be este ein or e Sab SUR ide ef Bla Lau all bd mi Nr. 198. Sonnabend, 22. November 1884. 1. Jahrg. Berliner Volksblatt. bank de Organ für die die Interessen der Arbeiter. Das ,, Berliner Boltsblatt" erfcheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Mart, wöchentlich 25 f. Einzelne Nummern 5 Pf. Poftabonnement pro Quartal 3 Mart.( Eingetragen im VIII. Nachtrage der Postzeitungspreisliste unter Nr. 719a.) Insertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 f. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berlin SW, Bimmerstraße 44. Die Humanität der freien Konkurrenz. Seit Jahren ist es eine stehende Klage der deutschen Arbeiter, daß ihre Löhne durch ausländische, mit niedrigerem Berdienst fich begnügende Arbeiter gedrückt werden und daß fie durch diese ausländische Konkurrenz häufig außer Beschäftigung und Brod gesezt werden. Da werden Italiener, Czechen, Ruffen, Polen, Schweden massenweise importirt, Leute, deren Lebensgewohnheiten derart sind, daß sie sich von den niedrigsten Löhnen noch etwas zu ersparen vermögen. Namentlich die Italiener sind darin von ganz unglaublicher Leistungsfähigkeit. Man beobachte sie einmal, wenn eine neue Eisenbahnlinie gebaut wird, wie sie leben. Sie halten sich in Lehm- oder Bretterhütten auf und ihre Nahrung besteht aus Schnaps, wenig Brod und schlechter Wurft, Kaffee und Kartoffeln. Wenn sie sich einen Braten verschaffen wollen, werden in einem Topfe Frösche, Eidechfen und Schlangen geschmort. Bei solcher Lebensweise fann man sich noch etwas ersparen, wenn man täglich eine Mark verdient. Und unsere biederen Herren Unternehmer wissen biefe nüchternen und fleißigen Leute" nicht genug zu loben, benn fie arbeiten ja so billig. Das Lettere denkt man, wenn man es auch nicht laut sagt. Denn wenn unsere Herren Unternehmer mit hochpatriotischen Phrasen vom Schutz der nationalen Arbeit" sprechen, so verstehen sie barunter etwa nur, daß man ihnen durch Zölle eine gewisse Sicherheit gegen die ausländische Konkurrenz verschafft. Daß man die nationalen Arbeiter gegen die Konkurrenz ausländischer Arbeitskräfte schüßen solle, daran denken sie nicht; im Gegentheil, sie nehmen die Arbeitskräfte, wo sie am billigsten find. Sie fümmern sich absolut Nichts darum, wenn die deutschen Arbeiter beschäftigungslos auf der Straße liegen, wenn nur die ausländischen Arbeitskräfte recht billig find. Je geringer die Lebensbedürfnisse eines Volles find, auf einer defto niedrigeren Stufe steht es. Es ist nur ein Beichen für die unseren Arbeitermassen innewohnende Bildung, wenn sie sich nicht auf das Niveau der Italiener, Czechen, Polen und Nussen hinabdrücken lassen wollen. Statt fich darüber zu freuen und mitzuhelfen, die Lebenshaltung des Bolles zu erhöhen, nennen unsere Unternehmer in ihrem großen Materialismus die Ansprüche der Arbeiter auf erträgliche Löhne übertrieben". Das ist nicht allein in Deutschland so. Die freie Ronkurrenz treibt anderwärts die nämlichen Blüthen. Als im südlichen Frankreich jüngst die Cholera um sich griff, waren etwa 10 000 Jtaliener, die dort als Arbeiter befchäftigt waren, aus Furcht vor der schrecklichen Best in ihre Heimath geflohen. Nachdem die Cholera aufgehört hatte, wollten sie alle wieder nach Frankreich zurück. Die Radbrud verboten.] 18 Feuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dug. ( Forsegung.) Der Mittag ging vorüber, ebenso der Nachmittag; der Abend fam, Amberg war noch immer nicht zurückgekehrt. Eine namenlose Bangigkeit ergriff seine Gattin. Was konnte ihn nur abhalten, ihn, der sonst immer so pünktlich, wie im Comptoir so auch zu Hause, zu bestimmter Minute tam und ging?" Stunde auf Stunde verrannen. Ihre Unruhe wuchs. Wohl hundert Mal war fie ans Fenster getreten und hatte verfucht, durch eine in die gefrorenen Scheiben gehauchte fleine Deffnung hinaus auf die schneebedeckte Straße zu schauen. Noch immer fam er nicht. Auf jedes Knarren der Hausthür lauschte fie; jeder Schritt auf der Treppe veranlaßte fie, die Thür des Korridois zu öffnen. In der Unruhe des Herzens hatte fte eben wieder den Mantel ergriffen, um selbst zu Eichstädt zu gehen und sich zu erfundigen, ob ihr Mann dort gewesen, da hörte fie seine Schritte auf den Stufen der Treppe. Sie flog hinaus, umarmte ihn und nun waren es Thränen aufrichtiger Freude, welche fte an seiner Brust weinte. Du lieber, böser Wann! Wie haft Du mich geängstigt!" 11 D, Räthchen, Käthchen!" stöhnte er. Ich wollte nicht tommen, bevor ich Dir nicht die Beruhigung geben konnte, daß wir wenigftens vor äußerster Noth geschüßt find." ,, Du hattest feinen Erfolg?" fragte fte schüchtern. Reinen! Die Menschen, welche wir Wohlthaten er wiesen haben, find herzlos, wie Fremde." Und Eichstädt?" " Er hat vergessen, was ich für ihn that. Hochmüthig mies er mich ab. D, der Undankbare! Ich habe mich an Freunde gewandt, von Haus zu Haus bin ich gegangen, wie ein Bettler.. Nichts! Nichts! Die Zeit, da man um Gefchäftsgehilfen in Verlegenheit war, ist vorüber. Man bedarf beren jest nicht mehr; dazu kommt, daß ein bankerotter Rauf mann fein besonderes Vertrauen einflögt." französischen Arbeiter, die mit den fast bedürfnißlosen| Italienern einfach nicht konkurriren fönnen, waren froh ges wesen, als sie den Schwarm abziehen fahen. Als nun die Italiener wiederzufommen sich anschickten, wendeten sich die französischen Arbeiter in ihrer Angst und Noth an die Be hörden und baten sie um Schutz gegegen diese vernichtende Ronkurrenz. Die Behörden gingen auch darauf ein und ließen feinen Italiener über die Grenze, der nicht nach weisen konnte, daß er mit ausreichenden Subsistenzmitteln versehen oder fest angagirt sei. Aber man hatte die Rech nung ohne die Herren Unternehmer gemacht, welche nun fürchteten, sie möchten wieber bessere Löhne zahlen müssen. Diefe setten Himmel und Hölle in Bewegung, wendeten fich an den italienischen Gesandten und beschwerten sich, daß man den italienischen Arbeitern die Freiheit be schränke. Die Herren Unternehmer geberdeten sich, als feien fie gesonnen, für die ,, unveräußerlichen Menschenrechte" der Italiener einzutreten. Und doch war es ihnen nur darum zu thun, wie der Arbeiter zu niedrigsten Löhnen zu haben, von denen ein Franzose, Engländer oder Deutscher einfach nicht leben kann. Man verstehe uns recht: wir sind frei von jedem Vorurtheil gegen die unglücklichen Kinder Italiens, denen die Heimath nicht einmal den förperlichen Unterhalt mehr bieten tann, dessen sie, an Entbehrung gewöhnt, bedürfen. Aber die herrschenden Klassen Italiens haben sich auch noch nicht einmal in Gedanken mit einer gefunden Sozialgefeßgebung beschäftigt. Sie sind zufrieden, wenn ihre überzähligen" Arbeitskräfte sich in andere Länder ergießen. Allein diesen anderen Ländern ist eben das Hemd näher am Leibe wie der Rock und die Regierungen werden sich schließlich zu Maßregeln gegen diesen schädlichen„ Import" ausländischer billiger Arbeitskräfte bewegen lassen müssen, wie es in Ralifornien feinerzeit gegenüber dem Chinesenthum geschehen ist. Denn die Regierungen fönnen keineswegs ruhig zusehen, wie die einheimischen Arbeiter einem immer größeren Elend ver fallen, nur damit die ausländifchen ihr färgliches Berdienst finden. Von den Unternehmern ist in diesem Fall auch nicht bie mindeste Rücksicht zu hoffen. Wenn heute die große zentral- asiatische Bahn über Tiflis nach China hinein schon dann in Betrieb wäre vorläufig ist sie erst geplant würden die Söhne des himmlischen Reiches der Mitte" mit den langen Böpfen zu Tausenden, vielleicht zu Hunderts taufenden an den Grenzen erscheinen und Deutschland gleich einem Heuschreckenschwarm überziehen. Sie arbeiten ja so unglaublich billig, noch billiger als Lehrlinge und funge Mädchen Mädchen nun, unsere Unternehmer würden sich nicht lange befinnen. Wenn es nach ihnen ginge, könnten dann die deutschen Arbeiter spazieren gehen, während unsere Inwie Du meinst. Du findest auch heute den Weihnachtstisch." Sie führte ihn in das Bimmer, wo der Weihnachtsbaum brannte. Der brennende Weihnachtsbaum rührte das Herz des unglücklichen Mannes; er vergaß einen Augenblic seine Sorgen, seinen Kummer. 11 Andachtsvoll blieb er einen Moment in der Thür stehen, den Arm um seine Gattin geschlungen. In sein perz war die Ruhe eingelehrt. Und Friede auf Erden!" flüsterten seine Lippen. Ein Blick voll inniger Dankbarkeit lohnte die zärtliche Gattin; er zog fie an fein Herz. Er sagte nichts, aber fie fühlte die Rührung seines Gemüthes in seinem Ruffe. Nachdem er eine Weile den Tannenbaum betrachtet hatte, führte sie ihn an das Tischchen, wo das Abendessen hers gerichtet war. Die kleine Tafel segte ihn in nicht geringes Er ftaunen. " Aber Käthchen," sagte er scherzend, woher kommen diese Reichthümer? Wenn ich mich recht erinnere, war Deine Wirthschaftstoffe schon gestern völlig erschöpft." Kleine Ersparniffe!" sagte fie leicht erröthend und ihm die Wangen streichelnd. Berbrich Dir nicht den Kopf darüber, woher uns diese Reichthümer gekommen find; iß und sei fröhlich, wie wir es sonst waren." Sie that ihrem Gatten von den Speisen auf, goß den Wein in die Gläser und sie tranten und aßen wie glückliche Leute. Die Speisen waren vortrefflich, nur schien ein wenig Salz zu fehlen. Amberg's Bld schweifte über den Tisch. Räthchen bemerkte es und sagte: Ah, ich vergaß das Salz herzustellen; man ist noch teine Meisterin der Küche... Erlaube einen Dioment, ich hole es fogleich." Sie wollte aufstehen. Räthchen, Du wirst Dich doch nicht selbst bemühen? Hier ist ja die Glocke!" rief Amberg. Sie hielt seine Hand, welche nach der Glocke griff, zurüd, Läute nicht," sagte fte, es würde Dir nichts nügen; es würde Niemand erscheinen." " Was?" fragte er überrascht. Wo find die Mädchen?" " Ich habe fte entlassen, Georg!" " Entlassen?" wiederbolte er fast erschrocken. " 1 " Ja!" sagte fie. Wir sind nicht mehr in der Lage, uns Dienstboten halten zu können. Ist es denn ein großes unterziehe?" dustrie und unser Ackerbau von den billigen chinesischen Händen getragen würden. So weit wird es nicht kommen. Auch die Bäume der Herren Unternehmer wachsen nicht in den Himmel hinein. Die Gefeßgebung wird sich eben genöthigt sehen, zu Gunsten der Arbeiter auch hier einzugreifen, wenn unser Bolt nicht soweit finken soll, daß Alles, Staat und Gesells schaft insgesammt, darunter leidet. " Politische Uebersicht. In der Angelegenheit der Errichtung von Arbeits ämtern ist dem Direktorium des Zentralverbandes deutscher Industrieller das nachstehende Schreiben des Handelsministers zugegangen: Berlin, den 31. Oktober 1884. Bon betheiligter Seite ist, um dem in einzelnen Industriezweigen zu gewissen hältnisse vorübergehend verursachten Arbeitermangel Beiten regelmäßig wiederkehrenden oder durch besondere Vers wirfiam entgegenzutreten, in Anregung gebracht worden, den Arbeits bezw. Arbeiter- Nachweis öffentlich zu organisiren und zu dem Zwecke öffentliche Arbeitsnachweisämter zu errichten. Da derartige Einrichtungen zum Zwecke des Ausgleichs des Ueberfluffes und des Mangels an Arbeitern dazu beitragen würden, nicht bloß der Industrie im Bedarfsfalle die Erlangung der benöthigten Arbeiter, sondern auch den letteren die Erlangung einer günftigen Arbeitsgelegenheit zu erleichtern, so ersuche ich das Direitorium ergebenft, die Angelegenheit der Erwägung zu unterziehen und mich demnächst mit einer Aeußerung über das Ergebniß derselben zu versehen. Für den Minister für Handel und Gewerbe. gez. v. Boetticher." Auffällig ist der Hinweis des Herrn Ministers auf den„, Arbeiter mangel", von einem Mangel an Arbeitskräften tann seit einem Jahrzehnt in Deutschland kaum noch die Rede sein. funft an wirkliche Arbeiter wenden würde; wie diefes Schreiben Wir hatten ferrer wenigftens erwartet, daß man sich um Auszeigt, haben wir uns damit einer groben Täuschung hingegeben. Der Herr Minister will diese Frage von dem Sentralverband deutscher Industrieller in Erwägung ziehen laffen, diese hält er jedenfalls für die maßgebenden Bersonen, welche einen richtigen Einbiid in Arbeiterverhältnisse haben. Die Herren Kommers zienräthe werden natürlich nicht verfehlen, dem Herrn Minister ihrer Anschauung zu ertheilen. nach den üblichen Erwägungen flipp und flare Antworten aus Für die Arbeiter dürfte indeß die Auskunft der Großindustriellen kaum den geringsten Werth haben. Die Berge haben wieder einmal gefreift und eine Maus nein eine Müde wird zum Vorschein kommen. Hamburg. Gegen fünfzig nicht reichsangehörige Arbeiter, größtentheils Desterreicher und Belgier, welche gelegentlich der Reichstagswahl Stimmzettel für die Sozialdemokraten vertheilt batten, wurden, wie die Börsen Beitung" meldet, polizeilich aus Hamburg verwiesen und verließen heute das Staatsgebiet. Unseres Wiffens ist das Vertheilen von Stimmzetteln, gleichviel für welche Bartei, gefeßlich erlaubt, es ist daher auffallend, daß eine Behörde wegen gefeßlich erlaubter Handlungen Ber sonen ausweist, Wir wollen ja gerne glauben, daß nach den Sei nicht ungerecht gegen Dich selbst, Georg; es ist das Wenigste, was ich zu unserem Glüde beitragen fann." Er nahm ihre Linke und wollte sie voll innigfter Dankbar Teit an seine Lippen führen. Weshalb entzog fie ihm die Hand? Verlegen suchte fte diefelbe zu verbergen. ,, D! was hast Du, Kind!" rief Amberg. Laß mich diese Hand füffen, die bereit ist, von jest ab für mich zu arbeiten." Er nahm fie und betrachtete die weiße, zarte, der Arbeit unge wohnte hand. Blöglich blickte er seine Gattin erschrocken an und fragte: Räthchen, wo ist Dein Ring?" Sie streichelte ihm mit einem Blick voll unendlicher Liebe Die Wange. ,, Biebt es etwas auf der Welt, Georg, das ich nicht Du zum Opfer bringen würde?" Er bedeckte sein Geficht mit den Händen. Es ist mir als wäre mit diesem Ringe das Glück von uns gewichen." Dreizehntes Kapitel. Als Fris Rodenburg am Morgen nach seiner erster Nacht im Schloß Donuil erwachte, begann eben der Tag 31 grauen und drang mit seinem schwachen Lichte durch das ein aige Fenster des Thurmgemaches. Er richtete fich in seiner Felsenniſche empor, diesem ehemalige Schlupfwinkel des Wolfes von Donuil, sette fich auf da Bärenfell, welches ihm zur Decke diente, und betrachtete nus beim Tageslichte das fonderbare Gemach. Da hörte er i weiter Ferne die Klänge eines Jagdhorns. Es giebt nichts Ergreifenderes, nichts, was mehr au Melancholie stimmt, als die Töne eines Horns und noch dazi wenn man fte des Morgens in der Dämmerung beim G wachen hört, wenn Alles um uns schweigt, kein Lüftchen, tei Athemzug die Stille unserer Einsamkeit unterbricht; die Töne, so zart, so schwellend, dann nach und nach verhalle immer ferner und ferner, schwächer und schwächer, zulegt nu noch wie ein fernes Echo von den Bergen zurüdgeworfen. G liegt eine Boefte, eine Wehmuth in den Klängen, welche uns Herz mit Schwärmerei erfüllt. ,, Das ist Segal," dachte Friz dachte Friß, und ob er mit seinen melancholischen Klängen nicht eine Theil der Schuld trägt Krankheit Grafen. Ein solches Morgenständchen stimmt ja ein D Grafen. an Der mer mei alda, Armer Georg!" rief fte, ihren Arm um seinen Hals schlingend Dpfer, wenn ich mich nun den häuslichen Arbeiten selber Gesunden melancholisch, geschweige einen Mann, deffen ganz Dente heute und ihm einen Ruß auf die Lippen brüdend. Dente heute nicht mehr daran. Laß uns heute sein, was wir immer waren: Ganz glückliche Leute! Sieh, daß wir noch nicht so arm find, D. Du liebes, Du braves Weib!" rief er begeistert. ,, Du beschämst mich, Käthchen!" Nervensystem bereits zerrüttet ist." Er erhob fich und kleidete sich an; bann trat er an ba Ileine bogenförmige Fenster, dessen Scheiben in Blei gefo bestehenden Gefeßen die Behörde hierzu die Macht hat, allein versöhnend tann eine solche Maßregel nie wirken. Sie hat für die Betroffenen gar zu oft den Ruin ihrer Existenz zur Folge und erregt und verbittert die Gemüther in hohem Grade gegen diejenigen, welche fie ausüben. Wiesbaden. Eine heitere Kundgebung des kirchlichen Terrorismus ist aus Wiesbaden zu verzeichnen. Dem erst seit einigen Monaten dort thätigen fatholischen Lehrer Men ist seitens der städtischen Schulinspektion die Ertheis lung des biblischen Geschichtsunterrichtes unter fagt worden, weil er fich mit einer Proteftantin verheis rathet und protestantisch bat trauen lassen!