Nr. 199. Sonntag, 23. November 1884. I. Jahrg. Berliner Volksblall. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Volksblatt" erfcheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 3 Mart, monatlich i Mart, wöchentlich 25 f. Einzelne Nummern 5 Pf. Poftabonnement pro Quartal 3 Mart.( Eingetragen im VIII. Nachtrage der Postzeitungspreisliste unter Nr. 719a.) Insertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Jnferate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berfin SW., Bimmerftraße 44. An die Leser und Freunde des „ Berliner Volksblatt"! Am 1. Dezember wird ein neues Monatsabonnement eröffnet, zu dem wir freundlichst einladen. Um das„ Berliner Volksblatt", welches inhaltlich fich mit jedem anderen Berliner Blatte kühnlich messen tann, auch äußerlich besser zu gestalten und um den Lefern reichlicheren Stoff zu bieten, wird dasselbe vom 1. Dezember an täglich eine Beilage von vier Seiten erhalten. Außerdem soll jeden Sonntag eine illustrirte Beilage gegeben werden, welche ein Familienblatt im besten Sinne des Wortes repräsentiren wird. Dieser bedeutenden Erweiterung des Blattes steht die geringe Abonnementserhöhung von nur 35 Pf. per Ohne diese Abonnementserhöhung würde es unmöglich sein, das Blatt in vorgedachtem Sinne zu vergrößern und einem Arbeiterblatte würdig Monat entgegen. auszustatten. Von verschiedenen Seiten ist diese Vergrößerung des Blattes angeregt worden, damit besonders dent Feuilleton mehr Raum gewährt werde, wodurch das Blatt immer mehr in die Familie Eingang findet; damit ferner auch neben den populären Leitartikeln, öfter wie es bis jetzt geschehen, wissenschaftliche Artikel Plaz finden. Wir geben uns deshalb der Hoffnung hin, daß einmüthig, wie bisher, die Arbeiter hinter ihrem Blatte stehen und dafür eintreten werden, daß sich die Abonnentenzahl noch erheblich vermehren wird. Berlin, Ende November 1884. Die Redaktion und Expedition des ,, Berliner Volksblatt". Herabsehung der Arbeitszeit. Es ist nicht zu verkennen, daß der Gedanke, durch die mentlich ginge so weit, daß man die jungen Leute, die oft kaum das Knabenalter hinter sich hätten, 18 bis 20 Stunden täglich beschäftige. Daß die jungen Leute bei solcher Hantirung förperlich wie geistig verkommen müssen, braucht nicht erst des Näheren nachgewiesen zu werden. Auch für Abschaffung der Sonntagsarbeit wurde lebhaft plaidirt. Einer der an wesenden Kaufleute führte aus, eine Verkürzung der Arbeitszeit am Sonntage liege im Interesse der Prinzipale selbst, allein er bezweifle, daß die Gesetzgebung dazu helfen könne. Nun, wir bezweifeln nicht, daß sie das tann. Man fönnte anführen, auch am Sonntag sei das Bedürfniß nach staatliche Feststellung, resp. Herabſegung der gegenwärtig gewiffen Waaren vorhanden, mit denen man sich nicht üblichen Arbeitszeit der wirthschaftlichen Kalamität unter den arbeitenden Klassen zu begegnen, von Tag zu Tag mehr Anhänger findet. Einen eigentlichen Widerstand findet dieser Gebante nur noch bei den Industriellen, die sich nicht gerne dazu bewegen lassen wollen, durch Herabseßung der Arbeitsseit einige Prozente von ihrem Unternehmergewinn" fahren zu lassen, und dann bei jenem albernen und denkfaulen Philisterthum, das noch bornirt genug ist, um zu glauben, das Streben nach Herabſegung der Arbeitszeit entspringe nur der Faulheit. Für uns besteht kein Zweifel mehr, daß diese wichtige Froge im kommenden Reichstage einer gründlichen und erschöpfenden Erörterung unterzogen werden wird. Die Regierungen werden sich keineswegs mehr der Erkenntniß verschließen können, daß eine staatliche Feststellung der Arbeitszeit unumgänglich nothwendig geworden ist und mit ihr ebenso nothwendig die Einschränkung der Frauen- und Befeitigung der Kinderarbeit, wollen wir uns nicht der Gefahr aussehen, daß binnen kurzer und absehbarer Zeit ein großer Theil unserer Bevölkerung auf dem äußersten Grad von Verkommenheit angelangt sein wird. Die Beschränkung der Arbeitszeit ist eine Kulturforderung im eminentesten Sinne des Wortes und wer sich gegen diese Forderung spreizt, der beweist damit nur, daß er entweder nach den Eingebungen eines traffen Egoismus handelt oder daß er Nicht mit leichtem Herzen haben wir uns zu der Abonnementserhöhung entschlossen, aber wir glauben, seine Beit nicht versteht. daß die Berliner Arbeiter und die Leser des Volksmuthet wird, freudig bringen werden, wenn ihnen als Ersatz mehr geistige Nahrung geboten wird. Aber es regt sich allerwärts und muß als eine höchst erfreuliche Erscheinung bezeichnet werden, daß auch außer halb der industriellen Arbeiterkreise sich eine lebhafte Be wegung für Einschränkung, resp. staatliche Abgrenzung der Daß aber die Redaktion des„ Volksblatt" sich die Arbeitszeit geltend macht. So fand unlängst hier in Berlin größte Mühe geben wird, nicht nur in derselben enereine Versammlung von Handlungsgehilfen statt, in der sich gischen Weise, wie seither, die Arbeiterinteressen zu verso ziemlich sämmtliche Redner für Herabfegung der Arbeitszeit aussprachen. Was besonders zu beachten ist, das ist die treten, sondern auch noch ihre Anstrengungen vermehren Thatsache, daß die in dieser Versammlung anwesenden Prinwird, um das ,, Volksblatt" im Allgemeinen auf die zipale sich gleichfalls für Verkürzung der Arbeitszeit in den dem Drgan für die Interessen der Arbeiter gebührende kaufmännischen Geschäften aussprachen. Man hörte da merks versichern. Redbrud verboten.] 19 Feuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dur. ( Forsegung.) beutung der Lehrlinge in den Kolonialwaarengeschäften nazu machen; er brückte ihm aufs Neue herzlich die Hand. Das Bertrauen schien ihm zurückgekehrt. Jezt erst gewahrte der Doktor Agathe und eine andere Dame, vermuthlich ihre Gouvernante. Beide saßen an der anderen Seite des Bettes im Hintergrunde des Alkovens. Sogleich trat wieder das Bild aus der Bibliothek vor seine Seele. Sie ist es," ſagte er bei sich selbst. Sie ist die erste find die langen Augenlider, der feuchte, matte Blick, das unbeschreiblich trübe Lächeln. Fris ging hinein. Fast zog es ihn in diesem Augenblicke Gemahlin Donalds des Wolfs. Da ist ja die hohe Stirn, da mehr, Agathe zu sehen, als den Grafen, worüber er sich natür lich selbst Vorwürfe machte; aber dem Herzen tann man ja nicht gebieten. Wie erstaunte er, als er im Halbdunkel des fügt und den Arzt mit durchbringenden Blicken betrachtend. Alfovens den Grafen anfrecht figend fand, den Eubogen ge blice verwirrte. ,, Treten Sie näher, Herr Doktor," sagte der Graf mit schwacher, aber doch sicherer Stimme. Er reichte Fris die Hand, bann fubr er fort: Mein braver Habicht hat mir oft von Ihnen erzählt, ich babe schon längst gewünscht, Sie kennen zu lernen." Laffen Sie mich boffen, gnädiger Herr," antwortete Rodenburg, daß die Ehre Ihrer Bekanntschaft mir unter günstigen Umständen erhalten bleibe. Noch ein wenig Geduld und dieser Krankheitsanfall wird zu Ende sein." fühle, daß es mit mir zu Ende geht." " Sprechen Sie nicht so! Ich verhehle mir nicht, und ich " Sie irren. Herr Graf." Nein! Die Natur gewährt allen Kranken als legte Gnade das Vorgefühl des herannabenden Todes." Ich habe noch weit öfter die Erfahrung gemacht," ver fette Rodenburg bestimmt und lächelnd ,,, daß dergleichen Vorahnungen fich nicht bestätigen." Aranten, wenn man einen Zweifel in ihnen erregt gegen das Der Graf blickte ihn eigenthümlich und starr an, wie alle Urtheil, daß fie fich selbst über ihren Zustand gebildet Dieser Zweifel ist ein Hauptmoment für den in diesem Augenblic baben. Acat. Bon seiner Sicherheit hängt die moralische Straft ab, die dem Kranten in den meisten Fällen noch wichtigere Dienste Iciftet, als alle Medikamente. Findet der Kranke in der unsicheren Haltung des Arztes einen Verdacht, so ist Alles verloren. Nieder geschlagen fintt er zurück: die Straft erlabmt, das Uebel ges winnt die Oberhand. Der Doktor Rodenburg ertrug seinen forschenden Blid mit der größten Ruhe. Das schien ihn ficher Diese Gedanken beschäftigten den Arzt, als er über das Beit zu Agathe hinüberfah, während der Graf Fergus sagte: Wenn " 1 immer Tags zuvor versorgen fönne. Gut, dann fann man ja abwechselnd mehrere Geschäfte einen Theil des Sonntags offen halten, so daß wenigstens die anderen geschlossen bleiben. Eine solche Eintheilung ließe sich leicht von der Behörde zweckmäßig durchfühen und da die Geschäfte abzuwechseln hätten, so wäre auch keines bevorzugt. Die Geset gebung fann und muß in diesen Dingen helfen; wenn sie es nicht fann, wer soll es dann fönnen? Bei all diesen Dingen ist ein wichtiger Faktor nicht zu übersehen, nämlich die Kontrole über die Ausführung folcher wirthschaftspolitischen Gesetze. Wenn diese Kontrole nicht mit der größten Strenge und Gewissenhaftigkeit durchgeführt wird, so find die Geseze ganz nuplos. Wir haben in Deutschland z. B. erst die Anfänge einer Fabrikgesetzgebung und dementsprechend ist auch das so wichtige Institut der Fabrik Inspettoren erst in den Anfängen feiner Entwickelung begriffen. Wir können diesen Männern, welche die Ausführung der bezüglichen Bestimmungen der Gewerbeordnung in den Fabriken zu kontroliren haben, feinen persönlichen Vorwurf machen, denn ihre Stellung ist so, daß sie kaum im Stande sind, auch nur die nothdurftigsten Revisionen vorzunehmen. Gewöhnlich haben sie noch ein anderes Amt zu versehen, daß fie viel mehr in Anspruch nimmt, als die Beaufsichtigung der Fabriken, und dann find sie an Zahl zu gering. Sie haben persönsich ein weit ausgedehntes Gebiet zu kontroliren unddazu fehlt es ihnen häufig an Zeit. Diese Uebelstände zu heben, wäre nicht schwer und es scheint denn auch, als ob die Idee des Normalarbeitstages mit unwiderstehlicher Gewalt sich Bahn brechen wolle. Es wird auch gar nicht anders mehr gehen, wenn wir nicht Gefahr laufen wollen, bei einem völligen wirthschaftlichen Ruin angulangen. Je mehr durch die übermäßig lange Arbeitszeit, durch die überwiegende Beschäftigung von Frauen und Kindern Arbeiter brodlos gemacht und die Löhne ges brückt werden, desto mehr sinkt auch die Konsumtionsfähigkeit der Massen. Die Probutte stapeln sich auf und der Rückschlag fällt so auf die Industriellen selbst Was hast Du denn an meinen Wünschen auszuseßen? Sind fte nicht gerecht? Sind Sie nicht natürlich? Soll ich denn einer Freude, eines Troftes beraubt sein, welche auch dem Aermasten, dem Elendeften gewährt sind? Habe ich Deine Ge fühle zerstört? Habe ich Deinem Herzen Gewalt angethan, Dich gezwungen, diefen oder jenen Mann zu wählen?" ,, Nein, mein bester Bater!" 11 Warum wideriepest Du Dich denn meinen Bitten?" Mein Entschluß ist gefaßt, ich fann nicht!" Eine solche unerschütterliche Festigkeit in einem so schwachen Weibe ergriff den Doktor tief. Die Augen des Grafen begannen im Fieberglanz zu leuchten. Friß gab der jungen Dame ein Beichen, ihm mindestens ich sie so sehr und herzlich bitte. Wenn sie mich nur hoffen Hoffnung zu geben, um seine wachsende Aufregung au be ließe, daß fie fich später meinen Wünschen fügen will; ich glaube, dann würden meine Kräfte zunehmen." Er wandte fich an Agathe. Diese schlug die Augen nieder. Agathe, mein theures Kind, wenn Du Dich vermähltest! D! die Aussicht, mich von einer neuen Familie umgeben zu sehen, Entel an mein Herz brüden zu fönnen, mein Geschlecht nach meinem Tode nicht erloschen zu wissen, das würde mich neu beleben." Der weiche Ton des Mannes rührte Fris tief. Agathe sagte tein Wort. Der Graf blickte ihr mit flehendem Blid in's Geficht und fuhr nach wenigen Minuten fort: Agathe, willst Du Deinen Vater nicht glücklich machen Mein Gott, ich verlange nur dies; ich will Dir keine Beit feitseßen, nicht Deine Wahl beschränken; ich will Dich bei Hofe vorstellen, ich will längere Zeit bort mit Dir bleiben. Ehrenhafte und würdige Barthien werden sich Dir in Menge bieten. Wer würde sich nicht glüdlich schäßen, die Hand meiner Tochter zu befizen? Du sollst freie Wahl haben." Er schwieg. Es war Fris sehr peinlich, bei einer Szene gegenwärtig zu sein, welche die innersten Familienangelegenheiten berührte; und unter anderen Umständen hätte ihm die Schicklichkeit geboten, sich zu entfernen, allein hier war er genöthigt, Beuge einer Unterredung zu sein, welche ihn tief erschütterte. Lieber Vater," sagte Agathe, um seinen dringenden bitten auszuweiden, Du wirst genesen. Der Himmel wird Dich uns, die wir Dich so zärtlich lieben, erhalten. Wenn Du wüßteft, wie inbrünstig ich flebe um die Erhaltung Deines Lebens!" Du antwortest nicht auf meine Frage, Du umgehst fte. sänftigen. Sie schien es nicht zu bemerken. Der Graf fuhr mit erstidter Stimme fort: Also Du fannst Deinen Water sterben sehen? Ein Wort von Dir wird genügen, mir das Leben wieder zu geben; ich fühle es. Aber dieses Wort.,. Du spricht es nicht aus!" Geh', geh' fort, Dein Anblick martert mich!" " Er wandte fich an den Arzt