D) 955 96 593 4.869 2 827 37 162 ( 300) 94 754 77 174 91 296 266 83 19( 300) 93 379 00) 432 ( 1000) trafbar. fen ja dungen r Stelle mal zu gegen Den, der Ihnen mperatur 2. Fil tr., 1216 enitiefeln Sillig. raße De. rtigen inften den Te. Don nde). 1870. Tbar 1176 nur iren. chen Gegr The wellas ine Nr. 187. Sonntag 9. November 1884. 1. Jabrg. Berliner Volksblall. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das ,, Berliner Volksblatt" erfcheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Mart, wöchentlich 25 f. Einzelne Nummern 5 Pf. Postabonnement pro Quartal 3 Mark.( Eingetragen im VIII. Nachtrage der Postzeitungspreisliste unter Nr. 719a.) Insertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen AnnoncenBureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berlin SW., Bimmerftraße 44. Der Verfall der Landwirthschaft. In unserem politischen Leben spielt gegenwärtig die Alage der Grundbesizer, daß der Ertrag der Landwirthschaft fortwährend zurückgehe, eine große Rolle. Dabei wird immer nur der Besizer gedacht, während von den Landarbeitern keine Rede ist. ften daran. Allerdings drückt der Import der Kornpreise, Die Besitzer find aber bei Weitem nicht am Schlimmaber für den tlugen, fleißigen, bescheidenen Mann ist die Landwirthschaft bis jetzt doch immer noch eine gute Ber forgung. Wenn sich ferner die Landwirthschaft besonders in Norddeutschland mit aller Macht auf den Znckerrübenbau geworfen hat, so daß hier Ueberproduktion und in Folge beren ein Sinten der Preise eingetreten ist, so muß man lang hobe Preise erzielt und durch unvernünftige Konkurrenz gegenseitig sich im letzten Jahre selbst geschädigt haben. würden. arbeiter stehen somit anderen Arbeitern gegenüber unter einem Ausnahmegesetze. Nicht den Landwirthen geht es schlecht, sondern den Landarbeitern. Jm vorigen Sommer wurde in der Provinz Sachsen die königliche Domäne Wolmirstedt von Neuem verpachtet. Der bisherige Pachtzins betrug M. 33,824; an neuem Pachtzins aber wurden M. 76,040 erzielt. Daraus kann man so recht ersehen, wie viel die Landwirthschaft noch einträgt! Und wenn die Landwirthe sich nur überall einer sorgfältigen Acerbestellung befleißigen wollten? Wenn sie den Moorboden, den Sandboden zur Kultur in Angriff nehmen Moorboden, den Sandboden zur Kultur in Angriff nehmen wollten? Bis jetzt sind überall da, wo dies geschehen ist, bedeutende Erfolge erzielt worden. Den Arbeitern wird so oft zugerufen: nicht Staatshilfe kann Euch helfen, Ihr müßt Euch durch eigene Kraft emporfchwingen! Jebermann weiß nun jetzt allerdings, daß dies eine alberne Phrase ist, aber bei den Grundbesigern trifft die Mahnung doch im Großen und Ganzen zu. lich großartig vertreten sein. Das amtliche Blatt der sächsischen Regierung, das ,, Dresd. Journal", schreibt diesbezüglich: ,, Aus den geweiblichen Kreisen find mehrfach Wünsche dahin laut geworden, daß für die nächstjährige Ausstellung in Antwerpen ein Reichskommiffar bestellt werden möge. Da aber diese Ausstellung, soviel bekannt, fein Staatsunternehmen ist, auch in jüngster Beit die Ausstellungen und Ausstellungsprojekte fich wieder in einer den Intereffen der deutschen Industrie nicht entsprechenden Weise vermehrt haben, so wird das Reichsamt des Innern weder eine amtliche Vertretung des Reiches auf der gedachten Ausstellung durch einen Ausstellungsfommissar, noch eine Unterstügung der Aussteller aus Reichsmiteln in Anregung bringen. Wenn die Industriellen gewiffer Fabritationszweige oder Landesstriche zu der Beschickung der Ausstellung sich entschloffen haben, obwohl das Reich dem Unternehmen fern steht, so wird denselben auch zu überlaffen sein, fich über die Entsendung von solchen Vertretern zu ver ftändigen, welche fte zur Wahrnehmung ihrer Intereffen auf Die genante dem Ausstellungsplaße für geeignet erachten." Ausstellung scheint nach dem, was bis jetzt darüber befannt geworden ist, eine sehr bedeutende zu werden; es würde der deutschen Industrie gewiß zum Vortheil gereichen, wenn sie dort vertreten wäre. Andererseits glauben mir, raß nicht nur Den Vertretern der Industriellen der Besuch der Ausstellung von Nuzen ist, sondern auch den industriellen Arbeitern. Es wäre unserer Zeit angemessen, wenn die Regierungen einer bestimmten Anzahl Arbeitern den Besuch dadurch ermöglichten, Natürlich müßten die Betreffenden aus den Kreisen der Arbeiter heraus gewählt werden. Ein derartiges Vorgehen von Seiten der Regierungen wäre auch ein gut Stück Sozial- Reform. besserung ihrer Güter in den letzten Jahren ungemein wenig Aber gerade unfere Großgrundbesitzer haben zur Vergethan, nirgends wird im Verhältnisse so wenig Land urbar gemacht, wie in Deutschland, nirgends der Privatwald mehr daß ihnen die Wittel dazu zur Verfügung gestellt würden. ausgebeutet, als bei uns. Und wenn aus diesem Grunde die Landwirthschaft keinen Wenn noch durch diese Konkurrenz eine Art Raubbau getrieben worden ist, so sollten sich die Gutsbesiger selbst antlagen; sie sollten sich bessern, anstatt über den Verfall der Landwirthschaft zu jammern und die Hilfe des Staates brzurufen. Die Hilfe des Staates aber in diesem Falle lich den Großgrundbesitzern zu Gute kommen, während die hie brei und vierfache Getreidezollerhöhung, würde Heinen Bauern und die Landarbeiter Schaden erleiden Aufschwung nimmt, dann soll der Staat durch Mittel helfen, Händen sehen, ist die Noth der Arbeiter am größten. In stellt werden, den Getreidezoll zu erhöhen um das dreiUnd gerade bort, wo wir den Grundbesitz in wenigen welche die Gesammtheit schädigen! Jm nächsten Reichstage werden vielleicht Anträge geber Arbeiter geradezu Schweineställen; anstatt Fensterschei- Boll berall laut und beutlich erklären. Dem Gejammer vierfache des gegenwärtigen Bolles. Dagegen muß sich ben trifft man vielfach geöltes Papier, der innere Raum ist der Großgrundbefizer gegenüber muß auch das Volk feine geschwängert mit dumpfer, feuchter Luft, der Lehmboden ist eifig talt und der Rauch, der nicht genügend Abzug findet, werden soll. Stimme erheben, wenn ihm das Brod erheblich vertheuert beengt die Brust der Bewohner. Städter noch beneidenswerth. Gegen biefe Wohnungsnoth ist diejenige der GroßUnd die Ernährung dieser Landarbeiter ist gleichfalls Durch künstliche Mittel die Landwirthschaft heben zu wollen, ist doppelt verderblich, da durch dieselben der alte Schlendrian verewigt wird. Der Staat aber hat höhere Pflichten; er hat die Pflicht, und mitzuwirken, daß diese aus ihrem Elende und ihrer Verkommenheit hinaus gelangen. eine äußerst schlechte. Kartoffeln und Brod aus Buchweizen das arbeitende Volt, besonders die Landarbeiter, zu schüßen, find ihre Hauptnahrung, dazu ein Schluck Spiritus mit Waffer vermengt. Da wäre allerdings das Gejammer, daß es der Landwirthschaft, daß heißt den Landarbeitern, allzu elend gehe, platten Lande gebessert und sicher nicht zum Schaden der am Blaze. einer Art Hörigkeit. Der Kontraktbruch derselben wird, ent Außerdem aber befinden sich die Landarbeiter noch in gegen der ganzen Rechtsauffassung im deutschen Reiche, noch Dadurch würden die allgemeinen Verhältnisse auf dem Landwirthschaft. Politische Ueberficht. Auf der Weltausstellung, welche in Antwerpen im immer polizeilich event. kriminaliter bestraft. Die Land- nächsten Jahre stattfindet, wird die deutsche Industrie schwers Radbrud verboten.] 7 Feuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dur. ( Forsetzung.) näberte und feine Hand auf deffen Schulter legte ,,, Sie haben Mein Freund," sagte Amberg, indem er sich dem Alten viel verloren! Ich fühle mit Ihnen." Amberg eine außerordentlich wichtige Unterredung mit seiner Frau und mit Emmy, eine Unterredung, welche fich bis gegen Mitternacht ausdehnte. Charlotte hatte in weiser Fürsorge für den Leib des geistlichen Herrn einige Flaschen vom besten Wein aus dem Keller des Gutsherrn heraufholen und in das Bimmer der Frau Pastorin bringen laffen, wo die Konferenz stattfand, so daß Herr Amberg fich nach den Anstrengungen des Tages hinlänglich stärken fonnte. Schon lange vor Mitternacht war Alles ruhig und still im Schloffe. Es schien Niemand mehr in demselben wach zu sein, als die Familie Amberg's, und auch über diese tam jest der Schlaf unwiderstehlich. Er gab deshalb seiner Frau und Frankreich. An dem Auftreten der Cholera in Paris ist jest nicht mehr zu zweifeln. Der Kabinetsrath berieth gestern über die zu ergreifenden Gesundheitsmaßregeln; alle Vorberei Einhalt zu thun. Wie heute verschiedene Morgenblätter melden, tungen find getroffen, um einem Umfichgreifen der Epidemie sind vom Mittwoch bis gestern Nachmittag 4 Uhr in dem Hospital St. Antoine 4 Choleratodesfälle vorgefommen; im Hospital Tenon tamen 7 Cholerafälle vor, von denen 3 einen tödilichen Ausgang hatten: aus dem Hospital Neder wird ein zweifelhafter Fall gemeldet, in verschiedenen anderen Theilen der Stadt wurden mehrere Choleraerfrankungen fonstatirt, dars unter einige mit tödtlichem Ausgange. Der Polizeipräfett be fuchte im Laufe des geftrigen Tages die infizirten äuser. Ein Privattelegramm aus Paris vom heutigen Tage ergänzt diese Mittheilungen; Gestern famen 21 Fälle vor, von denen 13 nach wenigen Stunden mit Tod endeten. In der Rue Marguerite, dem Lumpensammler- Viertel, haben sich die ersten Cholerabeerde gebildet, die Seuche ist also wahrscheinlich durch beschmußte Wäsche eingeführt." Paris, 7. November. Seit gestern Mitternacht bis heute Mittag find 4 Choleraerkrankungen, aber fein Todesfall ge= meldet worden. Der Herd der Epidemie scheint die Straße St. Marguerite und das Quartier St. Antoine zu sein, wo die Bevölkerung in sehr ungünstigen sanitären Verhältnissen zus Es der immer noch versteinert mitten im Zimmer stand. war ihm schwer, fich die Situation ganz klar zu machen. Da fiel fein Blick auf den Gegenstand, den er noch immer in der Hand hielt; es war ein Stück frisches Kalbfleisch und nun ward ihm Alles ilar. Nun fiel es ihm ein, daß er beim Zählen vergeffen hatte, die blinde Thür, welche er am Tage mitgezählt Er hatte, da er sich nur hatte, auch diesmal zu beachten. durch die Klinken leiten ließ, die blinde Thür überschlagen und also statt der sechsten die fiebente geöffnet. Er wäre jest gern entflohen; allein da stand wie ein Drache, den Ausgang bewachend, Charlotte vor ihm, welche ihn flammensprühend anblickte. Mit meinerlicher Stimme feste er nach einer Bause hinzu: Sch tann Ihnen feinen Trost oder Ersaz geben für das, was fte verloren haben; doch der liebe Gott will nicht, daß ste ungeliebt leben. Sehen Sie hier dies Kind, diese Jungfrau; Nacht und süße Träume, und ging dann hinaus, um sein diese. Schämen Sie sich, die Tugend eines solchen Fräuleins fie wird Ihnen eine Tochter sein! Dntel eine Tochter sein?" Emmy, willst Du dem Auch Emmy fing jetzt an zu schluchzen, fiel Rodenburg um den Hals und lispelte: " Ja! Ich will mich nie von Ihnen trennen!" mich nicht allein mit meinem Gram und meinem Schmerz. Nein, thue es nicht, mein Kind!" sagte der Alte. ,, Laß blid mit empfindet, was ich empfinde!" Bimmer aufzusuchen. Sein Zimmer?-D nein! Er hatte noch andere Wege. Es war finster im Korridor, und so hatte er es ge wünscht. Hier ist die Treppe," murmelte er und tappte an der Wand; er zählte die Thürklinken. " 1 Eins zwei- drei," und so fort. Hier die sechste muß es sein." Er verwunderte sich, daß Charlotte diese Thür nicht ein Thür war von innen nicht verriegelt. Run neigte fich auch Frau Prediger Amberg über die Lehne wenig offen gelaffen. Leise drückte er auf die Klinke.- Die des Stubles, und so umftanden die Drei den gebeugten Mann, Alle Thränen in den Augen und Alle laut schluchzend; und fo fand Lucie, welche von dem Vorgefallenen keine Ahnung batte, diefe Gruppe, als fte zur Thür hereintrat. Der erste Schmerz hatte den Alten weich gemacht, und er hatte sich an Die erften theilnehmenden Herzen, welche ihm entgegentamen, angeschloffen; und als Lucie nun tief erschrocken fich ihm näbern blieb. Bon fern stehend, konnte fte nur die Frage an den ge - da war er so umlagert, daß für sie kein Play liebten Onkel richten, was ihn so betrübe. wollte, " Emmy wird es Dir fagen," antwortete Rodenburg. Richt jest, Lucie!" sagte Emmy. Wir find Alle noch ergriffen, um in diesem Augenblick davon sprechen zu können. Lucie fühlte, daß diese Antwort für fie eine Kränkung, Später, Später!" eine Burlidsegung sei. " Sie erwartet mich," flüsterte er. Aber warum hat sie das Licht ausgelöscht?" Wenn man in einem finsteren Zimmer Jemanden sucht, so pflegt man ihn am ersten im Bette zu finden. Er suchte also vor allen Dingen das Bett. Dasselbe fand er leicht. Nun tappte er leise die Decke hinauf. Da berührte seine Hand eine Wange aber diese Wange war eifig talt, wie die eines Leichnams. Er zog erschrocken die Hand zurück und stehe da er behielt die falte Wange in seiner Hand. Bugleich aber ward ein gellender Schrei ausgestoßen. Amberg taumelte zurück. Der Schreckt hatte ihn ein wenig ernüchtert; aber er verlor alle Fassung, als er jenen lauten Schrei hörte, und als plöglich Jemand aus dem Bette sprang, die Thür aufriß und gellend um Hilfe rief. Da öffnete fich die Thür des Nebenzimmers und mit einem Lichte in der Hand erschien Charlotte auf dem Korridor. ,, Um Gottes Willen! Was giebt es hier?" Gesellschaft nicht lange bei einander. Die Gäste entfernten fich Nach diesem erschütternden Ereignisse blieb natürlich die und die Verwandten, welche die Nacht im Schloffe zu bleiben gehen!" jammerte Cordelia's Stimme. gebachten, fuchten ihre Bimmer auf. Natürlich hatte Herr D, Charlotte, retten Sie mich! Schüßen Sie mich! Ein Wüstling stellt mir nach! Laffen Sie mich