ellte B en und uch' zlichkeit : und zpe verabj , an E vom Mi ind Bei »er Eltein „Unter! ;fjS«4 , wo die 1) tiefer Enn» Braunsti� n vom W« ! auf eine» !heilt wuile rnahme da henen SM Matrose,� vor den W er seine Sonnabend, 29. November 1884. L Jahrg. haben zu d aus »er,. Cb R-ei JLHzorne ihm De** enen spra» Strang vern Hon. des Mür Zermögen verlangt� ?en iß. icht verl» itgebers* Enlschad>S< tlaffung itt5 ist für W Ersatz.� e wir leine' !hat»acke Zi en. Ein' endig sA dt üderfieA lchtlich geps worden, i' r Uebcrznn c des pre� Äckgl-gteeN' tung anbelle zu'*"?! inen©WJ1 43, 44 � Abommtllts-Wllladkllg. Är den . Monat Dezember �inen wir ein neues Abonnement auf daS ..Berliner Volksblatt". eiret ins hauS kostet daffelbe nunmehr . 1 Mark 35 Pfg. L? �»che 35 Pfennige). Bestellungen werden von sammt- oeitungospediteuren, sowie in der Expedstion, Zimmer- nöibige S B,. SW R'ä h!L%&#k:w" nationale Ausstellung gelten lasten /st- G �, �. u>eil das große Jahr ein Jahr Frankreichs und Enis*? l'WÄ & «f Beweis z" ienen. iW ralhet. man r-uji SÄ.�3 der«. Amtsie 9)0% jtn 't gratulstl' m&A ineS w, darin% ISfW S !gen *%&> Ti"1, Lrgan für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliner Volksblatt' �scheint täglich Morgens außer nach Sonn» und Festtage«. Abonnemwtsprei« für �iia frei m's Haus vierteljährlich 3 Mark, monatlich 1 Mark, wöchentlich 25 Pf. �»jetae Nummer« 6 Pf. Postabonnement pro Quartal 3 Mark.(Eingetragen im VUL Nachtrage der PostzeitungSpreisliste unter Nr. 719a.) InsertionSgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größere» Aufträge» hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werde« bis 4 Uhr Nachmittag« in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von alle« Annonce«« Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. WedaKtion unö GXpeöMon WerRn SW., Aimmerftraße 44. , angenommen. ba k? neuen Abonnenten wird der bisher erschienene Theil hbchintereffanten und spannenden RomanS �'.Gesucht und gefunden" Dux gegen Vorzeigung der Abonnements- Quittung � Expedttion, Zimmerstraße 44, v-tiz verabfolgt. vom I. Dezember ab täglich mtt wird derselben wöchentlich eine reich Mt �«Zeitung erscheint �ten TeA, und wü u illustrirte Sonntagsbeilage �S«bm werden. �ur recht zahlreiches Abonnement bittet Die«edattton und Expedttion de« „Berliner Boltsblatt" die Weltausstellung)u Paris 1889. � Schöll vor einigen Jahren tauchte in Pari» der Ge- LAM, zur Feier de« hundertste» Jahrestag« der großen � dlttchev Revolution eine Weltausstellung zu veranstalten. iJistSe» erklärten sich verschiedene Nationalfanatiker, die �»e nationale Ausstellung� gelten__ lassen Ji"« Franlreichs Feier sei und sein solle. �'�er Anstcht entgegen ist aber nunmehr beschlossen Kim Präsidenten der französischen Republik be- kjr �den, daß vom K. Mai 1889 biS zum 31. Okiober Kl. o �hre« eine Weltausstellung im größten finden soll. Hlet» e®aW'e den neuen Gästen nicht ebrn al« Willkommen Mann" er- die Höhe Ä Es waren zwei Reiter, welche Einlaß begehr die Zügel ihrer Pselde vom bereits dem Haus- Wirlh ein stiacht- cberraF'*? �iet'tt8t6tn und verlangten rilung"K können Sie im„rothen Mann" so gut haben, wie °uf der Welt," antwortete der Wirth. .** Kamin fitzenden Herren schienen mcht Aii,.?°"l>inehm derüh.t zu sein durch den Besuch, als rK%«s war, d.nn erstens brachten die Herren, C eine Menge Kälte mit in's Zmmer, )»>.< 3(0X4# �' Ctnc aJiCHöC juUIC"»U in o O lnuiex, � T"�'lne Menge Schnee, welcher aus ihren Mänteln Nie• siel und auf dem Boden große Wasscilachen er« 3 int,.İ endlich störten sie die Unterhaltung, welche eben ?)llvuN°ns»u werden veisprach, da Mr. Hancoc von einem %?»n iprechen wollte. Die beiden Fremden na� /.utsernlen Tische Platz..Jever Besuch d.e.eS .. kil Wui,« Z sermen �„cve Piap. yoey"" Xr" dmn" d�andstmß�'welche'h»r vorbeiführte. '*3." laimtü. Aus beiden Fremden viesem Grunde eine besondere i-B � wir ein Abendessen haben?" fragte der Eine K? Ä-Ä ÄS uns," antwortete einer der Reisenden. Geb«« � tin iat Fleisch und die Pastete dort, und vor allen L KrÄ lKla» Punsch." Ä! s'in wn?. �lgte der Aufforderung mit etwaS Widerwillen, schlaf war unterbrochen worden,, und fern JÄ"«'Säu"ä �l>t, gab er sich wieder der Hoffnung hin, jetzt zur sie sind vielmehr durchaus internationale, für alle Kaltur- Nationen wirksame gewesen. Seit der französischen Revolution, nannten dritten Stand, den Stand der stellte dem ersten und zweiten Stande, Industrie entwickeln können. findungsgeist wurde zu nie welche den söge» „Bürger", gleich- hat sich erst die Der UnternehmungS- und Er- geahnter Höhe emporgehoben und so ist die erste große französische Revolution im ge- wissen Sinne die Geburtshelferin aller der herrlichen, luvst- volle« Produkte, die auf einer Ausstellung die Sinne ge- fangen halten. Die gute starke Helferin beim Eintritt ins moderne Leben an ihrem hundertsten Geburtstage zu ehren, das ist die Aufgabe dieser Weltausstellung! Alle Nationen haben zu dieser Verehrung beizutragen; es ist ihre Pflicht, durch ihr bestes Wollen, durch ihr bestes Können im edle», friedlichen Wettstreite um die Palme zu ringen und weiter zu bauen auf dem Grunde, den das große Jahr 1789 gelegt hat. Und nicht vur sollen die Nationen der aufblühenden Industrie nnd der Kunst an jenem Völkerfdste gedenken, welche« 1889 in Paris abgehalten werden wird, sie sollen auch des großen Wahrspruchs der großen Revolution ein- gedenk sein: „Liberte, egalitfi, fraternitö!" Freiheit dem Einzelne», Gleichheit gegenüber alle» poli- tischen und wirthschaftlichen Gesetzen, Brüderlichkeit unter den Völkern des EidballeS, wie unter den Genosse« der einzelnen Nationen. Schon dieser Gedanke, so fern auch seine Verwirklich- ung liege« mag, soll uns froh stimmen. Dabei ist aber auch nicht zu vergessen, daß eine Regierung, welche ein solches Weil plant, wie die 1889A Ausstellung, lediglich von FrirdenSgedanken erfüllt ist, und daß vor solchem Friedens- werke allrS Iievanchi-geschrei verstummt. Eine solche Weltausstellung ist eine viel größere FriedevSgewähr, al« alle ossiziösen und offizielle« Versicherungen. Paris selbst aber geht fünf Jahren lebhafter und für zahlreiche Arbeiter lohnender Arbeit entgegen. Nehmen aber die Jndustritllen aller Länder die Sache ernst, so wird auch überall durch das Ringen nach den beste» Erzeugnissen sich ein Aufschwung zeigen— hier größer, dort kleiner, aber nirgendwo ganz fehlend. Aber auch das Gefühl dcS sicheren Frieden» auf Jahre hinaus wird auf Handel und Jaduprie günstig ein- wnke«. Deutschland hat nun fünf Jahre lang Zeit, sich auf den friedlichen Wetrkampf mit den übrigen Kultur- Nationen vorzubereiten; e S hat allerdings einige Ruhe gekommen zu fein; darin aber täuschte er sich. Eimr der beiden Reisenden winkte ihn zu sich, erhob sich und nahm ihn bei Seite. „Herr Wirth." sagte er,„wir stnd Fremde." „Das sehe ich!" war die mürrische Antwort. „Ich meine, wir stnd mit den Gebräuchen hier in der An- statt nicht vertraut." „Das glaube ich I" „Wir haben Eile." „Das scheint nicht, den» Sie wollen ja zur Nacht bleiben." „Ich meine, daß ich heute Abend noch wünsche, den Chef- arzt der Anstalt zu sprechen." „So l" fragte der W'.rth gedehnt. Sie thäten besser, daS bis morgen zu versch'ebcn," „ES ist eine Sache, welche mich sehr interesfirt, Herr Wirth, und meine Ungeduld würde mich die Nacht nicht schlafen lassen. Nur, wenn Sie mir sagen, daß eö absolut unmöglich wäre, heute Abend noch Mr. Gesserson, den Chef- Artt. zu sprechen, würde ich mich bis morgen gedulden müssen." „Unmöglich ist daS nicht, denn Mr. Gefferson fitzt da drüben am Tische, und wenn eS Dinge stnd, die er beantworten kann, ohne in seinem Km versationszimmcr zu sein, so können Sie fich ja sofort an ihn wenden."_ „Ah, das freut mich! rief der junge Mann hastig. „Wollen Sie nicht die Güte haben, mich Mr. Gefferson vor- lachte der Wirth höhnisch.