und dieser bemerkte, daß er jest bleich und angegriffen aussah. Dottor, baben Sie nicht ein Gift, ein schnellwirkendes Gift, welches wirkt, wie der zerschmetternde Bliz? Wenn Sie wüßten, wie ich leide!" Tiefe Seelenqualen verzerrten seine Gesichtszüge und Todtenbläffe überzog dieselben. Agathe war aufgestanden und hatte sich der Thür ge nähert. Bleib'!" rief der Graf mit beftiger Stimme. ich will meinen Fluch über Dich aussprechen." Bleib', Bis dahin hatte sich Fris zurückgehalten und nicht ge wagt, sich in die Angelegenheit zwischen Vater und Tochter zu mischen; jetzt aber trat er einen Schritt näher. Herr Graf." sagte er, um Ihrer Gesundheit willen und im Namen der Gerechtigkeit beschwöre ich Sie, halten Sie ein. Beruhigen Sie sich, Ihr Leben hängt davon ab!" " Was fümmert mich das Leben? Was geht mich die Bukunft an? Ach, warum babe ich nicht ein Meffer oder ein Gift, um diefem elenden Dasein ein Ende zu machen?!" Seine Heftigteit wuchs von Minute zu Minute. In der Besorgnis, daß dieser Aufregung ein Barorismus folgen merde, flößte der Arzt dem Grafen einige Tropfen Opium ein. Er sant zurüd, einen lang anhaltenden Seufzer ausstoßend zurüd. Es nüßt nichts, wenn wir in allen Welttheilen nach neuen Absatzgebieten suchen und schließlich auch einige finden. Einmal kann doch nur ein Theil unserer industriellen Erzeugnisse exportirt werden und dann ist unsere Produktion ganz naturgemäß auf die Konsumtion im Lande selbst in erster Linie angewiesen. Man wird sich also gar nicht vor zufünftigen Ralamitäten und Krifen anders retten fönnen, als indem man die Arbeitszeit staatlich beschränkt und bezüglich der Frauen- und Kinderarbeit energisch vorgeht. Das Alles liegt so far, daß man eigentlich gar nicht mehr nöthig haben sollte, es erst auseinanderzusetzen. Der Normalarbeitstag wird denen, die ihn bekämpfen, durch unfere wirthschaftlichen Zustände aufgezwungen werden. " Politische Uebersicht. Zum Kapitel der Wahlfreiheit. Wie oft ist schon von uns darauf hingewiesen worden, daß von einer sogenannten freien Wahl unter den heutigen Verhältnissen faum die Hede sein lann; hunderte von Beispielen haben den Beweis hierfür geliefert und ins unzählige ließen sich dieselben vervielfachen. Heute liegt uns wiederum ein eklatanter Fall vor, der aufs Neue Die beutige Wabl frei beit caratteriftet. Sm Wahlfrelse ifhorn- Peine- Gelle" hatten die dortigen Arbetter thren bei ihnen in großer Achtung stehenden Kollegen, berite but then in hung fehenden Solleger, den Bimmermann Friedrich Warnte aus Gelle als Kandidaten zum Reichstag aufgestellt. Warnte arbeitete bereits 38 einhalb Jahre bei einem Arbeitgeber und zwar bei dem Zimmermeister G. in Celle, er stand bei seinem Arbeit geber in großer Achtung und daß er ein solider, tüchtiger Mann in seinem Fache ist, geht aus der langen Thätigkeit bei einem Meister zur Genüge hervor. Nun fam die Wahl, Warnke wird indirekt gewarnt, man legt ihm nahe, daß er, wenn er seine Kandidatur aufrecht erhält, eine Maßregelung zu gewärtigen bat. Warnte trat von seiner Standidatur nicht zurück und die Folge war seine Entlassung aus der Arbeit. Und da hat man heute noch den traurigen Muth von ,, freier" Bahl zu reden! Es liegt ein gewiffer Hohn in solchem Hin weis. Alle benkenden Menschen werden mit uns der Ueber zeugung sein, daß solange eine wirklich freie Wahl nicht vorhanden sein fann, als es noch einzelnen Arbeitgebern möglich ift, irgend einen Druck auf ihre Arbeiter auszuüben. Erst dann wird frei gewählt werden können, wenn feine Abhängig teitsverhältnisse mehr vorhanden sind und dann werden sich auch ganz andere Resultate zeigen. obu | 11 boffen, aus eigenen Kräften ihre Berhält. I gegangen, aber noch nicht vertheilt. Die betreffe der projek Nun, Herr nisse bestens ordnen zu können? firten Linien gegen die vorige Vorlage darin enthaltenen Doktor, die deutschen Arbeiter find längst durch die Thatsachen Aenderungen haben wir bereits mitgetheilt Hervorzuheben ist belehrt, daß es denselben tros allem Hoffen und trop An- zunächst noch, daß die Angelegenheit nicht vom Reichspoftamt, setzung aller eigenen Kräfte noch nicht gelungen ist, ihre Le- sondern vom Reichsamt des Innern ressortiren soll, und daß bendlage auf längere Zeit hin zu verbessern. Der Bauperismus die Verträge mit den Unternehmern dem Bundesrath zur ist in England in einem so hohem Grade vorhanden, wie Genehmigung vorgelegt, dem Reichstag nachträglich faum in einem anderen Lande, und wenn es den Baumwoll- zur Kenntnißnahme mitgetheilt werden sollen. oder Eisenfabrikanten einfällt, ihre Fabriken auf längere Zeit zu schließen, so müffen die englischen Arbeiter, auch wenn fie noch so gut organisirt find, zu Grunde gehen. Wir wollen die übrigen Momente nicht weiter zitiren, aber das muß auch für sich wohl nüglich, aber nicht im Stande find, ihren Mitdem Stupidesten einleuchten, daß die Trades- Unions an und gliedern die Sicherstellung ihrer Existenz zu garantiren. Dieser Gebante hat sich auch bereits in englischen Arbeitertreisen Bahn gebrochen, die legten Kongreffe der Trades- Unions haben hiervon bereits Beugniß abgelegt. Den deutschen Arbeitern find solche Momente nicht entgangen, sie haben sich der Erfenntniß nicht verschloffen und find am allerwenigften geneigt, heute noch den märchenhaften Tiraden des Herrn Dr. Hirsch Glauben zu schenken. Die Kongo- Konferenz hielt am Freitag wieder eine Sigung ab, in der Herr Stanley eine längere Rede hielt, welche sich im Wesentlichen gegen die Ansprüche Portugals richtete. Des Weiteren gab der Reichskanzler eine Des laration des proflamitten Amtsgeimnisses dahin laration des proflamirten Amtsgeimnisses dahin ab, daß er sich vornämlich gegen jede Publikation über die ein zelnen Phasen( périp èties) noch nicht abgeschlossener Berhandlungen erklären möchte. Sei über bestimmte Bunkte erst eine definitive Einigung erzielt, so werde er der Erfte sein, geeignete Mittheilungen in die Deffentlichkeit gelangen zu lassen. Belgien. In Belgien hat der Konflikt, welcher sich zwi schen dem Ministerium und dem Brüffeler Bürgermeister Buls wegen der vom Ministerium eingerichteten Geheim polizei erhoben hatte, mit einer Niederlage des Ministeriums geendigt. Wie ein Privattelegramm meldet, hat das Ministerium in Folge der von dem Bürgermeister getroffenen energischen Maßnahmen das Institut der Geheimpolizei aufgeboben. New- Yort. Cleveland hat einem Berichterstatter der Preffe gegenüber die Gerüchte, wonach die demokratische Re gierung eine Schmälerung der Rechte der Neger herbeiführen würde, für durchaus unbegründet erklärt und hinzugefügt, daß das Recht der Neger, alle Vortheile der Staatsbürger zu ge nießen, nicht beschränkt werden könne, ausgenommen durch eine Aenderung der Verfassung, die absolut unmöglich sei. Parlamentarisches. England. Unter den Auspizien der Brodreformliga soll am 22. November in Humphrey's Hall, Knights bridge, London, eine Brodausstellung eröffnet werden, welche Weizenmehl in den verschiedenen Zuständen, sowie ein ver beffentes Musterbrot, frei von holzigen Fasern und doch die nahrhaften Bestandtheile des Weizenfornes enthaltend, zeigen soll. Der Zweck der Liga ist, die Herstellung eines bessern Brodes zu befördern und aus dem Gewinn der Ausstellung Die Grundverschiedenheiten der englischen und der einen Fonds zu bilden, aus welchem Londoner Schulkinder deutschen Arbeiterpartei sind so orafelt Herr Dr. Mar in den ärmſten Distritten mit Frühstück und Mittagsmahl Hirsch in seinem Gewerkverein niemals so scharf hervorgeniemals so scharf hervorgezeiten zum Preise von 1 Benny versorgt werden sollen. treten, wie gerade jetzt. Die sozialistischen Tendenzen auf dem Sontinent erwarten eine dauernde Abhilfe der Nothstände in den Arbeiterklassen fast ausschließlich von der direkten Unterstützung und von den Maßregeln des Staates. Verstaatlichung aller Versicherungsanstalten, Garantie der Invalidenversorgung und Penfionirung der Arbeiter seitens der Staatstaffen unterscheiden sich im Prinzip sehr wenig von den Projekten des Kollektivismus, der Land und Kapital dem Privateigenthum entziehen möchte. Die englischen Arbeiter hingegen mollen von einer derartigen Einmischung und Fürsorge des Staates zu ihren Gunsten nichts wissen und erwarten Abhilfe aus eigenen vereinten Kräften. Ihr Streben fonzentritt sich auf Erlangung möglichst hoher Löhne, mittelst deren sie dann ohne alle Bevormundung ihre Verhältnisse selbst bestens" ordnen zu können, hoffen," bei gleichzeitigem Wegfall der noch verbliebenen Privilegien der oberen Klaffen. Die Arbeiter wollen nicht blos für franke und alte, sondern auch für gesunde Tage versichert und namentlich gegen Ar beitslosigkeit geschützt sein. Der englische Arbeiter hat die Versicherung gegen Arbeitslosigkeit mit Sülfe seiner Gewertvereine durch Ersparnisse von Millionen bereits ,, praktisch" durchgeführt. Dem Deutschen Arbeiter winkt das " Recht auf Arbeit als Ausfluß der Staatsgewalt. Er verfraut jedoch nicht auf die bestehende, sondern auf eine zukünftige demokratische Staatsgemalt. Hier liegt die Achillesferse unserer inneren deutschen Politit, welche auch die kühne und doch maßvolle äußere Politik zu lähmen droht, sobald die Reichsregierung nicht selbst alle Ordnungsparteien um sich zu vereinen weiß, um einer weiteren Unterwühlung der Selbstver antwortlichkeit und der Eigenthumsordnung vorzubeugen. Wir haben gar keine Ursache, auf alle schwülftige Wendungen dieses Artikels einzugehen; für uns handelt es fich nur um die eigenartigen Ausbrüche der Hirsch'schen Phantafte. Wir können es dem guten Mann ja nicht verargen, wenn er nicht gerade gut auf die deutschen Arbeiter zu sprechen ist; denn er hat sich seit Jahren bemüht, ihnen seine Theorien einzupaulen, und der Erfolg ist der schnödeste Undank. In ganz Deutschland sind bei den Reichstagswahlen im Ganzen 600 Stimmen auf ihn gefallen, auch nicht ein Wahlkreis hatte für den Arbeiterfreund ein Mandat übrig. Armer Dr. Hirsch! Ja, warum nehmen sich die deutschen Arbeiter nicht die englischen zum Vorbild, die nach dem Herrn Hirsch bann versant er bald in einen tiefen, Schlummer. Sein heißer, feuchender Athem schien nach und nach regelmäßiger und rubiger zu werden. Agathe erhob sich, und ihre Gouvernante ging mit ihr hinaus. Habicht und der Doktor sahen, wie die beiden Damen fich langfam entfernten. Eine rubige, erhabene Größe lag in den Bewegungen der jungen Gräfin; man sab in ihr das Bild der Erfüllung schwerster Pflicht, heiligsten Berufes. Welch' wichtige Gründe mußte fie haben, um dem Vater so energisch eine Bitte abzuschlagen, deren Erfüllung fie so leicht hätte zusagen können?! ( Forsetzung folgt.) Berliner Sonntagsplauderet. R. C. Alle Wetter, ich habe Hunger!" seufzt jetzt der Spaß auf dem Dache, er macht ein Geficht, so trübe, wie ein Neichstagsabgeordneter, der seine beschnittene Eisenbahnfahrtarte betrachtet. Es geht den armen Teufeln wirklich schlecht augenblicklich, und es ist ihnen daher nicht verdenken, wenn sie schiefe Ge fichter ziehen. Dort oben auf dem beschneiten Rand des Daches fitzt eine ganze Reihe solcher armer, hungernder nnd frierender Gesellen, fle spähen in den Hof hinab und warten sehnsüchtig, ob nicht ein mitleidiges Dienstmädchen einige Rüchenabfalle wegwerfen wird. Es läßt sich nichts bliden, es ist viel zu falt und zu augig auf dem hof, wer es nicht nöthig hat, hinabzugehen, der bleibt drinnen im warmen Zimmer. Sept redt der Eine, der auf der Erde fist und der Anführer der ganzen Gesellschaft zu sein scheint, den Hals, ein unmuthiges Birpen entschlüpft seiner sonst so lauten Stehle, er fteht eine Familie beim Mittagessen figen, vergebens wartet er, ob es einem der Tafelnden vielleicht einfallen tönnte, die hun gernden Spaßen mit einem Stüdchen Brot zu erfreuen. Kein Mensch denkt daran, die hungrigen zu speisen, un willig puftet der Spaßenvater sein Gefleder auf, ein gurgelnder, ingrimmiger Laut ertönt, die anderen Spaßen nehmen ihn auf, ob gewöhnliche Sperlinge wohl auch auf die Gleichgültigkeit und Nachlässigkeit der Menschen fluchen können? Bu verdenken wäre es ihnen nicht, wenn sie es thäten, denn die Spaßen wiffen ganz genau, daß in jeder Haushaltung täglich ein paar Brodfrumen übrig bleiben. Man fagt den Eperlingen ja viel Schlechtes nach. Es hier in Berlin Beiten gegeben, wo sich die Tagespresse mit Aus zuverlässiger Quelle hören wir, daß die sozialdemokratische Fraktion des Reichstages eine Kommission von 7 Mitgliedern aus ihrer Mitte niedergesezt hat, um einen Entwurf für ein Arbeiter- Schuß- Gesez auszuarbeiten, welches demnächst dem Reichstag zur Beschlußfassung vorgelegt wer ben soll. Wie wir hören, haben die Abgeordneten Blos und Hafenclever auf Beschluß ihrer Fraktion die Reichstagsmandate für Braunschweig und Breslau angenommen, so daß für Greiz und Berlin VI. Nachwahlen nothwendig sind. Der