Nr. 190. Donnerstag, Z3. November 1884. I. Jabrg. UcrlinerDolteWntl ♦ Drgsn für die Intereffen der Arbeiter. trf»�4 r* m. Das„«erliuer Volksblatt" JnsertiouSgebühr beträgt für die S gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. ArbeitSmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträge« hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden W 4 Uhr Nachmittag« in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen« Bureaux, ohne Erhöhung de« Preises, angenommen. WsdaKtion und GXpeöitton'MerXin SW., Iimmerstraße 44. Die Erwerbs- und Wirihschaftsgenossenschafteu. Der vor Kurzem veröffentlichte Jahresbericht des Ge- �sfenschaftSanwaltS Herrn F. Schenk bietet die Hülle und vülle des Stoffs zu eingehenden Betrachtungen dar. Das Wichtigste aber an demselben ist, daß er beweist, ••b die wirthschaftliche Selbsthilfe im GenoffenschaftSwesen � für solche Leute von Vortheil sein kann, die so schon �vas>m Besitz haben. Und gerade daraus resultirt die Berechtigung * oF oihwendigkeit der S t a a t S h i l f e. Nur die, auch von den Gegnern des Schulze'schen Ge- noffevschaftgniesevS, genugsam belobten Konsumvereine "•Müllen wenigsten« m etwas ihren Zweck, da ihre Mitglie- S® ungefähr zur Hälfte dem Arbeiterstande entstammen. Immerhin ist es noch bezeichnend genug, daß ebenso viele Mitglieder dem Beamtenstavde, dem Keffer« Handwerker- stände u. f. w. entspringen. Auch ist der Stand der kleineren tttentier« verhältnißmäßig recht zahlreich vertteten. Doch wollen wir weiter nicht« gegen die Konsumvereine sagen, ®}e von den sogenannten Schulze'schen„Schöpfungen" die Hilgen find, welche dem Arbeiterstaad wenigsten« einigen Nutzen bringen können. Wa« aber die Vorschuß» und Kreditvereine �tr'fst, so find dort gerade diejenigen Volkskreise fast gar "'cht vertteten, die der wirthschafilichen Hilfe am Meisten oedürfen. So stellen die Fabrikarbeiter, die Bergarbeiter Und die HandwerkSgefillen nur etwa« über 4 Prozent, die avdwttthschnftlichen und forstwirthschaftlichen nur 3 Prozent, t<5 ruf träger, untern Elsendahn- und Telegraphenbeamten, Eisenbahi�Wnftarbeiter nur circa S Prozent und Dienst» wänner, Dienstboten u. f. w. I Prozent. Da« heißt mit andern Worten: circa 90 Prozent der «tfammtbeoolkaung stell», zu diesen HUfSkaffen nur 10 Prozent Mitglieder, während 10 Prozent der Bevölkeruna d'e übrigen 90 Prozent stellen. 0 Diese Zahlen rede» deutlicher, wie alle« Andere, daß wtte viel gerühmten G-noffenschaften dem Arbeiterstande "'cht« nutzen können und nur im politischen Interesse der �«uffchrittSpartei in« Ungebührliche aufgebauscht worden � Wa« solle« gegen obige Zahlen die großen Summe« beuten, welche in den Genossenschaften jährlich umgeschla- fto» werden und in Reserve liegen. Doch wahrlich nicht« Nvderes, al« daß auch in diesen„Geschäften" einige wenige nach und nach wohlhabender werden, während die Mst de« Volks weiter darbt. V bezeichnender Weise giebt der Bericht in Bezug auf � Produktivgenossenschaften gar keine statisti- 10 Feuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dux. (Forsetzung.) VfTPn Qf--- XJ»«» VI v|»v vv«» v&vv#*, 0fI der Gnom ergriff. Habicht stieg jeyt mit raschen t WnXtfri eine imh Stri«* frtf.iftf«hm Slicf bn? J:cn c�ne Treppe hinauf, und Fritz folgte rdm. %uf b" Mann überzeugt, daß Schloß 3 Donuil den in welchem es stand, eine uneinnehmbare Beste Noch in der Zeit der schottischen Revolution unter Rßnin'm m 0" Zerr oer ,woin,wen Ncvoiunon umer Pum l'0 war es vergebens belagert worden. Es war eine tersiß' in Ftlsen gehauen und durch Geschütz kaum zu sah,», j..Dre Treppe, welche Habicht hinaufgestiegen war, «Wd» l (Oft.) 5650. Fehling(nl.) 5431 Stimmen erhalten: somit gewäoll. jiji|rtl Weimar, 11 November. ReichStagsstichwabl. � v. Helldori(.1.) 3749 Stimmen, Ausseid(Oft.) 6200©' Die Wahl des Letzteren ist sehr wahrscheinlich. ta.nWti Nürnberg 11. November.(Endresultat.) Gnu (Soz.) mit 14384 Simmcn gewählt, Crämer r- 12 566 Stimmen. sah nichts. Dichte Nacht bedeckte mtt ihrem Schleid dringlich die Gegend. zh. Pfannkuch(Soz.) über den konservativen Professor-- Schwerin. 12. November- Bei der Reichstaasst'��Ä erbieit nach bisheiiger Zählung Herzog Johann Albrc® 5661, Haupt(nl) 8891 Stimmen., Kiel, 12. November. Bei der Stichwahl im ersten schte» � holsteinischen Wahikr-ise(Hadersleben-Sonder» wurde Junggreen(Däne) gewählt..«y El Ving v. P utilammer(k) gegen Dirichlet(«N wählt._.„«75, Kassel, 12. November. Bisher: Pfannkuch(S> Loy"euesten Muster anfe tigen und übersandte sie der Fiima Wo Provinz. Vor einigen Tagen nun erhält er diese in"ng von dem Inhaber eines Wäsche-Engrosgeschäfls eg.Är Kronenstraße zugestellt, an welche die auswärtige Firma �„.Mustersendung mir dem Ersuchen mitgesandt hatte, dieselbe bj,t* an den Passementeriefabrikanten zu relourniren. Da »,-�r inzwischen in Erfahrung gebiacht, daß sein Auftraggiber la»"l'ri von einem dortigen Posamentier hatte nachahmen °nen, so sandte er seinen Laujburichcn mit den ihm nolens mie v zurückgeschickten Mustern an die hiesige Engrosfirma rem Bemerten zurück, daß er mit dcr Firma nichts zu lhun «ave und die Musterretournirung durch die auswäitige Firma «matte. Ter Bursche hatte den Auftrag erhalten, unter keinen mitanden das Packet wieder mitzubringen. Hierzu wurde er nb+Ü von dem Inhaber des Engrosgeschäfts, welcher das Packet wieder annehmen wollte, dadurch gezwungen, daß er den Milchen festhielt und ihm drohte, ihn nicht eher aus der Thür U lassen, bis er das Packet mitnehme. Wirklich ließ er den w» nicht aus dem Geschäft und so war er schließlich ge- aiilSÜ1' �mem Prinzipal das Packet wieder zu übethringen. , ble Handlungsweise erfuhr, ließ er den Vater des f ischen kommen, begab sich mit ihm und dem Burschen unter veglettung eines Schutzmanns nach dem Geschäft in der »ronenstraße, wo dessen Inhaber das Verfahren unter Zeugen Mau wen mußte. Daraufhin erfolgte nun die Stellung eines «»afantrages wegen Fieibeitsberaubung. Ein»weiter Antrag ---- ? Berschwunden. Am vergangenen Montag, Abends s,"br. hat sich eine ca. 40 Jahre alte Dame aus ihrer nahe s'm Liranienburger Thore belegenen Wohnung heimlich ent- W°bne bis jetzt nach dort zulückgekehrt zu sein. Zeitweise �"Worung, an welcher die Vermißte litt, läßt vermuihen, Nun•"m Urm,üct zugestoßen ist. Die Angehörigen haben inistul Belohnung von 300 M ausgesetzt, welche Demjenigen Da« m dessen Angaben die Vermißte aufgefunden wird- »sh.liI'ouzechü'.eau in der Oranienburgerstr. 50 nimmt die be< setz,»?? Mut Heilungen entgegen. Die Dame ist von unter- oh�/�ü'r. F'gur, hat schwarze, stark ergraute Haare. Die wißt? �"«ihe fehlt fast gänzlich. Bekleidet war die Ver- Äeoen�, m heimlichen Ve' lassen ihrer Wohnung mit braunem klem-n schwarzem Kleide, schwarzem Filzhut mit zwei — 3�. schwarzen Federn und Lederstiefeln mit Gummizug. VerniiSt��dn in Publikum verbreitet gewesene Annahme, die beim n,. könnte mit der in der Spree an dcr Fruchtstraße ich»,. aufgefundenen Frauenleiche identisch sein, ist Sonn» stsüikstcht darauf irrig, daß diese Leiche bereits am Äem.�' � 9- d. Mls aufgefunden und stark in Verwesung " Langen war. - Gestohlene Werthgegenstände. Nach einer vom vww v.iv.«v., heilunrt'a su Frankfurt a. M. hierher.gelangten Mit • L'st am 9. d. Mis. Abends an den doltigcn West- u einer hochgestellten Persönlichkeit aus einer Trolchke Handkoffer, durch Nickttreiber verschließbar, gestohlen Ein ffij„. welchem fich folgende Gegenstände befunden haben: bähx ,,»? ,fwFächer in Etui mit Ansichten von Wilhelms- Mam� Löwen bürg. Werth 50 M.; eine Broch« von E)0o qn" Hn�. smaragden, in Gold gefaßt, im Werthe von ftii« Zj.'j 2 Batist-Taschenlücher, gez A, mit Fürsten kcone; stein-- Taschen-Remontoir-Uhr in Schildkiot-Etut: ein schein i,»?marze6 Pottemonnaie, enthaltend einen 100-Maik- 50 Markschein; ein Kouvert, enihaltend vier .»hoine und drei 10 Markstücke, Rechnungen von «» L�Lchs über 254 M. von Auffarth über 28 M.-c. nnd bedeutende Diebstähle und Unterschlagungen Ms in lneln Mänr Ikonfekiionsgejchäft in der Kurstraße Seitens .lfm Geschäft als Stadtreifenden beschäftigten jungen Ait Hiis. � bt worden. Der Etadtieiscnde F. hat theilweise Z.. ig ,? m d�selben Geschäft beschäftigten Hausdieners K'inziont- nn aus den Geschäfts- unv Lagerräumen feiner s10"" entwendet und an einen Trödler in der ßigitl, srj rQ�e veräußert. Ferner hat F. seinen Prinzipalen �sökd-e„ �"'Bestellungen übeibracht und die sodann zur N die Besteller empfangenen Maaren verkauft fschen sz-u n T seinem Nutzen verwendet. Da die angeb- Afte B-j.V,.langjährige Kunden der Firma find, so kamen Ai quin erst nach Monaten heraus, als den Künden ?fschickt IZ Rechnungen behufs Begleichung des Kontos zu- >, strung. �uch hat F. auf Grund ver ihm zur Em- b.'"«schl°n« Quittungen die Bct-äge erhoben und "st sich d.? den bis jetzt erfolgten Feststellungen de- 9, K auf übet 1000 Mark. Lavendtcbtn. in flagranti wurde gestern tu Roßurni"'.�adendii hin im Juwelierladen von Michaelis, ld en j«? 