unserer Kriminalpolizei ist augenblicklich zum beginnenden Winter eine außerordentlich rege. Es steht erfahrungsgemäß fest, daß gerade in der Zeit vor Weihnachten die meisten Verbrechen ausgeführt werden; ein Umstand, der wohl der kälteren Jahreszeit wegen zu erklären ist. Während im Sommer der Thiergarten, die Hasenhaide und die zahlreichen Haine in der Umgebung Berlins für Bestrafte und Verkommene hinlänglich Aufenthalt bieten, der höchstens durch die Razzia's und die Schußmannspatrouillen gestört wird, find die Bestraften während der tälteren Jahreszeit durchweg ge= nöthigt, in der Stadt fich Unterkommen zu suchen. Sie finden dasselbe meistens bei Gleichgesinnten, und der engere Verkehr in der Wohnung und in einzelnen spezifisch von Bestraften und Prostituirten besuchten Lokalen bietet reichlich Gelegenheit, gemeinsame Unternehmungen ,, auszubaldomern." Hier wird ver abredet, wo ein Ding gedreht", d. h. ein Diebstahl ausgeführt werden soll; wer die Ländelei, d. h. den Einbruch zu unternehmen hat, wer dabei ,, Schmiere" stehen soll und wo die ,, Sore", gestohlene Waare ,,, kabort", d. h. untergebracht und ,, verschärft", versezt, werden soll. Auch wird bei diesen Abmachungen der schweren Jungen", d. h. aller solcher, welche über 2 Jahre Buchthaus bereits gehabt haben, sehr genau Rückſicht darauf genommen, ob etwa tein„ Fauler" unter ihnen ist, der eventuell alles ,, verpfeifen", d. h. verrathen könnte. Zur genaueren Eintheilung und schnelleren Erledigung ist Berlin in 8 Kriminal- Bezirke getheilt, und werden alle vorkommenden Verbrechen von dem Bezirkskommissar, in dessen Bezirk wieder verschiedene stationärbeschäftigte Kommiffare, Bolizei- Anwärter sowie ein Bezirkswachtmeister und verschiedene Kriminalschusleute beschäftigt sind, bearbeitet. Für alle übrigen Verbrechen Falschmünzerei, schwere Diebstähle, Boden- Diebstähle, Unzuchts- Vergehen, sowie betrügerische Konkurse 2c. find besondere Spezial- Kommiffare vorhanden, welche besondere Routine in der Bearbeitung derartiger Fälle durch jahrelange Praxis fich erworben haben. Einem Ueberfall mit tödtlichem Ausgange ist der in Nieder- Schönhausen wohnende Bäckermeister Weiland zum Opfer gefallen. W. wurde vor etwa 14 Tagen bei seiner Rückkehr von Berlin auf der nach Pankow führenden Chauffee überfallen, nach der einen Mittheilung von einem Hilfsbedürftigen, dem er Beistand leisten wollte, nach einer anderen Mittheilung von zwei Schlächtern, welche mit stumpfen Instrumenten den Kopf des W. derartig bearbeiteten, daß derselbe mehrere schwere Verlegungen erhielt, an deren Folgen er vorgestern gestorben ist. a. Ein früherer Buchhalter der Firma Deißner u. Baer, Alexanderstraße Nr. 27, hat in legter Beit mehrfach versucht, andere mit der genannten Firma in Geschäftsverbindung stehende Geschäftsleute dadurch zu schädigen, daß er auf Grund gefälschter Bestellzettel, welche theils die Firma seiner früheren Prinzipale trugen, Waaren- Bestellungen bei diesen Geschäftsleuten machte und entweder die Waare gleich mitnahm oder sie dem mit dem Abtragen beauftragten Hausdiener abschwindelte. Dadurch, daß er in den letzten Tagen dieses Manöver gerade bei solchen Geschäftsleuten vornahm, die vor Jahren schon einmal durch ihn geschädigt worden, wurde der Verdacht des Betruges auf ihn gelenkt und die Lieferung wurde beanstandet. Der nur dem Namen nach bekannte Be Spielhaus: Dienstag: Bürgerlich und romantisch. Mittwoch: Tuffo. Donnerstag: Ein Lustspiel. Freitag: Testament trüger ist bis jetzt noch nicht ermittelt. Des großen Kurfürsten. Sonnabend: Konradin. Sonntag: Der Freund des Fürsten. Belle- Alliance- Theater. Die berühmten Künstlerinnen Branzista Ellmenreich und Marie Seebach feiern allabendlich bei fast ausverkauftem Hause mit ihrer ausgezeichneten Dar Stellung in den drei Lustspielen„ Die Provinzialin" liber" und Eine anonyme Korrespondenz" so außerordentliche Triumphe, daß dieselben sich bereit erklärt haben, diese Woche ohne Unterbrechung täglich zu spielen; somit fällt für diesen ,, GegenDon Zeit zu Zeit veranstaltet, fteht man ganz hinten bei den b. Bei den Konzerten, welche der Königliche Domchor h. Der von hier ausgewiesene Maurer Conrad hat, wie wir einer hierher gelangten Privatmittheilung entnehmen, auf sein aus Halle an das hiesige Polizeipräsidium gerichtetes Gesuch vom 17. d. M. um die Erlaubniß zum Aufenthalt in Berlin während der Dauer des Wahlakts am 28. d. M, behufs Ausübung des Wahlrechts, einen vom 26. d. M. batirten a b= schlägigen Bescheid erhalten. Herr Conrad hat sich hierüber Beschwerde führend an den Minister des Innern gewandt. Mit welchem Erfolge ist zur Zeit noch nicht brkannt. Eine recht stürmische Szene spielte sich heute Nachmittag in dem Hause Oranienstraße 32 ab. Eine dort beim Instrumentenmacher N. wohnende unverehelichte Marie H. wollte Baradefärgen der Fürsten eine Anzahl bescheiden gekleideter heute Nachmittag ohne Zahlung der restirenden Miethe ausTheater. Königliches Opernhaus: Sonntag: 215. Vorstellung. Don Juan. Montag: Die weiße Dame. Sonntag: 218. Vorstellung. Konradin. Montag: Ein Sommernachtstraum. Königliches Schauspielhaus: Deutsches Theater: Sonntag: Die große Gloce. Montag: Wilhelm Tell. Sonntag und folgende Tage: Gastspiel der Kgl. Hofschauspielerinnen Franziska Ellmenreich und Frau Marie Seebach: Die Provinzialin. anonyme Korrespondenz. Montag: Dieselbe Vorstellung. Renes Gegenüber. Eine Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Sonntag: Gasparone. Montag: Dieselbe Vorstellung. Sonntag: Gilette. Montag: Dieselbe Vorstellung. Sonntag: Die beiden Harfenmädchen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Walhalla- Operetten- Theater: Oftend- Theater: Central- Theater: Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Sonntag: Auftreten des Fräulein Anna Grünfeld. Bum 2. Male: Der Walzer- König. Gesangspoffe in 4 Atten D. W. Mannstädt, Mufik v. G. Steffens( Novität!) Montag: Dieselbe Vorstellung. Louisenstädtisches Theater: Alhambra- Theater. Wallnertheaterstraße 15. Heute und folgende Tage: Eine Berliner Nätherin. Volksstück mit Gesang in 4 Abth. von Herm. Hersch, Musik von Thed. Franke. Vor der Vorstellung: Großes Konzert, ausgeführt von aus 20 Muftkern bestehender Kapelle, unter Leitung des Kapellmeisters Herrn Ludwig Claufius. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 7% Uhr. Arbeitsmarkt. Geübte Verrieglerinnen i. u. a. d. H. w. verl. Annenstr. 9, 1139 Seitenfl. IV, bei Glotth. Verrieglerinnen bei gutem Zohn sofort gesucht Ritterstr. 47 1132 m Wäsche Geschäft. Allen meinen Freunden und Bekannten empfehle mein Weiss- und Bairilch Bier- Lokal. 1098] E. Werschke, Adalbertstr 16. Meinen Freunden und Bekannten zeige hiermit an, daß ich meine Obst- u. Gemüse- Handlung von der Adalbertstraße 26 nach der Koppenstraße 17 u. 18 verlegt habe. Carl Jänicke, Koppenstr. 17 u. 18. 1088] Dr. Schoen, früber Büdlerſtraße, jest Gitschinerstraße 36. Noh- Tabak! 1148 Sonntag: Vormittags 11 ein halb Uhr: 51. Gesammt- Gast- Brafil v. 85-140 Pf., Carmen, Domingo Seedleaf Java's Snee spiel der Liliputaner.( Die fteben Zwerge). wittchen und die Zwerge. Ermäßigte Preise. Abends Montag: Dieselbe Vorstellung. 