Seniorentonvent des Reichstages, an dessen Ber handlungen als Vertreter der sozialdemokratischen Fraktion der Abg. Hafenclever theilnahm, hat gestern lediglich die Vorschläge für die Belegung der Vorsitzenden und der Stellver treter der Vorfißenden der Abtheilungen festgestellt. Es find designit: 1. Abtheilung, Borfigender v. Schoriemer, Stellvertreter Dr. Bubl; 2. Abtheilung, Vorfigender v. Bernuth, Stellvertreter Dr. Moufang: 3. Abtheilung, Borsigender Ackermann, Stellvertreter Marquardsen; 4. Abtheilung, Vor sisender Windthorst, Stellvertreter Loewe; 5. Abtheilung, Vorfzender v. Bunsen, Stellvertreter Dr. Frege; 6. Abtheilung, Borsigender Ausfeld, Stellvertreter v. Wrisberg; 7. Abtheilung, Borsigender Staelin, Stellvertreter v. Heeremann. Bon den in flerifalen Blättern angekündigten Initiativ anträgen des Sentrums ist der wiederholte Antrag Windthorst wegen Aufhebung des Expatriirunasgefeyes und ein Antrag ( Resolution) wegen Abstellung der Sonntags- und der Frauen und Kinder- Arbeit in Fabriken bereits eingebracht. Angekündigt find noch Anträge wegen Normirung des Arbeitstages und wegen Wiederherstellung der Berufung in Straffachen. Die Dampfer- Subventiosvorlage ist im Reichstag einDie sozial- demokratische Frattion des Reichstags hat den Antrag eingebracht, den Termin, an welchem das Reichs frankenkassengeses in Kraft tritt, vom 1. Dezember 1884 auf den 1. April 1885 zu verlegen. Im Falle dieser Antrag abge lehnt wird, ist der Eventualantrag gestellt worden, daß die Beitrittspflicht der Versicherungspflichtigen bis zum 1. April 1885 hinausgeschoben werde. Ferner hat die Fraktion eine Resolution beantragt, den Reichstanzler zu ersuchen, den Bundes rath zu veranlassen, noch in der laufenden Session Normatio bestimmungen bezüglich des Krankenkassengesezes dem Reichs, tage vorzulegen. Die den Reichstagsmitgliedern eingehändigten neuen Eisen bahnfahrkarten beschränken die freie Fahrt nicht nur auf die Strecke zwischen Berlin und dem Wohnorte des Inhabers, sondern schreiben für dieselbe auch die Einhaltung einer ganz bestimmten Route vor. In den auf der Innenseite des Kartens büchleins abgedruckten Bestimmungen heißt es in Nr. 6: Die Starte berechtigt aur Fahrt auf allen fahrplanmäßigen Bügen, so weit dieselben von der Verwaltung der Bahn und nicht von anderen Unternehmern veranstaltet worden, auf folgenden Streden*** Berlin." Die Germania" bemerkt dazu: Das stimmt. Dem Vorgehen des Bundesrathes kann man das Beugniß nicht absprechen, daß es ein gründliches gewesen ist. Jedenfalls wird es Aufsehen erregende Debatten im Reichs tage zur Folge haben. Der Termin für die Reichstags- Nachwahl in Danzig ist auf Donnerstag, den 4. Dezember, festgesetzt worden. 830 Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. ot Si geg Det DE D ant 3. De er mi get Ko ge S 3 85 te be De G De be li be al श Am fo 2. Sigung vom 22. November, Nach m. 2 Uhr Präsident: Alterspräsident Graf v. Moltke. Tisch der Bundeskommiffäre: bei Beginn der Sigung die Be vollmächtigten v. Marschall, Rindfleisch u. m. a. Der Präs üblichen geschäftlichen Mittheilungen und bringt die Namen fident eröffnete die Sigung um 2 Uhr 20 Minuten mit den der neueingetretenen Mitglieder sowie die Konstituirung der Abtheilungen zur Kenntnis des Hauses. Der Reichskanzler hat dampfschiffe vorgelegt. den Gesezentwurf betreffend die Subventionirung der Poft Das Haus tritt in die Tagesordnung ein: Wahl bes Präsidiums und der Schriftführer. Bunächst erfolgt die Wahl des Präsidenten. Bei derselben wurden 333 Stimmzettel abgegeben, von denen 71 unbeschrieben, also ungiltig find. Von den 262 giltigen Stimmzettel trägt einer den Namen des Abg. Freiherrn v. Maltza bn- ul und 261 ben des Abg. v. Wedell- Biesdorff. Der Legtere ist somit gewählt.( Die Wahl ist nach§ 11 der Geschäftsordnung für Die Dauer von 4 Wochen erfolgt.) Abg. v. Wedell- Biesdorff nimmt die Wahl mit tief gefühltem Dank für die hohe Ebre an, die ihm durch diese Wahl erwiesen. Es verstehe sich von selbst, daß er Alles thun werde, was in feinen Kräften steht, um die Geschäfte des Hauses zu fördern und Gerechtigkeit nach allen Seiten hin zu üben; aber er fei von der Ueberzeugung durchdrungen, wie wenig seine Kräfte ausreichen würden, diese Aufgabe zu er füllen, wenn ihm nicht die Unterſtügung und Nachficht des Hauses zu Theil würde, um die er biermit bitte Nur in dieser Voraussetzung übernehmene er das Präfidium für die Dauer der nächsten vier Wochen.( Lebhafter allseitiger Beifall.) Der Präzdent bestieg hierauf den Präsidentenfis und fuhr fort: Es ist meine erste Pflicht, dem verdienten welt berühmten Manne, der bisher unsere Verhandlungen geleitet, unsern Dank auszusprechen und bitte ich Sie sich zu diesem Bwed von Ihren Bläßen zu erheben.( Geschieht.) ersten und zweiten Bizepräsidenten durch Attlamation vorzu Abg. v. Benda ftellt hierauf den Antrag, die Wahl des nehmen und schlägt für die erste Stelle den Frhrn. zu Fran tenstein( Bentrum) und Hoffmann- Rudolstadt für die zweite Stelle vor. Das Haus tritt diesem Antrage einftimmig dankend an Abg. Dr. Windthorst schlägt vor die Abgg. Eyfoldt' Gif. Kleist Schmenzin, Hermes, Dr. Porsch, Grf. Adel mann, Prinz Carolath, Dr. Meyer- Sena und Wid mann durch Afflamation zu Schriftführern zu wählen, und das Haus beschließt demgemäß. Die genannten Abgeordneten nehmen sämmtlich die Wahl an. Der Präsident ernennt zu Quästoren die Abag. Kochhann ( Ahrweiler) und France und beide Abgeordneten nehmen Die Wahl an, womit das Bureau tonftituirt ist. Hierauf nahm der Abg. Hasenclever zur Geschäfte „ pro und contra Sperling" beschäftigte, einzelne Beitungen Leipziger- Blages. Das Pflaster ist glatt, und wer einmal ins ließen sich Beugniffe aus allen Gegenden des deutschen Vater landes einsenden, ob der Spaß lieber Raupen oder Weintrauben und Kirschen frißt. Wir haben immer geglaubt, daß der Sperling beffer ist als sein Ruf, soviel ist sicher, heute würde er alles Mögliche zu sich nehmen, wenn er nur etwas hätte. Droschken merken. Rutschen gerathen ist, der rutscht sehr leicht auch mal durch. würde man das am Ersten an der Veränderung unserer Wenn man auch sonst nicht wüßte, daß Winter ist, so Jezt stehen die alten Rumpelfaften träumerisch in den Remisen, der Roffelenker hat dafür den stolzen Schlitten hervorgezogen, und mit luftigem Schellen Sein stummer Appell an die Herzen der Menschen spricht gellingel geht es jept durch die Straßen, man sollte meinen, daß man in eine ruffische Einöde versest wäre. Tigerdeden wenn auch nicht von ganz waschechten Tigern, so doch von recht haltbarem Plüsch- zieten die Gefährte, und der beredter als alles Andere, und der Spaß hat wirklich kein so schlechtes Herz, wie man gewöhnlich glaubt, er beklagt sich nicht über den fremden Zuzug, der ihm das bischen Nahrung, welches er vielleicht noch unter der Schneedede hervortragt, noch vor Droschlenkutscher, der seinen 1 Rilo schweren Hut jest mit dem Schnabel wegzuhaschen droht. Da fommen die Haubenlerchen, Buchfinten und Grünlinge aus ihren Sommerwohnungen, weil's da draußen auch nichts mehr zu beißen und zu brechen giebt, und man muß wirklich sagen, der Spaß ist trog seiner weltstädtischen Großmäuligkeit doch ein echter Gentleman, denn es soll erst noch nachgewiesen werden, ob er mit seinen auswärtigen Kollegen angefangen hätte. Nein, er einer ungebeuren Belzmüße vertauscht hat, thront stolz wie ein schickter fahren fann, wie die Führer mancher Beitung Expeditions- Wagen. das Eis gebrochen, das nun schon so lange auf dem Patlas Troß des Frostes, der augenblicklich herrscht, ist endlich an einem Droschkenhalteplatz jemals ernstliche Streitigkeiten ment Deutschlands lastete. Alle die fremden Gäste weilen in unseren Mauern; ach, wer doch wissen könnte, wie viel un theilt vielmehr Alles redlich, was er findet, mögen die Hafer gesprochene Jungfernreden jetzt noch im verschloffenen Busen förner nun aus dem Futtereimer des Droschkengaules oder wo anders her stammen. Daher scheue man die kleine Mühe nicht, man gebe auch mit herumgetragen werden! Wie mögen fie den Befiger brüden; mit welch' getheilten Gefühlen, mit welchem Bangen und welchem Stolz mögen die Glücklichen wohl dem Augen dem Spaße, was des Spaßes ist, und Jeder, der da weiß, blid entgegensehen, wo ihre verhaltene Weisheit nicht mehr daß Hunger weh thut, wird es auch an dem nöthigen Mitleid gedämmt werden kann, und der entfesselte Strom ihrer Rebe aber auch den Menschen ist sie nicht gerade segensreich. Dem geftrengen Hauswirth ist sie unangenehm, weil er Sand und Asche streuen muß, und wenn auch nicht jeder von ihnen nach dem Refrain des bekannten Koupletverses: Den Vögeln geht es schlecht bei der hohen Schneebecke, auch das Lampenfieber" kriegen Tann? Wir wissen es nicht, und froß der Erwägung aller in dieses Gebiet einschlagen den Gründe wagen wir doch nicht, ein endgiltiges Urtheil Das bischen Asche tönnen wir sparen, Wer purzeln soll, der purzelt doch!" handelt, so giebt es doch eine so große Anzahl dieser menschenfreundlichen Herren, daß man getrost sagen tann, die Residenz abzugeben. Wer weiß, was fogenannter Treppenwiz" ist? Es foll vorgekommen sein und auch wohl noch vorkommen, daß e einem Redner paffiren lann, daß ihm nach Beendigung seiner Rede einfällt, er habe die Hauptsache ganz und gar vergeffen steht jetzt unter dem Beichen der Arm- und Beinbrüche. Troß hatte, war ihm augenblicklich gänzlich entschwunden! Graus, und Alles das Schöne und Gute, was er sonst noch in Petto des glatten und gefährlichen Pflasters liebt aber doch so im Reich", und der grollend und schmollend auf die Trauben Mancher das vielgeschmähte Berlin, Mancher wäre gerade jegt sich doch auch ein Wenig von dem Glanz des Ruhmes thres so herzlich gern hier wieder eingezogen, der nun draußen fist vielgeliebten Ehegatten bestrahlen laffen will, und der geftrenge schimpft, weil sie so sauer find. Dich seh' ich wieder, mein wenigstens, daß es manchem der Herren nicht so geht, wie wei Tirol", fingt mit mürrischem Baß der durchgefallene, nicht land gewiffen Spießbürgern, die sich die Köpfe fragten und be wiedergewählte deutsch- freifinnige Kandidat, und vor seinem Geist erhebt sich ein gewisses Gebäude in der Nähe des mal viel flüger, als wenn man hinaufgeht." theuerten: Wenn man vom Rathhause tommt, ist man mand SARES FO I ordnung das Wort und beantragte, noch in der heutigen Sigung den Antrag des Abg. Kayfer auf Siffrung des gegen den Abg. Seine( So.) beim Reichsgericht schwebenden Strafverfahrens auf die Tagesordnung zu fezen. Dem widersprach der Abg. Malzahn- Gülz.( Laute Dhorufe.) Da die Entscheidung beim Reichsgericht schon nächsten Donnerstag stattfindet und die nächste Reichstagsgung erst an demfelben Tage abgehalten werden follte, wurde der Bes fchluß nach längerer Debatte gefaßt, die nächste Sigung auf Mittwoch 12 Uhr festzustellen. Tages- Ordnung: 1. Antrag Kayfer 2. Antrag ausfeld wegen Gewährung von Diäten nnd Reisekosten an die Mitglieder des Reichstages. 3. Antrag Mundel bezüglich der Abänderung des Gerichtsverfassungsgesezes 2c.- Ein Vorschlag des Präsidenten, die erste Berathung des Etats auf die Tagesordnung zu segen, wird von der Linken und dem Bentrum abgelehnt. Die Factommiffionen werden wie bisher in der Zwischen zeit tonftituirt werden, mit Ausnahme der WahlprüfungsKommission, die auf Antrag des Abg. Enfoldt noch ausgefegt wird, der eine Verstärkung derselben in Aulicht nimmt. Ein Antrag des Abg. Kayser, die abl schoz icht vor: zunehmen und an Stelle der bisherigen 14 Mitglieder 21 Mitglieder in diefelbe zu wählen, wird abgelehnt. Schluß der Sigung 4% Uhr. aug ch aldas sd12 Gerichts- Zeitung. Wegen Beleidigung der städtischen Armenverwaltung resp. der Mitglieder derselben durch üble Nachrede hatte fich beute der Schuhmachermeister Julius Grünwald vor der 88ften Abtheilung des hiesigen Schöffengerichts zu verantworten. Sn den ersten Tagen des Mai cr. ließ sich der Angeklagte im Schoberschen Schanflotale in ein Gespräch über die Leistungen der städtischen Armenverwaltung ein und stellte im Verlaufe Derselben die Behauptung auf, daß nur diejenigen, deren weib liche Angehörigen fich den qu. Herren gefällig erwiesen, eine besondere Berücksichtigung erführen und besser bedacht werden als alle Anderen. Mit Hüdsicht auf die Angetrifenheit des Angeklagten verurtheilte ihn der Gerichtshof mir zu einer Geldstrafe, die er aber auf 100 Mart bemaß und derfelben für den Unvermögensfall 10 Tage Gefängniß substituirte. & tat Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. R Die Schneider, Kürschner, Posamentiere, Schirm und Handschuhmacher werden darauf aufmerksam gemacht, daß am Montag, den 24. November cr., Abents 8%, Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Salob Straße 37 eine große Bersammlung stattfindet, in welcher der Reichstagsabgeordnete Hutmacher A. Heine einen Vortrag über das Krantenfaffengefes halten wird. Außerdem wird Herr Sefchonned über den neu gegründeten Sanitätsverein der freien Hilfslaffen referiren. Gleichzeitig bemerlen wir, daß das Bureau des Krantenunterflüßungsbundes der Schneider und Berufsgenossen( E..) fich Mauer Straße 86 im Restaurant befindet, Aufnahme nezer Mitglieder ist bei den Herren Lubas, Sebastianstr. 