13. festgenommen. Um die angegebene Zert � die ei»««enannten Geschäft eine einfach aekleivete 0s m die Tasche verschwinden und versuchte nun mit dem Bemerken, daß ihr von der vorgelegten Waare nichts konvenire, den Laden zu verlassen. Der Ladeninhaber hatte jedoch das Diedesmanöoer bemerkt, und veranlaßte so durch einen schleunigst hinzugeholten Schutzmann die Festnahme der Diebin. g- Das Messer. Der bei dem Schlächtermeister St. am Belle-Allianceplatz 15 beschäftigte Schlächtergeselle Anton Sorge wurde in der vergangenen Nacht, als er ein von ihm besuchtes Schankiokal am Belle-Alliance-Platz kurz vorher verlassen hatte, von einem ihm ganz unbekannten Individuum mit einem Messer derart in den Hals unter dem Kinn gestochen, daß der Stich bis in die Mundhöhle drang. Während dcr Messerheld nach dem nahen Polrzeidureau fistirt wurde, geleitete ein Schutzmann den Schwerverletzten nach dcr Sanitätswache in der Mark- grafenstraße, wvielbst ihm der erste Verband angelegt wurde. N Das Messer spielte am gestrigen Tage bei einer Schlä- gerei, die in dem Hause Grimmstraße 8 zwischen den beiden rn einer dortigen Bäckerer konditionirenden Bäckergesellen I. und M. stattfand, wiederum eine hervorragende Rolle. Beide waren einer Geringfügigkeit wegen in einen Wortstmt gerathen, in dessen Verlauf M. ein großes Brodmesser ergriff und mit demselben auf seinen Kollegen einstach. Erst nachdem M. seinen Kollegen I. mehrere heftig blutende Wunden am rechten Arm und der Hand beigebracht, schien sich die Wuth des Messer- Helden zu legen. Der verwundete I. mußte nach der Sanitäts- wache in der Oranienstraße geschafft werden, wo ihm ein Ver- band angelegt und dabei konstatirt wurde, daß die Sehnen und Muskeln des rechten Oberarmes zerschnitten. Der Gestochene wird voraussichtlich wochenlang arbeitsunfähig sein. N. Bon einem Schläafterwagen überfahren. Das chaotische Durcheinander von Fuhrwerken, das an jevem Markt- tage am Dönhoffplatz resp. in dcr Leipziger- und Jerusalemer- slraße wahrzunehmen ist, ist heute früh für eine an der Frie- drichsgracht wohnende 60jähttge Wtttwe H. sehr verhängnißooll geworeen. Die alte Frau versuchte an dem genannten Kreu- zungspunkt die Straße zu überschreiten, als von der einen Seite ein Pferdebahnwagen, von der andern eine Droschke an- gefahren kamen. Im Legriff, beiden auszuweichen, trat die Frau rückwärts und gerieth so unter die Pferde eines vorüberfahren- den Schlächterwagens. Da der Führer des Wagens die Pferde nicht mehr zu pariren vermochte, so wurde die Frau überfahren und erlitt so neben Hauikontustonen eine Verletzung des linken Auges und einen B-uch der rechten Hand. Dcr sofort hinzu- gerufene Arzt, Dr. L, legte der Verunglückten den ersten Ver- band an Nach Aussage van Augenzeugen trifft den Führer des Schlächlerwagens keine Schuld. Im Interesse der allge- meinen Sicherhett wäre es dringend erwünscht, wenn seitens der Behörden Vorkehrungen getroffen würden, um in diesen frcquenlen Straßen dieses Wagen Cdaos zu beseitigen. a. Doppelmord. Nach einer bei der hiesigen Kriminal- polizei eingegangenen Depesche wurde gestern Abend in Kremmen auf offener Straße ein Doppelmord verübt, und zwar wurden die Fiau des dort stationinen Gendarmen und ein Handels- mann von einem Unbi kannten erschossen. Ueber die näheren Umstände der That liegen zur Zeit bestimmte Nachrichten nach nickt vor, doch wollen wir auf den Umstand aufmeiksam machen, daß der entflohene Mörder von dem Gendarmen, der ihn verfolgt hat, mit einem Hammer gegen den Kopf ge- schlagen wurde und dadurch eine bedeutende Wunde er- hallen bat. N. Feuerbericht. In dem Hause Wallneriheaterstr. 25 war gestern Abend gegen 7 Uhr und zwar in der Wohnung eines Kaufmanns Sachs ein Gardinenbrand ausgekommen. Beim Eintreffen der Feuerwehr war theilweise auch daS Modi- liar mit in Brand geraihcn, doch konnte die Ablöschung mit einer kleinen Handdrucklpritzc bewerkstelligt weiden. Polizeibertcht. Am 11. d. M. Abends wurde der Weber Nös auf einem Treppenabsatz im Seitenflügel des Grundstücks Krautsstraße Nr. 37 mit einer etwa 9 Ccntimetcr langen Wunde am Rücken aufgefunden und mittelst Krankenwagens nach dem städtischen Krankenhause im Friedrichshain gebracht- Dcr Verletzte war anscheinend stark angetrunken und konnte deshalb keine Auskunft über die Veranlassung der Verletzung geben.— Um dieselbe Zeit fand in einer Wohnung des Hauses Wallncr-Theaterstraße 25 ein kleines Feuer statt, durch welches ein Theil der Möbel zerstört wurde. Di« Feuerwehr war zur Stelle und löschte den Brand in kurzer Zett._ Geriekts- Zeitung. Unter der Anklage der gemeinschaftlich verübten Körperverletzung standen heute der frühere Scharfrichterge- hülfe Friedrich Äueller und der vundewärter Franz Joseph A ndr o z cj cwski vor dcr fünften Strafkammer hiesigen Landgerichts I. Unter Führung des Scharfrichters Krauts haben eine große Anzahl Kollegen desselben im Zuhörerraum Platz genommen, welche dem Laufe dcr Verhandlung mit äugen- scheinlich lebhaftem Interesse folgten. Der erste Angeklagte, dem in Folge des unter Anklage gestellten Vorfalls seine Entlassung drohte, hat in Folge dessen seinen Abschied genommen. Für den Fall seiner Freisprechung ist ihm aber nach seiner Mitthei- lung die Wicderanstcllung im Scharfrichtercidienst zuge- sichert worden. Am 15. Mai d. Js. fing der erste An- geklagte in der Rosenstraße einen dem Kaufmann v. Thiele gehörigen maulkordlosen Hunv weg. Zwischen ihm und dem Sobne des Eigenthümers entstanden wegen Zurückgabe des Hundes die üblichen Differenzen, und soll Letzterer dabei den Hundefänger angegriffen unv beleidigt haben. Schließlich er» hielt der Handlungslchrling p. Thiele von seinem Vater den Auftrag, fich nach der Scharfrichterei zu begeben und den Hund gegen Zahlung von 3 Mk. auszulösen. Nach der Er- zählung des rc. v. Thiele habe ihm auf dem Hofe der Scharf- lichterer L'der Angeklagte Müller aufgefordert, ihm in den Hundestall zu folgen, wo er ihm den Hund ausfolgen werde. Er habe sich nur dazu bereit erklärt, wenn sein Begleiter, der Handlungskommis Volkmann, mitkommen dürfe. Dies sei ihm auch zugesichert worden Kaum hatte er aber den Stall betreten, so habe ihn Müller zugeschlagen, und nun seien beide Angeklagte über ihn hergefallen und haben auf ihn losgehauen, Müller mit der Drahtschleife. Wie er nun wieder hinausgekommen, wisse er nicht. Volkmann bestätigt diese Eikiärung mit vem Hinzufügen, daß er aus dem Hundenall Hilferufe habe ertönen hören. Die Angeklagten suchen die Sache so darzustellen, als ob o. T. gegen ihren Willen in den Stall gekommen und dort sofort auf sie losgeschlagen habe. Wenn derselbe einige Verletzungen erlitten habe, so seien sie eine Folge der nothwendigen Abwehr. Die durch die Rechtsanwälte Wranker und Dr. Fricdmann vertretene Vertheidigung suchte unter dem Beifall der im Zuhörmarm befindlichen Scharfrichter die Glaubwürdigkeit dcr Belastungszeugen abzuschwächen; der Gencktsbof schenkte denselben aber vollen Glauben, nahm an, daß die Angeklagten den v. T- in den Stall gelockt haben, um ihn zu verbauen, und verurtheilte Beide mit Rücksicht auf diese erschwerenden Umstände zu zwei Monaten Gefängniß. Arbeuerdrweguag» uvä VersammZimgev. Aufruf au fämmtliche Schlosser Berlins. Kollegen! In ganz Deuifchland, in allen Äewelken ist vas Bestreben zur Besserung unserer Lage an der Tagesordnung. Auch wir Schloffer Berlins find nicht zurückgeblieben, auch wir sind zur Erkenntniß gekommen, daß wir nur vurch Pereinigung etwaS erreichen können. Die Folge dieser E> kenntniß war vi« Grün- dung eines Fachoer eins der Schlosser unv Berufsgenossen, welcher jetzt schon über 400 Mitglieder zählt. Aber was fall diese Zahl von 400 heißen, gegenüber von ca. 20 000 Schlossem, welche in Berlin find?! Es ist daher unsere Pflicht, die Zwecke und Ziele dieses Fachvereins, die Vortheile, die derselbe seinen Mitgliedern bietet, den bisher Fernstehenden klarzulegen und dadurch zum Beitritt aufzufordern. Der Hauptzweck unseres Vereins ist, die allgemeine Lage unseres Geweiks zu verbessern. Zu diesem Zwecke sind bisher einige Einrichtungen schon getroffen, welche wohl geeignet find, das Interesse am Verein zu erregen. In erster Linie ist der unentgeltliche Ar« beitsnachweis anzuführen, welcher Mitgliedern sowohl als auch Fernstehenden zu Gute kommt, und welcher fich in der kurzen Zeit seines Bestehens einer regen Betheiligung erfreut. Auch der Rechtsschutz, welcher allerdings nur von Mitgliedern in Anspruch genommen werden kann, bietet diesen in vorkommen- den Fällen,(wie plötzlicher Entlassung wegen Lohnst reitigkeiten u. s. w.) die beste Gelegenheit, zu ihrem Rechte zu gelangen. Auch gegen die unser Gewerk schävigcnde Konkurrenz der Mi- liiärbüchsenmachereicn wurde Stellung genommen und in der letzten Versammlung beschloffen, eine Beschwerde an das Kriegs- Ministerium einzureichen, welche in der nächsten Versammlung am 15. d. M. zur Verlesung gelangt. Daß zur jetzigen Lohnbewegung unser Verein die Anregung gegeben hat,«st wohl zur Genüge bekannt. Kollegen! betracket die Vortheile, welche Euch der Verein trotz des geringen Monatsbettrages von 20 Pfg. bietet, ermannt Euch, unterstützt den Verein durch zahl- reichen Beitritt, zieht die bisher Gleichgültigen herbei und be- denkt: Vereinzelt find wir Nichts, vereint Alles! Berlin, im November 1384. Mit kollegialischem Gruß: Der Fachvcrein für Schloffer. In der am Montag abgehaltenen Versammlung de» Neretns zur Wahrung der materiellen Interessen der Drechsler und Bernfsgenossen referirle das Vereinsmilglied R. Sündermann über das Thema: Die neuere Organisation resp. die Forderung dcr Lohnkommisfion der Knopfmacher, Auf- lösung des bestehenden Vereins- und Gründung eines neuen Vereins unter der Firma„Fachverein der Drechsler, Knopf- macher und Berufsgenossen," und die Stellung des Vereins zu dieser Sache, unv fühlte zum Schluß aus, daß es wohl richtiger und den Interessen der Geweikichaft förderlicher ist, wenn die einzelnen Branchen sich dem Hauptberuf anschließen, also dem bestehenden Verein beitreten, als derartige Forverun- gen zu stellen und auf diese Weise den Kastengeist zu erziehen, statt denselben zu brechen. Wir bieten den Knopfmachern die Hand zur Vereinigung und rufen denselben den Ausspruch „Friedrich v. Schillers zu:„Immer strebe zum Ganzen, kannst Dy nicht ein Ganzes sein, schließe als dienendes Glied dem Ganzen Dich an!"