110 is 3853 no let Nr. 192. Sonnabend, 15. November 1884. 1. Jahrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das ,, Berliner Volksblatt" erscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 3 Mark, monatlich 1 Mark, wöchentlich 25 Pf. Einzelne Nummern 5 Pf. Postabonnement pro Quartal 3 Mart.( Eingetragen im VIII. Nachtrage der Postzeitungspreisliste unter Nr. 719a.) Insertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inferate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen AnnoncenBureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berlin SW., Zimmerstraße 44. Eine allgemeine Fabrikordnung. An allen Ecken und Enden soll gegenwärtig an der Sozialen Frage" herumgedoktort werden. So schlägt man jegt in fonservativen Kreisen eine allgemeine, gefeßlich festgeftellte Fabrikordnung für ganz Deutschland vor. Man stüßt sich dabei auf die letzten Berichte der Fabrilinspektoren, aus denen sich allerdings nachweifen läßt, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen vielfach die Fabrikanten durch die erlassenen Fabrikordnungen das Interesse sowohl als das Ehrgefühl der Arbeiter in herausfordernder Weise mißachten. So behandeln von den 39 Paragraphen einer Fabrikordnung nach dem Bericht des Fabrikinspektors zu Arnsberg 23 Paragraphen die gegen die Arbeiter anzuwendenden Strafen! Diese Fabrikordnung räumt dem Direktor das Recht ein, Arbeiter und Meister sofort bei der Kündigung zu entlassen. Sie verpflichtet die Arbeiter zur Angeberei unter der Zusicherung, daß der Name des Angebers verschwiegen bleiben solle. Ja, es wird eine Strafe bis zu zehn Mark angedroht Demjenigen, der in einigen bestimmt angegebenen Fällen nicht denunzirt. In einer Hamburger Fabrikordnung ist die Benutzung des Aborts während der zehnstündigen Arbeitszeit den Arbeitern untersagt. Eine Insterburger Fabrikordnung verpflichtet die Arbeiter, das Arbeitsverhältniß ein Jahr lang innezuhalten, berechtigt dagegen den Fabrikanten, den Arbeiter in gewissen Fällen sofort oder ohne Anführung von Gründen nach vierwöchentlicher Kündigung zu entlassen. Und ähnliche Fabritordnungen ließen sich noch zahlreiche nachweisen, welche die Bestimmungen der Gewerbeordnung illusorisch machen. Man sieht, daß der Gedanke an eine allgemeine Fabrikordnung nahe liegt und daß eine solche selbst das Interesse der Arbeiter fördern könnte. In der Schweiz ist man daran gegangen, Normativbestimmungen zum Schutze der Arbeiter gegen fittliche, Sanitäre u. f. w. Gefahren aufzustellen. Arbeit bis jetzt gebiehen ist, wissen wir nicht. Aber das ist Wie weit diese Wie weit diese denn doch etwas anderes, als eine allgemeine Fabrik ordnung. regierung auf Einführung einer allgemeinen Fabrikordnung ein gesundes Essen, und wir glauben, daß eine solche Ordnung ebensoviele drakonische Bestimmungen gegen die Arbeiter enthalten würde, als die oben angezogenen Fabrikordnungen fie enthalten. Wo die Herren Windthorst, Ackermann und Kleift- Rehow in wirthschaftlichen Dingen zu bestimmen haben, da werden die Arbeiter noch mehr gedrückt, wie gegenwärtig. Die Bedrückung würde dann nur verallgemeinert und in Bermanenz erklärt werden; auch diejenigen Arbeiter, welche gegenwärtig unter einer humanen oder gar keinen Fabrikordnung stehen, würden unter unleidliche Verhältnisse gebracht werden. Deshalb wünschen wir, daß wenigstens der nächste Reichstag mit der Berathung dieser Frage verschont bleibe. Es wird, wie gesagt, die wirthschaftliche Reaktion so wie so schon Stoff genug vorfinden, um ihre Arbeit nach Herzenslust zu verrichten. Wie heute die Sachen stehen, so würde uns ein gesetzliches Verbot von Fabrikordnungen überhaupt am Liebsten sein. Die übrigen Bestimmungen der Gewerbeordnung in Bezug auf die Fabritarbeiter dürften zur Regelung des Verhältnisses zwischen Arbeiter und Fabrikanten vorläufig genügen, wenigstens bis zu der Zeit, wo die Gesetzgebung zum Erlaß wirklicher Arbeiterfuggefete fich aufschwingen wird. Politische Uebersicht. Der Bundesrath genehmigte in seiner gestrigen Sigung zunächst den bekannten Nachtragsetat, betreffend die Anschaffung von zwei Dampfern für den Gonverneur von Kamerun. Die Vorlage, betreffend die Ausführungsbestimmungen der Literar tonvention mit Belgien, wurde zunächst den zuständigen Ausschüssen überwiesen. In die Berathung der Postdampfervor lage einzutreten, versagte fich die hohe Körperschaft vermuthlich, um erst dem Staatsrath, der gestern ebenfalls über diese Vorlage berieth, Gelegenheit zu geben, den preußischen Stimmen treffend den Ruhegehalt von Reichsbeamten, wurde genehmigt. die wünschenswerthe Direktive zu geben. Der Antrag, beSpesialetats angenommen. Die Grledigung der noch nicht in Desgleichen wurden die auf der Tagesordnung stehenden Desgleichen wurden die auf der Tagesordnung stehenden den Ausschüssen durchberathenen Etats des Reichsheeres und des Auswärtigen Amtes, sowie des Etatsgefeßes gedenkt man in einer, höchstens zwei noch vor dem Zusammentritt des ReichsAuguft im Haag tagte, hat bekanntlich auch über die Gefahren Auch wir sind der Meinung, daß noch verschiedene Gesetze zum Schuße der Arbeiter nothwendig find, dieselben tages abzuhaltenden Sigungen zu bewirken. aber in eine allgemeine Fabrikordnung zwingen zu wollen, bas tommt uns äußerst bedenklich vor, besonders bebentlich aber bei der heutigen Zusammensetzung des Reichstags, deffen Majorität uns mit Zwangsinnungen und Arbeitsbüchern beglücken will. Für diese Majorität wäre ein Antrag der Reichs- welche bei einer etwaigen Regelung der erwähnten AngelegenRadbrud verboten.] 12 Feuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dur. ( Forseßung.) Run is Deinerseits gehörig.," sagte ermunternd Habicht. ch will Dir das gute Beispiel geben. Der Wein erhöht die Freude des Fröhlichen, und der Wein tröstet den Traurigen. Geniße die Gottesgabe, Fris, nach ganzem Appetit." Sie verschlangen im eigentlichsten Sinn des Wortes die portrefflich zubereiteten Speisen mit einem Heißbunger, wie ihn waldes hervorzubringen vermag. nur ein achtstündiger Ritt durch den dicken Schnee des Hochfludes mit wohlgefälligem Murmeln: Habicht bemerkte jedes Mal beim Anschneiden eines HauptWir haben Wald.... Wir haben wüste Haidestrecken. hühner oder der Hecht in Angriff genommen wurde. Dann Wir haben Teiche," je nachdem die Rehteule, die Wildgriff er hinter sich an die Lehne seines Stuhles und brachte eine Flasche zum Vorschein. Frankreich. Auf Deine Gesundheit, mein Junge!" Wir haben auch Weinberge, Friz, aber diese liegen in Auf die Deinige, Bathe!" lichkeit lag auf ihren Gefichtern. Die Flammen knisterten, die Es war ein Genuß, die Beiden so zu sehen. Die Behag Gabeln flapperten, die Flaschen ergoffen sich unaufhörlich in ternacht heulte der Sturm seine grausigen Hymnen. Endlich war der Hunger der Beiden geftillt. Habicht füllte nun die Gläser von Neuem, hielt das seinige empor und sagte: Auf die glückliche Genesung unseres gnädigen Herrn, des meine Junge, damit dieser unser Stoßseufzer Erhörung finde." Frig that es. Auf's Neue füllte Habicht die Gläser. Ein Wohlbehagen durchströmte das ganze Wesen der Belden, wie es nur glückliche Menschen zu empfinden pflegen, die nach Der internationale Kongreß für Hygiene, der im verhandelt, welche der öffentlichen Gesundheit etwa durch den Transport und durch die Verarbeitung von Lumpen drohen und hat eine Kommission mit der Berathung dieser Frage be traut. Da es nun vor Allem die deutsche Papierindustrie ist, cher er sein Bett erblickte, bestehend aus einem Lager platt auf dem Boden, mit einem Bärenfell als Decke. Im Hintergrunde dieser Nische bemerkte er eine Statue, die heilige Jungfrau Darstellend, in der Hand einen Kranz von noch unverweltten Blumen haltend. Das Ganze war durch Vorhänge halb geSchloffen. Also, lieber Habicht," fing Friz wieder an ,,, dieser Thurm ist erbaut von Donald, dem Wolf?" ,, Wie ich Dir fagte!" versette der Alte. ,, m, sonderbar!" Dor?" so Wieso sonderbar?" Was kommt Dir dabei bedenklich Ja, Du lieber Gott, der Name ist so seltsam und trifft eigenthümlich mit gewissen Erscheinungen zusammen, die mir aufgefallen find. Nun, ich meine, an dem Namen ist nichts Sonderbares. Die Ritter legten fich ja, um ihre Namen noch furchtbarer zu machen, irgent einen Thiernamen bei: Richard der Löwe, Albrecht der Bär, und so hast Du auch Donald der Wolf." Nun sage, behagt es Dir denn auf diesem einsamen Waldschloffe Ganz und gar, mein Junge! Das Leben des Bergschotten, das eigentlich ein unaufhörliches Waidmannsleben ist, fagt mir gerade zu. Seit den funfzehn Jahren, welche ich hier meile, bin ich selber zum Schotten geworden, trop eines gebore. nen Hochlandssohnes. Dazu kommt, daß der gnädige Herr mich vor aller seiner Umgebung auszeichnet.- Mein Leben war von jeher ein wildes und unftätes. Der Habicht, welcher von Ort zu Ort gescheucht wurde, hat endlich in dieser Felsenburg ein behagliches Nest gefunden, und der Fittig des Adlers Donuil beschütt thn." " Aber die Einsamkeit, Bahhe!" " Du baft Recht. Ich kam mir häufig so von aller Welt verlassen vorzu Anfang: seit ich Dich mein Junge, auch nur auf englischem Boden wußte, feitdem ist es, als hätte ich hier einen lieben Angehörigen, und nun erft ist mir meine neue Heimath werth. Aber wie ist's mit Dir? Sehnst Du Dich nicht nach Deutschland zurüd?" Nicht im mindesten! Was sollte mich da hinziehen? Für langer, schwerer Arbei fich endlich sorgloser Ruhe hingeben. mich knüpfen fich an Deutschland nur trübe Erinnerungen; Frig warf fich in seinen Lehnstuhl zurüd und betrachtete jest bort starb mein Vater, von hartherzigen Verwandten in erst sein Zimmer näher. Es war eine ziemlich niedrige Wölden ich baffe." bung in den Stein gehauen, wie eine Art maffiver Backofen. tönnte, als jener hartherzige Mann, der Einzige auf Erden, Die Höhe in der Bitte betrug höchstens fünfzehn Fuß. Im Hintergrunde bemerkte er eine geräumige Vertiefung, in wel" Nun, vielleicht ist der alte Rodenburg nicht so schlimm, heit am tiefften berührt würde, so hat sich der Verein Deutscher Papierfabrikanten an das Reichsamt des Innern mit dem Ersuchen gewendet, ihm bei einer Regelung der Frage betreffend die der öffentlichen Gesundheit aus dem Transport und der Verarbeitung von Lumpen erwachsenden Gefahren Gelegenheit zu geben, auch seine Wünsche und Bedenken in dieser Frage zum Ausdruck zu bringen. Deftereich. Bischof Rudigier in Linz hat abermals gegen zwei Lehrer beim oberösterreichischen Landesschulrathe Klage wegen Gefährdung des fatholischen Glaubens durch ihre Lehren geführt. Sein Vorgehen findet Nachahmung. Das Leitmerizer bischöfliche Drdinariat hat nämlich an den böhmischen Landesschulrath eine Eingabe gerichtet, in welcher wegen eines im Jahresberichte des Kommunal- Ober- Gymnasiums von Brür er schienenen Aufsages Beschwerde geführt wird. Dieser Aufsat behandelt den Einfluß der französischen Literatur auf die große feffor Rebhahn. Das Drdinariat beanstandet den angeblich Revolution Frankreichs und stammt aus der Feder des Proirreligiösen und staatsgefährlichen Inhalt der Abhandlung. Es scheint, daß das Epistopat nach einer allgemeinen Barole vor geht und bemüht ist, das Aufsichtsrecht über die Schule, wel ches ihm die Gefeßgebung entzogen hat, auf einem Umwege wieder zu erobern.) " -In Ungarn müssen wahrhaft haarsträubenda Zustände auf dem Gebiete der Justiz vorhanden sein. Aus Anlaß einer Interpellation Emerich Hodoffy's erklärte der Justisminister gegen Ende des vorigen Reichstages, er habe dafür gesorgt, bag in Bufunft Fälle, wie derjenige, daß eine Person irr thümlich" Monate hindurch im Gefängniß vergessen werde, fich nicht wiederholen könnten. Seine Anordnungen beschränk ten fich darauf, daß die Verhaftungsdekrete fünftighin auf grünem, die Entlassungsdekrete auf rothem Papier ausgefertigt werden sollten. Troß der rothen und grünen Farbe find den noch wieder Personen aus Nachlässigkeit der Behörden widerrechtlich in den Gefängnißfen zurückbehalten wor den. So hat der Disziplinarsenat der t. Tafel am gestrigen Tage die Angelegenheit eines Bezirksrichters verhandelt, der einen unschuldigen Menschen vier Monate lang in Unterfuchungshaft vergeffen hat. Der angeschuldigte Richter gab an, daß der betreffende Gefängnißwächter den auf die Freilaffung des Untersuchungshäftlings bezüglichen Bescheid dem Kerfermeister nicht zugestellt habe. Der Disziplinarsenat sprach über den Bezirksrichter die Strafe einer Rüge aus. Ein gefeßlichen Grund im Gefängnisse zurückbehält und dafür Richter, der einen Menschen vier Monate lang ohne jeden eine Rüge! Frankreich. Offiziell wurden gestern in Paris 85 Choleratodesfälle bei 360 Erkrankungen konstatirt. Die Polizeipräfeftur ordnete den sofortigen Ankauf aller öffentlichen Fuhrwerke an, die zum Transport der Cholerakranten requirirt worden find. Der Kabinetsrath sprach sich gestern Vormittag im Brin zipe für das Listen Strutinium aus. Ferry theilte dem Ministerrath Depeschen mit, welche melden, daß Gordon auf der Fahrt von Chartum nach Berber erschossen worden sei. Großbritannien. Die Agitation der schottischen Kleinbauern nimmt eine immer drohendere Gestalt an. als man sagt. Hast Du kürzlich Nachricht von ihm erhalten." Von ihm nicht; ich habe nur einmal einen Brief von ihm erhalten, nämlich denjenigen, in welchem er mich aufforderte, nach Deutschland zurückzukehren, und seine Reue aussprach über feine Sartherzigkeit gegen meinen Vater; zugleich bot er mir feine Hilfe an. ,, Und was hast Du ihm geantwortet? ,, Daß ich für seine Hilfe danke! Ich zürne ihm indessen schon weniger, denn meine Schwester Lucie schrieb mir erft vor Kurzem, daß er fie betrachte wie sein Kind. Sie lebt dort eben so einsam wie Du hier auf Schloß Donuil. Das Einzige, was ihr Leben dort zu trüben scheint, ist die Anwesenheit eines gewiffen Fräulein Amberg, das fich seit einigen Monaten in Rodenburg's Haus aufhält. Ich habe Lucie geschrieben, daß, wenn ihr im Mindesten eine Kränfung widerfährt, sie sofort das Haus verlassen und hierher kommen soll. Ich bin zwar arm aber dennoch theile ich gern mit meiner Schwester das Wenige, was ich habe." ,, Rodenburg hat einen Sohn, nicht wahr?" " Hatte einen Sohn!" Er hat vor Kurzem die traurige Nachricht erhalten, daß dieser Sohn gestorben ist. Alle Teufel, Junge, so seid ihr ja die nächsten Erben! Und das Vermögen des Alten muß nicht unbedeutend sein." " Ich zerbreche mir den Kopf darüber nicht. Verhungern werde ich auch ohne diese Erbschaft nicht; allein ich möchte wohl ein kleines Vermögen befißen." Aha! Ich merke schon; man sehnt sich nach einem eige nen Hausstand. Nun, wer weiß, Friß, ob nicht Deine Anwesenheit hier zu Deinem Glüde ist. Hilfst Du dem alten Grafen, so ist Dein Glück gemacht. Sollte aber Er vollendete nicht, denn hier erschütterte ein starker Stoß die Thür. Achtes Kapitel. Das Geräusch an der Thür war so unerwartet und so plöglich gekommen, daß Fris Rodenburg heftig erschrat. Der Stoß an der Thür wiederholte fich. Habicht horchte auf. Es ist ein Windstoß," meinte Frig. " Nein, das ist etwas Anderes. Hörst Du nicht das Kragen? Das ist mein Hund, der fich losgemacht hat. Sch öffne schon, Ajax," fügte er hinzu, indem er auffion. aufstand. Er öffnete die Thür und eine ungeheure Dogge sprang thm entgegen, legte die Pfote auf seine Schultern und lecte ihm mit ihrer langen, rothen Zunge Bart und Wangen, und Gestern ging das Kanonenboot Forester" von Greenod_nach Siye ab, um die Ordnung dort wieder herzustellen. Außer seiner gewöhnlichen Bemannung hatte das Kanonenboot mehr als 60 Seeleute und Marinesoldaten an Bord. In Lewist und Uist ist die nachstehende Proklamation im Umlauf, die auch ihren Weg nach Stye gefunden haben soll: Hochländer, Crofters, Käthner, Einwohner und alle Andere! Erhebt Euch wie Männer vor Euern Unterdrüdern. Verlangt die Herstellung der Rechte, deren Ihr beraubt seid. Gebt Euch nicht eher zufrieden, bis Jhr fie erhalten habt. Wenn fie verweigert werden, handelt für Euch selber." 