„Kenne ich Sie denn?" „Ach so! Gut! So fragen Sie den Herrn, ob er geneigt sei. Jemanden, der eine dringende Frage an ihn zu richten hat, anzudoren�i�� gch langsamen Schrittes an den Tisch der Stammgäste und flüsterte dem Arzt etwas zu. Mit unge- duldiger Erwaitung harrte der junge Mann des Resultats. Endlich wandte fich der Arzt langsam um. „Sie wünschen, mein Herr?" rief er dem in einiger Cnt- fernung Stehenden zu. Der Fremde trat an ihn heran. „Herr Direktor." begann rr,„ich bin der Baronet Felrx O'Brian.".,. Der Direktor sagte gleichgültig: �Jch�glaub�S, ich bin eben fremd in dieser Gegend. Scharten aixSzuwetze«, doch wird da» nicht schwierig sein, wenn die Hauvt.träger der deutsche« Industrie mit Ernst an« Werk gehen. Dabei darf natürlich nicht gespart und geknickert wer» de«, wie da« sonst in Deutschland leider üblich ist. Ei« gute« Jndustrieprodukt kann nur au» gutem Rohmaterial und durch gut bezahlte Arbeit geschaffen werden. An Stelle der Parole: „Billig und schlecht" darf nun freilich nicht die Parole: „Theuer und gut" treten, sondern e» muß heißen:„Gut der reellen Preise n." Damit wird unsere Industrie vorwärts komme« und auf der Weltausstellung Achtung sich erringen. Mit Befriedigung können wir mttrherle«, daß da» Deutsche Reich zuerst von alle« andere« Staate« von der französischen Republik über seine Haltung zu der geplanten Weltausstellung befragt, sofort ferne rück» haltloseste Mitwirkung bei derselben in Ausficht gestellt hat. E« verlautet sogar, daß da« Deutsche Reich die Sache der Pariser Weltausstellung bei Rußland und Oesterreich warm empfohlen habe. So wird dre Wettausstellung wohl gewiß eme ' 1« werden, vielleicht ei» Verbrüderungsfest der lationen. Und einige Jahre später, um auf unsere Liebliagsidee zurückzukommen, wird dann endlich auch Deutschland seiae Weltausstellung haben, die Weltausstellung zu Berlin. poMsch« Il-d-rSchi. Der Aufruf des neugegründeten nationalliberale» Verein» in Berlin ist nunmehr erschienen. Nach demselben wurden laufende(?) der Wähler Berlins vor den Gewissen«» zwang der Wahl zwischen Kandidalen der extremsten politischer» und sozialen Rittungea gestellt. DaS darf nickt länger so bleiben! Siraffe Organisation und ausvauernde Pflichterfüllung wird unsere Partei zum Siege führen. Die Unterzeichneten find deshalb in Uebereinstimmung mit zahlreichen GcfinnungS- genoffen zu einem„Nationalliberalen Bei ein" zusa mmengetteten und fordern die gleichgestnnten Bewohner Berlins und der Umgegend zum Beiditt auf. Da? Programm der Paitet ist daS der parlamentarischen nationalliberalen Paitei, welches in der Parteioersammlung vom 18. Mai dieses Jährt« angenommen und bestätiat wurde. Das definitive Statut wird m einer dazu berufenen Versammlung scstaestellt werden. Folgen die Unterschriften.— Die Herren haben einem„langst gefühlte« Bedürfnrß" Rechnung getrogen. Wir können aber aus eigener Anschauung konstatiren, daß außer den Gründern des bereaten Vereins Niemand ein deraitigcS Bedürfniß verspürt hat. Die politische Situation ist schon ohnehin dunkel genug, die Bei» Mich führt daS Interesse her, das ich an einer Person nehme, welche Bewohnerin Ihrer Anstatt ist." „Das Interesse muß ein sehr warmeS sein, mein Herr," gab der Arzt spöltrsch zurück,„da sie bei so kaltem Wetter und in der Nachr hierher reiten, und noch dazu Ihre Ungeduld nicht biS morgen zu zügeln vermögen." „Verzeihen Sie, mein Herr, Sie werden meine Ungeduld begreiflich finden, wenn ich Ihnen sage, daß die Person, über welche ich um Auskunft bitte, meine Mutter ist." „Ach, so, so! Ihre Mutter ist in der Anstalt?" „Ja!" Da alle Anwesenden diesem Gespräch zuhörten, hielt O'Brian es für geraihener, dm Direktor zu bitten, ihm einige Worte unter vier Augen zu gestalten. Unter andere» Um- ständen würde der Direktor von Betheöda einer solchm Aufforderung schwerlich Folge geleistet haben, indessen der junge Mann gefiel ihm. Es war ein hübscher Jüngling und vor» angenehmen und feinen Manieren, uno der Gegenstand, welchen er angereat hatte, war ihm nicht minder interessant. Er trat also mit O'Brian auf die Seite. „Wer brachte Ihre Mutter in die Anstalt?" fragte et „Das weiß ich nicht, mein Herr!" war die Antwort „Sie wissen es nicht?"— Der Arzt betrachtete ihn«st forschenden Blicken. „Herr Baronet." sagte er dann,„es dürfte Ihnen bekannt sein, daß wir über keinen der Kranken unserer Anstatt an U«- betheiligie Auekunft erlheilen." „Ist denn der Sohn unberechtigt, über das Befinden der Mutter Auskunft zu verlangen?" „Auskunft zu verlangen ist nur Derjmige berechtigt. welcher den Kranken hierher lieferte, oder für denselben die Alimente b.-zahlt." „Welchen Zweck hat diese harte Maßregel?" „Das will ich Ihnen sagen: wir hoben in unserer Anstakt nur Personen hödeier Stände. Nicht Jeder, welcher zu un» kommt, ist sein Leben lang wahnsinnig. Es wird Mancher«- heilt und Mancher enllaffen und er tritt wieder in vre aroie Welt, aus welcher er fich einige Zeit entfernt hatte- GLuibnt Sie, es wäre der beireffenden Person angenehm, wenn all» Welt wüßte, daß fit so lange im Jrrenhause war?" ...".Sie habm Recht.«S mm vorkommen, daß die»«- SMKZZMUM liner Bürger trogen kein Verlangen, dieselbe durch den Däm- merungsliberaliemuS noch mehr verdunkeln zu lassen. Dem Reichotagsabaeordueten Bebel ist. wie die„V- Ztg." hört, nunmehr die Anklageschrift in dem sogenann- ren„stopenhagener Prozeß" von dem Landgericht zu Chemnitz zugestellt worden. Es handelt fich bekanntlich um ein Vergehen, welches durch Gründung geheimer Verbin- düngen§8 128, 129 des Strafgesetzbuchs begangen sein soll. soll. Die übrigen angeklagten sozialdemokratischen Reichstags- abgeordneten Auer, Dictz, Frohme, Viereck und von Vollmar haben die Anklageschrist noch nicht erhalten. Schtltigheim(Elsaß-Lotbringen). Der frühere Redakteur des verbotenen..Echo", Herr Gotilieb, theilt der„Frankfurter Zeitung" mit, daß sein Blatt einfach freifinnig, nicht aber protestleiisch gewesen sei. Braunschweig. Der„Frkf. Ztg." wird von hier aus eine auihentische Copie deS Testamentes deS Herzogs von Braun- schweig mitgetbeilt. Dieselbe lautet: (Erste Seit« des Oklavbriefbogens.) Ich Wilhelm regierender Herzog von Braunschweig hinter- lasse hierdurch dem Prinzen Ernst von Hannover(Herzog von Cumberland) mein sämmtliches Prioatvermögcn und die Häuser in Wien und Htctzing. In Braunschweig Richemond und die Villa, dem Könige Albert von Sachsen hinterlasse Ich meine sämmtlichen Güter in Schlesten. Legate find auszuzahlen an Frau Franziska von Hodenbera geb. Gernreich 50000 Thlr., geschrieben fünfzrgtausend Thaler, und Ihrem Sohn Frantz geboren zu Breßlau getauft in Do- matschrne (Zweite Seite des Oktavbriefbogens.) Dem Finanz-Dir. Theodor von Hantelmann 20000 Thlr., dem Kammerdiener Hanke und Volturct jedem 10000 Tbaler. Meine Umgebung und Dienerschaft Empfehle ich meinem Räch- folger an der Regierung. Urkundlich meiner Eigenhändigen Unterschrift und beige- drucktem Cantzelei Siegel. Wllhelm Herzog von Braunschwcig (L. S.) Sybilenort 5. April. 1876. Heber die Höhe der Erbschaft des Herzogs von Cumber- land wird der„Post" noch geschrieben: Das Kapitalvermögen, welches der Herzo« von Cumberland erbt, mag fich auf etwa neun Millionen Mark belaufen. Dazu kommen die Häuser in Wien und Hietzing, sowie Richmond und die Villa Neu-Rich- mond. Außerdem aber wird das bedeutende Inventar hier in Blanckenburg und Sibyllenort in Anspruch genommen. Das Amtsgericht ist, wie man hört, der Meinung, daß, da dem Körige Albert von Sachsen nur der gcsammre Grundbefltz in Schlefien hinterlassen sei, dem Herzoge von Cumberland aber das gesammte Prioatvermögcn des Herzogs Wilhelm, letzterer auch die ganze Einrichtung des Schlosses Sibyllenort in An- spruch n-hmen könne. Hinfichtlich der Einrichtung der braun- schweigischen Schlösser, des Marst. lls-c. wird der Erbe, so lange er nicht die Abficht aufgegeben, als regierender Herzog hierher zu kommen, möglichst rücksichtsvoll zu Werke gehen.— Die Herren Windthorst und Bruel haben fich bereits nach Braunschweig begeben, um die Eibschafts-Angelegenhciten des Herzogs von Cumberland zu regeln. Schleswig. Wie strenge es zur Zeit milden inS ch leS- wig fich aufhaltenden und ansäifigen Dänen genommen wird, erhellt auch aus einer jüngst erlassenen Verfügung des Landraths in Hadersleben über die Eheschließung von Aus- ländern. Diese, an die Standesämter gerichtete Verfügung deginnt gleich damit, daß das„Riederlassungs-Patent" vom 5. November 1841(also jedenfalls ein dänisches Gesetz) noch in Giltigkeit ist" und demgemäß Ausländer im Allgemeinen zur Eheschließung der Genehmigung derjenigen Obrigkeit be- dürfen, in deren Bezirk st« fich aushalten. Daraufhin werden die Standesbeamten veranlaßt, strenge darauf zu halten, daß keine Eheschließung eines dänischen Staatsangehörigen vorgenommen wird, bevor nicht der Nachweis der obrigkeit- liehen Genehmigung erbracht ist." Zur Ausstellung des Er- laubnißscheins find beispielsweise im Kreise Hadersleben die Ortspolizeibehörden befugt. Da fich nicht annehmen läßt, daß der Landrath eine so wichtige Verfügung auf eigene Hand er- lassen haben wird, so muß fie wohl auf höherer Weisung bc- ruhen. Bretnerhafen. Am Schluß der Rede, welche der Reichs- kommiffar Dr. Romberg vor dem See am te in Sachen der Kolliston des„Hodenstaufen" mit der Korvette„Sophie" hielt, stellte derselbe bekanntlich den Antrag, dem Kapitän Winter, vom„Hohenstaufen" das Eckifferpatent zu entziehen.