Nr. 176. Dienstag, 28. Oktober 1884. 1. Jahrg. Berliner Volksblatt. Brgan für die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Boobiais afhent täglich Morgens außer nach Sonn- und Feftiagen. tin's Haus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Mart, Summern 5 Bf. Bofabonnement pro Duartal 3 Marl. trage der Botzeitungspreislifte water Abonnementspreis für Berlin wöchentlich 25 Bf. Einzelne ( Eingetragen im VIII. Nach . 7198.) Jusertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Betitzeile oder deren Raum 40 f. Arbeitsmarkt 10 f. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., 8immerstraße 44, fowie von allen Annonces Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berlin SW., Bimmerstraße 44. Mitbürger! Arbeiter, Handwerker Berlins! Heute wird es sich entscheiden, ob die Berliner Wähler sich der Wichtigkeit ihrer Abstimmung bewußt sind, ob sie ihre Lage begriffen und Diejenigen erkannt haben, welche mit Herz und Hand treu und energifch für das Volkswohl einzutreten den feften Willen haben. Der heutige Tag, das Resultat der Wahlen, es wird mit ehernen Griffeln eingeschrieben werden in das Buch der Weltgeschichte. Ganz Europa, die ganze zivilisirte Welt blickt heute auf Deutschland und ganz besonders auf Berlin; überall erwartet man, daß das deutsche Bdt und namentlich Berlin zeigen wird, daß es auf der Höhe der Zeit steht, und gelernt hat, von seinem Wahlrecht den richtigen Gebrauch zu machen. Und darum Mitbürger, zeigen wir heute, daß wir das Wahre und Erhabene erkannt haben, daß wir nicht gewillt sind, der Reaktion, dem Rückschritt, gleichviel in welcher Form, die Thore des Reichstages wieder zu offen. Wir sind es uns, wir sind es der Nachwelt schuldig, als Männer mit ganzer Kraft einzutreten für das Rechte, und deshalb ist es heiligste Pflicht eines Jeden, dahin zu wifen, daß nur wirkliche Vollsmänner aus der Wahlurne hervorgehen, damit das deutsche Wolf eine würdige Vertretung erhält. Das Abonnements- Einladung. Berliner Volksblatt" loftt vierteljährlich 3 Mart; monatlich 1 Mark; wöchentlich 25 3fennige frei ins Haus. Bestellungen werden von allen Zeitungsspediteuren und Bornfrauen sowie in der Expedition, Bimmerstr. 44, angenommen. Für Außerhalb nehmen alle Postanstalten Abonnements für die Donate November und Dezember gegen Bahlung Dr 2 Mart entgegen. Die Redaktion des Berliner Volksblatt". Ausschreitungen. Wenn irgendwo und irgendwie von Seiten der Arbeiter dier gar von Seiten der Anhänger der Arbeiterpartei sogetannte Ausschreitungen begangen werden, flugs sind die literalen Blätter bei der Hand mit ihren Uebertreibungen ub Verunglimpfungen. name. Pöbelhorden" ist dann fast noch ein SchmeichelWenn aber die ,, Liberalen" Exzesse begehen, wie kürzlich Belgien bei den Kommunalwahlen, dann hat man gleich ein Beschönigungsmäntelchen bei der Hand Der versucht es, die Ausschreitungen auf Elemente zu geben, die nur zufällig sich in die liberale Bewegung hintingedrängt hätten. Briffe Deutschlands die Runde, überschrieben:„ Der So macht gegenwärtig ein Artikel in der liberalen Sieg des Liberalismus in Belgien". Diese Ueberschrift flingt schon recht komisch, da es sich lediglich um einige Vortheile handelt, welche der Liberalis mus bei den Kommunalwahlen rfochten bat. Das fleritale Radbrud verboten.) 15 Feuilleton. Isaura. Eine Erzählung aus dem südlichen Frankreich. ( Fortseßung) Wer bist Du?" rief der Eremit, dessen Gestalt plöglich das als molle hölzerne Kruzifir zum Schuße vor Auf Mitbürger zur Wahl! Ministerium ist dadurch zwar erschüttert worden, aber größere Achtung im Lande hat der Liberalismus dadurch auch nicht gewonnen. In dem beregten Artikel heißt es dann zunächst, daß man in der Jetzeit die Ideen des Liberalismus überhaupt unterschäße, daß derselbe so oft todt gesagt worden sei, aber noch immer in Jugendfrische sich entfalte. Konservative und Sozialisten gäben sich allerdings die größte Mühe, den Liberalismus zu Grunde zu richten, doch der wahre Liberalismus werde für alle Zeiten triumphiren. Das beweise auch wieder der plötzliche Umschwung im Nachbarlande Belgien. Wir sagten schon, daß dieser Umschwung wenig oder gar nichts bedeute, doch verschweigen die liberalen Blätter, welchen Einflüssen der Sieg bei den Kommunalwahlen in Belgien zu verdanken ist. Bor uns liegt ein Bericht, aus dem ersichtlich ist, daß die Bestechungen eine Hauptrolle gespielt haben, daß man zahlreiche Lumpenproletarier" betrunken gemacht und aufgehezt hat. Wenn dann aber dem Liberalismus solche Ausschreitungen zur Last gelegt werden, dann spricht er von fremden" Elementen, die sich eingedrängt hätten. Auch der beregte Artikel redet von Einflüssen ,, extremer Richtung" und doch feßt er den sogenannten Sieg lediglich auf Konto des Liberalismus. Wenn der Artikel dann die bei den Kommunalwahlen vorgekommenen Ausschreitungen bedauert und einzelne aufzählt, zum Beispiel, daß in Antwerpen und anderen Orten den Mitgliedern der katholischen Partei die Fensterschei ben eingeworfen worden feien, so führt er das Alles auf fremde Einflüsse" und auf den Böbel" zurück und verheimlicht vollständig, daß er ja durch Schnaps und Geld diesen Pöbel" fanatisirt hat. " U brigens ist männiglich bekannt, daß das Fenstereinganz abgesehen von werfen wenigstens in Deutschland 11 ,, Du willst hier ,, D täusche mich nicht!" rief fte. den Aufschluß meines Schicksals holen ich sehe es ja tlar, daß er hier zu finden ist. Laß mich bei Dir!" Wenn Du mich liebst, so geh' voran!" bat er. Da ging fie, ohne ein Wort des meitein Einspruchs; aber all' ihre Geister geriethen in Aufruhr, als sie noch einmal den fremden Namen: Beatrice! fich nachrufen hörte, und sich umschauend den Greis aufspringen und vor dem Kruzifir in wilder Berknirschung das Haupt zu Boden neigen sah. Nur die wiederholte Bitte Raymonds, ihn mit dem Eremiten allein zu lassen Leben gewann. Meinen Segen Dir?!" Und zurückbebend, dem Sturme der Gedanken erfassen, welcher ihn überfam, wandte er sich scheu von dem Mädchen ab: er hatte sie zuseßen; aber sie bebte in fieberischer Aufregung. Die beiden ertannt! er Sein Benehmen erschütterte Jiaura, wie eine unheilvolle Prophezeihung; Mont Aynard hob fte fanft von dem Fels grunde empor und sagte mit ernster Würde. Frommer Vater, hört fort uns an. Ihr tennt mich?" Der beftig Einsiedler hatte sich gefaßt und bejahte die Frage. Dieses junge Mädchen ist meine Braut," fuhr der Baion aber vollenden fonnte er seine Rede nicht Deine Braut, Raymond?" schrie der Eremit, von Neuem ergriffen. Diese hier Deine Braut? Dallmächtiger wand zurüd. Diener, die getreuften, welche Mont Annard besaß, wechselten ernste und verwunderte Blicke, als fie ihren Herrn mit dem Eremiten, den fie für wahnsinnig hielten, allein zurück laffen mußten. Wohl eine Stunde harrten fte im Thale, ehe Mont Aynard zurückfam. Jiaura hatte schon um ihn bittere Angst gehabt, jezt eilte fie ihm entgegen: Was bringst Du uns?" rief ste bange. Den Segen eines Unglücklichen!" sagte Mont Aynard, und seine Stimme flang so weich, wie sie dieselbe noch nicht gehört hatte. 3weifelnd blickte sie ihn an. ,, Du hast geweint?!" Bott, welche Fügung!" Er sant, wie betäubt, an die Fels ,, Was ist Euch?" rief Mont Aynard, und eine dunkle rief ſte. Ahnung rauschte flüchtig durch seinen Geist, während er dem Greise Beistand leistete und Jiaura von Allem, was hier Dorging, fast ebenso betäubt war, als der Einsiedler, der in einem Stan trampfe befangen schien. Ein Diener bolte aus der naben Quelle Waffer herbei, mit welchem man Stiin und Schläfe des Greises beneẞte. Lange waren alle Bemühungen, ihn wieder zum Bewußtsein zu brin sein Auge ruhte halbgebrochen, gen, umsonst; lich aber feft, auf dem jungen Mädchen, welchem vor ihm graute. EndO regten sich seine Lippen, der Strahl des Lebens fehrte in feine Augen zurüd, und einen Namen hauchte er, noch immer auf Jiaura blickend, einen Namen, der nicht der ihrige war, auf Mont Aynaid aber einen mächtigen Eindrud hervor brachte. " Beatrice!" ba, was ist hier?" Mont Aynard unterbrach fich selbst und sprach schnell zu seiner Braut:„ Du ftchit, Geliebte, daß der Arme frant ist und wir den 3ved unseres Hierfeins nicht erreichen. Wir fehren zurüd, menn eine beffere Stunde schlägt; Du magst mit unseren Leuten vorangehen, ich folge Dir schnell und will nur sorgen, daß der Kranfe sich erholt bem studentischen Unfug bei politischen Ereignissen von ganz anderen Elementen, als von solchen, die man gewöhn lich zum Böbel" rechnet, exerzirt wird; davon geben ja die Fälle Sonnemann, Demmler u. s. w. beredtes Beugniß. ,, Daß in einer so hochgradigen liberalen Bewegung auch Agitationen und Ausschreitungen mit unterlaufen, welche mit dem wahren Liberalismus nichts gemein haben, tann wohl faum überraschen" wir lassen diese Entschuldigung bis zu einem gewissen Grade gelten. Aber wer ist es denn, als der Liberalismus, der jeden Exzeß, jede Ausschreitung an die Rockschöße irgend einer anderen Bartei zu hängen versucht? Laß uns geben!" bat er. Bald soll sich Dir Alles lösen ich bitte Dich, Isaura, gönne mir noch eine kurze Zeit, daß ich mich sammle und Dir die Zukunft bereite. Gottes Wege find wunderbar; er führt durch Prüfung und Buße zum Frieden! D'Jiaura!" D'Ifaura!" Er schloß fte mit Inbrunst in seine Arme, und das Herz des starken Mannes pocte gegen den Panzer, als wollte es ihn zersprengen. Vor den Dienern legte er sich aber jest wieder Feffeln an, führte seine Braut zu dem Bergklepper, der fte herauf getragen hatte, und hob sie in den Sattel. ,, Kehre Du still mit diesen nach Deinem Thurme zurüd," sagte er. Ich fann Dich jest nicht geleiten. Dein Blick sagt mir, daß Du mich eräthst; ich gehe wieder zu dem beflagenswertben Manne, den mir eben verlassen haben; ich muß mit ihm eine Wanderung thun" hier stockte seine Rebe und er bolte einen tiefen Athemzug aus der schwergepreßten Brust. Leb' wehl, Geliebte, bald bringe ich Dir das schönste Glück, das unei seglichste auf Erden!" Was nennit Du fo?" fragte fte innig. Eine Mutter!" flüsterte er in ihr Dhe, wandte sich von der Aufzuckenden hinweg und entging allen Fragen, zu denen So heißt es auch in demselben Blatte, dem wir den besprochenen Artikel entnehmen, wörtlich: Am Abend des Wahltages wurde ein Polizei- Kommissar in Antwerpen von einer Bande klerikaler Strolche überfallen und burch Messerstiche nicht unerheblich verlegt.' ,, Liberale Strolche" giebt es natürlich nicht, auch wenn die Fenster eingeworfen werden; ,, Strolche" sind nur in anderen Parteien zu suchen das ist die Liberalität" des heutigen Liberalismus. Politische Uebersicht. Der preußische Justizminister macht durch eine allge meine Verfügung vom 16. d. M. die Justizbehörden darauf aufmerksam, daß in Untersuchungen, welche auf Grund ers hobener öffentlicher Klage geführt werden, außer dem etwaigen Nebenkläger eine erfaßpflichtige Partei im Sinne der Nummer 2 der allgemeinen Verfügung vom 8. September 1882 überhaupt nicht vorhanden ist. In derartigen Untersuchungen find daher auch die von den Konsulaten aus Anlaß der Erledigung von Ersuchen der Justizbehörden zu liquidirenden Gebühren in allen Fällen alsbald zu berichtigen ,, ohne Rücksicht darauf, ob etwa deren Wiedereinziehung von einer zur Tragung der Gleich Kosten verurtheilten Verson werde erfolgen können. zeitig macht der Minister den Justizbehörden die pünktliche Bes fich ihr schwindelnder Geist nicht gleich faffen konnte, durch rasche Entfernung. Es war eine mühsame Wanderung, welche er mit dem Greise unternahm; eine Wanderung auf gefahrvollen Klippensteigen, die nur einem Gemsenjäger des Gebirges, wie Mont Aynard belannt waren, die aber auch der Eremit, deffen Kraft das hohe Alter nicht geschwächt hatte, rüftig überwand. Die erhabenen Schrecknisse der Alpennatur, was waren sie gegen die furchtbaren Gewalten, die im Innern des greifen Wanderers tobten; Lawinenstürze, von den Bergen stäubend, Katarakten im jähen Fall: wie fonnten fte sich mit der Brandung der Gefühle vergleichen, welche zu den Sternen der Gnade emporwallte, um im nächsten Augenblicke in Den schwarzen Abgrund zurüc zu finten. Noch noch ahnte er hatte ihm sein Begleiter nicht Alles gefagt nicht, daß von seiner That nur der Wille nicht von ihm abges nommen werden konnte. Nacht wurde es und sie übernachteten bei Hirten, welche ibre Hütte gefegnet hielten durch die Einkehr des heiligen. Am andern Morgen septen fte mit erfrischter Kraft ihre Wanderung fort; endlich sentten sich die Pfade wieder in die jenseitigen Gründe, und Mittagsglocken begrüßten sie mit feter lichem Klange, als sie das grüne, friedliche Thal erreichten, in welchen ihnen die Klostergebäude, das Biel ihres Strebens, entgegenblickten. Bei dem ersten Tone, der des Greisen Ohr berührte, schien all seine Kraft plöglich zu erlahmen; er blieb stehen, frampfhaft stüßte er sich auf seinen Stab, um nicht zusam men zu brechen; Mont Aynard ermuthigte ihn durch Zuspruch und Beide segten sich in's Gras, so daß fie vom Kloster aus nicht gesehen werden konnten. ch habe Euch gesagt", begann Mont Aynard, daß hier in Sancta Clara eine Nonne lebt, welche von Beatrice's Ges schick Euch die genaueste Kunde geben fann macht Euch gefaßt, eine ganz andere zu hören, als Ihr erwartet". Ich erwarte feine andere, als zu hören, wo ihre Hülle geblieben ist", sagte der Greis dumpf, und mit ausbrechender Qual rief er laut: Wehe mir! Dreifach Webe!" Gott ist barmherzig- er kann die Schuld von Euch nehmen", sprach Mont Aynard. Bin ich barmherzig gewesen gegen meines Kindes Schuld?" scrie der Eremit. Wie sollt ich Gottes Barmherzigfeit verdienen?" Die ewige Gnade ist unerschöpflich fte tönnte Eure That fogar ungeschehen machen. Wie nun, wenn folßung der Borschristen der allgemeinen Verfügungen vom 25. Avril 1883 wiederholt zur besonderen Pflicht. > Ueber die Gesetzentwürfe wegen Ausdehnung der i Unfallversicherung auf die land- und forstwiithschafilichen i Arbeiter und über die Ausdehnung der Kranken- und Unfall- t Versicherung auf die Transport- und Baugewerbe theilt die „Bosfische Zeitung" Folgendes mit: Nach§ 1 des ersten Entwurfs werden alle rn land- und forstwirthschaftlichen Be- trieben beschäftigten Arbeiter und Betricbsbeamten(letztere bis zu 2000 Mark Einkommen) gegen Unfälle versichert. Daffelbe gilt von Personen in land- und forstwirthschaft- lichen Nebenbetrieben. Nach den beigefügten Erläuterungen soll mit einbegriffen werden: die Aufzucht landwirthschaft- licker Nutzthiere, die Kunst- und Handclsgärtnerei, der Wein-, Obst- und Gemüsebau. Die Berufsgenossenschaften find im Anschluffe an die Berwaltungs-Organisation der Bundesstaaten ' für örtliche Bezirke zu bilden. Im Uebrigen lehnt sich der Entwurf durchweg an die Bestimmungen des Unfall- Berfiche- rungs-Gesetzes an. Die Fürsorge für den Verletzten während der ersten dreizehn Wochen nach dem Eintritt des Unfalls wird besonders geregelt! nach Ablauf dieser Frist oder vom Tode des Verletzten ab entsprechen die Leistungen demjenigen, was nach dem Unfall-Versicherungs-Gcsetz zu gewähren ist.