Rr. 188. Dienstag> 11. November 1884. l. Javrg. ßtrlinfrUolbtiliill. Drgan für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliner Volksblatt' «iqemt täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtage«. Abonnementspreis für �erlm f,ci m'S HauS vierteljährlich 3 Mark, monatlich 1 Mark, wöchentlich 25 Pf. «•«jenie Nummern 5 Pf. Postabonnement pro Quartal 3 Mark.(Eingetragen im Vni. Nachtrage der PostzeitungSpreiSliste unter Nr. 719a.) Jnfertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereivkunst. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen» Bureaux, ohne Erhöhung deS Preises, angenommen. WsöelKtion unö KXpeöitwn Kerttn SW,, �immerssragc 44. Ädolf Stöcker. der evangelische Geistliche. �oberste und vornehmste Grundsatz, auf welchem die Lustliche Weltanschauung aufgebaut ist, ist der:„Du °u,t Deinen Nächsten lieben als Dich selbst." Ni�°n" es nun auch in gewöhnlichen menschlichen Verhält- luna r swmer möglich ist, dieses Prinziv durchaus zur Gel- teiUs« Dringen, so verlangt makaber doch von denjenigen 5bffn V i, M für die berufenen Vertreter der unsterblichen «.- großen Handwerkersobnes von Nazaretb ballen, daß � für befähw t"Letnan�t vlatzen; es soll ein Jeder, der übende« ux 0 ,1' Jntereffen des Volkes in den gcsetz. Werden-„�Wgften vertreten, zum Motte zugelassen ern würdiger Vertreter derselben ist. Statt """i"ondtefem Recht und dieser Freiheit Gebrauch - vv 1 v V vyv V»V»v»v*# i®6"■ stürzt stch Herr Stöckcr und sein ganzer Troß rn Renlw s' elendesten Verleumdung und Unwahrheit; er Un,(,j ote ganze Kunst seiner fanatifirenden Beredtsamkeit an, I�ft tm tn Schmutz hinabzuziehen, in welchem er belJÜ5®8 kann und was thut dieser Mann? Er schimpft und und er versteht mit einer so fernen Berechnung zu gSSKSaW Mm das nTI.-.---"•-' Z"oe,t das-ü, NU», rn einiralyrucyer, srrconwcr tl: t�türtii» r liememe Wohlergehen anzustreben, aneinander. r/ 1'" m Agrtalio n haben sich bereits bemerkvar ge- mm Sfeuilleton. Besucht und gefunden. Roman von Dr. Dux. So rv.,(Forsetzung.) •ÖIodR.ih*"ach England gekommen, und so war er Arzt geworden; und als er nun im Stande war, �°ürsti„'„»""»rven; uno ais er nun ,m vranoe war, i'kdst zu ernähren, da dachte er an seine b�v,"doch, daß diese fich im Hause seines Onkels illz°?men den» T.Sbm war damit eine Last vom Herzen stn Leben n hatte er ihr hier Anderes bieten können, Fritz Entbehrungen.-- setz, vabiche„11 und grüßte den Alten auf daS Herzlichste. ci'Jeiben rothin£-\ Ropf beä jungen Mannes zwischen beJ(n mit fnil �anbe und betrachtete das hübsche Gesicht »lauen Bart rann" Freude, daß ihm eine Thrän« in �tts/i�iunge/ sägte er,„Du bist das Ebenbild Deines V�tUotan% auch so gut und brav wirst wie Dein Du-n)ch Nicht üweikle dann mirh es Dir nicht fehlen. ganze ' f uig D Junge" "«tnnft S?.'°ge. was Dich nach Blackfield führt." ..3\."?vu das Srfifns»" be- ader ich -------_ Siit'-fTi»m rnttö zu des � mttlS1 v-'lasi�Äett Burg nicht ohne Roth', ich geschickt bin." Donuil wttd gesprochen: Mac Donuil. k. großen Handwerkersohnes von vtazareth halten, daß K ihrem ganzen Wesen, in ihrem Thun und Lassen, diesen Wedanken den Mafien gegenüber, deren Lehrer und Vorbrlder ™ doch eigentlich sein sollten, gewiffermaßen verkörpern. es„)t deffcn aber giebt es hier in Berlin emen Mann, der in!thon Jahre lang hindurch versteht, Haß und Zwietracht nlmmi seinen B-vöik-rungsklaffen zu tragen, der es unter- :<;%%%%% 5w IÄ w vrmgen. «ÄltÄ AS'iÄ» ÄÄ lÄ bie Aohl ist es nothwendig, daß in Zeiten politischer Erregung 'bciter hinzutreten mit einem erborgten Programm und fie mit feinen süßen, schmeichlerischen Motten zu umgarnen. Er ent- blödet fich nicht, das für seine eigenen Ideen auszugeben, was er anderen Leuten abgelauscht hat, hiermit spekulitt er auf die Uttheilslostgkeit des arbeitenden Volkes. In der einen Hand das gestohlene Programm, in der andern Hand die Peitsche, die Fefiel der Knechtschaft, das ist das Bild, welches der Mann im Priesterkleide den Arbeitern hietet. Was kümmert den Aibeiter die Confesfion des Einzelnen, worauf Herr Etöcker soviel Gewicht legt? Mag Herr Stöcker in seinen Kreisen thun und laffen was ihm beliebt, es ist noch niemals einem Arbeiter eingefallen, fich in der Beziehung ernstlich mit Herrn Stöcker zu beschäftigen. Wir lchen im neunzehnten Jahrhundett, wir wollen fottschreiten auf der Bahn der geistigen und fittlichen Entwicklung, aber unter keinen Um- ständen wollen wir uns zurückdrängen lassen in die finsteren Zustände vergangener Zeiten- Vom rein menschlichen Stand- punkte aus ist eS Pflicht eines jeden Mannes, der es treu und ehrlich meint mit seinen Mitmenschen, gegen die Barbarei der Herren Stöcker und Genossen auf das Entschiedenste zu protestiren,— die Aibeiterpattei Berlins, die gezeigt hat, was fie kann, die es verstanden hat, trotz aller Anfechtungen, Bc- drückungen und H erausforderungcn auf streng gesetzlichem Boden zu bleiben, wird gren Ehrenschild auch in Zukunft rein er- halten, fie wird es nicht dulden, daß derselbe durch die Wahl eines Stöckcr beschmutzt wird. Nur noch zwei Tage trennen uns von dem Zeitpunkt, wo über die Wahl Stecker's entschieden sein wird. Die Hilfs- mittel die Herrn Stöcker außer seiner eigenen raffinitten Ge- schicklichkeit als politischer Agitator zur Verfügung stehen, find enorm, es wird aber ganz darauf ankommen, ob es ihm gclin- gen wird, Arbeiter zu fich herüberzuziehen. Soweit wir die Berliner Arbeiter und ihren berechtigten Stolz kennen, werden fie eher alles Andere thun, als einem solchen Mann zu einem Parlamentssttze zu verhelfen, mag er fich wählen lassen, wo er will, am 13. November ist es unabweisbare Pflicht eines jeden Arbeiters unter keinen Umständen für Stöcker zu st i m m e n. politische liederlich!. Die für die Auslegung des KrankenverstcherungS- gefetzes prinzipiell sehr wichtige Frage, ob die Acdetter an ihrem Wohnott oder an dem Otte ihrer Beschäftigung dem Verfichernngszwange unterliegen, ist von den zuständigen Ministerien dahin entschieden worden, daß der Wohnort des Arbeitgebers maßgebend sein soll und an diesem Orte dessen sämmtliche Arbeiter zu verfichern find, und zwar ohne Rückstcht auf den Wohnort der Arbeiter und den Ort ihrer Beschäftigung. Die Arbeiter find also am Wohnorte ihres Arbeitgebers den betreffenden Krankenkassen beizutreten ver- pflichtet.— Diese Entscheidung wird jedenfalls nicht überall freudig aufgenommen weiden. Es giebt viele Arbeiter welche weit ab vom Wohnott des Arbeitgebers wohnen und die da- her vielfach Unannehmlichkeiten davon haben werden. Am Besten wäre es, wenn bis zum 1. Dezember alle Arbeiter einer „Und wer schickt Dich?" „Die junge Gräfin Agathe." „Und was wünscht die junge Gräfin Agathe von mir?" „Das werde ich Dir unterwegs sagen.... Du mußt mich nämlich begletten." „Ich Dich begleiten?..- Wohin?" „Auf das Schloß, mein Junge!" „Und wann?" „Sofort... die Pferde matten unten. Die Sache ist nämlich sehr dttngend- Der alte Graf ist krank, und und seine Tochter hat mir befohlen, leine Minute zu ver« lieren." „Aber, bester Pathe I Sieh' nur daS Wetter, den Schnee an, dann die Kälte...." „Du mußt denken, es geht zu einer Wildschweins- jagd.... Du hast ja auch einen Pelz, wenn auch nicht so praktisch wie der meinige.... hänge ihn um, schnalle Deinen Mantelsack, befestigte Deine Sporen und komm mit." „Meinen Mantelsack, sagst Du?" „Ja, Deinen Mantelsack, denn eS wird nöthig fein, daß Du Dich auf einige Tage einrichtest." „Mein Gott! Ein ärztlicher Besuch von einigen Tagen; das klingt ja fast gebeimnißvoll." „Thue nur, was ich Dir sage, mein Junge.... ES wird nöthig sein." Fritz Rodenburg machte stch kopfschüttelnd daran, einige nothwendige Reserve-Kleidungsstücke einzupacken. „Aber Tu wirst doch erst mit mir frühstücken, Pathe?" „Ich sagte Dir schon, mein Junge, daß ich keine Zeit ver« lieren darf." „Und was fehlt dem Grafen?" „Alles, was Du zu wissen nöthig hast, erzähle ich Dir unterwegs." Der Alte hatte bereits den Pelz deS jungen Doktors in der Hand, warf ihm denselben um die Schultern, nahm ohne Umstände seinen Arm und ging mit ihm hinunter auf den Hof, wo ein Hausknecht die beiden Ponnys am Zaume hielt und vor Frost zitterte.— In diesem Augenblick kamen zwei Reiter ganz uncrwattet an. Ihre Pferde waren weiß vom Schnee.— Habicht, ein großer Kenner und Liedhader von Reitpferden, brach in einen Ausruf des Entzückens aus. .Welch' herrliche Thiere! Namentlich dieser Wallach! Wie zierlich! Wahre Hirsche I... Du, Hausknecht, wirf diesem hier freien Hilfskaffe angehörten, da fie dann dem anderweitigen Verstcherungszwange nicht mehr unterliegen. Wer fich noch nicht in einer fteien Kasse befindet, der wird gut thun, fich sobald wie möglich einer solchen anzuschließen. Die neuerworbeneu Landstriche an der Küste Afrika'S fangen bereits an, stch im Reichsdudget bemerkbar zu machen. Dem Gouverneur von Kamerunsollenein Küsten- dampfer und eine Dampsbarkasse zur Verfügung gestellt wer- den; ein diesbezüglicher, dem Bundesrathe soeben zugestellter Entwurf fordert 180000 Mark zur Herstellung der betreffenden Dampfer.— Wir haben von Anfang an darauf hingewiesen, daß der Erwerb überseeischer Länder resp. die Aufrechterhaltung geordneter Zustände in denselben große Geldsummen erfordert: noch ist von einem Export nach dorthin gar keine Rede und schon find Geldkosten vorhanden. Wir glauben aber, daß dieser verhältnißmäßig geringen Summe größere folgen werden; dem Gouverneur werden andere Beamte zur Seite gestellt werden und vorauefichtlich wird sogar eine kleine bewaffnete Macht dauernd dott Station nehmen müssen. Ob aber in ab- sehbarer Zeit dem Reiche ein besonderer Nutzen daraus erwachsen wird, das ist zum Mindesten sehr fraglich. Betreffs der Alters- und Jnvaliditäts-Verstcherung der Arbeiter wird derichtet, daß ein bezügliches Gesetz in der bevorstehenden Reichstagesesston schwerlich werde vorgelegt wer- den' es solle zwischen den Bundesregierungen zunächst eine Verständigung über allgemeine Grundzügc des Gtseyes ersttebt werden; die letzteren würden jetzt hier aufgestellt und sollen in Kurzem den Regierungen zur Begutachtung zugesandt werden. — Es wäre gewiß wünschenswerih, daß diese Frage schon tn der nächsten Sesfion znr Verhandlung gelangte; auch wäre eS bei einer so eminent wichtigen Frage angebracht, daß man aus den Arbeiterkceijen heraus Männer mit zu Raths zöge, welche auf Grund ihrer praktischen Erfahrungen Manches wissen, was einem sonst ganz gelehtten Beamten trotz allem Eifer oft ent- geht. Viele Debatten und viel Unklarheit wü.de dadurch ver- mieden werden und sicherlich nicht zum Schaden der Be- theiliaten. Zweiunddreißig Millionen Mark beträgt nach Be- rechnung eines finanzlundigen Parlamentariers das Defizit im neuen Äeichshaushaltetat, welcher dem neuen Reichs- tag in den nächren Wochen vorgelegt werden soll.„Der Be« trag von zwciunddreißig Millionen Mark, so schreibt derselbe, ergübt fich schon aus den bis jetzt veröffentlichten Anschlägen des Etats pro 1885/86, wie solche dem Bundesrathe vorgelegt worden find. Es kommen zunächst Einnahmcausfälle in Be- tracht, weil das Jahr 1883 84 nicht wie das Vorjahr einen Ueberschuß, welcher in den Etat eingestellt werden konnte, er- geben hat. Dieser im vorjährigen Etat eingestellte Ueberschuß belief fich aus 15 825 000 M. Statt des Ueberschussts hat das Jahr 1883<84 ein Defizit von 1 905000 M. ergeben. Dieses Defizit muß durch den neuen Etat gedeckt werden. Sodann er- geben die Reichssteuern, deren Ertrag dem Reiche veibleibt, im neuen Etat einen Minderertrag von 6 762770 M. Diese drei Posttionen zusammengenommen stellen den Reichshaushaltetat gegen das Vorjahr schon um 24 492 770 M. schlechter. Hierzu kommt ein um 2117596 M. geringerer Ueberschuß der Post eine warme Decke über. Das find nicht Pferde von der Att, die man in solchem Wetter frieren lassen darf." Die beiden Reiter, welche von den Pferden abgestiegen waren, hatten fich in weiße Astrachan-Pelze gehüllt und gingen an Habicht und seinem Begleiter vorüber, als diese eben ihre Pferde b.-stiegen. Fritz richtete einen flüchtigen Blick auf fie, und es fiel ihm an Einem der lange, braune Schnurrbart auf und das mit einer eigenthümlichen Ltbhaftigkeit blitzende Auge.— Die beiden Fremden traten in das Gasthaus, während Habicht und Fritz Rotenburg zum Thore hinausrittrn. Sie flogen über den Scknce und hatten in wenigen Minuten die letzten Häuser Blackfield's hinter fich. Die Luft klärte fich jetzt ein wenig auf, ober so weit das Auge spähen konnte, keine Spur einer Landstraße:... Weg und Fußpfad war eine un- absehbare weiße Decke. Die einzigen Begleiter der Reisenden waren die Kiähen, welche von einem Hügel zum andern flogen und versuchten, unter dem Schnee ihre karge Nahrung hervorzuholen. Habicht ritt voran, da er des Weges kundiger war als der Doktor, und pfiff die Melodie irgend eines deutschen Volksliedes, das ihm noch von seiner Jugendzeit im Gedächtniß war. Plötzlich drehte er fich zu seinem Begleiter um und be- gann das Gespräch: „Das ist ein ordentlicher Wintermorgen, Fritz." „Freilich!" antwortete der Doktor„Aber ein wenig scharf und rauh für Einen, welcher nicht geborener Berg« schotte ist." „Ich habe gern solches Wetter, das macht ftisches Blut. Wenn mein Freund, der alte Pastor Goffry, sich entschließen könnte, bei solchem Wetter auszugehen, so würde er seinen Rheumatismus bald los werden." Der Doktor lächelte. „Eine schöne Kur!" Wieder trat Schweigen ein, und eine Stunde ritten«. !»?- P-»?