in er 833 et be e F'B ent BULE 計時 路 net tur tel EN E eife en en ent mit atte ein Det ten ***** Nr. 195. Mittwoch, 19. November 1884. 1. Jahrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das ,, Berliner Volksblatt" erfcheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Mart, wöchentlich 25 Pf. Einzelne Nummern 5 Pf. Postabonnement pro Quartal 3 Mart.( Eingetragen im VII. Nachtrage der Postzeitungspreisliste unter Nr. 719a.) Insertionsgebühr beträgt für die 3 gefpaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berlin SW., Zimmerstraße 44. Fleiß und Sparsamkeit? Nur durch Fleiß und Sparsamkeit kann der Arbeiter fich eine beffere Lebensstellung erringen!" Diese Lebensweisheit ist in den verschiedensten Varias tionen der staunenden Menschheit verkündet worden, beson ders burch St. Manchest r und seinen Anhang. Natürlich! Wenn Jemandem die Trauben dicht über dem Kopfe hängen und er ist zu faul, um sie zu pflücken, dann ist er allerdings verurtheilt, Durst und Hunger zu leiben. Dder auf herrenlosem Boden steht Jemand Edel fteine liegen und ist er zu faul, sich zu bücken, so wird er ficherlich, und zwar selbstverschuldet, ein armer Schlucker bleiben. Damit aber ist auch die ganze Weisheit obiger Sentenz vollständig illuftritt. Denn mit der Sparsamkeit bei den Arbeitern ist es nichts. Niemand kann sparen, der nichts übrig hat, der Alles, was er erwirbt, nothwendig zu seinem und feiner Familie Unterhalt gebraucht. Wer solchen Leuten aber zum Sparen räth, der begeht eine Sünde an dem Armen und dessen Familie und gleichfalls eine Sünde an der Gesellschaft. Durch Sparen an den nothwendigsten Gebrauchsmitteln wird der Mensch und die Familie frank, erfranten aber bie Glieder, so erkrankt naturnothwendig auch der ganze Gesellschaftskörper. Wir meinen nun natürlich nicht, daß der Arbeiter seinen Lohn, auch wenn er noch so gering ist, sofort verausgaben soll. Wenn man ein verständiges Vertheilen des Lohnes auf Wochen resp. Monate hinaus Sparen nennen will, so find wir gewiß auch für das Sparen. Aber wenn man, wie das allgemein und auch in obiger Sentenz geschieht, den Arbeiter zum Sparen anregt, damit er die Spargrefchen werbend anlegt, um eine bessere Lebensstellung zu erringen, so ist das ein Unrecht und ein Schwindel zugleich. Ein Unrecht, weil der Arbeiter durch solches Burücklegen seinem Körper und seiner Familie die nothwendigen Erhaltungsmittel entzieht und so an seiner und seiner Fas milie Gesundheit frevelt; ein Schwindel, weil der Arbeiter die wenigen Spargroschen, die er sich unter großen Entbehrungen abbarben würde, bei der heutigen Produktionsweise doch nicht erwerbend anlegen tönnte. Errichtete er dennoch ein lleines Geschäft selbstständig, so zeigt es uns die Erfahrung, daß von 1000 solcher„ Gründer" 999 rettungslos zu Grunde gehen und dann um eine bittere Lehre reicher und arbeitsunluftiger wieder zur früheren Arbeit zurückgreifen müssen. Wenn aber die an der Spitze dieses Artikels abgedruckte Sentenz seine Richtigkeit hätte, so würde der kürzlich verRadbrud verboten.] 15 Feuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dug. ( Forseßung.) Sie hat mich beauftragt, in der Schulstube einen Weihnachtsbaum anzuzünden, und hat mir Mittel dazu zur Vers fügung gestellt." Richte." Das ist poetisch und zeugt von dem guten Gemüth meiner Das habe ich auch gedacht. Sie hat mich ferner be auftragt, eine Anzahl kleiner, freilich unbedeutender Geschenke zu kaufen und alle Kinder des Dorfes einzuladen." Alle Kinder?" den, so würden diese darin etwas Demüthigendes, Kränkendes Sie meinte, wenn nur die Armen allein eingeladen wür finden tönnen." a! Da hat meine Nichte nicht Unrecht." thellen." Der Herr Pastor Wilhelmi billigte ihre Anordnung ebenfalls. und dann wird man die Geschenke an sämmtliche Kinder verEigentlich hätte ich's lieber gesehen, daß die Aermeren mehr davon hätten; aber es sei ferne von mir, den Anordnungen meiner Nichte in diesem Punkte widersprechen zu Lure ung 10% Ber 15 nal ide nen aus nige und bis Die ber enn chte man iefe ing nad tritt bei bat aus pett wollen." bei der Feier anwesend find." Meine Bitte geht nun dahin, gnädiger Herr, daß Sie ben habe, Aufhebens macht." D. ich will nicht, daß man von Dem, was ich gegeDorf tennt ja den Wohlthäter, und wenn auch Fräulein LuIhr Name ist in der That nicht genannt; doch das ganze cien's Hand die Gaben ausstreut, so weiß man doch, daß diese Gaben von Ihnen kommen." gut 1 ch will feinen Dank!" ,, Und doch, gnädiger Herr, wäre es von Ihnen edel und wenn Sie einerseits durch Ihre Anwesenheit Ihr Fräulein Nichte für die hingebende Liebe belohnten, die fte bei diefer Gelegenheit an den Tag gelegt hat, andererseits der Dankbarkeit und Liebe der Einwohner unseres Dorfes Ge legenheit gäben, fich einmal zu äußern. Sie haben sich so von allem zurüdgezogen, daß man es im Dor faft für unmöglich hält, Ihnen zu nahen. Geben Sie den guten Leuten ftorbene Herr Johann Heinrich Burkhardt zu Meerane sicher lich ein Krösus gewesen sein. Burkhardt ist gebürtig aus Schmölln und erlernte die Weberei; er war ein tüchtiger Arbeiter und trat in der Industriestadt Meerane in Stelle. Er war sehr fleißig und auch recht sparsam. Fünfundvierzig Jahre lang hat er an einer Stelle gewiffenhaft und treu gearbeitet. Als Anerkennung wurde ihm vom Könige von Sachsen die große filberne Medaille für Berufe treue verliehen. Auch erreichte Burkhardt das respektable Alter von 66 Jahren. Nun müßte man doch meinen, daß, wenn in der obigen Sentenz St. Manchesters nur eine Idee von Wahrheit läge, dann dieser Mann wenigstens in Wohlhabenheit gestorben wäre. Mit Nichten! Arm ist er geblieben, so arm, wie er war, als er sich zum ersten Mal an den Webstuhl hinsette! Und fleißig war der Aermfte und sparsam! Aber sein Lohn war nicht höher, als zur Befriedigung der Nothdurft des Lebens erforderlich war. Einmal war er allerdings etwas höher, das andere mal aber noch etwas geringer so gleichen der Lohn und die Befriedigung der nothwendigsten Bedürfnisse, auf einen gewissen Zeitraum vertheilt, sich immer wieder aus. Er konnte nun noch so fleißig sein, wie er wollte, der Lohn stieg nicht. Andere Weber lauerten schon auf seine verhältnißmäßig sichere Stelle das Angebot wurde immer größer, so daß unser Burkhardt nur mit Mühe seine Stelle behaupten fonnte. -Der Lohn regelt sich eben nach Angebot von Händen und Nachfrage nach Händen das mag grausam sein, aber es ist so. Ist das Angebot ein starkes, so sinkt der Lohn, ist die Nachfrage größer, so steigt er. In diesem ewigen Wechsel tritt nur ein fester Punkt hervor, nämlich, daß ber Lohn auf die Dauer nicht wesentlich in einem Volte unter das Niveau der Befriedigung der nothwendigsten Bedürfnisse herabfinten, aber auch nicht wesentlich darüber hinaussteigen tann. Würden die Löhne dauernd niedriger sein, so würde das Volk dem Bauperismus verfallen und nach und nach nicht genügende Arbeitskräfte liefern, das Angebot würde schwächer werden und die Löhne würden wieder steigen. Und umgekehrt. Würden die Löhne dauernd höher sein, so würde durch erhöhte Regulation, durch Zuzug u.f. w. gas Angebot von Händen steigen und dadurch der Lohn wieder fallen. Das ist auch eine volkswirthschaftliche Sentenz, die aber den Vorzug vor der oben abgedruckten hat, daß fie auf richtigen Voraussetzungen beruht. Das in dieser Sentenz liegende Gesetz ist in seiner Macht nur zu brechen durch das Eingreifen des Staates, durch gesetzliche Regelung der Produktionseinmal Gelegenheit, Ihnen zu sagen, daß fie Sie lieben und verehren, und dann gnädiger Herr, habe ich auch noch die Meinung, daß ein solcher Abend erhebend und erbauend auch auf Ihr Gemüth wirken, daß auch die Versöhnung in Ihr Herz einkehren, und daß der Frieden, welchen heute der Heiland aller Welt bringt, auch Ihnen werde!" Er sprach mit solcher Herzlichkeit und Innigkeit, daß Rodenburg faft gerührt wurde. „ Gut, Ehrlich," sagte er, ich werde kommen, obwohl ich eigentlich heute mehr verstimmt bin, als sonst." ,, Darf man den Grund wiffen, gnädiger, Herr?" " Es ist eine innere Angelegenheit meines Hauses. Es be trifft meine Nichte Lucie. Ein unangenehmer Frithum, eine Vergeßlichkeit, eine Unordnung.... Ich weiß ja noch nicht, was es ist; aber die Sache ärgert mich." ,, Was es auch sei," antwortete Ehrlich ernst und einbringlich, so habe ich die feste Ueberzeugung, daß Fräulein Lucie feine Schuld trifft. Fräulein Lucie thut mit Abficht kein Unrecht." Sehr wahr, sehr wahr!" versezte Rodenberg eifrig. Sie haben Recht, fie hat ein gutes Herz, täuscht auch Niemanden und heuchelt feine Gefühle, welchen ihr Herz fremd ist." Nein, gewiß nicht, gnädiger Herr!" Sie trägt den Namen Roder burg, und Alles, was den Namen Rodenburg führt, ist einer Unehrenhaftigkeit unfähig." " Werden Sie etwa in Ihren alten Tagen noch zum Schmeichler, Ehrlich?" Ich spreche meine Ueberzeugung aus, gnädiger Herr! Ist nicht auch Ihre hochgeehrte Koufine. ,, Ah, Cordelia!" " Ich meine Fräulein Cordelia, gnädiger Herr; ift fte nicht ein Vorbild an Tugend und Gemüth, an Geist und Renntniffen?" ,, Ei, was höre ich!" antwortete Rodenburg, und ein leichtes Lächeln flog über seine melancholischen Züge. Sie sprechen ja mit förmlicher Begeisterung von meiner Kouftne. Ich werde nicht ermangeln, ihr zu sagen, welchen Verehrer fie an Ihnen gefunden hat. Dazu bietet sich schon heute eine Gelegenheit. Ich empfing diefen Morgen einen Brief, worin mir Cordelia mittheilt, daß fie mit ihrer Anwesenheit unser Weihnachtsfest zu verschönern gedente." Ich bitte, grädiger Herr," versezte Ehrlich, in der That hoch erfreut,., daß Sie in dem Falle das gnädige Fräulein weines höchsten Respekts versichern.... Vielleicht hätte auch 11 weise, nimmermehr aber durch die manchesterliche, hoffent lich bald vollständig abgethane Phrase von den segensreichen Wirkungen des Fleißes und der Sparsamkeit. Politische Uebersicht. Ueber den nunmehr feelig entschlafenen ,, Volks freund wird der Franks. Zeitung" aus Berlin Folgendes geschrieben: Bor etwa einem halben Jahre erfuhr man plöglich, daß hier eine Neue Beitung" erscheint, die von der nationalliberalen Parteileitung als offizielles Organ an erkannt wird. Sie verzeichnet den dritten Jahrgang, aber selbst Journalisten von Beruf haben bisher keine Ahnung von ihr gehabt. Dieses nationalliberale Organ ist aber bis auf den Kopf nur der Abdruck eines andern hier erscheinenden Blattes, das sich Berliner Morgenzeitung" nennt. Diese lettere hat auch eine interessante Geschichte, denn ste war nur der Abdruck eines vor wenigen Wochen erst einges gangenen Drgans, an deffen Stelle fie getreten ist, des Volksfreundes". Dieser Volksfreund war ein auf den Sozialdemokratenfang berechnetes polizeioffiziöses ArbeiterOrgan, das vor etwa einem Jahre begründet wurde, und hinter dem ein bekannter offiziöser Journalist stand, der wahrscheinlich auch heute noch hinter der Neuen Zeitung" und der Morgenzeitung" steht. Es handelt sich hier um einen staatssozialistisch- nationalliberal- offiziösen Rattenkönig, der schwer zu entwirren ist. Man geht aber sicher nicht fehl mit der Annabme, daß, wenn es hier zu einer Organisation der ge mäßigten Elemente" fommt, dem Werte die offiziöse Salbung nicht fehlen wird." Also erst Bollsfreund", dann Ber liner Morgenzeitung" und jezt Neue Beitung", das ist unbestritten eine höchst interessante Wandlung des vom Volle unbeachtet gelaffenen Volks freundes! Fast tönnte man an die Unsterblichleit der Seele dieses Drgans glauben! Das Bundesrathsplenum hielt gestern Nachmittag eine Plenarsizung ab, in welcher u. a. der Beschluß des Reichsfages über den bekannten Antrag Windthorst auf Aufhebung des Expatriirungsgeseßes, sowie über den Antrag Adermann, 100e der Gewerbeordnung, zur Verhandlung kam. Der Bundesrath ist in seiner Majorität( in der Minorität befand fich diesmal Bayern) dem Beschlusse des Reichstages über den Antrag Windthorst nicht beigetreten, dem Beschluffe über den Antrag Ackermann stimmte die Majorität zu. Die Post dampferfubventionsvorlage wurde unverändert angenommen, ebenso die Anträge der Ausschüsse zu mehreren Spezialetats. Dem Vernehmen nach sollen beim Militäretat sowie beim Bost und Reichseisenbahnetat in den Ausschüssen Abstriche von zusammen etwa 1 einviertel Million Mart gemacht sein. gnügen haben, nur der fähige Bunftmeister darf in Zukunft Jest werden also die Bünftler ein recht unschuldiges Verden Arbeitsburschen einstellen. Wem ist nun geholfen? Lehrlinge balten. Und die Fabrikanten? Nun, fe wer Von der Kongo- Konferenz. Wie der Berliner ,, Times" Korrespondent meldet, verlas der englische Bevollmächtigte, bas gnädige Fräulein die Gnade, bei dem Kinderfeste in der Schule heute Abend anwesend zu sein." Sanz gewiß, lieber Ehrlich! Ich mit meinem ganzen Hause, wir werden anwesend sein." Ich danke Ihnen, gnädiger Herr!" Ehrlich verabschiedete sich. Dem alten Herrn war eine Last vom Herzen genommen. Ehrlich hatte ihm gesagt, daß Lucie keiner Falschheit fähig sei und er ließ sich ja so gern davon überzeugen. Der Friede, von welchem der alte Schulmeister gesprochen hatte, war in sein Herz eingekehrt! Behntes Kapitel. Die Wirthschaftsbücher lagen noch immer vor Herrn Rodenburg, aber die ominösen Biffern beunruhigten ihn nicht mehr. Durch Ehrlich's zuversichtliches Vertrauen in seine Nichte Es fonnte hier war auch ihm das Vertrauen zurüdgelehrt. höchstens ein Frrthum, eine Vergeßlichkeit obwalten, aber fein Betrug, teine Täuschung. Aber warum tam Lucie nicht? Es war die gewöhnliche Zeit, wo ste ihren Morgenbesuch machte, um ihm aus der Beitung vorzulesen. Eine förmliche Unruhe rrgriff ihn. Da öffnete fich die Thür und das lachende Antlig Emmy's ward sichtbar. Darf man eintreten, Ontelchen?" rief fie scherzend. Gewiß, mein Kind," antwortete er. Dein Besuch ist mir fogar lieb, da ich Lucie vergebens erwarte." Nun, Onkelchen, daß dürfen Sie dem guten Kinde nicht übel nehmen," versezte Emmy mit vortrefflich geheuchelter Gutmüthigkeit; denn meinen Sie, es sei etwas Interessantes, bie langweiligen Beitungsartikel und politischen Berichte zu lesen? Unsere gute Lucie ist ein viel zu poetisches Gemüth, um an der Bolitik und Diplomatie Intereffe zu finden. Ihre prosaische Emmy eignet sich schon eher dazu."" Ja, Du bist ein gutes Kind, Emmy; ich kenne Deinen Eifer, mir gefällig zu sein. Mit Vergnügen werde ich Deine Güte in Anspruch nehmen, hätte aber heute gerade aus einem anderen Grunde gern meine Nichte gesprochen." Ich fürchte, da müffen Sie heute ein wenig Geduld haben, Onkelchen; Lucie ist beschäftigt, so viel ich weis." Beschäftigt? Mit was?" Mit Weihnachtsarbeiten! Aber fragen Sie nicht weiter, es ist ein Geheimniß." " Ah, fo!" fagte Rodenburg. Da muß ich fie wohl ent schuldigen. Sie will mir einen neuen Beweis ihrer Liebe geben, die Gute." Malet, in der ersten Sitzung der Kongo-Konferenz nach der Ansprache des Fürsten Bismarck folgenden Vorbehalt England s:„Die britische Regierung ist ganz willig, die Prinzipien des Freihandels rc. auf den Niger ausgedehnt zu sehen, aber sie erwartet, daß die Ueberwachung der Ausübung dieser Prinzipien nicht zur Angelegenheit einer intemationalen Äörperschast gemacht werde, da dies Pflicht und Privilegium Englands ist als Hauptes, wenn nicht als einzigen Eigen- thümers(?) des unteren Niger." Aus Mecklenburg-Schwerin schreibt man: Die Abfin- dungssumme von 4 Millionen Mark, welche Mecklenburg- Schwerin von Preußen für den Wegfall seines Antheils an der Eisenbahnabgabe der Berlin-tzamburger Bahn erhält, ist bereits in preußischen lonsolidirten Schuldverschreibungen, die nur zum Parikurs angerechnet find, ausbezahlt worden. Da die Landes-Rezepturkaffe ein paffendes Lokal nicht befitzt, um «inen so großen Schatz ficher aufzubewahren, so hat die groß- herzogliche Rentei fich crboien, denselben in ihren feuerfesten Gewölben, wo derselbe fich schon befindet, auch noch fernerhin zu hüten. Eine Entscheidung über diese Frage hat der Land- tag noch ausgesetzt. Auw über die Verwendung ist gleichfalls noch kein Beschluß erfolgt. Während Stimmen fich dafür er- hoben, daß die 4 Mill. zur Tilgung von Eisendahnschulden aufgewandt werden möchten, geben andere einer Aufbewahrung des Kapitals und Benutzung der Zinsen als Beitrag zu den laufenden Ausgaben den Vorzug— Die guten Mecklenburger wiffen also gar nicht, was fie mit dem gewaltigen Schatz an- fangen sollen?! Vielleicht tännen fie deshalb Nachts nicht einmal ruhig schlafen?