T 甘 牌 76 Beld 39 725 705 98 4705 644 7 503 16 509 935 [ 120] 6 20( 19 50] 184 39 512 73 806 136 481 68 73 7 78 6225 79 400 54 458 87 91 4 91[ 18 33 45 78( 19 2094 10 6 2964 5[ 120] 552 75 41 605 65 221 05 34( 19 709 1 601 27 1 6448 201 738 19 97 B 3614 42 553 47 646 2 33 7 91 1 [ 150] 35 790 01 5 16 526 41 51 114 50] 24 120 73 16 90 82 90 6 72 79 19 94 3040 3 684 52 983 59 85 201 61 6 401 [ 120 201 75 53 739 Fifenba 14, . Sta Ben- G T e Reg att erfu inde) nupfta mport s bem NI Au bab chhei nerfir Nr. 184. Donnerstag, 6. November 1884. I. Jahrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das, Berliner Selfsblatt heint täglig Morgens außer nach Sonn- und Fefttages. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Mart, wöchentlich 25 f. Einzelne Rummers 5 f. Bostabonnement pro Duartal 3 Mart.( Eingetragen im VIII. Nach trage der Bofzeitungspreisliste unter Rr. 719a.) Sufertiousgebühr beträgt für die 3 gespaltene Betitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmart! 10 f. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inferate werben bis 4 thr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Bimmerftraße 44, sowie von allen Annonces Bureaug, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berlin SW., Bimmerftraße 44. Eugenius, der große Staatsmann. Daß die Deutsch- Freifinnigen auf der ganzen Linie im Wahlkampfe geschlagen und zurückgedrängt worden sind, kann uns feinen Kummer machen. Wir sehen darin nur die ge= rechte Strafe für die groben Fehler und die Inkonsequenzen, die sich diese Partei hat zu Schulden kommen lassen. Wir halten die Opposition dieser Partei für keine ehrliche, d. h. für teine prinzipielle, und deßhalb kann es für uns nicht schmerzhaft sein, daß sie einen Schlag erhalten hat. Die Haltung dieser Partei gegenüber dem Sozialistengesetz hat ihr so ziemlich den Nest thres Einflusses bei den Arbeitern genommen und sie muß sich auf das liberale" Spießbürgerthum verlassen, auf welches für die Dauer sicherlich kein Berlaß ist. Der Hauptführer dieser Partei, Herr Eugen Richter, wurde von seinen Parteigenossen stets als„ ein bedeutender Staatsmann" gepriesen; man konnte seinen politischen Scharfblick, sein tiefes Verständniß für alle Zeufragen gar nicht genug rühmen. Die Verherrlichung wurde so stark betrie ben, daß Richter selbst an dieselbe glaubte, denn einst wurde er in einer Rorrespondenz, die aus seiner eigenen journalistischen Werkstatt hervorgegangen war, als einer der größten Parlamentarier des Jahrhunderts" bezeichnet. Allein gerade bas jetzige Wahlresultat beweist nicht nur die innere Schwäche der deutsch- freisinnigen Bartei, sondern es beweist auch, daß die Fusion( die Vereinigung der Fortschrittler und Seſſioniſten zu einer einzigen Partei) kein Zeichen von besonderem politischen Scharfsinn war. Und diese Fusion war in der Hauptsache gerade das Werk von dem großen Staatsmann" Eugen Richter. Man darf nicht vergessen, daß die deutsch- freisinnige Bartei als solche nicht aus Wahlen hervorgegangen, sondern durch Verschmelzung zweier parlamentarischen Fratfionen gebildet worden ist. Die Wähler wurden nicht befragt, ob sie mit dieser Verschmelzung auch zufrieden waren; bie parlamentarischen„ Größen" machten die Sache unter fich ab. Die jüngsten Wahlen sollten die Probe auf das Exempel sein und siehe da, es stimmte nicht. Die neue " Hochburgen des Fortschritts" verlor, sondern selbst Leute wie Fordenbed wurden aus ihren alten Wahlkreisen, die sie feit langen Jahren inne gehabt, hinausgedrängt. Ganz Dit preußen fiel in die Hände der Konservativen. Diese Erscheinung ist ganz natürlich. Als die Sessioniften, lauter ehemalige Nationalliberale, deren früherer Servilismus einen so übeln Klang hatte, sich mit der Fortvon Opposition nicht für ernsthaft genommen. Man hatte noch Radbrud verboten.] 4 tehen. Feuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dur. ( Forsetzung.) Ich hätte es in der That nicht gewagt," sagte der Pastor immer noch mit demselben charakteristischen Bug um den Mund, allein ich tonnte dem Drängen der Meinigen nicht wider Unaufhörlich erkundigten sie sich, was der liebe Dntel auf Felbau mache, und bange Sweifel quälten fie, wie es Shnen wohl gehen möchte; und ich ich mußte zu meinem tiefen Schmerze immer dieselbe Antwort geben: Ich weiß es nicht!" Meine liebe Emmy! Tritt näher, mein Fordkenbeck und Genossen sich benommen hatten, als der Nationalliberalismus noch im Zenith feines Einflusses stand. Nun sah man sie an der Seite von Eugen Richter und das fam Vielen tomisch vor. Ein großer Theil des liberalen Bürgerthums", das von der Rückkehr einer nationalliberalen Aera mit Kulturkampf und anderen Zuthaten immer noch träumt, wandte sich von den Sezessionisten ab, sobald diese sich mit der Fortschrittspartei verschmolzen. Die Regierungspresse wußte dies geschickt zu benugen, indem sie die neuen Freunde des Herrn Richter als verkappte Republikaner" u. dgl. schilderte, so daß der liberale Spießbürger mit seiner Gänsehaut sich gerne auf die eine kräftige Polizeihilfe versprechenden Konservativen zurückzog. Andererseits wurden auch die alten Anhänger der Fortschrittspartei durch die Fusion stugig gemacht. Sie träumten immer noch von den Kämpfen der Konfliktszeit und ihre parlamentarischen Ideale waren und blieben die und ihre parlamentarischen Jdeale waren und blieben die Waldeck und Kirchmann, die Ziegler und Hoverbeck. Nun wurden sie stußig, denn sie sahen ihre Führer im Bunde mit Jenen, die sie einstens unter den zahmsten Nationalliberalen gesehen hatten, mit den Häuptern der Fraktion Drehscheibe", von denen ihnen jahraus, jahrein vorgepauft worden war, daß es die unzuverlässigsten Politiker von der Welt seien. Nun sollten sie mit einem Male wieder diese Männer als Vertrauenspersonen, als Autoritäten begrüßen. Da wandten fich Viele unmuthig ab und man weiß ja, daß aus der parlamentarischen Fraktion selbst vier Mitglieder austraten, als das Mißtrauen gegen die Sezefsionisten dadurch gerechtfertigt wurde, daß 28 derselben, Fordkenbeck an der Spize, für das Sozialistengeset stimmten. Diese vier waren überzeugungstreue Männer, die mit Anhängern des Sozialistengefeßes nicht in derselben Fraktion sigen wollten. Allerdings hat nur Einer von ihnen Aussicht, wieder gewählt zu werden. Sie werden nun wissen, was von dem entschieben liberalen Bürgerthum" zu halten ist. Man sieht aus alledem, daß die Fusion ein entschiedener und grober politischer Fehler war. Wenn Herr Richter feiner Partei widersetzt haben. Allein er bewies, daß er den politischen Scharfblick, den man ihm angedichtet hat, wirklich befäße, so würde er sich dieser Fusion im Intereſſe feinen politischen Scharfblick hat; er bewirkte gerade, daß diefe Fusion zu Stande tam, daß seine Parteigenossen entfremdet oder lässig gemacht und der Muth des Feindes ge= stärkt wurde. Wir wiederholen, daß wir keine Ursache haben, den Niedergang des Richter'schen Einflusses so sehr zu bedauern; wir wollten nur beweisen, daß er nicht der große Staatsmann mit dem politischen Scharfblick ist, als der er von Dieser Moment war für Amberg günstig. Meine Theuren," wandte er fich an seine Familie ,,, nun laßt uns dem Onkel beweisen, daß wir ihn lieben, wie seine theuersten Freunde, wie seine nächsten Verwandten, wie einen dann laßt uns heimkehren Vater und Bruder; und dann und froh sein, denn wir haben ihn gesehen, den zu sehen wir uns so heiß sehnten." Und nun begann eine Szene von Seiten seiner Familie. Da war zuerst Frau Amberg, welche immer noch nicht ihre Thränen bemeistern fonnte und welche nichts sehnlicher wünschte, als daß der alte Herr wieder wie früher fie als seine Verwandte betrachten möchte. D, möchten Sie begreifen, Herr Rodenburg," sagte fie schluchzend, daß mein Herz Sie wie einen Bruder liebt, daß ich Sie wie meinen nächsten Verwandten betrachte, und daß es mich unendlich schmerzt, wenn ich denken muß, daß Sie Rind, und ſage dem lieben Onkel, wie oft Du Dich nach ihm diese innige, verwandtschaftliche Liebe nicht erwidern fönnen erfundigt, und wie sehr Du Dich gesehnt hast, diesen Sommer in seinem Hause zu verleben. Hast Du es nicht, Emmy?" thres Ontels hatte ihre Toilette nach den Vorschriften eingerichtet und der That in Emmy so anmuthig aus, wie es einem hübschen Mädchen von ftebenzehn Jahren, das noch obendrein nicht ohne allerliebste Stofetterie ist, nur möglich sein kann. die hand des Onkels ja, daß fie das, was wir in Ihrem Interesse und aus Freundschaft für Sie thaten, verkennen und uns übel deuten." Und nun tam Helene mit den hochpoetischen Versen thres Vaters: brach fle: Indem wir heute vor Dich treten, Laß Alle uns inbrünstig " Weiter kam fie indessen nicht; der alte Rodenburg unterLaß es gut sein, mein Kind; es ist genug." Das schien Herrn Amberg weder sehr religiös noch für seine Boefte sehr schmeichelhaft; indeſſen ließ er seinen unmuth nicht merken, sondern behielt immer das gutmüthige Lächeln bei. Noch weniger Glüd als die fleine Helene hatte Eduard, ein Knabe von etwa fünfzehn Jahren, mit den lateinischen und führte sie an ihre Lippen. Es ist so, wie Ontel Amberg sagt; ich habe mich so länger hätte ertragen fönnen." gefehnt, so unendlich, das ich's wahrlich nicht nicht, wodurch ich diese große Bärtlichkeit verdient hätte." Unbegreiflich!" verfekte Rodenburg befremdet; ich wüßte " Sie find der beste, der gütigste Mann von der Welt," wodurch Sie unsere Liebe verdient haben. Waren Sie nicht Rodenburg erklärte, daß er von seiner Gelehrsamkeit hinlängwahm Frau Amberg das Wort will's 3hnen erflären, das Jdeal meiner theuren, unvergeßlichen Cousine?- Waren Sie nicht der edelmüthige Mann, der fte an sein Herz schloß und fie auch zur Besizerin dieses Gutes gemacht haben würde, wenn nicht das Schidial unerbittlich und erbarmungslos das Glud ihres Lebens vernichtet hätte? Berfen, denn er fam nur bis zum dritten Worte, als ihm Herr lich überzeugt sei und für fernere Beweise danke. Erst jest schien man Lucie zu bemerken. ,, Ah, da ist ja Lucie, das theure Kind!" rief Frau Amberg, auf das junge Mädchen zueilend und fie umarmend. Wie gut, daß Sie eine pflegende Hand zur Seite haben, Herr Rodenburg; Threm Aussehen nach hätte ich freilich nicht geUm diese Erinnerung an die dem alten Rodenburg undertuch hervor und hielt es vor die Augen, eine Gefte, welche auf pflegt." geßliche Braut recht auffallend zu machen, zog fie ihr Taschen glaubt, daß eine so sorgsame Hand, wie die unserer Lucie, Sie Mugen hervor. mintel zudte es, und eine Thräne drängte sich aus seinen so wohl aus, wie ich erwartet hätte; desto schöner blüht aber unsere Lucie." furzfichtigen Spießbürgern und beschränkten Fortschrittsphilistern gerühmt wird, nur weil er lange, an Schimpfereien reiche Reden halten kann. Politische Uebersicht. Die deutsche Kriegsmarine ist in neuerer Zeit mehr fach von bedauerlichen Unglücksfällen betroffen worden. Nach dem schweren Unfall der Panzerforvette ,, Sophie" bei dem Manöver in der Wesermündung, lam zunächst die Beschädigung der, Gneisen au", welche in den dänischen Gewässern auf eine Untiefe gerieth. Die anfänglich für gering erachteten Be schädigungen haben sich als ziemlich erheblich herausgestellt, so daß dieselben eine gründliche Reparatur erforderten, die noch nicht beendet ist und wodurch sich die Abfahrt des Geschwaders nach Afrika bedeutend verzögert. In den legten Tagen ist ein Fahrzeug der deutschen Marine abermals in den dänischen Gewässern verunglückt, dies Mal ist der Unfall anscheinend aber sehr ernster Natur. Die Kriegsbrigg ,, Undine", Kapitän 3. S. Cochius, welche bereits am 19. v. M. auf der Reise von Riel nach England bei Seicrö im Rattegatt Anter und Kette verlor und in Folge dessen den Nothhafen von Frederikshavn anlaufen mußte, bis Kanonenboot Bliz" von Kiel dem Schiffe einen neuen Anfer mit Kette brachte, ist, nachdem„ Undine" am 24. v. M. wieder in See gehen konnte, am 30. v. M. in der Nordsee von einem Drtan aus Nordwest ereilt worden, welcher das Schiff am andern Tag, Nachmittags 5 Uhr, bei Agger an der jütischen Weſtlüfte sum Stranden brachte. Das Bergen war hier mit großen Schwierig keiten verbunden. Es gelang indeffen mit Hülfe von Raketenapparaten Verbindung mit dem Schiffe zu erlangen. Von der 130 Mann starken Besazung glückte es einem Mann, der über Bord fiel, an Land zu schwimmen. Ein anderer ertrant. Später gelang es, die übrige Mannschaft zu retten; das Schiff selbst aber ist vollständig Wrack. Auf Grund des Sozialistengesetes ist das Wahlflugblatt: Wähler des I. pfälz. Wahlkreises Speyer- Frankenthal! Arbeiter! Kleinhandwerker! Kleinbauern!" beginnend mit hen Worten! Noch einmal seid Thr berufen" und schließend der wahre Boltsfreund Herr August Dreesbach, Kaufmann in Mannheim" verboten worden. In Kratau find Unruhen ausgebrochen, deren Charakter fich noch nicht erkennen läßt. Es wird nur gemeldet: Am Sonntag Abends durchzogen daselbst zahlreiche Haufen von Handwerks Auf ein gegebenes Signal der Anführer schlugen fie die Schaufenster, darunter viele theure Spiegelscheiben zahlreicher Handlungen, ein, deren Befiger Juden find. In einer Wechſelſtube am Hauptring flog ein durch das Fenster geschleuderter großer Stein hart am Haupte eines dort anwesenden Kunden vorbei, der so durch Zufall einem großen Unglüd entging. Der Charakter dieser Unruhen geht hieraus deutlich genug hervor; nur Strolche können es gewesen sein, die sich mit Fenstereinwerfen befaßten. Frankreich. Der Beginn der rauheren Jahreszeit macht auch den unter den Pariser Arbeitern herrschenden Nothstand Indeffen hatte Emmy die zahlreich auf den Tisch gestellten Sträuße betrachtet und bewunderte namentlich einen darunter, den größten und schönsten. " Et," rief fte, wie geschmackvoll! Welch' schöne Blumen! Diese fostbaren Rosen, diese Kamelien und diese Lilien! Vermuthe ich nicht recht, wenn ich annehme, daß Fräulein Lucien's Tunstgeübte Hand diesen Strauß wand?" ,, Du vermutheft recht! Lucie überbrachte ihn mir diesen Morgen," sagte Rodenburg gleichgültig. 