zu Ihnen hineinCharlotte stand mit dem Lichte in der Hand vor Amberg, 11 zu versuchen!" In dieser Weise überschüttete fie ihn mit Vorwürfen. Sie wußte ja nicht, daß hier nichts anderes vorlag, als ein Jrr thum, und Amberg, der immer suchte, fte zu beschwichtigen, fam vor der Fluth ihrer Vorwürfe nicht zu Worte; und da Cordelia nicht aufhörte, um Hilfe zu rufen, so fonnte es denn auch nicht fehlen, daß endlich fich noch mehrere Thüren des Korridors öffneten, und auch Frau Amberg und Emmy Zeugen der Szene waren und die Situation eine für Amberg sehr peinliche wurde. Er erklärte nun endlich aller Welt, daß er sein Zimmer verfehlt habe. Indessen in Schloß Rodenburg glaubte ihm das Niemand, und bald hätte er durch dieses unglückliche Abenteuer fast seine beste Verbündete verloren. Es gelang ihm erst später, sie zu beruhigen und ihren Irrthum aufzutlären. Am andern Morgen ward Amberg überall nur mit spöttischen Blicken angesehen, und das Gerücht von seinem nächtlichen Abenteuer diang selbst bis zu Rodenburg's Dhren. Er war vielleicht der einzige, welcher der Entschuldigung Amberg's Glauben schenkte, und hatte derselbe vor dem gefammten Hausperfonal eine schwere moralische Niederlage erlitten, so hatte er seinen Platz in dem Herzen Rodenburg's nicht eingebüßt. Fünftes Kapitel. Da, wo das schottische Hochgebirge fich mit seinen wild romantischen Schluchten und Felien, mit seinem zadiger und waldigen Kamme zur Murrey- Ban herabsentt und fich Au einer felfigen und maldigen Hochebene auszubreiten be ginnt, da wo die Schlößer der ältesten Familien des Landes, die ihr Geschlecht noch bis über die Zeiten Wilhelm sammen gedrängt ist. Von Seiten der Behörden werden fort| gesezt alle Vorfichtsmaßregeln gegen die Verbreitung der Seuche getroffen. Ein eigenthümliches Gefühl beschleicht uns, wenn wir von den Vorsichtsmaßregeln lefen, die gegen die Seuche getroffen werden. Die beste Vorsichtsmaßregel ist die, daß Ser Seuche der Boden entzogen wird. Wie wir aber auch hier wieder sehen, ist der Boden für dieselbe in den Quartieren zu fuchen, wo die ärmere Bevölkerung wohnt, der es an den nöthigen Existenzmitteln mangelt. Die schlechte Ernährung, die unzureichenden und ungefunden Wohnungen, sie sind die Förderer und Erzeuger derartiger Seuchen und wenn man die Seuchen ernstlich beseitigen will, so ist es nothwendig in diesem Bunkte Aenderung zu schaffen. Die Erfolge welche die jetzige französische Regierung in überseeischen Ländern erringt und errungen hat, find fleinlich gegenüber der nackten Thatsache, daß die Bürger im eigenen Lande unter Verhältnissen leben die den Seuchen Thür und Thor öffnen. Schweiz. Aus Bern wird der Köln. 3tg." geschrieben: Mit Rücksicht auf den Erlaß des Statthalters von Elsaß Lothringen vom 28. August, betreffend die Behandlung aus gewanderter Elsaß Lothringer, hat der Bundesrath beschlossen: Allen Angehörigen der Reichslande, welche noch in oder vor Dem militärpflichtigen Alter stehen und nach Erfüllung der gefeßlichen Wohnfißverpflichtungen in der Schweiz, mit einer Entlassungsuifunde aus ihrem ursprünglichen Heimatbstaate versehen, um Ertheilung der Bewilligung zum Erwerb des Schweizerbürgertechts einfommen, ist, sofern sie in Reichslanden geboren wurden, diese Bewilligung nur unter der ausdrücklichen Bedingung zu ertheilen, daß fie fich verpflichten, die etwaigen Folgen der Rückkehr zum bleibenden Aufenthalt in Elsaß Lothringen an sich selbst tragen wollen, und mit der Erflärung, daß der Bundesrath fich der Pflicht entschlage, ste gegen dieselben zu schüßen. Gegenüber sogenannten Optanten und Optantenföhnen soll in ähnlicher Weise verfahren werden. Großbritannien. Etwa 1000 Mann Infanterie haben Befehl erhalten, sich zur Einschiffung nach Südafrita bereit zu halten, um an der unter den Befehl des Obersten Warren gestellten Expedition gegen die Freibeuter(?) in Betschuanaland theilzunehmen. Das Hauptkontingent zu Dieser etwa 3500 Mann starken Expedition werden die in Natal stationirten britischen Truppen stellen. Verhaftung viele derselben veranlaffen dürfte, aus Frland zuverschwinden. Allen ist ein junger Mann von 26 Jahren und war bis zu seiner Verhaftung Prästdent der weit verzweigten Jung Jiland Bartei". In dem Prozesse gegen James Ellis French, den früheren Polizeichef von Dublin, wegen Ver übung widernatürlicher Verbrechen, konnte sich auch die gestern zusammengetretene zweite Jury über kein Ber dift einigen und mußte nach dreiviertelstündiger Berathung entlassen werden. Der Kronanwalt versprach unverzüglich mitzutheilen, welches Verfahren er nunmehr einzuschlagen gedente. " Nord- Amerita. Ueber das Resultat der stattgefundenen Vorwahlen zur Präsidentenwahl herrscht noch keine Klarheit. Jede Partei schreibt sich den Sieg zu; die Aufregung ist nach den neuesten Nachrichten im Wachsen. Aus New York wird englischen Blättern gemeldet: Das Ergebnis der Präsidentenwahl ist noch unentschieden. Beide Parteien beanspruchen den Sieg, aber feine ist ihres Erfolges sicher. Die Aufregung ist hier gewaltig. Die Straßen find mit Menschen vollgepfropft, welche fich um die Zeitungsbulletins drängen. Einige arg wöhnen, daß die Wahlausweise im Intereffe von Börsenspelu lationen zurückgehalten wurden. Dies hat viel bittere Stimmung verursacht, aber es läßt sich nicht beweisen. Die Aufregung ist eben so groß, daß Gerüchte aller Art Glauben finden.' Michael Davitt, der bekannte irische Agitator, besprach in einer Versammlung in Bermondsey, London u. A auch die Landfrage. Er nahm für Irland das Verdienst in Anspruch, dem Landmonopol zuerst den Febdehandschuh hinges worfen und verlangt zu haben, daß die Ländereien eines Landes dem Volte als sein nationales Erbe zurüderstattet würden. In Jrland sei die Doktrin beseitigt worden, daß das Land den Landlords ges höre und daß fie damit nach Belieben schalten und walten tönnten. In Schottland, davon ist Davitt überzeugt, würden fich in Kurzem Dinge ereignen, die er zwar bedauern dürfte, Die aber durchaus gerechtfertigt wären, falls die Regierung nicht bei Zeiten im Interesse der Crofters ebenso radital vers fahre, wie dies in Jiland geschehen sei. Auch in England sei das Volk aus seiner Lethargie über die Frage der Nationalifirung des Landes erwacht. Davitt erklärte fich über zeugt, daß, wenn die Ländereien und die Berg werte als nationales Eigenthum behandelt würden, die Arbeiterklasse dieses Landes bessere Heimstätten, höhere Löhne und mehr freie Beit haben müßten und die Armuth verschwinden würde. Er befürwortete nicht die Anwendung von Gewalt zur Herbeiführung eines solchen Zustandes, sondern moralische, tonftitutionelle und friedliche Mittel; wenn die Reform indeß nicht bald ins Werk gefezt werde, so sei es unmöglich voraussuseben, zu welchen Mitteln das Volk greifen dürfte, sobald es zur flaren Erkenntniß seines Rechts komme. New York, 7. Novbr. Nach den legten, heute früh bier eingegangenen Berichten bat Cleveland im Staate NewDort eine Mehrzahl von 1000 Stimmen erhalten und wäre Danach seine Wahl zum Präftoenten als entschieden anzusehen. Mit den vorstehenden Angaben stimmen auch die von sämmt lichen demokratischen Journalen gebrachten Berichte überein. Die New York Tribune" bleibt indeß dabei, daß Blaine eine Mehrzahl von 1000 Stimmen erhalten habe. In Dublin begann gestern die Schwurgerichtsverhand lung gegen den im April d. J. in London unter Anklage des Hochverraths verhafteteten Handlungsreisenden N. Fipgerald. Die Anklage beschuldigt Fizgerald, Handlungen zum Umfturz dec Macht der Rönigin in Jrland und zu Herstellung einer irischen Republif begangen zu haben. Als Haupts belaftungszeuge fungirt der Angeber John Moran, welcher befundete, daß Fißgeralo einem Fenierbunde angehörte, welcher in Tut bercurry geheime Sigungen abzuhalten pflegte, in denen auch Waffenübungen vorgenommen und Sammlungen für den Ankauf von Waffen stattfanden. Die Verhandlung dürfte mehrere Tage in Anspruch nehmen. Eine Haussuchung bei dem vor einigen Tagen unter der Antiage des Hochverraths verhafteten Zeitungsexpedienten Allen in Dublin, bat angeb lich zur Entoedung merkwürdiger Dukumente geführt, aus denen die Existenz eines Geheimbundes ei hellt, welcher die Bezeichnung Die irischen Rächer" führt. Dieser neue Verein wurde zu dem Behufe gegründet, die Phönir Bart Mörder zu rächen und der irischen revolutionären Sache durch ähnliche Thaten wie die, welche die Laufbahn der Unüber windlichen" fennzeichneten, Vorschub zu leisten. Die Personen, welche die ,, irifchen Rächer" bilden, find meist junge Männer aus dem Handele stande, und es wird geglaubt, daß Allen's Bu den Wahlen. Das fortschrittliche Wahlbureau im 6. Beriiner Reichs tagswahlkreise, Brunnenstr. 120, ist, wie die Voff. Btg." mits theilt, mit gestern geschloffen. Gute Nacht, Fortschritt! Lokales. Projektirtes Repertoire der Königlichen Schauspiele vom 9. bis 16. November 1884. Im Opernhause: Sonn tag, den 9. Der Wildschüß; Montag, den 10.: Die Jung frau von Orleans; Dienstag, den 11.: Die Walküre( perr Niemann); Mittwoch, den 12.: Der Barbier von Sevilla; Donnerstag, den 13.: Die Zauberflöte; Freitag, den 14: Aladin; Sonnabend, den 15.: Tristan und Isolde;( Herr Niemann); Sonntag, den 16.: Oberon.- Im Schauspiek hause: Sonntag, den 9.: Narziß; Montag, den 10.: Alessandro Stradella; Dienstag, den 11. Der Damenkrieg, Sie hat ihr Herz entdeckt; Mittwoch, den 12.: Die Kails schüler; Donnerstag, den 13.: Was ihr wollt; Freitag, den 14., auf Begehren: Die zärtlichen Verwandten; Sonn abend, den 15.: Wallenstein's Lager, Die Piccolomini; Sonntag, den 16.: Wallenstein's Tod. Hannover, 6. November. Die hiesige Stichwahl zwischen Welfen und Sozialdemokraten scheint den legteren günstige Aussichten zu gewähren. Der Vorstand des nationalliberalen Vereins gibt keine Parole aus und viele hiefige Mitglieder dieser Partei werden es für angezeigter halten, dem sozialdemokratischen Kandidaten, Bigarrenarbeiter Meister, ihre Stimme zu geben, als dem das Bentrum ver stärkenden Welten Geh. Rath Brüel. Die Konservativen haben Wahlentholtung gelobt. Gestern Abend hielten die Sozialdemokraten eine von ungefähr 1000 Personen besuchte Ver sammlung ab, ohne daß es diesmal zur Auflösung fam. Ihr Kandidat bekannte fich für frete Selbstbestimmung in Religions sachen und für entscheidende Mitwirkung des Arbeiterstandes in allen die Arbeiterverhältnisse betreffenden Fragen, für allmählige Aufhebung der Frauen- und Kinderarbeit in den Fabrifen durch eine derartige Aufbesserung des Lohnes, daß ein Arbeiter allein ausreichend für seine Familie sorgen könne und der Frau mehr Zeit für die Erziehung der Kinder übrig bleibe. Dadurch allein werde einer Vermehrung der Vagabonden entgegengearbeitet, nicht durch Vermehrung der Gensdarmerie wie Windihoist wolle. Für eine Pflicht des Abgeordneten erklärte der Redner, auf eine Verminderung der Steuerlast durch Vers ringerung des Militär budgets hinzuwirken. Die Zölle auf Nahrungsmittel verwarf er als eine Einrichtung, welche dem Arbeiterftande und dem fleinen Grundbefizer Nachtheile bringen, während der Großgrundbefizer Vortheile ziehe. des Eroberers hinaus verfolgen, theils in ihrer pittoresten, mittelalterlichen und oft phantastischen Bauart fich auf Feld gipfeln oder inmitten unzugänglicher Schluchten erheben, und wo altersgraue Ruinen, welche noch aus der Zeit der Picten und Scoten herrühren mögen, düster und unheimlich aus dem Hochwalde ragen da liegt an einem Bergabhange das Stäotden Blackfield, ein Drt, der von jedem Verkehr abge schloffen ift. Keine Bahn geht in die Nähe von Blackfield, oder überhaupt in diese Gegend des schottischen Hochlandes, welche noch ganz den Charakter der ursprünglichen Homantit trägt. Das ist die Gegend, ganz geschaffen für den eingefleischten schottischen Fuchsjäger und für die Abenteurer jener Jagd, welche nur allein unter den Söhnen des Hochlandes betrieben wird. Es war gegen Weihnachten des Jahres 1867, als vor einem der unscheinbaren Häuser von Blackfield ein Reiter hielt von in der That ziemlich sonderbarem Aussehen. Ec wor ganz in Ragenfell geffeidet, trug eine Müge von Fuchspels mit Klappen an den Seiten, welche ihm über die Ohren herabbingen. Er führte noch ein zweites Pferd mit sich. Dem Hausknecht des Gasthofes die Pferde übergebend, fragte er denselben: Der Doktor schon aus den Federn?" " Glaub's faum," antwortete der Angeredete, der sich selber noch die Augen rieb ,,, es ist ja noch so früh." Königsberg i. Pr., 5. November. Das konservative Dr gan Rönigsbergs, die ,, Oftpr. 