— Auf die Frage des V o r s i tz e n d e n an den Kapitän Winter, ob er noch etwas zu entgegnen wünsche, antwortete der- selbe, nach seiner besten Ueberzeugung sei die Kolliston nur durch die„Tophi e" hervorgerufen worden. Der erste Offizier, Herr Mauer, erklärt, er würde in derselben Sage ebenso gehandelt haben, wie Kapitän Winter. �„ Aus Westfalen wird der„Volks-Ztg." geschrreben:„Um die Bestrebungen zur Bekämpfung der Trunksucht zu unter- stützen hat die Regierung zu Arnsberg eine Bekanntmachung des Oberpiäfidenien von Westfalen aus dem Fahre 1841 in Erinnerung gebracht, nach welcher„Schankwiribe, die einem von der Ortspolizeibehörde ihnen als Trunkenbold bezerchneten Individuum Branntwein zu verabreichen fortfahren oder dem- selben auch nur den Aufenlhalr in der Gaststube gestatten, in eine Pobzeistrafe von 2 bis 5 Thalern genommen und bei wiederholt bewiesener Nachlässtgbil gegen die in dieser Bezie- hung auferlegten Pflichten mit Entziehung der Gewerbe-Kon- zeifion destraft werden sollen." Im Anschluß hieran trifft die Regierung debuis Herbeiführung eines gleichmäßigen Versah- rens seitens der Polizeibehörden Anordnungen, welche sehr be- zeichnend für unsere Zeit find. Wenn eine Polizeibehörde es für erforderlich erachtet, eine Person als Trunkenbold zu be- W. K.ÄÄf nehmens wird dem Trunk, älligen eine Ermahnung ertheilt, bei welcher durch schriftliche, von dem betreffenden Geistlichen(!!) mit«l vollziehende Verhandlung. ,enem eröffnet wird, daß er bei Fortsttzang sernes Lebenswandels als Trunkenbold erklärt und den Schankwirtben als solcher bezerch- net werde. Die feierliche E.klärung als Trunknbold wird, diesmal ohne Mitwirkung der Gerstlrchkert. durch eine schrisl- liche Verfügung der Ortspolizeibehörde an den Trunlfallrgen erlassen, wenn fich durch eine amtlrche Anzerge, welche auf den D i e n st e i d wahrgehaltcn werden muß, oder durch zwei unverdächtige Zeugen festgestellt wird, daß vre Ermahnung durch Polizei und Ge.stlichkett nichts geholfen JW, oder wenn die nach Anficht der Ortspolizeibehörde dem prunke ergebene im Polizeibezilke milgelheilt werden. Ob jene„Bekannt- machung' des Oberpräfidenten als eme noch zu Recht de- stehende Polizeioerordnung betrachtet werden kann, ist eme Frage, welche wohl bald zur gerichtlichen Entscheidung ge- langen wird. Wre fich die Regierung die Durchführung der Verordnung in unserem Jndustriebezirke mit seinen großen Städten und seiner wechselnden Bevölkerung vorstellt, wissen wir nicht; weder in den Städten(man denke an Dort- mund mit seinen 75,000 Einwohnern), noch in dm stark be- vöikerten ländlichen Polizeideziiten werden die Wirtbe in der Lage sein, feststellen zu können, ob die bei ihnen einkehrenden Personen auf der Liste der Trunkenbolde verzeichnet find. Die ü berweisung amtlicher Befugnisse an die O>tegerstlichkeit, daS Vorladen zu einem Termine vor Bürgermeister und Pfarrer, lns gemeinsame Urterzeichnen des Proiokolls, die Folgen, cht dem Vorgeladenen im Falle des Ausbleibens, weil er vielleicht den Pfarrer nicht als Hilfsbeamten des Bürgermeisters anerkennen will, drohm, find Dinge, welche vor wenigen Jahren nicht möglich waren, heute aber wieder zeitgemäß zu sein scheinen. Was die amtliche Anzeige mit dem Diensteide betrifft, so mag nur daran erinnert werden, daß im vorigen Jahre der einzige amtlich als Trunkenbold bezeichnete Einwohner eines westfälischen Dorfes der— Polizei- d i e n e r war."— Wir sind der Anficht, daß zur Bekämpfung der Trunksucht ganz andere Mittel nolhwendig find, als der Geistliche und der Gendarm. Es ist von der Wissenschaft längst der Nachweis geliefert, daß in Gegenden der größten Armuth die Bevölkerung vielmehr ihre Zuflucht zum Schnaps nimmt, um auf eine kurzeZeitNoth und Elendzu vergessen— als in einer Gegend, in welcher ihr Lebensstandpunkt etwas höher ist. Es folgt daraus, daß das einzige wirksame Mittel gegen die Trunkiucht die materielle Besserstellung der Lage des Volkes ist. Diese muß angestrebt werden, und wenn die Bevölkerung fich in einer besseren Lebenslage befindet, dann wird fie zu einem guten Glase Bier, sowie zu nahrhaftem Essen ihre Zuflucht nehmen und den Fusel— den Schnapsdrennern überlassen. Frankreich. Die„Agence Havas" meldet, daß die zwi- schen Frankreich und Marokko bestandenen Schwierigkeiten nun- mehr beseitigt seien, indem der Sultan in einem an den fran- zösstchen Geschäftsträger Ordeja gerichteten Schreiben die be- treffenden Maßnahmen der marokkanischen Beamten vollständig deSavouirt habe.— Gestern hat in dem Schwurgerichtssaale in Paris Madame Clovis Hugues, die Frau eines Depu- tirten von der äußersten Linken, mehrere Revolverschüsse auf einen gewissen Morin, der fie früher verleumdet hatte, ab« gefeuert. Morin ist todt.— lieber diese Angelegenheit werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Die Huguesschen Eheleute halten schon vor längerer Zeit gegen Morin als Verleumder der Madame Hugues Klage geführt. Morin hatte es jedoch verstanden, das Erkenntniß stets hinauszuschieben; so war es Sm auch bei der heutigen Gerichtefitzung gelungen, wiederum nen 14tägigen Aufschub zu erhalten. Madame Hugues bekundete hierüber eine sehr große Aufregung. Als fie nach der Sitzung, begleitet von ihrem Gatten und dem Avookaten Gatineau, De- putirten für Dreux, die Treppe des Justizpalastes herabging und Morin bemerkte, feuerte fie auf ihn 4 Revolverschüsse ab. Sie wurde sofort verhaftet und erklärte dem Polizeilommiffar, daß ste denjenigen getödtet zu haben hoffe, der fie schon seit zwei Jahren durch die schändlichste Verleumdungen zu Grunde ge- richtet habe-— Nach dem heute veröffentlichten Wochenberichte bettägt die Zahl der in Paris in der Woche vom 16. bis 22 November er. Gestorbenen 1306, darunter befinden fich 238 an der Cholera Gestorbene. Die Gesammtzahl aller vom Beginn der Epidemie an hier an der Cholera Gestorbenen be- trägt 866. Die Cholera- Epidemie ist fortgesetzt auf einzelne ungesunde, der Reinlichkeit ermangelnde Quartiere beschränkt geblieben; aus den von dem 22. d. M. ad vorliegenden Er- Hebungen ergicbt stch, daß die Epidemie in fortgesetzter Ad- nähme ist, auch in denjenigen Quartieren, wo dieselbe zuerst zum Ausbruch gelangte.— Wegen der am vorigen Sonntag im Saale Levis vorgekommenen tumultarischen Vorgänge wurden heute abermals mehrere Verhaftungen vorgenommen. MMmeuwnSckes. — Seitens der Abgeordneten v. Benda, v. Huene, von Maltzan-Gültz und Rickert, also Mitgliedern sämmtlicher großen Parteien, ist der Antrag eingebracht, eine Reihe von Etats- titeln, wie üblich, der B u d g e t- K o m m i s s i o n zur Vor- berathung zu überweisen. Die angeblich bestehende Abficht, den gesammten Etat der Budgetkommisfion zu überweisen, findet also keine Bestätigung. — In dem Spezialetat deS Reichstags find die Entschädigungen der Privateisenbahnen für die Bewilligung der freien Fahrt an die Reichstagsabgcord- neten trotz der Einschränkung der Fahrfreihett wie im letzten Etat auf 48000 Mark veranschlagt. — Das einzige dänische Mitglied des Reichstags, Ab- geordneter Junggreen, hat einen Antrag wegen Berück« fichtigung der dänischen Sprache in den Volksschulen eingebracht. — Der Abgeordnete v. Wcdell-Malchow hat einen Ge- schäftssteuer-Entwurf im Reichstage eingebracht. Der Entwurf will besteuern: Kauf-, Rückkauf-, Tausch-, Lieferungs- oder sonstige Anschaffungsgeschäfte über im Auslände zahlbare Wechsel, ausländische Banknoten oder ausländisches Papiergeld, ferner gewisse Werthpapiere oder Mengen von solchen Sachen oder Waaren jeder Art, die nach Gewicht, Maaß oder Zahl gehandelt zu werden pflegen, sofern diese Sachen oder Waaren zur Weiterveräußerung bestimmt find. Der Steuersatz soll zwei Zehntel vom Tausend vom Werth des Gegenstandes des Geschäfts in Abstufungen von je 1000 Mark oder einen Bruch- theil dieses Betrages betragen. Als Gegenstand des Geschäfts gelten nicht die Prämie, der Kurs- oder Preisunterschied, sondern die Wechsel, Banknoten oder das Papiergeld, ferner die Wertbpapiere oder die Sachen oder Waaren, auf welche das Geschäft sich bezieht. Die zu den Wertdpapiercn gehörigen Zins- oder Dividendenkoupons bleiben bei der Berechnung der Abgabe außer Betracht. Ter Werth des Gegenstandes wird durch den vereinbarten Kauf- oder Lieferungspreis, sonst durch den mittleren Börsen- oder Marktpreis am Tage des Ab- schlusses bestimmt. Ausländische Wertbe find nach den Vor- schristen wegen Erhebung des Wechselstempcls umzurechnen. Dieselbe Abgab: ist für Verabredungen zu entrichten, durch welche gegen Entgelt die Erfüllung von Geschäften der oben erwähnten Act auf einen späteren Termin verschoben wird. Ausgenommen von der im Vorstehenden vorge schrie- denen Abgabe find im Wege der Auktion zu Stande gekom- mene Kaufgeschäfte über Waaren.