— Das ist schlimm! Ader sollte es denn wirklich so schwer sein, das viele Geld entsprechend zu verwerlhen? Man halte doch einmal Umschau im gelobten Lande Mecklenburg und man wird finden, daß hunderte und tausende von Krüppeln und arbeitsunfähigen Menschen vor- Händen find, die glücklich sein würden, wenn ihnen von diesem Schatz nur eine Kleinigkeit zu Theil würde!— Und würde das Gold in dieser Weise verwerthct, nicht am Besten ver- werthet sein?— Wir find davon überzeugt. Also nur frisch drauf loS, ihr Herren in Mecklenburg! Wenn für alle Ar- beitsunfähigen und Nothleidenden hinreichend gesorgt ist, dann find wir— falls noch etwas von dem„Schatz" übrig sein ollte— gerne bereit, einen weiteren Fingerzeig zu geben. Schweiz. Zwischen dem Schweizer Bundesrath und der Regierung des Kantons Tesfin war ein Korflilt ausgebrochen, der bis zu einer ziemlichen Schäife gedieh. Der Konflikt hatte folgenden Ursprung: Kurz vor den Nationalwahlen erließ ver Etaatsrath fünf Dekrete, durch welche verfügt wurde, einige Wähler, ohne fie vorher zu vernehmen, aus der Wählerliste des Bezirks Lugano zu streichen und II? andere Personen darin aufzunehmen. In Lugano ist die Majorität der Wähler liberal, der erzultramontanc Staatsrath von Tesfin wollte eine liberale Wahl hintertreiben. Da vorauszusehen war, daß die Munizipalität von Lugano die Dekrete nicht vollziehen würde, so hatte der Staatsrath gleichzeitig für diesen Fall eine Buße von 500 Francs angedroht. Die Munizipalität von Lugano legte beim Bunvesrath Beschwerde gegen dies Verfahren ein und gab davon dem Ltaatsrath Kenntniß. Ihr Widerstand beruht darauf, daß die Wählerliste am 22. Oktober dem Gesetze gemäß geschloffen war, während die Dekrete der Tesstner Re- gierung erst am 25. Okt. erluffen waren. Trotz der Rekurse verfügte dieselbe vieExekution gegen dieMunizipalräthe. Als derBundesrath davon telegraphisch verständigt war, verfügte er dagegen aus demselben Wege die Einstellung des Verfahrens bis zum Aus- trag der Angelegenheit durch die kompetente eidgenölstsche Be- Hörde, da diese bereits als Richter angerufen sei. Der Tesfiner Staatsrath ließ diesen Befehl unberückstchtigt uad die Exekution am 12. November vollziehen. Von ihren Agenten wurde Haus und Garten des Gemeinderaths Enderlin in Lugano mit Be- schlag belegt. Dieser Vorgang scheint den Bunvesrath zu der voigestern gemeldeten Ernennung des Nationalraths Karrers zum Kommiffär für Tesfin veranlaßt zu haben. Das Nächste, was dem Kommiffär oblag, war. die öffentliche Versteigerung des mit Sequester belegten Grundstückes, welche dem tesfinischen Gesetze gemäß am 15. November eisolgcn mußte, zu verhindern- Aber auch dabei scheint er auf ernstlichen Widerstand gestoßen zu fein, so daß schließlich ein Bataillon aus Luzern in Marsch- bereitschaft gestellt wurde.— Dieser Konflikt ist nun endlich beigelegt, nachdem die Regierung des Kantons Tejfin die Er- llärung abgegeben bat, fich den vom Bunvesrath getroffenen Maßregeln unterwerfen zu wollen. Frankreich Am Sonnabend hat der Referent der Tonftking- Kommisfion seinen Bericht derselben vorgelegt. Er plaidut für Gewährung der geforderten 16 Millionen auf das Budget 1884 und weitere Gewäbrung von 40 Milion en zur energischen Beendigung des Krieges. Der Bericht hebt hervor, daß die Situation der Franzosen in Tongking und ihre Stellung dort„uneinnehmbar" sei. Die Stärke der Chinesen sei bedeutend übertrieben. Ihre Bewaffnung wäre gut, aber fie verständen fick derselben rircht zu dedienen. Nichts sei in den offiziellen Berichten über die Verlust? der Chinesen übertrieben. Sie hätten zehnmal mehr Menschen verloren, als Franzosen überhaupt in's Feld gestellt seien. Die Havas- „Diesmal ist es nicht für Sie, Onkel. Ich war soeben bei ihr und erfuhr, daß die Aidcit für Herrn Brand bestimmt sei. Ein Notizbuch, wenn ich nicht irre." Die Miene des alten Herrn umdüsterte fich. Sie arbestete für Brand und ließ ihn warten; sein Unmuth hatte neue Nahrung gefunden. Er schwieg einige Augenblicke. „Soll ich vorlesen?" fragte Emmy, auf die Zeitungen deuten», welche auf dem Tische lagen. „Ich mag jetzt nicht, Emmy," antwottete ver Alte ver- drießlich.„Ick hatte wohl gewünscht, Lucie wegen eines sehr ärgerlichen Borkommniffes um Auskunft zu bitten. Es handelt fich um einige hundert Thaler, die an der Wirthschafts- � Emmy' war klug genug, alle ihre Verdächtigungen in das Gewand von Entschuldigungen zu k�rden, und fich den An- schein zu geben, als nehme fie ihre Nebenbuhlerin in Schutz, während fie diese grade zu verleumden trachtete. Tu erreichte dadurch nicht nur. daß st- das Miß'rauen gegen Lucie erregte, sondern auch, daß Rovenburg eine höhere M-mung von ihrem eigenen guten verzerr erhielt. Sie sagte daher, indem fie Rodenburg die Wangen streichelte:., �. „Ei. lieber Onkel; Sie können delhalb beruhigt sein, dre gute Lucie wird das G-ld zu wohlthätigen Zwecken verwandt 0'"�ch habe es aber nicht für wohlthätige Zwecke bestimmt," antwortete Rodenburg immer noch ärgerlich; aber seine Stimme klang bereits ein wenig sanfter.. �. „Ich denke mit," fuhr Emmy fort,„fie wird die fehlende Summe derjenigen hinzugefügt haben, welche Sie zu We-H- nachtsgeschenken für Arme des Ortes bestimmt haben.' „Wohl möglich!" sagte Rod..lburg; fie hat ein gutes Herz. Aber warum sagte fie mir das nicht? Glaubt fie, ich wäre hartherzig genug, ihr einen höheren Betrag abzuschlagen, wenn fie die von mir bewilligte Summe nicht für ausreichend hielt? Es war nicht recht von Lucie, fie hätte Vertrauen zu mir haben müffen" „Ich höre. Onkel, fie hat einen schönen Tannenbaum auf- putzen laffen und fich große Unkosten gemacht." „Ich habe das G-a-ntheil gehört," versetzte Rodenburg. „Ehrlich sprach nur von kleinen Geschenken, und für diese ist nach meiner Anficht die Summe von neunhundert Tzalern zu hoch." „Allerdings, das finde ich auch!" gab Emmy zu.„In dem Falle begreife ich in der That nicht."- Sie stockte. Depesche über die Einnahme von Tamsui hat der Marine- minister zuerst dementirt. Es scheint, daß Admiral Courbet vor Ankunft der noch nicht abgegangenen Verstärkungen einen Angriff auf das stark befestigte Tamsui nicht vornehmen kann. Ministerpräfident Fcrry verspricht sich viel von der Wirkung der Tongking< Debatte auf das Tiung-li-Bimen, da dieselbe datthun wird, daß das Land kein Opfer scheuen will, um China zum Frieden zu zwingen.— Alle Welt weiß bereits, daß es gerade die französtsche Regierung ist, welche die Hauptschuld daran trägt, daß es überhaupt zum Kriege gekommen ist. Kein vernünftiger Mensch kann es den Chinesen verargen, wenn fie fich ihrer Haut gegen die Eindringlinge wehren.— Die Chinesen wissen ganz genau, daß es nur auf Annexionen abgesehen ist und um den Preis wollen fie natürlich nicht gutwillig vom Schauvlatz zurücktreten. Gestern find in P a r i s 44 Choleratodesfällc vorgekommen, und zwar II in der Stadt und 33 in den Hospitälern, heute von Mitternacht bis Mittag 4 Todesfälle in den Hospitälern und einer in der Stadt.— Der Seinepräfckt in Torilon theilt in einer Meldung mit, daß der Gesundheitszustand der Matrosen und Soldaten ein vottrefflicher sei.— Die brast- lianische Gesandtschaft hat bekannt gemacht, daß die Häfen Brafiliens für aus Frankreich kommende Schiffe gespertt seien. In der Deputittenkammer verlas Leroyer den obigen Bericht der Tongking-Kommisston, welcher fich für die Entsendungen von Verstärkungen ausspricht, und erklätte, die Regierung halte für das erste Halbjahr 1885 40 Millionen für erforderlich. Die Bcrathung wurde auf Antrag Ferrys auf nächsten Montag festgesetzt.- Der Pariser Munizipalrath nahm am Montag einen Antrag an, in welchem der Seinepräfekt aufgefordert wird, provisorisch die Brodtaxe wieder herzustellen. Marseille. Bekanstlich find während der Cholerazeit nahezu 10,000 italienische Arbeiter aus Frankreich in ihre Heimath zurückgekehtt. Die Franzosen waren herzlich froh, die lästige Konkurrenz, welche ihnen die genügsame und jeden Centime„ä n g st l i ch" sparenden Leute verursacht, los geworden zu sein. Als daher jetzt nach dem Erlöschen der Epidemie die italienischen Arbeiter wieder in Frankreich ihren Lebensunterhalt suchen wollten, verweigette man ihnen an der Grenze die Erlaubrnß zur Einwanberung und verlangte von den armen Leuten den Nachiveis der nöthigen Subfistenzmittel oder das Dekret einer stchcrn Anstellung in Frankreich. Das hiefige italienische Generalkonsulat, welches zu Hungettcn um derattige Ccttifilatc angegangen wurde, sah fich genöthigt, in Rom und Patts die nöthigen Schritte zur Aufhebung der vexatorischen Maßregel zu machen, und find dessen Bemühungen auch bereits von Erfolg begleitet, indem seit heute[den italienischen Arbeitern wieder nach wie vor der freie Eintritt gestattet ist.— Den Herren Großindustttellen ist es natürlich sehr erwünscht, daß diese genügsamen und s p a r e n d ejn Kräfte wieder ins Land kommen, fie arbeiten ja billiger wie die einheimischen. Anders liegt die Sache bei den Arbeitern. Diese müssen in der Heimath Steuern zahlen und Soldat werden, haben also schwere Pflichten jeglicher Art zu erfüllen. Wenn nun die italienischen Arbeiter nicht billiger arbeiten würden, so hätte gewiß kein franzöfischer Arbeiter etwas gegen ihre Ein- Wanderung, da aber das umgekehrte der Fall ist, so kann man es ihnen nicht verargen, wenn fie von dem Zuzug dieser unlieb- samen Konkurrenten nicht besonders erbaut find. tffrohbrttannien. Im englischen Unterhause lenkte gestern der Abgeordnete Macfarlane Vre Aufmerksamkeit auf die Lage der Pächter in den H o ch l a n d en und auf den Inseln Schottlands und beantragte eine Resolution, welche er- klärt, daß es die Pflicht der Regierung ist, den Empfehlungen der königlichen Kommission hinsichtlich der Lage der dortigen Bauern und Pächter Folge zu geben oder andere ihr zweck- mäßig scheinende Hilfsmittel anzuwenden. Auch wird in der Resolution die Zustimmung zu der Meinung der Kommission ausgedrückt, daß die bloße Gettendmachung der Autorität die Beziebungen gegenseitigen Verttauens zwischen Gutsherren und Pächtern nicht herstellen würde, ohne welche das Land nicht wahrhaft in Frieden Üben könne. Sir 28. Harcourt gab seiner Zustimmung mit dem Geiste der Resolution Ausdruck, sowie seiner tiefen persön ichen Sympathie mit denjenigen, zu deren Gunsten der Antrag gestellt worden. Die Emofeblungen der Kommisston hätten indeß nicht allgemeinen Beifall gefunden, selbst nicht unter den Gönnern der Pächter. Er appellitte an die Grundherren, daß fie edelherzig in Erwägung ziehen möchten, was zur Heilung der Wunden gethan werden könnte, die in ihrem eigenen Interesse geheilt werden sollten. Der Minister sagte hierbei die Mitwirkung der Regierung zu, die von der Nothwendigkeit durchdrungen sei, fich unverzüglich mit der Frage zu beschäftigen und solche Gesetze anzunehmen, die zur Beseitigung der jetzt herrschenden, von Jedermann be- klagten Uirzufriedenheit führen dürften. Die Resolution wurde ohne Abstimmung angenommen.— Der Apell an die Edel- Herzigkeit der schottischen Landlords ist ein Schlag ins Wasser; nur die Gesetzgebung kann den armen Pächtern bessere Tage bringen. — In Templetown. Grafschaft Wexford, war der katho- Ihr Schweigen beunruhigte Rodenburg auf's Neue, und seine Stirn umwölkte fich wieder dichter. „Siebst Du wohl, Du schweigst, Emmy," sagte er,„Du mußt selbst zugestehen, daß ich Ursache habe, ihr zu zürnen, um nicht g ar zu sagen: ihr zu mißtrauen." „Ich bin überzeugt," antwortete Emmy mit einer neuen, schlauen Wendung,„daß fich Lucie rechtfertigen und über ihre Weihnachtsausgaben wird Rechnung legen können." „Wir wollen es hoffen," sagte Rodenburg,„und wenn fie eS nicht kann, dann..." Er wurde in diesem Augenblick unterbrochen durch das Eintreten derjenigen Person, von welcher eben gesprochen war. Lucie hatte keine Ahnung von dem Ungewitter, welches fich hinter ihrem Rücken drohend zusammengezogen hatte. In ihrem Antlitz lag die Harmlosigkeit, die reine Freude eines kindlichen Herzens, des unbeschwetten Gewissens, und das Be- wußtsein treuester Pflichterfüllung. „Ich bitte tausend Mal um Entschuldigung, Onkel," sagte fie,„daß ich mich ein wenig veispätet habe; Du bist doch nicht böse, daß ich so lange blieb?" Sie ergriff die Hand des alten Herrn, welche er ihr nur mit einigem Widerstreben überließ, und führte fie an ihre Lippen. Sckon das bloß« Eischcinen Lucie's und der Ausdruck reinster Unschuld in ihren kindlichen Zügen zerstteuten für einen Augenblick den Argwohn, ohne indessen den Alten völlig zu beruhigen. Zwar ohne Hätte, aber doch auch nicht mit dem sonstigen freundlichen Wodlwollen sagte er: „Ich habe Dich in der That früher ermattet." „Ich bere e von Herzen meine Nachläsfigkest," versetzte Lucie;„doch ich werde Dir dafür auch desto eifriger vor- lesen.— Bedenke, lieber Onkel—" fügte fie mit bedcutungs- vollem Lächeln hinzu—„es ist ja heute Weihnachts« Heiligerabend, und da hat man noch so vrel Kleinigkeiten zu besorgen." „Ja, ja", unterbrach fie Rodenburg,„ich höre, daß Du noch an einer Arbeit für Herrn Brand beschäftigt warst." Eine leichte Röthc flog über das kindliche Antlitz Lucie's. „Auch das bildete einen Tbeil meiner Beschäftigung, Onkel," gab fie verschämt zu.„Die Hauptsache aber bestand in Vorbereitungen für den heutigen Abend.— Hat Dir Herr Ehrlich gesagt..." „Herr Ehrlich hat wir Alles gesagt; doch ich wünsche vor- her über einen anderen Punkt mit Dir zu sprechen, Lucie." Der Ton seiner Stimme klang so ernst und strenge, daß ste fast über denselben eischrai. fische Geistliche Walich durch den Bischof abgesetzt worden- Als dieser ihn nun auf Ersuchen�der Gläubigen nicht wieder ein- setzen wollte, begab fich am Sonnabend eine unter dem Namen die„Hook Zweihundert" bekannte Bereinigung nach der Kirche und vernagelte Thüren und Fenster, sowie jeden anderen nur möglichen Einlaß- Nach vollendeter Arbeit stellten sie eine starke Wache auf und begaben fich heim. Als nun am Sonntag Morgen der neue Geistliche erschien, wurde ihm bedeutet, er habe hier nichts zu suchen, dann fielen Alle auf die Knie, beteten und zogen schließlich nach dem nahegelegenen Hause ihres alten Geistlichen, der ihnen eine salbungsvolle Predigt hielt und fie mit seinem Segen entließ. Der neue Geistliche hat fich seitdem nicht wieoer blicken laffen. Schweden. Der bekannte Dichter Strindberg, wegen Verhöhnung des Sakramentes des Abendmahls mittels seines höchst realistischen Buches„Giftes" auf Regierung� Veranlassung angeklagt, wurde soeben von der Jury für Preßoergehen in Stockholm(die Institution der Geschworenen existirt sonst nicht in Schweden) völlig freigesprochen und bei dem Aus- tritt aus dem Rathhause, wie vor dem Hotel mit einer groß- attigcn Ovation begrüßt. Der Ausfall des Prozesses machl große Sensation. Egypten. Die egyptische Regiemng hat die Forderung des französischen diplomatischen Agenten, die Verschiffung der an einen Deutschen, Namens Bosch, verkauften und für China bestimmten lOOKrupp'schen Kanonen zu verbieten, abgelehnt, da zwischen Frankreich und China keine Kriegserklärung erfolgt sei.