7 Uhr: Bum 41. Male: Robert und Bertram. Vittoria Theater. Sonntag: Excelftor. Montag: Dieselbe Vorstellung. Residenz- Theater: Sonntag: Bum 2. Male: Drei Frauen für einen Mann, Schwant in 3 Akten von A. Valabrèque und GrenetDancourt. Borher: Herzogin Martin, Luftpiel in 1 Direktion: A. Unno, Blumenstraße 9. Montag: Diefelbe. Borstellung. Aft von H. Meilhac. Wallner- Theater: Sonntag: Bum 30. Male: Der Raub der Sabinerinnen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Billige Sumatra Decken von 150-540 Pf., St. Felix von 75-115 Pf. alter Elsaffer a 58 Pf. reines Umblatt a 1149 70 Pf. empfehlen Bergemann& Donisch, C., Aleranderstraße 8. Eine Bettstelle mit Matraße und Keilkissen billig Bischof straße 20, of gradezu. 1135 Freundl. Kammer f. e. j. Herrn, Gitschinerstr. 82,. I. 4 Tr. I. Ein möbiirtes Bimmer für 7 Wart 1150 Holzmaritstr. 44a, 4 Tr. b. Siewert. Eine freundl. Schlafstelle f. H. Brizerstr. 1, 4 T. 1.[ 1143 Fol. Schlafstelle zu verm. Lübbenerstr. 11, v. 4 Tr. r.[ 1144 E. f. Schlafstelle w. h. Reichenbergerstr. 167 vorn 3 Tr. bei Fenske. 1142 Freundl. Schlafstelle f. Herrn Oranienftr. 181 v. 4 Tr. r. ziehen und hatte sich zu diesem Zweck noch einen männlichen Beistand mitgebracht. Da der H. von ihrer Wirthin die Mita nahme der Effeften, ohne daß vorher Zahlung geleistet, vers weigert worden, so gerieth die S. plößlich in eine förmliche Raserei, in welchem Zustande fie mit den Fäusten drei große an der Korridorthür befindliche Scheiben zertrümmerte. Die Rasende zog sich dabei eine so erhebliche Verlegung der Pulsadern zu, daß fie nach wenigen Minuten in Folge des Blutverlustes ohnmächtig zusammenbrach und nach der nächsten Sanitätswache geschafft werden mußte. a. Einbruchsdiebstahl. Bei dem Maurerpolier Hartmann wurde am 27. d. M. in der Mittagszeit, während seine Frau Mittagessen nach seiner Arbeitsstelle brachte, ein Einbruch in seiner Rüdersdorferstr. Nr. 11 drei Treppen hoch belegenen Wohnung verübt. Außer 200 M. baaren Geldes find eine goldene Übrfette und andere Goldfachen im Gesammtwerthe von 250 M. gestohlen worden. Außerdem hat der Dieb den Miethskontraft, die Militärpapiere und mehrere Steuerquittun gen des Bestohlenen mitgenommen, und es ist nicht unwahrscheinlich, daß derselbe die gestohlenen Sachen auf den Namen des Bestohlenen umseßen wird. Polizeibericht. Am 24. d. M. früh, erlitt der Monteur Stift bei der Reparatur des hydraulischen Fahrstuhles im Hause Potsdamerstraße 118 b in Folge eigener Unvorsichtigkeit eine so bedeutende Quetschung der Brust. daß er nach dem Elisabeth Krankenhause gebracht werden mußte. Um dieselbe Zeit geriethen in der Werkstatt des Lackirers Lindner, Stallschreiberstraße 7, durch die Hiße des Trockenofens Latten in Brand. Die Feuerwehr löschte den Brand in kurzer Zeit. Um dieselbe Zeit wurde ein 83 Jahre alter Mann bei dem Ueberschreiten des Fahrdammes in der Schillstraße von einem Geschäftswagen überfahren und erlitt hierbei anscheinend schwere innere Verlegungen, so daß er mittelst Droschte nach seiner Wohnung, Burggrafenstraße, gebracht werden mußte. Bu derselben Zeit entstand in der Tischlerei von Tschirsch, Bergmannstraße 92, dadurch Feuer, daß der Sohn des Tschirsch in einem Krampfanfalle eine brennende Lampe von einer Hobelbank herunterwarf und umberliegende Hobelspähne das durch in Brand geriethen. Das Feuer wurde durch die Feuer= wehr in furzer Zeit gelöscht. Am Abend desselben Tages wurden der Schneidermeister Bock, sowie deffen Ehefrau und Sohn an der Ecke der Koch- und Friedrichstraße durch eine Droschte überfahren. Der Sohn erlitt Verlegungen um Kopfe, so daß er nach Anlegung eines Nothverbandes mittelst Droschke nach seiner Wohnung, Johanniterstraße 15, gebracht werden mußte. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. Versammlungsverbot. Eine von Herrn August Herold zu heute, Sonntag, einberufene Wählerversammlung wurde auf Grund des§ 9 des Sozialistengesezes polizeilich vera boten. Schneiderversammlung. Aus Anlaß der Vorgänge in der am Donnerstag den 23. Oktober cr. stattgehabten GeneralVersammlung der Schneider- Gesellen Kranken- und Sterbetaffe findet am Montag den 27. Oktober, Abends 81, Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße, eine große öffentliche Schneider Versammlung statt. In derselben wird das Verhalten des Rendanten Schüß besprochen werden, außerdem werden die gestellten Anträge verlesen werden. Alle Schneider, speziell die Mitglieder der Kaffe, müssen erscheinen. Der Unterstüßungsverein der Buchbinder 2c. hält am Montag, Alte Jakobstraße 37, seine ordentliche General versammlung ab, wozu nur Mitglieder Zutritt haben. Der Fachverein der Schmiede veranstaltet am Montag den 27. Oftober, Abends 8 einhalb Uhr eine Versammlung im Vereinslokal, Kommandantenstr. 77-79, Gratweil'sche Biera hallen. Tages- Ordnung: Vortrag, Disfuffton, Verschiedenes und Fragelasten. Kollegen, welche fich über die Bestrebungen des Vereins orientieren wollen, sind, ob Meister oder Geselle, stets sehr willkommen. Der Arbeiterbezirksverein der Friedrichstadt hält am Donnerstag, 30. Oktober cr., Abends 8 Uhr, Wilhelmstr. 105, eine Versammlung, zu welcher Gäste auch Zutritt haben, ab. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag des Gürtlermeisters M Kreuz, Verschiedenes und Fragekasten. Dieselbe sei hiermit den Bezirksgenossen empfohlen. IV. Reichstags- Wahlkreis. Drei große Wählerversammlungen am Montag, den 27. Oktober. I. Coneerthaus Sanssouci, Kottbuser 4a, Abends 8 Uhr: Tagesordnung: Der Tag vor der Wahl. Refer. Stadtv. Herr Frizz Gördi. II. Vereinshaus Süd- Ost, Waldemarstr. 75, Abends 8 Uhr: Tagesordnung: Der Tag vor der Wahl. Refer. Tischler Heinrich Nöske. III. Urania", Wrangelstr. 9-10, Abends 9 Uhr: Tagesordnung: Der Tag vor der Wahl. Ref. Tischlermeister Ferd. Mitan. Der Kandidat des 4. Wahlkreises Herr Stadtv. Paul Singer wird in allen Versammlungen anwesend sein. Jeder Wähler ist verpflichtet in diesen Versammlungen zu erscheinen. Der Einberufer. Den Wählern zur Nachricht, daß das Central- Wahlbureau des 4. Wahlkreises sich am Dienstag, den 28. Oftober, im Lotale ,, Urania", Wrangelstraße 9-10, befindet. Leute, die gewillt find, am Tage der Wahl mit thätig zu sein, fönnen 1155 sich daselbst von 8 Uhr an melden. 6. Wahlkreis. Dienstag, d. 28. d. Mts., Abends 7 Uhr, Versammlung im Lokal Alter Viehhof", Brunnenstraße- Ackerstraße. Ver fündigung des Wahlresultats. Am Tage befindet sich auch dort das Wahlbureau für den 6. Wahlkreis; sämmtliche Berichte, wie Beschwerden sind dorthin zu richten. 1156 Das Wahl- Komitee. Fachverein der Stellmacher. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß Montag den 27. d. M. teine Versammlung stattfindet. Die nächste Versammlung findet Montag den 10. November, Scheffers Lokal, Inselstr. 10 statt. 1133 Der Vorstand. 4. Wahlkreis. Alle diejenigen, die gewillt find, am Wahltage, am 28. Oktober dem Wahlkomitee der Arbeiter- Partei behülflich zu sein, werden gebeten, ihre Adresse bei Meyer, Fruchtstr. 36 a ( im Freischüß) abzugeben. Gleichzeitig werden die Mitglieder des Arbeiter- BezirksVereins im Often aufmerksam gemacht, daß noch bis Montag Adressen für den Vereinskalender angenommen werden. General- Versammlung 1138 1146 Der Kranken- und Sterbekasse der Maler und verw. Berufsgenossen( E. H.), Mittwoch, den 29. Oktober, Abends 8 Uhr, Alte Jakobstr. 83 bei Reyher. Tages- Ordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Bentralisation. 3. Neuwahl des Vorstandes und Ausschusses, sowie deren Ersatzmänner. 