— Befreiungen. A. Die vorbestimmte Abgabe wird nicht erhoben: 1) falls der Werth des Gegenstandes des Geschäftes nicht mehr a's 300 M., bei Waarengeschäften nicht mehr als 10000 M. betragt; 2) für sogenannte Kontantgefckäfte über Wechsel, gemünztes oder un- gemünztes Gold oder Silber; 3| für Geschäfte über solche zur Weiterveläußerung bestimmte Sachen oder Waaren, welche von einem der Kontrahenten selbst erzeugt oder Handwerks- oder fabrikmäßig hergestellt find; 4) für Geschäfte über solche Sachen oder Waaren, welche zur Weiterveräußerung nach vor- gängiger Handwerks- oder fabrikmäßiger Be- oder Verarbeitung durch einen der Kontrahenten bestimmt find. b. Für Geschäfte über solche zur Weiterveräußerung destimmte inländische Sachen oder Waaren jrder Art, die nach Gewicht, Maß oder Zahl gehandelt zu werden pflegen, erfolgt die Erstattung der enttichteten Abgabe, wenn der Nachweis geführt wird, daß dieselben unmittelbar unter den Kontrahenten durch wirkliche Auslieferung an den Erwerber erfüllt worden find. Bei der Nachwahl tu Danzig kandidirt von liberaler Seite Schräder, von ultramontaner der Prälat Feldmesser und von konservativer Ober- Präsident von Ernst Hausen. Außerdem stellen auch die Sozialdemokraten einen eigenen Kandidaten in der Person des Lithographen I o ch e m auf. Für Saga»- Sprottau wird gemeldet, daß die Konser- vativcn wieder den Lanvrath a. D. Grafen K a n i y- Podangen aufstellen werden._ �mlumentsberickte. Deutscher Reichstag. 5. Sitzung vom 28. November Präsident v. Wedell-Piesdorff eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 23 Minuten mit den üblichen gefchäftlichen Mit- iheilungen. Am Tische des Bundesraths: die Staatssekretäre v. Böt- ticher, Dr. Stephan, Knegsminister v. Bronsart u. f. w. Ter Rechenschaftsbericht über die Handhabung deS So- zialistengesetzes ist vom Bundesrath vorgelegt worden.— Tat Haus tritt dann sofort in die Tagesordnung. Der Antrag des Abg. Dr. P o r s ch lZenttum) auf St- stirung deS gegen den Abg. Dr. Franz beim Landgericht z» Breslau schwebenden Strafverfahrens wird nach turzer Dar- legung des Sachverhalts durch den Antragsteller angenommen. Dann setzt das Haus die gestern abgebrochene General- diskulsion über den Etat und das Anleihegesetz fort. Abg. Bebel(Sozialdemokrat) befindet fich in Uebev- cinstimmung mit denjenigen Rednern der gestrigen Debatte. welche Sparsamkeit in den Ausgaben forderten. Die Linke könne aber über die Verwendung ver Einnahmm der Regierung keine Vorwürfe machen, denn fie habe ja der Regierung de« Etat bewilligt, selbst wenn es auch ein rechnerisches Defizit giebt. Die traurige Lage des Etats wurzele in allgemeine« wirthschafllichen Grundsätzen des Reiches und in den moderne« Erwerbsverhältnissen. Und wenn man auch alle nur erdenk« lichen Ersparnisse machen wolle, so reichen fie doch nicht au<. das Defizit zu decken. Die Ursache solcher Zustände liege in dem herrschenden System. Redner weist durch Zahlengruppirungen nach, daß nur durch die Militär« und Marine-Vcrwaltung die Steigerung der Ausgaben hervor- terufen sei. Während der Jnvalidenfonds sich um 1 609 000 stark vermindert habe, habe fich der allgemeine PenstonSfondS um das 2si, fache dieses Betrages erhöht; daS fei böchst charakteristisch. Das komme daher, daß zahlreiche Offizie« ziere, die noch körperlich gesund und brauchbar seien, von der Militärverwaltung ausrangirt und dem Zivildienst zugewiefe« würden. Wir haben lange keinen Krieg gehabt, es find lang» keine Offiziere eisckoffen worden, darum sucht die Regierimg auf künstlichem Wege dem Avancement nachzuhelfen,. Auf diese Welse werden fich in Zukunft diese mißlichen Verhältnisse und die Ausgaben für das Militärwesen immer mehr steigern: denn daS Kriegswesen wird in neuerer Zett wissenschaftlich be- trieben, so daß fortwährend Verbesserungen nöthla werden, i» denen alle Kulturnationen wetteifern. Heut haben wir die besten Kanonen und Gewehre, wissen aber nicht, ob fie«S morgen noch sind. Alls diese Weise werden wir bald zu einem Zustand gelangen, bei dem unseie wirthschasttichen Verhält- niffe ein entschiedenes:„Bis hierher und nicht weiter" spreche» werden. Eine Zeit lang kann man ja diese„Vogelstrauß- Politik" treiben, aber leugnen wird man doch nicht, daß die in- direkten Steuern die unteren Klassen immer am schwerste« dlücken. Der Reichskanzler, als er Bier-, Branntwein- und Tabalssteuer" als Luxuesteuer der großen Masse bezeichnete, hat das ja auch anerkannt. Dies Wort verdient festgenag«« zu werden. Mit der Steuerreform hat man den« Arderter bi» jetzt noch kein Stück Brod in die Tasche gebracht, aber ver» schiedene Stücke schon herausgenommen. Daß die Steuer- ertrage abnehmen würden, konnte die Regierung voraussehe«. hat es auch vielleicht voi ausgesehen, aber es nur nicht sag« wollen. Sie hat die Rübensteuer zu Gunsten der Landwirt»« schaft vernachlässigt; die jetzige Krists in dieser Industrie habe ich angedeutet und die Zucker>Enqu> te war überflüsfig. ist eine eigene Art von StaatssozialiSmuS, wenn man der Zucker-Jndusttie auf Kosten aller Steuerzahler Vortheil« ß* währt. Die Folgen desselben zeigen sich schon: man verlangt eine ganz enorme Erhöhung der Zölle auf landwirthschafl liche Produkte und belastet damit den kleinen Mann- Die Land« wirthschaft leidet aber nicht mehr als alle Wirlhschastszweige, den» es giebt heute keine Industrie mehr, die noch dauernd prosperirt. ausgenommen neue, erst aufblühende Industrien. Uns«» Provuktionsbedingungen find aber zu ungünstige, fie könne« nur gebessert werden durch Zuführung enormer Kapitalien- allen Zweigen, auch in der Landwirthschaft, wird die mens«« liche Arbeitskraft durch Maschinen verdrängt. Dreiviertel aller Grundbesttzer bebauen nur soviel Land, als fie durch die gr- wonnenen Produkte für fich und ihre Familie bedürfen, ilinea kommen die landwirthschastlichen Zölle garnicht zu Gute. halb erzielen Sie auch mit diesen Steuern höchstens er«» Höhere Steuernnnahme, aber keine höhere Einnahme für da» Volk, dem man nur höhere Ausgaben aufbürdet. Rich»» wäre es, zum System der direkien Steuern zurückiukehre»- Will man aber neue Steuern bewilligen, so sorge man daM daß sie zu wirklichen Kulturzwecken verwendet werden- Offizier bleibt bis jetzt mit seinem Einkommen und Privatver mögen steuerfrei; besteure man ferner das Einkommen M" reichsunmittelbaren Familien, die Zioillisten, die Apanag«' Hier bietet stch Gelegenheit zu neuen Steuern. Sie ober steuern den Branntwein, das Bier, die Zigarren des Arbeit»«' Angenommen 26 Millionen Menschen trinken täglich duratz schnittlich 2 GlaS Bier weniger, macht 32 Millionen Bier, das erfordert daS Aufhören von 104 Brauereim,"T die dort beschäftigten Arbeiter verlieren ihr Brod. Gaub� lich ist cS mit Branntwein und Zigarren und dm andm« sogenannten Luxusartikeln der Arbeiter. Nach dem heutig� System svaren, ist schwer, beim Militär nach dem heuftS« System schwerlich(Widerspruch). Ich mache der 6»»«#*% waltung für ihre Sparsamkeit mein Kompliment; für% bürgerliche Aktiengesellschaft könnte diese Verwaltung besser sein, aber das System ist schleckt, es ist aus Grundlage? geschaffm. die von Scharnhorst und Gneismau in der Ze» größten Erniedrigung geschaffen. Im Volke aber ruht ern> vortnffllichcr Geist, daß wir solche veraltete Einrichtungen rncki)/ dürfen. DaS haben wir im amerikanische« Kriege gesehen- R« ncr kritifirt die dreijährige Dienstzeit, verweist darau' daß beim Militär die Selbstmorde 14 Mal so zahlreich fi?/ als in den gleichen Altersklassen beim Zivil. DaS M FL grciflich, wenn man bedenkt, daß kürzlich drei Landwehv� zu 6—8 Jahrm Zuchthaus venrrthellt würben, well ste niw> einem Viehwagen fahren wollten.(Sehr wahr! links.— 0'!.®, rechts.) In der äußeren Ausstattung unseres Militärs ko« allerdings gespart werden. Die Thronrede stelle die ungest", Dauer des Friedens für lange Zeit in Ausficht; zwischen rj, drei Kaiserreichen bestehe heut schon ein Adkommm in dssiQ Sinne, warum erweitere man eS nicht auf alle KulturvNK nach Art deS Kongo-Abkommens? DaS wäre ein danldcu Feld für den Kanzler. Warum könne man nicht diciei�, Grundsätze, die im bürgerlichen Lebm herrschen, aus internationalen Veikehr ausdehnen? Vor 40 Jahr«« die Kongo-Angelegenbcit nicht auf diesem friedlichm_ sondern mit den Waffen in der Hand zum Austrage ge®*"- worden fein Redner mein schließlich, er habe hier eine Andeutungen gegeben, man möge versuchen, fie ju >» dann würden wir auch bald weiter kommen.