41; Boche, Annenftraße 11 IV; Edelt, Jannowigbrüde 1 II; Jesdonned, Wein meisterstraße 1a. III und im Bureau, welches von 8 Uhr Morgens bis 12 Uhr Mittags und bis zum 1. Dezember auch Rachmittags von 2 bis 6 Uhr geöffnet ist, mit Ausnahme Dienstag den 25. November, wo dasselbe um 12 Uhr Mittags gefchloffen wird. Tischlerberein. Rottbuserstraße 4 a, Abends 8 Uhr, Vortrag des Herrn Kögel. Auf Veranlassung des Berliner Vereins für harmonische Lebensweise( Vegetarier- Vereins) spricht am Diens tag den 25. d. Mis., Abends 8 Uhr, im Reſtaurant Feuerstein, Alte Jakobstr. 75, Herr Guttzeit über die Vertheidigung des konsequenten Humanismus gegen Ed. v. Hartmann. Nach dem Vortrage Diskussion. Butritt steht Sedem frei. Eine Versammlung der Tischler für ND findet am Montag. Abends 8 Uhr, in Gollés Salon, Linienstr. 30, statt. In derselben wird Herr Roedel einen Vortrag halten, und demnach die Wahl von Bertrauensleuten für ND. stattfinden, Der Verein Berliner Hausdiener" hält am Montag, den 24. November, Abends 9 Uhr, im Lokal des Herrn Jordan, Neue Grünstr. 28, eine Versammlung ab. Gäste willkommen. Versammlung des Fachvereins der Schmiede Montag Den 24. November, Abends 8 einhalb Uhr in den Gratweil schen Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79. Tagesordnung: schen Bierhallen, Stommandantenstr. 77-79. Tagesordnung: Vor der Vortrag des Herrn Dr. Baded über Darwinismus. Bersammlung findet Kommissionssigung statt. can Tageslifte der Königl. sächsischen Landeslotterie. Des sächsischen Bußtages wegen fiel die Biehung am Freitag aus. Biehung vom Sonnabend, den 22. November. ( Ohne Gewähr!) 410 29 434 206 131 931( 300) 796( 5000) 60( 3000) 180( 300) 650 63( 500) 500( 1000) 957 21 652 637 953( 300) 132 321( 3000) 907 651 951( 1000) 513. 1359 554 968 169 218 211 442( 1000) 366 78 171 929 796 703 93 428 707 930 9 760 97 557 810 940 342( 500). 2763 182 155 814 285 462( 500) 769 257 417 493 535 97 89( 300) 865 330 162 571 46 756( 300) 720 582. 3254( 3000) 750( 1000) 655( 3000) 863 600 269 176 162 963 740 239 207 310 615 523( 300) 258( 3000) 185 210 338 385( 500) 507 24. 4751 151 981 173 104 947 96 388 734 517 258 442 268 645 688 62. 5407 120 589 105 32 900 280( 1000) 850 346 840 930( 500) 123 217 610 575 877 124 163 501 649 379 532 781 450( 300) 613 417. 6645 712 522 775 506 913 177 671( 1000) 543 783 822 737 498( 300) 827 138 526 364. 7827 456 356 411( 1000) 871( 500) 873( 1000) 793 543 947( 300) 187 337 605 44 233 114 617 186 817 260 633 519 223 261( 1000) 134 485 327 910 587( 3000) 154 595 119 425. 8354 760( 1000) 878 676( 300) 745 821 581 120 933( 5000 116 294 70( 300) 916 428 555 232 235 9028 312 477 266 556 766 335( 500) 940 915 655. 558 918 503 193 354 370( 1000) 973 830 850 136 810 853 708 201. 10962 6 856 114 259 441 593 914 192 999 636( 300) 782 861 55 361. 11934 177 694 848 360 223 597( 300) 482 396( 300) 804 320 222( 300) 616 626. 12987 440 861 977 655( 300) 82 639 87 46 212 60( 3000) 999 844 700 360 703 176( 500) 914 207 512. 13368( 1000) 114 509 650 668 603 836 301 289 294 99( 1000) 177 340 293 277 248 295 303 130 298 331. 14446 124 783( 300) 765 7 592 723 595 294 ( 300) 720 417 605 286 440 455 988 560 273. 15775 145 536 526 477 282 883 922 372 155( 500) 158 711 79 700 640 786 953 281 508( 3000). 16867 116 601 141 93 579 528 744 8 204 412 123 97 251 871 175( 300) 748. 17238 503 833 300 901 661 798 157 881 12 191 870 39 333 63 578 961 188 283 200 45 766. 18902 925 874 339 398 127 323 109( 3000) 66 475 825 949 477 855 328 722 592 297 31( 300) 205 577 404 849 457( 500) 870 802. 19273 406( 500) 478 ( 3000) 9 915 123 473 530 470 78 122 164 879 729 462 353 531. 20628 531 201 617 413 148 248 727 994( 3000) 631 ( 3000) 980 43 268 308 443 854 353 812 439 948 858 366. 479 182 675 672 934 981 283 17( 1000) 581 708 126 808 888 262 153 291. 22057 236 142 658 400 970 631 361 23360 95 ( 1000) 549 151 29 46 443( 1000) 338 202 943. 540( 3000) 137 613 846 224 755( 300) 702 179 158 710 384 ( 1000) 698( 1000) 942 37 789.82 134 960 213 817 111( 500) 431 706 900 496( 300) 65 135 871 856 25841 824 953 305 132( 500) 116 28 520 ( 300) 105 501. 26964 932 ( 1000) 62 205 891 594 504 962 974 613 405. 966 119( 300) 598 882 498 484 251 504 951( 300) 965( 3000) 344 351 75 357 194 671 745. 27248( 300) 290 451 114 819 390 815 929 622 738 311 25( 500) 493 878 669 904( 1000) 670 828. Die Kommiffion der Tischler macht bekannt, daß die Bablftellen zum Unterſtügungsfonds der Tibler, Montage 21932 800 588 374 883 848 71 555 524 240 624 145 217 und Sonnabends von 7 Uhr Abends an geöffnet find. Die felben befinden sich jest in folgenden Lokalen Staligerstr. 18 bergerstr. 17 bei Weg( IIa.), Belleallianceplay 6 Set Hilscher( III.), Blumenthalftr. 5 bei Schmaar( IIIa.), Fehrbellinerstr. 50 bei trage 184 bei Sering( V), Hitterfir 123 bei Codde( VI). Der Unterstügungsfonds wird gebildet aus freiwil gen Beifteuern Der regelter Tischler, fowie zur Durchführung der für die Vers befferung der Lohn- und Arbeitsbedingungen der Tischler eins geleiteten Maßnahmen. Laut Beschluß der Seneralversamm lung der Tischler hat jeder in oder um Berlin arbeitende Tischler eine Beisteuer von mindestens 10 Biennig pro Woche zu leisten. Jeder Raffirer leistet Quittung durch Aufkleben von Werthmarten und durch Abstempelung derselben. Der Arbeiter Bezirks- Verein Glüdauf hält am Diens tag den 25. November feine Generalversammmg in den In buftriehallen, Mariannenstraße 31-32, Aliends 8 1hr ab. L.- D.: 1. Geschäftliches. 2. Bortrag des Herrn Benkendorf über Feuerbestattung. 3. Viertelfährliche Rechnungslegung des Neue Mitglieder 4. Verschiedenes, Fragekasten. werden aufgenommen. Raffirers. Eine große Bersammlung sämmtlicher Kürschner Berlins findet heute in Lip's Brauerei vor dem neuen Königsthor tatt. 2.- D.: 1. Wie ist die Befferstellung der Arbeiter in un ferem Gewerbe zu schaffen? Referent: G. Rödel. 2. Wahl einer ift Ehrenpflicht. tag, den 24. b. Mts., Abends halb 9 Uhr, findet in Paster's Große Versammlung der Bildhauer, Morgen MonSalon, Landsbergerstr. 37, eine öffentliche Bersammlung der Bildhauer statt, einberufen vom Bildhauer C. Donath. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht und ist wendig. Im Unterstügungsverein der Buchinder 2c.. Alte Jalobstraße 75, wird Montag, den 24. cr., Herr Dr. Döring Den dritten und legten seiner Vorträge über Darwinismus halten. Sonntag; Lohengrin. Theater. Königliches Schauspielhaid: Königliches Opernhaus: Montag: Margarethe. Sonntag: Die Biccolomini. Montag: Wallensteins Tod. Sonntag: König Richard der Dritte. Deutsches Theater: Montag: Die große Gloce. Bellealliance- Theater: 28546 519 865 845 775 909( 500) 603 341 891 606 323 239 925 547. 29486 495 774 822 55 139 762 922 866 179( 300) 645 40 983( 3000) 932 551 885 776 320 731 629. 30455 997 546 336( 1000) 842 826( 1000) 673 510( 300) 943 243 472 118 597 548 859 191 175 615 619 640( 500) 874 237. 31349 385 670 683 206 494 992 799 372 899 109 964 853 303 311 522 763 880 617 677 233 405 609 285 361 257 923 570 652. 82940 829( 500) 631 81 667 56 510 501 453 319 520 336 825 551 133 703 228 184( 1000) 452 435 127. 33142 388 994 28 951 134 723 430 360 875 968 847( 3000) 526 317 445( 500) 973 314. 34051 959( 300) 867 591 703( 300) 859( 3000) 430 173 597 677 194 588 530 35184 341 481 582 462( 300) 501 91 548 956 690 190. 334 93 238 126 186 682 974 687 24 782 292( 300). 629 811 878 237 954. 36796( 3000) 456 503 644 927 633 93 714 37827 455 ( 300) 527( 3000) 919 327 532 964 487( 3000). 265 621 119 597 727 870 709 285 446 831( 1000) 311 259 129 104 324 219( 300). 38677 377 837 388 613 411( 500) 679 32 896 126 991 930 886( 1000) 848. 39161( 500) 599 ( 300) 848 647( 500) 786 530( 1000) 464 562 664 458 904 936 422 768 678 640 313 440 547 300 111. 40560 146 43( 3000) 602 422 486 884 893( 3000) 817 875 566 924 649 473 760 441 228 575 368 796. 41045 773 204 814 808 348 510 713 389 334 85( 300) 595 136 352 905 981 414. 42480 483 577 749 875 721 69 745 700 824 239 454( 1000) 370 525 907 941 254 165 238 758( 300) 4. 43855 228 203 163 319 208 370 366 586( 300) 220( 1000) 951 593( 300) 877 650 756 628 683( 3000) 27 682 382 237 Louisenstädtisches Theater: Direktion: Josef Firmans. Sonntag: 86. Gefar mt- Gastspiel der Liliputaner. Bum 19. tale: Sneewittchen und die Zwerge. Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Borstellung 7 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Oftend- Theater: Sand Sonntag und folgende Tage: Im Lande der Freiheit. Großes Sensations Ausstellungs- Schauspiel in 9 Bildern von H. v. Gordon. Muftt von Th. Franke. Montag: Diefelbe Vorstellung. Sonntag: 47. Gastspiel der Königlicher offchauspielerin Sonntag: Der Müller und sein Kind. Franzista Ellmenreich. Mit neuer Lusstattung: Maria Stuart. Anfang 7 Uhr. Montag: Böse Bungen. Renes Sonntag: Hoffmann's Erzählungen. Friedrich- Milhelmstädtische Theater: Montag: Gasparone. Central- Theater: Alte Jakobftraße 30. Direktor: MD. Ernst. Sonntag: Einmalige Aufführung: Berlir, wie es weint und lacht. Bollsstüd mit Gesang in 3 Aften von Kalisch. Muft von Conradi. Montag: Der Walzer- König. Montag: Excelfior. Alhambra- Theater. Wallnertheaterstraße 15. Sonntag und folgende Tage: Die Prinzessin aus Bulgarten. Romantisches Schauspiel in 4 Aufzügen nach dem Französischen. Bor der Vorstellung: Großes Konzert, ausgerührt von aus 20 Mufilern bestehender Kapelle, unter Leitung des Kapell meisters Herrn Ludwig Claufius. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorftellung 7% libr. 470 674 19 38( 300) 96( 500) 117 639 336( 1000) 212 44114 902 498 878 752 22 247( 1000) 682 152 5 249 9 795 124 18 32. 45539( 300) 32 498 765 52( 3000) 892 800 294 ( 300) 816 191 588 505( 500) 95( 1000) 902 348 323 943 355 65 605 264. 46167( 500) 214 860 614 309 776 310 662 403 755 771 177( 500) 741 599 149( 1000) 764 19 217 345 668 653 736 408 526( 1000). 47920 615 850 522 864 667 661 643 454 687 969 603 741 476 140 216( 500) 135 815 545 478( 300). 48134 566( 1000) 789 296 795 911 467 919 572 485 844 420 763( 3000) 372. 49996 419 935 202 183 166 515 846 38 28 457 446( 300) 56 290 460( 300) 287 675( 500) 781( 300) 886 900 763. 50734 402 63( 500) 180 122 568 134 486 731 465 60 699 977 473 419 819 766 176 12 38. 51479 989 944 ( 1000) 826 888( 300) 264 139 303 680 624 127( 3000) 912 612 250 804 711( 15 000) 244 920 829 289 583( 1000) 302 887( 300) 232( 300) 682 246( 500). 52465 335 157 586 814( 3000) 463 834( 3000) 992 502 477( 300) 143 452 913 156 241 127. 53605 778( 300) 558 87 498 608( 3000) 475 818 390 793 650 933 235 981 203 847 448. 54507 414 347 530( 1000) 788 948 750 333 857( 1000) 558 174 55670 669 74 837 939 412 441 335 893 474 952 738. 526 102 286 349 538 801 345 770 528 429 131 880 493 315 718 75( 300) 451( 3000) 294 342. 56723 434 820 927 198 498 251 749 382 928 175 500 397 978 762 379 906 162 ( 300) 147 574 325 217 163 101( 300) 474. 57016( 300) 264 224 757 58 717 498 60 561 491( 500) 509( 300) 997 67 821 428 735( 3000) 367 907 531 153 352. 58598 888 795 922( 3000) 43 749 461 131 334 283 311 532 715 388 345 100 552 606( 500) 991 661 118 853 807 19 27 37 269 280. 59174 884 428( 15 000) 784 737( 300) 481 293 919 707 185 24 278 307 175 71 312 139 29 153 6 196 977 672 330( 300). 60932 54 725( 500) 309 49 219( 300) 414 311 400 611 404 704 898 213( 500) 781( 1000) 572 506 995 881 917 690 878 484. 61733 887 539 542 303 187 551 512( 300) 904 421 565 133 918 375 667 443 880 47 802( 3000) 959 685 679 100 489( 1000) 669. 62402 406 510 73 278 941 375 600( 3000) 901( 300) 785( 300) 411 736 599 490 659 592 99 ( 1000) 683 969( 500) 729( 5000) 467 788. 63229 486( 500) 476 148( 500) 23 257 534 92 17( 500) 355( 15000) 81 728 18 506 662 610 504 543 971 601 556 851 842 888 709 222 ( 500) 45 196 814. 64944 140 183( 3000) 378 2 505( 500) 828 909 516 146 410 720 259 60( 30000) 168 684 338 201 569 887. 65892 568 417 814 938 364 458 687( 300) 708 567 24 260 410 319 515 659 975 470( 300) 696 47( 300) 558 982 344 441( 300) 118 30 100 682 937. 66100 690 46( 500) 686 163 175 387 362 526 470 65 268 356 211 663 509 824 452 427 255( 300) 57. 67243( 3000) 329 618 614 169 933 206 357 382 699 932 353 570 181( 300) 684( 300) 959 300 831 248 212. 68412 59 661 820 235 282 460 711 344 20 269( 300) 349 364 824 528 762 595 634 462 837 701 257 382. 69576 187 466 219 446 316 143 800 211 516 759 817 748( 300) 634 622 97 89 418. 70060 666 145 738 642 799 947( 300) 178 274 418 713 890 434 593 424 585 65( 300). 