— Der Prozeß der Staatsschulden- kasse gegen die cgygtische Regierung ist bis zum 25. November vertagt worden. Der Anwalt der Letzteren hatte eine Ver- tagung von vier Wochen beanttagt und ettlätt, daß alsdann die finanzielle Lage Egyptens wahrscheinlich völlig geregelt sein werde. Mit Bezug auf die wahrscheinlichen Kosten der Nil- e x p e d it i o n erfähtt der egyptische Korresvondent der„Times", daß Lord Wolseley vor seiner Abreise von Kairo ermattete, dieselben würden fick auf 64» Millionen Pfd. Sterl. stellen, ja daß der Betrag möglicherweise diese Ziffer übersteigen dürfte. Die amtliche Schätzung der Kosten isi jetzt 10—12 Millionen. — Natürlich wird das englische Parlament fich beeilen, diese Millionen Pfund zu bewilligen— denn zu solchen Zwecken ist in„Old England" das Geld immer da. China. Wie aus Shanghai gemeldet wird, werden chinefischerseits Anstatten getroffen, um durch englische und amerikanische Schnellsegler die Blockade von F o r m o s a von verschiedenen Punkten der Küste aus zu durchbrechen.— Zwanzig- bis dreißigtausend chinesische Soldaten haben Ende vergangenen Monats den Jantse-Kiang südwätts in der Nähe des Gojang-Sees überschritten. Zu de« Wahlen. Aus München wird der„Franks. Zeitung" geschrieben: „Endlich steht denn nun das ziffernmäßige Ergebniß der Stichwal in München II. fest, wenn fteilich auch jetzt noch die einzelnen Berechnungen um ein paar Stimmen differiren: der sozialdemokratische Kandidat v. Vollmar hat seinen ultramontancn Gegner Dr. Westermayr um 128— nach der Aufstellung der„Neuesten Nachr." um 114— Stimmen geschlagen: Vollmar 13 552, 2Lestermayr 13 433 Stimmen nach der letzgenannten Quelle. Wie es möglich ist, einmal, daß das Endresultat erst so spät bekannt wurde, sodann, daß ganz genaue Ermtttelungen auch heute noch nicht vorliegen, ist schwer erklärlich, man möchte fast aa allerhand dunkle Vorgänge in den entferntesten Landgemeinden glauben, über die Ver- schiedenes erzählt wird. Daß die Agitation in den letzten Stunden auf den Dörfem eine geradezu kolossale gewesen sein muß, geht aus den Zahlen, deren Dctatts die Leser der„Franks. Ztg." selbstverständlich nicht interesfiren, deutlich genug hervor! andernfalls wäre die Majorität v. Vollmar's ficher keine so gettnge gewesen, wie es jetzt der Fall. Und doch Alles um- sonst,„unser herrlicher Westermayr" dem„rothen Sozial- demokraten" unterlegen— der Schmerz ist groß und es begreift fich, daß unsere ultramontanen Blätter heute noch keine Worte finden, demselben Ausdruck zu geben. Man steht aber auch jetzt, wie sehr Herr Pfarrer Westermayr Recht hatte, als er vor einigen Jahren von der Kanzel herab die chttstlicb- frommen Worte sprach:„den Fortschtttt soll der Teufel holen". Wäre„der Teufel" diesem Wunsche des Pfarrherrn von St. Peter nachgekommen, dann könnte Herr Westermayr am 20. d. Mts. wieder nach Berlin fahren, wo es ihm alle Ze» so gut gefallen hat. Daraus ist ganz klar erfichtlich, daß der Teufel an der ganzen Unglücksgeschichte vom 11. ds. einzig und allein die Schuld trägt." Wie die Nattonalliberalen es bei den Wahlen ge- hieben haben, davon berichtet man aus Bochum im Folgenden ein Pröbchen. Wir finden in der„Gelsenkirchener Zeitung folgende Annonce: Bekanntmachung. Zwei Bergleuten lFamilienvätem) ist von der Verwaltung der Zeche„ffin» helmine-Viktoria" in Heßler aus dem Grunde die Wohnung gekündigt worden, weil ste gelegentlich der letzten Reichs- „Ich höre, Onkel," antwortete fie, ein wenig ängstlich- ' Rodenburg nahm das Rechnungsbuch des Serwalters, schlug eine Seite darin auf, dann das Wirthschaftsbuch Char- lotte's, schlug es ebenfalls auf und sagte: „Wie vrel hat Dir Herr Brand an WirtHschaftsgeld vorigen Vierteljahr gegeben?" „Ein tausend Thaler, Onkel! Ich denke, ich habe dieselben auch quittirt." „Ganz Recht," versetzte Rodenburg,„hier find Dein Quittungen.— Wie viel hast Du davon an Charlotte ge- geben?" „Die ganze Summe, Onkel l" Rodenburg blickte fie durchdringend an... „Lucie," sagte er. innerlich empört,„füge nicht zu einem Unrecht, das Du degingst, noch eine Unwahrheit.—©priffl- wie viel gabst Du?"„ ..Ein tausend Thaler, Onkel! Ich bin ja auch im Best? der Quittungen Charlotte'S.", „Sooo?" fragte er gedehnt.„Sieh einmal her. H# Char lotte's Buch stehen jechshundett verzeichnet." „Das muß ein Jrtthum sein!" antwottete Lucie beitnnw und mit dem Ausdruck völliger Schulvlosigkeit.„Ich ü*?, sogleich, die Quittungen»u holen; fie find in meinem W#* tische aufbewahrt"— Sie entfernte fich._. „Merkwürdig!" sagte der Alte kopfschüttelnd ,u Em�' „fie zeigte keine Verlegenheit.... Es soll mich herzlich ft�' wenn die Sache fich als ein bloßer Jrtthum ausklärt.".." „Ich habe mich auch über ihre Zuverstchtlichkeit gewunderr- antwortete Emmy.„Das Schuldbewußtsein pflegt stch" Geficht auszusprechen.", „Ja, wenn man nicht ganz verstockt ist,'"8 Rodenburg... H in „Ich wäre über und über rotb geworden und loro Thränen ausgebrochen," antwottete Emmy „So glaubst Du an ihre Schuld?"«».„rfottf „Gott bewahre! Die Summe kann ja auch von Cm» veruntreuet sein." adle's „Das glaube ich nicht.... Es kann nur � �.z Schuld sein; es ist wahr. Ich ermattete ein reumuw Benehmen, und wenn fie ein unumwundenes Gestanon_ gelegt hätte, ich hätte ihr Alles verziehen.— Sie w � daß ich fie lieb habe... Oder waltet hier in der TY bloßer Jrtthum ob." hri# „Wir werden ja sehen, ob sie die Quittungen � Wahrscheinlich ist's nur ein Jrtthum."(Fortsetzung »! = ein amen Tirche nur - eine nntag et, er Knie, pause redigt stliche vegen seines fung en in nicht Aus groß macht erung iffung für I ver = feine uldenmember Ver sdann eregelt Nil= Cimes", artete, stellen, dürfte. lionen. - Diese Sweden verden e und mosa Sen. Ende Nähe rieben: iß der uch jetzt timmen zar hat - nach timmen en nach al, daß ß ganz t schwer inge in ie Ver legten fen sein Frankf bervor; Leine fo Les um Sozial begreift ch feine eht aber atte, als hriftlich bolen". rn von ayr am alle Bett Daß der nzig und Slen ge Olgenden Beitung" ergleuten eWils Bohnung Reichs ftlich. rwalters, ach Char geld im dieselben b Dein clotte ge zu einem -Sprich, im Befts Hier in bestimmt Schreib J gebe u Emmy, ch freuen, wundert," doch im ergänzte fofort in Charlotte r Lucie's umüthiges nonig ab e weiß ja, That ein en bringt. ang folgt.) tagswahl Wahlzettel vertheilt haben sollen. Die Kündigung i in so weit in der denkbar schroffsten Form geschehen, als die Arbeiter schon am 15. d. M. die Wohnung zu räumen baben. Wir ersuchen alle buman denkenden Menschen, insbe fondere unfere Parteifreunde, dafür zu sorgen, daß die Ge fündigten zum genannten Termine Wohnungen bekommen. Offerten nehmen die Unterzeichneten entgegen. Das WahlRomitee der Bentrumspartei des Kreises Bochum. Lotal- Abtheilung Gelsenkirchen. A. A: H. Strunt. D. Niewohner. H. Bokorny. Also schon da, wo es sich um die Wahl eines Zentrumsmannes handelt, greift man zu solchen gehäfftigen Maßregeln; wie würde es erst gewesen sein, wenn fich um die Wahl eines Arbeiter kandidaten gehandelt batte? Bera, 17. November. Nach dem amtlichen Ergebniß find bei ber Stichwahl im Fürstenthum Reuß jüng. Linie 12 743 Stimmen abgegeben worden; davon erhielt Hugo Rödiger, Bildhauer in Gera( Soz) 6923, und Bürgermeister Heinrich Lautenschläger in Langenwolschendorf( dfr.) 5820 Stimmen. Griterer ist mithin gewählt. Auerbach, 17. November. Jm 22. sächsischen Wahlkreise nach dem amtlichen Ergebnis Kayser( So.) mit 9041 Stimmen gewählt worden; Niethammer( natlib.) erhielt 7641 Stimmen. geschickt hatte, der angeblich in seiner Wohnung umfangreiche| Renovirungen vornehmen wollte. Der Schwindler hat ein durchaus würdiges Aussehen und ist 50 bis 60 Jahre alt. N. Das Opfer der entsehlichen Blutthat in der Innalidenstraße, die Leiche der am Freitag Abend ermordeten Marie Sahrstedt, wurde heute Nachmittag 2 einhalb Uhr auf dem Sophienkirchhof in der Ackerstraße in aller Stille zur ewigen Ruhe beftattet. Um 2 Uhr versammelten fich in der Leichenballe des Obduktionshauses außer den von Landsberg a. d. Warthe herbeigeeilten tiefgebeugten Eltern und dem Bräutigam der Verblichenen die nächsten Anverwandten und viele Freundinnen der im Leben nahe gestandenen Verstorbe nen, welche den einfachen Sarg mit zahlreichen Kränzen schmückten. Die Ueberführung der Leiche erfolgte nach dem in der Ackerstraße 37 an der Prinzen Allee belegenen Kirchhof, woselbst nach turzem Gebet der versammelten Leidtragenden der Sarg in die Gruft gesenkt wurde. Tief erschüttert verließ das Leichengefolge die Stätte. Braunschweig.( Endresultat.) Blos, Schriftsteller in Stuttgart( Soz. Dem.), mit 10 994 Stimmen gegen 9994 Stimmen für Kulemann, Amtsrichter in Braunschweig( natlb.), seines Prinzipals, welche fie für die gegen Ratenzahlungen gewählt. Nach den nunmehr vorliegenden Wahlresultaten stellt kh das Berhältniß der Parteien im Deutschen Reichstage zu einander wie folgt: Centrum Bolen 1884: Jm vorigen Reichstag mithin jezt: 110 109 +1 16 Ronfervative 76 Reichspartei 31 Rationalliberale 50 Freifinnige Demokraten Sosialisten Danen Eliaffer +1+++ 11+ 1 2 18 53 25 45 67 107 7 10 24 13 +11 1 2 15 397 15 397 Lokales. 1 a. In dem L.'schen Waaren- Abzahlungsgeschäft in ber Dranienstraße war der Buchhalter Seidel bis zum September cr. zwei Jahre lang beschäftigt gewesen. Das ihm von feinem Prinzipal erwiesene Vertrauen hat er in gröblichster Weise getäuscht, indem er fortgesezt Herren Anzüge aus den Geschäftsräumen entwendet und bei Pfandleihern für je 15 bis 20 Mart versezte. Seidel bediente fich bei dem Versezen der Anzüge der Legitimationspapiere von Geschäftskunden entnommenen Waaren deponirt hatten, und verpfändete so die gestohlenen Anzüge auf verschiedene Namen. Da demzufolge die Diebstähle verborgen blieben, so fonnte S. diefelben bis zu feinem Abgang aus dem L.'schen Geschäft fortsetzen. Seidel nahm im September cr. die Stellung eines Buchhalters in dem A.'ichen Abzahlungsgeschäft in der Dranienstraße an und segte da seine Diebstähle von Herren- Anzügen fort, welche er unter den Namen von Geschäftskunden seines neuen Prinzipals bei Pfandlethern verpfändete. Einem dieser Pfandleiher fiel es vor Kurzem auf, daß die in den legten Monaten durch Dienstmänner bei ihm versezten Anzüge, trozdem fte scheinbar von verschiedenen Personen verpfändet waren, gleichmäßig hergestellt waren und ersichtlich aus einem Geschäfte herrührten. Gestern brachte diefem Pfandleiher wieder ein Dienstmann einen solchen Anzug, während Seidel vor dem Hause auf der Straße wartete. Der Pfandleiher ließ durch einen herzugerufenen Schußmann den Seidel festnehmen. Seidel räumte ein in 13 Fällen die beschriebenen Diebstähle ausgeführt zu haben. Ein bei ihm vorgefundenes Spartaffenbuch über 400 M. welche übten Diebstählen repräsentirte, wurde auf den Wunsch des hier, ist vor gang furzer Zeit eine Zuſchrift eines hier fich auf An die Deputation für das Straßenreinigungswesen, Summe den Erlös aus den bei dem ersten Prinzipal L. verhaltenden Studiosus der Chemie, Zuhörer des Geh. Raths Diebes dem L. übergeben. Coffmann und Prof. Pinner, eines geborenen Ruffen, gelangt, worin derselbe bittet, ihm Beschäftigung zu geben bei der während der Nachtstunden hier stattfindenden öffentlichen Straßenreinigung. Betent erhofft Gewähr seiner Bitte, well, wie er fagt, er zu stolz, die Mildthätigkeit in Anspruch zu neh de, 2 Berfügung steht, wenn er seine Giudien überhaupt mit diese entdeckte sofort nach ihrem Aussteigen ihren Verlust. In Erfolg fortiegen will. Da der Bittsteller gleichzeitig glänzende Beugniffe der oben genannten Profefforen eingereicht hat, so ist, wie die National- Beitung mittheilt, die erwähnte Deputation quf seinen Wunsch eingegangen und der betreffende Studiosus betheiligt sich jest allnächtlich an der Straßenreinigung von Folge der eingetretenen Winterwitterung find Berlin. Die Beamten der städtischen Straßenreinigung ftreng ange In wiesen worden, auf eine schleunige und sorgfältige Bestreuung der Straßen, Brücken 2c. zu achten, sobald Schneefall oder Glatteis Dies erforderlich macht. Man sah daher bereits gestern Abend, als starfer Reif fich auf den Brüden lagerte, Beamte Der Straßenreinigung eifrig mit dem Bestreuen der Brücken übergänge mit Sand beschäftigt; desgleichen wurden auch die Straßen bestreut, wo die Nothwendigkeit hierzu vorlag. Für a. Eine feine Familie. Die vielfach bestrafte Taschen Diebin, Frau Schlint, hatte gestern Nachmittag auf der Fahrt in einem Pferdeeisenbahn Wagen der Linie Kreuzberg- Dön hofsplay einer neben ihr fißenden Frau das Portemonnaie mit 16,90 Mt. Inhalt aus der Kleidertasche gestohlen, ohne daß diese etwas bemerkte. An der Ede der Linden- und Kommanbantenstraße stiegen die Diebin und die Bestohlene aus und der Meinung, das Portemonnaie im Wagen liegen gelaffen zu haben, eilte fie dem Wagen nach, erreichte diesen, fand aber das Portemonnaie in demselben nicht. Der Verdacht des Diebstahls wurde von den Fahrgästen sofort auf die zugleich mit der Bestohlenen ausgestiegene Frau gelenkt, die ihren Weg nach der Schügenstraße genommen hatte. Ein junger Mann, welcher sich im Pferdebahn Wagen befand, verfolgte die Diebin, welche sich in das Haus Schüßenstraße Nr. 36 flüchtete und auf dem Boden hinter einem Pfeiler sich verstedte. Da wurde die Diebin ergriffen und das von ihr geftoblene Portemonnaie wurde gleichfalls neben ihr auf dem Fußboden liegend gefunden. Bur Wache gebracht, gab die Diebin an, den Diebstahl aus Noth verübt zu haben, da fie vollständig mittellos sei und zwei Kinder ihrer Tochter zu ers jähren habe, die fich zur Verbüßung einer 6 monatlichen Gefängnißftrafe wegen Hehlerei in haft befindet, während ihr Schwiegersohn eine 1 jährige Buchthausstrafe wegen Hehlerei verbüßt. lige, und Staare, Rothhänflinge, Goldammer, Rothhähnchen, logis von Fürst, Alte Jakobstraße 31, war gestern Abend in befindet sich in der Beliner Hotel- Zeitung" vom 10. d. Mts. Vogelliebhaber, Hoteliers und.. Feinschmecker" Die Anzeige einer Großhandlung inländischer Singvögel in Steinheid in Thüringen. wonach dieselbe Erlenzeifige, Stieg Eichelbeher u. ftohän und von jest ab auch täglich frischgefangene todte Vögel, klubweise zu mäßigen Preisen, für Hoteliers und Feinschmecker versendet!! Mit Entrüstung wird Jedermann erfüllt, welcher hieraus sieht, wie unseren feuert werden. Gewiß wird auch im Herzogthum Meiningen u ligeln. Solchem Unfug sollte doch mit allen Kräften gees nicht an geseglichen Bestimmungen fehlen, die das Einfangen der Singvögel verbieten. Dies Verbot sollte aber auch mit Strenge gehandhabt werden. Man bemüht sich überall, räumungsarbeiten zu beschränken. die Bögel, namentlich Singvögel, zu schüßen, möge dies auch N. Muthmaßliche Brandstiftung. In dem Fremden der zehnten Stunde ein Feuer ausgefommen, das nach einem auf in Zogis wohnenden Fremben im böswilliger Weiſe angelegt fein Singvöge'n nachgestellt wird, um die Gaumen