§ 1 des zweiten Entwurfs bestimmt:„Die nach Maßgabe dieses Ge- setzes gegen Unfälle versicherten Personen find, soweit dies nicht bereits auf Grund der Bestimmungen des Kranken-Ver- sicherungsgesetzes von 1383 geschehen ist, nach den Vorschriften des letzteren gegen Krankheit zu versichern." Nach§ 2 werden alle Arbeiter und Betriebsbeamten(letztere bis zu 2000 Mark Jahreseinkommen) nach den Vorschriften des Unfall-Verfiche- rungsgesctzes gegen Unfälle versichert, wenn sie beschäftigt fiud: 1) von den Post- oder Telegraphcnverwaltungen oder von der Verwaltung einer Eisendahn oder Straffenbahn, im Betriebe oder bei der Ausführung von Bauten', 2) in gewerbsmäßigen Fuhrwerks-, Binnenfahrts- und Flößercidetriebm, im Prahm- oder Fährbetriebe, sowie dem Gewerbebetriebe der Treidelei; 3) im gewerbsmäßigen Speditions-, Speicher- und Kellereibe- triebe; 4) im Gewerbebetriebe der Güterbestätiger, Schaffner, Wäger, Meffer, Schauer und Stauer. Die Versicherung gegen Betriebsunfälle erfolgt nach§ 4 für die Arbeiter und Betrieds- beamten der Reichspostverwaltung und der Reichseisenbahnen durch das Reich, für die Angehörigen der übrigen Postverwal- tungcn und der Staatseisenbahnen durch diejenigen Bundes- staaten, für deren Rechnung die Verwaltung geführt wird. Die durch das Unfall-Versicherungsgesctz den Vorständen der Ge- noffenschaft und der Genossenschafts-Versammlung zugewiesenen Befugniffe werden durch Behörden wahrgenommen, welche im ersteren Falle vom Reichskanzler, im zweiten Falle von den Zentralbehörden der betreffenden Bundesstaaten zu bezeichnen find. Im Uebrigen erfolgt die Versicherung durch Berufs- genosscnschaften nach den Bestimmungen des Unfallversicherungs- gesetzes. Braunschweig. Die Leiche des verstorbenen Herzogs wurde am Sonnabend in feierlicher Weise im Dome beigesetzt. -— Die gesammte deutsche Prcffe zankt sich schon seit dem Tode des Herzogs um den Verbleib der Erbschaft deffelben in einer geradezu widerwärtigen Weise; die Einen wollen eS immer noch besser wissen wie die Anderen, daß der nächste Erbe, der_ Herzog von Cumberland zur Regierung nicht zugelassen werde.| — Uns läßt diese Frage ziemlich kalt; vom Rechtsstandpunkt( dürfte der Regierung des genannten Herzogs wohl nicht ent- gegen zu treten sein, ob aber Braunschweig, resp. Deutschland einen besonderen Nutzen davon haben würde, ist jedenfalls zweifelhaft. Auf Grund des Sozialistengesetzes sind folgende Flug- blätter verboten worden: 1„An die Wähler d e s W a h l- kreises Meiningen u." 2.„W ähler des 10. han- noverschen R eich s t a g s w ahl kreis e s." 3.„An die Wähler des 6. und 8- Schleswig-Holsteinischen Wahlkreise s." 4.„R ei ch s t a g s w a h l kre i s R e uß ältere Linie." Belgien. Das klerikale Ministerium ist überwunden— eine kurze Herrlichkeit. Der Ministerpräsident Malou, die Minister Woeste und Jakobs haben ihre Entlassung eingereicht, Herr Beemacrt ist mit der Rekonstruktion des Ministeriums vom König beauftragt. Dies Unternehmen hat indessen sehr wenig Ausficht, denn in den Reihen der klerikalen Abgeordneten herrscht eine starke gegenseitige Erbitterung. Das Ergebniß dieser Stimmung ist der gestern in einer Versammlung der klerikalen Mitglieder beider Kammern gefaßte Beschluß, daß die Minister nur gemeinsam gehen oder gemeinsam bleiben sollen. Man spricht von der Bildung eines„Geschäfts- Ministeriums" aus gemäßigten Mitgliedern der beiden Parteien. Eine solche Lösung ist aber innerlich so unmöglich, daß man gar nicht erst zu fragen braucht, ob sie durch äußere Thatsachen irgend unterstützt ist. Allein nach dem, was ich höre, hat man diesen Versuchsballon alsbald wieder fallen lassen. Namentlich stellt Herr Pirmez, das liberale Mitglied, welches dem Ministerium beitreten soll, jede Absicht der Be- theiligung an einer solchen Kombination entschieden in Abrede. Ihr Beatrice nicht getödtet, sorrdern nur schwer verwundet hättet V" „Martert mich nicht, Mont Aynard!" stönte der Greis. „Geht hin und überlaßt mich jetzt meinem Gotte', ich habe schwer gebüßt, aber noch wird die Last nicht leichter auf meiner Brust; ich will Schwereres mir auferlegen, nur daß ick die Kunde erhalte, wo mein unglückliches Kind zur ewigen Ruhe hingeschafft worden ist. Dort baue ich mir dann die Hütte, um meine irdische Buße zu vollenden, bis die jenseitige beginnt. Ich habe gesucht und geforscht, umsonst! Die Leiche war vcrschwun- den— nun geht. Raymond, um der Liebe willen, die Ihr in viel jüngeren Jahren zu Beattice trugt und die Ihr nun auf ihr Kind übertragen habt; eilet und schafft mir, daß ich die Nonne sprechen kann. Dann will ich auch noch das Gelübde ewigen Schweigens auf mich nehmen, wie die Brüder droben bei der Chartteuse."..... Mont Aynerd wollte rhn noch mehr vorbererten, aber er hielt es für das Beste, ihn für den Augenblick sich selbst zu über- lassen, damit im Gebete die wilde Aufregung seiner Seele ge- stillt werde, um das Wiedersehen zu tragen, welches«hm jetzt bevorstand. Auch hatte Mont Aynard noch dreselbe Ver- pflichtung gegen sie, welche hier m klosteilrcher Fre, statt den Frieden ihres Herzens wieder zu errmgen hoffte. Er ließ den Greis daher allein und ging zum Kloster hinab, an dessen Pforte ihm die überraschend, le Nachricht wurde: jene Dame, welche hier auf seine Vermtttelung ein Asyl gefunden hatte, war auf Befehl Serner Gnaden des Dauphins abgeholt worden! Wußte der Dauphin— f Und welche Lösung stand nun zu erwarten? (Fortsetzung folgt.) Theater. R. c„Der Walzerkönig" betitelt sich die Novität, mit welcher das Eintraltheater die Winterkampagne eröffnet. Daß die Direktion mit diesem Stück einen besonders glücklichen Griff gctban hätte, kann man gerade nicht behaupten, im Gegentheil, es fehlt dem Stück so ziemlich Alles, was man, selbst bei bescheidenen Ansprüchen, von einer Gesangspoffe zu erwarten berechtigt ist. Der Mangel jeder Handlung wird nur sehr unvollkommen durch das Fehlen auch der geringsten Spur von Witz ersetzt, es sei denn, daß der Verfasser das Ein- streuen verschiedener, banaler Berliner Redensarten für bcson- ders witzig hält.„Na, über Ihnen aber auch," kann man selbst sagen, wenn man die vier Akte dieser sogenannten Posse über sich hat ergehen lassen. Es gehört eben Geduld hierzu, Die gegebene Lösung ist die Berufung eines liberalen Mi- nisteriums mit der Aufgabe, nach Bewilligung eines provi- sorischen Budgets Neuwahlen anzuordnen. Wie ein Privattrlcgramm aus Brüssel meldet, hat der König die Beernastt'sche Ministerliste akzeptirt. Advokat Deoolder, der nicht Mitglied des Parlaments ist, wird Justiz- minister. Krankreich. General Millot ist gestern von Ferry, dem Marineminister Peyron und dem Kriegsminister Campenon empfangen worden und legte denselben Rechenschaft ad über seine militärische und diplomatische Misston in Tonkin, welche zu unterbrechen ihn seine Krankheit nöthigte. Die Minister sprachen, dem„Journal offiziell" zu Folge, dem General Millot ihre vollständige Befriedigung über die von demselben als Oberbefehlshaber des Exoeditions- Korps geleisteten Dienste aus.— Der Senat erledigte den Gesetzentwurf über die Rück- fälligen in erster Lesung, der Artikel 14 des Gesetzentwurfs, in dem die für die Verbannung bestimmten Orte angegeben waren, wurde gestrichen, die übllgen Artikel des Entwurfs wurden genehmigt.— In der Deputirtenkammer wurde der Antrag des Bonapartisten Cuneo d'Omano, das Ministerium in An- klagczustand zu versetzen, weil es ohne Zustimmung der Kammer einen Krieg unternommen habe, abgelehnt. Der fragliche An- trag wurde von dem Antragsteller Cuneo d'Ornano hierauf in eine Interpellation an die Regierung umgewandelt. Raspail (von der Linken) interpellirte die Regierung über ein von den Eisenbahngesellschaften erlassenes Zirkular, welches den Be- amten derselben verbietet, Mitglieder von Wahlrälhen zu sein. Der Arbeitsminister Raynal erklärte, die Regierung habe kein Recht, sich in die Angelegenheit zu mischen, sie habe indeß offiziös mit den Eisenbahngesellschaflen konferirt. Von der Kammer wurde eine'Tagesordnung, welche das Vertrauen der Kammer zu den Erklärungen des Ministers ausspricht, mit 290 gegen 4 Stimmen angenommen. Von der Budgetkom- misston wurde ein Antrag Roches angenommen, wonach die dreiprozmtige Abgabe, welche die Gesellschaften zu zahlen haben, auch auf die Kongregationen und Ordensgesellschaften Anwendung finden soll. Auf den Antrag des Finanzministeis Tirard wurde ferner beschlossen, 40 Millionen Obligationen mit kurzem Termin zu emiltiren, um damit pro 1885 die Vizinalwegbaukaffe und die Schulkaffe zu dotiren. Diese 40 Millionen treten zu den 195 Millionen hinzu, welche bereits für das Extraordinarium im Budget des Kriegsministeriums in Aussicht genommen find. Der„Temps" schreibt, die Regierung habe beschlossen, zahlreiche Verstärkungen abgehen zu lassen, sowohl für die Armee in Tongking, wie auch zur Vervollständigung des Okkupationskorps im Norden von Formosa. Abgesehen von der Äbsendung dieser neuen Truppentheile sei ferner eine Kom- pletirung der bereits in Tongking befindlichen Bataillone beabsichtigt. Demzufolge sei nach Toulon der Befehl ergangen. alle disponiblen Transportdampfcr auszurüsten, auch mit Schiffstransport- Gesellschaften seien Verhandlungen wegen Miethens mehrerer Dampfer eingeleitet, eine große Menge von Proviant und Munition sei bereits nach Toulon unterwegs. Die Verstärkungen würden gegen Mitte kommenden Monats in zwei Abtheilungen abgehen und Anfang Januar in Tong- king eintreffen. Rußland. Vor einigen Tagen wurde in Petersburg auf dem Newskyprospekt bei der Kasanschen Kathedrale ein gewisser Lopatin verhaftet. Derselbe suchte Widerstand zu leisten, wurde aber von zwei Polizisten und einem Kriminalagentcn bewältigt. Der Verhaftete schrie ins Publikum:„Meldet, daß ich gefangen bin!" Die Polizisten hielten ihm den Mund zu. In der Wohnung Lopatins wurde, wie der„Frkf. Ztg." gemeldet, viel Dynamit und mehrere Ballen Drucksachen gefunden. Lopatin ist seit 1876 bekannt, saß bereits mehrere Jahre in der Festung, wurde dann freigelassen und entfloh aus Petersburg. Seit vier Jahren wird er sehr eifrig verfolgt, denn seit dem Alten- täte auf Mesenzew war er verdächrig, an allen Unternehmungen der Sozialrevolutionäre detheiligt zu sein. Die Polizei wußte seit vier Monaten, daß er sich in Petersburg aufhalte. Ein Geheimagent ermittelte Lopatin, welcher angeblich auf der Flucht nach Moskau war. Seit Sschuchanow ist dies angeb- lich der beste Fang der Polizei. Merkwürdig ist nur, daß das Wolff'sche Bureau die Nachricht von dem Fange verschwieg, während Reuter's Telegraphen-Bureau darüber berichtete. Riga. Ueber die bereits erwähnte Beschlagnahme soziali- stischer Schriften auf dem englischen Dampfer„Kelso" meldet man der deutschen„Pet. Ztg." folgende Einzelheiten: Die Besichtigung des Schisses wurde diesmal aus irgend welchem Grunde ganz besonders genau veranstaltet und hierbei trug sich nun'zu, daß einer der Zollbesucher(so werden hier die mit der Ueberwachung der zollpflichtigen Schiffe betrauten Niedern Beamten genannt) im Kohlenraum zufällig inmitten der Koh- len einen großen Packen entdeckte, der in Zeitungspapier(und zwar in Nummern des Kasanski Birshewoi Listok) eingehüllt war. Kaum hatte der Zollbeamte diese Entdeckung gemacht, a!s auch schon der zufällig anwesende Schiffszimmermann, der bereits seit 8 Jahren auf dem Dampfer dient, ihm sowie dem wie sie unter den verschiedenen Menschenmassen eigentlich nur der Berliner befitzt, der in seiner Harmlosigkeit auch tausend- mal gehörte Kalauer beklatscht. Wenn in dem Stück überhaupt Handlung vorhanden wäre, würden wir ja herzlich gern auf dieselbe eingehen, es handelt sich nur darum, daß ein ältlicher, wohlhabender Junggeselle, der selbst noch nicht ganz und gar den Verlockungen des modernen Lebens entsagt hat, seinen ein wenig sehr lüderlichen Neffen schließlich unter die Haube bringt. Der Stoff ist gerade nicht sehr neu, dafür ist er aber um so schlechter verarbeitet. Die Situationskomik, soweit von einer solchen überhaupt die Rede ist, wirkt wegen ihrer ehrwürdigen Alterthümlicdkeit geradezu elegisch auf den Zuschauer, einiger- maßen belustigend ist eigentlich nur die Zumuthung. daß man über solche Späße noch lachen soll. Der Berliner geht doch ge- wiß mit dem festen Vorsatz ins Theater, sich zu amüstren, und man merne das auch am Sonnabend Abend auch so recht an dem Applaus, der auch bei den abgestandensten Witzen losgelassen wurde, ebenso wurde auch der Verfasser gerufen. Man darf aber auch dem Publikum nicht allzuviel zumuthm, schließ- leck reißt auch Engelsgeduld. Die Kouplets. die wir zu hören bekamen, entbehrten alle der prickelnden Würze, es fehlte die Pointe, einzelne, wie das von Frl. Grünfeld vorge- tragene von der Kitzlichkett, waren geradezu geschmacklos. Der erste Akt war der beste, es wurde frisch gespielt, das Publikum war in sehr animirter Stimmung, die jedoch sehr bald erkaltete, als man merkte, daß sich aus dem volltönenden Titel „Der Walzerkönig" ein recht dürftiges Stück entpuppte. Von den Darstellern ist besonders Frau Lio zu erwähnen, welche zne wendische Kammerjunpfrau in ihrer gemüthlichen Breite zur vollen Geltung brachte. Auch Fräulein Gallus schuf ein ganz reizendes kleines Genrebilv in dem Groom. sie perfiflirte mit köstlichem Humor die Aufgeblasenheit adliger Domestiken. Die Rolle, die Herr Direktor Ernst übernommen hatte, ist eine zu gewöhnliche und in allen Berliner Possen wiederkehrende, es konnte in ihr durchaus keine besondere Originalität zum Aus- druck gebracht werden. Herr Weiß, als Träger der Titelrolle befriedrate entschieden nicht, es mag vielleicht daran gelegen haben, daß die Rolle überhaupt in der Anlage verfehlt war, jedenfalls spielte er sichtlich ohne Vertrauen. Ebensowenig kann man von Fräulein Grünfeld behaupten, daß ihr die Rolle der Damenschneiderin„auf den Leib geschrieben sei." Berliner Damenschnciderinnen sehen eben anders aus als Fräulein Grün- feld. Die Ausstattung des Stückes dagegen war eine vorzüg- liche, es ist nur zu bedauern, daß so viel Muhe an einen so undankbaren Stoff verschwendet wurde. zweiten daselbst befindlichen Zollbediensteten ein Angebot von 50 Rubel machte, wenn die Beiven über ihre Wahrnehmungen reinen Mund hielten. Als dieses Gebot jedoch zurückgewiesen wurde, zog der Matrose plötzlich sein Messer und stürzte, sich gewaltsam einen Weg in's Freie bahnend, nach oben auf's Deck. Ehe noch die Zollbesucher zur klaren Einsicht in die Situation gekommen waren und die Hilfe des Schiffspersonals hatten anrufen können, war der kühne Flüchtling bereits übet Bord und war mit dem Hchiffsboot an's Ufer gerudert, wo er den Augen entschwunden war, noch ehe seine Verfolgung in Szene gesetzt werden konnte. Zunächst war an eine solche am gedacht worden, da die Gründe des plötzlichen Davoneilen! unbekannt waren. Bei näherer Untersuchung ergab sich ah daß der ominöse Packen verbotene Schriften und Drucksach in großer Anzahl enthielt und zwar vorzugsweise Exemplar des in Genf erscheinenden„Westnik narodnvi woli" („Bote des Volkswillens"). Natürlich wurde sofort die Polizei,-->> in diesem Falle die Gensdarmerie, von der Entdeckung denach- Ve richtigt und die Untersuchung wurde mit einem ganz unge-* m wöhnlichen Eifer in Angriff genommen. Auf dem Schiff« selbst sollen jedoch weiter keine konfiszirlichen Gegenständ«— ermittelt sein, obgleich man so weit ging, die einzelnen durij J?0"™ hydraulische Pressen auf das kleinste Volumen gebrachten, im Schiffe verladenen Baumwollenballen zu öffnen und zu durch«" stöbern, wodurch die Qualität der Waaren, welche am Ufer allen Witterungseinflüssen ausgesetzt waren, erheblich gelittm haben soll. Ter Kapitän ist dieser ganzen Affaire wegen zu Verantwortung gezogen worden und wird derselbe, oder ihn der betreffende Rheder, eine nahmhafte Strafsumme zu er- legen haben. Die ferneren Erhebungen haben ergelen, daß der geflüchtete Matrose seit acht Jahren unter falsyem Namen auf dem Dampfer gedient hat. Er soll aus Darzig oder Stettin gebürtig und soll sein richtiger Name tarl Meitzer sein. Er wurde vorgestern Nacht in der Wahrung des Getränkehändlers Karl Praatz, genannt Franck, zur hafj gebracht. Gleichzeitig hat man den Wirth selbst, und noch fünf andere Personen unter starker Bewachung dem Gefä-gniß überliefert- Die Untersuchung in der Wohnung des Prat hat nicht nur große Mengen von verbotenen Drucksachen in lettschei und russischer Sprache zu Tage gefördert, sondern, wieveiliutet, auch falsche Kreditbillette und ähnliche Dinge mehr.