— In der sehr regen Diskussion sprachen fich unler Anderen die Herren Werdermann, Kühn, Hattmann, Pindric, in gleichem Sinne aus, nur ein Redner Herr Hildebrandt war anderer Meinung. Es gelangte hierauf folgende'Resolution zur Annahme:„Die heutige Mitglieder- Versammlung des Vereins zur Wahrung der materiellen Jnter- essen der Drechsler und Berussgenoffen«klärt: 1. Daß sie dem Verein fest und treu zur Seite steht und nicht entschlossen ist, den Verein aufzulösen; 2. daß der Verein gern beieit ist, mit den Knopsmachern in Verbindung zu treten, und dieselben mit Freuden in den Verein aufzunehmen!" Eine stark besuchte Versammlung der Bildhauer und Stuckateure Berlin» tagte am Sonntag, den 9. d. M. unter Vorsitz des Herrn Heindoif, im Louijenstädtischen Konzerthause, Alte Jakobstr. 37, um über:„Die Dringlichkeit der Ent- scheidung ob Orts- oder Freie Hilfekaffen" zu berathen, und hatte sich hierzu die Versammlung zwei Referenten erwählt, von denen als Erster der Medailleur Herr K r o h m das Wort erhielt. Derselbe unterzog in sehr eingehender Weise das neue Gesetz einer scharfen Kritik, und führte hauptsächlich in Bezug auf das freie Selbstbestimmungsrecht der Arbeiter aus, daß dieses in jämmtlichen von dem Gesetz betroffenen Kassen fast garnicht zu finden sei. Nachdem Redner mit einem Appell an die Versammlung lieber dm freien Hilfskassen fich anzuschließen, weil dort die Arbeiter nicht nur mitzuthaten sondern auch mit- zurathen hätten, seinen Vortrag beendet und dafür reichen Bei- fall erntete, nahm als zweiter Referent Herr Bildhauer Buda das Wort. Derselbe beleuchtete eingehend die Vorzüge der freien Hilsskaffen in Bezug auf Unterstützung, Arzt, Medizin u. s. w. indem es hier Jedem selbst überlaffeu sei, sich einen Arzt zu wählen, und man nicht zu einem Kassenarzt zu gehen brauche, welcher in einer Stunde oft 50 Kranke nach einer Schablone abfertigt, und wies, durch piakirsche Erfahrungen belehrt, nach, daß oie Ortskaffcn nach dem neuen Gesetz unmöglich Bestand haben könnten, indem diesetben ohne Unterschied des Aiiers,— sogar Kranke— aufnehmen müßten, und empfahl daher sämmtlrchen Kollegen, fich der neuen Hilsskassc der Bildhauer Deutschlands anzuschließen, indem dieselbe Mitglieder bis zu 50 Jahren aufnimmt, bei Krankheit 14 M. wöchentliche Unterstützung, und im Falle der Erwerbsunfähigkeit auch noch 3,50 M. für Medizin, Arzt u.s. w- zahlt, und- schloß hiermit seinen von der Versammlung bei- fällig aufgenommenen Vortrag. Hieraus machte der Vorsitzende auf die von dm Stuckateurm gegründete zweite Filiale der zentralisirten Hilfskaffe der Maurer und Steinhauer Deutsch- lands aufmerksam und empfahl sämmtlichen anwesenden Kollegen, eine kräftige Agitation zu entfalten, und theiltc ihnen bezügl. der Aufnahme mit, daß der Kasstrer Wich. Schulz Gr. Franksurtersir. 8 b dieselbe vollzieht. In der hierauf folgen- den Diskussion beantworteten Herr Buda, Herr Krohm und Herr Noack einige Fragen, worauf ver Vorsttzende die Ver- sammlung um 1 Ubr schloß. Die Weber, Wirker und Berufsverwandte hatten am Sonntag, Andreasstraße 21, eine Versammlung mit ver Tages- Ordnung: freie Hissefassen und Ortskasstn. Das Referat hatte Hr. B- Scholz übernommen. Deifelbe hebt besonders hervor, daß bei den freien Hilsskaffen gegenüber den Otts- lassen der Arbeiter die Selbstoerwaltung in Händen haben. Herr Kahles oettheidigt die Ortskaffen, insbesordere die Mcdi- zinaloei pflegung; mußte aber selbst zugeben, daß die Mehrzahl der von der Kasse verabfolgten Arzeneien nur 10 unv 15 Pf. kosteten, und der wirkliche Werth nur 3 und 5 Pf. betrage. Auf eine Frage erwidert der Vorfitzende, daß die Allg. Deutsche Kranken- und Begräbnißkaffe für Wiiker. Weber rc. von dem laut Statut festgesetzten Atter von 45 Jahren vorläufig Abstand genommen habe. Nachdem noch mehrere Redner für die freien Hilfskaffen gesprochen,«klärte der überwachende Polizeibeamte die Versammlung für ausgelöst, indem Herr Jor- dan Bäcker sei und die Versammlung für Weber und Berufs- genossen angemeldet sei. Der Voisttzende forderte die Anwe- senden auf, ruhig den Saal zu verlassen, was auch geschehen — Der Bezirkeveretn des werthätigen Volkes im Lg.. 80. und 31. Wahlbezirk scheint enttchieden Pech zu haben, wie man zu sagen pflegt, denn, nachdem die vor 5 Wochen im Harendl'schen Lokale abgehalteneu Vereinsoersammlung mit polizeilicher Auflösung endigte, und eine 14 Tage späier zu Golle, Lmienstiaße, einberufene Versammlung die polizeiliche Genehmigung nicht«hielt, ebenso eine darauf wie»«um 14 Tage später zu Golle in welcher das Vereinsmitalied£vrr Laske, einen Vortrag halten sollte, polizeilich verboten murd? envigte auch die gestern bei Seeseldt. Grenadierstr' T>en Vortrag hatte Herr Prediger cmer.«eod ziora übnnommen SS ä sr.|Sr-«ää den gegen den Hofpredig« Stöcker in der Mittwoch- Numm« des„PolkSblatt" gerichteten Leitartikel an. indem er meint, daß eS mit d« Maral d« chrrstlich- sozialen Partei nicht wett her sei, da sie einestheils mit einem gestohlenen Programm vor die Wähl« tute, andnntheils aber auch den Aa» CU-V,— Anders kannte ____ en gros betreibe; erinnert ferner an die be- ock- Versammlung, in d« Herr Hofpredig« Eiöcker vm Scbluffe der Versammlung sagte:„Nun, meine Herren, es ist heute nock früh; wir könnten eigentlick den Fortschritt- lern(die am selben Abend auf Tivoli tagten) zeigen, was ein volles Haus ist." Redner meint, daß die Geistlichkeit\ulgo Kirche, noch nie etwas für die arbeitende Bevölkerung gethan hat und auch nicht thun wird und daß dieselbe Bevölkerung nur ihre Hoffnungen auf Durchführung ihrer Forderungen, wie .Maximalmbeitstag", auf den Eraat setzen muffe, der die moralische Pflicht zur Durchführung derselben bcfitzt.— Redner geht dann noch des Näheren auf die Anfeindungen ein, die die Aibeiterpartei zu erdulden habe und bestreitet, daß dieselbe eine Partei des Umsturzes sei, sondern sie sei die Partei des ErHaltens, denn nur der Selbsterhaltungstrieb veranlaffe die Arbeiter, die ohnmächtig dem Kopital gegenüberstehen, derartige Forderungen aufzustellen und könne die ganze Partei doch unmöglich für die Ausschreitungen Einzelner verantwortlich gemacht werden- Redner schließt mit den Worten, daß es unbedingt dahin kommen muffe, daß der Kampf um's Dasein in der rohen Weise, wie jetzt geführt, aufhören müsse.— Der Polizeflieutenant erhob fich sodann, indem er sagte, jetzt bat aber der Spaß lange genug gedauert, ich löse die Versammlung auf Grund des Soziali st engesetzes auf.— Die Versammlung war sehr gut besucht und ist nur zu wünschen, daß fich die Mitglieder nicht durch derartige Vorkommniffe irreführen laffen, sondern treu zu dem Verein halten, damit er auch fernerhin wachse und gedeihe. Der Fachvmtn der Rohrleger hielt am 9. d. Mts. seine Generalversammlung im Lokale von Wolff und Kriiger, Ska- litzerstraße 126 ab. Der alte Vorstand wurde wiederum gewählt, nur in die Kommisfion wurden einige neue Mitglieder aufge- nommcn. Der Verein veranstaltet ein Wintervergnügen, welches am 15. November in Fiebigs Salon, Große Frankfurterstr. 27 bis 28 stattfindet. Billets hierzu sind bei folgenden Herren zu haben: Klein, Dresdenerstr. 130, Strohn, Wilhclmstr. 129, Stoppe, Strausbergerstr. 42, Müller, Schenkendorfstr. 7, Langer, Dra- gonerstr. 47. Die Versammlung des Arbeiter-Bezirks-vereins der Friedrtchstadt fand eingetretener Hindernisse halber am Mittwoch nicht statt. Dafür wird am Donnerstag den 20. Novbr. er., Abends 87» Uhr, eine außerordentliche, mit der Tagesordnung abgehalten: Die Aufgabe der Aibeiter-Bezirks-Bereine im Hin- blick auf die nächsten Kommunalwablen. Es ist dringend zu wünschen, daß die Handwelker und Arbeiter der Friedrichstadt und angrenzenden Bezirke den Verein in seinem Bestreben, Aufklärung über unsere kommunalen Fragen in die Bürger- schast zu bringen, unterstützen. Eine große öffentliche Versammlung sämmtltcher Wagenbauer Berlins und Umgegend und verwandten Be- rufsgenoffen als Stellmacher. Schmiede, Schlosser, Sattler und Lackirer rc- findet Freitag den 14. November, Abends 8 ein halb Uhr, in den vereinigten Sälen der Gratweil'schen Bier- hallen, Kommandantenstraße 77—79, statt. T.-O.: Vortrag über das Reichs Kranken-Verficherungsgesey und welcher Verfiche- rungsmodus ist für den Ardeiter am vortheilhaftesten resp. dem Frieden zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer am dienlichsten. Referent, Herr Max Kreutz. Auch die Herren Meister find, weil direkt dabei intereifirt, hierdurch dazu freundliwst ein- geladen.— Da obiges Gesttz zum 1. Dezember in Kraft tritt, ist das Erscheinen sämmtlicker Berufsgenossen Ehrensache. Gewerkschaft der Maschinenbau-Mrtallarbetter und verwandte Berufsgenossen. Sonntag, den 16. November, Vormittags 10 Uhr, in der Norddeutschen Brauerei, 1. Ordentliche Generalversammlung. Halbjährlicher Kassenbericht, Dccharge, Neuwahl des ausscheidenden Kassenmitgliedes. Alle Mitglieder müssen am Platze sein. Statutenbuch legitimirt. Den Mitgltedern de« Arbeiter- Bezirks«Verein« des Wedding und der Oranienburger- Vorstadt zur Nachricht, daß fich das Vereinslokal von jetzt ab Köslinerstr. 17 bei Mothes befindet. Nächste Vnsammlung: Montag, den 17. d. M, Abends 37, Uhr. Die freireligiöse Gemeinde hat in diesem Winter auch mehrere Abcndvorträge eingerichtet, in welchen die religiösen Grundanschauungen zur Besprechung kommen.— Den nächsten Vorteag wird Herr Schäfer heute Donnerstag, Abends 8 Uhr, in dem Louisenstädtischen Konzertbause, Alte Jakobstr. 37, über die Umbildung der Unsterdlichkests-Vorstellung halten, wozu Jedem der Zutritt freisteht. Tagesliste der Königl. sachfischen Landeslotterie. Ziehung vom Mittwoch, den 12. November. (Ohne Gewähr!) 56 527 229 900 748 697 344(1000) 23 956 165 98 (3000) 806(3000) 188 232(300) 70(300) 493 939 419 811 861. 1401(500) 297 698 55 848 778 790 733 91 402 998 539 953 174 656 455 320(300). 2974 225 656 289 206 96 658 284 719 458. 3140 729(3000) 455 831 683 601 398 108 630 695(1000) 716 366 606 304 5 966. 4042 195 332 842 866(500) 636 88 61 120 189 402 5 449 681 382 883 112 156 717 516(1000) 334. 5125 661(300) 394 757 365 230 354 646(300) 41 993 53 675 380 497 343 735(500) 341 9 (3000) 973(300) 970 529 329 835 588(1000) 43. 