8tg.", bringt am Dienstag zwei Artikel, in welchen der fonservativen Partei angerathen wird, bei der Stichwahl ihre Stimmen nicht dem freifinnigen Abgeordneten Dr. Möller zu geben, sondern auf den sozialDemokratischen Kandidaten, Schloffermeister Godau, zu vereinigen(??). Magdeburg, 6. November. In der heute Abend unter dem Vorsitz des Stadtraths D. Duvigneau abgehaltenen Generalversammlung des nationalliberalen Wahlvereins" wurde betreffs der Stichwahl im hiesigen Wahlfreise zwischen Heine( Soz) und Büchtemann( dfr.) den Mitgliedern dringend empfohlen, unter den obwaltenden Umständen für die Wahl des Legteren einzutreten. Zur Warnung. Die leidige und oft gerügte Gewohnhelt von Frauen und Mädchen, Nadeln in den Mund zu nehmen, hätte vor Kurzem wieder fast ein Opfer gekostet. Ein junges Mädchen, das in einer hiesigen Familie als Röchin dient, ver schluckte aus Unvorsichtigkeit am Sonntag vor acht Tagen eine Nadel. Wenn sie auch Anfangs dies Ereigniß nicht weiter beachtete, so stellten sich doch nach zwei Tagen Schmerzen ein, Die fich allmählich steigerten und zu entseglichen Dualen wurden Glücklicherweise gelang es, der Boff. 3." zufolge, im Lazarus frankenhause Herrn Dr. Langenbuch, die Nadel, welche fich in den Därmen festgesetzt hatte und im Begriff stand, dieselben zu burchbohren, durch das Mittel des Bauchschnitts zu entdecken und zu entfernen. Die Kranke soll auf dem Wege zur völligen Herstellung sein. Offenbach. Nach den bis jegt vorliegenden Nachrichten hat Liebfnecht( S03.) mit 2000 Stimmen- Mehrheit über Schloßmacher( nl) geftegt. Der Doktor Rodenburg war in der That erst aufgeftanden und hatte eben erst begonnen fich auf einer Maschine den Morgentaffee zu bereiten. Das Bimmer, welches er bewohnte, war ein außerordentlich bescheidenes, und das Meublement bes stand eigentlich aus nichts mehr als zwei Tischen und zwei Stühlen. Der eine Trich lag voller Bücher und Papiere, Der andere diente augenblidlich zum Frühstücstisch, denn in der Mitte desselben paradirte eine Roffeemaschine aus Weik blech und eine Taffe, welche ehemals aller Wahrscheinlich leit nach einen goldenen Rand gehabt hatte. Er war nicht wenig erstaunt, als man schon so früh bei ihm pochte, denn Friz Rodenburg gehörte nicht eben zu den gesuchten Aerzten, meil er eine fits ein Deutscher war, der sich erst seit einigen Jahren in England authielt, und der also in der kleinen Stadt immer noch wie ein Fremder betrachtet wurde. Solingen. Stichwahl. Schumacher( Soz.) 8834, Fuchs( Bentr.) 5315 Stimmen, mithin ist Schumacher ( Soz.) gewählt. Fig! Junge! Define!" rief eine raube Stimme draußen. Nun schwand das Erstaunen aus dem Geficht des jungen Arztes und machte freudiger Ueberraschung Blog. tannte diese Stimme.- Es war die seines Bathen und Er Breslau, 7. November. Im Wahlkreise Breslau, östlicher Theil, ist hasen clever( Sos) mit 8499 St. gewählt, Dirichlet( oft.) erhielt 5833 Stimmen. Im Wahlkreise Breslau, westlicher Theil, ist Kräder( So.) mit 8934 Stimmen gewählt, Friedländer ( dfreif.) erhielt 7376 Stimmen. Pferdebahn- Statistit. Auf den Linten der Großen Bers liner und der Großen Internationalen Pferde- Eisenbahn Aktiengesellschaft find im Monat Oftober 1884 6 274 202 Ber fonen befördert und dafür 765 834,60 M. oder durchschnittlich pro Tag 24 704,34 M. von beiden Gesellschaften eingenommen Die Einnahme im Oftober 1883 belief sich auf 677 362,45 oder durchschnittlich pro Tag 21 850,40 D. g. Ein großer Anflauf entstand gestern Abend gegen 8 Uhr in der Klosterstraße dadurch, daß ein innger Raufmann ohne Kopfbedeckung einem Manne, anscheinend einem Haus diener, den Vorwurf machte, mehrere Unterschlagungen an Geld und Waaren begangen zu haben, und Legteren, aber vergeblich, aufforderte, nach dem Geschäft zurückzukehren, welches der Mann plöglich ohne seinen Ueberrod und Müge verlassen hatte. Da ein Schußmann nicht in der Nähe war, so begab fich ein Herr aus dem herbeigekommenen Bublifum zu dem an der Ecke der Königs- und Neue Friedrichstraße ftationirten Schußmannspoften, welcher denn auch erschien und die beiden Parteien zur Feststellung des Sachverhalts unter großem Ge folge nach dem nächsten Polizeibureau brachte. eines alten Freundes seines Vaters, die Stimme des alten Habicht. Du bist es?" rief er. Alle Teufel, woher kommst Du schon so früh und bei dieser barbarischen Kälte?" N jeber war pitel gefet Sitt brer fheir begi Gru Don nig weld ju le freife Mig nach ver ha gle nicht 72 05 follte Don es a Wa wäb nicht mein beffe auße and unfer Daß ben Die 1880 Blic ordne nach 50 00 um 5 ben wähl g. Einen Selbstmordversuch machte in der vergangenen Nacht der Kellner Andreas Mertens in einem in der Lange straße 16 belegenen Schanklokal, indem er sich zwei Meffer ftiche in die Bruft beibrachte, ehe es ein Dritter verhindern fonnte. Der Schwerverlegte wurde sofort per Droschte nach der Sanitätswache in der Blumenstraße 59 befördert, von wo aus nach Anlegung eines Nothverbandes seine Ueberführung nach dem städtischen Krankenhause erfolgte. Welche Gründe den M. zu dem beabsichtigten Selbstmord getrieben haben, fonnte nicht fofort ermittelt werden. Polizei Bericht. Am 5. d. M. Nachmittags verun glückte der Schirrmeister Rudloff in der Borsig'ichen Eisen gießerei in Moabit dadurch, daß ihm beim Nieten eines Dampf feffels ein etwa 2 Centimeter langes Stück Eisen in das linke Auge flog und darin fizen blieb. Der Verunglückte wurde mittels Droschte nach der Augenklinik in der Karlsstraße ge Am 6. d. M. Vormittags wurde dem Maurer Gramm, als er beim Durchstemmen eines in Cement gemauerten Bogens einen Stel herausstoßen wollte, durch das Zusammen brechens des Bogens die Hand in der Fuge eingeklemmt und ihm von zwei Fingern das Fleisch und von einem Finger bas erste Glied abgequetscht. Gramm wurde nach der Königlichen Klinik gebracht. Klinit gebracht. Am 7. d. M. Vormittags verunglückte der Arbeiter Bauer, während er am Blan- Ufer einen mit Steinen beladenen Wagen vorwärts schieben half, dadurch, daß er auss glitt, vom Hinterrad überfahren wurde und einen Bruch des linken Fußes erlitt. Bauer wurde nach der Charitee gebracht. Am Nachmittage deffelben Tages entstand in einer Dach wohnung des Hauses Rottbuser Ufer 6 während der Abwesen heit des Wohnungs Inhabers Feuer, durch welches die ge fammte Einrichtung der Wohnung zerstört wurde. Das Feuer wurde von der Feuerwehr gelöscht. Gerichts- Zeitung. und Jiraeliten und den Bediensteten des Cafee Bentral in de Jener nächtliche Krawall zwischen Antisemiten einerseits Jerusalemerftr. andererseits welcher in der Nacht zum 11. Mai in dem genannten Lokale stattfand und schließlich zu einer blutigen Schlägerei überging, unterlag gestern der Beurtheilung der 91. Abth. des Schöffengerichts. Von den dabei Betheiligten waren elf Bersonen mit einem polizeilichen Strafmandate be dacht worden, vier derselben hatten sich dabei beruhigt, übrigen aber Widerspruch erhoben und richterliche Entscheidung beantragt. Ueber die Entstehungsart dieser turbulenten Szene und geben die Antisemiten folgendes an: Sie feien in be bie Der Eintretende war der Mann mit dem Kazenfellübers gehen die Angaben der betheiligten Parteien weit auseinander wurf und der Fuchspelzmüße. Der alte Habicht war früher ein deutscher Nimrod gewesen. Er hatte indeß vor vielen Jahren seinen damaligen Herrn auf einer Besuchsreise nach Schottland begleitet, und hier hatte ihn das Jägerleben der schon befand er sich hier, und so lange war es her, daß er von der Bruder des Guteherrn, war damals Kaufmann in Ham burg und lebte in den günstigsten Vermögensverhältnissen; Friß war damals noch ein Bube, den der PBathe auf den Knieen reiten ließ, und der sich ein Vergnügen daraus machte, an seinem ftruppigen Schnurbart zu zausen.- Has bicht hatte schon damals den allerliebsten rothwangigen Knaben in sein Herz geschloffen. Viele Jahre vers gingen, ohne daß er auch nur eine Nachricht aus Hams burg erhielt. Durch einen Bufall nur hatte er von dem Tode feines Jugendfreundes gehört und zugleich erfahren, daß derfelbe vollständig verarmt sei und seine drei Kinder hilflos zurücklaffe. Fiß, der älteste von den Dreien, studirte damals und bem Rabt in 1 herri mit bis Bef folch Das mit Derf Ich u fchei mül 416 Der Jag Der gebi mit anz Sp besagten Nacht aus einem Verein gelommen und hätten das Lofal betreten, um noch eine Taffe Kaffe zu genießen. Einer der ihrigen habe nun ein Exemplar der. Wahrheit" aus de maßen angezogen, daß er fich nicht entschließen fonnte, nach Tasche hervorgezogen und fich mit der Lektüre dieses Blattes Deutschland zurückzukehren. Seit fünfzehn oder zwanzig Jahren beschäftigt, worauf einer der jüdischen Gäste, ein Kaufmann Gramann, demselben hierüber Vorbaltungen gemacht habe, Rodenburg, dem Freund seiner Jugend, Abschied nahm. Dieser, welche dieser energisch zurückzuweisen fich für berechtigt ge halten habe. Plößlich und wie auf ein gegebenes Signal seien die Jfraeliten unter dem Schlachtrufe ,, Verfluchte Chriften bunde" auf fie losgeftürzt und hätten die Thäilichleiten be gonnen, allerdings hätten fich die Angegriffenen zur Webre gefeßt, als aber die Bediensteten des Cafee den jüdischen Stamm gäften zu Hilfe geeilt wären, da hätten Sie unterliegen müffen Sie find von der Uebermacht zur Thür hinausgedrängt worden Am schlimmsten ist der Schuhmachermeister Schröder bei bes Affaire weggekommen, derselbe wurde so übel zugerichtet, ba er blutüberströmt zur Sanitätswache geschafft werden und hat er mehrere Wochen an den erhaltenen Wunden la boritt. Eine hervorragende Rolle soll der stämmige Bortic des Cafee bei der Schlägerei gespielt haben, denn wie die schlauch auf fte losgeschlagen. Eine andere Version über ben Borfall giebt die Gegenpartei, welche behauptet, daß die Ant semiten die Feindseligkeiten eröffnet und mit dem Rufe Juben raus" die Thatlichkeiten begonnen haben. Der Portier Stepban Duded wollte fich überhaupt nicht bei der Schlägerei betheiligt sondern in seiner Loge geschlafen haben und durch be Standal aufgewedt worden sein. Als er darauf zur Wieber den Kampfplay betreten babe seien die Streitenden bereits auf der Straße gewefen. Die zum geftrigen Termine erschienenen Angeklagten der antifem tischen Partei stellten die Sache so dar, als seien diejenigen welche fich bei dem Strafmandat beruhigt baben, die eigen gründen und fannst dann für Deine Geschwister sorgen. lichen Ruheftörer gewesen, die übrigen aber seien nur mit u gangen, und die jüngste, eine Tochter, fristete durch ihrer Hände Antisemiten befunden, hat er mit einem fingerdiden Gummi Arbeit nothdürftig ihr Dasein. Da hatte er denn an seinen Liebling geschrieben: Fris, mein Junge! Du bist der Aeltefte von Euch Waisen und mußt für die Andern sorgen. Zu dem Bvde mußt Du etwas Tüchtiges werden. Komm hierher! Wir haben eine Universität in Edinburgh, und so viel fann ich erübrigen, um Dich Dein Studium be enden zu lassen. Dann sollst Du hier bei uns Doktor werden. In Blackfield hat man feinen anderen Doftor, als den Bader, welder durch Schröpfen und Aderlassen allalle Riantheiten furirt, vom Schnupfen bis zur Lungenentzündung. Du wirst Dir hier einen Hausstand Das wenige Geld, das ich diesem Briefe beilege, herstellung Der Ruhe bod Der fein unf felt Bei uni pre gen ma bed gieb Deiner Schwester Lucie. Sie soll sich damit helfen, den widersprechenden Aussagen der Zeugen eine Klärung Wache gefolgt, um den Sachverhalt aufzuklären. Da fich bei so weit fte tann." Fortiesung folgt.) Sachverhalts aber nicht erzielen ließ, so erkannte der Gericht hof auf Freisprechung sämmtlicher Angeklagten. Ich ger t. ot, ant weg Flugbl te, wurd erneuerte en): G Saft gege gebi ühren! Bort? fhin übe e ftrafle egen, in Wien at beftan Liebfi ren Bol fügte f Denn fa Gu Grun webeli merhin d ten Wo and the Bebt's Der. ngen m aber, we nbar o rgen Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. Die zu Montag den 10- d. M. anberaumte Versammlung des Fachvereins der Tischler findet nicht statt, sondern ist auf Mittwoch d. 12. d. Wt. verlegt, von da ab finden solche jeden Montag vor dem 15. jeden Monats, Abends 8 ein halb Uhr, in Säger's Restaurant, Grüner Weg 29, statt. Der intereffanten Tagesordnung wegen ist es erwünscht, daß alle Mitglieder, welche im Often wohnen, am Blaze find. Die Generalversammlung des Fachvereins der Metallschrauben-, Façondreher und Berufsgenossen Berlins findet Sonntag, den 9. November cr., Vormittags 11 Uhr bei Wohls haupts, Manteuffelstraße 9, statt. In diefer Versammlung haupts, Manteuffelstraße 9, statt. In diefer Versammlung wird berr Dr. Canig einen Vortrag halten über: Die Lunge und ihre Erkrankungen, naturgemäße Pflege refp. Heilung." Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Eine gefchloffene Mitglieder- Versammlung des Ver bands Deutscher Zimmerleute, Lofalverband Berlin", findet am Mittwoch den 12. Noobr. cr., Abends 8% Uhr, Infelstr. 10, II. statt. T.- D.: 1. Neuwahl des Vorstandes. 2. Verschiedenes. 3. Fragelasten. Der Wichtigkeit halber wird jedes Mitglied ersucht, zu erscheinen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Die Schreibgebühr beträgt 50 Pf., der laufende Wochenbeitrag 10 Bf. Verein der Modelltischler. Montag, den 10. d. Mts., Abends 8 Uhr, Ackerstraße 144. Vortrag. Gäfte find willtommen. 40 Die Mitglieder der Central- Kasse der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter( für den Bezirk äußere Louisenstadt, Berlin A) versammeln fich am Montag, den 10. November, Abends 8 Uhr im Lokal des H. Wohlhaupt, Manteufelstr. 9. Tagescrdnung: 1. Abrechnung vom dritten Quartal. 2. Medizinalfrage. 3. Verschiedenes. Das Mitgliedsbuch legitimirt. 30059 34 386 671 390 742 4 699( 500) 197 28 525 453 331 337 864 722( 300) 881 603( 300) 704 267 888. 31101 955 197 255 879 836 277 555( 1000) 94 244( 1000) 388 541 171. 32924 556 418 676 636 11 427 857 234 478 608 274 574 460 752 748 247 579 897 736. 33139 701 432 280 300 427 576 783 912 67( 1000) 959 695 640 778( 5000) 788 611 698 51 844 402 372 72( 300). 34571 61 101 770 922 301 279 522 914 282 612 551 433 138 941 864( 3000) 16 ( 1000) 617 163 651 512( 500). .35124 491 309 573 822 362 314 266 428 527 700 788 258 850 65 865 911 756 887 ( 500) 10 610 764 249 538. 36728 63 546 380 441( 300) 313 ( 3000) 709 628 563 396 670 686 575 609. 37321 356 7 264 534 782 192 486 365 83 212 434 968 792 614 522 198 20. 38612 59 381 638 231 53 351 250 74 607 353 389 811( 3000) 184 421 3 345. 39480 243 828 857( 300) 514 352 120( 300) 688 831 475 558 210 295 484 698 437 151. Die General- Versammlung der Metallarbeiter Berlins beschäftigte sich am Freitag Abend in Sanssouci" Rottbuserstr. 