(Spitere Nachrichten zufolge sollen weder falsche Kreditbilletc n och Bro schüren in lettischer Sprache gefunden worden sein, senden lediglich russische Preßerzeugniffe. England. Der MarquiS von Ealisbury war vorgeste nach dem Meeting in Dumfries der Gegenstand einer seil feindseligen Kundgebung seitens seiner politischen Gegner.~ dem Hotel, welches er bewohnte, wurden von einer wirthenda Volksmenge fast alle Fenster eingeworfen, und als der Margutj mit seinen Begleitern nach dem Bahnhof fahren wollte, muß Polizei requirirt werden, um ihn gegen die Willkür des lid ralen Pöbels zu schützen. Nichtsdestoweniger wurden Fenster seiner Equipage durch Steinwürfe zertrümmert urß beim Aussteigen wurde er mit Mehl beschüttet, während eini� Steine seinen Kopf streiften. Erst als der Zug, den er Rückkehr nach London benützte, die Station verlassen Haie, zerstreute sich die lärmende und aufgeregte Volksmenge- A liberalen Blätter verurtheilen Gespielt wurde, wie nicht anders zu erwarten, mit Verve � >n bester Laune. Man fühlte die Darsteller waren rn«ES und vielen Beifall. Tie Damen Frl. Deman als. 3« Jolanda als Pigeonetle und Frl. Curre als Euphemre 1%< recht brav, doch schien uns die letztere etwa« sehr verschn-m � fem. Frl. Wank stellte mit Geschick die Spezies der Z � vermietherinnen dar. Dagegen trug Frl. Wismar als AM gl torm,„der Tochter des freien Amerika", doch ein wenig. zu 8�1 MLWZZKW feurig und wurde von seinem Freunde Raoul, dargeste»' Herrn Ries, trefflich unterstützt. vCf KA'"" pathlsch. C ebot von Oberkommiffar von New- Guinea ist der Generalmajor Scratchley hmungen ernannt. Im englischen Oberhause erklärte gestern der gewiefen Staatssekretär der Kolonien, Lord Derby, auf eine Anfrage rzte, fich Lord Carnavon's die Bill über die Conföderation Australiens en aufs werde noch in dieser Seffion eingebracht werden, wenn die Zuin die immung von Neu- Südwales zeitig genug eintreffe. personals Liverpool, den 24. Oktober. Der unter der Anschuldigug eits über es ftrafbaren Befiges von Dynamit hier verhaftete Ungar rt, wo er Ondron Chowanez ist heute in Freiheit gesezt worden. gung in Irland. Am Sonnabend früh wurde von verbrecherischer band Iche auch gleufen des Flusses Ban( Irland) mittelst Dynamit in die der Versuch gemacht, ein Thor bei den Schiffahrtsponeilens Fich aber Luft zu sprengen. Die Polizei glaubt dem Thäier auf die udsachen Spur zu sein. Es ist dies bereits der zweite Versuch, der im remplare Laufe dieses Jahres gemacht wird. Man nimmt an, daß Pris vatrache gegen die Flußdirektion das Motiv der That ist. Polizei, Nord- Amerika. Bekanntlich können Chinesen nicht Bürger benach Der Ver. Staaten werden, aber wie es den Anschein hat, wird in Bulunft doch chinesisch- amerikanische Mitbürger geben. ung Die Frage ist vor dem Kreisgericht der Vereinigten Staaten Schiffe genstände ( Circuit Court) in San Franzisko legter Tage zur Erörterung gelommen. Es handelte sich um die Streitfrage, ob ein auf Ewolt" chten, im u durch gelitten en burd amerikanischem Boden geborener Chinese das Bürgerrecht er werben tönne oder nicht. Das Staatsgericht Kaliforniens hat mit, nein" entschieden, der Richter des Bundeskreisgerichts am fentschied indenen mit„ ia". Die Frage geht nun zur endgiligen Entscheidung an den obersten Gerichtshof des Landes egen( Supreme Court). Daß derselbe sich der Entscheidung des der für Bundeskreisgerichts anschließen wird, ist so gut wie ſicher, Denn nach dem 14. Amendement der Verfassung sind alle in ergelen, den Ber. Staaten geborene Personen Bürger der Vereinigten falfgem Staaten und des Staates, in dem fte wohnen." ne zu er Danzig Bohrung Bur paft China. Ein Telegramm aus Shanghai vom 25. d. M. agt: Die Arbeiten der Chinesen zur Eindämmung und Abbämmerung und Absperrung des Flusses Woosung beginnen am 28. d. M.; für alle befreundeten Schiffe wird eine 260 nd no fuß breite Durchfahrt offen gehalten. Die Blokade der Weftfängniß lüfte von Formosa durch die Franzosen hat am 23. d. M. beBrat hai letticher erlutet Spiteren och Bro sondern orgefter gonnen. Es ist feinem Schiffe gestattet, auszulaufen oder zu landen, die Insel Formosa ist vollständig isolirt. Auf Madagastar scheinen die Franzosen keine Fortschritte machen; die Eingeborenen leisten energischen Widerstand. Dieselben' haben außerdem einen wirksamen Bundesgenoffen an dem ungefunden Klima. Nach einer„ Times"-Depesche aus Durban leiden die Franzosen in Madagaskar an schweren Arankheiten; man glaubt, daß die Jahreszeit zu weit vorgerüdt met fel, mer. ithende Marqu e, muß Des lib Den d ert un d einige er 3 hate e. Tie folches chreien = beat ten sh eit, b eise e nne. t Gl ampbel Don den ptorgar ze Dber und da cher fid ge vo egange worde genfall dt wer Daß das Grad hub auf 8 Monate bedeutet. In Folge der Intervention der Missionäre werden die Deserteure der Howas erschossen und nicht mehr verbrannt. Zokales. cr. Wenn heute die Sonne zur Ruhe geht, so hat ein harter Kampf ausgetobt, es wird dann entschieden sein, aus welchen Elementen sich das neue deutsche Parlament zusammen fegt. Niemand weiß, wer aus der Urne fiegreich hervorgehen bird Thäters benachrichtigt worden. Bei dem Färbermeister Christian Wilhelm Räbling zu Mühlhausen( Thüringen) erschien vor Kurzem ein Mann, welcher angab, der Schwur gerichtsaffeffor Jentsch aus Erfurt und beauftragt zu sein, der p. Röbling wegen Verdachts der Ermordung zweier einige Zeit vorher verstorbenen und von R. beerbten Schwestern zu vers haften, falls R. nicht Raution stelle. Hierdurch gelang es dem angeblichen Affeffor von R. als Raution 190 M. zu erhalten. Wie fich aber später herausstellte, war bei der zuständigen Staatsanwaltschaft von dem Verhaftsbefehl gegen R. nicht Sas Geringste bekannt und R. soweit das Opfer eines geriebenen Gauners geworden. Derselbe ist bisher nicht zu ermitteln ge wesen. Nach der gegebenen Personalbeschreibung ist der auf der Flucht befindliche Erzschwindler von großer, schlanker Statur, hat dunkelbraune Haare, dunklen Vollbart, blasses Gesicht, längliche, gebogene Nase, blaue gewölbte Brille und ist besonders an seiner barschen und schnarrenden Stimme zu erkennen, welcher das R. scharf ausspricht. Bekleidet war er mit dunklem Ueberzieher, dunklen Beinkleidern, schwarzem Schlapphut und schwarzer Kravatte. An den Fingern trug er mehrere Ringe mit röthlichen Steinen. § Die reiche Belohnung eines ehrlichen Droschtentutschers mit 2000 tt., über die wir mit anderen Zeitungen berichteten, ist wie uns von wohlinformirter Quelle und von dieser nach sorgfältigsten Recherchen mitgetheilt wird, in der Praxis ein frommer Wunsch gewesen. Die Notiz, kurz und bündig, das Produkt schöner Phantaste. N. Ueber das Schicksal des vor einigen Tagen vers schwundenen, auf dem Dominium des Herrn von Benda in Rudom bediensteten Knechtes Julius Wilhelm Briesemick wird uns mitgetheilt, daß derselbe infolge Blutandranges, an dem er seit längerer Zeit leidet, wie geistesschwach umhergeirrt und schließlich in Berlin angehalten wurde. Der Bedauernswerthe erholte fich jedoch bald wieder und wurde wieder entlassen, um fich nach Rudom zurückzubegeben. Gefaßte Schwindlerin. In das Sch.'sche Kolonial- und Delikatessengeschäft in der Potsdamerstraße trat am 23. d. M. Abends 64 Uhr, als gerade mehrere Käufer im Laden waren und das Geschäftspersonal vollauf in Anspruch nahmen, eine Dame in den Laden, welche fich von einem Commis für 10 Pf. Bichorie geben ließ. Der Commis gab ihr zuglich mit der Waare einen sog. Bablzettel über 10 Bf., welchen die Käuferin an der Kaffe unter gleichzeitiger Berichtigung der Summe abs zugeben hatte. The fie dies aber that wandte sich die Dame an einen anderen Commis, von welchem fte sich eine geräucherte Gänsebrust, eine Mandel Eier, Gries Kaffee für zusammen 6 M. geben ließ. Hierauf begab sich die Käuferin mit den beiden Bahlzetteln über 10 Pf. und über 6 M. zur Kaffe, überreichte daselbst nur den einen Bettel über 10 Pf. und zahlte auch nur diese Summe und trat sodann aus dem Laden. Der Kommis aber, welcher fie bei dem zweiten Einkauf bedient hatte, hatte die Frau bei ihrer Bahlung an der Kaffe beobachtet und war ihr, als er erfuhr, daß fie nur 10 Pf. gezahlt hatte, auf den Fuß nachgefolgt. Er nöthigte sie wieder in den Laden, und da die Perfon nicht genügendes Geld zur Zahlung ihrer Einkäufe bei fich führte, so mußte fie die gekauften Waaren wieder zurückgeben. Bur Polizeimache fiftirt, wurde in der des bie weißen Loose" viel aber wifen wir, daß und heute ihrem Ehegatten in der Exercierstraße wohnt. Da Frau Sch. Betruges Verdächtigen die Frau Sch. festgestellt, welche bei ihrem Ehegatten in der Exercierstraße wohnt. Da Frau Sch. eine feste Wohnung hit, so wurde von ihrer sofortigen Verhaftung Abftand genommen. a. Ein unverbesserlicher Taschendieb wurde in der Person des 14jährigen Schülers Br. heut zur Untersuchungshaft gebracht. Br. hat schon Anfang d. J. wegen acht verschiedener Diebstähle einen richterlichen Verweis erhalten. Nichtsdestoweniger besserte sich der bei seinen Eltern( durchaus makellosen Personen) wohnende Knabe nicht, und er wurde am 20. b. Mts. auf dem Wochenmarkt des Alexanderplates zwischen den Schlächterreihen von einem Kriminalbeamten gefehen, als er sich an Damen herandrängte und deren Gretchentaschen befühlte, bis Br. endlich bei einer Dame in deren Gretchentasche griff und mit einem Portemonnaie nach einer Anschlagsfäule fich begab, woselbst er den Inhalt des Portemonnaies nachzählte. Der Beamte war ihm schleunigst gefolgt und faßte ihm gerade bei dem Nachzählungsgeschäft. Da die bestohlene Dame fich inzwischen entfernt hatte, so wurde das Bortemonnaie( schwarz) mit einem Inhalt von 2 Mt. 78 Bfg. polizeilich beschlagnahmt. Der Knabe Br. wurde, nachdem der Thatbestand aufgenommen, wieder zu seinen Eltern entlassen. Am 26. d. Mts. Vorm. kam der Vater des jugendlichen Diebes mit diesem nach dem Kriminalkommissariat, überreichte dem diensthabenden Beamten ein Portemonnaie mit 32 M. Inhalt, welches er bei seinem Sohne gefunden und als jedensfalls gestohlen ihm abgenommen hatte. Der junge Br. räumte ein, am jüngsten Sonnabend( 25. d. M.) auf dem Wochenmarkte am Dönhofsplag einer Dame ein Portemonnaie mit 40 Mart entwendet nnd davon 8 Mark vergeudet zu haben. Da der Vater von dem unverbesserlichen Sohne nichts wissen wollte, so wurde dieser festgenommen und heut zur Untersuchungshaft gebracht. Die am Dönhofsplay bestohlene Dame ist ermittelt, Dagegen ist die von Br. am Alexanderplatz bestohlene Dame noch nicht ermittelt, deren Portemonnaie nebst Inhalt im Kriminalfommiffariat verwahrt wird. noch einige heiße, schwere Stunden bevorstehen werden, wir wiffen, daß fie durchkämpft werden müssen. Wir achten die Ueberzeugung eines Jeden, halten wir aber vor Allem die unsere hoch, bleiben wir auch bei dem heutigen Streit der jenigen paltung treu, die wir in dem ganzen Wahlkampfe be wahrt haben. Denken wir daran, daß wir auf dem Boden der bestehenden Gesetze stehen, seien wir uns deffen bewußt, daß wir nichts Ungefeßliches wollen, aber erinnern wir uns auch daran, daß uns Niemand unser gutes, verfassungsmäßiges Recht zu rauben befugt ist. Das Wahlrecht zum deutschen Reichstage ist vorläufig noch ein geheimes und direktes, mache ein Jeder daher Gebrauch von seinem staatsbürgerlichen Rechte, und gebe er dem Kandidaten seine Stimme, den er für seinen besten Vertretrer hält! Wenn heute ein Jeder unserer Freunde so wählt, wie er es vor sich selbst und seinen Mitbürgern ver antworten fann, so sehen wir dem Resultat der Wahl furchtlos entgegen. Aber mag die Wahl auch ausfallen, wie sie will, es vermag Niemand in die Zukunft zu sehen und man muß im politischen Leben auf Alles gefaßt sein vor allen Dingen ist es in jedem Falle nöthig, Ruhe zu bewahren und niemals den Boden der Gefeßmäßigkeit zu verlaffen. Die Berliner Arbeiter werden heute Abend, das ist unsere feste Ueberzeugung, zeigen, daß fie im Glück nicht übermüthig werden und im Un glud nicht verzagen. Es giebt leider unter den Arbeitern felbft Leute, die aus irgend welchen niedrigen Gründen ihre fe, thue man diesen Subjekten nicht den Gefallen, sich von Mitbürger zu Unüberlegtheiten aufreizen, höre man nicht auf ihnen unglücklich machen zu laffen. Pflichteifer und Ruhe bewahren, das ist heute die Barole, und Alles wird gut Baues an den drei Markthallen in der Linden, Bimmer die polizeilich erfolgte Einstellung des und Dorotheenstraße find bedauerlicher Weise Hunderte von Arbeitern beschäftigungslos