- Erheiternd wirkt die Kundgebung wohl aber sie ist auch zugleich sehr ernster Natur. Fast fonnte man glauben, daß wir uns im Mittelalter befänden und nicht im 19. Jahrhundert, in der Beit der Erfindungen, der Macht der Elektrizität und des Dampfes. Elberfeld. Die Polizeibehörde beschlagnahinte Ende August d. J. bei einem hiesigen Goldarbeiter eine Anzahl Medaillen mit dem Bildnis Ferdinand Lassalle's. Wie die N. Nachr." melden, ist die Beschlagnahme aufgehoben, und find die Medaillen dem Goldarbeiter zurückges geben worden. Frankreich. In der gestrigen Sigung der Deputirten tammer brachte Revillon( rabilal) den Nothstand der Bariser Industrie zur Sprache und beantragte unter Hinweis darauf, daß eine große Anzahl von Arbeitern ohne Beschäftigung sei, die Ausführung großer Arbeiten und die Bewilligung eines Kredites von 3 Millionen für die Bevölkerung von Paris. Der Minister des Innern, Walded- Rousseau, zählte die Ar beiten auf, die bereits in Angriff oder in Aussicht genommen feien, sprach fich gegen die verlangte Kreditbewilligung aus und beantragte die einfache Tagesordnung. Die Kammer bes schloß dem Antrage des Minifters gemäß. Dem Temps" zufolge würde die geplante Erhöhung des Eingangszolls auf ausländisches Getreide 3 Fts. nicht übersteigen. von Gewehren auf das Strengste verboten sei, dürften die Deutschen damit frei handeln. Der Times"-Korrespondent hat seine Landsleute wohl als zu tugendhaft geschildert, denn gerade jest find die Berichte des Oberlommiffars des westlichen Pacific, Sir G. W. des Voeur, veröffentlicht worden, in welchen dieser englische Beamte ausdrücklich erklärt, er habe eine Maffe Beweise in Händen, daß in Verbindung mit der Anwerbung von Arbeitern viele Verbrechen verübt wurden, welche niemals ans Tageslicht gekommen find." Der Oberkommissar meint jedoch, daß die australischen Kolonien diesen Verbrechern teine fichere Buflucht mehr gewähren. Wo bleiben sie aber? -Eins geht für uns klar aus diesem Bericht hervor, nämlich daß die Eingeborenen von allen Fremden ohne Unterschied, selbst von den heuchlerischen Misstonären betrogen werden. Ja, man geht noch weiter, man lodt die arglosen Opfer in einen Hinterhalt und verkauft sie als Stlaven an die Kolonisten, nachdem man ihnen vorher ein Stück Papier vorgelegt hat, auf das fie als Beichen des Einverständnisses drei Kreuzer machen müssen. Dies alles ist öffentliches Geheimniß und doch fümmert sich Niemand darum. Das Wenige, was die englische fümmert sich Niemand darum. Das Wenige, was die englische Regierung dagegen thut, ist kaum der Rede werth. Zum chinesisch- französischen Konflitt. Einer Depesche zufolge ist die Bai von Tadjurah bei Obock von den Franzosen befegt worden. Nach einem Telegramme des Generals Brière de l'ele vom 15. d. Mts. find die Kanonenboote„ Eclair" und Trombe", als fte nach der Verproviantirung von Tuyenquan den Hellen Flug heruntergefahren, vom Feinde heftig angegriffen worden, ein Matrose ist getödtet, 8 andere find verwundet. Oberst Duchesne ist abgesendet worden, um die Gegend vom Feind zu säubern und die ermüdete Garnison von Tuyenquan abzulösen. General Brière fügte seiner Meldung hinzu, es sei ein Korps von 8000 Chinesen signalifirt, welches den rothen Fluß herabkomme, er set aber vorbereitet, dieselben zu empfangen. Nach dem nämlichen Blatte werden 3 Kreuzer ersten Ranges, der Magon",„ Laperouse" und Brimauget" ausgerüstet, um zur Verstärkung des Geschwaders in Ostafien abzugehen. dado mnad Parlamentarisches. Nach dem Bericht der Seine- Präfetur find gestern in Paris von Mitternacht bis Mitternacht 30 Personen an der Gholera geftorben und zwar 5 in der Stadt, 25 in den Hofpitälern did dil das b desertbbia( In Lyon herrscht große Noth unter den Arbeitern. Am Mittwoch stürmten Beschäftigungslose städtische Baupläge und verlangten Arbeit. Schließlich trieb das Militär die Menge auseinander. Jest wird aus Lyon depeschirt, daß in den städtischen Werkstätten von Lyon die Arbeiten gestern Donnerstag früh wieder aufgenommen wurden. Dänemark. Die zweite dänische Kammer, das Foltething streitt. Am Mittwoch beschloß die Kammer mit 68 gegen 13 Stimmen, so lange das jezige Kabinet Estrup am Studer fet, die Verhandlung aller Regierungsvorlagen zu fistiren. Dies geschah am Mittwoch. Heute, am Donnerstag, beantragte im Folkething die Linke, die Regierungsvorlage über die Arbeiterversicherung als durch die geftrige Tagesordnung er ledigt anzusehen, wonach die Verhandlung über alle Res gierungsvorlagen fiftirt werden soll. Konfeilpräsident Estrup erklärte, er halte nächst der Vertheidigungs roclage die foziale Reform für die wichtigste der Re gierungsvorlagen; die neue Form, die Vorlagen zu be graben, verändere in feiner Weise die Situation, er verlange ein pofitives Programm der Do ofttion und verharre so lange auf seinem Bosten. Darauf vertagte der Bra Darauf vertagte der Brä fident des Follethings die Sigungen bis auf Wei teres, da alle vorliegenden Brrathungsgegenstände durch Die geftrige motivizte Tagesordnung erledigt feien und nichts Reues vorliege. Nunmehr wird der König von Neuem vor die Entscheidung gestellt, entweder das Kabinet Estrup zu entlaffen oder die eben erst gewählte Kammer aufzulösen. snatching stard 93 1801 E welche in Berlin und Umgegend wohnen, nicht zukommen, sicherte die Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 22. Dezbr. 1873 allen Abgeordneten während der Dauer der Session un entgeltliche Beförderung auf allen deutschen Staats- und Bitoateisenbahnen zu." Jokates. g. In Folge des in der verflossenen Nacht entstandenen Glatteises fam gegen 11 Uhr in der Friedrichstraße eine junge Dame, wie fich später herausstellte, die in der Gitschinerstr. 80 wohnende unvereheliche Helene W., zum Sturz und fiel hierbei so heftig auf eine Bordschwelle, daß die Dame bewußtlos auf der Erde liegen blieb. Da sie von den Passanten nicht ins Bewußtsein zurückgebracht werden konnte, rief ein Herr aus dem Publikum einen Droschkentutscher heran, hob die Ver unglückte mit Hilfe mehrerer Personen in die Droschke und ließ den Kutscher zur Sanitätswache( Brüderstraße) fahren. Hier bedurfte es dreiftündiger Bemühungen, um die Dame wieder ins Leben zurückzurufen, worauf fie nach ihrer Wohnung überführt wurde. N. Jn Betreff des abscheulichen Sittlichkeitsver brechens im Thiergarten, über das bereits in der Beilage berichtet worden, hören wir noch folgende Details: Der geschändete, im städtischen Allgemeinen Krankenhaus lebensges fährlich darniederliegende Arbeiter Koch hat im Laufe des Vormittags, als bei ihm auf furze Zeit das Bewußtsein zurüd febite, angegeben, daß er erst vor Kurzem von Hamburg nach Berlin gelommen. Koch will gestern Abend gegen 11 Uhr in Begleitung einer Prostituirten die Thiergartenstraße entlang gegangen sein, als plöglich vier Strolche aus dem Gebüsch traten, ihn zu Boden warfen und sodann, nachdem sie ihn in einer ganz entsetzlichen Weise verstümmelt( nach ärztlichem Gutachten doppelte Kastration) hatten, die Flucht ergriffen. K., deffen Hilferufe bei der geringen Frequenz der Thiergarten straße ungehört blieben, will fich, nachdem seine Beiniger ent flohen, noch eine Strede Wegs geschleppt haben und dann Paufammengebrochen sein. Erst nach längerer Zeit wurde K. im hilflosen Zustande von Passanten aufgefunden und auf deren Veranlaffung nach dem genannten Krankenhaus ge schafft. Aus Andeutungen, die K. in lichten Momenten machte, scheint die Schlußfolgerung zu ziehen zu sein, daß K. schon früher mit dem Mädchen hier in Berlin be fannt gewesen, sich mit ihr erzürnt habe und daß dieselbe fich gestern mit ihm ein Rendezvous gegeben, um den barbarischen Racheatt an ihm zur Ausführung bringen zu laffen. Die vor läufige Untersuchung und die Recherchen nach den Attentätern find seitens der Polizeibehörde eingeleitet. Von anderer Seite geht uns folgende Darstellung des scheußlichen alles zu: In einer recht empfindlichen Weise wurde am Donners tag Abend gegen 11 Uhr ein Raubanfall gegen einen Baffanten des Thiergartens verübt. Der Ueberfallene, mit Namen Koch, welcher im Jahre 1878 im städtischen allgemeinen Krankenhause Friedrichshain als Krantenwärter beschäftigt war, von da aus in verschiedenen Städten Deutschlands, zuletzt in Küftrin ge arbeitet hat, war vor zwei Tagen wieder nach Berlin gekommen, ging an dem betreffenden Abende nach dem Birkus Renz in Begleitung einer Dame, welche er nach der Vorstellung nach dem Kurfürstendamm zu begleitet haben will. Auf dem Rüd wege von dort wurde er, durch den Thiergarten gehend, von vier Strolchen überfallen, welche ibn nach seinen Angaben niederwarfen und ihn in der beschriebenen Weise verstümmelten, außerdem sein Bortemonnaie um darin befindliche 18 Mart erleichterten und ihn dann liegen ließen. An 2 Stunden will er dort gelegen haben, dann hat er fich bis nach der Stadt geschleppt, wo eine Dame ihm eine Droschle miethete und er um 5 Uhr früh im städtischen allgemeinen Krankenhause ein traf, wo ibm fofort der erste Verband angelegt wurde.ma dr Dem Reichstag ist eine mit angeblich 30 000 Unterschriften perfebene Petition eingereicht worden, welche bie Erhöhung Der Kornzölle in folgender Weise beantragt: Durch drungen von der festen Ueberzeugung, daß so niedrige Ge treidepreise, wie fie feit Monaten herrschen, ein nationales( sic) Unglüd für Deutschland find, indem nicht nur die Landwirthe in ihrer Mehrzahl bei längerer Fortdauer so schlechter Ron funttur ihrem sicheren Untergang entgegengehen, sondern auch eine Menge anderer Produktivgewerbe, die im Wesentlichen auf den Konfum der Landwirthe angewiesen find, in deren finanziellen Ruin mit hineingezogen werden müssen, erlauben fich die Unterzeichneten bei dem hohen Reichstag dahin zu petitioniren: Derselbe wolle bei der deutschen Reichsregierung vorstellig werden, die Bölle auf Getreide, gegenüber dem russischen und transatlantischen Import, von Eine Mark per Doppelzentner auf Drei Mart zu erhöhen, und ferner Del früchte, insbesondere Raps, demselben Bolsas zu unterwerfen." Die Begründung bewegt sich in dem schon oft widerlegten agrarischen Gedankengang. Wie die Lib. Korr." berichtet, hat die deutsch- freifinnige Partei des Reichstages in ihrer heutigen Sigung beschlossen: 1) einen Antrag auf Bewährung von Diäten einzubringen; 2) nachstehendes Besuch an den demnächst zu wählenden Vor stand des Reichstags zu richten: An den Vorstand des Reichstags! Durch den Herrn Reichstanzler ist inmitten des Etatsjahres ohne Mitwirkung des Reichstags und im Widerspruch mit den Festlegungen des Etats des Reichstags( Kap. 2 Tit. 11) eine Einschränkung der im Jahre 1874 eingeführten freien Eisenbahnfahrt der Abgeordneten verfügt worden. Im Auffrage der deutschen freis finnigen Partei ersuchen wir den Vorstand ganz ergebenft, ge neigtest sofort über die zur Wahrung des Rechts und der Stellung des Reichstags erforderlichen Schritte in Berathung zu treten." Die Lib. Korr." bemerkt dazu:„ Die frühere Regelung der freien Eisenbahnfahrt der Abgeordneten ist im Jahre 1874 zuerst durch einen Nachtragsetat gefeglia feftgestellt worden; im Etat für das laufende Jahr find die Mittel zur Deckung der Ausgabe bewilligt; die Einschränkung der freien Eisenbahnfahrt durch einen einseitigen Aft des Reichskanzlers involvirt demnach eine Abänderung des Etats, welche ohne Mitwirkung des Reichstages nicht erfolgen durfte. Während die neuen Fahrkarten nur für die Reise zwischen Berlin und den WohnFahrkarten nur für die Reise zwischen Berlin und den Wohnorten der Abgeordneten gültig sind, und demnach Abgeordneten, Aus Australien wird den Times" unterm 2. Oftober geschrieben, daß die Klagen der Deutschen, welche auf den Fidschi- Inseln Zand gekauft haben, deren Käufe aber von dem englischen Gouverneur annullitt worden sind, unbegründet seien, da dasselbe auch Engländern, welche durch ihre Landläufe die Eingeborenen hintergangen hätten, fowie der Wesleyanischen Mission paffirt sei. Auch die Regierung von Queensland babe, noch ehe die englische Flagge in New- Guinea gehißt worden ist, öffentlich erklärt, daß keine Landantäufe von den Eingeborenen durch die australische Re- Der Diätenantrag lautet:§ 1. Der Artikel 32 der VerAn deffen gierung anerkannt werden würden. Das sollen nun die Deut faff ng des Deutichen Reiches wird aufgehoben. schen übel nehmen. Ein wohlbekannter taiserlicher Konsular- Stelle tritt der§ 2 des gegenwärtigen Gesepes,§ 2. Die Mits Händler", so schreibt der Korrespondent, fagte vor einigen glieder des Reichstages erhalten aus Reichsmitteln Reisekosten Tagen in Sydney einem früheren Missionär: Ihre humaniund Diäten nach Maßgabe des Gesezes. Ein Verzicht darauf tären Doktrinen find alle Humbug; wir fommen, um zu ban ist unstatthaft.