(Bersau So seine Schilverungen der Verhal»�, Kriegsminister B r o n sa r t v. S �. W..,-, Ausführungen des Vorredners bezüglich der Militär tung seien unrichtig. So seine Schilverungen der Verl des Penstonssonds. Viele Offiziere nehmen allerdings Abschied, in Folge durch em ärztliches Attest nachge«�� körperlichen Leidens, die sich nachher noch als körperlich erweisen, aber viel zahlreicher find die Fälle, in denen � Gegentheil eintritt. Die Aeußerung, daß„leider" la"� � Krieg gewesen und kerne Offiziere erschossen seien, kann nicht entschieden genug bekämpfen- Wenn es sein muß,» y» wir gern und freudig in den Krieg, aber aus, � Schlachtfclde haben wir ganz andere Empfindungen y# auf Avanzement.(Lebhafter Beifall rechtS.) � allen Steuern, sondern nur von Kommunal find die Oifizi»re befteit. Im Jahre 1320 war die Mu>® pro Kopf der Bevölkerung noch viel größer als heute. Lv � betten in der Armee nicht für uvsetn Erwerb, f01? stehen pro gloria in Patria. Auch bei uns können die a y, Stände, sofern fie militärische Kenntnisse defitzen, st?» pes obersten Stellen emporschwingen. Der AmtSoorgang Grafen Moltke, der General o. Reyher, war ein ausaehobener, ich möchte sagen, ein gepreßter Rekrut. Was der Borredner Wer die Selbslmorde in der Armee gesagt, ist unwahr, die Zahl ist bei der Armee nur 2 bis 3 Mal höher als im Zivil- vnhältaiß. Jene drei erwähnten Landwehrleute find wegen «iiilSrischen Aufruhrs verurtheilt worden lbört! hört!) Es «ar ein so schweres Vergehen gegen die Disziplin, wie eS, Gott sei Dank! nur selten vorkommt, und eine strenge Bcstca- Nmz erfolgen mußte. Ersparnisse an der äußeren AusstaUung «s Heeres zu machen, sei nicht gut möglich. Die achtuna- schietende Stellung Deutschlands ist durch seine Armee bedingt. fine Armee, wie fie der Vorredner wünscht, dürste allerdings Me Stellung nicht aufrecht erhalten können.(Beifall rechts. Widerspruch bei den Sozialdemokraten und der Vollepartei.) Abg. Leuschner, Eisleben(Reichspartei): Man möge my hüten, fortwährend an der Einrichtung unserer Armee zu jjlteln. Was Bebel gesagt, seien nur fromme Wünsche, die N nicht realifiren lassen. Er möge nur berechnen, was die Kriege im Mittelalter gekostet haben, dann werde fich heraus- Zellen, daß unsere Armee nicht zu theuer ist. Frankreich und Rußland kostet ihre Armee mehr, als uns die unsrrge. Wäre Klstre Armee nicht, würde das deutsche Reich gar nicht exi- wren. Als neue Einnahmequelle empfiehlt Redner die Be- »ruerung des mobilen Kapitals, soweit dadurch daS lleine Gewerbe und die produktive Arbett nicht getroffen »«den.— Eine Erhöhung der landwirthschaftlichen 3olle würde keine Erhöhung der Preise der Produkle zur Folge baoen, sondern nur eine Ueberfluthung des Marktes durch das Ausland verhindern. Der Rückgang der Kau'preise sei die Folge der Beseitigung der Silberwährung, nicht, wie man urlhümlich annehme, eine Folge der Ueberproduklion. y..Abg. Ricker t(dir.) fordert, daß der Kriegsminister für � rm Voraus gemachten Ausgaben beim Reickstag Indemnität ssochsuche. Dossrlbe müsse auch der Chef der Marineverwaltung Mn und kündigt einen hierauf bezüglichen Antrag an. Aus � Ausführungen des Abg. v. Benda übergehend, meint �ledner, wenn die neuen Steuern nicht zu Eteueicrleichterungen verwendet seien, so tragen die Nationalliberalen mit Schuld Mn. Geradezu erstaunlich sei es. daß die Regierung den »sat nnt einem Defizit von 41 Millionen vorlege, und nun «>> verschränklen Armen zusehe, woher der Reichstag ihr die toi" Mittel zur Deckung des Defizits bringen wird. Vo ficht % Put dringcnder als jemals geboten und doch hättm die Mvnallibeialen— wie Redner nachzuweisen sucht— seit �'9 ihre Grundsätze in Bezug auf d e Steuerpolitik geändert. p�mals stand Herr v. Benda noch auf oppofilioncller Bafis, � nicht mehr und die geringen Votbchalte, welche er ge- würden ihm auch nichts nützen. Gegenüber den feier- c? ln der Thronrede proklamirten Zielen der Steuerreform t« allerdings dieser Etat ein Fiasko der Steueirefolm zu iL«"®1" Dns bekannte preußische Verwendungsgesetz liefere -".Beweis, daß Uebeiweisungcn von Steuern an die Einzel- S*- und Kommunen eine durchaus schädliche Ein- ,»tung seien. Redner ist gespannt, wie die Rechte m"..ky Nationalliberalen das Defizit decken wollen. Die w.K?slsp»uer werde nicht viel einbringen. Der « UkrdkpreiS ist Dank der Vermittelung der Börse für ganz vpa ein gleicher und differirt nur durch die Transport- und die Zölle. Die Behauptung, daß unbrauchbares tkide als börsenmäßig verkauft wird, ist unrichtig. Börsen- .O'sbs Getreibe ist niemals ungeeignet zum Vermählen(Abg. v. Maltzabn-Gültz: Das wissen wir besser!) Trotz iK- m, Friste des Reichskanzlers gicbt es noch Kaufleute, die D,..„Schaft ebenso reell betreiben wie die Großgrundbcfitzer. bzü?«d hat durch seine Sparsamkeit seine heutige finanzielle nreicht. Mit Frantreich können wir nicht konkurriren, .„- uns dazu die Vorbedingungen fehlen, die in dem lange »Jn t �rlen Familimreichthum Frankreichs beruhen. Wenn ttiirn 8t' l3Q6 die aus Anlaß der Steuerreform von der Regie- !,.„9 gemachten Versprechungen unerfüllbar find, und daß die ist.�uern die untersten Klassen am meisten bedrücken, so 5nd»"ine Unwahrheit. Wollen Sie diesem Zustande ein srbln* buchen, so verlassen Sie den jetzt von Ihnen einge- �-nen Weg.(Beifall links- Zischen rechts.) hßf-n ur D- K ö l l er- Camin(deutsch-konservativ) nennt die (�>,F.Aeußerunacn des Vorredners abgedroschenen Kohl Ä„»?�vruch links.— Der Präsident bezeichnet diesen einem Abgeordneten gegenüber als unzu« Redner replizirt, daß er Viesen Ausdruck auf außerhalb des Hauses bezogen habe diese Behauptungen schon hundert Mal Ausführungen Bebels halte er für un- Boiksheer sei unter den heutigen Ver die _ Die füt Unding, Tabak und Branntwein seien ern Arn«'L broße Menge in der Tbat Luxusgegenstände, der wie sogar ein schädlicher. Dem Rerchs age liege ebenso Etaig 2 Bundesrate die Pflicht od, für die Balanzirung des zu ttagen und darum müsse man auch auf neue durnn.F�on sinnen. Die Herren Richer undRickert möchten doch tun,«.�LenesFiasko denken und nicht an das Frasko der Regie- Akiift, o 5 hoben das Vertrauen im Lande verloren und ihre ÄwnnnJ» um 40 Prozent gefallen.(Ruf: Ihre Aktien haben wir fi�rs!) N-in, wir haben einen reellen Kours, denn iu«nmpn-.c.____ m s»______ v ' ,fc lOmmn».'..~ r***•*.» ,'»»»-------------,...... l°n SÖr.ri.r pofilwen Vorschlägen und nicht blos mit lee- denen das Volk nichts wissen will. Redner Süh fg. JL.A 1,Cien Kornzölle und sucht nachzuweisen, daß i.0nifni,irf.>..�"ncr.n Landwirth daraus Voriheile entstehen. Attek«luv er die Bebelsche Behauptung, daß drei %*»»% öpn,rt Grundbesitzer nur soviel Land brsieen, daß sie die ,?e»den„Fuenen P'odukte für das eigene Bevürfniß ver- dr. �U- Der Satz bleibe feststehen, daß die 20 Mil- �den f;: Getreidezoll bringe, an anderen Steuern gespart Ion».« il.___(T\___ N« mn. Erhöhe man den Getreidezoll um d-rs Dop, werde er 40 Millionen einbringen. Schließlich em- -dner noch die Börsenstcuer und hofft, daß auch dte emokraten für dieselbe stimmen werden. Dre Ideen --atsch-Frerfinnigen geboren in die Rumpelkammer. �chraria' �unggreen jDäne) erklärt, daß er gegen die Wi� Pben der Militär-Verwaltung stimmen werde. Da« AiLv" w mächtig genug und das deutsche Ansehen und es D-mschlands werde noch viel mehr achoben. wenn »iq» leine annektrrten Landestherle, namentlich NoidschleS- »i�. echt verfahre. 5'.Witte- Rostock(dsr.): Die Rede d-S Abg. von UWNBMW �"cht«A'e Rüdenzuckeisteuer noch nicht definitiv schlüssig g� WKWSM MWWKW evi-tzA�uernden Ausgaben, welche Erhöhungen enlhaitcn "er Einnahmen, welche Veränderungen enthatten und daS gesammte Extraordinarium der Budgelkommttfion zur Berathung überwiesen. Die übrigen Theile des Etats werden durch zweite Lesung im Plenum erledigt werden. Nachdem noch einige Rechnungssachen der Rechnungskommisfion 12 Uhr. T.