71656 409( 300) 183 220 914 500 903 806 96 256( 3000) 354 187 67 722 615 280 284. 72110( 300) 758 159 762 151 860 354 692 763 436 624 905 961 587 454 808 309 750. 73851 766 962 26( 300) 204 972 464 616 755 938 651 829 339 50 389 59( 500) 273 53 296 594( 1000) 600. 74410 824 169 581( 300) 866 35 830 418 852. 75164 601 87 91 19 370 724 814 528 825 654. 76643 625 166 620( 300) 40 60( 500) 265( 500) 2 326 131( 300) 587 147 951 801 680 116 610( 300) 223 577 260 459 731 689 893. 77643( 500) 31 69 181 423 999 441 969 685 678 851 421 529 366 683 432 850 386 52 578 214( 300). 78772 963( 300) 214 697 995 264 363 976 290 358 756 191 84 459 656 844 781( 300) 13 357. 79747 981 140 982 872 226 974 836 416 133( 3000) 951 8 206 831 571 352 712 343( 1000) 862. 80584 575 339( 1000) 795 154 413 150 985 943 151 211 705( 1000) 564. 81725 786 63 440 922 548( 1000) 7 713 298 595 243 457 50 113( 1000) 248 332 536. 82461 400 ( 500) 474 16( 3000) 371 378 916 257 56( 3000) 860 697 475 839 454 961 586 358 73 116 41( 1000) 672. 83154 562 560 692 636 222 421 628( 1000) 465 846 647 406 928 186 528 854 858 724( 3000) 785 471 961 456 194 737. 84415 960 573 131 304 841( 300) 116( 300) 362 843 721 389 5 39 207. 85718( 800) 867 264 76 560( 300) 226( 300) 36 406 184 329 201 49 668 967 511 388 594 764 340. 86457 401( 1000) 324 602 94 238 786( 1000) 721 0 92( 1000) 577 523 716 11 375 691 336 295 915 420 355 588 127( 300). 87587 568 367 601 509 604 657. 88253 917 467 915 66 403 369 845 411 606 315 279 774 807 973( 3000) 163 189 313. 89139 459 360 573 466 200 206 618 896 454 174 871 801 422 569 125 613( 3000) 340 471 433. 90963 152 55( 500) 557 792 677 980 77 637( 300) 698 593 507 930 163 707 726 288. 91720 485 727 491 477( 500) 766 324 878 71 943 15 483 48 954( 300) 61 955( 300) 912 984 973( 300) 994 790 780. 92162 483( 300) 939 542 392 182 295 412 528 647 675 704 294 66( 300) 452 878 962 393 156 411 895( 300) 12 404( 300) 792. 93852( 300) 882( 500) 896 738 481( 3000) 712( 3000) 771 2 721 538 381 167 941 486 39. 94331 542 919 531 878 612 353 190( 500) 566( 300) 728 671 885 862 618 425. 95355 908( 300) 582( 300) 262 404 498 459 333 473 25 32 131 124( 500) 48ä 216( 500) 9 398 83 379 603. 96831 361 194( 300) 116 626 411 653( 300) 966 435 658 876 34 161 340 802 86 456 329 5 689 13 45 90. 97385 835 186 36 679 353 240 519( 1000) 234 832 719 387 383 576 468 514 811 151( 300) 573 98538 894 495 947 514 237 608 726 32 802 349 606 921 322 806( 500) 361 282 546 818 718 3 849 742 277 567. 99088 357 250 154 881 136 131 594 182 76 939 153 923 460 414. Briefkasten der Redaction. F. B. Friedenstr. Kann am Dienstag erst veröffentlicht werden. W. W. Adalbertstr. Das Gleiche gilt auch von Ihnen. Nefidenz- Theater: Direktion: A. Anno, Blumenstraße 9. Sonntog: Bum 4. Male: Der Klub, Bariser Lebensbild in 3 Atten von E. Gondinet. Montag: Diefelbe Borstellung. Walhalla Operetten- Theater: Sonntag: Der Pfarrer von Kirchfeld. Sprüche zur Seelenveredlung von J. F. Guttzeit, 1, Heft 15 Pf. Bu haben bei Rubenow, N., Brunnenstr. 118, Kühn, S., Dranienstraße 46 und bei den Beitungs- Spediteuren. Ja Bartleen mit bedeutenden Rabatt zu bestehen vom Verfasser in Friedenau. Zahlstelle der Zentral- Kranken- und Sterbetasse der Louisenstadt. befindet sich beim Unterzeichneten; gleichzeitig empfehle meine gute Weiße bei musikalischer Abendunterhaltung. Voltsblatt liegt aus. Um gütigen Buspruch bittet 1386 W. Achsel, Admiralstr. 26. 2 Schlafstellen 3. verm. Waldemarftr. 62, 3 Tr. t. 1380 Saubere Schlafft., separ., zu haben Reichenbergerstr. 182, p. 41. 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November cr., Alte Salobftraße 75 bei Feuerstein: Vereinsversammlung. Tagesordnung: 1374 1. Vortrag des Herrn Dr. Döring über: Anwendung des Darwinismus". 2. Verschiedenes und Fragelasten. Gäfte willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Große öffentliche General- Versammlung der Metallarbeiter Berlins findet am Dienstag, Abends 8 Uhr, in dem Lolal von Nieft, Kommandantenstraße 71 und 72 statt. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht jeden Metallarbeiters, dort zu erscheinen. Tages- Ordnung: 1) Wie haben sich die Metallarbeiter zu verhalten, um der im nächsten Jahr etwa stattfindenden Lohnreduktion vorzubeugen? 2) Die Maßregelung der Kollegen von Schuster u. Baer. 3) Kongreßfrage. 4) Verschiedenes. NB. Die Budwig'schen Arbeiter werden speziell ersucht, zu dieser Generalversammlung zu erscheinen. 1373 J. A.: W. Graß. Arb.-Bz.-V. Laufizer Play. Der vom Vorstand für Montag angesagte Leseabend findet Dienstag, den 25. d. M., Abends 8 ein halb Uhr, Wrangelstraße 11, statt. [ 1385] Der Vorstand. Arb.- Bez- Verein f. d. Often Berlins. Dienstag, den 25. November, Abends 8 Uhr, in Keller's Lokal, Andreasstr Nr. 21, Außerordentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Besprechung über die Weihnachtsbescheerung. 3. Besprechung über das Stiftungsfest. 4. Fragelasten. Neue Gäfte, durch Mitglieder Mitglieder werden aufgenommen. eingeführt, haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen wird ge beten. Der Borstand. NB. Der monatliche Beitrag beträgt 20 f. und wird ein Einschreibegeld nicht erhoben. Mitglieder, welche ihre Wohnung wechseln, werden ersucht, dies dem Kassirer Berger, Straußbergerstr. 27, mitzutheilen. 1287 Den Mitgliedern der Kranken- und Sterbelasse geben wir hierdurch bekannt, daß die Kaffe vom 1. Dezember 1884 ab unter den gefeßlichen Bestimmungen vom 15. Juni 1883 als Drtstaffe fortbesteht; wer von den Mitgliedern derselben in Butunft nicht angehören will, hat vor dem 29. November b. J. seinen Austritt bei der Verwaltung anzumelden. Die Mitgliedschaft der Sterbelasse wird durch den Austritt aus der Krantentaffe nicht beeinflußt. 1347 Berlin, den 17. November 1884. Die Verwaltung der Kranken- und Sterbekasse der Maschinenbau- Arbeiter. 2. Keyling. Central- Kranten- und Sterbetasse der Schuhmacher. Bevollm.: Papte, Naunynftr. 36, of II. Raffirer: Burisch, Langestraße 21, Seitenflügel IV. Aufnahme daselbst zu jeder Tageszeit. 1363 Sonntag, d. 23. d. Mts., Vorm, 10 Uhr, Große Frankfurterstraße 77: Versammlung der Mitglieder der C.- Krankenund Sterbe- Kaffe der Tischler 2c. Verwaltungsstelle: Frankfurter Thor Bezirk. Tagesordnung: Quartalsabrechnung. Wahl eines Beitrags Sammlers. Arztfrage und Verschiedenes. 1370 # Der Vorstand. Urania, Wrangelstraße 9-10, empfiehlt seine eleganten Lokalitäten nebst großer Bühne zu Festlichkeiten jeder Art. Kleine und große Vereinszimmer auch Sonntags zu baben. Mauerstraße 86. 1233 [ 1304] E. f. neue Wheeler u. 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Brunnenstr. 135, Filiale. b b te To m 20 be น bi ft et bo 20 De bi in 1382 ar Berantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Druck und Berlag von Raz Bading in Berlin SW., Beuths taße 2. Sieran eine Belles Ein Schuhmacher Boffenerstr. 37 auf Schlafftelle. 1387 Mr. 199. Beilage zum Berliner Volksblatt. Der Altersversorgungsgesehentwurf in Dänemark. Schon im vorigen Jahre wurde von der Regierung im Dänischen Follething( Reichstag) ein Altersversorgungsgefez entwurf eingebracht, der jedoch von der Majorität deffelben abgelehnt wurde. Jezt hat die Regierung den Entwurf, nach bem fie denselben in einigen Buntten abgeändert hat, wiederum bem Follething, zugeben laffen. Der Entwurf enthält eine Reihe Varagraphen, von denen wir hier zur Drientirung über feinen Werth die§§ 3 und 4 folgen laffen. Dieselben lauten: § 3. Der Eintritt in die Altersversorgungsanstalt fteht jeder männlichen oder weiblichen Person im Alter von 18 bis 45 Jahren frei, die unbemittelt ist und für welche in Ansehung brer Lebensstellung und Familienverhältnisse eine Altersverforgung bis zu 300 Kronen( 1 Krone gleich 1 Mark) pro Anno als wesentliche Bedeutung befißend angesehen werden muß, ferner jeder Person, die feine Armenunterstügung genießt und mindestens 12 Monate in der Gemeinde festen Aufenthalt gehabt hat. § 4. Der Interessent befigt die Berechtigung, unter den nachstehend anzugebenden Bedingungen beliebige oder fefte Einlagen zu machen. Erstere müssen mindestens 10 Kronen betragen und bis zur Erreichung eines Alters von 45 Jahren geschehen. Bei Leiftung fefter Einlagen hat der Intereffent aufzugeben: a. während welcher Zeit( doch nicht unter 10 Jahren) er bis zu einem Mindestalter von 55 Jabren er Beiträge zu leiften gedentt; b. wie groß die einzelne Eins lage fein soll.( In beiden Punkten find gewiffe Grenzen gezogen.) Die Motive zu dem diesjährigen Entwurfe lauten folgen bermaßen: Nachdem der dem vorigen Reichstage vorgelegte Entwurf einer abermaligen Erwägung unterzogen worden, wird derselbe fest in einer mit Rücksicht auf dasjenige, was bei der früheren Berathung derselben und anderweitig zur Sprache gebracht worden, nach gewiffen Richtungen hin modifigirten Form, wobei jedoch der ursprüngliche Zwed deffelben, Personen der un bemittelten Klaffen die Möglichkeit zu verschaffen, auf billige Bedingungen bin fich und ihren Wittwen eine Altersverfor gung zu beschaffen, nicht unbeachtet geblieben ist, auf's Neue aur Borlage gebracht. Indem mit Bezug auf die stattgefunde nen Modifitationen auf die einzelnen Baragraphen des Ent wurfes verwiesen wird, ist schon jetzt zu bemerken, daß der Eintritt in die Anstalt auf unbemittelte Bersonen beschränkt ift, daß es ferner den Interessenten überlassen wird, sich zu einer bestimmten Reihe von Einlagen zu verpflichten oder be liebige Einzahlungen zu machen, daß die Höhe des seitens des Staates zu leiftenden Buschusses davon bedingt wird, in wel Gem Lebensalter der Intereffent feine Einzahlungen beschafft, daß das Maximum de: Altersversorgung in allen Fällen auf fährlich 300 Kronen festgesezt ist und daß es endlich den Kom munalverwaltungen auferlegt wird, mindestens einen Agenten in ihrem Bezirke anzustellen, für dessen Kaffenführung fie aufautommen hat. In Verbindung hiermit ist zu bemerken, daß in Gemäßbeit des Umstandes, daß die Betheiligung an der Anstalt sich nur auf unbemittelte Personen beschränkt, der Name der Anstalt entsprechend verändert worden ist, und der Entwurf hiernach als Entwurf zu einem Gefeße über eine Altersversorgung für Unbemittette( im vorigen Jahre hieß es: billige Altersversorgung") vorgelegt wird. Bei der Vorlage des Entwurfs bemerkte der Finanz minifter u. A., daß er selbstverständlich ungemein bedauere, fich bei der Ausarbeitung beffelben weder auf innerhalb der Kammer stattgefundene Botirungen, noch auf irgendwelche Gutachten oder Auslaffungen des zur Behandlung dieser Angelegenbeit eingefegten Ausschusses flügen gefonnt zu haben, sondern auf dasjenige beschränkt gewesen zu sein, was mit Bezug auf ben vorjährigen Entwurf bei der ersten Berathung, sowie ferner in der Breffe, in wissenschaftlichen Kreisen 2c. vorgebracht wor ben fei. Wian babe u.. bemängelt, daß in dem Entwurfe feine Grenzen für die Betheiligung gezogen seien. Der Minister Das Grüßen. 