4a) wieder einmal sehr angelegentlich mit der Lampenfabrik von Holy. Da von diesem troß des feinerzeit anläßlich des Strifes gegebenen Versprechens fernerhin feine Mädchen einstellen zu wollen, solche doch wieder angenommen wurden, sodaß deren jest 26 in der Fabrik beschäftigt find, fab fich die Lohntommiffion veranlaßt, gemeinsam mit den in ber Holy'ichen Fabrik beschäftigten Arbeitern zu berathen, welche Mittel und Wege zur Abstellung der vorhandenen Mißstände in Anwendung zu bringen sind und wurde bei dieser Gelegenheit folgende Vereinbarung getroffen:„ Die bei Rühne versammelten Arbeiter des Herrn Lampenfabrikanten boly beauftragen hiermit die Lohnkommiffion der Metallarbeiter, fich mit dem betreffenden Fabrikanten behufs Einlösung feines am 14. Mai cr. gegebenen Ehrenwortes in Betreff der in feiner Fabrit eingebürgerten Frauenarbeit in Verbindung u segen, da durch ein weiteres Umfichgreifen derselben eine Schädigung des ganzen Gewerks die Folge sein würde, indem unter den heutigen Verhältnissen die ungenügende Bezahlung Der weiblichen Leistungen einen Druck auf den so schon geringen Verdienst der männlichen Arbeiter ausübt. Da die Anwesenden zu der Ueberzeugung gelangt find, daß es dem betreffenden Holy nur um eine Gewinnung billigerer Arbeitsträfte zu thun ist, um in der Lampenfabrikation einer verwerflichen Schmuglonkurrenz Thür und Thor zu öffnen, geben ste hiermit die Erklärung ab: Sobald Herr Holy den gerechten forderungen seiner Arbeiter nicht Gehör giebt und unverzüglich die weiblichen Arbeitskräfte aus der Fabrit entfernt, find bie gesammten Arbeiter gesonnen, ihre Arbeit daselbst niedersulegen und mit allen gefeßlichen Mitteln Hrn. Holy zur Annahme ihrer Forderungen zu zwingen. Gleichzeitig wird die Lohnzelnen Werkstätten hat der Kommission der Tischler Verantommiffton beauftragt, hiervon Renntniß zu nehmen und die nöthigen Schritte einzuleiten." Diese Schrift zirkulirte in 4 Gremplaren unter den Arbeitern der Holy'schen Fabrik; da aber der größte Theil derselben fich ablebnend hierzu verhielt und nur 9 Klempner und 4 Schnittarbeiter unterzeichneten, scheiterte das Unternehmen und der beabsichtigte Strife fonnte nicht in Szene gefegt werden. Herr Holy, dem diese Vorgänge in feiner Fabrit nicht verborgen blieben, hatte nunmehr nichts Siligeres zu thun, als die Unterzeichner obigen Schriftstückes u maßregeln, d. h. zu entlassen. Es trat nunmehr an die Metallarbeiter Berlins die Frage heran, ob diese Gemaß regelten zu unterſtügen seien oder nicht, welche von Herrn Julius Müller, dem Vorsitzenden der Lohnkommission, bollsten Umfange bejaht wurde und dem sich die General Bersammlung auch anschloß Mar Kreuz Gelegenheit nahm, anläßlich dieser Vorgänge energisch für Staatshilfe zu plaidiren, da Selbsthilfe Nichts vermöge. Wenn den Fabrikanten gefeßliche Schranken bezüg lich der Ausnügung weiblicher Arbeitsfräfte gezogen wären, tönnte Derartiges wie bei holy nicht vorkommen, und würde bie Staatshilfe nur zu gefunden und guten Verhältnissen im Staatsleben führen. Auf eine Unterhandlung mit Herrn holy hatte die Kommission verzichtet. Daren to en Ruß zweiflun und und hut Lante n, nim und und fo D, beng find no der, we geidhid Ein We Beboris sieber Teln bat en für b tomatic entlid Angeli e Rami mian u stefe bu füge m jeine B erzensti es Worl n dazu fängli 5m Wo B wie f ich. en, wen mit ibr imath milie baf b Det D er Wint ermonate mn Wint it Gie Rüdre fein 24 alich tämpfe entgege Denn erfch en, er au eben Bran ern, fte ein ein T n, bak e au er, no ugebra ber bd nuf at tom irth lo einig afche fo erbe arten g fold perbrad lat bein teuerein werbe nicht ba rabt B im während Herr Die Mitglieder der Zentral- Kranken- und Begräbnißtaffe der Sattler und Berufsgenossen Deutschlands ( gen. Hoffnung, E.) hielten am Mittwoch in den Gratmeil leit der Tagesordnung hatte die Mitglieder zahlreich versammelt, da auf derfelben stand: Berichterstattung des Vorstandes". In dieser Angelegenheit berichtete herr Giese, indem er darauf hinwies, daß er feine erfreuliche Mittheilung zu machen habe, Die Tischler im W., SW. und S. versammeln sich am Montag Abend 8 Uhr in Röhler's Salon zur Besprechung einer äußerst wichtigen Tagesordnung. Die Vorgänge in einlaffung gegeben, diese Versammlung einzuberufen. Die Minimallobntarife gelangen dort zur Vertheilung. Fachverein der Schmiede. Versammlung Montag Abend 8, Üühr in Gratwell's Bierhallen, Kommandantenſtr. 77-79. L.- D.: 1) Vortrag des Stadtv. Herrn Friz Gördi. 2) Vorlegung des an die Schmiede ganz Deutschlands zu erlaffenden Aufrufs. Gäſte willkommen. Eine öffentliche Tapezierer- Versammlung findet Montag, den 10. November, Abends 8 Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthause, Alte Jakobstraße 37, statt. Tagesordnung: 1. Welche Stellung nehmen die Tapezierer- Gehilfen Berlins zur gegenwärtigen Lohnbewegung? Ref. Herr Tischlermeister Mitan. 2. Verschiedenes. Im eigenen Interesse ist es Pflicht eines jeden Kollegen, die Versammlung zu besuchen. Eine große öffentliche Versammlung der Schlosser und Berufsgenossen findet Montag, den 10. November, Abends 8 Uhr in den Gratweil'ichen Bierballen, Romman bantenftr. 77-79 statt. TD.: 1. Vortrag über: Unsere Lage. Ref. Kollege Bezold. 2. Diskussion. 3. Wahl zweier Kommissionsmitglieder. 4. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen zu erscheinen. Der Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler und Berufsgenossen hält am Montag den 10. d. Mits., Abends 8%, Uhr, Adalbertstr. 21, eine Versammlung ab. T. D. Vortrag des Technifers Herrn Raeg über die praktische Anwendung der Dezimal Rechnung im Handwerk. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Von Herrn Mar Lüpschüß erhalten wir folgendes Schreiben: Mit Bezug auf den Bericht über die Wählerverſammlung der Arbeiterpartei in Nr. 18 des„ Berl. Bollsda das Statut, welches zur Genehmigung eingereicht gemesen vorzubeugen fei, noch einige formelle Abänderungen erfahren müsse und es deshalb die gehoffte Genehmigung nicht erhalten habe; dann legte er den Mitgliedern die einzelnen Punkte dar, welchen dann auch eine andere Faffung gegeben wurde. Nach der Durchberathung derselben wurde beschlossen, dieselben in dieser geänderten Form noch einmal zur Genehmigung einzureichen. Dann sprachen verschiedene Redner, welche die Mitglieder auf forderten, den Muth nicht finten zu laffen. Ferner wurde Darauf aufmerksam gemacht, nicht länger in der alten Gewerks laffe zu bleiben, sondern sich lieber einer anderen Hilfskaffe anzuschließen, da man aus dieser jeder Zeit wieder austreten tonne. Dann wurde darauf hingewiesen, daß am Sonntag, Raffe eine große mufttalisch humoristische Soiree stattfindet, zu der Billets bei allen Bahlstellen zu haben sind. Zum Schlufse wurde bekannt gemacht, daß am 3. Dezbr. in demselben Lokale Cine Bersammlung stattfindet, wenn sich jedoch vorher etwas Wichtigeres ereignen sollte, so wird es den Mitgliedern angezeigt. An die Schuhmacher Berlins. Kollegen! Wie die Arbeiter anderer Gewerke, so haben auch die Schuhmacher fich aufgerafft und haben in einer öffentlichen Versammlung eine Lohntommission gewählt. Dieſe tritt an Euch heran- Mon tag den 10. Novbr., Abends 8% Uhr, findet in Keller's Ge fellschaftshaus, Andreasstr. 21( am Andreasplay), im größten blattes" sehe ich mich, um einem etwaigen Mißverständnisse zu der Erklärung veranlaßt, daß ich in jener Versammlung nicht anwesend gewesen, mithin auch nicht das Angeführte gesprochen haben kann, um so mehr, da ich durchaus nicht die Anfichten des betreffenden Herrn theile. Hochachtungsvoll Max Lüpschüß, Reichenbergerstr. 55. Der qu. Bericht ist von uns einer anderen Zeitung entnommen, wir tennen den Namen des lügenhaften Reporters nicht, wir würden sonst nicht anstehen, denselben öffentlich zu nennen. Tagesliste der Königl. sächsischen Landeslotterie. Biehung vom Sonnabend, den 8. November. ( Ohne Gewähr!) 9( Ohne 849 961 477 349 409 684 879 32( 300) 273 539 402 1867 797 892( 3000) 557 7 576 460 634( 1000) 840 542. 361( 300) 229 545 617 542 72 748 126 573 844( 500) 706 299 641 695 111( 1000) 137 435 664 52 560 36( 1000) 173 454. 2036 750 996 323 912 866 606 499 115( 3000) 245 422 707 581 227 799 422 215 425 263 550. 3760 183 693 4818 490 820 267 909 131 70 651( 300) 151 453 32( 500). 426 694 387 590 902 890 482 466 376 804 912 307( 3000) 869 85 567 171 196. 596 145 58( 300) 582 278 454 349 29 831 64 527 234 334 7 139 820 13( 300) 482 237 391 132( 300) 920 701( 1000) 738 487 774. 6545 24 305 456 395 166 821 514 73 244 714 38 512 748( 1000) 76 325 754 Saale Berlins, eine Maffenversammlung der Schuhmacher 200. 7861 374 71 530 272 615 152 81( 1000) 994 475 flatt, in welcher die Kommisfion ihre Vorschläge zur Begut achtung vorlegen, und Herr Schuhmachermftr. Megner, welcher als alter Kämpe schon lange in den vorderen Reihen der Arbeiterbewegung steht, als Referent für unsere Sache eintreten wird Also, Kollegen, soll etwas geschehen, so zeigt durch Euer maffenhaftes Erscheinen, daß Ihr gewillt seid, unsere drüdenden Erwerbsverhältnisse zu verbessern. Die Rommission hat Daten über Löhne zu Tage gefördert, die wahrhaft erschreckend find. laffen, oder Wollt ten? Ihr wollt Wir das Uebel fich weiter einfreffen Ihr ihm mannhaft entgentres auf Euch. daß unser Gewert das größte in Berlin ist, darum feid alle am Meister und Gesellen, die Arbeiter der Schuhfabriken und Engroßgefchäfte, die Stepper und Vorrichter, sowie die Werkmeister und Buschneider haben die Pflicht, zu erscheinen. tommiffion der Schuhmacher Berlins. Alle Die Lohn Im Unterstützungsverein der Buchbinder eröffnet am Montag Herr Dr. Döring, Dozent an der Humbold- Alademie, einen Cyclus von Vorträgen über Darwinismus, deren erster bie Borläufer und das Wesen desselben behandelt. außerdem erwähnenswerth, daß genannter Verein foeben ein eigenes Drgan, die Augemeine Deutsche Buchbinderzeitung" ins Leben gerufen hat, deren Probenummer in dieser VerBersammlung vertheilt wird. Bemertt sei noch, daß die regel mäßigen Vereinsversammlungen von jest ab jeden Montag im Restaurant Feuerstein, Alte Jakobstraße 75, stattfinden. " Es ist Der Bezirksverein des werkthätigen Volkes des 29., erhebliche Zunahme von neuen Viitgliedern zu verzeichnen und fcheint derselbe auch fernerhin noch einen bedeutenden Zuwachs nach den schon ist vorliegenden Anmeldungen zu erhalten. Aus diesem Grunde hat der Vorstand in seiner legten Sizung befchloffen, die Versammlungen des Vereins von jest ab nach dem Reftaurant Seefeldt( großer Saal, Grenadier ftr. 39, zu Derlegen und wird die nächste Versammlung am Dienstag, den 11. November daselbst stattfinden, in welcher Herr Prediger emerit. Rendziora einen wissenschaftlichen Vortrag halten wird. befucht würde, um immer mehr und mehr den Zwed des Bereins durch fommunale. politische und wissenschaftliche Vors träge belebrend auf die Arbeiterschaft in diesen Bezirken zu wirlen, seiner Verwirklichung näher zu führen.( S. Inf.) 137( 300) 516 398 706 101 944 8565 61 516 221 263 868( 300) 899( 3000) 633 769 37 279 89 564 225 233 58( 500) 168. 9391 473 555 739 39 645 415 836 27 411 388 883 968 535 146 552 236 263 540 307 117 789 524 417. 10558 295 97( 300) 934 951 863 823 768 499( 300) 673 ( 5000) 559 804 222( 300) 820 765 115. 11436 612( 300) 76 239 26 485 732 398 244 569 213( 3000) 856 785 779 382 653( 500) 984 294 277 669 608 388 332( 3000). 12458 680 523 41 9 659 2 397 843 930 725( 300) 89( 300) 612 ( 500) 846( 300) 416 955 584 898 714. 13307 788 654 85 359 35 584 928 13 490 314 460 371 153 92 951 237 9 22 784 489( 300) 88 795. 14137 343 662 913( 300) 965 208 356 495 478 56 246 747 792 914 230 310 869 436 554( 300) 12 165 256( 300). 15577 546( 3000) 310 413 632 541 705 ( 300) 394( 300) 940 728 813( 3000) 341 583 119 287 49 267 994( 3000) 743 617. 16400 610 472 652 160 849( 300) 896 208( 300) 637 115 092 287 980 590 808 629 517 973 801 894 304. 17763 617( 300) 361 965 428 151( 1000) 332 936 915 145( 1000) 697 531 556( 1000) 559 981 826( 5000) 330 387. 18591 575 231 581 293 242 233( 300) 724 89 965 506 23 446 116 302 993. 19929 795 810 643 41 1 803( 500) 699 555 917 340 422 774 585 839 223 883 235 884. 20229 325 353 880 868 172 550 588 929 88( 500) 250 883 34 895 432 644 670 677 15 863 223. 21644 226 847 982 880 525 164( 300) 804 76 536 137( 300) 733 616 945 838 973 969. 22242 593 172 685 459 296 486 507 174 622 328 246 783 518 267 307 356 936 774 997( 1000) 808 221 523 405 940. 23929 335 709 193 343 105 736 729 247 547 ( 1000) 856 945 290 782 979 792 656 38 128 586 167( 300) 576. 24000 948 60 422 117 273 624 137 143 295 34 115 994 816( 300) 780 902 553 847 686 717 465 304 460. 25996 336 922 785 148 324( 5000) 94 215 912 764 208 52 807 ( 1000) 348 144 516 868 967 632( 300) 638( 300) 474 854 428 534( 300) 168. 26284 229 923 261 635 924( 3000) 454 840 695 562 551 707( 3000) 379 53 659( 1000) 667 442 159 541 293( 500) 535. 27304 620 921 453 477 489 956 834 268 ( 300) 353 237 671 288 590( 1000) 593( 1000) 2 13 975 368 393 578( 500) 968 128 446 908 819 597 320( 3000) 802 218 29313 19( 1000) 437 889 101 137 944 531 106 937 734. Es wäre zu wünschen, daß diese Versammlung recht zahlreich( 3000 596 811 286 941 148 241 580( 1000) 96 216. 28379 711 834 472 605( 300) 518 304 156 655 4 525( 300) 877 691 421 601 415( 500). 40921 478 896 348 271 247( 500) 451 694 440 814( 500) 863( 500) 132 262 97 724 193 125 200 544 267 810 890 264 573 366 594. 41544 439( 300) 403 410 507( 300) 602 867 930( 500) 126 459( 1000) 108 775 2 600 790 791 798 726 215( 1000) 434 266 627. 42820 474 470( 500) 553( 300) 432 993 167 73 131 969 250 113 355 614 662 466 344 229( 300). 4322 92 444 436 798 651 635 99 767 982 402 334 192 438 616 113 687 829 688( 1000) 874. 