§ 3. Bis zum Erlaß dieses Gesezes sezt der deln und Vortheil zu ziehen und werden für die Eingeborenen Bundesrath die Höhe der Heisekosten und Diäten feft. auf den Inseln thun, was Sie für die Eingeborenen in Queensland gethan haben dieselben gebrauchen, wenn wir tönnen, und dieselben sterben lassen, wenn wir es nicht fönnen." Nach demselben Korrespondenten hat der kleine Dampfer, welcher mit Dr. Flinsch an Bord nach den Inseln abgefahren ist, Waaren im Werthe von 2000 Litr. geladen, und der Zweck der Fahrt sollte sein, Landankäufe auszuführen, ehe die Engländer ihr Protektorat erklärten. Die Eingeborenen feien am begierigsten nach Flinten und Munition, und während ben unter englischer Flagge handelnden Kolonisten der Verkauf waren, und das tief in einer Höhlung lag. Er stieß das Fenster so welt als möglich auf. Da wartete seiner ein Anblid, den keine Worte auszudrüden und feine Feder zu beschreiben vermag, ein Anolid, den der gewaltige Bewohner der höchsten Felsen, der Adler, sonft nur haben darf. Berge, Berge und wieder Berge, bochaufgethürmte, unbeweg liche Felsenwellen, die in immer größerer Ferne immer einer wurden und endlich in den fernen Dünften des Horizonts ver schwanden ungeheuere Wälder, Seen, Törfer und Schlößer Dazwischen, ein Anblid, den man nur auf dem schottischen Hochgebirge haben kann. Wäre der Enthusiasmus auch noch so groß, er würde nicht Worte finden können, die Erhabenheit eines solchen Gemäldes zu schildern. In Anschauen versunken, mochte Frig eine gute Viertelstunde dagestanden haben, als eine Hand fich langsam auf seine Schulter legte. Er wandte fich um und fah in Habicht's ruhiges Geficht. 11 Guten Morgen, Frig!" fagte er mit herzlichem Lächeln. Guten Morgen, lieber Bathe!" antwortete Frig, ihm die Hand reichend. wood dis noun. Nicht wahr, ein schöner Anblick das?" Jhr seid beneidenswerthe Leute hier oben. In meinem Leben hatte ich einen so großartigen, einen so imposanten Anblick nicht." Habicht flüßte fich neben ihm auf den Stein, hielt mit einer Hand seine Pfeife im Munde, mit der andern deutete er hinaus. ,, Sieh', Frig, das da ift der Schreckenstein, jest eine Reine, Das neue Schloß liegt da hinten im Thale; hier rechts blickst Du gerade in eine Schlucht hinein. Erkennst Du das Ge saude, das sich am Ende derselben gegen den schneebedeckten elfen abbebt? Das ist Davistown. Weiter hin in demjenigen Theil der Schlucht, welchen Du nicht von hier erkennen fannst, mögen auch mehr als zwanzig Meilen sein, liegt die Stadt Inverneß; aber Jemand der genau die Lage lenni, fieht och über selben hier nördlich das unheimliche Gebäude von Bethesda. Bethesda?" wiederholte Friz. Was ist das?" Ein Frrenhaus, mein Junge, das größte in Schottland! - Der Graf war mit den früheren Beigern von Dovistown efreundet, und manche Jagd wurde in jenen Gegenden ver mftaltet. Fris. Wodurch ist diese Freundschaft unterbrochen?" fragte Die Davis find ausgestorben!" war die Antwort.l " Es mochte den Beiden bei der Betrachtung und bei der Erzählung des alten Habicht wohl eine Stunde verflossen sein, -y. Ein Sensationsprozeß in Sicht! Kurz vor der Reichstagswahl erschien in der Freien Beitung" ein Leitartikel mit der Ueberschrift: ofprediger, Heichstagskandidat und Lügner!" durch welchen sich Herr Stöcker beleidigt fühlte. Auf den von ihm gestellten Strafantrag, der auch aus einem zweiten Artikel des genannten Blattes resultirt, hat der Staatsanwalt gegen den betr. verantwortlichen Redakteur Becker das Strafverfahren eingeleitet und den Amtsgerichtsrath Freiherrn v. Lobenstein zur verantwortlichen Vernehmung deffelben requi rirt. Wie wir hören, hat bereits ein Termin stattgefunden und hat der Beschuldigte sich zur Führung des Wahrheits beweises erboten. Zur Beschaffung des benöthigten Materials soll demselben eine angemessene Frift gewährt worden sein. Als Vertheidiger für diesen sensationellen Prozeß sind für das Vorverfahren der Rechtsanwalt Sachs und für die Hauptvers handlung außerdem die Rechtsanwälte Munkel und Dr. F. Friedmann in Aussicht genommen. bridal m g. Ein mysteriöser Vorgang wird uns mitgetheilt, welcher noch die Polizeibehörde eingehend beschäftigen dürfte. In der vergangenen Stacht wurde an der Friedrichsgracht, nahe der Jungfernbrüde ein Mann von einem Zimmermann und einem Schiffer aus dem Waffer gezogen. Da er fich in voll ständig leblosem Bustande befand, wurde er nach der 1. Sanitäts Durapallte bas porn, das Frig bereits vorhin gehört hatte, Aberglauben, wie Du willst. Ich bleibe bei meiner Behauptung Das begreife ich sehr wohl. Die Jäger steden voller wieder das Gebirge. Der arme Segal," sagte Habicht, er durchweint den Wald mit seinen Tönen. Er ist ein so tüchtiger Jäger und Kenner von Hunden und Wildspuren; er vergeht vor Gram, feit der Graf frant ist, weil er nicht mehr jagen fann wie früher. Es ist sein einziger Troft, alle Morgen mit Tagesanbruch auf den Felsen da zu steigen und dort die Lieblingsmelodien des gnädigen Herrn zu blasen. Er bildet fich ein, das könnte zu seiner Genesung beitragen." Ja, da sieben wir und plaudern," unterbrach ibn Fris plöglich, und find in die Erhabenheit dieses Anblicks vers funten, und ich vergeffe ganz zu fragen, wie es dem Grafen geht." Es geht Alles gut," antwortete Habicht, der Graf hat feinen neuen Anfall gehabt." dou on So! Desto besser!" Das haben wir Dir zu danken, Frig." Mir? Wie meinst Du das? Ich habe ihm ja noch gar nichts verschrieben oder verordnet." 56 Ei, was liegt daran? Du warst da, und das genügt." Du scherzest, Pathe; meine Anwesenheit allein tann doch einen Kranten noch nicht heilen." di Deine Gegenwart bringt Glüd!" Frig blidte ihm in die Augen. Der Alte sprach so ernst haft, daß es ihm auffiel. Du bist cin braver Junge, über Dein Haupt hat der Himmel feine Segnungen ausgeschüttet. Dein treues Geficht, Dein freier, offener Blid, Dein freundliches Lächeln, das giebt Deinen Stranten Buversicht, und die Zuversicht ist schon halbe Genesung." Fris lachte. astladdo Du bist ein Schmeichler, Pathe!" " Soll ich Dir beweisen, daß Deine Nähe schon glüd Ich wäre neugierig auf den Beweis." dud Idol bringend ist Wohlan, komm' noch einmal hier an's Fenster." Frip that es. Quod qui " Er zeigte auf eine kleine Anhöhe, zwei Schußweiten vom Schau hinaus, dort unten..." Schloffe entfernt. dasid Siebft Du den Felsblod bort, der fast ganz von Schnee begraben ist, dort zur Linken des Didichts? Fält Dir etwas Daran auf?" red napi adi do msgidnut Das ich nicht wüßte!" Blide weiter umber. Siehst Du etwas?" di etrap Nein!" " An Merkst Du also? Es ist ganz einfach, Deine Nähe bat die Here vertrieben. Alle Jahre regelmäßig beim zweiten fall fab man sie dort. Nachts machte sie ein Feuer und wärmte fich daran. Es ärgerte mich immer, dies anzusehen. Sa, gewiß, Frig," fuhr er eben so ernsthaft fort, Du bist ein Glückskind. Im legten Jahre hatte der gnädige Herr Das Erste nun, was ich heute Morgen begann, war, daß ich immer am folgenden Morgen nach dem ersten Anfall schon auf den Signalthurm ging und umberspähte. Sie ist fort! J den zweiten, dann den dritten und vierten. Deine Gegenmag meine Hand vor die Augen halten, nach links und rechts wart verhindert das; Du hemmst das Ucbel, das ist mir flar spähen in die Ebene, in die Berge Nichts! überall wie der Tag." Nichts! Sie hat Deine Nähe empfunden. Du bist unser Aller Mir nicht, Onkel Habicht; ich finde es im Gegentheil der Freude seines Herzens mit den Armen. in fehr unklar." Man lernt zu jeder Zeit und in jedem Alter, Fris," fuhr" Habicht mit großer Bestimmtheit fort.„ Es giebt auf der Welt Glüdstinder und Unglüdsfinder, davon lasse ich mich nicht abbringen; so zum Beispiel ist dieser Zwerg Toby ein Unglückskind. Jedesmal, wenn er mir beim Weggehen zur Jagd begegnet, pasfirt mir etwas Widerwärtiges, meine Flinte Jagd begegnet, pajfirt mir etwas Widerwärtiges, meine Flinte versagt, oder einer meiner hunde wird getödtet, Gott weiß, was noch. Aber da ich das weiß, so nehme ich mich in Acht, ihm zu begegnen." .. ,, D, Frig, welch' ein Glüd, daß ich Dich geholt habe. Nach all' den gelehrten Professoren, welche hier waren, mochte mein Vorschlag lächerlich flingen, einen ganz jungen unbekannten Arat zu rufen; und nun zeigt sich's, daß mein Vertrauen zu Dir gerechtfertigt war." mir bis " Ich muß gestehen, daß ich mich ein wenig beschämt füble, dahin noch keine Spur bemerkt habe." in Deinen Renntnissen, sondern in Deiner Person." Dein Verdienst liegt diesmal nicht in Deiner Runft und $ 8 al et 1 ge Au ich fir 34 De 10 be Da nu bu D al ein B jet be be bi Re St ate jel th ein to ge la th fto ate ST Бы fd ge bi gr le m to 985 Di L bi De a 31 au fo DE ut ft m Te U Бо r. en ge mei uf ns Ent. me ng ge ge= ees مل ch hr in em en. น nts n K. zuf te, K. be ich ment от ern rer u: ten ufe us ge ach id on Sen en, will mbt er ins Der itel and Ite. em ta Das En ui Den its als ein. Das Ders F. ilt, fte. he no Holl its Wer 81 ng mel ein ebt lbe id 08 mom म nee pas bat n und Den. ich 36 hte tall Пет in ad ein ten 325 ble, bis und wache in Brüderstraße gebracht, woselbst es den angeftrengtesten Bemühungen des Arztes und eines Heilgehilfen gelang, den Bewußtlosen ins Leben zurückzurufen. Er gab an, 34 Jahre alt und der Arbeiter Krause zu sein und Breslauerstraße 9 zu wohnen. K. will den gestrigen Tag über gekneipt haben, wie er aber ins Waffer gekommen, wisse er nicht anzugeben. Der Umstand, daß er seine Uhr, sowie 22 M. baares Geld vermiste, läßt vermuthen, daß er beraubt und dann ins Wasser gestogen worden ist. Krause wurde, nachdem diese Angaben au Papier gebracht worden waren, mittels requirirten Lücke fchen Krantenwagens nach der Charité befördert. g. Anscheinend von ein und denselben Einbrechern find am Sonntag Abend und in der Nacht vom Sonntag zum Montag in der Kur- bezw. Niederwallstraße Einbrüche verübt worden. Im ersteren Falle wurde während der Abwefenheit der Inhaber, die im Hause Kurstraße 9, parterre, belegene.'iche Wohnung mit Geschäftslokal erbrochen und dabei eine Uhr, Ohrringe und eine Sparbüchse mit 10 bis 12 Mart Inhalt gestohlen. Die Diebe hatten es wahrscheinlich nur auf Geld und Werthsachen abgesehen, da die Wäsche burchwühlt und liegen gelassen war. Der zweite Einbruch wurde im Hause Niederwallstraße 37 ausgeführt, woselbst die Diebe vom Hofe aus in die Küche des Restaurants Bum alten Deffazer" eingedrungen waren. Als Beute fielen ihnen ein frisch gekochter Schinken, eine Schüffel mit Sauerfchen Bürsten, eine Rifte Bigarren, ein Beutel Bahlmarken und ein Bund Schlüffel in die Hände. In beiden Fällen fehlt bis jest von den Dieben jede Spur. g. Die Paletotmarder haben auch in diesem Jahre bereits in umfangreichem Maßstabe ihre anziehende Thätigkeit begonnen. Merkwürdiger Weise haben sie die Universität in diesem Jahre noch nicht zu ihren Expeditionen benugt; wenigstens ist bis jetzt ein Diebstahl von dort nicht zur Aneige gelangt. Dagegen find innerhalb weniger Tage in dem Restaurant Bum Franziskaner" nicht weniger als vier Ueberzieher estamotirt worden. Während in den drei ersten Fällen jede Spur des Thäters fehlt, gelang es am Mittwoch Bormittag, den Dieb in flagranti zu erwischen. Derfelbe war, mit einem Sommerüberzieher bekleidet, in das Restaurant gefommen und zog, nachdem er sich restaurirt hatte, einen fremden Winterüberzieher an, um sich in einen für das Publikum hergerichteten Nebenraum zu begeben. Als er nun diesen ver laffen wollte, wurde er vom Kellner festgenommen. Er be heuerte feine Unschuld und gab an, foeben im Begriff ge ftanden zu haben, den irrthümlich angezogenen Winterüber zieher wieder gegen seinen eigenen Ueberzieher umzutauschen. Borläufig wurde der Mann zur nächsten Polizeiwache fiftirt. Möglich ist ja, daß er sich geirrt hatte. 00 N. Ueber ein seltenes Wiedersehen weiß ein Berichtwurde dem bei der Berliner Feuerwehr angestellten Rutscher erstatter das Nachfolgende zu berichten. Vor ca. 3 Jahren Carl Bahlmann auf unaufgeklärte Weise seine Taschenuhr ge stohlen. Alle Nachforschungen nach dem Verbleibe dieser Uhr blieben refultatios. Endlich jest, nachdem sich der Bestohlene schon vollständig in den für ihn recht empfindlichen Verlust gefügt, erhielt er am geftrigen Tage eine Vorladung vor das hieftge Leichenkommissariat und wurde ihm dort zu seinem größten Erstaunen die gestohlene Uhr mit der Frage vorges legt, ob er dieselbe als sein Eigenthum anerkenne. Die Uhr war in dem Anzuge einer vor ca. 14 Tagen im Landwehrtanal angeschwemmten nicht zu rekognoszirenden männlichen Wafferleiche gefunden worden, und wurde man dadurch auf die richtige Spur gelenkt, weil der Name Bahlmann in dem Uhrwert eingravirt war. Liegen im Waffer verrostet und dadurch werthlos geworden. Natürlich war die Uhr durch das N. Ueber eine Blutvergiftung, herbeigeführt durch eine unglüdliche Hühneraugen- Operation, wird uns berichtet. Ein versucht, sich selbst ein kühnerauge zu operiren, fich dabei aber aus Bersehen geschnitten. Herr W. beachtete trog des Schmerzes bie Wunde nicht und versuchte, seinen Geschäften weiter nachzugehen. Kurze Zeit darauf schwoll jedoch der Fuß derart an, und seigte eine jo brandige Entzündung, daß W. ärztliche Hilfe Anspruch nehmen mußte. W. wurde nach der Königlichen Alinit überführt und ihm dort, da die Blutvergiftung bereits au weit vorgeschritten war, der Fuß ampulirt. Troß der forgfältigsten Pflege ist W. vorgestern an den Folgen der Blutvergiftung gestorben. Die Beerdigung des Unglüdlichen soll morgen stattfinden. a. von dem Zivilgericht zur Zahlung der vertraglich stipulirten| Unterwasserstraße Nr. 8 vom Geländer der Uferschälung in Vergütigung, trop der Nichtausführung des Auftrages, verurtheilt werden, und diese Kommissionäre wegen Betruges strafrechtlich nicht verfolgt werden können, weil das Betrugs Erforderniß: Vorspiegelung falscher Thatsachen" fehlt, und die Schädigung des Kommittenten, streng genommen, eine Folge seiner eigenen Unaufmerksamkeit bei dem Abschluß des Kommissionsvertrages ist, so läßt sich gegen das unlautere Treiben der Kommissionäre nur im Verwaltungss wege in der Weise einschreiten, daß ihnen auf Grund des§ 35,3 Der Reichsgewerbe Ordnung( wonach das Geschäft der gewerbsmäßigen Bermittelungsagenten für Immobilienverträge zu untersagen ist, wenn Thatsachen vorliegen, welche die Unzu verlässigkeit des Gewerbebetreibenden in Bezug auf diesen Gewerbebetrieb darthun") der Gewerbebetrieb untersagt wird. In einem vorliegenden Falle hatte fich ein hiesiger Grundftüdskommisionär von einem auswärtigen Grundstücksbefizer schriftlich einen Vermittelungsauftrag behufs Verkaufs des Grundstücks geben lassen. Der darüber ausgestellte Revers, be stehend aus einem lithographirten Formular, in welchem die Spezialien schriftlich eingefügt waren, enthielt die Bestimmung, daß N. N. dem Kommissionär L. den Auftrag ertheilt, einen Käufer gegen eine Provision von 1 Prozent zu beschaffen, und daß dieser Auftrag bis zu einem bestimmten Beitpunkt, gültig" sein solle. Am Schluß enthielt der Revers die Bestimmung, daß für den Fall der anderweitigen Veräußerung des Grundstücks oder der Abstandnahme von der Veräußerung oder für den Fall, daß der Auftrag ungültig wird, dem Kommissionär für seine Mühewaltung eine bestimmte Vergütung, und zwar 60 Mart, gezahlt werde. Die hier hervorgehobene Klausel, die im Revers weder durch ihre Schrift noch durch ihre Stelle auffiel, wurde von dem Komittenten übersehen oder nicht richtig aufgefaßt. Als nun bis zum Ablauf der vertragsmäßigen Beitdauer des Vermittelungsauftrages ein Räufer nicht erschienen war, so verlangte der Kommiffionär trotzdem nach Ablauf des ihm gestellten