« AÄ5 sSWÄ und Tclcprapkie und ein um 483 700 M. geringerer Heber- schuß der Reich Eisenbahnen von Eisaß-Lothringcn- Hiernach ergibt fich schon ein ziffermäßig bekanntes Defizit von27 094 066 M. Es find ober bei der Veranschlagung noch in Betracht zu ziehen circa 1600000 M- Plus an Ausgaben für Schuldzinsen in JMge der seit dem letzten Etat aufgenommenen Anleihen. Der Fortgang der Festungsbauten und des Baues des Reichstags» gebäuves vermindert die Zinseinnohmen dieser Fonds um jädrlich 500 000 Mark. Der allgemeine Penstonsfonds, ins- besondere der Militairpenfionsfonds, steigt jährlich um min- bestens 600 000 Mk., weil die Invaliden nicht mebr auf den Reichsinvalidenfonds übernommen werden. Der Marineetat ist bereits durch einen Rachtragsetat um 300 000 Mk. erhöht worden. In Folge Vermehrung der überseeischen Stationen und Indienststellung des westafrikanischen Geschwaders wird man eine Gfsawmterhöbung gegen das Vorjahr um mindestens 1 000009 Mk. anzunehmen haben. Das neue Reichsver- ficherungsamt lostet laut Rachtragsetat 153 000 Mark. Diese Posten inegesammt ergeben also einen weiteren Mehrbedarf von 3 853000 Ml. Unter Hinzurechnung zu obigen 27094066 Pik. ergiehl fick demnach ein Defizit von 30 947 066 Mk. Un- bekanm find aber noch die Medrforverungcn für den Militär- etat und für die größeren Zivilverwaltungen- Wie viel mehr wird für die Bespannung von Geschützen bei der Artillerie gefordert werden? Selbst wenn man mit Rückficht auf die niedrigen Raturalicnpreise an Mehrfordernngen für Militär- und Zivilverwaltungen nur eine einzige Million berechnet, er- bält man das Eingangs angegebene Defizit von 32000000 Mk. In den nächsten Tagen werden die amtlichen Anschläge vollständig erscheinen. Sie können diese Ziffern um höchstens eine Million Matk ermäßigen, vielleicht aber um einige Mil- lionen Mark erhöhen." Frankreich. Ein Telegramm des Generals Briere aus Hanoi von gestern Abend meldet, daß einige Secräubcrbanden zersprengl worden seien- Die Chinesen machten erneute An- gnffe auf Tuvenquan, wurven jedoch mit Leichtigkeit zurück- geschlagen, wobei auf sranzöstscher Seite nur ein Mann ver- wunde- wurde.— Ein vom Avmiral Courbet aus Kelung ein- getroffenes Telegramm von gestern theilt mit, daß am 2. d- M. etwa 1000 Chinesen die die Straße nach Tamsui b herrschenden Vefestigungswerke angriffen, aber nach einem dreistündigen Kampfe mit großen Verlusten zurückgewiesen wurden; die französtschcn Truppen hatten nur einen Verwundeten.(Sonder- bar, daß immer nur Einer verwundet ist.) Der Senat setzte heute die Bcrathung der Vorlage über die Wahlen zum Senate'ort, ein Antrag Raquet's auf direkte Wahl der Senatoren nach dem Listenskcutinium unter An- Wendung des allgemeinen Wahlrechts wurde abgelehnt.— In der Drputirtenkrmmer wurde vom Marineminister Pepron eine Vorlage, betreffend die Bewilligung eines Kredits von 3 400 000 Fi es. für die Absendung neuer Transporte für Tonkin eingebracht. Im Laufe des gestrigen Tages find im Ganzen 37 Per- sonen an der Cholera eikrankr und 12 gestorben. Die verhält- nißwäßig geringe Zahl von Todesfällen giebt nach Anficht der Aerzte die Hoffnung, daß fich die Epidemie nicht ausbreiten werde.— Seitens der Behörden ist angeordnet worden, daß ein den Zeitraum von Mitternacht des vorhergehenden Tages bis Mitternacht des neuen Tages umfaffender Cbolcrabericht an jedem Vormittag veröffentlicht werden soll. Man hält fest an ver Erwartung, daß die Seuche einen größeren Umfang nicht annehmen werde.— Von gestern werden aus Nantes 2, aus'Oran 4 Choleratodesfälle gemeldet. Pari», 9. November, Morgens. Von Mitternacht den 7. d. M. bis den 8. d. 11 Uhr Abends find in Paris 70 Erkrankungen an der Cholera, davon 8 mit tödtlichem Ausgange, vorgekommen.— Würde es nicht viel praktischer sein, wenn die für Tonkin geforderten 3 400 000 Franks zur Beseitigung der Cholera-Ursachen verwendet wü-den?— Schweiz. Um den unter den die Schweiz besuchenden deutschen Arbeitern vorkommenden Vertauschungen von Lezitimationspapieren zu begegnen, Hut der B u n d e s r a t h in einem Kreisschreiben an die Knntonsregierungen die Anord- nung getioffen, daß sowohl die kaiserliche Gesandtschaft als auch die kaiserlich deutschen Konsulate in der Schweiz an solche Deutsche, die in der Schweiz nicht ansäsfig find, nur folgende Legitimationen ausstellen: 1. Zwangs- oder Laufpä3e zur di- nklen Rückkehr in die Heimath, glltig auf 2 bis höchstens 10 Tage, für diejenigen, welche fich über ihre Personfund den Zweck ihrer Reise nicht gekörig ausweisen können; 2) p ooisorische Legiti- malionnen,»sltig zum Aufenthalt in der Schweiz bis zur Be- schaffung eines Heimathsscheines sin der Regel vier bis sechs Wochen), für diejenigen, welche in der Schweiz Wohnfiy neh- men woll.n und fich gehörig legitimirt haben. Diese AuswciS- schristen enthalten die Unterschrift dessen, für den fie aus- gestellt find, die Zwangs- und Laufpässe außerdem noch ein genaues Signalement. Sic find für die kaiserliche Gesandt- schaft und die Liseilichen Konsuln von einheitlicher Form und durch besondere Einrichtung gegen Nachahmung geschützt. Wie das bundeorälhlickc Kceissckreide,'. W fernern mitiheilt, hat die deutsche Gesanotschast in Bern die Anregung gemacht, daß die nomie beachtete, und endlich haben wir gar eioen aus Paris kommen lassen, ver ein goldnes Lorgnon trug, die Nägel und Fuße untersuchte, und auch wieder abgereist in... Alle Drei haben stch rüchtig bezahlen lassen... geholfen hat aber dem Alten Keiner; die Bezahlung ist ja eben bei den Herren die Hauptsache." „Du hast keine schmeichelhafte Meinung von uns Aerzten, � �„Jch rede nicht von Dir, Junge; im Gegentheil, ich schätze Dich sehr hock und wenn ich das Unglück bätte, auf der Jagd ein Bein zu brechen, so würde ich mich lieber Dir, als dem Ox- forter Professor mit der großen Perrücke anvertrauen. Du hast Etwas gelernt und hast einen klugen Kopf... aber im Innern des Menschen gehen manchmal sonderbare Dinge vor, die kein Arzt zu ergründen vermag/' „Was ocrstebst denn Du davon? Der alle Habicht sa!, seinen Schutz!, ng mit zweifelhasten Blicken an. als wollte er fich überzeugen, ob derselbe nicht auch ein Chmlatan sei.,, „Meiner Treu, Fritz." fubr er fort,„wenn Du es ver- ständest, in das Innere eines Menschen hinein zu schauen, so würde uns das sehr angenehm sein, denn die Krankheit des Grafen M'Donuil steckt eben inwendig... Es rst eine fürch- terliche Krankheit, ähnlich wie die Hundswuth.... Du weißt, die Hu.'ldswutd z�igt stcb immer nach neun Tagen, ncun Stun- den oder neun Wochen.",,,, �... „Man sagt das, 0 kel Habicht; aber ich habe noch nicht Gelegenheit gehabt, mich davon zu überzeugen, und zweifle also vorläufig daran." � � „Hm! Du wirst doch nicht leugnen können, daß es in den Marsckländern Fieder gi bt, welche alle drei, alle sechs oder neun Jahre w:eteikehrcn.",., „Es schein?. Du bast Dich mit den penodilchen Krank- besten des Atenschen eingebend beschäftigt.... Es tbut mir leid. Dir über dieselben keine Ausklärung geben zu können, denn die periodischen Krankheiten find es eben, die uns Aerzten immer noch Kopfzerbrechen machen." „Also Du hast die Ursachen der periodischen Krankhestrn auch noch nicht ergründet?" „Nein, Onkel, das pade ich nicht vermocht?" »Das tbut mir sehr leid, denn die Krankheit des Grafen Fergus M'Donuil ist eben eine periodische. Sie kommt jedes Jahr reg-.lmäßig dcn'elben Tag, dstselbe Stunde-" „Und wie äußert stch diese Krankheit?" „Ja, das ist ein eigenthümliches Ding.... Sein Mund Konstablec zur Aufrechterhallung der Ordnung in Michipicoton eingeschworen, konnte die Polizei wieder abziehen. schweizerische Polizeibehörde und die deutschen Konsulate, sowie fie selbst alle nachweisbaren Fälle von Paßvertauschungen, Ertwcndungen von Legitimationepapieren fich gegenseitig zur Kenntniß bringen sollen; besonderen Werth würde aber die deutsche Gesandtschaft darauf legen, wenn ihr alle Nachweis- lich gefälschten Ausweisschriften mitgetheilt würden, um be- urtheilen zu können, ob die Fälschungen etwa von einem be- stimmten Zentrum ausgehen. Bulgarien. In der heutigen Sitzung der Kammer inter- pellirte ein früheres Mitglied des konservativen Ministe- riums, S t o i l o w, die Regierung in Betreff der Gerüchte über Verschleuderung öffentlicher Gelder durch das konservative Kabinet. Der Ministerprä- fident Karawelow erklärte darauf, daß 17 Millionen Franks im Laufe der Herrschaft der Konservativen ver- schwunden seien, und daß keine Spur derselben zu finden sei. Ferner seien 5 Millionen Franken ohne Sicherheit aus- geliehen. Es soll nun zur Unteisuchung der Angelegenheit, eine Kommisston ernannt werden.— Auch nicht übel! Die! Millionen werden schwerlich wieder zu finden sein. England. Mr. O'D onnel tclegraphirt an„Freemann's j Journal" einen B.icf in Bezug auf seine vorgestrige Suspen-: fion im Hause der Gemeinen. Er erklärt dann, warum er nach den mehrmaligen Unterbrechungen seitens des Sprechers in seinen(O'Donnel's) durchaus legitimen Bemelkungen fich geweigert habe, dem„beleidigenden Befehl", seinen Sitz cinzu- nehmen, zu gehorchen. Mr. O'Donncl fährt fort: „Als die neue Regel, welche diese unverschämte Gewalt einführte, durch die knebelnde Majorität vor einigen Jahren angenommen wurde, fühlte ich sofo-t, daß fie als eine fichere und feige Alternatioe für einen Sprecher beabstchtigt war, der als das knechtische Werkzeug eines Ministeriums handelt, wel- chcs den Skandal zu vermeiden wünscht, offen einen Vertreter des Volkes zu suspendircn und ein irisches Mitglied zu unter- drücken und zu belcioigcn, und war entschloffen, wenn immer dieser charakteristische Kunstgriff angewendet werden sollte, diese fiemeine Berechnung zu Schanden zu macden, und den Sprecher o wie seine ministerielle Majorität zu zwingen, mit der ge- wöhnlichen nackten Brutalität gegen die Rechte des irischen repräsentativen Körpers vorzugehen. London, 8. November. Lampson Lloyd(kons.) ist zum Abgeordneten in Siia- Warwickshire mit einer Majorität von 1176 Stimmen an Stlle des verstorbenen Liberalen Leigh gewählt worden. Die Konservativen gewinnen mithin einen Sitz. Egllpten. Am oberen Nil scheint die sudanesische E.-He- bung wieder bedeutendere Dimensionen anzunehmen. Äelvun- gen aus Eingeborenen Quellen, denen in amtlichen Kreisen zu Kairo Glauben geschenkt wird, besagen, daß ein Korps von 4000 Rebellen die Sonklarbinstraße besetzt hält, welche nach Dongola sübrt und die Route nach Odeid beherrscht. Ein tg ptischer O'fizier, der bei dem Maffakce von Hicks Paschas Armee gescdont wurde, befebligt diese Rebellen Streilkraft. Auch wird südlich von Mrawi, sowie zwischen diesem Orte und Berber, eine große Zusammenziehung von Rebellen ge- meldet. Eingeborenen Spionen zufolge brachten vorige Woche 20 Boote drei Kanonen den Nil hinab nach Berber, wo fie gelandet und an Osman Digma befördert wurden, um ihn ,n den Stand zu setzen, die Operationen an der Küste des Rothen Meeres wieder aufzunehmen. Die Kanonen wurden von dem Mahdi gesandt, der fie aus Tripolis erhalle« haben soll. Norv-Amerika. Die nunmehr über 24 Jahre währende Hsrrsckaft der republikanischen Partei in Nord- Amerika scheint wirklich vor ihrem Ende angelangt zu sein. Die Revublikaner geben, einem heute Abend eingetroffenen Newyorker Telegramm zufolge, im Allgemeinen zu, daß C l e- v e l a n V als gewählt anzusehen sei, beabsichtigen indetz, eine offizielle Zählung der im Staate Newyork abgegebenen Stim- men zu verlangen. Gegenwärtig werden für C l c v e l a n d 219, für Blaine 182 Stimmen gezählt. Zur Wahl find 201 Stimmen erforderlich. Aus Kanada(Brit. Amerika) kommen in letzter Zeit Mit- theilungen über lokale Unruhen, welche den Behörden viel zu schaffen machen. So hat vor einigen Tagen, wie aus Winni- peg gemelvet wurde, eine Volksmenge von 3000 Personen das Bild des Gencral-Anwalts von Ptanitoba, Miller, aufgehängt und verbrannt, weil letzterer einem Gefangenen für einen miß- lungenen Fluchtversuch die„neunschwänzige Katze" zudiktirt halte. John Norquay, der Premierminister hat versprochen, die Forderung auf Entlastung Miller's in Erwägung zu ziehen und seine Antwort binnen zwei Tagen zu geben. Es herrscht große Aufregung und die Truppen wurden aufgeboten, aber ein Zusam nenstoß mit dem Volke hat nicht stattgefunden.— Auch in Michipicoton(am Oberen See) herrschte große Auf- regung und als die dorthin gesandte Polizeimacht landete, wurde auf fie geschaffen; die Polizei drang jedoch vor und verhaftete eine Anzahl von Unruhstiftern. Nachdem Svezial- füllt fich mit Schaum, seine Augen werden glanzlos. Zittern ergreift ihn vom Kopfe bis zu den Füßen, und die Zähne im Munde klappern ihm zusammen." „Hat der Mann vielleicht großes Leid erfahren?" „Nein, das eben nicht! Doch hat er sein Bischen Bekümmcrniß auch. Wenn seine Tochter, Fräulein Agathe, sich nur verheirathen wollte, so würde er vielleicht der glücklichste Mensch auf Gottes Erdboden sein.— Denn sieh', Fritz, er ist einer der ersten Mag- naten Alt-Schottlands. Er ist reich, angesehen, hochgeehrt, einer der ersten Pairs in allen drei Königreichen.... Aber es macht ihn unglücklichen, daß seine Tochter alle Bewerber zurückweis't." „Und weshalb thut fie das?" „Sie ist eine gute Katholikin, mein Junge, und will stch Gott weihen; und da ärgert ihn der Gedanke, daß das alte Geschlecht Donuil erlöschen soll. «Hat fich die Krankheit erst allmälig entwickelt?" „Nein, sie ist ganz plötzlich eingetreten." „Wann?" »Vor zwölf Jahren!" Der Arzt darbte nach.