11 Was? Lilien sagtest Du?" nahm Amberg das Wort. Wie unvorsichtig meine schöne Lucie! Es ist ja gerade, als wollten Sie den Onkel vergiften!" Obgleich diese Aeußerung scherzhaft flingen sollte, so machte fie doch einen peinlichen Eindruck auf Lucie und auch auf Nodenburg. Beider Augen richteten sich fragend auf den Sprecher. Run, nun, mein Kind," sagte Amberg begütigend ,,, Sie brauchen darüber nicht so betroffen auszusehen. Es war eine große, große Unvorsichtigkeit, Lilien in ein Zimmer zu stellen! Der Dunst der Lilien ist giftig! Ich nehme an, Sie haben in dem Moment, da sie diese Blumen in das Bouquet wanden, nicht daran gedacht. Ich habe es nicht gewußt," sagte Lucie fast ängstlich. „ Ei, ei! da sieht man, lieber Freund Rodenburg, wie gefährlich es ist, sich von unerfahrener Hand pflegen und be schenken zu lassen. Meine Emmy würde ein solches Versehen faum gemacht haben. Sage, Emmy hättest Du nicht gewußt, daß Lilien giftig find?" D gewiß, lieber Dnfel, Du hast mich ja in allen Dingen, welche für das Leben und für das Haus nothwendig sind, so vortrefflich unterrichtet." worden?" Ein prächtiges Mädchen! Ein ausgezeichnetes Mädchen!" flüsterte Amberg mit einem vielſagenden Blick Rodenbun!" Wie finden Sie meine Nichte? Ist Sie nicht sehr hübsch ge= Rodenburg warf einen fühlen Blick auf sie und niďte. Dia, fie ist sehr hübsch, und es ist gut, daß Sie Ihre Nichte in Dingen unterrichtet haben, welche ein junges Mädchen wissen muß, wenn fte einmal eine tüchtige Hausfrau werden foll.... Lucie, trage die Lilen hinaus; Herr Amberg hat Recht, der Duft der Lilien ist schädlich." Lucie gehorchte: aber es schmerzte ste, daß gerade ihr Bouquet vom Geburtstagstisch verschwinden sollte. Amberg's Blide folgten ihr, während sie das Zimmer wieder fühlbarer. Der Abg. des Bezirks Belleville, Tony R e v i l I o n, hat sich an den Premier-Minister gewandt und eine Reihe von Maßregeln zur Steuerung der Roth verlangt. Verweigert die Regierung die Abhilfe, so will Herr Reoillon die Angelegenheit in der Kammer zur Svrache dringen. Die bezügliche Interpellation dürfte mit der der HH- Lanessan und Floquet über die Anträge des Untcrsuchungs-Ausschuffes be> züglich der Rothlage von Saint-Etienne und Lyon gemeinsam m einer großen Debatte über die Wirthschastspolitik des Kabinets zur Verhandlung kommen. Auch der Pariser Gemeinderath hat sich mit dem Nothstand beschäftigt, und einen Ausschuß für die Arbeiterfrage niedergesetzt. Derselbe trat heute früh im Stadthause zusainmen, um Mittheilungen von den Vertretern der Fachvereine der Arbeiter entgegenzunehmen; es fanden stch jedoch nur sehr wenige derselben ein. Ganz auffallend ist das plötzliche Auftreten der Cholera in Rantes. Am Sonntag kamen daselbst 10 Choleracrkrankungen und 5 Choleratodesfälle vor. Aus Oran werden 3 Todesfälle gemeldet. Seit Sonntag Mitternacht find in Nantes 10 Choleratodesfälle vorgekommen. Der Präfekt und der Maire be- suchten Montag die Hospitäler. In Saint Nazaire ist eine 24stündige Quarantäne für die zu Schiff von Nantes Ankam- menden angeordnet worden. Auch aus Paimboeuf wird ein Cholerafall gemeldet. Rußland. Die im letzten Nihilistenprozeß Verurtheilten find meistcntheils durch Degajew, den Mörder Sudeikin's, in die Hand der Behörden geliefert. Es wird darüber berichtet: Als Quelle für ihre Informationen über die Verschwörer giebt in der Anklageakte die Polizei die Frau Degajew an. Das ist eine sehr durchfichtige Verhüllung für den wirklichen Ver- räther Degajew. Dieser stand mit der Figner und Aschen- brenner in Verbindung, er kannte alle Umtriebe jener und wußte, daß Aschenbrenner aus Offizieren des Praga'schen In- fantcrie-Regiments eine revolutionäre Vereinigung organifirt hatte, daß nach derm Muster Juwatscheff einen Kreis von Marineoffizieren um fich sammelte, die Geldbeiträge für Par- teizwecke entrichteten, die ihnen übergebenen revolutionären Schriften verbreiteten und unter den Soldaten Propaganda machten. Als nun 1882 Degajew ergriffen wurde, da gelang es dem Polizdhauptmann Sudeikin ihn zum Polizeiorgan zu machen. Seinen Enthüllungen verdankten Aschenbrenner, die Figner, die Wolkenstein und andere ihre Verhaftungen. Die Offiziere wurden im Mai 1883 festgenommen, bald darauf er- folgte die Verhaftung der Figner in Charkoff. Schon die Gleichzeitigkeit der Entdeckungen ließ auf Verrath denken. Eines Tages aber— war es aus Furcht, war es aus Reue, war es, weil er nicht geschwind genug Carriere machte— kehrte Degajew zum nihilistischen Exekutivkomitee zurück und wurde unter der Bedingung begnadigt, daß er zur Ermordung des gefürchteten Polizeihauptmann Sudeikin mithelfe. Als die That geschehen war, da wandelte das Exekutivkomitee— so sagt die Proklamation in der„Norodnaja Wolja"— das Todes- urtheil gegen Degajew in ewige Verbannung aus den Reihen der Revolutionäre um. Nie dürfe er wieder auf dem Aktions- gebiete erscheinen, bei Todesstrafe. Die Entsittlichung macht in Rußland fichtlich Fortschritte, die Gesellschaft gleitet rapide auf der schiefen Ebene, die un- rettbar zu einer Katastrophe, zum wirtschaftlichen Ruin führt, welche vielleicht allein entnüchternd wirken können. Aus Tausenden und Abertausenden von Fällen, die so alltäglich ge- worden find, daß fich kaum mehr Jemand dabei aufhält, sei hier nur einer herausgegriffen. Der Oderförster in Kursk, welchem, wie üblich, drei Gouvernements unterstellt find, hatte dem Wunsche eines Großindustriellen, des Herrn Malzew, welchen ein an sein Grundstück grenzender, im Gouvernement Orel belegener fiskalischer Wald reizte, geneigtes Ohr geliehen, da dieses gegenüber dem harmonischen Rauschen von 50000 Rubeln, welche ihm entgegentöntcn, nickt unempfindlich war. Der Schlachtplan zum Angriff deS Waldes wurde nun rasch entworfen. Der Oberförster erstattete der vorgesetzten Behörde einen Bericht, aus welchem deutlich hervorging, daß der fis- kalische Wald seinen Werth vollkommen verloren habe, indem Mäuse die Rinde sämmtlichec Bäume benagt haben, weshalb es für den Fiskus von großem Vortheil wäre, auf ein Aner- bieten des Herrn Malzew einzugehen, der nämlich gern bereit ist, den Wald zu übernehmen und dafür dem Fiskus ein schönes Ackerland abzutreten. Von der Nützlichkeit eines solchen Tausches durchdrungen, willigte die besagte vorgesetzte Behörde nun auch in den Vorschlag ein. Daß der Fiskus an Stelle des schönen Waldes nun in den Besitz eines vollkommen un- tauglichen Landes gelangte— bedarf wohl kaum noch aus- drücklich hervorgehoben zu werden. Der Oberförster wurde in Folge dieser vorthcilhaften Operation allerdings seines Amtes enthoben, allein darauf, daß die Frage der Wahl zwischen seiner Stellung und den 50000 Rubeln an ihn herantreten würde, hatte er stck im Voraus gefaßt gemacht und ist ihm daher die Entscheidung gewiß nicht schwer geworden, um so weniger, als er fich vor dem Gerichte nickt zu verantworten hatte. Was aber die Interessen der Staatskasse betrifft, so ist dies ein ab- straktcr Begriff, mit dem man fich nicht viel Kopfzertoechen macht. Und die Moral von der Geschichte?— Sie lautet in verließ, und es schien, als ob er über den herrlichen Wuchs des Mädchens Betrachtungen anstellte. Auch Frau Amberg blickte ihr nach und sagte dann zu Rodenburg: „Das Mädchen sieht in der That hübsch auS; fie weiß mit viel Eleganz aufzutreten." „Sie ist ein gutes, ein herrliches Mädchen!" sagte Roden- bürg.„Ich will nicht gerade sagen, daß fie mit Eleganz auf- zutreten oermag, das ist mir gteichgiltrg; aber fie hat eine kindliche Zuneigung zu mir, und das ist mir die Haupt- *„Und Sie erkennen dies, wie es scheint, sehr freigebig an," fuhr Frau Amberg fort,„denn ich sehe, die Toilette des Fräuleins ist eine so kostbare, wie man fie auf Feldau, wo von jeher die Einfachheit zu Hause war, nicht zu sehen ge- �".Finden Sie ihre Kleidung nicht einfach genug?" fragte �Jch�muß bekennen, für ein Mädchen, das von der Gnade ihres Onkels auf dem Lande lebt, ist die Toilette zu prunkend," antwortete die Frau Pastorin... „Wie kannst Du fie nur tadeln, Frau," sagte»mberg mrt mildem Vorwurf.„Für die Erbin des Gutes Rodenburg rst die Toilette nickt zu elegant. Den Maßstab unserer Verhalt- niffe darfst Du hier nicht anlegen." Der Ausoruck„Erdin von Rodenburg" befremdete den alten Herrn ein wenig. Er kniff die Lippen zusammen und schien darüber nachzuvenken, od Lucie fich wohl wullrch bereits für die„Herrin von Rodenburg" hielt, und die Bewerfe ihrer Liebe und Zuneigung nichts Anderes seien, als Spekulatwn auf ein Testament zu ihren Gunsten., „Nun, Kinder," nahm Amderg von Neuem das Wort, „laßt uns nickt die Geduld unseres lieben Freundes zu sehr in Anspruck nehmen. Wir find nicht mehr willkommene Gaste in Feldau wie ehemals; wir haben dem Drängen unseres Herzens genügt und kehren in Frieden heim." „So ist's gerade nickt gemeint," sagte Rodenburg ernst. aber ohne Härte;„Sie wissen, daß ich Ursache habe, Ihnen zu zürnen, denn Ihnen habe ich den Stachel der nagenden Reue zu verdanken, welcher mir die letzten Tage meines Lebens ver- bittern wird." „Nein, mein alter Freund, da tbun Sie mir Unrecht," erwiderte Amberg schmerzvoll daS Haupt schüttelnd;„haben meine liebe Frau und ich Ihnen gera.hen, etwas zu thun, was Sie nachher bereuten, so haben wir's allein aus Freund- Rußland klar und deutlich:„Gehe hin und thue das Gleiche!" Die dänischen Sozialdemokraten fordern— wie der „H. C." belichtet— in ihrem Organe die Gefinnungsgenoffen auf, fich in die vom 1. bis 3. November ausliegenden Wähler- listen einzuschreiben. Dem Anscheine nach vermuthet die Partei, daß eine baldige Auflösung des Reichstags in Ausficht steht, waS allerdings bei der obstmltiven Haltung des FolkethingS keineswegs zu den Unmöglichkeiten gehören dürfte. Egypten. Während eine Depesche der ,,Ag. Havas" aus Kairo meldet, daß General G o r d o n mit 2000 ihm treu gebliebenen Soldaten Anfang September Khartum verlaffen habe, daß aber seine Flotille in der Nähe von Berber ver- nichtet worden und Gordon seit 25 Tagen Gefangener des Mahdi sei, berichten andere Telegramme, daß der General die Angreifer in Khartum selbst zurückgetrieben habe. Da alle Zeit- angaben fehlen, ist es nicht möglich, fich ein Urthell über den Werth jener Äitthellungen zu bilden.— Nach der„Daily News" soll Obeid von vem mächtigen Stamme der Takala, welche Todtfeinde der BagaraS und des Mahdi find, genommen worden sein. lieber Lord Nortkbrook's Vorschläge zur Regeneration Aegyptens wird der„Pol Corr." gemeldet: Der Lord-Ober- kommiffär soll ein militärisches Protektorat Englands für 10 Jahre nach eingeholter Zustimmung der Pforte, für die gleiche Zeit die Einstellung der Amortifatton, im Zivil- und Militär- budget große Ersparungen und eine internationale Kontrole unter den von Lord Granville auf der Londoner Konferenz for- mulirten Bedingungen in Vorschlag bringen. Nach seiner Anschauung würden diese Maßregeln die nöthige Sicherheit schaffen, um ein Anlehen von 8 Millionen Pfund zur Zahlung der Indemnitäten und zur Deckung des Defizits mit 5prozen- tigern Zinsfuß aufnehmen zu können.— Der gute Gladstone und seine Freunde haben also die besten Abfichten in Bezug auf Egypten! Zunächst wollen fie Egypten nur auf 10 Jahre „protekliren"— dann soll auch den Egyptern im Punkte der Moneten geholfen werden. Natürlich alles aus Liebe, alles nur um daS arme egyptische Volk endlich auf die Beine zu helfen. Es ist wirklich rührend! Ob es wohl noch Dumme giebt, welche an derartigen Schwindel glauben?— Nord-Amerika. Gestern hatten die Wähler der Ver- einigten Staaten von Amerika darüber zu entscheiden, ob die Exekuttv-Gewalt auch noch ferner in den Händen der repu- blikanischen Partei bleiben, oder ob dieselbe den Demokraten, welche gegen 24 Jahre von der Leitung der Unionsregierung ausgeschlossen gewesen find, wieder anvertraut werden soll. Die Wahl eines Präsidenten und Vizepräsidentender Ver. Staaten erfolgt bekanntlich nicht direkt durch das Voll, sondern letzteres— man nimmt an, daß diesmal gegen 10 Mill. Wähler abstimmen werden— wählt 401 Elektoren(Wahlmänner), welche staatenweise den Piäfidenten ernennen. Da die Elektoren, wenn auch nicht verfassungsmäßig, so doch altem Brauche entsprechend, verpflichtet find, fich für denjenigen Kandidaten auszusprechen, auf dessen Namen sie gewählt worden find, so dürfte man schon heute erfahren, wer der nächste Präfidcnt sein wird, obgleich die Wahl selbst erst zu Anfang des nächsten Monats stattfindet. Da die Elektoren eines jeden Staates zu- sammen auf einer Liste gewählt werden, also alle Elektoren eines Staates nur einer Partei zufallen können, so dürfte es von Interesse sein zu erfahren, wie viele Elektoralstimmen einem jeden der 33 Staaten der Union auf Grund seiner Be- völkerungsziffer zukommen. Darnach haben zu wählen: Alabama 10, Arkansas 7, Californien 8, Colorado 3, Connecticut 6, Delawara 3, Florida 4, Georgia 12, Illinois 22 Indiana 15, Iowa 13, Kansas 9, Kentucky 13, Louiflana 8, Maine 6, Maryland 8, Massachusetts 14, Michigan 13, Missouri 16, Misfisfippi 9. Minnesota 7, Nebraska 5, Nevada 3, New-Hampshire 4, New Jersey 9, New-Uork 36, Nord- Carolina 11, Obio 23, Oregon 3. Pcnnsylvanien 30, Rhode Island 4, Süv-Carolina 9, Tennessee 12, T-xas 13, Vermont 4, Virginicn 12, West-Virginien 6, Wisconfin 11, zusammen 401. Die absolute Mehrheit bilden 201 Stimmen. Ter ganze Südm mit 153 Elektoralstimmen gilt für den demokratischen Kandidaten Cleveland sicher, währenv Blaine nur auf 116 Stimmen mit Sicherheit rechnen kann. Von den zweifelhaften Staaten find die wichtigsten New-Dork, Ohio und Indiana, weshalb beide Parteien die größten Anstrengungen machen, diese Staaten für fich zu gewinnen. Noch am Sonnabend haben in New Bork großartige Demonstrationen stattgefunden und namentlich in der demokratischen Prozetfion, an welcher 40000 Personen Theil nahmen, fah man Tausende von Männern, welche noch nie an solchen Demonstrationen Theil genommen haben. Ob diese Ansttendungen Erfolg haben werden, darüber wird— während wir dieses schreiben— bereits entschieden sein.(Ver- gleiche nachstehende Depeschen.) New-Bork, Mittwoch, 5. November, Nachts 2 Uhr. Nach den aus dem Staate New-Bork bisher eingelaufenen Wahlberichtcn ist das Resultat noch immer zweifelhaft; beide Parteien schreiben fich den Sieg zu. Die Berichte aus den anderen Staaten gehen sehr langsam ein. Ne w- B o rk, Mtttwoch, 5. November, Morgens 6 Uhr. Die schaft für Sie gethan; und irrten wir, so ist dieser Jrrthum allein zu beklagen, aber nicht zu verdammen. Ich wollte, ich könnte Sie von meiner wahren Freundschaft überzeugen, von meiner uneigennützigen Liebe.— Es hat mich geschmerzt, auf meinen letzten Brief nickt einmal eine Antwort zu erhalten.— In diesem Briefe hatte ich Ihnen mein ganzes Herz dargelegt und durfte erwarten, daß der Jirlhum, der zwischen Ihnen und mir obwaltete, ausgeglichen sein würde." „Einen Brief soll ich von Jhr.en erhalten Habens" fragte Rodenburg verwundert.„Wann?" „Vor etwa einem Monat!" Der Alte schüttelte den Kopf. „Ich erkielt leinen Brief." „Das ist wunderbar," versetzte Amberg lächelnd.„Mir unbegreiflich!" „Der Brief wird auf der Post verloren gegangen sein," bemerkte Fräulein Emmy. „Möglich, aber nickt wahrscheinlich!" entgegnete Amberg. „Ich habe wohl eine andere Erklärung, doch werde ich mich hüten, fie auszusprechen." „Nun gleichviel, ob ich den Brief erhalten habe oder nicht, ich will Ihnen die Antwort auf das, was Sie mir hätten sagen können, unumwunden geben, damit es uns klar sei." „So ist's recht." antworte Amberg,„sprechen wir offen als Männer und als Christen." „Ja wohl, sprechen wir offen!" erklärte auch Frau Amberg, während Emmy ihren Stuhl nahe an den des alten Harn rückte, und ihr hübsches Köpfchen schwärmerisch an seine Schul- ter legte, eine Vertraulichkeit, die hier wahrscheinlich durch nichts gerechtfertigt schien, die der alle Herr aber nicht ungern auf- nahm; jeder Beweis von Liebe und Zuneigung mußte ja dem vereinfamten Herzen wohlthun. „Ich will nicht untersuchen," sagte er, aus welchen Grün- den Sie mir damals den verderblichen Rath ert heilten, meinem Bruder nicht zu Hilfe zu kommen.