Termins vom Kommittenten die ftipulirte Vergütung von 60 Mart, da diese mit dem Moment, in welchem der Vermittelungsauftrag( durch Ablauf der fixirten Beitdauer) ungültig wird, fällig würde. Thatsächlich hatte der Kommissionär in der Sache weiter nichts gethan, als daß er den Verlauf des Grundstücks in einer Beitung mit einem Kostenaufwand von 1-2 Mart hatte inferiren laffen. Nichts destoweniger mußte der düpirte Auftraggeber, entsprechend dem Wortlaut des von ihm unterschriebenen Reverses, den Betrag von 60 Mait dem Kommissionär bezahlen. Eine von dem Geschädigten an die Staatsanwaltschaft gerichtete Anzeige wegen Betruges hatte teinen Erfolg. Üm nun solchen Kommiffionären das Handwerk zu legen, ist es erwünscht, daß die in dieser Weise geschädigten Personen ihre Fälle bei der Polizeibehörde zur Anzeige bringen, selbst wenn fie fich von einer strafrechtlichen Verfolgung des Kommissionärs teinen Erfolg versprechen. N. Ein frecher Diebstahl ist im Laufe des geftrigen Tages von einer jener Straßendiebinnen, die fich professionsmäßig auf die Beraubung von Kindern gelegt zu haben scheinen, auf dem Alexanderplatz verübt worden. Während eine Marktbesucherin ihr sechsjähriges Töchterchen mit einem Handkorbe bort in einem Hausflur zurüdgelaffen hatte, trat plöglich eine unbekannte Frauensperson an das Kind heran und nahm dem Kinde unter dem Vorwande, ihm in dem Korb Spielfachen holen zu wollen, den Handkorb ab und ergriff damit die Flucht. Obwohl der Diebstahl kurze Beit darauf von der zurückkehrenden Mutter entdeckt wurde, und sich mehrere Personen an die Verfolgung der Diebin machten, so gelang es doch nicht mehr, dieselbe einzuholen. Belle- Alliance- Theater. Franziska Ellmenreich tritt Morgen zum legten Male als Maria Stuart" auf. Um Beit für die Vorbereitungen der bereits gemeldeten Novitäten zu gewinnen, will die Künstlerin, den Wünschen ihrer zahlreichen Verehrer nachkommend, im Laufe der Woche einige Male als Donna Diana in Mozart's gleichnamigem Luftspiel auftreten. Am Montag findet eine Aufführung des Schauspiels Böse Bungen" von Heinrich Laube statt. Polizeibericht. Am 20. d. Mts. Mittags fiel der Arbeiter Beufert an der Jungfernbrüde von einem Kahn in die Spree, wurde jedoch, ohne Schaden genommen zu haben, aus dem Wasser gezogen. An demselben Tage Nachmittags fiel Der Arbeitsbursche Walter auf der Inselbrücke vom Wagen, wurde dabei überfahren und an beiden Armen so schwer verlegt, daß er nach Anlegung eines Nothverbandes nach der Charitee gebracht werden mußte. An demselben Tage Abends wurde ein unbekannter etwa 40 Jahre alter Mann, welcher am ſtarf betrunken war, auf die Bache des 17. Polizei- Reviers Die Spree, wurde jedoch mit Hilfe einer dargereichten Stange aus dem Waffer gezogen und demnächst nach der Charitee gebracht, weil er inzwischen faft ganz bewußtlos geworden und Der Sprache nicht mächtig war. Um dieselbe Beit fand im Keller des Hauses Alsenstraße Nr. 7 in Folge der Schadhaftig feit des Straßen- Gasrohres eine Gaserplofton statt, durch welche eine bedeutende Beschädigung des Mauerwerks vetur facht und dem im Keller wohnenden Portier durch Bertrümmes rung des Mobiliars ein erheblicher Schaden zugefügt wurde. Der Portier selbst erlitt eine leichte Verlegung am Arm. Gerichts- Zeitung. -y. Eine eigenartige Auflage wegen Sachbeschädigung gelangte gestern vor der fünften Berufungsstraffammer des Landgerichts I zur Verhandlung. Der Buchhändler Seng be faß einen jungen werthvollen Neufundländer, mit dem er am Morgen des 15. Juli eine Reinigungsprozedur vornahm, indem er ihm auf dem Hofe mit Insektenpulver einrieb. Nach dem das Thier wieder freigelassen worden, rannte es erft einige Male wie toll im Hofe umber und dann in die 2 Treppen hoch belegene Wohnung des Herrn Senß hinauf, wo es in die Rüche flüchtete. Hier stand der Laufbursche Emil Schreiber mit Stiefelpugen beschäftigt am Fenster, der Hund sprang zu ihm auf die Fensterbrüstung hinauf und nun soll Schreiber ihm, wie einige Beugen behaupten, einen so starken Stoß verfett haben, daß er zum Fenster hinaus in die Tiefe stürzte. Das Thier erlitt so schwere Verlegungen, daß es fofort ges tödtet werden mußte. Wegen Sachbeschädigung zur Berant wortung gezogen, erzielte Schreiber ein freisprechendes Urtheil, weil dieses seine Behauptung, daß der Hund aus freien Stücken zum Fenster hinausgesprungen, nicht für widerlegt hielt. Der Staatsanwalt legte aber die Berufung ein und die zweltins stanzliche Verhandlung endete mit der Verurtheilung des An geflagten zu 30 Mart event. 6 Tagen Gefängniß, da die Beugen mit pofitiver Bestimmtheit den verhängnisvollen Stoß gesehen haben wollten. -y. Wegen Thierquälerei nnd Beamtenbeleidigung wurde gestern dem Käsehändler Albert Michaelis in der 91. Abtheilung des Schöffengerichts eine Geldstrafe non 25 Maik zudiktirt. Der Angeklagte hatte an einem September- Nach mittage seinen Biehhund auf offener Straße derart mit Fußtritten in die Seite maltraitritt, daß das gepeinigte Thier laut aufbeulte und einige Passanten ergerniß an dieser brutalen Mißhandlung nabmen. Einem Schugmanne, welcher den Angeklagten dieferhalb zur Rede stellte, ertheilte derselbe eine Antwort, die ihm die Anklage wegen Beleidigung zuzog. Im Interesse der Humanität wäre es dringend zu wünschen, wenn Augenzeugen solcher roher Szenen die ihnen daraus erwach senden geringen Umstände nicht scheuten und sofort Anzeige erstatteten, eine gerichtliche Bestrafung der Möbelthäter wird nicht ousbleiben. Arbeiterbewegung, Vereine und Verfammlungen. Der Louisenstädtische Bezirksverein Vorwärts" hielt am Mittwoch, den 19. November, eine Vereinsversammlung ab, in welcher der Reichstagsabgeordnete Herr Singer einen Bor trag über: Die Reform der Miethssteuer" hielt. Die Noth wendigkeit einer Reform der Miethssteuer, so führt Referent aus, ist sogar schon von der in der Stadtverwaltung domini renden Partei anerkannt. Ein vom Referenten gestellter Antrag auf völlige Steuerbefreiung bis zum Miethsbetrage von 300 M. wurde leider abgelehnt. Referent motivirte nun seinen Antrag dahin, daß Miethen bis zu 300 M. mit 2 pCt., von 301-600 M. mit 3 pCt., von 601-900 mit 4 pSt., von 901 bis 1500 M. mit 62 pet., über 1500 m. 8% pet. verfteuert werden. Der Ausfall müßte durch einen Zuschlag zur Gemeinde Einkommensteuer gedeckt werden und zwar so, daß Einkommen bis 900 M. vom Buschlag befreit bleiben, sonst ist die Reform zwecklos, da der kleine Mann dann das an Einkommensteuer mehr zahlt, was thn an Miethssteuer abgenommen würde. Wenn nun der Antrag auch nicht in der Form, mie er gestellt ift, angenommen wird, so wird doch in Etwas Wandlung ge schaffen werden. Die Vertreter der Arbeiterpartei find leider nicht zahlreich genug, um einen Einfluß auszuüben und des. halb ist es Pflicht der arbeitenden Bevölkerung, bei etwaigen Neuwahlen dahin zu wirken, daß möglichst viele Männer aus ihren Kreisen gewählt werden. Zum Schluß machte der Bor figende bekannt, daß die nächste Versammlung am Mittwoch, den 3. Dezember stattfindet, in welcher ein missenschaftlicher VorSinficht gemeingefährliche Gewerbebetrieb einer Reihe von Echwindelgeschäft. Der unlautere und in gewisser Grundstücks- und oppotheken Kommissionären, welcher in neuerer hach der briefigen Bolizeibehörde Anlag geben, durch ein Ein- gebracht, woselbst er nach einigen Stunden plöglich am Schlag- trag gehalten werden wird. Ferner wies derfelbe auf das am schreiten im Berwaltungswege diesem Uebelstande hemmend fluß verstarb. Die Leiche wurde nach dem Obduktionshause geschafft. Um dieselbe Zeit fiel der frühere ftids- Kommissionären, welche durch vertragliche Abmachungen Buchhalter Staudt in der Möckernstraße in Folge der leicht erkennbarer Weise sich Vortheile sichern ohne den über nommenen Auftrag auszuführen oder auch nur hierzu in der Lage zu sein. Da in solchen Fällen nicht die Kommittenten Also, Onkel Habicht, der Graf hat eine gute Nacht ge babt Eine sehr gute!" Run, dann ist auch zu hoffen.", und Frit fonnte jetzt erst den ersteren bei Tage beffer über Sie gingen über den lay wischen Thurm und Schloß, sehen. Seine Wälle waren von bedeutender Höhe. Er verlängerte fich senkrecht die Tiefe hinab bis ins Thal und bildete gleichsam eine Treppe, deren Stufen durch Felsenabhänge gebildet waren, die fich einer über den andern erhoben. In die Tiefe hinabblidend, fühlte fich Frit vom Schwindel ergriffen, so daß er erfchoden von der Plattform zurüdtaumelte. da das ist eine ansehnliche Höhe," bemerkte Habicht; den Gang, der in das Schloß führt. traten in Dieser Felsabhang ist dreihundert Fuß tief." Sie traten in Auf ihrem Wege durch die weitläufigen Korridore kamen fte an einem Saale vorbei, dessen Thür offen stand. Fris blidte binein und gewahrte hoch oben auf einer Doppelleiter ben Zwerg, deffen auffallende Gefichtszüge ihm noch vom vorigen Abend her in Erinnerung waren, und von welchem Habicht gesagt hatte, daß er eine Art Gelehrter sei und die Chroniten des Schloffes und der Familie alle auswendig wisse. Der Saal selbst machte einen großartigen Eindrud; es war bie Bibliothet und das Archiv von Donuil. Der Raum war hoch und nicht sehr bell, mit großen Fenstern in Kreuzbogen form. An den Wänden befanden fich auf langen Brettern aneinandergereiht nicht nur alle Dokumente der Donuil's, fondern auch eine Menge werthvoller, historischer Bücher. Was diefem Saale eine besondere Bedeutung verlich, daß mwaren die Familienbilder, welche eine ganze Seite der Bibliothet einnahmen. Alle Donuil's waren da, Männer und Frauen, Don Donald dem Wolf an bis auf den Grafen Fergus, den jezigen Herrn von der groben Malerei aus den Beiten des Mittelalters bis zu den fünfilerisch ausgeführten Gemälden Der Begtzeit. Die Blide des Arztes wurden besonders durch awei Bilder angezogen. Da war Donald, der erste des Ge schlechts, mit tablem Haupt, der ihn wie ein Wolf aus seinem laufenes Auge, sein langer, rother Bart und seine großen Dbren verlieben seinem Aussehen eine Wildheit, die Furcht einflöken mußte." mehr als fünfhurdert Jahren, gelebt hatte, mit dem jezigen BeFrig erstaunte über die Aehnlichkeit dieses Mannes, der vor fiber. Neben diesem befand sich, wie das Lamm gegen den Wolf, das Bild einer jungen Frau, deren Augen sanft und dabei den linken Unterschenkel. Derselbe wurde mittelst Droschte nach der Charitee gebracht. Bu derfelben Zeit stürzte Der Arbeiter Krause in Folge der Trunkenbeit vor dem Hause mild, aber traurig blidten, die Stirn hoch, die Hände ein Ge betbuch haltend, und über der Brust gekreuzt; volles blondes Haar fiel in breiten Flechten über beide Schultern herab. Dieses Bild interessirte Fris besonders wegen seiner Aehnlichkeit mit Agathe. Keins der anderen Bilder fchien ihm jo reizend, wie diese alte Malerei auf Holz. Neben diesem Frauenbilde hing ein anderes, welches den völligen Gegensatz desselben bildete. Es war eine Frau, welche einen Eisenpanzer über der Brust frug, deren Auge so wild bliste, deren Büge so grausam und hart waren wie die Donald's. Erinnerte jenes Bild an den lauernden Wolf, so stellte Dieses die gereizte Wölfin vor. Diese Bilder find ein Schaß der Familie," erklärte Habicht. unser Graf bringt noch oft Stunden lang hier zu und bes trachtet die Büge seiner Ahnen." Wen stellen diese Bilder vor?" fragte Frig. " Das hier ist Donald der Wolf," erklärte Habicht. " Das habe ich mir gedacht; indessen diese beiden Frauen born ich Dir · Ja, das kann ich Dir nicht sagen, mein Junge, da müffen wir uns an Toby wenden. He! Gnom!" rief er dem mit einem Buche auf der Leiter figenden Zwerge zu ,,, der Herr Doktor fragt nach der Bebeutung dieser Bilder." Der Angeredete warf nur einen halben Blick über die Schulter von der Leiter herab und sagte dann, ohne sich weiter stören zu laffen: " Das find Clothilde und Hedwiga!" Willst Du nicht so freundlich sein und hinzuseßen, wer die beiden Damen waren? Mit dem bloßen Namen ist meinem Bathen nicht gedient." tad, Es sind die beiden Frauen Donalds des Wolfs," antwortete Toby verdrießlich, Clothilde, die mit den blonden Flechten, ward von ihm verstoßen, und Hedwiga folgte ihr. Sie half ihm wacker streiten, persönlich hat fie an seiner Seite gelämpft wie eine Amazone, daher die Rüftung. Nun laßt mich in Ruhe; ich habe eben eine Urkunde gefunden, welche über meine Herkunft Aufschluß giebt." Ha, ha, ha!" lachte Habicht. Du wirst einen wunderlichen Stammbaum haben, Knirps! Lachend nahm er des Doktors Arm und führte ihn hinaus. Frig fonnte die Vorftellungen, welche er in der Bibliothek gewonnen, nicht so leicht wieder los werden. Auffallend war die Aehnlichkeit des Grafen Fergus mit dem ersten Befizer von Donuil, eben so auffallend die Aehnlichkeit Clothilden's mit der Gräfin Agathe, und endlich zerbrach er fich den Kopf 13. Dezember in Baumbachs Kafino, Prinzenstraße 94, ftattfindende Stiftungfest hin und forderte zu recht zahlreichem Besuch auf. Billets sind bei sämmtlichen Borstandsmitgliedern zu haben. Im Arbeiter- Bezirksverein der Friedrichstadt( bei Gratwell) wurde am Donnerstag, da Herr Mitan, der einen Vortrag über die Aufgaben der Arbeiter- Bezirksvereine" auge barüber, wie es möglich sei, daß ein Mann, der eine solche Frau gehabt, wie Clothilde, diesen Engel verstoßen tonnte um einer Wölfin willen. Bon welcher dieser Frauen stammt der Graf ab?" fragte er Habicht. Mein Junge, darum habe ich mich nicht gekümmert, aber warte, Du sollst es gleich wissen." Sie waren bereits auf dem Corridor und hätten in die Bibliothek zurückgehen müssen, um Toby zu fragen. Habicht aber blieb nur stehen und ließ einen durchdringenden Pfiff hören. Nach einigen Minuten jab man Toby den Kopf durch Die Thür steden. Sch fagte ja, daß ich nicht gestört sein wollte," brummte er. Du kannst den ganzen Tag im Bücherstaube umber wühlen. Der Herr Dottor wünscht Dir eine Frage vorzulegen in Bezug auf die Familien- Chronit." Sa," fagte Fris ,,, es interesfirt mich, zu wissen, von welcher Frau Donalds die jetzigen Donuils abftammen?" Von Hedwiga." " Unmöglich! Es waltet offenbar eine Aehnlichkeit ob zwischen Stomtesse Agathe und jener Klothilde." Möglich," versette der Bwerg achselzuckend; ,, tros deffen ist sie ein Nachlomme der Hedwiga. Soll ich Ihnen die Chronit holen? Clothilde blieb finderlos; Hedwiga hatte drei Kinder. Erlauben Sie, ich hole die Chronit." Nicht jest," unterbrach ihn Habicht. Der Herr Doktor bleibt noch lange genug hier, Du fannst ihn später einweihen in die Familiengeschichte; für jest wird Deine Auskunft aus reichen." Eigenthümlich!" murmelte Fris als sie weiter gingen, ,, diese Aehnlichkeit; und doch sind sie nicht einmal verwandt." In Gedanken verfunten folgte er Habicht, der seinen Marsch durch das Labyrinth von Gängen wieder angetreten hatte. Clothildens liebliches Antlig, so hold und mild einfach, und Agathens Büge! Smmer standen die beiden Bilder vor seinem Geiste, als wären sie ein und dasselbe Wesen. Bierzehntes Kapitel Habicht schritt schweigend dem Doktor veraus. Endlich öffnete er eine Thür, fte waren im Vorzimmer des Grafen. Geh hinein, Friß," sagte er. Ich werde Dich nachher abholen, ich habe noch einige Geschäfte zu besorgen." ( Forthegung folgt.) sagt hatte, am Erscheinen verhindert war, vom Vorsitzenden Herrn Pfeiffer ein unter der Ueberschrift: Stand der deutschen Voltsbildung" in der Zeitschrift: Die Neue Zeit. Revue des geistigen und öffentlichen Lebens" ( eft 1. 