— Auch Habicht schien jetzt in Nachdenken versunken zu sein und fich ein wenig erholen zu wollen. Er zog seine kurze Pfeife hervor, stopfte dieselbe, zün- dete fie langsam an und ritt wieder schweigend an seines Ge- fährten Seite. „Erzähle mir," sagte dieser, wie die Krankheit begann." „DaS will ich thun," antwortete Habicht. Nach kurzer Pause begann er: „Eines Abends war ich allein mit dem Grafen im Waffensaal des Scbll,ffes; es war gegen Weibnachten, so die Zeit wie jetzt. ... Wir hatten den ganzen Tag in den Schluchten des Hoch- aebirges ein Wildschwein verfolgt und waren erst bei ein- brechender Nacht heimgekehrt. Das Wetter war kalt und schneeig.... Der Graf schritt die Halle auf und nieder, den Kopk auf die Brust gesenkt, die Hände auf dem Rücken, wie ein Mann, der über etwas scharf nachvenkt. Von Zeit zu Zeit blieb er an dem hohen Bogenfenster stehen, und betrachtete, wie der Schnee fich an demselben anhaftete. Ich wünschte alle Wlldschweine des Hochgebirges zum Teufel, denn Alle im Schlöffe schliefen längst, und ich mußte dastehen und den schweren Schritt des Grafen auf den Fliesen der Halle und das Klirren seiner großen Sporen anhören, ohne daß er ein Wort an mich richtete, oder mich auch nur einmal ansah. Ich erinnere mich, daß eine Eule am Fenster laut aufschrie und, ZU dm Wahlen. Aus Darmstadt wird der„Franks. Zeit." geschrieben: „Die Behörden muffen in diesen Tagen starke Unruhen be- fürchtet haben, denn wie wir hören, defand fich die ganze Gar- nison in Bereitsckaft. Die Infanteristen wurden gestern erst in der Zeit von 12 bis 2 Uhr Nachts von der Bereilschafts- stellung entbunden. Von der Kavallerie hatten zwei Schwa- dronen ständig gesattelt. Die militärischen Aufgebote führten scharfe Patronen bei fich. Noch heute sind die Wachen um fast das Dreifache verstärkt; es befinden stch im Ganzen 200 Mann auf Wache, stimmt[ich mit je fünf scharfen Patronen versehen. Daß das Verhalten der Sozialdemokraten zu solchen erstaun« lichemVorfichtsmaßregcln gegründeten Anlaß gegeben habe, kann in keiner Weise b.hauptct werden." Soviel uns b-kannt ge- worden, ist die Stichwahl vollkommen ruhig verlausen, die Be- fürchtungcn der Behörden haben fich glücklicher Weise als irrige herausgestellt. Magdeburg. Die Wahlbewegung geht hier in hohen Wogen; nachdem schon mehrere gut besuchte Versammlungen abgehalten worden find, fand am Sonnabend wiederum eine große Wählerversammlung in Brenner's Salon in Süden- bürg statt. Das schöne Lokal war in allen seinen Theilen überfüllt, es mochten wohl 4000 Wähler anwesend sein. Der Kandidat der Arbeiterpartei, Herr Hutmachermeister und Stadt- verordneter Heine aus Halberstadt, welcher sich heute mit dem Kandidaten der freistnnigen Partei Herrn Buchte- m a n n in der Stichwahl zu messen hat, referirte über die be- vorstehende Stichwahl und seine Stellung zur Handwerker- frage. Nachdem derselbe unter dem Beifall der Versammlung geendet, nahm als Korreferent Herr Liefländer aus Berlin das Wort und wies unter dem Beifall der Versammlung nach, daß Herr Büchtcmann nicht der Mann sei, welchen die Wähler Magdeburgs in den Reichstag wählen müßten, daß dieses nur der Kandidat der Arbeiterpartei, Herr Heine sein könne. Die sehr enthustasmirte Versammlung nahm dann ein- stimmig eine Resolution zu Gunsten des Herrn Heine an. Herr Äüchtemann war trotz brieflicher Einladung in der Versammlung nicht erschienen,— der Srez Hein e's scheint gefichert- Niederbarnim. Bei der Reichstagsstichwahl im Wahl- kreise Niederbarnim wurden für Lohren(k) 9843, für Knorcke (df.) 9550 Stimmen abgegeben. Der Erstcre ist sonach ge- wählt. Mannheim Im Wahlkreis Mannheim- Ichwetzingen er- hielten bei der Stichwahl bis jetzt Kopfer sDemokr.) 9612, Eckhard(nl.) 7549 Stimmen. Das Ergibniß von zwei kleinen Ortschaften fehlte noch. Speyer. Bei der vorgestrigen Stichwahl wurde Groß (nl.) gegen Drceöbach(S.) gewählt. � Kassel, 8. November. Der hicstge national liberale Wabloerein hat mit ausführlicher Motivirung beschlossen, st" die Stichwahl, in der der Sozialdemokrat P f a n n k u ch dein konseroatioen Professor Lötz gegenübersteht, Wahlen!- Haltung, eventuell Stimmabgabe für einen Parteigenosse» zu empfehlen. Dortmund, 8. November. Lenzmann(df.) hat in der heutigen Stichwahl über Kleine(nl.) mit einer Majorität von ungefähr 400 Stimmen gesiegt. n Duisburg, 8. November. Hammacher(nl.) mit 14, M Stimmen gewählt, v. Schorlcmer(C.) erhielt 11,536 Stimmen- Heilbronn, 9. November. Bei der ReichstagsstichwmjJ im 3. Wüntembergischen Wahlkreise(Bestgheim-Heilbronn) M Haerle(Volkspart.) mit 10 504 Stimmen gewählt worden- Freiherr von Ellrichshausen erhielt 10 134 Stimmen., Mainz, Montag, 10. November. Nack dem amtlichen Ergebnisse der Stickwabl im Kreise Mainz-Ovpenheim wurde Landlagsabgeordneter Josef Rocke(Zentr.) in Mainz niu 7074 Stimmen gewählt. Vollmar(Soz) in München erhim 7888 St.. Darmstadt, Montag, 10. November. Nach dem ami- lichcn Ergebnisse der Stichwahl im Wahlbezirk Darmstadt' Gr.-Gerau erhielten Brauereibcfitzer Justus Ulrich zu Pfung. stadt(natlib.) 10 587, Bildhauer Philipp Müller, Darmsta� (Soz.) 7535 Stimmen. Offenbach, Montast-, 10. November. Nach dem amtliche� Ergebnisse der Stichwahl im Wahlbezirk Offenbach-DiebW erhicllen Schriftsteller Liebknecht in Borsdorf(Soz.) 10.# Handelskammer-Sekretär Schloßmacher in Offenbach(natW-i 8759 Stimmen. Stegen. Bei der Stichwahl erhielten bis jetzt Slot" (k.) 6108, Schmidt(dsr.) 2724 Stimmen. Stichwahlen finden heute statt in: Königsberg, Dresden- Magdeburg, Hannover, Kassel und Nürnberg. K o K a l e s. N. In den Kreisen der Grundbesitzer von Wll##* dorf und Umgegend zirkulirt jetzt ein Schreiben, welches st, Mitteln will, wie viel eventuell jeder Grundbesttzer nach gäbe seiner Grundsteuer zum Bau einer Pferdebahn von*0 durch den Flügelschlag derselben vielleicht verursacht, der welcher stch an die Scheibe gesetzt hatte, an einer Stelle fiel, so daß man an dieser Stelle hinausschauen konnte w Nacht.", Dil „Erlaube," unterbrach ihn Fritz,„bezieht stch das, rvas da erzählst, auf die Krankheit des Grafen?" � Ich glaube, ja! Höre nur weiter, dann kannst Du tw urtheilen."._ „Bei diesemSchreider Eule blieb derGrafstehen, die Augen! � die Wangen bleich, den Kopf vorwärts gebeugt, wie der sein Wild kommen hört. Ich stand noch immer am. und wärmte mich und dachte bei mir:„Wird er fick, nock nicht bald schlafen legen?" denn aufrichtig gesag'* i fiel fast um vor Mattigkeit... Mir steht diese Szene so lebhaft vor Augen, als wenn ste gestern geschehen' Kaum war der Schrei der Eule verhallt, da schlug die v» � uhr zwölf..... In demselben Augenblick wandte n®.„ftt Graf. Seine Lippen bewegten fich; mir schien, als er wie ein Berauschter; er streckte seine Hände aus; fe,n* litz war ganz fahl geworden. „Gnädiger Herr! Was ist Ihnen?" fragte ich. „Da sängt er an zu lachen wie ein Wahustnnrger, i und fällt zu Boden, mit dem Geficht auf die Fliesen. „Ich schrie u.n Hilfe."„«4 „Ein Diener erschien, und wir trugen den Grase dem Bette, welches in der Nähe des Fensters stand- „Als ich eben im Begriffe war mit meinem Ja? dem Grafen die Halsbinde zu lösen, da stürzte p" Male die Gräfin Agathe herein und wirft fich mit em-- dringenden Geschrei über denselben. ich � „Es überläuft mich immer noch ganz kalt, wenn ....... wieder eine einer Weile Hier machte Habicht Pfeife aus und fuhr nach erncr Weuc inu uo-—• Miene fort:_ DoN», „Seit diesem Tage ist das Unglück auf Schw« eingekehrt und scheint nicht wieder daraus weichen Z» „Der Anfall hat fich wiederholt?" fragte, gtu» „Alle Fahre um dieselbe Zeit, fast um drcsew irgreift.es den GrafenB........ � „Wie lange pflegt das Uebel anzuhalten?.. � mir;1'■ „Acht bis vierzehn Tage, während welcher Ze». stche ...—-■--- yopfe zu s ! schrett, daß Einem die Haare auf dem dann wird es nach und nach besser. (Fortsetzung folgt.) L lin nach Wilmersdorf beitragen will. Mit Mckjicht auf die Kroße Frequenz, welche zwischen der Refivenz und dem genann- len Otte besteht, ist der Wunsch nach einer Pferdebahn aller- vwgs gerechtfertigt. k- Der neue Thierschutz-Verein läßt jetzt auf allen a Haltep lätzen Ansprachen vertheilen, in welchen er die �cher auffordert, ihre Thieren gut zu behandeln. Die zahl- reichen Mitglieder des Vereins hätten sich verpflichtet, keinem Michkenkutscher, welcher sein Pferd mißhandle, und namcnt- »fl», wenn er mit seinen Schlägen nach Nase und Hals ziele ein Jtrrnlgeld zu geben, abgesehen von der selbstoerständlichen An- zur polizeilichen Bestrafung. !>,.% Ein Akt brutaler Rohheit spielte fich am Sonntag Ävend gegen V-10 Übt in der Petristraße ab. Der an der 'f�richsgracht vor Anker liegende Schiffer Goltlieb Siädter Pslenzig bei Crösten wollte seinen in der Petristr. 8-9 w. v.n?en Bruder, einen Maurer besuchen. Da er wußte, �.vreser stch in dem im Hause befindlichen Bierlokal von Md°rg aufzuhallen pflegt, so ging er direkt in dar Lokal no fragte nach seinem Bruder, der fich auch im Hinterzimmer ujT"-»Das ist ja ein Pole," sagte ein Gast, und auf die Mwort des Städter kam es zu einem lebhaften Wortstreit, W 1ut Dadurch augenblicklich nicht in Thätlichkeiten ausartete, lck! Bruder des Schiffers plötzlich auf der Bilofläche er- diesem bedeutend, er hätte es mit einem gcfürchteten schlaget zu thun, mit dem Bruder das Lokal verließ. Kaum Beide auf die Straße getreten, als auch schon der fon. Städter von dem Gast und einem zweiten Mann über- «g? und mit stumpfen Jnstrumtcn, anscheinend schweren atii h' derartig zuge-icktet, daß Städter eine große Wunde lrfL.V" erhielt und ihm außerdem das Aasendem zer- wurde. Blutüberströmt wurde Städter nach der «.Kr�wache in der Brüderstraße gebracht, wo ihm die er- g,, Milche ärztliche Hilfe zu Theil wurde. In den Thätcrn Kn. die Gcbiüder B. ermittelt, welche fich wegen schwerer Bert* vor dem Strasrichter zu verantworten haben 7 eigenthümltchen Umständen hat sich am der n r Abends der obdachlose Kellner B. in einem in n»rs,,�?2estraße belegenen Schanklokal das Leben zu nehmen IBtJ$'• In dem Lokal, in welchem mcistentheils nur obdach- der(tpÜonen und liederliches Gefindel verkehren, hatte B. in !!stim!!�".w°rt mehrerer Genossen zu der jungen Tochter des sie-s"9 mehrere Male dahin geäußert, daß er sich, wenn aber Wunsche, auf der Stelle todtstechcn würde; er würde dies Auf vsmi aus Liebesgram, sondern aus Lebensüberdruß thun. Nur fn'ß�ßernng, welche von den anivesenden Personen loser ar' Scholz gehalten wurde, erwiderte ein anderer obdach- dem sn) ie goldene Remontoir-Uhren(offen), 15 silberne Remon- S&giR i neufilberne Remonloir-Uhr und 1 neustlbeme sind' be- Von den des Diebstahls verdächtigen Italienern NanwlTl groß, der andere klein, mit schwarzem Barte. Sie "koinoutü®�stvpe Geschele, Pietro(Seren und Giacomo toohi!' JtävtUche Ehegatten scheinen die in der Oranienstraße Theater. leine i*,* kecke Pseudo-Vrigant„Gasparone" lockt durch Äugf M Streiche, die Carl Millöcker so hübsch m melodiöse der i-i�. fetzte, allabendlich ein zahlreiches Publikum in das �Äbbrzten Lvercite gewcrhte Neue Fricdrich-Wilhelm- Irischn?�„Theater. Gasparone, auf dessen Namen hin .'uih Aljkeifallcn, geschmuggelt und schließlich auch ein Ein- dir hiebst obligaten Diebstahl fingirt wird, ist ein Phantom, üin di.�ben Einbildungskrast der Syracusaner entsprossen. KatüriiT, Phantast-räuber, der fortwährend gesucht aber lallfofS gefunden wird, rankt fich in bunter Mannig- ,"»eii- e, Im Vordergrunde steht der durch- hick«s,e Spitzbube von Podesta, Baboleno Nasoni, der seinen Hart,.«, �en„Strick" von Sohn Sindolfo&«out prix an verwittwete Gräfin von Santa� Croce verheirathen winden- und -ym uite wt..w....•—.. antipathischen Gauner von Podesta schon seit drei Tagen weiß in der Tasche mit fich herumträgt. Inzwischen Ufo"Knie Erminio als gefährlicher'Nebenbuhler. Sm- K ÄV'ÄÄ»«ä S ää ä srÄ»:; :,J9 spilc."eruyrle uns nur in der Handlung, oie soll, das Vorkommen des AngrwPequena-Cou- st � schoil eines syrakusischen Podesta. Sollte man da- vor»..-? Mr. Cumbcrland die jetzt brennende �.ages- vorn.,-,,-orr. �.umocrcano oie leyr orr»»r»a. KspUDKesehen Haben s Carl Millöcker zeigt sich auch im Monist lieber als talentvoller und feinfichtiger Operetten- stfa Und ixVne Motive zeugen von anmuthiger Erfindungsgabe föft. ßöi �l�thells aus vollem musikalischen Borne ge- leirf,/". Melodien find prickelnd und prägcn sick dem stirer lein, verfehlen also selten ihres Eindrucks auf den fe.