11 in Form einer persönlichen Ansprache: Meine Herren! Sie werden das Land gefährlich nahe an den Rand der Revolu tion bringen, wenn Sie im Chikaniren beharren und gewiffenlose Oberrevisoren, sowie willige Richter finden, um Ihren Wünschen zu entsprechen. Ihre Partei ist in ehrlicher Weise geschlagen worden." Auch alle übrigen Journale, die Cleveland's Wahl begünstigen, erwähnen des angeblichen republitanischen Komplotts. Die„ Tribune" erklärt noch immer, daß Das Wahlergebniß nur amtlich festgesezt werden könne, und glaubt, daß fich dabei eine geringe Majorität für Blaine herausstellen dürfte. Die Angelegenheit der schottischen Pächter und Kleinbauern hat gestern auch das Unterhaus beschäftigt, indem Serton an die Regierung die Anfrage richtete, ob ste beabsichtige, bezüglich der Lokalverhältnisse in den jegt von Ruheſtörungen heimgesuchten schottischen Distrikten in der nächsten Parlamentssession dem Hause neue Gesesvorschläge zu unterbreiten. Sir W. Harcourt glaubte in der vorstehenden Frage die Aufforderung an ihn zu finden, seine Meinung in der Weise zu äußern, als ob dort eine Beschönigung oder Berechtigung zum Friedensbruch und zur Nichtachtung der Geseze existire. In diesem Sinne fönne er die an ihn gerichtete Frage überhaupt nicht beantworten: er erachte die dortigen Vorgänge als gar nicht zu vertheidigen und entschuldbar. Wenn dort Beschwerden beständen, gäbe es andere Wege zur Abhilfe derselben. Die erfte Pflicht der Regierung in dieser Angelegenheit sei, Maßregeln zur Unterſtüßung der Polizei in der Ausübung ihrer Pflicht zu ergreifen und den öffentlichen Frieden zu wahren. Im Uebrigen halte es die Regierung für ihre Pflicht, auf Grund des Berichts der föniglichen Kommission so bald als möglich, und so weit fie es vermöge, auf gesesgeberischem Wege den Beschwerden der schottischen Kleinbauern zu begegnen. Bu den Wahlen. durch welche die Lernenden im steten Verkehr mit der Direk tion bleiben und wodurch legtere eine bleibende Kontrole über das Studium ausübt. Die Aussprache ist sowohl im Eng lischen wie im Französischen durch Zeichen dargestellt, durch welche eine forrekte Aussprache unzweifelhaft erzielt wird. Die ganze Anlage des Instituts gewährleistet eine ebenso sichere wie gründliche Ausbildung und kann Herren und Damen, vom 15. Lebensjahre ab, angerathen werden, fich dem Berein anzuschließen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Für KaufLeute mit entsprechender sprachlicher Bildung ist die Handelsforrespondenz in beiden Sprachen eingerichtet. wöchentlichen Beiträge variiren, je nach Busendung des Lehrmaterials, zwischen 50 Pf. und 1,50 Mt. Eingebendere In formation über den Verein( der nahezu 700 Mitglieder zählt) sowie über seine Lehrweise 2c. giebt das Programm, welches gegen Einsendung von 10 Bf. durch das Direktionsbureau, Brandenburgstraße 13, zu erhalten ist. Man braucht so schreibt die ,, Franff. Zeitg."- von dem taktischen Geschick der Vertreter der Sozialdemokratie im neuen Reichstage feine besonders hohe Meinung haben, um als bestimmt vorauszusagen, daß fie bereits in den ersten Tagen der Seffton einen Antrag auf Aufhebung des Sozialisten gesezes einbringen werden. Die alte Regel, das Eisen zu schmieden, so lange es heiß ist, gebietet ihnen das; denn eine so günstige Situation, wie jest, findet fich wahrscheinlich niemals wieder. Sie ziehen als die stolzeste Bartei in den Reichstag ein, nicht nur, weil sie relativ die meisten Wahlfiege errungen, sondern weil keine Partei sich in so hohem Maße Die Sympathien, ja man tönnte sagen, die Liebe ihrer bisberigen erbitterten Gegner erworben hat, wie fie. Es will in einem Wahlkampfe, in dem fich die feindlichen Parteien die schlimmsten Verläumdungen und Kränkungen angethan haben, etwas sagen, wenn eine Bartei, wie die Sozialdemokraten, von den Gouvernementalen, den Konservativen und Nationalliberalen als harmlos, als ehrlich und als national gepriesen wird. Diese günstige Gelegenheit muß benutzt werden, ehe die Liebtosungen in Vergessenheit gerathen, denen die Sozialdemokraten von Seite derer in den lezten Wochen gewürdigt word n find, welche bisher mit wahrer Wolluft das Ausnahmegesetz gegen fte bewilligt haben." Der Unterstaatssekretär Lord Figmaurice erwiderte auf eine Anfrage, der Regierung sei feinerlei Bestätigung des Gerüchtes zugangen, daß General Gordon von den Aufständischen niedergemacht sei. Das Einzige, was darüber vorliege, sei eine Mittheilung des französischen Konsuls an den englischen Ges neralfonsul Baring, wonach der französische Konsul gestern über Maffauah und Suatim erfahren haben wolle, daß Rhar tum gefallen und General Gordon niedergemacht worden sei. Die Mittheilung scheine aber nur eine Wiederholung der schon früher verbreitet gewefenen bezüglichen Gerüchte zu sein. Irland. Der in Dublin geführte Prozeß gegen den des Hochverraths angeklagten Fenier Patrick N. Fiß gerald endigte am Dienstag nach fünftägiger Verhandlung mit einer Freifprechung, weil die Geschworenen Zweifel in die Aussagen der als Belastungszeugen vernommenen Angeber Moran und Delany segten. Fizgerald wurde indeß nicht auf freien Fuß gefest, da er fich noch wegen angeblicher Betheiligung an einer Mordverschwörung zu verantworten hat. Egypten. Dem Khedive find heute mehrere von gestern batirte Depeschen des Mudirs von Dongola zugegangen, unter denen fich eine Depesche des Untergouverneus von Merawi befindet, die die Ankunft eines Boten aus Khartum meldet. Der gedachte Bote berichtete dem Untergouverneur von Me rawi, General Gordon habe bei Dmderman ein Gefecht mit dem Machdi gehabt, in Folge deffen der Machdi fich nach der 8 Stunden nördlich von Khartum gelegenen Ortschaft Elmargatt zurüdgezogen habe. Die Stadt Khartum sei fortgesezt auf allen Seiten von Aufständischen umgeben. Hierzu bemerkt die Germania": Die vier trag unj aut gem Em ung bege boch Nad Deru Den geb Gin We Em Die entg bei trau gran nicht ift. geru wo Sch R. beru mare felbe Biele Sach Ihne beiter Nam mit gar Dern ( alter nenb tag, ( Gr. Dele Rom Raffe b. Große Heiterteit. Der Kraftturner Herr Kohlig produzirte fich dieser Tage im Verein Berliner Künstler. Nach beendigter Produktion sprang er mit seinem üblichen Parforce Saße auf das Podium, um eine Ansprache zu halten. ,, Spreche ich vor Turnern", meinte er, so pflege ich die Sache vom turnerischen Standpunkte aus zu beleuchten". Dann fuhr er fort: Wenn Sie aber auch keine Turner find, so find Sie wenigstens Künstler". Diese Rangierung des Künstlers nach dem Turner erregte natürlich eine olympische Heiterkeit unter den zahlreichen Berühmtheiten des Pinsels und des Meißels. Ein g. Ein heftiger Zusammenstoß zwischen einem Pferde eisenbahnwagen der Linie Bülowstraße- Köllnischer Fischmarkt und einer Droschke 2. Klasse führte vorgestern Abend in der sechsten Stunde in der Leipzigerstraße, nahe der Mauerstraße, dadurch zu einer Beschädigung des ersteren Wagens, daß das Pferd der Droschke mit dem Kopfe in die mit der Firma von Rudolph Herzog bemalte große Scheibe rannte, so daß die felbe zertrümmerte. 8wei Damen, welche an der betreffenden Scheibe saßen, tamen glüdlicherweise mit dem bloßen Schreden Davon. Der an dem Zusammenstoß schuldige Kutscher der Droschke wurde von einem Schußmann aufgeschrieben. ähnlicher Unfall ereignete fich gestern Nachmittag gegen 2 Uhr in der Landsbergerstraße, woselbst einem Pferdeeisenbahnwagen der Linie Landsberger Allee- Rathhaus zwei Scheiben durch ein Pferd eines Rollwagens eingedrückt wurden. Ein Schußmann war nicht zur Stelle, aber der Führer des Rollwagens gab dem Kondukteur des betreffenden Pferdebahnwagens freiwillig seinen Namen und die Adresse, da er selbst einsah, daß sein Pferd, ein storriges Thier, allein das Malheur angerichtet hatte. Da wir unsererseits das Sozialistengesez und dessen Verlängerungen stets fonsequent bekämpft haben, so werden uns jedenfalls die Ausführungen fonservativer, freifonservativer und nationalliberaler Blätter aus den letzten Wochen, die wir sorgsam aufgehoben haben, ein volles Arsenal von Waffen liefern für diese unsere Auffassung. Auch die halben Widerrufe und die Abschwächungen der Ausführungen können daran nichts ändern, die fich z. B. jetzt schon wieder, weil die sozialdemokratischen Wahlstimmen faure Trauben geworden, in der Köln. 8tg. finden. Die Ausführung, daß man wohl einige Tousende, aber nicht Hunderttausende als Revolutionäre ansehen könne, ist eine allgemeine Sentenz, diese läßt sich einfach nicht widerrufen, außer durch das Bugeständniß, man habe Unfinn oder Lüge geschrieben. Beides aber hat die„ Köln. Btg." bis jest noch nicht gestanden. Die Frantf. 8tg." hat also ganz Recht, wenn sie glaubt, durch einen Antrag auf Aufhebung des Sozialistengesezes müsse den betreffenden Herren aus den Mischmaschparteien Gelegenheit gegeben werden, ein Unrecht, das diese jetzt so lebhaft empfinden, wieder gut zu machen". Ein gestern in Dongola angekommener Deserteur von der Armee des Mohdi in Berber berichtet, die Einwohner von Berber seien gegen den Gouverneur von Berber feindlich gefinnt, würden auch von General Gordons Dampfer stark be unruhigt und würden sich bei der Ankunft englischer Truppen sofort unterwerfen. Lebensmittel und Munition seien Inapp in Berber. Merito. Die Galveston News" veröffentlicht ein Tele gramm aus Nueva Laredo( Mexico), dem zufolge bei Gelegen heit der Wahlen der Staats- und Munizipal- Beamten für die Departements Coahuila und Nueva Leon ernste Krawalle in Saltillo, Sabinas, Hildago und Bustamente stattgefunden haben. In Saltillo sollen 5 Personen getödtet und 15 bis 20 verwundet worden sein. In Sabinas tam es zu einem Renkontre zwischen den Truppen und den Bürgern, wobei der Distriktsrichter, der befehligende Oberst, sowie 20 Soldaten getödtet wurden. Auch in Santa Catalina soll eine Anzahl von Personen das Leben verloren haben. Die Aufstände wer den den Versuchen der Regierung zugeschrieben, durch Anwendung von Truppen an den Wahlplägen die Einwohner zur Unterstügung der Regierungs- Kandidaten zu zwingen. " Westhavelland. Rickert( dfr.) 6151, v. Kleist( f.) 2316 Stimmen. Viele Ortschaften stehen noch aus. Frankfurt- Lebus. Bis jegt Struve( ofr.) 7376, v. Rosenstiel( f.) 3234 Stimmen. Ueber die Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten wird aus New- York unterm 10. ds. gemeldet: Die Wahlrevisions Komitees aller Kreise des Staates New- York werden morgen zusammentreten, um die Abstimmungslisten zu prüfen. Im Bezirke New- Dort wird diese Arbeit wahrscheinlich Kiel- Rendsburg- Neumünster. Soweit bis jetzt bekannt: Heinzel( Soz.) 8276, Hänel( ofr.) 8494 Stimmen. Jierlohn. Langerhans( dfr.) 10 559, Colemann( nl.) 7613 Stimmen. Einige Ortschaften fehlen noch. Pirna. Eysoldt( ofr.) 6236, Bate( t.) 3994 Stimmen. Die Wahl des Ersteren scheint gesichert. Gotha. Bis jetzt Bock( Soz.) 5168, Dr. Barth( dfr.) 4262 Stimmen. Lokales. in di jein, über Refu gen a zu no beidbr Bugl fucher Ditob waltu Ten a. Eine junge Frau, welche am 13. b. M. Abends in der Schönhauser- Straße vor einem Schaufenster stand, wurde in aufdringlicher Weise von einem Manne beläftigt, indem er fie unter beleidigenden Aeußerungen aufforderte, mit ihm ein Glas Bier trinken zu geben. Um weiteren Insulten des Mannes zu entgehen, trat die Dame auf den Flur eines Hauses und sah nun von da aus, daß derselbe Mann an der Mulackstraße eine andere Dame belästigte, die er sogar auf der Straße um armte. Diese entzog fich der Aufdringlichkeit durch die Flucht über den Straßendamm, und beide Damen machten nun ge meinschaftlich einen in der Nähe befindlichen Schußmann von den Vorfällen Mittheilung, welcher den Mann zur Feststellung feiner Persönlichkeit zur Revier- Polizei- Wache fiftirte, wohin aud Die beiden Damen folgten, um eine Anzeige über die ihnen widerfahrende Behandlung zu machen. Der Siftirte legitimite fich als der Kaufmann Lerch aus Frankfurt a. D., er ve weigerte jedoch jegliche Auskunft über die ihm zur Laft ge legten Handlungen und that beleidigende Aeußerungen gegen die Beamten. Es erfolgte seine Vorführung zum Kriminal fommiffariat, und da er auch jest jede Auskunft verweigerte, so wurde er heut der Staatsanwaltschaft vorgeführt. Polizeibericht. Am 13. d. M. früh wurde vor dem Grundstück Rottbuser Ufer 48-50 die Leiche des Arbeiters Diehr aus dem Landwehrkanal gezogen und nach dem Db duktionshause geschafft. Diehr war als Wächter bei den Böschungsarbeiten am Kanal angestellt, und ist anzunehmen, daß derselbe auf dem Baggerprahm an der Maschine gefeffen, eingeschlafen und so ins Wasser gefallen ist. An demfelben Tage, Abends, fanden zwei unbedeutende Brände statt un Wahlfuriosa. In einer Wahlurne im dritten Wahlfreise fand fich vorgestern folgender Zettel vor: Am Tage wählet Munkel, Den Brecher wenn es dunkel." In einer anderen Wahlurne in demselben Wahlkreise befand sich ein Bettel mit folgenden Strophen: Mein Bettel in die Urne fliegt, Ich wollt es hätte Dieß gefiegt. Wenn Munkel bei Gericht auch gut, Im Reichstag er nichts Gutes thut. Und die Partei von Brecher Wird alle Tage frecher!" g. Internationaler Sprachverein. Der Verein wurde am 1. Februar d. J. begründet und verfolgt den Bwed, seinen Mitgliedern auf naturgemäße Weise die englische und franim Ad mitgli anget! ichur leibig ichmer Beruf auf di Borto Staffen Damit tung d mitgli feierlic unnadh idreite gegen habe reichur Raffen Raffen zu bet ( Deffen Beneh ferner den und e Bierb Herr unter merter Unter blos, zwar Prenzlauerstraße 53, wo Werg in einer Tapezierwerkitait und Georgenkirchplay 3, wo Fenstergardinen in Brand ge - Am 14. d. M. früh brannten Stroh und Bretter in einem Keller des Hauses Pappelallee 138. Das Feuer wurde von der Feuerwehr in furzer Zeit gelöscht. rathen waren. 