— Ich will Sie nickt wie- der von mir weisen, wie damals; aber ich kann Sie nicht wie- der als Freund an. meine Brust schließen, bevor ich Beweise der Aufrichtigkeit Ihrer Gesinnungen habe." „Amen!" setzte der Pfarrer feierlich hinzu,„möge mir Gelegenhett werden, meinen alten Freund wieder zu gewinnen!" „O, ich habe Lucie fast deneidet um den Vorzug, stets bei Ihnen fein zu dürfen. Doch ich dachte mir. daß cS Ihnen eine Beruhigung sei, eine Verwandte zur Seite zu haben," de- mertte Emmy. Majorität der in der Stadt New-Bork zu Gunsten deS demokratischen Piästdentschafts-Kandidalen Cleveland bei den Wahl- männerwahlen abgegebenen Stimmen beträgt ca. 43 000; hierzu die Stimmen aus Kings County und den benachbatten Distrikten gerechnet, dürfte die demokratische Majorität hier etwa 63 090 Stimmen betragen. Von demokratischer Seite wird hervorgehoben, daß dieses Resultat die Majoritäten aus- wiegen dürfte, welche zu Gunsten des republikanischen Kan- didaten Blaine in den inneren Staaten abgegeben worden seien.— Allem Anscheine nach hat somit der demokratische Kandidat C l e v e l a n d seinen republikanischen Gegner Blaine besiegt. Zu deu Wahlen. Aus Darmstadt wird der„Frankfurter Zeitung" ge- schrieben: Hier ist gestern Abend behufs der bevorstehenden Stichwahl zwischen dem natianalliberalen Bierbrauer Ulrich und dem sozialvemokratischen Bildhauer Müller unter dein Titel„Die Maske herunter" als Extra-Beilage zum„Darin- städter Täglichen Anzeiger" ein Flugblatt verbreitet worden in welchem der natwnalliberale Fanatismus wahre Orgien feiert. Aus dem Zusamenhang gerissene Sätze, aus de« „Züricher Sozialdemokrat' sowie aus der Most'fchen„Freiheit" sollen beweisen, daß die Sozialdemokratie aus einer Bande von Verbrechern und Mordgcsellen bestehe, welche auf nichts Geringeres ausgehe, als Staat, Gesellschaft, Thron, Altar u. s. w. gewaltsam umstürzen und Alle, außer ihren eigenen Angehörigen, umzubringen. Sie wird als ein„reißender Wolf" geschilvcrt,„der tückisch lauert, bis es Zeit ist zum Mordsprung gegen den Staat, gegen die bürgerliche Gesellschaft, gegen Kirche und Gottesglauben," und gegen welchen die einzige Rettung darin bestehe, daß man den Bierbrauer Ulrich wählet Daß solche an Wahnsinn streifende Expektorationen das gerade Gegenthcil von dem bewirken müssen, was fie bewirken sollen, und in einem Wahlkreis, welcher bereits 4600 folch« „Wüthriche und Mordgesellen" beherbergt, das Feuer der Zwietracht auf die höchste Höhe steigern müssen, das haben die geistvollen Verfasser dieses Machwerks wohl nicht hedacht.—■ lieber die Haltung der Deutsch-Freifinnigen bei dem bevor- stehenden Wablkampfe ist bis jetzt nichts Bestimmtes bekannt geworden. Wahrscheinlich wird man es jedem einzelnen Wähler überlassen, nach seiner persönlichen Ueberzeugung Z" stimmen over stch der Wahl zu enthalten. Wahlskandalosa. Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht die in Nürnberg in Bayern erscheinende„Fränkische Tages- post" Folgendes: In Ziegelstein hat der Bürgermeister seine eigenen Arbeiter sammt und sonders nicht in die Wählerliste» eingetragen. In Leinburg arbeiten zur Zeit 135 Mann a» der Wasserleitung. Denselben war vcrfichert worden, daß fit in die Listen eingetragen seien. Als fie zur Urne kamen, wurden fie sammt und sonders zurückgewiesen! Die Aufregung der Leute war eine ungeheuere. Solange den nachlässtge» Gemeindebehörden nicht für jeden in der Liste fehlenden Wähler eine gehörige Geldsttafe auferlegt wird, so lange wird au» dieser Zustand kein Ende nehmen. Eine zahlreich besuchte Versammlung von Ber- trauenSmännern der Arbeiterpartei fand vorgestern unter dem Vorfitze des Stadtverordneten Ewald, Ado!- dertsttaße Nr. 21 im Otto'schen Lokal statt, um Über die Frage:„Welche Stellung die Arbeiter bei den bevorstehenden Stichwahlen in Berlin einzunehmen haben", zu berathen- Nach einem sehr eingehenden Referat des Reichstagsabgeord- neten Singer, welcher diese Frage von den verschiedensten Gefichtspunkten aus beleuchtete, wurde einstimmig beschlossen im 2.. 3. und 5. Berl. Wahlkreise strengste Wahlenthaltung den Parteigenossen zur Pflicht zu machen, weil, wie sowohl der Referent, als auch alle bei der Diskussion detheiligten Redner ausführten, die Interessen der Arbeiter hei keiner den» Frage kommenden Parteien gewahrt find. Wie wir hören, werden in den nächsten Tagen große Wählervcrsammlungen in den betr. Wahlkreisen einberufen werden, um auch dort Wahlen� Haltung der Arbeiterpartei zu beschließen. Zum Schluß wurde folgende Resolutlon gefaßt:„Die heute in Otto's S�lon, Adaldertstr. 21, tagenden Vertrauensmänner der Ardeiteipar>e> sämmtlicher Wahlkreise Berlins verpflichten stch, fich bei V<» bevorstehenden Stichwahlen auf ganz neutralen Standpunu zu stellen und für keine, weder für die fortschrittliche noch kon- servative Partei einzutreten. D o K s 1 e s. b. Der Entwurf zu einer Neuordnung deS öffestt' lichen EubmisstonswesenS, welcher am 13. Nov-mber? einer großen Konferenz mit Vertretern der interesfiiten Krw im Ministerium der öffentlichen Arbeiten birathen werden w' ist ein umfangreiches Aktenstück Er enthält folgende» schnitte: 1. Art der Vergehung. 2. Verfahren HA Au schrcibungen: a. Gegenstand der Ausseyreibung. b. Bekanv machung der Ausschreibung, c Bemessung des Bictunga mins. d. Zuschlagsfrist. Bedingungen für die Erwerbs _______________________________________ „Das ist es in der That," bemerkte Rodenburg. meine einzige Freude; zugleich aber sühne ich damu- Schuld gegen meinen armen Bruder. Ich wünschte" daß ich auch für die beiden anderen Kinder etwas w könnte.".„„„ „Weiß man denn, wo Lucie's Brüder fich aufhalten � „Der Eine ist zur See gegangen; seinen Aufenthalt man nicht.— Der andere ist Arzt in einem Städtchen vw � lands, und dieser"— fügte Rodenburg schmerzvoll hlnzu, � „weigert fich, eine Wohlthat von Demjenigen anzunev welcher seinen Vater verderben ließ!.... Ich habe viele Weisung verdient!" „Seien Sie deswegen nicht unruhig," versetzte Amberg. bat Ihre helfende Hand zmückgestoßen— damit find Sie X Pflicht ledig. Und nun öffnen Sie wieder Ihr Herz und Jbl,.� den allen Freunden!.... O, wie mich alle diese � anheimeln!— Jedes Winkelchen in diesem Zimmer er„ mich an eine Stunde trauten, freundschaftlichen Verkevro- � „Ack ja, es ist so schön hier," stimmte Emmy bei. möckte nie wieder von hier fort und immer um den � Onkel sein- und dann die Wirthschafl!... Wie in kücke, Keller und Haus schalten und walten! �%»ild mir eine reckte Freude fein. Und endlich.... wie w � den lieben Onkel pflegen! Ich würde ihn wahrlick gen Blumendüften ausfctzen, würde ihm die Zeit jeti � durch mein Geplauder und meinen Gesang, oder wc vierspiel!" „Still, Mädchen!" mahnte Amberg, den Fintiere es würde fich wohl nicht schicken, daß Du hier dliedkli- j)ti Freund Rodenburg ist ein Junggeselle, und bedenke■'' bist ein junges Mädchen." �e% „Ick hoffe, daß das nicht ernst gemeint ist," tif' denburg verweisend.„Ihre Nichte ist, wenn auck.w � W Verwandte, so doch auch mir keine Fremde.— un auch ein Junggeselle, so bin ich doch auch ein alter Ich fordere nun gerade als ersten Beweis Ihrer Freu � ip" daß Sie dem Kinde gestatten, hier zu bleiben, so lang gefällt"„ in� „Aber wird nicht Fräulein Lucie es übel nehmen- ner Nichte gewissermaßen eine Rivalin zu erkalten? KilN „Lucie ist ein sanftes, gutes Kind, das fick weinen schen stets gern gefügt.", „Nun. wenn es so ist, dann willige ich gern m Wunjch, hier zu bleiben." (Fortsetzung folgt.) " Demos Babl = 000; Sarten bier Seite auf Kans orden atische egner ge enden Ulrich = dem Darm orden, Orgien Dem eiheit" De von nichts Altar genen Bolf prung gegen einzige vable! gerade follen, folcher er der Den die 5t. bevors ekannt zelnen ng zu entlicht Tages = feine erliften in an aß fte tamen, regung äfftgen Wähler auch Vergeftern Adal Der die henden rathen. bgeord Denften chloffen Saltung fowohl eiligten r ber in werden in den Bablent wurde Salon erpartei bei ben dpunkt och lon Offent amber in on Areife Den foll de Ab ei Aus Bekannts ungster Derbung. Sie ift mit eine te nut as thun en?" alt fennt Schott ingu, nehmen Diefe Ab man Sie Ihrer Shr Haus erinnert hrs." Räume ei; th n lieben vollte ich Es würde vollte ic Echt gifti erftreuen ein Ala erhebend; t. Unfer Du Tette Ro icht eine O bin i Mann undschaft, ge es ihm 7, in mei en Wün Emmy's 33jährigen, sehr stattlichen Mann so voll in Anspruch, daß er nicht nur seine Familie, sondern auch seine geschäftlichen Obliegenheiten dermaßen vernachlässigte, daß er vor Kurzem aus feiner Stellung entlassen werden mußte. Seine Ehefrau gab sich alle mögliche Mühe, um ihn von dem unseligen Verhältniß abzuwenden, und zu dem Zwecke hatte fte fich geftern auch in die Wohnung des Frl. Sch. begeben und derselben ernstliche und ener gische Vorhaltungen über die sündhaften Beziehungen zu ihrem Ehemann gemacht. Als B. heute Vormittag Fräulein Sch. wieder besuchte, sandte diese ihre anwesende Schwester mit einem Auftrage in das Geschäft, für welches sie arbeitete. Ahnungslos entfernte sich die Schwester, richtete ihren Auftrag aus und kehrte wieder zurück. Beim Betreten der Wohnung bot sich ihr nun ein entseglicher Anblick; der Geliebie ihrer Schwester sag hinten übergelehnt als Leiche auf dem Sopha, während die Schwester selbst zu seinen Füßen ebenfalls todt am Boden lag. Auf dem Tisch vor dem Sopha stand eine Taffe, welche den Ileinen Rest einer Flüssigkeit enthielt. Entsept rief das Mädchen um Hilfe, und von den in Folge dessen hinzugeeilten Hausbewohnern wurde alsbald ein Arzt gerufen, der auch in Begleitung eines Speilgehilfen erschien, aber nichts weiter thun Bietungstermin. g. Zuschlagsertheilung. 3. Buständigkeit ber Behörde. 4. Form der Verträge. 5. Aufstellung und haffung der Vertragsbedingungen. 6. Inhalt und Ausführung des Vertrages: a. Bahlung. b. Sicherstellung. c. Mehr oder Minder Aufträge. d. Konventionalstrafen. e. Kontrole der Ausführung. f. Veränderungen in den Transportpreisen. g. Meinungsverschiedenheiten. Durch den ganzen Entwurf geht der Zug, dem Handwerker eine Betheiligung an öffentlichen Arbeiten zu ermöglichen. Wesentlich ist hierbei die vorbehaltene Prüfung der technischen Qualifikation der Bewerber. Diese Bestimmung richtet sich gegen die rein kaufmännischen Unternehmer, die gefährlichsten Ronkurrenten der Handwerker. Shre Betheiligung ermöglicht ferner die vorgesehene möglichste Berlegung der Ausschreibungen in fleinere Loose, die Vorchrift prompter Bahlung, von Abschlagszahlungen, die Beschränkung der Stautionen und Konventionalstrafen u. dgl. m. haft alle Baragraphen enthalten jedoch ein Aber", welches bie gute Absicht wieder illusorisch macht. Diese Rautelen werden erheblich reduzirt werden müssen, soll den unteren Instanzen nicht eine Machtbefugniß eingeräumt werden, schließlich Alles beim Alten zu laffen. Endlich findet sich in dem Abschnitt: Belanntmachung von Ausschreibungen" feine Andeutung über bie Wahl der Publikations- Organe noch ihrer Verbreitung ohne Ansehen der politischen Farbe. Bekanntlich erscheinen jegt viele Submissions- Anzeigen nur in sogenannten gut gefinnten" Organen unter Ausschluß der Deffentlichkeit. 8. Mit der Aufhebung des Wochenmarkles auf dem Gendarmenmarkt und Verlegung desselben nach der Martt halle in der Dorotheenstraße wird auch ein Weißstand beseitigt werden, der an den Wochenmarkttagen hier stets eine mehr oder minder große Verkehrsstörung besonders der Pferdeeisenbahnwagen im Gefolge hat. Sowohl in der CharlottenZagen längs der West- bezw. der Nordseite des Gendarmenmarktes die Fuhrwerke der Marktbeschicker derartig neben einander aufgereiht, daß die Köpfe der Pferde dieser Wagen stets die vorbeipafftrenden Pferdeeisenbahnwagen streifen. In der Mittagsftunde, wo die Abrüstung der Markistände erfolgt, warten, bis der Befißer eines jener Fuhrwerke sich bequemt, dem Pferdeeisenbahnwagen aus dem Wege zu fahren. Mit welchen Chifanen hierbei in einzelnen Fällen veifahren wird, haben namentlich die Paffagiere der betreffenden Pferdebabn wagen häufig zu beobachten Gelegenheit. Für die Pferdeeifenbahnwagen- Kutscher find diese Zustände neben dem großen Berdruß aber auch noch mit Gefahr verbunden, daß eine Deichsel, ein Rad oder ein sonstiger Theil jener Fuhrwerke die ladirten Seiten der Pferdeeisenbahnwagen ftreifen, so daß hier durch Schrammen auf der Fläche entstehen, für deren Reparatur er aufzukommen hat, sobald eine Fahrlässigkeit seiner feits vorliegt. Wie man uns mittheilt, ist auf eine durch sein Verschulden an dem Wagen entstandene Schramme eine Strafe Don 7 M. 50 Bf. gefeßt, bei dem feineswegs hohen Gehalt eines Pferdeeisenbahn Rutschers gewiß feine Kleinigkeit. Wenn eventuelle Ungehörigkeiten scharf aufzupassen haben, so fann es thnen doch nicht möglich sein, überall hin ihre Aufmerksamkeit ju richten. welche ein einigermaßen starker Wagenverkehr herrscht, abgenügt werden, beweist recht deutlich die Schleusenbrüde am Rothen Edloß. Dieselbe ist in diesem Jahre bereits mehrere Male, zum Theil gänzlich mit festen Bohlen neu belegt worden. In der legen Nacht hat man Lage nicht zu stören g. Wie sehr die mit Bohlen belegten Brüden, über um den Pferdebahnbetrieb am wiederum den mittleren Brückenübergang vollständig durch neue Bohlen ersetzt. fonnte, als den Tod des Paares zu fonstatiren. Allem Anschein nach hat daffelbe dem B. T." zufolge, mit Gyankali seinem Leben ein Ende gemacht, denn von diesem schnellwir fenden Gift wurde auf einem Spindchen in einer fleinen Flasche noch eine Quantität vorgefunden, welche, nach Angabe des Arztes, ausreichen würde, um mehreren Hundert Personen den Tod zu geben. N. Verschwunden. Die Frau eines in der Jerusalemer straße 43 wohnenden Schuhmachermeisters M. ist seit Sonnabend Mittag spurlos verschwunden. Die Frau hat fich an dem genannten Tage, nachdem sie ihre besten Sachen vorher zusammengepackt, aus der Wohnung entfernt, und ist bisher weder zurückgekehrt, noch fonnte sonst ihr Aufenthalt ermittelt werden. Es wird befürchtet, daß sie sich das Leben genommen hat. Die Verschwundene ift 33 Jahre alt, mittelgroßer Figur und mit ziemlich guten Kleidungsstüden versehen. b. Ein Offizierbursche ist, nachdem die Hubertusjagd schon beendet war, durch den Hufschlag eines Pferdes schwer verlegt worden; man behauptete sogar, er sei todt. Sein Herr und andere Jäger eilten ihm zu Hilfe, rieben ihm das Geficht mit Cognac ein, wickelten ihn in Decken und hoben ihn in eine Equipage, die mit ihm nach Berlin jagte. Gerichts- Zeitung. Ein Renkontre auf einem Pferdebahnwagen mit dem Schaffner desselben trug dem Bigarrenfabrikanten Karl Wilhelm Reilpflug eine Anklage wegen öffentlicher Beleidigung und vorfäßlicher Mißhandlung ein, welche heute vor der 89. Abtheilung des hiesigen Schöffengerichts zur Verhandlung gelangte. Der Angeklagte fuhr am Abend des 13. Auguft cr. " mit einem Wagen der Ringbahn nach dem Rosenthalerthor zu und wollte an der Haltestelle Ackerstraße" absteigen. Nach der Bekundung zahlreicher Zeugen hat der Kondukteur die Halte stelle vernehmbar abgerufen und den Wagen, da sich keiner der Fahrgäste