44190 258 382 140 186 746 916 106 173( 300) 615 52( 3000) 353 252 287( 300) 267 245 197( 500) 371 30 652 359. 45738 607( 300) 746 123 277( 300) 880 233( 1000) 11 416( 300) 544 86 987 324( 500) 27 578 855 915 258 429 279 336( 1000) 679 945 94 719 690 75 841. 46000 522( 300) 425 247 554 660 85( 300) 397 989 ( 500) 501 918 83( 3000) 261 277 846 597 443 451( 300) 191 253 398 268 975 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425 717 40. 78165 542 874 401 352 513 193 154 734 744 128 900 960. 79509 691 219 604 97 498 271 653 670 153 610 315 269 474 954 805 568 819 891 882 801 272( 300). 80744 963( 500) 200 880 432 36 529 318 511 342 866 ( 300) 440 275 673 19 381 729 425 321 673 132( 300) 987 11( 300). 31064 258( 3000) 675( 300) 665 632 910 709 904 128 252( 300) 795 643 447( 300) 168 39 941 810 259 541. 82000 526 691 662( 500) 947 957 331 91 648 399 755 832. 83074( 300) 392 317 914 763 414( 300) 33 885 150 877 398 87 22 367 365 334 827 235. 84267( 500) 10 298 639 787 249 892 457 45 230 268 779 143 514 837 437( 500) 714 340( 300) 586 745 272 937 648. 85808 488 77 353 477 467 903 402 482 996 806 290 783 135 961 550 518 663 110 977. 86922 851 761 160 39 717( 300) 131 97 463( 300) 461 512 703 749 445( 3000) 606 961 812 321 269 993( 500) 34 647 491 991( 500) 857 432. 87203 942 465( 3000) 164 173 881( 500) 681 304 78 425 284 21 136 242 282( 300) 26 84( 5000) 316 570 183 931. 88686 345 334 159( 300) 806 332( 500) 764 621 610 299 653( 500) 708 365 588 680 51 759 605( 3000) 626( 300) 925 1. 89713 65( 300) 242 407 93 957 756 289 788 720 69 776 270( 300) 693 619 782 406 176 424 333 575( 3000) 724 550 21. 7083346515 90335 943 794 189 41 751 711( 3000) 689 407 998 8 582 261 155 673 321 64( 300). 91880 123 617 847( 500) 92505 894 755 279( 300) 460 800 466 996 861( 300) 577. ( 1000) 29 565 401 270( 300) 940 706 196 559 385 732( 300) 313 695 55 927( 300) 430 419. 93883 232 532 149 189 272 96 939 605 572 125 690 913 358 578( 300) 753 826( 3000) 200 483( 1000). 94216 906 591 509 758 619 803 810 392 385 852 914 405 633 882 418 639( 500) 7 745 13 433. 95584 846 48( 500) 579 976 203 283 587 768 972 670 541 76 581 277 26( 500) 567 96739 559 719 313 563 778 736 270 406 843 634 16 271 783 97574 650 99 101 290 791 370 72 510 16 182 759 749 723( 300) 76 208 105 660 630 604 716( 500) 524( 1000) 968 913. 98604 965 899( 300) 836 691 101 534 29 924 111 703 471 148 544. 99017 972 397 890 530( 300) 578 611 493 642 891 431 473( 300) 949 ( 3000) 463( 1000) 486 572( 300) 540 547 586( 300). Briefkaften der Redaktion. J. K. Waldemarstr. ad. 1. Die Berson ist strafbar. ad. 2. Wir werden Ermittelungen anstellen. Sie wiffen ja selbst, daß wir in jenen Kreisen nur wenige Verbindungen haben. Ueber den S. fönnen wir Ihnen an dieser Stelle feinen Bescheid geben, vielleicht bemühen Sie sich einmal zu uns, Alles Uebrige ist besorgt. S. S. Langeftr. Wir können Ihnen ein Mittel gegen die Krankoeit nicht angeben; auch fennen wir Niemanden, der Als Kenner fönnen wir Ihnen dergleichen Kuren ausführt. nur rathen: Laffen Sie das Thier in richtiger Temperatur hängen und fleißig in abgestandenem Waffer baden. 2. Für Die bezeichnete Lotterie mangelt es uns noch an Raum. 1870 40 1008) 800 Theater.m Königliches Opernhaus: Königliches PE Sonntag: Der Wildschüß, oder: Die Stimme der Natur. Montag: Die Jungfrau von Dileans. Königliches Schauſpielhaus:" Sonntag: Narziß. Montag: Alessandro Stradella. Deutsches Theater: Sonntag: Die Neuvermählten. Der eingebildete Kranke. Montag: Don Carlos. as Ma Bellealliance- Theater: Sonntag: 37. Gastspiel der föniglichen Hofschauspielerin Franzista Ellmenreich. Auf Verlangen: Bürgerlich und Romantisch. Montag: Eine anonyme Sorrespondenz. 12014 Reues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Sonntag: Basparone. Montag: Dieselbe Vorstellung. Walhalla- Operetten- Theater: Sonntag: Gillette. Montag: Dieselbe Vorstellung. ( 007) 15 188 Oftend- Theater: Sonntag: Madame Potiphar. Montag: Dieselbe Vorstellung. 217006) Ice Central- Theater: der Alte Jakobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Sonntag: Auftreten des Fräulein Anna Grünfeld. Bum 16. Male: Der Walzer König. Gesangspoffe in 4 Atten v. W. Mannftädt, Mufit v. G. Steffens( Novität!) Montag: Dieselbe Vorstellung. Sonntag: Excelftor. 00 Vittoria- Theater: Montag: Dieselbe Vorstellung. Residenz- Theater: Direktion: A. Anno, Blumenstraße 9. Sonntag: Bum ersten Male wiederholt: Das Geheimnis des Herrn Marchese. Lustspiel in 3 Atten von Baclo Ferrari ( Novität.) Montag: Diefelbe Vorstellung. Wallner Theater: Sonntag: Bum 44. Male: Der Raub der Sabinerinnen. Montag: Dieselbe Vorstellung. soutsenftädtisches Theater: Direktion: Josef Firmans. Sonntag: 70. Gastspiel der Liliputaner. Zum dritten Male: Der böse Geist Lumpacivagabundus, oder: Das liederliche Kleeblatt, große Bauberpoffe mit Gefang und Tanz in 3 Atten von Joh. Nestroy. Anfang 7 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alhambra- Theater. Wallnertheaterstraße 15. Heute Sonntag: Die Lieder des Wusikanten. Bollsftüd mit Gesang in 5 Aften von R. Kneisel. Vor der Vorstellung: Großes Konzert, ausgeführt von aus 20 Mufifern bestehender Kapelle, unter Leitung des Kapellmeifters Herrn Ludwig Claufius. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 7 Uhr. Montag: Diefelbe Vorstellung. Arbeitsmarkt. E. i. M., 23 J. alt, Sattler, welcher sich vor keiner Arbeit scheut, wünscht d. Stelle. Näheres Sebastianstr. 52, parterre, bei Herrn Westphahl. 2. Reichstagswahlkreis SUG Ste cos TOPT 686 Große Wähler- Versammlung Montag, den 10. November, Abends 8 Uhr, auf Tivoli, Lichterfelder Str. 3. Tagesordnung: Die bevorstehenden Stichwahlen und das Berhalten der Arbeiterpartei zu denselben. Referent: Reichs tagsabgeordneter Paul Singer. Diskussion. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird ersucht. 1238 Der Einberufer. Versammlung des Fachvereins der Stellmacher. Montag, den 10. November, Abends 8 Uhr, findet die regelmäßige Vereins- Bersammlung in Schäffert's Salon, Infel ftraße 10, ftatt. Wir ersuchen die Mitglieder, recht zahlreich zu erscheinen. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Kreuz. 2. Verschiedenes. 3. Fragelasten. 1242 Der Vorstand. sas Grosse öffentliche 128 000 Versammlung Sämmtlicher Schlosser n. Berufsgenossen Montag, den 10. November, Abends 8 Uhr, in den Gratwe l'schen Bierhallen, 1260] Kommandantenstraße 77-79. Tagesordnung: 1. Vortrag: ,, Ueber unsere Lage" von Kollege Pezold. 2. Diskussion.02) BED BEA 3. Wahl zweier Rommissions- Mitglieder. 4. Verschiedenes. 10 TOR Es ist Pflicht eines jeden Kollegen zu erscheinen. Die Lohnfommission. 1251 Versammlung am Montag, den 10. d. M., Abends 8 ein halb Uhr, Adalbertftraße 21, des Vereins zur Wahrung der Intereffen der Tischler und Berufsg. T.- D.: Vortrag des Technikers, Herrn Raet über die praktische Anwendung der Decimalrechnung im Handwert." Gäste willkommen, neue Mitgl. werden aufgenommen. Bezirksverein des werkthätigen Voltes des 29., 30. und 31. Kommunal Wahlbezirts. Dienstag, 11. November, Abends halb 9 Uhr, Versammlung bei Seefeldt, Grenadierstraße 39. Tagesordnung: 1) Vortrag d. Hrn. Pred. emer., Kendziora, über den Busammenhang der Moral mit der Volkswirthschaft. 2) Verschiedenes.( Säfte willkommen. Wegen Umzugs nach Außerhalb wünsche ich meine Wohnung, bestehend aus Stube und Küche, zu Neujahr anderweitig zu vermiethen. Auch ist einiges Tischlers werkzeug, speziell zum Köpfen, zu verkaufen. [ 1257 Ed. Spethmann, Grünauerstraße 6. Hof, Quergeb. I. Meinen Freunden und Bekannten die ergebene Mittheilung, daß ich eine Cigarren und Tabakhandlung in der früheren Linde( Admiralstraße 40) eröffnet habe. Alle Arten Rauch-, Kau- und Schnupftabat, echt ruffische, türkische und amerikanische Tabate. Fritz Goercki, [ 1185 Admiral- Strasse No. 40( frühere Linde). Unterstützungsverein der Buchbinder n. verw. Berufsgenossen. Montag den 10. Nov., Abends 8 ein halb Uhr, Vereinsversammlung im Restaurant Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Tages- Ordnung: 1) Ausgabe der Brobenummer des Vereinsorgans ,, Allgemeine Deutsche Buchbinderzeitung." 2) Vortrag des Herrn Dr. Döring. Docent an der HumboldtAkademie, über:„ Die Vorläufer des Darvinismus und das Wesen des Darvinismus." 3) Verschiedenes und Fragelaften. 1258 Um recht zahlreiches Erscheinen wird dringend ersucht. Gäste willkommen. Gleichzeitig wird den Mitgliedern zur Renntniß gebracht, daß die Versammlungen des Vereins von jest ab je den Montag im obengenannten Lokale stattfinden. Versammlung der Berliner Mitglieder des KrankenUnterstützungsbundes der Schneider, Kürschner, Posament. u. Berufsg.( E.H.) am Montag, den 10. November, Abends 8%, Uhr, in den Arminhallen, Kommandentenstr, 20. Tagesordnung: 1. Berichterstattung von der Generalversammlung. 2. Wahl der Krankenbesucher. 3. Diverse Anträge. 4. Verschiedenes. Das Quittungsbuch ist vorzuzeigen. Erscheinen der Mitglieder ersucht - Um zahlreiches 1261 Der Lokal- Vorstand. Fachverein der Schmiede. Versammlung: Montag, Abends 8%, Uhr, bei Gratweil, Kommandantenstr. 77-79. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtv. Herrn Gördi. 2. Wahl eines 2. Schriftführers. 3 Vorlegung des an die Schmiede ganz Deutschlands zu ers laffenden Aufrufs. Säfte willkommen. 1262 Arbeiter- Bezirksverein Glückauf umfaffend den 13. und 16. Rommunal- Wahlbezirk. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere MitgliederVersammlung am Mittwoch, den 12. November, Abends 8 Uhr im neuen Vereinslokal„ Industriehallen", Mariannenstraße Nr. 31.33, stattfindet. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Herrn Dr. Heymann. 3. Verschiedenes und Fragelasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste stets willkom men. Um zahlreichen Besuch bittet 1263 der Vorftand. Die Aufnahmestelle für die CentralKranken- u. Begräbnißkasse für Frauen u. s. w.( eingschr. Hilfskaffe Nr. 28 Offenbach a. M.) befindet sich Andreasftraße 20, Hof, r. 3 Treppen. 3006) FUE Sie Saal [ 1025 großes und kleines Vereinszimmer neu renovirt 601 102 10001) bis zu 100 Personen empfiehlt zu Hochzeiten Commersen ze. auch Sonntags Hochachtungsvoll 1180 G. Fieper, Mauerstraße 86. Urania, Wrangelstraße 9-10, empfiehlt feine eleganten Lokalitäten nebst großer Bühne zu Festlichkeiten jeder Art. Alle 1233 sparsamen Hausfrauen mache auf mein 108 7 DEC( 000 Kolonialwaaren1245 und Delikatessen- Geschäft Admiralstr. 40, Ecke Stalizerstr. ( frühere Linde) hierdurch aufmerksam. Ein Jeder wird sich sofort überzeugen, daß selbst der Kleinste Artikel bei mir billiger ist, als in jedem anderen Geschäft. Dfferire beispielsweise: Röft und Roh- Kaffee ff. Souchony- Thee schon für 60 Pf. das Pfd. 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Lehmann liegt zu Bette Und seine liebe Jette Hat ihre liebe Noth Und opfert sich bald todt; Er ging zu fadenscheinig, Und darum flapper beinig, ' nen Frühjahrs- Baletot Trug Lehmann nie, i wo. Nun liegt er da und denkt sich, Jezt bin ich frant, das tränkt mich, Ja, ja, ich ging zu lose Mit Weste, Rock und Hose, D'rum hab' ich die Beschwerden, Das soll nun anders werden, Bum Grünen Wege" geb' ich " Jegt eilig, da erſteh ich In gold'ner 95", Und das furirt mich einzig: ga for nif tut Le fte Be fte es in nir ge au St ne wo bie fich get we Spr zeu aud อน Den me um fel bel bele bea urs Ar Di ma tat iche geb obe gef geg fet rei Die 10 000 engl. Jaquet- und Rockanzüge, ganzer Anzug nut 13, 16, 18, 21, 25, 30, 36 Mart Prima. 7000 Bucelinhofen zu 4, 6, 8, 10, 11 Mark Prima. Schwarze Ball- und Gefell fchafts- Anzüge, ganzer Anzug au 20, 24, 26, 28, 30, 36, 45 Brima. 10 000 Winter- Baletots in den schönsten Mustern jest I unter der Hälfte des Tarpreises zu 11, 15, 18, 21, 25, 30 und 45 Mt. 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Drud und belag von Ma: Bung in Benin SW., Beuthftrage%. für nur 1 Thlr., Bir vertaufen für nur tei Dem icha Des Br mad en eine Bettast tom Tptele Sonn Jung ( perr evilla; 14.; ( Herr piek = 10.: nfrieg, Kails reitag, Sonn omini; ohnhelt ehmen, Hunges at, vers en eine weiter en cin, wurden. zarus fich in Iben zu tdeden ölligen n Ber nbahn 2 Ber onitilid ommen 45 M O gegen ufmann Haus gen an 7, aber welches Derlaffen o begab dem an Cionirten e beiden Bem Ge cangenen Langes Meffer rhindern te nach Don wo führung Gründe n haben, 3 verun en Eisen 3 Dampf Das linte te wurde traße ge Maurer mauerten fammen mmt und nger daß Sniglichen lückte der = Steinen er aud Bruch des gebracht. ner Dach Abwesen 6 Die ge Das Feuer einerfett ral in ber 11. Mai au einer urtheilung Betheiligten andate be ubigt, bie ticheidung ten Sene useinander en in bet batten bas n. Einer aus ber es Blattes Raufmann macht habe rechtigt ge nes Signal te Chriften ichleiten be Jur Webre en Stamm gen müffen ngt worden Sder bei ba crichtet, daß den mußte ไม่ Bunden l ige Bortie nn wie ble en Gumm Nr. 187. Beilage zum Berliner Volksblatt. Rückblicke auf die Reichstagswahlen. I. Das Kapitel der Wahltalamitäten, wie es sich fast bei jeder Wahl zeigte, ist auch diesmal wieder aufgetaucht und war in vergrößertem Umfang. Wir rubriziren in dieses Kagefeßlichen, sowie von dem politischen Anstand und der guten Sitte vorgezeichneten Bestimmungen nicht decken und daher zu hrer dringenden Beseitigung jedem Unbefangenen reif erfcheinen. In erster Linie indeß wollen wir mit einer Angelegenheit beginnen, die nicht grade unter den Gesichtswinkel obiger Grundsäge fällt, die auch nicht neu, aber nichts desto weniger Don immenser Wichtigkeit ist. Es ist dies die unverhältnißmäßige Größe einzelner Wahlkreise, unter welcher Anomalie vorzugsweise unsere Reichshauptstadt Berlin leiden hat. Forderte schon bei der Verkündigung der Wahlreise und ihrer eingeschriebenen Wählerzahlen dos offen liegende Mißverhältniß zu einer Kritik geradezu heraus, so thut dies nach erfolgtem Wahlakt noch bedeutend mehr das Abstimmungsverhältniß der einzelnen Wahlkreise. Wenn man von einem gleichen Wahlrecht spricht, so ist es selbstverständlich, daß nicht in einem Wahlkreise 26 611, in dem andern 58 869 oder 72 050 oder gar 74 877 Wähler einen Abgeordneten delegiren sollten, wie dies thatsächlich in Berlin geschieht. von jedwedem Parteistandpunkte, muß der objektiv Urtheilende als eine Absurdität bezeichnen, daß im ersten Berliner Wabitreise 8427 Stimmen die Mazorität repräsentiren konnten, nicht zu thun vermochte. Bahlen find Strahlen," und wir während dies im sechsten die fast dreifache Biffer( 24 305) noch meinen angesichts solch' vernichtender Ergebnisse dürfte die beffernde Hand nicht lange mehr fehlen, um so mehr, da auch außerhalb Berlins noch einige Wahlkreise mehr oder weniger an diesem Dilemma leiden, so Bochum, Dortmund u. a, Richten wir nun aber von diesen einzelnen Wahlkreisen daß das heut zu Recht bestehende Verhältniß der zu wählenunsern Blick auf das gesammte deutsche Reich, so finden wir, den Abgeordneten zur Bevölkerungszahl ein Anachronismus ist. Die Gesammtbevölkerung Deutschlands, welche am 1. Dezbr. 