Nr. 189. Mittwoch. 12. November 1884. 1. Jadrq. Organ für die Interessen der Arbeiter. .... m Das„Berliner Volksblatt" «Icherat tSßlich Morgens außer»ach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in'» Hau» vierteljährlich 3 Mark, monatlich 1 Mark, wöchentlich 25 Pf. «mjelne Nummern 5 Pf. Postabonnement pro Quartal 3 Mark.(Eingetragen im VE!. Nachttage der PostzeiwngSpreiSliste unter Nr. 719a.) JnfertionSgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträge« hoher Rabatt nach Uebereivkunft. Inserate werden bi» 4 Uhr Nachmittag» in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen» Bureaux, ohne Erhöhung de» Preise», angenommen. MeöoKlton und KXpeöMon Kerlin Simmerstraße 44. Kölnische Weisheit. Da» große Organ der Nationalliberalen, die„Köln i- 'che Zeitung", verttitt zwar keineswegs die Stimmung w guten Stadt Köln überhaupt, denn man weiß, daß durch den Kulturkampf die alte Bischofsstadt zu einem Haupt- Punkt der„Pfaffenstraße" am Rhein geworden ist. Allein dre Kölncrin ist bemüht, in die wilden Wogen de» Wahl- kampsez etwa» mildernde» Eeau de Cologne zu gießen, das du wirken soll, wie glättende» Oel auf die erregten Fluthen de» Meere». Man kann nicht sagen, daß die» große Blatt ktue besondere politische Einsicht an den Tag gelegt habe. oM Gegentheil hat e» alle Fehler der national-liberalen vWtei mitgemacht und wenn alle diese Fehler noch einmal vorne durchzumachen wären, so würde die alte Kölnerin sicherlich mtt von der Partei sein. Jndtffen hat der Wahlausfall doch auch auf da» ver- härtete nationalliberale Gemüth diese» großen rheinischen Blatt.» Eindruck gemacht und so war denn dieser Tage darin zu lesen: „Der Umstand, daß die Sozialdemokraten dreiviertel «"llionen Stimmm erhielten, beweißt, daß die Mehrzahl der sozialdemokratischen Wähler Leute sind, die, jeder reoo- Uitionären Bewegung abhold, mit Hülfe der Gesetz» öebung ihre Lage verbessern möchten. E« reben in Deutschland schwerlich 700000 Menschen, die so httnverbrannt sind, einen gewaltsamen Umsturz der Gesell- 'chast versuchen zu wollen; wenn sonach 700 000 Menschen svzialdemokratisch gewählt haben, so muß die Bewegung zum «fdßen Theil ihren revolutionären Zug verloren und «nen politischen angenommen haben. Die» gilt c» zu er- proben, und die Wahrheit würde sich zweiffello» bald heraus- pellen, wenn man schon jetzt unter der Herrschaft de» So- wlistengefttze» der sozialistischen Presse und dem BersammlungSwesen mehrSpielraum gewährte. Man würde dann auch bald erkennen, ob **** eine neue Verlängerung de» Sozialistengesetze» braucht «der nicht. Wir würden e» sehr begrüßen, die Nationalliberalen in diesem .�'nne Stellung gegenüber der Soziali- p ka frage nehmen wollte n." v Das ist offenbar eine ganz intereffante Wandlung in er Auffaffungsweise der alten Dame au» Köln? A muß man mit Staunen fragen: Hat man diese ist g schon früher gehegt, ohne sie zu äußern, oder der Kölnerin eist jetzt, wie man zu sagen pflegt, ein ettensieder aufgegangen? eil» vest steht nur, daß die„Kölnische Zeitung" e» an laff ��urwortung de» Sozialistengesetze» nicht hat fehlen während sie heute bekennt, daß sie sich noch nicht '""-j Ieuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dux. von man it.......(Forsetzung.) Stuhl-„ c.,«drr noch schwach und blaß, schleppt fich ihn u�- und beim geringsten Geräusch, oder wenn Nrcht� v?°dtet berührt, schnellt er erschrocken empor. Er SgQ'k.% v°r jedem Schatten. Die junge Gräfin, Fräulein «(ttak/iJ das sanfteste Wesen auf der ganzen Welt. Sie eü?! ober er will fie dann nicht sehen. stob!"" ruft er ihr oft mit abwehrenden Händen zu. VT'A i hob ich noch nicht genug gelitten?"" stets"am'' ckiich, ihn so zu hören; und ich, der ihm auf der Jagd ich s„.. wachsten bin, ich, der erste unter seinen Dienern, und der treuste... ich würde mir den Kopf ein- >... Mafien um seinetwillen. Wie ist mir dabei zu Muthe? Me, �5'age Dir, Junge, ich könnte ihn erwürgen, wenn ich beHand?t" � �e'ne Dochter, dieses liebenswürdige �usd�!�'«uhen Gestchttzüge Habichts hatten einen sehr finstern m die»�"genommen; er drückte seinem Pferde die Sporen und nun ging es im Galopp weiter. Die den Anfst�'chte. welche Habicht erzählt hätte, veranlaßte Besuch{•,U �em Nachdenken. Er mochte auch von seinem wegg L»ünstigeres Resultat erwarten, denn er sah keines- ., ÄHugSooll aus. uägtr. �üst Du nun?" fragte nach einer langen Weile der antwortete Fritz,„daß ich die Heilung für sehr „..Dus in""""''H''ür""möglich halte." � r t S'ttulein oufrichtig gesprochen. Ich habe auch weiß einen Arzt, der ist zwar �°>latan Scheidt, und dabei-in ehrlicher Kerl und kern vnq.wird uns wenigstens sagen, ob überhaupt ffi;...Ich»,? M' oder nicht." H WsföÄ* lSßle �iS.„das Ucbcl hat einen treferen Ü den Gebrechen, und um es zu bewältigen, muß "t m* nf'n"5.. ergründen suchen, und der Ursprung trii�ie Aulk f
cn �pruet), -W reicht der Ozean mit seiner ganzen Fluth machen.— mm an zu Zu den Wahlen. Elbing, 10. November. Nach den bis jetzt vorliegenden Nachricht«» erhielt bei der Reichstagsstichwahl im hiefige« Wahlkreise Dirichlet(Deutsch fr.) 4058 Stimmen und v. Pütt« kamer(kons.) 2367 Stimmen. Köln, 10. November. Bei der Stichwahl im hiefige» Wahlkreise wurde Dr. Röckerath(Zcntr.) mit 12723 Stimme» gegen Leyendecker(natlib.) 7059 Stimmen gewählt. Schwerin, 10. November. Soweit bis jetzt bekannt, er- hielten bei dcr Stichwahl Haupt(natlib.) 4312 Stimmen und Herzog Johann Albrecht(kons.) 3063 Stimmen. Stuttgart, 11. November. In dem ersten württcmber« gischen Wahlkreise(Stuttgart) ist bei der Stichwahl Schott (Volksp.) gewählt worden. Breslau, 11. November. Amtliches Ergcbniß der Stich- wählen im Wahlkreise Breslau, östlicher Theil. Hasenclever (Soz.) erhielt 8808, Dirichlet, Gutslcfiycr(deutschst.) o903 Stimmen. Mannheim, 11. November. Amtliches Ergebniß der Stichwahl im 11. badischm Wahlkreis(Mannheim-Schwetzingen). Kopfer, Kaufmann(dem.) erhielt 9596, Eckhard, Bankoirektor (natlib.) 7563 Stimmen. Karlsruhe, 11. November. Amtliches Ergebniß der Stichwahl in dem 10. Wahlkreise des Großherzogthum Bade» (Karlsruhe-Bruchsal). Medizinalrath Leopold Arnspergcr i» Karlsruhe(natlib.) erhiell 10 175, der katholische Pfarrer Phil- Gerber in Friescnheim(Zenst.) 8448 Stimmen. Lokales. g. Im Gebäude des königl. Polizeipräsidiums fand gestern den 10. d. Mts-, eine Konferenz zwischen einem Ver- treter des königl. Polizei-Präfidiums, Herrn Polizei-Hauptman» von Wolffsburg, und den Vertretern der Hierselbst lhätigen Feuerverstcherungsgescllschaften statt. Der Zeitraum, für welche» die gedachten Vertreter Namens ihrer Dirrktionen dem königl- Polizei-Präfidcnten die Summe von 9000 Mark zur Belohnung und Unterstützung verdienter bezw. invalider Mitglieder der Feuerwehr zur Verfügung gestellt, läuft nämlich wiederum w« Ende dieses Jahres ab. Wegen der Fortgewährung dies» Betrages zu dem erwähnten Fonds für die Dauer der nächste» 3 Jahre waren nun die Vertreter der in Berlin arbeitende» Feuerverstcherungsgesellschaflen zu einer Besprechung gelade», in welcher, wie in früheren Konferenzen, zugleich die eventuell» Wünsche und Bemerkungen der Assekuranzvertreter bezüM des Feuerlöschwesens und sonstige das Fcuerverficherungswcsc» betreffende Vorschläge angebracht werden durften. Die K»? ferenz endete, wie uns mitgetheilt wird, nach kurzer Zell«j» der anstandslosen Bewilligung von 9000 Mark auf b» Dauer von 3 Jahren. Das wird fich wohl auch so hören-., n. Bei der bevorstehende« Weihnachtszeit bnngt Reichepostdehörve in Erinnerung, daß die Postanstalten>»» größler Gewisscnhaftigkctt auf die richtige vorschriftsmäßig Verpackung der Postpackete zu achten haben. Beim Eing»»? beschädigte Postpäckereien, deren Beschädigung erfichtlich d»»» einen Mangel in der Verpackung entstanden, ist fofon o» Rückmeldung an die Aufgabe- Postanstalt abzulassen u»D ,, dieser Rückmeldung den Absender des Poststücks so genaU � möglich zu bezeichnen. Der Aufgabe- Postanstalt liegt nächst die Verpflichtung ob, in jedem einzelnen Falle den• sendet von der in Folge ungenügender Verpackung enflta», nen Beschädigung auf Grund der Angaben in der Rü»»� � dung in Kenntniß zu setzen.,' b. In der Konfcrenz in Sachen des öffentliche« E*, mifsionewefens wird, wie man hört, auch ein Antrag.� Herausgabe eines amtlichen Submisfions- Anzeigers werden, um dcr schädlichen Zersplitterung der Ausschre>bu»S in allen möglichen kleinen Organeir ein Ende zu machen- � b. Heidenmäßig viel Geld. Im zweiten Äohll � haben die Ueberschwcmmungen der Häuser mit Äuftufen Herrn Sröckec wieder begonnen. Gestern hatten vre träger aber sogar Berge von riefigen Briefen in feinen Cou � zu schleppen, die jeder mit 5 Pfennig frankirt waren. enthielten die deutsche Voikszeitung mrt einer Extra- Zettas» Bild und Lebensbeschreibung des Herrn Etöcker- � g. Auch ein Opfer der Judenhetze. Vor den eines Weißwaarengeschäfts in der Leivzigersttaße, dessen � Hader Israeli, ist, hatte stch gestern Abend gegen 7 UM � anständig gekleideter Mann gestellt, um die im und an der Ladenthür ausgelegten bezw- ausgehängten zu defichrigen. Mag nun der Mann m ungeouyr � Weise fich benommen oder durch das lange Stehen»" � Ladenrhür den ein- und ausgehenden Käufern die Pa''®|L(ii hindert haben, kurzum, der Inhaber des Geschäfts trat P aus dem Laden und forderte den Mann auf, werterzu» � Es war ein Wald voll tausendjähriger Eichen, unter von düsteren Buchen und Tannen, zwischen denen P®'«y und gespenstisch die weißen Birkcnstämme erhoben, u» p, werlen konnte Fritz von der Ausmiindung das 1®®?� mauer des Schlosses Donuil erblicken.- Fritz war n?«»Me mrt der Krankhcirsursachc in seinen Gedanken bcschast'a/v. flif Gedanken nahmen jetzt eine neue Richtung an-— id? mal hatte er die seltsamen Umstände überdacht.®el® g* Vablcht mrtgetheilt und so bestimmt beschrieben bat"-.,(„tz da er das Schloß und den Wald am Fuße des Feye» dachte er: MeW* ..Nicht selten pflegt auch die Beschaffenheit des��� wr« Vre Umgebung auf jeden Menschen großen üben; und was mich betrifft, so scheint es nichts � zu geben, als ein dichter, finsterer Wald, die Bäume ersta � den haben mochte, lag mit seinen schwarzen, schwss� genden Massen vor ihnen Habicht hielt vor einer» m der Mauer, welche stch trichterförmig nach'»n r K- Er lenkte fern Pferd hart an die Mauer, beugte und bald darauf hörte man den tiefen Ton erner hril® Hofe. Nach wenigen Minuten erscholl von mnen Stimme: »Wer ist da?" � � „Du fragst noch. Toby? Es scheint, Ihr �„ heule Abend gar nicht mehr."