von seinem Blaze erhob, gar nicht anhalten lassen. Darüber war der Angeklagte, der das Abrufen überhört hatte, ungehalten, verlangte, daß noch nachträglich angehalten werde und belegte, als der Schaffner fich deffen weigerte, denselben mit einem„ Lügner". Der Angeklagte behauptet, daß der Kondufteur ihm in ungebührlicher Weise geantwortet hätte. In Folge deffen fam es zu einem heftigen Bwiegespräch, und der Stone bufteur drohte, den Angeklagten, wenn er nicht ruhig sein würde, vom Wagen hinabzuwerfen. Hierauf ließ der Ange flagte den Ausdruck„ Esel" oder„ Eselei" fallen, es entstand a. Die Durchlegung der Pferde- Eisenbahn durch die zwischen Beiden ein Handgemenge," in dessen Verlauf der AnMünzstraße und in Verbindung damit die Umpflasterung geklagte den Kondukteur vom Wagen stieß. Der Lettere fuchte dieser sehr verkehrsreichen Straße im Zentrum Berlins wird demnächst den Angeklagten vom Perron herunterzuzerren und Schwierigkeiten noch im Laufe des nächsten Jahres erfolgen. Befanntlich hat das Polizeipräfidium gegen die Anlage von Bferdebahn Geleisen durch die Münzstraße Einspruch erhoben, tirte Straße für die hinzukommende Pferdebahn- Anlage nicht die genügende Breite habe, und seine Genehmigung von der Kopf. Der Angeklagte giebt an, daß er sich den Kondukteur nur abgewehrt habe. Der Staatsanwalt beantragte in Berücksichtigung des den Kondukteuren der Pferdebahn im Intereffe dieſes öffentlichen Instituts zu gewährenden besonderen Schußes eine Gesammtstrafe von drei Wochen Gefängniß. Bebingung abhängig gemacht, daß die Straße zwischen der auf eine Geldstrafe, der Gerichtshof verurtheilte aber den AnDragoner- und der Kleinen Alexanderstraße verbreitert werde. Dieser Auffassung trat auf den Rekurs der Großen Berliner zehn Tagen Gefängniß. geklagten aus den vom Staatsanwalt entwickelten Gründen zu Reichstag betreffend, und kommt hierbei auf die noch aus stehenden Stichwahlen zu sprechen. In längeren Ausführungen sucht er seine persönliche Meinung dahin zu begründen, daß es der bei den Wahlen mit so großem Erfolge aufgetretenen Arbeiterpartei am besten anstehen würde, wenn dieselbe in all' den Kreisen, wo nicht Kandidaten der Arbeiterpartei in Frage tommen, das Ringen um den Siß den anderen Barteien allein überließe. Es müsse sich jedem einzelnen Wähler diese Ueberzeugung eigentlich von selbst aufdrängen, als ja die Arbeiter aus dem bisherigen Verhalten der gegnerischen Parteien herausgefunden haben müßten, daß fie weder von den Liberalen noch von den Konservativen etwas zu erwarten haben. So selbstbewußt, als die Arbeiter bei den Hauptwahlen auftraten, müßten sie auch bei den Stichwahlen ihren Prinzipien treu bleiben und durch ihre Stimmenthaltung dokumentiren, daß bei ihnen weder die Verlockungen von links noch von rechts verfangen. t. In der Werkstätten- Delegirten- Versammlung der Tischler, welche am Dienstag Abend unter sehr zahlreicher Betheiligung im Louisenstädtischen Konzerthause, Alte Jakobstraße 37, stattfand, sprach Herr Rödel über das Thema:„ Die Submissionsofferten der Berliner Tischlermeister in lezter Beit und der Einfluß unserer Lohnbewegung auf dieselben in Zufunft." Durch die Affaire Gast u. Bruck gelegentlich der legten Backhofs- Submission seien so schreiende Mißstände verschiedener anderer Werkstätten zu Tage getreten, daß dieselben in nächster Zeit mehr als bisher unter die Lupe der Deffentlichkeit gebracht werden dürften. Es seien immer dieselben Firmen, welche auf billigere Arbeitslöhne und längere Arbeitszeit spekulirend, lächerlich niedrige Submissionsofferten stellen, und namentlich sei es der Tischlermeister Lange, welcher Ders sich in dieser Weise sehr unrühmlich hervorthue. selbe ſei auch wieder an Der Submission zum Bau des Königlichen Landgerichts II betheiligt und habe auf sein Gebot von 21 000 M. den Buschlag erhalten, während das höchste Gebot 35 600 M. betrug.( Bemerkt sei hier, daß ein noch nicht bekannter Tischlermeister Herrn Lange noch um 400 M. unterboten hat.) Die Kommiffion wird bestrebt sein, sowohl die abgegebenen Offerten dieser Submission, fowie der noch in Aussicht stehenden zum Packhofgebäude ver öffentlichen zu können. Des Weiteren wurde über eine stattgehabte Maßregelung eines Kollegen beim Tischlermeister Marschall, welcher selber erschienen war, um sich zu rechtfertigen, verhandelt ud knüpften sich hieran Besprechungen über solche Werkstätten, in denen die Sonntagsarbeit und Ueberstunden noch immer floriren. Nachdem noch Hr. Rödel mitgetheilt, daß in nächster Zeit wieder mehrere öffentliche Versammlungen stattfinden würden, speziell am Sonntag Vormittag bei Keller, Andreasstr. 21, und daß die Wahl von Vertrauensmännern vorgenommen werden möge, schloß er die Versammlung gegen 12 Uhr Nachts. Die Allgem. Deutsche Kranten- und Begräbnißkasse für Wirter, Weber, Spinner, Färber und verwandte Gewerbe, beiderlei Geschlechts", hielt am Sonnabend den 1. November bei Schröder, Koppenstr. 9, ihre erste MitgliederVersammlung ab. T.- D.: Wahl der örtlichen Verwaltung, innere Angelegenheit und Aufnahme neuer Mitglieder. Es wurden gewählt: D. Thomä, Vorsteher, Rüdersdorferstr. 41; R. Pezold, Kassirer, Holzmarktstr. 44 a,. III.; G. Geßner, Andreasstr. 21; F. Schuhmann, Pallisadenstr. 56; D. Friedrich, Friedrichsberg, Blumenthalftr. 9. Bahlstellen wurden vors läufig folgende errichtet: R. Pezold, Holzmarktstr. 44 a,. III.; R. Größler, Alte Jakobstr. 17,. II.; Bruno Scholz, Frie drichsberg, Kreuzigerstr. 1, v. III. Anmeldungen bei dem Vorsteher D. Thomä, Rüdersdorferstr. 41, S. III., sowie an den Bahlstellen. Die nächste Mitglieder- Versammlung findet Sonnabend den 15. Novbr. bei Schröder, Koppenstr. 9, statt. Der Arbeiter- Bezirks- Verein ,, Glückauf", umfassend den 13. und 16. Stommunal- Wablbezut, theilt feinen Weit gliedern mit, daß die nächste Mitglieder- Versammlung am Mittwoch, den 12. November, Abends 8 Uhr im neuen Vereinslokal, Industriehallen, Mariannenstr. 31-32 stattfindet. Neue Mitglieder werden aufgenommen, Gäfte find stets will tommen. Der Fachverein der Gürtler und Berufsgenossen hielt am Sonntag, den 2. November bei Otto in der Adalbertstr. 21 seine vierwöchentliche Versammlung ab, in der Herr Dr. Heymann über die Reform der Schule referirte. Leider löste der Polizeibeamte die Versammlung bei den Ausführungen des bie Anlage einer Bferbeban burch die Münaftraße behufs waltung werden auch seitens der Berujungvinikaner Referenten auf. direkter Verbindung der Louisenstadt und des Dstens mit dem das Strengste geahndet. Am 2. September cr. wurde beNorden dringend nothwendig erscheint, so ist vor Kurzem kanntlich der Schloffermeister Julius Martin wegen Belei endlich ein Verbreiterungsprojekt für die Münzstraße und den bei der städtischen Tiefbau- Deputation ausgearbeitet und dem Theil der Alexanderstraße, welcher an die Viünzstraße grenzt, Magistrat vorgelegt worden, welcher demnächst darüber Beflus faffen wird. Dieses Verbreiterungsprojekt bestimmt für Diejenigen Theile der Münzstraße, welche weniger als 7 Meter digung des Armen- Kommissions- Vorstehers Kaufmann Mandel, die in einer in einem öffentlichen Lofale ausgestoßenen Aeußerung gefunden ward, zu einer Woche Gefängniß verurtheilt. Der Angeklagte war beim Verein gegen Verarmung und Bettelei um Gewährung eines Darlehns eingekommen, auf die von Mandel ertheilte Auskunft aber ablehnend beschieden worden. gemeinen Kerl. In der Berufungsinstanz machte er geltend, daß er den Mandel nicht in seiner Eigenschaft als Kommunalbreit sind, neue Baufluchtlinien, in welcher sich fünftig auf- Darüber aufgebracht, bezeichnete er denselben als einen ganz zuführende Neubauten zu halten haben werden. Sobald die Städtischen Behörden das Verbreiterungsprojekt genehmigt haben, so steht der Pferdebahnanlage fein Hinderniß mehr entgegen, beamten, sondern als Mitglied des Vereins gegen Verarmung 2c. auch wenn die faltische Verbreitung der Straße erst später getroffen habe. Laut amtlicher Auskunft nehmen aber die durch die allmähliche Neubebauung der betreffenden Armen- Kommissions- Vorsteher traft ihres Amtes als solche an den Sigungen des genanten Vereins Theil. Der Berufungs Grundstücke Seitens ihrer Eigenthümer erfolgt. Denn das Bolizeipräsidium bat nicht die faftische Verbreiterung gerichtshof verwarf die eingelegte Berufung, indem er auch sondern nur die Aufstellung neuer Baufluchtlinien für die engeren Theile der Straße als Bedingung für die Genehmigung Der Pferdebahnanlage gestellt. N. Auf dem Pferdebahn- Depot in Schöneberg ist man augenblicklich stark mit den Aufiäumungsarbeiten der Brandstätte beschäftigt. Ein Theil der Pferde ist in den noch er haltenen Ställen untergebracht. Bis Anfang dieser Woche be fand fich noch zur Sicherheit ein Wasserwagen auf dem Terrain des Depots, da bis zu dieser Zeit aus dem Trümmer- und Schutthaufen, auf welchem das Steinfohlen Lager fich befand, Gasdämpfe empoistiegen. Ueber die weitere Verwendung des Depots ist noch nichts definitives bestimmt. a. 3. Die ,, wilde" der Jrrenanstalt zu Dalldorf entwichen ist, ist gestern hierselbst in einer Wohnung der Schmidstraße ermittelt und nach Dall dorf zurückgebracht worden. Ihre Flucht hatte die W. dadurch Frau Wachter, welche vorgestern aus Das erkannte Strafmaß für durchaus angemessen erachtete. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. -a. Im Bezirksverein der arbeitenden Bevölkerung des Südwesten Berlins, der am Montag, den 3. November, in Neft's Salon, Kommandantenstraße 27, seine ordentliche Sigung abhielt, sprach Herr Redakteur Jahn über das Thema: Die Voltsbildung als Grundlage der Volkswohlfahrt." Der Herr Vortragende ging nach einer näheren Definirung des Wortes Bildung zunächst auf den Werth derselben für unsere sozialen Verhältnisse ein. Das Interesse des Ar beiters beschränke fich nicht ausnahmslos auf Politit, vielmehr sucht er sich auch, namentlich in neuerer Zeit, durch die verbewerkstelligt, daß sie die eisernen Traillen in dem Fenster fchiedensten Mittel zu dem geistigen Höhepunkte emporzuDiffnung entfam. ihrer Belle ausbrach und durch die so von ihr hergestellte " arbeiten, der es ihm möglich macht, die großen Fortschritte auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens zu verstehen und zu begreifen. Aufgabe des Staates sei es, diesem so berechtigten Streben die Bahn zu eonen. Unsere heutige Bolts der Ecke der Markgrafen- und Taubenstraße stehen zwei Dienst- schule entspricht keineswegs den Anforderungen der Neuzeit. Ein fleines Straßenbild, das den Vorzug hat, buchstäblich wahr zu sein, schildert der B. B.-K." wie folgt: An männer. Der Kleinere hat die Müße abgenommen und den Ropf pornübergebeugt, der Größere hält ihm die Stirn mit der Hand. Eine Weile steht er unbeweglich, dann sagt er mit dem Tone der Ueberzeugung: Eene fleene Weiße mit ohne Weiße!"- Die Beiden hatten, dem Zuge der Beit folgend, ein wenig Cumberland gespielt und auf dem Wege des Gedankenlesens festgestellt, in welchem Gift" der gemeinschaftliche Groschen angelegt werden sollte. Strippe!"- Falsch." " Nanu was denn?"- Gene Strippe " Die Gruppe war eine Man ist gewöhnt, diese für die Kulturftellung unseres Volfes so wichtige Institution seitens der maßgebenden Kreise mög Hand in hand geht lichst stiefmütterlich behandelt zu sehen. das Streben der Kirche, durch Einimpfung eines blinden Autoritätsglaubens die aus der Volksschule geholten geringen Kenntnisse vollends zu erstiden. Mit Vorliebe sucht man den Arbeiter mit dem Hinweis auf ein Jenseits abzuspeisen, wo ihm Entschädigung für die hier erlittenen Unbilden werden soll. Daß damit seine soziale Stellung nicht gebessert ist, grotest- fomiiche. Sie bewies aber auch, in wie hohem Maße fommt nachgerade fast Allen zur Erkenntniß. Dem heranwachsenden Staatsbürger muß Gelegenheit gegeben wer= den, fich bei Seiten mit den Staatseinrichtungen befannt machen, wie auch die nothwendigsten zu bringerfir., wohnhafte Konfektions- Schneiderin Sch., ein Frau Kenntnisse in der National Dekonomie sich zu erwerben. DaSer neueste Sport das gesammte Berliner Leben beherrscht Etage des Hauses Mittenwalderstr. 13, an der Ecke der Jür Selbstmord eines Liebespaares. Die in der dritten lein in der zweiten älfte der 20er Jahre, unterhielt schon seit in einer Wagenfabrit angestellten Herrn B., obwohl dieser feit etma 10 Jahren mit einer recht hübschen Frau verheirathet und I zweier Kinder war. Das Liebesverhältniß nahm den durch nur wird er sich seiner Rechte und Pflichten als Staatslängerer Zeit ein Liebesverhältniß mit dem als Geschäftsführer bürger beffer bewußt und der Kampf ums Dasein ihm erleichtert Bater werden. Dem Vortragenden wurde reicher Beifall zu Theil. Den zweiten Punkt, Verschiedenes, eröffnet Herr Krohm mit einer furzen Uebersicht, die jest stattgehabten Wahlen zum Tagesliste der Königl. sächsischen Landeslotterie. Biehung vom Mittwoch, den 5. November. ( Ohne Gewähr!) 896( 300) 128 264 233( 300) 627( 300) 586 551( 300) 790 64 285 711 462 451 268 47. 1579 90 599 501( 3000) 850 510 406 117( 500) 691 387 43 812 772 521 639 158 533 779 413 726 898 518 712 63 198 431. 2901 489 976( 500) 921( 300) 731 142 663 521 915( 500) 101 887 498 916( 3000) 724 82 51 157 79 39 665 661 677 725( 500) 170. 3801 573 667 910 916 752 274 271 260 240 465 316 13 578 163 223 948 283 554 96 436 65 262 678( 300) 961 190 569 460 558. 4243 445 999 817 113 493 689( 1000) 67 286 142 400( 500) 538 780 552 815( 300) 619 864 410 784( 500) 774 514 323 509 320 755 823( 300). 5885 981 740 823 37( 500) 903 887( 1000) 183 242 494 284( 300) 6 839( 300) 599 288 320. 6095 413 953( 1000) 870 644 13 924 471 569( 1000) 865 218 284 980 936 90 236 760( 200) 224 815( 300) 843 673 606. 7446 737 5 619 747 68 37 795 562 750 635 860 746 695( 300) 299 131( 500) 654 568 592 316 289. 8871( 1000) 421 781 901 345 584 603( 500) 106 514 301 575 481 430 870 213 788( 3000) 204 94 883( 300) 511 97 713 96 504 272 730 443( 300) 493 81 539 44. 9413 460 276 304 5 572 815 534 812 901 764 91 41 913 759 329 548 510( 3000) 699 959 680 179. 10448 731 666 449 22 973 182 78 846 841 981 568 11060 32 356 151 ( 300) 45 606( 500) 585 687 408( 1000). 910 132 41 55 802 425 739 818 179 530( 300) 259 647 ( 3000) 112. 12606 329( 500) 959 858 218( 1000) 702 818 173 587 822 719 61 602 35 281 620 27 860 893 895 773 ( 3000) 13 764 810 451 145 986 336. 13444 719 36 418 958 ( 500) 662 802 511 220 705 63 990 674( 300). 14594 550 404 259( 500) 490 954 177 512 974 274 179 584 966 416 296 504 287. 15520 888 932 200 71 556 420 219 544 14 377 85 67 183 919 312( 1000) 777. 16771 330 332 139 181 ( 1000) 525( 300) 499 930 428( 300) 951 614 983( 500) 281 ( 300) 681 329 7 855 956 908. 17720 781 964 868 426 89 615 560 759 156 69 618 562 819 650 701 892 203 140 750 518. 18462( 300) 644( 500) 10 786 969 410( 1000) 948 177 44 363.525 746( 3000) 47( 300) 253 30( 500) 826 565 ( 300) 871 367 5( 500). 19668 299 548 540 887( 300) 431 837 869 142 86 874( 300) 378 210 282 606 754 44 760 591 381 992. 20426 442 137 44 453 579 781 903( 300) 908 191 933 997 491 696 835 3000) 714 41 261 987 916 42 860 511 776. 