1880 45 234 061 Seelen betrug, beansprucht auf den ersten Blid schon 452 Abgeordnete( auf je 100 000 Seelen 1 Abgeoroneter,§ 5 des Wahlges.) und diese Bahl erhöht sich, da boh Bundesstaaten gewählt wird, in denen auf überschüssige den 5 Mandate. Es müßten anstatt der noch heute gelten wählt werden in in Paranthese beigefügten- Abgeordnetenzahlen geBreußen( mit Lauenburg) 274( 236) Bayern 53( 48) Sachsen 30( 23) Württemberg 20( 17) Baden 16( 14) Heffen 9( 9) Mecklenb.- Schwerin 6 ( 6) Sachsen- Weimar 3( 3) Medlenb.- Strelit 1( 1) Dldenburg 3 ( 3) Braunschweig Sachsen- Altenburg Sachsen- Koburg- Gotha Sachsen Meiningen Anhalt Schwarzburg- Rudolstadt Walded 2 2 2 1 Sondershausen 1 ( 1) 1 ( 1) 1( 1) 1 ( 1) Reuß, ältere Linie jüng. Schaumburg- Lippe Lippe Bremen Hamburg Lübec Elsaß- Lothringen 1( 1) 1( 1) 1( 1) 5 ( 3) 2( 1) 16( 15) und ergiebt sich sonach ein Manto von 60 Wahlkreisen, wenn Busammen also: 457( 397) Abgeordnete. Sonntag, den 9. November 1884. werden soll. Da nun die in Folge der steigenden Bevölkerung festzuseßende höhere Bahl Abgeordneter durch Gefeß bestimmt werden muß, so erwächst für den neuen Reichstag eine wichtige volksthümliche Aufgabe, zu welcher die Initiative zu ergreifen er nichts versäumen möge. Hatte auch ein früherer demgemäßer Antrag keine praktische Folge, so werden doch die ausschlaggebenden Kreise der Behandlung des hier herausgewachsenen brennenden Uebelstandes in nicht zu ferner Zeit näher treten müssen. Vielleicht findet sich auch im deutschen Reichstage ein Volksvertreter, welcher den Anstoß zu einer Modifizirung der vorhandenen Form giebt, wie vor einiger Beit in der Berliner Stadtverordneten- Versammlung der Stadtverordnete Singer. a. Lokales. In Bezug auf den Betrieb der Berliner Kanalisation in sämmtlichen bis jest funktionirenden fünf Radialyſtemen stellt das neue Sobrecht'sche Wert über die Kanalisation folgende intereffante Daten zusammen. An Kaltwasser find gepumpt worden pro Jahr 28 763 915 Róm., also pro Tag 78 607 bm. Bei einer Be völkerung von 899 200 Einwohner kommen auf den Kopf und Tag 87,43 Liter Kanalwasser. Die Betriebskosten für die Straßen- Entwässerungs- und Hausanschlußleitungen, sowie für die Pumpstationen( hebungskosten) betragen pro Jahr 498 584 Mart, mithin pro Kopf der Bevölkerung und Jahr 54,6 Bfg. Die Hebungstoften ergeben pro Abm. gepumpten Kanalwassers den Preis von rot. 1 Pfennig. An Sand ist pro Tag und Kopf der Bevölkerung etwas weniger als 150 Liter aus den Straßenleitungen abgefahren worden. Das Verhältniß des abgefahrenen Sandes zu der durch die Pumpen nach den Rie seifeldern beförderten Kanalwassermenge ist gleich 1: 5000. r. Ampf- Pulver. In hiesigen ärztlichen Kreifen wird gegenwärtig sehr eifrig der Vorschlag diskutirt, an Stelle der bisherigen Bocken- Impfung mittels Lympfe, die Impfung mititels eines aus der Lympfe gewonnenen Impf- Pulvers vorzunehmen. Es werden dem trockenen Impfpulver bedeutende Vorzüge vor der feuchten Lympfe zugeschrieben. Während diese nämlich außer dem zur Erzeugung der Pockengeschwüre erfor derlichen Impfstoff stets noch zahlreiche andere Bestandtheile enthält, die zur Impfung nicht nur nicht nöthig, sondern im feuchten Zustande mitverimpft, sogar schädlich und gefährlich wirken können, sollen sich diese schädlichen Bestandtheile in dem Impfpulver nicht mehr vorfinden, das aus der eingetrockneten daß die schädlichen, und zur Bockenimpfung gar nicht erforderlichen Organismen in der feuchten Lympfe bei peren Eintrocknung untergeben, während die für die Pockenimpfung erforderlichen Bestandtheile in voller Wirksamkeit erhalten bleiben. Im Großherzogthum Hessen, wo diese Jmpfmethode mit Erfolg angewendet ist, soll sie fich auf das Beste bewährt haben und von den Aerzten volle Anerkennung finden. Besonders wichtig bei dieser neuen Methode des Jmpfens bleibt der Umstand, daß es nicht möglich sein würde, sämmtliche Impfärzte mit gutem gefunden Impfstoff zu versehen, wodurch das Abimpfen der Kinder unnöthig, und damit die Gefahr der Uebertragung von Krankheiten beim Impfen ausgeschlossen sein würde. Als Chauffeematerial hat die städische Bauverwaltung für die ihr unterstellten Chauffeen vorzugsweise Grünstein ver wendet. Um über die Dauerhaftigkeit des Grünsteins im Verhältniß zu der des schlesischen und böhmischen Basalts Aufschluß zu erhalten, werden seit einiger Zeit an geeigneten Stellen besondere Beobachtungen angestellt. Zu diesem Zwecke hat die Charlottenburger Chauffee im vorigen Jahre zwischen dem Kleinen und Großen Stern auf je 200 Mt. Länge eine neue Decklage von böhmischem Basalt und Grünstein und zwischen dem Brandenburger Thor und der Siegesallee auf eine Länge von 150 refp. 130 M. von schlesischem Basalt und Grünstein erhalten. Schon beim Festwalzen der Decklage wurde festgestellt, daß der Basalt der Walze erheblich größeren Widerstand entgegenseßt, als Grünstein. Außerdem hat auch die bisherige Beobachtung ergeben, daß das Grünstein- Material eine nicht unerheblich schnellere Abnutzung erleidet, als Basalt. g, Von großer Wichtigkeit für das prozeßführende Publikum ist die erfolgte Anmeldung der Anwaltszimmer im dem angezogenen§ 5 des Reichswahlgefeßes Genüge geleistet fönigl. Amts- und Landgericht I., Jüdenstr. 59, zum Tele Berliner Sonntagsplauderet. R. C. Ja, Iuftig ist die Jägerei, allhier auf grüner Haid' Rabi do Draußen im Grunewald da segen rothbefrackte Jäger es ist ein in sausendem Galopp über Stock und Stein, herrliches, ritterliches Vergnügen, einem armen, wehrlosen Thier mit einer Unzahl mordgieriger Hunde nachzujagen, es zu heben Ein Profeffor wird an unserer Universität angestellt. Möglich, daß diese Anstellung nicht nach den Regeln des Herkom mens geschah, fernerhin ist es möglich, daß der neu ernannte Professor in wissenschaftlicher Beziehung den Anforderungen feiner Kollegen nicht genügte, mir wollen das nicht beurtheilen. Vielleicht kommt noch hinzu, daß auch des Vorleben des neuen Lehrers unserer akademischen Jugend nicht ein derartiges iſt, daß ein Jeder so ohne Weiteres mit ihm in privaten gefellbis es in namenloser Todesangst zusammenbricht. Ueber den schaftlichen Verkehr treten möchte. Die Profefforen der Uni folchen Bergnügen etwas besonders Männliches liegen sollte, schneiden, wie der Kunstausdruck für die Behandlungsweise das begreift derjenige wahrscheinlich überhaupt nicht, der nur mit bem gewöhnlichen und befannten ,, beschränkten Unterthans Derftand" auf die Welt gekommen ist. Hat denn der Thierfcheint Schutzverein hierfür fein Wort? In den Augen dieser Leute jeder Beziehung ein leuchtendes Vorbild sein soll, keinen nur Der au maltraitiren, nur der arme Teufel, der sich sein Brot mühsam mit einem Hundefuhrwerf erwirbt, prügelt seinen der Thierschutzverein nicht, welchen unendlichen Torturen ein beitsgenoffen in babarischer, unmenschlicher Weise weig Jagdhund unterworfen wird, bevor er das gelernt hat, was Der beute und raubgierige Mensch von ihm verlangt? Das mit frecher Hand die lauteren Errungenschaften des edlen Sports gehört freilich zum Eport, und nur ein Frevler fann es wagen, gewöhnliche Kutscher seine Pferde Freilich ist eine traurige Zeit angebrochen für die armen Sportsmen. Wo find find fie hin, die schönen Zeiten, als der Der jungen Saat dahingaloppiren durfte mit seiner Meute und feinem unferes felten On über ben Die Ant Rufe Juben tier Stepbat ei betheilig durch ben Jur Wieber Teten baby wefen. Di Der antifem diejenige Die eigent nur mit u bd Da fich bei Klärung Der Gericht ganzen Troß; nur noch in einzelnen, entlegenen Gegenden großen Vaterlandes blühen derartige Zustände, und nur erbauliche Kunde hiervon zu bringt eine uns. Vielleicht geht man mit dem Plane um, uns diese schönen uns in allen Zonarten die Zustände des Mittelalters anzu gewähren demjenigen, der ihnen unpartetisch gegenüber steht, manchmal ein Bild ganz eigenthümlichen Reizes. Was heißt heut zu Tage Taft, woran erkennt man den wiffenschaftlich hochgebildeten Mann, deffen ganzes Thun und Treiben nur geleitet werden darf durch die verfeinerten Angern einprägen soll? versität nehmen fich also vor, den neuen Kollegen einfach zu lautet, die dem Professor Schweninger zu Theil wurde. Was thut nun der Herr Profeffor Schweninger? Er weiß als Mann der Wissenschaft, als Lehrer der Jugend, der er nach anderen Rath als einen seiner Gegner zu fordern! Er fordert Blut, womöglich das Leben seines Nebenmenschen, weil es diesem gefällt, fich seinen persönlichen Umgang nach seinem Belieben zu wählen! Welch' blutiger Hohn auf die Würde der Wissenschaft, wo bleibt denn bei diesen Herren die Achtung vor den Gesezen des Staates, vor denen der Religion? Bestehen denn Geseze fittlicher oder religiöser Natur nur deßhalb, damit fie von Leuten, die ihrer Stellung nach erst recht dazu berufen sind, dieselben unter allen Umständen zu achten, nach Belieben ignorirt werden dürfen, wenn die persönliche Eigenliebe dieser Herren engagirt wird? Kann es da Wunder nehmen, wenn die akademische Jugend, der man in gewissen Kreisen unter Umständen der Jugend wegen eben so Bieles zu Gute hält, fich so weit vergißt, daß fte die durch das Unglüd geweihte Stätte auswählt, um durch eine tumultuarische Manifestation gegen den gewaltthätigen Profeffor zu protestiren? Wenn ein gewöhnlicher Mensch in Aufregung versetzt ist und er läßt sich zu einer Thätlichkeit gegen seinen Nebenmenschen verleiten, so schreit die ganze Welt über die Verrobung der niederen Volksflaffen, und wenn gewöhnliche Leute fich mit einem Stuhlbein bearbeiten, so ist ein solches Instrument ein gefährliches Mordwerkzeug, gezogene Pistolen oder frumme Säbel, wie fie in anderen Kreisen beliebt werden, find jedoch ganz unschuldiges Kinderspielzeug, sie dienen ja nur dazu, das verlegte sogenannte Ebrgefühl in chevaleresker Weise zu repariren! Wenn Zwei dasselbe thun, so ist es noch lange Schauungen, die doch die Wissenschaft hauptsächlich ihren Jün nicht dasselbe!" An dieser juristischen Widerfinnigkeit tranft Someninger. unser ganzes Zeitalter, selbst die soviel mißbrauchte Phrase vom Eine überaus zutreffende Antwort hierauf giebt die Affaire gleichen Recht für Alle", wird diese Anomalie vorläufig nicht aus der Welt schaffen. 