Diefer ingipal er und illionen werden, ergehen, Auch Anna Ingaben äufiger, tfaltete ar nicht Rachdem e junge on dem urch die ung zu langer bfichten und das elangte, pfet ge rde, ein Diefe n, daß en Vors Tags og ct, löfte ndlichen te dann hierauf römende rch Vers Swinden faßt, in polos auf uch im and wat getreten ibt man ids ein er durch er, Aur" thn mit Felfen Schimpft " 1 oder Sage at, ern auß he mehr tatürlic r Morte ann ins ten da tändlig Fällen Woft n Hause hiedener em am irte bei i diesem tarifiren Herren, Haufen egirlsge 5. h. ber icht und r Rechte e machte Te fertig en Hofe 3 Paris Bizetönig Den Sol Tomman und die Streifen es Off enwürde e gleiche T.( mobl für die für die Ranonen potes 2 Das e Die Ber größere nere ein iederlage Tich feiten So batte en Haufe re Rache fich im De figeft as Rom der Be u baben gleicher geftanden Bern liegt Ten. Da obtranten Sie ihn bann in mel lommen 13jährige graphifc unge des e bereits Der ge vor eini lüdlicher unweit abte man shrimps) Gefäßen us, daß atte, ber gefund Der Gar iche Hilfe Nr. 181. Sonntag, 2. November 1884. I. Jahrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Selfsblatt ein täglig Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlis din's Baus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Mart, wöchentlich 25 Pf. Einzelne Rummern 5 f. Bostabonnement pro Duartal 3 Marl.( Eingetragen im VII. Rachs trage der Boftzeitungspreislißte unter Nr. 7198.) Das Safertionsgebühr beträgt für bie 3 gespaltene Betitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 f. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 hs Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Bimmerftraße 44, sowie von allen Manencen Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berlin SW., Bimmerstraße 44. Abonnements- Einladung. ,, Berliner Volksblatt" loftet vierteljährlich 3 Mart; monatlich 1 Mark; wöchentlich 25 Pfennige frei ins Haus. Bestellungen werden von allen Beitungsspediteuren und Botenfrauen sowie in der Expedition, Zimmerstr. 44, ange nommen. Für Außerhalb nehmen alle Bostanstalten Abonnements für die Monate November und Dezember gegen Bahlung Don 2 Mart entgegen. Die Redaktion des„ Berliner Volksblatt". einmal erkannt hat, muß hier auch das historische Geset erkennen, welches stets eine tiefe Bersetzung umfassenden und gründlichen sozialen Reformen vorangehen läßt. So ziemlich alle Parteien haben dies eingesehen und bei jeder tritt diese Richter und die Seinen verschließen sich hartnäckig diesen Aussicht in besonderer Form zu Tage; nur Herr Eugen Thatsachen und wollen sich dem Strom der Zeit, der nun einmal nach dieser Richtung hin geht und sogar die Regierungen bis zu einem gewissen Grade mit sich fortgerissen hat, widersetzen. Bei der raschen Entwickelung von heute ist eine solche Partei schon veraltet und dem Zerfall überantwortet. Denn nur noch diejenigen Parteien können auf eine Bukunft rechnen, die sich mit dem Geist der Zeit in Einflang bringen und eine umfassende, durchgreifende soziale Reform verlangen. Einige Parteien suchen ihr Leben durch zeitweilige Konzeffionen zu fristen; Eugen Richter und die Seinigen aber bleiben trok aller freiheitlichen" Phraſen auf dem Standpunkt der Negation stehen und so mußte der erste Waffengang bei den Wahlen für sie nothwendiger Eugen Richter und das deutsche Volk. Noch niemals hat eine neue Partei die erste Waffen probe bei den Wahlen schlechter bestanden, als die deutschfreifinnige fie hat eine große Anzahl Sige nach rechts Stichwahlen noch mehr Verluste zu verzeichnen haben. Die Weise eine Niederlage sein. en eifrigst ihre Unterſtügung geliehen hat, untersucht die noffen alle Diejenigen folgen, die es Ursachen dieser Erscheinung und kommt zu dem Schluffe, Buge der Zeit zu widersehen. Die Regierung war flug daß es nicht Mangel an Organiſation ſei, was den Frei genug, es nicht geradezu zu thun; fie ließ sich zu einigen finnigen so sehr geschadet habe, sondern es sei im deutschen schwachen Konzeffionen herbei. Sie wird auf diesem Wege Bürgerthum eine tiefgehende 8ersehung" vorwerde. " handen, welche von der Sozialdemokratie geschickt benutt Auf diesem Wege werden den Herren Richter und Geweiter gedrängt werden. Wahn! Das Volt stößt die ,, Freifinnigeu" heute von sich; Das nächste Mal wird der Haß ein noch härterer fein. Das Volk will Brod und Garantie des Daseins, nicht aber abgedroschene Phrasen. Wer seine Bestrebungen nicht darnach einrichtet, der darf sich nicht wundern, wenn das Bolt Nichts von ihm wissen will. Politische Uebersicht. Der Bundesrath wird dem Vernehmen nach in dieser Woche teine Sigung mehr abhalten und voraussichtlich erst nächste Woche am Donner stag wieder zur regelmäßigen Be rathung zusammentreten. Abgesehen von den wichtigen Gesebentwürfen, welche den Ausschüssen neuerdings überwiesen find und dort noch der Berathung unterliegen, ist augenblic lich kein dringendes Material vorhanden. Was die braunschweigische Erbfolgefrage anlangt, so glaubt man in Bundesraths freisen Grund zu der Annahme zu haben, daß für die nächste Beit von Seiten der Reichsverwaltung darauf bezügliche Mittheilungen oder Anträge nicht zu erwarten find. unternehmen, sich dem tagswahlen außerordentlich zahlreich gewesen. Nach den BeAber was bieten Herr Richter und die Seinen dem Deutschen Wüftes Deuter Bolte? Wifes Bartelgezänt, einseitige Negation Das ist ein schlechter Trost für die Zukunft, den das nach rechts und nach links, nach oben und nach unten Brahnach rechts und nach links, nach oben und nach unten PrahFrankfurter demokratische Blatt dem Herrn Eugen Richter lerei und Heuchelei. Denn Prahlerei ist es doch, wenn man und seinen Genossen giebt. Aber wir müssen Einiges hinzufügen. das Herumreißen mit den Regierungsvertretern um einige Millionen im Haushaltsetat als schwere Kämpfe" bezeichnet, ein Vergnügen machen will und während man nachher doch den ganzen Etat genehmigt. Heuchelei ist es, wenn man nun beklagt, es sei ein schwerer Verlust für die„ SozialgeDie Bersekung" ist allerdings vorhanden; es gährt während man doch nur dem knauferigen Spießbürger damit in allen Schichten der Gesellschaft und es ist ein mächtiger Drang nach sozialen Reformen vorhanden. Nur rede man dabei nicht zu viel vom deutschen Bürgerthum". Als sozialer Begriff ist es veraltet und die davon reden, träumen feggebuug", daß Leute wie Baumbach und Gutfleisch durchimmer noch von einer längst entschwundenen Zeit. Wer ist gefallen seien. Denn das Bestreben des Baumbach und heute der wahre deutsche Bürger?" Etwa der Handwerker, Gutfleisch ging eben dahin, das Zustandekommen einer ge steigt und deffen Klasse sich mit raschen Schritten dem Pro- Richter und Bamberger die Repräsentanten des ödesten letariat nähert? oder der Kaufmann mit der erschreckenden Manchesterthums, das nichts kennt, als das wirthschaftliche Unsicherheit seines Erwerbes? Diejenigen, die ein Vorrecht Recht des Stärkeren, das zur traurigsten Anarchie und zur zu haben glauben, sich als Repräsentanten des deutschen Massenarmuth geführt hat. Bürgerthums" zu bezeichnen, sind eine fleine Minderheit Element. und bilden gerade in politischer Beziehung das schwerfälligste funden Sozialgesetzgebung zu verhindern; sie waren mit Herr Richter hat sich wohl mit der Einbildung getragen, mit feinen parlamentarischen Kläffereien, seinen gifttgen Ausfällen nach rechts und links und seinen schwarzgalligen Wißen den Strom der Zeit ablenken zu können. Eitler Die ,, tiefgehende Bersetzung" ist vorhanden; wer dies Wigen den Strom der Zeit ablenken zu können. Eitler Radbrud verboten.] 1 Feuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dur. Erstes Kapitel. Hier ist der langersehnte Brief aus Pondichery! Wir Wir haben gewonnen! Wir haben's erreicht, Martha! baben geftegt! unfer!" - Die Erbschaft des alten Rodenburg ist Schuld giebt, daß er seinen Bruder ohne Hilfe ließ. Und hat er es mit mir nicht ebenso gemacht, die ich doch gewissermaßen eine Verwandte von ihm bin, insofern als ich eine Koufine feiner ehemaligen Braut bin, deren unehelichen Sohn er gern zu seinem Universalerben eingesett hätte, wenn dieser Sohn nicht jegt zufällig todt wäre? Ja noch mehr! Hat er nicht förmliche Nachforschungen nach den Kindern seines Bruders angestellt? Natürlich waren fte in alle Winde zerstreut, und er hat nur die jüngste Tochter auftreiben können; die hat er denn auch bei fich zu seiner Pflege." Ich dächte, mein Kind, wir hätten schon Schwierigeres Mit diesen Worten trat der Prediger Amberg, von einem durchgesezt, als zwei Vagabonden und ein unbefangenes das Siegel des preußischen Konsulats in Pondichery und auf Er hielt einen Brief empor und wies triumphirend auf feine Adreffe. Dann überreichte er den Brief seiner Frau und fügte bingu Gänschen bei Seite zu schieben." Ja, ja, Du bist flug und verstehst es, gut zu reden; aber in Bezug auf den alten Rodenburg bin ich doch meiner Sache nicht ganz gewiß." Lies selbst, Martha; es ist alles so, wie mein vorzüglicher in sein Haus erhalten. Rundschafter, der Missions- Agent, mir mitgetheilt, der uneheliche Sohn des alten Rodenburg ist todt... in Indien gestorben oder auf die Hauptsache bleibt, daß er todt ist. weiß!" Hm, die Hauptsache ist, daß wir erst wieder Butritt in sein Haus erhalten. Und weißt Du, da fällt mir ein, morgen ist sein Geburtstag. Wir Alle, Du, ich und die Kinder, wir fallen dem Alten in's Haus, überfallen ihn mit gefallen, oder umgebracht, was mir alles sehr gleichgültig ist; unseren Gratulationen und unserer Zärtlichkeit; wir schließen Hier steht es schwarz indem fie ihre Hand auf die Schulter ihres Gatten legte, und Also wirklich, Paul!" erwiderte Frau Prediger Amberg, nicht minder erfreut aussah, als jener. aber doch nicht Alles! Um den alten Rodenburg, der schon mit einem Fuße im Grabe steht, zu beerben, haben wir noch manches Hinderniß aus dem Wege zu räumen. Du weißt, feine Bruderfinder Das ist wohl etwas, “ ihn in unsere Arme und behalten ihn in unserer Umschlingung. " Wenn Du das erreichtest, Paul, so würde ich Dir Manches vergeben," sagte seine Frau. Wie? Hast Du mir etwas zu vergeben?" " Ich dächte doch, daß ich oft genug Ursache gehabt Deine eheliche Treue zu bezweifeln." Was das betrifft, mein Schat, so thust Du mir Unrecht. wir tommen noch lange nicht an die Reihe.- Da find zuerst Ich erinnere Dich an Deine Vergangenheit. Als ich Dich da, seine Bruderfinder! unterbrach sie der Prediger, mich burch bergleichen aber nicht abhalten laſſen und ich wohin denkst Du? Er hat seinen Bruder während seines hoffe, daß auch Du auf solches Geschwäß nichts geben wirft. ganzen Lebens gehaßt, weil sein Bruder ein Freigeist war, und er selbst ein frommer, christlicher Mann. Er hat Der Prediger Amberg war ein Mann von etwa vierzig Jahren, untersezt, gedrungen, breitschulterig, ein wenig zur ihn ruhig zu Grunde gehen laffen, hat seine Hand nicht Korpulenz geneigt. nach ihm ausgestreckt, als er ihn finten sah, während er doch gerathen war. Sein Geficht war ziemlich regelmäßig gebildet; doch lag ganz gut wußte, daß sein Bruder unverschuldet in das Unglüd in demselben etwas von einem cynischen Buge, um den breiten Du Mund etwas Widerwärtiges, Abstoßendes. fich nicht viel aus seinem Bruder gemacht, Dank Deiner christ- Gegensatz zu dem seiner Ehehälfte. lichen Einsprache und Deiner christlichen Ermahnungen; aber 1 weißt, die Sache thut ihm leid, und er hat aufrichtig beSein Wesen war lebhaft, unruhig, beweglich und der volle Seine Frau mochte eher etwas älter als jünger fein. Sie war eine Dame, welche fich wohl konservirt hatte, und welche, trop des Standes thres Gemahls, die Künfte der Tot baben. Haben wir nicht den besten Beweis dafür? Er hat lette nicht verschmähte, so daß man auch heute noch die Spuren Dich ja förmlich aus seinem Hause gewiesen, weil er Dir die früherer Schönheit in ihrem Gesichte lesen konnte. Die auf Grund des Gesetzes über die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie erlassenen Verbote von Druckschriften find in der legten Zeit vor den Reichsfanntmachungen im Reichsanzeiger" find im Laufe des legten Monats vor den Wahlen nicht weniger als 68 Druckschriften, zum größten Theil Wahlaufrufe, verboten. Die Verbote gingen brosteien, in acht Fällen von föniglich fächsischen Kreishaupt mannschaften, in 8 von badischen Landeskommiffären, in 9 von den Bolizeibehörden der Freien Städte, in 5 von bairischen Regierungen, der Rest von 9 Verboten vertheilt fich auf Beffen, Württemberg, Braunschweig, Reuß und Elsaß- Lothringen. Aufgehoben sind in derselben Zeit durch die Reichkommission vier Berbote. aus in 29 Fällen von preußischen Regierungen bezw. LandDer Reichstagsabgeordnete W. Liebknecht, der sich wie das Dffenbacher Tageblatt schreibt vor Kurzem einige Stunden in Berlin aufhielt, ist auf Grund des Sozialistengefeßes aus Berlin ausgewiesen worden. Belgien. Die Ministertrise in Belgien bat bekanntlich mit der Ernennung einiger, weniger schroff auftretender Minister, vorläufta ihren Abschluß gefunden. Der neue Minister des Innern, Thonissen, äußerte bei einem Empfange der Chefs der Bürgergarde von Brüffel, er sei stets für eine Politit der Mäßigung gewesen, und er hoffe, daß seine Bemühungen die Ruhe im Lande wiederherstellen würden. Die bevorstehenden Neuwahlen in Hasselt und Philippeville, woselbst die Minister des Innern und des Auswärtigen zur Wahl stehen, haben eine besondere Bedeutung für das ganze Land. Bum ersten Male seit Erlaß des neuen Schulgesetes werden die Generalwähler für die Deputirtenwahlen berufen, um durch ihr Votum das Urtheil über dieses Gesetz abzugeben. Unter diesen Umständen und bei der Möglichkeit, daß dem Ministerium eine schwere NiederSie repräsentirte gegenwärtig die Frau Pastorin mit viel Würde, Anstand und überlegener Ruhe. Der Gegenstand, von welchem der lezte Theil der Unterredung der beiden Ehegatten gehandelt hatte, die Nichte", unterbrach durch sein Erscheinen das Gespräch. Fräulein Emmy, die Nichte" des Herrn Pastors, eine hübsche Blondine von siebenzehn Jahren, trat jest in das Bimmer. Gut, Onkel, daß Du da bist!" rief ste. Ich kann es mit den Rangen nicht mehr aushalten; der Eduard ist so ungezogen und Helene so eigensinnig, daß sie mich und die Dienstboten nicht zur Ruhe und zur Arbeit kommen laffen." Laß es gut sein, liebe Emmy," sagte Amberg freundlich, es wird heute nichts mehr gearbeitet, es werden heute die Vorbereitungen zu einem Feste getroffen." 