4. Verschiedenes. Grosse Der Vorstand. öffentliche Schneider- Versammlung am Montag, den 27. Oktober cr, Abends 8%, Uhr, in Gratweils Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79. Tages- Ordnung: 1) Die Generalversammlung der alten Kaffen am vorigen Donnerstag und Herr Schüh. 2) Verlesung der gestellten Anträge und wie verhalten wir uns. 1144 Pflicht aller Schneider, speziell der Kaffenmitglieder ist es, recht zahlreich zu erscheinen. Der Einberufer: 2. Pfeiffer. Unterstützungsv. d. Buchbinder und verw. Berufsgen. Montag, d. 27. Oftober, Alte Jakobstraße 37, General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Revisionsbericht pro III. Quartal. 2. Nachwahlen zum Vorstand und Lohnkommission. 3. Anträge. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Eintritt nur gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte. Vollzähliges Erscheinen unbedingt erforderlich. 1154 Die Aufnahmestelle für die CentralKranken- u. Begräbnißkasse für Frauen u. s. w.( eingschr. Hilfskaffe Nr. 28 Offenbach a. M.) befindet sich Andreasstraße 20, Hof, r. 3 Treppen. Nach Osten! oder die feine Gegend. Die Schillingsbrücke, welch' ein Schatz, Und weiter der Stralauerplaß, Soll'n, wie man ja verkündet legt, Elektrisch Licht erhalten jest, Und an des Grünen Weges" Strang; Fährt stolz die Pferdebahn entlang, Die Ifflandstraße legt alsdann ' ne höh're Töchterschule an, Und in der Holzmarktstraße seh'n, Wir bald' ne Fischmarkthalle steh'n. Wenn nun der Often unsrer Stadt, So etwas aufzuweisen hat, Dann ist es uns gewiß beliebt, Daß es dort auch Gard'roben giebt, Gard'roben, Himmel, welche Bracht, Wie Nord, Weft, Süd niemals erdacht, Am ,, Grünen Weg" fieht Mann für Mann, Die gold'ne 95 an, Spaziert natürlich flugs hinein, Kauft billig dort und superfein: [ 1025 10 000 engl. Jaquet- und Rockanzüge, ganzer Anzug nur 13, 16, 18, 21, 25, 30, 36 Mark Prima. 7000 Buckskinhosen zu 4, 6, 8, 10, 11 Mark Prima. Schwarze Ball- und Gesellfchafts- Anzüge, ganzer Anzug zu 20, 24, 26, 28, 30, 36, 45. 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Verurtheilungen und Verhaftungen Unschuldiger find nichts Seltenes und die Herren Juristen find häufig gern geneigt, die Schuld auf die neue Geseggebung zu werfen, während ein großer Theil des Bublifums die allerdings nur unflare Empfindung hat, als ob die Herren Juristen selbst, wenigstens in den meisten Fällen, die Schuld an solchen Fehlgriffen der Justiz tragen möchten. Bu dieser, die öffentliche Meinung gegenwärtig stark bewegenDen Frage, liefert das Folgende einen beachtenswerthen Beitrag: Ein hiesiger Kaufmann wird unter dem Verdachte des betrüglichen Bankerotts gefänglich eingezogen. Die Angehörigen übertragen die Vertheidigung einem hiesigen vielgenannten und wohlrenommitten Rechtanwalt, dessen forenfisches Talent fo eminent sein soll, daß er selbst in solchen Sachen die Vertheidigung zu übernehmen im Stande ist, wo ihm der Auftrag hierzu erst eine Stunde vor dem anberaumten Termine zur hauptverhandlung gegeben wird. Diesem Rechtsanwalte wurde also die Vertheidigung übertragen; trozdem ist es dem Verhafteten, der fich feit fünf Monaten im Gefängnisse befindet, nicht möglich gewesen, mit seinem Vertheidiger zu fonferiren, nur deffen Substitut hat mit dem Gefangenen verhandelt, und wie dessen Interessen gewahrt worden sind, geht aus dem Umstande hervor, daß erst vor einigen Tagen der Untersuchungsrichter den Angeschuldigten darauf aufmerksam machen mußte, daß es in seinem Intereffe läge, nun doch einen Antrag auf Haftentlaffung zu stellen, da sich inzwischen das Vergeben des Angeschuldigten piel milder, nämlich nur als einfacher Bankerott herausgestellt hat. Trogdem nun bereits am vergangenen Sonnabend bei dem mit der Vertheidigung betrauten Rechtsanwalt um die Ginreichung dieses Antrages auf Haftentlassung von den Angehörigen des Verhafteten gebeten worden war, ist dieser Antrag bis Dienstag noch nicht eingereicht gewesen. Solche Verzögerung ist in keinem Falle gerechtfertigt. Sind die Herren mit Arbeiten überbürdet, so sollen fie neue Aufträge nicht annehmen; an jüngeren und weniger beschäftigten Kollegen fehlts ihnen in Berlin wahrlich nicht. Die Bedeutung des Vertheibigers in der Voruntersuchung ist für das neue Strafverfahren von der größten Wichtigkeit und aus seiner Nachlässigkeit kann großer Schaden für den Angeklagten entstehen; diese wenden fich deshalb an gut renommirte Anwälte, und es wäre eine gröbliche Unfitte, wenn diese etwa zahllose Aufträge und die recht beträchtlichen Honorare dafür annehmen, auch allenfalls im Haupttermin eine fulminante Rede halten, sonst aber die armen Klienten ruhig ihrem Schicksale überlaffen wollten. Für Diejenigen, welche so sehr für Justizreformen schwärmen, ist dieser wunde Punkt vielleicht recht beachtenswerth. g Auf dem städtischen Zentralviehhofe erschienen am Donnerstag gegen 2 Uhr der Stadtrath und Kämmerer Runge, der Stadtrath Stort und mehrere andere Mitglieder des Kuratoriums des Bentralviehhofes, um besonders die Fleischschau und die Schlachthäuser einer eingehenden Besichtigung zu Unterwerfen. Geführt wurden die Herren von dem Dirigenten des Schlachthofes und der Fleischschau, Herrn Oberthierarzt Dr. Hartwig. Wie wir erfahren, haben die getroffenen Einrichtungen, besonders jene bei der Fleischschau, die volle Anerfennung der Herren gefunden. Die Besichtigung währte bis gegen 5 Uhr, N. Ein interessantes und anscheinend sehr werthvolles Fundstück ist dem Königlichen ethnologischen Museum durch den hiesigen Schriftsteller Freiherrn von Schirp als Geschent überwiesen worden. Es ist dies eine in Marmor gemeißelte Maste, einen Todten( Mumie?) darstellend, die beim AbRußland durch den Bergingenieur Friedr. Klene gefunden wurde. Das Fundstück wird von sachverständiger Seite für einen Gögen angesehen, doch stehen darüber noch weitere Er mittelungen bevor. Im Deutschen Theater gehen am Sonnabend, den 1. Sonntag, den 26. Oktober 1884. Neuvermählten" von Björnson neu in Szene. Außerdem bringt das Repertoire dieser Woche Wiederholungen von ,, Wilhelm Tell",„ Die große Glocke"," Der Probepfeil" und" Die Welt, in der man fich langweilt"." Heute, Sonntag, wird ,, Die große Gloce" gegeben. Das Louisenstädtische Theater giebt nunmehr auch äußerlich zu erkennen, das die Erfolge des Zwerggastspiels eine neue Aera des Aufschwungs und der Blüthe für den be scheidenen Musentempel in der Dresdenerstraße bedeuten. Es wird zur Zeit eine vollständige und um die Vorstellungen nicht zu behindern schrittweise Renovirung des Zuschauerraums, Erneuerung der Logen- und Parquet- Size u. s. w. vorgenommen. Kaffen- Erfolge und Beifall des Liliputaner Gastspiels halten sich andauernd auf der gleichen beneidenswerthen Höhe. Im Kriege mit dem Deutschen Reich? Bei Gelegenheit der Thatsache, daß der Herzog von Cumberland von der Braunschweiger Erbfolge ausgeschlossen wird, weil er das Deutsche Reich nicht anerkennt, dürfte es sich empfehlen, auch folgenden Vorfalls zu gedenken: Als im Juli 1878 der Landgerichtsrath Kloß zum ersten Male im 6. Wahlkreise kandidirte, ließ er sich, wie er dies gewöhnlich thut, durch einen Anderen die Wahlrede halten. Dieser Andere wurde in einem Saale auf der Brunnenstraße damals gefragt, warum er nicht selbst als Kandidat auftrete, und ertheilte die Antwort: Meine Herren, ich habe das Deutsche Reich noch nicht anerkannt." Der Andere ist der jegiye Kandidat der Deutschfreifinnigen