°S?' ÄW ÄSÄ tÄw" ikn——»en hin. Dagegen scheint uns Herr Binder an einzelnen Stellen doch zu grobkomische Farben gerieth gestern Nachmittag mit seiner Frau in einen Wort- streit, in Folge dessen die Frau, ohne stch lang zu besinnen, ihrem Manne derart mit einer Kaffeetasse auf die Oberlivp e schlug, daß der Mund in zwei Theile gespalten wurde. Der Mann mutzte stch nach der nächsten Sanitätswache begeben, um dort die Wunde zunähen zu lassen. g- Durch einen Omnibus überfahren, bezw. schwer verletzt, wurde gestern Abend aegen einhalb 8 Ühr der in der Mittenwalderstraße wohnende Barbiergehülfe Otto Bedermann. B- war gestern Abend um die angegebene Zeit im Begriff, in der Aerusalemerstraße, vor der Jerusalemerkirche, einen Pferde- eisenbahnwagen zu besteigen, als er von den Pferden eines daherkommenden Omnibus umgestoßen und derartig über- fahren wurde, datz ihm außer verschiedenen leichteren Ver- letzungcn die sämmtlichen Fingerspitzen der rechten Hand durch die Omnibusräder abgequetscht wurden. B. wurde durch einen Schutzmann zur Anlegung eines Verbandes rc. nach der Saniiätswache in der Markgrafenstraße gebracht. N. Ein Raubanfall soll gestern Nachmittag am Kott- buscr-Damm von drei Strolchen auf den in der Zigarren- fabiik von L- angestellten Hausdiener, Ernst Durst versucht worden sein. D hatte in Rixdorf ca. 400 Mk. einkasfirt und befand sich auf dem Heimwege, als plöyltch die Strolche, die von der Einkasstrung vorher irgend welche Kunde erhalten haben mußten, an D. herantraten und das Geld von ihm verlangten. Da D. den Räubern energischen Widerstand entgegensetzte und auf seine Hilferufe Paffanten herbeieilten, so zogen es die drei Wegelagerer vor, ihr Heil in der Flucht zu suchen. Trotz sofortiger Verfolgung gelang es leider nicht, einen der Raubgesellen festzunehmen. a. In nnerkenuenSwerther Entschlossenheit hat eine Frau, vre in der Krautstr. Nr. 54a wohnende Wittwe A- die Festnahme eines Bodendiebes herbeigeführt- Dieselbe hörte gestern Abend von ihrer in der 4. Etage belegenen Wohnung aus auf dem Boden ein verdächtiges Geräusch, anscheinend Fußtritte, und sie begab fich allein nach dem Trockenboden aus welchem sie Wäsche zum Trocknen aufgehängt hatte. Hier traf sie einen Mann, der ibre gesammte nasse Wäsche zusam- mengepackt hatte und das Weite suchen wollte. Kurz entschlossen, trat Frau A. aus dem Trockenboden, schlug, ehe ver Dieb die Zeit datte, heranzutreten, hinter stch die Bodenthür zu, so daß der Dieb eingcschloffen war. Frau A. eilte nach der Straße und ein von ihr herbeigeholter Schutzmann nahm den noch im Bodenraum befindlichen Dieb fest und brachte ihn zur Wache. Der Dieb, ein obdachloser Schneider, N. fimulirte daselbst Trunkenheit und gab an, nicht zu wissen, wie er in das Haus und auf den Boden gekommen sei. N. ist heut zur Untersuchungs- Haft gebracht worden. >>. Die neueste Zeitung Berlins heißt der„Droschken- kutsch er", Organ des Vereins der Berliner Droschkenkutscher. Es dcbutirt u. A. mit einer Serie von Schilderungen, auf wie mannigfache Weise Droschkenkutscher um das Fahrgeld ge- prellt werden. Die Redaktion giebt ihren Lesern den Rath, in zweifelhaften Fällen Vorausbezahlung zu verlangen. Polizei- Bericht. Am 7. d. Mts., Abends, brachte sich der Kellner Behrend in einem Schanklokal Langestraße in selbst- mörderischer Absicht mit einem Messer zwei Stiche in die Brust bei. Derselbe wurde mittels Droschke nach der in der Älumciistraße 59 belegenen Sanitätswache und von dort nach dem städtischen Krankenhause am Friedrichshain gebracht.— Am 8. d. Mis. glitt der Kutscher Griese, welcher beim Kauf- mann Körner, Elisabethstr. 28, in Arbeit steht, beim Herab- gehen der Kellertreppe auf der letzten Stufe aus, schlug rücklings auf die Treppenstufen und zog fich dadurch anscheinend einen Bruch der Wirbelsäule zu, so daß er nach dem städtischen Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden mußte.— demselben Tage Nachmittags kletterte der 8jährige Knabe Willy Gallasch, Licktcnbergstr. 9 bei den Eltern wohnhaft, auf das Geländer der Stralauerbcücke und fiel dabei kopfüber ins Waffer. Er wurde ohne Schaden genommen zu haben, von unbekannt gebliebenen Schiffern herausgezogen. Oerirutsi-Zeitung. Das„Volksstimme nicht immer Gottesstimme", lehrte ein Prozeß, der stch gestern vor der 1. Strafkammer des Landgerichts I. abspielte. Der fahrlässtgen Tödtung beschuldigt, defand stch der Droschkenkutscher Eduard Ernst Wiltmann auf der Anklagebank. A n Nachmittage des 30. August je. war das Garde- Grenadier- Regiment der Königin Elisabeth vom Manöver zurückgekehrt und hatte auf dem Promcnadenweg der Gneiscnaustraße Aufstellung genommen, woselbst die Vcrtbeilung der Quartiere stattfand. Eine große Menge Publikum, darunter besonders viele Kinder, wohnten diesem militairischen Acte bei. Plötzlich wurde zum Abmarschiren der einzelnen Corporalfchaflen kommandirt und das Pnblikum stob aus- einander. In dicsern Augenblicke passtrte der Angeklagte mit seiner Droschke 2. Klaffe im Schritt die Gneisenau- straße, ein Trupp von er. 10 Rindern lief unmittelbar vor seinem Pferde vorbei, um die gegenüberliegende Seite der Straße zu gewinnen und in demselben Moment war auch das aufzutragen. Srenen, wie die im 2. Akte mit dem Klavier, verstoßen gegen den guten Geschmack und passen höchstens für die niedere Posse, aber nicht für den im Ganzen vornehm ge- haltencn„Gasparone". Auch Fräulein E. Schmidt ging uns etwas zu sehr in's Ertreme. Fräulein Wrada ist eine sehr sympathische Carlotta, auch in gesanglicher Beziehung, und Herr Steiner hat als Eonse Erminio volle Gelegenheit, seine prächtigen Stimmittel zu entfalten. Sora ist vom ttom- ponisten sebc liebevoll behandelt worden. Ihr prächtiger Walzer:„Nun tanzt die schöne Estrclla— Mit ihm Tarantella" klingt mir noch im Ohr und wird wohl bald die Runde über alle— Leierkasten gemacht haben. Die Ausstattung ist, wie wir es bei Julius Friysche nicht anders gewöhnt sind, eine sehr geschmackvolle, und geben wir auch seinem Regie- talente die gebührende Anerkennung. „Das Geheimniß des Herrn Marchese," Lustspiel in 3 Akten von Paoli Ferrari, welches am Sonnabend auf den „die Welt bedeutenden Brettern" deS Refivenz- Theaters zum ersten Male das Licht rcsp. die Lampen der Welt erblicken follte, ist unter Tbränen der- Enttäuschung sang- und klang- los zu Grabe getragen worden. Schade um den schönen Stoff, welchem der geistvolle Italiener nicht verstand, frisches, pulstcendes Leben einzuhauchen. Welche amüsanten und vrol- ligen Tollheiten hätte nicht Pariser Espnt aus solchem Sujet, wie der Marchese Gilberto Golani eines ist, gemacht mit seinen lockeren Liebesabenteuern, die er mit aller— Un- geschickiichkeit vor den Augen seiner ehrbaren Ehehälfte zu ver- bergen trachtet. Statt dessen bietet uns Paolo Ferrari lang- athmige und langweilige Zwiegespräche, welche zwar viele humoristische Momente habm, aber im Ganzen keine Lustspiel- laune erzeugen können. Außerdem verirrt fich der Dichter un- begreiflicher Weise im dritten Alte aufS tragische Gebiet— inmitten eines Lustspieles— was außerordentlich peinlich für den Zuschauer ist. Vielleicht hatte der berühmte Name des Autors auch die Erwartungen zu hoch gespannt und die Em- täuschung war daher desto größer. Jedenfalls hat nur das gute Ensemble des Ristdenzthcaters mit seinen bewahrten Kräften, die stch alle Mühe gaben, die Novität über Wasser zu halten, den Verfasser vor einer energischeren Ablehnung des Stückes bewahrt. Sanft ruhe seine Asche! Wagstück geschehen, ein 2 jähriger Knabe wurde vom Pferde zu Boden gestoßen, gerieth unter das rechte Vorderrad und kam auf der Stelle zu Tode, als ihm das Rad über den Kopf fuhr. Das Publikum, welches Augenzeuge dieser fchrecklichen Szene gewesen, maß dem Kutscher des Fuhrwerks jegliche Schuld bei, man riß ihn vom Bocke und lynchte ihn in einer Weife, daß er kaum mit dem Leben davon gekommen wäre, wenn die zur Stelle geeilten Schutzleute ihn nicht in Schutz genommen hätten, als es auch die höchste Zeit war. Der so Gemäß- regelte wurde aber gestern vom Gerichtshofe freigesprochen, da die Beweisaufnahme ergab, daß das Unglück keineswegs seiner Fahrläsfigkeit zuzuschreiben war- — y. Einen für die Denunziantin unerwarteten Ausgang nahm eine Anklage wegen Nichtaufnahme einer Berichtigung, welche gestern vor der 94. Abthlg. des Schöffengerichts gegen den Redakteur der Gerichtszeitung, H. Jüterbog! stattfand. In der Nummer vom 14. August er. war über einen gegen den Lederwaarenfabrikanten Fürstenheim u. Co. verübten ganz geringfügigen Diebstahl berichtet ivorden, den die Inhaber der ,rirma gegen ihren langjährigen Mitarbeiter zur Anzeige ge- bracht hatten. Die Form dieser Mitthcilung gab der Ersteren Veranlassung, eine umfangreiche Berichtigung an die Redaktion der Gerichtszeitung einzusenden, und da dieselbe nicht abge- druckt war, wurde obiger Strafantrag gestellt. Im gestrigen Termine überreichte der Vertheidigcr R.-A. Wronker das Originalschreiben der Firma Fürstenheim u. Co., welches der Inhaber derselben als von ihm herrührend auch anerkannte. Das qu. Schreiben war aber gar nicht an den Redakteur, son- der» an den Verleger der Zeitung,.Herrn Förstner gerichtet und enthielt so viele nicht zur Sache gehörige Bemerkungen, daß schon hierdurch allein die Nichtaufnahme der Berichtigung fich rechtfertigen ließ. Die Verhandlung endete denn auch mit der Freisprechung des Angeklagten und wurden der Denun- ziantm auch noch sämmtliche Kosten auferlegt. Arbeiterbewegung. und Perssmmwvge«. « Zur Auseinandersetzung mit Herrn Ludwig Löwe als Großindustriellen nachgenannter Branchen über Hand- werker- und ATeiteifragen fand am Sonntag Vormittag im Eiskeller-Elablissement eine große öffentliche Versammlung der Maschinenbau- und Metallarbeiter Berlins statt. Herr Ludwig Löwe hatte sein Erscheinen in der Versammlung im Hinweis auf früher eingegangene Verpflichtungen entschuldigt und wurde beschlossen, Herrn Löwe zu einer anderen Versammlung einzu- laden. Herr Stadtv. Grncki sah fich deshalb genöthigt, ohne diesen seinen Vortrag über obengenanntes Thema zu halten- Derselbe beweist zunächst, daß zwischen Handwerker- und Ar- beiterftagcn durchaus kein Unterschied bestehe. Die Handwerker scien Arbeiter, die Kleinmeister die Gesellen des Großkapitals, daher seien beide Fragen lediglich Arbeiterfragen. Beide zu trennen sei nur ein Kniff der Zeit, die Gesellschaft zu zerklüften und in Kasten zu theilen. Die Meister sollten daher, beden- kend, daß sie alle Tage ins Proletariat zurückgestoßen werden können, mit den Arbeitern Hand in Hand gehen und gemein- sam auf dem gesetzgeberischen Wege Etwas zu erreichrn suchen, nicht aber, wie ste es thun, für fich allein auf Kosten der Arbeiter(Aibeitsbücher rc.). Die Volksvertreter haben daS Interesse der Allgemeinheit im Auge zu halten, nicht das einer einzelnen Kaste. Wir haben uns die Aufgabe gestellt, die Wohlfahrt der ganzen Nation zu stabilistren, zu befestigen und die Gesetzgebung zu veranlassen, für den wirthscbaftlich Schwächeren einzutieten. Wir geben uns nicht der Illusion hin, mit einem Schlage die öffentliche Meinung für unsere Ideen zu gewinnen, doch haben wir gesehen, daß alle Parteien anfangen einzusehen, daß ein Eingreifen des Staates in die wirthschaftlichen Verhältnisse geboten ist. Zwar empfiehlt man uns immer noch die Selbsthilfe! Gewisse Dinge find aber nur durch ein gemeinsames Zusammenwiiken der ganzen Bürgerschaft zu erreichen, denn wenn der Einzelne etwas zu erreichen vermöchte, hätten stch keine Staatenformationcn gebildet, daher rst die edelste Selbsthilfe die Staatsbilfe und der Grund- und Eckstein der sozialen Reformen der'Normalarbeitstag. Redner motioirte nun in ausführlichster Weise diese Forderung und folgerte schließlich, daß der'Normalardcitsiag in fittlichcr und ethischer Beziehung bedeutend förderlich und von großem Ein- fluß auf die Ausbesserung der Lohnverhältnisse sein würde. Wie well entfernt auch noch die Ein- führung des Normal- Arbeitstages sein möge, so haben wir doch die fröhliche Zuversicht, daß derselbe einmal Gesetzes- kraft erlangen werde uno daß wir, auf unserer praktischen Er- fahrung und wissenschaftlichen Erkenntniß fußend, unser Ziel erreichen werden. Jeder edelvenkende Mensch muß auch mit unseren anderen Forderungen übereinstimmen/ und verbreitete stch nunmehr Redner in gleich ausführlicher Weise über die Frauen- und Kinderarbeit. Das Entfittlichende und Verwerf- llche derselbe klar vor Augen führend. Durch die Frauen- arheit werde der Mann seines natürlichsten Rechtes, deö Rechtes auf Arbeit, enteignet. Der Mann habe aber nicht blas das Recht, sondern auch die Pflicht, zu arbeiten, da ohne Arbeit keine Existenz. In den immer mehr um stch greifenden ver- kehrten Verhältnissen müsse unbedingt eine Aenderung eintreten. Und wer dies will, daß die Forderungen der Arbeiter Wahr- heit werden, der müsse auch dicjenivcn unterstützen, welche die Forderungen an die Gesetzgebung stellen. Da aber der Ein- zelne acht- und machllos verschwinde in der Allgemeinheit, sollten fich Alle vereinigen zu einem kraftvollen Ganzen in der Gewerkschaft der Berliner Metallarbeiter.— Rauschender Beifall lodnte den Redner für seinen vortrefflichen Vortrag, welcher zum Schluß eine eingegangene Interpellation, bezüglich der Stellung der Versammlung gegenüber den Denunziationen Eugen Richter's, betreffs der Fachvereine, dahin beant- wartete, daß er, Redner, über die Stellung der Gewerk- schaft hierzu Nichts sagen könne, daß seiner Meinung nach als Bürger aber Jeder am 13. November die Antwort darauf zu geben habe. Alle Forderungen, die wir gestellt haben, schloß der Redner, können auf gesetzlichem Wege durch den Reichstag erreicht werden, darum wählen Sie darnach Ihre Vertreter in denselben!"— Nach einer kurzen Diskusston, in welcher fich trotz Aufforderung kein Gegner zum Worte meldete, gelangte mit allen gegen eine Stimme folgende Resolution zur An- nähme:„Die heute im Eiskeller tagende Versammlung der Maschinenbau- und Metallmbeller erklärt fich mit den Aus- fühcvngen des Stadto. Görcki voll und ganz einverstanden und ist gewillt, in alle Zukunft für die geschilderten rechtlichen Forderungen der Arbeiter thalkrästig einzutreten gegen alle Schäden, welche dem Arbeiter unheilbringend find, energisch Front zu machen. Dies ist unser Aller Wunsch! Wir ver- pflichten uns außerdem, nach Möglichkeit für die Fachvereine resp. Gewerkschaften einzutreten, um endlich die Leiden der dar- benden Menschheit ein für alle Mal zu beseitigen." In der Möbelfabrik des Herrn Arthur Reinhardt, Mouvijouplatz Nr. 10, ist in Folge Maßregelung einiger Kollegen und anderer vorgekommenen Maßnahmen von sämmt- lichen Tischlern die Arbeit eingestellt worden. Die Lohn- kommisston, welcher dies heute gemeldet wurde, wird zur Auf» klärung und Besprechung von wetteren Maßnahmen eine Ver- sammlung zum Dienstag Abend einberufen. Die Zahl der Streikenden beträgt 19 Mann. Vor Zuzug wird dringend gewarnt. Die Mitglieder der Zentral-Kranken- und Sterbe- »asse der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter im Halleschcn Thor-Bezuk. versammeln stch Mittwoch Abend 8 einhalb Uhr, Belle- Allrancestr. 