1883) veröffentlichter Artikel des Pädagogen Eo. Sad vorgelesen. Es wird in diesem Artikel dargelegt, welche Summe von Kenntnissen und Fertigkeiten in einem Volfe, in welchem ein jedes Kind vom 6. bis zum 14. Lebensjahre dem Schulzwange unterworfen ist, ein jedes erwachsene Individuum haben müßte, wenn das Schulwesen überall schon ein wirklich gut eingerichtetes wäre; und dann wird auf Grund der Be richte über die Ergebnisse der Refrutenprüfungen und auf Grund der statistischen Erhebungen über die Schulbildung nachgewiesen, wie wenig bis jegt der allgemeine Schulzwang Dazu gedient hat, die allgemeine Voltsbildung auf ein höheres Niveau zu bringen, und wie viel auf dem Gebiete des Volksschulwesens im deutschen Reiche noch daran fehlt, daß gesagt werden könnte, es werde genügend für die geistige Bildung Aller gesorgt. Mehrere Redner bestätigten und illustrirten das Urtheil des berühmten Pädagogen über unser Volksschulwesen durch Mittheilungen aus ihrer Schulzeit, die fte in Dörfern verlebt. Eine dann vom Vorfizenben eingeleitete Besprechung des Instituts der Sanitätswachen, an welcher die Herren Stadty. Herold, Vogt, Taeterom u. A. sich betheiligten, führte zu dem einstimmig ges faßten Beschluß, daß der Vereinsvorstand eine Petition, betreffend die Einrichtung und Unterhaltung von Sanitätswachen aus Rommunalmitteln, an die Kommunalbehörden richten soll. Die neuen Drts- Krankenkassen betreffend wurde die Er wartung ausgesprochen, daß den Mitgliedern auch bei Ktrantheiten, welche fte selbst verschuldet haben, das Krankengeld werde gewährt werden. Aufruf an alle Buchbinder und verwandten Berufsge noffen! Der im Gesez vom 15. Juni 1883 vorgesehene Termin, der 1. Dezember, von welchem an jeder geweibliche Arbeiter einer gefeßlich anerkannten Kaffe angehören muß, rüdt heran. Wer also bis zum genannten Tage seinen Beitritt zu einer Krankenkasse nicht bewirkt hat, wird ohne Weiteres den Dits resp. Gemeindekrankenkassen überwiesen. Die meisten Arbeiter aller Gewerbe haben sich für freie Hilfskaffen ent schieden, weil bei diesen, gegenüber den Zwangskaffen, das freie Selbstbestimmungsrecht noch voll zur Geltung gelangt. Deshalb richten auch wir an Euch den Appell: Entscheidet Euch für freie Hilfskaffen. Wir laden Euch alle ein, behufs auss führlicher Auseinandersegung in der Versammlung am Sonntag, den 23. November, Vormittags 11 Uhr, Annenstraße 16 bei Sahm zu erscheinen. J. A.: Fr. Freudenreich. Versammlung der Mitglieder der Kranken- und Sterbekasse der Tischler u. s. w., örtliche Verwaltungsstelle Berlin B.( innere Louisenstadt), Sonntag, den 23. November, Vormittags 10 Uhr, in Konrad's Salon, Wafferthorstraße 68. Tagesordnung: Rechnungslegung vom 3. Quartal 1884. 2. Berschiedenes. Das Mitgliedsbuch legitimirt. Zahlreicher Besuch erwünscht. han prive Theater. Unift Königliches Opernhaus: Sonnabend: Keine Vorstellung. Königliches Schauspielhaus: Sonnabend: Die Waise von Lowood. Deutsches Theater: Sonnabend: Der Hüttenbestter. Bellealliance- Theater: Sonnabend: 46. Gastspiel der Königlichen Hofschauspielerin Franzista Ellmenreich. Bum legten Male: Die Provinzialin. Hierauf, zum lesten Male: Die bezähmte Widerspenstige. Anfang 7 Uhr. Menes Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Sonnabend: Gasparone. Walhalla Operetten- Theater: Sonnabend: Gillette. Central- Theater: Alte Jakobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Sonnabend: Auftreten des Fräulein Anna Grünfeld. Bum 29. Male: Der Walzer- König. Gesangspoffe in 4 Atten v. W. Mannstädt, Mufit v. G. Steffens ( Novität!) Refidenz- Theater: Direktion: A. Anno, Blumenstraße 9. Sonnabend: Bum 3. Male: Der Klub, Pariser Lebensbild in 3 Atten von E. Gondinet. dis Oftend- Theater: Für den NO. Berlins ist für Tischler eine neue Bahlstelle zum Unterstüßungsfonds errichtet; diesesbe führt die Nr. 2a, befindet sich Lichtenbergerstr. 17, part., und werden Beisteuern zum Fonds daselbst Montags und Sonnabends von 7 Ubr angenommen. Die Bahlstelle 2, bei Blumberg, Grüner Weg 83, bleibt unverändert bestehen. Daselbst werden zu gleicher Zeit und an denselben Tagen Beifteuern angenommen. Der Fachverein der Nähmaschinenarbeiter veran staltet am Sonnabend, den 22. d. Mts., Abends 8%, Uhr, in Feuerstein's Tunnel, Alte Jakobftr. 75, eine Abend- Unterhaltung für Herren und Damen. Gäste willkommen. Allgem. Stuhlarbeiter- Bereinigung. General- Ver fammlung am Montag den 24. Novbr., Abends 812 Uhr, bet Hildebrandt, Weberstr. 17. Vortrag des Herrn Klösterlein über den Normalarbeitstag. Der Fachberein der Stellmacher hält am Montag, den 24. d. Mts., Abends 8 Uhr, feine regelmäßige Vereins- Verfammlung in Scheffers Lokal, Inselstr. 10, ab. Eine Massen- Versammlung der Berliner Kürschner findet am Sonntag Nachmittag 4 Uhr im Saale der Brauerei Friedrichshain( früher Lips) statt. Tagesordnung: 1. Die Aufgaben einer Lohnkommission; Referent G. Rödel, Vor figender der Lohnkommission der Tischler. 2. Wahl einer Lohnfommission. 3. Gründung einer Unterstügungstaffe. Das Erscheinen eines jeden Kürschners ist Ehrenpflicht. Der Tischler- Berein hält heute keine Versammlung ab, fondern tagt erst am Montag, den 24. d. M., Abends 8, Uhr, in Sanssouci( oberer Saal), woselbst Herr Kögel einen Vortrag über Elektrizität halten wird. Der Vorstand macht hierauf besonders aufmerksam. Zwei große Versammlungen der Tischler finden Sonntag Vormittag, 10 Uhr, statt. Für D. im großen Saale von Keller, Andreasstr. 21. Für W. SW. und S. in Köhlers Salon, Teltowerstr. 38, in dieser Versammlung gelangt die Angelegenheit von Gast und Brock, sowie noch weitere wichtige Sachen zur Verhandlundg, während in der Versammlung bei Keller eine überaus wichtige Tages- Ordnung erledigt werden muß. Die Mitglieder der Zentral- Kranken- und SterbeKasse der Tischler u. f. w, Verwaltungsstelle Frankfurter Thorbezit, versammeln sich Sonntag, den 23. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, im Lokale Gr. Frankfurterstraße 77. 2.- D.: Quartalsberechnung, Wahl eines Beitragssammlers, Arzt- Frage und Verschiedenes. Allen Mitgliedern der Kranken und Begräbnißkaffe des Vereins der Steinnußknopfarbeiter Berlins zur Nachricht, daß die Ausgabe der neuen Quittungsbücher am Sonntag, den 23. d. M., Vormittags von 8 bis 10 Uhr, in der Waßmann firaße 36 bei Scholz, erfolgt. Es ist erforderlich das jedes Mitglied erscheint, da die eigenhändige Namensunterschrift unerläßlich ist. Eine General- Bers mmlung des Fachvereins der Gürtler und Berufsgenossen findet Sonntag den 23. d. M. bei Otto, Adalbertstr. 21, statt mit der Tagesordnung; 1. Vierteljährlicher Kaffenbericht. 2. Wahl des Gesammt Vor standes. 3. Verschiedenes. Statutenbuch legitimitt. Da Wichtigkeit der vorstehenden Tagesordnung wegen wird un zahlreiches Erscheinen gebeten. zahlreiches Erscheinen gebeten. Die Zahlstelle befindet fi nach wie vor Montag Abend bei L. Föllner, Prinzen und Ritterstraßen- Ecke. = General- Versammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der Klavier Arbeiter Sonnabend, ben 22. November, Abends 8%, Uhr, Kommandantenstraße 77-79, Gratweil'sche Bierhallen( unterer Saal). Tages- Ordnung 1. Statutenberathung. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Die Mitglieder werden ersucht, recht pünktlich zu erscheinen, aud das Quittungsbuch mitzubringen.- Sämmtliche Klavierarbeite Berlins, welche sich und ihrer Familie gerecht werden wollen und einer besseren Bukunft entgegensehen möchten, und bis j noch feiner Organisation angehören, werden gebeten, de wichtigen Tagesordnung wegen sich in der Versammlung zeigen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Versäum Niemand die Versammlung und nochmals recht pünktlich 812 Uhr. General Versammlung der Maurer Berlins und Umgegend. Am Sonntag, den 23. Novbr., Vorm. 10 Uh findet im Etablissement Eiskeller", Chauffeeftr. 88, eine Gene ral- Versammlung der Maurer Berlins und Umgegend statt. Tages- Ordnung: Orts- und freie Hilfskaffen und der be vorstehende 1. Dezember." Referent: Regier.- Baumeister Keßler. Arbeiter- Verein des Wahlkreises Charlottenburg Teltow Beestow- Stortow. Sonntag, den 23. November Vormittags 10%, Uhr, in Müller's Salon in Charlottenburg Rosinenstr. 1, General- Versammung. Tages- Ordnung: 1. Vor trag des Herrn Dr. Heymann. 2. Aufnahme neuer Mitglieder 3. Ersagwahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes. C 31 De to ur S ใน fa Ieg : 1 De la be for ba un Set Eine Wander- Versammlung des Fachvereins f Schlosser und Berufsgenossen findet Sonnabend 8 einhalb Uhr in der Norddeutschen Brauerei statt. Tagesordnung: Die Nothwendigkeit des Busammengebens der Arbeitgeber m den Arbeitnehmern. Refer.: Herr F. Gördi. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Diskussion über den Vortrag. 4. Be schiedenes und Fragekasten. Bur Deckung der Unkosten Entre nach Belieben. Woran erkennt man qutes Brod? Gutes Brod darf feinen auffallend fauren oder herben Geschmack haben oder nach verdorbenem Mehle schmecken; es darf leine Mehlklim chen enthalten, nicht wasserrandig, schliffig sein( d. h. nicht klebrig und scheckig aussehende, feste Stellen haben, worin die Blasenräume fehlen) aber auch nicht zu viele große Blafen zeigen; es muß auf seiner Oberfläche gewölbt und oh sein eine weder von der Krume abgesprungene noch verbrannt bitter schmeckende Rinde haben und beim Klopfen auf die untere Fläche einen etwas hellen, nicht dumpfen Ton von f geben. Aufgeschnitten muß es, wenn es noch frisch ist, einen angenehmen, fräftigen Geruch entwickeln. Meinen Freunden und Bekannten erlaube ich mir, meine Cigarren und Tabakhandlung in der früheren Linde( Admiralstraße 40) in empfehlende Erinnerung zu bringen. Alle Arten Rauch-, Kau- und Schnupftabat, echt russische, türkische und ameri tanische Cigaretten in reichster Auswahl. [ 1365 Fritz Goercki, Admiral- Strasse No. 40( frühere Linde). John- Kommiſſion der Schloſſer u. Berufsgenossen. Fachver. d. Stellmacher Die Zahlstellen sind besest: Sonntags von 9-11 Uhr Vorm., Montags von 7-9 Uhr Abends: 1351] 1. Schröder, Uibanstr. 80, v. III. Ede Rottbuserdamm. 2. Marzahn, Bergstr. 59, v. III, 3. Klint, Fürbringerstr. 28,. pt. 4. Birch, Breslauerstr. 13, D. IV. 5. Mille, Naunynftr. 81, v. IV. 6. Marks, Grenzftr. 10, v. IV. 7. Alter, Dieffenbachstr. 11, v. III. 8. Hille, Siralsunderstr. 16 a. Die Lohn- Kommission. J. A.: E. Marzahn, Schriftführer. Sonnabend und folgende Lage: Im Lande der Freiheit. Großes Arbeiter- Verein des Wahlkreiſes CharSensations Ausstellungs- Schauspiel in 9 Bildern von H. v. Gordon. Musik von Th. Franke. Sonnabend: Excelftor. Bittoria- Theater: Conifenstädtisches Theater: Direttion: Josef Firmans. Sonnabend: 85. Besar mt- Saftspiel der Liliputaner. Bum 58. Male: Robert und Bertram. Morgen Abend 7 Uhr: Bum 19. Male: Sneewittchen un Die Zwerge. Montag und folgende Tage Robert und Bertram. Alhambra- Theater. Wallnertheaterstraße 15. Sonnabend und folgende Tage: Die Prinzessin aus Bulgarien. Romantisches Schauspiel in 4 Aufzügen nach dem Französischen. Vor der Vorstellung: Großes Konzert, ausgest hrt von aus 20 Muftlern bestehender Kapelle, unter Leitung des Kapell meisters Herrn Ludwig Claufius. Anfang des Konzerts 7 Uhr, ber Vorstellung 7% Uhr. Stehbierhalle und Restaurant das von MAX KREUTZ Admiralstr. 40. Cottbuserplatz ( Alte Linde.) Reichhaltiger Frühstückstisch, Gutes Bairisch Bier à Glas 10 Pig. Heute Abend: Großes Gänseausschieben. 1244 G. Eodtte, Restaurateur, Manteuffelstr. 67. Allen Freunden und Bekannten, sowie meiner werthen Nachbarschaft die ergebene Anzeige, daß ich die Bäckerei, Schillingstr. No. 3 von Herrn Bauer fäuflich übernommen habe, und bitte Alle, fich von der Güte meiner Badwaaren zu überzeugen, und einen jungen Anfänger gütigst unterstügen zu wollen. 3612 Es zeichnet ganz ergebenst Reinhold Duple. Bäckermeister, Schillingstr. 3. lottenburg- Teltow- Beeskow- Storkow. Sonntag, den 22. November, Vorm. 10% Uhr, in Müller's Ealon in Charlottenburg, Roftnerstr. 1, GeneralVersammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Heymann. 2. Aufnahme neuer Mitglieder.. 3. Ersazwahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes. [ 1358 J. A.: Wilh. Nieder, Schriftf., Krummestr. 24. Sonnabend Abend 81%, Uhr findet in der Norddeutschen Brauerei, Chauffeeftr. 57-58 eine Wanderversammlung des Fachvereins der Schlosser u. Berufsgen. statt. Tages- Ordnung: 1360 1. Die Nothwendigkeit des Zusammengebens der Arbeit geber mit dem Arbeitnehmer. Referent Herr F. Gördi. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Diskussion über den Vortrag. 4. Verschiedenes und Fragekaften. ( Bur Deckung der Unfosten Entree nach Belieben.) Wir betrachten es als Pflicht der Herren Meister wie der Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. General- Versammlung der Mitglieder des Fachvereins der Gürtler und Berufsgenoffen, Sonntag, den 23. November 1884, bei Herrn Otte, Adalbertstr. 21, Vormi tags 10 einhalb Uhr. Tages- Ordnung: 1. Vierteljährlicher Kaffenbericht. 2. Wahl des GesammtVorstandes. 3. Verschiedenes. Statutenbuch legitimirt. Um zahlreiches Erscheinen bittet 1366 Der Vorstand. Der Fachver. d. Nähmaschinenarbeiter veranstaltet am Sonnabend, den 22. b. M., Abends 8 einhalb Uhr, in Feuersteins Tunnel, Alte Jakobstr. 75 eine Abendunterhaltung für Herren und Damen. Gäste willkommen. Mitglieder- Versammlung der Central Kranten- und Sterbekasse der Tischler u. s. w. Dertliche Verwaltungsstelle Berlin B( Innere Louisenstadt) Sonntag, den 23. November, Vormittags 10 Uhr, in Conrads Salon, Wasserthorstraße 68. Tagesordnung: 1. Rechnungslage rom 3. Quartal 1881. 2. Verschiedenes. Das Mitgliedsbuch muß vorgezeigt werden. 1371 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Montag, d. 24. b. M., Abends 8 Uhr, regelmäßige eins- Versammlung in Scheffers Lokal, Inselstr. 10. out rit gie th nic Af Be Da St tar un in Di ga all Un Du in un für DO Der fpr Ber ihn 1867 918 Na un Eff nie mit Der Vorstand But erhaltene Kleider, Muffe und Boa wegen Unglad fall billig zu verkaufen. Bu erfragen Sonnabend und Som tag Nachmittag, Boffenerstr. 17, v. IV bei Frig. 1368 1216 0. Proksch, Schuhmachermftr. empfiehlt sich zur Anfertigung von Herren- und Damenstiefel Stalizerstraße 104 im Keller, in fauberfter Ausführung. Reparaturen schnell und billig Adalbertstr. 