im 2. Wahlkreise, Professor Virchow. Db er wohl jetzt das Deutsche Reich anerkennt? N. Echt amerikanisch. Auf eine sehr spekulative Idee, die fich zur Nachahmung sehr empfehlen dürfte, ist ein im Often Berlins wohnender Restaurateur gekommen. Derselbe hat seit einiger Zeit in seinem Lokale ein Plakat angebracht, auf dem er seinen Gästen anzeigt, daß fie bei Entnahme von Speisen und Getränken gratis raftrt werden. Die Folge hierSpeisen und Getränken gratis raftrt werden. Die Folge hier von ist, daß jenes Lokal schon in den Morgenstunden, besonders Sonnabends und Sonntags, von Gästen, welche sich ihres überflüssigen Bartwuchses entledigen wollen, start frequentirt wird und die Kellner, sämmtlich gelernte Barbiere, vollauf zu thun haben. Da es nicht möglich ist, sofort den Wünschen aller Gäfte gerecht zu werden, so steht sich die Mehrzahl veranlaßt, beim Glase Bier zu warten, bis die Reihe an fie tommt. Wirth, Kellner und Gäste kommen dabei stets in bester Harmonie auseinander. g. Ueber mehrere gefundene Werthbeträge und Werthgegenstände wird am 27. Dezember d. Js. vom Kgl. Amtsgericht I( Abth. 54) wiederum nach den gesetzlichen Bestimmungen entschieden werden, falls fich die bisher nicht ermittelten Verlierer nicht mit ihren Eigenthumsansprüchen inzwischen gemeldet haben sollten. Unter diesen Objekten befinden fich ein am 5. Januar d. Js. in der Pallisadenstraße 23 gefundener Betrag von 76 M. 60 Pf., ein am 18. Juni d. Js. im Thiergarten gefundenes 20- Markstück, ein am 1. August d. Js. in einem Laden des Hauses Mariannen- Platz 13 gefundener Betrag von 30 M.( ein 20 und ein 10- Wiarkstück), ferner ein am 26. Auguſt im Ausstellungspark gefundenes goldenes Armband, ein am 28. April d. J. von einem Droschkentutscher in seiner Droschke gefundenes goldenes Armband nebst einem goldenen Ringe, eine am 26. Mai d. Js. im Friedrichshain gefundene filberne Ankeruhr. Eine junge Dame, die eine Stelle zur Unterstüßung der Hausfrau suchte, hatte sich, nachdem ihre anderweiten Bemühungen fruchtlos geblieben waren, an ein Stellen- Vermittelungs- Bureau gewandt. Sie hatte zunächst 9 M. Einschreibegebühren zu zahlen und einen Revers zu unterschreiben, Jahreseinkommen 5 pot. zu zahlen. In der That erhielt sie durch das Bureau eine Stelle mit einem jährlichen Gehalt von 180 M. Darauf erhielt fie folgende Rechnung, auf die ste faum gefaßt sein mochte: Gehalt 180 M., Station 360 M. und Wohnung 100 M., mit dem Bemerken„ orteüblich", zusammen 640 M. Hiervon 5 pCt., also 32 M., eingezahlt 9 M., November ,, Der eingebildete Krante" von Moliére und, Die bleiben zu zahlen 23 M. Um sich also vor Ueberraschungen ermedt. Ein gefesseltes Genie. ( Erzählung nach einer wahren Begebenheit.) ( Forsetzung.) Was Roffiter betraf, hatte der Anblick der Mrs. Baffett leinen Gedanken an seine verlassene Familie in seinem Geiste Großhändlersfrau für seine Gattin nicht mehr gewesen, als irgend eine andere wohlhabende Lady, welche ihr Arbeit schickte. Au sein Denken tonzentrirte fich auf sein großes Gemälde, und frohlodte über den glänzenden Empfang, der ihm von Seiten der Journale und des Kunstliebenden Publikums gewor Den war. Das Leben hatte für ihn keine Freude, feinen Schmerz, teine Rüderinnerung und feine Hoffnung, welche fich nicht auf die Schöpfung seines Genies bezog. Sein früheres häusliches Leben mit seinen Beschwerden, seinen Mühen, seiner Armuth, seiner sozialen Isolirtheit war ihm eine verhaßte Erinnerung. Er wollte nicht daran denken. Er verbannte immer jede Erinnerung daran, wenn er es fonnte. Als er fie vor sechs Jahren verließ, war die taschen Schritten. Wie alle Einwohner der Stadt, legte fich auch Roffiter an jenem ewig denkwürdigen Sonntags abend des 8. Ottober 1871 ruhig zu Bett, mit einem legten Minuten war der ganze Bau eine Flammengarbe. Alles loderte wie Seidenpapier. Roffiter stöhnte dumpf auf. Es war, als ob sein Leben ihn verließe in diesem Augenblick. Er wußte nun nicht mehr, was folgte. Die tobende Menschenmasse führte ihn mit fich fort wie die Woge ein Blatt oder einen Sparren trägt. Als er seine Situation wieder begriff, fand er sich selbst mit Tausenden von anderen Flüchtlingen an dem Ufer des Michigan- See's fauernd, Funten und Asche regneten auf fie, das unersättliche Feuer rafte hinter ihnen, und nur der See vor ihnen hemmte die Flammen. Jemand drängte ihn, auf einen der Hafendämme hinaus zu kommen, während er in einem ganz finnverwirrten Bu stande den Brand eines Dampfers anstarrte. Er war so betäubt durch den Schlag, den ihm der Verlust seines Gemäldes versezt hatte, daß er nichts völlig verstehen konnte. Er dachte, daß er das Spielzeug irgend eines furchtbaren Traumes sei. Endlich, am frühen Morgen des Dienstag, lam ein Schleppdampfschiff an den Hafendamm, brachte eine Ladung Baffagiere von dort fort, und führte fte durch verbrannte Brücken und an Scenen der Verwüstung und des Ruins vorüber zu dem noch Gedanken an den bevorstehenden Triumph seines Bildes. Er Fasten und Aufregung und von der Nachtwache, wanderte ziellos versant in tiefen Schlaf, denn er war ermüdet von der Reise und vor Aufregung. Inmitten all' des Lärmens auf den Straßen und des Geläutes der Glocken und all' der furchtbaren Schrecken jener für Chicago so verhängnißvollen Brandnacht schlief er fest, bis man ign, mit anderen Bewohnern des Hotels, erwedie. Sein erster Gedanke war das Jool seiner Seele sein Gemälde. Auf seine Frage: Was brennt?" lautete die ent fegliche Antwort: Alles die ganze Stadt wird vernichtet!" Wild stürzte er hinaus in die flammenhellen Straßen und umber. Endlich feste er sich mit einigen Anderen auf die Stufen einer Kirche nieder, gerade am Saume des verbrannten Distriktes. Jemand fragte ihn, ob er schon ein Frühstück gehabt habe. Der Mann wiederholte die Frage zweimal, ehe Rossiter in seiner Betäubung fte verstehen fonnte. " Nein ja," antwortete er müde. Wann?" fragte der Andere. Rossiter dachte einen Moment nach. Gestern Morgens. Ein Mann auf dem Damme gab mir einige Stüde Bwiebad," sagte er. Schneeflocken. Das prächtige Opernhaus war in Flammen. sprechen. Seine dumpfe Verzweiflung hatte verhindert, daß in die wogenden Menschenmaffen. Der heulende Wind trug große Feuerbrände auf seinen Schwingen durch die Luft, und die Funken fielen so dicht wie Häuserfronten brannten rechts und links, vor ihm und hinter ihm, nur im Süden der Washingtonstraße waren einige Blocks oder Häufergruppen unberührt, obwohl auf drei Seiten vom Er rannte die State Street hinab, bis er die Academy of Design feben fonnte. Einige Umſtehende lachten trotz der Schrecken, die ste umgaben, über den Mann, der vor mehr als vierundzwanzig Stunden sein Frühstück gegeffen hatte. Roffiter nahm Brod, das man ihm gab und aß es, ohne ein Wort zu er Hunger gefühlt hätte. Dann warf er fich zum Sterben ermüdet auf den Steinboden der Kirche nieder, statt eines Riffens seine Arme gebrauchend, und versant in tiefen, traumlofen Schlaf. Nach einigen Stunden erwachte er und wanderte nun wieder durch die gedrängt vollen Straßen. Die Luft war versengend und der Sonnenschein heiß und für fich achtlos auf einen Mauerreft in der Wabash Avenue, Da stand fie unverletzt. Sein Herz pochte zum Ersticken, und dann gerade vor seinen Augen schien von einem Gebäude geöffnet, deren Wohnungen in Asche lagen. Rossiter setzte in einiger Distanz eine Flamme fich zu erheben und nach der