21829 311 717( 500) 120 384( 3000) 146 507 229 404 424 939 342 398 478( 300) 619 376. 22241 974 572 157( 300) 469 135 624 769 825 71( 1000) 777 39 406 552( 3000). 23273 150 94 914( 1000) 577 545 210 198( 1000) 238 267 403 147 853 887 208 866 649 907 650 834 844 813. 24806 788 200 788 509 897( 300) 480( 300) 608 534 423 647 40 387 246 609 796 380( 1000) 196 973 651 837. 25528 404 545 530 706 813( 300) 8 291 327 695 680 492 13( 3000) 541( 1000) 640( 300) 51 635 207 361. 26544 204 801 184 177 804 575 360 983 993 602 879 219 469 262( 300). 27019 132 969 291 204( 1000) 531 990 407( 300) 257 906 467 113 ( 500) 881 992 897 745 358 517 872. 28843( 300) 429 884 ( 500) 478 670 26( 3000) 169 704 161( 1000) 352 645 334 244 ( 300) 459 412 1 371 752. 29682 835 772 506 332 810 362 215 330 709 594 167 718 23. 30979 368 242 508 40 740( 500) 792 718 617 785( 300) 350 342 600 988 916. 31518 739 912( 500) 455 882 755 525 840( 500) 521 989 575 423 157 321( 300) 176 260 351. 32775 85 901 844 468( 300) 307 949 324 756 722 934( 300) 329( 500) 881( 1000) 831 358 486 646. 33925 460 645 278 ( 300) 955 685 325 906 825 351 608 203 674( 1000) 820 775 567 95. 34636 790 140 663 409 309 918 907 854 232 442 695 445 998 601 80 184. 35978 875 163 565 711 925 84 434 587 141 919 597 559 415( 300) 381 566 427( 500) 963 416( 300) 200. 36353 704 392 682 26 785( 300) 452( 500) 276 191 60 232 100 643 658 108 325( 3000) 147( 3000) 872 275. 37591 340( 300) 599( 500) 606 326 25 162 488 189 399 426 427 994( 300) 604 857 95 822 474 659 85. 38343 808 593( 300) 738 290 669 331 504 397 5 143 257( 300) 973 299 648( 1000) 783( 1000) 313 732 410( 300) 608 239. 39997 85 397 785 669 24 443 136 100 223 459 887( 3000) 665 12 298 430 761. 42572 646 942 7 43796 342 970 239 105 424 554 40990 598 442 657 555 712 476 818 181 94 78 439 980 274( 300) 785 67( 500) 323 345( 3000) 433 614. 41873 533 214 306( 500) 219 799 729 890 272 995( 1000) 64 647 679 807 154 453 924 103 954 650 102 200. 415( 1000) 98 469 551 379 846 88 8 492. 760 55 504 142 116 202 577 322 168 868 762 583. 44673 666 23 839 484( 1000) 595( 3000) 630 688 314 402 275 985 182 810 238 404 850 363 856 628 453. 45478 633 301 256 415( 300) 66 360 379 449 536 344 224 291 623 297 660 907. 46195 555 313 43 507 657( 300) 548 579 263 467. 47403 150 924 295 519 270 353 655 86 178 609 937 928 620 587 753( 3000) 711 697 702 747( 300) 365 893 104 132 58 975 60( 300) 579 318. 48460 545 916 495 128 147 901 616 167 4C9 333 808 948( 300) 787 726 767 515 142 229 665 523 944 820( 500) 753 434 527 268 923 940( 3000) 451. 49903 934( 300) 466 51( 300) 959 148 963 902 890 477( 300) 475 444 303 467 644 387 957 520 422 22 999 960 736( 500) 311 944. 801 718 957 34 325 423 1 271 682 47. 75410 220 397 337 261 181 847 360 265( 3000) 339( 300) 684( 3000) 534( 3000) 20 457 851 116 383 22 628 717( 300) 206. 76674 465 96 585 478 944 975 371( 300) 933 555 992( 1000) 103 401 117 821 62 17 726 457 778 176 493( 500) 966. 77216 61 473 550 805( 500) 581 972 539 731 260( 300) 727 905 340 91 395. 78288 993 721( 1000) 867( 500) 2( 500) 335 421 91 306 142 41 268( 500) 636 509 432 211 988 68 526( 500) 911 778 748. 79021 267 137 807 57 333 683 165 867( 1000) 376 818 958 855 178( 300) 84( 1000) 434 517 483 811 90. 80638( 300) 854 576 160 400( 500) 702 999 964( 500) 893( 500) 258 915 912 565 718 434( 1000) 284( 300) 47 512 283 257 40( 500) 270 376 975( 300) 45 218 652. 81103 597 848 43 451( 300) 815( 300) 965 996 723 223 960 668( 3000) 557 947 600 238( 1000) 545 18 31 827 108 286 631 660 147 681 897 247 201. 82082 437 747 334 962( 1000) 731 922 200 786. 83572 266 322 718 687 711 108 666 500 531 420 767 435 482 164 96 136 52 817 270 25 648 455 526 774. 84369 171 240 565 326( 3000) 651( 3000) 533 603 773 23 61 744 802 862( 300) 809 668( 1000) 406 927 291 810 790 838. 85640 856( 300) 848 712 420( 1000) 162 952 181 634 14 501 723 523 147 729 438 388 193. 86759 680 595 73 209( 1000) 387( 1000) 989 301 981 181 222( 1000) 787 42 455 539 79 204( 1000) 88 350 171 412 505 45 789 21( 300). 2. Klasse 171. Königl. Preuß. Lotterie. Ziehung vom 5. November 1884. Nur die Gewinne über 105 Mart sind den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 4 13 24 38 48 95 119 90 92 259 87 315 79 480 605 21 74 715 43 98 953 57 1094[ 1800] 102 10 42 49 73 86 252 68 69 77 86 361 86 94 98 421 78 553 78 617 735 47 64 831 75 914 24 2001 38 103 74 78[ 120] 92 206 45 85 311[ 120] 54 427 41 70 539 66 91 610 82 743 85 99 805 920 28 44 51 90 3011 69 210 22 54 456 579 606[ 120] 61 62 70 764[ 120] 824 41 89 913 80 96 4056[ 1800] 58 97 113 70 202 5 63 66 96 330 408 510 654 79 742 823 60 966 80 83 87804 705( 3000) 133 733 309 816( 3000) 706 27 372 324 758 811 944( 500) 548 427 807 97 207. 88412 278( 300) 618 683 256 931 638 39 614 542 38 627. 89044 816 604 195 807( 3000) 493 20( 3000) 920 543( 300) 9 709 120 859 803 243 610 104 8 421 651 572 107 80. 90749 168 954 438 941 819 9 67 882 432 591 249 291 648 91615( 300) 612 310 73 945 170 666 316 781 155 278( 500) 149 529 893 495. 92161 741 326 243( 3000) 53 637 225 91 102 783 54 972 49 774 221. 93705 260 343 13 315 519 390 539 285 813 581 431( 300) 575 747 140 29 854 387 680 770 506 36 106( 300) 724 837 34 851 452( 300) 443 25 722 248 611 283 474. 94327 461 514( 1000) 361 89 770 747 284 543 440( 500) 640 130 664 235( 300) 490 858( 500) 360 538 46 376 708. 95407 194 778 896 914 358 127 665 536 551 767 218 14 279 766 678 523 138 726. 96138 981 391( 1000) 248 698 636( 300) 213 68 767 824 160( 300) 32 513( 500) 649 253 512 173 950 294( 300) 41 637 904 367 254 163 976. 97085 418 460 262 950 863 834( 300) 610 184( 300) 533 794 366 535 259( 1000) 804 90 422 329 110 953 314. 98541 797 694 677 354( 300) 196( 500) 978( 500) 253 747 80 557 ( 500) 597 82. 99499 407 658 936 383 828( 300) 188 593 479 760 769 655 156 439 563 202( 500) 298 360 811 106 895 501 335 994 656. 45083 153 156 257 99 303 51 66 92 495 556 82 85 623 52 78 7 61 83 800 32 73 46081 119[ 120] 84 297 305 57 68 406 65 639 86 70 47071 80 246 322 32 43 98 428 59 69[ 120] 70 503 16 24 616 36 53 7 [ 120] 845 85 954 48012 151 225 33 55 387 463 546 91 649 871 73 81 943 49 49095 102[ 150] 50[ 150] 240 75 322 408 12 16 32 78 81 531 [ 120] 43 619 794 818 919 83 50013 16[ 120] 76 134[ 150] 72 225 386 453 80 526 659 70 708 802[ 180] 86 97 920 92 51011 100 17 19 269 351 67 75 91 401 2 17 33 50[ 120] 567 625 61 704 69 90[ 120] 98 800 33 57 907 19 35 52012( 150 38 106 21 284[ 120] 409 76 80 545 60 71[ 150] 91 642 824 53 75 77 84 53038 65 91[ 600] 105 19 27 213 62 350 467 603 13 715 30 86 81158 59 95 97 916 28 38 54089 155 67 464 76 619[ 120] 36[ 240] 704 860 55013 84[ 120] 110 60 203 347 425 34 554 60 61 607 26 33 72383 95 812 24 38 925 80 56019 47 68 96 170 81 314 19 29 30 43 98 402 14 90 232 44 48 59 89 326 62 417 533 624[ 150] 784 95 867 911 26 413 24 48 522 642 732 41 815[ 120] 21 62 84 932 57016 35 43 149( 120) 89 58009 55 59 202 62 380 402 49[ 240] 90 526[ 120] 27 67 640 737 81 64 933 85 59123 44 60 87 220 28 349 72 83 401 3 38 526 56 653 744 77 96 824 32 94 948 5042 86 93 98 162 207 56 59 365 405 25 27 505 13 54 645 84 92 759 87 815 27 48[ 180] 66 904 22 35 44[ 150] 54 6003 68[ 150] 70 120 33 335 83 7025 69 144 63 71 79 252 328 97 446 58 613 641 78 81 88 68 213 59 63 322 71 77 98[ 120] 562 82[ 150] 636 38 53 74 710 57 822 96 750 55 87 991 93 8028 79 103 35 36 70 242 62[ 120] 82 309 98 476 50859 627 804 505 133 122 199 879 713 612 264 317 501 21 60 651 57 708 67 809 14 60 988 97[ 120] 9059 168 75 91 233 222 243 499 813 969 143 263 100 138 297. 51977 125 53 303 27 530 74 89 96 604 70 757 824 42 66 931 72 99 10068 87 134 246 76 304 10 73 402 48 507 21 44 634 709[ 180] 60 ( 1000) 893 994 346 600 423 713 165 938 683 319 74 207 65 11045 49 60 132[ 30 000] 43 49 57 74 248 97 338 88[ 120] 452[ 120] 167 87 210 73 331 45 88 408 31 36[ 150] 88 509 42 87 638 41 50 76 10 60065 77 120 49 56 211[ 120] 38 61[ 240] 861 91 956 89 61016 830( 500) 376 349 687 285. 52000 169 911 164 732 935 79 97 99[ 120] 737 63 97 99 801 2 78 950 78, 12002 125 49 213 20 22 83 91 855 60 901 71[ 150] 62003 31 60 80 85 131 204 87 301 6 38 4 656 247 621 317 431 728 999 30 495 6 734( 15 000) 995 4 31 74 36 926 32 35 13164 245[ 120] 300 46 430 42 70 94 587 612 52[ 120] 60 156 68 266 94 331 70 91 468 621 81 85[ 150] 795 802 64042 315 99 424 511 26 29 56[ 120] 61 95 621 22 58 68 703 20 33 80 88 801 52 68 93[ 120] 567[ 120] 75 87[ 120] 728 814 27 55 60 80 924 59 630 ( 300) 703. 53055 242( 300) 707 495 958 460 325 69( 300) 85 729 73 91 866 943 50 14002 4 80 263 349 93 521[ 150] 644 719 50 252[ 120] 82 314 22 35 73 430 68 647 96 796 869 88 94 943 725 740 975( 500) 299 39 503 365 282 722 845 635.81 804 21 23 961 65025 65 75 130 90 98 99 327 402 57 62 70 77 624 740 47 854 54639 967 722 160 998 322 897 78 422 168 647 815 219( 150] 16042 102 48 51 52 84 281( 150) 320 91 440 504 12 47 70 90[ 120] 841 934 44 07002 15[ 300] 162 69 202 6 32 64 384[ 150] 447 615 15044 84 91 112[ 120] 257 322 538 659 72 80 806 42[ 240] 71 910 932 66014 20 26 56 107 65 205 494( 150) 95( 150] 514 28 50 62 64 60 480 889 210 901 938( 1000) 803 461 918 443( 300) 291. 637 42 70 747 839 66 78 904 69 78 85 98 17002[ 120] 96 108 13[ 120][ 120] 38 53 74 711[ 150] 94 68016 119 32 69 202 16[ 150] 75 349 80 8 55717( 500) 153 378 174 5 535 624 487 470 374 255( 300) 82 263 320 57 425 26[ 120] 64 506 57[ 12000] 633 753 55 935 72 18015 477 561 69 612 713 51 906[ 120] 69133 55 84 227 71 306( 120) 66 682 506 902 168 322 54 226. 56984 607( 3000) 750 654 52 58 61 878 90[ 120] 938 19107 11[ 150] 18 86 206 32[ 120] 84[ 150] 72 146 58[ 120] 83 231[ 120] 93 377 419 25 26 29 87 586[ 120] 714 39 86 442 59 69 502 4 37[ 120] 665 84 86 750 59 81 923 36 41 45 96 13 84 8 97 161( 300) 470 568 845 144 305 121 125 591 977 86 326 422 507[ 120] 14 66 73 638 53 76 809 28[ 150] 72 79 93 10 4 70118 82 86 253 62 82 84 306 24 32 75 412 98 593 635 61 713 802 20010 27 52 53 72[ 120] 113[ 120] 17 40 44 267 363 409 85[ 120] 69 92 546 54 57 60 665 835 942 44 95 72025 37 49 127 42 255 316 440 622 735. 57075 833 302 255( 300) 290 56 558 510 23 662 796 97 906 36 38 78 21005 52( 120] 68 70 173( 150) 2016 429 89 95 568 75 607 41 857 71 72 901 48 51 73003 50 95 99 144 233 240( 300) 773( 300) 286( 3000) 911 749 46( 300) 827 336 24 52 64 311 56 470 565[ 300] 613 81 727 40 46 80[ 120] 865[ 120] 918 98 311 79( 120) 512 26[ 120] 31 75 716 81 926 58 7074130 40 60 89 405 778 149 102 319 158 178 2 804 627 213 658 497 70 22063 96 100 11 34 44 222[ 180] 42 96 353 402 86 544 56 72 613 84 94 208 314 20 41 64 91 96 424 74 510 23 57 77 95 619( 150, 50 874( 3000). 58008( 300) 639 789 86 934 230 686 897[ 150] 24 32 700 24 35 807 15 17 26[ 120] 43 86 914 19 40 71 79 91 92 99 721 28 31 834 58 935 56 72 601 655 848 363( 500) 148 974( 300) 317 276 806 257. 49 98 603 36 742 47 67 825 29 59 911 50 24000 45 67 94 114 33 38 65 777 619 23059 74 77 110 68[ 120] 218 48 49 81 313[ 150] 47 67 76 511[ 120] 47 75128 47 67[ 150] 70[ 150] 352 88 96 401 8[ 120] 40 54 82 552 618 59855 150 326 34 951 200 846( 300) 110 243 346 967 263 94 306 30 78 420 32 642 54[ 150] 85 703 29 78 87[ 150] 826 28 61 994 85 727 36 811 43 63 918 77275 322 40 49 410 14[ 120] 29 78 50% 164 93 40( 300) 470( 300) 72 240 394 298 844 461 56 601 6505-709 23( 120) 44 89 96 303 78 92 934 38 46 59, 26085 99 109 503 12 90 645 78 79 738 49 53[ 240] 113 20 237 49 70 72 339 77 79 407 18 81 516 19 667 727 821 23 38 71 906 24[ 150] 36 59 60 94 232 57 92 370 409 68 566 74 82 627 816 45 58 63 62 79006[ 120] 50 162 221 50 83 344 407 73 503 11 70 607 31 75[ 190 60339 80( 300) 212 834 41 299 510 706 327 959 999 939 41 75[ 240] 83 27016 110 11 224 59 341 467 509 15 99 619 21 29 717 804 17 34 84[ 120] 914 28 51 912 107 855 68 624 651( 1000) 966 795( 300) 925. 61912 38 777 850 926 70 28045 52 144 92 228 351 406 82 563 650 96 718 56 80245 327[ 120] 98 529 34 41 58 70 96 627 56 754 91 96 801 777 254 119( 300) 13 618 979 924 826 882 373 339 837 519 825 949 29000 101 72 78[ 600] 90 252 96 333 43 82 634 700 6[ 120] 16 ( 300) 320 258 606 712 581. 62843 481 348 77 313 394 30027 39 131 65 239[ 180] 305 8 18 93 412 15 25 37 74 525 613 81 38[ 180] 737 65[ 120] 800 992 82048 124 25 38 63 228 332 60 75 462 89 484 662 586( 300) 244 593( 300) 672( 300) 252 216 205( 300). 870[ 120] 87 95 98[ 120] 942 66 74[ 120] 85 31022 35 208 84 1201 306 51 206 48 51[ 180] 347 409 46 516 35 600 712 77[ 150] 813 19 81 86 63164 472 454 136 16 368 532 312 695 351 138 786 949 44 404 19 601 19 24 25 34 67 713 805 11 19 24 957 32063 67 176 244 84118 36[ 300] 221 41 353 553 56[ 150] 607 9 31 781 37 64 94 872 907 314 473 80 510 34 57 67 81 641 710 866 951 33029 46 49 147 259 328 66 89 462 183 217 539 479 734 512 790. 64993 983 804 893 59 61 611 17 35 713 15 809 28 75 76 95 905 86 34052 165 213 23 37 76 85015 18 42 120 21[ 120] 80 239 57[ 240] 67 341[ 120] 60 70 91 912 55 869 255 830 282 761 292 355 921 227( 1000) 532[ 120] 79 321 405 42 75 90 599[ 150] 616 41 703 53 64 822 28 68 64 95 421 32 533 80 644 75 99 725 41 60 85( 120) 825 67 88 965 86024 327 811 35 901 743 642. 65165 536 915 519( 300) 508 795 654( 120) 747 48 98 1120) 877 926 70 36019( 120) 71 93[ 120] 208[ 180] 723 27 863 87160 71 83 275 320 40 43 47 413 615 29[ 120] 34 62 35009( 240) 29 43 237 32 89 375 436 62 65 508( 120121128201 16 31 40 72 83 107 82 315( 150) 785 45 4012130882566 80 87 88 608 54 3 587 112 182 831 295 852 34 425( 300) 895 968 616 87. 38 308 22 82 419 55 59 99 527 49 634 85 92 763 69 855 79 931( 120) 38( 120) 741 77 96 99 872 76 953 58 11201 38758 35 200 25 1180] 65 363 66474( 300) 445 89 48 242( 300) 133 456 244 212 658 615 66 85 87 37037 146 93 236 312 70 89 579 702 26 85 803 18 94 998 89 97 447 520 98 605( 180) 35 39[ 120] 82 96 703 85 342 36( 240) 95,931 38050 158 228 48 59 61 68 301 30 470 586 623 86 94 96, 772 840 77 89026 45 87[ 120] 147 270 80 337 36 873 650 33 117 324 42 50 929 334 169 114( 300) 554 766. 67898 190 330 65 934 554 193 953[ 120] 94 39022 116 18 69 206 36 45 95 362 94 418 25 504 57 607[ 180] 60 766 735 451 682 962 823 847 871 88 586 910 373 887. 8 44 748 822 27 85 90[ 150] 937 78[ 120] 68775 796 671 502 35 952 864 362 866 949 210 826 65 455 917 477 972( 300) 23 448 484( 300) 986( 300) 519 527 ( 1000). 69991 775 229 855 853 847 967 701 821 256 457 242 566. 311 49 121 21 559 849 415 875 807 403 71 607 796 40. 70441( 300) 105 214 820 901( 1000) 813 765 956 573 553 868 322 506 63 235 514 958 195 884 275 966 55( 300). 71859 838 418 558 5( 500) 863 305. 72535 133( 3000) 644 ( 300) 7 261 964 423 425 50 245 155( 500) 230 201 325( 300) 916 783 798( 300) 355 770 428 915. 73453 246 149 738 141( 300) 626 197 568 677 922 765 162 120 206. 