„«timi»' „Ay! Du bist es. Habicht," sagte die he«" � � mnen und gleich darauf wurde die Pforte geoffnei-.,-� Em Mann mit einer Laterne in der un» lü RÄīī V'fe nn Gnom aus dem Märchen vom verzauberr � Langsam erhob er die Laterne und neigte' flaches Geficht vorwärts, um die Ankömmlinge vey zu können. nenw F (Fortsetzung folgt) "ilta I y »wouf der Angeredete ungefähr antwortete:„Ich werde mir R kinem Juden nichts befehlen laffen," und ruhig stehen blieb. *'» sich nun der Geschäftsinhaber zu einem, auf dem Straßen- Mw haltenden reitenden Schutzmann begab, um den Mann Wellen zu laffen, ergriff dieser nach dem Dönhofsplay zu die ilu H"0 bald hatte sich eine Menschenmenge gefunden, Wk, in der Annahme, es hanvle fich um einen Dieb, dem Mchtigen unter den Rufen:„Haltet ihn!" nachjagte. Am wnhossplatze machte der Flüchtige plötzlich Kehrt und rannte Jy die Leipzigerstraße zurück- In der Nähe der Mark- �enstraße wurde er von einem Dienstmann aufgehalten und un stürzlm fich die Verfolger auf den Mann und richteten ojF1 fo übel zu, daß er bewußtlos liegen blieb. In diesem gjuunve brachte man ihn nach der Polizeiwache in der Kronen- .... b;®e«n man sich in einer verkrachten Villen-Kolonie Iii. o �'0 bat das seinen Haken. In Süvend z. B. haben JL�tüe von einer Gesellschaft gekauft, welche nicht mehr g'- derjenige, welcher Südcnd in der Subhastation er- noen hat. behauptet nun, die Straßen gehörten ihm, und iu Zugang zu seinem Grundstück haben wolle, müsse e�bas betreffende Stück Straße abkaufen. Die Gründer von Wend i)Q(,en nämlich so gcwirthschaftet, daß fie auch die -„Wen mit Hypotheken belastet haben und daß somit für die- ma e-'n besonderes Hypotheken blatt existirt. Der Richter, »irlirx'"�suser Sache zu entscheiden haben wird, wird salo- tusch» Weisbcit bedürfen- der§■'■ heftiger Zusammenstoß zwischen einem Omnibus . �lme Potsdamer Brücke— Fl ankfurter Linden und einem di. N»?agen, wodurch beide Fuhrwerke arg beschädigt und »»Jsrff agiere des Omnibus veranlaßt wurden, die Fahrt zu techeir, fand heute Mittag am Kreuzungspunkle der Leip- d°.�-l>nd Markgrafcnstraße start- In dem Augenblick, als der z, frdus die Leipzigerstraße entlang fuhr, kam aus der Mark- itoÄ. �fr ein Schlächtergefährt dahergesaust, dessen Führer Wr rW Omnibus vvlbeizukommcn glaubte. Die Deichsel» xx,.u>u>bus bohrte fich aber tief in die Seitenwand des irn*-SWgms, wobei die Deichselstange des Omnibus zer- Menschen find glücklicherweise nicht verunglückt. Der im k, War durch das Zerbrechen der Deichselstange nicht .«tande, die Fahrt fortzusetzen, und so sah fich der Konduk- _«fr�wungen, den Passagieren das Fahrgeld herauszuzahlen. f��r".�chutzmann stellte die Namen der beiden Wagen- �'-Ritten aus einer Hochzeitsgesellschaft während des der« t�urde gestern Abend der Biuder des Biäutigams von nach n! n�ei Tänzerin von Kriminalbeamten abgeholt und ei» w�fhiminalkommiffariat gebracht Der Festgenommene, ein 7~'"iiiiueiwuiuunuian uiviuw o-i*»1""...... schäichtiA fst schon seit einiger Zeit wegen überaus den>>!. verbrechen und Vergehen vergeblich gesucht war- �olmtinf»1 t1?. ber Wohnung seiner Eltern, bei denen er als st hn», polizeilich angemeldet war, niemals zu finden war. von h.„«ße hübsche Mädchen zur Prostitution angeleitet und lasten ra�ägen ihres schändlichen Gewerbes fich unterhalten vo,,'ji®* verführte die Mädchen zu Diebstählen und ließ fich itobA-ÜW. bas gestohlene Geld hcrauegeden. Leisteten die er b. W innen Forderungen nicht freiwillig Folge, so schlug sein.»„ biutalster Weise, bis fie willenlos die Ausführung st ein � brecherischen Pläne übernahmen. In letzter Zeit bat scholl»» bzehnjähriges Mädchen, welches noch völlig unbe- sodann bei ihren Eltern wohnte, verführt, dasselbe llickin. �'st ihren Eltern entzogen und in einem an- che» m Quartier untergebracht. Nachdem das verführte Mäd- ilttum? wenigen Wochen an Körper und Geist vollständig «Hern o, wen war, entfloh es aus dem Quartier zu den »nd � aber folgte seinem Opfer in die elterliche Wohnung trnli,.„o*! cb von Neuem therls durch Gewalt, theils durch tuine- �£n Eltern, um die Verführte nunmehr zur Prosti- <»und Diebin zu machen k" Handlungen Monate bin *itn � hat fich durch diese ruch- gen Monate hindurch nicht unbedeutende Sum- verschaffi. Die Eltern des zuletzt erwähnten Opfers L' ttutui ue» zuitvi eiiuuuiiKi; Achten das verbrecherische Treiben des I zur Anzeige, aber W konnte ihn nicht ermitteln, da er täglich sein Domizrl e und bei den verschiedenen Prostituirten, mit welchen Ijl>_ nr* 1 �Btetchzeitlg in Verbindung gestanden hat, abwechselnd fich voi!... S" den letzten Togen brachte nun die Kriminal- ,-.Kl rn Erfahrung, daß ein Bruder des I. - b« Hochzeit in einem Lokal der" am 10. d. Landsbergerstraße Mts. feiern %b(, und es wurde nun gestern Nachmittag in sämmtltchen .Wien der Landsbergerstraße, in denen Hochzeiten u. s. ,-- �--,-—— U' r»y �—/>-•~- w I* rüe onT art en Zu werden pflegen, nach I. reckerchirt, bis endlich dem bie Hochzeitsgesellschaft ermittelt und I. kurz vor heut, fr,"" bes Soupers derselben entzogen wurde. I. ist °us WUntersuchungshaft nach Moabit wegen Verbrechens "orden Str.iG.-B. und wegen anderer Vergehen gebracht tNanns �ttbruchsdiebstahi. In dem Geschäftslokal des Kauf- »°n n,r,- m der Brunnenstraße 153 part. ist in der Nacht babei im"'u b�ut ein Einbruchsdiedstahl verübt und es find ZLt-n,�aren, Herren- und Damen-Konfektion, Wäsche und Tie im Werths von ca. 800 M. gestohlen worden. lhür miu, haben die vom Flur in den Laden führende Vorder- Zweiten Ä..�achschlüssils geöffnet und die Thürfülluna der waren„.iffrir ausgeschnitten Die gestohlenen Gegenstände Ästi.""t verschiedenen Buchstaben(mittels Dinte oder Blei- %%%®. F.. S.E. S. N, S. M.. N., M., 0-, iti »i�ensi�. ssbericht. Durch den Feuermelder in der Groß- a lheilnnn>, A�be heute Nachmittag gegen 3 Ulrr eine v�st Ga?tz.» Feuerwehr nach der Maschinenwerkstatt von >?bwiedi>iA..' Tempelhofer Ufer 15, gerufen. Daselbst war der rpttivchr ln Brand gerathen. Beim Eintreffen der »"imy% das Feuer bereits durch Arbeiter gelöscht und 'bcr in ,1 Mannschaften, ohne in Thäligkeit zu kommen, a. Jf";ir« Depots abrücken. Mag 7.''chütlerndcr Unglücksfall. Während gestern Nach- u�ud..« Wwwpnergeselle Schulz auf dem Dache des Quer- Wein v Grundstücks Oppelnerstraße 16 mit dem Aus- /t ein.. m Dachrinne beschäftigt war, fiel demselben, indem er —-&. Q?»■—»r...._— a hl! ttnet utiujuiiiH».............-------- m > feanh. launfl ausrutschte, ein kupferner Lötbkolben aus Ähter d.. w. der auf dem Hofe spielenden sechsiäbriaen oes Arbeiters Mecklenburg gerade spielenden sechsjährigen auf den Kopf, so ;nb sofoit todt niederstürzte. Der Tod erfolgte durch . ber Schädeldecke. v. ,,,„ brr i�'e-Allrance-Zheater. Durch dre Ueberanst.engung wmmwmnmK Donneistag eine Wiederholung von ""gesetzt ist. tz. viit äub e �krirdts- Zeitung. !�lle i �tz I L die dritte Stratkammer hiefiaen welch Dem'wiin„ a»f Uvterschlaguvg mit Urkunden Vernich- igt. Da die einzelnen Anklagefälle einan- der gleichen, so genügt es, ein Gcsammtbild über die Thätig- keit der Angeklagten zu entfalten- Der Angeklagte Voth hatte als Generalbevollmächtigter bezüglich der Verwaltung der 15 Häuser die Befugniß erhalten, alle dem Hauseigenthümer zu- stehenden Rechte auszuüben, die Miethsvertiäge zu schließen, die Miethen zu vereinnahmen, die Ausgaben zu bestreiten und war lediglich verpflichtet, seinem Vollmochtgeber Rechnung zu legen. Um nun möglichst viel in seine Tasche fließen lassen zu können, wurden Miethsverträge vordatirt, die Handwerker und Ardeiter bewogen, ihre Rechnungen auf höhere Beträge auszu- stellen, als fie zu fordern hatten, bereits ausgestellt gewesene Miethsverträge vernichtet und an deren Stelle andere geschlossen. Und zwar wurden diese Veruntreuungen vier Jahre fortgesctzt, bis Herr Bötzow durch einen Zufall davon Kenntniß erhiett. Voth wollte die ganze Schuld auf den Mitangeklagten ab- wälzen; es gelang indeß dem Vertheidiger desselben, Rcchtsan- malt Dr. Solomon, diesen Versuch gebührend zurückzuweisen. Der Gerichtshof verurtheilte Voth zu einem Jahr, Dittmann zu neun Monaten Gefängniß, erkannte gegen beide auf 1 jährigen Ehrverlust und beschloß dm Voth sofort zu verhaften Arbeimbewkg«»g. Pereine uuä PersNmmwugett. Aufruf! An die Feilenhauer, Feilenschmiede und Feilen- härter Teutschlands! Kollegen, Freunde! Wohl hat in keiner Branche der Druck so überhand genommm als gerade bei uns. Jahrelang schon habt Ihr Euch bemüht, Euere Lage zu ver- bessern, Ihr habt bisweilen gestreikt, aber immer hat es fich in kurzer Zeit gezeigt, daß Ihr für denselben Lohnsatz die Arbeit wieder aufnehmen müßt, für welche Ihr dieselbe niedergelegt habt. Kollegen! Freunde! Das muß und das kann anders angefangen werden.— Sehen wir uns die musterhafte Orga- nisation anderer Gewerkschaften an, nehmen wir uns diese zum Vorbild. Dre Zünfte und die mittelalterlichen Tendenzen derselben führen uns nicht zum Glück. Und das Gefühl der Zu- sammengchbrigkeit macht uns mächtig: Einigkeit macht stark. Es schickt fich nicht für den Einzelnen von uns, mit einer ge- wissen Verachtung auf den Kollegen Feilenschmied oder Feilen- härter herabzusehen, denkm wir vielmehr daran, daß wir Alle Brüder und Freunde find. Merkt Euch das, Kollegen und ver- geßt nicht, daß gerade wir einen gefährlicden Beruf haben, daß unsere Beschäftigung uns in vcrhältnißmäßig kurzer Zeit dahin- rafft. Gerade unter uns sehen wir nichts als blaffe Gesichter, denn das Blei, Zink und die Säuren vergiften uns. Der Normalarbeitstag und eine gesunde Organisation werten unsere Lage verbessern! Ein hohes Alter zu erreichen, ist nur den Wenigsten von uns vergönnt. Einen Stolz nennt Ihr den Kollegen, welcher das 40. Lebensjahr überschritten hat. Eine Wohlthat würde es sein, wenn die Arbeiter inder Feilen- branche anfingen zu erwachen, und den Traum, den fie ge- träumt, nun endlich zur Verwirklichung brächten. Also Kollegen, Fieunde! All überall da, wo fich Gruppen unserer Professton befinden, wollen wir uns vereinigen. Schaffen wir eine Ver- einigung zur Wahrung unserer materiellen Jntereffen, und unsere Lebensstellung wird fich bedeutend bessern- Mit kollegialischem Gruß L. R. Eine öffentliche Versammlung der Maurer Berlins fand am Sonntag in der Viktoria-Brauerei, Lützowstr. 112, mit der Tagesordnung: Unsere freien Hilfsk-ffen im Gegen- satz zur Orts- und Jnnungskasse und was thun wir vor dem 1. Dezember, statt. Referenten: Heuen Regierungs Baumeister Keßler und Dietrich. Herr Keßler wieS darauf hin, daß nur noch eine kurze Zeit bis zur Jnkrafttretung der neuen Kranken- kassengesetze ist, die geschaffen seien, die Lage der Arbeiter zu vcrbiffern, und mit welchen wir jetzt schon zu rechnen haben. Er b leuchtet sodann die späteren Orts- und Jnnungskaffen, ihre Verwaltung und Leistung gegenüber den fieien Kassen und sagt, ln diesen Kassen blerbt den Äibeitcrn nur ein Schein der Verwaltung, während in der freien Kasse den Mitgliedern das Selbstbcstimmungsrecht gewahrt bleibe, welchem das Gesetz Rechnung trage, indem es fich voibehalte, die Kontroke zu führen Denn das müsse doch ein jeder Arbeiter ein- sehen, daß, wenn er Steuern zahle, er auch das� Rech habe zu fragen was mit diesen Geldern geschehe- Er könne nur den Arbeitem eine freie Kasse empfehlen, die mit wahrer Men- schcnlicbe zu helfen sucht und ihren Mitgliedern Selbstständig- keit sichert. In demselben Sinne spricht fich auch Herr Dietrich aus. Im Weiteren unterzog derselbe besonders das Vorgehen der Beamten der alten Kasse einer vernichtenden Kritik, daß sich dieselben bis jetzt noch nicht bemüßigt gefunden haben, eine jährliche Abrechnung zu geben und fordert auf, noch vor dem 1. Dezember der freien Hilfskasse beizutreten. Nach Schluß des Referates ließen fich viele Bemfsgenossen in die freie Kasse aufnehmen. Die Zahlstelle bestndet fich Lothringerstr. 