-O.: Dampfer-Subventions-Vorlage. Ioksles. er. Wo ist die Musterverwaltung? Die Berliner Straßenreinigung zeigt sich urplötzlich in einem ganz befon- deren Lichte, gerade jetzt, wo fich Gelegenheit bietet, zu zeigen, daß man etwas leisten kann, waten wir Berliner, wenn wir von einem Trottoir auf das andere wollen, bis über die Knöchel in einem Schneemorast, nicht als ob wir uns in der glänzendsten Metropole der Intelligenz mit ihrer hochgerühmten Musterverwaltung, sondern in einem polnischen Grenzdorf be- fänden. Es mag ja schwer sein, die kolossalen Schneemassen zu bewältigen, es mag auch nicht ganz leicht sein, die nöthigen Fuhrwerke hierfür zu beschaffen, aber gerade weil es schwierig ist, sollte bei Zeiten gesorgt weiden, daß ausreichende Vorkehrungen getroffen werden, um erforderlichen Falles sofort mit der gehörigen Energie eingreisen zu können. Weshalb das nicht geschieht, ist geradezu unerfindlich, es scheint, als ob die Stadtverwaltung dem Schneefall der letzten Tage gegenüber geradezu ohnmächtig dasteht. Fehlt es vielleicht an Arbeitskräften? Man besuche doch nur einmal Abends die Zimmerstraße, wenn das Jntelligenzblatt ausgegeben wird, man wird dann sehr bald zu der Ucberzeugung kommen, daß eS in Berlin augenblicklich tausende von Händen giebt, die sich herzlich gern auch für einen geringen Lohn an der Straßen- reintgung dethciligcn würden. Over will man vielleicht sparen? Eine derartige Sparsamkcit hat etwas Komisches an fich! Ein Theil der Berliner Bevölkerung watet im Schnee- schmutz, selbst das gelassenste Spießbürgergewüth empört fich jetzt, dersanfimüthigsteWeißbierphilisterbrumweltaufdenStraßen vor fich hin, er wagt eS noch nicht ganz, seinemJngrimm laut Lust zu machen— ein anderer Theil der Bevölkerung harrt frierend an den Straßenecken und vor den Fabriken und wartet ver- geblich auf Beschäftigung--- Magisteatus hält fich aber die Taschen zu,- er spart! Und doch könnte fich die Stadt- Verwaltung jetzt ein großes Verdienst erwerben, wenn fie von dieser unangebrachten Sparsamkeit abstehen möchte. Diejenigen unserer Mitbürger, die es nicht nölhig haben, Schnee zu schippen, könnten trockenen Fußes durch die Straßen pilgern, und die anderen, die recht gern nach Schippe und Besen greifen würden, bätten wenigstens für einige Tage Ver- dienst. Leider laffcn fich, wie ausdrücklich betont wird, die nöthigen Fuhrwerke nicht austreiben, Gründe find bekanntlich immer noch wohlfeil wie Brombeeren. Wir wissen nicht, ob sich augenblicklich Deputationen anderer Städte in unseren Mauern befinden, um hier mustergiltige Einrichtungen in Augenschein zu nehmen- Wenn es aber der Fall sein sollte, so möchten wir solchen Herren anrathen, fich mit tüchtigen Wasserstiefeln zu versehen, wenn fie sich beim Uebersckreiten der ungefegten Straßenübergänge und Kreuzungspunkte nicht einen dauer- haften Schnupfen holen wollen, der ihnen vielleicht länger im Gedächtniß bleiben dürste, als die Sehenswüldigkeiten der Berliner Stadtverwaltung, namentlich als ihre vielgerühmte Straßenreinigung mit ihrer musterhaften Organisation. g. Z« den am 12. Dezember d. I. stattfindenden Reuwahle» im v. und VI. Berliner ReichSiagswahlkreise find der Siovtratb Mamroth zum Wahlkommiffarius für den V., der Stavtrath Friede! zum Wahlkommiffarius für den VI. Wahlkreis ernannt worden. n. Der berühmte Afrikareisende Dr. Stauley wird, wie wir hören, bereits am Montag Berlin wieder verlassen und stch direkt nach London begeben. d. Der letzte Klur-Anttquar hat in aller Stille die Stätte seines langjährigen Willens an der Gertraudtenbrücke geräumt. Er ist, wie der Berliner sagt, alle geworden. Er war ein Ueberbleibsel aus dem alten Berlin und konnte fich unter den veränderten Zeitverhältnissen auf die Dauer nicht halten. Es begannen ihm die Käufer und die Verkäufer zu fehlen. Die Zeiten find vorüber, in denen es fich lohnte, auf Fluren zu stehen und nach seltenen Büchern zu suchen. azu ist der Antiquariatshandcl heutzutage zu gut organifirt. Unv die Dummen find alle geworden, welche alte Bücher als Maku'atur verkauften. So blieb dem Flur-Antiquar nur der wirkliche Schund und davon konnte er nicht bestehen. So ist denn der letzte Flur Antiquar Berlins im Jahre 1884 an der Auftlärung selig entschlafen. g. Bedeutende Brandwunden besonders an den unteren Extremitäten zog fich am Mittwoch Abend eine Bewohnerin des Hauses Hausvoigtesplatz 5 dadurch zu, daß fie eine bren« nende Petroleumlampe von der Kommode stieß, so daß sie zer- trümmert- und die Flamme des entzündeten Petroleums die Kleider der ca. 60 Jahre alten Frau ergriff. In ihrer Todes- angst lief ste aus der parterre belegenen Wohnung nach dem Hofe deS gedachten Grundstücks, woselbst die auf ihr Geschrei herbeigeeilten Hausbewohner die Flammen eistickten. Da die Brandwunden, wie bemerkt, recht bedeutende waren, so er- folgte dle Ueberführung der Verunglückten nach der Klinik in der Ziegelfiraße. d. Dte Petroleum-Plantscherei blüht in Berlin in hohem Grade. Unsere reellen Lampenfabrikanten find darüber in Verzweiflung: ste quälen fich ab, gute Lampen zu konstrui- ren und einten nachher vom Publikum Vorwürfe, welche dem sogenannten Petroleum gebühren, in dem aber häufig keine Spur von Petroleum ist. Vielmehr bekommt man häufig ein Oel mit starkem Kohlenstoffgehait, welches künstlich fabrizirt ist. Wer stch dm Aerger mit trübe brennenden und Übel riechenden Lampen ersparen will, der beziehe sein Petroleum aus renom- mirten Handlungen. Was z. B. unter den Namen Kaiser-, Astral- und Diamantöl geht, ist wirkliches Petroleum, und der Preisunterschied ist nur ein unbedeutender. g. Zu der Flucht eines gefährlichen Mitgliedes der hiesige« Verbrecherwelt aus dem Zuchthaus« zu Branden- durg a. H.. des am 21. Juni 1854 zu Berlin geborenen Schlossers Johann Friedrich Wilhelm Beufier, erfahren wir noch, daß B. am 19. d. Mls., Abends zwischen 6 und 7 Uhr, aus der Strafanstalt ensprungen ist. B. ist seit dem 28. Sept. v. IS. in Haft gewesen und halte mithin von der ihm zu- dilttrtm 4 jährigen Zuchthausstrafe noch 2 Jahre und 10 Mo- nate abzubüßen. Er ist 1,65 Meter groß, hat hellblonde Haare, gewölbte Stirn, blonde Augenbrauen, blaubraun« Äuam. lange Nase, rasirten Bart, gesunde Gefichtsfarbe, volle, ovale Gestchlsbilvung, kräftige Statur. Als besonvere Merk- male find zu verzeichnen: In der Mitte und rechts von der Stirn je eine kleine weiße Narbe, unterm linken Auge Kon- tufionsflecke, Brust, Bauch und Vorderarm bebaart, auf dem linkm Schulterblatt ein brauner Leberfleck. Bei seiner Ent- weichung trug B. die Anstaltskleidrmg. N.(sin räuberischer U eberfall ist in der vergangenen Nacht am Kottbuser Damm gegen eine in Rixdorf wobnende Frau MaitbeS versucht worden. Die Genannte, die im Eta- btissement Buggenhogen am Moritzplatz bei dem dort Borstel- lung gebenden Tauckermeister John Kock als Kasfirerin ange- stellt ist, wurde auf ihrem Heimwege plötzlich von einem redu- zirt gekleideten Individuum anaehalten und zur Herausgabe ibrer Baarsckaft aufgefordert. Die resolute Frau, sofort die Situation erkennend, ergriff ihren Hausschlüssel, schlug damit dem Strolch ins Gestcht und suchte sodann, laut um Hilfe rufend, in einem der dortigen Häuser Schutz. Als auf ihr Hilferufen Personen herbeteilten, ergriff der freche Wegelagerer die Flucht und verschwand im Dunkel der Nacht. Eine sofort in Szene gesetzte Verfolgung hatte kein Resultat. n. lieber einen brutale« Ueberfall gegen einen Srfc «itnalschutzmann geht uns folgende Mitlheilung zu: Der Kriminalschuvmann Diefert ging vorgestern Nacht(vom 26. zum 27. d. M) gegen 1 Uhr nach seiner Wohnung, welche sich in der Rathenowerstraße 97, zwischen der Birken- und Dreyse- straße, befindet. Als er fich vor seiner Hausthür befand und von dem Trottoir nach der Thür einbiegen wollte, wurde er von einem hinter ihm kommenden Mann, der fich in der Ge« sellschaft zweier anderer Personen befand,„angerempelt", wo- durch dem D. der Hut vom Kopf auf die Straße fiel. D. wandte stch nach dem Manne um, und sah vor stch einen etwa 25 Jahre alten anständig gekleideten Mann von mitttelgroßer Statur und mit kleinem dunllen Schnurrbart, welcher fich in der Begleitung von zwei ebenfalls anständig gekleideten Man- nern befand- Ehe D. aber auch nur ein Wort wegen der scheinbaren Ungeschicklichkeit hervordringen konnte, erhielt er von dem zuerst beschriebenen jungen Mann einen starken Schlag. so daß er zu Boden fiel und die Besinnung verlor. Als er nach einiger Zeit wieder die Besinnung erlangt hatte, entdeckte er an seinem Hinterkopf eine blutende Wunde, die, wie sodann ärztlich festgestellt worden ist, durch einen bis an den Knochen gedrungenen Messerstich verursacht worden ist. D. ist für die nächste Zeit in Folge der Verletzung aibeitsunfähig. Die Ex- Zedenten find noch nicht ermittelt. Da dem Beamten nichts geraubt worden, und auch jeder Anhalt für die Annahme, daß der Ueberfall ein geplanter gewesen sei, fehlt, so handelt eS fich wahrscheinlich um eine von rohen Burschen aus Ueber- muth verübte Brutalität, ohne daß ihnen die Person des ruhig seinen Weg gehenden Beamten bekannt war. N. In bewußlosem Zustande wurde gestern Abend ein etwa 28jähriger anständig gekleideter Mann auf dem Dönhofs- platz gefunden. Da angestellte Belebungsversuche keinen Er- folg hatten, so wurde der Unbekannte mittelst Droschke nach dem 40. Polizeirevier geschafft. Polizei-Bericht. Wie erst jetzt bekannt geworden, ver- unglückte am 21. d. Mts. Abends der Hausdiener Straußfelvt auf dem Hofe deS Grundstücks Wallstr. 25 dadurch, daß er. eine Kiste unter dem Arm tragend, in Folge der Glätte nieder- fiel und dabei einen doppelten Bruch des rechten Unterschenkels erlitt.— Am 26. d. Mts. Vormittags fiel dem Zimmermann Frankoweki, als er auf dem Grundstück Kronenstr. 