Alademie zu fliegen, ein Feuerregen folgte ihr, und in wenig leerte seine Taschen und fand nur wenige Cents fleines Geld 1. Jahrgang. zu wahren, wird man, wie die Voff. 3tg." meldet, gut thun, fich in gleichem Falle über die aus der Unterschrift des Res verses erwachsenden Verpflichtungen zu informiren. N. Ein empfehlenswerther Stadtreisender. Ein Be trüger, vor dem eine Warnung dringend am Plage erscheint, brandschaßt seit einiger Beit, wie uns geschrieben wird, Kaufs leute, Bigarrenhändler 2c. im Südwesten der Stadt. Derselbe in Mitte der vierziger Jahre und von mittelgroßer Figur soll an verschiedenen Stellen versucht haben, Waaren auf Kredit zu entnehmen, was ihm auch in einigen Fällen geglückt ist. Sein legtes Manöver hat er bei einem in der Friedrichstraße in der Nähe des Bellealliance- Plazes wohnenden Bigarrenhändler in Szene gefegt. Er entnahm dort vor einigen Tagen, unter dem Vorgeben als Stadt- Reisender für das Ge schäft B. thätig sein zu wollen, 5 Risten Bigarren und am nächsten Tage noch 15 Kisten im Gesammtwerthe von ca. 200 m. mit dem Versprechen, das Geld dafür bis zum Abend deffelben Tages abliefern zu wollen. Seit der Zeit ist der saubere Stadtreisende verschwunden. Als besonderes Merk mal wird angegeben, daß der Mensch eine schiefe Schulter hat, etwas hinkt und rothes Haar hat. Wilde Männer und Frauen find nicht allein in der städtischen Frrenanstalt zu Dalldorf eine Plage; auch die Pros vinzial- Jrrenanstalten haben ihre Rämpfe mit solchen Geistes franken. Die Direktion der Landarmen- und Irrenanstalt zu Wittstock hat hierher angezeigt, daß die in der dortigen Anstalt untergebrachte Geistestrante, unverehelichte Pauline Bied, 27 Jahr alt, aus Seligsfelde bei Belgard, in der Nacht zum 16. d. M. unter Entwendung von 130 Mt aus der Anstalt entwichen ist. Die Bied war bekleidet mit grau und weiß fariertem Umschlagetuch, schwarzer Kappe, blaubedrucktem und schwarzwollenem Kleide. a. Zwei als Markt- und Ladendiebinnen mehrfach vorbestrafte Personen, die Wittwe R. und die verehelichte P., wurden am 21. d. M. Mittag von einem Kriminalpolizeibeamten die Prinzenstraße entlang gehen gesehen, indem sie einen gefüllten Marktforb und ein umfangreiches Paquet trugen. Der Beamte folgte ihnen, wurde aber von den beiden Frauen ebenfalls bemerkt, und diese liefen nach der Sebastianstraße wo fie in ein Haus eintraten und bald darauf ohne Korb und Paquet wieder herauskamen und die Flucht ergriffen. Der verfolgende Beamte fand hinter der Hausthür jenes Hauses den Korb und das Paquet. Der Korb enthielt Butter, Käse, Würste, Speck und andere Nahrungsmittel, und das Paquet enthielt Hemden, Schürzen, Socken, Trifotjacken und dergl. mehr. Die Nahrungsmittel hatten die beiden Frauen bei einem Rolonialwaarenhändler in der Fruchtstraße gestohlen, das gegen ist der Eigenthümer der vermuthlich gleichfalls gestohlenen Wollwaaren noch nicht ermittelt. Frau B. und Wittwe R. find gestern zur Haft gebracht worden. a. Gegen die verhaftete Hochstaplerin Rita di Candia find während der letten Tage noch weitere Anzeigen von Modisten und Konfektionären wegen der von der Candia verübten Betrügereien bei der Kriminalpolizei eingegangen. Unter den Geschädigten befindet sich eine Modistin, welche im vorigen Jahre von der damals als„ Gräfin" de Gandia aufgetretenen Betrügerin um 2000 M. geschädigt worden ist. a. Der schon seit längerer Zeit von der Kriminalpolizei gesuchte Hundedieb Gaudig, welcher wegen Hundediebstählen schon dreimal und zuletzt mit Buchthaus vorbestraft ist, ist gestern Abend zugleich mit seiner Buhälterin H. festgenommen und zur Untersuchungshaft gebracht worden. G. hatte die auf der Straße von ihm gestohlenen Hunde an einen Destillations- nhaber in der Tresdomstraße verkauft, der diese Hunde schlachten ließ und seinen Gästen als schmackhaft znbereiteten Hundebraten hauptsächlich zur Nahrung für Schwindsüchtige beſtimmt, welchen bekanntlich Hundefett, resp. fettes Hundefleisch sehr dienlich sein soll. Der Destillateur hat die von Gaudig gebrachten und angeblich ehrlich erworbenen Hunde gekauft und es liegt nichts vor, was dafür spricht, daß der Käufer den strafbaren Erwerb der Hunde Seitens des Gaudig gewußt hat. Die mit G. festgenommene H. war früher in der erwähnten Destillation bei sich. Sein Portemonnaie und seine Taschenuhr hatte er im hotel unter seinem Kopftiffen gelaffen. Auch sein Koffer war im Hotel geblieben, und Alles mit diesem ein Schutt und Aschenhaufen geworden. Er blickte lange auf die wenigen Münzen in seiner Hand. Nur das noch liegt zwischen mir und dem Betteln! Es ist mein Alles in der Welt!" Sein Haupt sant auf seine Hände. Ein Bettler! murmelte er. Nach all' diesen Jahren des Hoffens und der Arbeit nichts als ein Bettler!" Niemand fragte ihn, Niemand schien ihn bemerken zu wollen. Menschen ohne Obdach und Geld saßen in dumpfer Verzweiflung überall auf den letzten Resten der in Ruinen ge stürzten Häuser, oder auf dem nackten von Kohlenstaub geschwärzten Boden. Ein Mann wie Roffiter war eine zu gewöhnliche Erscheinung, um Neugier zu erregen. Ihm gegen über befand sich eine Kirche, und als die Nacht tam, und er Hunger fühlte, schlich er über die Straße und stellte sich dort in die Reihe Jener, welche die christliche Nächstenliebe und Wohltätigkeit in Anspruch nahmen. Dies war sein Leben mehrere Tage lang. In der Nacht schlief er in irgend einer stehen gebliebenen Kirche auf dem harten Steinpflaster, und während der Tageszeit wanderte er ziellos unter den Ruinen umber. Er war zu fremd gewor den in Chicago, um Bekannten zu begegnen. Bisweilen sprach ihn ein Fremder an, denn in diesen schreckensvollen Stunden biente das gemeinsame Unglück anstatt einer gegenseitigen Vor stellung. Haben Sie viel verloren?" fragte ihn Jemand. " Alles!" stöhnte er mit einem ftieren Blick ins Blaue. " Das war meine Office," erwiederte der Andere, indem er auf einen Haufen Ziegel und Steine mit Brandtrümmern das zwischen zeigte. Ich habe nichts gerettet. Aber Chicago wird wieder aufgebaut werden. Ja, Sir! In zehn Jahren ja Sir, da wird keine Spur des grenzenlosen Unglücks mehr vorhanden sein!" Für Roffiter aber war dies Alles nichts. Er dachte nicht an die Zukunft Chicago's. Sein Gemälde war Alles, was er schäßte! Es war dahin. Sonst fümmeete ihn nichts." Es tam ihm nicht ein einziges Mal in den Sinn, daß vielleicht auch fein Weib und seine Kinder in den allgemeinen Ruin eingefchloffen sein könnten. Er bemühte fich nicht, irgend einen feiner ehemaligen Freunde zu finden. Chne Biel, ohne Blan wanderte er ſchweigsam umher in seinem Elend. Seine Gattin jedoch dachte an ihn. Ihre Wohnung war glücklicherweise von dem Feuer verschont geblieben. Tag und Nacht war ihre Phantafte geschäftig, sich die Art seines Todes oder das Elend auszumalen, das er ertragen mochte, wenn er lebte. ( Fortseßung folgt.) als fog. Schenkmamsell beschäftigt gewesen. Dieselbe knüpfte mit Gaudig ein Liebesverhältniß an, trat aus ihrer Stellung und betrieb mit G. gemeinschaftlich den Hundefang auf der Straße. Einen recht schlechten Streich haben mehrere junge Leute aus Potsdam einem armen Berliner Droschkentutscher gespielt, den fie, nachdem sie hier den lezten Zug nach Potsbam versäumt, zur Fahrt nach Potsdam gedungen hatten, obenein mit dem Versprechen eines anständigen Trinkgeldes, wenn der Kutscher recht flott fahre. So war man bis zur Glienicker