geworden; unter ihnen befinden sich folche, welche monatelang ohne Arbeit waren und durch die erst Darbende Familie zum Winter noch einige Subsistenzmittel zu Straße fonnte heute noch eine Anzahl der erschienenen Arbeiter erwerben hofften. An dem Markthallenbau in der Lindenmit Mörtelbereitung 2c. beschäftigt werden. Die drei unterbrochenen Bauten werden jetzt von den außer Lohn und Brod Be un Inner nen mi Theik gierun te, Erg hne den bizire Den f Zus nabent theate 3 Atte er The en un appar andlung r burd Ten, bi an vot zudrüd in ihre laubte hday ftelle folde wurb gebeu el" un nal mi on eind e Jebe en An rve un ihrem b eifer treteri Suliette Spielte upft Bimmer if Vic u grell Wor ol" be en leb Andre Ut von " 00 deffen Jeann br fym geben. Durch gefommenen Arbeitern umstellt. gest Farbenblindheit ein Kündigungsgrund? Ein hiefiges bedeutendes Engros: Geschäft engagirte einen ReisenDen, bei dessen Eintritt in das Geschäft der Chef wahrnahm, daß der Reisende farbenblind war. Der angestrebten soforti Entlassung widersetzte sich der Reisende mit dem Bemer len, daß er auf mindestens 3 Monate engagirt sei und auf Diese Beit sein Gehalt beanspruche. Der Chef erklärte aber rundweg, daß er in seinem Geschäft den Reisenden nicht an ftellen würde; er wies vielmehr den Reisenden an, sich auf einen Stuhl zu seßen und gestattete ihm nur, die Mittagszeit zum Aufstehen und Fortgehen zu benußen. Nach zwei Tagen tig dem Reisenden die Geduld und er wünschte eine Beschäfti a. Den am 22. d. M. in der Sebastianstraße festgenommenen Ladendiebinnen P. u. R. find folgende Sachen abgenommen worden, die sie in verschiedenen Geschäften ge= stohlen hatten: Zwei blaue Küchenschürzen, drei graubraune halbwollene Mannshemden mit 2 blauen Bändchen zusammengebunden, woran ein weißes Etiquett mit der Auszeichnung: G. C. N. f. J. C. Nr. 65, 1,20 B. sich befand, drei schwarz und weiß gestreifte Hemden, ebenfalls mit Etiquett und der Auszeichnung G. B. N. f. J. C. Nr. 70, 1,30 B., zehn Paar braune wollene Herrensocken, von denen je 5 zu einem Packet mit einem rothen Bändchen zusammengeschnürt und mit W. 00 a. s. z. a 75 f. und R. 00 a 50 Pf. ausgezeichnet sind, eine schwarzwollene Damen- Trikotjacke mit grünem Etiquett und ner Auszeichnung: 110 Ia 32. Bu diesen Gegenständen haben fich Eigenthümer noch nicht gemeldet. N Das Berliner Verbrecher- Album, vor Jahren noch in seinen Uranfängen, hat sich Dank dem Eifer, welchen der Chef unserer Kriminalpolizei diesem Verwaltungszweige zuwendet, zu einem stattlichen Bureau der genannten Abtheilung entwidelt. In 3 hohen Schränken liegen in besonderen praktisch gung im Komtoir des Geschäfts. Auf Grund dieser Weige eingerichteten und alphabetisch nummerirten Risten die Kabinet nun dem Reisenden die Thüre gewiesen. Da aber der Rei fende mit einer derartigen Behandlung nicht einverstanden ist, So hat er die Hilfe eines bewährten Rechtsanwalts in Anspruch des Gehalts auf 3 Monate zu verklagen. Es wird nun von Dem Richter das Urtheil zu fällen sein, ob ein Prinzipal ver pflichtet ist. einen jungen Mann zu behalten oder nicht, von bem fich herausstellt, das er farbenblind ist. genommen, um die Firma wegen Anstellung bezw. Bahlung( Golegänger), Einbrecher, Hochstapler, Mörder u. s. w. Da die g Um auch den minder bemittelten Klaffen den Ge nuß eines Wildprets oder jenen des Geflügels zugänglich zu machen, hat ein Wildpret- und Geflügelhändler in der AckerStraße 6 die Einrichtung getroffen, daß zu soliden Preisen Durch eines guten Absages seiner Waaren. Photogramme hiesiger und auswärtiger Verbrecher. Zum leichteren Auffinden find die einzelnen Spezialitäten der Verbrecher getrennt. Die Kaften enthalten getrennt Ladendiebe, WäscheDiebe, Taschendiebe, Baletotmarder, Uhrenabkneifer, Kollidiebe Ver brecher gewöhnlich nur eine Branche betreiben, so erleichtert diese Unterscheidung das Auffinden sehr, so daß es dem erfahrenen Beamten gegenüber nur nöthig ist, die Art des Diebstahls anzuführen, um sofort die Photographie des Thäters zur Ueberraschung des Bestohlenen vorgelegt zu erhalten. Schon aus der Art des Einbruches, dem Ansage des Brecheisend oben oder unten am Schloß erkennt der Beamte schon mitunter den Thäter. Bur leichteren Drientirung in den numQafen pfundweise fund Gänse 2c. nach Halben und Vierteln merirten Photogrammen ist ein alphabetisches Lexikon ange pertauft werden. Der betreffende Händler erfreut sich hier- fertigt, welches das Auffinden erleichtert und die Spignamen, N Ein Billardmarder ist am Sonnabend in dem Augenblid, als er mehrere Billardbälle in der Invalidenstraße ver laufen wollte, bingfest gemacht worden. Der Dieb, ein fich auf der Durchreise befindlicher Tischler hatte die Bälle, wie er später eingestand, einem am Schiffbauerdamm wohnenden Restaurateur Jacob gestohlen. g. Von einem ganz raffinirten Betrug find die sämmtlichen Bolizeibehörden mit dem Ersuchen um Festnahme des Eigenthümlichkeiten c. des gesuchten Thäters enthält. Den Gang zum benachbarten Photographen unternehmen die Verhafteten höchst ungern und sträuben sich mit allen Mitteln durch Gesichterschneiden, Verzerrung der Muskeln gegen den Aufnahmealt. Man sieht daher auf den Photographien häufig die Hände eines Beamten mitabphotographirt, der den Kopf des fich Sträubenden ſtill hält. Die weibliche Verbrecherwelt pflegt sich dagegen ganz gern photographiren zu lassen. Uebrigens ist diese Prozedur jest durch die Augenblicksphotographien start erleichtert. In frühester Beit pflegte man bei Wider spenstigen neben den inquirirenden Beamten hinter einem Attenstoß einen protokollirenden Beamten zu setzen, der nichts als ein tüchtiger Zeichner war und während des Verhörs schnell ein Bild des Beschuldigten aufnahm. Nach einer gewiffen Zeit werden die Bilder der Bestraften, sofern sie sich während der Zwischenzeit straflos geführt haben, entfernt, oder beklebt und es werden auch häufig von ihnen derartige Anträge von ihnen gestellt. Die Einsicht in das Verbrecheralbum steht übrigens während der Dienststunden jedem Bestohlenen, sofern er das Geficht des Thäters wiederzuerkennen meint, frei und wird er von dem diensthabenden Beamten mit größter Liebenswürdig feit hierbei unterstüßt. Mit andern namentlich ausländischen Städten, welche erst von Berlin das Institut des VerbrecherAlbums adoptirt haben, findet ein regelmäßiger Austausch der Photographier statt. g. Eine ganze Familie von einer Droschte überfahren. Ueber diesen bereits im legten Polizeibericht turz erwähnten gewiß seltenen Fall erhalten wir von einem Augenzeugen noch folgende Einzelheiten: Der in der Johanniterstr. 15 wohnende Schneidermeister Bock befand sich am Freitag Abend mit seiner Gattin und seinem 8 Jahre alten Sohne auf einem Spaziergange. Als fte gegen 8 Uhr den Fahrdamm der Kochstraße an der Friedrichstraße überschreiten wollten, tam gerade ein Pferdeeisenbahnwagen daher gefahren, weshalb alle drei Personen rasch wieder nach dem diesseitigen Trottoir retiriren wollten. In diesem Augenblick aber bog eine Droschte um die Ecke in die Kochstraße ein und Mann, Frau und Kind, welche der Droschte nicht mehr ausweichen konnten, wurden vom Pferde umgestoßen und famen unter das Fuhrwerd zu liegen. Während merkwürdiger Weise Herr und Frau Bock mit leichten, von dem Fall zur Erde herrührenden Verlegungen davon tamen, hatte der Knabe durch Hufschläge mehrere Wunden am Kopfe erhalten und blutete außerdem aus Nase und Mund. Die erste ärztliche Hilfe wurde dem Knaben in der Sanitätswache in der Markgrafenstraße zu Theil, worauf er mit seinen Eltern nach deren Wohnung überführt wurde. Ein Schußmann brachte die betreffende Droschke zum stehen, so daß der Führer derselben festgestellt werden konnte. N. Daß die Weihnachtssaison bevorsteht, bezeugen zahlreiche Vorbestellungen hiesiger Händler bei den gewerbsmäßigen Tannenhändlern im Harze und in Thüringen. In den föniglichen Revieren beginnt man jetzt bereits damit, für die Käufer die Tannen zu lennzeichnen, welche in wenigen Wochen gehauen werden, um den Berliner Markt mit grüner Waare hinlänglich zu versorgen. Polizeibericht. Am 25. d. M. entstand in dem Geschäft des Kaufmanns Böhme, Leipzigerstr. 43., dadurch ein kleines Feuer, daß die Verkäuferin beim Anzünden der Gasflammen im Schaufenster mit dem Lichte den dort ausgehängten Waaren zu nahe tam. Das Feuer wurde durch die Feuerwehr in furzer Beit gelöscht. Am 26. d. M. Morgens wurde eine Frau, welche bereits seit dem 22. d. M. vermißt worden war, auf dem Boden eines Hauses in der Kleinen Auguststraße erhängt vorgefunden. Die Leiche wurde nach dem Obduktionshause geschafft. An demselben Tage Nachmittags ging in der Potsdamerstraße das Pferd des Grünframhändler Bechtoldt mit dem Geschäftswagen desselben durch, rannte erst an der Lüßowstraße mit einer Droschte zusammen und an der Eichhornstraße mit dem Gefährt gegen einen Omnibus, wobei mehrere Scheiben desselben zertrümmert wurden und zwei im Omnibus figende Personen durch Glassplitter Hautabschürfungen am Hinterkopfe erlitten. gebracht Gerichts- Zeitung. Ein schwerer Messer- Erzeß aus purem Uebermuth beschäftigte heute die erste Straffommer hiesigen Landgerichts I. Am Abend des 18. Juni cr. trieben eine Anzahl halbwüchstger Burschen auf der Berlebergerstraße allerhand Allotria und rempelte die Passanten unter der Androhung, es mit ihnen aufzunehmen, in rüder Weise an. Dabei schwangen die jungen Leute ihre aufgeklappten Meffer in der Luft herum. Der Schloffer Jeschke und der Schlächter Meißner, welche zur fraglichen Beit die Perlebergerstraße paffirten, um sich in ihre dort belegenen Wohnungen zu begeben, ließen sich die Anrempelungen nicht ruhig bieten und machten den Angreifenden Vorhaltungen ob ihres unpassenden Treibens. Dies war die Veranlassung, daß die jugendliche Kohorte über ste herfiel und mit den Messern bearbeitete. Meißner erhielt einen Stich in die Lunge, in deffen Verfolg er bewußtlos สิน Boden fant und in das städtische Krankenhaus Moabit werden mußte. Von den den Erzes benten wurden der Arbeiter Robert Heibeck, der Steinseßer Emil Weinschent und der Arbeiter Adolf Wiggert festgenommen und als Derjenige, welcher dem Meißner den so gefährlichen Stich versetzt hatte, Emil Weinschent ermittelt. Obgleich die demselben zugefügte Verlegung dessen Leben gefährdete, vollzog fich die Heilung in ungehoffter Weise, und sind nach dem Gutachten der medizinischer Sachverständiger schlimme Folgen nicht mehr zu befürchten. Heibed und Weinschent wurden das mals in Haft genommen und alle Drei wegen gemeinschaftlicher und mittels eines Messers verübter Körperverlegungen unter Anklage gestellt. Mit Rücksicht auf die starke Angetrunkenheit der Angeklagten wurden die verhängten Strafen tros der üblen Folgen und der Frivolität des Angriffs verhältnismäßig niedrig bemessen. Weinschenk erhielt fünfzehn, Heiberg sechs Monate und Wiggert sechs Wochen Gefängniß. Den beiden Ersteren wurde je ein Monat auf die erlittene Untersuchungshaft angerechnet. Der frühere Athlet, jezige Handelsmann Carl Wilhelm Berg hatte sich heute wegen des bereits früher mitge theilten Erzesses am 7. April d. J. vor der fünften Straftammer hiesigen Landgerichts I. in der Berufungsinstanz zu verantworten. Der Angeklagte war an dem qu. Tage aus der Strafanstalt zu Rummelsburg zu einem in Moabit anberaumten Termine transportirt und hatte bei Einnahme einer Stärtung die Gelegenheit benugt, seinem Transporteur zu ents wischen. Nach seiner Ergreifung wurde er auf die Wache des dortigen Polizeireviers gebracht, auf der er derartig tobte, daß er gefeffelt in die Detentionszelle gebracht werden mußte. Hierbei hat er dem Schußmann Stüwert einen Fußtritt an den Leib versett, der deffen Dienstunfähigkeit während dreier Monate zur Folge hatte. Noch schlimmer benahm sich der Angeklagte, als er in den grünen Wagen geschafft werden sollte. Da vermochten ihn 6 Schußleute nicht zu bändigen. Die ihm vom Schöffengericht zudiftirte Strafe von neun Mo naten Gefängniß bestätigte der Berufungsgerichtshof nicht nur als vollständig angemessen, sondern er beschloß auch noch, den Angeklagten wegen Fluchtversuchs sofort zu verhaften. Bur Abführung deffelben war ein zahlreiches Botenpersonal aufge boten, der Verurtheilte ließ sich aber ruhig ins Gefängniß bringen. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. Aufgelöst. Die am Sonnabend Abend in„ Kramer's Salon"( Rosenthalerstraße 11 und 12) stattgehabte, überaus zahlreich besuche Versammlung von Wählern der Arbeiterpartei des fünften Berliner Reichstagswahlkreises verfiel nach furzer Dauer dem Schicksal der polizeilichen Auflösung, in welcher Folge es zwischen den versammelten Arbeitern und der Polizei zu einem so heftigen Rencontre fam, daß sich schließlich faft eine an Straßenkampf streifende Szene entwickelte. BigarrenArbeiter Laste tritifirte das Programm der deutsch- freifinnigen und konservativen Partei. Er müsse mit Entrüstung zurüc " die Anpaffung der Krankenkasse an das neue Krankenkassen-| möglicht sein Apparat das Abtelegraphieren von 300 000 gesetz zu verhandeln. Nach einer beinahe 5 Stunden dauernden Wörtern in der Stunde auf einer Linie von 6-700 Kilomete Diskussion wurde beschlossen, die Krankenkaffe als Ortskaffe Länge. bestehen zu lassen und wurden einige Abänderungsanträge des Statuts angenommen. Erwähnenswerth dürfte die Mittheilung des Kaffenrendanten sein, wonach sich hier ca. 500 fonditionslose Krankenfaffenmitglieder befinden. Die Prinzipale waren u. A. durch den Vorsitzenden des Berliner Buchdrucker: Prin zipal- Vereins, Henn Grunert, vertreten, welcher sich auch an der Debatte betheiligte und verficherte, daß den Buchdruckereibefizern jeder Nebengedanke bei Plaidirung für eine Ditskaffe fern gelegen. Ihm wurde erwidert, daß die Prinzipale beffer thun würden, die Leistungen der Gehilfen derartig zu bezahlen, daß fie nicht nöthig hätten, die Beiträge der Prinzipale für die Krankenkasse in Anspruch zu nehmen. Bei Herin Grunert, der so bereitwillig Beiträge zur Krankentaffe entrichten wolle, errege es um so mehr Bewunderung, da er seinen Arbeitern die Viertelstunde Vesperzeit nicht geftatte. Da die Tagesordnung der vorgerückten Zeit wegen nicht erle digt werden konnte, wurde beschlossen, die übrigen Punkte nächsten Sonntag in demselben Lokal zu verhandeln. M Russische Krantenpflege. In der letzten Sigung de St. Petersburger Magistrats und der Kommission für öffen liche Gesundheitspflege erklärte Profeffor Botkin, Leibarzt dd Kaisers und eine der ersten medizinischen Autoritäten Rußlands Wenn man das erschrecklich große Verhältniß der Sterblichte Nr. in unseren Hospitälern betrachtet und die Ursachen derselben s ergründen sucht, so kommt man zu dem Resultat, daß die Kranta hauptsächlich vor Hunger sterben; denn für den Unterhalt jede Kranken ist die Summe von 13 bis 14 Ropeten( 26-28 f festgesett also ein Betrag, für den man nicht einmal e Pfund Rindfleisch zu Suppe faufen tann. Dazu kommt ab noch, daß die Krankenpflegerinnen, welche einen ganz elende Lohn bekommen, die Kranken an dieser Hungerkost noch be doch di fehlen." Die Thatsache, daß die Dekonomen der Hospital politisc fich von den Ersparnissen, die sie an der Krankenfost mache werden Vermögen zusammenscharren, erwähnte der faiserliche Leiba Staater wohl deshalb nicht, weil dieses Faltum ohnedies allen befan Blag genug ist. Gemeinnütiges. Die geschlossene Mitglieder- Versammlung des Verbandes deutscher Zimmerleute Lofal Verband Berlin" findet am Mittwoch, den 29. Oftober 1884, Abends 8% Uhr, Inselstr. 