33 mit der Reparatur eines Daches beschäftigt war, ein Balken auf den Kopf, so daß er einen Schävelbruch erlitt und mittelst Droschke nach seiner Wohnung gebracht werden mußte.— Am 27. d. Mts. erlitt der Kutscher Grau vor dem Hause Langestr. 16 durch das Schleudern eines Rollwagens eine derartige Ver- letzung des rechten Knöchelgelenks, daß er mittelst Kranken- wagens nach dem städtischen Krankenhause im Friedrichshain gebracht werden mußte. Ardeiterwmguvg, Vereine uuü Verssmmlungeu. Metallarbeiter Berlins! Nochmals treten wir an Euch heran, eingedenk unserer guten und gerechten Sache. Da uns von Mannheim aus betreff des Kongresses, welcher in der nächsten Zeit anberaumt werden soll, sowohl die Etatuten als auch die Aufforderung, diesen Kongreß zu beschicken, zugegangen find- Nun ist es die heiligste Pflicht eines Jeden, an diesem Werke mitzuarbeiten. M-tallarbetter! An Euch, überzeugte Kollegen, liegt es nun, dahin zu wirken, daß diejenigen Ge- werksgcnoffen, welche bis heut noch kein Äerständniß für diesen wahrhaft edlen und gerechten Kampf hegten, immer mehr und mehr von der Ueberzeugung durchdrungen werden, daß einzig und allein in der Vereinigung das Heil der Zukunft liegt, weit in der Vereinigung die potenzirte Kraft des Einzelnen zur Geltung gelangt. Metallarbeiter! Genossen! Gerade am Sonntag müßt Ihr bezeugen, wie einig wir Alle in unseren großen Zielen stnd. Nicht Raum genug muß das Louisen- fiävtische Theater bieten, um alle Diejenigen zu fassen, die da gekommen sind, in redlicher, ernster aber schwieriger Arbeit mit- zuwirken zum Wohl unserer Familien sowohl wie der Gcsammt- heit Ihr die ihr mit inniger Liebe an Eurer Familie, an dem Wohlbefinden der Gesammtheit hängt, Mann für Mann tretet an, am Sonntag, wo unser Genosse, der Schlosser Friß Görcki das Referat übernommen. Gilt es voch unsere heiligsten Interessen zu wahren! Gilt es doch für die Verbesserung unserer Tage einzutreten. Ein solches Ziel ist natürlich nur einzig und allein durch ein festes Zusammengehen zu erreichen und veshalb laßt uns das Band, das uns umschließt, immer enger knüpfen und fest zueinanverstehen, damit die von nah unv fern auf uns blickenden Genossen ein leuchtendes Beispiel von Einigkeit in uns erblicken. Berliner Metallarbeiter! Wir wollen den Beweis liefern, daß wir noch fest stehen zu der Fahne der Solidarität und der Brüderlichkeit, so daß unsere Gcwerksgenossen von Süd, Ost, und West sagen müssen, die Berliner Metallarbeiter stnd Männer, wie es deutsche Arbett er sein müssen! Mit brüderlichem Gruß und Handschlag laden wir Euch zu Sonntag, den 30. November er., zu unserer öffentlichen Wanderoersammlung der Maschinenbau- und Metall- arbetter-Ge werkschaft Berlins, welche Vormittags um 10 Uhr im Louisenstädtischen Theater, Dresvencrstr. 72—73, stattfindet mit der Tagesordnung: Wie stellen fich die Berliner Metall- arbeite: zu den Mannheimer Statuten und Beschickung des Kongresses? Ebenso laden wir zu dieser Versammlung sämmt« liche Mitglieder der Gewerkschaft der Metallarberter und Fach- vereine ein. Die Gewerkschaft der Maschinenbau- und Metall- arberter zu Berlin. I. V. Otto Klein. k. In der ansterordentlichen Generalversammlung der Mitglieder der(alten) Maschineubauarbeiter-Kran- ten- und Sterbekasse, welche, von der(am 3. März d. I. durch die Delegirtenversammlung gewählten) Kommisston ein- berufen, am Mittwoch Abend im großen Keller'schen Saale, Andreasstraße 21, tagte und von ca. 600 Theitnehmcrn besucht war, referine zunächst das Kommisfionsmitglied Schlosser Ä. Meyer sehr eingehend über das Verhalten der Kaffenmitglieder gegenüber den nunmehrigen Kaffenoerhiiltniffen, wobei der Referent schließlich allen Mitgliedern, welche noch nicht daS 45. Lebensjahr überschritten haben und welche noch einer an- deren Gewerks-(künftigen Orts-) Kasse angehören, empfahl. aus einer derselben, eventuell aus der Maichinenbau Arbeiter- Gewerks-(künftigen OrtS-) Kasse auszuscheiden, um dafür einer in ren eingetchrübewn Hilfskafie, tesondrrs der Zentral» Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter, beizutreten. Auch" gab der Referent genauen Ausschluß über alle auf die jetzige bekannte Sachlage bezüglichen Kaffenangclegenheiten und beantwortete mehrere, nach Eröffnung der Diskusfion von einzelnen Thettnchmern der Versammlung gestellte Fragen, zu denen auch das Verwallungsrathsmitglied Hoffmann, sowie die Kommrsfionsmitglieder Bredow, der die Versammlung lettete, und Sckwabedahl bin und wieder erläuternde Bemerkungen hinzufügten. Freudige Sensation rief die vom Referenten Meyer gemachte Mitlheilung von seiner, an demselben Tage erfolgten richterlichen Freisprechung von der auf Antrag deS Stadlsyndikus Eberty gegen ibn erhobenen bekannten Anklage bervor. Ein Antrag, vie aus den betreffenden Anklage ent- mm# .jrun? b« Rechte und Interessen der Kassenmitglieder— besonders im Hinblick auf die über lurj oder lang zu voll- ;ie>>.aden Vorftands-Neuwahlen— noch fortbi stehen zulassen." T�er oben genannte Vorsitzende und Referent lehnte Namens der Kommiifion jeden besonderen Dank der Kassenmitgliedcr ab, da dieselbe, wenn es ihr, wie sie glaube, gelungen sei, dem ihr geschenkten Vertrauen der Telegirten resp. Kossenmitalicder zu entsprechen, nur ihre Pflicht gelhan habe. Zum Schluß der Versammlung forderte er unter stürmischem Beifall der Versammlung alle»assenmitglieder, die anwesenden wie die nicht ana-esenven, mit eindringlichen Worten auf, dem zur geeigneten Zeit an sie ergebenden Rufe der Kommission, sich zu den Neuwahlen zu rüsten, recht zahlreich und eifrig Folge zu geben, damit es einmal gelinge, eine wahrhaft liberale Kaffenverwaltung zu Stande zu bringen, welche nicht nur große Versprechungen zu machen, sondern auch die ge- machten zu halten gewillt sei. I« der ersten Mitglteder-Versammlung der Zentral- Kranken- und Sterbekasse für Fabrik- und Handarbeiter beiderlei Geschlechts(Dresden), welche Donnerstag, den 27. d. Vits, in Nieft'S Salon stattfand, wurde Herr R. Denzig, Zoffenerstr. 36, Hof m Tr., zum 1. Vorsitzenden und Herr H. Epiller l, als Stellvertreter gewählt; Zum Kasfirer wurde Herr C. Völkel, Wrangelstr. 98, m Dr., als Stellvertreter Herr Wernicke gewählt. Als Schriftführer wurden die Herren Spiller und Heuschert, als Revisoren wurden die Herren Tesfier. Elvers und Schmauch gewählt. Alle Krankenmeldungen der Vlrtglieder sind persönlich an den Vorsitzenden zu richten. Ist eine persönliche Meldung unmöglich, so genügt das ftankirte Einsenden des QuittungsducheS mit der schirftlichen Kranken- Meldung. Die Sprechstunden sind Mittags zwölf einviertel bis 1 Ubr, die des Kasstrers. Abends 6 einhalb bis 7 einbalb Uhr, an Sonntagen nach 2 Uhr. Die Aufnahme von Mitgliedern, findet AndreaSstr. 3, Prinzenstr. 93. Adalbertstr. 74 und Acker- straße 22 statt. Die Vertrauensärzte find: Dr. Bernstein, Prinzenstr. 66; Dr. Bensch, Landsdergerplatz 3 und Dr. Löwen- D �zweite von uns bereits avifirte öffentliche Bersamm- lung sämmtlicher Cigarren-«. Tabakarbeiter Berlin« findet morgen. Sonnlag Vormittag in Rem' Salon, Naunynstr. 27, statt, in welcher nochmals auf die Lorzüge der freien ernae- schriebenen Hilfskasscn gegenüber der Versicherung in den Ol»- krankenkaffcn hingewiesen werden soll. Um diejenigen Arderter genannter Branche, welche entweder noch keiner Kasse, oder der sogenannten Alten Kasse(der zukünftigen Ortekcankenkasse) an- gehören, auf die, in jeder Beziehung den Anforderungen drs Gesetzes entsprechende Zentral-Kranken- und Sterbekasse der Tabakarbeiter Deutschlands hinzuweisen, werden die einzelnen Vorzüge derselben in einem längeren Referate, klargelegt wer- den, zu welchem eine bewährte Kraft fich bereit gefunden hat. Wir machen bei dieser Gelegenheit auf die Frauen-Sterbekaff« der genannten Kasse aufmerksam, welche den Frauen dieser Mitglieder gegen einen wöchentlichen Beitrag von 3 Pfg. in der 1. Klasse ein Sterbegeld von 100 Mark(Eintriltsgeld Mk. 1) und in der 2. Klasse gegen einen wöchentlichen Beitrag von 10 Pf. ein solches von 200 M.