Brücke gekommen, als der Kutscher, der bis dahin feine Fahrgäste in lauter Unterhaltung gehört hatte, durch die plößlich eingetretene Stille, der ein lautes Zuwerfen des Wagenschlages folgte, überrascht wurde, und darauf, rüdwärts blickend, die fauberen Fahrgäste eiligst davonlaufen sah. Unter den obrvaltenden Umständen blieb dem geprellten Kutscher, der somit umsonst vier Meilen gefahren war, nichts übrig, als seine Deichsel heimwärts zu lenken. Wir können daher den Droschtenfutschern nur rathen, sich bei so langen Fahrten stets Vorausbezahlung geben zu lassen. g. Die zahlreichen Bestrafungen von jungen Kaufleuten wegen begangener Veruntreuungen werden einiger maßen erklärlich, wenn man nur auf ganz kurze Zeit den Verhandlungen der Straflammern des hiesigen Landgerichts beiwohnt. Bei einem Salair, das faum zur täglichen Nahrung, geschweige denn noch zu einem Auftreten in anständiger Kleibung ausreicht, müssen junge Kaufleute in biesigen größeren Geschäften ausharren, wollen fie nicht der Mildihätigkeit an heinfallen. Ist es da nicht sehr naheliegend, wenn solche Perfonen fich verleiten lassen, das ihnen geschenkte Vertrauen zu mißbrauchen? So erging es auch dem etwa 20 Jahre alten Hennig, welcher mit einem Monatsgehalt von 50 Mart, sage fünfzig Mart, als zweiter Buchhalter bei der hiesigen Papierfirma Perl u. Co. engagirt war. H. hatte nach und nach 29 Unterschlagungen gemacht und 9 Urkundenfälschungen began gen. Er wurde heute von der I. Straffammer hiesigen Landgerichts I zu einem Jahr Gefängniß verurtheilt.. war in allen Punkten geständig und führte an, daß sein Gehalt nicht ausgereicht habe, er sei in Schulden gerathen, und so wurde ber bisher unbestrafte Mensch zum Verbrecher. Wir könnten Gesellschaften nennen, welche ihren Aktionären hohe Dividenden, ihren Unterbeamten aber winzige Gehälter zahlen. Gin ehrlicher Finder und ein dankbarer Verlierer. Daß die Berliner Droschlenkutscher häufig Proben von Treue und Rechtschaffenheit abgelegt haben, ist bekannt genug. Aber nicht immer trägt die Ehrlichkeit ihren Lohn davon. Jüngst freilich war's anders. Es wird der., Kreuzztg." von glaubhafter Seite folgendes mitgetheilt. Vor wenigen Wochen benutte spät Abends ein Herr eine Droschke. Am Endpunkte der Fahrt angelangt, bemerkte der Kutscher, daß sein Fahrgast noch etliche Schritte weiter ging, ehe er ein Haus betrat. Da es spät war, schickte fich der Kutscher zum eigenen Heimweg an. Wie üblich, revidirte er dann seinen Wagen und fand auf dem Kissen ein Bortefeuille mit 5000 Mart. Er meldete den Vorfall auf dem Fundmeldeamt. Dort geschahen alsbald die üblichen Schritte; doch vergebens. Acht Tage nach der vorschriftsmäßigen Frist erschien ein Herr und erkundigte sich, ob nicht ein Bortefeuille mit der betreffenden Summe gefunden sei. Er habe den Ver luft erst jezt bemerkt, da er den damals getragenen Rod inzwischen nicht wieder angehabt. Beschreibung wie Inhalt des Portefeuille stimmten mit jenem Fund genau überein. Dieser sollte gegen den üblichen Finderlohn dem Verlierer eingehandigt werden; der aber entnahm aus dem Portefeuille sofort für den ehrlichen Droschkentutscher 2000, sage zweitausend Mart. Gewiß eine seltene Dankbarkeit! N. Feuerbericht. Die Meldung Klein Feuer" führte gestern Abend einige Abtheilungen von der 3. Kompagnie der Hauptwache nach dem Grundstüd Bergmanniraße 92. Es handelte fich nur um ein unbedeutendes Feuer, daß beim Eintreffen der Feuerwehr bereits von Hausbewohnern gelöscht war. Gerichts- Zeitung. Der Die seit länger als Jahresfrist schwebende Streitfache des Inspektors am jüdischen Kirchhofe zu Weißensee Gust. Lichtenstein gegen den früheren Todtengräber Kaligfy, der be tanntlich zwei Broschüren gegen seinen ehemaligen Vorgesezten verfaßt und verbreitet hat, ist gestern in einer bis in den späten Abend dauernden Sigung der 6. Straftammer hiesigen Landgerichts I in zweiter Instanz erledigt worden. Angeklagte wurde wegen Verbreitung der fleineren Broschüre, die eine Beleidigung des Privatklägers in derselben nicht gefunden wurde, freigesprochen, wegen der zweiten Broschüre, durch welche mit Bezug auf die Kläger erweislich nicht wahre verächtlich machende Thatsachen behauptet wurden, zu 50 M. event. 5 Tagen Gefängniß verurtheilt, dem Kläger die Publis tationsbefugniß zugesprochen und auf Unbrauchbarmachung der beleidigenden Stellen erkannt. Wien. Der taubstumme Betrüger. Die heutige Verhandlung por dem Schwurgerichte führte eigentlich der Taubstummenlehrer Profeffor Schottet. Der wegen Verbrechens des Betruges angeklagte Andreas Schwarzmann ist taubstumm, die beiden von ihm Beschädigten, welche als Zeugen vernommen wurden, find gleichfalls taubstumm. Aber auch das Auditorium bestand heute zum größten Theile aus Taubftummen, meistens früheren Böglingen des hiesigen Taubflummen- Institutes, welche mit gespannter Aufmerksamkeit der Geberdensprache des Professors und den Antworten des Angeklagten, sowie der Zeugen folgten. Den Vorfis führte L.-G.-R. Sidinger, die Antlage vertrat St.- A.- Sbft. Gionima, als Vertheidiger fungirte Dr. Buscovich. Die Geschworenenbant war zusammengesezt aus den Herren: Johann Friedrich Kast, Dr. Franz Edler v. Patruban, Dr. Ludwig Edler v. Geiter, Granz Glaffer, Franz Aumann, Franz Regenhart, Ritter v. Babory, Martin Braun, August Scherb, Viktor Valero, Dr. Joh. Wilhelm Haas, Johann Gfrorner und Karl Frizzi. Der Angeklagte, Andreas Schwarzmann, ein 25jähriger Schuhmachergehilfe, war durch viele Sabre Bögling des hiesigen Taubstummen- Institutes, vers mag jedoch nur ganz undeutliche Laute hervorzubringen und ist eine Verständigung mit ihm nur in der Geberden sprache möglich, der fich der als Dolmetsch fungirende Profeffor Schottet auch bedient. Der Zeuge und Privatbe theiligte Anton Wittmann, früher Bögling dann Hausfnecht im Taubstummen- Institute, vermag fich ganz deutlich verständlich zu machen. Die taubstumme Beschädigte, Frau Magdalena Schumert, tann gar nicht sprechen, jedoch schreiben und gab auf die ihr vom Profeffor Schottet in der Taubstummensprache gestellten Fragen schriftliche Antworten. Andreas Schwarz mann hatte den Anton Wittmann im Taubstummen Institute tennen gelernt und von diesem erfahren, daß er einiges Vermögen befize. Schwarzmann, der Mitglied eines Losvereines war, bewog den Wittmann, demselben Vereine beizutreten und fpiegelte ihm vor, daß Erzherzog Karl Ludwig Mitglied dieses Vereines sei, und daß ein Gewinn von 34 000 fl. bei diesem erliege. Bom Jabre 1879 bis zum Jahre 1882 übergab Witts mann stets an Schwarzmann pünktlich die Einzahlungen. Im Jabre 1882 wurde der Losverein aufgelöst und die einzelnen Beträge murden ausbezahlt. Schwarzmann behob auch den Antheil Wittmann's berichtete diesem jedoch nichts von der Auflösung des Vereines und lockte demselben unter Hinweis auf den vorgespiegelten Gewinn sein ganzes Vermögen von mehr als 900 fl. heraus. Wittmann war mittlerweile nach Boisdorf übersiedelt: Schwarzmann begab sich auch dorts hin und bewog Wittmann, der fein Geld mehr hatte, fich von der Taubstummen Frau Schuckert deren Erspars niffe von 400 fl. auszuleiben, wobei Schwarzmann der Frau zu verstehen gab, daß dem Bittmann ein großes Glüd bevoiftebe. Das herausgeschwindelte Geld verwendete der taubstumme Betrüger für sich. Schwarzmann gab auf die Fragen des Taubstummenlehrers an, daß er im Jahre 1883 in Korneuburg wegen