14 Tage in Anspruch nehmen. Der„ New- York Herald" kommt söfliche Boltssprache zu lehren und sie zu prattischen Linguisten auf das angebliche Komplott der republikanischen Führer, eine Stimmenmehrheit für Blaine zu sichern, zurüd nnd sagt u. A. begleitete diese Zärtlichkeit mit Tönen der Freude. Habicht batte seinen Arm um den Hals des Thieres gelegt und wandte fich an Friz. Sieb' dieses Thier, Frig, welcher Mensch würde mich so lieb haben? Betrachte einmal diesen Kopf, diese Augen, diese Bähne." Er drückte die Lippen des Hundes zurüd und ließ ihn seine Fangzähne sehen, mit denen der Hund hätte einen Büffel zerreißen können. Dann schüttelte er den Hund mit aller Kraft von fich, denn dieser verdoppelte seine Liebkosungen. auszubilden. Zur Erreichung dieses Bweds bedient fich der Verein vor allen Dingen einer Driginal- Sprachlehr- Methode, Du würdest nicht weit laufen." Gerichts- Zeitung. Der A eine G Hand Denn produ nun el im M doch n Das Gegen die Direktoren und Prokuristen der Berliner Diskonto- Gesellschaft die Herren Adolph v. Hansemann, Salomonson, Hecker, Russel und Sont wurde heute vor der 95. Abtheilung des hiesigen Schöffengerichts eine Antlage wegen Defraudation gegen das Reichsstempelgeset verhandelt Bei einer Revision der Skripturen der genannten Gesellschaft beanstandete die Steuerbehörde ein nicht mit dem Reichsstempel " Friß, wenn der Hund Dich an den Beinen gepact hielte, Krumbhaar in Wernigerode vom 9. Januar 1883, in welchem versehenes Schreiben an die Kommanditgesellschaft auf Aktien derselben der in Auftrag gegebene Ankauf von 200 Gothaer Ich so wenig wie irgend ein Anderer das glaube Pfandbriefen angezeigt und die Berechnung auf den nächsten Der Hund streďte fich am Ramin nieder, hielt die Keule pelpflichtiges Geschäft abschließendes erachtet und mangel Tag zugesagt wurde. Dieses Schriftstück wurde als ein Stem Stempelung die oben genannten verantwortlichen Personen wegen Stempelhinterziehung unter Anklage gestellt. Der Amts anwalt schloß sich der Auffassung der Steuerbehörde an und beantragte demgemäß gegen die Angeklagten eine Strafe von ,, Was meinst Du, wenn Dir Jemand auftrüge, ihm diesen je 20 Mart. Der Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. Haendig machte geltend, daß das inkriminirte Schriftstück fich lediglich als eine Das wäre ein gewagtes Ding," antwortete Fris lachend. Benachrichtigung über die Ausführung eines ertheilten Auf Frit hatte sich nachlässig in den rothledernen Armstuhl trags darstelle, daß es demnach weder ein Schlußschein, noch und eines seiner Beine auf einem vor ihm stehenden Schemel Schriftstück gehöre so recht eigentlich zur üblichen Handels Laß mich, Ajar! ich weiß ja, daß Du mich lieb haft; Du bist ja mein einziger Freund. Wenn ich Dich nicht hätte, wer würde mich dann lieben? Du gutes Thier!" Er schloß die Thür wieder zu. Einen Hund, wie diesen Ajax, hatte Fris noch nicht gesehen. Wer ihm allein im Walde begegnete, würde einen wahrhaften Schreden gehabt haben. Seine Söhe war über drittehalb Fuß: er war ein furchtbarer Angriffshund mit breiter, platter Stirn, feiner Haut, ein Ge webe von Nerven und Muskeln. Er war der Inbegriff von Kraft und Gewandtheit zugleich. Habicht hatte sich wieder gefeßt und streichelte mit ftolzer Freunde den Kopf seines Ajar. Mit wichtiger Miene zählte er die vortrefflichen Eigenschaften seines Hundes her. Das Thier schien ihn zu verstehen, es schmiegte fich mit freudigem Knurren an. ich schon." mit seinen Vorderpfoten und zerriß fie in kleine Stüde. Habicht sah ihm so innig erfreut bei seiner Arbeit zu. Selbst Der härteste Knochen zerstückelte unter den gewaltigen Zähnen dieses Thieres. ,, Sieh', Friß! dieser Hund erwürgt einen Wolf mit dem ersten Biß; der Geruch fehlt ihm leider, aber Anmuth und Kraft vereinigen fich in ihm. Er ist ein ganz vollkommenes Thier; besonders gut ist er zur Wildschweinsjagd abgerichtet. Jedes Mal, wenn uns ein Rudel dieser Thiere begegnete, fürchte ich für meinen Ajax, denn er geht furchtlos in den Rudel hinein." Knochen zu entreißen?" fragte der Jäger. Friß war unwillkürlich gerührt von der Liebe dieses Mannes zu seinem Hunde und der Anhänglichkeit und Treue, die dieser für seinen Herrn hatte. Sie blickten einander tief und innig in die Augen, als verstanden sich ihre Herzen ganz und gar. hingestreckt, ließ den linken Arm auf der Lehne des Stuhles ruben und blies dabei spiralförmige Tabafswöllchen gegen bann wandte er sich wieder an den Alten: Hebn gebot feglich große mürb ganze beit n Denn Leben bat, Norm Berm Früh blieb Denn Der Lang Stan Erfte bie Fittlid genof fich forrespondenz Bum Ueberfluß überreichte der Vertheidiger den die Dede. Er betrachtete immer noch den herrlichen Hund; über das fragliche Geschäft erhaltenen Schlußschein und eine rode eingesandte Berechnung, welche mit dem erforderlichen beglaubigte Abschrift der am 10. Januar v. S. nach Wernige Stempel versehen worden ist. Aus diesen Gründen beantragt er die Freisprechung seiner Mandanten. Der Gerichtshof adop tirte diese Ausführungen und sprach die Angeklagten de Welch' eine Stärke!" fuhr Habicht fort. Sieh' Frig, er hat seine Stride zerrissen, um mich aufzusuchen, einen sechsfach gedrehten Strid! Wer fann ihn nur wieder angebunden haben?- Da Ajar fang!" ,, Höre, Habicht, Du giltst also besonders viel bei Deinem Herrn Mit diesen Worten warf er ihm den Rest der Rehkeule zu. Die Kinnbacken des Thieres trachten, als er den Knochen fing, und Habicht sah seinen Gefährten mit freundlichem Lächeln an, als er fagte: Ja, Gott weiß es!" antwortete er; ,, ich bin nicht allein sein Begleiter, ich fann sagen, ich bin sein Vertrauter. Alles was ihn persönlich angeht, theilt er mir mit. Ich bin weniger fein Untergebener, als sein Freund. D, Du glaubst nicht, Fris, welch' ein vortrefflicher Mann dieser Graf ist." Der Alte sentte traurig den Kopf zur Erde und murmelte ingrimmig: D, die schwarze Here!" Eigenthümlich! Auch in Friß war unwillkürlich der Gedanke an die schwarze Here aufgetaucht, und ein Frösteln überlief bei der Erinnerung an dieses seltsame Wesen seinen Rücken. Woher dieser Gedanke eben jegt fam, weshalb er dieses Frösteln jegt bekam?... Er konnte sich keine Rechenschaft darüber ablegen aber Beides war da. Da wurde die Stille durch ein bumpfes, tiefes Murren, ähnlich dem Grollen eines noch entfernten Gewitters, unterbrochen. Stärker und stärker wurde das Murren. Staunend sahen Beide auf den Hund, der noch halb frei. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. t. Ein Massenmeeting der Arbeiterpartei fand anlä lich der Verkündigung des Wahlresultates im 6. Reichstag wahlkreise am Donnerstag Abend auf dem alten Viehhofe in der Brunnenstr. statt. Um 8 Uhr Abends war die Verfin digung festgefeßt, um 7 Uhr jedoch füllte bereits eine viel einer Weise, daß thatsächlich kein Apfel zur Erde konnte und immer seinen halbzernagten Knochen zwischen den Vorderpfoten mußten. Draußen sammelte fich nunmehr eine unübersehbare hielt und mit erhobenem Kopfe und funkelnden Augen zu horchen schien. Er horchte, und zornig sträubten fich die Haare seines langgestreckten Rüdens. Frig und Habicht blickten sich einander erschrocken an, aber tein Geräusch, fein Laut war zu hören. Selbst das Toben des Windes draußen hatte sich gelegt. Nichts regte sich, nur der Hund setzte sein dumpfes Knurren fort. ( Forthegung folgt.) 11 Menschenmenge an, welche das Hauptgebäude wie eine lebende Mauer umwogte und mit den im Saale befindlichen im inni gen Conner blieb. 10 Minuten vor 8 Uhr erschien der Polizei- Liew tenant mit seiner Begleitung, mit lautem Hurrah begrüßt. Blas für unsern Lieutenant" ertönte es aus vielen Kehlen, zur Seite Podium. So wurde vor ihm noch Niemand auf Händen ge Den S gufb Serr Berg Ber Lage murd wählt Derfat momi Der Berli Nove Tage t er 8= Cie ere 11, ein ufs 18er Sn lt) Ses au, toach ce che om et Sie Ters teit Des de arft Der age, Das Don Die ben den Der Ein 16: gen ein cann gab illig fein chtet 6 in urde met ein nnes und traße um lucht ge D011 Tung auch hnen mirte Der it ge gegen inal gerte, Dem weiters Db Den men, effen, Telben und fitatt ge und Das rliner mann, or der ntlage andelt fchaft tempel Aftien elchem othaer ächften Stem angel rfonen Amts und fe von machte Is eine Eine allgemeine Versammlung der Töpfer Berlins| und Umgegend findet am Sonntag, den 16. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, in Seefelds Bierhallen, Grenadierstr. 33, statt. Tages- Ordnung: 1. Wahl eines 2. Vorsitzenden und Kassirers. 2. Die Innungen im Gegensatz zu den Fachvereinen. Referent Herr Meißner. 3. Geschäftliches. Ferner wird den Töpfern befannt gemacht, daß jezt das Bentral- Kaffen- Statut von der Dresdener Behörde genehmigt ist und der Anschluß in den nächsten Tagen bewerkstelligt wird. Die Kommission der Drechsler macht hiermit darauf aufmerksam, daß mit dem 15. d. Mts. die Frist abläuft, welche es Mitgliedern anderer Kaffen möglich macht, ohne Untersuchung der zentralisirten Hilfskaffe beizutreten, auch die Vorlegung der Altersgrenze von 45-48 Jahre kommt in Wegfall. Die Zahlstellen befinden sich: SO., Wrangelstraße 136 bei Nieffett, Reichenbergerstr. 24 bei Schröber; S., Alte Jakobstr. 105 bei Pfeifer, Hitterstr. 123 bei Sodle; C, Fischerstraße 24 bei Geride; N., KI. Hamburger- und Elsasserstraßen- Ecke bei Volland; SW.. Mittenwalderstr. 57 bei Schubert; O., Andreasstraße 44 bei Wiesig. Auch wird darauf aufmerksam gemacht, das Montag, den 24. November, die erste Mitglieder- Versammdaß Montag, den 24. November, die erste Mitglieder- Versamm lung behufs Wahl stattfindet. tragen. Gleich darauf erschien auch der Wachtmeister, durch unfichtbare Kraft aus der viellöpfigen Menge herauswachsend, auf der Bildfläche, während etliche pfiffige Ruheftörer stumm gemacht wurden. Punkt 9 Uhr betrat, geleitet vom Stadto. Ewald, Abg. Singer den Saal. Das Haus erdröhnte von ungebeuren Beifallssalven, welche von den draußen Stehenden begeistert erwiedert wurden und allmälig mit einem Singerhoch" wie mit einem harmonischen Akkorde in der Stille der Nacht verklungen. Tausendstimmige Hurrahs ertönten wieDerum, nachdem Stadtv. Ewald das Wahlresultat verkündet, den Arbeitern und ihrer Partei den Siegeskranz auf's Haupt gebrüdt hatte. Ein wenig Ruhe trat erst ein, als Abgeordneter Singer das Wort nahm und sich etwa, in nur sehr beschränkter Weise verständlich, folgendermaßen äußerte:" M. H.! Der Empfang, der mir hier bereitet wird, beweist mir, daß auch die Wähler des 6. Wahlfreises mir ihre vollste Sympathie entgegenbringen und daß die Versuche des Herrn Stöcker, mich bei den Arbeitern zu diskreditiren, mißlungen find. Das Vertrauen, welches Sie dem Manne, der heute hier auf das Pro gramm, wie ich, gewählt worden ist, entgegenbringen, läßt es nicht zweifelhaft, daß auch er fein Verräther an unserer Sache ift. Sie werden möglicherweise noch einmal an die Arbeit gerufen werden, da es Brauch ist, die Wahl da anzunehmen, wo der Steg am schwersten erfochten worden ift. sch weiß zwar zur Zeit noch nicht, welche Entscheidung der . Hafenclever treffen wird; sollten sie aber noch einmal berufen sein, Zeugniß abzulegen von Ihrer Ueberzeugung, so wäre dies ein Beichen hohen Vertrauens, dann zeigen Sie diefelbe Freudigkeit und Opferwilligkeit, welche zu einem gleichen Biele führen wird, wenn auch dem Namen nach verschieden, der Sache nach doch dasselbe. Und nun gestatten Sie mir, daß ich hnen den Dant ausspreche, indem ich rufe: die Berliner Arbeiterpartei lebe hoch."- Nachdem auch Stadtver. Ewald im Namen der Arbeiterpartei gedankt hatte, ergoß fich die Menge mit nicht endenwollenden Hochrufen ins Freie. Polizei war gar nicht zu sehen, nur ein harmloser Nachtwächter stand plauDernd am äußeren Thore. 17 h. Zur außerordentlichen Generalversammlung der ( alten) ortsstatutarischen Kranken- und Sterbefasse der Maschi nenbauarbeiter, welche von der Verwaltung der Kaffe auf Sonnlag, den 16. b. M. in den Wintergarten des Bentral- Hotels ( Gr. Friedrichstr.) einberufen ist, ersucht uns die von der KaffenDelegirtenversammlung am 3. März cr. gewählte Proteft Kommiffion" um Notiznahme von ihrer, an alle Kollegen und in dieser Versammlung so zahlreich als möglich am Blage zu jein, da die von der Verwaltung angekündigte Aufklärung" Resultat ihrer( der Mitglieder) seitherigen Willenskundgebunüber die Sterbefaffe ein für die Mitglieder höchst erfreuliches gen zum Inhalte bat. Die genannte Kommission bemerkt hierzu noch, daß sie sich nur deshalb vorerst auf diese Andeutung beschränke, weil sie der Verwaltung nicht vorgreife wollen. Bugleich theilt uns die Kommission unter dem gleichen Er fuchen mit, daß die Gewerbebeputation des Magistrats am 24. Dftober er. Die an fte gerichtete Beschwerde eines Kaffen- Verwaltungsrathsmitgliedes der( alten) Maschinenbauarbeiter- Kranfen- und Sterbekasse über eine ihm( jenem Mitgl. d. Verwaltr.) mitglieder von einem Kaffenbeamten vom Rendanten S. angethane brutale Beleidigung der gröbsten Art, sowie beziehungsweise über die erfolgte Zurückweisung der vom Beleidigten zunächst bei der Kaffenverwaltung vorgebrachten Beichwerde gegen den Rendanten S. abgelehnt hat, unter Berufung darauf, daß fich das magistratische Aufsichtsrecht nur Zwei große Versammlungen der Tischler finden am Sonntag, Vormittags 10 Uhr statt. Eine für SD., und S. im Vereinshause Süd- Ost, Waldemarstraße 75, während die Andere für N.W. und N. im Eisteller, Chauffeeftr. 