10, II., statt. TD.: 1. Kaffen- Abrechnung. 2. JnHustenmittel. In dieser Zeit der Erkältungen, Huft nere Vorstands Angelegenheit. 3. Verschiedenes. 4. Frage Grippen und Katarrhe ist vielleicht Manchem damit gedient, faften. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Tages- gutes, wirksames Hilfsmittel zu erfahren. Man preffe den S Drdnung halber haben Gäste feinen Zutritt. Gewerkschaft der Maschinenbau- Metallarbeiter und verwandten Berufsgenossen. Die ordentliche MitgliederVersammlung am Dienstag, den 28. d. Mts., fällt aus. Die nächste Versammlung wird bekannt gemacht werden. weisen, daß die Arbeiter- Partei einen gewaltsamen Umsturz der heutigen Gesellschaftsordnung anstrebe. Die Arbeiter- Partei habe sich stets voll und ganz auf gefeßlichem Boden bewegt; in ihren Reihen erinire Niemand, der den Carlisten seine Hilfe angeboten habe.( Rufe: Cremer!) Seitens der deutsch- freifinnigen Partei werde jest ein Wahlflugblatt verbreitet, mit der Unterschrift: Das Arbeiter Romitee"; in diesem werden die Attentate den Sozialdemokraten in die Schuhe geschoben.( Rufe: Bfui!) Dies beweise am besten, wie es mit der Freifinnigkeit der Deutsch- freifinnigen Partei bestellt sei. Selbstverständlich stehen die Arbeiter der Partei Stöcker, die den Klaffen- und Reli gionshaß auf ihre Fahne geschrieben habe, ebenso feindlich gegenüber, wie der deutsch freifinnigen Partei. Die Hepreden Stöckers haben die wiederholten widerlichen Szenen in Neustettin verschuldet und dieser Mann sei verantwortlich zu machen, daß jezt eine Anzahl verführter Arbeiter von dem Schwurgericht zu Berlin zu harten Freiheitsstrafen verurtheilt wurde.( Stürmischer Beifall.)- Tischler Frigge: Wenn die Arbeiter in ihrer Majorität politisch indifferent wären, wenn fie fich nicht organisirt hätten, um eine Befferung ihrer fozialen Frege herbeizuführen, dann würde die Zahl der Proletarier in Deutschland jedenfalls eine noch viel größere sein.. Bei diesen Worten erklärte der beaufsichtigende Polizei- Offizier die Versammlung für aufgelöst und forderte die Anwesenden auf, fich aus dem Lokale zu entfernen. Die Arbeiter beant worteten diese Auflösung mit Hochrufen auf ihren Kandidaten Grillenberger und schickten sich an, das Lokal zu verlaffen. Ein an der Ausgangsthür des Saales postitter Kriminalschutz mann forderte die Arbeiter auf, das Lokal in etwas schleunigerem Tempo zu räumen und soll dabei, wie von vielen Seiten be hauptet wurde, einige Arbeiter gestoßen habe. Es kam in Folge| deffen zwischen den Arbeitern und diesem Polizeibeamten zu einer fleinen Rempelei", in welcher Folge Leßteier einen Arbeiter verhaftete. Als nun der Beamte mit seinem Arrestanten auf der Straße angelangt war, ertönten aus der sich vor dem Lokale angesammelten großen Menschenmenge die Rufe: ,, Haut hn". Die Menge nahm gegen den Beamten eine derartig drohende Haltung ein, daß der Schußmann fich genöthigt fab, den Arrestanten loszulaffen und eiligst aus der Menge zu entlommen. Die Massen stürmten unter dem unaufhörlichem Ruf: Nieder mit dem Spießgesellen" auf ihn ein. In der Nähe der Auguststraße hatte die Menge den Schußmann ein reholt und schlug mit Stöden und Schirmen auf ihn ein. In mselben Augenblice zog der bedrohte Beamte seine Nothpfeife ind zahlreiche uniformitte Schußleute stürzten eilends herbei, ie sofort mit der blanken Klinge auf die den Kriminalschußmann verfolgende Menge einbieben und so den Beamten befreiten. Ein großer stämmiger Arbeiter, welcher als der Rädelsführer bezeichnet wurde, wurde nun arretit. Es dauerte lange, ehe die Straße von der aufgeregten Menge, die noch unufhörlich ihren Kandidaten rillenberger leben ließ, sich zerstreute. So schreibt ein hiefiger Berichterstatter. Wie uns jedoch von anderer Seite mitgetheilt wird, bängt die Sache folgendermaßen zu sammen. Der Arbeiter Wilhelm Schreiber, Linienstr. 102, Hof part. wohnhaft, ging aus der Versammlung fommend, über Den Straßendamm, als er, ohne daß er fich irgendwie bemertbar gemacht hatte, von zwei Kriminalbeamten ergriffen und arretirt wurde. Als er freigelassen wurde, befand er sich in einem solchen Bustande, daß er in Begleitung eines Schußmannes nach der Sanitätswache geben mußte, von wo er sich, nachdem ihm Verbände angelegt waren, wieder in Begleitung bes Schußmannes, weil er nicht fähig war, allein zu gehen, nach Hause begab. Wo und wie fich der Arbeiter Schreiber die Verlegungen zuzog, zu untersuchen, ist nicht unsere Sache, wir fordern nur diejenigen Arbeiter, die Beugen dieses Vor falles waren, auf, fich melden zu wollen, um bei der Unterfuchung, die von dem Verlegten demnächst veranlaßt werden wird, Licht in diese peinliche Sache zu bringen. -m- Die Mitglieder der Kranken- und Begräbnißkasse Berliner Buchdruder versammelten sich gestein Vormittag 10%, Uhr im Ronzerthaus, Leipzigerstraße, um abermals über Theater. Königliches Opernhaus: Dienstag: Die Walküre. Königliches Schauspielhaus: Dienstag: Bürgerlich und romantisch. Deutsches Theater: Bellealliance- Theater: Dienstag: Die große Glocke. Dienstag und folgende Tage: Gastspiel der Kgl. Hofschaus spielerinnen Franziska Elmenreich und Frau Marie Seebach: Die Provinzialin. anonyme Korrespondenz. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Gegenüber. Eine Neues Friedrich Wilhelmstädtisches Theater: Dienstag: Gasparone. Walhalla- Operetten- Theater: Dienstag: Gilette. Oftend- Theater: Dienstag: Die beiden Harfenmädchen. Gentral- Theater: Der Fachverein der Möbelpolirer Berlins( f. g. Arb.) hält von jest ab zwei monatliche Versammlungen und zwar am Montag nach dem 1. und am Montag nach dem 15. in der Mariannenstr. 31/32 bei Gotthardt ab. In der zweiten Versammlung werden Fachkundige und wissenschaftliche Vorträge" auf der Tages- Ordnung stehen, zu welcher Kollegen und Gäste willkommen find. Freie Organisation junger Kaufleute. Die nächste Dienstag- Versammlung fällt wegen der Reichstagswahl aus. Dagegen findet in der ersten November- Woche eine große öffentliche Versammlung, deren Ort und Beit noch bekannt gemacht werden wird, statt mit der Tagesordnung: Die tägliche und die Sonntagsarbeit im Kaufmannsstande und ihre Folgen." Einladungen zu dieser Versammlung werden ergehen an das Aeltesten- Kollegium der Kaufmannschaft, den Verein Berliner Kaufleute und Industrieller, den Verein der Berliner Kolonialwaarenhändler, sowie an die Vorstände sämmtlicher hiesigen laufmännischen Vereine. Alte Jakobstraße 30. Direftor: Ad. Ernst. Dienstag: Auftreten des Fräuleinn Anna Grünfeld. Bum 4. Male: Der Walzer- König. Gesangspoffe in 4 Atten D. W. Mannstäot, Musit v. G. Steffens( Novität!) Lonisenstädtisches Theater: Direttion: Josef Firmans. Dienstag: 54. Gesammt- Gastspiel der Liliputaner. Sum 43. Male: Robert und Bertram. Vittoria- Theater. Dienstag: Excelfior. Residenz- Theater: Direktion:. Anno, Blumenstraße 9. Vermischtes. Interessantes Gesuch. In einer Beitung lesen wir fol gendes Inserat: Gesucht ein jüngerer Gelehrter, der geneigt und imftande ist, einem Industriellen wöchentlich Vortrag zu halten über die hauptsächlichsten Vorgänge in Volkswirthschaft, Politik und Gefeßgebung. Gefällige Offerten sub E. D. 247 an Haasenstein und Vogler SW. Sollte sich der Mann wohl zum Reichstagsabgeordneten auf diesem für's erste allerdings noch etwas ungewöhnlichem Wege ausbilden wollen? Dienstag: Bum 4. Male: Diei Frauen für einen Mann, Schwant in 3 Aften von A. Valabrèque und GrenetDancourt. Vorher: Herzogin Martin, Lustpiel in 1 Aft von H. Meilhac. Stenotelegraphie nennt sich eine überraschende neue Er findung. Die Neuerung besteht im wesentlichen in einer Multiplegtelegraphie mit einem stenographischen Verfahren derart, daß z. B. der Kammerstenograph seinen Bericht, ohne daß er erst des Umschreibens in gewöhnliche Schrift bedarf, selbst abtelegraphiren kann, was namentlich für solche Blätter ungemein werthvoll sein dürfte, denen während der Kammerverhandlungen ein eigener Draht zur Verfügung steht. Auch soll das System das Aufschreiben und Weiterversenden von telephonischen Mittheilungen bedeutend erleichtern. Dem Erfinder zufolge erBallner- Theater: Dienstag: Bum 32. Male: Der Raub der Sabinerinnen. Alhambra- Theater. Wallnertheaterstraße 15. Heute und folgende Tage: Eine Berliner Nätherin. Am 25. d. Mts., Vormittags 12 Uhr, starb unser Mit glied, der Volksstück mit Gesang in 4 Abth. von Heim. Hersch, Mufit von Thed. Franke. Cigarrenarbeiter Carl Malchert. Wir verlieren in dem Verstorbenen einen theuren Genoffen und werden wir sein Andenken stets bewahren. Die Beerdigung findet Dienstag, 28. d. M., Nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause aus, Invalidenstr. 148, statt. Vor der Vorstellung: Gro es Konzert, ausgeführt von aus 20 Mlufttern bestehender Kapelle, unter Leitung des Kapellmeisters Herrn Ludwig Clauftus. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 7% Uhr. Im Auftrage des Arbeiter- Bezirksv. d. Rosenthaler Vorst. Einem geehrten Bublifum empfehle mein Weiß- und Bairischbier- Lotal. Reichhaltigen falten und warmen Früh ftüd sowie Mittagstisch von 12-2 ahr, mit Bier à Couvert 50 Pf. fowie reichhaltigen Abendtisch. Zu jeder Tageszeit Rönigsberger led à Portion 25 Bf. 1029 Achtungsvoll Herrmann Stramm, Restaurateur, Staliger Straße 18. = Der Vorstand. 5. Wahlkreis. 1161 Dienstag, den 28. Ottober, Abends 8 Uhr, Versammlung im Restaurant Thiele, Rosenthalerstr. 11-12. D sipations 1 Deutsche wenn b die Erh was w Der So es nich Minifte fechfte Beutepo Brojette Bresche Bartei a bereiten Grenzen Intereff itternde Nicht of Abficht, Daß die Regimen tion, ba wieder jedoch fo Die Bart Führer Gefegen bem gut S Die bat feit wonnen. befreiung Staatsge 1871 bal Stlavere ausgedeh von 2 recht weichen Citronen aus und mische ihn mit ein gleichen Quantum Glycerin. Tüchtiges Schütteln verbin beide Flüssigkeiten und giebt man davon 3-4 Mal tägl 1 Theelöffel voll. Bei sehr festem, hartem Husten erwä man dies Gemisch etwas, das sehr gut limonadenartig schm und namentlich jüngeren Kindern sehr zu empfehlen ist. muß in diesem Falle das Quantum dann aber etwas inap bemeffen werden. Ein anderes gutes Mittel( aus dem Bu lande stammend) ist folgendas: In 1 Liter Waffer tochem 1½ Kilo. abgehäutete, eingeschnittene ganze Bwiebeln, 80 Honig und 40 Gr. Qutzuder langfam 3-4 Stunden bu laffe abfühlen, seihe durch ein Sieb und fülle in wohlversto Flaschen. Hiervon nehme man täglich 4-6 Eklöffel lauwa Gute Zahntropfen. Bei der Fülle der Bahnschm Vertreibungsmittel ist es etwas Gewagtes mit neuen Rege in dieser Beziehung zu kommen. Da es aber im Allgem Intereffe liegt, erprobte, vielfach von sichern Erfolgen begle gewesene Mittel öffentlich bekannt zu geben, so mag ein fold hier folgen. Man mische in einer Flasche zu gleichen Theil spanische Pfeffertinktur, Ingwerwurzeltinktur, einfache D tinktur und Kampferspiritus, welchen Ingredenzien man 12 fonzentrirten Effig hinzusezt. Diese Mischung läßt man Tage stehen, wobei man öfters umschüttelt, und filtrirt Wird auf Watte in den hohlen Bahn gebracht. 1160 Verkündigung des Wahlresultats. Gewerkschaft der Maschinenbau- und Metallarbeiter u. verw. Berufsgenossen. Die ordentliche Mitgliederversammlung am Dienstag, den 28. d. M., fällt aus. Die nächste Versammlung wird bekannt gemacht werden. [ 1163] Der Bostand. Wählt! Auf zur Wahl! Die Kandidaten Sind Euch ja schon angerathen, Suchet nur zum Wohl, zum besten, Euch die kernigen aus, die festen. Nicht die blos in allen Stüden, Wie Chinesenköpfe niden, Sondern die ohn' Furcht und Regen Tapfer fich in's Mittel legen. Wählet auch in jedem Falle. Euch die richt'gen Kleider alle; Denn das Wort geht durch das Leben, Kleider machen Leute eben Und Ihr findet es vereint sich, In der gold'nen 95", " In Berlin am ,, Grünen Wege", Ohne das man's überlege. Denn da giebt es ja der Trachten, Die gewiß nicht zu verachten: gul Glanzpolitur erhält man, wenn man Stearin mit et Frank Terpentinöl in einem Pfännchen über dem Wafferbade ständig schmilzt und dann Schwärze oder eine andere hinzuseßt. Nach dem Erkalten ist die Glanzpolitur zum brauche fertig. Dieselbe eignet sich zum wichsen von böden, Leder und Möbeln ausgezeichnet, dient auch zum poliren gefirnißter Gegegenstände. Für diesen Zwed mittelst eines Läppchens etwas Politur aufgetragen, wo man die betreffende Fläche mit einem zarten, weichen Läpp überreibt. Auch Handschuhen und Glanzleder fann man ursprünglichen Glanz wiedergeben, wenn man diese Maffe wendet. Briefkaften der Redaktion. B. D. ad 1. Das läßt sich so ohne Weiteres nicht stimmen. Es fommt ganz darauf an, in welchem Verhäl Sie zu Ihrem Bekannten stehen. In den meisten Fällen nügt es, einmal zu grüßen. ad 2. Dafür wird werden. 1158 Arbeitsmarkt. Vergoldergehilfen verlangen gef auf eine wohlthät Ausführ laum at thätigteit Freiheit wir mit wie di länger a berung, jchaftlich Derung. Abolition recht wi hlug d daffung Dantas pation b Don 60 Erhöhun ftrebt, h unbestim grenzung Krüger u. Günther, Andreasftraße Tüchtige Korbmacher- Gesellen, aber nur solche, dauernde u. lohnende Arbeit Andreas str. 30. Grüner Weg 14 bei Troft ist das Volksblatt zu lefen 10 000 engl. Jaquet- und Rodanzüge, ganzer Anzug nur 13, 16, 18, 21, 25, 30, 36 Mart Prima. 7000 Buckskinhosen zu 4, 6, 8, 10, 11 Mark Prima. Schwarze Ball- und Gesellfchafts- Anzüge, ganzer Anzug zu 20, 24, 26, 28, 30, 36, 45 Brima. 10 000 Winter- Paletots in den schönsten Muſtern jetzt unter der Hälfte des Tarpreises zu 11, 15, 18, 21, 25, 30 und 45 Mt. Prima. 