1. Jahrgang iphonanschluß. Den Anwälten ist in dem genannten Gerichtsgebäude eine Anzahl von Zimmern zur Verfügung gestellt, in welchen ste mit ihren Clienten berathen oder auch während der freien Zeit sich aufhalten. Nach erfolgtem Telephonanschluß, der binnen Kurzem zu erwarten ist, wird es möglich sein, mit seinem Anwalt, der einen Termin wahrzunehmen hat, nicht nur sozusagen vor Thoresschluß eiligst aus weiter Entfernung zu verhandeln, sondern ihm auch noch im Laufe der bereits begonnenen Gerichtsverhandlung durch Vermittelung des Nuntius einige wichtige Dispositionen bekannt zu machen. Die Folge dieses Anschlusses wird sein, daß nunmehr auch sämmtliche Rechtsanwälte fich an die Telephoneinrichtung anschließen lassen werden, um eine Verbindung zwischen den Anwaltszimmern und ihren Büreaus, bezw. umgekehrt zu unterhalten. In den Werkstätten der Anhaltischen Eisenbahn bei Tempelhof war es seit längerer Beit wiederholt aufgefallen, daß dort zur Reparatur befindliche Lokomotiven übermäßiger Zeit bedurften, um fertig gestellt zu werden. Neu angebrachte j Maschinentheile von Kupfer und Messing wurden von denselben regelmäßig wieder entfernt. Der Verdacht des Diebstahls lenkte sich zwar auf einen in Tempelhof wohnenden Schloffer Schulz; doch gelang es nicht, denselben bei einem į Diebstahl zu ertappen, obwohl er genau beobachtet wurde. Endlich griff man zu anderen Mitteln, den Dieb zu entdecken und gleichzeitig den Hehler zu ermitteln. Zwei zuverlässigen Arbeitern wurden messingene Maschinentheile übergeben, und; die Arbeiter beauftragt, bei hiesigen Produktenhändlern dieselben zu verkaufen und bei den Abnehmern nach den ge stohlenen Theilen zu spähen. Diese Arbeiter waren bereits bei zehn oder zwölf von solchen Händlern, aber vergebens gewesen, als fie endlich in das Geschäft des Produktenhändlers Pilz in der Nostizstraße tamen, der sich zum Ankauf sofort bereit erflärte. Die Verkäufer erwähnten den Namen des Schulz und redeten Pilz vor, daß sie mit Schulz gemeinschaftlich gehandelt, von demselben aber betrogen wären. Pilz ging auf die Falle 7 ein und verrieth sich sowie den Dieb. Beide wurden sofort& verhaftet. r. Der Handel mit alten Möbeln in Berlin wird in einem Umfange betrieben, von dem wohl nur wenige eine richtige Vorstellung haben. Zum nicht geringen Aerger der Möbeltischler in den fleineren Städten der Umgegend, beginnt dieser Handel mit alten Möbeln sich von Berlin aus auch auf die Nachbarstädte zu erstrecken, leider nicht zum Vortheil des zahlen muß, die mit dem Nuzungswerth solcher Möbeln feineswegs immer im Einklange stehen. Bei der großen Anzahl von Händlern, die sich mit dem Ein- und Verkauf pon Möbeln beschäftigen, ist es kein Wunder, wenn das Geschäft für den Einzelnen nicht immer besonders einträglich ist, aber ein großer Schaden erwächst für das Publikum daraus, daß man im Falle eines Verkaufes von Möbeln bei den Händlern übereinstimmend einen wahren Spoitpreis angeboten erhält, während bei einem Kaufgesuche ebenso übereinstimmend hohe Preise gefordert worden. Der umständliche Transport, die Aufbewahrung in theueren Miethsräumen und die mühevolle Konser virung solcher Möbel mögen die hohe Differenz zwischen dem Ein- und Verkaufspreis einigermaßen erklären, aber den Intereffen des Publikum ist damit wenig gedient. Was in dieser Beziehung fehlt, ist ein Bentral Nachweis für Möbelverkäufe, ein Institut, bei dem Jeder, der ein gebrauchtes Möbelstück zu verkaufen wünscht, dasselbe anmeldel, und wo Jeder, der ges brauchte Möbel zu kaufen beabsichtigt, die nöthige Auskunft erhält. Das Honorar für die Anmeldungen in solchem ZentralBureau würde sich bei reger Frequenz desselben sehr mäßig stellen und in feinem Falle die Höhe der heutigen Differenz zwischen dem ziemlich feststehenden Einkaufs- und Verkaufspreise alter Möbel erreichen, diese Differenz würde vielmehr theils dem Käufer, theils dem Verkäufer zu Gute kommen. Ein solches Institut ist um so nothwendiger, als sich hiesige große Speicherinhaber nur mit dem Verkaufe von solchen Möbeln befaffen, die bei ihnen lagern, was den Interesser Derjenigen nicht entspricht, die ihr Mobiliar direkt aus der Wohnung zu veräußern wünschen, dabei aber den nachtheiligen Umweg über den Zwischenhändler vermeiden wollen, deren Geschäftspraktiken ohnehin im Bublifum oft wenig beliebt sind. r. Böse Menschen haben doch Lieder, wenigstens beMan soll jedoch seine gute Laune nicht so leicht verlieren, was fümmert es im Grunde genommen uns, wenn Univerfttätsprofefforen fich gegenseitig mit den bösartigsten Insulten beehren. Mögen fie das immerhin thun, fte selbst sind ja ver antwortlich für die Achtung, die sie unter ihren Mitbürgern genießen. Dhne Standälchen geht es ja in unserer sensationsbedürf tigen Beit garnicht mehr ab, und grade in der augenblicklichen Beitperiode ist für diese angenehme und belustigende Unterhaltung in durchaus austömmlicher Weise gesorgt. Sind es die Wahlen nicht, nun so sind es die Stichwahlen, die be treffenden Kandidaten derjenigen Parteien, die das Gebiet des politischen Anstandes und der guten Sitte durchaus unumschränkt beherrschen, sorgen ja dafür, daß das große Publikum fich ganz vortrefflich amüfirt. Was ist nicht Alles geschwäßt worden in der legten Zeit! Ein gesprochenes Wort ist aber noch nicht so schlimm, es verfliegt bald, es hinterläßt keinen so tiefen Eindruck. Höchst fatal ist es jedoch, wenn in einer sturmbewegten Zeit, wie die jeßige ist, eine Beitung einen schlimmen, tattischen Fehler begeht. Es ist unangenehm, wenn man aus der Schule plaudert, und Jedermann, ob jung ob alt, ob arm ob reich, fann es gedruckt lesen, man hat Beit, sich die Sache gehörig zu überlegen, man fann sich, wie man im gewöhnlichen Leben zu sagen pflegt, einen Vers darauf machen. Vorgestern war ein Theil der Berliner Arbeiterschaft in den Augen der Berliner Beitung" feiges und elendes Geftndel" und gestern bereits? Es ist leicht einen Handschuh umzudrehen, er paßt dann auf die andere Band, aber so leicht wie die Berliner Zeitung" ihr Gesicht verändert, ist es doch nicht. In der gestrigen Nummer streichelt man dem Arbeiter mit der feinen freifinnigen Hand die rauhen Wangen, man nennt ihn liebes Kind, man wendet ein freifinniges Bathos an, das ekelerregend wirkt, und weßhalb das Aules? Nun, einfach deshalb, weil jedenfalls die freifinnige Bentral leitung der Berliner Zeitung" für die selbstständige Regung gehörig den Kopf gewaschen hat, weil jene Beitung, nachdem fte wohl gemerkt haben wird, daß es den Arbeitern nicht mehr im Traum einfätit, jest zum so und so vielten Male die Kastanien für die Deutsch Freifinnigen aus dem Feuer zu bolen, zu so unpaffender Beit den brutalen Ausfall nicht unterDrüden konnte. Was die Abeiter thun werden, ist bekannt, mögen die reifsinnigen selbst zusehen, daß man ihnen am Abend des 13. November nicht zurufen fann: ,, Vaevictis wehe den Bestegten!" 11' hauptet es ein in einer hiesigen Lampenfabrik beschäftigter junger Mann, der am Donnerstag Abend in einem übelen Bustande am Kottbuser Ufer gefunden wurde. Nach seiner Schilderung hätte er nun versucht, in den Gesang mehrerer, vor ihm hergehender Männer mit einzustimmen, was diese veranlaßt haben soll, sofort auf ihn einzuschlagen. Ob diese Burudweisung seines Stimmrechts oder seine unverkennbare Betrunkenheit die Ursache seiner Niederlage auf dem StraßenDamm war, ließ fich zwar nicht genau feststellen, doch war es ihm möglich, seinen Weg fortzutaumeln, nachdem einige mitleidige Vorübergehende ihm den blutenden Kopf mit dem talten Waffer des dort vorüberführenden Schifffahrts- Kanals gewaschen und einen aus Taschentüchern improviftrten Verband angelegt hatten. Noch beim Fortgehen wehklagte der Geschlagene über die bösen Menschen". Und sie hatten doch Lieder! Eine unverbesserliche Bettlerin und Landstreicherin ist die in Grünberg in Schleften geborene, 65 jährige, an zwei Krüden gehende, ynverehelichte Anna Radam, welche, seit 45 Jahren in Berlin wohnhaft, nicht weniger denn 25 Jahre thres Lebens wegen Beitelns, Landstreichens und groben Unfugs in Gefängnissen und Korrektionshäusern zugebracht hat. Am 2. November Mittags wurde die alte Frau in den wenigen noch vorhandenen Häusern der berüchtigten Königsmauer von einem Schußmann verhaftet, als fte eine Frau, die von thr angebettelt worden und fein Almosen geben wollte, mit einer ihrer Krücken zu bearbeiten gedachte. Bei Verhaftung der Bettlerin sette fte wie immer dem mit ihrer Verhaftung beauftragten Beamten Widerstand entgegen. Bei ihrer verantwortlichen Vernehmung gab dieselbe zu, daß fie 39 Mal wegen aller erdenklichen Uebertretungen vor bestraft sei. Bicher, im Forstbelauf Neudamm I, am 4. d. M. als Leiche gefunden worden. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß der junge Mann in der Forst ermordet worden ist. Um den Körper deffelben war eine Schnur befestigt und die Brust entblößt, so daß die Annahme berechtigt ist, daß der Verstorbene mit dieser Schnur erdroffelt worden. Wahrscheinlich hat sodann die Be raubung stattgefunden, da man Werthsachen bei der Leiche nicht fand. Die Eltern des jungen Mannes haben hier in der Klosterstraße 104 gewohnt, find aber inzwischen verstorben. Ein Bruder des Rudolf, welcher hier an der Friedrichsgracht wohnt, hat erst von dem Tode seines nahen Verwandten Kenntnis erbalten, als ein Berichterstatter der ,, G.- 8." fich nach den näheren Verhältnissen des Verstorbenen daselbst erkundigte. Die Kgl. Staatsanwaltschaft in Rüstrin, welche fich inzwischen mit der hiesigen Behörde in Verbindung gesezt hat, ist bemüht, den bis jetzt noch unaufgeklärten Todesfall festzustellen. Gerichts- Zeitung. Eine ganze Blumenlese von Verbrechen und Vergehen war es, welche auf eine Anzahl von Denunzitationen verfeindeter Personen dem Eigenthümer des Hauses kleine Markusstr. 2 Friedrich Rudolph Föllmer zur Last gelegt waren. Die erhobene Anflage, deren Verhandlung gestern die zweite Streffammer hiesigen Landgerichts I. fast ausschließlich beschäftigte, lautet: 1. auf Verleitung zum Meineide; 2. auf Bedrohung mit einem Verbrechen; 3. auf Hausfriedensbruch; 4. auf Beleidigung der Beamten des Polizei- Präsidiums; 5. auf Beleidigung des Revierpolizei- Lieutenants; 6. auf vorsät liche Körperverlegung mittels eines Hammers und 7. auf Majestätsbeleidigung und Beleidigung und Beleidigung des Kronprinzen und des Prinzen Wilhelm. Sämmtliche Denunziationen find zum Theil von den Schloffer Rennod'schen Eheleuten, zum Theil von anderen früheren Miethern des g. Beim Turnen verunglückt. In der städtischen Turnhalle in der Prinzenstraße fiel gestern Vormittag beim Geräthturnen der Quartaner Schneefuß, Schüler des Louisenstädtischen Realgymnaftums, von den Schaufelriemen aus einer beträcht- Angeklagten lichen Höhe mit solcher Wucht auf den Fußboden der Turnhalle, daß Sch. bewußtlos liegen blieb. Eine Untersuchung ergab, daß der verunglückte Turner sich eine nicht geringe Wunde am Kopfe zugezogen hatte; außerdem schien ihm eine Sehne des rechten Oberarms zerrissen zu sein. Nachdem dem Sch. ein Nothverband angelegt worden war, wurde er nach der elterlichen Wohnung gebracht und dort in ärztliche Behandlung gegeben. Den Lehrern trifft, wie man uns mittheilt, teine Schuld an dem Vorfall. N. Sturz von der Leiter. Ein bedauerlicher Unglücksfall trug fich gestern Nachmittag gegen 5 Uhr an der Stras lauerbrücke zu. Ein in genanntem Hause in Rondition stehendes Dienstmädchen Minna L. war, auf einer Klappleiter stehend, mit dem Puzen der Fensterscheiben beschäftigt, als die Leiter plöglich nach einer Seite umfiel. Das Mädchen stürzte hierbei so unglücklich zur Erde, daß es fich neben einem Bruch der rechten Kniescheibe auch anscheinend schwere innere Verlegungen Die Verunglückte mußte fofort mittelst Lüd'schen zuzog. Krantenwagens nach dem Krankenhaus am Friedrichshain geschafft werden. N. Bei einem Brunnenbau auf dem Grundstück Alte Jakobftraße 16 verunglückte gestern ein dort beschäftigter Arbeiter Didmann dadurch, daß er auf dem Saugerohr stehend fehl trat und so zur Erde herabſtürzte. D. erlitt bei dem Fall berartige Verlegungen an der Wirbelsäule und an den Füßen, daß er in ärztliche Behandlung gegeben werden mußte. Wie erst jetzt be Entsprungener Strafgefangener. Wie erst jetzt betannt geworden, ist es wieder einem Strafgefangenen gelungen, aus den stets für unübersteiglich gehaltenen Mauern der Straf anftalt am Plößensee zu entspringen. Der fühne Springer ist der Klempner Berthold Rathey, welcher hier zuleẞt in der Bülowstraße 22 gewohnt und eine Gefängnißftrafe von einem Jahre wegen Diebstahls zu verbüßen hatte. Ueber die Art, wie er seine Flucht aus der Anstalt bewerkstelligt hat, ist nichts ermittelt worden. Der zum Tode verurtheilte Schlosser Mießner ließ fich am Freitag vor die Staatsanwaltschaft vorführen, um wie man hört den Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens zu stellen. Muthmaßlicher Mord. Nach einer bier eingegan Nach einer hier eingegan genen Nachricht ist der am 17. Januar 1854 zu Berlin geborene, seit dem 5. Februar 1881 auf Reisen fich be findende Malergehilfe Eduard Franz Rudolf in der bei Neudamm hinter Rüftrin belegenen Königlichen Oberförsterei Bourlaky. Ein Stimmungsbild aus Rußland. auf Veranlassung derselben ausgegangen und bezweckten zunächst, die Inhaftnahme des Beschuldigten zu bewirken. Als dies in Folge der Denunziationen wegen der ersten sechs Strafthaten nicht gelingen wollte, ging das Konsortium schließlich mit Nr. 7 vor und erreichte damit den gehegten Wunsch. Als Hauptbelastungszeugen außer den Rennod'schen Eheleuten fungirten: Frl. Seens, Frl. Anna Pohl, die Schuhmachermeister Rettig'schen Eheleute, Fabrikarbeiter Stafmann, Frau Seuchter und Mufillehrer Tezlaff. Der Angeklagte, welcher in diesem Jahre bereits viermal wegen Beleidigung von Polizeibeamten mit zum Theil schweren Beleidigung von Bolizeibeamten mit zum Theil schweren Strafen vorbestraft ist, führt sowohl diese, als die als falsch bezeichneten neuen Beschuldigungen auf die Feindschaft der Belastungszeugen zurück, die er aus triftigen Gründen, u. A. weil sie an liederliche Frauenzimmer abvermietheten, habe ermittiten lassen. Die schwerste Strafthat, Die Ver leitung zum Meineide, soll der Angeklagte in legten Beleidigungssache dem als Zeugen vernommenen Dieser verwickelte Rennock gegenüber verursacht haben. fich bei seiner Vernehmung aber in derartige Widersprüche, daß seine schließliche Aussage nur dahin ging, der Angeklagte habe ihn verleiten wollen, eine schriftliche Erklärung über seine Wissenschaft zur Sache auszustellen. In gleicher Weise zeifloß der Vorwurf der Bedrohung mit einem Verbrechen und des Hausfriedensbruchs in Nichts, sodaß betreffs dieser 3 Strafthaten der Staatsanwalt selbst die Freisprechung des Angeflagten beantragt. Betreffs der übrigen Bergehen hielten die Belastungszeugen die im Vorverfahren abgegebenen Aussagen aufrecht, und beantragte der Staatsanwalt wegen dieser, da man Es ging auf Mitternacht. Auf dem großen Wolga Dampfer Kolorado", der mit allem möglichen Luxus ausgestattet und nach Astrachan bestimmt war, hatten die meisten Baffagiere fich schon zur Ruhe begeben und nur einige vereinzelte Naturenthusiasten, oder vielleicht auch Bacchusenthu ftaften, lagen an Deck auf gemächlichen Bänken und genoffen ein Glas Wein. Ringsum war fein Laut vernehmbar, nicht ein einziger Windhauch fühlte die schwüle, etwas bedrückende Atmosphäre ab, die ganze Natur schien in einen Bauberschlaf versunten zu sein. Die wenigen Schiffslaternen erleuchteten mit ihrem matten Licht das Verdeck und den Auslug des Steuermanns, wo