Diebstahls mit sechs Wochen schweren Kerkers bestraft worden sei. Er bekannte fich schuldig und theilte dem Dolmetscher mit, daß ihm seine Handlungsweise leid thue und daß er sehr leichtfinnig war. Das Geld habe er wie er unter Stammeln hervorzubringen fich bemüht verpust. Bulegt war er beschäftigungslos und wohnte im Maffen quartier. Aus einem Schreiben des TaubstummenInstitutes war zu entnehmen, daß Schwarzmann im Jahre 1873 wegen sehr lobenswerthen Betragens und Fleißes ein Stipendium von 21 fl. jährlich erhielt, die ihm durch 6 Jahre in der Sparkasse angelegt wurden. Im Dezember 1883 wurde das Geld sammt Zinsen an Schwarzmann nach erlangter Großjährigkeit ausgefolgt. Die Geschworenen( Obmann Franz Regenhart Ritter v. Babory) bejahten einstimmig die Schuldfrage. Der Gerichtshof verurtheilte Andreas Schwarzmann zu zwei Jahren schweren Kerkers, verschärft mit einem Fasttage monatlich. Der Dolmetscher verkündete ihm das Urtheil. Durch lebhafte Geberden gab der Taubftumme zu verstehen, daß die Strafe ihm zu hech erscheine. Erst als der Dolmetscher mehrmals ihn eindringlich aufmersam gemacht hatte, daß der Gerichtshof vom außerordentlichen Milderungsrechte ohnedies weitgehenden Gebrauch gemacht habe, erklärte Schwarzmann, das Urtheil anzunehmen. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. t. Eine von ca. 500 Personen besuchte kombinirte Versammlung der Schmiede( Meister und Gesellen) fand am Freitag Abend im Lotale Rönigsbant, Gr. Frankfurterstr. 117 statt, um die einzuschlagenden Mittel und Wege zur hebung des Handwerks zu berathen. Stadtv. Goerdi hielt einen i einhalb ftündigen Vortrag über dieses Thema. Indem derselbe eine Parallele zog zwischen alter und neuer Zeit, wies derselbe nach, daß jeder Beitabschnitt sein leitendes Brinzip habe, welches in allen Institutionen zum Ausdrud gelange, baher paffen die Institutionen jenes Zeitalters der Privilegien nicht in die heute privilegienlose Zeit und durch die Wiederbelebung der Innungen werde keine Befferung herbeigeführt, dies könne nur geschehen durch Branchenorganisationen und gefeßliche Regelung der brennenden wirthschaftlichen und fozialen Fragen. Während Referent hauptsächlich gegen die Innungen im Allgemeinen zu Felde zog, manövrirte Altgeselle Tobler mehr gegen die der Innung angehörenund den Meister deckte unnachfichtlich Die Schäden und Gewerbe Mängel im auf, was eine ausgedehnte und sehr animirte Diskussion zur Folge hatte. Bon Seiten der Meisterschaft wies vornehmlich Herr Heidenreich die Angriffe zurück und sprach sich unter lautem Bravo der Gesellen entschieden für Abschaffung der Sonntagsarbeit aus, doch ging seine Meinung dahin, daß eine solche und an dere Fragen nur durch gemeinsame Unterhandlungen von Meistern und Gesellen zu regeln seien. Da vom Fachverein der Schmiede bereits eine Steuer- Kommission ernannt und be auftragt worden ist, Erhebungen anzustellen über Länge der Arbeitszeit, Höhe der Löhne und Arbeitslosigkeit, so wurde beschloffen, daß diese Kommission als Vertreterin sämmtlicher Schmiedegesellen Berlins gelten und wirken solle. Ferner wurde einstimmig eine Resolution angenommen, in welcher die Versammlung ihr Einverständniß mit den Ausführungen des Referenten ausspricht und die Erklärung abgiebt, daß ste eine Verbefferung der Lage des Handwerks nur durch eine Verkürzung der Arbeitszeit für möglich hält. ausIn der General- Versammlung der Allg. Stuhlarbeiter Vereinigung", Weberstr. 17, wird am Montag Herr Klösterlein einen Vortrag über den Normalarbeitstag halten. In der am Montag, den 27. d. M., Annenstraße 16, Abends 8 Uhr, stattfindenden Versammlung der Graveure, Ziseleure und verw. Berufsgenossen wird als Hauptpunkt Bericht und Diskussion über hiesige Lohnverhält niffe, speziell über die Firma Gladenbed u. Sohn, stattfinden. Gäste willkommen. Eine öffentliche Versammlung der Schlosser und Berufsgenossen findet am Sonntag den 26. Oktober, Vormittags 10 ein halb Uhr, in Gratweils Bierhalen, Kommandantenstr. 77-79, statt. Versammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der Tischler und Berufsgen. am Montag, 27. d. M. Abends 8 Uhr, Adalbertstr. 21. D. Vereins- Angelegenheiten. Ausgabe der Billets zum Stiftungsfeft.- Neue Mit glieder werden aufgenommen. Vermischtes. Im Keller erstickt. Wenn der Wein gefeltert ist und der Most in Fäffer gebracht, dann tommt eine gefährliche Zeit für die Kellerwirthschaft. Die Umwandlung des Mostes zu Wein geht nicht ohne starke Entwicklung von Kohlensäure vor fich, einem Gase, das, zum Athmen untauglich, alles Leben vernichtet, das in sein Gebiet geräth. Vorsichtige Rellerwirthe betreten um diese Jahreszeit nie den Lagerraum ihrer Fäffer ohne ein brennendes Licht, das sofort verlischt, wenn die angesammelten Gase das Verweilen im Keller für jedes lebende Wesen tödtlich machen würden. Die Außerachtlaffung dieser Vorsicht hat gestern in Unter Sievering zwei Menschenleben gefoftet. Der 44 jährige Hausbefizer und Bauer Karl Rainer, Unter- Sievering, Hauptstraße Nr. 105 in Wien wohnhaft, ging um 12 Uhr Mittags, in seinen in demselben Hause befindlichen Keller, um Wein für das bereits angerichtete Mittageffen zu holen; da er länger als gewöhnlich unten verweilte, fiel dies seiner Frau auf und fie suchte ihn auf. Wähweilte, fiel dies seiner Frau auf und fie suchte ihn auf. Während sie noch über den Hof schritt, fam ihr der fehnjährige Sohn Franz mit der Nachricht entgegen, daß er einen dumpfen Fall vom Keller her vernommen habe, von einer bangen Ahnung getrieben, eilte fte zur Kelleröffnung und rief den Namen Rose, ein pflichttreuer, rubiger Mann von 58 Jahren, auf Anordnung seines Vorgesezten, des hier wohnenden fürstlich schwarzburg rudolstädtischen Försters, in den naben Wald des zwischen hier und Frankenhausen belegenen Kyffhäuſergebirges. Rose hatte bei seinem Fortgehen( Nachmittags 3 Uhr) seiner Frau gesagt, er werde spätestens Abends 6 Uhr wieder zu Hause sein. Als aber Stunde auf Stunde verging und der Mann um Mitternacht nicht zurückgekehrt war, weckte die ges ängstigte Frau mehrere Nachbaren und veranlaßte diese, mit Laternen den Forst nach dem Verbleib ihres Mannes abzu suchen. Doch ohne Resultat tehrten die Blänner am Morgen des Montags zurück. Nun bot der Ortsvorsteher die Männer der Gemeinde auf und zog mit ihnen hinaus in den weiten Forst. Endlich, nach vierstündigem Suchen, fand man einen erlegten Rebbock, bald darauf in der Nähe Roses Jagdtasche, dann seine Müge und Jagdmesser, einen fremden Gehstod und schließlich auch die Leiche Roses in einem Dickicht der ,, Königs hölzer", fie war mit der Hose, die ihm merkwürdiger Weise ausgezogen war, mit Laub und Moos bedeckt. Auf dem Rücken des Leichnams fand man eine Schußwunde. Wahrscheinlich hat Rose einen Wilddieb beim Wildern ertappt, und Zepterer hat den Forstbeamten erschossen und dann das blutende, im Der Sterben begriffene Opfer nach dem Dickicht geschleift. Mörder hat Rojes neues Gewehr und in Folge eines Fehl griffes auch dessen Gehstock mitgenommen, dagegen den eigenen Bebitod dagelassen. Da über die Person des Mörders noch vollständige Unwissenheit herrscht, so wird gehofft, daß dieser Gebstock zum Verräther werde. Die Leiche Roses wurde nach Frankenhausen auf einer Babre zur gerichtlichen Sektion ge fragen; morgen soll sie nach hier zur Beerdigung zurückgebracht werden. Einen Beweis von seltener