74768 879 756( 3000) 413 244 744 670( 300) 71 437 942 851 500 937 Theater. Königliches Obernhaus: Donnerstag: Die Stumme von Bortici. Königliches Schauspielhaus: Donnerstag: Konradin. Deutsches Theater: Donnerstag: Die große Glocke. Bellealliance- Theater: Donnerstag: 43: Gastspiel ber fönigl. Hofschauspielerin Franzista Ellmenreich. Auf Berlangen: Adrienne Lecouvreur. Renes Friedrich Wilhelmstädtisches Theater: Donnerstag: Gasparone. Walholla- pererten- Theater: Donnerstag: Gilette. Oftend- Theater: Donnerstag: Madame Potiphar. Gentral- Theater: Alte Jakobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Donnerstag: Auftreten des Fräul. Anna Grünfeld. Bum 13. Male: Der Walzer- König. Gesangspoffe in 4 Aften v. W. Mannstädt, Mufik v. G. Steffens( Novität!) Vittoria- Theater: Donnerstag: Excelfior. Residenz- Theater: Direktion: A. Anno, Blumenstraße 9. Donnerstag: Bum 9. Male: Drei Frauen für einen Mann Vorher: Herzogin Martin. Freitag: Bum 43. Male: Die Sirene. Wittwe Vorher: Ich bin Ballner Theater: Donnerstag: Bum 41. Male: Der Raub der Sabinerinnen. Coutfenstädtisches Theater: Direktion: Josef Firmans. Heute Donnerstag, Abends 7% Uhr: 66. Gastspiel der Liliputaner. Bum legten Male: Robert und Bertram. Alhambra- Theater. Wallnertheaterstraße 15. Heute und folgende Tage: Eine Berliner Nätherin. Volksstück mit Gesang in 4 Abth. von Herm. Hersch, Mufit von Thed. Franke. Vor der Vorstellung: Großes Konzert, ausgeführt von aus 20 Mufitern bestehender Kapelle, unter Leitung des Kapellmeisters Herrn Ludwig Claufius. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Borstellung 7% Uhr. 51[ 120] 76 850 909 48 N Krei Fam Stu Lebe Wo Ver Bar mit auch thre hört Dul Derm wor Stu Stu Don 2 11 ton Arie Ma meld Cal Areu Leic und Start und Ron Durc Bru mer licht und weg We 78004 19 53 76 90 138 317 422 33 67 83 Lan fach Krä mit boll zwei D ten Fra Dar wab mit hatt Lei nur wel 10 ein Die auf aud nete lich Ma Der Let Sta Des hatt Sa 90012 116 47 71 315 30 32 424 52[ 150] 681 96 742 68 909 38 40052 101 50 64 302 39[ 150] 510 28[ 120] 64 68[ 120] 608 69 841 72 91079 131 33 36 55 237 306 460 544 646 48 72[ 300] 84 96[ 120] 737 68 42070 252 327 68 72 400 345 73 760( 150) 79 328 912 64 43055 104 51 87 681 89 784 816( 120) 27 42 989[ 150] 93021 70 84 207 319 231120 47 80 98 233 44 69 374 471 97 541 56 614( 120) 57 62( 150) 750[ 120] 23 53 70 530 618 46 90 706 76 325 37 98 918 56 57 66 76 9404914-19 892 977 95 44022 25 41 64 85 94 145 68 221[ 120] 49 378 655 715 48 55 343 63 550 611 49 69[ 120] 74 79 83 713 38[ 120] 46 74 841 909 14 18 808 78 908 Briefkasten der Redaktion. Die Sprechstunde der Nedaktion ist von jetzt ab nur noch Mittags von 12-1 Uhr. 2. S. Die Benennung Pfund eristirt amtlich überhaupt Arbeitsmarkt. Ein Schuhmachergeselle verl. Boffenerstr. 37. [ 1221 E. f. Frau w. Stell. a. Aufw. F. Hoffmann, Admiralft. 9, III. Unterzeichneter empfiehlt Frau Rubelte als tüchtige Hebeamme, Sorauerstr. 25, v. 2. Tr.[ 1223] Franz May. 3. Wahlkreis. Donnerstag den 6. November, Abends S ein halb Uhr, Gr. Wähler- Versammlung im Lokale ,, Sanssouci", Rottbuserstr. 4a.[ 1225 TD.: Unsere Stellung zu den bevorstehenden Stichwahlen. Referent Herr Stadtv. Friz Gördi. Arbeiterbezirksverein der Oranienburger Vorstadt und des Wedding. Donnerstag, den 6. d. Mts., Abends 8 Uhr, in H. Mothes Vereinshaus, Cöslinerstr. 17 Außerordentliche Versammlung. 1. Vortrag: Die Bedeutung der Stichwahlen. 2. Verschiedenes und Fragelasten. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. 1224 Der Vorstand. Möbel-, Spiegelund Polsterwaaren- Magazin eigener Fabrik Don August Herold Berlin SO., Staligerstraße 112, zwischen der Manteuffel- und Mariannenstraße. = Empfiehlt sein reichhaltiges Lager zu den solidesten Preisen bei prompter Bedienung. Ein- und Verkauf von alten Möbeln, auch wird jede im Tischlerfach vorkommende Arbeit verfertigt und ganze Wirthschaften werden aufpolirt. 32 37 96 nicht mehr, da an die Stelle deffelben das Kilogramm getreten ist. Es läßt fich daher auch die Abbreviatur hierfür nicht an geben. Früher hatte man das bekannte Beichen dafür. Rauchklub. Spare den Pfennig, bis es ein Thaler i es schadet auch nichts, wenn es fünf Mart find. ift, H. Buldermann's hoch elegant, 300 Personen faffend, mit anschl. Nebenräumen, hält den geehrten Ver. und Gesellsch. z sol. Bed. beftens em Kommandanten- pfohlen Th. Lammer's Nachfolger. Fest- Saal, straße 71/72, 1. Etage, Besonderer Umstände halber ift nod Sonnabend, den 29. Novbr. frei. Die Nr. 10 der humoristischen Blätter Der wahre Jacob" 32 ift erschienen und in der Erved. b. Berl. Boltsbl." zu baben Die Erlösung der darbenden Menschheit Soeben erschien: 44. Don R. Theod, Stamm. Preis 2,50 MI. Bu haben in der Exped. d. Berl Wolfsblatt", Bimmerft. Abg. v. Tuch u. Wolle tauft F. Quedeno, Wienerftr. 40 Drucksachen I= U aller Art, namentlich Circulaire, Rechnungs- und Quittungsformulare, Adreßkarten, Prospecte, Preis Courante, Brochüren, Statuten und Quittungsbücher, Marken, fämmtliche Formulare für Krankenkaffen etc. werden prompt und preiswerth angefertigt. Buchdruckerei MAX BADING Beuthstrasse 2. Verantwortlicher Redacteur R. Grenheim in Berlin. Drud und Verlag von Mar Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. der lofa neba Dom ibn fige Die ich fdget geta eine Sie eine DOT ner Hau Die Stern eine Beuat wab juge Das Ma Der Dan eine mal ber ftre Sie 372 324 278( 300) 816 604 120 851 9 291 648 278( 500) 7 225 91 5 519 390 680 770 722 248 747 284 360 538 536 551 91( 1000) 513( 500) 163 976 ( 300) 533 4. 98541 7.80 557 188 593 811 106 52 78 749 39 85 708 36 53 76 871 73 81 78 81 537 70 708 47 1 2 17 33 2012( 150 75 77 84 86 811 52 1704 860 33 723 83 98 402 14 9[ 120] 26 41 43 0737 813 6 653 744 61016 50 76 762 6 38 448 59 63021 64042 47 854 89 62 64 66 7615 20 349 80 86 201 66 73 5 96[ 120 713 802 9 82 421 55 316 41 9144 238 19 66 83 50 50 82 552 618 13 52 635 78 504 19 33 67 83 OJ 924 42 75( 180) 801 7 77 620[ 600 5 462 89 46 110 13 81 86 925 872 907 70 91 99 86024 47 08 54 57 34 62 78 65 364 D95 953 0929 31 8909 38 737 68 512( 120) 9 23 415 049( 120) 09 14 18 getreten nicht an baler if end, mil geehrten tens em olger. ift nod baben hheit erftr. 44 erfir. 40 s iss en Nr. 184. Beilage zum Berliner Volksblatt. † Dr. Albert Dulk. Am 29. Dftober, Abends 11 Uhr, wurde der in weiten Kreifen bekannte Dr. Albert Dult, im Begriff mit seiner Familie nach seinem Domizil Untertürkheim zu fahren, auf dem Stuttgarter Bahnhof vom Herzschlag getroffen, der seinem Leben ein plögliches Ende bereitete. Dult war ein Menschenfreund im edelsten Sinne des Wortes; insbesondere haben die Arbeiter in ihm einen herben Verlust zu beklagen. Sie erblickten in Dult nicht nur den Barteimann, der die Sache des arbeitenden Volkes ſtets mit Muth und Entschloffenheit verfochten, fie erblickten in ihm auch den väterlichen Berather, der Freude und hoffnung in ihre Herzen zu pflanzen bestrebt war. Die heute so oft gehörten einfachen, schlichten Worte der Albeiter: Unser Dult ist toot!" sagen mehr wie alle tönenden Phrasen es vermögen, wie hoch der nunmehr Entseelte von ihnen geschäßt worden ist. Ueber die Bestattung Dr. Albert Dults schreibt das in Stuttgart erscheinende ,, Neues Tagblatt": Um legten Sonntag schon von 2 Uhr an sah man in Stuttgart Tausende dem Feuersee sich zubewegen; Tausende yon Arbeitern gingen dahin, um sich dem Gefolge bei der um 2 Uhr stattfindenden Ueberführung der Leiche Dr. Albert Dults ton der äußeren Rothebühlstraße zum Güterbahnhof( an der Kriegsbergstraße) anzuschließen, Tausende von Neugierigen, Männer und Frauen standen auf den Trottoirs der Straßen, welche der Leichenzug vafftren mußte, nämlich der Rothebühl, Calmer, Kanzlei-, Friedrichs- und Kriegsbergstraße. Kreuzung der Röthestraße mit der Rothebühlstraße hatte der Leichenwagen Aufstellung genommen, von dort an rückwärts und in den Seitenstraßen ordneten sich unter außerordentlich ſtarter Kontrole durch eine namhafte Bahl von Schuyleuten und Landjägern die zu Tausenden zählenden Theilnehmer am Ronduft; als Anhänger der Sozialdemokratie machten sich viele durch die rothe Geranienblüthe im Knopfloch oder das aus der An der merfbar. Um 2 Uhr eröffnete ein Männerchor die Trauerfeierlichkeit mit dem Vortrag Stumm schläft der Sänger", und als die Töne verllungen, setzte sich der Zug in Bewegung. " An ter Spige des Zuges gingen zur Freihaltung des Begs eine größere Anzahl Schugleute, ebenso zu beiden Seiten Bandjäger. Inmitten dieses Kordons schritten vor dem einfachen Leicherwagen drei Deputirte der Freidenfergemeinde mit Kränzen. Dr eichene Sarg ohne Bahrtuch war mit Kränzen mit schwarz- oth- goldenen, rothen und weißen Schleifen bollkommen ebedt, zu Häupten war ein großer Balm 3weig befeftig au beiden Seiten des Leichenwagens gingen Mitglieder der Freidenkergemeinde. Hinter dem Wagen folgten die Kinder des Jugendunterrichts der Freidenker, deren Frauenverein und die Familienangehörigen des Verstorbenen, darunter ein in Heidelberg lebender Schriftsteller Dr. Hartung, mahrend ſodar die übrigen Mitglieder der Freidenfergemeinde mit dem Borjand an der Spipe fich anschlossen. Bis hierher hatte das Traegefolge noch das Gepräge eines gewöhnlichen Leichenzuges, bgesehen von der polizeilichen Ueberwachung; nun welche die gate Breite der gewöhnlichen Straßenfehrbahn einnehmend, fid dem Kondukt anschloffen, und es wird wohl die Schägung rht zu hoch gegriffen sein, wenn wir ihre Bahl auf mindestens auch die 3 hier benden sozialdemokratischen Reichstagsabgeord neten Blos, Die und Geiser, ferner Mitglieder der bürger -6000 angeben. Im Buge bemertten mir Rayer. Am Grbahnhofe war gleichfalls der Zugang zu der Rampe, an mcher der Güterwagen zur Aufnahme der Leiche stand, poliilich freigehalten, und neben dem Herrn Fall des Stadtpolizeiamt anwesend. Die Familie des Verstorbenen Stadtdirektor wares 2 Gendarmerieoffiziere und der Vorstand hatte auf der Ramp sich aufgestellt. Donnerstag, den 6. November 1884. den Zug bildende Menge fich Kopf an Kopf, so gut es eben die Verhältnisse des Bahnhofes gestatteten, fich aufstellte. Nachdem einigermaßen Ruhe unter die Massen gekommen war, stimmte abermals der Männerchor, einem Wunsche des Todten folgend, Das erste Lied" an; dann trat der älteste Sohn Dults, Amtsrichter Paul Dult, zum Sarge und sprach einen beim beständigen Verkehr von Zügen nur für die in allernächster Nähe Befindlichen vernehmbaren Nachruf, in welchem er namens der Familie dem Dahingeschiedenen für die seinen Angehörigen bewiesene Liebe und Treue dankte. Als zweiter Redner legte Herr Xylograph Rau, Vorstand der Freidenkergemeinde, dem von der Allmutter Natur wieder zu sich genommenen Sprecher der Gemeinde den verdienten Kranz auf den Sarg; namens der Sozialdemokraten Württembergs sprach Herr Redakteur Baßler einige Wore des Dankes dem verstorbenen Kämpfer für Wahrheit und Licht, während der darauffolgende Redner, Herr Bösch, in einem Gedichte den Verstorbenen feierte, und als letzte Redner namens der Stutt garter Sozialdemokraten Herr Dietrich, Herr Mauser, als Freund, ie einen Kranz brachten, einige Deputirte auswärtiger Abordnungen, wie solche von den Sozialdemokraten in Gmünd, Heilbronn, Pforzheim, Kannstatt, Eßlingen, Göppingen, Karlsrube, Frankfurt a. M. und Berlin gekommen, verzichteten der großen Entfernung ihres Aufstellungsortes wegen, darauf, noch zu reden. Drei prächtige Lorbeerkränze, mit großen rothen Schleifen geziert, waren von Auswärts gespendet, und zwar von Nürnberg, Frankfurt a. M. und von der deutschen Sozial demokratie. Die Aufschrift auf der Schleife des legteren Kranzes lautet: Es werden des Geistes Schrecken und Dunkel Nicht durch die Strahlen der Sonne, des Tages leuchtende Pfeile, Sondern durch der Natur Anschau'n und Erkenntniß zerftreuet! Mit dem allgemeinen Gesang dreier Verse des Liedes: Brüder, reicht die Hand zum Bunde" schloß die Trauers feierlichkeit. Noch etwa 20 Minuten blieb nach Schluß des Aftes der Wagen, in welchen nun der Sarg verbracht worden, geöffnet stehen, und Hunderte drängten sich noch zu demselben, um einen legten Blick auf den Sarg zu thun; dann wurde der Wagen verschloffen und eine Rangiermaschine verbrachte ihn unter den Hochrufen der Menge auf ein anderes Geleise, von wo aus er dem Abends 6 Uhr abgebenden Zug, mittels deffen der Sarg nach Gotha zur Feuerbestattung überführt wird, angehängt werden soll. Von der Familie werden der älteste Sohn und Frau Elsa Duit fich nach Gotha begeben. Bald ging auch die Menge auseinander, und ohne jede Störung war die Ueberführung und Trauerfeierlichkeit, welcher im ganzen über 25 000 Menschen angewohnt haben mögen, beendigt. Das Militär der hiesigen Garnison war durch Gouverne mentsbefehl über die Dauer der Bestattung in den Kafernen lonfignirt, 1 Bataillon und die Kavallerie sollen Instruktionen für etwaige Ruhestörungen erhalten haben. Lokales. N. Der Kurfürstendamm ist jetzt in seiner ganzen Verlängerung bis zum Grunewald fertiggestellt und ist man augenblicklich damit beschäftigt, ihn zu beiden Seiten mit Afazienbäumen zu bepflanzen. In der Mitte der 15 Meter breiten Avenue befindet sich ein gleichfalls von jungen Akazien bäumen eingefaßter bequemer Reitmeg, an deffen beiden Seiten die Schtenenstränge der Pferdebahn, welche für die Zukunft gleich hergestellt sind, fich entlang ziehen. N. Eine Maffenpetition wird augenblicklich von Be wohnern Charlottenburgs an den Minister Maybach vorbereitet. In derselben wird die Bitte ausgesprochen, den Fern verkehr auf dem Bahnhofe Charlottenburg, der jegt vom 800logischen Garten aus bewerkstelligt wird, zu erhalten. Die Betition wird damit motivirt, daß in Folge des früheren Gegen 343 Ubrraf der Zug ein; der Sarg wurde vom Wagen gehoben undoor dem Waggon aufgestellt, worauf die Fernverkehrs auf dem Bahnhofe Charlottenburg jene frühere lofal Ein Nachtild aus der Hauptstadt. ( Gemnizer Anzeiger.) Von Ermann Heiberg. der Wirth bei meinem intritt in das famose nächtliche KellerHühnersuppe oder sohnensuppe?" rief mit lauter Stimme neben dem ich Blaz nah. Bohnensuppe!" sag ein älterer Mann mit grauem Bart, vom Büffet aus in den Schenraum hinein. " Eine Bohnensuppe! schallte es in Verfolg der Bestellung erhob Der Mann flüßte deischwer gewordenen Kopf, ihn aber ebenso rasch wier und flüsterte einem neben ihm figenden, frembartig aussduenden Mädchen einige Worte zu, die ich nicht verstand. Sischüttelte verneinend den Kopf, und fcheitelten Haar, das um ih Stirn lag, einen sorgfältig ausNa, dann geh ich allein. Adjäs!" Er reichte uns allen die Hand und wankte gegen die Thür. Aber schon im nächsten Augenblick hatte er seinen Plas wieder eingenommen. Wollen Sie mit mir trinken, oder wollen Sie nicht mit mit trinten" rief er mir zu. Jest betrachtete ich mir den sonderbaren Budringlichen näher. Das Geficht trat start hervor. Sein Urahn mußte besonders scharf hervortretende Kauwerkzeuge gehabt haben. Auch der Urenkel fletschte beim Lachen mit den Zähnen und die Mundöffnung verschwand nach beiden Seiten ins unendliche. Ich fand die Grenzen später in der Nähe seiner Ohrlappen. ich sah an ihrem Hinterbaue, im Gegensaße zu dem glattge- gewicht zu behaupten. Ein Baar kleine verlorene Büschel gefämmten, aber glanzlosen usch hängen, der dem Endschweif fein fristeten, saben aus wie die Neste eines unvollkommen eines Fuchses nicht unähnlicwar. Sie ließ es geschehen und batwortete gleichzeitig die Frage Der Alte erfaßte ihn un ließ ihn durch die Hand gleiten. eines jungen Mannes, der en die Flasche geleert hatte, die vor den dreien auf dem Tischstand. " Eine Bohnensuppe! Ein Hühnersuppe! Noch eine Hühnerfuppe!" rief der Wirth irch den mit Gästen gefüllten Raum. Ein vorgebundener Hemdkragen hatte Luft gefangen und bauschte fich über der Weste auf. Eine Busennadel hatte fich herausgedrängt und suchte mit steifer Grandezza das Gleichschwarzen Haares, die an seinen Baden ein fümmerliches Daentfernten, falschen Bartes. Ich meinte anfänglich, es sei wirklich so. Ich stieß mit ihm an; der Alte ließ den Fuchsschwanz von neuem durch seine Hand gleiten, und der Wirth rief jetzt ausnahmsweise: Beefsteal mit Sardellenbutter." Nun ließ ich mich mit meiner Nachbarin in ein Gespräch ein und fragte fte nach ihrem Namen. Brünette!" erwiderte fie mit stark französischem Accent. Aber in demselben Augenblick wurde sie unruhig. Was ist Ihnen" fragte ich. " " Dnits!" fagte fie, it wart auf mein Bräutigam. Er Dieser winkte dem Kellner, eine jungen Menschen mit einem Bwei Apfelfinen!" rief junge Becher dem Wirth zu wahren Apollotopfe. Um den Sund des Knaben lag ein Bug muß bald tommen." jugendlicher Anmuth und auflerender Frivolität. Er feste Das Gewünschte auf den Tischund der Mann schob dem Mädchen die Früchte hinüber. Als fte eine derselben ergreife wollte, glitt fie ihr aus der Hand, und ich hob fie auf Sie wandte sich zu mir, Dantte und fah mich mit durchdrirenden Augen an Der Alte hatte dies beobachte und betrachtete mich mit einem trogigen Blick. " Du, hör'!" begann er. Eine Erbsensuppe ohne Fleis!" rief der Wirth abers mals laut dazwischen. Du!" wiederholte der in seir Rede Unterbrochene. der Apfelfine. Willst du nun mitgehen?" Sie schüttelte den Kopf und lösteangsam die Schale von streďte mir mit weinseligem Lächeln disand hin. Ich muß Aber ich will geben!" sagte sein ingerer Begleiter und Sie fennen! Sollen wir eins zusammi trinken?" Jeh bezweifelte und dankte. Wo hält sich denn der noch so spät in der Nacht auf?" Sie schien nicht zu hören. Komm doch nun mit mir!" flüsterte der Alte und drängte fich mit funkelnden Augen an sie heran. " Non, non, non," sagte fie rasch und ungeduldig. " Nong, nong, nong! das' s französch!" wiederholte der Greis spöttisch wißelnd.