80 Kalbfleisch, Bruſt 35, Keule 40 Pf. 185 Cigarren bester Qualität, Rauch, Kau- und Schmu großer Auswahl empfiehlt M. Meyer, Fruchtstraße 36 a im Freischüt Magazin für Herren- Garderoben. Alle Mann zu Fuss. 148 Moritz- Platz 148 empfiehlt e leg. Anzüge von 24-50 Mk. Beinkleider von 5-18 Mk. Paletots von 15-50 Mk. Bestellungen nach Maass Das prompt und billig. Rottbuferstraße Herren- ottbuferftrabe Nr. 1, früher Linde. Nr. 1, KnabenConfections- Geschäft Don 1134 fte rau mir irge Aft ref we Ets nich grö Die trat ben ein bun Leife eben aus Stan war tlein nehr früher Linde. Kla fchie weh Des feft, Zön Spr hina feine teit Tich Die ichne Den nach liche W. J. Wolff, Kottbuserstraße 1, empfiehlt seine reichhaltige Auswahf zur gegenwärtigen Winter Saison: Winter- Paletots von 18 Mark an bis zu den feinsten Badstin- Herren- Anzüge von 33 Marl an bis zu den Sorten. feinsten Sorten. Knaben- Anzüge von 5 Mart, Knaben- Baletots von Raisermäntel c. [ 1186] 5 Mark an. Billigste Quelle. W. J. Wolff, Rottbuserstraße 1( früher Linde). Berantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Sieran eine Belled bift frübe CAREE OP te att be er. g rg OTS et Filt 16 1. nit me # atf Der Die fen im sen 167 腐, 168 54 Beilage zum Mr. 198. Henry Stanley's Rede über Afrika. R. Auf diesen fogen.„ schwarzen" Kontinent richten sich augenblidlich aller Blicke, soll doch die Kongo- Konferenz fich ringehend mit ihm beschäftigen. Einiges Aufsehen erregte somit natürlicher Weise eine Rede des bekannten Afrikareisenden Stanley, welche derfelbe in einer vom deutschen Kolonialver ein veranstalteten Versammlung hielt. Einige Kraftstellen Derfelben wollen wir hier unseren Lesern vorführen. Herr Stanley fagte: Sch fam von meiner Reise durch Afrika nach Europa zurüd. Do, in Marseille, trafen mich Abgesandte des Königs der Belgier, die mich fragten, ob ich zurück wolle nach Afrika. ch? zurüd nach Afrika? Und jetzt, abgespannt, aufgerieben, tootmüde? Nicht um die Welt!" Aber fie famen wieder, und inzwischen hatte ich ein gutes Beefsteat gegeffen, ein Glas Champagner getrunken, war im Theater gewesen, neue Lebenslust, neues Kraftbewußtsein strömte durch meine Adern; da fagte ich, als fte thre Frage wiederholten, ich will mir's überlegen." Herr Stanley schildert nun, wie er zunächst ein Buch über ben schwarzen Kontinent" schrieb, dann England und Deutschland bereifte und schließlich im Jahre 1879 das Anerbieten des Königs der Belgier annahm, also wieder Afrika durchforschte. Im weiteren Verlaufe seines Vortrages bemerkt er bann, daß das Land reich an Gold, Silber, Eisen-, Kupferund Bleiminen, sowie an werthvollen Hölzern aller Art fei. Bum Schluß läßt er fich über das Alima wie folgt aus: Das Klima, das gefürchtete, ist nicht so schlimm, wie man sagt, nur Maß muß man halten im Trinken von Spi rituosen. Ein Gläschen Wein, ein Gläschen Bier, ein Kelch Champagner zum Mittagstisch- wer fich damit zufrieden giebt, der mag zu uns kommen, dem wird das Klima Nichts Thun berr Stanley mag es ganz gut meinen, allein er scheint nicht zu merken, daß es zweierlei ist, ob man als Reisender Afrila besucht oder als Kolonist fich dort niederlaffen will. Bereisen tann man auch den unaesundesten Theil der Erde, Das hält man aus, wenn man den Rathschlägen des Herrn Stanley, mäßig zu sein, in jeder Beziehung folgt. Ebenso fann auch der Kaufmann oder Plantagenbefizer unter einem ungefunden Klima leben, wenn er fich entsprechend einrichtet. Anders der Kolonist. Wer die Mittel besigt, seine Eristenz in der Heimath zu fristen, der wandert nicht nach Afrita aus. Diejenigen aber, welche mittellos fich dorthin begeben, tönnen gar nicht daran denken, ein Glas Champagner zu trinken, am allerwenigsten ist für fte der Rath, mäßig zu trinken, am Blaze. Unter dem tropischen Klima, welches doppelt fühlbar wird Durch Entbehrungen aller Art, geht selbst der robusteste Mensch in furzer Beit zu Grunde. Es ist freilich leicht in einer Versammlung die Buhörer, und namentlich solche, wie ste der Kolonialverein in fich birgt, für Afrila zu enthusiasmiren: es klingt wunderschön, menn Don den mineralischen Reichthümern, von den herrlichen Wäl bern und sonstigen romantisch erscheinenden Einzelheiten ge sprochen wird. Aber rauh ist die Wirklichkeit. Da fist der neue Kolonist in seiner Erdhütte, die außer ihm von noch sehr vielen lebenden Wesen und was für Wesenbewohnt wird. Ungeziefer aller Art laffen ihn Nachts nicht zur Ruhe tommen, Morgens erhebt er sich erfältet und matt vom schlechten Lager, die Früchte, welche er sich zum Effen bereitet, werden bei der primitiven Stocherei nur halb ge= nießbar, der Magen dadurch verdorben, das Fieber ist da und mit ihm tommt die Entkräftung. Das ist Wirklichkeit. Und fte ist nicht gerade verlockend. Wir fönnen es daher nicht über uns gewinnen dieser rauben Wirklichkeit ein glattes Mäntelchen umzuhängen. Es wird uns nicht einfallen die Verdienste des Forschers Stanley irgendwie schmälern zu wollen, aber vorläufig ist das tropische Aftita für unbemittelte Deutsche nicht zu empfehlen. 179300 Der erste Schnee. Von Franzista von Rapff Essenther. Den ganzen Tag war der Himmel grau verbangen ge wesen. Jegt, es ging gegen Abend, hatte sich der scharfe Nordweft gelegt und die Luft füllte sich mit feinen Eisnadeln und Eispünktchen, die fich prickelnd auf die Nase festen, man wußte nicht wie und woher. Nach und nach wurden die Eisfläumchen größer, es wurden richtige Floden daraus, die zögernd durch Die graue Luft taumelten Der erste Schnee! Die Kinder in den Straßen jubelten. Die großen Leute traten an die Fenster und vor die Thüren und betrachteten Den ersten Schnee. Auf den Wagendächern lag er schon wie ein weißer Schleier auf den Trottoirs zerfloß er zu feuchter, Dunkler Näffe. Die Dämmerung fant grau und plöslich herab. Ganz leise und sanft, bei unbewegter Luft schneite es fort. Berliner Volksblatt. Sonnabend, den 22. November 1884. Lokales. h. Wie viel Jammer und Elend die polizeilichen Ausweisungen auf Grund des sogenannten Sozialistengesetzes und ,, kleinen Belagerungszustandes" im Laufe der legten sechs Jahre schon über so manche plöglich ihres Ernährers und Oberhauptes beraubte arme Familie gebracht, wie viel Eristenzen fie zerrüttet und wie viel häusliches Glück fie zerstört haben mögen, wird sich leicht Jeder, mit den Verhältniffen der dabei hauptsächlich in Betracht kommenden Bevölkerungsklaffen nur einigermaßen Vertraute vorstellen können. Doch dringt davon in der Regel über den engeren Kreis der Freunde, Berufsund Gesinnungsgenossen der Unglücklichen nur wenig mehr, als höchstens eine schwache Andeutung hinaus; das große Publikum und besonders die bessere Gesellschaft" erfährt so gut wie Nichts davon. Umsomehr dürfte es daher die Pflicht der unabhängigen, freimüthigen Bresse sein, einzelne, zu ihrer Kenntniß gelangte, derartige traurige Vorkommnisse ihrem LeserTreise mitzutheilen. Ueber einen solchen Fall, der den am 15. v. tts. von hier ausgewiesenen Maurer Conrad, sowie deffen Familie betrifft, und der, obwohl recht betrübender Natur, doch noch bei Weitem nicht zu den traurigsten jener Art gehört, erfahren wir soeben aus zuverlässiger Quelle, daß die hier einstweilen mit den drei, im Alter von 8, 3 und 1%, Jahren stehenden Kindern zurückgelassene Frau des Ausgewiesenen, welche sich seit einigen Monaten abermals in gesegneten Leibesumständen befand, ohne Zweifel in Folge der ihr durch die Trennung von ihrem Manne verursachten Gemüthserschütterungen, Sorgen und größeren Anstrengungen am 7. d. M. von vorzeitigen Geburtswehen überrascht und unter größter Lebensgefahr von einer Frühgeburt entbunden wurde. Hierbei soll der schließlich noch glückliche Verlauf der Entbindung nur einem besonders glücklichen Umstande, sowie der Geschicklichkeit und außerordentlichen Sorgfalt des betreffenden Chirurgen und Oberarztes der Kgl. Charité zu verdanten gewesen sein. Aber noch nicht genug mit dieser einen Sichicfalsprüfung,- es sollten ihrer bald mehr - es sollten ihrer bald mehr werden. Kurze Zeit darauf, als die Mutter noch im Wochenbette lag, erkrankten auch die Kinder, Die jezt der gewohnten sorgsamen mütterlichen Pflege und Aufsicht entbehrten, an den Masern und an Lungenentzündung. Die neue Unglücksbotschaft erreichte den bekümmerten Familienvater an seinem derzeitigen unfreiwilligen Aufenthaltsorte, Halle a. d. S., am 15. d. M Ein von ihm sofort an das biefige Polizeipräsidium gerichtetes Gesuch um einen furzen Urlaub nach Berlin an den häuslichen Heerd der erkrantien Familie wurde von Herrn von Madai mit anzuerkennender Humanität ohne Weiteres bewilligt und schon am Abend des 16. d. M. weilte Herr Conrad wieder inmitten der Seinigen, über deren augenblickliches Befinden wir Näheres noch nicht in Erfahrung bringen konnten. Der gewährte Urlaub soll sich auf etliche Tage erstreden. Anläßlich der angeblichen Aeußerung des Fürften Bismard, bezüglich der vielen verloren gehenden Briefe, daß das Dasein der Briefmarder ein wahres Glück für die Posttassen sei, da sonst kein Mensch einen Brief deflariren würde, wollen wir hier im allgemeinen Interesse mittheilen, in welcher Weise die Briefmarder das Vorhandensein von Briefen zu ermitteln suchen. Vermuthet nämlich ein Briefmarder Papiergeld in dem zu spoliirenden, nicht deklarirten Brief, so durchfucht er den letteren mit einer feinen Nadel, so daß der etwa Darin befindliche Geldschein gleichfalls durchlöchert wird. Hier auf sucht er durch Schütteln und Nüden des Briefes die in demselben befindliche Banknote aus ihrer Lage zu verschieben. Hält der Briefmarder sodann den Brief gegen das Licht, so wird er an der mit der Nadel durchlöcherten Stelle des Briefes den bläulichen Schein der Banknote erkennen und hierauf sich den Brief aneignen. T, Der Schneefall am Donnerstag Abend erzeugte in unseren Straßen eine für Pferde und Führwerksbesitzer höchst gefährliche Glätte. Am Moripplag lagen zu gleicher Beit Drei gestürzte Pferde am Boden, die fich aus eigener Kraft nicht Verspäteten. Ganz langsam schritt er durch die stillen Gaffen Der entfernten Borstadt zu, wo feine Wohnnng lag. Der Schnee lag jegt in leuchtend weißen, unberührten Feldern auf Straßen und Blägen, nur hier und da von dunfeln Wagengeleisen und Fußtritten untei brochen. Der Himmel batte sich gelichtet und der Mond schimmerte durch weißliche Nebel. Die bleiche stille Dämmerung, welche der halb vers hüllte Mond und das matte Schneelicht hervorbrachten, hatte etwas Gespenstisches. der Edmund war still und athmete schwer. Was ihm der erste Schnee zu seinen Füßen da sagte: Weihnachten für seine Rinder- Holz, Kohle, Winterkleider lange, stille Hausabende bei einer bescheidenen Petroleumlampe im Kreise seiner Fas milie und hinter ihm wie eine andere Welt Das fremde, pruntende Hotelzimmer, die schöne Freundin, die ihm zuflüstert, seine Roffer zu packen, ihr zu folgen, ein Künstler sei überall daheim! Es zieht, es lodt ihn, diesem Rufe zu folgen. Und da beschlich ihn doch wieder heimliches Web beim Anblick dieses ersten Schnee's, der ihn an seine Häuslichkeit, seine Familie Er sieht die fröhlichen Gefichter seiner Kinder vor fich: Frig jubelt gewiß über den Schnee; er ist so wild, Schneeball werfen, Schlittschuhlaufen, das find seine Freuden. Und die beiden kleinen Mädchen, fte dachten gewiß an das Christkind. Und wo war indeß ihr Vater? In einem eleganten Restaurant der Radialstraße war eben eine fleine Gesellschaft der Lebewelt, zum großen Theil erinnert. einem Diner aufgeaus Schauspielern bestehend, von ftanden. Eine schöne junge Schauspielerin, die eben im Begriffe war, ein Engagement in. anzutreten, feierte hier ein tleines Abschiedsfest. Man war im Begriff, den Kaffee zu nehmen und plauderte im Flüsterton, weil ein Künstler am Klavier faß und Nocturnen von Chopin spielte. Nur Eine fchien mit ganzer Seele dieser frankhaft füßen, unergründlich webmuthvollen, sehnsüchtigen Musik zu lauschen die beldin des Abends. Der Mann am Klavier hatte den Blick so feft, so ausdrucksvoll auf sie gerichtet, als spräche er in den Zönen etwas ganz Bestimmtes zu ihr. Sprache zu verstehen. Der Mann mochte über die erste Jugend hinaus sein. Aber sein dunkles Auge strömte Leidenschaft aus, eine bleichen, bartlofen Büge waren voll ausdrucksvoller Lebendigfeit und das dunkle, wallende Lodenhaar gab ihm einen jugend lich- romantischen Anstrich. Sie schien die Jept erhob er fich und trat zu dem schönen Weibe. Dieses hatte den Fenstervorhang geöffnet:„ Es schneit. Schneit!" es Wir blidten hinaus. Man sprach von der Eissaison, von Den Wintermoden und Winterstoffen, endlich vom Weihnachtsfeft. Der Mufiler blidte eigenthümlich starr hinaus in das weiß liche Flodengewirbel. Woran denkst Du?" flüsterte die Schöne unruhig. An meine Kinder," sagte er dumpf. bist ein Künstler, Edmund!" Beim Himmel- Du mußt- must frei werden- Du Die Gesellschaft trennte fich spät. Die Damen waren früher gegangen, die Herren hatten noch ein Spielchen gemacht. Auch Edmund, der Muftler, gehörte zu den Legten, den 1. Jahrgang. zu erheben vermochten und so nicht bloß den Pferdebahnver febr, sondern auch den übrigen Wagenverkehr erheblich beein trächtigten. Noch schlimmer sah es an den Holzbrücken cuf dem Dranienplatz und in den älteren Stadttheilen aus. Die in der Mitte fpig in die Höhe gehenden Brücken- Slappen find bei solchem Wetter für beladene Fuhrwerke fast unüberwindliche Hindernisse und die Verkehrsstörungen würden dort fein Ende nehmen, wenn nicht der Berliner ein allezeit hilfsbereiter Mensch wäre. Versagen dem Gaul beim Anfahren auf eine Brücke die Kräfte, flugs find zahlreiche Hände bereit, den Wagen zu schieben; Schußmann und Dienstmann greifen zu, und neben dem herkulischen Bierfahrer, der seine mächtige Schulter gegen die Rückrand des nothleidenden Fuhrwerks stemmt, stellt sich ein zierliches Männchen und drückt ebenfalls so gemaltig gegen den Wagen, als wollte es seine spiße Achsel in denselben hineintreiben. Geht dann der Wagen von der Stelle, so blickt der kleine Herr mit einem so selbstbewußten Geficht xmber, als hätte er das Werk ganz allein vollbracht. Einen eigenthümlichen Anblick gewährten die reitenden Beamten der Pferdebahn, welche gegen 7 Uhr den einzelnen Wagen mit je einem Reserve Pferde entgegenritten. In den Depots hatte man nicht bloß alle disponiblen Pferde, sondern auch eine größere Anzahl fremder Pferde, soviel man in der Eile von ihren Befigern hatte miethen fönnen, eingestellt, und es muß anerkannt werden, daß der Pferdebahn- Betrieb trot des widrigen Wetters ein ziemlich prompter mar. r. Die Salzmaschine wurde am Donnerstag Abend ein neuer, auf einzelnen Pferdebabnstreden in Anwendung ge brachter Apparat nom Berliner Publikum getauft, der zu dem 3wede fonstruirt ist, den Schnee von den Geleisen zu ent fernen. Ein auf den Schienen fahrender Wagen enthält in seinem hinteren Theile eine ziemlich umfangreiche Trommel, in welcher sich eine Reibewert