Anhänglichkeit und außer ordentlicher Ausdauer lieferte neulich ein Jagdhund, welcher seiner Herrin unbemerkt in Bremen zum Bahnhofe gefolgt war und die Tour von Bremen bis Oldenburg neben dem Bahnzuge gleichem Tempo Tempo begleitet hat, um seine nicht wenig überraschte Herrin dort am Bahnhof freudig zu begrüßen. in Zähes Leben. In Cornwall, N- Y., wurde kürzlich, wie wir amerikanischen Blättern entnehmen, in einem Stüd Eis, welches der Schlächter Owen S. Clart aus seinem Eisfeller hatte heraufholen laffen, eine acht Boll lange und fünf Boll breite Schildkröte gefunden. Nachdem das aus seiner eisigen Hülle befreite Thier mehrere Stunden in der Sonne gelegen hatte, begann es Zeichen von Leben zu geben und jetzt friecht die Kröte wieder munter umher. Das Einfrieren scheint der Schildkröte nicht im Geringften geschadet zu haben. " Zu viel, bei die Hize". Wir lesen in der Newyorker Handels 8tg." Als zu Beginn einer der Sigungen des im legten Monat in Philadelphia, Pa., getagt habenden Kongresses Des ,, Amerikanischen Vereins für Naturwissenschaften" ein Des legat sich erhob und anfündigte, er beabsichtige einen Vortrag über das Nervensystem der Flöhe zu halten, sprangen mehrere Mitglieder des Kongresses in höchster Bestürzung von ihren Sigen empor und stellten den Antrag auf fofortige Vers tagung. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Das Thermometer zeigte zu der Beit 96 Grad Fahrenheit im Schatten!" Eine zähe Natur ist Emerson McColm zu Muncie, dem Hauptorte des County Delaware in Indiana. Bei dem Zer springen einer Ranone im April d. J. flog ihm ein anderthalb Boll langer, eiserner Bolzen ins Gehirn. Dies schwere Stück Eisen, sowie mehrere Knochensplitter und Stücke des Filzhutes wurden dem Verwundeten ohne Trepanation aus dem Loch im Stirntnochen gezogen, aus dem ein halber Theelöffel voll Ge hirn mit herausftcerte. Dennoch heilte die Wunde zu, und der Patient fonnte als geheilt entlassen werden. Seitdem hat er feinerlei Beschwerden infolge der schweren Verwundung auszuhalten gehabt, ausgenommen von den heißen Sonnen strahlen, und befand sich so wohl wie immer. Der Fall wird jest in ärztlichen Blättern besprochen und McColm hat das Vergnügen, fich in ibnen abgebildet zu sehen. Nette Erbschaft. San Ein armer Hauftrer in Francisco, Cal., Namens John Jacobs, welcher sein Leben mit dem Verkaufe von Bigarren fristete, erhielt im Laufe dieser Woche von England die Nachricht, daß ein dort ge storbener Verwandter ihm die Kleinigkeit von 2ftr. 3500,000 hinterlassen habe. hinterlassen habe. Jacobs verkauft feine Bigarren mehr! Eine Stadt, in der man nicht heirathen kann. Das Bromb. Tageblatt" berichtet: Wer heirathen will, dem stellen fich in Bromberg augenblicklich große Schwierigkeiten entgegen. Der Standesbeamte ist ertranft und die beiden Stellvertreter fehlen oder sind durch Krankheit ebenfalls verhindert, der Un geduld der jungen Leute, welche fich als über Kopf in das Unglüd der Ehe stürzen wollen, ein Ende mit oder ohne Schrecken zu bereiten. Ein Bekannter von uns, der, bis auf befagte Leidenschaft für das Heirathen, sonst ein vernünftiger Mann ist, fonnte bis gestern nicht dazu fommen, daß man fein Gheversprechen öffentlich bekannt machte. 3mei Baare waren zur Biviltrauung erschienen und mußten schließlich, da fie nicht warten wollten, ans Bett des Standesbeamten gebracht werden. Für einen Kranten ist das doch eine sehr schädliche Auf regung. Der Magistrat hat nach Bosen telegraphirt und um telegraphische Ernennung eines vertretenden Standesbeamten gebeten. Gemeinnüßiges. Vorschrift zur Aufbewahrung der Eier. Man bringe die ausgewählten Eier in eine gesättigte Rochsalzlösung und fie herausnimmt, Hodnet und zur weiteren Aufbewahrung in Kiſten u. f. w. legt. Diese Eier sind gerade hinlänglich genug ge falzen, um gekocht verspeist zu werden. Um die Stärte der her Fingeripige in dieselbe und Berührung mit der Zunge genau abzuschmecken, ob der Salzgehalt genügt oder nicht. Holz gegen Feuer zu bewahren. Das zu schüßende Holz wird so lange mit heißem Leimwaffer beftrichen, als thres Gatten, da jedoch keine Antwort tam, lief fie erschreckt lepteres noch einzieht. Bleibt eine Leimschicht auf der Ober fläche stehen, so giebt man einen Anstrich von stärker gefochtem Leim und ftreut, während der Anstrich noch feucht ist, ein aus die Stiege hinab, um nachzusehen, was ihrem Manne geschehen fei. Indessen warteten die Kinder in der Wohnstube auf die Rück fehr ihrer Eltern, allein vergebens. Jest begab sich das Dienstmädchen zum Keller, und als fie auf ihre Rufe feine Antwort erhielt, eilte fte zu dem nebenan wohnhaften Stell wagen- Inhaber Wannenmacher, um ihn zu Hilfe zu rufen. Man schickte sofort um die Freiwillige Feuerwehr, zugleich wurde das Poiizeitommiffariat in Döbling verständigt; der von einigen Feuerwehrmännern unternommene Versuch in den Reller einzubringen, mußte aufgegeben werden, ba eine tödtliche Stickluft das Vordringen unmöglich machte, augleich wurde es Klar, daß die Eheleute Rainer im Keller erstickt seien. Die Stickluft wurde nun mit einer Luftpumpe aus dem Keller ent fernt und die Eheleute Rainer als veichen aus dem Keller hervorgezogen. Wohl stellten zwei herbeigerufene Aerzte WieDerbelebungsversuche an, allein dieselben erwiesen sich als ganz vergeblich. Un Karl Rainer war schon, als man ihn aus dem Seller hervorzog, vollständige Leichenftarre eingetreten. Die Eheleute Rainer hinterlassen vier unmündige Kinder, von denen das älteste, ein Knabe, im zehnten Lebensalter steht, während das jüngste Kind vier Jahre alt ift. Frau Rainer befand sich in gefegneten Umständen. Die Nachricht von diesem Unglücksfall verbreitete fich rasch durch die ganze Drtschaft und um einem Gemisch von 1 Th. Schwefel, 1 Dder, 11 " 1 6 Eisenvitriol, sorgfältig bereitetes Pulver auf denselben. alles gut gepulvert und gemischt, Neues Pugmittel für Fenster, Glasplatten, Gläser, Spiegel. Dian befeuchtet calunirte Magnesia mit reinem Benzin, so daß eine Maße entsteht, die hinreichend naß ist, um Mischung ist aber gut verschloffen in nicht engbalfigen Flaschen aufzubewahren. Beim Gebrauche nehme man etwas davon auf einen Lappen und behafte damit durch schnelles hin- und Herlaviren die zu pugende Glasfläche. Nachdem dies geschehen ist und eine kleine Pause innegehalten wurde, polire man mit einem trockenen Lappen gut nach. Man wird finden, daß durch dies Verfahren die Scheibe oder überhaupt das Glas einen guten Glanz angenommen hat. Briefkaften der Redaktion. Hoffmann, Admiralstraße. Sie befanden sich in einem Irrtbum, wenn Sie glaubten, daß der betreffende Herr die standen fast sämmtliche Bewohner Siederings die Unglücks- Versammlung zur Auflösung bringen wollte. Im Uebrigen find wir voll und ganz mit Ihnen einverstanden. Unrecht war es, daß L. nicht zu Worte tam, dadurch wurde nur Un ruhe erzeugt. Ihren Bericht tönnen wir leider nicht in der Form bringen, Sie werden sich denken können, warum die fiätte. Das Schicksal der so schwer heimgesuchten Familie erregt allgemeine Theilnahme. Im Laufe des Nachmittags hat fich eine behördliche Kommission an den Thatort begeben. Tilleda am Kyffhäuser, 21. Oftober. Am Nachmittage des Iesten Sonntags begab fich der Forst- und Wildhüter Karl nicht gefchehen kann. Verantwortlicher Redakteur R. Granheim in Berfin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin SW. Beuthstraße 2.