„ Na, denn' s auch egal!" Kennen Sie den Mann?" fragte ich leise. " It war bei ihm in sein Geschäft! It ging gestern wek. Mein Zeit war abgelaufen. Er will mir wieder in sein Bierftube haben. It will nicht. Mein Bräutigam hat mir verboten. All dummes Zeug!" brummte der Alte, der etwas verflanden zu haben schien. Wollen Sie mit mir anstoßen, oder nicht?" rief der Affenmensch abermals. " 1 Ich zögerte, um die Na, denn' s gut! haben laffen." Wirkung zu beobachten. Ich will mir nicht zum Narren " 1. Jahrgang. Einöde angefangen habe, fich in großartiger Weise zu ent wideln durch Neubauten, Hotel- Anlagen u. s. w., und nu plößlich wieder durch den ministeriellen Beschluß in seiner Entwickelungsfähigkeit vollständig gehemmt worden sei. Vorsicht ist die Mutter der Weisheit und allzu groß, Vertrauensseligkeit hat schon oft bedeutende Verlufte herbe geführt. Es ist daher Pflicht der Preffe, immer wieder ihr warnende Stimme zu erheben. In der nahenden Weihnachts zeit herrscht in der Geschäftswelt ein regeres Leben und füt viele Firmen reichen die vorhandenen Arbeitskräfte nicht aus, so daß ste fich genöthigt sehen, fich nach Ertrahilfe umzusehen Hierbei ist es aber wohlgethan, fich die helfer, bevor man fte in Aftion treten läßt, genau anzusehen und sich davon zu überzeugen, daß ihre Angaben auch auf Wahrheit beruhen, denn es laufen viele Wölfe in Schafskleidern umber, und der ehr liche Arbeiter, dem wir gewiß einen fleinen oder größeren Extraverdienst von Herzen gönnen, wird von den unzuverlässt gen in Mitleidenschaft gezogen. So wird uns von einer wohl renommirten Eisen- und Stahlwaarenhandlung folgender Reinfall" mitgetheilt. Vor acht Tagen meldete sich bei den Geschäftseigenthümern ein junger Mann, bot seine Dienste zum Heranholen und Fortschaffen von Waaren an, behauptete auch, schon öfter in dieser Branche gearbeitet zu haben, er heiße Müller, stehe allein auf der Welt und liege in Schlaf stelle bei einer Wittwe Thiele, in einer vom Geschäft zieml entfernten Stadtgegend. Seinen Worten wurde Glauben schenkt und er ohne weitere Erkundigungen, als Arbeitsmai angenommen. Er zeigte sich auch in jeder Beziehung brau bar, so daß die Geschäftsinhaber froh waren, eine solche beitskraft gewonnen zu haben. Am legten Sonnabend erhi er den Auftrag, achtzig Mark bei einem Sattler zu bezahler Er nahm das Geld, ging und ließ sich im Geschäft nicht wi der sehen. Die nun angestellten Nachforschungen haben en geben, daß in der von dem Schwindler angegebenen Schlaf stelle teine Frau Thiele und fein Müller wohnt. Der Bider ift Anzeige gemacht. Ser a. Fast eben so groß wie die Frechheit unserer Gollner ist die Leichtgläubigkeit mancher Geschäftsleute und tinBediensteten. Nach Dußenden zählen die Fälle, die in lebis Beit über Schwindeleien bekannt geworden sind, die gentnach ein und demselben Schema ausgeführt werden. Es elle den sich aber immer und immer wieder Dumme, die auf ng Leim gehen. So ging dem Seifenfabrikanten N. in der Linjen straße vor einigen Tagen gegen Abend die briefliche Bestelluar des Hauseigenthümers K. in der Alten Schönhauserstraße 5 zu, baldmöglichst einen halben Bentner Paraffinkerzen im Werth von 33 M. nach seinem Hause zu schicken. N. schickte ein halbe Stunde später seinen Hausdiener mit den Kerzen nac dem bezeichneten Hause, woselbst auf der ersten Treppe eit älterer und ein jüngerer Mann standen. Mit den Worten ,, Sie überbringen wohl die Kerzen", nahm der ältere Man dem Hausdiener die Waare ab und übergab ste dem neber ihm stehenden jüngeren Mann mit dem Auftrage, die Kerzer hinauf nach der Wohnung zu tragen. Dem Hausdiener abe gab der ältere den Auftrag, ihm aus dem N.'schen Geschäfts Total noch eine Quantiät Seife zu bringen, welche er sodant zugleich mit dem Preise für die Kerzen, bezahlen wollte. Dn Hausdiener holte die Seife herbei, und als er dieselbe bei der Hauseigenthümer R. abliefern wollte, da stellte sich heraus, de der Hauseigenthümer R. gar nicht in seinem eigenen Hau wohnte, und daß der Seifenfabrikant nebst seinem Hausdiene von einem Schwindlerpaar in der geschilderten Weise betroge worden ist. Der ältere der beiden noch nicht ermittelt Schwindler ist ca. 40 Jahre alt, von kleiner Statur, er he dunkle Haare, dunklen Schnurrbart und kleinen nur bis eMitte der Backen reichenden Badenbart und ein längliche Geficht; der jüngere ist ca. 25 Jahre alt, ziemlich groß, n blonden Haaren und blondem, fleinen Schnurrbart. g. Der Wertführer des Bädermeisters K. in dr Oranienburgerstraße war gestern Morgen von seinem Prin zipal entlassen worden und hielt sich nun während des ganze Tages in der Nähe des K.'schen Geschäfts auf, in der A nahme, Herr K. würde ihn wieder in seine Dienste nehme Er nickte, reichte Allen mit allerlei Einleitungen und Um ständlichkeiten die hand, und verschwand in einer Thür des Kellers. " ,, Eine Erbsensuppe!" rief der Wirth. " Und ein Glas Bier für mich!" lallte mein Freund, der schon wieder da war und den alten Turnus an seinen Stuhl zurückgemacht hatte. Daß niemand dies komisch fand,- daß dieses fortwährende Abschiednehmen und ohne Angabe von Gründen -Wiederkommen niemand auffiel, machte die Sache noch barocker. Jest öffnete fich die Thür, und ein wahrhaft schönes Ge schöpft trat am Arm eines Nächtlings in den Keller. Brünette und fte grüßten sich kalt. Wo war Mateit, um dieses vornehme, rothhaarige Weib zu malen, dessen Gesicht unnachahmliche Farben zeigte. Zwei Bohnensuppen! Noch eine! Eine Hühner mit vie Fleisch! Noch eine Hühner!" rief der Wirth. Kennen Sie das schöne Mädchen?" fragte ich m Nachbarin. och Sie nickte gleichgültig. Die Genannte und ihr Begleiter traten ins gegenüum liegende Zimmer. Ab und zu wandte fich die Angelomm mit einem erzwungenen Lächeln zu ihrem Begleiter, sonst blir fte gleichgültig um fich und beobachtete mit fast geringschäßen Gebärde ihre Umgebung. Eine Schaar junger Leutelstürmte nun mit lautem Spred, und lebhaften Gebärden in den Keller und ließ sich in der Nähe unsers Tisches nieder. " 1 Was find für Suppen zu haben?" ,, Bohnen, Hühner " Ja, wenn fte gut ist und frisch? Aber recht viel Fleisch rief der Erregtefte von ihnen. Für dreißig Pfennig soll wohl gleich ein ganzer D brin sein?" murmelte der Wirth im Vorübergehen undoem seine Bestellung in die Küche. o fle ber ,, Wollen Sie anstoßen?" lallte der Affenmensch. Ich schaute seitwärts. Der Alte war eingeschlumth Brünette as cin scharfes Gericht, das fie inzwischen. halten hatte, ohne Appetit, und mein Freund knöpfte den Ober rod au D Blötzlich besann er sich, schaute das Mädchen an un zögerte. Nein, mein Fräulein! Nein! Es ist mir allens eint ob ich Geld hab oder feins!" Er schwankte. Der Wirth trat hinzu und geleitete ihn die Thür: Gehen Sie nach Haus, hören Sie?" Mein Freund verließ wirklich den Keller. Es fcheint, als ob der Werkführer, der Familie hat, seinen Schmerz über den Verlust der Stellung durch Vertilgung diverfer Spirituosen zu lindern gesucht hatte, denn man sah ihn gegen Abend vor den Häusern der Nachbarschaft herumhocken und brütend vor fich wie ein Betrunkener hinstarren. Lange währte aber diese Ruhe nirgends, denn ein Schußmann störte den Werkführer stets auf und veranlaßte ihn zum Weitergehen. Plöglich, gegen 8 Uhr, erschreckte die Anwohner und bie Baffanten das klirren einer großen Schaufensterscheibe eines gerade dem K.'schen Geschäft gegenüber belegenen Restaurationslokals. Als Derjenige, welcher die Bertrümmerung der werthvollen Scheibe herbeigeführt, ist der K'sche Werkführer beftimmt erkannt worden, welcher gleich darauf spurlos ver schwunden war und auch nicht sofort ermittelt werden konnte. Db der Werkführer die Scheibe absichtlich oder aus Verfehen zertrümmert hat, konnte daher nicht festgestellt werden. Franken," proteftirt die Dame. Was thut das, Sie lieren do beffer das Geld, als Ihr Leben. Ich will Sh 100 Franken dafür geben und suchen, wie ich das giftige Ding los werde." Die Dame stimmte zu und der Arzt läßt de Ofen bolen. Wenige Tage später fieht sich die Dame, wel ausziehen will, einige Wohnungen an, und das Erste, wor ihr Blick in einer derselben fällt, ist der Ofen. Wer wo hier?" fragte sie den Diener, der fte umherführte. Dame.", sagte dieser respektvoll, die Schwiegermutter Doktor B." 11 Mas Vor den Geschworenen des Cher- Departements schien, wie uns aus Paris geschrieben wird, dieser Tage ein Dreizehnjähriger Buderbäder- Lehrling, Namens Joseph Bent eis, unter der Anflage der Ermordung seines Meisters. Die hatte den Sungen nach kurzer Probe fortgefchickt, weil er mit nur unmäßig naschte und dem Dienstmädchen verfängliche träge machte, sondern auch sonst noch alle erdenklichen Lumper streiche beging. Auf bitten eines Onkels, des Pfarrers We eis, willigte der Buderbäcker Rigolet darein, es nochmals mit dem Schlingel zu versuchen; aber der Bursche hatte ihm eines tödtlichen Haß geschmoren, fiel eines Abends über ihn her und stieß ihm ein Meffer in die Lunge, so daß der Ueberfallen wenige Minuten darauf verschied, nachdem er Joseph als der Thäter bezeichnet hatte. Dieser gab denn auch vor dem Schwurgericht das Verbrechen zu und erzählte, wie er auf de die ihr nicht angenehm sein würden. Frau Seraphine zeigte| fich darüber sehr empört und man ging neuerlich zu dem Polizeikommissär, dem man den Drohbrief vorlegte. Man berieth nun hin und her, was da zu thun sei, als plöglich wie ein deus machina, ex in das ein Fialerkutscher Büreau trat und sich als derselbe präsentirte, welcher jene Unterredung mit Frau R. gehabt hatte. bin der Kreuzer Pepi", sagte er, und hab' g'hört, daß i wegen derer G'schicht g'sucht wir und beswegen bin i jest da und will Alles erzählen, wie's g'wesen ts." Der Kommiffär ließ nun den Kaufmann und seine Gattin in ein Nebenzimmer treten und unterzog den Kreuzer- Pepi," recte Joseph Kreuzer, einem längeren Verhöre. Als daffelbe beendet war, rief der Kommissär das Ehepaar wieder in sein Büreau, wo er es mit sehr ernster Miene empfing. Ich habe Ihnen eine Mittbeilung zu machen, welche Sie unangenehm berühren wird, wendete er sich an Herrn R. Und nun resumirte er demselben die Aussage des Fialers, welche dahin ging, daß er von einem sehr noblen Fahrgaste, deffen Namen er jedoch nicht wisse, aufgefordert worden sei, fich mit ihm in ein Zimmer im Hotel Kreuz" zu begeben und von da durch's Schlüfferloch in das benachbarte Bimmer zu blicken, wo er eine Dame in zärtlichem Beisammensein mit einem jungen Manne gewahrte. Der Fremde habe ihn aufgefordert, fich die Züge der Dame genau zu merken, ihr, wenn sie das Hotel verlasse, zu folgen und sie dann zu einem Souper einzuladen. Das habe er denn auch gethan, von einem Fürsten und von 500 fl. habe er jedoch der be treffenden Dame nichts gefagt. Diese Dame aber sei Niemand anders, als die Gemahlin des Herrn R., die er gleich bei seinem Eintritte wieder erkannt habe. Frau R., welche während dieser Mittheilung abwechselnd erröthete und erblaßte, brach, als ihr Batte seinen Blid staunend und fragend auf sie richtete, in Thränen aus. Sie sprach nichts mehr, ihr Weinen war ein Geständniß... Vor dem Bezirksgerichte Mariahilf hatten fich dieser Tage Frau Seraphine R. und der in einer Apotheke in Mariahilf angestellte Provisor R. wegen Ehebruchs zu verantworten. Der beleidigte Gatte hatte gegen Beide die Klage eingebracht, verzieh jedoch im Laufe der Verhandlung seiner Gattin, welche ihren Fehltritt tief zu bereuen schien, und zog die Klage gegen sie zurück. Bezüglich des Provisors R. Lonnte vorläufig ein Urtheil nicht gefällt werden, da sich die Nothwendigkeit einer Vertagung der Verhandlung ergab. Der Unbekannte aber, der, von seiner Leidenschaft getrieben, unbemerkt den Späher gemacht hatte, so der Verirrung der Frau auf die Spur gekommen war und benüßen wollte, ist noch immer unbekannt, trotzdem sich die Bolizei sehr lebhaft für ibn intereſfirt und seine Ausforschung durch den Polizei- Anzeiger eingeleitet wurde. Ein noch nicht aufgeklärter Vergiftungsfall hat sich in Botsdam in dem Hause Neue Königstraße 66 zugetragen. Der Duartiermeister der 9. Kompagnie Regiments der Garde du Corps, Roeder, hatte sich am vergangenen Mittwoch verheirathet. Als nun am Sonntag früh die Mannschaften der 9. Kompagnie, welche zum Kirchgang kommandirt waren, bis 8 Uhr vergeblich auf ihren Quartiermeister gewartet hatten, welcher ihnen die Garnitur zum Kirchgang herausgeben sollte, fuchten einige Leute schließlich deffen Wohnung auf, um denfelben zu weden. Die Stubenthür war verschlossen und wurde auch troß alles Rüttelns an derselben nicht geöffnet. Bei genauerem Lauschen an der Thür vernahm man plößlich ein leises schmerzliches Stöhnen. Man öffnete die Thür und fand den Sergeanten bereits todt, die Ehefrau anscheinend in den legten Buckungen. Die Frau wurde sofort ins städtische Krantenhaus überführt, wo es schließlich nach vielen vergeblichen Wiederbelebungsversuchen gelang, das bereits entschwundene Bewußtsein zurückzurufen. Heute Morgen befand sich die Bedauernswerthe schon ziemlich wohl, so daß man ihre völlige Genesung erhofft. Ueber die Todesursache des Roeder ist Beftimmtes noch nicht festgestellt worden. Die Leute, welche die Wohnung zuerst betreten haben, behaupten, die Ofenklappe geBffnet und durchaus reine Luft vorgefunden zu haben. Dar nach würden die Gerüchte, der Tod sei durch Kohlen- resp. Betroleumdunft( Herunterschrauben des Lampendochtes) herbeigeführt, hinfällig werden. Selbstmord scheint gleichfalls volltändig ausgeschloffen. N. Vergiftungsversuch. Eine in dem Hause Oranienftraße 14 a wohnende 34jährige Frau N. machte gestern Abend gegen 11 Uhr den Versuch, fich mit einer Quantität Bucker- offenbar seine Entdeckung als Prefftonsmittel zu seinen Gunsten 4fäure zu vergiften. Durch den zufällig hinzukommenden Ehe557nann wurde die unfelige That noch rechtzeitig genug entdeckt, 6am ber Unglücklichen durch den schnell hinzugerufenen Dr. B. 84 Gegengift eingeben zu fönnen. Es soll nach ärztlichem Gut44 achten Aussicht vorhanden sein, die Frau am Leben zu er 24 balten. 