88 stattfindet. In beiden Bersammlungen steht auf der Tagesordnung Die hohe Bedeutung, der Durchführung der Minimallohntarife, für das Erwerbsleben der Berliner Tischler; sowie die Wahl von Vertrauensmännern für diese Bezirke. Eine öffentliche Versammlung der Graveure, Ciseleure und verwandten Berufsgenossen, findet am Montag, den 17. d. M., Abends 8 Uhr, in Nieft's Salon, Kommandantenstr. 71-72 an der Beuthstr. statt, mit der Tagesordnung: 1. Welche Bedeutung hat die Erhebung einer gewerblichen Statistit für die Intereffen der Gehilfen und für die Prinzipale. 2. Wahl einer Vertrauenstommission. Die bereits im Besitz der Formulare befindlichen Arbeitgeber resp. Fachprinzipale sind eingeladen und verspricht die Versammlung eine höchft rege zu werden, da die qu. Angelegenheit das lebhaftefte Intereffe des ganzen Berufskreises wachruft. Der Fachverein der Tischler hält am Montag, den 17. d. M., Neue Grünftraße 28, eine außerordentliche Generalver ſammlung ab, mit der Tagesordnung: Beschlußfaffung über einige Rechtsschußanträge und Besprechung wichtiger Vereinsangelegenheiten. Quittungsbuch legitimirt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Sonnabend, 22. d. M., findet da selbst das Tanzkränzchen des Vereins statt. Billets vorher bei den Herren Krug, Frankfurterstraße 59, IV, Böhm, Johanniter ftraßr 10, Hof III, Friese, Waldemarstraße 38, und Wolter, Lothringerstraße 24, III. Für die Mitgliederversammlung des Fachvereins der Schuhmacher am Montag, den 17. b. M., Abends, bei Teichert, Neue Grünstraße, lautet die wichtige Tagesordnung: 1. Raffenbericht. 2. Wahl eines Kafftrers. 3. Stellungnahme zur Lohnbewegung. 4. Verschiedenes und Fragelasten. tasse für Frauen und Mädchen u. 1. w.( E.§.) Offenbach Die Mitglieder der Zentral Kranken- und Begräbnißam Main, halten am Sonntag, den 16. November, in Nieft's Saal, Kommandantenstr. 72, eine öffentliche Mitglieder- Versammlung ab, in welcher nee Mitglieder aufgenommen wer den. Da der 1. Dezember nahe herangetreten ist, so fordern wir noch einmal alle gewerblich beschäftigten Frauen und Mädchen auf, sich aufnehmen zu laffen, die Aufnahme geschieht ohne ärztliche Untersuchung vom 14. bis 45. Lebensjahre. auf Raffenmitgliedern erstrecke. Nach Ansicht der Kommission wäre hält am Montag, den 17. d. M, eine außerordentliche Ver Damit mitgliede in einer großen Kaffenversammlung am 5. Dftbr. d. J. ung es mit der Erfüllung der von einem Verwaltungsraths feierlich abgegebenen Versicherung hält, die Verwaltung werde unnachfichtlich strenge gegen jeden Beamten der Kaffe einschreiten, der sich eines anmaßenden, ungebührlichen Verhaltens gegen babe damals jenes Verwaltungsrathsmitglied zur Ein Der Fachverein der Möbelpolierer Berlins( f. g. A.) ftraße 31-32 ab und ladet hierzu sämmtliche Selbstständige wie Gehülfen( ganz gleich welcher Branche) ein, recht zahlreich zu erscheinen. Eine Mitglieder- Versammlung des Vereins zur Wahrung der materiellen Intereffen der Fabritarbeiter findet am Montag den 17. b. M., Abends 8 einhalb Uhr, in dem Vereinshaus Südost, Waldemarstraße 75, statt. T.- D.: Wahl eines zweiten Vorftßenden und Kassirers. 2. Vortrag und Diskussion. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden eichung derartiger Beschwerden über Beamte bei der Raffenverwaltung aufgefordert, nachdem unmittelbar vorher ein Raffenmitglied, unter Hinweis auf das schon seit vielen Jahren aufgenommen. bellagende, nur mit einen unparlamentarischen Ausdruck ( deffen fich der Redner auch bedient) richtig zu bezeichnende spricht am Sonntag Vormittag 10 Uhr Herr Schäfer über Benehmen der Kaffen- Beamten gegen die Mitglieder und unter den Maffenaustritt aus der Krantentaffe als unvermeidliches Versammlung der Mitglieder statt. fernerem Hinweis auf den erhöhten Kassenbeitrag von 51 Pf., und einziges Abhilfsmittel in Aussicht gestellt hatte. In der freireligiösen Gemeinde, Rosenthalerstraße 38, Des Lebens Räthsel". Butritt steht Jebem frei. Am Montag Abend 8 Uhr findet Niederwallstr. 29 eine beschließende Gesang- Verein Harmonia". Stimmbegabte Herren, Bierhallen) sprach am Montag Abend der Stadtverordnete gefälligst im Vereinslofal melden. Auch passive Mitglieder Im Fachverein der Schmiede( Vereinslokal Gratweil'sche welche geneigt sind, dem Gesangverein beizutreten, wollen sich Herr Gördi in äußerst interessanter, von lebhaftem Beifall unterbrochener, circa fünfviertelstündiger Rede über die Hands regelmäßig Sonnabends, von 9-11 Uhr Abends im Vereinswerter und Arbeiterfrage, zunächst betonend, daß er einen lokal, Restaurant Schumann, Alte Jakobstr. 38, statt.- Am Unterschied zwischen Beiden nicht anerkennt. Arbeiter sei nicht Sonntag, den 16. d., Nachmittags 5 Uhr, findet bei Pärsch, blos, wer mit den Händen arbeitet, sondern ein Jeder, der sich finden daselbst Aufnahme. Die Uebungsstunden finden der Allgemeinheit nüglich macht. Die Kleinmeister sollten nicht Freunde des Gesangvereins willkommen find. eine Grenze groischen fich und uns aufrichten, sondern mit uns Hand in hand gehen zum Kamuf gegen das Großkapital, denn allein find sie nicht im Stande gegen die Maffenproduktion der Industrie erfolgreich zu fämpfen. Redner giebt nun eine ausführliche Schilderung der Entwicklung des Handwerks im Mittelalter. Nur durch soziale Reform sei etwas zu erreichen, doch müffe da zuerst angefaßt werden, wo es am nöthigften ist. Das größte Uebel sei die Ueberproduktion an Arbeitskraft, welche Rebner mit einer Waare vergleicht, deren Werth sich nach Angebot und Nachfrage regelt, deshalb zuerst Beseitigung der großen Bahl der Arbeitslosen. Das kann nur durch den ge feglich eingeführten Normalarbeitstag erreicht werden und würde dies in erster Linie dem Arbeiter, alsdann auch der ganzen Gesellschaft zu Gute lommen, durch das Recht auf Arbeit würden Tausende vom Verbrechen zurückgehalten werden, denn Roth fennt fein Gebot. Wer da lebt, hat das Recht zu leben, folglich auch das Recht auf Arbeit und wer das Recht bat, der hat auch die Pflicht zu arbeiten. Demnach ist der Normalarbeitstag der Eckstein der ganzen Sozialreform, ferner Verminderung der Frauenarbeit und Verbot der Kinderarbeit. Früher ging der Mann seinem Berufe nach und die Frau blieb bei den Kindern, heute sei es in vielen Fällen umgekehrt, Denn überall verdränge die billige Frauenarbeit die theurern der Männer. Schon in den fünfziger Jahren, als Professor Langenfert und Geheimrath Hoffmann Erhebungen über den Stand der Industrie und Landwirthschaft anstellten, sagte Ersterer: Jeder Aufschwung der weiblichen Arbeit, welche bie männliche verdrängt, ist ein Greuel Auf ΠΟΡ Diefes andels er ben id eine vernige erlichen antrage abop n bes anlas stage Berfin hofe in ne viel faal in ante und werden febbare lebende m inni Bei- Liew Blas ar Seite fich aud auf das ben ge fittlichung." genoffen, Der Es ea der Ent fich dem Verein anzuschließen. den Verfall des Handwerks, besonders im Wagenbau und Hufbeschlag- Gewerbe, und beklagt den Mangel an Fachschulen. Herr Drewig weist nochmals auf die Biele des Fachvereins im Bergleich zur Innung hin und bittet die Kollegen, fleißig die Lage sei, uns diesem Ziele näher zu bringen. Bu Punkt 2 Werbetrommel zu rühren, damit der Verein auch bald in der wurde Herr Kuhlbrod, Mauerstr. 26, zum 2. Schriftführer ge wählt. Alsdann verlas der Schriftführer den vom Vorstande verfaßten, an die Schmiede Deutschlands gerichteten Aufruf, womit die Versammlung ihr Einverständniß erklärte. Schluß Berufs sei deshalb Pflicht jedes Berufs mit feiner Familie ernst meint, Herr Tobler schildert der Versammlung 11 Uhr. Berein zur Wahrung der Interessen der Korbmacher Berlins und Umgegend. Versammlung: Sonntag, den 16. November, Vormittag 9% Uhr, bei Otto, Adalbertstraße 21. Tagesordnung: Vereineangelegenheiten. Hollmannstr. 40, eine gemüthliche Zusammenkunft statt, wozu Biehung vom Freitag, den 14. November. ( 300) 312 692 144 148 223 474 396 458 723 928 189 276. 24152 921 836 688 21 512 977 621( 300) 868 282 709 359 883 459 361 54 774 745 3 383 904( 1000) 665 314 853. 25982 631 668 909 220 769 648 83 892 871( 300) 174 40 809 851 511 980 436 125. 26130 465 916 268( 300) 487 670 749 348 259 973 91 320 331 79 952 886 639( 300) 930 206 462 300 478 358 205 399 255 649 354. 27736 855 529 576 679 354 957( 300) 223 503 374 930 573( 1000) 471 203 932 961( 500) 760 68 121 432. 28634 11 917 723 107 791 5 892 349 93 300 939 175 630 356 958 869 83. 29700 778 773 186 661 212 523 339 469 258 606 601 257 217. 30347 733 431 544 709 479 983 30 343( 500) 327 207 24 206 336 435 634 820 522 680 838 973 199 266 858 160. 31377 810 246 211( 1000) 842( 500) 876 239( 300) 721 328 863( 300) 871( 300) 701 422 29 214 688 159 287 716( 1000) 253 164 965 378 510( 300) 741. 32477 67 810 275 113 874 439 408 972 650 603 887( 300) 858( 300) 576 506 359 397 214 480( 300) 522 239 618( 300) 337( 500) 941 372 499 282 682. 33210 101( 500) 212( 3000) 804 843 654 156 153 242 953 509 202 45 578 757 322 38 579 518 79 338 632 913( 500). 34498 233 932 483 799 149 334 872 137 741 117 23 303 378 898 204 271. 35877 504 972( 300) 944 ( 300) 798 234 402 500 418 9 689 755 347 666 619 323( 300) 378( 500) 38. 36000 813( 300) 622 401 674 429 903 301 478 875 54 333 370 899 495 548 764 787 912 756 551 200 272( 1000) 148( 300) 22( 300). 37228 917 366 108 834 51 309 810 853 559 611 185 935 613( 3000) 101 993 484( 3000) 38473 618( 500) 383 910 786 164 574 183 141 419 788 390 327 267. 39804 367 5( 300) 590 591 680 945 348 944 343 559 494 826( 500) 555 658 709 346 132 504. 40864 187( 300) 258 491 9 177 198( 3000) 283 740 659 634 704 206( 500) 257( 3000) 398 832( 15000) 63 33 465 16 400. 41417 935 560 605 564( 500) 106( 1000) 499( 3000) 408 467 651 232 599 771 526 623( 3000) 701 62 54 864 540 400( 300). 42345 836 880 757 935 967 970 801 554 771 585 513 589 527 22 38 624 794 855 47 334. 43769 479 ( 300) 942 993 62 159 512 995 672( 300) 172 210 670 295 232 591 269 971( 1000) 919 79( 1000) 648 452 184 194 605 81 58 164 178 268 131 950 913. 44074 377 206 800 961 ( 500) 650 317 202 174 470 407 893 829 929 431. 45160 ( 300) 73 403 142 57 543 851 296 332( 300) 866 114 643( 300) 366 357 38 17 657 766 80 635 781 761( 500). 46033 533 980 139 459 966 821 482 434( 300) 421 773 435 290 380 449 592 97 200 890 140 756 991 563 478 505. 47782 996 873( 300) 469 796 744 5 406 278( 1000) 745 99 749 884( 500) 336 700 516 307 535. 48000 625 741 612 141 151 144 138 942 865 216 693 649 273 428 284 85 321 358 984 179 553 107 905 11 662. 49831 929 253 349( 1000) 463 375 286 918 392( 300) 771 641 748 692 880 587 546 289 294( 300) 106 431 898 896 221 768. 50000 576( 1000) 283 319 457 663( 500) 888 171 460 865( 300) 868 349 857 48( 300) 523 563 252( 3000) 425 405( 300). 51673 695 227 394( 1000401 993 545 369 710 675 212 158 226. 52721 315 42 975 69 660( 1000) 877 106( 300) 76 205( 300) 540 331 416( 500) 618 18 27 291 738 510 230 962 336. 53000 228 602 970 979 417 244 150 105( 1000) 776 896 559 114 949 905 597 692( 500) 824( 300) 400 721. 54787 371 990 600 653 811( 1000) 778 880 181 21 724 46 114 205 109 894 236 732 139 545. 55193 730 978( 300) 641 953 269( 500) 459 644 248 89 360 952 129( 300) 935 914 139( 500) 915 187 912 524 56407 406 988 962 813 107 476 166 204 483 ( 3000). 23( 300) 372 524 465 774 745 351 428 112 920 295 649 200 695. 231 412 128 387 409( 1000) 805 798( 500) 457( 300) 929 57803 857( 3000) 706 948 716 383 482 916 228. 58266 574 382 735 908( 500) 926 861 219 959 339. 59891( 500) 648 859 89 338 47 980 232 425( 300) 184 955 857. 60076 192 589 396 576 858 374 655 280 34 639 100 650 238 583 762 519 427 973 979 398 911 142 902( 1000) 61715 534 612 234 980 21 960 277 88 367 92 2 71 453 223 739( 1000) 173 477 110 906 896 34 835 705. 62225 889 119( 300) 891 725 515( 300) 296 413( 3000) 809( 500) 580 345 625 460( 300) 333 280 555 431( 1000) 317 536 928 790 63599 ( 300) 686( 500) 912 462 445 759( 500) 626( 1000). 565 746( 1000) 852 705 576 686 864 246( 300) 957 96 661 634 194 435( 300). 64363 806 161 719 311 679 323 627 919 245 655 920 157 132 370 402. 65531 74( 300) 110 532 107 535 489 15( 300) 951 784 901 868 140 698 218 263 ( 500) 681 209 740 797 36 726 366. 66831 144 149 913 906 641 913 892 56 617 863 637 619 466 703 854 225 438 410 935 91( 300) 499( 300) 12 588 751 786 878 291 632. 67322 176 790 58 77 87 652 347 750 676 989 25( 1000) 292 516 732 662( 300) 377 458 567( 300). 68670( 300) 13 525 168 69871 117 69 727 394 15 749 469 812 566 975 947 289. 790 975 249 963( 500) 48 185 365 755 763 105 645 102 452 388( 300). 70923 269 762 479 318 802 236 885 557 238 435 590 85 847 444 615 489. 71125 42 974 455 580 908 971 156 288 992 808 278 57 155 818 319 573 245( 300). 72595 2 330( 3000) 991 606( 300) 415 287( 300) 918( 300) 999 888 ( 300) 876 873 452( 1000) 667 587 880 966 171 160. 73000 156( 1000) Tagesliste der Königl. sächsischen Landeslotterie. 88.( 174932 896 436 281( 3000) 49 593 855 330 235( 1000) ( Ohne Gewähr!) 399 449 447( 1000) 520( 1000) 363 726 516 836( 300) 580( 300) 152 428 760 947( 300) 95 888( 300) 732 664 154. 1217 751 624 538 502 897 743 246 68 28 142 70 565 912 459( 300) 1 988 954 547 887 758 469 516 948 920( 500) 80 497( 1000) 799( 1000) 794. 2081 357 283 413 514 410 494 880( 3000) 67( 300) 239 984 2 57 122 528 788( 300) 572 957. 3663 397 351 803 582( 3000) 282 508 372 6 849 451 641 908 837 950 146 203 368 440 710 114. 4174 82 641 224 578 206 819 79 136 281 290 303 647 87 895 974 423 686 125 737( 300) 354 875. 5928 90 779 682 321 212( 1000) 352( 300) 545 657( 500) 317 629( 1000) 344 274 723 662 103( 500) 767 150 712 895 575. 6880 600 232 912( 300) 515 50 451 419 429 631 151 359 245 638 584 319( 300) 194 842 720 162. 7933 985 11 51 696 307 965 293 444 103 700 363 254 87 352 540 338 572 527 659. 8186 744 456 59 929 483( 1000) 249 397 305 60 189 241 618 177 965 418 234 680 806 40 882 697 219 365. 9701 142 444( 300) 795 889 145 673 151 166 671 261( 300) 536 897 297 326 376 158 214 526 798. 10631 806 212 68 686 870 664 272 328 732 965 854 641 43 542 861 699. 11455 656 835 908 326( 300) 901 539 ( 500) 571 709 464 995. 12681 824 99 826 465 304 100 355 ( 300) 296 932 5 46 946 121 148 385 513 599 643 62 853 909. 