11 Bu einem Feste, Onkel?" " Ja, mein Kind, bei welchem Du eine sehr wichtige Rolle zu spielen haft." Du scherzest, Dntel? Ich mitspielen?" Sa wohl, und noch dazu die erste Rolle! Wir besuchen morgen den alten Onkel Rodenburg auf Feldau und dort wird das Feft gefeiert." Aber, Dntel, ich denke, Du bist entzweit mit ihm; Du fagtest ja, er habe Dir sein Haus verboten." Schadet nichts, wir geben die Schlacht nicht auf, wenn wir auch einmal genöthigt waren, einen strategischen Rückzug anzutreten. Jegt ergreifen wir die Offensive, und Du, mein Kind, bist die Avantgarde, welche zuerst in's Feuer geschickt werden soll." Ich glaube, Onkel, Du beliebst wieder einmal zu fpaßen!" " Durchaus nicht mein Kind!" erklärte Frau Amberg; ,, und ich werde Dir sagen, was der Onkel meint. Er will, daß Du des Alten Zuneigung zu gewinnen suchst, da es ihm und mir einmal mißlungen ist." So ist es, mein Kind!" bestätigte Herr Amberg. Daß es uns einmal mißlungen, ist kein Wunder; ich bin kein Adonis, Deine Tante ist auch keine Hebe mehr. Du aber bist hübsch, bist gewandt, bist flug, und wenn Du es recht anstellt, fann es Dir nicht entgehen, daß Du des Alten Herz gewinnst. Dies genügt aber nicht! Du mußt nicht nur den Alten gewinnen, Du mußt auch versuchen, Lucie Rodenburg zu verdrängen, Du mußt den Plaß erobern, den fie inne hat." ,, Aber Onkel, ich verstehe das noch nicht so wie Du, und bitte Dich also, mich erst zu instruiren." ( Fortsegung folgt.) lage bereitet wird, ist es begreiflich, daß die Liberalen sich alle erdenkliche Mühe geben, in den genannten Wahlkreisen den Sieg zu erringen. In der Stadt Löwen herrscht noch immer große Erregung, bei dem legten Zusammenstoß sind fünf Studenten schwer vers wundet worden. Expedition anfängt Ernst zu machen; indeffen wird das beständige Fallen des Nils sie zu manchen Abänderungen des ursprünglichen Planes zwingen. Von Gordon in Khartum fehlt es wieder einmal gänzlich an neueren Nachrichten; voraussicht lich ist er wieder eng von den Rebellen eingeschlossen. Vorgestern ist in Belgien und zwar in Ost- Flandern der erste Cholerafall vorgekommen und sofort waren alle Bande der Disziplin und Menschlichkeit gelöst. In einer Zuckerfabrik des französischen Departements L'Oise war die Cholera ausgebrochen und 14 dort beschäftigte belgische Arbeiter waren nach Rooborst und Mundzwalen, Dörfern bei Sottegem, geflohen; einer derselben starb 24 Stunden nach seiner Ankunft an der Cholera. Der Maire, wie alle Beamten, verweigerten jede Hilfe, ja selbst die Beerdigung, der Tischler lehnte die Anfertigung des Sarges ab und man zwang die Wittwe, die Leiche ihres Mannes, mit vier Brettern bedeckt, auf einer Karre nach dem Kirchhof zu fahren und selbst zu beerdigen! Hierauf wurde ihr und ihren Kindern jeder weitere Aufenthalt im Dorfe untersagt. Seitens der Regierung sind die erforder lichen Maßregeln, um das Weiterumfichgreifen der Krankheit zu verhindern, getroffen worden; wenn sie aber nicht rechtzeitig die Gemeindebeamten der ländlichen Drischaften zur Erfüllung ihrer Pflichten energisch anhält, wird es bei dem Aberglauben und der Aengstlichkeit der Landbevölkerung bei weiteren Cholerafällen zu den schlimmsten Vorkommnissen kommen. In Kairo lief gestern das Gericht um, Khartum sei in die Hände der Aufständischen gefallen. Das Gerücht fand auch Glauben, ist aber in keiner Weise amtlich bestätigt worden. Der tapfere Wolseley und seine Genoffen fahren" nun schon monatelang nilaufwärts und bis jetzt sind sie trotzdem nicht wesentlich vom Fleck gekommen. Wenn sie so weiter fahren", dann werden mindestens noch 10 Jahre vergehen bevor ihre Expedition Chartum erreichen, und den sagenhaften Gordon aus dem Wüstennest befreien tann. Im Louisenftädtischen Theater findet heute die lepte Sonntagsaufführung von Robert und Bertram statt. Am nächsten Dienstag wird Robert und Bertram zum 50. und legten Male gegeben und zwar zum Benefiz der Liliputaner die sich durch ihr Talent und fleißiges Streben so sehr in die Gunst des Berliner Publikums zu setzen verstanden haben. Mittwoch den 5. November bringen die fleinen Künstler in Fortsetzung ihres erfolgreichen Gastspiels die altbewährte lustige Poffe Lumpaciusvagabundus von Joh. Nestroy zur ersten Auf führung. Die Hauptrollen liegen in den bewährten Händen der beiden Damen Görner und Mahr und des Herrn Johann Wolf. Nord- Amerita. Der republikanische Präsidentschaftskandidat, Mr. Blaine, hat seine sechswöchentliche Agitationsreise beendet. Er hat auf derselben gegen 15 600 Kilometer zurückgelegt und täglich 10 bis 20 Reden gehalten! Gestern Blaine wird eine Woche in Newyork sprach er 18 Mal. Die Repu bleiben und dann nach Maine zurückkehren. blikaner haben Frederic Gibbs als Kandidaten für das Amt eines Mayor von Newyork aufgestellt. Das sogenannte Newyork_aufgestellt. Das sogenannte Scott'sche, im Interesse des Prohibitionisten in Ohio erlaffene Spirituosengeset ist vom Obersten Staats- Gerichtshofe für unfonftitutionell erklärt worden, welche Entscheidung den Demotraten große Freude bereitet, weil sie hoffen, daß die Prohibitionisten jetzt viele Stimmen den Republikanern entziehen werden. Zum französisch- chinesischen Konflikt. Der„ Temp3", das offiziöse Organ der französischen Regierung, spricht sich wiederholt für die sofortige Absendung von Verstärkungen nach Tongling aus, damit General Brière de l'Isle die Chinesen vollständig aus Tongking vertreiben könne. g. Man schreibe die Adressen genau. Wie wenig die in der Presse wiederholt erfolgten Warnungen, bei Poften bungen die Adressen nicht ungenau zu schreiben und nicht zu unterlassen, den Absender zu vermerken, vom Publikum beachtet werden, beweist wiederum die große Zahl Postsendungen, wie Postanweisungen, Briefen und mit Werthinhalt, Gin schreibebriefen, welche als unbestellbar bei der Kaiserl. Dber Postdirektion lagert, da weder deren Adressaten noch deren Absender ermittelt werden konnte. Von den Bostanweisungen, welche wie die übrigen Postsendungen sämmtlichen hiesigen Postämtern im Laufe dieses Jahres aufgegeben worden, find adressirt an: Kersten in Eberswalde 10 mt, Linke in Breslau 10,50 M., Katschmared in Rülllowa 8 Mt, Amtsgericht in Cöpenick 5 M., Amtsgericht in Schöneberg 3,50 Müller in Berlin 3 M., Londmore in Randers 3,30 M., Rensch in Potsdam 3 M., Amtsgericht in Schlochau 3 M., Lehmann in Berlin 3 M., Müller in Moabit 2, M, Rosenthal in Ba wisma 2 M., Höhne in Hamburg 2 M. Die Briefe, in denen nachgenannte Beträge enthalten waren, tragen folgende Adressen: Petermann( ohne Drt) 10 M., Schmidt in Jena 5 M., Herse in Berlin 5 W., Bauer in Groffen 2 M., Kun gärtnerei in Berlin 1 M., Kratsch in Perleberg 1, M., H. B. 35 poftlagernd in Berlin 1 M. Haben sich die unbekannten Absender dieser Postsendungen, welche trotz der erwiesenen Fin digkeit der Postbehörde nicht zu ermitteln gewesen, sich nicht bis zum 24. d. M. bei der Kaiserlichen Ober- Postdirektion ge meldet, so werden die Werthbeträge dem Postarmenfonds über wiesen. Mit den eingeschriebenen Briefen wird nach den ge seglichen Bestimmungen verfahren werden. Nach einer von chinesischer Seite kommenden Mel dung aus Shanghai von heute hätte die Flotte des VangtseKiang Befehl erhalten, nach Formosa zu segeln, um Lina zu decken. Troß der Blokade seien zwei Dampfer eingelaufen und hätten Mannschaften und Munition in Sicherheit gebracht. Wenn es den Franzosen nur nicht in China noch ebenso ergeht, wie den Engländern in Egypten, daß sie schließlich froh sein werden, wenn fie fich noch ohne allzu große Blamage aus der Patsche ziehen können, in die ste ohne sichtbare Ursache selbst hineingerannt find. Rußland. Wie sehr in diesem Lande alle Verhältnisse zerrüttet find, davon liefert der kürzlich beendete Prozeß gegen den Untersuchungsrichter Fedorow, wieder den Klarsten Beweis. Seit November 1874 fungirte derselbe als Untersuchungsrichter in der Hauptstadt und als er im April 1883, weil schließlich sogar die Steine gegen ihn schrieen, endlich abgesezt wurde, zeigte es sich, daß er in-509 Antlage sachen aus Habsucht, Nachlässigkeit und Faulheit die Untersuchung verschleppt und verzögert und in vielen anderen Fällen dieselbe aus Eigennut gar nicht in Angriff genommen hatte. In 39 dringlichen Sachen nahm er erft nach drei Monaten nach der Eingabe, in 35 Fällen erst nach sechs Monaten die Untersuchung in die Hand, 172 Sachen ließ er länger als ein Jahr, 146 Sachen länger als zwei Jahre, 9 Sachen länger als drei Jahre nach Einreichung der Klagen liegen; 28 Sachen blieben mehr als fünf Jahre, 15 Sachen länger als sechs Jahre und zwei Sachen länger als acht Jahre in dem Pulte des Untersuchungsrichters vergraben. Gold- und Silbersachen, Gelder und Werthpapiere, die zu den Unterfuchungen eingeliefert wurden, verwandte derselbe sofort zu feinem Nugen. Troß maffenhafter Beschwerden über den faulen und spigbübischen Untersuchungsrichter, konnte dieser neun Jahre lang im Amte bleiben, sogar rachdem ruchbar geworden war, daß er viele Kupfersachen, nachdem er sie hatte vergolden laffen, für goldene verkauft hatte. Jezt ist er auf mehrere Jahre nach Sibirien verbannt worden; dort ist aber das gelobte Land für solche Gauner, die nach Abbüßung ihrer Strafe dort meist gute Carrière machen, wie hundertfältige Beispiele bewiesen haben. Wenn ein solcher Beamter sogar mitten in Petersburg so lange Jahre sein blutsaugerisches Wesen treiben konnte, so fann man mit voller Berechtigung den Schluß ziehen, daß es erst recht in den entlegenen Provinzen mit der Gerichtspflege sehr traurig aussehen muß. Bu den Wahlen. N Frei Neue juleg Des König ftücks den S 8. b. S frau barf Ein S figen Die a werde also f Butte mache Spei ftarte ansja geftar einem Btg." Die a. Schuh gegen Geldspinden- Aufbrecher. Die hiesige Kunstschlofferet von Kilian in der Sophienstraße 20 hat gestern dem Dirigenten der Kriminalpolizei und denjenigen Kriminal tommiffaren, welche vorzugsweise Einbruchsdiebstähle bearbeiten und daher mit den Manipulationen der routinirten gewerb mäßigen Einbrecher genau bekannt find, ein Patentsicherheit schloß mit Alarmvorrichtung vorgelegt, welches bei eingehender Prüfung, als sehr zweddienlich befunden worden ist, infofem nicht nur die Eröffnung mittels falscher Schlüssel oder Dietriche ausgeschloffen erscheint, sondern auch dem Ausbrechen des Schlosses oder Ausschneiden der Thürfüllung laum zu be feitigende Hindernisse entgegengesezt werden. Im Intereſſe der Sicherheit wäre es wünschenswerth, daß das Publikum von der Erfindung der genannten Firma der Preis eines Schlosses stellt sich auf 25 M. und mit Einschluß eines Draht gitters, deffen Anbringung an der inneren Thürseite empfohlen wird, auf 35 M. einen umfassenden Gebrauch macht. Vom Centralbureau der deutschen freisinnigen Partei geht den liberalen Beitungen Folgendes zur Veröffentlichung zu: Für die bevorstehenden Stichwahlen ist vom BentralAusschuß der freisinnigen Partei feinerlei allgemeine Parole in Bezug auf das Verhalten gegen diese oder jene Partei ausgegeben worden. Hiernach berichtigen sich alle entgegenstehenben Nachrichten in Privat Beitungsforrespondenzen. Die Entscheidung wird für jeden einzelnen Wahlkreis besonders zu treffen sein. Maßgebend wird hierbei natürlich die allgemeine politische Situation sein, wie solche fich aus den Wahlen vom 28. Oftober ergiebt, daneben das Verhalten der Parteien in solchen Kreisen, wo die freifinnige Partei fich selbst in der Stichwahl hefindet. Auch die Art des Verhaltens der Barteien in der Wahlagitation gegenüber der freifinnigen Partei teien in der Wahlagitation gegenüber der freifinnigen Partei kann natürlich nicht außer Betracht bleiben. Durch die Ergreifung des alten energischen Revolutionärs Lopatin wurde angeblich ein gegen den Moskauer Prokurator Murawien geplantes Attentat vereitelt. Man erzählt darüber Folgendes: Die Verhaftung Lopatin's führte zur Entdeckung zweier Konspirations quartiere, von denen sich das eine in dem Stadttheile auf Wassili Ostrow befand. Dort wurde unter anderen kompromittirenden Gegenständen auch ein von dem Exekutiv Komitee unterzeichnetes Todesurtheil gegen den Profurator Muramiem vorgefunden, daß noch im Laufe des Monats Oktober vollzogen werden sollte. Nur das Datum war nicht ausgefüllt. Mit der Vollstreckung des Urtheils war der Student beauftragt. Weitere Recherchen führten auch zur Verhaftung des bezeichneten Studenten und anderer Persönlichkei fen, deren Bahl einige Vierzig beträgt. Was Lopatin betrifft, so spielt er schon seit etwa sechszehn Jahren eine Rolle unter den Revolutionären. Im Jahre 1869 befreite er Peter Law row aus der Verbannung in Archangel und nahm wahr scheinlich an allen wichtigen Anschlägen der Nihilisten Theil. Einigermaßen unverständlich ist das gegen Murawiem geplante Attentat, da seit dem Kaisermörder- Prozeß die politischen Prozeffe vor dem Militärgerichte durchgeführt werden, mit dem Murawiem nichts zu thun hat. a. Einem Rolltutscher wurde vorgestern, als er Bor mittags zwischen 11 und 12 Uhr mit seinem Wagen vor dem Hause Leipzigerstraße 46 hielt und denselben zur Erledigung eines Auftrages auf 2 Minuten verlassen hatte, ein mit S. W. 286 gezeichnetes Kolli Wollwaaren, 10 Kilo schwer, im Werthe von 150 M., vom Wagen gestohlen. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, den Dieb zu ermitteln. a. In Bezug auf die Verbreitung von gefälschten Jm Dorfe dänischen Hunderttronenscheinen, wovon ein Unbekannter in Lübed 25 Stüd in deutsches Geld umgewechselt hat, fahren wir, daß die Nationalbank in Kopenhagen für die Gr mittelung und Ergreifung des Verbreiters der Falsifikate eine Belohnung von 2000 Kronen ausgesezt hat. Im 19. sächsischen Reichstagswahlkreise SchneebergStollberg- Geyer, in welchem Liebknecht gegen Ebert( lonser vativ) unterlag, wird demnächst, wie man dem ,, Berliner Tages blatt" schreibt, seitens der Sozialdemokraten Protest gegen die Giltigkeit der Wahl Eberts eingelegt werden. Bichorlau bei Schneeberg wurden durch den dortigen Gemeindeältesten zwei Sozialdemokraten, welche Stimmzettel für Liebknecht austrugen, diese weggenommen und eine weitere Verbreitung untersagt. Diese Beschränkung ihrer Wahlfreiheit werden die Anhänger Liebknechts benußen, eine Neuwahl anzuftreben. in ein acht S U. 1. wir feit p Bäd Butte befize leben find, fogen lichfter bringe Inftru Beit n tönner a. Ladendiebe. In den Verkaufsteller eines Schuhmachers in der Jerusalemerstraße tamen gestern Nachmittag drei Arbeits selben die vorgelegten Waaren besahen, um paffende Schube auszusuchen, machte fich der Dritte am Eingange zum Reller an welchem an einem Draht 7-8 Paar Stiefel zur Anficht au eine große Versammlung abgehalten werden, zu der alle Wähler gehängt waren, damit zu schaffen, um sich unbemerkt die Stiefel anzueignen. Er hatte die Stiefel vom Draht bereits herabge zogen, als sie ihm entfielen, und durch das dabei verursachte Im Wahlkreise Darmstadt findet, wie die„ Franks. 8tg." erfährt, die Stichwahl zwischen Müller( Soz.) und Von nationalUllrich( N.-) schon am 6. November statt. liberaler Seite wird am Mittwoch vorher in Ritsert's Lokal Spanien. Der im vorigen Jahre vielgenannte, am lubanischen Aufstand betheiligte General Jose Maceo ist zum zweitenmale aus der Gefangenschaft entkommen, in welcher er von Spanien gehalten wurde. Im vorigen Jahre war er nach Gibraltar geflohen, wurde aber auf Reklamation der spanischen Behörden, die ihn als einen gemeinen Verbrecher bezeichneten, von dem englischen Gouverneur ausgeliefert. Letterer wurde deshalb von seiner Regierung getadelt, die Bemühungen dieser aber, die Wiederbefreiung Maceos und seiner Schicksalsgenoffen zu erlangen, waren fruchtlos. Maceo wurde hierauf nach Mahon, einer der balearischen Inseln gebracht, von wo er vor einigen Tagen mit drei anderen Cubanern nach Algier geflohen ist. Madrider Blätter melden, daß die spanische Re gierung bei der franzöfifchen Schritte thun werde, um die Auslieferung der Flüchtlinge zu erlangen; gleichzeitig wird indeß daran erinnert, daß Maceo und seine Genoffen poli tische Deportirte waren, die niemals verurtheilt und seiner Beit auf einfachen Befehl des Generalgouverneurs von Ruba nach Spanien gebracht worden find. eingeladen sind, die gesonnen find, gegen den sozialdemofratischen Kandidaten Müller zu stimmen. Daneben finden inzwischen Kleinere Versammlungen in den hauptsächlich von den Sozialdemokraten bedrohten Landorten statt. wurde. Die drei Burschen sowohl, als auch ein vierter p Aus dem 20. sächsischru Wahlkreise Zschoppan theilt beiter, der vor dem Laden den Aufpasser gespielt hatte, wurden zur nächsten Wache und demnächst wegen versuchten Diebstahl 11 man der Nordd. Allg. Big." das Gesammtresultat mit. Gehlert N. 8707, Dr. Mar Hirsch 630, Beyer S. 2976 St. Alfo fo urtheilt genannte Beitung- Dr. Max Hirsch, der berühmte Arbeiterapostel der Fortschrittspartei, erhielt in jenem Industriegut! Herr Hirsch wird also nun wohl Muße finden, sich mit zur Haft gebracht. jegt in Münz Straße 7) in der S 6 finni able Kandi Spiegel bibate Der T bei de foll fi Boripi wegen zu geb Stimm lautet J mählte geben. N. Ein entseglicher Unglücksfall, der auf die schon off gerügte Unfitte des Betretens der Fensterbretter zurückzuführen bezirke, trog eifrigster Agitation, genau 630 Stimmen! Sehr ist, trug fich heute Mittag furz nach 12 Uhr in resp. vor dem Hause Mauerfir. 8, Ede der Krausenstraße zu. Ein bei einem dort ben Angelegenheiten der Invaliden- 2c. Kaffen, den Fällen wohnenden Schneidermeister Nierhoff in Kondition stehendes Hanau- Gelnhausen. Wider Erwarten lemmt der soz. schriebenen Weise damit beschäftigt, die Fenster zu pußen, wobei Hellwig und nicht, wie bisher verlautete, mit dem freis. stürzte. Sie fiel so unglücklich auf den Kopf, daß fie einen In Dänemark gelangen in den nächsten Tagen die Wählerlisten für den Reichstag zur Vertheilung, in welche fich Alle, die fich für wahlberechtigt halten, einzuzeichnen haben. Wähler ist in Dänemark jeder mindestens 30jährige unbeschuldete Mann, der dänischer Unterthan ist, in feinem privaten Dienstverhältniß ftebt, seinen eigenen Hausstand befigt und teine Armenunter stüßung genießt. Pampel 2c., eingehend zu beschäftigen. Kandidat rohme in die Stichwahl mit dem konservativen Großbritanniens Staatseinnahmen vom 1. April bis 25. b. M. beziffern sich auf 43 660 024 Litr. gegen 45 740155 Litr. in demselben Zeitraum des letzten Finanzjahres. Die Aus gaben betragen 48 804 043 ftr. gegen 48 789 964 Lftr. in 1883. Das Guthaben des Schazamtes stellte sich am 25. ds. auf 1901 752 str. und an demselben Tage im Jahre 1883 auf 3 075 240 2str. Nickel. Das Gesammtergebniß der Wahlen stellt sich soweit bis jetzt ersichtlich folgendermaßen: Deutsch- Freifinnige 32 gewählt, 50 Stichwahlen; Nationlliberale 41 gewählt, 46 Stich Schädelbruch erlitt und sofort verstarb. Polizei- Bericht. Am 31. v. M. Mittags fiel der Kutscher Krüger an der Zimmer- und Friedrichstraßen- Ede beim Pariren seiner Pferde von seinem hochbeladenen Rollwagen herab, wahlen; Freikonservative 18 gewählt, 6 Stichwahlen; Konser schlug mit dem Kopfe auf die Deichsel und erlitt dadurch eine Spaltung des Oberliefers und eine Verstauchung der rechten Stichwahlen; Sozialdemokraten 10 gewählt, 25 Stichwahlen; Hand. Nach Anlegung eines Nothverbandes auf der Sanität Der Gemeinderath von Dublin( Irland) hat mit 27 gegen 5 Stimmen die Zahlung der Extra- Polizeisteuer zu verweigern beschlossen. Die meisten Mitglieder erklärten, fie seien auf das Schlimmste gefaßt, da die ihnen angedrohte Gefängnißhaft nicht länger als sechs Monate dauern könnte. vative 68 gewählt, 31 Stichwahlen; Zentrum 95 gewählt, 14 mache wurde er nach der Charitee gebracht. -An demselben Tage wahlen; Volkspartei 2 gewählt, 6 Stichwahlen; Elsässer 14 Nachmittags wurde der in der Schulstraße mit dem Ausgraben Polen 16 gewählt, 4 Stichwahlen; Welfen 5 gewählt, 7 Stich gewählt, 1 Stichwahl; Däne 1 gewählt; 302 fefte Resultate, Leiche wurde nach dem Obduktionshause geschafft. Am Abend Das R h Auffü Den 10 g. ftrengt nehme und 2 Binno brohur ganz fa R. Wahl haben, im St Ja farbe f wollen, lichen Heben Geficht gegen lichen nicht g fühl be XB Macht, thnen einftige fchluchs erfolgt, Bresche Lange Holzen von Bäumen beschäftigte Arbeiter Böttcher von den Wurzeln Die amtliche Ermittelung des Wahlergebnisses für dabei so schwer verlegt, daß er auf der Stelle verstarb. Die auf unbedeutende Differenzen, dieselbe Stimmenzahl für die deffelben Tages geriethen in einer als Lagerraum benusten Rüche die Berliner Wahlen hat gestern stattgefunden. Es ist bis einzelnen Kandidaten fonstatirt worden, die wir am Tage nach Der Wahl bereits mittheilten. Gewählt also find die Herren Löwe und Singer; im 2, 3, 5 und 6 Wahlkreise werden am 13. November Stichwahlen stattfinden. Stichwahlen finden soweit bis jetzt bekannt, ferner statt: Am 6. November in Darmstadt; am 9. in Elberfeld; am 7. in Breslau und am 11. in Solingen. Lokales. des Hauses Steinmezstraße 66 Möbel, in der Nacht zum 1. b. M in dem Hause Soldinerstraße 28 der Fußboden einer Rüde sowie die darunter belegenen Ballen in Brand. Beide Feuer wurden von der Feuerwehr in furzer Zeit gelöscht. Gerichts- Zeitung. Mordprozeß gegen den Schloffergesellen Miesner Bum ersten Dale feit Eröffnung des Kriminalgericht gebäudes in Moabit findet heute die Verhandlung eine Projektirtes Repertoire der königlichen Schauspiele Kapitalverbrechens statt, welcher ein Mitglied unferes Herrscher hauses beiwohnt. Schon vor 9 Uhr erschien in Begleitung tag, den 2.: Die lustigen Weiber von Windsor; Montag, des Landgerichtspräsidenten Bardeleben und seines Gouverneu den 3.: Flick und Flock; Dienstag, den 4.: Tannhäuser( Herr Prinz Wilhelm von Preußen und besichtigte zunächst be Egypten. Lord Wolseley und Oberstlieutenant Swaine beabfichtigen heute, Dienstag, von Wady Halfa nilaufwärts zu fahren, ohne daß ihr näherer Bestimmungsort indeß bekannt wäre. Die Generale Buller und Earle bleiben vorläufig in Wady Halfa zurück. 100 Mann der berittenen Infanterie unter dem Befehl des Majors Barrow, gingen am Sonnabend von Wady Halfa nach Dongola. Depots werden längs des Nils zwischen dort und Merawi gebildet. Es werden auch Telegraphenstationen errichtet und Vorkehrungen getroffen für die Organisation von Kameel- Transporten um die Katarakte herum. Der Nil fällt beständig. Das gegenwärtig in Affuan stehende Effex- Regiment, die Gordon- Hochländer, das 19. Husarenregiment und die Kameelbatterie sind nach Wady Halfa beordert worden. Das Kameelcorps in Affuan hat Befehl erhalten, sobald als möglich vorzustoßen. Die kanadischen Bootleute und 70 Walfischfahrer sind in Wady Halfa_ange tommen. Die Kameele des Hauptquartiers find nach Sarras abgegangen. Der Rest der berittenen Infanterie sollte heute aufbrechen. Aus all diesen Meldungen erhellt, daß die vom 2. bis 9. November 1884: Jm Opernhause: SonnNiemann); Mittwoch, den 5.: Die Zauberflöte; Donnerstag, den 6.: Die Stumme von Potici; Freitag, den 7.: Tristan und Isolde( Herr Niemann); Sonnabend, den 8.: Der Freischüß; Sonntag, den 9.: Der Wildscht.' spielhause: Sonntag, den 2.: Der Freund des Fürsten; Im Schau handelt wird. großen Schwurgerichtssanl, in welchem der obige Prozeß ver Der Gerichtshof besteht aus dem Landgerichtsrath Braun als Vorfigenden, Landgerichtsrath Freitag und Landrichter Dr. Friedenthal als Beifißern. Die Anklage vertritt be Montag, den 3., auf Begehren: Der Bibliothekar; Dienstag, Staatsanwalt Hepner, und die Vertheidigung ist dem Jufti den 4., neu einfiudirt: König Richard II.; Mittwoch, den 5.: Frau Aspasia; Donnerstag, den 6.: Konradin; Freitag, den 7.: Sans Lange; Sonnabend, den 8.: Ein Schritt vom Wege; Sonntag, den 9.: Narzis. Belle Alliance- Theater. Die nächste Novität, welche uns das Gastspiel von Franziska Ellmenreich bringt, ist ein vieraftiges Schauspiel von Weimar, betitelt ,, Wera", das eigens für die geniale Künstlerin geschrieben und in welchem die Titel. rolle dem außerordentlichen Talent derselben zur Entfaltung ihrer fünstlerischen Eigenart die reichste Gelegenheit bietet. rath Leonhardt übertragen. Der Angeklagte, Schlossergeselle Louis Ferdinand Miedner ist eine äußerlich repetitliche Perfon von mittlerer Statut, A der besondere Merkmale nicht auffallen. Haupthaar und ba des Schnurrbarts find dunkelblond, die ziemlich hohe Stim ist frei. bet Nach Bildung der Geschworenenbank treten in die linke Loge der Prinz Wilhelm, der Justizminister Dr. Fried neben demselben Platz nimmt, der Gouverneur des Pringen der Präsident Bardeleben und der erste Staatsanwalt Ange in ben Berlins Stande Laufen gebni Un verdent enden menschl geifteru tabeliof D Gettion Bu ziehe unzweif Don Den Ro Rich nad nahmen Der ppe age igen igen Nun uche tellt, fen. halt nnte hält, mit einer form nisch oftop Dung Der auf Sauf ziges febr Spore lichen des appers wahr erung fläche großer Bt in beten, Indere De der enigen Der Angeklagte ist am 3. November 1851 im Kreise Lübben geboren, seit dem Jahre 1873 verheirathet und Water zweier Kinder im Alter von 9 und 5 Jahren. Vorbestraft ist derselbe nur einmal und zwar vom hiesigen Schöffengericht wegen vorfäglicher Körperverlegung zu 14 Tagen Gefängniß. zu Angell., was sagen Sie hierzu? davon bewußt. Frau Bosamentier Schoenebed bekundet, daß die Frau Bäzold am Nachmittage des 28. Juni einige Einkäufe bei ihr gemacht habe. Als fie fich