40 874 601 9 Gerichts- Zeitung. wo 11 59 Wien. Eine merkwürdige Ehebruchsaffaire beschäftigte 1 vor einigen Tagen das Wiener Bezirksgericht Mariahilf. Das Extrabl." berichtet darüber wie folgt: Was fehlt Dir, mein Rind, Du siehst so blaß aus, Du zitterst vor Erregung." Mit diefen Worten wendete fich der eben yon einem Geschäftsgange heimgekehrte Kaufmann Mar R. an seine Gattin Seraphine, eine hübsche, blonde, dunkeläugige Dame, welche nun unter Beichen tiefster Indignation ihrem Gatten folgendes merk würdige Tageserlebniß erzählte:" Dente Dir nur, als ich heute nach Hause Hause ging, fuhr mir ein Fiafer nach, der mich beim Hausthor einholte und sich erfrechte, mir den Antrag zu machen, ich solle mit ihm zum Sacher fahren, mich ein Fürst erwarte, Der mit mir soupiren wolle. Er bot mir fünfhundert Gulden an, 8 wenn ich einwillige, und sagte, es werde auch ferner mein Schaden nicht sein. Ich habe ihm natürlich derb meine Meinung gesagt, worauf er rasch davon gefahren ist."- ,, Haft Du Dir die Nummer des Fiafers gemerkt?" fragte der Mann und fuhr, als er eine verneinende Antwort erhielt, fort: ,, Das war nicht flug von Dir, indessen werde ich jedenfalls zur Bolizei gehen und die Anzeige machen, vielleicht gelingt es, den frechen Menschen, der es wagt, einer ehrbaren rau nach7zustellen, dennoch auszuforschen." Herr R. eilte zur Polizei und ( erzählte den ganzen Vorfall dem amtirenden Kommissär, dieser 9 zuckte jedoch die Achseln und meinte: Ja, wenn wir 1 den Fiafer nicht haben, ist nichts zu machen, vielleicht gelingt 7 es Shrer Gattin, denselben auf irgend einem Standplage aus zuforschen. Darüber vergingen einige Tage; inzwischen fiel Herrn R. ein an seine Gattin adresfirtes anonymes Schreiben in die Hände, in welchem dieselbe neuerlich aufgefordert wird, fich dem ihr durch den Fialer mitgetheilten Wunsch zu fügen, widrigenfalls Mittheilungen an ihren Gatten erfolgen würden, 6 Es vergingen einige Minuten ohne besondere Bwischenfälle. Immer blicken Sie zu meine Freundin!" sagte Brünette plöglich ungeduldig zu mir.- In der That, dieser vornehme Ausbruck! Dieser trunkene Bug um den Mund! Ich will noch ein Glas Bier trinken," hörte ich neben mir. Was soll ich zu Hause machen?" Mein Feeund war wieder da und sant nun endlich neben dem Alten mit dem Kopf auf die verschränkten Arme. Die Schaar der jüngeren Gäfte hatte sich tobend wieder entfernt, und nachdem fte gegangen, erhob fich das schöne Mädchen von drüben und trat plößlich an unsern Tisch. Ein starker Duft von Parfüm entströmte ihren Kleidern. In ihrem Innern mußten unruhige Gedanken auf- und abfürmen, denn ihr Fächer war in heftiger Bewegung, und die an fie gerichteten Fragen beantwortete fie überhaupt nicht oder zerstreut. Hin und wieder sah sie gespannt nach der Thür, die ins Freie führte. Ueber Brünettes Geficht flog ein seltsamer Ausdruck. Ihr Fuß stampfte den Boden. Jene schaute ste eifig und verächt D lich an. Was geht vor?" fragte ich meine Nachbarin leise. ,, Was erregt Sie so sehr?" 定 In diesem Augenblid es war inzwischen späte Nacht geworden irat ein junger, schmächtiger Mensch mit einem blonden Ziegenbart in den Kellerraum und nahm beider Mädchen Aufmerksamkeit gleichmäßig in Anspruch. Der Angekommene glich einem blonden Waldfaun. Er Vermischtes. Wahlzeit- Poesie. 1. Die Ueberraschung. Ich stand in einem Lokale Im wilden Wortgebraus, Da hört' ich mit einemmale Den Ruf: Werft ihn hinaus! Und eh' ich noch konnte fragen: ,, Wen eigentlich und warum?" Da hatten sie mich beim Kragen Und drehten mich um und um. Und als aus dem Lokale Jch flog, da ward mir klar, Und zwar mit einemmale, Daß ich es selber war. 2. Der Wahltraum. Dent' dir einmal, mein Liebchen, Was ich im Traume gesehn: Es wollten hundert Freunde Für mich zur Urne gehn. Sie eilten zum Wahllokale So frisch, fromm, fröhlich und frei, Da stand ein Leierlaften, Im Dienst der Gegenpartei. So gräßlich flang seine Weise Sie flob, und feiner blieb stehn. Dent' dir einmal, mein Liebchen, Was ich im Traume gefehn. Gedanken gekommen: er hatte im Petit Journal" den Roman La belle Julie" von Richebourg gelesen und gesehen, daß Bierzehnjähriger seinen Brodberrn tödten tönnie, indem er de Arglosen in einem Treppenwinkel erwartete und ein Meffe auf ihn zückte. Auch das wußte der Taugenichts aus feine Lektüre, daß die That für ihn keine weitere Folgen haben würde, als die Einsperrung in eine Besserungs- Anstalt bis seinem 21. Jahre. Sein Vater brach über diesen Spruh in lautes Wehtlagen aus, während der Verurtheilte ihn ganz gleid müthig hinnahm. Das Verbrecherquartier in Florenz. In Florenz, bem ,, Athen am Arno", giebt es ein Quartier, welches dem Ve brechen und dem Elend als ein Schlupfwinkel dient, wo fich fein Fremder ohne genügenden Schuß wagt, und wo di Polizei nur in einer Bahl von etwa einem Dußend handfe Männer auftritt. Senes Quartier besteht aus einem R glomerat schmußiger Straßen, welche ein in fich abgefchloffend Ganzes bilden, und feineswegs zu den allgemeinen Verkeh adern gehören. Hier haust der Abschaum der Bevölkerun Man sieht die engen Winkelstraßen von Menschen wimmel welche, oft nur halb, oder zerlumpt gekleidet, auf der Str alles mögliche betreiben. Läst fich dort ein fremdes Gefi Nr ein anständig gekleideter Mensch sehen, so erregt dies b größte Aufsehen, aller Augen richten sich auf den Fremdling man spricht leise miteinander und bald hat der lettere ein Begleitung, die ihm unheimlich wird. In diefen Quarti fteben alle Häuser miteinander in Verbindung, Schleichwe Schlupfwinkel find überall. Auch die Dächer Lommunigi miteinander, überall sind fleine Treppen angebracht, o Leitern in Bereitschaft, um den Weg von einem Haufe I andern zu machen. So ist es möglich, daß en Verbred hier den Händen der Polizei auf die bequemfte Weife entg Die Polizeiagenten, so tüchtig fie sein mögen, find nati nicht geübt im Ertlettern von Mauern, de Schleichn Der französische Ofen. Ein amerikanischer Arzt besuchte einen seiner Patienten, eine Dame, die sich über Kopfweh und allgemeines Unwohlsein beklagte. Ich will Ihnen sagen, was das ist," sagte er rasch, das ist der franzöftsche Dfen, den Sie haben. Diese Defen find Reservoires von Gift, die tödtlichsten Dinge von der Welt." Aber der Dfen loftet mich 300 batte einen gescheitelten Haarwuchs am Hinterkopf, der wie eine Perrücke aussah und sich unter dem Rockkragen verlor. Große Manschettenknöpfe, wie Miniatur Deffertteller, schloßen die weit über die rothen Hände fallenden Manschetten, und eine ungeheuere Uhrkette baumelte impertinent unter seinem Rod hervor. begann die Situation einförmig zu werden. Da trat eine neue Erscheinung in die Szene. Er begrüßte die beiden Nachtgestalten mit einer gemeinen Bertraulichkeit, doch jede vor der andern versteckt. Romm!" sagte Brünette und machte einen Platz neben fich frei. Er schien einen Augenblid zu zögern, folgte dann aber ibrer Aufforderung. Treppen, Gänge find ihnen unbekannt, und wenn fie of wähnen, daß fie ihre Beute erwischt haben, o ist diese inen für gewöhnlich doch entgangen. Nicht selter fommt es Der Mann, der an unserm Tisch sich ohne Gruß niedersezte, sah aus, wie ein schlecht gemaltes Delbildporträt. Leblose Büge und ein ftarres Auge gudten mich an. Dazu eine eigen thümliche Gefichtsfarbe und eine Nase, als ob sie einmal abgebrochen und schlecht wieder angefeßt sei. Der Körper aber war hager, spindeldürr; und große Ohren standen wie Pferdes scheuflappen von seinem Gesicht ab. Nun erhob sich der Begleiter der Rothhaarigen und ver ließ nach einem, wie es schien, sehr erregten Gespräch ohne Gruß den Keller. I ,, Eine Hühnersuppe!" Eine Hühnersuppe!" Daß Polizeibeamte hier spurlos verschwinden Die borti Bevölkerung hängt wie Kletten aneinander, hat ihre Gebe sprache, thre geheimen Beichen, und feiner rträth den anden Blöglich erhob sich die Rothhaarige und ging ins gegenüberliegende Nebenzimmer an ihren alten Plaz. ( Illustratione populare. Mailand.) bit Ein Ausspruch Sachverständiger. Bringen Sie Leiche herein," befahl der Sprecher einer Leibenbefchauer Ja in Texas. Der Körper ward zur Stelle ebracht. Die Ge schworenen untersuchten ihn genau und fragim den Art: Nicht viel später schüßte der Blondgescheitelte eine Veranlaffung vor und folgte ihr. traf ihn der Schuß?" die Mitte des Herzens?" ,, Gerade ins Hes" 1 Genau in Gerade in di Mittelpunkt feat Rem endlich land g ob mir bings uns ge Deutfd Bustän einer eine 1 vorneh Erfahr fervati Dazu fein! S gaben mürbig in den Sozial 9 gar ni Semotr fiven diefer man( Eteifle beitera haben fehen A Wer erschoß ihn" Jate Daniels."( n Dugend Beuge erklärte, daß date den Schuß gethan untJake felbft räumt es ein. Die Geschworenen beriethen eir Zeitlang. Nun meine Herren Geschworenen," sagte der Schenbeschauer, lautet Ihr Urtheil?" Her Nichter, wisind zu dem Schluf gekommen, daß Jake Daniels der beste Soße in diefer Gegend Brünette biß die Zähne zusammen und ihre Augen funfelten. Und nun wie vom plöslichen Entschluß getrieben, wandte sie sich zu dem Spindeldürren und flüsterte ihm etwas ins Dhr. ift. Mögen Sie das nicht vergessen Weshalb er es gethan. Bei eine Verhandlung mege Bruches eines Eheversprechens wurde da Verklagten geftatte ein Wort zu seiner Vertheidigung zu fechen. Ja," fagte a ,, ich füßte fie fast beständig jeden Abeo, wenn ich in Hause war." Anwalt der Klägerin Sie gefteben es alle ein?" Verklagter: Ich geftebe es aber ich mußte es thum Anwalt: Sie mußten es thun?" Berklagter:„ Es war d Dieser hörte ihr erstaunt, aber offenbar mit höchster Be friedigung zu; es belebten sich seine Büge, und ein friminalistischer Anflug von lauernder Begierde legte sich um seinen Mund. Drüben saß das schöne Mädchen und der Blondin und sischelten miteinander. einzige Mittel, fte am Singen zu hivern." bol na, fie muß mit!" erwiderte er de Greise, der aufgewa war und fich für Brünette verwesen wollte. Hauen und Standalmachen kann nicht gelitten erden. Vorwärts!" Endlich verließen alle drei der Keller und die alte Nu Während ich mich ebenfalls üftete und noch über de Busammenhang der ergreifenden Gene nachdachte, die fich eben vor mir abgespielt hatte, Laste Eifersucht, Völlerei, Dieb Nachdem Brünette dies noch einige Beit mit erbleichendem Antlig und immer steigender Unruhe beachtet hatte, erhob fie fich, durchmaß die Räume und ging mit festen Schritten auf Die beiden zu. Darauf hörte ich einen heftigen Schlag und einen Auftrat ein. ftahl ein ganzer Roman! Schulter und sagte: opfte mich Jemand auf di Ich nickte, zahlte und wane mich zur Thür. Es wa mein Freund, der nun endlich e Treppe emportaumelle und -in wunderbaren Wendunge über das ewige Räthfel b geraden Linie Versuche ansteld vor mir in der fpärlid erleuchteten Straße verschwand, Fide lichen druckt land Berlin Spu heben, benn Deutfo Löbne bas G Brand tomme nicht Honig In demselben Augenblick örte ich an der nächsten Der einmündenden Gasse lau Hilferufe und Schreien. Hald wandte ich mich dorthin. Di beiden Mädchen waren in einen Rothhaarige hatte zulezt d Hand gegen Brünette erhoben ohne daß es der Beamte veindern fonnte. Sie blutete un glitt bald mit dem Schnupich über das Geficht, balb the bas befleckte Kleid. Dabeiredete sie in ihrem gebrochens Deutsch lebhaft auf den Bziften ein, erzählte ihm racheerful alle Details des Diebstahl und bewies in diesem Falle, weld eine rohe Berson jene sei Und dann ereignete fidem Seltsames: auf, um den der Streit itbrannt war. Plöglich tauchte neb uns jener Blonde aus dem Kelle Er widersprach be Der Spindeldürre war thr gefolgt und rief, indem er die Mädchen ziemlich robh bei den Schultern padte:„ Sie folgen mir beide nach dem Mollenmarkt!" schrei, doch ohne sehen zu könner, was eigentlich ver fich ging. Angaben Brünettens ni nur, sondern beschuldigte fie fel Die Gäste hatten sich sämmtlich in großer Erregung er hoben und umringten die Gruppe. Bald darauf trat Brünette mit einem von befriedigtem Haß erregten Geficht wieder an den Tisch zurüd. 201 Eine Hühner- eine Bohnen noch eine Hühner!" merief der Wirth. Der Kellner eilte auf und ab. Gäste kamen Det und gingen. Brünette flüsterte, der Greis schnarchte der Affenabkömmling überlegte im Traum einen neuen Anlauf auf Abschiednehmen.- Diefelben Bilder wiederholten sich. Schon Verantwortlicher Redakteur R. Was ist denn eigentlich?" fragte ich eindringlich. Ohne mich anzuschauen und ihre Sachen zusammenraffend, teuchte fte: Sie hat gestohlen! Nur ich wußte, wer es ge wesen! Ich hätte nits gesagt, wenn sie nich mein Brau tigam M Der Blonde trat näher. Mit einer unnachahmlichen Be wegung erhob fie ihr Haupt und entfernte ihn aus ihrer Nähe. Und nun durchschritt auch der Beamte den Raum und schob die heftig gestikulirende Berbrecherin vor sich her. Vorwärts! Norwärts! Wird fich Alles finden. Gronheim in Na, - des Verbrechens. fich energisch auf diSeite seiner zweiten Geliebten ftellen ein so lauter, daß d Wächter eilend herbeigelaufen la Da drang ein einger, furchtbarer Schrei durch die Nacht Brünnette rig in der tregung ihren Mantel auseinander un fuchte athemlos nach sorten. Sie germalmte mit ihren Blide den Anschuldiger unendlich haftete es heiser aus ihrer Bruf ,, Infame créature!" wir et ปี mit ei Radbew baß b wenig Idhaft, ertlärt fchafter lundig Forme Encie Berfal perfon S Garter Dor er fich ichmüc menig Säfte Haufe umfeb Nun ermöglichtper Beamte durch sein energifche schreiten die Abführig der Mädchen und gleichzeitig- trat feines Widerstreben auch diejenige des Blonden Sie verschwann bald alle in dem Dunkel der Straße der Begehrenswerthe, um den fich be mich dadurch erst echt einen Einblick in den furchtbaren Liebesftreit erhobe Der Wächter flärte mich auf und lid Und wer ein bekannter grund dieser forripirten Verhältnißfe werfen. züngige Geliebt, war fänger!" lag von Max Babing in BerlinSW. Bebftraße 2. Der doppel Bauer umzuf ร Berzer gelung Re bir Den St icon für th Ambe wärts Schat gehör händ