安 Sonntag, den 23. November 1884. begt auch jezt noch die Ansicht, daß es unthunlich ist, eine flare und gerechte Grenze festzustellen; derselbe ist jedoch der von einem Mitgliede der Kammer gemachten Andeutung ges folgt und schlägt demgemäß vor, daß es dem Ermessen der Verwaltung der Anstalt in jedem einzelnen Falle überlaffen bleiben solle, Jemandem den Beitritt zu gewähren oder nicht. Ferner ist die Anordnung getroffen, daß jest freiwillige Ein lagen, d. h. Einlagen gestattet sind, durch die der Interessent fich nicht zu ferneren Beiträgen verpflichtet, und weiter wird vorgeschlagen, daß der durch den Staat zu leiftende Buschuß im Verhältniß zu dem Zeitpunkte steht, an welchem der Intereffent in die Anstalt eintritt. Das Maximum des Staatsauschusses wird 90 Prozent der ersparten Beträge ausmachen. Die Marimalgrenze für die Versorgung ist von 200 auf 300 Kronen erweitert worden, und endlich ist proponirt, daß die Ernennung mindestens eines Agenten der Altersversorgungsanstalt durch jede Gemeindeverwaltung des Landes eine obligatorische sein solle. Das Dem Entwurf fännen wir von unserem Standpunkte aus teinen großen Werth beimeffen. Der projektirte Höchstbetrag der Rente soll etwas über 300 tart betragen, das ist entschieden zu wenig. Noch mehr tommt in Betracht, daß der entschieden zu wenig. Noch mehr tommt in Betracht, daß der Hauptsache nach auf das Sparen der Eintretenden reflektirt wird. Wo bleiben die, welche nichts sparen können? Beste, was der Entwurf an fich hat, ist der Gedanke, daß dem Staat die Pflicht obliegt, mit Staatsmitteln für die Invaliden, Wittwen und Waisen einzutreten. Den Arbeiter- Abgeordneten im dänischen Foletthing bietet sich bei Berathung dieses Ent wurfs die beste Gelegenheit, diesen Gedanken weiter zu_ent wideln und zu fordern, daß aus dem vorgelegten Stüdwerk ein wirklich gutes Gefes hervorgehe, welches im wirklichen Sinne des Wortes für alle Arbeitsinvaliden, Wittmen und Waisen forgt, also auch für diejenigen, welche teine Einlagen machen fönnen. Bokales. Der neue Reichstag nis so wigelt die flerikale ,, Kölnische V. 3." bildet ein gewaltiges Viered, dessen Ecken von mäch tigen Bergen und Steinen flantirt werden. Vorn rechts erhebt fich der imponirende Frankenstein, auf welchem die Katholiken einen sogenannten Windhorst, weil gegen denselben manchmal schlimme Stürme antoben, aufgeschlagen haben, links der Hammerstein, von welchem aus die Konservativen manche Opera tion ins Werk sepen. Auf der linken Seite im Hintergrunde sehen wir den Stauffenberg und ihm gegenüber den Sternberg und den Landsberg. Um dieses Festungs- Viered gruppiren sich noch andere Berge von mäßiger Erhöhung, so der Rittberg, der Stolberg und der Goldenberg; auch giebt es noch einen Finkenstein, Kalkstein und einen Reißenstein, welche aber nur naturhistorisches Interesse haben; ebenso steht es mi dem hochragenden Braunfels. Innerhalb des Viereds haust ein bunt durcheinander gewürfeltes Völlchen, welches jedoch in streng geregelten Verhältnissen lebt. Ueber allen steht ein Kaiser, welcher, entgegen allen bis jetzt gemachten Erfahrungen, start sozialistische Anwandlungen hat. Indessen wird er damit wenig Glück haben, weil die meisten der Bewohner des Vierecks Christen sind und an Geistlichen eine große Gesellschaft, die sogenannte Pfaffenrott, vorhan den ist. Außerdem ist der Klerus noch durch einen Münch vers treten, während den Adel nur ein einziger Graf vertritt. Die Juris diktion hat ein Richter in der Hand. Die überwiegende Wehr zahl der Infaffen des Viereds besteht aus Handwerkern und Gewerbetreibenden. Da fällt es denn auf, daß, obgleich nur zwei Bäche, der Maybach und der Gaffelbach, vorhanden sind, doch die Müller eine so starte Vertretung haben; es giebt beren nicht weniger als vier. Drei Davon haben Waffermühlen, Deren nicht weniger als vier. Drei davon haben Wassermühlen, der vierte aber, der nationalliberale, ist ein Windmüller. An Handwertern giebt es einen Schneider, Schuhmacher, Schreiner, Sattler, Schmied und einen Böttcher. Früher gab es in dem Viered einen Schirmeister, Nadmacher und einen Goldschmied, die aber ausgewiesen wurden. Alles andere, was zur Bes befferen Gedankens entbehrenden Umgangsformen dürfen uns nicht zu Stlaven der Konveniens machen. Doch lassen wir nun unsere moderne Gruß- Mefère bei Seite und folgen wir der Geschichte des Grußes von ihren ersten Anfängen. Die ersten wirklichen Grüße lassen sich bei den Hebräern nachweisen. Dieselben( begrüßten sich mit den Worten Friede sei mit Euch" und dieser Gruß ist in derselben Form bei den Türken noch heute erhalten, welche sich mit einem Salem aleikum" begrüßten, während die Grußform der Juden ganz ähnlich Scholem aleikam" lautet. Sehr schön ist der Gruß der Griechen, welche sich mit einem„ Freue Dich" ent gegentraten, und auch der Gruß der Römer, die beim Kommen Ava( Sei gesegnet) und beim Gehen Vale( Sei gesund) sagten, ist ungleich schöner, als unser modernes„ Gehorsamer Diener" oder Guten Tag" u. f. w. Die Drientalen befizen einen übermäßigen Heichthum an Grußformen und ich will nur folgende bierber fegen: Gott segne und erhalte Dich!" Mögest Du Gemäch lichkeit in Hülle und Fülle genießen!" Gottes Gnade sei mit Dir!" Sei glücklich!" Der Araber grüßt: Wenn Gott will, bist Du wohl!" Die Egypter hingegen fragen: Schwigest Du start?" während die Perser fich zurufen: " Möge Gott Deine Augen fühlen!" Ein anonym gebliebener Autor, welcher in sehr gediegener Weise über die verschieden artigen Grußformen spricht, erzählt auch unter Anderem, daß bie Drientalen, eine seltsame Lautähnlichkeit ihrer Sprache benußend, oft den zum Gruße ausgesprochenen Segenswunsch in einen Fluch verwandeln, menn fie Jemanden irrthümlich freundlich gegrüßt baben. Sie sagen dann statt des üblichen Segensspruches Al salamo alaika"" Al samo- alaika", daß heißt: Dir sei der Tod!" Die mimischen Begrüßungen find Es giebt, meiner Erfahrung nach, nur wenig Menschen auf Erden, die volllfommen schön au grüßen vermögen; aber noch ungleich fleiner ist die Babl Jener, welche auf einen Gruß hübsch zu danfen im Stande find. Wenn ich mich recht er ein Gruß immer freundlich lächelnd gegeben werden soll, und dieser woblmeinende und wohlgemeinte Rath wird von manchen Leuten ganz falsch verstanden. Diese guten Leute nen Lächeln auf den Lippen immerwährend umber, so zwar, daß Jedermann, der Augen im Kopfe hat, diesem Gruße das Ges anfieht. Andere Menschen wieder ziehen es vor, mit ernsten, ge= meffenen Zügen zu grüßen und den Gruß zu erwidern, und wahr lich ein solch maimorfaltes und marmeistarres Antlig ist bei Weitem noch odioser, als die kontinuirlich lächelnde Fraze, welcher der Stempel der Stupidität aufgedrückt ist. Wie man aber grüßen foll? Ich glaube, daß fich dies faum lernen läßt. Man grüße, wie man nach eigenem Ermessen grüßen würde, wie unb man laffe fich nicht durch jene Lehrmeister, welche vor lauter Anstandsregeln den Anstand verloren haben, leiten. Der Gruß soll nicht eingedrillt werden, wie dies leider nur allzuoft von Gouvernanten versucht wird; der Gruß wird ohne jebe Dressur freundlich sein, wenn der Spender es mit dem Begrüßen gut und ehrlich meint, und der Gruß wird unfreundlich sein, wenn man unsympathisch fühlt, vor außgefegt, daß man dann überhaupt noch grüßt. Die mo derne Erziehung sollte die Natur mehr gelten und wirken unbedingt bei den Orientalen am schönsten entwickelt. Ein laffen und nicht jede subjektive Regung von vornherein unterbrüden. In der Sucht, immer höflich und modern zu fein, hat unser gegenwärtiges Beitalter eine Uniformirung des Beiftes und eine furiose Uebereinstimmung der Umgangs geffen. Die rechte Hand wird auf die Stirne und dann auf formen erzielt, die nicht allzu erfreulich ist. Es scheint, als ob die Subjektivität des Einzelnen verloren gegangen und selbst Gegrüßten Herz und Verstand des Grüßenden zu eigen Ständige Gedanken und Empfindungen geradezu verpönt seien. Dieser Schmerzensschrei, in den wohl zahlreiche Leser mit daß wir etwa in ähnlicher Weise grüßen mögen, wie die Be einstimmen werden, bezieht sich natürlich nicht auf den Wunsch, bekannter Reisender erzählt, daß er von einem alten Türfen auf die herzlichste Weise begrüßt wurde und tann die seltene Grazie und schöne Liebenswürdigkeit dieses Grußes garnicht ver Das Herz gedrückt, was wohl deutlich genug sagt, daß dem sei. Die Hunnen und die Verser boten ihren Freunden ihr Blut zur Begrüßung; fte öffneten sich die Adern und ließen die Freunde das Blut trinken. Charakteristisch sind die Gruß arten mancher Völker, welche genau das Leben dieser Menzu: ,, Gesundheit und Gewinn," in Serbien wird bei manchen Hirtenvölfern, welchen die Eicheln sehr werthvoll find, der Gruß:„ Gibt es Eicheln?" gebraucht. wohner der manilischen Inseln, welche fich vor einander tief schen fennzeichnen können. So tief man fich ehemals in Genua Derneigen, die Wangen mit den Händen bedecken, ein Bein in die hohe und ein Bein gebogen halten; im Gegentheil, unser Schmerzensschrei richtet sich gegen alles Erzwungene und inpen Zug der Mußfreundlichkeit, wenn man im Busen eins Wibernatürliche. Man trage nicht in den Mienen den stereo Sept wollen wir uns aber einigen absonderlichen Grußformen zuwenden, von denen einzelne geradezu komisch rühren die Grüßenden ihre Nasenspigen, andere Inselbe wohner heben den Fuß Desjenigen in die Höhe, den ste ander gram ist, und zeige dagegen auch nicht eisstarte Büge, find. Auf den Gesellschafts- und Freundschafts- Inseln be wenn man Freundlichkeit empfindet. Die leere und in diesem Falle unfinnige Etiquette soll nicht im Stande sein, uns Menschen unser Ich zu rauben; e thörichten und jedes grüßen, und reiben ihr Gebiß daran; die Andamanen- Infus 1. Jahrgang. | quemlichkeit nöthig ist, muß von einem Krämer entnommen werden. Die Handwerker stehen unter einem Meister, der fte, da er selbst Sozialdemokrat ist, wohl bald ins Lager derfelben überführen wird. Auch einen allerdings noch jungen Friseur besitzt das Viereck, einen sogenannten Haarmann, dem man gewiß noch oft den Kopf zurecht sezen wird, während es doch umgekehrt geschehen müßte. Die Landwirthschaft steht leider in dem Vieredt ziemlich tief, wie schon daraus hervor geht, daß es nur zwei Defonomen, einen Meibauer und einen dermann, unter den Bewohnern giebt, und daß obendrein Beide nur einen Knecht, den Liebknecht, haben. Budem befchäftigen sich die beiden Legteren mit ganz anderen Dingen als Wir kommen nun zu ben förperlichen und geistigen Eigenthümlichkeiten der Bewohner des Vierecks. Da stellt sich denn in erster Beziehung heraus, daß nur ein einziger Quene vor handen ist, und daß die meisten Mager find. Besondere Eigenschaften finden fich nicht, nur daß Einer einen Goldfuß hat, und daß ein Anderer ein Mohr ist; Letterer gehört aber nicht zum Sentrum. Die Gemüthseigenschaften sind leider nicht die besten. In früheren Jahren gab es noch einen Engel unter den Vieredsbewohnern, jest aber haben fie fogar einen Teufel, und zwar einen Manteuffel, zum Unterschiede von den allgemein verbreiteten weiblichen Teufeln. Vuch herrscht viel Grimm im Biered und Unruhe ist der gewöhnliche Zustand. Leicht fällt ein Funke in die ervlofible Maffe, so daß fie in Brand geräth und große Hise verbreitet. Ist es da ein Wunder, daß einer der Bewohner schon ein Grillenberger geworden ist? Daß die gute Laune an genanntem Drte eine seltene Erscheinung ist, geht auch daraus hervor, daß es dort nur einen einzigen Geiger giebt und nur einen Singer; jener Mann, der den Triller vorzüglich verstand, ist aus Kummer über die Mißachtung der Musit fortgezogen. Weil nun aber der Mensch doch etwas haben muß, woran er fich erholt, so haben die Be wohner des Viereds fich aufs Trinken verlegt. Womit fie ihren Durst ftillen, ist leider nicht zu ergründen gewesen, indeffen haben fte einen Schönborn und einen Trimborn, die ihnen das föstliche Naß spenden, und ein Schenk ist zur Hand, der es ihnen reicht, und an Trinfgefäßen mangelt es auch nicht; die einen nehmen den in Nidda fabrizirten Krug, die anderen ein Horn, und wieder andere trinken aus einem funkelnden Römer. Da auch ein Refsel vorhanden ist, so kann man daraus schließen, daß hin und wieder gewaltige Riesenbomlen gebraut werden. Ueber die Einrichtung innerhalb des Vierecks läßt sich wenig sagen. Es ist daselbst ein großer Baumgarten angelegt, der mit Burbaum eingefaßt ist. In den Bweigen der Bäume fucht man vergebens nach Singvögeln, aber ein raubgieriger Sperber hauft da oben und schaut nach Beute aus. Auf der Erde hüpft eine friedliche Lerche umber, und im Gemüsegarten ftolairt ein hänel, welches hin und wieder fampfluftig mit den Flügeln schlägt. Früher muß es im Viered auch eine größere Anzahl von Stoffen gegeben haben, oder man beabsichtigt, wieder solche anzuschaffen; denn wo wollte sonst der vorhandene Roßhirt Beschäftigung finden? Augenblicklich fieht man nur ein Roß im Viered, welches sich mit seinem Hirten gut vers trägt. Weniger erklären fann man es fich, daß es im Biered fo manchen fapitalen Bod giebt, nämlich nicht weniger als brei. Hoffentlich läßt sich Bismard die Gelegenheit nicht ent gehen, bin und wieder einen zu schießen. Auch giebt es im Viereck eine fleine Menagerie, in welcher Better Braunfchönes Exemplar und ein Löwe untergebracht find. Barte Empfindnungen hegt man im Viered durchaus nicht; Niemand denkt daran Blumenzucht zu treiben, und die einzige Rose, welche man zu entdecken vermag, ist eine wilde. Kampf ist im Viered die Barole und einzige Beschäftigung. Bald werden wir ja von den Thaten der Bewohner deffelben hören. Glüc licher Weise ist jest tein Kloz mehr vorhanden, mit welchem fie fich werfen könnten, dagegen andere leichtere Waffen, näms lich Stöcke( r). g. Folgendes interessante Gutachten wurde vor Kurzem von dem Heltestenkollegium der Kaufmannschaft zu Berlin in einem Falle abgegeben, in welchem der Reisende einer hiesigen Ianer wieder blasen fich mit lautem Girren in die Hand, andere Infulaner sogar ins Dhr. Die am meisten verbreitete Grußform ist das Nasenreiben. Die beiden Grüßenden legen bet dieser Höflichkeitsfundgebung die Nasen aneinander und reiben Es fann und wird aber auch dieselben eine fleine Weile. häufig die Wange und die Hand mit der Nase gerieben. Wir finden die Sitte des Nasenreibens bei den Eskimos, Lapp ländern, Neuholländern, Malayen u. s. w., hauptsächlich also bet jenen Völkern, welche den Kuß weder als Begrüßung, noch als Lieblosung kennen. Jn Karolina scheint man, wie Merde erzählt, dem Begrüßten die Schulter gefragt zu haben, während man auf manchen der Südsee Inseln dem Begrüßten ein Gefäß mit faltem Waffer über den Kopf schüttet, eine Höflichkeit, die bei der dort herrschenden tropischen