aus dem Laden entfernen wollte, fehrte fie unmittelbar darauf, am ganzen Körper zitternd zurück und zeigte auf den auf der anddren Straßenseite auf- und abgehenden Angeklagten fte erkenne denselben als den betreffenden Mann wieder Mit diesem hätte ste früher ein Verhältniß gehabt, und er hätte ihr gedroht, fie beim Betreffen niederzustechen. In Folge des Wunsches der Pätzold habe fie Frau Riemer holen lassen. Der Rest der Aussage stimmt mit dem der leztern Beugen überein. Angell. Mir ist nichts| Geschworenen ein, welche fich um Ein drei Viertel Uhr zurüc ziehen. Bis zu diesem Moment war Prinz Wilhelm der Verhandlung mit dem sichtlichsten Interesse gefolgt und hat sich über die Details der einzelnen Stadien von dem Präsidenten Bardeleben wiederholt Auskunft erbeten.. Um 14 Uhr verließ der Prinz mit seinem Adjutanten das Gerichtsgebäude. Um 2% Uhr fehrten die Geschworenen aus ihrem Berathungszimmer zurück und verkündeten ihr Verdikt dahin: Der Angeklagte ist schuldig, die Emma Päzold getödtet zu haben, und zwar indem er die That mit Ueberlegung ausführte. Bei Verkündigung des Bes schlusses wurde der Angeklagte auffallend bleich, und seine Anice schlotterten gewaltig. Der Staatsanwalt beantragt die einzig zulässige Strafe, die Todesstrafe, und bei der Ehrlosigkeit der an den Tag gelegten Gesinnung Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte. Auf die an den Angeklagten gerichtete Frage, was er darauf anzuführen habe, erklärte derselbe: Damit bin ich nicht einverstanden". Der Gerichtshof ver urtheilte den Angeklagten nach dem Antrage des Staats anwalts. daß ste Angst vor dem Angeklagten hätte. Derselbe habe es Der Frau Barowski gegenüber hat die Ermordete erzählt, ihr zugeschworen, fte zu tödten, wenn sie sich seinem Wunsche nicht füge. Die Beugin hat auch Mißhandlungen der Paezold seitens des Angeklagten mit angesehen. Wittwe Hübner, verwittwet gewesene Päßold, Päzold, die Mutter der Ermordeten, bekundet, daß ihre bei ihrem Tode 23 23 Jahre alt gewordene Tochter in früher Jugend sich dem Leichtsinn ergeben hatte, wodurch ihr eine große Sorge bereitet worden sei. Sie habe die Tochter im Magdalenenstift untergebracht, damit fte fich beffere, fte sei auch einmal aus eigenem Antrieb dorthin gegangen. Im Uebrigen sei ihre Tochter eine arbeitsame ordentliche Berfon gewesen. Im Februar 1883 habe ihre Tochter ihr den Angeflagten als Wittmann vorgestellt, der ste heirathen würde. Diese Aussicht habe fte veranlaßt, zu dulden, daß ihre Tochter mit dem Angeklagten zusammengezogen sei. Mit dem Tage, an welchen der Angeklagte seine Stellung bei Borfig einge büßt hatte, war das friedliche Einvernehmen desselben mit ihrer Tochter zu Ende. Oft habe ihr die Tochter geklagt, daß der Angeklagte fie geschlagen hätte, und vor ihren Augen habe er ihr gedroht, fte umzubringen. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. Verein der Maschinisten und Heizer. Heute Nach mittag 5 Uhr, Andreasstr. 21( Keller's Gesellschaftshaus), Versammlung. Vortrag des Baumeisters Herrn Scharrath. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Nach dem verlesenen Eröffnungsbeschluß wird der Angeklagte beschuldigt, am 28. Juli dieses Jahres die unverehelichte Emma Bägold vorfäglich getödtet haben, und zwar indem er die That mit Ueberlegung ausgeführt hat. Bräs.: Angeklagter, bekennen Sie fich für schuldig? Angefl. Es ist richtig, daß ich die Emma Päzold getödtet habe. Ich weiß aber selbst nicht, wie ich dazu gekommen bin. Mein Vorsag, die Emma zu tödten, ist es nicht gewesen. Auf Befragen des Präsidenten erzählt der Angeklagte, daß er sich im Februar 1881 von seiner Ehefrau, nachdem er mit derselben zahlreiche Streitigkeiten gehabt, trennte. Die bei den Kinder, welche bereits vorher bei seinen Eltern waren, find bei denselben verblieben. Im Jahre 1882 habe er die damals unter fittenpolizeilicher Kontrole stehende Emma Bäzold fennen gelernt und, da er fie gern gehabt, fich entschloffen, mit der felben im Ronfubinat zu leben. Präs.: Sie haben fich der Frau Päßold gegenüber als ein Wittwer ausgegeben und die Abficht zu erkennen gegegeben, dieselbe zu beirathen? Angell. Das ist nicht wahr. Ich habe den Bäzold's meine Verhält niffe wahrheitsgemäß auseinandergesezt. Präs.: Sie haben früher bei Borsig gearbeitet? Angefl.: Ja. Präs.: Weshalb find Sie denn dort entlassen? Angell. Im November v. J. batte ich in einem Schantlokal mit einigen Kollegen einen Streit, der in Thätlichkeiten ausartete. Hieraus resultirt meine Entlassung und auch meine Bestrafung. Präs.: Haben Sie denn mit der Emma Pägold glücklich gelebt? Angell: Troßdem ich dahin gewirkt hatte, daß die Emma aus der SittenRontrole entlassen worden war, zeigte dieselbe wiederholt die Reigung zu ihrem früheren Lebenswandel zurückzukehren. hierüber geriethen wir häufig in Differenzen, und einige Wochen bor Ostern d. J. 3og Emma Päpold zu Frau Maurer Riemer, Rügenerstraße 4. Auf mein Drängen verließ einige Wochen nach Ostern die Emma Päzold diese Wohnung und zog zu Frau Boranowski, Rügenerstraße 38, mit mir zusammen. Anfangs Juni cr.' trennte sie sich wieder von mir und og zurück zu Frau Riemer. Am 28. Juni arbeitete ich bis Mittags und begab mich 3 Uhr Nachmittags in bas Schantlofal von Stolle. Da sah ich die Emma Bäßold mit Frau Riemer nach ihrer Wohnung zugeben. Ich stürzte ihnen nach. Präs.: Als Sie sie eingeholt hatten, was geschah dann? Angefl.: Leider. Ich habe die Emma mit meinem Sie das Vieffer aus Ihrer Tasche gelangt? Angefl.: Ich weiß es nicht, wie ich dazu gekommen bin. Höchstens fann ich beim bicht an der Treppe stand ich vor der Emma Päßold und stieß Nachlaufen das Meffer aufgeklappt haben. Auf dem Hausflur mit dem Meffer auf deren Kopf los. Als dies geschehen war, wie ohne Kopf. In der Badstraße forderte ich einen mir begegnenden Schußmann auf, mich festzunehmen, weil ich ein manns, der Ihnen nicht recht glauben wollte, ob das Mädchen todt sei, sollen Sie geantwortet haben: Todt ist sie nicht, ich wünschte aber, fte wäre todt, dann wäre es auch mit mir alle." Angell.: Das weiß ich nicht mehr. Präs.: An der Leiche der Emma sollen Sie sich ganz ruhig verhalten haben? Angell. Antrag damit, daß der Angeklagte heute den Vorsatz der wenn nd an wahr it ber en bas rigung einer nb ber moder endlic Drama bne ift en zu ähneln mitten eine on zwei egt ihn en und amoje geftellt wendet fel go Wint uch bie Denfall Hiero refifchen bringen rs, da breimal Spielen Wochen und bat end Bell me, bit orftelle ten mil ang bel ourde fo rten un Ste, auenban auf bit ht, ob e in Lefen er Bruft mich aud mug id nftatt bi Uebun fidh b er fcha ben Der Tald Darm 调 Fuar un mtlich ab eine G at ja aud es imme bet mid bin; ba er neben ging en eilig ten Mi toden bit 7 Stuben ben bat ler? S de wieber be zu her, wo Der Sol Februa de bente gilt's nod präch ihre perftand chen mein bin Frau UB, wieg genomm erhalten. Schneidermeister Starke, bei dem die Päßold arbeitete, befundet, daß der Angeklagte derselben beim Maschinennähen geholfen habe. Ihm gegenüber habe der Angeklagte einmal Die Drohung ausgesprochen, daß er die Päpold todtschießen würde, wenn er ste mit einem Andern träfe, er wüßte nun, wo fte sich aufhalte. Schußmann Schmidt erzählt, wie der Angeklagte ihn um seine Verhaftung angegangen habe. Auf seine Frage habe ihm der Angeklagte gesagt, das Mädchen habe ihn in seiner Ehre schwer getränkt. Er verlangte von ihr, fte solle diese Beleidigung zurücknehmen, und habe, als sie sich dessen weigerte, auf fie losgestochen. Ob das Mädchen toot ſei, habe der Angeklagte nicht anzugeben vermocht. Er äußerte: Wenn sie äußerte: ,,, Wenn nur foot wäre, dann würde ich auch bald alle sein!" Präs.: Nun, Angeklagter, was ſagen Sie hierzu? Angell: Ich habe nur gesagt, daß ich mir lieber das Genick gebrochen hätte, als daß ich zum Verbrecher geworden wäre. Der Zeuge giebt seinen Eindruck über den Seelenzustand des Angeklagten dahin fund, daß er denselben für absolut ruhig und ohne jede Erregung gefunden habe. Hiermit wird die Beweisaufnahme geschlossen und der Präfident verliest die den Geschwornen vorzulegende Schuld: frage. Auf Antrag des Staatsanwalts Hepner wird auch noch eine Unterfrage nach dem Vorliegen qualifizirter Körperverlegung mit tödtlichem Erfolge gestellt, und zwar begründet er diesen Tödtung bestritten und im Falle der Verneinung der ersten mich vor Rührung taum halten können. Präs. Sie sollen Frage, derselbe straflos ausgehen müßte. der Emma P. zugemuthet haben, auf die Straße zu gehen und Geld zu verdienen? Angefl: Das ist entschieden unwahr! Hiermit wird das Inquifitorium abgebrochen und zur Verneh hat fich Prinz Wilhelm mit dem Präfidenten Bardeleben an hung der Beugen geschritten. Während des Inquifitoriums gelegentlichst unterhalten und wohl manche geforderte Auskunft Die erste Beugin ist Frau Riemer. Sie habe einige führen. Dieses Verhalten ist um so verwerflicher, als die MoWochen vor Ostern die Emma Bägold bei dem Schneidermeister Starte fennen gelernt, bei dem fte mit ihr zusammen Stand zunehmen. Zur Begründung seiner Anträge erhält nun das Wort Staatsanwalt Hepner: Ein trauriges Bild, meine Herren Geschworenen, hat sich heute vor Ihren Augen entrollt. Ein ver heiratheter Mann verläßt Frau und Kinder und geht in derselben Stadt ein Kontubinatsverhältniß ein mit Bewilligung der Mutter des Mädchens. Diese hat dadurch gehofft, ihre Tochter auf den Weg eines ehrbaren Lebenswandels zurückzutive die denkbar schmußigsten sind. Der arbeitslose und arbeitsscheue Angeklagte wollte sich durch seine Konkubine auf leichte Weise seinen Unterhalt gewinnen. Da diese sich hierzu nicht mißbrauchen lassen mochte, verfolgte er fie mit einem unauslöschlichen Haffe. Er opferte ste in unmenschlicher Weise seiner häßlichen Leidenschaft. Der Staatsanwalt geht nun dazu über, häßlichen Leidenschaft. Der Staatsanwalt geht nun dazu über, aus den einzelnen Beweisen den Schluß zu ziehen, daß der anständig benommen, Dieselbe habe gearbeitet habe. fich stets weshalb fie auch teinen Angenommen hätte, die Päzold bei sich aufDen Angeklagten habe fie bei dieser Gele genheit ebenfalls fennen gelernt. Derselbe habe die Päßold besucht und sich bei ihr unanständig benommen, weshalb site Angeklagte nur die Absicht gehabt haben konnte, die thm das weitere Betreten ihrer Wohnung untersagt habe. Defter klagte ihr die Pägold, daß der Angeklagte fie geschlagen handelt hat. Zum Schluß, fährt der Staatsanwalt fort, er hätte. Aus Furcht vor den Drohungen des Angeklagten sei übrigt fich für mich nur, die Person des Angeklagten zu charat die Päpold von ihr fortgezogen. Anfangs Juni erzählte fte terisiren. ihr aber, daß der Angeklagte von ihr verlangt, fie solle auf Der Straße Geld verdienen, wozu fie fich nicht verstehen wollte. Auf deren Bitte habe habe sie die Pägold wieder bei sich auf fäglich auf der andern Seite der Straße auf und ab und rief deren Mutter zu fränken versucht! Dies verräth seine niedrige genommen. Von dieser Beit ab promenirte der Angeklagte faft Angeklagte doch heute noch seine ehemalige Konkubine und der Bagold zum geöffneten Fenster hinauf, sie solle zu ihm gemeine Gesinnung. Dieselbe hat sich aber noch mehr aus Es ist derselbe ein äußerst brutaler Mensch, wie aus seiner Vorbestrafung, aus den Verhandlungen der Bägold aus seinen Aeußerungen zu den verschiedenen Beugen, Der Arbeiter Bezirksverein für den Osten Berlins. Billets für Panoptitum, Aquarium und die Badeanstalt Schillingstraße, sind bei Meyer, Fruchtstr. 36, Wuttle, Urbanstraße 10 im Laden und am Vereinsabend in der Sizung zu haben. Eine Delegirtenversammlung der Tischler, findet am Dienstag Abend 8 einhalb Uhr, Alte Jakobstr. 37, statt. Auf der Tagesordnung steht: 1. Die Submissionsofferten der Berliner Tischlermeister in legter Beit und der Einfluß unserer Lohnbewegung auf dieselben in Bukunft. 2. Die Maßregelung eines Kollegen beim Tischlermeister Marschall. 3. Verschiedene hochwichtige Mittheilungen. Wir weisen nochmals darauf hin, daß in dieser Versammlung sich Jeder erscheinende Kollege, als Delegirter legitimiren muß. Der Fachverein der Tischler hält am Montag, den 3. d. Mts., Abends 8%, Uhr, bei Jordan, Neue Grünftr. 28, eine Versammlung ab mit der Tagesordnung: Vortrag( des Herrn Dr. Weise). Diskussion. Verschiedenes und Fragelasten. Gäfte haben Zutritt. Am Sonnabend, den 22. d. M., findet daselbst das Vereinskränzchen statt. Billets hierzu sind in den Bersammlungen des Vereins zu haben. Der Arbeiter- Bezirksverein für den Osten Berlins hält am Dienstag, den 4. Nov., Abends 8% Uhr präzise, im Lokale Andreasfir. 21( am Andreasplay) bei Keller eine große Versammlung ab. L.- D.: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes. 3. Frageraten. Gäſte willkommen. Deffentliche Versammlung des Fachvereins der Schneider am Montag den 3. Novbr., Abends 8½ Uhr, in Domat's Salon, Johannisstr. 