der Feinschmecker Veröffentlichung; der Thäter soll verhaftet sein. Bei den Bor Antauf wird gewarnt. In der Tischlerei von Thomas, Brinzenstr. Nr. 33, find am Sonntag, den 16. d. M., folgende Gegenstände gestohlen worden: 2 gußeiserne Hobel, englisches Fabrifat, Bolisander- Griff und Knopf, 1 Bylinders Uhr, 1 Batent- Meterstock und 2 Ziehklingen. Die Hobel find zu Forft i. d. L. war mit ihrer Tochter nach Berlin gekommen, a. Gine resolute Dame. Die Frau eines Fabrikbestgers um mit dieser die königlichen Theater und sonstige sehenswerthe Etablissements zu besuchen. Gestern Abend begaben sich beide soll. Die näheren Details entziehen sich vorläufig noch der Löscharbeiten, die beim Eintreffen der Feuerwehr fast beendet waren, hat der Inhaber des Logis, Herr Fürst, anscheinend nicht unerhebliche Brandwunden im Geficht davongetragen. Die eingetroffenen Löschmannschaften hatten sich nur auf AufEin zweiter Alarm führte gegen halb 3 Uhr Nachts andere Abtheilungen nach der Adalbertstraße 24. In dem Simmer eines dort wohnenden Hausbieners war wohl durch Unvorsichtigkeit ein unbedeutendes Feuer ausgebrochen, das beim Eintreffen der Feuerwehr ebenfalls abgelöscht war. Gerichts- Zeitung. -y. Die Arbeiter" Heinrich Lehmann und Wilh. Heil mann, welche gestern vor der 91. Abtheil. des Schöffengerichts standen, haben sich eines recht plump ausgeführten Betruges schuldig gemacht. Beide sind vielfach vorbestrafte Buchthäusler. Damen nach dem Opernhause, und als fte nach der Beendigung Der Leßtere ist mit dem Strafgeseße im Laufe der legten beiden Der Borstellung aus dem Parquet nach dem Garderobenraum Rich begaben und im Begriff waren ihre Mäntel anzuziehen, wurde der Mutter aus der Kleidertasche ihr Portemonnaie mit 270 M. Inhalt entwendet. Die Bestohlene bemerkte alsbald Den Verlust und sah einige Schritte entfernt einen ältlichen Gerrn im Ueberzieher dem Ausgange sugeben. Da fie eine weitere Berfon in ihrer Nähe nicht fah, so eilte die Dame dem ältlichen Herrn nach und griff mit den Worten: Sie haben mir mein Bortemonnaie gestohlen" in die Ueberziehertasche des Gerrn, aus welcher fie ihr Portemonnaie herausholte. Ein Berbeigeeilier Kriminalbeamter nahm den Dieb, den vielfach Buchthaus bestraften Taschendieb Meinhardt( ein 60jähriger Mann, der ca. 25 Jahre Zuchthaus bereits verbüßt hat), fest, während die Dame das Bortemonnaie nebst noch unberührtem Inhalt an fich nahm. g. Unzweifelhaft identisch mit jenem Schwindler, welcher bebufs Erlangung von Trinkgeldern eine Anzahl von Tapezierer, Tischler 2c. veranlaßt hat, am legten Sonntag nach Dem Radettenbause in Lichterfelde hinüberzufahren, woselbst ste " Jahre nicht in Konflikt gerathen und hat sich in dieser Zeit das Vertrauen des Schneidermeisters Baum erworben, der ihm gegen monatliche Abzahlung bereitwilligst Kredit gewährte. Bu seinem Unglücke traf er an einem Apriltage mit seinem früheren Siglollegen", dem Lehmann, zusammen. Dieser flagte ihm seine Noth, daß er nicht im Besige eines anständig aussehenden Anzuges sei, und Heilmann ließ sich schließlich dazu bewegen, ihm zu einem solchen zu verhelfen. Er nahm ihn mit zum Schneider Baum und schilderte ihn diesem gegenüber als einen außerordentlich sicheren und ordentlichen" Menschen, trozdem er wußte, daß diese Eigenschaften nur auf den Lehmann paßten, wenn derselbe hinter Schloß und Riegel saß. Baum lieferte dem so warm Empfohlenen einen Anzug auf Kredit, erhielt natürlich aber kein Geld. Als er später erfuhr, daß er dupirt worden war, machte er Anzeige und die Folge davon mar, daß beiden Biedermännern wegen dieses Soups eine Gefängnisstrafe von je 2 Monaten zudiktirt wurde. -y. Ein Unglücksfall, welcher am Nachmittage des 13. September d. J. vor dem Hause Wilhelmstraße 127 stattlobnende Aufträge erhalten sollten, dürfte jener Mann fein, fand, lag der Anklage wegen fahrlässiger Körperverlegung zu welcher am Sonnabend in eine Destillation in der Kochstr. 25 Grunde, welche gestern vor der dritten Strafkammer des Landtrat und hier dem Besizer mittheilte, die Frau ein& Restau- gerihis I gegen den Dachdeckermeister David Bißmann zur Verhandlung gelangte. Der Angeklagte, welcher zu jener Zeit mit Façadenarbeiten an dem bezeichneten Hause beschäftigt war, hatte zu diesem Zwecke am Dache deffelben ein Hänge gerüft und zum Schuße des Publikums auf dem Trottoir ein Bockgerüst angebracht. Der Arbeiter Mitarz hatte beim Aufrettete derselbe sich durch einen Sprung auf das Nebengerü der soeben von ihm verlassene Theil des Hängegerüftes stürzte aber in Folge des heftigen Ruckes wodurch der dasselbe haltende rateurs in Lichterfelde wolle ihr gutgehendes Geschäft für wenige Hundert Mart verkaufen, da ihr Mann fürzlich ge ftorben fet. Da der Destillateur einen Freund hat, welcher Nachweis sehr erfreut und der Freund fuhr denn auch am ein derartiges Geschäft zu laufen sucht, so war er für den nächsten Tage nach Lichterfelde, um mit der angeblichen Wittwe ziehen des Hängegerüftes das Unglück auszurutschen, wohl und Restaurationsinhaberin über den Geschäftsankauf zu ver handeln. Zwar fand er das bezeichnete Restaurant vor, doch erblickte er zu feiner nicht geringen Verwunderung nicht nur Den vollständig gesunden Gatten der Restaurateurfrau, sondern Hiegel zerbrach, in die Tiefe und fiel auf das darunter befindauch in dem Lokal mehrere andere Personen, welche ebenfalls angeführt worden waren, denn auch fie wollten die unver taufliche Reftauration übernehmen. Es stellte sich ferner heraus, Daß der Schwindler auch noch mehrere Handwerfer aus Berlin einem in Lichterfelde wohnenden höheren Militär auf den Hals liche Bockgerüst. Auch dieses vermochte dem Anprall nicht zu widerstehen, es brach zusammen und begrub einen gerade darunter befindlichen Knaben unter seinen Trümmern. Wie durch ein Wunder kam derselbe aber mit einigen leichten Verlegungen davon. Da der herbeizitirte Sachverständige Baurath Badftüber feststellte, daß die einzelnen Böcke des Schuggerüfte in größerer Entfernung aufgestellt waren, als die Bau- PolizeiVerordnung vorschreibt, so legte die Anklagebehörde dem Bißmann diesen Unglücksfall zur Last. Dieser behauptete im Termin, daß wegen der im Hause befindlichen Läden eine andere Aufstellung der Böcke unthunlich war und daß das Schußgerüst hätte zusammenbrechen müssen, selbst wenn die Böcke näher aneinander gestellt gewesen. Da der Baurath Badstüber diese Behauptungen durch sein Gutachten unterstüßte, so erkannte der Gerichtshof auf Freisprechung des Angeklagten. y. Das so oft gerügte unsinnig schnelle Fahren der Schlächterwagen hat am 13. Dttbr. v. J. den Tod eines Menschen herbeigeführt. Der Urheber dieses Unglücksfalles, der Schlächtergeselle August Block, stand gestern, der fahrlässigen Tödtung angeklagt, vor der ersten Straflammer des Landgerichts 1. Am Nachmittage des genannten Tages fuhr der Angeklagte in so rasend schnellem Tempo über den Alexanderplaß, daß ein alter Mann, der Stellmacher Spicker, dem dahersausenden Fuhrwerf nicht rechtzeitig auszuweichen vermochte, er wurde umgeriffen, gerieth unter die Räder und erlitt so schwere Verlegungen, daß er nach einigen Tagen verstarb. Der leichtfinnige Führer des Wagens jagte unbekümmert um das angerichtete Unheil davon und es gelaang ihm auch zu entzommen. Aber am nächsten Tage tam es ihm bereits zu Ohren, daß die Polizei thm auf den Fersen sei und aus Angst vor dem ihm Bevorstehenden beging er einen Selbstmordversuch. Er brachte fich mittels eines Meffers so tiefe Einschnitte in den Hals bei, daß man den Tod für unausbleiblich hielt. Aber dennoch gelang feine Wiederherstellung, wenn auch erst nach 9monatlichem Aufenthalt im Krankenhause. Am 10. Oktober d. J. floh der Angeklagte aus dem Krankenhause unter Mitnahme von Klei dungsstücken, die Eigenthum eines anderen Kranken waren. Bereits nach wenigen Tagen wurde er wieder ergriffen und nunmehr in Untersuchungshaft behalten. Der Gerichtshof dif tirte ihm eine harte Strafe drei Jahre Gefängniß zu. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. cr. Rückblicke auf die Reichstagswahlen lautete das Thema, über welches der Reichstags- Abgeordnete Herr Paul Singer vorgestern Abend im Bezirks- Verein der arbeitenden Bevölkerung des SW. Berlins, der in Nieft's Salon tagte, sprach. Selbstverständlich war der Saal bis auf den lezten Plaz gefüllt, Viele konnten, troßdem man Tische und Stühle entfernt hatte, feinen Einlaß mehr finden. Das Programm der Arbeiterpartei, so ungefähr begann der Vortragende, hat deutlich gezeigt, was die Arbeiterpartei will, und daß dasselbe bei vielen Hunderttausenden unserer Mitbürger Anklang gefunden hat, das beweisen die Erfolge. Es gilt jest aber, in dem neuen Reichstage zu zeigen, daß es uns Ernst ist mit dem Bestreben, wirklich heilsame wirthschaftliche Reformen einzuführen. Es ist ja jezt, Dank dem Vorgehen der Arbeiterpartei, soweit gekommen, daß alle Parteien von der Nothwendigkeit wirthschaftlicher Reformen überzeugt find. Sogar die deutschfreifinnige Partei, die bisher den Bestrebungen der Arbeiterpartei einen gewissen Hohn entgegenseßte, fängt jest wenigstens theilweise an, einzusehen, daß die Forderungen der Arbeiterpartei doch nicht so unvernünftig sind, wie man dieselben zuerst verschrie. So scheint das ,, Berl. Tgbl." fich der Nothwendigkeit wirthschaftliche Reformen nicht mehr verschließen zu wollen, der ,, Reichsfreund" dagegen verhält sich diesen berechtigten For derungen gegenüber immer noch falt und kanzelt das„ Berl. Tgbl." ab. Es erblickt das einzige Ziel der Welt immer noch ausschließlich in der sogenannten politischen Freiheit, im schrankenlosen Individualismus. Wenn es nun auch in einem Theil der deutsch- freifinnigen Partei in Bezug auf wirthschaftliche Fragen anfängt zu dämmern, so ist damit noch lange nicht gesagt, daß an ein Zusammengehen mit biefer Partei zu denken wäre. Wenn die Deutsch Freifinnigen etwas für die Arbeiterpartei Ersprießliches in Vorschlag bringen, so wird das ohne Zweifel von uns angenommen werden. Ebenso werden wir uns den sozialreformatorischen Plänen der Regierung gegenüber verhalten. Es darf aber niemals vergessen werden, daß es die Arbeiterpartei war, die auf wirthschaftlichem Gebiet Die Initiative ergriff und niemals wird dieselbe ihrem Brogramm untreu werden. Redner charakteristrt nun die Zusammenfegung des neuen Reichstages. Abgesehen von den Plägen, welche die Arbeiterpartei errungen hat, wird die Physiognomie des Reichstages im Allgemeinen keine besonders veränderte sein. Bei einer tonservativ- fleritalen Majorität fommt es ganz auf das Sentrum an. Diese Partei ist aber bei allen Fragen außer der des Kulturkampfes ganz unberechenbar. Der Führer des Zentrums, der Abg. Windthorst, hat es durch seine Schaufelpolitik glücklich soweit gebracht, daß man nie weiß, wie das Zentrum stimmt. Die Stellung der Konservativen ist bekannt, diese Partei hält es für nothwendig, die Regierung überall zu unterstüßen. Es ist das immerhin ein Standpunti, den man wenigstens verstehen kann. Soviel ist sicher, daß die Pläne der Regierung an dem Widerstande der Konservativen niemals scheitern werden. Möchten dieselben daher immer zum Heile des Volkes ausfallen. Die Deutsch- Freifinnigen, die in der vorigen Seffion über 100 Size verfügt hatten, konnten bei den Hauptwahlen nur 30 zurüderobern. Sie haben sich zwar bei den Stichwahlen etwas erholt, aber die Lehre war ihnen dienlich, fte werden jetzt eingesehen haben, daß ihre schwantende Politik von den Wählern nicht mehr verstanden wird. Die merkwürdigste Veränderung ist mit den Nationalliberalen vor fich gegangen. Durch die Heidelberger Konferenz sind sie eigentlich mit den Konservativen identisch geworden, und ihre 50 Pläge werden nur dazu dienen, die fonservative Majorität zu verstärken. Die fleinen Gruppen, wie Polen, Reichsländer, Volkspartet 2c. find ungefähr dieselben geblieben. Das sind im Großen und Ganzen die Elemente des neuen Reichstages. Es wird sich bald zeigen, welche Stellung dieselben einnehmen werden. Die Vertreter der Arbeiter haben schwere Pflichten zu erfüllen, fie sollen dafür sorgen, daß das zum Ausdrud gebracht werde, was viele Hunderttausende fühlen. Sie sollen eintreten für die berechtigten Forderungen der Arbeiter, für die gefeßlich geregelte Arbeitszeit, wie sie in einzelnen fremden Staaten bereits eingeführt ist, und wie fte bei uns mit gutem Willen auch eingeführt werden kann, für die gänzliche Abschaffung der Frauen und Kinderarbeit. Redner beleuchtet namentlich den lezten Punkt sehr eingehend, er weist nach, daß der Staat selbst das allereinschneidenste Interesse daran habe, törperlich und geistig gesunde Staatsbürger heranzubilden. Ebenso werden die Vertreter der Arbeiter der Vagabondage- Frage ihre Aufmerksamkeit widmen, es wird dabin gestrebt werden, daß diese Unglücklichen, die heute beschäftigungslos von Ort zu Ort ziehen, der bürgerlichen Gesellschaft wiedergegeben werden. Das find einige der Hauptfragen, für welche die Vertreter der Arbeiter eintreten werden. Als ein erfreuliches Zeichen der Zeit ist es zu betrachten, so schloß Redner, daß heute die Blätter aller Parteien mit unverholener Achtung von der Haltung der Berliner Arbeiterpartei sprechen. Und so soll es bleiben, wir werden weder nach rechts noch nach links abweichen, es soll auch in Bulunft unmöglich fein, Haß und Swietracht unter die Berliner Arbeiter zu säen. Nachdem nun die Wahlen vorüber find, hat aber der Verein außer den politischen auch wieder andere Pflichten zu erfüllen, er soll es fich jest wieder angelegen sein lassen, daß in den Versammlungen die wichtigsten Tagesfragen aus allen Ge bieten erörtert werden. An diesen mit stürmischem Beifall aufgenommenen Vortrag schloß fich eine Diskussion, an welcher fich außer dem Referenten die Herren Krohm, Dertel und Dr Heimann in lebhafter Weise betheiligten. Um 10 einhalb Uhr wurde die Versammlung unter Hochrufen auf den ReichstagsAbgeordneten Singer gefchloffen. 247 92( 3000) 720 357 39 106 822 349 301 195 7 173( 300) 547 10( 300) 539( 500) 208 362 264( 3000) 919 519 889 627 862 457 590 82 866( 300) 791( 3000). 4966 110( 3000) 280 463 420 533 166 632 665 430( 1000) 585( 300) 825 761 594( 1000) 523. 5672 199 201 986 302 803 65 615 730 265 458 431 466 138 181 878 621 617 300. 6937 793 920 690 474( 3000) 120 17 184 941 883 223 633( 500) 972 336( 300) 176 457 372 487 482 785. 7865 64 839 945( 500) 749 183( 300) 887 676 604 596 553 916 952( 300) 547 357 679. 8739 919 269 529( 1000) 447( 3000) 885 243 366 686 645( 500) 643 385 939 49. 