5 bei Rothacker's und werden die Mitglieder der wichtigen Tagesordnung wegen um zahlreiches Erscheinen gebeten, das Mitgliedsbuch legitimirt. Kreie Organisation junger Kanflente. An Stelle der heutigen Dienstag-Velsanimlung, welche ausfällt, findet am Freitag, den 14. er, Abends 8 ein halb Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jokobstr. 75, eine große öffentliche Versammlung für sämmtliche Kaufleute Berlins statt. Mittheilungen über die Tagesordnung, Referenten je. erfolgen noch durch die Zeitungen und Plakate an den Anschlagssäulen. " Gauverein„Berliner Bildhauer' Annenstraße 16. „Bibliothekabend". Berliner Klaviermacherverein. Dienstag den 11. Nov., Abends 8 ein halb Uhr, im Restaurant Otto, Adalbertste. 21. Tagest Ordnung: 1) Vortrag des Herrn Lüddemann über Mag- netismus. 2) Fragekasten. S) Verschiedenes. Eine geschlossene Mitglieder-versammlung des Ber- bände» deutscher Zimmerleute(Lokalverband Berlin), findet am Mittwoch, den 12. November er., Abends 81/, Uhr, Jnsel- straße 10, II Tr. statt. Tagesordnung: 1. Neuwahl des Vorstandes; 2 Verschiedenes; 8. Frage kästen. Der Wichtigkeit halber, wird jedes Mitglied ersucht zu erscheinen. Neue Mit- glieder werden aufgenommen. Die Schreibgebühr beträgt 50 Pfg., der wöchentliche Beitrag 10 Pfg. In unserer letzten Sonntagsnummer knüpften wir an ein Schreibm des Herrn Max Lüpschütz(Reichenberger- straße 55), in welchem dieser uns mitiheilte, daß er in der am vergangenen Dienstag im Lokale„Sanssouei" stattgehabten Wahlerversommlung der Arbeiter-Partei nicht anwesend ge- wesen ist, die Bemerkung:„Der qu. Bericht ist von uns einer anderen Zeitung entnommen, wir kennen den Namen des lügen basten Reporters nicht, wir würden sonst nicht anstehen, denselben öffentlich zu nennen." Wie wir uns nun nachträglich überzeugen, war jener Bericht vollständig korrekt, denn es stand in demselben, daß ein Kaufmann Lüpschütz, nicht aber daß Herr Max Lüpschütz(Reichenbergerstraße 55) in der erwähnten Versammlung gesprochen hat. Ein Kauf- mann Lüpschütz, der mit dem Letzteren nicht identisch ist, ist in der That in jener Versammlung als Redner aufge- treten. Die Delegirtenverfammlung der Metallarbeiter findet am 12. November, Abends, 8 Uhr, im Restaurant von Gahm, Annenstraßc 16, statt. Die Metallarbeiter sämmtlicher Werkstätten Berlins werden ersucht, Telegirte zu dieser Ver- sammlung zu entsenden. Um pünktliches und zahlreiches Er- scheinen wird ersucht._ Taflesliste der Königl. sachstschen Laudeslotterie. Ziehung vom Montag, den 10. November. (Ohne Gewähr!) 772 814 773 776(300) 376 593 995 603 339 674 844(300) 472 479 433 720(3000) 559 168 885 779 335 347 326 333 6'3(1000). 1792 834 167 520 210 323 906(300) 862 693 901(300) 593 673 829 914 114 154. 2279 614 966 822 186 782 605 641 380 623 753 529 567(300) 22 607 939(300) 715 780 267(1000). 3110 709 49 189 989 618 510(300) 911 75 244 174 186 166 119 323 918. 4798(500) 277 723(1000) 526 28 378 681 291 202 413 183 757 148 753 416 7 55. 5000 462 30 892 402 916 270 8(500) 647 931 897 725 182 427 845 486 347 512 577 797 87. 6933 948 976 321 423 421 894(1000) 534 430 459 3(300) 571 460 171(1000) 879 208 544(500) 795 392 682 198 418 7 991(300). 7105 304 239 375 842 571 569 758 486 905 992 646 580 102 524 294 776 331 936 351 422 308 721 796. 8306 654 804 62(500) 8 664(1000) 262 65 464 216 271 774 595 281 239 719 936 579 484 729(500) 932 367. 9890(300) 610 167 839 928 853 806 804 781(3000) 521 85 619 56 419. 10248(3000) 762(1000) 532 572 386 736 258 579 196 991 646 913 749 341 913 211 373 546 63 194 566 817 795 263 417(1000) 11894 145(1000) 373(500) 369 77 314 726 927 507 792 307 892 291 917 633 53 596 953(500) 18(300) 12891 454 889(500) 855 600 542 242 623 414 607(300) 978 940 828 392 295 260 469 159. 13921 200 487 870 379 665 748(3000) 241 709 929(300) 152 155 532 765(300) 306. 14870 6 733 363 409 301 95 306 840 885(300) 53 670 68(300) 511. 1504019(300) 518 182 124 843 688 136 26 532 405 937 716 391 757 266 179 371 77. 16723 240(500) 938 958 347 675 307 217 238 179 235 438 835 552 666 992(300) 161(300) Theater. Königliche» Opernhaus: Dienstag: Die Walküre._ Königliche» Schauspiel hau»; Dienstag: Der Damcnkrieg._____ Deutsche« Theater r Dienstag: Die Neuvermählten.— Der eingebildete Kranke. srellealltance-Theater: Dienstag: 39. Gastspiel der königlichen Hofschauspielerin Fran- ziSka Ellmenreick. Zum 1. Male: Wera. Schauspiel in 4 Alten von A. Weimar._________ Reue» Friedrich« Wilhelmstädtische» Theater Dienstag: Gasvarone.______ Wathalla-Operetteu-Theater: Dienstag: Gillette. Dienstag: Die Grille vstend.Zheater: Central-: Alte Jakobstraße 30. heater: ,. Direktor: Ad Ernst. Dienstag: Auftreten des Fräulein Anna G r ü n f e l d. Zum 18. Male: Der Walzer-König. GesangSpoffe in 4 Akten v. W. Mannstädt, Mufik v. G. Steffens(Novität!) Dienstag: Exeelstor. Viktoria-Theater: Residenz-Theater: Direktion: Ä- Anno, Blumenstraße 9. Dienstag: Zum 45. Male: Die Sirene. Schwank in 3 Akten von P. Farrier und A. Valobregue. Vorher: Ich bin Wiltwe. Lustspiel in 1 Akt von Paul Blumen- reich.__ Wallner- Theater: Dienstag: Eabinerinnen. Zum 45. Male: Der Raub der Loutseuftädtische» Theater: Direttion: Josef Firmans. Diensttag: 73. Gastspiel der Liliputaner. Zum fünften Male: Der böse Geist Lumpaeivagabundus, oder: Das lieder- liche Kleeblatt, große Zauberpoffe mit Gesang und Tanz in 3 Allen von Joh. lltestroy. Anfang 7 Uhr. Mittwoch: 2 Vorstellungen. Nachmittags 2 ein halb Uhr: Zum vorletzten Male: Sneewiltchen und die Zwerge. Abendo 7 ein halb Uhr: Zum 6. Male: Lumpaeivaga- bundus.__ Alhambra-Tlieater. Wallnertheaterstraße 15. _, �. Heute Dienstag: Die Lieder des Ätusikanteu. BolkSstück mit Gesang in 5 Alten von R.«neisel. Vor der Vorstellung: Grones Konzert, ausgeführt von auS 20 Musikern destehender Kapelle, unter Leitung des Kapell- meisterS Herrn Ludwig ClaufiuS. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 7*U Uhr. 463 799 915 44 993(3000) 659. 17624 530 179 181 687 432 (300) 365 561 861 500 81 623 527 653 357 59. 18890 542 254 828 252 193(300) 700 383 329 661 747 94 995(500) 229 657 876 200 85 144 559 471(3000) 864 135 374. 19525 510 (1000) 243( 300) 929 880(300) 211(3000) 666 62 465 119 362(300) 972 348 519 85 844(3000) 485 93 315(300) 136 418 953 689 255 484(300). 20833 382 906 563 596 968(1000) 435 913 437(1000) 646 921(300) 107(300) 487 688 513 379 222 376 482 503 669(3000) 97. 21874 18 304 154 931 1)1 716 837(300) 846 28 723(300) 985(300) 653 9 440 135 669 91 506(300) 280 265 903 746 22497 130 633 149 62 520(500) 281 930 800 439(500) 805 979 187 78(500) 831(500» 871 333 906 759 371 53(300). 23055 949 495 402 482 181(1000) 422 240 468 544 255 937 587(300) 761 845 908 270 466 19 879 125 600. 24529 157 254 195 324 268(1000) 539(300) 734 391(300) 241 879(300) 910 82 752 787 339 583 226 173 888. 25989 993 779 845 654 414 714 689 884(300) 506 III 422 427 369 1300) 569(300) 112 217( 3000) 899 29 917(300) 385 973 604 340. 26937 489 676(3000) 628 594 272 803 945 112 764(3000) 682 248 710 553 637 925 640 441 903 390 899 691 297 881 859 947 84. 27041 588 136 981 190 302 103 938 827 552 741(300) 926 399 (500) 582 879 888 959 989 319 53 297. 28373 678 51 311 198 182 117 822 695 648 507 534(300) 148. 29392 980 370(300) 777 604 900 161 901 659 634 530(3000) 539 136 453(300) 744 319(3000) 515(500) 939 789 459. 80524(1000) 137 290 245(300) 875 713 240 627 57 552 505 231 595 155 488 92 182(300). 31117 85<1000) 79 864 345 8 18 440 4f4 437 636 357 318 190 332 872 746. 82767 963 377 737 610 677 279(300) 820 502 498 793 609 417 379 183 893 638 3677 782 83 694. 33997(300) 856 688 305 791(500) 939 972 440 361 896 861 552 90 468 164 653 23 709. 34361 704 125 878(300) 68(1000) 451 97 433 237 416 776 883 298 616 709 576 702(3000) 516 537 25 (500) 465. 35007 926 486 465 613 523 355 969 218 293 245 891 284 118 282 363 932(3000). 36847 496 855 870 78 630(1000) 743(500). 169 901 989 778 999 99 254 530 389 139 897 47 55 520. 87600 818 920 889 972 927 512 154 15 720 832 901 753 220(1000) 58 224 75 295 481 141 175(300) 467 89 913 164 916(500). 38729(300) 429 651 682 382 385 997 295 998(500) 883 686 240 645 969 447 424 705 2 541 400 252 712 942(3000) 947. 39396 866 755 675 384 808 672 702 485 79 487 982 468(300)962953(500) 342 849. 40844 86 194 236 788 171 697 225 360 21(15000) 650 (300) 494 373. 41289 695 101(300) 542 77 794 30 216 65 419 484 653 305 105 969(3000) 779 854 587 37 258 641. 42106 151 205 387 445 85 927 193 878 158 780 887 735 128 768(300) 530 63 586 374 388. 43747 489 525 852 735 7 569 865 135 483(300) 110 108 866 20 929 154 44717 (3000) 922 651 870 758 566 700 419 323 406 403 528 97 864 93 231 837 845(300) 691(3000) 373 734 950. 45462 44 422 667 26(500) 15 792 471 711 748 731 999 107 985 532 34 63 555 345 42 124 126(3000). 46620 601 612 586 249 907 743 667 418(500> 642 370 731 172 692(3000) 261 53 540(500) 759 471 417 8 715 105 279 232 539 969 590 155 922 696 448. 47590 199 455(300) 78 386 443 939 (300) 763 856 374(300) 75 844(500) 249 598(300) 741 641 (500) 544 841 539 144 326(300) 474. 48456 825 312 50 266 427 68 92 487 690 163(500) 992(300) 403 588(1000) 96(300) 305(300) 711(300) 926 103 743 391(300) 297 71 488(3000) 102 858. 49013 590 378 98 563 937(3000) 187 288 698 139 328 997 486 415 641 741 67. 50322 645 62 939 4 282(300) 296(500) 514 892(300) 323 920 626 632 579 267 440 511 841 32 206(1000) 141. 51790 334 579 263 475 742 766 615 493 368 662 18 528 570 890 519. 52744 419 5 971 234 968> 500) 881 579 821(500) 63 792 334 749 761 839 960 24 391 593 607(300) 240 243 854. 53084 667(300) 752 198 351 191 409 850 88 563(3000) 74 954 923 77 354 548(3000) 966 493 117 480 441. 54280 479 992(1000) 935 700 497 167 583 465 (300) 290 767 159 155 612 15 710 302(500) 311 605 606 704. 55357(1000) 563 629 384 16 30 232 144 896(1000) 844 125(300) 466 751 690 223 199 488 175 691 889 571 258(1000) 608 265 169 828(300) 451. 56157 254(300) 606 731 668 742 707 216(300) 754 238 527 421 586 378 Arbeitsmsrkt. Tüchtige Eisenhobler verl. Fabrik für Werkzeugmasch. v. G. Kärger, Blumenstr. 67 a. Dreher 695 310 619. 749 erlernen die Gewindeberechnung in 3—4 Abenden nach leicht faßt. Methode. Honorar 5 M. 1668_ A l b r e ch t, Elisabeth-Ufer 18. Unentgeltlicher Arbeitsnachweis der Metallarbeiter sämmtlicher Brauchen befindet sich Ritter st raße 123 im Restaurant von G o d t k e und ist geöffnet von 8 bis 9 Uhr Morgens und Abends und finden tüchtige Klempner und Güttler dort Beschäftigung. 1264_ Der Vorstand. Reiclislags-Walilkreis. Große allgemeine Wähler-Versammlung am Mittwoch, den 12. November er., Abends 9 Übr, im Salon znm Deutschen Kaiser, __ Loihringe, straße 37._ ,267 Delegirten- V ersammlung der Metallarbeiter slnlwt am 12. November, AbendS 8 Uhr, im Restaurant von -r» an. S a hm. Annenstr 16, statt. , DieMetallaibetter sämmtlicher Werkstätten Berlins werden er>uchl �eleplrte zu dieser Versammlung zu entsenden. zahlreiches und pünktliches Ericheinen ersucht 1266____ Der Vorstand. Versammlung der Mitglieder der Zentral- Kranken- und Sterbe« Kasse der Tischler u. s. w Berlin C Mittwoch, den 12. November. Abends 8'|, Uhr. bei Rothacker's. Belleallianeestr. 5. Tages Ordnung: 1 Quartals-Adrechnung. 2 Ersatzwahl d«S Vorstände». 3. Doklor-Frage. DaS Mitaliedbuch I.giiimin._ F-dl. Schläfst- für 2 j. Leute Rerchenberaeifte.182 v. IV. l~Tl266 Abg. v. Tuch u. Wolle kauf, F. Ouedeno. Wienerfir.�lö Max«svruN ÜTW 58. 57478 11 55 334 45 867 167 488 89 965 895 629. 58742 868 834 312 466 74(1000 467 716 7 165 892 730 982 713 881. 59358 50 670 450(1000) 151 373 863 909 546 802 560(300) 128 251 97 651(3000) 165 42 299 613 69 340. 60158 888(500) 224 98 698 237 942 953 62 492 736 326 118 134(300) 382 805(3000) 279 6 946 758 571(1000). 61757 242 748(300) 683 399 62 69 768(3000) 843 191 III (300) 602 998 952 949 195 433. 62146 151 453 718 123 330 363 722 47 46 87 587(3000) 842 410(500) 612 335 461 126(300) 669 204 437 63395 437 518 893 405 774 583 (3000) 253 507 509 715 421 874(500) 50 639 542 130 123 321 167. 64359(300) 834 915(300) 670 683(300) 619 66 891 934 970 130' 300) 414 222 30 754 512. 65812 581 821 51 457 216 55(800) 809 738 122(300) 2 480 255 373 909 714 423 376(300) 580 471(300) 288 254 602 811. 66659 208 407(500) 112 813 178(1000) 980 137 891 689 429(300) 568 318 409 545 482 708 890 239 547 110 195 519 41. 67810 123 957(3000) 276 147 396 9 468 576 482 351 474 683 140 768 641 35. 68253 560(1000) 612 578 92 697 480 783 11 454 676 753 897 974 694 435 69515 333 700 210 935 156 892 876 958 599 915 273 495 638 942 640(3000) 336 646 379 110(1000) 895. 70777 627 874 576 366 71(300) 34 667 192 258 673 387 647 609(1000) 911 221. 71644 10 507 28 184 576 524 799 537 673 68 679 894 253(300) 897 784(1000) 370 883 590 554(300) 530 813 730 258. 72212 233 842 163 115 706 782 925 33 818 836 102 216 723 832 825 61 935 73832 257(1000) 76 250 284 449 310 526 ,300) 706 406 276(300) 803 501(3000) 892 491 375 350 550 999 876 450. 74823 162 518 832 664 595 709 468 18 106 136 482 335(3000) 649 765 947. 75349 530 926 859 469 254 201 56 761 624 802 689 326 77 501 150 831 468 132 971 60 463(500) 294 571 122. 76143 85 298 639 700 145 590 916 519( 3000) 187 182 453( 3000) 482 537 513 2882 792(500) 146 467396 875(500) 12 515(500) 732(300) 678 320 526 47 46. 77733 (300) 118(3000) 618 396 10 463 809 487 579 466. 78237 123 120 484 779 930 70 493 791 585 145 171 201 329 790 (3000) 774. 