6215 (3000) 130 309 625 643 6 845 945 786 254 581 178 646 43 300 871 54 648 708 2(300) 782(3000) 553 7284 934(300) 951 977 443 884 92 949(300) 390 785 576 2ä7 278 627 579 998. 8149 54(3000) 872 518(500) 741 663 38 594 550 (300) 837(300) 424 977 24 414 703 ,500) 150(500) 718. 9719(300) 188 169 246 498 877 202 895 625 1 860 587 *54(300) 809 114 630 53 332 466 270(300) 182 869 519 (500) 603 348(500). 10964 438(300) 381 996 54 862 693 396 436 742 885 816 600 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430 201(500) 249 992 96 215 576 200 895 33 564 873. 52193 976 445 326 352 212 405 320 384(300) 991 626 946 500 553 870 26 417. 53026(300) 621 829 974 716 239(300) 995 867 908 809 816(300) 285. 54739 625 380 177(1000) 201 156 923 (500) 568 920 834 850 536 593 409 863 63 779 226 893 860 802 104. 55295 946 929 541 183 626 312 456(500) 238 525 940(300) 838 707 63 711 56038 149 797 26 875 273 972 462 429 939 709 841 893 846 733 573 554 (300) 919 224 275 37 897. 57596 220(300) 611 469 575 637 671(300) 852 662 669 172 359 226 202 354 646 358 304 427 975 442 22(5000) 88 593 278 572. 58677(500) 946(300) 830(300) 980 521(300) 145(300) 619 858(300) 748(3000) 687 277 22 809 637 869 790 205 38 825 461 578 III 714. 59058 845 263 3(4(500) 634 107 523 202 119 331 748 156 895 183 785 688(1000) 573 60043 23 133 251 705 775 549 679 319 401 32 239 817 616 950 654 322(500) 272 459 620 456 61288 613 621 890( 500) 4 626 237 574 469 5(500) 668 737 653 284 455 691 462 ,300) 722 663(300) 710(5000) 617 351 813 675 650 222(1000). 62763 512 183 873 614 677 794 650 692 720(300) 551 471 841 949 135 6(3 755 618(300). 63592 323 680(1000) 426 846 160 484 812 363 275 181 926(500) 216 55 741(300) 244 143 606 580(300) 254( 3000) 946. 64565 835 980 836 937 797(3000) 79 739 226(300) 855 280 661 277 193 729 452 6. 65497(300) 238 291 597(500) 765 231 183 147 516 932 928 41 219 825 689 52 84 369 (300) 939 120(500). 66743 87 927 560 840 525 575 52 569 774 814 867 787 835 379 904 561. 67923 999 265(300] 61 327 460 387( 300) 304 775 572 702 571 851(3000) 334 256. 68131 178 604 198 166 855 861 381 772 341 910 339 579 104 594 423 804 396. 69490 676(300) 136 217 633 355 115 884 831 125 909 999 575 78 319 836(500) 839 940 411 441. � 70616 870 748 530 368 388 261 584 680 913 129>30A 995. 71185 879 800 221 169 312 72 378 421 39 149 860 634 482 264 407 498 796 321(300) 785. 72919 666 485 (800) 623 484 70 778 954 628 614 560 640 305 101 881(500 295 503 710 251 652 586 811. 73774 317 914299 371(500) 416 438 498 717 960 841 129 346 534 551 444 74173 893 858 305 334 828(1000) 958 151(300) 761 131 959 446 338 450 284(300) 67 483 501 764(500) 881 2 460 324. 75640 (300) 583 364 938 868 252 988 290 48( 500) 568 208 M 861 21(300) 242 330 76492 441 618 139 665 369 931 334 407 710 495(1000) 864 946 929 160 52(300) 35 799 81» (500) 518 241 851 741(300). 77439 925 778 28 174 501 364 64 267 252 380 299 707 706 659 860(300) 500 319- 78119 502 307 99 148 597 90(3000) 107 540 847 77 27» (300) 434 265(1000) 775 367 870 608(1000) 915 161» 79520 676 965 526 237 355 961 479 67 93 618 313 900 402 (300) 503 693 561 445 93 392 631 988 527 682. 80695 948 535 469 920 134 934(300) 401 741 661 5° (1000) 556 646 759 392 403 489. 81277 472 123 233 624 558 553 988 273(3000) 347 672 308 477 613 186 995 940 458 73 317 90 869 193 659. 82758 909 912 851 694 4® (300) 492 963 847 934 635(3000) 976 778(3000) 938 M 756(500) 675 387. 83946(300) 236 99(1000) 27 524 (1000) 66 646 837 231 427 100 723 911 397 146(300) J» 862 881 348. 84231 486 403(300) 24 314 634 791 180 7* 348 201 118(300) 567 521 352 73(5000) 519 409 325»l» 607 57 107 686(3000). 85796 649 409(15,000) 411 299 7® (300) 942 519 377 657 457 592 997 947 207 966 647 dv" 884 251 125 780 549. 86685 833 934 ,500) 726 755 k>° 863 227 347 612(300) 854 637 144 177 367 36 344 if. 292 558 196 809. 87300 614(300) 143 361 631 632®® 115 806 184 505 860(3000) 896 215 969 575 153 61»1 311(300) 843. 88108 175 266 504 55 951 97 449 331 109 920 966 620 559 557 590 370(1000) 114 133 4 � 89583 691 753 761 587 313 841 669 316 47. 90498 742 902 564 718 523 427 30(3000) 116 703% 201 730 403 924 229 87 643 452. 91783 469 171 397 1% i 638. 92059 (500) 327 382 456 721 41 277 337 722 189 236 648 484 256 677 413 754 937 502(1000) 812 136'5 814 289(500) 481 567(300) 758 37(500) 668 492 544 306 308 992 808 766 676 637 393 840 603 839 811** 478 483 44(1000) 102 719 815 554 701 749 568 792 l# 94560 596(500) 751(300) 80 334 731 544 972 57 299«Z 844 511 455 259(300) 247 691 246 95629 348 263% 594 994 147 57 915(300) 764 474 982 96523 323 770.� (500) 873 804(500) 36 631 929 195 782 470 613 383(g 974 862 636 447(300) 963 460, 939 811 699(3000) 346 97140 174(500) 867(500 185 358 881 478 11' Z, 88 753 530 648(300) 420 102 884 809. 98372( 30001 w, 591 778 996 974(5000) 636 466 976 779 116 183«53 f?? 520(1000) 203 63 995(500) 407 323 807 89. 92 W*. 284( 500) 299 617 9->0 489 294 684 554 981 193 935 Sb> 576 62 187 35(1000) 961 908 184. Neueste Wadlresultate. Hannover, 12. Nov. Meister(Soz) 11726 St- (Wette) 10204 St. c Tora», 12. November. Witt(dsr) 8053, Job" � 6731 Stimmen- /„„(IIb) Jena, 12. November. Bis jetzt bekannt: Meper 4980, Schönemann(Oft.) 1713. Aus vielen Bezirken l noch Resultate._. Kaiserslautern, 12. November-(Amtlich.) Groh« 10 327, Neumayer(natttb.) 9474. Briefkasten der Nedaction. � I. Sch. Lieber Herr Sch-, Sie wundern ficb, z». Beantwortung Ihrer Frage etwas lange gedauert oa>■.Jto wir können leider mit dem besten Willen nicht immer i�| antworten Uns ist die ganze Angelegenheit üdeih�up �xl mehr in Erinnerung; können Sie nicht Mittags von uns vorsprechen'( Wir wollen dann so schleunig, wu w■ die Sache erledigen. P. L.. zorsterstr. 36. Morgen. Theater. Königliches vvernhaus: Donnerstag: Der fliegende Holländer- 'Königliches Schauspielhaus: Donnerstag: Was ihr wollt-_ Deutsches Theater: Donnerstag: Der Richter von Zalamea.___ «ellealltanee-Theater: Donnerstag: Auf allgemeines Verlangen: Die Goldprobe._ «eae» Friedrich«WUHelmstädtische« Theater: Donnerstag: Gasparone._____ Walhalla-Operetten-Theater: Donnerstag: Gillette._ Ofteud-Theater: Donnerstag: Die Grille._ Eentral-Theater: Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Donnerstag: Austreten des Fräulein Anna G r ü n f e l d. Zum 20. Male: Der Walzer-König. Gesangspoffe in 4 Akten _ v. W. Mannstädt, Mufik v. G- Steffens(Novität!) - Biktoria-Theater: Donnerstag: Excekfior._ «estdenz-Theater: Direktion: A. Anno, Blumenstraße 9. Donnerstag; Zum 47. Male: Die Sirene. Schwank in 3 Akten von P. Farrter und A. Valabiegue. Vorher: Ich bin Wittwe. Lustspiel in 1 Akt von Paul Blumen- _ wich._______ Wallner- Theater: Donnerstag: Zum 43. Male: Der Raub der _ Sabrnerinnen._ «auis�ftiidttsches Thearer: „r Direktion: Josef FirmanS. 75. Gastiptel der Liliputaner. Zum 7. Male: Lumpaci« vagabundes. Alhamira-Theater. Wallnettbeatersttaße 15. Heute. Donnerstag: Die Lieder des Btusikanten. VolkSftück mit Gesang in 5 Akten von R. Kneisel. Bor der Vorstellung: Großes Konzert, ausgeiührt von aus 20 Mufikern bestehender Kapelle, unter Leitung deS Kapell- meisterS Herrn Ludwig ClaufiuS. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 7% Uhr. Heute Abend 7'I» Uhr Verkündigung des Wahl» Resnltats im Etchkatzen-Keller, Grüner Weg 13.[1281 Getvnkschast d. Maschiu cnbau-Mctallarbciier und verwandtm Berufsgeuoffen. Sonntag, den 16. Novbr. 1884, Vorm. 10 Uhr. in der Norddeutschen Brauerei 1. ordeml. General-Versammlung! Halbjährlicher Kassenbericht. Decharge- Wahl der aus- scheidenden Vorstandsmitglieder. Alle Mitglieder müssen am Platze sein. Statutenbuch legitimirt.[1282 _ Der Vorstand. Ein Std. Betten bill. zu verk. Waldemarstr. 67, 4 Tr. l.[1278 W Audwand. s. zu verk. 1 Mah-Kleiderspind, 2Mah. S.-Ttsche. 8 dirk. Stühle. 1 Kommode, 1 g. erh. g. Nähmaschine Ackerstr. 43, v. Keller, Cigarren-Gesa-äft.[1280 Soeben erschien: vie Ertösuug der darbenden Menschheit von R« Theod. Stamm. Preis 2,50 Mk. Zu haben in der Exved. d.„Bett Volksblatt". Zimmerstr. 44. Gigwren' großer Auswahl empfiehlt ' Ü�m.faurtlx, Cöslineiftr. Nr. 12- Druck fernen = aller Art,= namentlich . tonittirf, Rkchvuvgs- vvd Winos* | fo molare, Adrißkartev, profpkttk» W1* Couravte, Krochiirea, Atawea vn« Vuittvvgsbllcher, Markt«, fämmtkilüe �ormukare für jtCwnW kuffen etc. werden prompt und preiSwetth angefettigt. MAX BABING Beuthstrasse 2. Verantwortttcher ReWieut«. trsubtxm M lverttn. Druck und Vertag von Bwq fcaMcg tn Be im aw,»auontast a ein« LMge Mm Wim Volkstiktt. 190. Donnerstag, den 13. November 1884. 1. Jahrgang. t Vie soziale Lage der arbeitenden Klassen in Egypten zur Zeit der Pharaonen. i. Die Fellahs, die Nachkömmlinge der Bewohner des alten Egyptens, find während der letzten zwei Jahre so sehr Gegenstand der allgemeinen Aafmeiklamkeil geworden, daß eS von Jntereffe sein dürfte, sie vom geschichUichen Standpunkte zu betrachten und zu er- forschen, wie es um vre Menschenklaffe bestellt war, von der fie ihren Ursprung herleiten- War die Lage der letzteren eine beffere als die ihrige? Wurde ste ebenso mit Abgaben überlastet und so schlecht bezahlt? Over erhielt fie für redlich geleistete Arbeit den ent- sprechenden Lohn? Die Geschichte des Altenhums weiß im Allgemeinen nichts von den leidenden Niafsen, und die In- schuften der Denkmale, von Göltern und Königen kündend, be- richten nichts von dem Volksleben der Vergangenheit; und doch ist es möglich, wenn wir uns die Mühe des Nachforschens nicht verdrießen lassen wollen, Antwort auf jene Frage zu geben. Ueber einige Punkte befiyen wir das Zeugniß der Grabgemälde, über andere das der P�pyrusiollen, der alten Vasen, der uns erhaltenen Ueberreste und Ruinen. Diese verschiedenen Quellen, da» ist nicht zu bestreiten, find etwas heterogen und etwas bürftig, indeß— ste find vorhanden. _ Die soziale Lage des Fellah war im Allgemeinen die des «ritiken Sklaven- Er bildete einen Bestandtheil des Befitz- rhums des reichen Landeigenthümers, und wenn das Bcsty- rhum verkauft wurde, folgte er dem Boden, den seine Vor- fahren seit undenklichen Generationen bestellt hatten. Gleich- wohl war er kein Sklave- Er stand unter dem direkten Schutze und der Auffichl des Gesetzes. So war er geHallen, stch 'ü bestimmten Zeilen vor den Regierungsschreibern zu stellen. Ue seinen Namen, sein Alter, sowie die besondere Art seiner Beschäftigung in offizielle Register eintrugen, zugleich mit einem •»ertneik über sein gutes oder schlechtes Betragen während des letzten Jahres- Es ist das eine Scene, die fich oft auf Grab- gemälden dargestellt findet. Wurde er von seinem Herrn von emem Theile des Landes nach einem andern geschickt, so mußte ?