13008 176( 300) 224 24 791 583 944 690( 500) 226 701 823 714 720 947 482 213 142 135 913 147( 300) 635 626 485. 14664 779 704 77 419 675 94 565 398 214 194 717 359 63 280 161 290. 15117 485 604 949 500 38 505 181 218 889 540 421 871 766 975 252 881 476 719 559 396 308 848 164. 16273 270 338 893( 300) 887 935 922 149 432 727 135( 300) 45 420 480 280. 17996 122( 500) 509 739 105 858 56 820 540( 1000) 999 670( 300) 822 627 85 542 943 231 439( 1000) 875 436 87 803. 18822 770 618 992 961( 300) 470 369 467 767 217 45 250 176( 300). 19995 641 512 385 812 851 161 131 579 601 26 81 76 335 396 107245 89. 20976 817 225 801 245 870 694 251 746 231 38 816 702 810 988 341 62 164 996. 21344 867( 300) 96( 3000) 191 465( 300) 150 229 954 839 313 734 169 620( 500) 357 541 307 89 546 538 590 505 868 845 282. 22060 703 835 606 750 741 332 362 11 270 33 780 812 360. 23567 15 781 607 198 356 261 159. 75959 428 68 521 703 787 856 198 645 932 166 50 979 149 943 325 8 347 391 174 523 353 123 533 76557 342( 300 331 985 984 419 234 541 ( 500) 789 873 119( 300) 238 423 543 528 679 156 648 611 947. 77866 600( 300) 870 457( 300) 379 622 784 462( 500) 123 413 398 155 803 945( 5000) 446( 500) 215 670 128 755 ( 300) 235 207 936 368 140. 78578 79( 300) 752 71 746 541 712( 300) 159( 3000) 804 570 62 808 742( 300) 27 254. 79535( 300) 103 462 760 500 749 518 7 75 939 677 787 ( 300) 9 284( 500) 68 943 565 113 562 175. 80829 163( 500) 158 543 521 229 238 731 981 644 ( 1000) 757 162 794( 500) 208 577 106 939 145. 81239 301 315 697 222 91 220 948 946 27( 3000) 633 803 216 684 405 855 267 392 782 45. 82940 633 673 98 55 292 466 311 218 425( 300) 169 230 805 134 430 240( 500) 982 238 875 403 989 248 145 782. 83152 979 1 354( 500) 215( 3000) 918 527 506 130 686 442( 3000) 321 383 289 56 669 260 988 515 131 806 849 790 855 919. 84303 539 94 975 902 511 83 780 919( 1000) 869( 500) 871 295 957( 3000) 191 805 85747 701 671 503 327 976 265 728 186 403 756 157 ( 3000) 87 155 509( 1000) 623 717 313 767, 86122 855 153 303( 3000) 351 760 334 76 773 673 276 833 938 689 205 287 483 310 496 212 473 59. 87355 781 188 455 19 850 ( 5000) 753 635 569 221 694 234 62 492( 1000) 726 24 700 441 478 948 85 504 328. 88563 439( 1000) 122 129 800 468 416 685 822 791 176 871 233 98 564 587 932 598 341 996 154. 89576 721 911 377 330 14 600 988 927 207 886 388 281( 300) 488 398 83 983 567 213 829 555 220 968 532 828 766 127 910 414( 3000) 716( 300). 90397 676 872 780 861 402 858 613 647 866 218 762 100 38 875 202 976 381 781 589( 1000) 829 47( 3000). 91438 125 654 695 254( 1000) 478( 300) 773( 300) 905 547 475 911 331 131 457 506 808. 92595( 300) 656 693( 3000) 18 427 543 532( 3000) 671 362 293 321 776 923 636( 300) 628 493 418 926 868( 3000) 318( 1000). 93638 667 223 968 758 403 450 850( 300) 620 897 634 456. 94280 828( 3000) 685 510 541 102 615( 1000) 452 374 924 675 23 701 43 855 550( 3000) 937 920 524( 1000) 295. 95443( 3000) 993 752 410 78 4 797 440 649 939 56 702 513 787 293. 96724 975 389 623 228 930 260 139( 3000) 59 412 234 773 155 235 927 324 799. 97272( 3000) 947 801 798 951 982 159 697 270( 300) 565 472 767 782 857 402 149 267 26 644 22 783. 98804 440 516( 3000) 693 936 676 956 10 854 486 488( 500) 794 911 667 820 175 341 885 245 553 502. 99618 722 840 816( 300) 592 378 637 743 272 591 812( 1000) 706 608 451 552( 1000) 448 45 417 758 509 748 7 279. Briefkasten der Redaction. Die Sprechstunde der Redaktion ist von jetzt ab nur noch Mittags von 12-1 Uhr. R. N. Besten Dank. Theater. Königliches Opernhaus: Sonnabend: Tristan und Isolde. Königliches Schauspielhaus: Sonnabend: Die Piccolomini. Deutsches Theater: Sonnabend: Wilhelm Tell. Bellealliance- Theater: Sonnabend: 41. Gastspiel der Kgl. Hofschauspielerin Franziska Ellmenreich. Zum 3. Male: Wera. Renes Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Sonnabend: Gasparone. Walhalla- Operetten- Theater: Sonnabend: Gillette. Oftend- Theater: Sonnabend: Wegen Vorbereitung zu dem amerikanischen Sensations- Schauspiel: Im Lande der Freiheit" ge schloffen. Central- Theater: Alte Jakobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Sonnabend: Auftreten des Fräulein Anna Grünfeld. Sum 22. Male: Der Walzer- König. Gesangspoffe in 4 Atten D. W. Mannstädt, Mufit v. G. Steffens( Novität!) Vittoria- Theater: Sonnabend: Ercelfior. Residenz- Theater: Direktion: A. Anno, Blumenstraße 9. Sonnabend: Bum 48. Male: Die Sirene. Schwant in 3 Atten Zwei Leserinnen. Die Abnahme der Heirathslust, die Sie bezweifeln, ist eine allgemein anerkannte Thatsache. Um Ihnen einige Bahlen zu geben, greifen wir auf die neueste Statistik der interessantesten aller Städte Paris zurüd. Im Dezember 1884 gab es in Paris 557 054 unverheirathete Mädchen und nur 446 297 verheirathete Frauen( Wittmen mitgerechnet) 440 022 verheiratheten Männern und Wittwen standen 621 569 ledige Männer gegenüber. Wir denken, diese Bahlen genügen. Zwei Wettende, Wrangelstr. 60 a. 10. Januar. A. F. Wir werden uns die Sache überlegen. Eriftirt eine freie Hilfskaffe für Färber und Beru genossen? Vielleicht kann einer unserer Abonnenten hier Auskunft geben. E. Richnow. Bis zum 12. waren es 19, jest find e dabei eine Doppelwahl. -m- Zu unserem Bedauern nicht geeignet. 舉 Fahren Sie so fort. 3. N. Es datirt vom Jahre 1871. 5. G. 111. 1) Nein. 2) Unbekannt. Isabella. Trau- schau wem. Am Sonntag den 16. November, Vormittags 10%, Fachverein f. Schloffer u. Berufsgenossen. findet in der„ Urania", Wrangelfir. 9-10, eine Heute( Sonnabend), Abends 8%, Uhr, Versammlung in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79. Tages- Ordnung: 1. Verlesen der Beschwerdeschrift an das Kriegs- Ministe rium betr. unserer Konkurrenz in den Militär- Büchsenmachereien. 2. Beschlußfaffung über dieselbe. 3. Aufnahme neuer Mittglieder. 4. Beschlußfaffung betreffs Anschaffung des Amtl. PatentBlattes. Oeffentliche Arbeiter- Versammlung ftatt. Tages Ordnung: Wie verhalten sich die Berliner beiter zu den Fach- Vereinen der materiellen Interessen welcher Organisation schließen sie sich an. 1290] [ 1279 5. Verschiedenes und Fragekasten. Gäfte stets willkommen. Um recht zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. Verein der Berliner Metallarbeiter. Montag den 17. November, Abends 8 Uhr, findet in den Gratweil'schen Bierhallen eine Mitglieder- Versammlung natt. Tages Ordnung: Vortrag. Geschäftliches. Frage taften. [ 1288 Es wird dringend ersucht, recht zahlreich zu dieser Versammlung zu erscheinen. Gäste willkommen. Der Vorstand. Fachverein der Tiller. Montag, den 17. November, Abends 8 einhalb Uhr, in Jordans Salon, Neue Grünstraße 28. Außerordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: Besprechung wichti ger Vereinsangelegenheiten. Rechtsschußanträge u. s. w. Das Quittungsbuch legitimirt. Neue Mitglieder werden aufge1303 Der Vorstand. nommen. von P. Ferrier und A. Valabrégue. Vorher: Ich bin Arbeiter- Bezirksverein Glückauf. Wittwe. Lustspiel in 1 Akt von Paul Blumenreich. Wallner- Theater: Sonnabend: Bum 49. Male: Der Raub der Sabinerinnen. Souisenstädtisches Theater: Direktion: Josef Firmans. Sonnabend, Nachm. 21 Uhr: 78. Gastspiel der Liliputaner. Bum legten Male: Sneewittchen und die Bwerge. Abends: Wohlthätigkeits- Vorstellung. Dorf und Stadt. Gewöhnliche Preise. Alhambra- Theater. Wallnertheaterstraße 15. Heute, Sonnabend: Die Lieder des Musikanten. Volksstück mit Gesang in 5 Aften von R. Kneisel. Vor der Vorstellung: Großes Ronzert, ausgerührt von aus 20 Mufttern bestehender Kapelle, unter Leitung des Kapells Sonnabend, den 15. November, Abends 8 einhalb Uhr: Gemüthliches Beisammensein mit Familie bei einem guten Glase Bier, in den Industriehallen, Mariannenstr. 31-32, wozu ergebenft einladet und um zahlreichen Besuch bittet 1309 Der Vorstand. Fachverein der Schlosser. Versammlung am Sonnabend den 15. d. M., Abends 8 einhalb Uhr, bei Gratwells, Kommandantenstr. 77-79. Tagesordnung: 1) Verlesung der Eingabe an das Kriegsminifterium. 2) Diskussion. 3) Aufnahme neuer Mitglieder. 4) Verschiedenes. 1302 Der Vorstand. Gewerkschaft d. Maschinenbau- Metallarbeiter und verwandten Berufsgenossen. Sonntag, den 16. Novbr. 1884, Borm. 10 Uhr, in der Norddeutschen Brauerei meiſters Herrn Ludwig Clauftus. Anfang des Konzerts 7 Uhr, 1. ordentl. General- Versammlung! der Vorstellung 7% Uhr. Todesanzeige. Das Mitglied Franz Goderr aus Wilten D.-Pr. der Bentral Kranten und Sterbefaffe der Tischler u. s. w. ist am 12. November im St. Hedwigs- Krankenhause verstorben. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 16. November, Nachmittags, von der Leichenhalle des St. Thomas- Kirchhofs statt. Um rege Betheiligung bittet P. Hundt. Von Reise zurückgekehrt, wieder zu Vorträgen erbötig 1296] Guttzeit in Friedenau. Arbeitsmarkt. 1297] Eine Wenderin verl. Meyer, Bernauerstr. 31, Hof IV. Harmonikasp. bill., F. Winkel, Gr. Frankfurterstr. 132a, 1 Tr. Stebbierhalle und Restaurant Don MAX KREUTZ Admiralstr. 40. Cottbuserplalz ( Ate Linde.) Reichhaltiger Frühstückstisch, Gutes Bairisch Bier à Glas 10 Pig. Sonntag, den 16., Vormittags 10 Uhr, Großes Gänseausschieben. W. Schilke, Adalbertstr. 23. Heut Abend Gänse- Ausschieben 1308 1294] Fr. Hannemann, Muskauerstr. 36. 1244 0. Proksch, Schuhmachermstr., 1216 Staligerstraße 104 im Keller, empfiehlt fich zur Anfertigung von Herren- und Damenstiefeln in sauberfter Ausführung. Reparaturen schnell und billig. bester Qualität, Rauch, Kau- und Schnupf Cigarren abate, Cigarrnespigen und Shag- Pfeifen in großer Auswahl empfiehlt M. Meyer, Fruchtstraße 36 a im Freischüb. 1134 Alte Stiefel& err., Dam. u. Kind., fowie Repar. u. Beft. reell u. sehr bill. N. Friedrichstr.100. 1292] 1 Stand neue Betten bill. 3. verk. Waldemarstr. 67, IV. I. Eine Maffen- Versammlung der Berliner Kürschner findet am Sonntag, den 16. November, Nachmittags 4 Uhr, im Schüßenhause, Linienstraße 5, statt. Tages- Ordnung: 1. Wie ist die Befferstellung der Arbeiter in unserem Gewerbe zu schaffen? Ref.: G. Rödel 2. Wahl einer Lohn- Kommission. Das Erscheinen eines jeden [ 1291 Kürschners ist Ehrenpflicht. Frete Hilfskaffe der Drechsler und verwandten Berufsgenossen. ( Eingeschriebene Hilfskaffe Nr. 48, Hamburg.) Die Mitglieder Aufnahme und Bahlstellen befinden fich: Alte Jakobstr. 105 bei Pfeifer, Fischerstr. 24 bei Geride, An breasstr. 44 bei Wirfich, Reichenbergerstr. 24 bei Schröder, Wrangelftr. 136, im Lotal Elfaffer- und Kl. Hamburgerstr.- Ede und bei Julius Müller, Naunynftr. 78 im Lokal. 1305 Halbfährlicher Kaffenbericht. Decharge. Wahl der außscheidenden Vorstandsmitglieder. Alle Mitglieder müffen am Plage sein. Statutenbuch legitimirt. [ 1282 Der Vorstand. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht Magazin für Herren- Garderoben. Alle Mann zu Fuss. 148 Moritz- Platz 148 empfiehlt eleg. Anzüge von 24-50 Mk. Beinkleider von 5-18 Mk. Paletots von 15-50 Mk. Bestellungen nach Maass prompt und Das billig. Stottbuferstraße Herren- ottbuserstraße Nr. 1, früher Linde. und Nr. 1, früher Linde. No Die Der Einberufer Arbe die A Die b beiter bober Stein Weif Schl ihnen Bor Dem Des das bei n wolle Bisc gesche febre au fe gäng wurd geber wat weni mode Spri Artal fenti für d fich i Bwie wenn Tage feines Im Anic Stadt ( wah würd leider und 5 Mark an. Kaisermäntel 2c. W. J. Wolff, Billigfte Quelle. und Mon Arbe [ 1186] Rottbuserstraße 1( früher Linde). fübre Wir Fisch gefud thn e an fe baup KnabenConfections- Geschäft Don W. J. Wolff. Kottbuserstraße 1, ( früher Linde) empfiehlt seine reichhaltige Auswahf zur gegenwärtigen Winter Saison: Winter Paletots von 18 Mart an bis zu den feinsten Sorten. Buckskin- Herren- Anzüge von 33 Mark an bis zu den feinsten Sorten. Knaben- Anzüge von 5 Mart, Knaben- Paletots von Meinen Freunden und Bekannten die ergebene Mittheilung, daß ich eine Cigarren und Tabakhandlung in der früheren Sinde( Admiralstraße 40) eröffnet habe. Alle Arten Rauch, Kau- und Schnupftabat, echt ruffische, türkische und amerikanische Tabate. Gegründet 1870. Fritz Goercki, F13 Admiral- Strasse No. 40( frühere Linde) Siegfried Simon, Drantenstr. 159. gegenüber Ludauerstr. Gegründet 1870. Oranienstr. 207. Ede Stalizerftr. Herren- Mode- Bazar. Das Leber waru Don thre mag, Hatn leider haber reicht in of Der Befe anich bung in de ware das Thei ange Abfa Dam einm in D Dam reit 1 1307 ber S feber bann Die ber nute Dem Rive Her bleib Viel ande Zur Wintersaison empfehle mein Lager hocheleganter fertiger Herren Garderobe zu den denkbar solidesten Preisen, als: Fracks verliehen. werden Winter- Paletots von 35, 40, 45-60 M. Kammgarn- Gesellschaftsanzüge 40, 50-60 M. Promenaden- Anzüge( englisch) 33-50 M. Raisermäntel 24-45 m. Jagdjoppen, vorzüglich sizend, 15-20 M. Hierbei bemerke, daß sämmtliche Stoffe den renommirtesten Fabriken entnommen find, so daß nur besonders günstige Massen- Einkäufe es mir ermöglichen, bei wirklich reeller Bedienung solche Preise zu notiten. Das Stofflager ist mit den elegantesten Neuheiten der Saison ausgestattet und werden bestellte Sachen unter Garantie des vorzügl. Sigens geliefert. Siegfried Simon. Berantwortlicher Redakteur N. Gronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Gegründet 1870. สิน 1 elner Ame bab libri wied Ber Der gefta Bor Schaf Sieran eine Beila Ame Die fold Berui biera Be gen ten Den of ). [ 13 de 1, 2 ung ner en ht. rufer Nr. 192. Beilage zum Berliner Volksblatt. Sonnabend, den 15. November 1884. Die soziale Lage der arbeitenden Klassen Quartier aus, das mit Mauern umgeben und mit Thoren ge in Egypten zur Beit der Pharaonen. ( Aus der Züricher Bost.) III. Unter andern Dokumenten, welche die Auslöhnung von Arbeitern und Soldaten in Nahrungsmitteln erwähnen, mögen Die Berichte zweier Schreiber Namens Rauisar und Keniamen, Die beide in dem Kommissions- Departement für öffentliche Ars beiten unter Ramses dem Großen angestellt waren, hervorge hoben werden. Jeder berichtet seinem Vorgesezten, daß er den Steinarbeitern und dem Wachpersonal in der vorgeschriebenen Weise ihre Rationen verabfolgt habe, wobei Kauisar am Schluffe seines Briefes die Bemerkung macht:„ Ich verabfolge ihnen die Nahrungsmittel allmonatlich nach der vortrefflichen Borschrift meines hohen Oberen." Ein gewiffer Canna sagt in dem Bruchstücke eines Briefes, der von den Vergnügungen des Landlebens