20. Tagesordnung: Vortrag des Stadtv. Herrn Gördi. Bahlrricher Besuch erwünscht. Große öffentliche Versammlung der Cartons, Cartonnagen- und Luruspapierfabritarbeiter in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75, Montag, den 3. d. M. Abends 8 einhalb Uhr. Tagesordnung: 1. Wie ist die Lage der Cartonund Luruspapier- Fabritarbeiter 2c. zu verbessern? Referent: Herr Schüler. Zahlreiches Erscheinen ist Ehrensache. Gemeinnütiges. Verschiedene Methoden, um Fett- und andere Flecken zu vertilgen. Das englische Fleckenwaffer zur Vertilgung von Säure, Harz, Theer- und Fetifleden besteht aus einer Mischung von 3 Unze 95proz. Weingeist, 1 Unze starkem Salmiakgeist und 1 Drachme Benzin. Ein anderes sehr gutes Fleckenwaffer zur Vertreibung von Fett und Schmußflecken aller Art aus Wollstoffen, namentlich aus weißen, hellfarbigen, ist zusammengefegt aus: 1 Unze pulv. Borax und 1 Unze Camphor, die beide in 1 Liter Waffer aufgelöst werden und tüchtig durchgeschüttelt. Bum Gebrauche vorstehender beiden Mischungen bediene man sich bei zarteren Gegenständen eines weichen Lappens, bei gröberen einer kleinen Bürste. Ein drittes sehr gutes Fleckenvertreibungsmittel um Fett flecken aus allen Gegenständen( selbst aus Papier, Büchern, Bildern u. s. w.) zu entfernen, besteht darin, daß man in einer weithalfigen Flasche gebrannte Magnesia mit Benzin vermischt, so daß ein dicker Brei entsteht. Will man einen Fettfleck hierdurch verschwinden lassen, so bringe man von diesem Bret etwas auf den fettigen Fleck und lasse etwa 5 Minuten darauf liegen. Während dieser Zeit ist das Fett in die Magnefta ge= zogen worden und diese kann nun abgerieben werden, da das hatte mich die Päpold zu Schönlants, Rügenerstr. 38, herum- habe. Sie ist nicht der Ausfluß der Eifersucht, sondern ste Benzin inzwischen bereits verdunstet ist. holen laffen, da Mießner fie erstechen wolle und sie fich fürch entspringt dem Zorn über die Weigerung des Mädchens, ftch dem Angeklagten umgesehen. Da sie ihn aber nirgends wahr ist das Blut des so schändlich gemordeten Mädchens ungefühnt. genommen, sei fte mit der Päpold fortgegangen. In diesem Ihre Pflicht ist es, die Sühne für die That zu finden. Wenn Moment stürzte der Angeklagte, fle wife nicht, woher er ge tommen sei, über die Straße und ihnen in das Haus nach. Dhne ein Wort zu sprechen habe dann der Angeflagte der Bagold einige zwanzig Stiche verseßt. Sie sei sprachlos vor gefandt. Sie diese Pflicht ohne Scheu vor den Folgen Ihres etwaigen Spruches erfüllen, dann kann Ihr Verdiff nur auf Bejahung der Hauptfrage lauten. Schreck gewesen und habe erst kurz darauf nach einem Arzt brechen begangen worden, und erschütternd ist die begangene Schankwirth Stolle, welcher den Angeklagten seit Anfang sonnenheit an die Prüfung der Ihnen vorgelegten Fragen zu Juni in seinem der Wohnung der Riemer gegenüber liegenden Justizrath Leonhardt: Es ist ein entsetzliches VerThat. Um so mehr find fie verpflichtet, mit Kühle und Betreten. Es wird sich nun fragen, wie weit das Maaß der Lotal tennen gelernt hat, befundet, daß er fast täglich bei ihm Schuld des Angeklagten reicht. Zweifellos ist der Tod die gewesen und nach dem Fenster des Gegenübers ausgeschaut Folge der von dem Angeklagten der Bäzold zugefügten Ver feine Frau ihm ausgerückt sei und bei Frau Riemer Wohnung hat der Angeklagte den Tod beabsichtigt, oder ist derselbe ohne hat. Auf sein Befragen habe ihm der Angeklagte erzählt, daß legungen gewesen, er hat fe also getödtet. Es fragt sich nun, genommen habe. Er fügte hinzu, daß er sie stootsteche, wenn er fe triege. Frau Stolle deponirt im Anschluß hieran, daß feinen Willen eingetreten? Der Vertheidiger folgert nun aus den Aussagen, daß für die Ueberlegung bei der That nichts erbracht ist und verwahrt den Angeklagten gegen das ihm von widert: Fort muß fie, ich bin darauf vorbereitet. Sie darf dem Staatsanwalt unterschobene Motiv. Er bitte um Veraber nicht gleich todt sein, sondern muß in ihrer Sterbestunde neinung des erschwerenden Moments der Ueberlegung. an mich denken und ein paar Stunden zappeln. Theater. Sonntag: Die lustigen Weiber von Windsor. Montag: Flick und Flock. Sonntag: Der Freund des Fürsten. Montag: Der Bibliothekar Königliches Opernhaus: Königliches Schauspielhaus: Deutsches Theater: Sonntag: Die Neuvermählten. Der eingebildete Kranke. Montag: Die große Gloce. -Bellealliance- Theater: Präs.: Sonntag: Gastspiel der Königl. Hofschauspielerin Fran zista Ellmenreich. Die bezähmte Widerspänstige. VorMontag: Dieselbe Borstellung. her: Die Provinzialin. Anfang 7 Uhr. Reues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Sonntag: Gasparone. Montag: Dieselbe Vorstellung. Sonntag: Gilette. Montag: Dieselbe Vorstellung. Walhalla- Operetten- Theater: Der Präsident tritt darnach in die Rechtsbelehrung der Oftend- Theater: Sonntag: Die beiden Harfenmädchen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater: Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Sonntag: Auftreten des Fräul. Anna Grünfeld. Zum 9. Male: Der Walzer- König. Gesangspoffe in 4 Atten v. W. Mannstädt, Mufit v. G. Steffens( Novität!) Montag: Dieselbe Vorstellung. Vittoria- Theater. Sonntag: Ercelfior. Montag: Dieselbe Vorstellung. Nefidenz- Theater: Direktion: A. Anno, Blumenstraße 9. Sonntag: Die Sirene. Schwant in 3 Atten von P. Ferrier und A. Valabrégue. Vorher: Bum 1. Male: Ich bin Wittwe. Lustspiel in 1 Aft von P. Blumenreich. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wallner- Theater Sonntag: Bum 37. Male: Der Raub der Sabinerinnen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Neueste Nachrichten. Madrid, 31. Oktober. Gestern brach in Cuenca) eine furchtbare Feuersbrunst aus, bei welcher 27 Personen ums Leben famen und 12 verwundet wurden. Bromberg, 1. November. Vor der hiesigen Straflammer fand heute die Verhandlung des Beleidigungs- Prozesses statt, welchen Fürst Binmarck gegen den Abg. Prof. Dr. Möller aus Königsberg hat anstrengen lassen. Rechtsanwalt Munkel hatte die Vertheidigung des Angeklagten übernommen. Der Ge richtshof erkannte auf Freisprechung des Angeklagten. ( Berl. Tagb.) Briefkasten der Redaktion. Wir bitten die Vorstände der freien Hilfskaffen, und thre Bahlstellen, sowie nähere Aufnahme- Bestimmungen anzugeben. Louisenstädtisches Theater: Direktion: Josef Firmans. Heute Sonntag 2 Vorstellungen. 61. Gesammt- Gastspiel der Liliputaner. Vormitt. 11% Uhr: 3. 15. Male: Snee wittchen und die Zwerge. Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr: Lette Sonntags- Aufführung von Robert und Bertram. Vor der Vorstellung Konzert. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alhambra- Theater. Wallnertheaterstraße 15. Heute und folgende Tage: Eine Berliner Nätherin. Boltsstück mit Gesang in 4 Abth. von Herm. Hersch, Musik von Thed. Frante. Vor der Vorstellung: Großes Konzert, ausgeführt von aus 20 Mufitern bestehender Kapelle, unter Leitung des Kapellmeisters Herrn Ludwig Clauftus. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 7% Uhr. Arbeitsmarkt. Ein j. intell. Mann, seit 7 Jahren Bureau- Expedient, sucht Stellung in Zeitungs- Expedition oder auf sonstigem Bureau. Gefl. Offerten an erbeten. Hermann Becker, Apolda, Sandgasse 11, [ 1188 1 geübt. Arbeit. auf Lederpantoffel und Filzschuhe wird verlangt. A. Salewsky, Swinemünderstr. 146. Einem geehrten Publikum empfehle mein Weiß- und Bairischbier- Lokal. Reichhaltigen falten und warmen Früh ftüd sowie Mittagstisch von 12-2 Uhr, mit Bier à Couvert 50 Pf. sowie reichhaltigen Abendtisch. Zu jeder Tageszeit Königsberger Fled à Portion 25 Pf. 1029 Achtungsvoll Herrmann Stramm, Restaurateur, Staliger Straße 18. D Arb.- Bez.- Verein f. d. Often Berlins. Dienstag, den 4. November, Abends präzise 8% Uhr, im uenerbauten Keller'schen Lokale, Andreasstr. Nr. 21( am Andreasplay), Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes. 3. Frage laften. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Gäfte haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. 1 Der Vorstand. NB. Der monatliche Beitrag beträgt 20 Pf. und wird ein Einschreibegeld nicht erhoben. [ 1197 Große öffentliche Versammlung des Fachvereins der Schneider Montag, den 3. d. Mts., Abends 8% Uhr, in Domat's Salon, Johannisstr. 20. Tages Ordnung: Auf welchem Wege ist dem Groß- Kapitale im Schneidergeweerbe erfolgreich gegenüber zu treten? 1196] Ref.: Hr. Stadtv. Fr. Goercki. Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung der Karton-, Kartonnagen und LurusPapier- Fabrikarbeiter in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstraße 75, Montag, den 3. d. Mts., Abends 8 Uhr. Tages- Ordnung: Wie ist die Lage der Karton- und Luruspapier- Fabrikarbeiter 2c. zu verbessern? Referent: Herr Schüler. Bahlreiches Erscheinen ist Ehrenfache. 1195] Die Lohn- Kommission. Bezirks- Verein der arbeitenden Bevölkerung des S. W. Berlins. Montag den 3. Novbr. 1884, Abends 8 Uhr, in Nieft's Lokal, Kommandantenstr. 71/72, Versammlung. Z- D.: 1. Vortrag( Thema und Referent werden in der Versammlung bekannt gemacht). 2. Verschiedenes.- Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Arb.-Bz.-V. Lausitzer Play. Mittwoch, den 5. Nov ,, Abends 8% Uhr: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des cand, chem. Herrn Leffer. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Gäfte d. M. haben Zutritt. 1194] Der Vorstand. Meinen Freunden und Bekannten die ergebene Mittheilung, daß ich eine Cigarren und Tabakhandlung in der früheren Linde( Admiralstraße 40) eröffnet habe. Alle Arten Rauch-, Kau- und Schnupftabat, echt russische, türkische und amerikanische Tabake. Tricottailien in allen Grössen und Farben zu den billigsten Preisen. Arbeiter Bezirks- Verein für den Often Berlins. 1022 Billets für Panoptikum, Aquarium und Schillingstraße ( Badeanstalt) find bei Meher, Fruchtstraße 36a, Wuttke, Weberstraße 10 im Laden, und am Vereinsabend in der Sigung zu haben. 1198] Der Vorstand. Unterstütungsverein der Buchbinder u. verw. Berufsgenossen. Zur Feier des 1. Stiftungsfeffes am Sonnabend, den Entree inkl. Tanz: Herren 75, Damen 50 Bf. 8. November in der Philharmonie. Abendunterhaltung u. Ball. [ 1166 1 Schlaffopha, 2 Bettft. m.Fd. bill. Alte Jakobst. 116 III. 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Durchlegung der Kaiser Wilhelmstraße zwischen der Neuen Friedrichstraße und der nördlich der Stadteisenbahn anzulegenden Parallelstraße ist auch eine 233 qm. große Fläche des hinter dem Mehlmagazin belegenen, auf den Namen des Königlich- Preußischen Eisenbahnfiskus eingetragenen Grundftücs mit einbegriffen. Bur kommissarischen Verhandlung mit den Betheiligten ist in dieser Sache ein Termin auf den 8. b. Mis. anberaumt. Warnung für Hausfrauen. Die Sparsamkeit der Hausfrau ist eine sehr anerkennenswerthe Tugend. Die Hausfrau barf aber auch in dem Sparsamkeitsprinzip nicht zu weit gehen. Ein Bächter, J. Lagus in Sieben, Kreis Prag, preist in hiefigen Beitungen seine Butter als feinste Butter zur Tafel" an, die aus süßer Sahne geschlagen sein soll. Acht Pfund davon werden unter Nachnahme von W. 7,80 verschickt, das Pfund also für ca. 95 Pf. Frau D. ließ sich die herrschaftliche Butter" kommen und sollte nun bald ihre trübe Erfahrung machen. Nach dem ersten Genuß von einer damit bereiteten Speise erfrankte ihr Gatte, ohne zu ahnen, daß die Ursache des ftarlen Unwohlseins von der Butter herrühre, da dieselbe schön ansjah und gut schmeckte. Nachdem dieselbe faum 24 Stunden geftanden, nahm Frau D. wahr, daß die Butter fich vollständig in einen weißen Brei verwandelt hatte. Die hierauf von einem Chemiler vorgenommene Untersuchung ergab, der„ Berl. 3g." zufolge eine ganz außergewöhnliche Fälschung." Jene acht Bfund enthielten noch nicht 500 Gramm reine Fettbutter, die übrige Masse bestand scheinbar auch Milch, Mollen, Kalt 1. w. Dieser Betrug ist selbstverständlich ein so frecher, daß wir durchaus leinen Anstand nehmen, den Namen dieses Bächters" oder induſtriösen Butterfabrikanten der DeffentlichButter" sei gewarnt; selbst in Preußen betreiben einige ,, Gutsbefizer oder Bächter" diesen Industriezweig. Zur Beförderung der Rettung Scheintodter oder an lebensgefährlichen Zuständen plöglich betroffener Menschen sogenannte Rettungsfästen vorhanden, welche die hauptsächlichsten bei Unfällen der genannten Art in Anwendung zu bringenden, stets in gutem Zustande erhaltenen Arzneimittel, Instrumente und sonstige Geräthschaften enthalten und jeder Beit nach jedem beliebigen Orte zum Gebrauch abgeholt werden iegt in den Polizeibureaus 1) Werderscher Markt Nr. 9( alte Münze), 2) Albrechtstr. 6., 3) Oranienburgerstr. 50, 4) Schilling ftraße 12-14, 5) Schönebergerstr. 20121, 6) Louisenufer 30 und in der Pumpenanstalt bei dem Bochhammerschen Bade, An der Stralauer Brüde Nr. 2. Gegen einen Vertrauensmann der deutsch- freifinnigen Partei, welcher bei der Wahl zum Reichstage einem Wähler einen Stimmzettel mit dem Namen des freisinnigen Kandidaten ,, Ludwig Löwe" in die Hand drückte und ihm vor spiegelte, daß er einen Stimmzettel für den konservativen Kan didaten Profeffor Wagner in die Wahlurne werfe, ist, nachdem der Thatbestand durch Zeugen festgestellt worden, die Anzeige bei der Königlichen Staatsanwaltschaft erstattet. Der Wähler soll sich, wie die Ger- 3tg." meldet, wirklich durch die falsche Vorspiegelung des freisinnigen Vertrauensmannes haben bezu geben in rer festen Meinung, daß der ihm eingehändigte wegen lassen, dem freifinnigen Kandidaten Löwe die Stimme Stimmzettel auf den konservativen Kandidaten Wagner ge lautet habe. mählten" t auß Stiefel cabge fachte elent Ar urden Stable On oft ühren bem n bort genbes 7 be wobei Perfteig einen tider ariren berab eine echten ität Tage raben urjein t und Die bend Rüche d. M. Rüche Feuer richte eines richer eitung neur Den Dep Braun richter t ber Suftig Gener an bas Stim Hinte bet ngen gern. und " Im geben. Außer den Wiederholungen dieser Vorstellung enthält bas Repertoire der laufenden Woche: Die große Gloce", Wilhelm Tell" und" Romeo" und Julia." Die nächste Deutschen Theater" werden heute„ Die Neuver Der Kranke" zum zweiten Mal Den 10. November statt. Sonntag, den 2. November 1884. genöthigt, nach Zahlung einer Mart aber freigelassen. Der 1. Staatsanwalt beim hiesigen königl. Landgericht II. ersucht Jeden, dem über die Person des Thäters Etwas bekannt ist, davon ihm direkt oder der nächsten Polizeibehörde Mittheilung zu machen. Der Thäter ist 40 bis 50 Jahre alt, von mittler Statur, hat einen blonden Backenbart, feinen Schnurbart, trug einen schlechten grauen Anzug, Müße und Stifeln ohne Abfäße. 