6000 Schlafröde, 12, 15, 18, 24 Mt. Prima. Einsegnungsanzüge zu 14, 18, 20, 24, 26 Mart ff. KnabenAnzüge, Haus- und Komptoir Joppen, Reisemäntel zu auffallend billigen Preisen nur allein in der ,, Gold'nen 95" 95, Grüner Weg 95, am Andreasplay. Ignaz Weiland. Auch an Sonn- und Festtagen bis 7 Uhr Abends geöffnet. s. Buldermann's hochelegant, 300 Personen faffend Fest- Saal, anschl. Nebenräumen, hält den ge 10 Ver. und Gesellsch. z sol. Bed. beften Kommandanten- pfohlen Th. Lammer's Nachfolg Besonderer Umstände halber find Sonnabende im Novbr. frei. straße 71/72, 1. Etage, Jm 6. Reichstagswahlkre verkauft gute Gigarren, Cigaretten, Nordh. Priem und Rauch- Tabat die Cigarrenfabrik von 913 M. Bernstein, Eichendorfstraße N Soeben erschien: vis- à- vis dem Stettiner Bahnhoft Die Erlösung der darbenden Menschh von R. Theod. Stamm. Breis 2.50 Mt. 3u haben in der Expedition des„ Berliner Boll Simmerstraße 44. Teppiche. B wiffen B es nicht Staatsge nigung an die& Unterstü Stlavolt brechend paire Re fozialen Der zivili Formate Hofftter ein folch In ihn betr Stoffiter neuerrid balten. als Wo und getomm Gebäud Wir haben eine große Auswahl Teppiche und ve Taufen große Sopha- Teppiche, Germania Brüffe Teppiche in sehr hübschen Farbenstellungen 6,50 un 7,50 Mart. Tavestries, Brüffel-, Plüsch- Teppiche 11.5 Große Salon Teppiche 18, 20, 25 und 30 Mart. Echte Tournay- Velvet in allen Gröf 14. 16, 18 u. 20 Mart. das Allerhaltbarste, zu billigen Preisen. Manillu Tischdecken mit Franzen 2, 2.50 bunt Tischdecken mit Schnur u. Quasten 3, 3,50, 4, Bob lin- Tischdecken 5, 6, 7 M., Gobelin Tischdeden b Schnur und Quaften 7,50, 9, 10, 12 Mart. 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Oktober 1884. die Abolitionisten arbeiten, das beweist die Thatsache, daß in diesem Jahre vier Provinzen und der außer dem Provinzialverbande stehende Bezirk der Hauptstadt, das Municipio Neutro, theils mit der Sklaverei völlig aufgeräumt haben, theils auf dem besten Wege dazu find. Ceara machte den Anfang, Amazonas folgte, was feine große Kraftanstrengung erheischte, denn Diese größte aller Provinzen hatte die geringste Bahl von Stlaven, nur etwa 1700. Jest giebt es in diesen beiden Provinzen feine Sklaven mehr. Goyaz mit etwas über 6000 Sklaven eifert nachzukommen. Härter ist die Arbeit, aber doch schon weit vorgeschritten im Municipio Neutro, das am 30. Juni 1883 noch 34 389 Sklaven zählte. In Rio Grande do Sul, wo die Abolition jezt auch im Sturmschritt vorgeht, gab es zu demfelben Termin 62 138 Sllaven. Somit gehörte diese Provinz zu denjenigen, wo das Verhältniß der unfreien zur Gesammtbevölkerung fich über den Durchschnitt des Reiches( 111 Unfrete auf 1000 Bewohner) erhob. Das Verhältniß war hier 124 auf 1000, aber nunmehr find schon ganze Munizipien frei von Sklaven. Während am 30. Juni 1883 der Sklavenbestand im ganzen Reiche auf 1218 000 beziffert wurde, läßt sich heute wohl sagen, den Abgang durch den Tod in Rechnung gezogen, daß es sich um die Freilassung von nicht mehr 1000 000 Stlaven handeln kann. Obgleich Brafilien fast so groß wie Europa ist, so mögen noch be doch die Vorgänge in diesem Reiche von der transatlantischen pofpital politischen Sternwart faum mit dem Interesse betrachtet = mache werden, wie die Ereignisse im kleinsten Gliede des europäischen Leiba Staatensystems. Wein hier ein Ministerium einem neuen befan Blas macht, so find die Namen des einen Kabinets dem deutschen Leser so fremd, wie diejenigen des anderen, und wenn hier die libercle Partei einen Verzweiflungskampf um die Erhaltung des Herrschaftsbesiges kämpft, so weiß er nicht, was wollen die Liberalen und was ist das Programm Der Konservativen. Wissen sie's doch selber kaum, wenn dient, e es nicht das Interesse an der Theilung der Beute ist. Der den Sinister Dantas, welcher das seit drei Monaten amtirende it ein fechste liberale Kabinet gebildet hat, ist auch nur so ein Beutepolitiker und Parteitattifer, tros seines Emanzipationsverbind Projekts, und zwar der geriebensten einer, der nur in die al tägl Bresche gesprungen ist, um die gefährdete Herrschaft seiner erwär Bartei zu sichern und die Wahlen zu leiten. Indeffen, es bereiten sich in diesem Lande Dinge vor, die über deffen Grenzen hinaus ein allgemeines fulturelles und politisches Inap em Buntereffe beanspruchen dürfen, und die oben erwähnte Emansipationsbill ist selbst ein Symptom der das Land durchoche m sitternden Bewegung, ein Versuch, den Sturm zu beschwören. Nicht ohne Grund unterstellt man dem Ministerpräsidenten die Abficht, mit dem Entwurf den Schein erwecken zu wollen, daß die liberale Partei nach bald siebenjährigem unfruchtbaren Regiment zu einer That fich aufraffen werde. Die Spekulation, dadurch den alten Nimbus in der öffentlichen Meinung wieder zu gewinnen, schien anfänglich zu gelingen. Balb jedoch schlug die Stimmung wieder in das Mißtrauen um, das die Partei durch ihre Uneinigkeit und die Unfähigkeit ihrer Führer gegen fich erregt hat. Man entdeckte nicht nur an dem Gefegentwurfe wesentliche Mängel, sondern zweifelt sogar an ift. F, 80 en bu verfto lauma Enfchm Rezep Illgeme begle in fold Theil e Opi n 1 an ein irt zul mit et abe were Far zum von zum ved , wo Lapp man Maffe nidt Verbal Fällen Q1 traße che, fi efen affend en ge beftend hfolg find frei demNr. mbofe Lchbrid Boltera no ver Briffel 50 und e 11,50 and 30 Gröte bunt Gobe ten mil Hip f., ga f., Engl ngefa Barb en un erg gef 10 bem gutem Willen, etwas Ersprießliches zu thun. Die Idee der Abolition, welche die Bevölkerung aufrührt, hat seit dem vorigen Jahre eine ungeahnte Popularität gewonnen. Jeder neue Erfolg facht den Eifer für Sklavenbefreiung an. Was fordern die Abolitionisten? Von der Staatsgewalt eine Anerkennung des Emanzipationsgesetzes von 1871 dahin, daß nach einer bestimmten Reihe von Jahren die Sllaverei erlöschen soll. Die Frist soll nur gerade so weit ausgedehnt werden, als nöthig ist, damit die Sklavenbefizer fich auf eine veränderte Wirthschaftsweise einrichten können. Die wohlthätige Wirkung des Gesezes wird durch die schleppende Ausführung paralyfirt, so daß die Freilassungen sich in eine laum absehbare Zukunft hinausziehen. Wirfte die Privat thätigkeit nicht ergänzend, die fiebenmal mehr Sklaven zur Freiheit verholfen hat, als der Emanzipationsfonds, so wären länger aber die Sklaverei, wenn auch in allmäliger Vermin So steht die Sklavenfrage gegenwärtig. Die Gefahren, die von einer beschleunigten Emanzipation befürchtet werden, find eingebildete. Nicht diese bedroht das Land mit einer wirthschaftlichen Erschütterung. Die Krists ist älteren Datums und entspringt vielmehr dem trägen Beharren im Ge brauche der unfreien Arbeit, wodurch das Land wirthschaftlich niedergehalten wurde. Ein einseitiges Beginnen ist es freilich, die Sklavenfrage getrennt von den Problemen der Einwan derung und inneren Kolonisation lösen zu wollen, wie Dantas es versuchte, der wie seine ganze vom Nativismus infizirte Partei Furcht vor dem Ueberquellen des fremden Elementes empfindet und für Unterstügung der Kolonisation fein Herz hat. Allein wenn nur erst einmal die Regeneration Brasiliens bei der Sklavenfrage vorgefaßt worden ist, wird die Erledi gung der anderen Aufgaben sich von selber aufdrängen. Daher berühren fich inniglich die Bestrebungen der Abolitionisten mit denen des Zentralvereins für Einwanderung; theilweise begegnet man denselben Männern als Agitatoren für die eine wie für die andere Sache. Der Nativismus ist entschieden im Zurückweichen, wie die Sllavofratie auch. Daß just die Erzeu gung des brasilianischen Geldes, wie man den Kaffee genannt hat, nicht an die Bwangsarbeit der Schwarzen gebunden ist, beweisen zahlreiche Beispiele in den Provinzen Espirito Santo und Sao Paulo. Von tonservativer Seite wird der Entwurf eines Emanzipationsgefeßes vorbereitet, der weiter geht, als der Dantas'sche Entwurf. Indessen giebt es unter diefer Partei ebenso slavokratische Dissidenten, wie, allerdings in größerer Menge, unter der liberalen. Es sollte aber aus dieser Sache Menge, unter der liberalen. Es sollte aber aus dieser Sache derung, besteht, desto schwerer drückt sie als Feffel des wirth- konservative Staatsmann Visconde de Rio Branco, der Urderung. Die Jdee, die Sklavenfrage in der Weise zu lösen, wie die Abolitionisten verlangen ist älter als die älter als die Abolitionisten Partei als solcher, die seit 1877 datirt, recht wirksam aber erst seit 1880 auftrat. Im Jahre 1865 flug der Marquis von Inquitiohanha im Senate die Abschaffung der Sklaverei innerhalb 15 Jahren vor. Dantasche Projekt, welches die Beschleunigung der Emanzi- schwerlich auf das neue Signal einzuererziren sein. Es geht Das pation durch Freierflärung aller Stlaven, die in das Alter von 60 Jahren getreten sind oder treten werden, und durch Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Emanzipationsfonds an strebt, hat den Fehler, daß es das Ende der Sklaverei auf unbestimmte Zeit hinausschiebt. Eine bestimmte nabe Be grenzung der Frist erscheint aber erforderlich, um einen ge= es nicht abgehen wird. Was nun die Abolitionisten von der Staatsgewalt nicht erreichen können( nämlich die Beschleu wird keine politische Frage gemacht, sie ist sozial. Nicht der geringste Triumph der Abolition wäre es, wenn sie über unser veraltetes Parteiwesen, das in den zu Scheinen abgeblaßten Gegenfäßen von liberal und fonservativ sich bewegt, flegte und mit dem Wahlkampfrufe: hie Abolitionist, hie Stlavokrat! durchdränge. Allein die alten Streitroffe der Parteien werden den Parteien mehr um die Herrschaft als um das Gefeß. ( Frankfurt. Beitung.") Lokales. Eine Neuerung im Eisenbahnbetriebe, welche von dem Reisepublikum gewiß angenehm begrüßt werden dürfte, wird mit dem 1. Dezember d. Js. auf den der Königl. EisenbahnDirektion zu Berlin unterstellten Bahnstrecken zur Einführung nigung der Sklavenbefreiung), das suchen fie durch den Appell gelangen. Von dem gedachten Termine ab findet hier nämlich an die Humanität und Einsicht der Bevölkerung zu bewirken. Unterstügt werden fie, wie hartnädig auch das Groß der schein ohne Billetlösung auch mit den Kourier- und Schnell Silavofraten widerstrebe, durch die immer mehr fich Bahn zügen statt. Zugleich mit dieser Neuerung wird vom 1. De brechende Erkenntniß, daß, wie der greise General de Beaure die Beförderung von Gepäckstücken aller Art 2c. auf Gepäck zember d. Js. ab das zur Frachtberechnung heranzuziehende paire Rohan sagt, ein Reich, das die Sklaverei zu ſeinen Mindestgewicht solcher Sendungen von 30 Kg. auf 20 Kg. fozialen Inftitutionen zählt, nicht würdig ist, in die Reihe herabgesezt und der zu erhebende Mindestbetrag an Gepäd ber zivilifirten Staaten fich zu stellen. Mit welchem Erfolge fracht auf 1 M. erhöht. Ein gefesseltes Genie. ( Erzählung nach einer wahren Begebenheit.) ( Forsetzung.) Als wieder die ersten Tagesblätter in ganz kleinem Formate erschienen, enthielt eines eine Notiz über ihn, aber Hoffiter las fe nicht, er hatte nicht die fünfzig Cents, welche ein solches Bättchen damals foſtete. V In dem Fenster der neuen Post- Office bing später eine ihn betreffende Ankündigung unter hundert anderen. Aber Roffiter fan nicht dahin. Vergebens wurden in einem neuerrichteter Austunfs Bureau Nachfragen nach ihm ge balten. Joe Spur von ihm schien endlich verloren, und als Wochet vergangen waren, glaubten endlich seine Gattin und Mrs Baffet, daß er irgendwo in den Flammen um gekommen, entweder in den Straßen oder in einem brennenden eingetreten, als sie das Haus erblickte, wo fie ihn finden sollte. Es gab in dieser Beit in jener Straße wie in vielen anderen feine Gasbeleuchtung in Folge des fürchterlichen Brandes, und statt der sonst hell beleuchteten Straßen und Wohnungen sah man hie und da ein einzelnes Licht schimmern. Es war unmöglich, die Hausnummern zu lesen, und ste pochte an mehrere Thüren, ehe fte an die rechte kam. Diese wurde von einer hübschen jungen Frauensperson, welche ein Kind auf den Armen trug, geöffnet. Wohnt Mr. Roffiter hier?" stammelte Minette. Die Frau zögerte, endlich erwiderte fte: Ja, wollen Sie hinein gehen?" In dem Zimmer, in welches nun Minette trat, bot ihr die Frau einen Stuhl an, dann brachte fte aus einem anstoßenden Bimmer einen Stuhl für Frant. ,, Kann ich Mr. Rossiter sehen?" Nun ich weiß es nicht; er ist sehr trant. Einige Häuser von hier ist der Doktor, der ihn besucht; er sagte Geget Ende November erwähnten die Beitungen eines gestern, wir sollten Niemand zu dem Kranken lassen." Nach gewiffen fonds, der in New York zum Besten der Künstler Auch ein kurzer Bericht erschien über den Brand der Academy of Design und übe die Gemälde, welche aus der Kunstgalerie gerettet Torben waren. Der Thürhüter, im Verein mit einem Künstler, der in dem Gebäude wohnte, hatte viele Gemälde aus den Rabmet geschnitten, worunter fich auch Rothermels berühmte Schlacht bei Gettysburg" befand. Dann gab der Bericht erstatte auch einige Mittheilungen über Künstler, die von dem Feuer nach verschiedenen Richtungen zerstreut worden waren, wie ke Winterfälte die Singvögel verscheucht. Da hieß es unter Andcem: einer fleinen Bause und einem forschenden Blick auf Minette setzte sie hinzu: Vielleicht sind Sie eine Verwandte von Mr. Roffiter?" Bum Glück für die arme Minette wurde in diesem Augenblicke eine innere Thür geöffnet, und eine Stimme rief: Julia!" Die Frauensperson gehorchte dem Rufe. Sie blieb einige Zeit fort, und dann ließen fich Schritte und ein Flüstern von der anderen Seite der Thüre hören. Minettens Herz wurde schwerer, als sie in dem fleinen Simmer um fich blickte. Augenscheinlich war das Haus in zwei Appartements getheilt, und das Dach bildete zugleich den Plafond. Der falte Wind fegte hindurch, und an einzelnen Stellen war der Schnee fichtbar, der am Rarl Roffiter, welcher hier anwesend war, um die Auf- Nachmittage gefallen war. Ein Bett und ein Ofen befanden Stelling feines großen Gemäldes„ Die Flucht der Seele" zu übemachen, liegt gefährlich frant in Nr. Superior Street. wide." fich in dem Zimmer. Die Wände des Hauses waren aus Bret tern, und die Spalten zwischen diesen von innen mit Latten Es ist noch nicht gewiß, ob sein prächtiges Gemälde gerettet bedeckt. Auf einem Tische standen einige leere Schüsseln. Frau Roffiter, welche jeden Morgen und jeden Abend ei Beitungsblatt faufte, um nur teine Nachricht zu missen, de Auskunft über den Verlorenen geben fonnte, kaufte auch teses Blatt in einem Pferdebahnwagen. lichen Batten befand. Raum hatte sie die Nachricht überflogen, als sie die Glocke es Wagens zog, den fleinen Frant bei der Hand nahm, und ich im nächsten Augenblicke auf dem Wege zu ihrem unglüdDie Tage waren sehr kurz und die Dunkelheit war bereits Das Zimmer war nur von einer Kerze erleuchtet, die in einer Rübe steckte, welche als Leuchter diente. Alles war so arm und düster. Es war nur ein momentanes Obdach! Während die Gattin des Malers diese Details betrachtete, flopfte es an der äußeren Thür, und das Frauenzimmer vom Hause kam und öffnete. Ah, Doktor, wie froh bin ich, daß