«nen schriftlichen Erlaubnißschein oder Paß mit stch führen. Entlief er, so konnte er nur durch die Polizei verfolgt und Nur von einem Richter zur Verantwortung gezogen werden. «ein Eigenlhümer, wenn er gegen ihn auch das väterliche Recht der Züchtigung hatte, war nichts weniger als Besttzer eines Stückes Menichenvieh. Der Stock konnte recht wohl ven Rücken eines faulen Arbeiters treffen, den Fußsohlen Melden die Bastonade gegeben werden, aber der Kerr konnte nicht, wie eS nach einer altegyptischen Redensart hieß,„Odem verleihen". Mit andern Wor- len, er lesatz nicht das Recht über Leben und Tod. So unparteiisch war in der That das pharaonische Gesetzbuch be- iüglich des Verhältniffes zwischen Herrn und Sklaven, daß Vicht einmal ein Prinz von Geblüt die Macht hatte, fich selbst t Recht zu verschaffen. Ein hierher gehöliger Fall mag einem npyrus aus der Leidener Vammlung entnommen werden. m aewiffer Afner, ein königlicher Tomänenbeamter, ist mit ver Verfolgung von sechs entlaufenen Hörigen, dem Eigen- lhum des Prinzen Atefamen, des sechszehnten Sohnes von Ramies dem Großen, betraut worden. Nachdem er ihre puheren Genoffen vernommen, geht Afner den Spuren der tfiüchligen von Memphis bis Sutennen nach, von wo aus er Beucht einsendet und um weitere Instruktionen ersucht. Er lchreidt: „Die sechs Leute wurden in der Werkstätte des Thür- Hüters des Schatzhauses ergriffen, worüber ich nun meinem Herrn Bericht erstatte mit der ergebenen Bitte, dieselben vebst den Zeugen vor den Richter zu verweisen- Die Unechte find zu Memphis idenlifizirt worden, wohin auch wc dem Merenpta, dem Sohne des Obeikriegsaufsehers, Morigen gebracht werden sollen, falls nicht mein Herr sollen � wieder zu ihrer Arbeit zmückgeschickt werden Nun könnte man glauben, Afner richte diesen Brief an usv Prinzen Atefamen. Nichts weniger als das- Vor dem .3C des Gesetzes ist Atefamen ein Kläger, wie jeder Andere, n-Hf vis solcher hat er fich zur Verfolgung seines Rechts- „'veuches an seinen älteren Bruder, den Prinzen Kha-em uas, All e?' der nicht allein Hoherpriester von Memphis, sondern 'ik ronig von Egypten, Thronfolger und zweiler Machthaber Zwei Monate Kaßberg. Bilder aus dem Getängnißleben in der königlichen Gefangen- anstalt zu Chemnitz von Martin Hildebrandt. (Leipziger Gerichtszeitunq.) fl* i�vs graue HauS auf dem Kaßberg, dessen mächtige Flügel % in unmittelbarer Nähe des Justizgebäudes, mit dem es in Malier Verbindung steht, links und rechts von einem schlichten n M/lbau erstrecken, ist jedem Bewohner von„Klein- Manchester" ?°hl zur Genüge bekannt, soweit das— A-ußere in Frage cyjimt. Mancher wird es auch unfreiwilliger Weise in seinem c.i?Bn kennen gelernt haben— wie ich, der ich hier Gelegen- erhalten sollte, über einige Anikel der inzwischen sanft Ichlafenen»Chemnitzer Zeitung" nachzudenken. leb � i* das gethan habe?— Diese Gewiffensfrage muß 2 vnt einem ehrlichen„Nein" beantworten. Ein volles Tinten- M. einige prima universal pens und ein genügender Voualh „»Kchfcn Konzeptpapieres sorgten dafür, daß ich immer o-'�ee Gedanken halte als gerade diesen und dazu kam das fitste Wr einen Ort. an dem ich mich, als bisher„unbe- am», �"dividuum. zum ersten Male aufhielt und der für den �veiksamen Beobachter genug des Interessanten bietet. Die vchstehenden Zeilen mögen den Beweis dafür erbungen- a,,, I. Neu angekommen. MjJöch hatte lachend von den Meinen Abschied genommen. «cht etwa, weil ,ch besonders fröhlich gestimmt war. sondern A den Abschied zu erleichtern, die Thronen in den � i" seinem ureigensten Stnn� amnenben s . rtii* aißCT1Öum0t tn 1 einem uretpentten ojnw uuwjnwu für ml' s° schlimm war es nicht. Ich ging ja dresen Gang iiche?«? derzeugung und wenn auch mein sonst unverwüst- f4roiin>!lnu>rmetn,a0 gedrückt war— ganz war er nicht ge- süßen einmal labte ich mich an dem m>r besonders Aba; einer zu diesem Zwecke eigens gewählten„El eblen an'— zum Abgewöhnen— noch einen Schoppen Nach MfisMafte«, dann schrillt ich tapfer dem Kaßberg zu, der Tk. TertchtSgebäude, das mir heute nickt wie der Tempel der toniüi2 ändern wie ein Zwinguri erschien und meldete daraus? �en Staatsanwaltschaft mein Erscheinen. Nickt lange sene? winkle mir ein Gerichisdiener, der einen, auf einem �rric,,! Formulare verzeichnetm Bruchtheil meines K Ä KSTKJÄ des Staates ist. Von diesem Kha-em-uas ist Afner zur Ver- folgung der erwähnten und einiger anderer Flüchtlinge entsandt worden, und an ihn, Kha-em-uas, richtet die Fever unseres Beamten den Bericht und bittet um wettere Verhaltungs- maßregeln. Zuweilen jedoch kam es vor, daß der Hörige selbst als Kläger austrat, in welchem Falle er eine Darlegung des ihm widerfahrenen Unrechts in Form eines Bittgesuches abfaffen durfte, das irgend einer hervorragenden Persön- lichkeit zu Füßen zu legen war. Dem geringsten seiner Unterthanen stand es auf diese Weise frei, stch an den P harao selbst zu wenden; den Beweis hierfür liefert das Ge- such eines Arbeiters an den König, das in seiner Originalge- stall fich im Nationalmuseum zu London befindet. Es de- ginnt:«HÄ „Im Jahre 4, am 30- Tage des Choiad(6. November), der Ar bester Kenna, Sohn des Pesouati, erhebt Klage bei dem Könige Amenhotep(dem Leben, Wohlergehen und Macht!), indem er sagt: Wende mir Dein Anttitz zu, o mein gnädiger Herr!" Der Btttsteller geht dann dazu über, seine Beschwerde auseinanderzusetzen, was nicht gerade in klarer und auch nicht in kurzer Weise geschieht. Wir erfahren indeß, daß ein anderer Arbeiter, Namens Merta, vorgeblich unter Autorisation des Königs, für stck Anspruch auf die Hälfte eines Hauses erhebt, das Kenna selbst gebaut hatte, und das fich, wie es scheint, in verfallenem Zustande befunden haben muß. Kenna wendet fich deshalb an den König, damit dieser prüfe, ob der An- fpruch Merta's ein gerechter sei. Wenn an stch auch uninteressant, ist dieses Bittgesuch doch historisch werthvoll wegen des Licktes, das es auf den Charakter des alten Pharaonenregiments wirft- Wir wissen nickt, an welchen der vier Amenhoteps der 13. Dynastie unser Ai bester sein Gesuch ricktete, aber es erbringt uns den unwiderleglichen Beweis dafür, daß die Beziehungen, welche damals in Egypten zwischen dem Pharao und dem Hörigen destanden, genau dieselben waren, wie ste in Rußland noch vor vierzig bis fünfzig Jahren zwischen dem Zaren und dem Leibeigenen vorhanden waren. Zu arm, um fich einen Streifen Papyrus zu kaufen, suchte Kenna fich sein Schreibpapier in dem ersten besten Kehricht- Haufen seines Stadtquartiers. Sein Gesuch, in hieratischer Sckrift und den kühnen Zügen eines dienstbeflissenen Schreibers gehalten, nimmt die Vorder- und Rückseite eines länglichen Stückes von einem etwa handgroßen Kalksteine ein. Dieses Dokument ist gegen 150 bis 200 Jahre älter, als der Bericht Afner's an Kha-em-uaS- Es ist natürlich der ländliche Arbeiter, der Bebauer des Bodens, der speziell als„Fellah" bezeichnet wird; dock neben den Hörigen deS freien Landes gab es auch solche in den Städten und häufig war auch der Handwerker ein unfteier Arbeiter. Aus dem Lande herrschten die Arbeiter vor, in den Städten die Handwerker. Es ist schwer zu sagen, wer am meisten von ihnen bedrückt und ausgesogen wurde. Das Elend des Fellah spiegell fich in unzähligen Fällen wieder in den Schilderungen zeitgenösstscher Schriftsteller. Der Verfasser einer gelehrten Abhandlung zum Lobe der Gelehrsamkeit, von der drei Exemplare den Sturm der Zeiten überdauert haben und stch im Brstischen Museum befin- '„Sieh den armen Landarbeiter an- Sein ganzes Leben ver- geht zwischen dem Vieh und dem Felde. Seine Kraft verzehrt stch in der Besorgung der Weingärten und der Schweine- beerben. Er sucht seine Nahrung auf dm Feldern. Geht es ihm wohl, so geht es ihm wohl unter dem Vieh' ist er krank, so liegt er aus dem nackten Boden inmitten der Heelden." Das war vre Lage des bloßen Arbeiters. Der Kleinbauer— gleichfalls ein Unfreier, doch gesellschaftlich einen Grad höher ste- henv— war nicht besser dran. Der Schreiber Amenemapt schreibt an den Schreiber Pentaur: „Betrachte die Lage des Bauersmannes. Ehe noch die Zeit der Ernte da ist, haben Würmer, Schweine, Heuschrecken und Vögel sein heranwachsendes Korn verschlungen, und, wenn er nicht aufpaßt, wird ihm das Wenige, das übrig geblieben ist, von den Dieben gestohlen. Der Steuereintrelber steht auf dem Uferdamm, um den Zehnten von der Ernte einzufordern, wenn ste herangereift ist. Die Gerichtsdiener find da mst ihren Stäben und die Schwarzen mit ihrm Palmstöcken. Sie rufen: der„Zellenbewohner" zu zählen habe und wenige Minuten später überschritten wir beide— ich immer voran— die Schwelle der königlichen Gefangenanstalt. Zunächst wies man mich in die Expedition, in welcher mein Lcbensabriß vervollständigt wurde und dann in das Wartezimmer- Doch auch hier war meines Bleibens nicht lange. Ich wurde aufgefordert, vor dem Herrn Direktor zu erscheinen, der mich mst einigen Worten auf das mancherlei Unkomfoitable