37 im Lokal zum Deutschen Kaiser. Gleichzeitig zur Nachricht, daß Sonntag den IG. dieses Monats eine Versammlung der freien Hilfskasse in diesem Lokal stattfindet. In der letzten Versammlung des Arbeiter-vezirks» Vereins für den Osten Berlins, welche in dem neuilöffncten Keller'schen Lokale unter dem Vorfitze des Herrn Flatow statt- fand, machte Letzterer zunächst auf das Dahinscheiden des Mit- gleides, Maurer Ening, aufmerksam und ersuchte die Anwesen- den, das Andenken des Vorstorbenrn durch Erheben von den Plätzen zu ehren. Nachdem Herr Redakteur Stein einen Vor- trag über„Volksgetränke" gehalten und fich an der hierauf- folgenden Diskusston die veiren Dr. Heymann, Voigt und Müller in hervorragender Weise belheitigt hatten, schritt man zum zweiten Punkt der Tagesordnung„Verschiedenes". Der Vorfitzende theilte mit, daß die nächste Versammlung am 18. d. MtS. in demselben Lokale stattfinde und ein Vortrag von dem Schriftsteller Herrn Fränkel über„Aus dem Rechtsleben" gehalten würde. Ein Anirag Flatow's:„Die Versammlung möge beschließen 100 Mk. für den Weihnachtsfonds bei der Stralauer Genoffenbank zu deponiren", wurde angenommen, Nach Erledigung des Fragekastens ging noch folgender, von Herrn Haug gestellter Antrag ein:„Dre Versammlung möge beschließen, der Wittwe des verstorbenen Mttglicdes Ening eine Unterstützung zu gewähren, da dieselbe mit ihren vier noch kleinen Kindern in sehr nothdüiftigen Verhältnissen lebt, wurde von der Versammlung an den Vorstand überwiesen. i Derselbe hat bereits im Namen der Versammlung der Wittwe 30 Mark übersandt) Hierauf schloß der Vorfitzende die zahl- reich besuchte Versammlung um 11 Uhr 10 Min. h. Zur Stellungnahme der Berliner Tapezierer- aehilfen gegenüber d-r Lohnbewegung fand am Montag Abend im Louisenstädtischcn Konzerthaus unter dem Vorfitze des Herrn Sander eine zweite, ebenfalls zahlreich besuchte öffentliche Versammlung statt, die, gleich der am 2. d. Mts. stattgehabten ersten, in welcher die aus 7 Mitgliedern— den Herren Eipel, Kirchner, Krause, Lewin, Marburg, Nicolas und Sander— bestehende Lohnkommisston gewählt wurde, durch einflimmige Annahme einer Resolution fich für die Nothwen- dipkeit au-sprach, speziell zur Herbeiführung besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen stch einheitlich zu organifiren und ebenso energisch als opferwillig allen Pflichten zu unterziehen, welche die Erreichung jenes Zwecks im Interesse der Gesammrheit jedem Einzelnen auferlegt. Die angenommene von Herrn Sander eingebrachte Resolution lautet:„Die heutige öffentliche Taprziererversammlung erklärt, daß fie mit Energie und Auf- opferung die Vorschläge der Lohnkommirston behufs Auf- befferung der materiellen Lage der gesammten Berliner Gehilfenschaft unterstützen will und zwar durch: Wahl von Delegirten in den größeren WeikstStten respekrive örtlichen Bezirken, durch Ankauf von Marken zur Vergröße- rung des Gencralunterstützungsfonds. sowie durch Fisthalten an den von der Kommisston, als Vollstreckerin des WillenS der Gesammtheit proklamirten Grundsätzen und Beschlüssen, für deren Durchführung auch der bessere Theil der Meisterschaft interesstrt weiden soll." Das von der Versammlung beifällig aufgenommene Referat des Herrn Mitan, an das fich eine leb» hafte Diskusston anschloß, empfahl hauptsächlich Regelung resp. thunlichste Verkürzung und strengste Einhaltung der täglichen Normalarbeitszeit, Vermeidung der Sonntagsarbeit und Fest- setzung eines Minimallohns. Der Vorfitzende theilte mit, daß die Lohnkommisfion beschlossen hat, für den Generalunter« stützungsfonds Marken zu 10, 20 und 50 Pfg. anfertigen zu lassen, durch deren Ankauf fich jeder Kollege an den allwöchent- lichen Beiträgen zum Generalfonds nach Belieben betheiligen könne, wobei allerdings ein jeder verpstichtet sei, mindestens wöchentlich 10 Pfg. beizusteuern. Ter Fachverein der Nähmaschinenarbeiter und Be- rufsgenossen tagte am Sonnabend, d- 8. d. Mts. bei Feuer- stein, Alte Jakodstraße 75, unter Vorsttz des Herrn F. Günther. Ucder Punkt 1 der Tagesordnung; Assoziations-Bericht referirte Herr Günther. Mitte Juli cr. sei eine Assoziation vereinigter Berliner Nähmaschincnarbeitcr zu gründen im Verein angeregt worden. Es sei eine Kommission gewählt, die einen Prospekt ausgearbeitet hätte. Wohl ständen der Kommisston nach Ver- sendung dieser Prospekte einige Tausend Mark zu Verfügung, aber leider reichten dieselben zu dem Unternehmen nicht aus. Auch seien der Kommission einige Schwindelspekulationen unterbreitet, aber von derselben verworfen, da die zu gründende Genossenschaft beabsichtige, unser Gewerbe zu heben und dem laufenden Publikum eine gute und brauchbare Maschine zu liefern. Referent bedauert, daß fich bis jetzt kein großer Kapitalist gefunden, um ein solch reelles Unternehmen zu unterstützen, giebt jedoch nicht die Hoffnung auf, da es ja immer noch Leute gäbe, die den Arbeiter verständen und ein warmes Herz für denselben hätten. Die Zeit sei nicht mehr fern, wo man fich an kompetenter Stelle gerade um solche Unternehmen seitens der Arbeiter angelegentlich kümmern werde. Darum möge die Versammlung die Kommisston fort- bestehen laffen, dieselbe werde nicht ruhen, ihrer Pflicht nach- zukommen. Auch andere Genossenschaften, die nicht mit solchen großen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt, seien erst nach Jahren ins Leben getreten- Die Versammlung pflichtete dem Referenten lebhaft bei und beschloß demgemäß. Ad 2 wird Herr Bock zum Revisor gewählt. Ad 3 wurde für eine ge- sellige Abendunterhaltung und das darauffolgende Sliftungs- fest ein Festkomi'.e von 5 Mitglieder» gewählt. Ad 4 Verschiedenes berichtet Herr Gunther über ein Mitglied, Bittner, welches vom Meister Günther der Nähmaschinen-Fabrik von Frister und Roßmann körperlich schwer verletzt sei. Seitens mehrerer Mitglieder sei der Vorstand aufgefordert, die Direktion genannter Fabrik zu interpelliren, wie ste fich zu diesem Fall verhalte und Hobe der Vorstand ein Schreiben folgenden In- Halts an die Direktion gerichtet: Berlin, den 4. No- vember 1834. An eine oerehrliche Direkrion der Näh- Maschinen- Fabrik von Frister und Roßmann vormals Alt.-Ges. hier, Skalitzerstraße 134/135 Einer verehrlichen Direktion erlaubt fich der unterzeichnete Vorstand Folgendes zu unterbreiten resp. zur Kenntniß zu bringen: Als am 22. Seplbr. cr., Mittags, der früher in Ihrer Fabrik beschäf» tigte Bittner zum Mittagstisch ging, wurde er von dem in Ihrer Fabrik thäligen Meister Müller zu einem Glase Bier eingeladen- Gleich darauf trat in dasselbe Lokal der ebenfalls in Ihrer Fabrik beschäftigte Meister Gunther ein. Derselbe verhöhnte ohne jede Veranlassung den Bittner über seine jetzige Stellung. Als fich Letzterer dieses in energischer Weise verbat, begoß Gunther den Bittner mit Bier und als Bittner dieses er- widerte, schlug Herr Gunther in recht roher und brutaler Weise mit dem Glase, und als dieses entzwei, sogar noch mit den Scherben aus den Bittner ein, sodaß cr diesem die linke Hand, mit welch» fich Bittner deckte, so zerschlug, daß sogar die Sehnen und Pulsadern durchschnitten wurden, wobei Gunther noch bemerkte,„daß er den ganzen Genossenschaftlern die Knochen im Leibe kaput schlage!" Durch die erlittene Verletzung wurde die augenblickliche Ueberfübrung Bittner's nach Bethanien nothwendig. Da fich die Direktion jeder Zeit, z. B- Meister Gunther ca. Krüger und auch für Bestrafung anderer Personen, die fich ähnliche Exzesse haben zu Schulden kommen lassen, energisch eingelegt hat, so fühlen wir uns veranlaßt, da oben angeführte Thatsache öffentliches Aergerniß erregt hat, und wir nicht umhin können, diese Frage in unserm Verein zu ventiliren, bei einer verehr lichen Direktion anzufragen, welche Stellung fie zu diesem Falle einnimmt. Wir erwarten hierüber zuversichtlich bis Sonnabend den 8. November, wo unsere regelmäßige Vereins-Versammlung stattfindet, definitiven Bescheid, da wir aus Nähmaschinenarbeitcr> Kreisen um Auf- klärung hierüber angegangen werden. Hochachtungsvoll. Der Vorstand des Fachoererns der Nähmaschinenarbeitcr k. Berlins. gez. I. Güniber, Vorfitzender. Die Vesammlung erklärte fich einstimmig mit dem Vorgehen des Vorstandes voll und ganz einverstanden. Der Vorsitzende bemerkte hierauf, daß ein Ant- wortschreiben nicht eingelaufen sei, und daß das Schweigender Direktion ihr Verhalten und ihre Gefinnung zu: Genüge do- tumentire. Es beweise vollständig, daß die Direktion mit der Roheit der Meister nicht allein einverstanden sei, sondern daß ste dieselbe sogar billige. M.£>., wie recht hatte die Streike- Kommisston der Nähmaschinen-Fabrik von Frister u. Roßmann zur Zeil, als ste verlangte einen Ehrenrath aus der Mitte der Ar« heiter zu wählen, denn es ergiebt ja gerade jetzt der Beweis, wie nöthig es sei, daß die Meister genannter Fabrik unter Kuratel gestellt werden. Kein Arbeiter hätte seinen Kollegen verklagt, wenn er nicht unter gewissem Druck gestanden hätte, dafür extstiren Beispiele zur Genüge. Und, m- H., so roh und so brutal dieser Gunther fich benommen, so kleinlich bettelte er nachher doch die Klage zurückzunehmen. Und Bittner bedachte die Familie des Gunther und klagte nicht. Gut hat er gehan- delt, ob er aber klug und recht gehandelt hat?— Jedenfalls reicht ihm die Direktion an Edelstnn nicht zur Kniehöhe.— Nachdem fich die Herren Rosenlhal, Wieland, Kabauke, Kas- prich und mehrere Andere in diesem Sinne ausge- fprochen, beauftragte die Versammlung einstimmig den Vorstand in dieser Angelegenheit mit einem Rechtsanwalt Rücksprache zu nehmen und dann weitere Schritte zu veranlassen.— Nachdem noch bekannt gemacht wurde, daß im Verein wieder Aquarium- und Panoptikum Billete zu ermäßigten Preisen zu haben seien und der Vorfitzende auf den bestehenden Arbeitsnachweis auf« merksam gemacht, der stck zur allgemeinen Freude recht thätig entwickelt, wurde der Fachkommisston überlassen, fich mit der Gründung einer Vcreinebibliothik zu befassen und demnächst Bericht zu erstatten. Hierauf schloß Herr Günther die Ver- sammlung mit dem Bemerken, daß inder nächsten Versammlung den 22. November ein wissenschaftlicher Vortrag stattfinden werde. Der Verein zur Wahrung der materiellen Interesse« der Fabrikarbeiter tagte am Sonntag im Lokale Königsbank. Große Frankfurterstr. 117. Der Tischler Meister Herr Mitan hielt daselbst einen Vortrag über das Thema:„Wie verhalten sich die Berliner Arbeiter dem neuen Verein zur Wahrung der materiellen Interessen der Fabrikarbeiter gegenüber und warum treten fie demselben nicht bei?" Referent spricht u. A sein Bedauern darüber aus, daß der Verein bei einer so arob-n Anzahl von Berliner Arbeitern so schwach besucht sei. Bei d-» ämmmm# Vit Arbeit wieder aufgenommen. Dem Vertreter der Kom- misfion wurden Seitens der Firma die genügenden Zusicherungen gegeben, so daß derselbe seine Zustimmung geben konnte. Der Fachverein der Tiiauer hält heute Mittwoch, den 12. d. Mts. in Seegcrs Restaurant, Grüner Weg 29, eine Versammlung mit folgender �.ages-Ordnung ab: Die Roth- wendigkeit der Errichtung einer Tischler-Herberge in Berlin. Referent Kollege Gustav Rödel. Freie Diskussion, Verschiedenes und Fragekasten. Es wäre zu wünschen, daß alle Tischler sich diesem Verein anschließen, da derselbe ihnen den größten Vor- theil gewährt als: Rechtsschutz-Unterstützung, bei Todesfall der Frau, Reise-Unterstützung bei Arbeitseinstellung und Benutzung einer werthvollen Bibliothek unentgeltlich. Der Arbeiter-Bezirtsvmin der Rosenthaler Vorstadt hält seine nächste Versammlung am Montag, den 17. d. M., Abends 8 Uhr, im Germania-Tbeater, Weinbergsweg lO'll ab. T. O.: 1. Geschäftliches. 