handelt, ausdrücklich von den Jägern, daß ste das Wild hereinbringen und dafür ,, in Brot" entlohnt werden, bei welcher Gelegenheit man sich ins Gedächtniß zurückrufen wolle, daß nach Tuauuf Sekharta der Weber, wenn er ein Bischen frische Luft schöpfen will, den Thürhüter mit Brotgeschenken geneigt machen muß. Von diesem regelmäßig wiederfehrenden Beamten läßt sich nicht annehmen, daß er des Brotes au feiner Nahrung bedarf; er ist einfach der Bestechung zugänglich und Brot ist baares Geld. " " schloffen ist, wie der alte römische Ghetto. Wir werden nicht zurüdgeben," entgegnet ein gewiffer Kheftamen den Polizeibeamten, die nach ihm ausgeschickt find. Geht und berichtet Eurem Hauptmann, was wir sagen; es ist die Hungersnoth, die aus uns spricht!" Mit ihnen zu verhandeln, ist vergeblich. Es war große Erregung vorhanden," schreibt der Oberaufseher in seinem Notizbuche. Ich gab ihnen die ernstlichste Antwort, deren ich fähig war, aber ihre Worte waren aus dem Grunde des Herzens." Durch das Beschwichtigungsmittel halber Rationen zufriedengestellt, fehren sie endlich an ihre Arbeit zurück. Aber nach Verlauf von zehn Tagen ist Der Srife wieder in vollem Gang. Khons, der Leiter deffelben, fordert seine Genoffen zur Selbsthülfe auf. ,, Laßt uns hingehen," sagt er, zu dem Lagerhause auf dem Uferdamme, und mögen die Leute des königlichen Befehlshabers diesem sagen, was wir gethan haben." Der Rath, faum noch gegeben, ist bereits in Vollzug gesetzt. Sie brechen fich mit Gewalt Weg nicht zu dem start verschloffenen Hause, sondern zu der Umzäunung desselben. Der Hausverwalter Amen- nethtu macht ihnen Gegenvorstellungen, giebt ihnen etwas und bewegt sie, nach ihrem Viertel zurückzukehren. Wieder nach elf Tagen bricht der Aufruhr von Neuem los. Der Kommandant von Theben findet beim Vorübergehen die Leute auf dem Grundstücke hinter dem Tempel des Seti am nördlichen Ende der Todtenstadt fizen. Sie schreien ,, Hungersnoth" und der große Mann giebt ihnen Anweisung auf 50 Maß Korn im Namen des Pharao, der einen Eid geschworen hat," wie er sagt, daß Ihr nicht hungern sollt." Der Pharao hat aller Wahrscheinlichkeit nach niemals etwas von diesen kleinen lokalen Aufständen gehört, wie er auch niemals das Bittge such empfangen hat, daß die armen Burschen einen Monat zu vor an ihn gerichtet hatten. Davon haben sie keine Ahnung. Das Wort Pharao ist für fie gleichbedeutend mit einer allsehenden und allwissenden Vorsehung und getroft gehen fte ihres Weges. Dem Systeme der monatlichen Auslöhnung der Arbeiter wurde wahrscheinlich der Vorzug vor dem der wöchentlichen gegeben, weil es für den Kornhausbeamten das bequemere war; für den Arbeiter selbst erwies es fich nichts weniger als vortheilhaft. Im alten Egypten wie im modernen Europa ist der Arbeiter noch immer, wie das Sprichwort sagt, nicht der Vorsichtigste gewesen. Die beiden Artaben Korn, die er am Ersten jeden Monats erhielt, reprä fentirten eine gewiffe Summe Geldes; verhältnißmäßig reich für den Augenblick und gedankenlos wie ein Kind, schaffte er fich schleunigst für die erhaltenen Borräthe möglichst viel Del, Bwiebeln, Linsen, Feuerholz und Kleidungsstücke und wenn es ging, Palmwein oder Gerstenbier an. Ein vierzehn Tage lang fortgesettes Wohlleben brachte ihn auf den Boden feines Kornfrugs und am 15. schrien seine Kinder nach Brod. Im Museum von Turin befindet sich ein Papyrus, der allem Anscheine nach das Notizbuch eines Oberaufsehers der Todtenstadt von Theben aus dem 29. Regierungsjahre des Ramses ( wahrscheinlich Ramses III.) ift. Dieses interessante und merl würdige Dokument versegt uns mitten unter die nothleidende Bevölkerung jenes verkehrsreichen Stadttheils und zeigt uns, wie der Verfaffer des Buches, Hatnetthu, und gewiffe Priester der Todtenstadt am ersten Tage des Monats Tybi( 27. Dezember) von einer Deputation aus dem Arbeiterviertel aufgesucht wurden. Sieh," sagte der Wort führer ,,, wir befinden uns dem äußersten Elend gegenüber. Wir haben weder Brod, Del noch kleidung, wir haben feinen Fisch, wir haben kein Gemüse. Schon haben wir ein Bitt gesuch an unsern erhabenen Herrn den Pharao gerichtet und thn ersucht, daß er uns diese Dinge gebe; wir wollen uns jetzt an feinen Befehlshaber wenden, daß er uns einstweilen überhaupt etwas zur Friftung unseres Daseins gewähre. Nun ging Das am Ersten eines Monats vor sich, an dem die regelmäßige Lebensmittel Vertheilung fällig war, und wir erfahren nicht, warum fte nicht stattfand. Vielleicht war der Magazinbeamte von seinem Boften abwesend, oder es hatten vielleicht die Leute ihre Bezüge schon im Voraus erhalten. Wie dem auch sein mag, der positive Nothstand läßt sich nicht ableugnen und batnetthu und die Briester gewähren ihnen, sei es aus Mitleiden, oder um die Sache dem Dhr des Königlichen Befehlshabers fern zu halten, eine Tagesration. Wie weit fie damit reichten, wiffen wir nicht, aber wenige Wochen später find fie in decken. Rationelle Ausgrabungen würden hier natürlich die Im Ozean begraben. Eine Reiseerinnerung von W. L. Derder" von der Hamburg- Amerikanischen Dampfschifffahrtsanfchickte. Das schöne Schiff lag an der gewöhnlichen Lan bungsstelle der Dampfer dieser Gesellschaft, im Hudson River, in der Nähe Hobokens, gegenüber von Newyork. Es war ein herrlicher Junimorgen, als der Dampfer Auf dem Schiffe herrschte ein reges Leben, die Matrosen maren emfig damit beschäftigt, die Takellage zu ordnen und Das Deck zu reinigen; das Maschinenpersonal fäuberte zum Theil die Maschine, zum Theil hatte es bereits seine Funktion angetreten, die Refsel geheizt und Alles an der Maschine zur Abfahrt flar gemacht. Gine dide Rauchwolle entströmte dem Schornstein des Dampfkoloffes; der Ingenieur des Schiffes überzeugte sich noch einmal durch eine peinliche Kontrole der Maschine, ob Alles in Ordnung sei; dann ertönte der dumpf brüllende Ton der Dampfpfeife als Beichen, daß das Schiff zum Auslaufen be große Menschenmenge auf teit fet. Währenddessen hatte fich eine ber Brücke angesammelt, welche der Abfahrt des Schiffes zu sehen wollte. Noch einige Male ertönte die Dampfpfelfe; So lautet in furzen Zügen dieser merkwürdige gleichzeitige Bericht über den ersten Strike, von dem die Geschichte zu melden weiß. Erst in dem Stile gehalten, wie alle Berichte, etwas fahl und nüchtern; die Thatsachen jedoch sind voll einfachen, menschlichen Intereffes. Hungrig, ungestüm, zum Aufruhr drängend, so wird der Arbeiter des alten Egyptens geschildert, als o er leibhaftig vor uns stünde. Er schreit nach Brod in einem Tone, der selbst nach 32 Jahrhunderten noch nicht völlig zum Schweigen gebracht ist. Bufrieden, wenn er genug zu effen hat und sein Rüden nicht allzusehr vom Stocke heimgesucht wird, leicht zur Revolte geneigt, leicht beruhigt und noch leichter zu regieren, ist er das moralische Vorbild seines Nachkommen vom heutigen Tage. Doch geht die Parallele noch weiter. In seiner äußern Beschaffenheit, seinen Sitten und Gewohnheiten war der befitlose Egypter der Vorzeit der ältere Bruder des jezigen Nilthalbewohners. Blicke man nur auf die Grabgemälde, dort wird man ihn sehen, in derselben Form geprägt, mit derselben enganliegenden Haube und demselben Zendentuche, mit demselben Handwerkszeuge arbeitend, dieselbe Haltung beobachtend, den Boden mit denselben Inftrumenten bebauend, kurz genau dasselbe Leben führend, wie es noch heut geführt wird. Ja noch mehr, wir haben das Handwerkszeug und die Instrumente selbst in unsern Museen und ste stimmen in aller und jeder Hinsicht überein mit dem Handwertszeug und den Instrumenten, wie fte Tag für Tag noch auf den Bazars jeder fleinen Provinzialstadt des Landes verkauft werden. Es ist leichter, den alten Fellah oder Handwerker bei sei ner Arbeit zu studiren, als ihm in sein Heim zu folgen; doch find die schmugigen Ruinen des Arbeiterviertels von Theben untersucht worden, während Hunderte von namenlosen Hügeln, gleich großen braunen Ameisenhaufen die vergessenen Dörfer der Landbevölkerung aus den Tagen der Vergangenheit be= der Bitte, fte für Arbeitsleistungen auf dem Schiffe mit nach Hamburg zu nehmen. Der Kapitain, ein jovialer, freundlicher Mann, hatte den Bitten nachgegeben und so waren ungefähr fünf Personen auf dem Schiffe, die auf diese Weise sich die Ueberfahrt verschafft hatten. Diefelben wurden zu verschiedenen leichteren Arbeiten beordert; auf Deck, in der Küche und zum Reinigen der Räume. Einer derselben, ein Mann von ungefähr 35 Jahren, trug ein ganz besonders betrübtes Wesen zur Schau. Er gab auf die an ihn gerichteten Fragen nur Inappe Antworten und wich, wenn irgend möglich, weiteren Fragen aus. Allem Anschein nach war der Mann sehr leidend, man sah es ihm an, daß ihm die übertragene Arbeit sehr schwer wurde. In der Hauptsache war dieselbe gerade nicht schwer zu nennen; er hatte den Logir- Raum der Matrosen und des unteren Maschinenpersonals zu reinigen, denselben Effen aufzutragen und ähnliche Verrichtungen auszuführen. Ob indessen fein Leiden nur ein äußerliches war?- Wer fonnte es wiffen! Vielleicht erwarteten ihn in der alten Heimath Weib und Kinder, von denen er fich getrennt hatte unter der Voraussegung, ihnen in der neuen Welt eine beffere Eristenz fchaffen zu können und denen er nun entgegeneilte, arm, blutarm, nachdem er seine ganze Habe in der neuen Welt verIoren?! Der Herder" glitt pfeilschnell durch die Wogen, die nur dann wurden die Taue und Ketten des Schiffes losgemacht, leicht von einer schwachen Brise bewegt wurden, Troßdem machte sich bei verschiedenen Baffagieren die Seekrankheit geltend und namentlich schien der oben erwähnte, schweigsame Mann unter derselben zu leiden. Die Flagge gehißt und die Maschine in Bewegung gesetzt. der Buschauer von der Landungsbrüde, und in wenigen Mis Langsam entfernte fich das Schiff unter den Hurrahrufen nuten war die Brücke den auf dem Schiffe Befindlichen aus Doch wenn auch die leicht bewegte See die Fahrt zu einer dem Gesichtskreise entschwunden. Bald war auch der Hudson verhältnismäßig angenehmen machte, so erzeugte andererseits River durchschifft und unter voller Dampfkraft lenkte der Herder" in den Dzean ein. Das schöne Wetter lockte alle Paffagiere, an Deck zu bleiben; es mochten ihrer wohl gegen 200 auf dem Schiffe sein. ein starter Nebel ein Gefühl der Unbehaglichkeit. Schon zwei Tage und Nächte befanden wir uns auf hoher See und noch immer wollte derselbe nicht weichen. Endlich, am dritten Tage durchbrach die Junisonne den Nebel und Alle athmeten freier Biele wollten nur eine Besuchsreise nach Deutschland machen, auf, vor Freude, nunmehr eine freie Aussicht in den Ozean zu andere waren Willens, dem freien Amerika dauernd den Rücken zu fehren und wieder Andere einer bedauerlichen Lage und diese befanden sich in hatten fich in Bezug auf das, was Amerika den Einwandernden bietet, getäuscht; fie hatten ihr Hab und Gut in Amerita zugefeßt und nur noch taum soviel librig behalten, daß fie die Rückreise nach dem alten Baterlande wieder antreten konnten. Man fonnte mithin verschiedene Phyfiognomien beobachten. Bergnügte, ernste und sehr traurige Gefichter; auf manchem der Letteren zeugten die vorhandenen Furchen von der aus gestandenen Noth und dem erlebten Elend des Inhabers. Außer den bereits genannten gab es noch einige Leute an Bord des Schiffes, die weder den Passagieren noch der Mann fchaft zugezählt werden konnten. Diese Aermſten waren in Amerita total heruntergekommen, fie wollten wieder zurüd in die Heimath, aber es mangelte ihnen an dem Reisegeld. Unter haben. Doch nein, nicht Alle! Der schweigfame Mann war wäh rend der Fahrt noch tränker und schweinsamer geworden. Viel leicht hatte ihn das Benehmen des Schiffspersonals- welches belanntlich im Allgemeinen ein abstoßendes ist- vielleicht auch Das, was ihn in Deutschland erwartete, dem das Schiff näher und näher rückte, trübsinniger gestimmt. Troß des herrlichen Tages und der ruhigen See, sehen wir ihn recht betrübt den Morgenkaffee in den Matrosenraum hinab tragen. Auch wir Paffagiere begaben uns ins Bwischendeck, um unferen Morgenimbiß, bestehend aus Kaffee und etwas Brod, einzunehmen. Das schöne Wetter und die überstandene See frankheit hatten eine fröhliche Stimmung bervorgerufen; zum ersten Mal sah man lauter vergnügte Gefichter. Da, auf einmal hörten wir auf Deck ein Boltern und folchen Umständen hatten fie fich an den Kapitän gewandt mit Rufen wir stiegen die schmale Treppe hinauf und sahen, wie 1. Jahrgang. erforderlichen Kosten nicht decken. Doch sind vor einigen Jahren zu Kafr- el- Syad und in noch einigen anderen kleinen Anfiedlungen aus der Ptolemäischen Zeit von demEngländer W. Flinders Petrie Nachgrabungen angestellt worden, aus denen sich ergab, daß jede kleine Wohnstätte einen Bau für sich bildete. Selbst wo der Grund und Boden so werthvoll ist, daß zwischen den einzel nen Häusern nur ein Raum von 12 Boll gelassen werden fonnte, ist jede gemeinsame Mauer gewissenhaft vermieden. Jede Hütte hat ihre halbkreisförmige Feuerstelle aus Biegelsteinen mit Lehm verpuzt und manche Häuser weisen eine thürlose Nebenkammer auf, die nur von oben zugänglich ist und zum Aufbewahren des Korns oder anderer Vorräthe diente. Jeder einzelne an Ort und Stelle gefundene Gegenstand zeugt von der äußersten Armuth der Bewohner. Die Asche auf den Herdstellen zeigt, daß damals wie heute noch Unkraut und getrockneter Dünger das einzige Feuerungsmittel der Armen waren. Einige wenige Steinhämmer und Feuerstein- Scheiben, sowie ein Kehrichthaufen mit Bruchstücken von groben Thongefäßen, das war die einzige antiquarische Aus beute, durch welche der Forscher sich belohnt fand. Bedeu tungsvoller und interessanter ist eine Entdeckung, die kürzlich Profeffor Maspero in den Ruinen des Arbeiterviertels von Theben gemacht hat. Hier fand er neben Knochen, Schutt und zerbrochenen Handwerksinstrumenten eine große Anzahl roh beschriebener Topfscherben, die sich, soweit sie zu entziffern waren, als eine Art von Kerbholz Anweisungen darstellten, mit Notizen über Zeitarbeit und Lohn in Naturalien betrigelt. Die Abgeschiedenheit, welche unsern alten Fellah während seines Lebens in seiner fleinen Wohnstätte umgab, war ihm im Tode versagt. In der Armenabtheilung der Stadt des Schweigens gab es keine gesonderten Gräber. Billig auf Staatsfoften einbalsamirt, nachläffig