meines nunmehrigen Chambre garnie aufmerksam machte, mir freudlichst innerhalb der Grenzen der Möglichkeit Erleichterung zuficherte, im übrigen aber Refiznation empfahl, wogegen ich auf mein Talent hinwies, als echter Journalist in jeder Lage des Lebens den Kopf oben behalten zu können, eine Ver- ficherung, die, wie mir schien, nicht so ganz zweifelsohne auf- genommen wurde. Dann nahm mich ein Aufseher— der Volksauedruck bezeichnet diese Charge irrthümltcher Weise Schließer— in Empfang, ein Schlüsselbund raffelte, eröffnete eine eisenbeschlagene, schwere Thür— ein kleiner Vorraum— der, wie ich später merkte, zum Empfang der Besuchenden dient — wurde durchschritten— eine zweite Thür von gleich solider Massivität geöffnet und geschlossen,— ich stand im Innen- räume des Gefängnißgebäudes. Hier hatte ich einige Augenblicke Zeit, mich umzusehen, doch— wohin das Auge blickt— überall Eisen, Eisen, Eisen. Vom Mittelraum, in dem ich stand und der frei bis zur Decke durch Oberlicht erhellt wird, liegen links und rechts durch Eisengitter, die vom Boden bis zur Decke reichen, abgeschlossen, die Flügel mit den Jsolirzellen. Man steht auch hier vom Parterre bis zur Decke, da in den Flügeln die Mitte ebenfalls frei ist— wie das Sckiff einer Kirche— den Zugang zu den Zellen der l. und II. Etage vermittelnd, links wie rechts Gale- rien, die weiten Hallen find durch Oderlicht und an den Aus- läufen beider Flügel durch je ein gewaltiges Seitenfenster, das fich vom Boden bis zur Decke strecke, ausgezeichnet erhellt, so daß Luft wie Licht, diese zwei wichtigsten Bedingungen allen Lebens mehr als zur Genüge vorhanden find. Ich war tn meinen Betrachtungen ungefähr soweit ge- kommen und blickte eben an einem Rundgitter hinab, das eine, einen Blick in daS Souterrain gestattende Ocffnung umgiebt, als mein Führer mir einen Wink gab, ihm zu folgen. Ich kann an vieler Stelle gleich bemerken, daß die Ruhe der An- statt fich dem Gefängnißpersonal erstchtlich mittheilt, so daß es dem Grundsatz„Schweigen" huldigt und alles, was fich pan- tomimisch ausdrücken läßt, auf diese Weise zu veistehen giebt. — Er führte mich in das Zimmer deS Oberauffehers und be- „Heraus mit Deinem Korn!" Hat er keins, so wird er zu Boden geschlagen, gebunden und bei den Beinen durch den Kanal geschleift. Seinem Weibe werden vor seinen Augen Handschellen angelegt; seine Kinder werden gewürgt und seine Nachbarn, mit ihrer eigenen Ernte beschäftigt, überlassen ihn seinem Schicksale." Der erste dieser Schreiber lebte in den ruhmwürdigen Tagen der 12. Dynastie unter den Userteus und Amenemhats; der zweite blühte 1500 Jahre später an dem glänzenden Hofe RamseS des Großen. Jeder entwirft uns ein sprechen- des Bild von dem ländlichen Elend, das damals jedenfalls ein ständiges war, ebenso wie es heutigen Tages ein ständiges ist. Wie damals nimmt heute der Steuereinnehmer die Korn» barke am Landungsplatze in Empfang; noch wird von seinen schwarzen Helfershelfern die Bastonade ertheilt, der arme säumige Schuldner geschlagen, ins Gefängniß geworfen und gefoltert. War so daS Laos des Fellah ein beklagenswerthes, so dürfte der gewerbliche Arbeiter stch vielleicht in noch schlim- merer Lage befunden haben. Auf dem Lande lebte er auf dem Befitzlhume seines Herrn und arbeitete in dessen Werk- stätle unter den Augen eines eigens dazu bestellten Aufsehers. Jeder Landbesttzer zählte nämlich unter seinen erblichen Hört- gen einen Stab von Maurern, Schreinern, Malern, Bild- schnitzern, Malern, Glasbläsern, Metallarbeitern und andern, deren Arbeit dem Herrn zu Gute kam und deren Leben fich in seinem Dienste verzehrte. Durchblättem wir die Schriften des bekannten Schreibers unter der 12 Dynastie— sein etwas komplizirter Name war Tuauuf- Sekharta— so finden wir die Leiden des gewerblichen Arbeiters in den düstersten Farben geschildert, welche die Palette des Schreibers aufzuweisen hat. Der Metallarbeiter, so sagte er, müht fich nicht nur den ganzen Tag ab, sondern arbeitet auch Nachts bei Fackellicht; der Maurer, jedem bösen Wind ausgesetzt, fällt dem Sieckthum anHeim; die Augen des Färbers ermüden von dem beständigen Wachen und feine Hand kommt niemals zur Ruhe; die Finger des Grobschmieds find rauh wie Krokodilshaut und der Rücken des Steinhauers ist nahezu ge- b.ochen. „Der Weber, im Innern dis Hauses eingeschloffen, ist hilfloser als ein Weib. Er fitzt in kauernder Stellung, die Beine bis über die Brust heraufgezogen. Frische Luft dringt nicht zu ihm. Wenn er an einem einzigen Tage nicht das vorgeschriebene Stück Zeug fertig bringt, wird er mit Stricken gebunden, wie ein Bündel Lotus des Marschlandes. Nur wenn er den Thür- Hüter mst einem Stück Brod zu bestechen vermag, kommt er Heraus, um das Tageslicht zu sehen." Das Bild ist nicht übertrieben. Auf.den Grabgemälden von Theben und Beni Hassan find die erwähnten Arbeiter alle bei ihrer Arbeit abgebildet und es begegnet uns kein Bild, auf welchem der Aufseher mit seinem Stocke fehlte. Darstel- lungen, auf welchen auf Geheiß dieses kleinen Tyrannen Männern, Frauen und Kindern die Bastonade erthestt wird, find sehr häufig. Lokales. r. Die akademische Lesehalle am Hegelplatz, ein recht gut renommirtes gemeinnütziges Institut, läßl seit einiger Zeit einen deutlichen Rückgang erkennen. Unter den ausliegenden Zeitschriften find die gelesensten illustrirten Blätter der fran- zöstschen und englichen Tagesliteratur verschwunden und die Zeilschriften aus dem Handels- wie aus dem VerwaltungS- Gebiete find völlig unzureichend, um den Leser auf diesen Ge« bieten zu informiren. Nock bekiagenswerther für das Institut ist die fest Kurzem eingeführte Raumverminderung desselben und namentlich die Beseitigung der bisher bestandenen Garde- rode, deren Fehlen von jedem Besucher des Instituts auf daS Unangenehmste empfunden wird. Es ist nicht zu verwundem, wenn es in unseren politisch bewegten Zeiten Köpfe giebt, die, nachdem fie ein halbes Dutzend Leitartikel der verschiedenen Partei Organe in ych aufgenommen haben, fich nun nicht mehr erinnern können, in welchem der sechs Zimmer des Jnststuts ste ihre Garderobe abgelegt haben; die Zerstreuung, in der fie einen fremden Ueberzieher anziehen, ist vielleicht auch begreiflich. und sehr vertrauenerweckend wirkt der Anschlag gerade nicht, in welchem um gefällige Aufmerksamkeit der Besucher gegen die Zeitungsmarder gebeten orderte diesen zum Direktor— einen Umstand, den ich inner- lich so arrogant war, zu meinen Gunsten ,u deuten. In wenig Augenblicken kehrte der Oberaufseher zurück, setzte stch an seinen Schreibtisch, schlug einen mächtigen Fo- lianten auf— ich wurde eingetragen Dann wurden sämmt- liche Sachen, die ich am Leibe trug und bei mir führte, notirt und aus den Tiefen meiner Taschen, die ich entleeren mußte, zog ich eine Zigarre und ein Portemonnaie hervor, beides auf den Tisch des Hauses niederlegend- Das Portemonnaie wurde zwar einer Spezialoisttation unterworfen, aber trotz gründlichen Suchens nur der bekannte eine Pfennig darin gefunden, ohne den man, einem wenig geschmackvollen Volkssprichwort zufolge, vorfichtigerweise nicht ausgehen soll. AIS alles das geschehen war, bestätigte ich die Richtigkeit der Aufnahme durch meine Namensunterschrist und gleich darchuf bemerkt« ich, daß die Blicke meines uniformirten Gegenüber lebhafter an meiner Phystognomie und Erscheinung halteten— mein Signalement wurde aufgenommen, um für alle Fälle gedeckt zu sein. Nach- dem ich so das genügende Material zu meiner Biographie ge- liefert hatte, sagte man mir, daß ich mich nun noch einer Prozedur zu unierziehen habe, die mir leider nicht erspart wer» den könne und übergab mich einem neuen Begleiter, der, wie alle seine Vorgänger mit dem bereits erwähnten mächtigen Schlüsselbund ausgestattet war. Was ich an Kleidern und Wäsche bei mir führte, konnte ich gleich mst mir nehmen, da- gegen mußte ick Bücher und Manuskripte vorläufig zurücklassen, da über deren Zulässtgkeit eine Spezialzensur vorerst noch statt« zufinden hatte. Mein neuer Begleiter führte mich in das Souterrain hin- ab— einen langen dunkeln Gang ging es herunter, in dem verschiedene Sträflinge, die mit Handarbeit beschäftigt wurden mir begegneten Und hier schenkte ich auch der„Uniform des Hauses" einen Blick, umsomehr, als ich persönlich damit ver- schont blieb. ernrni MZMUZMZU wild; denn ob ein solcher eine Zeitung oder einen Ueberzieher „ausspannt", ist vielleicht nur eine Frage des augenblicklichen Bedürfnisses. Wie man aber angefichts der ganz bedeutenden Frequenz des Instituts die Räume desselben hat verringern können, das ist völlig unverständlich. Fast zu jeder Tageszeit find die durch große Tische mehr als nöthig beengten Räume von Lesenden gefüllt, und besonders wichtige oder intereffante Journale find beständig besetzt, auch wohl verlegt, und dann stundenlang nicht aufzufinden. Unter solchen Verhältniffen wäre es nöthig gewesen, das Beamtenpcrsonal des Instituts zu vermehren, statt es zu vermindem, wie dies durch Bcseiti- gung des Garderobiers geschehen ist. Liegt die Ursache dieser Matznahmen aber, wie es fast den Anschein hat, in finanziellen Kalamiläten, so wäre es jedenfalls zweckmäßig, diese Verhält- niffe offen und klar darzulegen. Es ist kaum zu bezweifeln, datz bei dem gemeinnützigen Charakter des Jnstitus eine solche öffentliche Erörterung wohl eine Abhilfe solcher bestehenden Uebelstände zur Folge haben mutzte. r. In der„Ersten Berliner Sanitätswache", Brüder- stratze 24, kamen im vorigen Monat einige intereffante Fälle zur Behandlung, u. A. die Entfernung einer Gräte im Rachen, 1 Oderschenkelbruch, ein Bruch des Ellenbogenbeins, verschiedene bedeutende Verletzungen. Auch im Monat Oktober hatten die im Ganzen beHandel- ten Fälle eine größere Zahl aufzuweisen, als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Im Monat