Hige gar nicht unangenehm genannt werden kann. In manchen afrikanischen Ländern macht die Grußform der Temperatur Konzeffionen und die afrikanische Etiquette schreibt vor, dem Begrüßenden die wenigen Kleider welche er auf dem Leibe hat, noch abzunehmen und sich selbst um den Körper zu hängen. In China grüßen sich zwei Reiter auf originelle Art, indem der Aermere von seinem Roffe steigt und, sich verneigend, den Neicheren vorüberreiten läßt; in Japan hingegen sieht der in geringem Ansehen stehende Mann dem angesehenen Mitbürger zur devoten Begrüßung die Sandalen aus. In Zentral- Afrika, wo es Der sonderbaren Grußformen eine Unzahl gibt, herrscht auch die Sitte, daß fich zwei Männer die Arme reiben, oder ganz vor einander entfleiden, was, in Parenthese be merkt, die höchfte Potenz der Höflichkeit sein soll. Weniger schön ist das Fingerknaden mancher Negerftämme, welche sich zum Gruße Die Finger zerren, bis jenes unangenehme Geräusch entsteht, daß auch manchen Leuten in Europa Vergnügen, ihren Nebenmenschen aber nur Mißvergnügen macht Ich will es mit diesen Mittheilungen genug sein lassen. Das Thema, welches ich mir gewählt, ist wohl unerschöpflich, doch die von mir gemachten Broben dürften genügen. Den Rahmen dieser Slizze würde es übersteigen, wollte ich Borschläge wegen neuer Grußarten bei uns machen und für unser Qutabziehen und mit dem ewig lächelnden Haupte Verneigen 2c. neue Formen erfinnen. Doch ... das fann von mir nicht einmal gefordert werden! Ich wage nochmals zu bemerken, wie ich dies schon Eingangs erwähnt habe ,,, mehr Natürlichkeit sollte in unseren Grußformen vorherrschen und das Verneigen, Händeküffen 2c. 2c., wie wir es heute betreiben, müßte alsdann verschwinden. Weniger Bwang nnd mehr freier Wille, weniger Künftelei und mehr Natürlichkeit, dies sei die Devise beim Grüßen. Lieber gar feinen Gruß, als einen, dem selbst ein geistig Kurzsichtiger die Zwangsjade ber Gouvernantenweisheit anfieht. ergriffen war, auf dem Transporte nach dem Gefängnisse zu entspringen. Bisher ist feine Spur von demselben wieder zu entdeden gewesen. Daß die Polizei es fich angelegen sein läßt, den Schlupfwinkel dieser Bande ausfindig zu machen, ist natürlich, die Spezies dieser Spigbuben erinnert lebhaft an eine andere Bande, welche vor einiger Zeit durch ihre Einbrüche in einsam gelegenen Gutsgebäuden und Pfarrhäusern von fich reden machte, und die auch in dem bekannten Prozesse Dickhoff zur Sprache fam. Firma plöglich entlassen worden war, well er erstens in zwei| Fällen die Spesen für zwei volle Tage berechnet hatte, ob gleich seine Abreise jedesmal an einem Abend und die Rüd fehr an einem Nachmittag eefolgt war, und zweitens, weil er erstens in zwei Fällen die empfangenen Ordres um kleine Waarenposten erhöhte, ohne hierzu von den Kunden autorifirt worden zu sein. Das Gutachten besagt nun: 1. Es ents spricht den bestehenden Handelsgebräuchen, wenn ein Reisender, Der am 1. Januar, Abends, eine Reise angetreten hat und am 5. Januar, Nachmittags, zurückgekehrt ist, die Reisespesen für fünf Tage, dergleichen bei Antritt einer Reise am 7. Januar, Abends, und Rückkehr am 12. Januar, Nachmittags, Epesen für sechs Tage in Anrechnung bringt, d. h. die Tage des Antritts der Reise und der Rückkehr für voll rechnet. 2. Ein Reifenter ist nicht berechtigt, die empfangenen Drdres der Kunden um kleine Waarenposten, von denen er glaubt, daß der Kunde fte gebrauchen fann und behalten wird, zu erhöhen, fondern er hat nur die ihm von den Kunden wirklich ertheilten Aufträge einzusenden. In der gegentheiligen Handlungsweise muß eine Pflichtverlegung des Reisenden gesehen werden." Dieses Gutachten war vom Kgl. Amtsgericht I. hierselbst in einem Zivilstreit eingefordert worden. abge No. eingetretene Konkurs genannter Fabrit hervorrief, ist es wohl berechtigt, über die seit gestern gepflogene öffentliche Land gerichtsverhandlung das Wesentliche zu berichten. Dstar Ditt mar ist, der Voff 3tg." zufolge, der Unterschlagung, Untreue, des versuchten Betruges event. Der Fälschung angeflagt. Det erste Anklagefall stügt sich darauf, daß Dittmar mit dem Kaufmann Rudolf Schulze aus Nordhausen und dem Fabrikanten Julius Hornung aus Sangerhausen einen Vertrag schloffen, nach welchem der Angeflagte auf gemeinschaftliche Rechnung Grundstücke bis zur Höhe von etwa 1700 Ader zur Bildung eines größeren Gutes antaufen solte. Die Mittel dazu wurden auf Rechnung von Schulze und Hornung durch die Nordhäuser Bank an den Angeklagten ausgehändigt, der selbst nur 20,000 Mart beizutragen hatte, dagegen vers pflichtet war, die Grundstücksanläufe und die Ab stoßung der Hypotheken 2c. zu besorgen. In dem Ver trage war ausdrücklich bestimmt, daß Dittmar die ihm gewährten Geldmittel zum Anlauf von Grundstücken verwenden sollte. Dittmar verwendete aber 24 000 bis 25 000 Mart dieser Gelder zur Bezahlung von Privatschulden und stellte bei der von ihm verlangten Rechnungslegung, falsche Kontoauszüge auf. Die Antlage erblickt darin Unterschlagung, während Der Angeklagte zwar die Verwendung der 24000 Mt. in feinem Nußen zugeftand, dabei aber behauptet, daß er im Kontotorrentverkehr mit den beiden Konsorten ge standen und deshalb von diesen nur zivilrechtlich belangt werden tönne. Der zweite Anklagepunkt wegen Untreue wird vom Ans geklagten zugestanden und bestand darin, daß er nach und nach aus der Kaffe der Zuckerfabrik die Summe von 11000 M. ent nommen und in seinem Nuzen verwendet, dabei auch wieder falsche Eintragungen in die Bücher vorgenommen. Der dritte Anklagepunkt wegen Betrugs gründet sich darauf, daß Dittmar zur Budeifabrit 100 Aftien à 500 M. gezeichnet, in den terminlichen Einzahlungen aber nur 30 000. eingezahlt hatte, mit den restirenden 20000 Mt. aber so im Rückstande geblieben war, daß die Interimsscheine verfallen gewesen wären. Um diesem Verlust zu entgehen, wußte er ca zu bewerkstelligen, daß er auf 60 Interimsscheine Vollzahlung quittit erhielt, während er auf die übrigen 40 Interimsscheine sich 20 000 M. gut schrieb. Die Verhandlung dauerte gestern und heute je 10 bis 11 Stunden. Der erste Staatsanwalt Dr. Mittenzwey beantragte das Schuldig und 5 Jahr Gefängniß; der Vertheidiger Dr Kunreuther Gotha beantragte für Buntt 1 und 3 Freisprechung, für Bunft 2 Annahme mildernder Umstände. Der Gerichtshof erkannte unter Rücksicht auf die Nothlage des Angeklagten für Bunft 1 und 2 auf eine Gesammtstrafe von 3% Jahren Ge fängniß, für Puntt 3 auf Freisprechung. Der Angeklagte war tief erschüttert und gebrochen. Eine unglaubliche Rohheit. Zu Friedrichsfelde in das Restaurationslokal des Schlächtermeisters Herrn Beeskow, in welchem in später Abendstunde sich noch der Befizer, sein Bruder und einige Bekannte befanden, traten plöglich mehrere Fremde und verlangten Bier. Herr Schlächtermeister Beeskow, dem das keineswegs Vertrauen erweckende Aeußere der fremden Gäste auffiel, lehnte das Verlangen mit dem Bemerken ab, daß bei ihm Feierabend sei. Die Fremden wollten sich indessen Die Fremden wollten sich indeffen nicht abweisen lassen; fte stellten das Verlangen nach Bier von neuem und dringender; es kam zu einem Wortwechsel, und schließlich wurden die Fremden gewaltsam aus dem Lokal ents fernt, und dasselbe geschlossen. Späterhin verließen auch die Bekannten des Herrn Beeskow das Lokal, aus welchem fich kurz zuvor dessen Bruder fortbegeben hatte. Als die Heims fehrenden faum einige Schritte auf der Straße gegangen waren, fanden sie einen leblosen Körper an dem Hinnstein liegen. Sie griffen im Finstern danach, und sofort bekam der eine einen Kopf in die Hände, in welchem ein Veffergriff steďte. Es wurde Licht herbeigebracht, und nun in dem anscheinend bereits Leblosen der Bruder des Herin Beestow er tannt, dem ein starkes Taschenmesser in den Kopf geschlagen war. Der junae Mann wurde sofort in die Wohnung geschafft, und ein Arzt herbeigeholt, welcher zunächst das Meffer aus der Wunde entfernen mußte. Daffelbe war mit solcher Gewalt geführt worden, daß zwei fräftige Männer erforderlich waren, um es herauszuziehen. Wie fich inzwischen herausgestellt, hat Der Schwerverlette, vermuthlich infolge eines vor Schreck eingetretenen Schlaganfalls die Sprache verloren. Zur Ermittelung fehlt bis jetzt noch jede fichere Spur. Mehrere Verdächtige find zwar bereits verbaftet gewesen; dieselben mußten aber stets wieder wegen Mangels an Beweis entlassen werden. Der Zustand des Berlegten giebt zu den schwersten Bedenken Veranlassung. N. Die städtischen Kanalisations- Arbeiten haben in Folge des Frostes am gestrigen Tage ihr Ende erreicht und find die Arbeiter bereits sämmtlich abgelohnt worden. Die aufgeworfenen Kanalisations Gruben werden heute zugeschüttet und die Bau- Buden und Bretter- Vorschläge in den Straßen abgeriffen bis im Frühjahr weiter gebuddelt wird. N. Entbindung im Eisenbahn- Waggon. Die underehelichte Karoline Viener, welche heut früh mit dem Sechßuhr zuge aus ihrer Heimath Schwedt a. D. auf dem Schlesischen Bahnhof hier anfam, wurde furz vor der Einfahrt in die Bahnhofshalle von Geburtswehen überrascht und gleich darauf von einem jungen Weltbürger glüdlich entbunden. Da die M. ohne jegliche Subsistenzmittel war, wurden Mutter und Kind nach der Charitee überführt. r. Die Ausnutung billiger Arbeitskräfte wird noch immer von vielen Leuten in einer geradezu frivolen Art betrieben. Seit die Unternehmer nicht mehr in so umfangreichem Maße wie früher versuchen, die Lehrlinge zu allerlei Arbeiten, die mit der Erlernung ihres Berufes nichts zu thun haben, heranzuziehen, hat fich eine andere Einrichtung in nicht minder bedenklicher Weise herausgebildet, nämlich die der Arbeitsburschen. Junge, laum den Knabenschuhen entwachsene Menschen werden mit der Beförderung von Laften mittelst Tragekörben, Handwagen und in ähnlicher Weise beschäftigt, daß die damit verbundene Anstrengung das Maß ihrer förperlichen Kräfte weit überschreitet. Am Donnerstag Abend trug so ein Arbeitsbursche, der etwa 15 bis 16 Jahre zählen mochte, eine größere Partie Blechwaaren in einem Korbe auf den Schultern die Dranienstraße entlang. War die Lait schon an fich eine beträchtliche und die Kräfte des jungen Menschen weit übersteigende, fo war es bei der durch Schneefall erzeugten Glätte kein Wunder, daß jener plöglich zu Falle tam und die Blechwaaren aus dem großen offenen Korbe auf die Straße tollten. Diese Waaren, sogenannte Bazar- Gegenstände, die man ohne Schaden für ihre äußere Form faum scharf onsehen darf, waren durch diesen Unfall natürlich stark ramponirt und man fonnte bem weinenden Jungen glauben, daß sein Brins zipal fich durch Kürzung von dem Wochenlohn des Jungen entschädigen werde. Ein Fuhrmann, der seine widerspen ftigen Pferde zu scharf antreibt, um fte zu einer größeren, augenblidlichen Kraftleistung zu bewegen, läuft Gefahr, wegen Thierquälerei polizeilich und gerichtlich bestraft zu werden. Was geschieht aber einem Prinzipal, der die unvernünftigsten Anforderungen an die Kräfte seiner Arbeiter stellt? " erfchei Berlin Ginzel William Jones, welcher bekanntlich am 19. Nov. 1881 Charles J. Guiteau, den Mörder des Präsidenten Garfield, im Gefängniß in Washington zu erschießen versuchte, ist vorlegte Woche im Kriminalgericht in Washington auf die Anklage des versuchten Mordes prozessirt und von den Geschworenen freis gesprochen worden. Die Untersuchung hat also nur drei Jahre gedauert! Ein Verbrecherleben. Am Montag Abend wurde, wie unseren Lesern in der lesten Nummer unferer Zeitung bereits mitgetheilt, einer Dame aus Forst beim Verlassen des Opern bauses in der Garderobe ihr Portemonnaie mit 270 Wart Inhalt aus der Kleidertasche gestohlen, der Dieb aber von der Bestohlenen sofort erkannt und in der Person des vielfach vorbestraften Taschendiebes Meinhardt zur haft gebracht. Der Ergriffene, ein bereits 64jäh iger Mann, hat, wie die Ger. Beitung" schreibt, nicht weniger denn 27 Jahre in Buchthäusern Strafe verbüßt und somit nur 37 Jahre seines Lebens in Freiheit zugebracht. Dieser Senior der Berliner Taschendiebe, welcher wegen seiner notorischen Ungeschicklichkeit in Diesem Spezial- Diebesgeschäft von feinem Genoffen der Berliner Taschendiebszunft geachtet, ja taum getannt wird, hat nun in der That bei Ausübung seiner verbrecherischen Thäs tigkeit das Mißgeschick gehabt, seit dem Jahre 1854, von welcher Beit ab feine erste Bestrafung wegen Taschendiebstahls datirt, nur drei Jahre die goldene Freiheit zu genießen, während er, wie schon oben erwähnt, in diesem Zeitraume von 30 Jahren gerade 27 Sabre in furzer Reihenfolge Suchthaus ftrafen abfigen mußte. Als ein Taschendieb, der wirklich von einem persönlichen Mißgeschick verfolgt wird, ist Meinhardt allen Kriminalkommissaren am Moltenmarkt bekannt, und es mögen auch folgende gerichtliche Erkenntnisse dafür sprechen: Im auch folgende gerichtliche Erkenntnisse