79117 180 661 151 294 78 80 701 490 548 877 532 642 923 979. 80721 804 505 407 323 732 728 38 827 807 133 965 594 771 842 635 313 248 716 946 675 554 366 94 449 IfJ 325 293 931(300). 81316 442 129 21 845 858 813 21 845 858 813 98 47 820 444 664 104 297 682 374 667 205 759 (1000) 344 257 351 356 680 452. 82534(300) 974 219 317 III 412 393 770 665 388 968(300) 725 141 567 197 45- 416. 83641 370 996(500) 486 495 65 501(300) 521(% 395 389 481 446 376 600 523 650 284(1000) 632 90 614 502(3000) 162. 84460 621 271 515 750 414 891 108 476 629 654 589 527 8:4 847 427 508 330 739 139(500) 229 911 859 816 883. 85557 314 238 794 79 687 677 881 879 177 283(1000) 447 532 883 279 348 844 455 91 499 8 464 (3000) 427 682 241 417. 86734 724(300) 570 515 339 819 757 66 422(3000) 7 165 258 89 581(3000) 8 246 352 vlö 881. 87801 4(1000) 169 506 162 457 229 605 880 770 J« (300) 216 875 669 830 257 603 815 712. 88536 827 481 459 286 239 546 668(1000) 58(3000) 394 737 984 898 796 879(300) 561 224 749 64 884 366 470. 89795(300)*7 (300) 236 791 549 425 87 873(500) 951 285 46 930 925 (1000, 853 254 310 768 832 719 696 866 386. 90296 738 278 852 791 679 979 439 639 574(10*» 294 722 650 617. 91993 785 250(1000) 176 339 598/'" 193(3000) 964 965 69 572 42(500) 657 225(500) 198 518. 213 802 764 971 851(300)922 475 442 663 736 893 772(3%" 333 328 314 977 32 473 478. 93164 929 884 78 342 W (3000) 518 131 371 787 60 844 796 271 956 991(3000) 213 94277 92 760 112(500) 709 658 650 354 702480% 95460 188 20 53 843 79 542(3000) 35 307 887(3000) l* 625 391 163 888 876 565 658(300) 831<300, 828 T# 96705 274 31 399 546 61 91 926 598 956 345 140 838 3" 51 461 599 445(300, 525 229. 97308 493 659 818 343 A 596(3000) 944 278 931 471 490 901 875 830 19'% 98628 431 88 184 156 997 128 888(300) 537 717 437-'" 452 539(500) 239. 99745 528 227 449(500) 791 10 94 53 807 189 9 885 281 725 14 755 428(300) 146- Möbel-, Spiegel- und, Polstenvaaren- Magazin eigener Fabrik von Wvgast Herold = Berlin SO, Skalitzerstraße 112«= zwischen der Mantcuffel- und Mariannenstraße- Empfiehlt sein reichhaltiges Lager zu den solidesten Preisen bei prompter Bedienung. ö Ein- und Verlauf von alten Möbeln., auch, jede im Tischleriach vorkommende Arbeit verfeNg| und ganze Wirthschaften werden aufpourr. 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In langen Jeremiaden oie fittenverdeidte Gegenwart verdammt, während die tL Dutt Zeit" in Lobeshymnen gepriesen und in den .,?/0 H,mmel gehoben wird. Diese Behauptungen und m.iÄ jungen überzeugen uns von der Richtigreit des Im®Qfee0:„Die Weltgeschichte lehrt uns, daß der 7'eine Geschichte gelernt hat." Es klingt gar zu sonder- ..�klagen, als ob Jrrlhümer, Sünden und Verbrechen usschlreßlichxg Produkt der Neuzeit wären, von denen die Eugenen Geschlechter stch frei und rein erhalten hätten. jedoch Bibel, die Sitten- und Weltgeschichte durchblättern, so werden wir zu der Erkenntnis ge- odrn � stch der Mensch zu allen Zeiten gleich geblieben s.� our wenig veränderte in seinen Tugenden und Lastern, b Verirrungen und Fehlern. Allein in früheren Jahren rick«-»st* fo genaue Verbrecherstatistik, keine Geschwornen- (7,'"tne Oeyentlichkeit der Gerichlsbarkeit und vor Allem .-.�"breitete Publizistik wie heute, welche die menschlichen faunt! 5-en und Vergeh n so laut in die Welt hinaus- 9 onf,?'.«S ist das allerbeanemste Auskunftsmtttel, Schule üe'chatt zum Sündenvock für die traurigen Vorkomm- Zeit zu machen. Ja, das Verurtheilen ist stets wja. Ä. das Beurtheilen. Es ist wohl richtig, daß eine > r'�Mthsverwilderung überhand nimmt; allein weder lb«i> �eschrtttcne geistige Kultur noch die Schule tragen 1».. Lu den krankhaften Erscheinungen und Auswüchsen dem®aä dlebel liegt in den sozialen Verhältnissen, lbai-n ausdehnenden Pauperismus und in der vernach- ch �.und verfehlten häuslichen Erziehung. Wer wollte vte 1% daß das Wohl und Wehe des Einzelnen ie Wv? Gesammtheit von der Erziehung abhängt! »dm � Belangt zur vollen Reife nur in einem richtigen t ZV Uno nur durch sorgfältige, rationelle Pflege. So auch ld bil rc': Der Boden des Menschen ist das Elternhaus, n-.�.wuMung und das Gedeihen des Kindes hängen der iL uemünftigen und verständigen Leitung ab. Glücklich »e„.""ifHichi der in seiner Jugend eine filtlich gute Grund- ie ifc* hat. Wie fielst es aber mtt dieser zuweilen aus? die fittliche Bildung unserer Jugend im Jälll- id InaU�st�1„Erziehung. d �7- bittere Anklage gegen so manches Elternhaus bildet ein inhaltschwercs Wort m-k> c" w"'v«uuuge gegen so 3liiw.te liegen zahlreiche Mütter. . POlcon pt«ff an CS.tw jtftif folcQn sagte einst zu Madame Campon, der berühmten )ii"„des von ihr gegründeten Instituts zu Ecoum- »nt v �aterrichtssqsteme taugen nichts! Was fehlt uns, Iis»"''Jugend) von Frankreich eine gute Erziehung er- et m»?. WM", antwortete Frau Campon. Der Kaiser war ivst.». Antwort betroffen.„Ein Erziehungssystem in einem ! R/ Ja. tüchlige Müttrr verlangt auch unsere Zeit, "ilus?.•»Tf.Md Sorgfalt ihren Kindern widmen. Kein %%%%%'SA fcoon frühester Jugend an ausübt. iht � Mstrc Mütter haben zu diesem wichtigen Berufe 1%.', nothige Zest. Sie müssen Besuche machen und ! Nk.'i Konzerten und anderen Vergnügungen nachgehen, 'bei>?.»."d den Putz besorgen, Spaziergänge machen— rsckijn'"lnder lästig und hinderlich find— oder Romane tiitm fehlt es an der erforderlichen Zeit, ja selbst ist b?i(j Äce über eine rationelle Erziehung. Sie lehnen lickeÄ* �sticht aus purer Noblesse und noch mehr aus Be- terinn.L."h und betrauen damit gemiethete Stellver- »z 9� junge, unerfahrene Personen, die selbst noch nicht " eittpm entrathen find. Und so wird ein Blinder 1 Sinbm„ i'uven geführt und irregelettet.„Man überläßt ' lagt Fon Ä � norddeutschen Heimath war alles das Gegen- Ol* es ging alles so nüchtern, geregelt und ätan»""o nur irgenv möglich- Man säet alljährlich la»Ben und Hafer, seine Kartoffel und Buchweizen im F»unv erntvl im■«„>>»n(nrnfälita hlliAforfleteN, einen ________ iei[ic ui(________ erntet im Herbst"� in den sorgsSritg duttbforsteten ein giebt es Hasen, auch zur Seltenheil einen ta JH' on den Secufern Rebhuhn, auch eme Wrld Ta»-. O" den Seeufern Redhuhn, aucy eme Wrro- lt, dagegen das Land, wo mein Onkel fich stvvi �Uberhaftem Schimmer! Dort an den Ufern des '»on st-h die endlosen Prairen voll wrlder es»»„ in den urwaldähnlichen Sümpfen wem- loten«»sQ?n' Wölfen, Damhirschen, äöttoichrotinen, ein Tr�c fasanenartigen Vögeln— jeder Schuß sozu- v'tel Kst". und die Jagd so interessant wie ern Ro- "'als das originelle Farmerlebcn mit den Sklaven timtmmm ■"neyiiajet ivlacht, und als t® meiner wrui.«.- >b Holle, führte ich den längst gefaßten großen zu.M' ZU meinem Onkel nach dem Meerbusen von llt>■.' -le Neise dauerte lange und war beschwerlich,— in« s»st 7>e dauerte lange und war beschwerlr®, "l in- halbes Jahr, bis ich endlich in Rew-Orleans toötf' eTmpfa,lfl genommen und auf seine Besttzung, efüL iUnLen"on dieser Hauptstadt des Landes ent- tin rn? y war ganz Farmer geworden: ernst, schwera- ' lusti».�Wd svilulatw; nur sein humoristisches Lächeln Spaß ab und zu erinnerten an seine- es ist doch das Alter, in welchem fich die tiefsten Eindrücke bilden und das sogleich die grüßen Einflüsse auf die Zukunft ausübt." Man muß daher bei der Wahl des Dienstpersonals, namentlich bei den mit der Erziehung betrauten Personen, die größte Sorgfalt beobachten. Durch den bei uns so häufig vor- kommenden Dienstwechsel wird vielfach auch die Erziehungs- Theorie und-Methode gewechselt und stark an dem jugend- lichen Geiste gesündigt. Die beste Nahrung erhält das Kind durch den Geist der Familie selbst, durch edle und leuchtende Vorbilder. Welche nachahmungswerthen Beispiele und Bilder weiden aber unserer Jugend frühzeitig vor die Seele geführt? Worte, nichts als kalte Worte und leere Phrasen. In Gegen- wart der Kleinen werden alle häuslichen Angelegenheiten und wichtige Tinge besprochen und verhandelt. Vor den Kleinen wird über Dienst- und andere Personen geschimpft, geflucht, mit denselben gestritten und gezankt. Wie oft hören wir nicht die charakteristischen Worte schwacher Mütter;„Warte nur, wenn der Papa nach Hause kommt, so hülst du, eigenfinniger Junge, deine Strafe!" Solche und ähnliche Drohungen werden aber selten ausgeführt. Der Vater kommt zu Mittag, am Abend nach Hause, er fragt-„Waren die Kinder heute brav?"„Brav! recht brav!" lautet nicht selten die Antwort der yuten Hausfrau, welche ihrem Ernährer, dessen Kopf von allerlei Sorgen schwer ist, nicht die Mahlzeit verderben will. Welche Lehren ziehen aber die Kinder aus einer solchen Handlungsweise? Die Lüge ist es, die man dadurch schon früh in das jugendliche Herz säet. Der Gaumen der Kinder wird durch allerlei süße Sachen und Neckereien gekitzelt und an die Naschhaftigkeit gewöhnt. Der übertriebene Kinderkultus verhätschelt, verdirbt die Jugend und macht fie eitel und übermüthig. Das Lesen von auf- regenden Geschickten erhitzt zu sehr die jugendliche Phantaste. Mit besonderer Vorliebe lesen Kinder solche Bücher, deren In- halt weit über ihre Auffaffungskraft hinausreicht. Welche Wir- kung und Folgen daraus entstehen, ist allen Pädagogen be- kannt. Halten wir nun ein wenig Umschau in armen Familien- kreisen. Die Armuth ist hier oft Ursache einer verkümmerten und schlechten Erziehung. In einem engen Stübchen, in einer ungesunden Kammer wohnen Eltern und Kinder beisammen. Was muß da nicht Alles das Kind mitansehm und anhören. Welche düstere Szenen spielen fich nicht selten vor seinen Augen ab. Traurige Bilder, unfläthige Redensarten und Handlungen find es vielfach, welche das kindliche Herz vergiften. Der Vater geht vom frühen Morgen bis spät in die Nacht seinem Berufe nach. Die Mutter muß tagsüber ebenfalls den Unterhalt außerhalb des Hauses suchen und die Kinder find fich selbst überlassen, irren in den Gaffen und Straßen herum und gerathen nicht selten in schlechte Gesell- schast. Kann also hier überhaupt von einer Erziehung die Rede sein? Gewiß nicht! Hier find die an verschiedenen Orten bereits eingeführten Kinderheime von großem Werth. In abwechslungsreicher Weise wird die Jugend hier durch Arbeit und Spiel, Untenicht und Belehrung erziehlich be- schäftiat. Was sagt doch Jean Paul:„Habt Ihr recht erzogen, so kennt Euch Euer Kind. Nie, nie hat eines je seiner rein und recht erziehenden Mutter vergessen. Auf den blauen Bergen der dunklen Kinderzeit, nach welcher wir uns ewig umwenden und Hinblicken, stehen die Mütter auch, die uns von da das Leben gewiesen und nur mit der seligsten Zeit könnte das wärmst- Herz vergessen werden. Ihr wollt recht stark geliebt sein, Weiber, und recht lange, bis in dm Tod: Nun, seid Mütter Eurer Kinder." Lokales. r. Der Aichstrich in den Trinkgefäßen, welche für den Ausschank in öffentlichen Lokalen benutzt werden, hat die er- hofften Vortheile für vaS Publikum noch immer nicht herbei- geführt; dagegen zeigen fich allerdings einige Schattenseiten des Schankaewerbes gegenwärtig an dem besagten Aichstrich etwas deutlicher, als früher, und namentlich in der erregten liche mecklenburgische Heimath. Er war mit einer Hamburgerin verheirathet, und wir saßen, Chokolade trinkend, auf der Veranda und schauten auf ein großes Zuckerfelv, eingefaßt von palmen- ähnlichen Gesträuchen, wo Schwarze, nur mit kurzen, weißen Pantalons bekleidet, arbeiteten. „Solch' ein Kerl ist mir vor acht Tagen davongelaufen, sagte plötzlich mein Onkel mit sehr verdrießlichem Geficht,„und fünfzehnkundert Dollars find jetzt hin. Die Kerle kaben's zu gut bei mir," brummte er.„Die Spanier verstehen's, die ech- ten Nankees auch— aber wir Deutsche find gutmüthige Schafe." „Seit acht Tagen ist er fort?" fragte ich.„Hat man ihn nicht gesucht?" „Natürlich," erwiderte mein Onkel;„wir waren ihm sechs Mann zu Pferde und mit zehn Hunden auf der Spur. Der Bursche lief aber in die Sümpfe, in die Swamps, und wer kann ibm dmn da folgen?" „Er muß ja längst verhungert sein," warf rch ein. „Verhungert?" Mein Onkel lachte.„Dort verhungert! Der Bursche hat meine beste Flinte mit und wenigstens Muni- tion für fünfzig Schuß— da kann er ein halbes Jahr wie ein Baron leben." „Aber wovon denn, Onkel? staate rch verwundert. „Wovon?" brummte mein Onkel;„von Rehbraten und Fasanen, von Schtnrenreulen und Hechrlevern."' „Ist er denn ein Jäger?" warf ich zweifelnd ein. „Was Jäger," meinte mein Onkel,„er braucht ja bloß anzulegen und loszudrücken."....... „Ist die Jagd dort wirklich so leicht," sagte ich, sofort im höchsten Grave nimrodlustig,„so möchte rch wahrhaftig dort auch einmal jagen. Ick bin ja deshalb hauptsächlich her- gekommen." „Nun, Du bist austichtig. fiel mein Onkel ein, und auch meine Tante lachte herzlich.„Aber laß das lieber sein," fügte er hinzu. „Du bringst doch nichts nach Hause," meinte meine Tante. „Das wäre doch wunderbar." stritt ich,„wenn ein Schwarzer, der nicht Jäger ist, dort von Hirsch und Reh, von Fasanen und Wildschwein in Saus und Braus leben kann, und ich, ein ehemaliger Scharsschütze und tüchtiger Jäger, nichts treffen sollte." „O, treffen wirst Du schon etwas," erwiderte meine Tante. „Aber nach Hause bringen thust Du nichts," ließ mein Onkel fich vernehmen. �____. „Dafür find ja doch die Hunde da, die daS Wild holen, oder wenigstens markieren," wehste ich mich. „Wir haben vortreffliche, gut geschulte Jagdhunde," be- stätigtc darauf mein Onkel;„jedoch in den Sümpfen ist der Hund keinen Augenblick sicher vor den Alligatoren,— das S Zeit der letzten Wahlagitation hatte man Gelegenheit, die Aich- ststch-Politik verschiedener Gastwirthe zu studiren. Spekulirend darauf, daß der Wahlkampf die allgemeine Aufmerksamkeit mehr auf das Parteiprogramm als auf das Trinkglas konzentstre, kümmerten fich viele Wisthe wenig um das„0.