Sie kommen!" Der Arzt schüttelte den Schnee von seinem Mantel und fragte: Wie befindet er sich?" 11 " 1 1. Jahrgang. a. Ein mißliches Wechselgeschäft. In das Bigarren geschäft von Sch. in der Waldemarstraße tam seit einigen Wochen ein junger Mann fast täglich zweimal, um seine Einfäufe an Bigarren zu machen. Vorgestern Vormittag erschien er wieder, diesmal aber nicht um Zigarren zu kaufen, sondern um einen Einhundertmarkschein, angeblich für seine Herrschaft zu wechseln. Die Geschäftsinhaberin holte, da die Ladenkasse nicht ausreichte, Geld aus der angrenzenden Wohnung und zählte es auf. Während des Aufzählens strich der junge Mann 30 Mark, die bereits aufgezählt waren, ein mit den Worten: Dies genügt einstweilen", ohne einen Hundertmarkschein zurückzulaffen. Als die Ladeninhaberin fich von ihrer Ueberraschung erholt hatte, war der junge Mann verschwunden, und er ist nicht wieder ermittelt worden. Derselbe hat einen leeren Karton in Papier gehüllt zurückgelaffen, worauf die Namen geschrieben waren: Julius Bohrer und Emma Bohrer. Er selbst ift 24-26 Jahre alt, hat dunkelblonde und lange, geträufelte Haare, fleinen blonden Schnurrbart und ein längliches Gesicht. Bekleidet mar er mit braunem Ueberzieher, dunklen Hosen und Weste und schwarzem niedrigem, runden Hut. a. Der Plüschdieb gefaßt. Seit mehreren Monaten find auf hiesigen Bahnhöfen aus den auf den Geleisen stehenden Eisenbahn- Personen- Wagen 1. und 2. Klaffe die Plüschbezüge der Size ausgeschnitten und gestohlen worden. Diese Diebstähle find mehrfach verübt worden, ohne daß es auch nur in einem Falle gelang, den Thäter zu ergreifen. Bei dem letzten Diebstahl wurde nachträglich in einem der bestohlenen Coupe's einalter Drückerschlüssel gefunden, mit welchem der Dieb die ver schloffen gewesenen Thüren der Coupe's geöffnet und zuletzt aus Vergeßlichkeit zurückgelaffen hatte. Behufs Ermittelung des Diebes hatte nun die hiesige Kriminalpolizei an zahlreiche hiefige Pantoffelmacher, welche Pantoffel mit rothem oder braunem Plüsch überziehen und deshalb kleine und verschnittene Rest gebrauchen können, die Mittheilung von dem Plüschdiebstahl gemacht und um sofortige Anzeige ersucht, sobald ihnen Plüschreste der beschriebenen Art von Unbekannten zum Kauf ange boten würden. Gestern Nachmittag machte die Frau des Pans toffelmachers U. in der Dranienstraße der Polizeibehörde die Anzeige, daß sich augenblicklich in ihrer Wohnung ein junger Mann befände, der ihr rothe, verschnittene Plüschreste zum Kau angeboten habe. Ein Kriminalbeamter begab sich sofort nach der U.'schen Wohnung und fand da einen jungen Mann, der sodann als der mehrfach wegen Diebstahls be strafte 20 jährige ,, Arbeiter" Reimer refognoszirt wurde. Reimer führte bei sich 6 Stück rothen Plüsch a 0,66 Mtr., welchen er von einem Tapezierer billig gekauft haben wollte. Da fich diese Angabe aber sofort als unwahr herausstellte, so räumte Reimer ein, daß er an demselben Tage( 24. Ottbr.), Nachmit tags, auf dem Bahnkörper in der Nähe der Heidestraße( der Samburger oder Lehrter Bahn) aus dem daselbst stehenden Personenwagen I. Klaffe die Plüschbezüge mit seinem Taschenmeffer von den Sigen getrennt und entwendet habe. Auf dem Kriminalkommiffariat räumte R. ein, die im August, September und Oktober auf dem Schlesischen und Dit- Bahnhof vorgekommenen fünf Plüschdiebstähle verübt zu haben. Den in einem Koupee vorgefundenen Drücker- Schlüssel, den er von einem Produktenhändler gekauft hatte, habe ihn zur Deff nung der verschlossen gewesenen Koupeethüren gedient. Die Plüschstücke hat Reimer sämmtlich an mehrere hiesige Pantoffelmacher verkauft, welche von der strafbaren Erlangung der Stücke nichts gewußt haben. R. ist heut zur Haft gebracht worden. N. Ein seltsames Diebstahlsobjekt hat sich in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag ein Langfinger in der Staligerstraße ausgesucht. Derfelbe hatte in der fraglichen Nacht eine jener bekannten Kehrmaschinen nebst Pferd vor einer Destillation an der Ecke der Staliger- und Reichenbergerstraße bemerkt, während sich der Kutscher derselben im Innern der Destillation befand. Karz entschlossen bestieg der Dieb die Kehrmaschine und fuhr mit derselben nach dem Schlesischen Busch in der Absicht, das Pferd dort auszuspannen und mit demselben, um es zu verkaufen, weiterzureiten. Inzwischen hatte der Bestohlene seinen Verlust bemerkt und gelang es ihm noch glücklich mit Hilfe einiger Kollegen den Dieb, einem früheren Sprengwagenkutscher, am Schlesischen Busch festzu nehmen. a Eine lange gesuchte Diebin und Betrügerin, welche Kindern auf der Straße das zum Einkauf von Gegenständen ,, Nun, ich denke, es ist immer dasselbe." Er trat ein und richtete einen scharfen Blick auf die Befucher. Diese Lady ist gelommen, um Mr. Roffiter zu sehen," bemerkte das Frauenzimmer. Ah! Nun, ich will erst sehen, wie er sich befindet." Er ging nur auf wenige Augenblicke in das andere Sim mer; dann fam er zurück und sprach leise mit der Wärterin. Minette war gewiß, daß fie die Worte hörte: Es kann jezt feinen Unterschied mehr machen." Dann winkte ihr der Doktor und fte trat leise in das nächste Zimmer ,, wohin Frank ihr folgte. 11 Das zweite Gemach war wie das erste, ausgenommen, daß es teinen Ofen hatte, und hie und da Schnee auf dem nackten Boden lag. Bu Häupten des Bettes stand ein Stuhl von unangestrichenem Tannenholz, mit einer Kerze, die in einer Kartoffel stat. Ein Mann, von dem Minette später erfuhr, daß er der Eigenthümer des Hauses war, stand an dem Bette, mit einer Medizinflasche in seiner Hand. In dem Bette lag Rossiter, so verändert, daß seine Gattin einen Augenblick ihn nicht erkannte. Er stöhnte und bewegte ruhelos den Kopf auf dem Kissen. bat er viel gesprochen?" flüsterte der Doktor. Der Mann schüttelte den Kopf, ohne den Blick von dem Antlig des Kranken abzuwenden. Bleibt denn gar nichts mehr zu thun übrig?" fragte er leise. " 1 Nein, nichts." 11 Wie lange denken Sie, daß es dauern wird?" Nicht lange. Vielleicht bis morgen." Minette stand während dieser Beit regungslos am Fußende des Bettes. Das also war das Ende nach langen Jahren der Arbeit, der Trennung und Selbstaufopferung! Da lag der Mann, für dessen Erfolg und Glüd sie so viele physische und seelische Leiden erduldet! Nun war Alles zu Ende, Er lag da, sterbend unter Fremden, und sie und ihr Kind blickten auf ihn, hilflos und hoffnungslos. Der Doktor ging nach einer Weile fort. Der Mann brachte Stühle für Minette und den Knaben, und so saßen fte harrend an dem Sterbelager. Sit er lange frant gewesen?" fragte Minette. " Gegen fünf Wochen nahezu seit dem großen Brande. Die Obdachlosigkeit, der Mangel und die Aufregung brachten ihm Fieber." Und seid Jhr verwandt mit ihm?" ihnen mitgegebene Geld fortnahm, indem fie die Kinder mit erdichteten Aufträgen in Häuser und Wohnungen schickte und inzwischen fich das Geld in Verwahrung geben ließ, ist von der Kriminalpolizei am Sonnabend zur Haft gebracht worden. Diese Festgenommene ist die 19jährige unverehelichte Höhre, ein bisher noch unbescholtenes Mädchen, welches sich seit mehreren Monaten in Berlin ohne Unterkommen umhergetrieben hat. Die Göhre hat eingeräumt, in den legten drei Monaten mindestens in 20 Fällen fleinen Kindern in der beschriebenen Weise Geldbeträge oder Nahrungsmittel abgeschwindelt zu haben. Die in solchen Fällen geschädigten Eltern würden gut thun, sich bei der Kriminalpolizei zu melden, damit weiteres Belastungsmaterial gegen die Verhaftete beschafft werde. N. Eine Gesellschaft holländischer Studenten, welche fast durchweg der höchsten Aristokratie des Landes angehören, befuchten auf einer sogenannten„ Sprizfahrt" am Sonnabend und Sonntag unsere Residenz. Die Mynheers besichtigten mit Intereffe die Sehenswürdigkeiten der Residenz. Scamentlich erregte das studentische Verbindungs- und Kouleurwesen ihre Verwunderung, das sie in einem in der Nähe der Universität gelegenen, von akademischen Bürgern stark besuchten Weißbier fotal in seiner vollen Urwüchsigkeit mit Bändern und Tiefquarten hinlänglich beobachten konnten. Am Sonntag Abend haben sich die holländischen Stammesbrüder, von denen nur einer gebrochen deutsch sprach, nach ihrer heimathlichen Univerfität, Löwen zurück begeben, da ihr Urlaub abgelaufen. Die holländischen Hochschulen kennen die akademische Freiheit und das Verbindungswesen der deutschen Universitäten nicht, troßdem wird auf denselben auch nicht weniger geleistet. N. Selbstmord im Friedrichshain. Ein unbekannter Mann, der später als ein seit etwa acht Tagen verschwundener Kellner Rothe relognoszirt wurde, wurde gestern früh im Friedrichshain an einem Baume erhängt gefunden. Die Leiche wurde nach dem Obduktionshause geschafft. Der in Haft genommene Hundedieb Gaudich betrieb, wie fich im Laufe der Untersuchung herausgestellt, das Geschäft des Hundefangens schon seit Jahren im großartigsten Maßstabe. Bei einer Haussuchung wurden s. 3. bei ihm eine Anzahl der prachtvollsten Hundefelle vorgefunden, welche von den muthmaßlichen Befizern der getödteten Hunde fast alle bis auf nur wenige recognoszirt wurden. Man kann sich das Entsetzen der ehemaligen Eigenthümer ausmalen, das fie beim Anblic des Felles als einzigen Andenkens ihrer Lieblinge ergriff. Gaudich hatte damals bei Tegel einen vollständigen Hundepart, von wo aus er auch nach außerhalb hin seine Geschäfte betrieb, bis die Polizei ihm sehr bald das Handwerk legte. Eines Tages wurde ein Komplize von ihm mit 5 Hunden auf dem Anhalter Bahnhof dingfest gemacht, als er sich eben nach außerhalb mit denselben begeben wollte, um sie dort an einen bekannten Hundehändler zu verkaufen. N. Feuerlärm führte in der vergangenen Nacht Abtheilungen der Feuerwehr nach dem Laufizer Play. Die Veranlaffung der Alarmirung war ein Fußbodenbrand, der beim Eintreffen der Mannschaften bereits von Hausbewohnern gelöscht war. Den Löschmannschaften fielen nur einige Auftäumungsarbeiten zu, nach deren Beendigung sofort wieder in die Depots abgerüdt werden konnte. N. Wasserleiche. Die Leiche eines unbekannten, zirka 40jährigen Mannes wurde heute früh im Landwehr- Kanal schwimmend bemerkt und von Baffanten am Lüßow- Ufer an's Land gezogen. Aeußere Merkmale wurden an der Leiche nicht wahrgenommen, so daß nur anzunehmen, daß der Unbekannte selbst den Tod im Wasser gesucht. Behufs event. Refognition ist dieselbe auf Anordnung nach dem Obduktionshause geschafft worden. N. Behufs gerichtlicher Obduktion ist am gestrigen Tage die Leiche eines fünfjährigen Mädchens, der Tochter eines in der Neuen Jakobsfraße wohnenden Arbeiters S. in bas Dbduktionshaus eingeliefert worden. Nach ärztlichem Gut achten scheint das Kind giftige Substanzen zu sich genommen zu haben während andererseits angenommen wird, daß ein Magengeschwür den Tod herbeigeführt. Hoffentlich wird die Obduktion den wahren Sachverhalt ergeben. Gerichts- Zeitung. Unter der Anklage der Verleitung zur Desertion stand heute der Unternehmer für Tief- und Hochbauten M. Elsner vor den Schranken der zweiten Straffammer hiesigen Landgerichts 1. Am Ofterheiligabend desertirte der Einjährig- Freiwillige G. Müller, der bei der Kompagnie des Grafen von Rangau vom 4. Garde- Regiment in Spandau stand. Der Kompagnie- Chef erhielt durch einen Brief des Angeklagten an den Deſerteur, seinen Neffen, Kenntniß von der Desertion. In diesem Briefe forderte der Angeklagte den Adressaten zum Abholen seiner bei ihm zurückgelaffenen Kommissachen auf. Hauptmann v. Rangau erschien damals in der Wohnung des Ange Ilagten und erfuhr dort, daß Müller noch am Heiligabend in deffen Wohnung gewesen und fich umgezogen, auch von seinem, dem Angeklagten geliebenen Vermögen von 9000 Matt einen Betrag von ca. 1200 Mart erhalten hatte. Im Jahre 1882 ,, nein. Wir waren mit einander ein Jahr in Deutschland. Und da er nicht wußte, wohin er gehen sollte, nahm ich ihn auf." Er wußte nicht, wohin er gehen sollte!" Diese Worte wiederholte fich Frau Roffiter im Stillen, und dachte mit einer Thräne im Auge an ihr bescheidenes und boch so trauliches, ihr so theures Daheim. Fran, erschreckt von der Szene und dem unheimlichen Schweigen, erfaßte mit seiner kleinen Hand die seiner Mutter. Seine findliche Einbildung hatte sich seinen Vater immer als einen reichen, starken, anmuthigen und schönen Mann vorgestellt. Da lag nun aber dieser mit einem hageren, todtenbleichen Gefichte, das lange braune Haar wirr über das Riffen ausgestreut, und mit großen dunklen Kreisen um die tiefliegenden Augen. Statt Reichthum und Ruhm zu befißen, war er ohne Geld und fast vergessen, und das arme Obdach und das elende Bett waren Gaben der Mildthätigkeit. Das verwirrte Rind fonnte fich das schmerzliche Räthsel nicht lösen. Langsam ging die frostige Nacht dahin, und das falte, graue Licht der Dämmerung stahl fich in das elende Bimmer. Der sterbende Mann bewegte fich rubelos und murmelte: Ein Es war unrecht! Ich hätte das nicht thun foller." Stöhnen folgte.