dafür sprechen: Im Frühjahr 1875 stahl Meinhardt einer Dame vor dem Quaas'schen Runstgeschäft an der Stechbahn ein Bortemonnaie mit 2 Bfg., fünfjährigen Buchthausstrafe verurtheilt. wurde ertappt und mit Rücksicht auf seine Vorstrafen zu einer Anfangs Oftober r. Der Schnee ist auf unseren Wochenmärkten eine recht unbequeme Erscheinung. Die Bezabiuug an den einzelnen Verkaufsständen erfolgt fast ausnahmslos von Hand zu Hand und hierbei ist es fast unvermeidlich, daß hie und da ein Geldstück zu Boden fällt. Bei jedem anderen Zustande der Witterung ist so ein fleiner Unfall nicht schlimm, aber der weiche Schnee verschlingt Münzen von kleinerem Umfange gewöhnlich rettungslos und alles Suchen und Durchwühlen des Schnee's ist in solchen Fällen vergeblich. In den legten Tagen Tonnte man auf den Märkten ungemein häufig Händler und Käu, er gemeinsam bei der undankbaren Arbeit des Schneefebens sehen, das auch diesen Fällen den eng mit ihm verbundenen Begriff der Resultatlosigkeit nicht ein büßte. Es wäre den Händlern zu empfehlen, wenn fie zur Aufzählung des Geldes ein entsprechendes Pläßchen auf ihren Verkaufstischen frelließen, damit das unbequeme Bahlen von Hand zu hand unnöthig würde. a. Ein Militär- Invalide war am 3. d. M. aus Liegnitz tommend, auf einem hiesigen Stadtbahnhofe, ob es Bahnhof Alexanderplat oder Friedrichstraße war, vermochte er fich nicht mehr zu befinnen, abgeftiegen und hatte sich mit seinem Koffer in ein in der Nähe des Bahnhofes belegenes Kellerlokal bes geben, um sich zu reftauriren, als er fich sodann die Stadt bes jeben wollte, ließ er den Koffer zur Aufbewahrung im Lokal zurüid, das er bei seiner Rückkehr nicht wieder finden konnte, ba er hier gänzlich unbekannt war, und er mußte ohne den felben abreifen. Der Koffer, welcher Bekleidungsgegenstände enthält, ist mit grauer Leinewand überzogen und hat ein gelbes Meffingschloß, fowie lederne Handgriffe, auf welchem eine BoftViel aufgabemarle Dt. Krone- Schneidemühl aufgeklebt ist. leicht führen diese Beilen zur Ermittelung des Lokals, deffen Inhaber weitere Mittheilungen an das Kriminalfommiffariat machen wolle. Vermischtes. Fü eröffnen ( pro 933 lichen S Straße 4 De bes ho 11 Don D in ber Bratis Di acht S auch beigege U nen, b fein Bergni Ferry Bergn zufchla Stuttgart, 20. November. Wir haben seiner Beit ge meldet, daß das am 2. d. Mis. ftattgehabte großartige Be gräbniß Dr. Dults in musterhafter Ordnung verlaufen fel Um so mehr muß es überraschen, wenn man jest nachträglich von den ausgedehnten militärischen und polizeilichen Vor fichtsmaßregeln erfährt, über welche der Bolts- Beitung" folgendermaßen berichtet wird: Vom Vom Vormittagsappell bis Nachmittags 5 Uhr mußte sämmtliches Militär der württembergischen Hauptstadt in den Kasernen verbleiben Difiziere wie Mannschaften, und Keiner durfte nur zum Mittagessen dieselbe verlaffen. Sogar ein Kapell meister, der für diesen Sonntag Nachmittag ein Konzert zugesagt hatte, durfte erst um 5 Uhr seinem Versprechen nach tommen. Ein Theil der Infanterie war angetreten und soll sogar eine Anzahl scharfer Patronen erhalten haben. Eine Abtheilung Heiter stand die ganze Zeit neben den gefattelten Pferden, um jeden Augenblid zum Auffigen bereit zu sein. Dazu kam noch die Einziehung der ganzen Gendarmerie bis auf stundenweite Entfernung; in der Nacht kamen die würt tembergischen Landjäger von allen Seiten in die Hauptstadt eingerüdt und am Montag früh wußte die Behörde in Göpping gen selbst noch nicht, warum ihre zwei Gendarmen in der Nacht Dom Sonnabend zum Sonntag nach Stuttgart gemußt. Gen darmerie Major und der Gendarmerie- Oberst waren die ganze Beit mit dem größten Diensteifer auf dem Plate. Ersterer fuhr mit noch einem uniformirten Beamten in einem zweispännigen Wagen vor das Trauerhaus, um daselbst die Üleberwachung zu leiten. Die ganze Nacht hatten Militärpatrouillen die Stadt durchzogen. Vor dem Abgange des Zuges wurden die herbeis gebrachten Kränze und Schleifen einer genauen Musterung unterzogen, die vielen rothen Schleifen gerügt, ein Kranz mit Widmung durfte nicht öffentlich getragen, sondern nur im ge schlossenen Wagen mitgenommen werden, weil in großer gol bener Schrift das Wort„ Sozialdemokratie" auf der breiten Schleife stand. Sogar die rothen Blümchen, welche Biele in dem Knopfloch trugen, wurden üb.l vermerkt. Vor dem Bahn hofe aber hatte die ganze Polizeimannschaft der Hauptstadt, sowie die eingezogene Gendarmerie Wache zu halten. 1880 hatte Meinhardt die Strafe verbüßt und kehrte als geborener und hier ortsangehöriger Berliner nach Berlin zurück. Auf der Kriminal- Abtheilung am Moltenmarkt mußte er sich, als unter Polizeiaufsicht stehend, melden, wo Meinhardt unter vielen Betheuerungen versprach, nunmehr ,, uff seine ollen Dage" nicht mehr stehlen zu wollen. Ein zufällig auf dem Kiminalgangenheit des alten Sünders gehört und trotzdem Mitleid mit Kommiffariat als Beuge anwesender Kaufmann, der die Ver ihm hatte, machte ihm den Vorschlag, bei ihm zur Begleitung eines Gepäckwagens, der täglich durch die Straßen fährt, als Schaffner einzutreten. Drei Tage verblieb Weinhardt unter gewissenhafter Erfüllung seiner Pflicht in dieser Stellung; am vierten Tage, einem Sonntage, begab er sich zum Besuche einer Schwester nach der Chausseestraße, bestieg dort einen Pferdebahnwagen und benugte die Gelegenheit, um einer Dame aus ihrem Baletot beim Besteigen des Pferdebahnwagens ein Bor temonnaie mit 1 Mf. 50 Bf. Inhalt zu entwenden. Hierbei Oftober 1880 von der zweiten Straffammer des Landgerichts ergriffen, wurde dem nicht mehr zu bessernden Langfinger Ende I abermals eine vierjährige Buchthausstrafe zudiktirt, die er anfangs November d. J. in dem Buchthause zu Brandenburg a. Havel verbüßt hatte; er wurte wiederum nach Berlin entlaffen. Acht Tage erfreute sich Meinhardt nach längerer Beit wieder einmal der Freiheit, als der Hang nach fremdem Gute ihn am legten Montag in den Vorraum des Opernhauses trieb, wo er, wie schon eingangs erwähnt, bei Verübung eines neuen Diebstahls überrascht und nach dem Moltenmarkt transportirt wurde. Als alter Bekannter stand er am Dienstag Morgen vor den Kriminal- Stommiffarien. Meinhardt schilderte den Beamten seine traurige Lage, in welcher er fich befand, als bie wenigen Wait, die er als Ueberverdienst von der Strafs taffe ausgezahlt, in wenigen Tagen hier verausgabt hatte, und wie es ihm als alten efelgrau gewordenen Rerl" nicht mehr möglich sei, ohne Atteste, ohne Empfehlung sich hier eine Stellung zu suchen. Es sei ihm daher nur übrig geblieben, wieder zu stehlen. Nach seiner Versicherung sei dies sein erstes Debüt nach verbüßter Strafe wieder gewesen; aber seine Hände feien, wie er hinzufügte, so ftolperig" gewesen, daß er fich nicht wundere, wenn er bei der That ergriffen worden. Der alte Zuchthausbruder wurde darauf zum Untersuchungsgefäng niß nach loabit eingeliefert, nachdem er noch einem Kriminal beamten die Worte zugerufen: Mir ollen Esel werden Sie wohl hier nicht wieder zu sehen kriegen." g. Während eine große Anzahl von beschäftigungslofen Personen durch den ersten starken Schneefall bei der Straßenreinigung und bei der Pferdeeisenbahn- Gesellschaft Lohn und Brod findet, sind die Hunderte und aber Hunderte von Bauhandwerkern, besonders jene an den öffentlichen Bauten, um ihren Verdienst gelommen. So ist der größte Theil der Arbeiten auf dem Terrain des neuen Reichstagsgebäudes, den städtischen Markthallenbauten 2c. mit dem gestrigen Tage ein geftellt und viele, viele Abeiter bis zu einem Umschwung der Witterung enilaffen worden. Auf der weiten Fläche des BauTerrains am Königsplatz steht es mit einem Male verödet aus, dort, wo sich bis zum gestrigen Tage noch ein äußerst reges Leben entwidelt hatte. Bleibt die gegenwärtige Witterung bet und können die unterbrochenen Aibeiten nicht wieder aufge nommen werden. was durchaus nicht unwahrscheinlich ist so wird auch nicht die Anfangs gehegte Absicht der Reichstags bauverwaltung in Erfüllung gebracht werden können, noch in diesem Jahre den größten Theil der Fundamente und ein Theil des Kellermauerweits herzustellen. Man weiß, daß dieses Borhaben besonders durch den sehr schlechten Baugrund ver eitelt worden ist, welcher einen großen Beitaufwand bei Legung des Fundaments erfordert. Db noch in diesem Jahre mit dem Abbruch des stehen gebliebenen Theils des ehemaligen des ehemaligen Raczynski'schen Palais vorgegangen wird, froßdem das neue Gebäude für das Baubureau nahezu vollständig fertiggestellt ist, erscheint durch den schnellen Witterungswechsel fraglich. r. Apotheken- Diebe. Eine ganz besondere Spezies von Spizbuben, die es sich zur Aufgabe gemacht zu haben scheint, ausschließlich Apothefen zum Schauplage ihrer Thätigkeit zu machen, versezt die Apothekenbeftger in fleineren Städten in Besorgniß. Die polizeilichen Recherchen sollen Anhaltsmomente Dafür ergeben haben, daß der" Siz der Gefellschaft" dieser Diebesbande in Berlin zu suchen ist. In den Monaten Sep tember und Oktober wurden in zahlreichen Apotheken in Bommern und Westpreußen Einbruchsdiebstähle verübt, namentlich in Freienwalde, Solbergermünde, Naugard in Pommern, Friedeberg N/ M., Basewall, Angermünde, Greiffenhagen und an anderen Drten. Bei allen Diebstählen ließ sich eine einheitliche Geschäftsproris der Spizbuben erkennen. Für Einbrecher bieten die Apotheken allerdings günstige Chancen. Es fällt nicht auf, wenn in der Nacht vor der Thüre fich Jemand längere Beit aufhält; auch ein Lichtschimmer in den Räumen ber Apothele mitten in der Nacht ist nichts Ungewöhnliches. Außer durch diese Umstände werden die Spigbuben auch sonst noch vom Glüd begünstigt. In der Nähe von Danzig gelang vor einigen Tagen einem der Einbrecher, der bei der That and fi eine ro über ha Lyon Runba ber ftimmt Zong Gamb Brogr unter f Babe 20 Sieben blinde Geschwister. Bei der vor einigen Tagen linge der Blindenanstalt durch den Herrn Profeffor Sämiſch in Düren abgehaltenen augenärztlichen Untersuchung der Bög aus Bonn gelangte auch ein Bögling zur Untersuchung, wel cher blindgeboren und auch noch fleben blinde Geschwister su seinen Leidensgefährten zählt. Der Vater, ein in Mülheim a. d. Ruhr wohnender Tagelöhner, war zweimal verheirathet, und beide Frauen waren auch Schwestern. Aus diesex beiden Ehen find im Ganzen 16 Rinder hervorgegangen, und zwar acht sehende und acht blinde, alle blind geboren. Das Me aber nach der ,, Germ." das, daß in ganz regelmäßiger Reihen folge auf jedes sehend geborene Rind ein blind geborenes Kind folgte. Zur Zeit leben noch vier der todten Geschwister, und zwar drei in Mühlheim a. d. N., einer als Drganist, einer als Klavierstimmer und Stuhlflechter und ein Mädchen, welches eine Stridschule leitet; der jüngste Bruder befindet sich noch zur Ausbildung in der Anstalt. R Rich Sp bentit jungen 30 S welche batte Der N zu pet Den n große filbite entgeg wollte Sperrte wird find nicht auf Rosen gebettet. Von vielen anderen abgesehen, Journalistische Galle. Die Redakteure im ferneren Weften find die Ansprüche, welche die Leserwelt an den Inhalt ihrer Blätter stellt, faum zu befriedigen, und man begreift daher, wenn ein Redakteur einmal in den Harnisch geräth und seinen Lesern derb den Tert liest, wie es derjenige von der Freien Breffe" in Minneapolis neuerdings folgendermaßen thut: Wir find gewiß dankbar, wenn unsere Leser uns über jeden befon deren Vorfall in deutschen Familien benachrichtigen; wenn aber eine deutsche Dame, weil ein gewisses frohes Ereigniß in ihrer Familie bei uns nicht erwähnt war, dem Beitungsträger fagen läßt, fte wolle das Schundblatt" nicht mehr haben, so thut es uns leid, diese Dame" in das Geschlecht der Oberkaffern N. Feuerbericht. Die Feuerwehr wurde gestern um die 5. Nachmittagstunde nach dem Hause Neue Friedrichstr. 5 ge Bottlatus durch Unvorsichtigkeit ein Feuer ausgebrochen war rufen, woselbst in der dort belegenen Wohnung einer Frau und zum Theil das Mobiliar mit in Brand gesezt hatte. Beim Eintreffen der Feuerwehr war die eigentliche Gefahr bereits durch die Hausbewohner befeitigt, so daß die alarmitten Züge nach Beendigung einiger Aufräumungsarbeiten wieder in ibre Depots abrüden konnten. Gerichts- Zeitung. Eisenach, 20. November. Bei dem allgemeinen Aufsehen, welches im Juli d. J. die Verhaftung des faufmännis schen Direktors der Dernbacher Buckerfabrit und damaligen Landtagsabgeordneten Dekar Dittmar, so wie der bald danach im höchsten Superlatio rechnen zu müssen." Briefkaften der Redaktion. Krizz Gr., Waldemarstr. Rüdersdorferstr. 61. F. 30. In nächster Nummer. 6. F. Monatlich 150 Mart. S. M. Sie erhalten brieflichen Bescheid. W. 22. Ja, Sie müssen bezahlen. Verantwortlicher Redakteur N. Gron beim in Berlin. Druck und Verlag von War Bading in BerlinSW. Beuthstraße 2. Bu fri nicht nicht Gefell Bimm Wiebe P bre bas H feinem " "