1. Jahrgang. -die alte Geschichte in ein Haus geschickt, in welchem aber der Bezeichnete nicht zu finden war. Als der Knabe dann an die bezeichnete Stelle zurückkehrte, war der Auftraggeber verschwunden. Der geschädigte Vater hat den Gaunerstreich bereits der Kriminalpolizei angezeigt. Die Stoffe, welche einen Werth von 60 M. repräsentiren, und nur bestimmte Theile von Kleidungsstücken darstellen, sind von grau und brauner und melirter( Pfeffer und Salz) Farbe. Der Schwindler befindet fich in den 20er Jahren und trug eine sog. Jägerjoppe. Doppelt verheirathet. Vor einigen Tagen wurde in Berlin ein Mann begraben, der seit 25 Jahren mit zwei ihm angetrauten Frauen in der besten Harmonie gelebt und aus beiden Ehen eine Anzahl Kinder hinterlassen hatte. Wir lesen darüber in der Ger. 3tg.": Die erste Frau, welche er im Jahre 1838 geheirathet, trennte fich von ihm im Jahre 1852 und ging nach Amerika. Der eheverlaffene Gatte strengte darauf gegen die Durchbrennerin die Ehescheidungsklage wegen böslicher Verlassung an und heirathete dann im Jahre 1855 die Schwester seiner Frau, nachdem die erste Che rechtskräftig gelöst worden war. Im Jahre 1859 fehrte die erste threm Gatten geschiedene Ehefrau nach Berlin zurück und fand Aufnahme bei ihrem früheren Ehemanne und dessen Ehefrau, ihrer Schwester. Ein Vierteljahrhundert hat nun in der That der Mann mit den beiden Frauen in demselben Hausstande gelebt, bis vor Kurzem durch den Tod das sonderbare Verhältniß gelöst wurde. Die beiden Schwestern, die Frauen des Verstorbenen Verstorbenen, werden auch für die Folge zusammenbleiben und gemeinschaftlich die Erziehung der aus der letzten Ehe hervorgegangenen noch minorennen Rinder leiten. N. Ueber die letzten Stunden des nunmehr hingerichteten Mörders Ernst Franz Gronad wird uns das Nachfolgende berichtet: Einige Tage vor seiner Ueberführung von dem Untersuchungsgefängniß nach der Kgl. Strafanstalt in Moabit waren seine Mutter und seine an einen Bierverleger in Moabit waren seine Mutter und seine an einen Bierverleger F. verheirathete Schwester zum Besuch erschienen. Gronad schien beim Anblick derselben fichtlich gerührt und nur gewaltsam die Thränen zurückhalten zu können. Auf die Frage der Schwester: Franz willst Du denn gerne sterben", antwortete Gronad:„ Wir müssen ja alle sterben". Im Laufe des weiteren Gesprächs" fragte ihn die Schwester, ob es ihn denn nicht gereue, die unselige That begangen zu haben, und soll Gronac Darauf geantwortet haben: hätten mich meine Frau und Schwägerin nicht so behandelt, so wäre es nicht geschehen. Vor der Verabschiedung erkundigte fich G. angelegentlichst nach dem Befinden seines fleinen Neffen und bat, denselben gelegentlichst mit nach dem Gefängniß zu bringen. Es soll dies unseres Wiffens nach auch am anderen Tage geschehen sein. Die Schwägerin des Hingerichteten, die unverehelichte Anna Block, welche von ihm am Tage der Blutthat mehrere Messerstiche erhielt, ist bereits seit längerer Zeit aus dem Krankenhause entlaffen und geht nach wie vor ihrem Erwerbszweig nach. Die unangenehme Angelegenheit, welche einem Hamburger Kaufmanne, wie wir berichteten, fürzlich hier in Berlin passierte, wo man ihn auf die Anschuldigung eines Billethändlers hin, er habe anstatt eines 3wanzigmarkstückes eine Kupfermünze ausgegeben, zur Wache fiftirte, und die weiter. bin dazu führte, daß der Kaufmann wegen Betruges vor das Schöffengericht geladen wurde, ist dieser Tage durch richterlichen Spruch entschieden worden. Die schöffengerichtliche Berhandlung hat zu einer Freisprechung des Angeschuldigten geführt. Es wurde dabei die Thatsache festgestellt, daß der als Belastungszeuge auftretende Billethändler ein wegen wiederholter Bauernfängerei mit Gefängniß und wegen schweren Diebstahls mit Buchthaus vorbestrafter Mensch ist, von deſſen Bereidigung der Gerichtshof daher Abstand nahm. Der Antrag des Vertheidigers des Angeklagten, diesem die Reisekosten und die Kosten für die nothwendige Vertheidigung aus der Staatstaffe zu erstatten, wurde abgelehnt, da die unschuld des Angetlagten sich erst durch die öffentliche Verhandlung unzweifelhaft habe feststellen lassen. g. Ueber einen Betrug, welcher zeigt, daß die Frechheit der Gauner immer mehr zunimmt, erfahren wir folgendes: Der 11 Jahre alte Sohn des in der Steinstraße wohnenden Kleibermachers Darkuhn hatte von seinem Bater, am Donnerſtag Abend den Auftrag erhalten, von der in der Fruchtstraße wohnenden Schwester des D. eine Parthie zugeschnittener Kleiderstoffe für Kinderanzüge abzuholen. der Nähe des Alexanperplages trat ein Mann an den Knaben heran, welcher pas bekannte Schwindelmanöver auszuführen suchte, indem er gegen Buſage eines Trinkgeldes von 20 Bf. den Knaben ersuchte, ihm aus einem näher beschriebenen Hause eine Uhr herauszuholen, während welcher Beit er( der Fremde) das Packet halten wollte, um mit demselben dann natürlich zu verschwinden. Der Knabe ging aber nicht sofort auf den Vorschlag ein und erwiderte, er Dürfe das Packet feinem Fremden übergeben. Um nun den Knaben über feine betrügerischen Absichten zu beruhigen, wußte er den Knaben zu bereden, das Packet einstweilen bei der Seitungsverfäuferin in der am Aleranderplay, an der BrenzlauerAufführung des Don Carlos findet am Schillertage Montag, hier aufzubewahren," trat er an die Zeitungsverkäuferin mit Bis jetzt ist es den Polizeibehörden tros ange 8. ftrengtester Nachforschungen nicht gelungen, den Thäter festzus nehmen, welcher am 14. April d. Js. Nachmittags zwischen 1 und 2 Uhr die 15 Jahre alte Wilhelmine Schuhmann aus Binnow auf dem Wege nach Velten angefallen und durch Bes brohung mit dem Tode zur Duldung unzüchtiger Handlungen Berliner Sonntagsplauderei. R. C. Wer die Wahl hat, hat die Qual," aber nach der Wahl und womöglich nach der Nachwahl auch noch Qual zu im Stande ift. ftraße befindlichen Trinkhalle niederzulegen. Mit den Worten: Sie haben wohl die Güte, dieses Packet nur einen Augenblick bem Knaben heran und entfernte fich mit ihm so schnell, daß diese gar kein Wort erwidern konnte. Eine Minute später kam der Fremde wieder und forderte fich das Packet, was er auch anstandslos erhielt, da die Zeitungsverkäuferin den Zusammenhang nicht kannte. Aber bald darauf kam auch der Knabe und bat um das abgegebene Packet, das aber bereits von dem Gauner abgeholt worden war. Der Fremde hatte den Knaben der fie in den Kampf gezogen waren, mit derselben Würde freuten sie fich ihres Erfolges, fte haben gezeigt, daß sie in jeder Beziehung Maß zu halten verstehen. Und so wird und soll es bleiben, als leuchtendes Vorbild soll die Berliner Arhaben, das ist mehr als ein gewöhnlicher Mensch zu ertragen beiterpartei stets den anderen Parteien voranschreiten. Ja der Dienstag! Der Himmel mit seiner bleiernen Herbstfarbe schien fich bis zu den Dächern der Häuser herabsenken zu wollen, die Straßen zeigten den bei Regenwetter unvermeid lichen glänzenden Schmuß, und eine gewisse Klasse unserer Heben Mitbürger[ machte mit wenigen Ausnahmen so trübe Gesichter, daß die berühmten Lohgerber furchtbar ausgelassen gegen fie erschienen. War diesen Leuten schon bei Tage nicht ganz fauber zu Muth, so brachte ihnen der Abend einen moras lischen Kazenjammer, daß man wirklich, wenn man ein noch nicht ganz verhärtetes Gemüth besaß, fich wirklich einem Ge fühl des Mitleids nicht gänzlich verschließen konnte. Wo waren fie hin, die schönen Träume von unumschränkter thnen aus den Händen gewunden, und vor den Trümmern Macht, die Herrschaft über die stolze Reichshauptstadt war einstiger Größe und Herrlichkeit da standen sie wehklagend und schluchzend das Gericht hatte sie ereilt, die Abrechnung war erfolgt, unter dem Ansturm der anderen Parteien war eine Bresche gelegt in den Fortschrittsring lange unumschränkt zu herrschen gewohnt war, mußte man den hier, wo man so Der Freifinn" ist ein Spielball tolzen Thronseffel verlaffen in den Händen der anderen Parteien. Wie wogte das Leben an jenem Tage in den Straßen Berlins! Nicht der Regen, nicht der Herbststurm war im Stande die Arbeitermaffen zu verjagen, die dicht gedrängt, zu Tausenden vereint vor den Lokalen standen, wo ihnen das Ergebniß des Tages verkündet werden sollte. Und als das Resultat bekannt wurde, wer wollte es ihnen verdenken, daß vieltausendfacher Jubel losbrach, daß nicht enden wollende Hurrahs ertönten? Liegt das nicht tief im menschlichen Herzen begründet? Das war eine Woge der Be geisterung, und daß sie echt und edel war, das bewies die tabeliose, musterhafte Haltung der Arbeiter. Die edlen Deutsch- Freifinnigen befinden sich jetzt allerdings Wie wird es werden in einer wenig beneidenswerthen Lage. mit den Stichwahlen, wie wird sich die Arbeiterpartei verhalten, wird sie zu Gnnften der Fortschrittler, zu Gunsten der Konser vativen stimmen, wird sie sich überhaupt der Wahl enthalten? Derjenige, der diese brennenden Fragen zu beantworten im Stande wäre, würde heute als rettender Engel betrachtet werben, man würde ihm zujauchzen, ihn als Retter der leidenden Menschheit preisen! Wie fich die deutsch- freifinnigen Organe jegt mit einem Male auf das Prophezeien verstehen, sie wissen schon Alles genau, fie scheinen immer noch nicht flug geworden zu sein, aber auf das Geschreibsel fallen die Arbeiter nicht mehr herein, fie werden unbedingt thun, was ihnen beliebt, und es wird den Herren Freifinnigen nichts anderes übrig bleiben, als rubig abzuwarten, was passiren wird. Die Berliner Arbeiter haben doch das erste Mal mit nicht mißzuverstehender Deutlichkeit gezeigt, was fie von dem Fortschritt halten, ein rechter, echter Fortschrittsmann läßt sich aber so leicht nicht ab. weisen, er ,, drängelt sich immer wieder ran" nun, heute hat die Arbeiterpartei wenigstens die Genugthuung, die Herren etwas zappeln" laffen zu können. Besonders schmeichelhaft mag dem Freifinn das ja auch nicht sein ihm heilsam. vielleicht ist es Wäre es denn nicht möglich, daß man den englischen Gedankenleser für fortschrittliche Zwecke engagiren fönnte? Der Herr ist ja der reine King- Fu, er kennt Alles, er weiß Alles, er erräth Alles. Kann er nicht die Gedanken der Arbeiterpartei errathen? Möglich wäre es ja, und der Stein, welcher hierdurch der Fortschrittspartei vom Herzen fiele, würde ben Montblanc als einen Maulwurföhügel erscheinen lassen. Sie waren so schlecht organisirt, die armen Leute, die Be theiligung an der Wahl war eine so lässige, Niemand hat in ben verloren gegangenen Wahlkreisen ein freifinniges Flug Man hielt es nicht für nöthig, Lieder anzustimmen, sich in Settionen in formiren, in Schritt und Tritt durch die Straßen blatt zu sehen bekommen, und so mußte es so tommen, wie es zu ziehen und Dvationen darzubringen und doch war ein gekommen ist. Noch heute will man nicht einsehen, daß der unzweifelhafter, ein unbestreitbarer Erfolg errungen, ein Erfolg, von dem heute die ganze zivilifirte Welt spricht. fich nach ihrem Siege übermüthig oder herausfordernd be Konnte man von den Arbeitern etwa behaupten, daß fle nahmen? Gewiß nicht! Mit dem Ernst und der Würde, mit Fortschritt verkracht und in Mißtredit gerathen ist, daß sich die Maffe des Volles von ihm abgewendet hat. Nur immer zu, bie Arbeiterpartei verliert nichts dabei. Das ist und bleibt die Hauptsache, im Uebrigen mögen die Herren thun und lassen was ihnen gut dünkt. von Die Untersuchung gegen die beiden Mörder Maschunat und Benne, welche bisher bei dem Amtsgericht in Dranien burg geführt worden, ist in den nächsten Tagen, da beide ein mit den ermittelten Umständen übereinstimmendes Geständniß abgelegt haben, geschloffen. Beide Mörder werden demnächst nach dem Untersuchungs- Gefängniß beim Landgericht II Berlin übergeführt werden. Anscheinend„ Berliner Diebe von Profession", die fich auf Reisen befinden, haben, wie hier mitgetheist worden, in Lübben bei dem Maurermeister Schmidt eine Gastrolle gegeben, die von großer Fachkenntniß und ebenso großer Frech heit zeugt. Das in dem Wohnzimmer stehende Geldspinde ist nach allen Regeln der Kunst angebohrt und dann geöffnet, nachdem die Diebe eine Fensterscheibe eingedrückt hatten und durch das Fenster eingestiegen waren. Aus dem Spinde haben fte sodann etwa 1000 M. in Gold und Silber, 3 Banknoten à 100 M., 4 à 50 M., 3 Kaffenscheine à 20 M., zwei goldene Damenuhren, von denen die eine auf der Rückseite mit Rosen