9385( 500) 983 425 662( 3000) 427( 1000) 15 964 925 229( 500) 481 249( 300) 523 946( 500) 432 324 438 681 386 679 162( 300). Eine öffentliche Tischlerversammlung, von der Lohntommiffton der Berliner Tischler einberufen, tagte am Sonn tag, den 16. d. M., in der Waldemarstraße 75. Auf der Tagesordnung stand: Die hohe Bedeutung der Durchführung der Minimal Lohntarife für das Erwerbsleben der Berliner Tischler, sowie die Wahl von Vertrauensmännern für diesen Begirl". Der Referent, Herr Rödel, führte zuerst an, daß zu dieser Versammlung hauptsächlich die Werkstellen eingeladen find, welche Sonntags und nach Feierabend arbeiten müssen. Hierdurch wird ein Rückschritt in der Bewegung gemacht. Redner betont, daß hauptsächlich die Klavierarbeiter sich nicht mehr wie früher betheiligen, er hofft, daß durch Abhalten Dont Versammlungen und durch Bekannt machen der Werkstellen, welche sich nicht betheiligen, diese Uebelstände gehoben werden. Redner erläutert ferner, wie die Kommiffton zur Aufstellung der Minimallohntarife ge kommen ist und sagt, daß Preisunterschiede bei Spezialarbeiten von 30 pCt. und theilweise noch darüber stattfinden. Es ist klar, daß hierdurch bei einem schwachen Geschäftsgang die Arbeitgeber, welche die befferen Löhne zahlen, ihre Arbeit nicht umseßen können und fie dann gezwungen wären, einen Druck auf den Arbeitslohn auszuüben. Redner betont zum Schluß noch ganz besonders, daß hauptsächlich die Arbeitszeit eingehalten werden müsse, denn nur dadurch könne die Arbeitslosigkeit vermindert werden. Nachdem sich noch einige Redner in demselben Sinne ausgesprochen haben, wird folgende Resolution von der gut besuchten Versammlung einstimmig angenommen:„ Die heute im Vereinshaus Süd- Ost tagende Versammlung der Tischler erklärt, in Erwägung der Ausführung der Redner, fich jest wieder voll und ganz der Bewegung der Tischler anzuschließen, ihre Beisteuer zum Unterstüßungsfonds zu zahlen, fowie Delegirte in ihren Werkstellen zu ernennen, Damit die Forderungen der Berliner Tischler in naher Zeit durchgeführt werden können. Nachdem hierauf noch die Ver trauensmänner ernannt waren, wird die Versammlung um 1 einhalb Uhr geschlossen. 622 28 173 720. 53848( 300) 574 177 537 219 454 160 310 761 270 219 550 864 421. 54178 782 898 437 626 911 298 134 562 362 198 804( 3000) 983( 500) 328 706 12 106. 55326( 300) 77( 300) 186 965 901 716 704 807 189 533 399( 300) 283( 300) 600( 300) 715 278 934( 300) 45 810 264( 300) 262 447. 56651( 500) 582 60 617 335 620 412 991( 300) 115 13 874 288 334 717 319 19 624 311 922 616 215. 57576( 300) 680 813( 3000) 937 145 154 407 58970 33 837 806 24( 500) 334 100 508 423 251 578. 703( 300) 971 915 373 429 877 960 244 44 161 407 568 190 626( 500) 817 54. 59405 932 510 950 590 304 740 850 797 421 805 479 843 355 420 245 456 632 ( 300) 640. 10580 859( 3000) 81 227 515( 300) 320 8 984 815 745 153( 1000) 139 571 376 18( 3000) 486 166. 11841 930 196 839 506 399 649 216( 3000) 824 445 585( 300) 828 526( 300) 160 59 689 719 914 303 528 279 218. 12126 545 187( 3000) 273 308 419 802 398 64 596 381 445 188 49 381 627 158 530 877-765( 1000) 286. 13053 76 560 18 732( 3000) 691 657 545 731 459 105 866 104 150( 5000) 790( 300) 860 927 496 145 819. 14314 726 354( 300) 793 10( 300) 235 76 110 367 47 522 856( 500) 596 557( 3000) 667. 15893 15 296 957 964( 1000) 533 211 360 88 876 337( 1000) 250 689 153 942 351 320 224 453 148 330. 16231 121 723 676 766 322 778( 500) 510 824( 300) 839 620 241 500 639 572( 1000) 739 642 23 343 260 365( 300) 248. 17586 557 229 790 295 ( 300) 419 608( 3000) 933 264 693( 500) 807 862 252 949 373 905 769 488 20( 1000) 631, 18550 151 237 442 388 599 732 738 190 389 247 161 926 920 164 944 230 220. 19901( 300) 516 361 587 789 771( 500) 520 813( 5000) 637 981 895 468 98 571 405 623 513 640 669 507 634 655 952 863( 300). Eine öffentliche große Buchbinder Versammlung findet heute Abend im Restaurant Feuerstein, Alte Jakobstraße 75, statt, in welcher über Stellungnahme der Buchbinder zu den verschiedenen Kranken- Kaffen" referirt werden wird. Die regelmäßige Mitglieder Versammlung des Laufiber Plat- Bezirks- Vereins findet heute, Mittwoch, den 19. November, Abds. 8%, Uhr, Manteuffelstr. 9 statt. T.- D.: 1. Vortrag des Herrn Stadtverordn. Herold und Diskussion. 2. Raffenbericht. 3. Verschiedenes. Bahlreiches Erscheinen ist nothwendig! Der Vereins- Adreß Kalender liegt zur Einficht aus. V Gauverein Berliner Bildhauer". Annenstraße 16. Abds. 9 Uhr: Fachlicher Abend." Str. 19 B Gegenn Reichstagsm tine thatjad Diefelbe im Reichstag in Der for unterstügte Die Produkt Cinzeiftaate ftätten au fo Wir ha 315 Die Lizenzite Steuer ang 60448 668 310( 300) 796( 300) 559 471 635 91 36 ( 3000) 573 800 730 515 195 767 11 87. 61527( 1000) 847 676 497 763 999 616 554 808 465 514 634 830 927 38 919 595( 1000) 989 628. 62655 221 950 998 748 768 276 258 133 443 658 222 635 709 307 163( 3000). 63500 759 357 134 823 619 296( 300) 320 638 785 262 622 416 648 948 505 641 407 656 124 3 184. 64817 434 574 503 661 806 45 871 996 555( 300) 40 33 748 711 176 518 815 681 248 65781 313 227 962 329 813 82 728 934 563 804 833 256 285 867 906 454 153 543 782. 66707 550 677 945 154 945 53 33 595 843 759 399 676 579 304 586 638 194 905 841 723( 300) 393( 300) 263 756 234. 67493 759 706 968 814 189 908 105 303 680 26 149 861 946 843 56 104 712 778 ( 300) 4 998( 500) 809 395 68251 89 148 894 301 24( 300) 742 50 643 833 486 93 28 539 377 715( 300) 884( 300) 59 912 674( 1000) 600 963 313. 69096 531 242 459 713 702 134 765 651 327( 3000) 467 496. 70347 229 302 612 121 127( 300) 521 17 323 173 459 anderen Get 692 252 163 49 563 535 421 334 82 71201 723 991 14 femer diese 919 601 766 829 619 902 371 49 303 867 704 257 189 41 872 529 481 382 227 428 72116 56 889 638 250 512 561 was viel sch 416( 300) 218 930 754( 500) 937 493 39 789 854 269 933 383 191 795 144 96 648 73330 260( 500) 663 47 194 165 159 114 916 75 686 10 932 313 713 848( 300) 668 67 82 150 eine Man 74684 534 488 108 951 724 206( 300) 104 543 645 596 919 Finanzwed 167( 300) 341 857 758 965( 300) 180 430 75762 755 111 489 667 772( 300) 780 541 560 946 997( 1000) 541 676 835 743 66 731 647 954 672 215 303 205( 500) 869( 500). 76469 ( 500) 520( 500) 236 293 880 982 177 385 253( 1000) 283 jede neue ( 3000) 237 115 24( 300) 570 781 87 111 706 458 658 353 überdies542 77672 56 976 537 542 896( 3000) 832 605 478 33 aufgefaßt m 929 555 556 978 78104 472 113 478 517 491 859 838 39 gar t 50( 1000) 989 431 738( 300) 79050( 300) 941 101 655 156( 3000) 276 533 648 751 136 763 341 505 390 917 516 515 139 990 525 613. 20243 448 340 568( 3000) 493 982 516 972 262 653 95 970 759 779 271. 2147 425 83 343 793 36 573 409 944 661( 500) 248 906 649( 500) 959( 300) 95 311 881 656 843 317 826 2279 97 616( 300) 845 44 984( 500) 86 921 276 ( 300) 389 797 334 530 534 848 916 287 594 824 312( 500) 126( 300) 234 418 381 735( 1000) 105 250 837. 23851 338 780 302 906 157 824 429 472 772 170 63 382 969( 300) 925 279 652 768 808 201 708 340 390( 500) 968. 24786 441 793 598 103 99 436 574 172 625 236 537 547 104 618 862 707( 500) 941 43 447 15 476 483. 25227 724 738 447 729 672 457 921 367 872 247 236 210 100 337 726 911 311 ( 500) 45. 26540 557 869 547 953 727 788 339 316 920 ( 3000) 250( 1000) 56 936 486( 500) 728 361( 300) 66 244 312. 27641 678 943 752 654( 3000) 271( 500) 939 300 287 ( 300) 902 398 325 739 454 367 871 115 892 356 451. 28827 941 338 261 46 947 290 985( 1000) 90 602 74 422 832 414( 300) 258 956 810 247 162 505 510 657( 500) 516 173. 29815 381 686 666 798 63( 3000) 274 920 508 132 241 425( 3000). Der Gesangverein Glüd ju" veranstaltet am Sonn tag, den 23. November in seinem Vereinslokal, Schirm's Restaurant, Badftr. 19, ein Vokal- Konzert unter persönlicher Leitung seines Dirigenten Herrn Otto Gutau, unter gütiger Mitwirkung der Konzert Sängerin Frau Oblfson, des SoloFlötiften Herrn Hübscher und des Solo Tenoriften Herrn Müller städt. Ein gut gewähltes Programm bietet den geehrten Besuchern einen angenehmen Abend. Stimmbegabte Herren, welche geneigt find, dem gemüthlichen Verein beizutreten, finden an jedem Mittwoch Abend 9 Uhr freundliche Aufnahme. Wohlthätigkeits- Matinee, veranstaltet vom Drtsverein der Klempner und Metallarbeiter I. und den Gesangvereinen Brennobar" und" Echo I." für den Gürtler Specht, welcher burch Krankheit den rechten Arm verloren bat. Einnahme 651 Mt. 70 Bf. Ausgabe 28 90 " Reinertrag 622 t. 80 Pf. 30784 518 143( 300) 920 162 265( 300) 19 529 773 929 ( 300) 252 848 650 459 492 676 166( 3000) 908 499 383 485 ( 500) 834 896 605 970 576 567 731 668. 31453 273 682 307( 300) 759 136 916 930 724 574 473 978 904( 3000) 566 941 404. 32151 986 45 691 433 340 404 128( 3000) 604 696( 300) 762 561 245 850 910( 300) 839 872 998. 33046 636 39 999 47( 300) 309 763 327 281( 300) 755 296 192 288 733 638( 3000) 13 54 172 163 846 148. 34211 402( 1000) 509( 1000) 360 439 553 64 434( 300) 821 587( 3000) 241 285 563 113 822 350. 35724( 500) 758 155 793 968 590 931 937 14( 300) 509 575 30 684 738 830 57 17 458 692 12 797 16. 36477( 500) 971 943 443 988( 1000) 161 397( 500) 625 328 841 982 680 33 863. 87331 588 743 863 276 973 195 300 737 8 527 790 849 498 237 885 17 507( 300) 170 38000 280 765 760( 300) 696 895 254 315 146 671 771 782 297 646 715 827. 39010 279 725 361 137 389 169 648 335 813 421 138 771 460 97 283 569 931 751 379 172 724 588 692 877 912 979 498( 1000) 670 496 232 819. Der Louisenstädtische Bezirksverein ,, Vorwärts" hält heute, Mittwoch den 19. November, Abends 81% Uhr, in Ron rad's Saal, Wafferthorstraße 68, eine Versammlung ab, in welcher der Reichstagsabgeordnete Herr Singer einen Vortrag halten wird. Herr Singer war durch die Reichstagswahl ver hindert in der legten Verfammlung zu erscheinen, hat aber für Diesmal bestimmt zugesagt. Die Mitglieder werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. Gäste willkommen. Neue Fachverein der Tischler, Mittwoch, den 19. November, Abends 8 Uhr, Aderstr. 144. Tages- Ordnung: Vortrag, Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Mitglieder werden aufgenommen. Tageslifte 492 Den Ronfur 665 abgewälzt m Dabur Der Schant Da du arme Mann Dabei m Benn will, so mu als Mani auf die fucht antom Lafters. Auch i Aus einer Truntjacht Das ist wir einen n in Händen broving S Man t 111 Ginmol ftätte, währ eine Schant 80007 236 658 900 380 241 500 779 9b7 254( 500) 778 349 443( 3000) 328 580 992 572 933 994 210 395 81747 864 835 894 350 877 437( 3000) 844 55 236( 300) 521 409 224 731( 3000) 475 229 126. 82638 114 884 595 940 183 877 645 251 35 757 583 179( 500) 629 653 664 283 734 530. 83336 408 796( 500) 278( 1000) 720 721 574 630 geben, daß 703 189 59 193 709 635 299 17 184 84343 526 596 3ten find, ( 300) 793 286( 1000) 909( 300) 879 141 588 423 907 65 824 ( 1000) 320 561 358 247 813 872 765 142 729 925 75( 500) 85000 534( 500) 342 361 350 137 520 233 205 784 894 900 ( 1000) 269( 300) 773 111( 1000) 9 123( 500) 576 23 407 86950 155 411 267 740 837( 500) 213 17 803 910( 1000) 745 62 649 340 470( 300) 85 579 168 397 254 439 597 918 87642 37 719 862 190 48( 300) 547 332 810 241 696 128 3 dem übr 672( 500) 538 775 350 557 283 898( 300) 334( 3000) 199 2 Derde, und ( 500) 298 196 296. 88723 494 757 20 337 213 592 988 646 475 107 953 952 14 116 742 321 392 229. 89271 231 54 397 690 17 686 518 892 725 99( 300) 975 960( 300) 654 90134( 1000) 156( 300) 267 476 36 841 790 72 561( 300) 664 21( 500) 940 60( 1000) 424 782 669. 91524 342( 300) 276 731 703( 500) 290 675 611 40 390 300 57 5 387 326 831 29 550 972 696 449 33 343. 92503 730( 500) 691 117 716 233 42 527( 500) 690 155 433 288 530( 300) 334 562( 300) 627 216 344 93681 788 208 612 942 311( 300 4 64 409 153 765 345( 300) 510 330 323 940 284 198 588 94951 152 441( 500) 575 3 629 521 979 421 539 726 230 806 630 517 28 275 309( 3000) 589 424( 3000) 242 311 877 95192( 1000) 385 311 126 643 36 955 749( 300) 174 ( 1000) 833 380 240 442 634 825 575 743 352 601 730 756 96509 40 369 816 768 682 584 977( 1000) 490 942 8 863( 500) 793 633( 1000) 42 450 63( 300) 151 97396 590 417( 300) 45 115 161 597( 300) 205 578 553 29 929 334 848 439 40343 133 901 4 942( 500) 752 897 958 82( 1000) 167 ( 1000) 654 696( 1000) 147 904 926 224 387 396 784 463 124 179. 41031 311 971 927 51 360 144 375 597 46 580( 300) 668( 300) 294( 300) 83 220 494 288 982 130 658 349 776 355 903 555 431. 42060( 500) 500 555 282( 1000) 194 519 449( 300) 304 802 702 347 198 996( 300) 740 559 328 463 903. 43547 820 12 761( 500) 238 862 837 522( 1000) 524 299( 300) 104 414 447 596 463 738 867( 1000) 754 655 892 878 308. 44141 204 624 861 849 838 568( 300) 76 40 937 201 172( 300) 330( 3000) 19 854 28 610 361( 500) 886 117 913 308 434 669. 45339 676 598 177 48 173( 1000) 587 807 773 760 472 934 713 99 259 96 255 407. 46091 275 327 582( 300) 985 895 595 932 658( 300) 880 285 515 972 570 98 568 805 531 565 901 616. 47634 801( 1000) 383 757 44 521( 500) 306 48 803 151 29( 1000) 772 635 364 508 761 329 2 910 921 167 457 260( 3000). 48775 326 152 629 279 250( 300) 225. 49751 77 217 855 344 89 776( 3000) 964 10 580 464 740 926( 5000) 427 165 69 524. 50103 701 769 984 295 616 256 426 281 444 253 507 412 628 165 908 233 271 192 45( 300) 993. 51409 166 419 290 966 794 216 550 598( 500) 704 584 981 222 810 182 501 707 932( 300) 305 272. 52556 244 469 678 938( 1000) 432 684 813 476 122( 500) 105( 500) 161 560 der Königl. sächsischen Landeslotterie. 957 875 524 977 274 150 851 811 226 943 873 989 304 552 Biehung vom Dienstag, den 18. November. ( Dhne Gewähr!) 873 227 894 636( 300) 4 524( 3000) 405 584 929 543 789( 300) 728 167 506 703 174 922 444 290 486. 1408 112 873 267 837 552( 500) 81 900 992 144 761( 300) 872 83. 2739 342 114 997 286( 300) 755 161 538 236 927 460 666 404 933 32 794 365 307 339 85. 3198 607 717 422 757 844 Theater. Königliches Opernhaus: Mittwoch: Czaar und Bimmermann. Königliches Schauspielhaus: Mittwoch: Ein Sommernachtstraum. Deutsches Theater: Mittwoch: König Richard der Dritte. Bellealliance- Theater: Mittwoch: Gegenüber, Lustspiel in 3 Atten von R. Bendix. Hierauf zum 44. Male: Buchholzen's! Volksstück in 4 Aften von Leon Treptow. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Mittwoch: Gasparone. Walhalla- Operetten- Theater: Mittwoch: Gillette. Ottend- Theater: Mittwoch: Bum 4. Male: Im Lande der Freiheit. Gr. Sensations Ausstellungs- Schauspiel in 9 Bildern von H. v. Gordon. Mufit von Th. Franke. Central- Theater: Alte Jakobftraße 30. Direktor: Ad. Ernft. Mittwoch: Auftreten des Fräulein Anna Grünfeld. Bum 24. Male: Der Walzer König. Gesangspoffe in 4 Atten D. W. Mannftädt, Mufik v. G. Steffens( Novität!) Vittoria- Theater: Mittwoch: Excelsior. Residenz- Theater: Alhambra- Theater. Wallnertheaterstraße 15. Heute, Mittwoch: Die Lieder des Musikanten. 380. 961 446. 386 100 611( 500) 447 306 162 894 693 258. land giebt, in denen ab Der sch Shenten a aus einer B 98172 709 wohner in Die auf eine 99309 entfallen E 612 385 994 910 268( 500) 14 614 920 830 478 419 720 ( 3000) 192( 300) 863 859 443( 500) 636 666 565 456 480 889 902 18 661 467 629 706 378 940( 300). 982 496. Neueste Nachrichten. ist auch in Montevideo, Hauptstadt der Republik Urugua Bufolge einer Privatdepesche der Oberhesfischen Beitung Süd- Amerika, die Cholera ausgebrochen. Communal- Wahlbezirk Σ श ACADHOPURUGR5Q ST SR Σ Wenn Der Am 4. Oppofition leitung eine awar te Dorbedachten Jenates eine | Arbeiter- Bezirksverein v. 15, u. 20 Große Versammlung Bollsstück mit Gefang in 5 Atten von R. Kneifel. Vor der Vorstellung: Großes Konzert, ausgehrt von aus 20 Muftlern bestehender Kapelle, unter Leitung des Kapells meisters Herrn Ludwig Claufius. Anfang des Konzerts 7 Uhr, Der Vorstellung 7% br. Ein junges Mädchen 1343 von 14-16 Jahren wird gesucht. Fr. Didamp, Wallstraße 12, Hof, legter Aufgang, Zimmer 410. Allen meinen Freunden und Bekannten empfehle mein Weiß- u. Bairisch Bier Lokal 1289 Berliner Boltsblatt liegt aus. Nothnagel, Rathenowerstr. 85. am Mittwoch, den 19. d. M., Abends 8 Uhr prä in der„ Urania", Wrangelstr. 9/10. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. med. Sturm 2. Vorlage einer Petition an den Magiftrat und bit und Mago. Um lichfeit zu v gemacht. Die Un außerordent Dorgebrachte Bebeimen m werden folle tubige Uebe Freiheit zu Sanitätswachen durch die Stadt. Stadtverordneten- Versammlung, betreffe Uebernahme be 3. Verschiedenes. Fragekaften. Aufnahme neuer glieder. Ski Die Mitglieder werden ersucht recht zahlreich zu erfcheine Gäste haben Zutritt. 