befindet, das mittelft einer Kuibel in Bewegung gefegt wird. Von dem unteren Boden der Trommel führen zmei Röhren dicht hinter je eines der Hinter Räder des Wagens und streuen bier ein in der Trommel zerriebenes, start falzhaltiges Pulver auf die Schienen, welches sofort den darauf liegenden Schnee zum Schmelzen bringt. Wenn der Apparat torreft funttionirt, so fann der Wagen mit der gewöhnlichen Schnelligkeit eines Pferdebahnwagens die Strecke zurücklegen und längs derselben das Pulver ausstreuen. Freilich ging die Sache am Donnerstag nicht so glatt. Die Höhren verstopften sich wiederholt und machten so wiederholt Unterbrechungen der Fahrt nöthig.h -Wie die„ Voff. Zta." aus guter Quelle erfährt, hat die gesammte medizinische Fakultät der hieftgen Universität in einem Schreiben an den Profeffor Schwenninger, auf Grund seiner ihrer aftenmäßig bekannten Münchener Vergangenheit, fich deffen gesellschaftlichen Umgang verbeten. Ein in feiner Art einzig dastehendes Zigarren geschäft befindet sich seit einigen Tagen in dem Laden des Hauses Kochstraße 38. Industrie der Berliner Stadtmission" fteht auf dem großen Firmaschild zu lesen, und diese Bezeich nung wiederholt sich auf allen im Schaufenster qualiegenden Waaren. Ta sieht man Rauch, Kaue und Schnupftabat der Stadtmisfion ausgestellt, Stadtmissions- Bigarren undBigarretten, Tabakspfeifen und Bigarrenspipen 2c. Weiter findet man dort, vermuthlich zur Pflege und Aufbesserung des Patriotismus, Kaiser- Wilhelms, Kronprinz- und Prinz Wilhem- Bigarren, die in Risten mit den Bildnissen der Genannten verpackt find. Dann giebt's auch eine Kanzler- Bigarre mit dem Bilde Bismard's und dem Verslein: Was Deutschland geträumt, gehofft und gedacht, der eiserne Kanzler hat's wahr gemacht." Andere Bigarrensorten tragen Darstellungen der Wacht am Rhein, der Germania 2c. Ein bischen starfer Tabat! a. Ein in der Friedensstraße vor dem Ashl für Obdachlose Posten stehender Schußmann bemerkte am 18. d. M. Abends einen jungen Mann, welcher ein Packet unter dem Arm tragend, die Friedensstraße in der Richtung vom ehem. Frankfurter Thore nach dem LandsbergerPlatz zu ging. Als der Unbekannte des Beamten anfichtig wurde, warf er das Packet von sich und ergriff die Flucht, Blößlich faßte er eine Scheere, trat vor den Spiegel und schnitt sich eine Locke vom Scheitel. Es war geschehen! Und wie er jegt in den Spiegel starrte, als erschräte er vor seinem eigenen bleichen Antlig! Er sab sich nicht mehr allein. Eine Frauengestalt stand hinter ihm, im einfachen Hauskleid, ein freundliches, ein wenig verschlafenes Antlig. Da bist Du ja, Edmund," sagte sie unbefangen. ,, Eure Gesellschaft dauerte lang. Jh legte mich angekleidet auf's Bett und schlief ein bis jetzt Dein Schritt mich weckte." Sie bemerkte jept die abgeschnittene Lode, seufzte ein wenig und fuhr in befümmertem Tone fort: Schon wieder eine Locke, Edmund? Deine Schülerinnen schwärmen für Dich, ich weiß es. Aber behaglich ist Deiner Frau nicht dabei, weißt Du? Diese Locke- fie ist gewiß für die Schauspielerin, zu deren Abschiedsfest Du heute ge laden warst!" Sie schwieg wieder eine Weile, während er abs gewendet dastand und auf das mondbeschienene Schneefeld hinausblickte... Nun will ich Dich doch auf etwas aufmertfam machen. Du hast's vielleicht noch gar nicht bemerkt," fuhr fte noch immer freundlich, aber ernst fort. Sieh einmal Deine Locke an da liegt auch der erste Schnee da find schon graue Haare drin. Nimm ste heraus, bevor Du die Locke verschenfit!" Er war herangetreten und blickte erschrocken auf das kleine, dunkle Haarbüschelchen, durch welches sich einzelne Silberfäden schlängelten. 29 11 Als wollte der einsame Wanderer seinen eigenen Gedanken entfliehen, so rasch schritt er jest weiter. Aber er fonnte ihnen nicht entgehen, Da stand er schon vor seinem Hause. Die Fenster seiner Wohnung waren dunkel, es mochte Alles schlafen. Graue Hoare ich habe graue Haare!" murmelte er. Das war gut für ihn in dieser innerlich wildbewegten Stunde. Er öffnete leise mit seinem Schlüssel, durchschritt sachte ein vom Die Frau fämpfte fichtlich gegen eine aufsteigende Rührung. bleichen Montesdämmer erfülltes Gemach, in dem drei KinderGräme Dich nicht, lieber Mann, das muß ja so kommen wie der erste Schnee draußen lommen mußte. Nun freilich bettchen standen unb der fanfte, regelmäßige Athem der Kinder hörbar wurde. Dann betrat er sein Arbeitszimmer und machte Der Schnee auf Deinen schönen Haaren schmilzt nicht mehr Licht. An Schlaf vermochte er nicht zu denken, so leichtlebig Hübsch und interessant bleibst Du deswegen weg er sonst war. Aber das große Dilemma drängte ihn unmittel doch." Sie blickte ihn eine Weile forschend an. Er hielt seine Locke in der Hand und murmelte nochmals: ,, Graue Haare bar zu einem Entschlusse. Seine schöne Freundin hatte ver morgen früh langt, er solle ihr morgen graue Haare!" eine Locke feines Haares senden, zum Beichen, daß er ihr angehöre, daß er ihr folgen würde. Noch vorhin unten in der Straße- schien es ihm möglich, zu thun, was fie verlangte. Und jest schien ihm das enge, einfache Heim mit seinen Pflichten, seiner stillen Einförs migkeit, seinen brängenden Sorgen so unmittelbar bedrückend, daß er meinte, es nicht mehr erfragen zu können. Er war ein Rünstler, er bedurfte der freien Bewegung, es war Pflicht gegen fich selbst, fich zu befreien. Er schritt im Zimmer auf und nieder, im raftlosen Seelens tampfe. Die Lampe brannte trübe, draußen flimmerte der Mond auf der leuchtend weiß beschneiten Dachfläche, die Nacht war so still und sein Herz so laut. Es muß ein Ende wer Den Die Frau sprach mit stodender Stimme: Das hat weiter nichts auf sich. Wie gesagt, Edmund Doch bedente Gines: Wenn draußen der erste Schnee fällt, so denkt wohl Jeder: Jezt ist es gut zu Hause sein im häus lichen Kreise. Dente auch Du: Der erste Schnee ist da, ich will nun zu Hause bleiben." " Du hast Recht," sagte der Mann leise. Noch zögerte er eine Weile, dann riß er seine Frau an sich und umarmte fie zärtlich. Nimm Du die Locke," sprach er leise, diese Lode mit den grauen Haaren. Und wenn es nöthig werden sollte, so zeige mir dieselbe nur. Doch ich glaube, es wird nicht nöthig sein!" ୩ auf der er entlam. Das weggeworfenene Backet enthielt etwa| 5 Pfd. Liesenfett, welches wohl von einem Schlächterwagen gestohlen worden ist. Da das Fett dem Verderben ausgefest ist, wurde es auf der Revierwache meistbietend vertauft, und der Erlös dafür wurde dem Kriminal- Kommissariat zugesandt, wo ber Eigenthümer ihn erheben fann. g. Durchgänger. Der bei der Konfektions- en gros- Firma B. u. M. am Werderschen Markt angestellt gewesene Raltus lator Heymann hatte sich bedeutender Betrügereien schuldig gemacht und war mit zweien seiner Angehörigen plöglich vers Schwunden, als die Veruntreuungen durch einen Angestellten bes betreffenden Geschäfts zu Tage tamen. Troßdem sofort hinter den Flüchtling ein Stedbrief erlassen wurde, gelang deffen Feftnahme nicht. Vor einigen Tagen ist nun die be schädigte Firma davon benachrichtigt worden, daß Heymann mit seinen beiden Angehörigen nach Amerifa entkommen ist, woselbst er wohl vorläufig von den Früchten seines nicht unbedeutenden Raubes leben wird. Interessant dürfte noch die Bemerkung sein, daß dem Bruder des Flüchtlings, welcher diesem auf seiner Reise nach dem neuen Welttheil begleitete, furz vor der Flucht ein Gewinn in der Hamburger Lotterie aufiel, welchen er bei der Reise nach Amerila via Hamburg bei bem dortigen Rolletteur gleich erheben wollte. Die Haft, mit der der Inhaber des Antheillooses aber dort auftrat, tam dem Rolletteur verdächtig vor und so weigerte er sich, den Gewinn sofort auszuzahlen. Der Bruder Heymanns verließ dann, ohne den Betrag erhoben zu haben, Hamburg, um nach Amerika abzudampfen und dem sicheren Steckbriefe aus dem Wege zu gehen. stand vorgelegten Petition an den Magiftrat wegen Errichtung von städtischen Sanitätswachen, welche folgenden Wortlaut hat: Jn Erwägung der Thatsache, daß unbeschadet der sonstigen Entwidelung unserer Haupts und Residenzstadt auf allen möglichen Gebieten, in sanitärer Hinsicht dieselbe noch im Anfangs stadium ihrer Entwicklung begriffen ist, haben die Mitglieder des Arbeiter- Bezirksvereins vom 15. u. 20. Kommunal- Wahlbezit beschlossen, diese Petition einem Wohllöbl. Magistrat zu unterbreiten: Der Wohllöbl. Magistrat der Kommune Berlin wolle Beschluß faffen, an die Stadtverordneten- Versammlung dortselbst den Antrag zu stellen, die Mittel zur Errichtung einer Anzahl Sanitätswachen in den verschiedensten Stadteiner Anzahl Sanitätswachen in den verschiedensten Stadt gegenden zu gewähren. Bei der Errichtung derselben öffentliche Gebäude, wie Schulen n. f. w. thunlichst zu berücksichti gen, gegebenen Falls auch die jeßigen Armenärzte mit zur Verwendung zu ziehen, namentlich aber die ärztliche Hilfe Verwendung zu ziehen, namentlich aber die ärztliche Hilfe fostenfrei zu gewähren und solche gewährte ärztliche Hilfe nicht als Armenunterstügung anzurechnen. Niederträchtiger Heirathsschwindel. Aus Süddeutschland wird dem ,, B. T. berichtet, daß Bersonen welche fich auf Grund von Heiraths Annoncen, die in verschiedenen Blättern inserirt und zweifelsohne Fortsegungen finden dürften, an eine poft lagernde Adresse in Berlin wandten, hierauf aus Paris Antworten mit vielversprechenden Aussichten auf Erfolg ihrer Wünsche erhalten haben. Die mit der Unterschrift ,, Le Comte, Directeur Général de la Fortune, Paris, Monceaux" versehenen bezüglichen Briefe hatten zunächst den Zweck, den Reflektanten vertrauliche Mittheilungen zu entloden, auf Grund welcher genannter Le Comte" sehr bald mit allerhand Geldheraus lodungen unter Androhung der Veröffentlichung delikater Familien- Angelegenheiten hervortrat. Blieben seine Drohungen ohne Erfolg, so erließ er Postmandate mit offenem Anschluß brieflich ihm anvertrauter Mittheilungen in der Voraussetzung, daß die so angeschwindelten Personen die Einlösung be wirlen würden, um unliebſamen Eflat zu vermeiden. Auf Grund dieses Verfahrens wandte fich unser Gewährsmann mit einer höflichen Anfrage an die Deutsche Botschaft in Paris und erhielt von dieser Stelle folgende, uns im Originale vorliegende Buschrift, welche wir zur Warnung unserer Leser gerne veröffentlichen; fie lautet: ,, Raiserlich Deutsche Botschaft in Frant reich. Paris( Datum) 1884. Bei Rückschluß der Anlagen Shres Gesuches vom 27. d. M. erwidere ich Eurer Wohlgeboren er gebenft, daß das sich unter dem Namen ,, Le Comte, Directeur Général" verbergende Individuum ein bekannter Schwindler tst, bem bereits zahlreiche Deutsche und Nichtdeutsche zum Opfer gefallen find. Der Kaiserliche Botschafter, gez. Hohenlohe. An Herrn p. p. Nr. 2319." H - Noch im legten Augenblid erhielten wir Nachricht von Hamburg, daß das Statut der Bentral Kaffe der Maler und verwandten Berufsgenossen Deutschlands( Eingeschriebene Hilfefaffe) genehmigt ist, und werden obengenannte Berufsgenossen auf diese Versammlung aufmerksam gemacht. Vermischtes. Eine grauenhafte That, eiu dreifacher Mord und ein Selbstmord ist in der Nacht zum 18. b. Wt. in Halbau verübt worden. Die Opfer derselben sind die Frau Gerbermeister Moser, deren Töchter Martha und Emilie, 10 refp. 13 Jahre alt, und endlich der 27jährige Sohn Emil, der Mörder und Selbstmörder. Zwei ältere Schwestern find dem gleichen, ihnen zugedacht gewefenen Schicksal nur dadurch entgangen, daß fie in einer Oberstube des Hauses schliefen, deren Thür sie ver riegelten und dadurch dem Mörder das Eindringen in die Stube unmöglich gemacht hatten. Die schreckliche That ift in Abwesenheit des Gatten und Vaters verübt worden. Der felbe war erst um drei Uhr Morgens von einer nach Breslau unternommenen Geschäftsreise nach Hause zurückgekehrt und hatte sich, ohne Licht zu machen und ohne feine Familie, die er schlafend wähnte, Begründung: Der Verein der Berliner Aerzte ist in richtiger Erfaffung des oben beregten Mißstandes vor einigen Jahren mit Gründung einer Anzahl von Sanitätswachen vorgegangen. Daß damit der erste Schritt zur Beseitigung dieses Misstandes gethan war, dafür liefert der große Wirkungsfreis, welchen diese Sanitätswachen gefunden haben, den besten Beweis. Sind doch in der ersten, in der Brüderstraße gelegenen Sanitätswache im Verlauf der zuletzt verflossenen 10 Monate 628 Fälle zur Behandlung gelommen. Um aber überall da, wo es Noth thut, Hilfe leisten zu können, dazu gehört, daß die Kommune selbst eingreift, durch Gründung von städtischen Sanitätswachen in einer solchen Bahl, daß Jedermann an jedem Orte mit Leichtigkeit ärztliche Hilfe erlangen fann. Bei den jezt eristirenden Privatwachen ist dies insofern nicht möglich, als dieselben viel zu vereinzelt dastehen, abgesehen von dem anderen Mißstand, daß auch die ärztliche Hilfe in diesen Wachen in allen nur möglichen Fällen bezahlt werden muß. Sollen diefe Sanitätswachen aber wirklich segenbringend für die Bevölkerung Berlins wirken, so muß die ärztliche Hilfe toftenfrei gewährt werden, denn der arme Mann wird sich erst lange befinnen müssen, ehe er zum Arzt eilt, weil er mit den Koften rechnen muß und dabei die schönste Beit zum Helfen, namentlich in schnell tödtlich verlaufenden Krankheiten, versäumt. Wie häufig dieser Fall vorkommt, lernt man am besten in den Vierteln unserer Stadt kennen, welche hauptsächlich von Arbeitern bewohnt werden, wo in Häusern 30 bis 40 Kinder eristiren, durch welche Krankheiten, wie Diphteritis, Scharlach, Bräune u. a. m. weitergetragen werden und wo es dem Vater Dann namentlich in der Nacht unmöglich ist, einen Arzt zur Stelle zu bringen, weil ihm die petuniären Mittel fehlen und der Armenarzt in der Nacht nicht zu haben ist. Deshalb ist es für das Wohl der Bürgerschaft Berlins von unbedingter Nothwendigkeit, daß Institute geschaffen werden, wo Jeder mann zu jeder Beit fich ärztliche Hilfe verschaffen kann, ohne durch Beschaffung von Armenattesten gerade die Beit zu ver geuden, welche für das Leben und die Gesundheit der Kranten vielleicht am wichtigsten ist. Die unterzeichneten Betenten hegen die feste Buperficht, daß ein wohllöblicher Magistrat fich diesen Gründen nicht verschließen, vielmehr die betreffenden Anträge an die Stadtverordneten- Versammlung stellen wird.