2. Erledigung verschiedener vorliegender Anträge. 3. Fragekasten. Tagesliste der Kömgl. sachfischen Landeslotterie. Ziehung'vom Dienstag, den 11. November. (Ohne Gewähr!) 941 221 492 303 245 745 343 507 599 843 793 40 501 825 946 105(1000) 358 501 69 913 641 989 150 130 799 176(300) 648. 1967 721 980 797(3000) 531 746 270 718(500) 224(300) 535 418 449(500) 263(300) 574 894 192 82 865 663(1000) 205 12 86 279 625 661 786 21(300) 669 847 816 128 240(500). 2006 53 25 743 875 95 999 982(300) 169 824 289(300) 937 972(300) 331 808 505 994 602 781 849 608 191. 3617 132 277(300) 297 798 923 16 130 115 45 255 371 516 196 402 611(3000) 84 521 199 312 824 933 979 843 308 14 955 835. 4620 730 548 894 287 504 748 773 193 702 528 851 995 283 103 932 927(1000) 511 207 783 50 144 484 991(1000) 407. 5118 841 94 966(300) 751 880 642 285(300) 876 335 776 597 211 784 129(3000) 134 770(300) 650 603 652 385 714 122. 6703 610 710 762 306(1000) 35 837(300) 253 179 851 499 84(300) 29 863 374(300) 340 789 307. 7003 163 396 210 735 805 925 876 306 697 253 344(300) 987 651(300) 14 550 510 465 560 690 449 123(1000) 228 739. 8028(3000) 858 341 639 401 857 900 884 778 672 803(300) 642 22(500000) 613 752 107 203 70(300) 206 586 180 158 667. 9217 892 338 636 716 157 969 599 908 687 2 553 879 279 884 448 787 14 528 468 582(300) 980 495 675. 10893 82 232 533 754 917 652 3 725 821 637 959 884 498 514(300) 702(3000) 879 681 59 375 554(1000). 11773 311 655(3000) 727 852 57 863 794 503 771 906 912 578 268 627 330 171 467 319 205. 12743 294 589 271 872(300) 619 944 113 471 857 191 110 413(300) 274(300) 114 163 3. 13161(500) 395 818 884 703 463 660 33 967 566 941 284 646 221(1000) 397 617 498 573 901 271 794. 14322 658 494 996 617 788 98(300) 169 207 170 850 760 428 355 201 242 556(300). 15387 993 611 504 76% 344(300) 630 621 354(300) 42 857 379 316 125 965 952 880 231 286 333 600 595 230 853 8 832 16815 569 354 210(500) 533 857 732 910 292 702 295 372 518(300) 230 860 566 470. 17482 651 858(300) 663 824(1000) 765 684 233 386(300) 656(500) 914 271 773 802 472 453 292. 18633 445 861 413 479 521 196 702 99 354 934 756 91 830 752 807 852 376 372(1000) 696(300) 63 152(500) 712 19430 375(3000) 153 143 695 453 254 200 382 974 188 773 267 948 313 304 909 861 936 697 590 934(300) 434 785 236 583(300) 984 349(300) 415 991 625 830 674 244. 20889 363(3000) 886 884(300) 60 778 741 876 574 127 209(300) 358(300) 820 824 451 346 844(300) 608 (1000) 284 724 618(300). 21577 170 27 711 48 159 670 486 42 853 725(300) 430 705 121(300) 630 350 22955 376 586 982 959 876 672 604 466 118 602 550 449 107 317 748 378. 23035(300) 180(1000) 919 744 809 749 974 822 802 810(300) 29 237 917(3000) 206 412(500) 60 47 541 903 23(300) 733 648(300) 669 281 85 394 773. 24639 336 259 700 151 224 641 543 471(300) 880 291 675 911 430 186 905 199 418 628. 25228 863(15000) 264(300) 321 925 469 484 920 485 500 23(300) 829 770 792. 26094 723 306 795 985 790 481 793(1000) 988 326 287 195(300) 240 709 (3000) 692(1000) 215 153 721 769 824 164. 27055 472 320 232 262 296 138 537 166 915 770 338 639 536(500) 877 366(300). 28248 113 871 29 796 826 707 513 800 124 809 680 673 378 835 420 729(300) 285 539 225 6 829(300) 843 725(300). 29949 611 294 715 51 443 795 402 210 129 738 747(300) 581 78(500) 255 507 113(300) 560 727 690 271 973 94 1 77(1000). 30434 537 542 296(300) 490 454 476 892 871 468 227 769 582 421 989 51 596 18(500) 706 869 506 298 919. 31426 96 526(500) 768 539 62 702 950 598 995 202 775 130 121(3000). 595 820(1000) 365 781(300) 897(300) 870. 32088 971 747 912 529 819 348 74 288 537 301 995(300) 99(1000) 789 648 170(500) 895(5001. 33301 9 373(300) 206 550(300) 758 185 766 830 915 757 540 298 420 753 898 456 749 840 473 779(300) 710 821 311(500) 883 975. 34376 723 730 840 744 700(300) 387 834 260. 35119 736 167 967 302 894 464 6 710 442 754 259 67 95 404 814 904 932 403(3000) 856 352 651. 36861 144 473(500) 986 (3000) 267 550(1000) 82' 500) 773 613 29 III 188 336 902 407 118. 37118 682 694 641 390 32 359 563 171 696465 337 303 728 595(500) 769(1000) 674 341 653(3000) 81 211 960 476 893. 38534 175 591 487 41 900 364 500 486 754 94 721(500) 404 598 138. 39642 978(500) 394 999 159 754 403 836 426 657 294(3000) 1 970 937 731 124 718 22(300) 34. 40294 547 507 522 424 70 891 501 30 256 593 675 56 733 41630 793 404(300) 732 530 477 635 24 114 953 428 152 394 952 315 78 834 874 997 240 792 177 61(3000) 803 823. 42297 268 180<3000. 704 498 807 812(500) 565 177 760 54 141 495 816(3000) 97 888 376 680(1000) 663 604 (1000) 279 581(300). 43692(300) 460 611 898(300) 694 435 558(300) 187 86 830 93 III 49 587. 44327 418 281 862 354 602 720 4 358 550 115 820 66 626 294 629(1000). 45121 212(300) 817 241 824 531 184 821 665 225 703 257 (300) 728 886(3000) 36 340 289 753 267 377 819 381. 46023 17 120 281 511 244 961. 47985 13 168 14(500. 703 378 32 334(300) 575 629 646 653 395 886 394. 48578 602 729 269 914(300) 47 619 867 392 33 59 666 26 437 904 101 69(500) 60. 49558 492 205 823 508(3000) 727 678 381 584 135(500) 988 382 762(1000). 50938 890 680 285 155 948 625(500) 849 474 899 (1000) 603 501 52 837 896 793 739(300) 814 15 974 600. 51796 927 904 280 255 3 525 348 924 535 105 42 196 805 161(3000) 206. 52489 96 905 154 878 664 196 90(15 000) 203 589 93 78 982(300) 926 758 916 179. 53446 662 900 700 130 546 458 296 993 714(500) 302(500) 505 872(3000) 151 113(3000) 477 758 165 410 206 358 496 732 706(500) 819 926. 54792 518 232 466 550 965 822 213 871 331 970 426 621 618 165(3000) 566 826 755 262. 55596 787 270 845 249 284 701 333 745 266 673 69 3 938 143 921. 56756 395 728 608(500) 792 638 33 370 336 248 479 794 981 565 702(300) 99 786 54 94. 57177 14 887 810 72 962(5000) 152 47 570 343 886( 3000) 347 797 873 879 379 577 869 655 21. 58567 962 944 629 527 612 259 284 695 218 643 841 14 862 119. 59474 708 835(300) 631 899 750 972 625 386 621 195(300) 360 881 538 252(500) 94 856 308 193 466 387. 60622 245 945 66d 794 135(500) 44 678 791 156 356 240 333 686 544 163. 61603 324 117 243 419 627 883 377 456 746 760 343 345 252 718 250(5000) 705(500) 135. 62945 846 491(1000) 452(1000) 639 629 588(300) 670 770 800 573 824 360(300) 232(3000) 979 334 60 918(300) 601 (300) 239. 63708(300) 260 140(300) 391 54 836 266 550 (1000) 137(500) 541 420 387 917(500) 733 411 551 548 811 719(3000) 845. 64021(300) 446 350 185 850 8 364 271 902 577 254(1000) 58 686 114 107 594 709 389 772 808 84(300). 65257 919(300) 799 160 38(300) 640 308 289(1000) 63 505 908 710(300) 484 690 167 258 214 132 32 352 42(1000). 66869 647 30 530 901 252 825 421 25 336 629 394 148 172 543(1000). 67364(1000) 425 12 44 (500) 462 410 859 43(1000) 485(300) 964 112 117 127 389 952 580. 68453 750 906 719 492 709 227 541 996(1000) 335(1000) 265 650(3000) 175(300) 601 128 976 425(500). 69416 83(300) 760(300) 990(1000) 928 691(300) 325 291 390 14 586 408 235 68 626 608 437 94 295(3000) 652 764. 70792 898 965 304(300) 276 469(500) 299 26 735 47 (3000) 176 599(300) 237 189 385 508 809 362 240( 300) 772. 71170(3000) 27( 300) 589 539 180 684 62 512 182 37 383 951 773 76 843 713 364(3000) 315 394(300). 72334 75 153 805 654 469 646 539(300) 456 1 618 988 478(1000) 941 323 440 73 742 830. 73307 119 153 329 177 463 661 (500) 843 432 608 895(3000) 555 386(300) 792 725 926 888 559 570(1000) 170 941 474 801 86 69 413(300) 79 (1000) 263 424 735(300) 504 625 362. 74511 952 728(1000 395 687 68 84 855 848 741 270 52 821 746 736 494 561 559 505 774 689 916 166 280 677 458<3000'- 75907 76437 374 675 666 138 807 308 357 656 189 298 786 221 510 (1000) 225( 300) 413 260(500). 76583(300) 57(500) 301 671 278 228 372 346 837 476 867(800) 917 271 805# 410 97(300) 305. 77077 274 202 156 751(200 000) 77342« (500) 714 587 781 22 96 474 223 950 991(500) 456 100 4» 309. 78487 788 96(3000) 969 65 500 248 170(500) lg 210(500) 566 880 57 730 548. 79386(1000) 715 417 Tß 879 828 429 609 254 228 570(300) 387 448 541 22 67269 927 300 185. 80052 715 584 268 491 453 233 310 337 926 259 K 510 288 924 640 598 250. 81194 674(3000) 231 456 63 678 334 688 288 936 696 145878 44 551(1000) 677 7193» 385 426(3000) 583(300) 874- 82244 502 133 929 861 4» 490 803 176 172 793 837 339 601 579 923 910(500) 852 468 397(500) 566. 83063(300) 621 412 246 331 681 286 179(3000) 589 434 314 72 768 834 845 256 Z 579. 84243 753 47 80 372 628 606(500) 185 921 407& (300) 712 610 755 29 179 256 534 600 887 877. 85681» (1000) 415 605 684(300) 651 242 130(300) 529 857 0 424 922(300) 337 754 878(1000) 609 367 112 934 239# 172. 86711 190 849(300) 299 288 394 207 273 446 641« 435 795. 87612 248 231(3000) 40(3000) 167 51 798* 972 461 761 453 391 224(300) 189 691 748 220(3000) ff 236 883 960. 88539 755(500) 710 8 170(3000) 316 � 982 86(300) 872 451 510 850 432 535 272 161(300) � 314 167 541. 89307 82 970 522(500) 907 326 991 621» (300) 15 844 354 747( 300) 808 169 999 420 548 641 (300) 679(1000) 208 198 796. 90619 318 464 871 309 422 910(1000) 328 190 696,3 608 369 719 32 377 231 891 558(1000) 15 519 444. � 946 747(300) 361 673 296 379(3000) 849 725 990 536** 9 424 376 405 50 919 55(300) 986. 92781(500) 386 � 632 214 805 455 394 247 176 963 827 2 384 626(500) � 199 670 450(500) 255 974 508. 93781 15 446 137 56 Z 109 623(1000) 221 830 487 711 306 210 81 402(1000)% 12(300). 94711 994 722 250 561 165 221(500) 66o� (500) 760 969 797 742 591(3000) 222 866 889 313 772 249 183 234 4. 95864 822 871 312(500) 510 390 S 936 719 207(1000) 186 698. 96261 266(500) 781 252$ 994(3000) 413 914 965 415 35 601 747 284 58(3000) 2 734 557 474 451 625 520 306. 97922 289(3000) 676•. 120 413 375 188 738 291 902 352 620 56(500) 77 ä 1 7ljj 800(500) 967 917(300) 218 631 317 390 485 556� (3000) 257(500) 18 127 376. 98340( 500) 723 252 4 595 248(3000) 712(3000(. 99223 817 993 33 270 221 648 728 715 302(300) 409 127 878 901 157(' 873 938. Neueste Wahlresultate. Bis � Magdeburg, Abends 8 Uhr, Privatdepesche.».5> Büchtcmann 6999. Heine 8790. Heine kommt glänzend Magdeburg. Abends 8 Uhr 40 Min., Prioatdei" Heine, Sozial, st, siegte mit 3000 Stimmen Majorilät... Dresden, Bei der heutigen Stichwahl wurde (Ant.) gegen Bebel(So;.) gewählt. Königsberg. Möller(dfr) gewählt gegen Godau( � Kassel. Bei der heutigen Stichwahl erhielt (Soz.) 5200, Lötz(kons.) 4250 Stimmen. Mehrere D»)®� fehlen noch. Jatie�usteu äer jWo&Hon. Die Sprechstunde der Redaktion ist von jetzt � noch Mittags von 12—1 Uhr. #L D. Z. 86. Tl. 5,20., A. G. W. Str. 44. Es wird Ihnen ein briefl'�' scheid zugehen- A. R. Sie haben recht..