1339 Der Vorftand Arbeiter- Bez- Verein d. Friedrichstadt. Oeffentl. Buchbinder- Versammlung Die nächste Verfammlung findet Donnerstag, den 20. Nos vember cr., Abends 8%, Ubr, in Gratweil's Bierhallen, Kom mandantenstr. 77/79, ftatt. D.: 1. Die Aufgabe der Arbeiter Bezirks Vereine im Hinblick auf die nächsten Kommunalwahlen. Referent: Herr Tischlermftr. Ferd. Mitan. 2. Verschiedenes und Fragelaften. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste stets gerne gefehen. Da laut Statut auch Bersonen, welche außerhalb der Friedrichstoot wohnen, Mitglied werden können, so laden wir alle Handwerker und Arbeiter der angrenzenden Stadtbezirke, welche ein Intereffe an unserer fommunalen Entwidelung baben, ein, recht zahlreich zu erscheinen. Denjenigen, welche Mitglieder des Vereins werden wollen, diene zur Nachricht, daß das Einschreibegeld 10 Bf. und der monatliche Beitrag Mittwoch: 82. Gesar mt- Gafspiel der Liliputaner. Sum 20 Bf. beträgt. Bu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Gute Unterröde billig zu verlaufen Reichenbergerstr. 33, of part. links. Direktion: A. Anno, Blumenstraße 9. Mittwoch: Gefchloffen. Donnerstag: Bum 1. Male: Der Klub. soutfenstädtisches Theater: Direktion: Josef Firmans. 55. Male: Robert und Bettram. 1340 Wallner Theater: Mittwoch: Bum 54. Male: Der Raub der Sabinerinnen. 1336 Mittwoch, den 19. November, Abos. 8%, br bek Restaurant Feuerstein( früher Klein Alte Jakobstraße 75. Tages Ordnung: Stellungnahme der Buchbinder zu verschiedenen Krankenlassen. 1341 1217 Der Einberufer: P. Sinte Stettiner Bahnhof. und wandte Feinde gera nach jene ge Flucht, die feines Leber Schuld ang tine fchriftit gelangen lie ben üblen nicht zu ve Die eine Un Berfonen, Senates en gegen feine nur mern, nicht Frischlin we zur Fo neuerdings in fo etlata gehandelt u Im 6. Reichstags- Wahlkreis! sowie echte Cuba- und Havanna Cigarren 1884er Smport M. Bernstein, Eichendorfstr. 13, vis- a- vis bem Logis- Gesuch. Ein möblirtes Simmer für zwei Herre Preis 20 M. Einst Thonig, Brigerstr. 1, v. 2 Tr.[ 1337 Huffitenstr. 86, Ede Bernauerstr. bei H. Dürrenfeld, vom 3 Tr., ein 2 fenstr. möbl. Zimmer sep. Eing. fogl. o.. 1 zu ve Berantwortlicher Redakteur R. Gronbeam in Berlin. Drud und Verlag son az Badtag in Berlin SW., Beuthstraße 2. Sieran etne Bellag Derzog enta Bnabe und als er tura Derzog um und Noth g Beleit zur 9 454 160 8 437 626 28 706 12 4 807 189 ( 300) 45 7 335 620 4 311 922 5 154 407 58970 1 407 568 590 304 456 632 35 91 362 ( 1000) 847 27 38 919 8 276 258 0759 357 6 648 948 3 661 805 5 Str. 195. Beilage zum Berliner Volksblatt. Bur Frage der Schankstätten. Gegenwärtig, wo sich alle Welt noch mit dem Ausfall der Reichstagswahlen beschäftigt, ist es allerdings kaum gerathen, tine thatsächlich nüchterne Frage zu behandeln; doch dürfte 681 245 diefelbe immerhin einiges Interesse auch in Bezug auf den 4 833 256 5 154 943 4 905 841 4 712 778 1 24( 300) ( 300) 597 9 713 315 Reichstag in Anspruch nehmen. fatten Steuer Mittwoch, den 19. November 1884. auf die Trunksucht, die Moral u. s. w. besonderen Einfluß ausübte, so müßten beispielsweise in Lügumkloster, Tondern, Bredstedt, Krempe und Wilster lauter Trunkenbolde, in Altona, Ottensen, Kiel und Wandsbek aber lauter Tugendbolde wohnen. Und das wird doch Niemand behaupten wollen! Doch genug der Beweise. Die Schankstätten noch besonders zu besteuern, halten wir, wie gesagt, nicht nur für ein Unrecht und für völlig nuglos, sondern direkt für schädlich, weil dadurch auch die durchaus wohlthätigen Konsumtionsgegenstände für große Volkstheile Der fortwährend auftauchende und von agrarischen Kreisen 6968 814 Unterſtügte Vorschlag, von einer allgemeinen Reichssteuer auf die Produktion des Spiritus abzusehen, dagegen aber durch die Ginzeiftaaten eine Lizenzsteuer von den Bestzern der Schant- vertheuert resp. verschlechtert werden. zu fordern, wird neuerdings wieder lebhaft ventilirt. Wir haben schon einmal unsere Gründe gegen eine solche angegeben. Der vorzüglichste Grund ist der, daß durch bie Lizenzsteuer nicht der Schnaps, sondern gleichmäßig alle 173 459 anderen Getränke und auch die Speisen getroffen werden; daß 991 1 femer diese Steuer zweifellos vom Schantstättenbefizer auf 7 189 Den Ronsumenten, sei es durch höhere Preisforderung oder, 269 935 abgewälzt wird. 41 194 165 Dadurch aber würde auf alle Fälle der Arbeiter und der 367 82 150 leine Mann leiden. Die Schnapssteuer soll- abgesehen vom 596 919 Finanzwede 755 111 1676 835 O). 76469 1000) 283 Ser Schantsteuer würde sie die Voltsgesundheit schädigen. die Volksgesundheit schüßen: in der Form Da durch unser indirektes Steuersystem im Reiche der arme Mann schon so wie so übermäßig belastet wird, so muß 658 353 berbies- wenn wir auch nur den Geldpunkt berücksichtigen 478 33 aufgefaßt werden; von einer rationellen Besteuerung fann 838 39 Dabei gar leine Rede sein. 101 655 Wenn man den Schnapskonsum durch eine Steuer treffen 917 49 will, so muß dies bei der Production geschehen. 665 ( 500) 210 395 236( 300) 884 595 3 664 283 596 347 als Lafters. und wir Soll der Branntwein höher besteuert werden stimmen dem unter der Bedingung zu, daß andere Konsumartitel Salz, Petroleum u. s. w. in demselben Grade entlastet werden dann darf diese Besteuerung nur an der Quelle, bei den großen Schnapsbrennern, geübt werden. Dafür möge der nächste Reichstag eintreten! Lokales. g. Die Seitens der städtischen Behörden getroffenen Vorkehrungen für ein wirksames Entgegentreten der Cholera in Berlin haben auch, wie bei dem ersten Auftauchen Cholera in Berlin haben auch, wie bei dem ersten Auftauchen dieser Gefahr, bei den Vorständen der Berliner Sanitätswachen zu der Ergreifung ähnlicher Maßnahmen geführt, welche hoffent lich, wie die Seitens der besorgten Behörden, nicht in Ge brauch kommen werden. Auf alle Fälle will man aber auch tätsmachen namentlich von mit inneren Krankheiten behafteten Personen stetig zunimmt und die Erlangung eines Arates in der Nacht in Berlin immer noch mit den größten Schwierig teiten verbunden ist. In den Berliner Sanitätswachen würde bei einer Erhöhung der Choleragefahr für Berlin die Zahl der wachthabenden Aerzte vermehrt werden, damit die Bürgerschaft wachthabenden Aerzte vermehrt werden, damit die Bürgerschaft hier vorbereitet sein, umſomehr, als die Frequenz der Sant1. Jahrgang. des Thäters muß Jedem, der sich dasselbe aus den Zeitungsberichten zusammenstellt, als das eines gewaltthätigen, robusten Mannes erscheinen, der aus verlegter Eigenliebe sein Opfer und dann fich hinschlachtet. Der fleine, ewig heitere und herzlich lachende Portier Lehmann entsprach nun aber einer solchen Vorstellung ganz und gar nicht. Nur die Prophezeihung der Bigeunerin pflegte er mit einem gewissen Ernste zu erzählen, wie er fie in seinem legten Briefe geschildert hat. Lehmann war von Professton Schuhmacher und betrieb sein Handwerk; man hat den Schuhmachern als eine Folge ihrer sizenden, anstrengenden und das Blut zu Kopfe treibende Lebensweise einen gewissen Hang zum Mystischen nachgesagt. Nach jener Zigeuner- Prophezeihung erkrankte 2. schwer an einem gastrisch nervösen Fieber, das er nur mit genauer Noth überwand; allein das hochgradig affizirte Nervensystem scheint einen Defekt davon getragen zu haben. Der früher so ruhige und bescheidene Mann war plöglich störrisch und widersprechend und das früher freundliche graue Auge funkelte in einem unheimlichen Glanze. Möglich, daß unter diesem geistigen Depres ftonszustande eine Neigung zu der jungen, damals bei ihm wohnenden Nichte sich entwickeilte, doch haben weder seine ziemlich rosolute Frau, noch die im verständigen Verkehr mit ihm stehenden Eltern und andere Verwandte' des Mädchens Anlaß zu einem Einschreiten gehabt. Inzwischen verschlechterten sich die Vermögens- und Erwerbsverhältnisse des L. Seire Nichte, die zu ihren Eltern zurückgekehrt war, tam vor Kurzem wieder nach Berlin und besuchte auch den Onkel, der scherzend mit ihr das Verhältniß besprach, das sie vor Kurzem in ihrer Heimath mit einem Militär angeknüpft hatte. An jenem verhängnißvollen Abende sprach L. in der Wohnung der Nichte in der Javalidenstraße vor; in Gesellschaft von mehreren jungen Mädchen, die zufällig anwesend waren, wurde 2. mit Kaffee bewirthet, wobei die Bemerkung fiel, Marie( die Nichte) habe von ihrem Bräutigam einen Brief erhalten. L. verlangte den Brief zu sehen, dessen Hergabe die Nichte verweigerte, schließlich wurde derfelbe herbeigeholt und 2. fand in seinem Inhalt einen ihn schwer beleidigenden Paffus. In höchster Erregung, die man in legter Beit mehrfach an ihm bemerkt hat, sprang er auf, lief einige Male auf und ab und versezte der an dem Tisch fizenden Nichte, fich über diefelbe beugend, den tödtlichen Stich. Wie geistesabwesend blieb er stehen, bis das Geschrei aus dem Hause ihn benachrichtigte, daß sein Opfer verschieden sei. Dann ging er in ein Nebengemach, wo er fich durch einen Stich in die Herzgrube tödtete. Beachtenswerth ist noch, daß L. in dem Briefe an seine Frau nur in der Voraussetzung des Selbstmordes spricht, an dem das blonde Mädmen Schuld sei, von der Abficht, auch diese tödten zu wollen, aber Nichts sagt. Es ist hiernach fast zweifellos, daß L. die schauerliche That nicht blos unter dem Einflusse eines geistigen Defekts, sondern auch im Banne jener Zigeunerprophezeibung verübt hat, welche beiden Momente fich wechselseitig unterstügt haben mögen, und für die psychologische Beurtheilung der That beachtenswerth find. Es schien uns nöthig, die Motive der That in diesem Sinne richtig zu stellen, und diese nicht als einen Aft cynischer Mordlust in dem Leben unserer Großstadt erscheinen zu lassen. Man sagt vielfach, daß es weniger auf die Steuer selbst, fucht ankomme. Die Schankstätten seien eben Bruthöhlen dieses wenigstens hier bestimmt auf Hilfe rechnen kann. Auch für auf die durch dieselbe erzielte Berminderung der Trunk Auch über diesen Bunkt haben wir uns schon ausgelaffen. 574 630 geben, daß in denjenigen Rantonen, wo die meisten Schanktätten find, der wenigfte Branntwein fonsumirt wird und die 07 65 8 untjacht geringer ist. 75( 500) 23 407 in Händen. Das ist wohl ein beachtenswerthes Faktum! Doch haben 894 900 einen noch näher liegenden Beweis für denselben Gedanken 910( 1000) rovinz Schleswig- Holstein umzusehen. 9597 918 Wir brauchen uns nur in der preußischen eigene Transportmittel der sich bei den Sanitätswachen melbenden, an der Cholera schwer erkrankten Personen nach den Krankenhäusern, Lazarethen 2c. foll eventuell noch Vorsorge ge troffen werden. Als die Cholera im Süden Frankreichs wüthete und mar in Deutschland begann, Mittel zur Abwehr zu ergreifen, da zählte die Sanitätswache in der Blumenstraße zu der ersten Sanitätswache, welche bereits einen eigenen Krankentransportwagen zur Verfügung hatte. Jedenfalls ist es erfreulich, wenn auch Privatinstitute, wie die Berliner Sanitätswachen es find, Alles aufbieten, um einer drohenden GeMan fann ficherlich nicht sagen, daß dort im Verhältniß fahr energisch entgegenzutreten. 696 12 dem übrigen Deutschland der Trunksucht besonders gefröhnt 0) 199 25 erbe, und doch kommt in Schleswig- Holstein schon auf 2 988 646 231 54 ( 300) 654 2561( 300) 342( 300) 5 387 326 0) 691 88 ( 300) 334 311( 300) 198 588 9.726 230 land tätte, während z. B. selbst in Berlin nur auf 119 Einwohner eine Schantstätte fällt und es einzelne Gegenden in Deutsch O giebt, wo im Uebrigen recht viel Schnaps tonsumirt wird, in denen aber nur auf 320 Personen eine Schenke kommt. N. Rirdorf als Garnisonort. Das Kriegsministerium beabsichtigt, wie wir von qut unterrichteter Seite hören, unsern so rasch emporgeblühten Nachbarort Rigdorf demnächst auch in einen Garnisonort zu verwandeln; es sollen von maßgebender Seite augenblicklich Verhandlungen eingeleitet sein, um einen größeren Terrainfompler zum Bau einer Kaserne für ein Artillerie- Regiment anzufaufen. Die Verhandlungen werden Seitens der Militärbehörde direkt geführt, da in Bukunft das Shenten auf die Trunksucht gar feinen Einfluß ausübt, geht Dazwischentreten von Kommissionären überhaupt vermieden aus einer Zusammenstellung hervor, welche die Zahl der Ein wohner in den einzelnen Orten Schleswig- Hofteins angiebt, entfallen Einwohner in: werden soll. Bekanntlich waren vor 2 Jahren bereits Ver handlungen im Gange, Rigdorf in einen Garnisonort zu ver die auf eine Schantstätte tommt. Auf je eine Schankstätte wandeln, doch hatte der damalige Kriegsminister von Kamede 2 311 877 ( 300) 174 730 756 ( 1000) 490 51 97396 53 29 929 98172 709 8419 72 99309 565 456 Beitung Urugua u. 20 ang hr pra 10. tm. und bit nahme be euer Mi erfcheine ftand alang Ubr Flein) bel Der zu Binte Ottensen Altona Wandsbek Niel 64 157 133 Meldorf Weffelburen 61 125 Reinfeld 111 Oldesloe 60 57 Mölln Glückstadt Blön 101 100 98 Üetersen Apenrade Hadersleben 53 53 Edernförde 97 Marne Steboe Neumünster 94 Büsum 89 Kappeln 51 Schleswig Segeberg Flensburg 85 Krempe 44 82 Wilfter 44 79 Tondern 39 77 Husum 38 71 Bredstedt 36 67 Lügumkloster 31 Rageburg Wedel Rendsburg 67 geäußert, daß Rirdorf keine Garnison erhalten solle. Der jezige Kriegsminister Bronsart von Schellendorf scheint den Wünschen der Rigdorfer mit Bezug auf Garnison günstiger gefonnen zu sein. Die Direktion der Stadtbahn bemüht sich, auch das Kleinste Stüdchen Terrain im Intereffe des Fiscus auszunuzen. So hat sie jest an der früheren Stralauer Brücke an der Stelle, wo noch vor wenigen Jahren der Königsgraben seine trüben Fluthen wälzte, fahrenden Künstlern gegen Erlegung eines anständigen Mieth schillings gestattet, sich anzuftedeln. Inmitten des lebhaften Treibens der Großstadt präsentirt fich daher ein an der Hasenhaide erinnerndes Genrebild und in nächster Nähe eines fürzlich eröffneten Wiener Cafés werden Sehenswürdigkeiten angepriesen, wie sie auf kleinstädtischen Schüßenfesten üblich find. r. Zur Psychologie des Mordes liefert die Blutthat in dem Hause Invalidenstraße 30 einen interessanten Beitrag, freilich unter Berücksichtigung von Gefichtspunkten, die bisher Wenn es nun wahr wäre, daß die Zahl der Schenken noch nicht zur öffentlichen Kenntniß gekommen sind. Das Bild Der Gefangene von Hohen- Urach. Historische Skizze. ( Fortsetzung.) Am 4. Januar 1586 ging Oppofition einer Minorität allerdings erst nach starker von Seite des UniversitätsHerzogs Born wuchs im Gegentheil nur noch mehr, als ihm berichtet ward, daß Frischlin, ohne nur einen Bescheid auf seine Bitte abzuwarten, stolz und troßig nach Tübingen in fein Haus zurückgekehrt sei und sich daselbst benahm, als ob er in Wirklichkeit das freie Geleit erhalten habe. Auf herzog lichen Befehl wurde der Dichter deshalb durch den Untervogt Daider und den Bürgermeister Kienlen durch Wort und Handin seiner Behausung zu halten. leitung einer Untersuchung gegen Frischlin angegangen wird, schlag verpflichtet, sich bis zum Austrag seiner Angelegenheit und zwar feines geringeren Verbrechens wegen, als des eines Dorbedachten Mordes an einer bei ihm in Dienst gestandenen gemacht. Frischlin's Arrest dauerte drei Wochen. Endlich erschienen am 7. Juli der Untervogt, der Stadtschreiber und zwei Urlifeit zu verleihen, wurden unlautere Berdächtigungen geltend tundspersonen in seinem Hause, um ihm des Herzogs Be Die Untersuchung erregte den leidenschaftlichen Frischlin