garnirt ist, ein Armband, mehrere Broches, Medaillons und ein Paar Dhrringe in einem rothen Lederetui gestohlen. Von den Dieben fehlt bis jest jede Spur. Eine Diebesbande, deren Mitglieder sich sämmtlich in einem Alter von 10 bis 12 Jahren befinden, ist am Mittwoch Abend dem in Schöneberg stationirten Gendarm Goldmann in die Hände gefallen und vorläufig von demselben unschädlich gemacht worden. Auf seinem Patrouillengange traf der Gendarm Abends mehrere Burschen in dem angegebenen Alter lärmend und Zigaretten im Munde an der Ecke des Botanischen Gartens beim Wilmersdorfer Weg. Er sah fich die Bengel näher an und es fiel ihm auf, daß mehrere ganz gleiche und neue Hüte trugen, auch sonst neue Kleidungsstücke anhatten. Dies veranlaßte ihn, fie nach dem Erwerb dieser Sachen zu fragen. Da fie sich bei ihren Antworten in Wider sprüche verwidelten, schritt er zur Verhaftung von vier der Burschen, und bei ihrer Vernehmung im Amtsbureau zu Schöneberg gestanden einige von ihnen, daß der 10 Jahre alte Knabe Krüger, der Sohn einer Zeitungsträgerin, bei einem Kaufmann in der Göbenstraße einen Kaffendiebstahl verübt und ihnen von dem gestohlenen Gelde die neuen Kleidungsstücke angeschafft habe. Der unter den Verhafteten befindliche Krüger wurde nunmehr vifitirt und bei ihm auch eine größere Anzahl Goldftüde im Betrage von über 200 M. gefunden. Die weiteren Ermittelungen ergaben die Richtigkeit Der abgelegten Geständnisse. Der Diebstahl war mit großer Schlauheit von dem Knaben Krüger ausgedacht. Derselbe hatte bei den Einkäufen, die er öfter bei dem Bestohlenen gemacht, bemerkt, daß dieser im Geschäft vereinnahmte Goldstücke in einen besonderen Beutel gesteckt und in einen verschloffenen Alle übrigen Ereignisse, die sonst das Leben der Reichs hauptstadt bewegen, sind durch die Wahlen in den Hintergrund gedrängt worden. Der Mann der blutigen Arbeit, den sogar einzelne unserer verehrten Mitbürger in den Reichstag versetzt zu sehen wünschten, hat in der vergangenen Woche seines unheimlichen Amtes gewaltet, er hat einen mehrfachen Mörder aus den Reihen der Lebenden entfernt, und das Blut auf dem Schaffot im Bellengefängniß rauchte noch, als das Gericht sich schon wieder veranlaßt sah, einen Spruch zu fällen, durch welchen der irdischen Gerechtigkeit Genüge geleistet werden sollte. Zwei Todesurtheile in dem furzen Beitraum einer Woche, das eine vollstreckt, das andere ausgesprochen, beiden liegt dieselbe Veranlassung zu Grunde, das eine Verbrechen die barbarischste, nicht wieder gut zu machende Strafe in war gewissermaßen der Vater des anderen, und trotzdem wir unserer Gesetzgebung beibehalten haben, ließ fich der eine Mörder durchaus nicht von der schrecklichen That abhalten, besteht zwischen besonders hervorstechenden Kapitalverbrechen obwohl er wußte, welches Schicksal des anderen wartete. Gewiß bestimmter, graufiger Zusammenhang, und es ist noch niemals beobachtet worden, daß selbst die graufamften Leibes- und Lebensstrafen irgend welche Verminberung von blutigen Verbrechen hervorgerufen hätten. Was hilft also die sogenannte Abschreckungstheorie? Sie übt im Gegentheil einen ganz eigenartigen Reiz auf gewiffe Charaktere aus, man hat nur nöthig, die Verbrechen der letzten Jahre zu betrachten und man wird finden, daß trotz der häufigen Hinrichtungen eine Abnahme derselben nicht zu verzeichnen ist. ein ganz Wie ergreifend auch die lakonischen Bekanntmachungen über eine stattgehabte Hinrichtung wirken mögen, so verdrängen fie doch nicht das Gefühl des Abscheus, welches sich bei jedem Menschen erhebt, wenn man bemerkt, daß sich immer noch Leute finden, die es nicht für unter ihrer Würde halten, aus einem so schreckensvollen Hergange Geld zu machen. Die Erzeugnisse der Schundlitteratur, mit ihren rohen Holzschnitten, wo man mit widerwärtigem Behagen die Vorgänge einer Hinrichtung darstellt, fle find ganz dazu angethan, dem Scharfrichter neue Opfer zuzuführen. Es ist ein trauriges Beichen unserer Beit, daß derartige Produkte immer noch Яbnahme finden, es muß den Menschenfreund mit Bangen etfüllen, wenn er daran denkt, daß trop der Fortschritte der Rultur ein großer Theil der Menschheit immer noch Intereffe an blutigen Vorgängen hat. Ladentischkasten gelegt, den Schlüffel desselben aber stecken gelaffen hatte. Auf diesen Umstand hin hatte er nun den Plan erdacht, daß einer der anderen Jungen in dem Laden eine Kleinigkeit faufen, dann aber beim Verlassen des Ladens die Thür nicht in das Schloß legen sollte. Auf allen Vieren war er sodann in den Laden und um den Ladentisch herumgekrochen, hatte den Kasten aufgeschlossen, aus demselben den Beutel mit etwa 290 M. gestohlen und auf dieselbe Weise sodann den Laden wieder verlassen. Etwa 50 M. haben die jugendlichen Diebe gemeinschaftlich vergeudet. Der zehnjährige Knabe Krüger scheint die Seele der ganzen Bande gewesen zu sein. Kampf mit Wilddieben. Am Sonntag, den 26. Oktbr., früh gegen 6 Uhr, bemerkte der Fasanen- Jäger Scholz des Grafen Schönburg- Glauchau in der herrschaftlichen Forst nahe der Seelower Grenze einen Mann, welcher ein Gewehr im Anschlage bereit hielt, um auf ausgetretene Rehe, welche ihm von zwei anderen Männern zugetrieben wurden, zu schießen. Scholz, faum 30 Schritte von dem Wilddieb entfernt, forderte denselben auf, sofort sein Gewehr abzuseßen. Dieser legte jedoch auf Sch. an, und legterer mußte nun, sein Gewehr ebenfalls schußbereit, langsam an den Mann zu kommen suchen. Nach dem ihm dies gelungen, ergriff er das Gewehr des Wilddiebes und dieser das des Försters. Beide rangen nun mit einander, bis es dem Förster gelang, den Hirschfänger zu ziehen, worauf der Wilddieb die Flucht ergriff. Inzwischen hatte sich aber ein Forsteleve eingefunden, mit dessen Hilfe der Wilddieb verhaftet und dem hiesigen Amtsgefängniß überliefert werden konnte. Man fand bei ihm ein sehr schönes Jagdgewehr( Hinterlader), 16 Patronen und einen Sad mit Spuren von Schweiß und Wolle. Gerichts- Zeitung. Frankfurt, 30. Oktober.( Oberlandesgericht.) Bei dem Neubau des Hauses zum Schiff" in der alten Mainzergaffe fiel einem Maurerlehrling, Namens Henkel, beim Abbinden des Gerüftes ein Hammer auf den Kopf. Derselbe durchschlug die Schädeldecke und legte das Gehirn blos. Trotz der schweren Verlegung genas der junge Mensch, ohne jedoch ferner für schwere Arbeiten tüchtig zu sein. Auf Grund des Unfallgesezes wurde nun derselbe gegen seinen Arbeitgeber flagbar. Der Prozeß, in welchem eine lebenslängliche Rente in An spruch genommen wurde, nahm mehrere Jahre in Anspruch. In den verschiedenen Instanzen wurden nach allen Richtungen hin Beugen vernommen und endigte im Frühjahr dieses Jahres der Streitfall mit Abweisung des Klägers, weil der Gerichtshof nach Abhörung einer Menge von Beugen die Ueberzeugung gewann, daß man es im vorliegenden Falle mit einem außer dem Bereiche des menschlichen Willens liegenden Zufalle zu thun habe. Hiergegen legte der Kläger Berufung ein, welche heute vor dem Oberlandesgericht verhandelt wurde. Zwei Sachverständige wurden vernommen, welche übereinstimmend fich dahin aussprachen, daß hier kein Versäumniß der nöthigen Obforge vorliege. Sonach mußte der arme Kläger wieder abgewiesen werden. Aber noch vor der Feststellung des Erkennt nisses machte der Beklagte, dem die Noth des Menschen zu Herzen ging, einen Vergleichsvorschlag und erbot fich, ein für allemal 1200 Mt. zu zahlen. Nach anfänglichem Zögern ging der Kläger auf Bureden des Gerichtspräsidenten auf diesen Vergleichsvorschlag ein. Vermischtes. Gewicht eines Haares. Ein äußerst empfindliches Meßinstrument befißt das Bostamt zu Washington. Bei demselben werden, wie das Patentbureau von R. Lüders in Görlig mittheilt, auf einem großen Zifferblatte Stärkeverschiedenheiten von Sechszehntausendsteln eines Bolles durch einen Beiger angegeben. Der erklärende Beamte erbat fich ein Kopfhaar des Referenten, legte es zwischen die Meßbacken und sofort stellte fich der Beiger auf 20 Sechzehntausendstelzoll ein. Bei einer weiteren Untersuchung des Barthaares ergaben fich 50 Sechzehntausendstel eines Bolles als Stärke. Mit dieser Wage werden besonders die Kouvertlieferanten des Postamtes tontrolirt. Verbrecher auf der Eisenbahn. Die„ Capitale" berich tet über ein freches Verbrechen, welches fürzlich auf der Bahnlinie Genua Begli begangen worden. In einem Coupé erster Klaffe befand sich mit einem Billet aus Ventimiglia ein Herr ganz allein. Auf der Station Pegli stieg in dasselbe ein zweiter Herr ein. Was zwischen den beiden Reisenden vorging, ist Der entscheidende Kuß. Eine wahre Geschichte von Wilhelm Revel. ( Nachdruck verboten.) In der großen Handelsstadt Leipzig war die Firma Dehlenschläger eine hochberühmte; ste bestand schon seit einem Jahrhundert und der Reichthum hatte sich bei dem jeßigen Inhaber der Firma, Herrn Emil Dehlenschläger, hoch aufgehäuft. Herr Dehlenschläger war ein stolzer Mann, dem die Ehre feines Namens über Alles ging. Strenge gegen fich, strenge gegen die Mitglieder seiner Familie, die übrigens nur aus feiner gutmüthigen Frau und seinem liebenswürdigen Töchterchen, Else mit Namen, bestand, noch strenger_gegen sein Bersonal und am strengsten gegen die zahlreiche Diener schaft so sehen wir in dem Kaufherrn die personifizirte Strenge, die fich aber auch mit strengster Rechtlichkeit paarte. Nur in Geschäftssachen war Herr Dehlenschläger zu sprechen; Freunde besaß er nicht. Doch machte er ein großes Haus, gab viele große Gesellschaften, die immer gern frequentirt wurden, da fie fich durch großen Lurus, gute Speisen und die feinsten Weine auszeichneten. Bei diesen Gesellschaften überließ der Kaufherr die Einladungen und Honneurs seiner Frau; er selbst zog sich mit einigen Herren zu einer Partie Whist in ein Nebenzimmer zurück und spielte. Das war feine liebste Erholung. Die Einfäße aber waren bei dem Whist, an welchem fich betheiltigte, daß fich immer sehr schwer Partner fanden. Meist waren er nur gering, fo es Kaufleute, die mit der Firma in Geschäftsverbindung stan den und dem Herrn Dehlenschläger durch ihre Betheiligung eine Freude bereiten wollten. Buweilen besonders wenn Opern gegeben wurden besuchte er auch das Theater, in welchem er eine der bestgelegenen Logen besaß. Nunmehr tennen wir den Kaufherrn Emil Dehlenschläger genau und können uns mit minder gewichtigen, aber für unfere Erzählung viel wichtigeren Personen beschäftigen. * ,, Aber, mein Herr, was rempeln Sie mich so an," rief an einem falten Winterabend ein forpulenter, in seinen Pelz ge hüllter Spaziergänger einem Studenten auf der Promenade zu, der unvorsichtiger Weise, da er in Gedanken vertieft war, an den Diden anprallte. Seinen Hut ziehend, sprach der Student eine höfliche Entschuldigung aus und wollte vorüber. Der Dice aber vertrat ihm den Weg; in dem schönen, energischen Angesicht des Studenten zuckte es auf; doch beruhigte er fich, als die fette Stimme des Bepelzten höflich erklang: „ Nein, so etwas! Ein Student bittet um Entschuldigung, da muß ich mich aber erst recht scheene bei Sie bedanken, das ist mit ja in meinem Leben noch nicht vorgekommen. Ei Herr Jeses!" Nun, das wird sich doch wohl so gehören, wenn Jemand noch ein Geheimniß, festgestellt ist jedoch, daß der zuletzt Eingestiegene den ersten aus Ventimiglia Gelommenen auf der Station Bia zum Fenster hinauswarf. Einige Reisenden der anderen Koupees, welche die Unthat gesehen hatten, allarmirten das Dienstpersonal, welches sofort das betreffende Koupee besezte, den Thäter verhaftete und in Sampiesdacura an die Karabinieri auslieferte. Der andere Reisende wurde sterbend an der Bahn aufgefunden. Rettung aus Seenoth. Gestern Vormittag erhielt die Rettungsstation Bremerhaven die nachfolgende Depesche: Telegramm vom Leuchtthurm vom 29. Oktober, 9 Uhr 35 Min. Vormittags: Nordost vom Leuchtthurm auf der Tegeler Plate fist ein einmastiges Fahrzeug auf Strand, daffelbe hat Nothflagge auf." Um 9 Uhr 55 Min. bereits verließ dann das Rettungsboot unter Führung des Vormanns D. Bruns im Schlepptau des von der Gesellschaft Union" umgehend zu Diensten gestellten Schleppdampfers Reform" die Mündung der Geeste und lief bei frischem WSW- Winde, der in der Stärke von 6 bis 7 blies, mit voller Fahrt die Weser abwärts nach der Unglücksstelle. Um 12 Uhr tam die Nachricht vom Thurme, daß das Rettungsboot mit Schwierigkeiten zu kämpfen habe, und daß auf dem in Noth befindlichen Fahrzeuge die Nothflagge anhaltend auf und niedergezogen werde.