« oder Ö,," ihrer Gläser. Hat die Regierung über 32 Millionen Defizit, warum sollen wir in unseren Gläsern nicht auch eins haben" mochten die Wisthe denken und wer will im Gedränge einer Polksver- sammlung behaupten, ob der Werth das Glas nur zur Hälfte voll geschenkt, oder ob der Kellner den Inhalt des Glases halb verschüttet hat. Man nimmt das Glas, bezahlt und trinkt und giebt fich garnicht die Mühe zu ermitteln, ob neben dem mtt Schaum bedeckten Aichstrich die 0,« oder 0,, prangt. Auffälliger wird aber die Sache, wenn in einem großen bekannten Restaurant im Mittelpunkte der Stadt die zu einer Vereinsversammlung Anwesenden beständig mit auf 0,: geaickten Seideln bedient werden, während in dem übrigen Theile des Lokals für die dort anwesenden Gäste nur Gläser mit einer Aichung auf 0,4 zur Verwendung kommen. Solche Geschäftspraktiken entsprechen nicht der Bedeutung, welche die größeren Restaurants im öffentlichen Leben unserer Stadt einnehmen. Wir begnügen uns für heute mit der bloßen Andeutung des Uebelstandes und hoffen, daß die öffent- liche Meinung nicht genöthigt sein wird, in bestimmten Einzel- fällen gegen ein solches Verfahren Stellung zu nehmen. N. Der gestrige November-Sonntag trug mit Rücksicht auf das ganz abnorme schöne Herbstwetter ganz das Gepräge eines Hochsommertages zur Schau. Ganz Berlin schien auf den Beinen zu sein, um Erholung im Freien zu suchen. Kremser und Thorfuhrwerk waren noch einmal aus den Remisen hervorgeholt und überall ein von den Vergnügungssüchtigen stark begehrter Gegenstand- In der Dresdenerstraße hatten gegen Mittag sieben kolossale Kremser Aufstellung genommen, um eine große Anzahl Landpartielustiger ins Freie zu führen- Der Thiergarten und der Grunewald rvaren schwarz von Menschen. In Hundekehle, in dem Restaurant von Jllges in Halensee und in den Zelten mar während der Nachmittags- stunden buchstäblich kein Platz zu haben. Der zoologische Garten, in dem an diesem Tage ausnahmsweise das Entree nur 25 Pfg. betrug, war nach dem amtlichen Kassenausweis von ca. 14,000 zahlenden Personen besucht. N. Das Denkmal Fr. von Schillers am Gensdarmen- markt war an dem 125. Jahrestage der Geburt des Unsterb- lichen, wie in den Vorjahren, so auch tn diesem Jahre mit zahlreichen Lorbeerkränzen und Blumcnspendcn geschmückt. Unter den Kränzen fiel besonders einer auf mit einer großen weißen Schleife aus Atlasseide und der Inschrift:„Dem un- vergeßlichen Dichterfürsten, Friedrich von Schiller. Der qu. Kranz soll, wie wir hören, von Mitgliedern des Schauspielhauses niedergelegt sein. r Ein Irrsinniger ans der Eisenbahnfahrt. Vor einigen Tagen benutzte ein hiesiger Kaufmann den von Alt- stadt-Dresden gegen 3 Uhr Nachmittags abgehenden Personen- ug zur Reise nach Berlin. DaS Koupee, in welches der "eisende einstieg, war außer von zwei Damen noch von zwei Herren besetzt, von denen der eine mit düsteren, unstaten Blicken einen unheimlichen Eindruck machte. Bald nachdem fich der Zug in Bewegung gesetzt, begann der Mann mit den verdächtigen Augen zu toben und zu schreien, drängte gegen die Thür und verlangte, hinausgelaffen zu werden. Sein Be- gleite: suchte ihn hieran zu verhindern, doch war die that- kräftige Unterstützung des Berliners nöthig, um den Rasenden zur Ruhe zu biingen. Diese amüsante Unterhaltung genoffen die Insassen des Koupees bis zur Etation Zossen, wo auf eine energische Beschwerde beim Bahnhofs-Jnspektor der Geisteskranke mit seinem Begleiter aus dem Kouvee entfernt und in ein anderes Coupee gebracht wurde. Es stellte fich nämlich her- aus, daß die beiden Herren ein Geisteskranker und sein Wärter waren, und daß jener in die Heilanstalt zu Pankow überaefühst werden sollte.— Ob für den Transport von Geisteskranken auf der Eisenbahn besondere Bestimmungen bestehen, wissen wir im Augenblick nicht, möchten es aber doch annehmen. weiß das Thier, und deßhalb hält es fich dicht bei seinem Herrn, den Schwanz zwischen die Beine geklemmt, und läßt den schönsten Hirsch Hirsch sein" „Ihr jagt ja doch auch, und auf eurem Tisch prangen Hirsch- und Reh- und Fasanenbraten und Wildeberschinken, wie zaudest ihr das denn heim?" warf ich etw as gereizt ein. „Lieber Junge," antwortete mein Onkel,„wir find eben fünfundzwanzig Jahre hier, kennen die Swamps, und unsere Jäger find Eingeborene." „Run, so viel wie diese traue ich mir auch noch zu," meinte ich,„wenigstens als Jäger," und ich beschloß, heimlich einmal auf die Jagd zu gehen und meine Verwandten mit einem herrlichen Damhirsch oder feisten Eber zu über- raschen. Meine Tante schien dergleichen Gedanken bei mir zu ahnen, denn fie sagte warnend: „Otto, gehe nur nicht heimlich auf die Jagd, es könnte Dir ein Unglück pasfiren. Wenn Du in die«swamps einen Streifzug machen willst, so reite früh schon beim Sonnenauf- gang fort und nimm dir ein paar zuverläsfige Leute mit." Natürlich, daß es nachher heißt, diese hätten das Wild erlegt, dachte ich bei mir.„Ich werde Deinen Rath befolgen. Tante" antwortete ich daher, scheinbar vollständig überzeugt und einverstanden, war jedoch im stillen mehr als je ent- schloffen, meine angezweifelte Ehre als Jäger diesen Leutchen gegenüber ,u rechtfertigen. ******** So gänzlich blindlings wollte ich jedoch nicht in das Abenteuer tappen, ich bereitete mich durch eine ganze Woche darauf vor. das heißt, ich wählte mir ein Pferd aus den Ställen meines Onkels, ein kleines, starkes, feuriges Thier, wie fie landesüblich find, und dresstrte mir einen starken, klugen Hund, eine Dogge mit breiter Brust, scharfen Augen und ge- waltigen Zähnen. Dann rekognoszirte ich einen nicht wett entfernten, allerdings sehr kleinen Ewamp, und was ich da sah, das ließ mich alle Gefahr vergessen. Auf den palmen- ahnlichen Baumen, die mit Eukalyptus und kolossalem trovi. schem Strauchwerk— bei uns würde man das alles Bäume nennen,— den Sumpf zu einer Ast Wald machten lebt» se&e&a&feKin ZMZZMM tfÄtisa in tre tin 844 W 862 199 W. 94t 460 901 646 m 774 MI A| •>.5 jedenfalls liegt in dem Verschweigen eineS solchen Krankheits- mstcndeS und mehr noch in der Kühnheit, mit solchem Kranken u. einem auch von Damen besetzten Coupee Platz zu nehmen, ein ltt der Rückfichtslofigkeit, der nicht scharf genug verurtheilt w"4 en kann. Wenn diese Art der Beförderung Geisteskranker Mode werden sollte, so könnten die Eisenbahnfahrten bald sehr intereffant werden. Der Berliner Kaufmann welcher infolge seiner thellnahmsoollen Beruhigungsversuche bei dem Irr- finnigen in dem hier geschilderten Falle, in Berlin mit zer- ristenen Kleidern eintraf, weiß von solcher Eisenbahnfahrt zu er- zählen. tf DaS Gnadengesuch des Baumeisters Runge ist, rcie wir gegenüber den vielfachen entgegengesetzt lautenden Be- richten, die mehr oder weniger des thatsächlichen Anhalts ent- bear.n, auf Grund durchaus zuverlässtger Informationen mit- che im können von Sr. Majestät dem Kaiser genehmigt und die Hastentlaffung des schwer geprüften Mannes bereits ver- füg! worden. In Juristenkreisen ist man der Anficht, daß nich's so sehr dem Begnadigten seiner Zeit geschadet hat, als dir ,on unzuverläsfigcr Seite in die Oeffentlichkeit gezogenen entstellten Nachrichten- Ob das Wiederaufnahmeverfahren, das von dem Vertheidiger des Baumeisters Runge Herrn Dr. Stadthagen eingeleitet ist, schließlich zu einem freisprechenden Urtbeil führen wird, wird fich wohl erst nach Monaten ent- sch�'Dus hiesige Kgl. Amtsgericht i., Abtheilung 48, hat auf oen 16. Januar k. Js. einen Termin anberaumt, in wel- chem zwei dem Schriftsteller Albert Wolff in Paris gehörige, angeblich verbrannte Depotscheine des Komtoirs der Reichs- Hauptbank für Werthpapiere vom 26. Oktober 1881: 1 Nr. 181 089 über 45 000 M. Ostpreuß. 4 Prozent. Pfand- briefe und 2. Nr. 181 090 über 80000 M. Soldiner 4 Prozent. K.eisobligationen, als kraftlos erklärt werden sollen, falls der ventuelle Inhaber der Urkunden dieselben nicht vorlegt bezw. seine Rechte zur Anmeldung bringt. In der Irrenanstalt in Dalldorf verstarb vor einigen Tagen ein türkischer Unterthan griechisch-katholischer Kcnfesston. Da aersesbe mittellos war und keine Angehörigen hatte, so über- nahm die kaiserlich türkische Botschaft in Berlin nicht nur sämmtliche Kosten für die Beerdigungzc., sondern ersuchte auch di Geistlichkeit der kaiserlich rulfischen Botschaftslirche, die Todtenmeffe auf dem römisch-katholischen Kirchhofe bei Dalldorf ru erequiren, woselbst die Leiche in der kleinen Kapelle aufge- bahr' war- Als der kaiserlich türkische Botschastsrath mit der rusfischen Geistlichkeit am 4. d. M. dort eintraf und letztere zur Abhaltung der Todtenmeffe schreiten wollte, untersagte der Küster der gedachten Kapelle dies mit dem Bemerken, daß er gegen jede kirchliche Handlung nach rusfischem(griechisch-katho- lischem) Kultus protestire. Auf die Anftage des türkischen Botschastsraths, od die Todtenmeffe nickt auf einem ganz ab« gelegenen, nur mit Müll angefüllten Platz des Kirchhofes ab- gehalten und die Leiche dann von dort zur Gruft getragen werden könne, wurde dies seitens des Küsters gleichfalls.mit dem.Hinzufügen verneint, daß auch dort„geweihte" Erde sei. Auch gegen die Abficht der rusfisckcn Geistlichkeit, auf dem Grabe nur eine Einsegnung vorzunehmen, protestirte der Küster, 'o daß der türkische Botschaftsrath und die russische Geistlich- keil unverrichtetcr Sache den Kirchhof verlaffen mußten und die Leiche ohne Einsegnung der Gruft übergeben wurde. Äentral-Theater. Direttor Ernst ist darauf bedacht, die zug- 'räftige Novität des Zentral-Theaters in der steigenden Gunst des Publikums zu erhalten. Frl. Grünfeld, die beliebte Darstellein der Pauitne wird Heuteim3. Akte eine neue Gesangseinlage„Der Kuß Kata.og" zum Vortrag bringen. Am letzen Sonntag kam der seltene Fall vor, daß keine Abendkasse stattfand, da bereits um 5 Uhr die Tafel mit dem bezeichnenden Worte.„Ausverkaufs' an der Kaffe prangte. Gerichts-Rettung. ochverrathsprozeß. Wien. Der Tischlergehilfe Jos. Barfuß, ein Anhänger der anarchistischen Partei, klebte Zettel mit hoch- virrcüherischer, anarchistischer Parole an Kirchen, Schulen, Staats- geb iude rc., und zwar mehrere Monate hindurch in ganz außer- ordentlicher Anzahl. Er wurde bei einer solchen Thätigkeit verhaftet und stand gestern unter der Anklage des Hochverraths vor einem Ausnahmsgerichtssenate, dem Landesgerichtsrath Dr. v. Holzinger prästditte. Sein Zimmergenoffe, der Tischler- gehilie Vinzenz Benisch, welcher den Quartiergeber auffordette, die noch vorhandenen Stampiglien und Aufschriften zu besei- ttgen. hatte sich wegen versuchter Verleitung zur Vorschubleistung zu»"rantworten. Der Gerichtshof veruttheilte Josef Barfuß zu sechs Jahren schweren Kerkers, Vinzenz Benisch zu einem Monat Kerker. und trabte nach kurzem harmlosem Abschied von meiner Tante dur? die Zucker- und Baumwollefelver davon. Nach einigen Stunden war ich aus dem prairieartigen Wie-nlande heraus, und vor mir lag eine sogenannte Bayous, eine der vielen mäcklig großen Einbuchtungen des Misfisstppi, derer jenseitige Hälfte oen eigenthümlich blau-rothen Schimmer des Waldes zeigte., � Es war wunderbar still hier; ich umritt die Bucht und trat in einen seltsamen Wald ein: umgeworfene und ver- modernde Riesenstämme bildeten den Boden, unter und zwischen diesen glitzerte schwärzlich unheimliches Waffer— so war die kleinc Swamp nicht gewesen. Dort war morastiger Grund, Erd« der Boden, auf welchem ich mich defand; hier jedoch be- stand das Terrain sozusagen aus hunderttausend Brücken, ge- bildet durch Zufall, tolle Willkür, von Erde keine Spur, Waffer und nach allen Richtungen hin liegende Baumstämme, und dazwischm aufsteigende Palmen und andere Bäume, um- geben von gigantischen Pflanzen und Büschen— das war hier de Sumpfwald., Daß man hier nicht reiten konnte, war mir sofort klar. Ich stieg daher ab und führte mein Pferd zu der Lichtung �uriick und ließ es an der Bucht, indem ich es an ein langes Ick selbst beschloß, mich nicht allzuweit von dem Pferd« iu entfernen, da es ja Bären und Wolfe hier geben sollte, die Pf?e und Rinder mit Vorliebe jagen. rrt.-f...,.'«-•f-—«r-ti meinen Hund, der sich m T.r»"tä ors Waldes nicht ehr munter zeigte und verdächtige Blicke nach dem schwärz. iiü. i Wasser warf, band ich an eine star� kurze Leder- l,ir. und schritt in das Gewirr der natürlichen Brücken hinein. Oer Weg über diese Stämme- das Wasser, aus welchem Schlamm« und Morastinseln, als das einzig Feste, was an die Erde erinnerte, emportauchte zu Füßen— war unheimlich. Em eigen thümliches Dämmerlicht herrschte hier, an daS ich mich erst gewöhnen mußte, bis ich scharf sah. Mein Hund drückte fich und schlich fast auf dem Bauche aus dem Riesenstamm, welchm wir gerade überschntten, hin. Mao mochte ihn so erschrecken, ich schaute unter mir und er- ollcku etwas wie Holzstämme, ich blickte genauer hin und sah stiere Augen, starr auf uns gerichtet. Es waren du schwarz. grünen Köpfe von Alligatoren, wohl dreißig auf einem Fleck. deren gelbschwarze Augen unbeweglich auf meinen Hund ge- richtet waren. Ich begriff, weshalb das Thier so vorfichtig über die Stämme glitt, es wußte, ein Fehltritt, und es war eine Beute t scheußlichen Bestien, jedoch die Bäume hatten meist einen Umfang, daß man ohne Gefahr auf ihnen gehen konnte. Es wn-r oft sechs neben einander, andere wieder quer darüber, so daß nan fast wie auf einer Ebene fich befand. Plötzlich aller- dtn.!' gab es groß« rücken, und hier konnte man leicht in die fest rze Hülle da unten hinuntergletten. Der Schwur des Invaliden. Der Käsehändler Karl Heigl erstattete am 13. Dezember bei der Polizei die Anzeige, daß der Hausmeister Johann Toifel in Wien, Wiedener Hauptstr. 