außerordentlich; er fand es unter seiner Würde, fich gegen die Dorgebrachte Beschuldigung zu vertheidigen, und als ihm im Beheimen mitgetheilt wurde, daß er mit Nächstem verhaftet sollte. Obenan stand wieder die Beleidigung des hohen Adels Darauf aber hatten seine schlüsse anzukünden. Sie lasen ihm ein weitläufiges Attenstüd vor, das ohne auf den eigentlichen Gegenstand der Untersuchung näher einzugehen ein vollständiges Verzeichniß aller Sünden enthielt, die er begangen hatte oder begangen haben du ch seine Rede über den Bauernstand, dann seine fortwährenden Streitigkeiten mit den Profefforen und dem Senat, ausdrückliches Verbot, irgend ein Schriftstück ohne sein Vorgebungen wegen wolle der Herzog nicht in aller Strenge und Schärfe gegen ihn verfahren, sondern ihm aus angeborener Milde das Getheilt geben: entweder ihm des peinlichen Rechtes zu sein, oder eine Verschreibung von fich zu geben, worin er verspreche, das Herzogthum gänzlich zu verlassen, dabei aber sich zugleich eidlich zu verpflichten, weder den Herzog noch seine Räthe, Diener oder Universitätsverwandten weder mit Wort noch Schrifi anzugreifen oder zu verläſtern." Freiheit zu bewahren, entfloh er am 4. März aus Tübingen endlich aber das wiederholte Buwiderhandeln gegen des Herzogs ubige Ueberlegung, und um sich vor Allem seine persönliche und wandte fich nach Frankfurt. Feinde gerade gerechnet, von welchen aller Wahrscheinlichkeit wissen zu veröffentlichen. Dieser vielen und mannigfachen Vernach jene geheime Warnung selbst ausgegangen war. Seine Flucht, die Frischlin später selbst einen der thörichsten Streiche feines Lebens nannte, ward nun als gefährlichster Beuge seiner Edulo angefehen, und obwohl er fofort von Frankfurt aus eine schriftliche Rechtfertigung seines Verhaltens an den Herzog Belangen ließ, so vermochte er dessen ungeachtet durch dieselbe ben üblen Eindruck, den seine Flucht hervorgerufen batte, nicht zu vermischen. Auch durch eine wenige Tage später gegen feine Antläger losgelaffene fulminante lateinische Elegie, Die eine Unzahl gröbster Beleidigungen vieler hochgestellter Bersonen, besonders aber der Tübinger Profefforen und des Senates enthielt, vermochte er seine Sache nur zu verschlimmern, nicht aber zu verbessern. Es hatte dies nämlich zur Folge, daß der Senat eine weitere Klage gegen Frischlin wegen Injurien einreichte und das Herzog Ludwig neuerdings fich über seinen Hofpoeten erzürnte, der wiederum in so ellatanter Weise gegen die ihm gewordene Weisung gehandelt und sein unbehäb Maul" nicht gehalten hatte. Der nupftabel mport be is bem Dei Herren Cr.[ 1337 feld, vom 1 zu verm Betisg nut Auf Befragen, welches von beiden er wähle, entschied sich Frischlin für das Lettere; er mochte wohl einsehen, daß er, da der Herzog sich so entschieden auf die Seite seiner Gegner gestellt hatte, im rechtlichen Verfahren weder Recht noch Ge rechtigkeit finden würde. Es wurde ihm nunmehr eröffnet, daß, falls Frischlin gegen die neuerdings eingegangene Verpflichtung in irgend einer Weise handeln würde, dem Herzog das Recht zustehe, gegen ihn als einen ,, meineidigen, briefs und siegelbrüchigen Mann zu verfahren und ihn, wo er auch sei, vorzufordern und alle Gnade und Frischlin vermochte sie nicht wieder zu gewinnen, rechtmäßigen Mittel gegen ihn zu gebrauchen." als er turze Beit nach Veröffentlichung dieses Libells den und Roth getrieben, flehentlichst anging, ihm freies und sicheres Beleit zur Rüdlehr nach Tübingen zu bewilligen. Des Auch auf diese Verpflichtung ging der bedauernswerthe Dichter, und Gelehrte ein; er unterschrieb und bestegelte Diesen Vertrag, ohne zu bedenken, daß er dadurch völlig macht, und rechtlos feinen Gegnern gegenüber werde, er Ein Vogelsteller erschossen. Am Sonntag Vormittag wurde gegen 11 Uhr die Leiche eines Vogelstellers auf einem Wagen nach Spandau gebracht. In früher Morgenstunde machte, wie uns mitgetheilt wird, ein Forstgehilfe im Span dauer Forstrevier die Runde und traf dabei auf zwei Vogel steller, die Leimruthen u. f. m. ausgelegt hatten, um Singvögel zu fangen und auch bereits einige Vögel eingefangen hatten. Der Forstgehilfe trat auf die Vogelsteller zu und fragte nach ihrem Nationale, Papiere u. s. w., diese gaben ausweichende Antworten und er erklärte fie für seine Arrestanten. Anscheinend gingen beide nun ruhig mit dem Forstgehilfen mit, als dieser plöglich, mit einem schweren Knüppel oder dergleichen einen heftigen Schlag über den Kopf erhielt, der ihn momentan faft betäubte. Sofort zu fich getommen, sah er seinen Angreifer etwa 30 Schritte vor sich, eilig das Weite fuchend, er rief diesem zu, zu stehen, doch als derselbe dem Rufe feine Folge leistete, schoß er auf ihn und traf ihn gleich beim ersten Schuß derart in den Rücken, daß dieser zusammenbrach und alsbald seinen Geist aufgab. Der andere Vogelsteller folgte nun willig dem Forstgehilfen bis zur Behörde nach Spandau, wo sich der Forstgehilfe der Behörde stellte, von dieser aber auf freiem Fuß belaffen ist. Beide unterschrieb ihn, ohne zu ahnen, welche Folgen für ihn daraus entstehen würden. Wenige Tage später zog der Berbannte weg von Tübin gen und seiner schwäbischen Heimath hinaus in die Fremde, ohne zu wissen, wohin er sich zunächst wenden solle. Nach furzem Aufenthalte bei dem ihn und sein Wissen hochschäßenden Bischof von Speier wanderte er über Worms und Mainz nach Frankfurt, um sich wiederum ganz mit poetischen Arbeiten und deren Veröffentlichung zu beschäftigen. Aber obgleich es herrliche geistige Schöpfungen waren, die er in die Welt sandte, so trugen fie ihm doch nur wenig ein; seine Mittel zum Lebens unterhalte schrumpften mehr und mehr zufammen und bald gerieth er in die bitterste Armuth. Da versuchte er der Reihe nach erst in Marburg, dann in Raffel, in Erfurt, in Leipzig und schließlich in Dresden eine Anstellung zu erhalten; vergeb lich, überall hin verfolgte ihn der Haß seiner Feinde, überall zerschlugen fich Dank ihrer Machinationen die Unterhandlungen. Verzweifelnd begab er sich endlich nach Prag, wo er als taiserlicher Pfalzgraf sein Glück wieder herzustellen hoffte. Doch auch hier gelang ihm dies nicht, obgleich er am faiserlichen Hofe gute Aufnahme fand und fich in einem Briefe an den württembergischen Kanzler Melchior Jäger unterzeichnete: ,, Der K. K. Majestät böhmischer Historicus und Bibliothekarius. Dieses Amt hoffte er wohl zu erhalten, es blieb aber tros aller seiner Bemühungen und selbst Intriguen gegen den gelehrten Hugo Clotius, welcher dieses Amt bekleidete, nur beim Hoffen. Da wandte sich Frischlin, weil seine Lage mehr und mehr eine traurige in Prag wurde, nach Wittenberg und hier endlich schien ihm das Glück wieder lächeln zu wollen. Es gelang thm hier einen Privat- Lehrstuhl zu erhalten, und er hatte bald die Freude, seine Vorträge über Rhetorit und Boefte von einem zahlreichen und glänzenden Kreise von Zuhörern besucht zu sehen. Aber deffen ungeachtet befferten sich Frischlin's Verhält niffe nicht: er gerieth bei Entbehren eines jeglichen firen Ge haltes immer mehr in Noth, so daß seine Frau wenn wir den Aufzeichnungen seines erbitterten Feindes Cruftus trauen dürfen nach und nach ihre legten Schmudgegenstände und Kleinoter" versezen oder verkaufen müßte. Frischlin folgte deshalb mit Freuden einem Rufe der Stadt Braunschweig, welchen er seinem einstigen Studienfreunde in Tübingen und nachherigen Kollegen in Wittenberg, dem gleichfalls nach Braunschweig als Superintendent berufenen Doktor Polykarp Leyser, zu danken hatte. Im März des Jahres 1588 30g er von Wit tenberg ab und übernahm in Braunschweig die Leitung der lateinischen sogenannten Martinsschule, deren Besuch sich feiner N. Ein unbekannter ca. 30 jähriger Herr stürzte gestern Nachmittag 4 Uhr in der Chauffeestraße vor dem Hause Nr. 24 anscheinend in Folge eines Schlaganfalls bewußtlos zur Erde. Derselbe mußte, da er fich trot angewandter ärztlicher Bemühungen nicht erholte, mit dem polizeilich re quirirten Lück'schen Krankenwagen nach einem Krankenhause geschafft werden. Gerichts- Zeitung. Vogelsteller sollen Berliner Kinder sein. Ein unparteiischer| wer'n, det ihr der Kopp wadelt, wer'n, det ihr der Kopp wackelt, da jammerte mir det da jammerte mir det Beuge der That bekundet, daß der Beamte die erwähnte Miß- Mächen, wo id ihr denn von mein Lager' ne neie Robe handlung erhalten und erst nach der Flucht des Thäters von se is von' n reichen Bankier seine Frau, die ihr man etliche feiner Flinte Gebrauch gemacht habe. Die Untersuchung paarmal uft Leib jehabt hat, untern Preis verkoofe, wo ift eingeleitet. se denn alle Woche drei Mark druf abschippen sollte, indem da doch uf jeden Dag man bloß vier Jute fommen. Jd fann nämlich nich so find, det id son armet Mächen fleich det Fell über de Dhren reiße, id habe' n Herz- Vors.: Ihr Verdienst soll nicht in Zweifel gezogen werden; fommen Sie nur auf den Kern der Sache zu sprechen. Angekl.: Aber ooch feene Ahnnng von Verdien, Herr Jerichtshof; int fonträre Jejendeel, eene Mart fufzig habe id uf det Jeschäft noch drufjelegt! Jm Uebrigen ergab fich, daß die Beugin auf die Robe drei Mait in der Vorausseßung anzahlte, daß nunmehr erst nach Verlauf einer Woche die nächste Bahlungsverpflichtung heran treten werde. Nöhring stellte sich aber bereits nach 48 Stunden bei dem Mädchen ein und forderte 50 Pfennig als Rate für einen Tag. Da diesem Anfinnen nicht entsprochen wurde, so drohte der eigenartige Händler, die Beugin ,, auszupellen", d. h. derselben die angelegte Robe mit Gewalt auszuziehen, wozu der unverschämte Mensch auch in der That alle Anstalten traf, trozdem derselbe wohl zehnmal von der Bedrohten zur Ent fernung aufgefordert wurde. Durch Lärm wurden Hausbewohner bei beigelockt, welche den Standalsüchtigen etwas unsanft auf die Straße beförderten. Die so schwer belästigte Schöne denunzirte außerdem wegen Hausfriedensbruches, welches Verfahren in Rücksicht auf die sehr gröblichen Ausschreitungen und im Hinblick auf mehrere wegen Gewaltthätigteiten erlittene Vorstrafen mit der Verurtheilung des Angeschuldigten, der übrigens inzwischen von der Klaar pünktlich befriedigt worden ist, zu einer Woche Gefängniß endete. ( Ger.- 3tg.) Die neue Robe, Mit einer höflichen Verbeugung betritt Der 31 Jahre alte Handelsmann Eduard Wilhelm Nöhring die Anklagebant und zeigt sich zunächst bemüht, seinen sehr mit genommenen Bylinder neuefter Form mit der umgefehrten Hand zu glätten. Hierauf läßt der Erschienene einen prüfenden Blick über sein modern gearbeitetes, jedoch ebenfalls schon sehr abgetragenes Jaqueit gleiten, welches cffenbar für einen we niger entwickelten Körper als den seines jeßigen Trägers angefertigt wurde. Nöbring, der nunmehr, mit der behandschuhten Rechten auf die Brüstung der Anflagebant gelehnt, der weite ren Dinge harrt, macht" eben in alter Garderobe. Bors.: Sie wiffen ja, um was es fich handelt. Wollen Sie fich fchuldig bekennen?- Angell.: Keene Spur, Herr Jerichtshof, Allens wat in de Akten zu Papier jebracht, is erftunten un erlogen! Bors.: Ereifern Sie fich nicht ohne Noth. Sie fönnen dem Ausgang der Verhandlung mit Ruhe entgegen sehen, im Falle die Anklage beweislos bleiben sollte.- Angefl.: Det is ja eben der Kasus fnusus, Herr Jerichtshof, det beitzu dage so ville Menschheet man blos von wejen falsche Meineidigkeet injefeeft wird. Die Belle schuddert mir uft Leib, wenn id in meine Jedanken dadrieber nachfimulire. Vors.: Sie werden Gelegenheit bekommen, etwaige Bedenken gegen die Aussagen der Zeugen geltend zu machen. Was veranlaßte Sie, am 21. Sept. in die Wohnung der unverehelichten Klaar zu gehen? Angell.: Da hatte man bloß meine Jutheet dran schuld, indem id mal per Bufall mit Friße Brendern, wat son Stide Malesjeselle is, der aber meischtendeels nischt weiter duht, als von de Friedrichsbrücke de Schwäne uf de Köppe spuden, in Lenzen seinen Ball Salon' rinraffele. Da war Sie nu' ne janz schreckliche Menge Volk; aber allens feudal, sage id Jhnen. Det da man teen Mächen mit de Schürze und feen Herr in Pariser zu t' Scherbeln antreten derf; der Danzmeester weist thr fofort retour. Man bloß de beffere Jesellschaft bewegt sich in diesen Salon und denn ooch die mehrschte Beit noch mit Anstand un Bildung. Vors.: Schön, schön! Was begab fich nun dortselbst? Angell.: Wat nu aber Frige Brender is, der faule Ropp war etwas anjeäthert, wat doch janich hibsch is; un weil er nu seine niederti ächtjen Ständer so weit vorstechen daht, det eenije zwee bis drei Paare über ihr wegftolpern, tommt der Obeiste von't Janze mit'n weißen Band in' n Knopfloch uf ihm losgeschoffen un sagt:„ Lieber Mann," fagt er, wenn Se fich wie' n Straßenjunge benehmen, det et benn man laufije Staufe sett. Merken Se fich die Ville!" Bors. So kommen Sie doch zu Ende. Angefl.: Indem id doch nu ooch Sprachmismus befize, un schon janz jewiß' n bedeitenden Strahl reden kann, will id Frize Brendern natierlich verdeffendiren, wo mir denn aber der Bruder mit den weißen Band in'n Knopploch mit die schnoddrijen Worte anSchnauzt: Jtu möchten Se fich am Ende ooch noch die Kehle straps zieren. Sowat is in' ne feine Jesellschaft schon feene Mode; wer hier seine Speiseanstalt zu weit ufreißen dubt, der kriegt' n paar Dinger' injefeffert, det er de Engel in' n Himmel feifen hört." Un wat soll id Ihnen fagen, Herr Jerichtshof, se nehmen ooch richtig Frige Brender'n bet'n Ranthalen un zoddeln mit ihn los. Sowat is nu aber jänzlich janich mein Fall, un weil ic doch nu ooch helle bin, ringsum aber allens stoppenvoll stehen daht, drängele id mir janz jeschwinde mang de rieftje Menschheet durch un trieje ooch' ne eenzelne Dame int Doje, wo feener druf anfebiffen hatte, mit die id denn mächtig loss Scherbele, als wenn mir von janischt wat bewußt find dähte. Arbeiterbewegung, Vereine und H Berfammlungen. Nr. legten Delegirtenwahlen gewesen, da aus der Wahl nur fold Delegirte hervorgegangen, welche mit der Umwandlung be Kaffe in eine freie Hilfskaffe einverstanden waren. Fe erinnerte Redner an die bekannten Hinderniffe, an denen Ausführung jenes Beschlusses scheitern mußte und in Fol deren auch der sofortige Austritt aus der Krankenkaffe unt Beitritt zu einer schon bestehenden eingeschriebenen freien if kaffe in erster Linie zur Zentral Kranten- und Sterbefaffe de Metallarbeiter ohne die Gefahr empfindlicher Verlufte bis j noch immer nicht in dem Umfange thunlich gewesen sei, als unter anderen Umständen zweifellos stattgefunden haben mil Der Redner fritifirte hierbei namentlich jene beiden magi tischen Verfügungen vom 28. und 29. Februar d. J., von den erstere bekanntlich allen Verwaltungsrathsmitgliedern u Strafandrohung verbot, Versammlungen zu veranstalten an Versammlungen Theil zu nehmen, in denen die Umma lung der Kasse in eine eingeschriebene Hilfskaffe befchlofe werden sollte, während legtere Verfügung den die Trennu der Kranken- von der Sterbekaffe involvirenden§ 37 des Ka statuts außer Kraft fette, um das einseitige Ausscheiden der Krankenkasse zu verhindern resp. zu erschweren. Die Red beständigkeit der Verordnung vom 28. Februar habe er( Reb in der Delegirtenversammlung anzuzweifeln sich erkühnt, gegen er die zweifach statutenwidrige und unzulässige Ve gung vom 29. Februar sogar als für den Papierkorb geeign zu erklären fich erdreistet habe. Daraus sei ihm es fei fd so was für möglich zu halten auf Antrag des Herrn S difus Eberty eine, übrigens noch immer unentschied und nimmermehr wirklich zu begründende staatsanwaltschaf