ßkrß* W. B. Senden Sie in Zukunft Ihren Bericht st Blumenstr. 14. Wie Hilten dringend das nur auf einer Seite zu beschreiben. Theater. Königliche« vpernhan«: Mittwoch: Der Barbier von Sevilla.___ Königliches echanspielöau«: Mittwoch: Die Braut von Mesfina, oder: Die feindlichen Brüder.______ Deutsche« Theater: Mittwoch: Die Welt, in der man sich langweilt._ «eliealltanee- Theater: Mittwoch: Extra-Vorstellung. 1. Parquet 1 Marl ic. Auf _ Verlangen: Mutter und Sohn.__ Rene« Friedrich- Withelmslädtische« Theater: Mittwoch: Gasparone.____________ Wa lha U a-c p crelten-Theater; Mittwoch: Gillette._ Ostend-Theater: Mittwoch: Die Grille-_ Cealral-Thcater: Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Mittwoch: Auftreten des Fräulein Anna G r ü n f e l d. Zum 19 Male: Der Walzer-König. Gesangspoffe in 4 Alten v. W Mannstädt, Musik v. G. Stessens(Novität!) Mittwoch: Excclfior. Viktor, a-Theater: «estdenz-Theater: Direktion: A- Anno.�Blumenstrage 9_ Mittwoch: Zum 46. Male: Dre S,rene. Schwank in 3 Akten von P. Farrier und A. Valabieguc. Vorher: Ich dm Wiltwe. Lustspiel in 1 Akt von Paul Blumen- reich._______ Waüner- Theater: Mittwoch: Zum 47. Male: Der Raub der _ Sabinerinnen.____ Lonisenstädttsche« Theater: Direktion: Joses Firmans.,_ Mittwoch: 2 Vorstellungen. Nachmittags 2 em halb Uhr: Zum vorletzten Male: Sneewiltchen und dre Zwerge. Abends 7 ein halb Uhr: Zum 6. Male: Lumpaevaga- _ Kundus.___ A Th fl.m"hra.-Thea.ter. Wallnertheaterstraße 15. _ Heute Mittwoch; Die Lieder des Ätusikanten. Volksstück mtt Gesang in 5 Alten von R. Kneisel. Vor der Vorstellung: Grones Konzert, am eführt von auS 20 Musikern bestehender Kovellc, unter Leitung des Kapell- meisters Herrn Ludwig Claufius. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 7'/, Uhr. Arbettsm»rKt. Ein Lederarbeiter Waldemarstr. 54, Hof 1 Tr. Ottinger.[1271 Drechelergesellen auf Tiscdlerarbeit verlangt __ Lorenz. Oraniensir. 162. Tüchtige Eisenhobler verU Fabrik für Werkzeugmasch. v. G. Kärger, Blumenstr. 67 a._ 6. Wahlkreis. 3 gr. Wähler-Versammlungen: 1. Mittwoch Abend 8 Uhr im Vorstadt. Kasino, Ackerstraße 144. Referent: Herr Stadtverordneter F. Ewald. 2. Mittwoch Abend 8 Uhr in Ren-Wallhalla, Schönhauser Allee 156. Referent: Herr I u l. M ü l l e r. In beiden dasselbe Thema: Unsere Stellung zur Stichwahl. 3. Donnerstag Abend 8 Uhr im Alten Viehhof. Brunnen- und Ackeistraßc. Verkündigung des Wahl Resultats. Zu diesen Versammlungen find sämmtliche Wähler ohne Unterschied der Partei eingeladen. F-eie DiSkusfion. Zur Deckung der Unkosten Entree nach Belieben. ____ Die Einberufer Arbeiter- Bezirksverein Glückauf. umfassend den 13. und 16. Komm unal- Wahlbezirk. Mtttwoch. de« 12. November. Abends 8 Uhr. Mitglieder-Versammlung im neuen Nereinslokal„Jnduftriehallen�, Manannenstraße Nr. 31.33, Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2, Vortrag d«S Heim S5r. Heumann. 3. Verschiedenes und Fragekasten.— Neue uÄuÄÄwS®ä"t"""""mT ------ der vorstand. Mtn Freunden und Lekanmen die Nachricht, daß ich vom heutigen Tage Naunl,nstr. 78 einen Bler-Ausfedank übernommen bade.(12741 5. Müller. Drechsler Cöslineisir. Nr. 3. Die Herrn Oskar Kremmert öffentlich zugefügte Best in dem Ulrich'schen Lokale nehme ich hiermrt zurüm 1273]_____ Im 6 Reichetags-Wahlkreisl �.fM Cigarren, Clgaricttm, Raucv-, Kau- und.�j>f fcroU echte Euba» und Havanna- Cigarren 1884er 0� 1217 M. Bernstein, Eichendorfstr. 13, v* 3 Sletliner Bnbnbof. Im Verlage von I. H. W. Dietz in erschienen und in allen Buchhandlungen zu haoe»- Die Neue Zeit. Heft XI. II. Jahrgang. Preis Tierteljährlich Mark 1,60. Erscheint monatlich einmal In Heften. Inhalt: K. Kautiktz und Roddertus. � jwj Aeplik.— Soziale Zustände in Nord-Amerrka-„ßW Morgen- und Abendglühen gegen Ende de- ,*,sÄnÄ | Notizen. Heft I. liegt in jeder Buchhandlung zur Ansfc � Möbel-, Spiegel- Polstern aaren- Mag"�" eigener Fabrik von «ugnst Herold = Berlin SO, Skalier sttaße i- zwischen der Manteuffcl- und Nlarianncnl VerowworUta»« Rebtckieur XL kfmaüet* tn B«lm. Druck uwa tjci. Tin C'.iu«-~ Ein- und Verkauf von alten Möbeln. pCtffrM jede im Tischlert ach vorkommende™.f-alirt- Jjj und ganze Wirthschaften werden ckSttun aWr., jOcuUiniO-C 3. Wim Volksblatt. Sir, 189. Mittwoch, de« 12. November 1884. 1. Jahrgas�. Äpus und Lranchipus. , Unter der Ueberschrift schlummerndes Leben ging vor {■bilden Tagen eine Korrespondenz durch die Blätter, in welcher «enchtet wurde, daß Professor Sars in Christiania aus Schlamm, welchen er vor zwei Jahren bereits aus Australien erhalten N'ie, jetzt Krebsihiere gezüchtet hätte indem er denselben in -waffer legte. Es wird dabei erwähnt, daß man auch früher ähnliche Erfahrungen mit Schlamm gemacht habe, welcher durch ttnen deutschen Reisenden von Jerusalem gebracht worden sei. ttne in dem Schlamm enthaltenen Eier werden mit Pflanzen- PPim vrrglichen, welche nach lange dauernder Trockenheit noch reimfähig find. Es ist nicht nöthig zum Studium diese Merk- wüioißW so weil herzuholen, auch in unseren Pfützen und Kumpeln kommt alljährlich dieselbe Erscheinung vor. Es ist bekannte Thatsachc, daß einige Arten niederer Krebsthiere i- B. Branchivus nnd Apus in seichten Gewässern leben, die iuwerlen vollkommen austrocknen, sodaß man schließen möchte, 1«* �bierlebcn darin müsse zu Grunde gehen oder daß diese Thiere w den Gewässern manchmal eine Zeit lang vollkommen fehlen. Ge- «auere Untersuchungen haben ergeben, daß die Eier der Thiere nicht nur das Ausrrocknen vertragen, sondern daß eine Periode der en find. Dagegen treten ste nach Ueberschwcmmungen und Regengüssen, welche ausgetrocknete Lacken unter Waffer gesetzt ' plötzlich meistens in großen Mengen auf. Daß in S�wren Kreisen davon wenig bekannt ist, rührt daher, daß die stiere nicht besonders auffallen, vielleicht von den Leuten mit !ttv>chlarven(Faulquappen) verwechselt werden, wenn ste über- Beobachtung kommen. Aber auch dieses wird selten D, k-' ste leben in den allerelendrsten Srblammpfüeen. -> werden oben genannten Arten finv sehr interessant in ihrer vir« t°�o>iders der ziemlich bewegliche, sehr zierliche Bronchi- «. l 7mn' wenn er in Aquarien gezogen wird, ein mindestens . hohes Interesse gewähren, als die faulen Zöglinge in den ....unstrer Jugend ziemlich beliebten„Raupen-Palästen". Da �.�guarien auch in Arbeiter-Jamilien zu finden find, seien bfr»nl®m �eser dieses Blattes, welche fich dasür inleresfiren, ft-. aufmerksam gemacht, daß vielleicht Eier oder Schlamm- b»* rotIebc solche enthalten, bei den Naturalienhändlern, gleich L» ausländische» Echmetterlingsciein, billig zu haben find. 07,"" nickt, so werden ficherlrch einige zoologisch gebildete dieses Blattes Branchipus- und Apus Tümpel in der in n �Iüns bezeichnen können. Bei Leipzig find die Thiere yNi Connewiycr Holze an der sogenannten Linie von dem suffer beobachtet worden.— m.— T o Ks 1 4*# i'ilitistben Lampen find nur als blendende Punkte fichtbar, zw aber noch keine Helligkeit verbreiten. Dabei ist der fianze ■verion mit Kisten, Koffern und Traglöroen besetzt und zwrschen "wsen Geräthen stehen, stven und liegen die Reisenden. Dre Wehrfach angeschlagene„Warnung vor Taschendieben" nimmt ach, wenn man ste überhaupt lesen kann, unter diesen idylli- ichen Verhältnissen wie eine Ironie aus. Die Wattesäle find 'äst leer, weil es für jeden, der einen Handkoffer bei fich führt, 'ttlnruhigcnd ist, mehrere Minuten vom Perron entfernt, den wikommenden Zug zu erwarten. Man wartet lieber aus dem Perion und die Babnverwaltung hat ja auch hier den Be- Mniffen des Publikums Rechnung getragen, indem fie die Ausstellung eines Büffets juließ. Jndeß scheint man hier die Bttl »iJ.er Erfindung des„Stehseidels" mit möglichster Prin- mentrcuc konserviren zu wollen, denn Sitzplätze giebt es nur tatii?» und zrenilich entfernt vom Büffet. Mit einiger Phan- aber=? suan ja in diesen Verhältnissen viel Nützliches finden, wir sollten meinen, es schadete doch nicht, wenn fich br��e Sitzplätze und für bessere und frühere Beleuchtung auf _«xternperron gesorgt würde. Tin Abenteuer in den Lümpftn von Louisiana. Skizze von H. Nipon. Dtein �und hatte fich jetzt von seinem Schre-en eryou iein. oü? wie rasend von hinten auf den Eber und begrub felben in das langhaarige Fell der Rückenmahne des- Li J't-r kVt»— nhrr ht-r.Smnh (Schluß.) seinem Schrecken erholt, ■e in das langhaarige Fell der Rückenmahne io Eber versuchte ihn abzuschütteln, aber der Hund » an ,hm und biß fich immer fester. Die kleinen, tuckrschen Wildschweins funkelten seltsam, fie traten wert fllen.Böhlen, Blut tropfte aus seinem Munde, ober es ftich ju dickt aufhalten— es kam, wenn auch langsamer, auf ieift>"�st' fest, halt' fest!" rief ich dem Hunde zu.„Beiß', i'.Juno!" der A% buchte hinter einem Baume Deckung und lud in rasen- bäz%'i mein Gewehr! ich drückte ab, hatte jedoch in der Erle Weht dhütcken aufzusetzen vergessen, und jetzt half es nichts feint V« Eber war nur noch drei schritte von mrr ent- g\J4 kniete nieder und ermattete den ,zeind. ihn Eber nahm mich aber nicht an- der Hund mußte !Ärs.r„Ä? äääs Und setzte ein Zündhütchen auf die Perkusfion. WDWZW ?in,e>K.Ute iedoch auch nicht mehr ausstehen, und als ich das lochen i,Ct untersuchte, bemerkte ich, daß ihm zwei Rippen ge- e waren... Und gJ§*>* ich nun da— dort der Eber, hier der Hund, 8tbto&n r Waldes entdeckte ich den Hirsch zusammen- iMmmm itib'x? �.......... g. Die Ueberstchte« und Rechnungsabschlüsse der ein« geschriebenen Htlfskassen haben nach den nunmehr fest- gestellten Formularen in folgender Weise zu geschehen: Sie find für das Kalenderjahr, das erste Mal pro 1885, aufzustellen und binnen drei Monaten nach Ablauf des Jahres an die zu- ständige Bebördc einzusenden. Auch für Kassen, welche nicht ein volles Jahr in Thätigkeit waren, hat die Aufstellung unter Bezeichnung des Zeitraums, auf welchen fie fich beziehen, zu erfolgen. Wird eine Kasse im Laufe eines Jahres aufgelöst oder geschloffen, so ist die Ueberficht bezw. der Rechnungsabschluß binnen 4 Wocken nach Auflösung oder Schließung der Kasse einzureichen. Der Rechnungsabschluß gilt zugleich als Ueberficht der vereinnahmten Beiträge und geleisteten Unterstützungen. Nach der Att der Krankenkassen find zu unterscheiden: Gemeinde- Krankenverficherung, Orts-Kranken- lassen, Betriebs-(Fabrik-) Krankenkassen, Bau-Krankenkassen, Jnnungs. Krankenkassen, Eingeschriebene Hilfekaffen. Das Formular für die Ueberfichten enthält 12 Posttionen, und zwar 1. Geschlecht(männliche, weibliche Mitglieder), 2. Zahl der Mitglieder bei Beginn des Jahres, 3. Zahl der im Laufe des Jahres ausgeschiedenen Mitglieder: a. im Ganzen, b. Zahl der Gestorbenen insbesondere, 6., 7. und 8. Zahl der Mitglieder am Schlüsse des Jahres: a. im Ganzen, hiervon b. ver- ficherungspflicktig kraft statutenmäß'ger Bestimmung, c. nicht verficherungsvflichlig, 9. und 10. Zahl der ErkiankangSfälle während des Jahres: a. im Ganzen, b. in Folge von Betriebs- Unfällen insbesondere, 11. und 12 Zahl der Krankheitstage während deS Jahres: a. im Ganzen, b. in Folge von Be- triebsunsällen insbesondere. Für den Rechnungsabschluß find zwei