( Das Beichen äußerster Noth.) Um 2 Uhr Nachmittags kam dann die Nachricht vom Tburme, daß die Mannschaft gerettet sei, und das Rettungsboot in der Nähe des gestrandeten Schiffes noch ankere. Ein schreckliches Verbrechen wurde am 21. Oktober in Schneeberg( Böhmen) verübt. Der 30jährige Maurer Joseph Focke hat an diesem Tage seine zwei Kinder faltblütig ermordet. Wir entnehmen der Teschen- Bodenbacher Zeitung" über diesen Fall folgendes: Am 21. v. M. wurde der Gendarmerieposten in Eulau benachrichtigt, daß im Hause des Joseph Focke in Schneeberg ein mehrfacher Mord verübt worden. In der Stube wurden die Leichen der beiden Kinder des Joseph Focke, die fünf Jahre alte Marie und die drei Jahre alte Bertha, neben einander auf dem Fußboden, in einer Blutlache liegend, aufgefunden. Ein kleines Beil, mit welchem die That verübt wurde, lag unmittelbar daneben. Die Schädeldecke der kleinen Bertha war durch fünf mit der Schneide des Beiles geführte Hiebe zertrümmert; an der Leiche des älteren Mädchens fonnte ein Schlag mit dem flachen Rücken des Beiles konstatirt werden, welcher die Schädeldecke vollständig zertrümmerte, am Rinn ein Sieb mit der Scheide des Beiles und an der Brust eine Kontufion. Das arme Kind scheint sich gewehrt zu haben, obgleich seine Verlegungen nicht so furchtbar find wie die seines jüngeren Schwesterchens, gegen welches der Vater eine Abneigung besessen haben soll. Beide Kinder find auffallend kräftig entwickelt und tragen hübsche, noch im Tode freundliche Gesichtszüge. Man fand ihre Leichen mit den Köpfen nebeneinander liegend; auf dem Tische lag ihr Spielzeug, die Aermsten schienen vom kindlichen Spiele zum Tode geschleppt worden zu sein. Auf dem Dachboden wurde die 59 Jahre alte Agnes, die Mutter des Joseph Fode, in knieender Stellung erhängt aufgefunden. Ob dieselbe durch Mord oder Selbstmord geendet, fonnte noch nicht konstatirt werden. Der Vater des Joseph Focke war abwesend; man vermuthet, daß derselbe seinem Leben durch Selbstwelche auf seinen Bestsstand Bezug haben, sauber in Bündel mord ein Ende gemacht habe. Er hinterließ seine Papiere, gebunden und mit diesbezüglichen Aufschriften versehen. Eine Spur von ihm fonnte nicht aufgefunden werden. Der des Doppelmordes verdächtige Joseph Foce jun. wurde stark be trunten angetroffen. Er trug ein gleichgiltiges Benehmen zur Schau und gab auf die an ihn gerichteten Fragen mit höhnischem Lächeln unzusammenhängende Antworten. Bei der Leibesvifitation wurden an dem Stiefel des rechten Fußes Blutspuren vorgefunden. Eine Schürze von roher Leinwand, welche er trug, war theilweise naß und schien vom Blute gereinigt zu jede Theilnahme an der blutigen That und scheint sich in der Gefängnißhaft nicht übel zu befinden, da er mit größtem Appe tit seine Mahlzeiten verzehrt. Das Gift der Klapperschlange. Bisher wurde allge mein angenommen, der von gewissen Schlangen und sonstigen Reptilien ausgesonderte Giftstoff bestehe nur in einem giftigen Speichel, welcher nach Art der Gährungsstoffe wirke. Nun hat neuerdings Dr. Lacerdo in Rio de Janeiro einige Versuche über die Wirkung des Gifts der Klapperschlange angestellt, welche ein ganz neues Licht auf diesen Gegenstand werfen. Seine Forschungen haben nämlich dargethan, daß der Inhalt der Gift oder Speicheldrüse der Klapperschlange sogenannte gemodelte Fermente, nämlich winzig fleine Körperchen enthält, welche eine ganz merkwürdige Aehnlichkeit oder Analogie mit den sogenannten Bacterien" haben. Er erhielt von einer jungen und kräftigen Klapperschlange, welche er mit Chloroform betäubt hatte, einen Tropfen des Gifts auf einem chemisch reinen Glasstückchen, welches er sogleich unter ein Mikroskop brachte, und bemerkte nun beinahe unmittelbar die Bildung eines fadenreichen Breies in baumförmiger Anordnung. Der verdickte Faden trieb Sporen, löste fich dann allmählich auf und verschwand, und die befreiten Sporen quollen zusehends auf und vergrößerten sich und jeder derselben sandte ein winziges Röhrchen aus, welches sich rasch verlängerte. Nach einer sehr furzen Periode trennte sich das Röhrchen von der ersten Spore und bildete einen neuen Kern für die Erzeugung der tödtlichen Befleckung. Bei der genauen mikroskopischen Untersuchung des Blutes von Thieren, welche durch den Biß von Klappers schlangen getödtet worden waren, hat Dr. Lacerdo ferner wahrs genommen, daß mit den rothen Blutkügelchen eine Veränderung vorzugehen begonnen hatte, indem sich auf ihrer Oberfläche einige fleine glänzende Bünktchen zeigten, welche sich mit großer Geschwindigkeit ausbreiteten, worauf die Kügelchen zulegt in einander verschmolzen und eine Art amorphen Teiges bilbeten, welcher nicht mehr in den Venen zirkuliren fonnte. Andere Thiere, in welche jenes Blut unmittelbar nach dem Tode der ersten eingesprigt worden war, verendeten binnen wenigen Stunden und zeigten ganz die gleichen Symptome, wie wenn fte selber von Klapperschlangen gebissen worden wären, und an ihrem Blute war ganz dieselbe Bersetzung und Umbildung wahr zunehmen. Dr. Lacerdo schließt seine Abhandlung mit der Thatsache, daß nach zahlreichen angestellten Experimenten das richtige Gegengift gegen Schlangenbiß nur in der Einspritzung von Alkohol unter der Haut oder in der Darreichung einer bedeutenden Menge alloholischer Getränke durch den Mund der Gebiffenen bestehe. Ein Bühnen- Effett, wie er in der Geschichte der moder nen Schauspielkunst wohl einzig dasteht, wird jest allabendlich im Chinesischen Theater zu San Francisco erzielt. Das Drama behandelt den Französisch- Chinesischen Konflikt. Die Bühne ift mit friegsluftigen Chinesen, Soldadeska und Zivilisten sammen, ausgefüllt, alle brummen, fingen und schreien eine Art von Kriegsgeheul, das dem der Modoc- Indianer ähneln muß, und von einer Mufit begleitet wird. Plöglich, inmitten des allgemeinen Chaos, wird ein französischer Buave von zwei baumlangen Chinesen auf die Bühne geschleppt. Man legt ihn auf den Boden. Alles greift nach langen Bambusstöcken und der chinesisch französische Buave, der übrigens ein famoser Voltigeur ist, wird inmitten eines gezogenen Kreises so gestellt, daß er auf den Händen, das Geficht dem Publikum zugewendet, plazirt ist. Die beiden Schergen, die den armen Teufel ge bracht haben, entledigen ihn jeßt auf einen gegebenen Wint eines Theiles seiner Garderobe und a tempo sausen auch die Bambusstöde durch die Luft und verseßen dem jest ebenfalls schreienden und heulenden Künstler Schriftzeichen und hiero glyphen, wie fie die werthvollsten Ausgaben des chinesischen Kiumtetschu nicht bunter und mannigfaltiger hervorzubringen vermögen. Ab- How- Long, so ist der Name des Künstlers, der, den Beitereignissen Rechnung tragend, verdonnert ist, dreimal " sein. Er wurde in haft genommen und Mittwoch Morgen wöchentlich diese Leidensrolle im Chinesischen Theater zu spielen, dem Bezirksgerichte Leschen eingeliefert. Joseph Focke ist 30 Jahre alt und diente früher beim Militär. Man vermuthet, daß Focke gegen 1 Uhr die beiden Kinder mit dem Beile tödtete, daß seine Mutter die That zu verhindern suchte und dabei die Blufflecken an den Kleidern erhielt, und daß sie hierauf ihr Leben freiwillig endete. Fock fuhr, um den Verdacht der Thäterschaft von fich abzuwenden, nachdem er das Haus abgean jedem, der eben erzählten Katastrophe folgenden Abend Zeit, gage ein ,, Spielhonorar" von zwei Dollars pro Abend und hat auf seinen Lorbeeren auszuruhen. fich als Trägerin eines alten ungarischen Namens vorstellte Zur Milderung des Pauperismus. Eine Dame, die meldete fich dieser Tage beim Bürgermeister von Wien mit fort vorgelaffen und bat nach einigen einleitenden Worten um Pauperismus" zu unterbreiten wünsche. Die Dame wurde fo schloffen, in den Wald, um bei seiner Rückkehr den Augenschein der Erklärung, daß fie ihm Vorschläge zur Milderung bes durch Zeugen feststellen zu lassen. Er trug fich, nachdem er im Mai Wittwer geworden war,( seine Frau hatte durch Erhängen ihrem elenden Dasein ein Ende gemacht), mit Heirathsplänen und dürfte deshalb die Kinder aus dem Wege geräumt haben. Er leugnet in der Untersuchungshaft bisher hartnäckig eine Unvorsichtigkeit begeht, so hat er einfach um Entschuldigung zu bitten," erwiderte der Student. Das ist wohl war, aber Ihre Herren Kollegen find nicht so, die rempeln einen an und verlangen dann noch, daß der - eine kleine Unterstügung. das Innere deffelben und fand, was er fuchte, ein zartes Briefchen, dessen Adresse die noch zartere Frauenhand verrieth. Haftig öffnete er daffelbe und drückte einen Ruß auf die biedere Berger um Entschuldigung bittet. Ei Herr Jeses! lieben, ihm bekannten Schriftzüge. Eifrig stand er in Lesen Scheenen Dant, Herr Studiosus." Mit diesen Worten entfernte fich der Bepelzte. Otto Rahmer, so hieß unser junger Bekannter, segte ruhig seinen Weg fort. Eine fräftige, frische Männergestalt, trop der herrschenden Kälte mit einem leichten Gehrock befleidet und in einen schon sehr abgetragenen Plaid gehüllt, machte er den Eindruck eines Menschen, der sich wenig um Mode und Witterungsverhältnisse fümmert oder vielleicht auch nicht fümmern fann. Vor einem großen Hause in der menschenleeren E- ftraße stand er plößlich ſtill. Die Glode an der Thomaskirche schlug gerade acht Uhr; ein Fenster wurde in der ersten Etage leise geöffnet und ein dunkler Gegenstand fiel dicht vor dem Jüngling in den Schnee. Schnell bückte sich der Student, warf einen flüchtigen Blick nach oben, wo sich eben so leise das Fenster wieder schloß und eilte weiter, schnurstracks seiner Wohnung versunken da. Ein Seufzer man wußte nicht recht, ob es Also morgen schon!" ein schmerzlicher oder freudiger war- entrang sich seiner Bruft: Und als Harlequin will fie mich sehen, nun da muß ich allerdings eine pußige Figur machen und damit ich mich auch in der Maske leidlich ausnehme, muß ich heute, anstatt die Bandekten zu studieren, allerlei Bodssprünge zur Uebung machen" so philosophirte unser Freund weiter. Er legte das Briefchen auf den Tisch und strich fich die hübschen braunen Locken von der Stirne, als wenn er scharf über etwas nachsinne. Wenn ich nur wüßte, wo ich den An zug hernehmen sollte ich habe keinen Groschen in der Tasche und nur Kredit bei meiner Wirthin, die aber ebenso arm ift wie ich selber. Außerdem haben wir den 25. Februar und Ende des Monats find meine Kameraden auch sämmtlich ab gebrannt. Aber hin muß ich; wie reizend wird meine Else als Tirolerin aussehen! Das arme Mädchen schreibt ja auch, hin, in ihrem Hause zu erscheinen; aber Else ladet mid ja im Namen ihrer Mutter ein. Ich muß also hin; der Alte hat mit seinem Whist genug zu thun, als daß er neben zu, die in einem alten verfallenen Häuschen auf dem Ranstädter daß sie so große Sehnsucht habe. Ein Wagniß ist es immer Steinwege lag. Mit großer Haft sprang Rahmer die Inarrenden Stiegen des morschen Hinterhauses hinauf, wo sein Stübchen im dritten Stocke war. Auf sein Klingeln öffnete eine alte Frau, die ihn mit freundlichem Gruße und der Frage empfing, wo er denn so spät herkomme. Es war erst ein viertel acht Uhr und bei das Herz seines lieben Töchterchens hüten könnte. I an die Thüre und klingelte. Die Wirthin erschien eiligt. Der Student unterbrach sich im Selbstgespräch, ging bi so deutete die Frage schon an, daß unser junger Student ſehr Liebe Frau Allmers, können sie mir bis zum ersten Märs fleißig und ordentlich war. Er antwortete der alten Frau freundlich und trat in ſein fleines Kämmerlein, welches trop seiner Dürftigkeit den Besuchenden anheimelte, da daffelbe äußerst sauber gehalten war. Eine für einen Studiosus bedeutende Bibliothek und ein hübscher Schreibtisch hoben sich besonders hervor, während man vergeblich ein Sopha oder einen Bolsterstuhl suchte. Ein sehr primitives, aber reinliches Bett, eine fleine alte, wurmftichige Kommode, eine Waschtoilette aus Tannenholz und einige alte zehn Thaler borgen?" Frau Allmers schlug erschroden die Hände über dem Kopfe zusammen und blickte ihren Studen ten" mit unverhohlenem Erstaunen an. Behn Groschen hatte fie ihm hin und wieder' mal geliehen, aber zehn Thaler? Shr Erstaunen war um so größer, als Rahmer die Bitte wieder I holte und fie bei ihrem Seelenheile beschwor, dieselbe zu er ,, Aber um des Himmels Willen, Herr Rahmer, brauchen Sie denn das viele Geld, Sie, das Urbild der füllen. woju Soli Kohrstühle machten das ganze Mobiliar aus. Die wenigen dität und des Fleißes und übermorgen, den 27. Februar Kleider, die Nahmer noch außer denen, die er gerade trug, sein wollen Sie ja Jhren Doctor juris machen ba gilt's noch eigen nannte, hingen an der Wand, neben einigen Pfeifen recht fleißig sein und nicht an allerlei Bocksprünge denken, und Schlägern. Ein flottes Feuer brannte im Ramin und die Wirthin trat soeben mit einer fleinen Studierlampe und einem Theegeschirr in die Stube und feste es schweigend auf den Tisch, da ste sab, daß ihr Student" schon einen größeren Herr Rahmer!" Die gute Frau hatte dem Seibstgespräch ihres Studenten gelauscht, aber nur das eine Wort verstanden, welches fie jest triumphirend anbrachte. Folianten in der Finsterniß aufgeschlagen hatte, um mit seinem Arbeiten zu ordnen und dann fann's losgehen- ich bin ge Abendstudieren zu beginnen. Ach was Examen, ich habe nur noch ein Stündchen meine wappnet vom Scheitel bis zur Sohle doch, liebe Frau Rahmer den Folianten auf das Bett warf und aus seiner mir alle Doctores juris der ganzen Welt zusammengenommen mers, der Maskenball, auf den ich morgen gehen muß, wiegt Kaum aber hatte die Wirthin fich wieder entfernt, als Brieftasche das Paquetchen herausholte, welches ihm aus dem Fenster in der E- straße zugeworfen war. Er enthüllte auf!" ( Schluß folgt.) Verantwortlicher Redakteur N. Gronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in BerlinSW. Beuthstraße 2. geb Ri nu fäg get che un gef ſch ge me We ba mi ber bei un gel fell Fr Ab D nif frü fin Er De De Ro Ne hi DO Ni na Fr far 30 Da thr ba bi mi mi ge mo to mi A A mi ECOCERATARSANATEESSAGES OF MERESTSSHINOZE SOGEST RENZESSQURBAN SEASESES SHOQR FR2977 ha ert fta ge he bo De to DE DE DAI D al DaIO