Anklage vor dem Strafrichter wegen Aufreizung zum gehorsam und Aufforderung zum Widerstand gegen ordnungen der Obrigkeit erwachsen. So habe die Delegi Versammlung selbstverständlich von einer Umwandlung Kaffe Abstand nehmen und sich darauf beschränken mü entweder den Mitgliedern das Ausscheiden aus der Kranla kaffe selbst um den Preis eventuellen Verlustes des Anred an die Sterbefaffe anheimzustellen, oder, wie sie gleichfalls than, durch Wahl der Protest- Kommission bebuts energi Wahrung der erworbenen Rechte die Mitglieder auf weite Abwarten günstigerer Umstände zu verweisen. Daß die legirten Bersammlung auch jede Berathung der inzwischen der Verwaltung unterbreiteten neuen Statutenvorlage für fünftige Drts- Kaffe des Geweils von vornherein und rund abgewiesen, habe er( Redner), besonders mit Rüdficht au ältesten und die sogenannten diversen" Kaffenmitglied wärtigen als unvorsichtig und unflug mißbilligen müfen. Nach Redner sodann noch der bekannten neueren Vorgänge, bezügli Belf der Aufhebung, Wiederbestätigung und endgiltigen Wi aufbebung der magistratischen Verfügung vom 29. Feb h. Die außerordentliche Generalversammlung der Mitglieder der( alten) Kranken- und Sterbekasse der Maschinenbau- Arbeiter, welche die Verwaltung der Kaffe bebufs Berichterstattung und Aufklärung über die Sterbes tasse" zu Sonntag Vormittag in den Wintergarten des Bentral- Hotels in der Friedrichstraße einberufen hatte, war ebenso außerordentlich zahlreich besucht, als stürmisch und bis aufs Aeußerste erregt fast während ihres ganzen mehr als zweistündigen Verlaufes bis zu ihrer endlich unumgänglich gewordenen Schließung durch den Vorsitzenden, Verwaltungsrathsmitglied Herrn Wittig. Von den ca. 17 000 Kaffenmitgliedern hatten fich wohl an 5000 eingefunden. Von der Verwaltung waren nur die der Arbeiterschaft angehörenden Mitglieder in der Versammlung erschienen, dagegen alle vier Repräsentanten der Unternehmerschaft ihr fern geblieben. Ueber die gepflogenen Verhandlungen und den Verlauf der Versammlung berichten wir als Wesentlichstes, was folgt. Gleich nach Eröffnung der Versammlung gegen 11 Uhr theilte der genannte Voifigende unter Bezugnahme auf die ange fündigte ,, Aufllärung" über die Sterbelaffe hauptsächlich mit, daß Herr Stadt Syndifus Eberty, wie er der Verwaltung amtlich zu wiffen gethan, neuestens fich veranlaßt gesehen hat, die bekannte, schon einmal( auf Veranlassung durch das Polizeipräsidium). provisorisch zurückgenommene und dann wieder bestätigte und neu erlassene magistratische Verfügung vom 29. Februar d. J., betreffend die Suspendirung des§. 37 des seitherigen( Ge werts-) Raffenstatuts, nach welchem man aus der Kranfenfaffe -unbeschadet der Rechte und Mitgliedschaft bei der Sterbeerscheint Berlin Ginzelne E Regierung Bevölkerun aufzufaffen frage gelöf Rbartum g Rhartum fein, beren Wenigftens alle bie S Einnahmen d. J. gedacht, schloß er unter allgemeinftem stürmischen B des gesammten Auditoriums mit der Erklärung, daß, mit ihm wohl die weitaus größte Mehrzahl der Kaffenmitglie mit dem Kollegen Weißkopf übereinstimme, der in der gro Kaffenversammlung am 5. Oktober d. J. im Louisenstadt andern ste Theater, unter Hinweis auf das erhöhte Auflagegeld von zu nennende" Behandlungsweise der Kaffenmitglieder Aber Situation. Bebntaufen hre Intere find auch Jein tann, limmern, wollen. D Bfg. pro Woche und die vieljährige ,,, nicht anders als pic Seiten der Kaffenbeamten, den Maffenaustritt aus der Krand taffe und allgemeinen Anschluß an andere Kaffen und bef ders an die eingeschriebene freie zentralisirte Hilfskaffe Metallarbeiter als einziges unvermeidliches und ficher Rettungsmittel empfahl. Dieser Erklärung fügte der Regelebrt u noch die von ebenso lautem Beifall begleitete Bemerkung hinzu, b die Protestkommiffion, in deren Namen er hier gefprod durch ihn auch die Erklärung abgeben laffe, fte füble gegenüber dem anscheinend etwas lässigen Verhalten taffe aus cheiden konnte, endgiltig aufzuheben, also diesen Raffenverwaltung geradezu für verpflichtet, für die schleuni Statutsparagraphen, welcher eine Trennung der Sterbelasse von der Krankenkasse zuläßt und das Ausscheiden aus der einen ( der Krankenkasse) unter Beibehaltung aller Rechte an der anderen Kaffe( der Sterbekaffe) gestattet, in seinem vollen Umfange wieder herzustellen. Diejenigen Mitglieder der Kaffe, welchen die auf 51 Pf. wöchentlich erhöhte Auflage für die fünftige Drts- Kaffe des Gewerks aus diesen oder jenen Gründen zu hoch ist und die deshalb oder aus anderweitigen Motiven Bors. Es kommt ja garnicht darauf an, auf welche Weise Sie die Bekanntschaft der Beugin gemacht haben; es interesfirt nur, den Grund zu wissen, warum Sie die Wohnung der Klaar betraten. Angefl.: Laffen Se fich bloß de Zeit nich lang wer'n, Herr Jerichtshof, det kommt nanu. Det Mächen banzte nu noch' ne feine Soyle, sage ic Ihnen; wie id aber in de Bause' n Blick uf ihr sehr ramponirtet deficht riskire, sehe id denn ooch fleich, det se all hoch in de neinunzwanzig is. Nu schnappt doch aber' n Mächen de mehrschte Zeit immer Rooch, wenn ihre Jurgbeet etwas retour liegt; mit det Alter is et aber wieder nich so schlimm, wenn de Kluft jut is;' n biglen Effekt macht det immer. Meenen Sie nich ooch, Herr Jerichtshof? Borf: Sie bringen uns ja mit Ihrem Ge schwätz zur Verzweiflung! Angell: Weil doch nu dor fonen Naturfebler feener nischt vor tann, indem man Exempel von Beispiele hat, det janz lleene Bäljer so alt und weiteste Verbreitung der jeßigen Sachlage unter all Alaffen Land. In feir herrschenden nun Kaffenmitgliedern energisch Sorge zu tragen. Ganz in b selben Sinne sprachen fich die nachfolgenden Redner, die beuf, wie in von to gewiffer Ba öberes Bie und Heinen Bredow, König u. A. aus, wobei besonders Herr König Saumseligkeit der Verwaltung rügte, erst heute, volle 8 2 leitet, ftellt nachdem ihr selbst die wichtige amtliche Verfügung zugegang den Mitgliedern davon Kenntniß zu geben, während der l Termin, bis zu welchem noch ein Austritt aus der Kaffe m wurden aus der Mitte der Versammlung zwei Interpellation Wa beabsichtigten, aus der Krankenkasse auszutreten, ohne zugleich lich, schon so nabe gerüdt fei. Nach Abschluß diefer Distu auf die Sterbekaffe zu verzichten, könnten dies somit wieder unbehindert thun; doch müßte dies noch vor dem 1. Dezember d. J. und durch besondere Abmeldung im Zentralbureau der Kaffe, Neue Schönhauser Straße 16, geschehen später einlaufende Erklärungen feien ungiltig. In der hierauf vom Vorsitzenden eröffneten Diskussion über die neue Sachlage ergriff zuerst das Mitglied der am 3. März d. J. von der Delegirtenversammlung gewählten Protest- Kommission und vormalige Verwaltungsrathsmitglied der Kaffe, Maschinenzur Beantwortung eingebracht, von denen eine, die Herrn Bredow ausgehende, in der Frage bestand: finden Sogle oble unter bem auferlegt wo Die iri plizirte und Frühjahr Der Vorfigende beantwortete diese Interpell bliebene g nach Inkrafttreten des neuen Statuts oder erst im kommen durch die Mittheilung, daß nach einer jüngsten Aeußerung Stand ber nach den im nächsten Frühjahr stattfindenden Wahlen zu amti schloffer A. Mayer, das Wort, um noch einmal in gedrängter hätte. Diese Beantwortung veranlaßte das Verwaltungsra - Infel Der Erbe Saupt noch eir vielen Rieg tiffen haben wandelt, ber Bevölkerung Stumpfheit. Kürze die Haupimomente des bekannten Verlaufes der Kaffenangelegenheiten feit der ersten großen Versammlung am 3. Februar d. J zu behandeln, in welcher die damals noch für möglich gehaltenene- Umwandlung der Roffe in eine erwähnte dann, daß dementsprechend auch der Ausfall der mitglied Fahrenwald zu der Bemerkung, daß er ein fo langs Weiterfunktioniren der alten Verwaltung für unftatibaft b da, wie er bestimmt wise, mehrere Verwaltungsrathsmitgli freie eingeschriebene Hilfskaffe beschlossen wurde. Der Redner taffe austreten, worauf der Vorsitzende, der dabei mit! Iso auch er selbst, noch vor dem 1. Dezember aus der Kran fumentire durch solche Aeußerung nur seine jugendliche Beigefinger nach seiner Stirn fuhr, replizirte, der Redne ausgezeichneten Lebrgabe wegen bald außerordentlich steigerte Rüdfichts loftgleit auszeid nete, den Nicodemus Frischlin, wo fahrenheit in Verwaltungsfachen. Damit war aber auch er ihn betreffe, auf Recht niederzumeifen und seine Auslieferung gleich das erste Sturmfignal für die Versammlung geg deren fich plöglich eine fieberhafte Aufregung bemächtigt Und Endrik Edhmidt vollzog prompt den ibm gegebenen haben schien, die ihren Ausdrud in einem lange Befehl. Er machte fich alsbald mit einigen reifigen Knechten haltenden Tumult fand, der sich erst wieder l zu begehren." auf den Weg gen Mainz, wohin fich der Dichter von Speier aus begeben hatte, und nachdem er von dem Kurfürsten die Erlaubniß zur Verbaftung Frischlin's erwift, begab er fich am Dienstag nach Cculi in aller Frühe in dessen Herberge und las dem nichts Arges Ahnenden den Befehl seines Herrn vor, daß er wegen Verlegung seiner eingegangenen Verpflichtung lifchen Staat Madbrud Dance 16 65 Die Thi orten Anli Der weiß Denburg binl nicht, a Beihundert 2 als der Vorfigende seine Aeußerung mit dem Beba darüber zurücknahm, daß er sich vom Eifer für die Sache hinreißen laffen. Die größten und immer wieder febre Stürme aber rief erst die zweite Interpellation( Des gefänglich in's Württemberger Land geführt und da gestraft gewesene Artikel über gewiffe, angeblich von der Broteftand, un Th. Schmidt) hervor, welche in der Frage bestand, ob de der Sonnabendnummer mehrerer hiefigen Zeitungen entb misfion andeutungsweise mitgetheilte neuefte standalöle sein Pfalzgrafendiplom und seine damit verbundenen Privi gänge in der Kaffenverwaltung auf Wahrheit beruhe er ließ ihn durch feine Knechte greifen und brachte ihn zunächst in erster Linie betheiligte Verwaltungsratbsmitglied nicht. Ueber diese Angelegenheit sprach sich zuerst das d Wenn gleich er auch nur den fleinen Gehalt von 100 Thalern und der Hälfte des Schulgeldes von etwa 600 Schülern bezog, so hatte er hier doch wieder eine geachtete und geftcherte Lebensstellung, in welcher er fich wahrscheinlich nach und nach auch pefuniär hätte verbessern tönnen, wenn er nur sein unbehäb Maul" hätte halten, und namentlich seiner Händel und Spotisucht hätte Bügel anlegen fönnen. Aber was man ihm schon in Tübingen zum Vorwurf gemacht hatte, daß er nämlich ,,, in conviviis boffterig" und beim Weinglase allzu aufgeräumt sei, bewahrheitete sich auch in Braunschweig, nachdem er kaum warm daselbst geworden war. Er fonnte sich nicht enthalten, bei einem Gastmahle einige von ibm gedichtete Spottveise vorzutragen, die eine offene Bes leidigung eines regierenden deutschen Fürsten enthielten. Um einer ihm deshalb drohenden Verhaftung zu entgehen, mußte Frischlin bei Nacht und Nebel aus Braunschweig entfliehen und Gruftus hatte die Freude, in seine Aufzeichnungen über Frischlin eintragen zu fönnen: Bu Braunschweig auss gefocht." Noch einige Monate irrte der nun wieder amt und broblos gewordene Gelehrte umher und fristete sein Leben mie wiederum Cruftus mehr als fümmerlich, so daß ihm berichtet Semand einmal aus Mitleid einen Mugen schenkte". Immer mehr tam er dabei herunter, so daß er sich endlich in seiner Noth veranlaßt sab, fich an den Herzog von Württemberg, feinen einstigen Gönner, mit der Bitte um ein gnädiges Eubfidium zu wenden, es set so gering, als es wolle.' werden solle. Deftig fuhr da Fischlin auf und berief sich auf legien. Aber Endriß Echmidt fümmerte fich nicht um diese; der Untervogt sich neue Instruktionen eingeholt hatte, ent nahm er nach zwölftägiger Haft seinen Gefangenen wieder dem Gefängnisse und irat sofort über höchst, Stockstadt, Amorbaf ginn der Sigung und in Gegenwart mehrerer Beugen Rodenbu Lucie's Sand bach, Buchen und Mödmühl die Reise nach der Beste Württems Ohrfeigen bedrohte, als er ihn wegen seiner gegen das Bro = „ Viein A mahnung for geweien und Cochter zu F meinem erz aben, den id Echluch anft ab. waltungsrathsmitglieder) mit ,, Realinjurien" in Geftalt Rommiffions Mitglied A. Mayer gerichteten unbegründet und fonder baten" Belastungszeugen Aussagen ein wenig Lorenz Marschalk, der Burgvogt von Hohenmürttemberg, Gewissen reden wollte; daß dies dann zunächst zu einer Alage welchem der unglüdliche Dichter nunmehr übergeben nude, Beleidigten bei der Kaffenverwaltung geführt habe, welche bici Aber die gestellte Bitte wurde nicht nur nicht genehmigt, sondern sogar in so verlegender Form abgewiesen, daß dies den unglücklichen Dichter auf's äußerste ei bitterte. Seiner Verpflichtung ,, weder den Herzog, noch seine Räthe anzugreifen oder zu verläſtern" vergessend, richtete er aus Epeier unterm 20. März 1590 an die herzoglich württem bergische Kanglei, von welcher die betreffende Verfügung ausgegangen war, eine fulminante Entgegnung, in welcher er bas ibm zugegangene Decretum ein Dredetum ,, nannte und Die Unterzeichner desselben des Stolzes, Uebermuthes und der Leichtfertigkeit zich. " berg mit ihm an, wo er am 12. April am Abende des Palm sonntages eintraf. behandelte den Dichter mit vieler Rücksicht. Er wies ihm ein anftändiges Gemach on, ließ ihm an seinem eigenen Tische speisen und ertheilte ihm sogar die Erlaubniß, Befuche anzu Vöre m felbe habe unter ähnlichen Ausflückten die Gewerbebepulu bas Geld als angeblich eine Privatsache betreffend, zurückgewiefen habe; gethan, die fich für infompetent in dergleichen Angelegenotwife. B Winwegzuießen nehmen und fich während des Tages frei innerhalb der Burg ausgegeben. Diesem Redner folgte der Raffenrendant tech bi zu bewegen. Aber ein so humanes Verfahren ging gegen den Sinn des Herzogs sowohl, als auch seiner Räthe, die den rafenden Boeten" vielmehr streng gezüchtigt miffen wollten. Cnfel, t nagel, ein schon betagter Mann, welcher gar nicht dazu casus belli"( Die Blein." men fonnte, auf den eigentlichen ganz aufrecht hielt, in einer Weise ausließ, welche die auf Es erging daber schon nach menigen Tagen der herzogliche laftur.gszeugenaussage gegen Herrn A. Mayer, die er voll Alles, was weifel in m Dich ridt würde bod Ebitterung der ganzen Versammlung erregte, die erft nicht die ti Abends 10 Uhr, ausfübien ließ, wiewohl fich Frischlin unwohl Herr A. Mayer sprach und durch seine unter lauilofer nn Du me befand und cbgleich zur Beit der Abreise ein furchtbares Ge- vorgebrachte ebenso schlichte, als überzeugende Vertheidig Befehl an den Burgvogt, den Gefangenen unter ficherem Geleit nach Hohen Uiach verbringen zu laffen, ein Befehl, den der Maischalf unmittelbar nachdem er ibn erhalten, am Charfreitag, witter fich entlub. ( Fortsetzung folgt.) ber nicht ba Das ha einen nicht endenwollenden, wahrhaft frenetischen Beifa sturm de: Versammlung hervorrief. Bald darauf fcblog ba libit viel „ Diein G follte Di Dicin A Schwäche." *) Er steht noch jest hart am Rheinufer und wurde in lung vorzubeugen, dieselbe furz nach 1 Uhr. Ueber dieine Gl neuerer Beit, nod dem er längere Beit als Militärgefängniß gedient, dem Verein für Geschichte und Alterthum überlaffen. nähere Mittheilungen vor. Dies Schreiben entschied Frischlin's Schicksal. Der Herzog ertheilte nunmehr dem Gutachten seiner Räthe zufolge den Befehl an den Unteroogt zu Vaihingen, Endriß Schmidt, als den hierzu em meisten geeigneten Mann, da er fich ebenso durch tiefige Körperkraft, wie durch Schlauheit und Verantwortlicher Hedefteur R. Groubesse in Berlin. Druck und Berlas von War Bading in BerlinSW. Beuthitrake 2.