Formulare aufgestellt; jenes über die„Einnahmen" enthält 11, das andere über die„Ausgaben" 12 Positionen. Bon den„Einnahmen" find zu oermerken sub 1. Kassenbestand, 2. Defekte und Reste(aus den Vorjahren), 3. Zinsen und Ka- pitalien, 4. Eintrittsgelder, 5. durch Arbeitgeber eingezahlte Beiträge, 6. durch Mitglieder eingezahlte Beiträge, 7. Vor- schüsse aus der Gemeindelasse(§ 9, Abs. 4 des Gesetzes), 8. Vorschüsse des Arbeitgebers nach§ 64, Ziffer 5 des Gesetzes, 9. Zuschüsse des Arbeitgebers nach§ 65, Abs. 3 des Gesetzes, 10. Ersatzleistungen Dritter für gewährte Krankenunterstützung (§ 57), 11. sonstige Einnahmen(sämmtlich aus dem laufenden Jahre). Unter„Ausgaben" find aufzuführen: Pofition 1. Rechnungsoorschuß, Defekte und Reste(für Rechnung der Vorjahre), 2. für ärztliche Behandlung, 3. für Arznei und sonstige Heilmittes, 4. und 5 Krankengelder: a) an Mitglieder, b) an Angehörige der Mitglieder(nach§ 7, Abs. 2), 6. Unterstützungen an Wöchnerinnen, 7. Sterbegelder, 8. Verpflegungs- kosten an Krankenanstalten, 9. Ersatzleistungen an Dritte für gewährte Kranken mterstützung(§ 57), 10 zurückgezahlte Vorschüsse, 11. Verwattungskosten, 12. sonstige Ausgaben. Bei den Ueberfichten ist noch die statutenmäßige Dauer der Kran- kenunterstützung, sowie das Prozentoerhältniß der Beiträge zum Lohne am Schluß des Jahres anzugeben. Dem Rech- nungsabschluß ist ein„Abschluß der Betriebsrechnung" und ein„Vermögensnachweis" beizufügen- M. Im Raubthierhause unseres zoologische« Gartens bietet fich dem Besucher seit vorigen Sonntag ein äußerst in- teressantes Schauspiel dar. Es ist nämlich aus Hamburg ein junger Tiger angekommen, dem zwei kleine Hunde zur Gesell- schast betgegeben find, und mit großer Munterkeit tummelt fich das fidele Kleeblatt im Käfig umher. Der Tiger ist vielleicht der stärkste und könnte mühelos die Herrichafl an fich reißen, aber er läßt fich durch das Knurren und Kläffen seiner Spiel- genossen einschüchtern und so leben ste denn in Friede und Eintracht nebeneinander. Da jedoch diese Hunde niemals Muttcrpflichten an dem jungen Tiger geübt haben, so ist wohl kaum anzunehmen, daß diese Eintracht lange währen wird, während bekanntlich ern von einer Hündin groß gezogener Tiger fich kaum an jener vergreift. r. Die von Zeit zu Zeit erfolgenden Hinrichtungen in Berlin gehen an ver Menge unserer Bevölkerung und in vem lebhaften Treiben der Großstadt keineswegs so spurlos vorüber, wie man vielleicht anzunehmen geneigt fein möchte; fie hinter- lassen vielmehr: einen tiefgehenden, und wir fürchten, nicht immer heilsamen Eindruck an einer Stelle, auf welche besonders hinzuweisen als die Pflicht der Presse erachtet werden muß. ich im Gebüsch ein Rauschen, und wenige Schritte von mir entfernt steht ein Neger, der sofott sein Gewehr anlegt und auf mich zielt. „Laß doch die dummen Epäße sein, Freund I" rief ich ihm mehr ängstlich als jovial in meinem besten Englisch zu.„Ich denke nicht daran, Euch etwas zu Leide zu thun- Laßt doch daS Gewehr herunter!" „Ich kenne Mafia wohl," antwortete der Schwarze.„Ihr seid von Mr. Hansens Farm." „Um so besser, wenn Ihr mich kennt. Dann nehmt doch auch endlich das Gewehr vom Gestckt, denn der Hahn ist ge- spannt, und es könnte ohne Euren Willen losgehen. Da seht, dott liegt meine Flinte!" So sprechend warf ich meine Waffe weit von mir fort, und jetzt erst brachte der Schwarze seine Büchse von der Backe und setzte den Hahn in Ruh'. „Statt auf mich zu schießen, alter Knabe," rief ich dem Mann, der schon anfing, grau zu werden, entgegen,„kommt her und helft mir!" „Wenn Mafia versprechen, mich nicht zu verrathen." „Ach, Unfinn!" erwidette ich.„Wem soll ich Euch denn verrathen?"_ „Na, na, Mr Hansen..." meinte der Schwarze. Jetzt schoß mir der Gedanke durch den Kopf, daß dies wahrscheinlich der entlaufene Sklave sei. „Freund, ich bin kein Amerikaner und Farmer," entgegnete ich.„Mich geht Eure ganze Wirthschaft hier nichts an,— meinetwegen kannst Du zwanzigmal entlaufen sein. Ich brauche Hilfe,— also komm' her!" fügte ich vertraulich hinzu. „Nicht sogleich, Mafia," entgegnete der Schwarze und zog wieder sein Gewehr an die Backe.„Nicht sogleich," wieder- holte er.„Wo soll ich Mafia hinbringen? Der Herr wird mich finden, wenn ich aus dem Swamp komme, und wird mich zu Tode peitschen." „Nein, das thut mein Onkel nicht," protestirte ich.„Ich gebe Euch mein Ehrenwort, daß er daß nicht thun wird. Ich werde ihm sagen, daß Ihr mir das Leben gerettet habt, und dann wird er Euch verzeihen." �„ „Das wird er nicht thun, denn ich habe gestohlen, Mafia, erwiderte der Schwarze,— und zwar seine gute Büchse, sowie ein Maulthier, das mir die Alligatoren gefteffen haben." „Nun, ich werde meinem Onkel das Vtaulthier bezahlen, und die Flinte giebst Du ihm wieder zurück." Der Schwarze schüttelte den Kopf. „Was willst Du denn," fragte ich ungeduldig.„Weshalb bist Du denn eigentlich fortgelaufen?" „Ich will Pompeja haben, Mafia." „Was ist Pompeja?" Wer zu beobachten Gelegenheit gehabt hat, wie beim Vorlesen des Zeitungeberichtes über eine solche Hinrichtung die Kinder mit offenem Munde und mit weit geöffneten Augen jedes Wort zu verschlingen scheinen und wie der kaum des LesenS kundige Bube, weil er dem Vorlesen nicht bis zu Ende bei- wohnen durfte, heimlich das Zeitungeblatt erhascht, und den schauervollen Bericht in einer stillen Ecke buchstabir-nd betroffen wird, der kann den fittlichen Einfluß dieses Aktes unserer Strafrechtspflege unter diesen Umständen stcherlich nicht für un- bedenklich halten. Und die junge, frischaufschießende Saat dieser Lektüre findet man auf den Spielplätzen ver Knaben. Das Spiel„Räuber und Gendarm" endete früher mit der Ueberwältigung und Gefangennahme des Räubers. Heute wird der gefangene Räuder zum Tode verurtheilt und das Urtheil mit einer solchen Genauigkeit nach dem Krauts'schen Programm vollzogen, daß man schwankend werden kann, ob man das lebhafte Vorstellungsvermögen der Knaben loben oder das ganze Spiel wegen seiner bedenklichen Einwirkung ver- dämmen soll. Es ist ein gefährliches Ding, den oftmals trotzigen Muth der Jugend herauszufordern gegen das letzte, furwtbarste Strafmittel der menschlichen Gerechtigkeit. Es mag hier uncrörtert bleiben, welche Vorkehrungen getroffen werden könnten, um den gefährlichen Einfluß des in Rede stehenden Aktes der Strafrechtspflege auf unsere Jugend zu paralistren. Hoffentlich geben diese kurzen Andeutungen Lehrern und Er- ziehern Anlaß zu einer ernsten Erwägung dieser Frage, damit wir nicht einmal plötzlich über Nacht von den Früchten dieser ethischen Aussaat unterer Strafrechtspflege überrascht werden. » Gestohlene Werthpapiere. Ein Bewohner des Hau- ses Gitschinerstraße 82 fand Ende vorigen Monats auf dem Boden des Vorderhauses einen verschlofienen Blechkasten, den er erst nach 8 Tagen öffnete und darin 42 Aktien der Rostocker Vereinsbank mit Talons und Dividendenscheinen, sowie zwei Bücher, vier Notizbücher und verschiedene Briefe fand. Muth- maßlich rühtt der Kasten mit Inhalt aus irgend einem Dieb- stahl her. Der Kasten befindet fich bei der Kriminalpolizei in Verwahrung, N. Unglücksfall. Eine Zerschmetterung des Schlüsselbeins erlitt gestern ein vor dem Hause Jnvalidenstraße 89 mit dem Verladen von Kollis beschäftigter Arbeiter Loose. Bei dieser Arbeit fiel plötzlich ein schwerer Ballen vom Wagen herab und dem Genannten deratt auf die Schulter, daß der Ge- troffene sofort zusammenbrach. Der verunglückte L. mußte in ärztliche Behandlung gegeben werden. a. Unbekannte Leiche. Die bis zur Unkenntlichkeit in Verwesung übergegangene Leiche einer Frauensperson wurde am 9. d. M. Vormittags von einem mit seinem Kahn in der Spree an der Fruchtstraße liegenden Schiffer beim Ankerlichten gefunden. Eine Rekognition der Leiche könnte nur durch die Kleidungsstücke erfolgen, swelche wir nachstehend bezeichnen: ein schwarzes Kleid mit türkischer Kante, ein grau gestreifter Unterrock, ein weißer Unterrock, ein Paar graue Strümpfe und Lederftiefel mit Gummizug. An dem Hals der Leiche hefand fich ein unechtes Medaillon mit Frauenbildniß. N. Drei neue Ausweisungen, die dort am gestrigen Tage dekrelirt worden find, weiden uns aus dem benachbarten Rudorf gemeldet. Sie betreffen diesmal hauptsächlich vorbe- strafte Personen, die durch ihr verbrecherisches Treiben den Ruf unseres Nachbarortes in höchstem Maße gefährdeten. Weitere Ausweisungen sollen noch in Ausficht stehen. a. Gesuchte Raubmörder. In einem Wäldchen zur Ortschaft Wilkaffen, Kreis Oletzko gehörig, wurde am 20. Okt. er., Abends 9 Uhr, der rusfiche Unterthan Dominik Peter Pajewski aus Emolin Dod im Gouvernement Suwalki er« mordet und seiner Baarschaft beraubt aufgefunden. P. befand fich auf der Rückreise von Amerika, wohin er Anfang dieses Jahres zur Arbeit iv den Kohlendergweiken in Pensyloanien gegangen war, nach seiner Heimath, um, seiner Militärpflicht zu genügen, und führte etwa 400—500 Rubel bei fich. Zwei Stunden vor dem Auffinden seiner Leiche hatte er in einem Geschäft in Marggrabowa 59 Mark in Rudel umgewechselt und dabei erzählt, daß er sein auS Amerika mitgebrachtes Geld — Dollars— bereits in Berlin in einem Geschäft in Rubel umgewechsell habe und zeigte hierbei 4 Stück Hundertrubel- scheine, die er in einer Brieftasche verwahrte. P. traf am „Eine Frau!" „Und die willst Du zum Weibe haben?" „Ja, Mafia, die Pompeja will ich haben, und ich soll die Andromeda nehmen,— ein Teufel von einem Weibe. Pompeja soll einen ganz Jungen haben, und deshalb bin ich in die Swamps gegangen." „Also dann übernehme ich es, auch das in Ordnung zu bringen," rief ick. „Echwött Ihr das, Herr?" forschte der Schwarze ernsthaft. „Ja, ich schwöre es!" sprach ich feierlich.„Aber helft mir, den armen Hund und den Eber von hier fottzuschaffen," fügte ich hinzu.» „Habt Ihr ein Pferd in der Nähe?" erkundigte fich der Neger. „Ja, es steht draußen an der Prairie, gerade am Anfang der Swamps." „Das ist weit," sagte der Neger,„wenigstens vier Stunden." Ich zog meine Uhr und erschrak heftig. Wahrhaftig, eS waren vier Stunden vergangen, seitdem ich in dem Sumpf- wald eingetreten. Wir hatten jetzt fünf Uhr Nachmittags, es war Februar und die Nacht bricht hier schnell herein, in zwei Stunden konnte es dunkel sein, und ich hätte mich entschließen müssen, im Sumpfe zu übernachten mit dem verletzten Hund, ausgesetzt den giftigen Dünsten des Waldes und dem Ueber« fall der wilden Bestien, die des Nachts auf Raub ausgehen; diese Gedanken drängten fich in meinem Kopfe. „Es steht schlimm," sagte ich daher zu dem Schwarzen. „Wie kommen wir hier schnell heraus?" „Ihr»ersprecht mir, daß mir nichts geschieht, Mafia, und ich nicht bestrast werde und die Andromeda nicht zu Heirathen brau ehe?" „Ich bürge Euch dafür mit meinem Wott." „So kommt, Herr", und der Schwarze machte mit merk- würdiger Schnelligkeit eine Att Schleife von Holzstäden, legte darauf den Eber und den Hund, zog einen Strick darum und forderte mich auf. anzufassen. Er schlug eine ganz andere Richtung ein, als jene, in welcher ich gekommen war hatten ziemlich immer festen Erdboden unter uns und' Verlauf von kaum zwei Stunden dämmerte vor hellere Licht der Prairie. ...;%■%— b"-m wir nach uns das 19. Oktober Nachts in Lqck mit zwei unbekannten Männern, mit denen er muthmahlich auch die Reise von Amerika nach Europa gemocht hatte, ein, und es ist höchst wahrscheinlich, daß jene beiden Männer hier in Berlin mit P. gemeinschaftlich ge- wesen waren. Auf diese lenkt fich nun der Verdacht des Mordes, und es ist erwünscht, daß das hiesige Geschäft ermittelt werde, in welchem die Umwechselung von Dollars in Rudelnoten bewirkt worden ist. Der Ermordete war 20 ein Jalb Jahre alt, 1,76 Met. groß, hatte dunkles fast schwarzes opfhaar und spärlichen Bartwuchs an der Oberlippe und und unterhalb des Kinnes und der Backenknochen. Gerichts-Leitung. WaS die Wahlen nicht Alles verschulden. Vorfitzender zu der vor dem Zeugentisch stehenden verehelichten Schuhmacher Memel: Der Angeklagte stellt nicht in Abrede, am Abend des 18. Oktober trotz Ihrer Aufforderung zur Entfernung noch in Ihrer Wohnung verblieben zu sein. Hiermit wäre indessen Ihr gleichfalls im Zimmer anwesender Ehemann einverstanden gewesen, in dessen Begleitung der Angeklagte außerdem noch an�demselben Abend eine Wahlversammlung besucht haben will.