( Folgen Unterschriften des Vorstandes im Namen der Mitglieder.) d. Dem Bericht über die erfolgte Verurtheilung des Konfektionärs Möwes, welcher erst vor faum einem Jabre feine Lehrzeit in dem Konfektionsgeschäft von Julius Levy beendet und seinen Prinzipal in grober Weise betrogen hatte, ist noch nachzutragen, daß der ca. 19 jährige Angeklagte nachweislich 63 Berunteuungen begangen hat. Der Staatsanwalt beantragte 3 Jahre Gefängniß, der Gerichtshof aber reduzirte Die Strafe mit Rücksicht auf die bisherige Unbescholtenheit und den jugendlichen Leichtfinn des M., wie bemerkt, auf 1 Jahr. g. Eine neue Versicherungs- Gesellschaft ist vor Kurzem Dom Minister des Innern für die Provinzen Brandenburg, Bommern, Schleften, Bosen und Westpreußen genehmigt wor den, woselbft fie bisher nicht zugelassen worden war. Es ist bies der Bodwindmühlen- Versicherungs- Verein zu Unrubftadt gegen Umsturz von Mühlen durch Sturm und gegen Be Schädigungen durch nicht zündende Blize"( bisher Verein der Windmühlenbefizer des Kreises Bomst und der angrenzenden Diftritte der Nachbarkreise zur Versicherung gegen FeuerSchaden"). N. Ein abscheuliches Sittlichkeitsverbrechen, dessen nähere Details vorläufig noch in ein mysteriöses Dunkel gehüut find, ist nach den eigenen Angaben des Betroffenen gestern Abend im Thiergarten verübt worden. Der Betroffene ein Arbeiter Karl R. will nach seiner Aussage gestern Abend im Thiergarten von vier Unbekannten Männern angefallen und in hier nicht näher anzugebenden Weise an einer gewissen Körperstelle verstümmelt worden sein. Der Verlegte, der wegen anhaltender Bewußtlosigkeit noch nicht weiter vernommen werden konnte, mußte nach dem städtischen allgemeinen Kranfenhause geschafft werden. Sein Bustand soll ein im höchsten Maße besorgenswerther sein. Die zu flören, in demselben Zimmer zur Ruhe begeben, in welchem die beiden jüngeren Mädchen schliefen. Erst mit dem ange brochenen Tage, als er von der ältesten Tochter geweckt worden war, erhielt er durch den graufigen Anblick der ermordet da liegenden Opfer Kenntniß von dem schauerlichen Verbrechen. Die beiden Mädchen lagen mit durchschnittenem Halse todt im Bett, die in gleicher Weise getödtete tutter lag ebenfalls in ihrem in der Borderstube stehenden Bett und quer über dem felben lag endlich todt der Mörder und Selbstmörder Emil mit angeschnittener Kehle und den Anzeichen einer Vergiftung, denn ein Glas mit Schwefel- Arsenit, wie solcher im Geschäft gebraucht wird, lag neben ihm. Zur Ausführung der Morde hat er fich eines großen Gerbermessers bedient. Der Inhalt Dreier vom 6. Juli datirter vorgefundener Briefe des Mörders, von denen der eine an den Vater, ein zweiter an seinen in Sachsen beim Militär dienenden Bruder und der dritte an eine Dame in Halbau gerichtet ist, laffen keinen Zweifel darüber zu, daß der Sohn Emil fich schon lange mit dem Morogedanfen herumgetragen hat und an der bereits für den 6. Juli geplanten Ausführung nur das durch verhindert worden ist, daß er an diesem Tage mit dem Vater zur Meffe nach Frankfurt a. D. reisen mußte. Er wollie alle seine Angehörigen, bis auf den Vater und den Bruder, dem er dies in dem erst jest nach vollführtem Morde zum Vorschein gekommenen Briefe ausdrücklich schreibt, sowie fich selbst tödten. Was nun die Motive anbelangt, die den Sohn Emil zu der That getrieben haben, so scheint bei Emil Moser die hochgradige Besorgniß fich festgenistet zu haben, daß der Ertrag des Geschäfts zur Unterhaltung der Familie nicht mehr ausreichen werde. Emil arbeitete sehr fleißig im Geschäft seines Vaters, war stets solid und ist seinen Eltern in feiner Weise als roher Mensch entgegengetreten, nut hat er hin und her ausgesprochen: Was soll einmal aus mir werden? Unser Geschäft ist durch die Groß- Industrie und durch die großen Gerbereien nur noch eine Schinderprofeffion." In dem Briefe an den Bruder, den er zum Erben seiner Er sparnisse, die zum Theil in den Spartassen zu Sagan und balbau niedergelegt find, eingefest hat, warnt er auch den felben, zur Gerberei wieder zurückzukehren, da nichts zu vers Dienen jei." Der Mörder ist sehr sparsam gewesen und hat jeden Groschen zusammengehalten, trozdem hat es bei ihm, wie man zu sagen pflegt, in teiner Weise zulangen wollen. Obwohl man Geistesstörungen an ihm nicht wahrgenommen hat, so fann es doch wohl kaum einem Zweifel unterliegen, daß die blutige That das Produft einer Geistesstörung ist, die in übertriebenem Geize ihre Nahrung gefunden haben dürfte. Dem auf das Tiefste gebeugten Vater und den Schwestern wendet sich selbstverständlich das allgemeinste Mitgefühl zu Den meiften bleibt die That geradezu unverständlich, denn Herr Moser lebt in sehr guten und geregelten Verhältniffen und ist Inhaber eines schönen Hauses und guten Geschäftes. Diese Petition, welche in der darüber entsponnenen Disfuffion namentlich von Herrn G. Schulz warm befürwortet wurde, wurde von der Versammlung in der Faffung, wie fie vorlag, einstimmig angenommen. Zum Schluß machte der Vorfizende noch einmal darauf aufmerksam, daß die VereinsVorfigende noch einmal darauf aufmerksam, daß die Vereinsversammlungen regelmäßig alle 14 Tage am Mittwoch in der Urania stattfinden. Schluß der Versammlung 14 Uhr. N. Eine heftige Gaserplosion, die mit einer ziemlich ftarlen Detonation verbunden war, fand in der vergangenen Nacht furz nach 11 Uhr in dem Hause Alsenstraße 7 statt. Schon im Laufe des Tages hatte man in dem Hause, speziell in der Wohnung des Portiers, einen penetranten Gasgeruch wahrgenommen, ohne fich die Entstehung deffelben erklären zu tönnen. Als der Bortier um die angegebene Beit mit einem brennenden Licht das nach der Straße zu belegene Bimmer feiner Wohnung betrat, erfolgte plöglich die Explosion. Fenster des Bimmers wurden durch den Luftdruck herausge fchleudert und zertrümmert, während der Portier selbst zur Erde geschleudert wurde. Die fofort requirirte Feuerwehr hatte, da eine eigentliche Feuersgefahr nicht vorlag, nur mit Aufräumungsarbeiten zu thun. Das Ausströmen des Gases foll dadurch herbeigeführt sein, daß ein an der Erde liegendes Gashauptrohr geplant und das Gas in die Wohnung einge brungen war. Der Bortier scheint außer einigen Brandwunden an den Händen teine ernsteren Berlegungen davon getragen zu haben. Wir erhalten folgende Zuschrift: In der gestrigen Nummer Thres Battes ist ein Aufruf an die Fabritarbeiter enthalten, worin dieselben aufgefordert werden, aus der Allgemeinen Fabritarbeiter- Krankenkasse auszutreten und sich der Bentral- Kranken- und Sterbekaffe der Fabrik und Handarbeiter ( eingeschriebene Hilfskaffe) zu Dresden anzuschließen. Als Mitglied der erstgenannten Kaffe erlaube ich mir nun die Frage zu stellen, weshalb denn die Wortführer und Inhaber von Bahlstellen für die Dresdener Kaffe, die Herren Wernicke, Völdel, Spiller, Holze, Eberhardt 2c. bis heute noch nicht aus der Algemernen Fabritarbeiterkaffe ausgeschieden find? Seit Monaten fordern fte in Versammlungen und in öffentlichen Blättern zu etwas auf, was sie bisher selbst noch nicht einmal zur Ausführung gebracht haben. Zweifeln die Herren vielleicht an der Wahrheit ihrer eigenen Worte? Ferner möchte ich bie Frage aufwerfen, wer die Kur- und Verpflegungskosten zahlt, wenn ein Mitglied der Dresdener Kaffe in die Heilanstalt aufgenommen wird? Der Kurloftensatz beträgt in allen Berliner Krankenhäusern 12 Mart 25 Pf. pro Woche, während die genannte Kaffe in der höchsten Klaffe nur 12 M. gewährt. Hiernach erscheint es mir überhaupt zweifelhaft, daß die Kaffe den Anforderungen des Krankenversicherungsgeseges genügen soll, da die Ortskrankenkaffen bekanntlich außer den Kurloften auch noch die Hälfte des Krankengeldes an die Angehörigen des Erkrankten zahlen müssen. N. Sturz ins Waffer. In die Gefahr zu ertrinken, ge rieth in vergangener Nacht turz vor 11 Uhr ein Arbeiter Hermann Krause in der Unterwasserstraße in der Nähe der angelehnt, dabei aber das Gleichgewicht verloren und topfüber Auf seine Hilferufe eilte der dort itationiste Revierwächter herbei, dem es mit Hilfe anderer Berfonen gelang, den mit dem Wellentode Kämpfenden and Land zu ziehen. Strauſe mußte sofort nach der Sanitätswache in der Brüderstraße geschafft und von dort, wo er fich einiger maßen erholt, nach der Charité überführt werden. Anton Frante, Mitglied der Allgemeinen Fabritarbeiter Kranken- u. Sterbelasse. Bon Seiten der Ortsverwaltungsstelle Berlin, der freien Hilfskaffe der Drechsler und Berufgenoffen Deutschlands findet Montag, den 24. November, Abends 8 Uhr, die erste geschlossene Weitgliederversammlung im Saale des Herrn Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a, ftatt. Tagesordnung: 1. Der neu gegründete Sanitätsverein. 2. Wahl des Ortsvorstandes. 3. Wahl des provisorischen Ausschusses. 4. Regelung der Bahlftellen. Die Bahlstellen befinden sich vorläufig Sonnabends von 7 Uhr ab in folgenden Lokalen. C. Fischerstr. 24 bei Geride, S. Alte Jalobftr. 105 bei Pfeiffer, So. Naunynstr. 78 bei Müller, Wrangelfir. 136 bei Nieselt, Reichenbergerstr. 24 bet Schröder, N. Elsaffer- und Kl. Hamburgerftr.- Ede bei Bolland, SW. Mittenwalderstr. 57 bei Schubert, O. Andreas Straße 44 bei Wirftg, NO. Gollnowstr. und Weinstr.- Ede bei Blamberg. Vor Beginn der Versammlung werden neue Mitglieder aufgenommen. Nichtmitglieder haben teinen Butritt. " Ein junger Arzt in dem englischen Orte Brighton war es müde, seine Besuche den wenigen Patienten, die er und zwar nur in den entlegenen Straßen der Stadt hatte, zu Fuß abzustatten. Er annoncirte deshalb, daß er sorgfältige Studien über das Schnüren gemacht habe; unter seiner speziellen An leitung würde die Handhabung des festen Schnürens für Damen des mittleren Alters das allgemeine Wohlbefinden als für die Körperbildung nur wohlthätig wirken. Mann fährt jest in einem der feinsten Broughams" auf King's Road. Der erid Ber Gin An 9 eröff 1 fich tann Lefer 1. Bei S gege Sin bie Mo wür Sin aus bes Fe bas dam öfter Chinesische Hazardspieler in New- York. Aus New Dort wird geschrieben: Die Söhne des himmlischen Reiches der Mitte zeichnen sich, wenn es gilt, die von den Barbaren der Bereinigten Staaten geschaffenen Geseze zu umgehen, ftets durch besondere Schlauheit aus. So find jezt die Eigenthümer der chinesischen Spielhöllen in Newyork, denen die Polizei in letter Beit das Handwerk gelegt hatte, auf einen wirklich vers blüffenden Plan verfallen, um fich gegen die Eingriffe der Polizei in ihre Geschäfte zu schützen. Der Plan läuft auf bie Gründung und Organifirung einer eigenen Geheimpolizei hin aus, welche die Stewyorker Polizei überwachen und alle Schritte, welche dieselbe gegen die chinesischen Spielhöllen, unternehmen mag, vereiteln soll. In den letzten Tagen fonnte man, wie bortige Blätter berichten, an den Straßeneden und an den Telegraphenstangen der hauptsächlich von Chinesen bewohnten Stadttheile gelbe, mit chenefischen Schriftzeichen bebedte Bettel e: bliden. Diese Bettel enthielten eine Art von Broklamation oder Bekanntmachung, in welcher unseren be zopften Mitbürgern versichert wurde, daß die Spielhäuser wieder eröffnet seien und ohne Gefahr besucht werden tönnten. Darob herrschte großer Jubel in Chinatown. Erhebungen und Nach forschungen, welche verschiedene Berichterstatter anftellten, e gaben, daß die Eigenthümer und Angestellten der chinesischen Spielhäuser eine Versammlung abgehalten und in derselben eine Art von Schußverein gegründet haben. Die Eigenthümer der Spielhöllen in Mott Street, in welchen das Fan- Tan Spiel, das chinesische Faro, hauptsächlich betrieben wird fteuerien 3000 bis 4000 Dollar zusammen, um eine Geſellſchaft Spielhöllen gegen Ueberfälle der Bolizei schügen foll. Erfah dieses Detektivstorps werden. Die Leute sollen gut falari, gebracht werden. Drei Sicherheitswächter sollen am Tage, brei in ber Nacht über jedes Spielhaus wachen. Einer derselben soll in ber Nähe des Spielhauses, der zweite vor der Thüre und der britte im Innern deffelben auf Bosten sein. Diese drei Wächter follen der Polizei verlassen die Spieler das Spielhaus über bas burch Signale mit einander verkehren. Bei dem Herannahe Dach oder durch Neben- und Hinterthüren, während die Spiel apparate in ein schwer zu entdeckendes Versted wandern der Ede von Chatam und Mott Street, sowie an dem Nord Eine große Versammlung des Vereins der Sattler gestellt werden. Der Plan gipfelt in der Einfegung ende von Chinatown sollen besondere Beobachtungsposten auf und Fachgenoffen findet am Sonnabend, den 22. v. Wits., fleinen Abtheilung der geriebensten Chinesen, welche bie e Abends 8%, Uhr, in Bratweil's Bierhallen, Kommandanten heimpolizisten überwachen und, wenn irgend möglich, ausfinden ftiße 77-79 ftatt. T- D.: 1. Vortrag des Herrn W. Lief sollen, ob dieselben irgend etwas gegen die chinesischen Spiel Much im Zentral- Theater muß die übermüthige Ge fangspoffe Der Walzer König" am nächsten Sonntag einem Stade ernfieren Charakters weichen und hat Direktor Ernst bas nie veraltende Gesangsstüd Berlin, wie es weint und lacht" von Ralisch zur einmaligen Aufführung gewählt, in welchem die beliebtesten Mitglieder dieser Bühne hervorragend beschäftigt find. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen.d i anis Der Arbetter- Bezirksverein vom 15. u. 20. Kommunal- Wahlbezirt hielt am Mittwoch Abend in der Urania", Wrangeltr. 9-10 feine ordentliche Versammlung ab, in welcher Dr. Sturm einen von der Versammlung sehr beifällig aufge nommenen Vortrag über Naturheilkunde hielt. Daran schloß als Buntt 2 der Tagesordnung Berathung einer vom Bore Bersammlung des Vereins zur Wahrung der Intereffen der Tischler und Berufsgenossen, am Montag, Intereffen der Tischler und Berufsgenossen, am Montag, Den 24. d. M., Abends 8 einhalb Uhr, Adalbertstr. 21. Tagesordnung: Antrag über einen Rechtsfall und Verschiednes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Verein feiert beut in Baumbach's Rafino, Prinzenstr. 94, fein diesjähriges hiermit eingeladen. Billets find zu haben bei den verren Gundelach, Solmsstr. 12; Stügelmater, Gitschinerstr. 93; Latur, Dranienftr. 203 und Lerche, Fruchtstr. 35. Die außerordentliche Mitgliederversammlung der Möbelpolierer( für Raftenarbeit) findet am Montag, den 24. November, Abends 8 Uhr, Grüner Weg 29, mit folgender 24. November, Abends 8 Uhr, Grüner Weg 29, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Vortrag über Krankenversicherung der Arbeiter. 2. Vorstandswahl und Bericht des Kafftrers. 3. Anträge zur Statutenänderung, Verschiedenes, Fragetaften und Ausgabe der Billets zum Stiftungsfeft. länder. 2. Wahl der Kaffenrevisoren. 3. Verschiedenes. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Eine große öffentliche General Bersammlung der Maler, Vergolder, Lacirer, Porzellanmaler, Glaser und 10 einer höllen im Schilde führen. Diese Leute sollen den Geheim poliziften Gefälligkeiten erweisen, indem sie dieselben auf die Spur von Verbrechern lenken, die etwa in Chinatown veribt werden. Db es den Besten"( so nennen die Gothamiten thre Tagesordnung: Welcher Krankenkasse schließen wir uns an? im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37, ftatt. lischen Reiches in dieser Angelegenheit gewachsen au eigen muß die Zukunft lehren. Verantwortlicher Rebatteur St. Gronheim in Berlin. Druck und Berlag von Mag Bading in Berlinsw. Beuthfirage 2 Ar Abo baß blat mut Eri grö gifd tret wir bem Hö ver Stad 19 me lich nid 217 หน Er bli ich bar ba Re gü un f) S fet ab St 11 ba ba De al tu ge to fo