dieser träge und wie schlaftrunken sein Rad auf und niederbewegte; es herrschte eine Rabenfinsterniß und eine schier unheimliche Stille. Dan fonnte sich denken, daß die Luft in der Kajüte bei einer so drückenden Hiße unerträglich sein würde, deshalb beschloß ich die Nacht auf dem Verdeck zuzubringen. Ich hatte bereits eine Stunde geseffen und ge träumt wie man träumen fann, wenn man viele Meilen fern von allem ist, was man liebt und ehrt. Aber was war das? Hörte ich richtig? Vom Ufer her traf ein Stöhnen an mein Ohr. Ich sprang auf und trat an den Schiffsrand, aber da war nichts zu sehen, dichte Finsterniß hüllte die Gestade ein. Nun wurde es wieder still. Es mußte ein Gebilde meiner erregten Phantaste gewesen sein. Aber nein! Jegt hörte ich wieder das Stöhnen.... immer näher und näher lange, tlagende Töne von mehreren menschlichen Stimmen; das war gerade als of fie nach Hilfe rängen nein, das war feine Täuschung! Ich trat zum Steuermann hin und machte ihn auf diese Töne aufmerksam. Steuermann, hören sie die klagenden Töne? Was mag das sein?" Der Steuermann sah lächelnd auf mich. Sie segeln gewiß zum ersten Male auf der Wolga, mein Herr? Ja, so geht es Allen, die zum ersten Male durch diese Gegend segeln. Sie können sich indessen beruhigen; diese Töne haben nichts zu bedeuten, es find Bourlaky am Ufer." Bourlafy! der Name kam mir bekannt vor, aber ich konnte mir doch nicht recht denken, woher. ,, Aber was bedeutet das Stöhnen, Steuermann?" " Sie haben sich eben an ihre Arbeit gemacht!" " Stöhnen sie immer unter der Arbeit?" den Der Landgerichts München L. in Sachen Dr. B. Schönlant weg Fortsetzung der verbotenen Südd. Poft" durch ein Flugbla welches das Verbot des Blattes bekannt machen sollte, wurd vom Reichsgericht aufgehoben und die Sache zur erneuerte Verhandlung an dieselbe Instanz zurückverwiesen. Das letzte Wort. Präsident( zum Angeklagten): S haben nun gehört, was die königliche Staatsanwaltschaft gege Sie beantragt hat: nach§ 257 der Strafprozeßordnung gebühr Ihnen das legte Wort. Was haben Sie noch anzuführen? Angeklagter: Angeklagter: W- a- t! Mir gebührt det legte Wort? Na det is jut, det ick det weeß; nu verbitte ich mir darufhin über haupt jede Einrede und beantrage meine sofortige ftraflo Freilaffung und die Kosten der Staatstaffe uffzulegen, vo Rechtswegen! Vermischtes. t. Berlin ( Rottbu Lampen anlaglid Mädche wurden, fab fich ber Hol welche S Migftän diefer S Rühne boly arbeiter feines a feiner u seger Schädig unter D Der we ringen Anwese betreffen trafte lichen biermit Forderu lich die Die gef julegen threr F tommif nöthige Grempl Die Goldfische der Tante. Wir lefen in einem Wiene Blatt: Tante Anna mußte auf das Land, der Arzt beftand darauf. Vorher nahm sie noch Abschied von dem Liebsten was sie hatte neben ihren beiden Nichten, von ihren Gold fichen. Sie nahm eines um das andere heraus und füßte fe was die Fische außerordentlich gerührt haben muß, denn fau in das Bassin zurückgekehrt, schoffen fie topfüber zu Grunde und steckten den Kopf unter die Tuffsteine. Dazu webelten fie trampfhaft mit der Schwanzflosse, was man immerhin a Beichen tiefer Gemüthe bewegung auffaffen kann. " 1 Gebt's mi fcho tobt nur ja auf die Goldfischeln Acht!" waren ihre legten Worte vor dem Scheiden und die Mädel schwuren hoch und theuer fte wollten ihrer warten, als wären ste kleine Kinder. an Fliegen und Kuchentrumen im Hause aufzubringen wa wurde gleich am ersten Tage den Fischen gebracht, aber, we der Himmel was die Thiere hatten, ste wollten offenbar ohne sah ihre bleiche Bauchseite gen Himmel- fte waren to Vielleicht starben sie an gebrochenem Herzen, noch den Kuß de geliebten Herrin auf den starren Lippen. Große Verzweiflung Wenn die Tante davon hört, ist's mit dem Frieden und Ver trauen vorbei. Der Bruder wird zu Rathe gezogen und fein Erstes ist, daß er die bleichen Leichen in Spiritus thut- fit das Andere will er sorgen... Morgen kommt die Tante, Bruder versteht die angstvollen Blicke der Mädchen, nimm das Spiritusglas geheimnisvoll in den Rockfad und ve schwindet... Die ersten Begrüßungen find vorüber und schon fragt die Tante: Was machen die Fischeln?" da sieh!" Meiner Seel', fie find nod gewachsen!" Woraus zu ersehen war, daß der Bruder, wenn er schon größere Goldfische kaufte, die ganze Spiritusgeschichte Beugen einen Meineid nicht zutrauen dürfe, das Schuldig auszusprechen. Als Strafen brachte er mit Rücksicht auf die Vorftrafen des Angeklagten 6 Wochen, dreimal je 2 Monate und 9 Monate in Vorschlag, welche Einzelstrafen auf eine Gesammtstrafe von achtzehn Monaten Gefängniß zu reduziren seien. Demgegenüber geißelte mit großer Schärfe der Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. Friedmann, die Aussagen sämmtlicher Belastungszeugen als absolut unglaubwürdig und beantragte völlige Freisprechung seines Klienten. Zur großen Bestürzung der Beugen, welcher fie deutlichen Ausdrud gaben, folgte der Gerichtshof durchweg den Ausführungen des Vertheidigers und sprach den Angeklagten Der Steuermann sah wieder lächelnd auf mich wegen dieser naiven Frage. Aber, mein lieber Mann!" sagte er, das ist ja gar kein Stöhnen oder Jammern. Achten Sie nur genau auf diese Töne, das ist eine Weise." hätte sein laffen können. Gedankenspähne. Ein Weib verschweigt, was sie nicht weiß. verschweigt nichts ausgenommen ihr Alter. Das Beste bei der Gattin Kuß Jst daß fie dabei schweigen muß. ber D, benen aber de und n fcheitert nicht in in feine zu maß Eiligere Metall regelten Julius bollften Benera Ray S energif Ein Weib vermög lich de tönnte bie St Staats boly h Das Weib ist und bleibt dem Manne den Gehorsam schuldig. Oft liegt im allertiefften Sinn Der allerhöchste Unfinn drin. Wo die Noth am höchsten, ist der Gerichtsvollzieher a nächsten. Oft hat es fich ereignet im Land und in der Stadt, Das grad der dümmste Bauer die dicksten Kartoffeln hat Die Krankheit der Patienten ist am gesundeften für bi Aerzte. Die Pünktlichkeit ist eine Bier, Doch später kommt man ohne ihr. Wer Vieles trinkt, wird manchmal fich betrinken. Gemeinnütiges. Badekräuter- Mischung. Su einer guten, aromatischen Badekräuter Mischung für schwächliche Kinder( namentlich be englischer Krankheit) nehme man zu gleichen Theilen Angelica Baldrian, Majoran, Meliffenkraut, Rosmarin, Thymian un füge im doppelten Quantum Kalmus und deutsche Kami von der Anklage sämmtlicher ihm zur Laft gelegten Strafthaten hinzu. Dies Gemisch foche man genügend lange, gieße bud frei; zugleich wurde die sofortige Freilassung des ca. 2 Monate in haft befindlichen Angeklagten angeordnet. Ich lauschte einige Minuten ja, es war eine Weise, aber eine Weise, die mir durch Mart und Bein ging, eine Weise, die mir vor Schmerz das Blut in den Adern erstarrte. Ich ward unsäglich betrübt bei diesen Klagelauten. Ich dachte bei mir, daß die Sklaven auf den südamerikanischen Plantagen so etwa, fingen" müßten.. Run fängt es Ihnen wohl an einzuleuchten, daß es München, 6. November. Das freisprechende Urtheil des eine Weise ist?" brach der Steuermann meine fummervollen Gedanken ab. Ja, es ist möglich, daß es eine Weise ist; aber das Volt, welches solche Weisen fingt, muß unglücklich und unſelig Daran sein." ,, Sie haben recht," antwortete der Steuermann ernst; diese Bourlafy haben wirklich Grund genug, traurige Weisen zu fingen. Seßen Sie fich ber zu mir, die Nacht ist ja doch bald vorbei. Wenn Sie Luft haben, will ich Ihnen von den Bourlaky erzählen." Ich kam seiner Aufforderung gern nach und nahm Plaz an seiner Seite. ,, Die meisten Heimathsörter der Bourlaky," begann der Steuermann ,,, liegen am Ramafluß und noch nördlicher. Das waldige Land eignet sich nur wenig zum Acerbau, das Klima, ist rauh, der lange Winter zeichnet sich durch fürchterliche Kälte aus, der Sommer durch Dürre und Regenmangel. Das Bolt, und ziehe auf Flaschen. Dem jedesmaligen Bade füge ma etwa 4-5 Eglöffel voll bei. G nißtai ( gen. S chen B feit der da auf In die binwies ba bas fei, no Deshalb legte en Dann Durchb geander Dann seinen Weg fort. Und nun verkündet der Bourlat feine Be und Noth in flagenden Tönen, die aus seiner Herzensti kommen. Es sind teine rhythmischen Weisen, in des Worl der Bourlat hat einen für Poefte und Mufit empfänglich Sinn, Elend und Sorgen seines Innern dichten ihm Wo und Melodien. Sein Sang ist trostlos und freudlos wie fe Leben " H wen Das ist wirklich ein jämmerliches Leben," sagte ich. müssen sich einst die unglücklichen Bourlaly freuen, Sommer und Herbst vorüber find, und fie dann mit ihre sauer, aber reblich erworbenem Gelde fich in ihre Heimath b geben können, um dort ruhig im Kreise ihrer Familie be Winter zuzubringen, bei Hausfrau und Kindern." Sie find auf einem Holzweg, wenn Sie glauben, daß b Bourlak fich fröhlich und vergnügt heimwärts wendet. De Sommer tann beschwerlich genug für fie sein, aber der Wint hat der Bourlat sich soviel verdient, daß er sich im Winte wieder verpfuschen kann; und wenn die Wolga mit Eis be welches diesen Winkel bewohnt, ist arm an Geist und Gut, der ist weit gefahrvoller! In den wenigen Sommermonate die Strahlen der Bildung haben sich noch keinen Weg zu ihrem Sinn gebahnt, ihre Landhäuser find flein und schmußig. Noth und Elend herrscht überall. Seit unvordenklichen Zeiten find die Bewohner dieses lläglichen Landes, welche Bourlaky genannt werden, alljährlich nach dem Süden in die Wolga- führt ihn durch öde Gegenden, die meistens gänglich u gegend gewandert, wo fte im Sommer sich niederlassen. Sie werden nämlich gebraucht, um Schiffe zu ziehen. Denn die Kaufleute an der Wolga suchen die Transportkosten für ihre Waaren dadurch zu verringern, daß sie auf Dampfund Pferdekraft verzichten und statt deffen die Menschen unter an. Er soll mehrere hundert Wersten zurücklegen; fein bewohnt sind; er muß mit Schnee, Sturm und Froft tämpfen er fann sich verirren und so seinem Untergang ficher entgeg gehen; in der Nacht hört er das Heulen des Wolfes, denn Ont forderte Darauf taffe 3 ufchlie tonne. 1 Raffe e Der Bi murde ine V Wichti gezeigt 20 Arbeite aufger Lobnto fellicha tag be Saale fiatt, achtung als alt beiterb wird mafien Daten den G find. laffen ten? bag un Blake Meifte großge - aber nichts erfchred Bunächst ist er an Beschwerden, find gar nicht selten in dieser Gegend den Bourlaten. ziehen die unglücklichen Bourlaky, in Schweiß gebadet und Stöhnend, den ganzen Eommer die tief beladenen Schiffe für 30 bis 35 Ropeken täglich, ob die Sonne auch noch so heiß brennt und wie sehr es auch regnet oder stürmt. Ihre Nahrung dem Joch gehen lassen. Mit einem Gürtel um die Brust behrungen und Gefahr gewöhnt, und dann fennt er aud bok Boo einen Baubertrant, der ihn Alles vergeffen, ibn aufleben und zu gutem Humor bringt; dieser Zaubertrant ift- Bran wein! Man fann fich wirklich nicht darüber wundern, der Bourlat als ein Mensch, der nicht die geringste dak a besteht in halbverwesten Fischen und trockenem Brot; Roggen stellung von Zivilisation und Bildung hat, der wie ein Thi brot fennen sie nur von Hörensagen; Fleisch ist ein Nahrungs- behandelt wird und selbstverständlich zulegt wie ein Ti mittel, was sie nicht kennen. Ein Tag vergeht ihnen wie der andere; die starke Hige wird immer unerträglicher; die Bourlafy, seufzend vor Hige und Durst, stieren unverwandt gen Himmel und spähen nach einer kleinen Wolfe droben. Regen würde ihnen eine Erquidung sein aber der Himmel bleibt klar und blau, und die Sonne sendet ihre brennenden Strahlen herab. Troftlos jappt der ermattete Bourlat; er werden muß man fann fich nicht darüber wundern, seine Zuflucht zur Flasche nimmt, um fich für alle aud standenen Entbehrungen schablos zu halten! Wenn er, no dem er die Nacht im Walde in Schnee und Kälte zugebrad hat, einen Krug am Wege liegen steht wärmen möchte leider wer will es i - bei allzu reichlichem Genuß in eine immer freiere Stimmung, der schlaue Krugwirth bd Lobt darf nicht müde werden, oder er verliert seinen Verdienst, Brantweins? Ein Glas folgt dem andern, der Bourlat tomm feinen Lohn.. Hunderte von Werften find schon zurück gelegt, aber raftlos schleppt der Bourlat die Schiffe weiter; fte fennen keine Trägheit, teine Ruhe, teinen Aufenthalt Inzwischen ist der Sommer zu Ende, die trop sch: Hize nimmt ab, der Himmel ist mit schwarzen Wollen bedett, die mit verführerischen Worten sein Getränk und nach einige erbeb Zeit verläßt der Bourlak den Krug... aber seine Tasche Und wenn er im Kruge einige Kameraden trifft, fo Nächte sind schon falt, ja es ist nicht selten Nachtfrost in dieser sich eine wahre Orgie. Es wird getrunken, gelacht, Rarten ge schneller ist. Regen, Hagel und Sturm herrschen nun mehrere Krug, denn fte bleiben tagelang, bis die Ersparniffe verbrad Gegend, wo der Uebergang von Wärme zu Kälte ein so thre und 3 tommi I Monta einen bie Bo außerd eigene ing Le Berian mäßige Restau 80. 1. erbebli fcheint nach b Aus b befchlo Er hat weder Feuerung, Brot oder Kartoffeln; ber Steuerein nehmer nimmt ihm seine legte Ruh. Glücklicherweise werb 40 Jahr. Die harte, übermenschliche Arbeit untergräbt die meisten erreichen nicht ba Wochen ununterbrochen, aber der Bourlat achtet es nicht; der Regen peitscht ihm ins Gesicht, der beißende Sturm drängt gegen seine dünne Kleidung, er finkt zur Erde auf die Knie, benn er ist ganz aufgelöst von dem vielen Regen aber der Gurt umschließt fest die Brust des Bourlaken, er sett den Fuß wieder auf die Erde, beugt den Rumpf vornüber und setzt Gesundheit...." fie in der Regel nicht alt.. Berantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in BerlinSW. Beuthstraße 2. Dem berlege emerit. 11.9 Emd befuch Berein träge wirten