— Zeugin; Sagt' ick't doch; wieder eener von Schillern seine Jedanken. Aber mir macht Keener so jeschwinde dumm, un wenn't ooch'n noch schlauerer Proppen find dähte.— Vors.: Sie antworten ausweichend, so daß es den Anschein gewinnt, als beruhten die Angaben des Angeklagten auf Wahrheit. Befand fich Ihr Ehemann zu der in Jrage kommenden Zeit im Zimmer?— Zeugin: Jrech wie Oskar is der Schnodderkopp, sage ick Ihnen, Herr Jerichtshof, wo't doch nach den sein Jesabbere jo nicht'mal jeht. Mir haben Se bemeineidigt, un wat ick sage, det wird denn ooch woll jelten. Seesen Se ihm man recht derbe in, der faule Kopp hat es um mir verdient. — Vors; Hüten Sie fich ja vor jedem beleidigenden Aus- druck; der Spieß könnte fich leicht umdrehen. Erzählen Sie nunmehr in möglichster Kürze den Hergang der Sache.— Zeugin: Wenn man fich't recht benimmt, denn haben man bloß de Wahlen an den janzen Knatsch schuld. Durch den faulen Zauber waren de Mannsleite verliedricht, indem in de Wahllolälers keene Damens'rinjelassen wer'n. Det paßt aber de windije Sorte mächtig, indem sc man bloß sagen derfen:„Heite müssen wir wählen jeden," der- weile aber natierlich in alle Budiken rumschnökern un mit de Biermamsells pousfieren. Stimmt det nich, Herr Jerichts- Hof? Vors.: Lassen Sie nur die Wahlen aus dem Spiele! Es handelt fich einzig um den Vorgang vom 18. Oktober.— Zeugin: Wenn ick nich mit'n paar Worte rctourjreife, Herr Jerichtshof, det Se mir denn man jänzlich mißverstehen. Die Sache muß ick Ihnen janzrejulär kleene polken, indem ick den Rummel von't vorichte Mal sehre jenau kenne. Wat mein lieber Mann is, den sein Verhältniß war de Lene, wat ooch'n hibscher Mächen war. Weil ick aber doch nu ooch nich janz ohne find daht, un er überdem noch etwas Mumm uf mir hatte, kam er, richtig ausjerechnet, jeden cenzigsten Abend. Da sage ick denn zu ihn, Manne, sage ick, ick weeß nich, det de Lene sowat leiden duht. Dadruf meent er denn, det er zu die immer sagen dähte, er wollte in die Versammlung wählen jchn. un wat soll ick Ihnen sagen, Herr Jerichtshof? Er schnappte ooch richtig von ihr ab. Det Mannsvolk is heitzudage windig, wenn man nich immer Obacht druf jebcn duht. Vors.: Was wollte denn der Angeklagte in ihrer Wohnung?— Zeugin: Er wollte natierlich meinen lieben Mann verfiehren un ihm abholen. Vors.: Nun verstehe ich, der Angeklagte wollte mit Ihrem Mann in eine Wahlversammlug gehen. Was begab sich nun?— Zeugin: Da sage ick denn:„Hand von'n Sack, der Haber is verkooft. Mein lieber Mann hat all vor'n Jahrer dreie un, ick traue mir balde zu jloben, hochfein jcwählt, indem er mir jenommen hat. Vors.: Erzählen Sie weiter.— Zeugin: Da meent er denn, det ick von Politik keene blasse Ahnung haben dähte, indem der Mittelstand jänzlich verrujeniert würde, wenn nich Hasenclebcr in'n Reichs- dag käme. Wie finden Sie sonen Quaffch, Herr Jerichts hos? Vors.: Fahren Sie fort.— Zeugin: Weil doch nu bei mir keener sone Bilder'rausstechen derf, indem ick denn ooch etwas unjemietlich wer'n kann, sage ick denn zu ihn, lieber Mann, sage ick, jehen Se schon janz jeschwinde un wählen Hasenclebern: aber kleben duhe ick Ihnen recht derbe eene, wenn Se meinen lieben Mann ufwiejeln un man bloß noch eene Lippe riktierm. In die Beziehung habe ick'ne komische Natur. Vors.: Haben Sie denn den Angeklagten zum Weg- gehen aufgefordert?— Zeugin: Jut und jerne habe ick ihn'n paar zwanzijer Mal jesagt, er sollte die Dühre von draußen zu- machen.— Vors.: War denn Ihr Mann zugegen?— Zeugin: Wissen Se, Herr Jerichtshof, ick habe noch'n juten Mann; aber mangunter is er ooch wieder so madig, det er mir jänzlich janich beisteht.— Vors.: Wie verhielt sich Ihr Mann?— Zeugin: Der Stiesel saß da wie'n Oeljötze und beleidigte mir ooch noch, indem er zu ihn sagt:„Rehr' Dir nich an die Jetzt spannte der Schwarze das Pferd vor der Schleife kunstgerecht an, dann forderte er mich auf, das Pferd zu de- steigrn, und mit einem Sprung, der einem Kunstreiter Ehre gemocht hätte, saß er im Nu hinter mir. Durch die sternhelle Nacht ging es nun der Farm zu. Mein Onkel staunte nicht wenig, als wir am Morgen am Hause ankamen, der Schwarze so verlegen, geängstigt und zerknirscht, daß er heftig zitterte und fich kaum auf den Beinen erhalten konnte. „Wo kommst Du denn her?" fragte mein Onkel verwun- dert,„und was bringst Du denn da heim?" „Sieh da. Cäsar," wandte er fich mit nichts Gutes weiS- sagendem Gestcht zu dem Schwarzen. „Vor allem, Onkel, höre mich an!" rief ich.„Gilt bei Euch hier Schwur und Ehrenwort?" „Natürlich, bei uns Deutschen und auch bei den �.Mun gut denn— weißt Du, daß ich in der dringendsten Lebensgefahr war, und daß ich es nur der Dazwischenkunft eines deus ex maebina verdanke, wenn ich hier wieder lebend vor Dir stehe?" „Wie— was? Und was für einen deus ex machlna, mein Junge?" „Das sollst Du gleich hören. Vorher aber und ehe ich Dir mein ganzes Abenteuer und meine Rettung auS demselben erzähle, sage mir eins: würdest Du es tadeln, wenn ich meinem Retter die Erlegung eines anständigen Preises für sein Ret» tungswerl zugeschworen hätte?" „Wahrhaftig nicht- für sein Leben kann man schon etwas Ordentliches bezahlen!" „Und würdest Du auch etwaS Ordentliches für mein Leben bezahlen?" «Gewiß würde auch ick mir Dein Leben etwas Ordent» liches kosten lassen— aber Du spannst mich ja förmlich auf die Folter—" „Nun denn. Onkel— den Preis, den ich für mein auch Dir so werthes Leben zu zahlen versprochen, liegt in Deiner Hand, und da Du selbst eben gesagt, daß auch hier bei Euch Schwur und Ehrenwort, wie wo anders gitt, so wirst Du wohl schon mein Ehrenwort auslösen müssen." Der Leser erräth leicht, was jetzt folgte. Erst gab es ein ärgerlrches Strauben Seitens meines OnkelS. Dann, als ich ihm mein Abenteuer ausführlich erzählte, und meine Gefahr aufs eindringlichste schilderte, wurde er schon etwaS weicher. Und als ich ihm endlich ein feuriges Bild von CäsarS Brav- heil entwarf, gab er nach und löste, mrt ErtheUung der er» sehnten HeirathsdewillivUng des wackern Schwarzen, mein Wort ein. ihr Jesabbere, die is wieder'mal etwas dufig in'n Kopp.— Vors.: Wie endete die Sache?— Zeugin: Weil ick mir doch nu jejen zwee Mannsleite schon nich uflehnen kann, drängelten se mir retour un jondelten beede los, wo se denn noch den Schlüssel in de Dühre'rumdrehten, wat Freiheetsderaubung is. Unse Nachbarn hat mir erscht ufjeschlossen, wo ick denn janz jeschwinde de Stufen'runspringc un ihr retourhalten will. Wie ick aber uf de Straße komme, adjee Speck, det man von die Brieder niicht mehr zu sehen war. Na, ick bin denn aber jleich nach't Revier jejangm un habe den Lenz zu Papier bringen lassen. Wer nich hören will, muß stehlen. Stimmt det nich? Zum Erstaunen der entrüsteten Zeugin endete die Verhandlung mit Freisprechung des Angeschuldigten. _(Ger. Ztg.) Arbeiterbewegung, Vereine unä Verfammtungen. DaS t« Aussicht gestellte Referat des Reichstags- abgeordneten Singer über„die bevorstehenden Stichchahlen und das Verhalten der Arbeiterpartei zu denselben" hatte pestern Abend einen großen Andrang von Wählern des 2 Wahlkreises nach dem Trvolisaale veranlaßt. Schon von 7 Ubr ab war das Drängen um den Eingang geradezu lebensgefährlich ge- worden; das Herbeiströmen von Angehörigen aller Parteien verstärkten die nach 7 Uhr in großen Trupps antretenden Ar- bester. Um V»9 Uhr wurde die Versammlung durch Tischler Bennewitz formell eröffnet und auf dessen Vonchlag das Bureau gebildet. Darnach sührle den ferneren Vorfiv Stadtv. Tutzauer. Zunächst theilte derselbe den Beschluß der Vertrauensmänner- Versammlung mst, den Arbestern bei den Stichwahlen strikte Wahlenthaltung anzuempfehlen, zu welchem Beschlüsse die Ar- bester Stellung nehmen sollten. Hierauf begann der im vierten Wahlkreise gewählte Abg. Singer sein Referat:„Mit den Parteien, denen wir im 2 Wahlkreise gegenüberstehen werden, haben wir uns im Wahlkampfe eigentlich genügend beschäftigt. Wir müssen aber doch die Gründe kurz reka- pstuliren, welche uns zu unserem Verhalten veran- lassen. Meine persönliche Stellung zur deutsch-freistnnigen Partei ist bekannt; ich werde kurz die Gründe angeben zu diesem Verhalten. Abgesehen davon, daß uns von der deutsch- freisinnigen Partei in wirthschastlicher Hinficht eine prinzipiell unübei brückbare Kluft trennt, giebt fie uns auch in ihrer polt- tischen Haltung nicht mehr die Gewähr, deren wir bedürfen, um für fie einzutreten. Die Abstimmung hinfichtlich der Aus- nahmegesetzgebung giebt uns keine Eicherhest für die Zukunft, denn, wenn auch Männer wie Virchow stets dagegen gewesen, so waren doch jene 26 abweichenden Stimmen vorbanden und die Erklärungen für die Zukunft find nicht bei allen Reichs- tagskandidaten gleich bünvig ausgefallen. Männer, wie von Forckendeck undHorwitz haben nicht mit der wünschenswefthen Sicherheit der Ueberzeugung gesprochen. Am meisten trennt uns aber der wirthschaftliche Standpunkt, in Bezug auf die Forderungen, die wir an den Staat haben. Während die Deutsch' Freisinnigen verlangen, daß dem Individualismus des Einzelnen durch die AusbilOuna'der persönlichen Freiheit Raum gegeben werde, da hieraus das Wohl der Gesammtheit entspringe, meinen wir, daß die Gesammtheit das Recht und die Pflicht hat, fich um das Wohl des Einzelnen zu kümmern und, wenn fie Uebelstände erkannt, diese zu hellen sucht. Dies Kennt uns von den Deutsch-Freifinnigen, deren nörgelnde Budgetpolitik zu keiner Ersprießlichkeit führt. Man hat mir auch vorgeworfen, ich besorgte die Geschäfte ver deutsch. fteifinnigen Partei. M. H. Wer mich und meine Haltung zur Manchesterpattei kennt, wird einen derartigen Vorwurf nicht erheben.(Beifall.) Was die konservative Partei betrifft, so muß ick zunächst bekennen, ich habe inniges Mitleid mit derselben. Wenn diese Partei keine besseren Vertreter hat, alS Stöcker, Brecher und Cremer (Stürmischer Beifall), dann sollte fie lieber überhaupt auf eine Kandidatur hier verzichten.