Oktober er. wurden 71 Fälle dehandelt, von denen 32 innere Krankheiten(Angina, Kroup, Asthma, Diphteritis«.), 37 äußere Krankheiten(Hieb- und Stichwunden, Armbrüche, Verrenkungen, Lungenblutungen rc.) und zwei geburtshülfliche Fälle ihre Erledigung, während bei den übrigen 24 Fällen ein Besuch des Arztes im Hause der Patienten nothwendiz war. Bezahlung wurde 19 mal mit 35 Mt. 50 Pf. geleistet. Wie sehr die Einrichtung, daß die Wach- an Sonnlagen bereits Nachmittags geöffnet wird, stch bewährt bat, deweist der Umstand, datz dieselbe in den letzten 3 Monaten zu der gedachten Zeit 17 mal in Anspruch genom� mcn worden ist. Seit Januar wurden bereits 628 Fälle(273 innere Krankbeiten, 355 äußere Krankheiten) behandelt. a Ein gefährlicher Glaser. Zu einem im Hause Loth- ringerstratze 12 wohnhaften Schlächtermeister kam am 8. o. Mts. in der Mittagstunde ein Mann mit der Angabc, datz er von dem Verwalier des Hauses geschickt worden sei, um die Fenster der Wohnung nachzusehen und, wenn nöthig, dieselben zu v e r k it t e n. Der Inhaber der Wohnung gestattete demzufolge den Zutritt in dieselbe, worauf der Unbekannte auch die nach dem Hofe zu belegene Schlafstube betrat und in einem für ihn günstigen Augenblick eine runde mesfingene Wanduhr entwendete und mit derselben heimlich verschwand. Der Dieb, welcher zweifellos auch noch in anderen Häusem in der beschriebenen Weise flch Zutritt verschaffen wird, ist 20—23 Söhre alt, blond und bartlos und trägt einen olivenfarbigen eberzieher, dunkle Hose und einen braunen Hut. a. Verhaftet Ein ehemaliger Schauspieler Max Klaue ist gestern wegen verschiedener Provifionsschwindeleien, die er im Sommer d. I. begangen hatte, verhaftet worden. K. hatte unter der Bezeichnung„Dr. Klaue" durch Zeitungsinserate Bedienstete und Schauspieler für Provinzial-Theater engagirt und stch von diesen Provifion zahlen lassen. Kamen sodann die von ihm Engagirtcn nach dem Ort, woselbst das Theater fich befinden sollte, so erfuhren fie entweder, datz überhaupt gar kein Theater daselbst bestände, oder datz Klaue ohne jede Be- sorgnitz Engagementsverträge für das dortige Theater abge- schloffen hatte. Nachdem Kl. in rascher Aufeinanderfolge eine Reihe Schwindeleien verübt hatte, verschwand er vom Schau- platze seiner Thätigkeit und wurde erst gestern in Folge einer zufälligen Begegnung mit einem von ihm Geschädigten auf der Stratze ergriffen. a Jugendlicher Abenteurer Der 14'/« Jahre alte Sohn eines Beamten, Namens Guido Kättner, hat fich am 3. d. Mts. Nachmittags aus der elterlichen Wohnung in der Hoch- meisterstraße heimlich entfernt und ist bis gestem Nachmittag noch nicht zurückgekehrt. Wenn auch nicht ausgeschlossen ist, daß demselben ein Unglück zugestoßen sei, so liegt doch die Ver- muthung näher, daß er fich nach Hamburg oder einer an- deren Hafenstadt gewendet hat, um zur See zu gehen, da er diese seinem Lieblingswunsch entsprechende Abficht gegen mehrere Mitschüler geäußert hatte. Bekleidet war derselbe mit einem braunen Eskimo-Ucberzieher, blauem Jaquet und Hosen und niedrigem schwarzen Filzhut. Genckts-Ueituug. Ein bisher unaufgeklärter Diebstahl von 40 Dollars fand heute durch die in ver Berufungsinstanz vor der sechsten Strafkammer hiesigen Landgerichts l stattgehabte Verhandlung seine Lösung und höchst intereffante Beleuchtung. Am 9. Mai er. erschien der ca. 22 Jahre alte rusfische Unterthan Lob Karasch- mannig im Bureau von Johanning am Louisenplatz, um 400 Rubel in Dollarnoten umzuwechseln. Nachdem der anwesende Prokurist Zahn stch dazu bereit erklärt hatte und und die ver- eindartcn 143 Dollars in Noten ausgezählt, erklätte Karasch- gleich darauf verschwand fie auch wieder und wenige Minuten später, nachdem ein Schlüssel den Badekellec geöffnet, stand der Bettachter vor mtt. „Wie lange haben Sie denn?" fragte er mit einem Ge- ficht, das„Amtsmiene" zum Ausdruck brachte. „Zwei Monate!" erwiderte ich lakonisch. „So," entgegnete er,„weshalb denn?" „Pretzvergeden!" „Sie find Redakteur?" „Zu dienen!" Damit schien unsere Unterhaltung zu Ende, doch, nach einem kurzen Umblicke in der Zelle fuhr er fort: „Na, denn ziehen Sie stch einmal aus! Da ist„kalt", und hier„warm", instruirte er wetter, auf zwei Messtnghähne deutend, die in eine große Zinkbadewanne mündeten—„die Sachen legen Sie hierher!" dabei zeigte er auf einen Holz- schemel, der in der Ecke stand, verließ die Zelle und schloß hinter mir zu. �„«■_ lr..... m. Für den Verehrer von Waffer unb Seife gehört ern Bad stet» zu den Annehmlichkeiten dieses LebenS, ich machte mir das Bad ohne weiteres zurecht und stieg hinern. nachdem rch meine Sachen auf den bewußten Holzschemel vlazrrt. Kaum saß ich im Waffer, da raffelte schon wieder der Schlüffelbund — mein Oberbademeistcr trat herein, brachte mir ein Handtuch und ein Sttäfling nahm dabei den Schemel mtt den Sachen fort, um fie, unter Auffickt des Aufsehers, einer genauen In- soeklion nach verbotenen Dingen zu unterziehen. Da ich Kontrcbande nicht bei mir führte, so wurden fie mir bald darauf wieder zurückgegeben und ich konnte irnch anNeiden. Rückfällige und Verbrecher gemeiner Gattung, sowie „Jnseklendehastete" werden hier gleich in die Sträflingsklerdung gesteckt, die eigen- bekommen fie erst bei der Entlaffung wreder zu sehen. An ihnen vollzieht auch sogleich der Barbrer die Arbeit des Haar- und Bartscheerens.— Frisch gewaschen nahm mich nun mein Abibeilungsauf- seher in Empfang, wir stiegen wieder zum Licht empor, bis in die zweite Etage. Dann gings die Galerie entlang, bis Nummero 8 erreicht war. Heer ließ er seine Echlüffel raffeln und ohne seine Handbewegung abzuwarten, trat ich ein, eine kurze Jnsttuklion folgte und— einen Augenblick später schlug die Thür hinter mtt zu— die Schlüssel raffelten wieder, die Sicherheitshaken schlugen in die Eisen— ich war„besorgt und aufgehoben". (Schluß folgt.) mannig, daß er vom Geschäfte zurückträte, da nicht 143, sondern 148 Tollars ausgemacht seien. Darauf entfernte er stch, und vermißte am anderen Morgen Herr Zahn, daß von den aufgezählt gewesenen 143 Dollars eine 10 Dollar-, sechs 5 Dollar- Noten und 5 einzelne Noten fehlten. Es gelang ihm, am 15. Mai er. den rusfischen Geldwechsler in einem anderen Komtoir zu betreffen, als er im Begriff war, 400 Rubel in deutsches Geld umzuwechseln. Karaschmannig war dabei der- artig bettoffen, daß er das Geschäft unter Zurückläffung dieser 400 Rubel verließ, so daß ihm diese erst nachgesandt werden mußten. Der Verdächtigte wurde nebst seinen aus dem Logis geholten Sachen nach dem Molkenmarkt gebracht, bei ihm aber keine Dollars gefunden. Am 16. Mai er. erschien indetz der Droschkenkutscher Beyer, der den Beamten und den Karasch- mannig nach dem Polizeibureau gefahren hatte, und überreichte dort eine Zehndollarnote, die er beim Reinigen seiner Droschke hinter dem Rücksttze derselben gefunden hatte, und zwar an einer Stelle, welche der Ruffe am Tage vorher eingenommen hatte. In Folge dieses Materials wurde Karaschmannig des Diebstahls an den 40 Dollars angeklagt, auf das Zeugniß seines Begleiters, des Tienstmanns Oehlmann, der aussagte, daß er die Eskamotirung der Geldscheine hätte wahrnehmen müffen, da er den Angeklagten genau beobachtet hatte, freigesprochen. Dies geschab am 4. Juli er- Nach kurzer Zeit verließ Karaschmannig Berlin, um nach seiner russischen tzeimath zurückzukehren- Vorher hielt er fich aber in Stallu- poenen auf, wo er seine Wechselgeschäfte fortsetzte. Hierbei wurde er abgefaßt, als er beim Einwechseln einige Goldstücke in seinen Regenschinn hineincskamotirte, es stellte fich dadurch heraus, daß er in derselben Art noch an zwei anderen Stellen ganz gleiche Diebstähle ausgeführt hatte. Da der Angeklagte vor dem Gericht zu Stallupoenen angab, sich vorher in Berlin aufgehalten zu haben, so wandte fich die dortige Staatsanwalt- schaft an die hiefige, und so gelangte letztere zur Kennlniß der von Karaschmannig in Stallupoenen begangenen Diebstähle. Wegen derselben wurden ihm vom dottigen Schöffengericht vier Monate Gefängniß auserlegt. Die hiestgc Staats- anwaltschast, welche zur Vorficht Berufung gegen das hiefige freisprechende llrthcil eingelegt hatte, ließ den Vcmrtheilten Hierher transportiren, und so wurde er heute, vor die Schranken des genannten Gerichtshofs gestellt. Inzwischen hatte die Staatsanwaltschaft auch ermittelt, daß der inzwischen verschwun- dene Dienstmann Oehlmann dem Zahn und dem Wachtmeister Mauer mitgetheilt, der Angeklagte habe so geschickt wie ein Taschenspieler die rusfischen Scheine unter seinen Rockärmel verschwinden lassen. Der Berufungsgerichtshof konnte unter so bewandten Umständen keinen Zweifel an der Schuld des Angeklagten mehr haben, und er vemrtheilte denselben zu einer Zusatzstrafe von vier Monaten Gefängniß. Als der Vorsitzende den Angeklagten fragte, ob er fich hrerbci beruhigen wolle, fragte derselbe in seinem eigcnthümlichen Jargon, ob von diesen vier Monaten nicht noch etwas abgehen könne. Nach der ihm gewordenen Belehrnng, über die Unzuläsfigkeit eines Abhandclns, erklärte der Angeklagte, seine Strafe gleich mit verbüßen zu wollen. Arbeiterbewegung. Vereine und Versau, mkungen. In der am Montag Abend in Keller'S Gesellschafts« Haus, unter dem Vorfitz des Herrn Papke tagenden und von circa 1500 Schuhmachein besuchten Versammlung erstattete Herr Baginski, im Namen der Lohnkommisfion, Bericht. Das heutige Handwerl leide an einem Uedel, dessen Motto schlechte Löhne nnd schlechte Preise sei, den Grund nennt uns das ökonomische Gesetz. Fällt der Lohn des Arbeiters, so vermindert sich auch seine Konsumtionsfähigkeit und da die arbeitende Bevölkerung 80—90 Prozent der Gesammrbevölkerung ausmacht, beeinflußt die Reduktion den Geschäftsgang so, daß Vonäthe liegen bleiben und Waaren leine Abnehmer finden. Dieses hat wiederum Arbeitsmangel und in Folge dessen Arbcitslofigkett im Gefolge, die Kaufkraft der Arbeitslosen wird dadurch auf ein Minimum beschränkt, dabei findet ober ein großes Angebot von Arbeitskräften statt, der Lohn finkt tiefer, der Geschäfts- gang wird nock schlechter und das Uebel zieht immer größere Volkskreise in seinen Bereich... In Erwägung also, daß die Volkswodlkahrt nur gedeiht, wenn die Löhne hochstehen, hat die Lohnkommisfion beschlossen, vorerst drei Vorschläge zu machen. 