eingewickelt, oft in grobes Flechtwert eingehült, oft in Palmblätter gehüllt und mit Balmbaft zugeschnürt, findet man die Leichen der Armen, Seite an Seite, Lage auf Lage in toloffalen Massengräbern aufgeschichtet. Ihnen folgten nicht die Opfergaben für das jen feitige Leben, die Bildnisse der Götter, die Papyrusrollen mit den heiligen Texten, zur legten Rubestätte. Ein aus den Knoten eines Strides geschlungenes Armband, ein Paar aus Stroh geflochtener Pantoffeln, eine Instrumentasche oder viel leicht eine Haue oder ein Hafen find die einzigen Erinnerungszeichen an seine zum Leiden geschaffene Persönlichkeit, die dem Sohne des Bodens in das Grab gefolgt find. Die Mumien in diesen Massengräbern find namenlos. Arm, wie er im Leben war, verlor der Arme im Tode das leßte, was er hatte, seinen Namen! Sokales. Neue Chanffee durch den Grunewald. Der Fiskus pro jeftirt eine neue Chauffee mitten durch den Grunewald. Die selbe soll sich vom großen Stern abzweigen, die Zeltowerstraße bis zum Teufels- oder Torfgraben verfolgen, dann an diesem Graben entlang führen und schließlich in die vom Kaisergarten nach Schildhorn führende Chauffee etwa in der Mitte derselben zwischen der nach dem Pichelswerder führenden Bontonbrüde und Schildhorn münden. Die Strede am Teufelsgraben entlang ist eine der schönsten Partieen des Grunewalds und auch für einen Chauffeebau wegen des ebenen Terrains am besten geeignet. Eine Aktiengesellschaft geht ferner damit um, wie der Anz. f. d. H." hört, vom Bahnhof Grunewald im Anschluß an die Pferdebahn vom Kurfürstendamm her auf der neuen Chauffee später eine Pferdebahn etwa bis zur Bontonbrücke und vielleicht auch nach Schildhorn zu bauen. Auf diese Weise würde der Grunewald, der Pichelswerder und Schildhorn direkt mit dem Herzen Berlins verbunden werden. t. Im Intresse des Publikums, insbesondere zur Vermeidung von Bestrafungen wegen Gewerbesteuerkontravention wird darauf hingewiesen, daß jeder, der ein selbstständiges vier Matrosen einen Mann trugen, in dem wir beim Nähertreten den schweigsamen Deutschen erkannten. Seine Arme hingen schlaff herab, die Augen waren gebrochen und aus der von den Matrosen entblößten Brust quoll ein dider Blut strom. Er hatte selbst Hand an fich gelegt; die Matrosen fanden ihn in ihrem engen Schlafraum am Boden liegend, daneben ein Pistol, deffen Lauf deutlich die Spuren frischen Gebrauchs trug. Schnell war der Schiffsarzt zur Stelle; er konnte jedoch nur das Tödtliche der Wunde fonstatiren. Nach taum fünf Minuten verschied der Unglückliche, ohne einen Laut von sich gegeben zu haben. Die Fröhlichkeit des Morgens hatte einer ernsteren Stimmung Play gemacht. Der Verstorbene erregte tiefes Mitgefühl, ob gleich Niemand wußte, weshalb er die unselige That verübte und Keiner außer den höheren Schiffsoffizieren seinen Namen und feine Herkunft tannte. Als der Abend seine finsteren Schatten über den Dzean breitete, gab der Kapitän Befehl, die Leiche nach Seemannsbrauch einzufargen. Ein großes Stüd Segeltuch erfüllte diesen 3wed; nachdem dasselbe genügend befestigt war, wurden in daffelbe einige größere Eisenstücke eingenäht, dann das Ganze mit der Leiche auf ein Brett gebunden und die Einsargung der Leiche war damit beendet. Die zehnte Stunde war bereits verstrichen, als einige dazu beorderte Seeleute sich anschickten, den Verstorbenen zu be graben, d. h. dem Meere zu übergeben. Ringsum im weiten Dzean herrschte tiefes Schweigen, nur das Rauschen der Wogen war vernehmbar. Auch auf dem Schiffe war es verhältnißmäßig sehr ruhig; ein großer Theil der Baffagiere batte fich zur Ruhe begeben und die auf Wache befindliche Schiffsmann schaft verharrte schweigend auf ihren Posten, nur das eintönige Stampfen der Maschine unterbrach die Stille der Nacht. Die Schiffsleute hoben die Leiche auf die über Ded be findliche Schanzkleidung, fast die ganze Schiffsmannschaft soweit fle nicht auf Wache war mehrere Schiffsoffiziere und ein großer Theil der Baffagiere traten hinzu. Der erste Offizier gab ein Beichen, worauf zunächst die Seeleute und dann auch Die übrigen Umftehenden ihr Haupt entblößten. Einer der Leichenträger sprach ein kurzes Vaterunser; dann schoben dieselben auf einen Wink des Offiziers das Brett über die Schanzfleidung; ein leichter Aufschlag und die Wellen des Dzeans sangen dem Begrabenen das Grablied. Der Herder" hatte eine gute Fahrt, nach kaum zwölf Tagen erreichten wir Hamburg. Doch über dem Schiffe waltete ein Unftern, der freundliche Kapitän desselben hat später ebenfalls selbst seinem Leben ein Ende gemacht, und schon seit faft zwei Jahren ruhen die Trümmer des schönen Schiffes auf tiefem Meeresgrunde an der Küste New Fund lands. Ein starker Nebel war bie Veranlassung, daß es scheiterte; glücklicherweise ging fein Menschenleben dabei ver Ioren. stehendes Gewerbe anfängt bezw. betreibt, in allen Fällen, auch wenn wegen zu erlangender Konzession bei dem Königl. Poli zei- Präfidium Anzeige zu erfolgen hat, bei der Königl. Direktion für die Verwaltung der direkten Steuern- Hinter dem Gießhause 1 zur Vermeidung der gefeßlichen Strafe und Nachzahlung der hinterzogenen Steuer Anzeige machen muß, und daß insbesondere auch derjenige, welcher gewerbsweise drei oder mehrere heizbare, möblirte Zimmer vermiethet, steuerpflichtig ist und bei der bezeichneten Behörde Anzeige zu machen hat. Stellung, welche fie mit den verlockendsten Farben schilderte, zu loosen. Man ging darauf ein und Frl. Seyffert, zu deren Gunsten das Loos entschied, zahlte gerne die von der Angeklag ten verlangte Provision in Höhe von 6 M. Sie erhielt hierüber eine Quittung und auch einen von der Angeklagten ge und mit dem Namen Julie von Rheinfels unterschriebenen Schein, daß sie von der Lepteren engagirt sei. Als Fil. S. zur bestimmten Zeit im Hotel Brandenburg erschien, um sich ihrer neuen herrin vorzustellen, erfuhr fie, daß sie das Dpfer einer Betrügerin geworden. Der Gerichtshof ahnte den groben Schwindel mit einem Monat Gefängniß. habhaft zu werden. Am geftrigen Tage befanden sich nun Vormittags die Gensdarmen Brandt und Hornbogen in der Schinkestraße, als ihnen die Nachricht wurde, daß Bohne auf einem der Holzhöfe gesehen worden wäre. Sofort wurden die auf der Berliner Seite vom Kuttbuser Damm belegenen und an die Böckhstraße angrenzenden großen Holzhöfe von mehreren Privatpersonen umzingelt und die Beamten begaben sich nunmehr auf die Holzhöfe selbst. Nach einigem Suchen wurde auch in Wirklichkeit Bohne zwischen Bretterlagen gesehen, der aber schleunigst die Flucht ergriff und wie eine Raße über Bretter und Zäune hinwegseßte. Wohl 10 Minuten währte die aufregende wilde Jagd nach dem gefährlichen Flüchtling. Schließlich wurde der Verbrecher in eine Ede getrieben und hier warteten soiner mehrere Bewohner des Kottbuser Damms, welche ihm jeden Ausweg abschnitten, so daß die Beamten sich seiner bemächtigen konnten. Bunächst wurde eine genaue Körpervifitation des Verbrechers vorgenommen und derselbe alsdann dem hiesigen Amtsgericht wieder überantwortet. Auf Befragen, wie derselbe die Flucht bewerkstelligt, soll er angegeben haben, daß fremde Personen einen längeren Strid vom angrenzenden Felde aus, während die Gefangenen im Gefäng angrenzenden Felde aus, während die Gefangenen im Gefängnißhof spazieren gingen, über die Mauer geworfen und er fich, obwohl dieser Strid eigentlich einem Fremden als Befreiungs mittel dienen sollte, mittelft deffelben die Freiheit verschafft habe. Daß Bohne ganz gute Verbindungen hat, geht daraus hervor, daß er, obwohl ohne Beldmittel, dennoch, um nicht fenntlich zu erscheinen, es verstanden bat, fich einen billigen anderen Anzug zu verschaffen, anstatt einer Müße trug er bei seiner Verhaftung einen Kalabreserhut, während er eine fogenannte Klappmüße in der Tasche hatte. Wild- und Geflügelpreise. Noch in feinem Jahre ist soviel Wild nach Berlin geschafft worden, wie in diesem. Der Preis für Rehfeule 3. B. ist bisweilen schon auf 50 Pf. das Kilo gefunten, und Hirsch wie Wildschwein stehen ebenfalls niedriger als je. Nur Hafen und Hühner aller Art machen eine Ausnahme. Zudem ist jetzt die eigentliche ,, Gänse- Saison" angebrochen- Martinstag und der erste Frost für den Grüntohl find ihre Merkzeichen Was das für eine Stadt wie Berlin bedeutet, wiffen die Schlächter am besten, welche einen merklichen Abschlag im Konsum ihrer Vorräthe verspüren. Man hat berechnet, daß die Bevölkerung Berlins gegenwärtig täglich an 10000 Gänse vertilgt, welche mit 60 000 Stilo oder 1200 Centnern Gewicht eine nicht zu unterschäßende Rolle im Haushalte der Residenz spielen. Falsches Geld. In den letzten Wochen ist in zwei Drten der Provinz Brandenburg falsches Geld entdeckt worden. In Fehrbellin wurde auf dem dortigen Poftamt unter den Geldbeträgen, welche zur Einzahlung auf eine Poftanweisung be ftimmt waren, ein falscher Hundertmarkschein gefunden und durch Beschlagnahme dem Verkehr entzogen. Die Unechtheit fenntzeichnet fich ganz besonders durch das zu dünne Papier, wodurch die Note halb so schwer ist, als die echten. In Schwiebus find ein Thaler tgl. sächsischen Gepräges vom Jahre 1839 aus Neufilber auf unvollkommen nachgeahmten Stempel geprägt und schwach verfilbert, ein Bweimarkstüd deutschen Gepräges mit der Jahreszahl 1876 aus Binn in einer von einem echten Exemplar abgenommenen Form gegoffen, und ein Fünfzigpfennigftück deutschen Gepräges mit der Jahreszahl 1876 aus Binnlegirung ebenfalls in einer von einem echten Eremplar abgenommenen Form gegoffen, angehalten worden. 9 Halle. In der legten Sigung der Straflammer III des biefigen Landgerichts tamen folgende Sachen von Belang zur Verhandlung: Der Schullehrer Theodor Ludolf Klaude aus Rönnern, 1854 im Hannoverschen geboren, hatte sich wegen Beleidigung des Prinzen Wilhelm von Breußen zu verant worten. Der Sachverhalt ist folgender: Am Tage der Hoch zeitsfeier des Prinzen Wilhelm, also vor drei Jahren, fand in Rönnern eine Schulfeierlichkeit statt und die Lehrer beriethen vorher, was bei dieser Gelegenheit den Kindern vorzutragen sei, bei dieser Konferenz äußerte Klaude die beleidigenden Worte, worüber man ihn zur Rede sezte; eine Anzeige aber unterblieb. In Folge der Ueberlaffung einer höheren Stlaffen ftelle an Klaude glaubte fich einer jener Lehrer, die der ba maligen Konferenz mit beigewohnt hatten, Namens Rottig, im Avencement übergangen. Dadurch wurde das bisher be standene kollegialische Verhältniß zwischen Klaude und Rottig getrübt und Lepterer richtete an die Regierung zu Merseburg eine Beschwerde und beschuldigte in derselben den Klaude der erwähnten Beleidigung. Die Anklage wurde auf Grund deffen erhoben und Klaude gestand die Beleidigung auch zu, will aber als geborener Hannoveraner in Aufregung und unbedacht famer Weise fich geäußert haben. Die Absicht, den Pringen Wilhelm zu beleidigen, habe er nicht gehabt, es feien ihm die Worte, die er tief bereue, so herausgeschlüpft. Im Uebrigen bezeichnete er die Denunziation Rottig's als einen Rachealt Mit Rücksicht auf die ganze Sachlage und das Geständniß be Angeklagten beantragte der Staatsanwalt 3 Monate Feftungs haft. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten auf Grund Des§ 97 des St.-G.-B. zu 2 Monaten Festung. Strafe trifft aber den Denunzianten? Oder wird eine derartige Denunziation als etwas Wohlgefälliges angesehen, daß der Lehrer seinen Schülern als nachahmenswerthes Beispiel 3 empfehlen hat? a. Gefaßte Diebe. Zwei Personen wurden gestern wegen Entwendung von Gegenständen, die zur Ansicht an den Verfaufslokalen ausgehängt waren, verhaftet. Diefelben hatten nach der Ausführung des Diebstahl die Flucht ergriffen, fie wurden aber eingeholt und festgenommen. Es waren dies die bereits wegen Diebstahls bestraften Arbeiter" Köppen und Nölte. Ersterer riß eine wollene Jagdwefte von der Eingangsthür eines Wollwaarengeschäfts in der Invalidenstraße, lepterer ftahl zwei Bintwannen, die vor der Werkstätte eines Klempner meisters in der Holzmarktstraße ausgehängt waren. a. Einem Bauer aus Ruhlsdorf, bei Teltow, war am 1. b. Mts., Vormittags, in der Mauerstraße ein mit Tuch be zogener Schafpelz, welchen er auf sein Pferd gedeckt hatte, in dem Moment gestohlen worden, als er von seinem Wagen einen Scheffel Kartoffeln in den Geschäftskeller des Hauses Nr. 47 abtrug. Der Dieb war mit der Beute entkommen. Gestern hat die Kriminalpolizei den Dieb in der Person des Arbeiters" Figner ermittelt und verhaftet. Durch Einsicht nahme der Trödler- Geschäftsbücher war ermittelt worden, daß am 1. b. Mts. ein Schafpels bei einem Trödler in der Anbreasstraße von einem unbekannten Manne, der später als der Arbeiter" Figner refognoszirt worden ist, verkauft worden ist. Der Bestohlene refognoszirte diesen Pelz als den ihm gestoh lenen. Gegen Erstattung des von dem Trödler gezahlten Kaufpreises erhielt der Geschädigte sein Eigenthum zurüd. 11 Welde erich Berl Ginz oder m mehr angefe wärtig der uff G merten bern liche 90 und r Bolte treiben Ganze Lage e 9 bie w Ausn Maße Der Reichsgerichts- Entscheidungen. Ift Jemandem auf Grund des§ 24 des Sozialistengesetzes durch die zuständige Landespolizeibehörde die Befugniß zur gewerbsmäßigen und nicht gewerbsmäßigen Verbreitung von Druckschriften entzogen worden, so macht sich dieser nach einem Urtheil des Reichs gerichts, III. Straff., vom 29. September 1884, durch das Aus legen von nicht verbotenen Beitungen und Druckschriften in feinem Verkaufsladen behufs Einsicht Seitens der den Laden betretenden Räufer nicht strafbar; dieses Auslegen fällt nicht unter das Verbot der Verbreitung von Druckschriften. Bigarrenarbeiter R., welchem durch die zuständige Landespolize behörde die Befugniß zur gewerbsmäßigen Verbreitung von Druckschriften entzogen worden war, hat in seinem Laden auf einem daselbst stehenden Tisch die von ihm gehaltenen Beit schriften ausgelegt, damit die den Laden betretenden Räufer von dem Inhalte dieser Zeitschriften Kenntniß nehmen konnten A. wurde demzufolge wegen öffentlicher Verbreitung von Drud fchriften im Sinne des§ 24 des Soz.