„ Hier, gebt mir einen Pinsel". Er bewegte schwach die Hand, als ab er male. Es ist zu spät," flüsterte er müde; es wird so finster. Ich sehe nicht. Ach!" Er öffnete seine Augen weit und blickte um sich. Die großen, hellen, leuchtenden Augen hatten den Ausdruck, den man nur bei Sterbenden steht. Ich wollte den Raum bevölkern," sagte er; ,, nun, er ist ja angefüllt mit Seelen!" Karl, lieber Karl! Kennst Du mich? D, sprich zu mir!" rief seine Gattin. Er richtete einen langen, überaus schmerzvollen Blick auf fte. Ein seltsames Zucken und Erbeben zeigte sich in seinem bleichen abgezehrten Antlig. Dann flüsterte er mit bebenden Lippen: Ja, ich lenne Dich, Du bist die Nemefts!" Frau Roffiter verstand offenbar den Sinn dieser Worte nicht. Sie sah ihn lange an, eine Thränenfluth tam in ihre Augen und mit einem leisen Aechzen fant sie an dem Sterbe lager auf die Knie nieder. Da fühlte fte, wie eine zitternde Hand nach ihrer Rechten taftete, fie ließ diese von ihren Augen gleiten, und in ber schon erkaltenden hand thres Gatten ruhen. Sie blickte auf ihn und fah seine Züge nur wie durch einen ThränenSchleier. ( Schluß folgt.) der Angeklagte durch den preußischen Konsul| Deutsch Freifinnigen sagen, duri Abschaffung der Frauen erfuhr der Angeklagte durch den preußischen Konsul " 1 in Barcellona, daß Müller sich dort in hilfloser Lage befand, er fandte ihm bebufs Burüdtommens hierher einen größeren Geldbetrag, den Müller aber dazu benutte, in der Schweiz umherzureisen, bis er schließlich durch die Noth gezwungen wurde, fich der Militärbehörde zu stellen. Wegen Desertion wurde er zu zwei Jahren Festungshaft verurtheilt, die Müller gegenwärtig verbüßt, während die Staatsanwaltschaft aus dem Umstande, daß der Angeklagte seinem Neffen zur Reise 1200 M. gegeben, fich auch sonst verdächtig gemacht hatte, die obige Anflage gegen Elsner erhob. Es gelang indeß den An- und Ausführungen des Vertheidigers, Rechtsanwalt Arnold, jedes Verbachtsmoment gegen seinen Klienten zu beseitigen, so daß der Staatsanwalt selbst die Freisprechung desselben beantragte und der Gerichtshof darauf erkannte. Nürnberg. Gegen den Redakteur des Fränkischen Fränkischen Kourier", Dr. jur. Eberhard zu Nürnberg, wegen Beleidigung des Landesherrn u. A., verübt durch die Preffe, fand leẞthin die Hauptverhandlung statt. Die Anklage ist begründet auf einen in Nr. 180 des Fränt. Kouriers" am 7. April 1884 erschienenen, mit„ Die Kundgebung des Bundesraths gegen die deutsch freifinnige Partei" überschriebenen Artikel, in welchem vorerst die in Folge des kurz vorher von der deutsch freifinnigen Partei herausgegebenen Programms, worin die Schaffung eines verantwortlichen Reichsministeriums verlangt wird, in der Sigung des Bundesraths vom 5. April d. J. von der preußischen Sigung des Bundesraths vom 5. April d. J. von der preußischen Regierung gegen den Programmpunkt der Deutsch- Freifinnigen, betr. die Schaffung eines Reichsministeriums, abgegebene Er flärung nach dem ,, Reichsanzeiger" mitgetheilt worden und bemerkt ist, daß sämmtliche Bundesraths- Bevollmächtigte der von der preußischen Regierung abgegebenen Erklärung zugestimmt haben. Dann ist im redaktionellen Theile des betreffenden Artikels bezüglich der zustimmenden Erklärung des bayer. Bundesrathsbevollmächtigten, des Herrn Generalmajors v. Xylander, bezw. der Heranziehung Bayerns zu dem Beschluffe der preußischen Regierung weiter gesagt, daß die Heranziehung Bayerns an Die Anekdote von dem preußischen Gardeoffizier erinnere, welcher gefagt habe: Wenn Sie mir nicht glauben, dann fragen Sie meinen Bedienten!" In dieser Bemerkung wird eine Beleidigung des Königs, der sechs bayerischen Staatsminister und des bayerischen Bundesrathsbevollmächtigten erblickt; das Gesammtstaatsministerium und der Bundesrathsbevollmächtigte habe selbst Strafantrag gestellt. Der Beklagte gestand bei der heutigen Verhandlung zu, den betreffenden Artikel selbst geschrie ben, unter dem Gardeoffizier die preußische Regierung bezw. den Fürsten Bismarck und unter dem Bedienten die bayerische Regierung verstanden zu haben; eine beleidigende Absicht habe er nicht haben können, da ja bewiesen sei, daß er als Redakteur des Fr. Kouriers" jederzeit die bairischen Interessen vertreten habe, und dann fönne von einer Majestätsbeleidigung erst recht nicht die Rede sein, da er ja doch durch die von ihm zum Ge burts- und Namensfeste des Königs von Bayern seit 1879 bis jetzt veröffentlichten Artikel ficher bewiesen habe, daß er nicht Kinderarbeit würde die Lage der Arbeiter nur noch verschled so hatten fie vergeffen hinzuzufigen, weil der Arbeiter im Stande ist, seine Familie zu thalten, sondern auf die wirkung von Frauen und Kinden angewiesen ist. Der wachende Polizeilieutenant winttedem Vorfizenden meh den Redner zu veranlassen, in fenen Ausführungen nid weit zu gehen, auch von Seiter der Versammlung Redner mehrfach auf die drohende Befahr der Auflösung merksam gemacht; als derselbe abe deffenungeachtet auch Die Zuchthausarbeit erörterte und e als schreiende Ung tigkeit hinstellte, daß der Staat de Kapitalisten die G nisse zur Verfügung stelle, deren saffen für 75 Pf. t arbeiten, mit denen die freien Abeiter natürlich nicht furriren fönnen, da erfolgte schließlia die Auflösung der Bom sammlung auf Grund des Sozialitengesezes. zenden und vom Polizeilieutenant aufgefordert, rubi Saal zu verlassen, gingen die Anwesenden ohne Störung einander. Das letzte Debüt der Deutsch- Freisinnigen i Reichstags- Wahlkreis. Je näher der Wahltag heran desto mehr häufen sich die Versammlurgen und desto b wird der Kampf zwischen den verschiedenen politischen Ba Am heftigsten ist der Kampf befanntlich im vierten liner Reichstags- Wahlkreise, woselbst fid, die Deutschnigen und die Arbeiterpartet in fast gleicher Stärke gegen stehen. Von ersterer Partei wurde zum Sonntag Bo nach dem Etablissement Sanssouci"( Kottbuserstr. 4a) Wähler Versammlung berufen, in der der deutsch- frei Kandidat dieses Wahlkreises, Rechtsanwalt Albert Tri das letzte Mal sprechen sollte. Dbwohl der Zutritt nur vorher ausgegebene Eintrittskarten gestattet war, fo doch ein großer Theil der Versammlung aus Arbeitern welcher Folge es schließlich zu einer polizeilichen u fam. Kaufmann Mar Schulz fritiftrte in langerer, burd fall, Lärm und Zwischenrufe vielfach unterbrochener Red Programm der fonservativen und der Arbeiterpartei bemerkte Herr Schulz fo legtere gehandelt hätte, wenn sie unter dem Namen sozial fratische Partei" in den Wahlkampf getreten wäre. anwalt Albert Träger, mit stürmischem Beifall, Bischen cchrufen begrüßt, äußerte sich alsdann etwa folgende Troß aller heftigen Kämpfe ist meine Hoffnung in feiner getrübt, die Haltung der liberalen Elemente in Berlin mir dafür, daß das Wahlresultat in Berlin ein gutes fein Die Herren Stöder und Wagner laſſen jetzt allabendli Lockpfeife ertönen, um die Arbeiter für sich zu gewinnen habe aber nicht die leiseste Befürchtung, daß dies den auch nur im Mindesten gelingen wird. Die Herren ebri ber beiter Partei, die einen Singer als Kandidaten aufgeftellt b tämpfen mit uns, die wir Ludwig Löwe als Rand nominirt haben, gemeinsam den Kampf gegen die in fähig sei, fich wiffentlich einer Majestätsbeleidigung schuldig Beifall.) Die politischen Freiheiten, die die Sozialdemol machen zu können. Weiter führte der Beklagte aus: er habe jetzt fordern, find noch lange, ehe an diese Batte übrigens den König von Bayern und die bayerischen Minister in dem Artikel mit feinem Worte erwähnt, er habe nur die Handlungsweise der preußischen Regierung tadeln wollen und habe doch der bayrischen Regierung, wenn fie auch unter der Bezeichnung, des Bedienten verstanden sei, nur ein lobendes ( Stimm denken war, Gegenstand heftiger Rämpfe der Stori fte arbel Beugniß ausgestellt; eine Beleidigung des Königs von Bayern Gesellschaftsordnung.( Rufe: Sehr wahr!) Die Gefelli Mutio Partei gewesen.(?) Wir sind außerdem getreten für die wirthschaftliche Hebung der den Klaffen.(!!)( Beifall und Widerspruch.) Sie nun gegen uns ein: wir ständen auf dem Boden der be or nung ist in der menschlichen Natur begründet und von Niemandem gewaltsam geändert werden. Unsere fann es nur sein, die Staatseiniichtungen so zu geftalte das gleiche Recht für Jedermann, auf allen Gebieten öffentlichen Lebens voll und ganz zur Geltung gelangt Staatswerkstätten, die Sie schaffen wollen, würden zur größten Ungleichbeit führen.( Beifall und Wide Sie riefen mir vorhin das Wort Ausnahmegeses" Nun, ich theile Ihnen mit, daß mich im Jahre 1878 daß durch die inkriminirte Stelle des betreffenden Artikels Abstimmung gegen das Sozialisteng eset mein Mandal nichts anderes gesagt sei, als: Bayern sei der Bediente loftet hat. Ich hoffe, daß das nächste Mal die deuti fönne in feinem Falle in dem Artikel gefunden werden, da er gedeckt werde durch die Verantwortlichkeit der Minister, aber ebensowenig fönne von einer Beleidigung des Gesammtministeriums gesprochen werden. Es tamen dann verschiedene Artikel aus dem Fränkischen Kourier", unter anderen einer auf den Namenstag des Königs von Bayern bezüglicher, vom 25. Aug. 1883, zur Verlesung zum Beweise dafür, daß Angeklagter nicht der Absicht fähig sein tönne, den König von Bayern zu beleidigen. Die Staatsanwaltschaft führte unter Anderem aus, Preußens bezw. Bayern habe die Rolle eines Bedienten ge spielt; in neuerer Beit( im September) babe erst noch im Fränkischen Kourier" gestanden:„ Der Bediente eines Minifters habe zwar die Aufgabe, seinem Herrn das Leben so angenehm als möglich zu machen, aber ein Abgeordneter habe eine andere Aufgabe!"; auch darin liege eine indirekte Be leidigung. Weiter schilderte der Staatsanwalt, in welcher Weise in den Wigblättern die Stellung eines Garde Offiziers beschrieben werde, wie fich die Garde Offiziere selbst anderen Offizieren gegenüber als die bedeutend höher Bestellten betrachteten, und daß somit die Stelle eines ente finnige Partei geschlossen gegen die Verlängerung des G stimmen wird und spreche es wiederholt aus, daß di meiner Parteigenoffen, die noch einmal für dieses Gefes f sollten, feinen Raum mehr in der Fraktion haben. 3 die Ausschließung solcher Mitglieder beantragen balter dieser eine Antrag abgelehnt werden sollte, aus der ausscheiden.( Stürmischer Beifall und Rufe: Wort viel Achtung müssen Sie auch dem Gegner schenten, baf er Ihnen versichert, er werde im gegebenen Falle fo u handeln, Sie das nicht bezweifeln. Der Redner wi herausgegebenes Wahlflugblatt zurüd nnd schloß Worten: Möge nun die Wahl ausfallen, wie fie wolle soll unserer alten Waffenbrüdeischaft nicht den mindefi trag thun.( Stürmischer, langanhaltender Beifall und Bedienten einem Garde- Offizier gegenüber gewiffermaßen einige Angriffe auf ein dieser Tage von der Arbeite noch niedriger erscheine, als einem anderen Dffisier gegenüber, folglich Bayern, welches ja unter dem Bedienten zugestandenermaßen verstanden sei, noch viel mehr herabgesetzt werde. Dann betonte die Staatsanwaltschaft ungefähr Folgendes:„ Soll Die Herabſegung Bayerns vielleicht der Dank dafür sein, daß der König von Bayern zuerst den Anlaß gegeben zur Bildung des neuen deutschen Reichs, daß das bayerische Ministerium ſeit Gründung des neuen deutschen Reichs treu zu Kaiser und Reich geftanden? u. s. w. Bezüglich der Ablehnung der Errichtung eines Reichsminifteriums fonstatirte der Staatsanwalt noch, daß nach einem Schreiben des t. bayer. Ministers der Justiz vom 17. Juni 1884 der diesbezügliche Beschluß vom Gesammtholte Hochrufe auf Träger und Singer.) Maurer Bett DE Er wolle hauptsächlich Herrn Mor Schuls antworten, b Beweis geliefert, daß ein bezahlter Agitator sehr gut könne.( Beifall u. Lärm.) Der Redner tritifitte hierauf beding des Verhalten der deutsch- freifinnigen Parei, die die k des ausbeutenden Kapitals und u. A gegen Börsensteuer sei. Der Konservative Robertus die Arbeiter bedeutend mehr gethan, ils die bat gebung des Königs gefaßt worden, und daß der bayerische Bundesbevollmächtigte in Berlin nur den Beschluß des Ges sammtministeriums bekannt gegeben habe. Sum Schluß beantragte der Staatsanwalt die Bejabung der an die Geschworenen gerichteten einzigen Frage( der Echuldfrage), wogegen die Vertheidigung für Freisprechung des Beklagten plaidirte. Nach dem die Geschworenen die Schuldfrage mit Rein!" beant wortet hatten, wurde der Beklagte freigesprochen, zugleich wurde jedoch auf Raffirung des intiiminuten Artikels der Nr. 180 plare erkannt. minifterium auf Grund einer früher abgegebenen Willenskund freifinnige Partei und wenn Herr Eugen Rihter Finan fter wäre, würde er noch mehr zusammenscharen als feina der Minister v. Hardenberg. Den sozialdemdratischen tern im Reichstage sei es einzig und allein zu Danten Idem Volte nicht alle politischen Rechte verlorei gegangen Kaufmann Mar Schulz: Der Vorredner hat nich einen b ten Agitator genannt. So lange er diefe ſene Bebau nicht beweift, erkläre ich ihn für einen ehrlofer Lumpe Hier erhob fich ein derartiger betäubender, nicht enden der Tumult, daß der beaufsichtigende Polizei- fizier des Fr. Kouriers", jedoch Herausgabe der fonfiszirten Erem nöthigt sab, die Versammlung für aufgelöst zu eflären Arbeiterbewegung, Vereine und Berfammlungen. 1. Polizeilich aufgelöst wurde am Sonntag Vormittag die in den unteren Eälen der Gratweil'schen Bierhallen tagende Versammlung der Schloffer und Berufsgenossen, welche der Vorfißende, Herr Göbel, mit einem furzen Vortrage über die vielfach stürmischen Hochrufen auf Träger und Singe ließen die sehr erregten Vlaffen den Saal. bier In Keller's Hofjäger"( Safenhaide) warn am tag Vormittag die deutsch- freifinnigen Wähler de Berliner Reichstagswahlkreises verfam: melt. Aud eine Arbeiter hatte Einlaß gefunden, obwohl der Butri nur vorher ausgegebene Eintrittstarten gestattet war Rechtsanwalt Sachs einen längeren Vortrag zu in heftigen Angriffen auf die deutsch- freifinnige Sunften Sprte Entstehung und gegenwärtige Lage des Handwerks einleitete, obwohl sie den Butriit jedem Wähler dieses Wabled worauf der später erschienene Referent, Bigarrenarbeiter Laste, das Wort ergriff. Derselbe inüpfte an die Ausführungen des Vorrebners an, schilderte die traurige Lage der Arbeiter durch gegen Karte den Eintritt gestattet und eine große Bal beitern zurückgewiesen habe.- Der Voifigende, Die ungeregelte Produktionsweise und legte dem Staate die Gerard, erwiderte dem Redner unter großem Widerf Verpflichtung auf, gefeggeberisch einzugreifen. Daher sei der anwesenden Arbeiter, daß dies nur eine Gruppenverf Kardinalpuntt der Forderungen der Arbeiter Fachvereine ein sei, zu der die Bewohner der Stadtbezirke 74 bis 78 behauptet, ein solcher wäre eine Beschränkung der persönlichen mehrere Redner die von Herrn Krause gegen die deu gefeßlicher Normal- Arbeitstag. Non den Gegnern werde awar bis 117 mittelst Karten eingeladen feien. Nath Freiheit; wo aber diese zum Schaden der Allgemeinheit benugt finnige Partei erhobenen Angriffe zurüidgewiefen, werde, sei eine Beschränkung wohl am Blaze. Wenn Eugen Richter sage, den Arbeitern würde es allerdings gefallen, wenn Gunsten der Kandidatur Virchow mit allen Aegen die fie täglich nur 3 Stunden zu arbeiten brauchten, so wäre dies rufen auf Virchow und Tupauer die Versammlung b nur eine lächerliche Phrase; er( Redner) wünsche nur, daß Herr Eugen Richter einmal 3 Stunden am Ambos stände oder in gebüdter oder gar liegender Stellung in Bergwerfen are beltete, so würde Herr Eugen Richter ficher der eifrigfte Agitator für einen einstündigen Arbeitstag weiden. Es zeuge jedenfalls der Arbeiter eine Resolution afzeptirt und alsdann uni Die freireligiöse Gemeinde wird in diefen Grundanschauungen zur Besprechung tommen folle ersten Vortrag wird Herr Schäfer fünftigen Donne Abends 8 Uhr, in dem Louisenstädtischen Konzert von feinem edlen Charakter, wenn Herr Eugen Richter die Jakobftraße 37, über die Reform der Gottesporftellung Fachvereine als sozialdemokratische Klubs bezeichne. Weiter erörterte Redner die Frauen und Kinderarbeit. Wenn die wozu Jedem der Zutritt freisteht. Berantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Druck und Berlag son har Bading in BerlinSW. Beuthftraße 2. Mr. jein fra in Stom Stin Stin Stin Sti Stin Sti Da loftet o 25 Bfen Be Botenfr nommen Für für die Don 2 9 8u bung an gutes G ganzen fpiels g gnügen, obachter Bu tiffen Beitu gehört, fehen; grauen fönen a biefem Dom G böchften Bablze höchfte