1. Forderung an die Innung, einen Lohntarif aufau- setzen und über denselben mit der Kommisfion zu deralhen. 2. In voller Er kennlniß, daß eine Lokalorganisation uns bei einer Lohnbewegung, wie fie angestrebt werden muß, eine feste Stütze nicht sein kann, tritt die Kommisfion für allgemeinen Anschluß an den llntersiützungsrerein deutscher Schuhmacher ein und 3 gedenkt die Kommission, eine Petwn um Einführung des gesetzlichen Normalorbeitstages aufzusetzen und dem Reichstag einzureichen. Der Referent der Versammlung, Herr Metzner, sprach sodann über das Thema„Wie organifiren wir uns zur nächsten Lohnbewegung". Es geht heute ein Zug durch alle Branchen, der dahin geht blssere Existenzbedingungen zu er- stteben und es ist dieses ein Zeichen, daß die alten Bedingungen den heutigen Bedürfniffen nicht wehr entsprechen. Die Schuh- macher haben bisher noch nicht eikannt, was ihnen nolh tdu?, immer heben fie nur ihre Eonderintereffen verfolgt, Meister undGe- sellen; besonde: s die Innung hat, trotzdem fie Gegner der Gewerbe- freihrit sein will, mit Hilfe dieser Spekulationen getrieben und von ihr hätten die Arbeiter wohl wenig zu hoffen, und die Forderung an die Innung, einen Lohntarif aufzustellen, solle wohl auch nur ein Fühler sein, die wahre Gefinnung derselben aufzudecken, denn ihre Versprechungen seien Täuschungen und deshalb dürfe man stch keinen Jllufionen hingeben. Redner kommt sodann auf die schwachen Vereinigungen der Gesellen und Kleinmeister zu sprechm, er empfiehlt nur Zentralisation beider, die letzteren hätten mit den elfteren gemeinsame Jnter- essen und die Tage ihrer Selbstständigkett seien gezählt, in der Zenttalrsatron sei auch die Zentralorganisation mthalten und nur eine solche könne eine Schanze bilden gegen die Auibeu- tung des Einzelnen. Ein nächster Redner dezeichnet die Zucht- Hausarbeit als den Krebsschaden unseres Gewerbes. Herr Pladeck mahnt zur Einigkeit, und diese sei unser Sieg. Enaler de- kämpft die Innung und empfiehlt für den gesetzlichen Normal- arbettstag zu streben, es heiße zwar, dann ginge die Jndusttie zu Grunde, aber wenn uns die Industrie nicht e: hatten kann. dann brauchen wtt fie auch nicht zu erhalten. Herr Sliller (Gewerkoeretnler) empfiehtt mtt großer Emphase die Gewerk- vereine und lobte dieselben über die Maßen, diesem ttat jedoch in serncm Schlußwort Herr Metzner entgegen und führte aus. daß erne Verernigung, die den MUgliedern GefinnungSzwang auferlege und dre Harmonie zwischen Unternehmer und Arbeiter predige, nicht zu empfehlm sei. Eine Resolution wurde ein- stimmig angenommen, wonach fich die Versammlung mit dem Verhalten der Kommission und mit den Ausführungen des Referenten einverstanden n klarte. ES wurde sodann eine Er- ganzungswahl der Kommisfion vorgenommen, da 4 Mitglieder Wermiscktes. Die europäische Diplomatie in China. Der Kampf W, Ä iS* ÄÄ«ÄS können Ver den Charakter deS chinefischen Volkes und der «SÄÄfWÄw6"« schen Gesandten in Europa thun, ist ganz /ungslos'. Regierung in Peking hat noch jeden von it.„.-n„anrenne lassen; die Verhandlungen in der Kuldschaf, ag-. r n[0 i Tfien-Tstn-Affaire find Beweise genug. Jn Pe.-�z s�bst liq der Schwerpunkt. Dort giedt es aber k«.� chinefih „Diplomatie" in unserem Sinne des Wortes. � xw päische Diplomatie spielt dort nicht die Rolle n�e on andern Stätte. Thaisächlich beim Kaiser beglaubig j ßnb Diplomaten jedoch nie von ihm empfangen worden, son tiern qc ihre Beglaubigungsbriefe beim auswärtigen Amte ab Se! die Minister verkehren mit ihnen nur per Distanz! aii keine Intimität, keinen gesellschaftlichen Verkehr, kein rve>Ä seitiges Vertrauen; der Fremde ist ein Paria, den in vm Hause zu empfangen, für eine ebenso große Sünde gilt dem Brahminen, ein unreines Thier zu berühren. In Ch ist es aber nicht die Keuschheit des Brahminen, sondern d! die Ignoranz und deren Zwillingsschmester, die Arroganz._ zu solchen Verhältnissen führt. Die Mitglieder des Tiung-Ä Aamen verwendeten ihre Zeit darauf, Hindernisse aufzusuche» welche zuerst den Verkehr, dann die Besprechung mit dä fremden Ministern verzögern sollen. Letztere haben steil Grund zu Klagen über Nichteinhaltung der Verträge, url elftere leisten Widerstand bis zum äußersten. Negation 9 ihre ganze Krafr. Nicht etwa aus Böswilligkeit find fie ß sondern hauptsächlich aus Feigheit; fie schrecken vor jeder At von Verantwortlichkeit zurück, und sie ziehen naiürlick die% antwortung der Unthatigkeit vor, che fie für eine Thätigket Gefahr laufen sollten. Der auswärtige Gesandte ist in � peinlichsten Situation, wenn er mit dem Tsung-Li' Damen oC kehren muß. Schon die Reise nach Peking ist mit Gefah»! verbunden; denn die Straßen Pekings find weniger sicher w die offene Heerstraße. Allein, wenn' fie der Gesandte glück!» pasfirt hat, dann ist er eben reif für die Dameniten, de«» hauptsächlichste Mittel im Kampf gegen die fremden Gesand»t Zeil und Ermüdung find. Hat der Gesandte glücklich W® Tsung-Li-Damen erreicht, so beginnt der Chinese zuerst Höflichkeiten. Er bietet Erfrischungen on, von denen er we» daß fie der Europäer nicht berühren wird, und die Diener stehen es vorzüglich, die Zeit todtzuschlagen, indem fie in lang«' Pausen Scküffel für Schüssel auftrogen und mit viel AufheWJ und unendlichen Ccremonien dem Gaste vorsetzen. Der 0* sandte fitzt inzwischen mehr oder weniger geduldig auf eines harten Sessel, in einem düsteren Zimmer� das bedeckt ist ehrwürdigem Schmutz, und in dessen Risse der Nordwind � heimlich genug hineinbläßt. Glücklicherweise erlaubt es Etikette des Landes, daß er den Hut auf dem Kopfe beW& und die Nothwendigkeit zwingt den Besucher, einen dicken Ueb� zieher zu tragen und den Pelzkragen über die Ohren zu.lefp — als wenn s Winter wäre. Endlich wenn die Melonensaitf' und das Zuckerwerk in Schalen auf dem ganzen Tisch auM breitet sind, auf welchen der Fremde gern seine Papiere gew hätte, scheint es, als ob die Konversation beginnen würde. halbe Stunde ist mit dem Arrangement des Konfekts rietw vertrödelt worden. Und nun kann"der Gesandte endlich M Frage vorbringen. Die chinesischen Minister, es find ihrer w? oder acht gewöhnlich beisammen, find vollständig vorberei« Sich mit der Sache zu befassen oder eine gerechte Entscheids zu tteffen, ist der einzige Gegenstand, der ihnen natürlich m den Sinn kommt; ihr Sinnen und Ti achten ist viela»� darauf gerichtet, wie fie entweder den Beschwerdeführer nicht anhören müssen, oder wie fie die Entscheidung auf bestimmte Zeit hinauszuschieben vermögen, oder als äutzerd? HttfSwitlel, wie fie den Gesandten veranlassen können, eine 4 lehnung zu akzeptiren. Eine ihrer Regeln ist, datz zuerst sprechen will. So wirft denn einer dem andern sw. Seitenblick zu, und alle schweigen. Nach langer Pause mtf der Muthigste von ihnen das Wort zur größten UebenaMI aber auch zur Erleichterung seiner Genoffen, die den rücktl« losen Mann sorgfältig überwachen in der Hoffnung,»e» etwas sagen werde, was fie ihm künftig einmal als®®" um den Hals werden legen können. Was sagt er nun> die Beschwerde des Gesandten?—„Belieben Sie? diesen Wallnüssen zu nehmen! Sie kommen direkt � der Pläfektur von Long-Way. einst von den Poeten wegen ihrer ausgezeichneten Früchte." Dann folgt ein W% Lob der Wallnüsse und wiederholtes freundliches Zur Der Gesandte versucht es noch einmal, seine Anßtt L; (.„Ji rrs__ an* rn__.„x___ x.x j heit vorzudringen. Ter Minister antwortet mit ewew 0 ausgesonncnen Witz über die Orangen, und er diesen Gegenstand wieder eine Viertelstunde. Hat der i* � Gesandte Geduld und Ausdauer, so dringt er es doch„ hnfi nfToti(Rof fiiffia« � fatfl Hat __________| ü_____ P r es 1. daß allen Versuchen der Obstruktion zum Trotz stm stand endlich zur Diskusston gelangt. Allein was V'# nun? Es macht fich eines der ungeschriebenen Gei'V Damen geltend, welches dem einen verbietet, früber»u(ii als sein Nachbar begann. Wenn also die sechs Minister sprechen, so sprechen fie gleichzeitig.— dann"i � ihre Emstimm ig keit wunderbar, und ihr Mulh Heroismus. Was fie sprechen, versiebt der Gesandtes � noch weniger kann er darauf antworten. Tie LiPP-O& armen Gesandten cntfäiben fich, und andere Zeichen'$ schöpsunz zeigen den muthigen Dameniten, daß s» öert sei, noch lauter zu schreien, um mit ihrem leeren rbren Zuhörer zu betäuben. Aber er steht fest, und# rhm hrerdurch gelingen, fein Geschäft um einen»chr- � warts zu dringen, emen nicht bedeutenden Sch'.i»,„ßW Versprechen, daß die Sache noch weittr werde erwog"» �!i> an irgend einem künstigen Tage. Die Sonne finkt, de»- Uhr hart die O'uft ist kühl. Die Schlacht ist zu. E � Erntge der Gesandten gehen garnicht oder höchst � � Damen, dre gewöhnlichen Geschäfte den Dolmets® ß Dragomans überlassend, die entweder jünger find � F ergn-ter, den«av pf im Damen zu bestehen. Sie �« ernrüden den Damen, statt fich von ihm"wüden y* SvUT"ÄS" ÄÄ'-jf 3; WÄÄÄ. t« 7. ras-%% ää„6:L"„äS1S&&%%% "ne Vertagung erlangen; er habe aber nur Zog» SÄ Ä IT%%%&%&& Chmesen mit Trivialitäten, und erst wenn fie% nng er an. doS richtige Thema zu behandeln., Anwendung diese« Mittels erkannte der Tsung�»' U n fie zum besten bade und fich nicht irre ma«"' � ait, y sä SÄn» SÄr&Äj ISÄ Ä« ÄAÄ« SSÄ Äff' stch zusammenthun wolllm, wäre China zürn tP" zwingen. Ärief&aM der �edaktioa- jjjjj Arndtstraße 22 v. I. Verantwortlicher Redakteur«. enrntei» in«erltn. Druck und Verla- von Mar«adma tn Berlind Beutfitriafte 2