40, wo er(Heigl) sein Geschäft hatte, ihm einen Skandal gemacht habe, in seinen Laden eingedrungen sei und ein vor demselben aufgestelltes Faß, in dem fich sogenannte„Russen" defanden, umgeworfen habe. Der Inhalt des Fasses habe fich auf das Trottoir entleert und erleide er dadurch einen Schaden von 37 fl. Ueberdies habe ihm der Hausmeister mit dem Erstechen gedroht. Bei der gestern hierüber vor dem Richter des Bezirks- grichtes Wieden stattgehabten Verhandlung hielt Heigl seine Anzeige aufrecht und berief fich auf die Zeugenschaft seines Schwiegervaters Johann Kaufmann. Derselbe trat in stramm militärischer Haltung vor den Gerichtstijch und sprach: „Hoches G'richt! Datz ja net glaub'n, i bin mit'n Toifl auf feindlichen Fuß— in Gegentheil— mir fein guate Freund. Aber i kann vor Gott und der Welt nix anders sagen, als daß der Toifel zu mir gesagt hat:„I wir Jhnern Schwiegersohn ein' Denkzett'l geben." Und vor mein' Schwiegersohn Hab' i an Respett, der is gar a rabiater Kerl. A mal sagt er zu mir:„Bleiben S' da, i wer Jhner zeig'n, wir i an Generalen eine Ohrfeigen herunterhau'n wir." Hoches G'richt! Vierzig� Jahr' Hab' i bei die Kaiserlichen dient und da war i wirtli' neugierig, wir m'r ein' Generalen eine Ohr- feigen'runterhau'n kann- Zum Glück oder Unglück is der General aber net kommen-(Heiterkett) Die Sachen mit'n Toifel aber is richtig, das schwör i Ihnen, i, a alter Invalid, des is mci' Schwur." Ueber Antrag des Vertreters des Klägers, Dr. Glaser, wurde Toifel der Ehrcnbeleidigung und der bos- haften Beschädigung für schuldig erkannt und zu einer Geld- strafe von zehn Gulden verurtheilt; weiters hat derselbe dem Kläger 10 fl. an Schadenersatz zu leisten. Wermiscktes. Gewisse Herren vor und nach den Wahlen. Vor den Wahlen Handgeschüttel, Arm in Arm mit Arbeitskittel' Nach den Wahlen— ach wie bald! Nase hoch und Miene kalt. Vor den Wahlen frohe Feste, Feuerwerk, Tanz, lust'ge Gäste, Freies Bier bis ftüh um Zwei; Nach den Wahlen nichts mehr frei. Vor den Wahlen holdes Neigen Und Zumvoikheruntersteigen; Nach den Wahlen kurz und grob: Wir die Herren— ihr, der Mob. Ein konlanter Straßenränder. Kürzlich betrat ein herkulisch gebauter Neger in Guadalajara in Mexiro einen Laden und entriß dem Befitzer den großen Geldbeutel, den dieser gerode in der Hand hielt, und der 80 Doll. meist in Kupfermünzen enthielt. Der Geschäftsmann verfolgte den Dieb, konnte ihn aber erst außerhalh der Stadt ein- holen. Dort machte der Spitzbube Halt und sagte zu dem Bestohlenen:„Wir wollen ehrlich theilen, bist Du dies zu- ftieden und versprichst mir hinterher keinen Trubel zu machen, so ist es gut, andernfalls schlage ich Dick nieder. Der Ge- schäftsmann machte gute Miene zum bösen Spiel, erhielt vierzig Doli von dem Gelde zurück und beide setzten ihren Weg in ent- gegengesetzten Richtungen fort. Mexiko amerikanifirt fich— meint hierzu ein Blatt der Union! Wahnsinnsthat. Paris. Unter den Mordthaten, welche das Pariser Publikum in der letzten Zeit in Spannung ver- setzten, nimmt folgendes Drama seit Montag den ersten Platz ein. Der ehemalige Notar Delapalme, der von den Geschäften schon seit längerer Zeit zurückgezogen lebte und für einen mehrfachen Millionär galt, hatte am Sonntag Abend seine Kinder und Enkel in seinem Landgute bei Antony um fich versammelt, und die aus zwölf Personen bestehende Gesell- schaft saß vergnügt am Tische, als die Thür aufgeriffen wurde, und der Diener des Hauses, ein gewiffer Fauillot, mit dem Rufe:„Das ist für Dich!" aus einem Jagdgewehr zweimal auf seinen Herrn schoß, ohne daß die Anwesenden Zeit hatten, ihm in den Arm zu fallen. Delapalme war schwer verwundet und wurde von seinen Kindern nach dem Salon geführt. Auf der Schwelle desselben erhielt er einen dritten Schuß von der Hand des Rasenden, der blitzschnell von neuem die Flinte ge- laden hatte und, als er seine Abstcht erfüllt sah, die Waffe auf den Boden stützte, die Laufmündung zwischen die Zähne nahm, auf den Boden drückte und fich den Schädel zerschmetterte. Wenige Minuten darauf starb auch Delapalme inmitten seiner aufs böckste bestürzten Familie. Fauillot hatte seit einem Vierteljahrhundert im Dienste des Notars gestanden, fich jeder- zeit sehr anhänglich erwiesen und ihm während des Kriegs- Ueber mir flatterte es und um mich her bewegten fich allerdings in ziemlicher Entfernung lebende Wesen, die gar nicht scheu zu sein schienen. Ich schlich mich zu einem dieser dunkeln Körper heran und entdeckte Büffel, die in dem an dieser Stelle dicken und festen Moraste herumstampsten und mich mit ihren tückischen röthlich schimmernden Augen anglotzten. Es huschte plötzlich etwas den Baum hinauf, und mich starrten an die großen, greulich leuchtenden Augensterne einer tigerähnlichen Kayenart, das Thier sah mich bösartig an und ich zog langsam die Büchse empor zur Schulter, da machte es einen Sprung und war in der Domwölbung der Wipfel verschwunden, nur das Aufflattern einiger weißschimmernden Vögel zeigte mir, wo das Wild verschwand. Ich heftete Pavierblätter an die Stämme hier und dort, um eine Marke für den Weg zu haben, und sckritt tiefer in die Wildniß hinein. . Es ward beller, der Wald wich zurück und ich stand an einer Wafferfläche, deren Ufer vom festen Land umsäumt waren, seitlich setzte fich das Waffer fort zum Misfisstppi. wie ich sah. Da sprang etwas Großes vor mir aus. Ich reiße das Gewehr an du Wange und drücke los, der Schuß kracht, ich sehe einen Hirsch stürzen, er erhebt fich wieder und eilt davon um o>e Bucht verum; ich lasse den Hund los, der stürzt dem Thier nach, und ich folge beiden, so schnell ich kann.! Ich sehe den Hirsch und schaue meinen Hund, der Hirsch muß nicht schwer getroffen sein, denn die Blutspur ist schwach und er kann noch gewaltig laufen. In wildem Jagen geht er um die Bucht, drüben ist wieder Wald und der Hirsch tritt dort ein; mein Hund steht still und stoßt em wildes Geknurr aus, dann springt er mit allen Zeickcn größter Angst auf mich zu, und hinter ihm jagt ein schwarzes Ungeibüm von Wildschwein, wie ich eS noch nie gesehen habe, der Geifer tropfte dem gewaltigen Thier vom Maule und seine großen Hauer schimmerten bedrohlich weiß Ith ließ die beiden nst näher zu mir herankommen und sprang dann zur Seite, um den Hund nicht zu treffen; dieser jedoch, dem der Eber immer näher kam, und der fich nicht ,u retten wußte, änderte jetzt die Richtung und kam wieder auf mich zu, so daß ich nicht schießen konnte, und ich wicv wieder aus. Jetzt bemerkte mich der Eber, ließ den Hund bei Srite und stürzte, den Kopf zu Boden gerichtet, in wilder Wuth auf mick zu. Ich hatte nur einen Lauf noch geladen, zielte rasch und drückte ad. Der Eber stieß rin beinahe kreischendes Grunzen aus, hielt aber nicht inne in seinem Lai.;. Ick Harn ein großes. hmchfängerartigeS Waidmeffer. wobl einen riuß lang-- das zog ich und kniet« kunstgereckt nieder, um den Wüthenden zu empfangen.---- winters mit eigener Gefahr das Leben gerettet. Es hei n>. der Mörder sei plötzlichem Wahnsinn verfallen; gle chü" aber werden Äerüchie verbreitet, nach denen er einen i'wr verübt hätte. Woher stammt daS Wort Hühnerauge? Er» M bischer Sprachforscher stellt folgende ansprechende Etiftw«. auf: Jene unangenehme Verdickung der homartigen Airie c Oberhaut, die durch einen anhaltenden Druck auf" stimmte Hautstelle entsteht, ist verdorben aus dem altd-. � hörnin ouge, d. H. hörnenes Auge(vgl. der hörnin Sig&/ 9 also zu dem Auge des Huhn leine Beziehung. Das i Auge ist von dem Volke allmälig nicht mehr oerftonl"1 1,1 zu dem bekannteren„Hühnel"auge zurecht gelegt worder Gegen die Weiuschmierer. In der Schwei, st« Gesetz über die Weinfabrilation in Kraft getrrien. Die.F in denen die Weinschmicrerei geübt wird, müssen künH,, Schild mit der Aufschrift:„Weinfadrik" tragen. Sie!>c° unter staatlicher Aufficht und zahlen für jedes Liter Kw"% eine Steuer von 2 Eentimcs. Im Handel müssen alle �ri Flaschen und Verkaufslokale mit der Bezeichnung„Fabw" Wein" versehen werden.. Ein Maulkorb für Menschen. Nach einer(kann liehen Mittheilung des„Secolo" ließ der Präfekt er' ersten Städte Italiens, ein reicher Grundbefitzer, den in seinen Weinbergen während der Weinlese eiserne Mar-5 anschnallen, um sie zu verhindern, Trauben zu kofieir. Handlungsweise gelangte zwar zur Kenntniß der doch der Präfekt blieb nach wie vor im Amte. Gute Rache. C..., der eine reiche, aber nich, � sehr jugendliche Frau geheirathet, hatte, vielleicht abstchll« h geffen, einen Freund aus früherer Zeit einzuladen. �>, schwur, fich zu rächen. Er begegnet den Neuvermählten sie mit aller Förmlichkeit und geht weiter Am nächste trifft er C... allein. Sobald er ihn steht, schüttelt die Hand und ruft mit Wärme:„Wie sehr freut« Dich wieder zu finden, alter Kamerad. Gestern wagte nicht, Dich anzureden, als ich Dich mit Deiner Dchwiegn bemerkte." Die Bodenerhebung Schwedens. Zwischen v kannten schwedischen Astronomen Celsius und versa! deutschen Gelehrten entspann fich gegen die Mitte des> Jahrhunderts eine lebhafte Kontroverse über die Frage,.- Niveau des Waffers der Ostsee fich hebe oder senke. behauptete letzteres, die Deutschen plaidirien für eine Erl Zur Lösung dieses Zwistes wurden vom Jahre 1750 beg' an der ganzen schwedischen Ostseeküste, von der Münd» Tomeaelf bis zum Kap Lindesnäs Merkzeichen angebrao in den Jahren 1801 und im gegenwärtigen Jahre w>e find. Durch dieselben ist konstarirt worden, daß keine®' tenden Parteien fich im Rechte befindet, da fich die s®» Küste beständig hebt, während diejenige Mecklenburgs, merns und der Provinz Preußen eine Senkung erfährt. man indeß eine Linie von Schweden über Bornh® Lolland bis zur schleswig-holsteinischen Küste, so zeigt' daß hier die Situation eine unveränderte geblieben# unlängst angestellten Ermittelungen ergaben folgend« sultat: Während der nördliche Theil Schwedens stck von 100 Jahren um ungefähr 7 Fuß gehoben hat, nim® Steigung nach dem Süden hier gradweise ab und beim Kap Lindesnäs nur noch 1 Fuß, wogegen die Lage Holms eine gänzlich unveränderte geblieben ist. Um d> änderungen durch ein einziges Beispiel zu illustriren, w ,. i getheilt werden, daß die Klippe„Stora Reppen" bei P J, Jahre 1851 93 Ctm. böher über dem mittleren Wast' lag, als im Jahre 1750 und daß von 1851 bis N« August 1884 eine abermalige Erhöhung der Marke untj* ermittelt wurde, sodaß die schwedische Küste fich währn 134 Jahre von 1750-1884 um 143 Ctm. gehoben hat. Wörtlich. Ein Student hatte soviel zusammeng«, daß er fich endlich genöthigt sah, seine Bücher zu»«y um nur essen zu können. Bald daraufschrieb er stmenr „Freue Dich, lieber Papa! Schon ernähren mich mrrne� Schicke mir doch umgehend 50 Mark" Bettler-Latein. Ein zudringlicher Bettler kam st zu einem und demselben Herrn, bis ihm dieser endli®« daß er ihm nichts mehr geben wolle.—„Nur dies noch," entgegnete Jener,„haben Sie Mitleid mit i# j liege krank zu Hause un kann Nischt verdienen!" Gemeinnütziges.... Gutes Mittel gegen Hühneraugen. Gegen t» gemein vorkommende, bei Vielen stabile Leiden, find viel Mittel zur Vertreibung desselben in die Öeffentl"®../ zur Rennlnißnahme des Einzelnen gelangt, daß es l®.- flüW wäre, immer wieder Neues darin zu bringen- gängig gut bewährt hat fich aber gegen Hühneraugen des Gemisch: grob, brauner Zucker\*1%%" Salpeter j 1 � r Man erwärme diese 3 Stoffe tüchtig und streiche Leder, das man in kleinen Pflästerchen auf daS. bringt._ 5; Wasserkitt herzustellen. Einen guten Kitt w j, nächen, die dem Waffer ausgesetzt find oder m»>9„; rührung kommen, erhält man, wenn man Mennige ni�. zu einem dicken Teige verrührt, damit die rrip,",«i flächen, die dem Wässer ausgesetzt find oder mit : ma 1„ amit die re'r u; � streickt und fest aneinander drückt. Allerdings bedatt mehrerer Tage, ehe er fest trocknet. Abwaschbarer Ueberzug für ................ Theilen heißen� Waffer, dem man 9 Theile Etean K mischt zu-, Herstellung dcffelben; 3 Tbeile Ammon>°. setzt und vaS Ganze mit der gleichen Menge 95 P®' � oereint. Mit dieser warmen Flüsftgkeit überzieht gM her sorgfältig gereinigten Gypefiguren mit einem und läßt trocknen.. �%%%%%%&& Dalg. fette Orte k. dienen, nur nicht -rarg, fette Orte«■ dienen nur nicht zur Gockm sang sondern ste find auch Nahrungsmittel, die bei � f« Bildung und Kräfte ntwickclurg eine grrße M, Brod und Kartoffel werden verdaulicher, wenn N„ j? (Butter, Epeck jc.) genossen werden. Das Fett y : mu jiO c die anderen Nahrungestoffe umhüllt"weil dann, saure Magensaft nicht ordentlich in dieselben ein . r Zimmt als Heilmittel. Die Zimmft'nW � otherrscheS Oel und Gerbsäure, wodurch fie die gte sördert, den Blutumlauf beschleunigt und gleickze'»» u scheidung des Darmkanals beschränkt, also st�P',#9 Neben seiner Vnwerthung als angenehmes Gew»° lfach in Form einer Dm halte, wird der Zimmt vielf �__,__ w__ fyülin vil»«'* Si, t)«les»u Heilzwecken verwendet. Hauptsächlich%' rnaen. gegen Ert*- Wehenschwäche, Gebärmutterblutungen, gegen. krampf und Koliken angewendet. Man arevr Tropfen mehrmals am Tage. Statt der. man auch vom Zimmtöl Gebrauch machen: man Ät 1—3 Tropfen auf Zucker. uaüi�', __»«te Anwendung des Zausendguidenke� x,- Pflanze übt einen höchst günstigen Emflu« JL fHI (Schluß folgt) ..■- höchst günstigen dauungstlAtrgkeit aus. Man giebt es dauur.gssiürungen und Verdauungssckwä guß von 200 Gr. nimmt man 5—10 Krar rlS, Bei Gr. des der