- Ges. aus§ 25 deffelben Gefeßes von der Straffammer verurtheilt. Auf die Revifion bes Angeklagten hob das Reichsgericht das Urtheil der Strafs lammer auf und sprach den R. frei. Die in Vorbereitung begriffene neue Auflage des Rigdorfer Gaunerprozesses( Wets, Pusmentirer u. Gen.) scheint sich noch umfangreicher und intereffanter zu gestalten als die erste Auflage. In der Hauptsache unterscheidet fich die neue Sache von der obengenannten nur dadurch, daß die Bande diesmal ihren Sig nicht in Rirdorf, sondern in Frie drichsberg hatte. Inhaftirt find zur Zeit erft fünf Personen, Wittwe Maitowsta aus Friedrichsberg nebst ihrer Tochter Dlga, eine andere junge Wittwe, ein Taschendieb namens Wilbelmi und ein zweiter, der in der Verbrecherwelt den Spiznamen„ Nepper" führt. Man rechnet aber noch auf eine weitere Bevölkerung des Untersuchungsgefängnisses, und zwar um 12 bis 15 Personen. Die geſuchten Herrschaften befinden sich zum größten Theil noch auf Reisen; einzelne sollen fich aber verstedt in Berlin aufhalten. Zu den letteren gehört Frau Sawade, die im Rigvorfer Prozesse eine hervorragende Holle spielte. Ihr Mann, der ältere der beiden Brüder Samade, wurde damals zu 2%, Jahren Buchthaus verurtheilt, fie felbft aber freigesprochen. Während nun ihr Mann seine Strafe im Buchthause zu Brandenburg verbüßt, scheint Frau Saunge wade das Geschäft des Taschendiebstahls mit schwächten Kräften fortgesezt zu haben; denn fie soll schwer belastet sein. vor vier oder fünf Tagen wurde fie noch in Berlin gesehen; seitdem aber hat fie fich unsichtbar gemacht. Die Friedrichsberger Gaunerbande hat mit der Rirdorfer noch weitere Aehnlichkeiten. Wie Frau Busmentirer die Seele der Rirdorfer Gesellschaft bildete, so bildet die alte Markowska die Seele der Friedrichsberger; wie die Tochter der Frau Pusmentirer, die Braut des Nathan Weiß, ein fleines, wenige Monate altes Kind in der Freiheit hinterließ, daß übrigens verstorben ist,( während Hulda Busmentirer ihre sechsmonatige Strafe verbüßte,) hinterläßt auch Olga ein kleines Wesen, das draußen verbleiben mußte; wie jene Gesellschaft, so besteht auch diese nur aus Koryphäen der Verbrecherwelt; ja selbst auf denselben Schauplägen operirten beide Gesellschaften, so in Bittstädt u. a. D. Einen Hauptcoup scheint man bei der Beisegungsfeier für den Herzog in Braunschweig ausgeführt zu haben. Seit der Einlieferung des ersten Theiles der Bande, die, wie wir bereits berichteten, am Sonnabend geschah, haben tagtäglich Vernehmungen vor dem Untersuchungsrichter Herrn Landgerichtsrath Asche stattgefunden, selbst der Sonntag macht feine Ausnahme. Auf den weiteren Verlauf der Sache darf man mit Recht gespannt sein. g. Jeuer weibliche Schlepper, welcher bereits früher einmal von fich reden machte, ist jest wieder auf der Bildfläche erschienen und es wird ihm daher zwecks seiner Habhaftmachung eifrig nachgestellt. Zu den Damen, welche vor den Schaufenstern eines bekannten Stoffgeschäfts in der Breitenftraße und eines nicht minder bekannten Ronfektionsgeschäfts in der Oberwallstraße stehen, oder welche die Absicht haben, jene Geschäfte zu betreten, tritt eine anständig gekleidete Frauensperson, welche mit großer Bungenfertigkeit die Damen zu veranlaffen sucht, in jenen Geschäften nicht zu kaufen, da bier Alles sehr theuer und unvortheilhaft sei; sie selbst babe hier vor einigen Tagen gekauft und habe fich überzeugt, daß dort und dort und nun nennt fte die Adresse eines Kon Firrenzgefchäfts dieselbe Waare nicht nur bei Weitem bauerhafter, fondern auch noch billiger sei. Die Frauensperson erbietet sich, die betreffenden Damen sofort nach jener billigen Quelle" zu begleiten oder giebt auch vor, selbst im Begriff zu stehen, in dem Geschäft noch weitere Einkäufe zu machen. In den meisten Fällen gelingt es ihr, auf diese Weise die Damen nach dem anderen Geschäft zu bugfiren, von welchem fte von den Waaren, welche von den durch fie ,, verschleppten" Räuferinnen entnommen werden, eine gute Bros viftonsgebühr erhält. Ihr Geschäft muß sehr einträglich sein, denn man hat in einem Vor- oder Nachmittag, wo sie ihre Garderobe wechselt, häufiger Gelegenheit, die Frauensperson mit geföderten Damen von den vorgedachten Schaufenstern fortgehen zu sehen. " Vermischtes. die E Abnah flage A ausschli ergießt wirthic 21 Eine heldenmüthige Frau. Als das Dampfschiff ,, William Hope" von Dundee in der stürmischen Nacht des 28. Oftober in der Bucht von Aberdour strandete, zeichnete fich eine Mrs. Whyte, die Frau eines Landarbeiters, beim Rettungswert aus, Zwischen den Regen- und Hagelschauern sab die Frau die Gefahr, in welcher das Schiff schwebte und bemerkte die Stelle in der Bucht, wo es roraussichtlich auf die Felsen gerathen würde. Sie eilte ans Ufer, ergriff das Rettungsfeil, welche die Schiffbrüchigen ans Ufer schleuderten, band es sich um den Leib unter großer Lebensgefahr und stemmte fich feft auf die Felsen, während die Wellen schäumend um ste rasten. Auf Diese Weise ermöglichte fte es der Mannschaft, ans Land fie dieselben in ihre Hütte und gab ihnen Nahrungsmittel, fommen, und als der legte Matrose am Trocknen war, führte soweit ihre Mittel es ihr erlaubten. Während dieser anstren genden Rettungsarbeit hatte sie teine Hilfe. N. Jn Betreff der Kindesmord- Affaire in dem Hause Jägerstraße 2 scheinen die unausgefeßten Recherchen unserer Polizei anscheinend von einem Resultat begleitet zu sein. Wie uns soeben geschrieben wird, ist heute früb 10 ein halb Uhr Eine fromme Gattin. Das„ Kremser Wochenblatt" unter dem dringenden Verdachte, die entsegliche That vollbracht zählt: Aus Dietmanns( Bezirt 3wett) wird uns unter Be refp. Beihilfe geleistet zu haben, eine in dem genannten Hause theuerung ihrer Wahrhaftigkeit folgende Begebenheit geschrieben: 2 Treppen wohnende Frau S. nebst ihrer 21jährigen, bildhübschen Tochter verhaftet worden. Beide wurden in einer Droschte nach dem Moltenmarkt geschafft. Die weiteren Details entziehen sich vorläufig noch der Veröffentlichung. ben bö buttion wenn d zeichner Rudga A Stand Rorb ,, Ein armer Häusler lag todtfrank im Bette und sein Weib rüstete fich früh Morgens, im nahen Walde dürres Holz suchen. Der Mann spricht: Geh' Wei, bleib heut' dahoan mir is sterb'nsübel". Drauf das Weib: I tonn net, i mua sterb'n sollst, so stell i Dir do am Tisch' n Wachsstod hin und Bündhölzln a dazu; lösch'n aber, bevorst ganz g'ftor'n bift, guat aus, daß mit'n Feuer foan Unglück net g'schtacht." Als bas Weib Abends nach Hause tam, war der Wachsstock zu gebrannt und der Mann- todt." g. Opfer der Arbeit. In der Schwarzkopf'ichen Mc fort; mit mos that i denn im Winter einboag'n? Woun noch nicht aufgeklärte Weise der sog. Ausleger eines Krahnes aus nicht unbedeutender Höhe herab und verlegte den Arbeiter Ribbe derartig am Kopfe, daß er besinnungslos liegen blieb und nach dem Lazaruskrankenhause gebracht werden mußte. Auch ein zweiter Arbeiter, Namens Krebs, wurde von dem herabfallenden schweren Eisentheil getroffen, erhielt jedoch nur Ende 28 fonber Dortmund, 11. November. Gestern Abend machte hier ein 14jähriger Knabe, Schüler einer biefigen höheren Lehran leichtere Verlegungen und tonnte den Weg nach seiner Woh- ftalt, seinem Leben durch einen Schuß in den Kopf ein Ende Ein schwerer Verbrecher. In Preußen wird bekannte lich das Spielen in nichtpreußischen Lotterien strafgerichtlich verfolgt mit dieser Einleitung beginnt die Preffe" folgendes lustige Geschichtchen: Der Buchhalter eines Geschäftshauses in Hildesheim spielte nun, wie so viele andere, ein Durch irgend Viertelchen in der Braunschweiger Lotterie. einen Umstand war dies zur Kenntniß des Staatsanwalts gelangt und unser Lotteriespieler unter Anklage gestellt. Als der Verhandlungstermin beranrüdte, erhielt der Angeklagte, der mittlerweile nach Berlin versezt war, eine Vorladung, um sich dem Gerichte in Hildesheim zur Abuttheilung zu stellen. In der Meinung, daß wegen dieser Bagatelle auch in seiner Abwesenheit verhandelt werden würde, unterließ er es, fich zu ftellen, hatte aber dabei die Rechnung ohne das neue Prozeßverfahren gemacht. Eines schönen Tages erschien auf dem Komptoir in Berlin ein Kriminalpolizist mit der rosarothen Einladungskarte, dem Haftbefehl, und ohne dem unglücklichen Lotteriespieler Beit zu laffen, seinen Chef, der zu jener Beit gerade in Königsberg meilte, von seinem Geschide in Renntniß fegen zu tönnen, ging es mit Dampf in polizeilicher Bedeckung auf und davon. In Stendal mußte der Unglücksmensch, da nicht sofort ein Transporteur beschafft werden fonnte, im Gefängnißfe übernachten und am anderen Tage ging es unter Begleitung weiter nach Hildesheim, wo er seinen Lohn für das Verbrechen des Spielens in der Braunschweiger Lotterie erhielt. Die Geschichte sollte aber noch ein Nachspiel haben. Als die Verhaftung des Buchhalters erfolgt und derfelbe ab geführt war, telegraphirte ein Kommis des Geschäfts an den abwesenden Chef nach Königsberg. Dieser, der in der Meinung war, es handle fich vielleicht um einen Eingriff in die Kaffe eilte mit dem Kourierzug nach Berlin, und da er hier die Ursache der Inhaftnahme seines Buchhalters nicht erfahren konnte, nach Hildesheim, um da hören zu müffen daß der Unglücks mensch in der Braunschweiger Lotterie gespielt habe. nung zu Fuß zurücklegen. Die übrigen Arbeiter, welche an bezw. um den Krahn beschäftigt waren, tamen mit dem bloßen Schrecken davon. N. Feuerbericht. In der Tapezier- Werkstatt von G. Kruschte, Prenzlauerstraße 52 u. 53 sollte nach einer gestern Abend eingetroffenen Meldung Feuer ausgebrochen sein. Nach Eintreffen der Feuerwehr war der Echaden bereits durch die Hausbewohner beseitigt. Berhäl würbe Auftral abge wander englifd In einem an die Eltern gerichteten Schreiben giebt der Knabe an, es sei ihm unmöglich, dem Unterricht zu folgen bezw. feine Echularbeiten zu fertigen. Der unglüdliche Junge ift der Sohn eines Betriebsführers auf einer benachbarten Beche. ganz v welcher den Fr Redbrud 13 Der sechsjährige Knabe eines hiesigen Malers war in den reißen den Mühlengraben gefallen, schnell trieb ihn die Fluth det Um einhalb 11 Uhr Abends führte Mühle zu, der sichere Tod stand dem Kinde bevor, da lamen alsbald sprang auch der eine, Birkhahn heißt der Brave rechtzeitig drei Handwerksburschen vorüber, drei Schlefter, und nachdem noch ein zweiter Hantwertebursche in's Waffer ge früher gespielten Rollen in der Gesangspoffe ,, Der Walzer vollbrachter That begaben sich die edlen Retter in die Herberge, um fich wieder zu erwärmen und die Kleider zu trocknen. ein blinder Feuerlärm eine Abtheilung der Feuerwehr nach der Friedrichsbergerstraße 5. Selbige fam ebenfalls nicht in Thätigkeit. Central- Theater. Mit dem heutigen Tage übernehmen Frl Voigt und Frl. Gallus vom Central Theater wieder ihre g. Die zahlreichen Einbrüche und Diebstähle in der Umgegend von Berlin laffen vermuthen, daß unsere Spißbuben ihr Geschäft nach der Provinz verlegt haben, weil doit eine Entdeckung schwieriger ist, als in Berlin. Nicht ausgeschlossen ist der Verdacht, daß auch Berliner Verbrecher es waren, welche in einer der legten Nächte dem Brennereibefiger Schober zu Rottbus mittels Einbruchs ca. 500 M. in Ein, Zwei und Fünfmarkstüden und Thalern bestehend gestohlen hatten. Als Diebe werden den um ihre Unterstügung zur Festnahme der Thäter angegangenen Polizeibehörde zwei Männer genannt, ca. 30 Jahre alt, von mittlerer Statur und mit dunklen Anzügen befleidet. Der eine der Männer batte langen, dunklen Schnurr- und Rinnbart, der andere war bartlos. König", nachdem durch die Erkrankung der genannten Damen eine zeitweise Vertretung stattgefunden hatte. 11 931 Fenster bru mit mil 6 Inurren rajch 32 und ich Derpfote Fels bi muftert burch f noch fra zu bem Er Wand. und ni G Anftan babt nicht m In Third bofmeif feinen Sme bemertt Göthe über das Gedankenlesen. In einem Artikel e innert das Athenäum" daran, daß niemand anders als ber Altmeister Göthe die Möglichkeit des Gedankenlesens in folgen den Worten treffend dargethan: Es ist mir oft paffirt, daß menn ich mit einem Bekannten spaziren ging und ich ein recht trug fübite gestern die verehelidte Alma Fischer, geb. Niemis, lebendiges Bild irgend eines Gegenstandes in meinem Geifte vor die 2. Straffammer des Landgerichts I. Im Juli d. J. bielt, mein Begleiter alsbald von eben diesem Gegenstande ju N. Der entsprungene Zuchthäusler Bohne verhaftet. Der mehrfach mit Buchihaus vorbestrafte stedbrieflich verfolgte Schiffer Bohne, der bekanntlich vor einer Woche aus dem Rigdorfer Gerichtsgefängnisse entsprungen war, ist endlich am geftrigen Tage dingfest gemacht worden. Dbwohl die Rixdorfer Behörde wiederholt davon Kenntniß erhielt, daß der Flüchtling in Berlin an der Rirdorfer Grenze fich aufhalte, gelang es trop der von dortiger Gensdarmerie bei Tag und Nacht angestellten Recherchen dennoch nicht, des Ausreißers Gerichts- Zeitung. fr. Ein mit großem Raffinement ausgeführter Be enthielt die Voff. 8tg." ein Inserat, wonach eine einzelstehende 11 Dame ein junges Mädchen für häusliche Arbeiten suchte und wurde daran die Bedingung geknüpft, daß dasselbe bisher noch Magnetismus in uns fich Sprechen anfing. Ich lernte ferner einen Mann fennen, ber plöglich, ohne ein Wort zu sagen, durch die alleinige Macht auch ein Fräulein Seyffert, welches, nachdem es in der Expe- sogar einen solchen Zustand hervorrufen, daß Jedermann i nicht in Rondition gewesen. Bu den Reflektantinnen gehörte welche in der besten Unterhaltung begriffen war. Ja er fonnte dition der Voff. Btg." die Adresse der Suchenden erfahren, unbehaglich fühlte. Wir haben alle etwas von Elektrizität und fie von der Angeklagten empfangen, und ihr von derselben scheinlich, daß ein junges Mädchen, welches, ohne es zu wiffen, mitgetheilt, daß fie non der Freiin v. Rheinfels aus Wien beauf- fich in einem dunklen Bimmer mit einem Manne zufammen tragt und ermächtigt sei, das Engagement definitio abzuschließen. befände, der sie morden wollte, ein unbestimmtes Gefühl von und im Hotel Brandenburg absteigen. Noch während des Gesprächs überkäme, welche sie zum Wohnzimmer und in den Kreis der seiner unbekannten Gegenwart hätte, und daß eine Angst fle fich nach deren Wohnung auf den Weg machte. Hier wurde Ihre Auftraggeberin würde am nächsten Tagen in Berlin eintreffen stellte sich eine zweite Reflektantin ein und machte die Angeflagte den beiden jungen Mädchen den Vorschlag, um die vakante Familie treiben würde." Verantwortlicher Redakteur R. Stouheim in Beriin. Druck und Verlag von War Bading in BerlinSW. Beuthfirate 2, und fü Cabicht in ber G meines nichts!" fein