(Beifall.) Die Thaten der Kon- servativen berechtigen fie gar nicht dazu, fich als die Träger der neuen Reforwbesttebungen hinzustellen. Kann eine Partei welche die Arbeitsbücher wreder einführen will, behaupten, mit ernsthaftem Willen die Ausbesserung der Verhältnisse der Ar- bester zu ihrer Sache zu machen?(Rufe:„Nein!") Kann dies eine Partei behaupten, welche die Verdreifachung der Korn- zölle und Erhöhung der indirekten Steuern anstrebt?(Nein!) Wir streben nach Ausbildung der direften Steuern, well die Abgaben kontrolirdar sein müssen. Hätte die Regierung nicht selbst das wirthschaftliche Programm inaugurirt, von den Kon- servativen hätten wir noch lange darauf warten können. Nun, noch einige Worte Über den konservativen Gegner im 2. Wahl- kreise, dessen Wähler ich bin. Ich habe das dringende BevÜrfniß und eine Ehrenpflicht, mich auf persönlichem Wege mit dem Manne zu beschäftigen. Er hat es vor einigen Tagen versucht, mich und meinen Freund Tutzauer bezw. dessen unv mein Pro- aramm in einen gewissen Gegensatz zu bringen. Ich konstatire, yiermst, dieses Programm Tutzauer stammt aus meiner Feder, und er wird fich hoffenil'ch jetzt bei seiner bekonnten Wahr- hestsliebe beeilen, mir den Tank zuzustellen. Ich kann dem Herrn Hofprediger nur verfichern, e« war war nicht die von ihren Führern irre geleitete Masse, welche am 28. Oktober mir 25 386 Stimmen gab, sondern es war daS Verdikt des zum Wahlspruch zusammengerufenen Volkes, welche Verwabrung einlegen wollte gegen die kulturmördelischen und hetzerischen Bestrebungen des Herrn Hosprediger.(Stürmischer Beifall.) Warum will er hier nichts von der Volksstimmc wissen? Er- kennt er nickt Gottes mahnenden Finger der Vorsehung, der ihm zuruft, abzulassen von seinemverderdlicken Treiben.(Leb- hafter Beifall und gleicher Widerspruch-) Es wäre Zelt für ihn, in fich zu gehen und Achtung zu bekommen vor der Stimme deS Volkes-(Beifall.) Wir kennen in der Polstik kerne Religion, sondern nur die Erkenntniß dahin zu streben, Gutes für unS zu vollbringen. Ich habe die feste Zuver ficht, die Arbeiter werden wrssen, wer der Heuchler, wer der Ver- leumder ist.(Stürmischer Beifall. Langandauernde Unter- breckungen, während deren unter Tumult von einem End« des Saales Stadtv. Pickenbach nach der Mitte gedrängt wird, worauf derselbe fich auf die Empore begirbt.) Herr Sröcker bat auch einen Gegensatz zwilchm den Fuhrern der Arbeiterpartei aus dem Breslauer Flugdlatte heraus- beweisen wollen. Ich will Ihnen mittheilen, waS Hasen- clever an mich schreibt;„Es ist unbedingt erforderlich und im Interesse der Partei, daß Slöcker in Berlin nicht ge» wählt wird; auch ich stehe auf dem Slandpnnkre strikter Wahl» enlhaltung, stehe jedoch auch nicht an, zu erklären, daß diejenigen Wähler der Arbesterpartei. welche dennoch von dem Wahlreckt Gebrauch machen wollen, aegen Sröcker stimmen sollen. Es würde ein unauslöschlicher Flecken auf dem Ehren- schilde der Arbeiter sein, wenn Stöcker gewählt würde. Das sei Eure Parole am 13. November:„Gegen Slöcker!"(Leb- hafter. langanbaltender Beifall und wiederholt Hocks auf Singer unterbrochen von solchen auf Slöcker. Mehrere Minuten lang ist die Ruhe unterbrochen. Nachdem hierauf Stadtv. Tutzauer in gleichem Sinne gegen die Jnfinuationen Slöcker's prolestirt hat, spricht Herr Maaß im Sinne eines Zusammengehens der Arbeiter und der Fortschrittk Partei bei der Stichwahl. Die so- dann folgenden Ausführungen des Stadtverordneten Picken- dach, riefen einen ungeheuren Sturm der Entrüstung bervor mit dem unausgesetzt zustimmende Rufe und Hochs auf Singer und Stöcker abwechselten. Derselbe plaidirte für die Berechli- gung der konservativen Partei, die allein wahrhaft arbeiter- freundliche zu sein, verwendete fich warm im Sinne der Partei» nähme für Slöcker und stellte sogar für den Fall einer Wahl des Letzteren hier, außer in Siegen, in Aussicht, daß Stöcker für Siegen annehmen und dadurch hier eine jlieuwabl nöthig werden würde und daß er. wenn es dann zwischen Virchow und Tutzauer zur Stichwahl kommen sollte, mit seinen Freunden für Letzteren eintreten würde.(Gelächter.) Der Abgang des Redners ruft wiederum lang andauernde Unruhe, oeranlaßt durch Kampfes- szenen im Saale, hervor, so daß dauernd die Gefahr der Auf- lösung mindestens sehr nahe lag. Endlich gelang es Singer, fit Gehör zu verschaffen; er widerlegte kurz den Vorredner. Im zwischen waren 2 Resolutionen eingegangen, die eine sprach fit dafür aus, bei der Stichwahl auf kernen Fall für den Klaffen- haß predigenden Hofprediger Slöcker stimmen zu wollen, die andere weder für die deutich-fteifinnige noch die konservative Partei einzutreten und fich der Abstimmung zu enthalten, da jede derselben fich stets den Arbeitern entgegengestcmrm habe. Medailleur Krohme und Arbeiter Klemm sprachm fit in diesem letzteren Sinne aus. Hatte die Ruhe bisher wieder nothdürftig gehalten, so wurden die Eröfterungen des nächsten Redners, Liebermann von Sonnenberg immer und immer wieder durch tumultuariscke Rufe unterbrochen, sobald er nur den Namen„Reichstags' Abgeordneter Einger" aussprach. Nun- mehr erschien auch noch eine Resolution im Sinne der Partei- nähme für Stöcker; neuer Sturm tobte durch den Saal und mindestens zum vierten Male sah man ein heftiges Drängen nach dem Ausgange und den Flug eines Individuums hinaus Einger nahm nochmals das Wort: Ja, m. H-, das deutsv Vaterland soll hoch leben; aber es sollte fich schämen, weiw ihm ein Hoch ausgebracht wird aus dem Munde eines Manne», der die Deutschen gegen einander hetzt. Beifall und Wider- spruch brechen nunmehr in tobendster Weise aus und cb« bildete fich dicht unter ver Rednerbühne von neuem ein Kamst- knäuel; da krachten einige Tische und Stühle— und im nä«- sten Augenblick war die Versammlung ausgelöst. Nun brach«! die Üblichen Beifallssalven los, die sich durch den dichtgefüllte* Garten bis auf die Straßen fortpflanzten. Polizei war auf- fallend wenig, berittene Mannschaften gar nicht zu sehen. r. Der polizeilichen Auflösung verfiel die Wähler-Ber- sammlung der Arbeiterpartei im 6. Reichstagswahlkreise i# Montag Abend im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23. Stelle des Stadtv. Ewald sprach Herr Ballmüller Über 0* Stichwahlen und deren Bedeutung. Derselbe erörterte in mrt- voller und sachlicher Weise die Gründe, weshalb die Arbeits keinen Deutsch Freifinnigen wählen können, obgleich er seW als politischer Gegner vor dem Kandidaten dieser Partei 6. Wahlkreise persönlich die größte Hochachtung habe(bravo� ging dann näher auf einige Forderungen der Aibeiterpi«® ein und schloß mit der Mahnung, fich durch die schein� Aufgabe des Kampfes Seitens der Gegner nicht verleiten j» lassen, die Hände müßig in den Schooß zu legen legen, sondecf am 13. November in noch stattlicherer Anzahl an der Wcchl�' zu erscheinen, damit der 6 Berl. Reichstags Wahlkreis werde, � Hamburg II und Chemnitz und der Fortschrittspartei für in«� die Lust vergehe, in denselben zu kanvidiren. Die Devise jor sein:„Mit Mutb für Freihett und Gerechtigkest!"— N® Beendigung des Vortrages gelangte eine eingegangene vul' lution zur Verlesung, dahingehend, daß die Wähler des, Wahlkieises den Kandidaten der Aibeiterpaftei wählen dahin wirken wollen, daß derselbe anstatt mit 24 000 Stimv� diesmal mit 30000 Stimmen siegreich aus der Wahlurne V* vorgehe. Unmittelbar nach der Verlesung der Resolutisn n- folgte die polizeiliche Auflösung. Permiscktes. Eisenbahnhumor. Selbst die trockmen Mynbeers Holland können Humor entwickeln, wie folgende, ins TeriW": übersetzte Bekanntmachung zeigt, welche der Schreiber diel vor einigen Monaten zwischen Rotterdam und Haag in eine» Eisenbahnwagen angeschlagen fand:„In den Koupees zwe«? Klaffe ist das Rauchen gestattet, mit Ausnahme derjen� Koupees. in welchen das Rauchen verboten ist." Ebenso hat Übrigens, wie ich vor einigen Tagen auf einer zwischen Steele und Vohwinkel bemerkte, die Königliche E» bahndirektion zu Elberfeld die Rauchkoupees erster Klafft�, zeichnet. An einer Glasscheibe des Koupees hängt nämlick,_ außen lesbar, ein Schild:„Für Raucher"; da nun aber Innern desselben Koupees nach alter Gewohnheit anaeswl°s steht:„Da« Tabakrauchen in der ersten Wagenkloffe � unter ausdrücklicher Zustimmung aller in demselben Mitreisenden gestattet. Königliche Eisenbahndireklion", r® die Direktion in finniger Weise diesen Konflikt dadur« � löst, daß sie in dem Koupee ein diiltes Schild aufgehängt dessen Aufschrift lautet:„Das in diesem Koupee angeb' j, Plakat, wonach daS Rauchen nur unter Zustimmung W demselhen Mitreisenden gestatter ist, bat keine Gültigkett zu lesen im Koupee erster Klasse des Wagens 141, Berg-� Mainz. Ueber die in Mainz stattgebabte Stick schreibt das„Mainz. Journal":„Schon am Ab nd der als das Resultat von Gonsenheim bei den Soiialdemo- � einlief, wurde in nickt wiederzugebender Weise „schlechten Bauern" geschimpft. Auf dem gestligen% � kam es nun wiederholt vor, daß„sozialistische" Gonsenheimer Gemüsefrauen in höchster Erregung die j* zuriefen:„Mir kaase nix mehr bei Euch, Ihr PiusvoU'.-�i Pfaffevolk, warum habt Ihr so schlecht gewählt, Euer Zeug jetzt selbst fteffe!" Gemeinnütziges. Wie setzt die arbeitende Klasse zweckmäßW(U, zusammen 7 Die zwickmäßige Einäbrung de« Von. � arbeitenden Klaffe, ist eine Aufgabe von hoher Bedeu �,� es ist unleugbare Thatlacke, daß bei eintretenden die schleckt genährten Volkeklassen am ärgsten davon D werden und dann den Heerd zu Seuckin abgeben. Gefahr b:ingt nämlich der übermäßige Genuß ver i � aimen Kartoffeln, da der überwiegende Kartoficlgcn siN schädlich ist. Ganz zweckmäßig ist es daher, zu vcn reichen Gemüsen(Sauerkohl, Rüben, giüne Bohn'N' � arten u. s w) Kartoffeln zu essen, denn es rnußte v Gemüsen eine übermäßig große, kaum zu bemSlnfleno � genoffen werten, um die nölhige Menge Koblebvdro � s» Köiper einzuführen. Durch zu große WasserzutuV �■, Gewebe weiden Krankheiten zugänglicher gemocht. ogftor sonders bei der Cholera nachgewiesen ist- Das vi«. 0, essen ist nicht nur wegen der schleckten Ausnutzung � scküsfigen Aufnahme von Siälkcmchl eine Wrsckn W. ist zum Theil auch Eelbstbettug, weil die desta � 9- lung des Magens das Gefühl der Un�anglickt'" vetdeckt. Die durch den ausgetriebenen Mayen he Empfindung wird fälschlich alS Sättigung. Die Nahruug läßt fich indeß ohne erh'bi �, n höbung verbessern, wenn für"nen. Kalloff» In andere und eiweißreichere N« ßfafflu (Käse, besonders der billige Ouark, Buttermdw. Hülsenflüchte u. s. w.) gekauft und gegessen«ürte � tbj Aehnlick wie mit der Kartoffel verbält es v g,oi t, Brote. Statt deS überwiegenden Genusses von„ Kartoffeln, wovon ein großer Brucktheil unbenutz.�>1 geht, wähle jiron außer den obengenannten W» lf uNW reisen(Klöße, Nudeln u- die dilligen Mehlspeisen_____ bessere Nahrung. Also Kartoffeln mit den ob>g«n Stoffen zusammenessen, und anstatt des stacren � � diesen etwas deschränken und dafür öfters billig ,�l diese Weise ist eine zweckmäßige und der Domäne des Brotes und der Karton nachtheiligen Folgen eine Bresche geschossen. Brraniwortticher Redakteur*L%rouot»» in Bertln. Druck und Bertew«vr-