< Eintrittsgeld M. 2) ge- wahrleistet. Im Interesse der Bethciligten machen wir daher auf die Versammlung umsomehr aufmerksam, als außer der obigen Angelegenheit noch einige andere, für die Allgemeinheit sehr wichtige Punkte auf die Tagesordnung gesitzt sind. Der Ortsvorstand der zentralifirtrn Hilfstasse der Drechsler und Brrufsgenossen Deutschland» macht hiermit bekannt, daß am Sonntag der letzte Tag ist, an welchem sich Jeder noch eine Kasse wählen kann, da am Montag, den 1. Dezember, dos Reichskrankenkassengesetz in Kraft tritt. Wer dieser.Hilf-kasse noch beitreten will, erdält Untersuchunasschein und Ouittungsbuch Sonntag Vormittag von 9—10'/, Uhr ausgestellt, ebenfalls auch des Sonnabends in den Zahlstellen, welche sich Abends von 7'/. Uhr ab in folgenden Lokalen be- finden: C. Fischelstraße 24 bei Gericke, E. Alte Jakobstreße 105 der Pfeiffer, SO. Naunynstraßc 78 bei Müller, Wrangel- straße 136 bei Riesett, Reichenbergei straße 24 bei Schröder, N- Elsosser- und Kl. Hamburgerstraßen-Ecke bei Volland, SW- Mittenwalderstraße 57 bei Schubert, O. Andreasstraße 44 bei Wirfig, NO- Gollnow- und Weinstraßen Ecke bei Blamberg. Eine öffentliche Versammlung sämmtlicher Tapezte- rer-Arbeitgeber und-Arbeitnehmer findet Sonntag, den 30. d. M-, Vormittags 1CV, Uhr bei Gratweil statt. Tages' ordnung: Die Vortheil« der HUfskaffe und die Anmeldepflicht der Arbeitgeber. In dieser Versammlung wird die genaueste Auskunft über das Krankenkossm- Gesetz ertheilt, ebenso wichtige Mittheilungen publizirt, ein Arzt zur Ausnahme ist anwesend, Listen zur Anmeldung liegen aus. Die Unterstützungssätze der Zentral-Kranken- und Sterbekasse für die Deutschen Tapezierer und deren BerufSgenossen find folgende: I. Klaffe Beitrag 50 Pf. wöchentl. 21 M. Unterstützung. II. ,, ,, 3d ,, ,, 15„ ,, m.„., 30„„ 12„ Sterbegeld 120, 90 und 75 Mark, im Krankenbau se: l. Kliffe freie Pflege und p o Tag 1 Mk. n. u. III.„„„„ pro Tag 65 Pf, ferner Mitgliedschaft des Sauitäts-Verems bei einem Beitrag von 2 Mk. jährlich freien Arft für das Mitglied, dessen Frau und Kinder, nebst 33V, pEt. Preisermäßigung der Arzneimittel. Bei allen Klaffen im Falle der Arbeitslofigkeit selbstverständlich freien Arzt, Medizin, Ku: mittel u. s. w. Die nach§ 40 des unterm 15. d. MtS. bestätigten Statuts der Kranken- und vegräbniszkasse für die tm Berliner Gürtler- und Bronceurgewerbe beschäftigt«! Personen— Eingeschriebene Hilfskasse Nr. 60 einzuberufende General-Versammlung findet am Sonntag, den 30. Novdr. ct. im Louisenstädtischen Konzerthause, Alte Jakobstr. 37, statt. Mitglieder, welche das Einschreibegeld von 1 Mk. noch nicht gezahlt haben, können vor Beginn der Versammlung dasselbe ander Kontrole entrichten. Die Quittung legitimirt zum Eintritt. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Wahl des Gesammt-Vorstandes. Berlin, den 25. November 1884. Der Vorstand, Karl Koenig. General-UuterstützungS-FondS der Tischler. Die Kom« Mission der Tischler theilt mit, daß die Zahlstelle VI. pon der Ritterftr. 123 nach der Ritter st r. 34 bei Ammer verlegt worden ist. Beisteuern werden Sonnabends und Montags AbendS von 7 Uhr an angenommen. Fachvttein für Schlosser«tid Berufsaenossen Versammlung morgen, den 29. v. M. Abends 8V» Uhr bei Grat» weil's, Kommanvantenstr. 77—79. Wegen sehr wichtiger Tages- ordnung ist das Erscheinen sämmtlicher Mitglieder nothwendig. Gäste stets willkommen, Mitglieder werden in jeder Versamm- lung aufgenommen. Der Fachv«ein der Möbelvolierer Berlins(f. g. A.) hält am Montag den 1. Dez. d. I. eine außerordentliche Ver- sammlung in der Mariannenstr. 31. 32. mit nachstehend« Tagesordnung ab: 1. Vortrag des Herrn Dr. Stahn üb« Gesundheitspflege. 2. Die Ortskiankenkafse der Möbelpoli«« Berlins. Es werden hierzu sämmtliche Polier«(ganz gleich welch« Branche) als Gäste willkommen sein. Neue Mitglied« werden aufgenommen. Eine Geueralvttsammluug der Mitglieder der Zeu- tral-Kraukeukasse der deutscheu Ztmmerleute findet morgen Vormittag 10 Uhr, bei Schaff«, Jnselstr. 10, H, statt. Wir machen hierdurch alle Zimmerleute in Berlin darauf aufm«k- sam, welche ihr freies Selbstbestimmungsrecht in ihren Kassen- angelegenheiten wahren wollm, daß fie noch vor dem 1. Dezember a. c. der Zentral Krankenkasse beitreten müssen. Reue Mitglied« werden morgen in der Versammlung aufgenommen. Der Fachverein der Schuhmacher hält am Montag, de» 1. d. Mts., Abends 8>« Uhr. bei Teichert(im großen Saale), Neue Grünstraße 32, eine Versammlung ab mit der TagrS- ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. med. Sturm. 2. Vorstandsantrag auf Etatutenänderung. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Die letzte diesjährige Bersammlung der Tischler t« Nordwest findet am Sonntag Vormittag 10 Uhr in der Nord- deutschen Braueret, Cdausseestraße, statt. In derselben wird Tischler Roedel über die für das nächste Frühjahr zu«war- tende Lohnbewegung dn Tischler rcferiren, weshalb jedtt Tischt« von N. und NW. am Platze sein muß. Ariefkastea der Keäakltion. A. K. Wir können nur Manuskripte, auf ein« Seist beschrieben, zum Abdruck bringen. Thearer. Sonnabend: Königliches Opttuhau«: Hero. "ftöniaUches Schauspielhaus: Sonnabend: Rosenkranz und Güldenstern. Deutsche» Theater: Sonnabend: König Richard der Dritte. ipellealltauee-Theattt: Sonnabend: 50. Gastspiel der Königl. Hofschauspielerin Franziska Ellmenreich. Zum letzten Male: _ Donna Diana.__________ «naes Friedrich-»Uhetmftädttsche» Theater: Sonnabend: Gasparon«. Eentral- Theater: Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Auftteten des Fräuleln Anna Grünfelv. Sonnabend: Z. 35 M.: Der Walzer-König._ Restdenz-Theater: Sonnabend: Znm 10. Male; Der Klub. in 3 Akten von E Gondinet. Pariser Lebensbild Sonnabend: Walhalla-Opttttteu-Theattt: Gillette. SouiteustädttsAe« Theater: Sonnabend: 91. Gesammt- Gastspiel d« Liliputaner. Jeder Erwachsene ha! daö Recht, ein Kind frei mitzubringen. Kinder allein zahlen halben Kaffenpreis. Zum 25. Male: Sneewütchen unv die Zwerge. Hierauf, zum 6. Male- Singvögelchen. Liederspiel in 1 Akt. Sonntag, den 30. Nov.: Gesammt Gastspiel der Liliputan«. Zum 1. Male: Brillen- August. Gr. Zauberpoffe in _ 5 Alten von E. Emm«ick. Novität!_ Vftend-Theattt: Eonnabend u. folgende Tage: Im Lande der Freiheit. Großes Eensations- Ausst-llungs- Schauspiel in 9 Bildern von __ H. v. Gordon. Mufik von Th. Franke._ Biktoric-Thtäter: 'Sonnabend: Excelstor._ Sonnabend; Wattner-Theat«: Der Raub d« Sadinerinnen. AUiambra-Theater. Wallnertheaterstraße 15. Sonnabend und folgende Tag«: Eine Nacht in Berlin. Posse mit Gesang in 3 Alten von A. Hopf. Lo.h«: Grotes Konzert, auSge thrt von der aus iü Musikern destehenden Theater-Kapell«, unt« Lestung deS Kapell nftfterS Herrn Ludwig Claustus. Anfang des Konzerts 7 Uhr, Ott mm Vorstellung 7*/« Uhr. Allen Freunden und Bekannten, sowie mein« werthen Nachbarschaft die ergebene Anzeige, daß ich die Bäckerei, Schillingstr. Mo. 3 von Herrn Bauer käuflich übrrnommen habe, und bitte Alle, stch von der Güte mein« Backwaaren zu überzeugm, und einen jungen Ansänger gütigst untnstützen zu wollen. 3612 Es zeichnet ganz«aebenst Reinhold Dnpte. Bäck« meist«, __________ Schillingstr. 3. Allen Freunden und Bekannren empfehle ich bei pünkt- lich« Besorguna das„Berliner V o l l s stl a t t". Max Kirsch, 1418] ZeitungS-Spediteur, Ad miral- Straße Nr. 25._ kmmM- Weiss- j. Wollwaarei-GescMft empfehle bei soliden und festen Preisen zur pefl. Benutzung 1410 ,T. Dörr, Solmsstrasse Nr. 9. Kalbsteifch.«"'aa Die Nr. 11 der humoristischen Blatt« „Der wabre Jaeob rrschimen und in d« Erved. d...Verl. BolMW." ,u baben 7 te nach§ 40 des unterm 15. d. M. bestätigten Statuts der Kranken- und Begräbnißkasse für die im Berliner Gürtler- und Bronceurgewerbe be- schäftigtenPersonen— Eingeschriebene Hilfs- k a s s e N r. 60— einzuberufende Generalversammlung findet am Sonntag, de« 30 November er, Vorm. 10 Uhr, im Fomstvstiidt. KovZkrtljavs, Alte JakllbSr. 37, statt.— Mitglieder, weiche das Einschreibegeld von 1 Mark noch nicht gezahlt haben, können vor Beginn der Versammlung an d« Kontrole dasselbe entrichten. Die Quittung legiti- mir! zum Eintritt. Tages-Ordnung: 1 Bericht der Kommission. 2. Wahl des Gesammt-Vorstandes. Berlin, den 25. Nooemb« 1884. 1426_ Der Vorstand: Karl König. Fachverein der Schlosser n. Berufsgen. Heute, Sonnabend, Abenvs 8 einhalb Uhr, Wemeammßwng bei Gratweils, Kommandanten- Straße Nr. 77—79. Da wir in dies« Vnsammlung sehr wichiige Beschlüsse zu fassen haben, so ist es nothwendig, daß alle Mitglieder am Playe find. Gäste stets willkommen. Neue Mllglieder werden in jeder Ansammlung aufgenommen. 1397__ Der Vorstand. 2 Nähmasch., Singer, Hill. z. v. Kieck«, Wienerstr. 20. 11412 Sonntag, den 30. d. MtS., Vormittags 10 einhalb Uhr, finden zwei große 14lS Arbeiter-Versammlungen statt.— Die erste tm Vereinshavs Eüd-Ost, Walvemarstr- Nr. 75, die zweite im Lokale zum Deutschen Kaiser, Lothring«straße Nr. 37. Tages-Ordnung: WaS bezwecken die Fachvereinigungen, und welck« V«- einigung zur Wabrung ihr« materiellen Interessen schließen sich die B«lin« Arbeiter an. Die Referenten werden in d« Versammlung bekannt(st- macht. Es ist Pflicht eines jeden Aibeiters, in dies« sammlung zu erscheinen. Die Einberufer: O. R. Frdl. Schläfst, an H. od. D., auch leer, z. v«m. straße 6, Quergeb., 4 Tr. gnadezu. L14�, Oranienstr. 159. gegenüber Lnckanerftr. Oranienstr. 207. Ecke Skalitzerstr. Herren- Mode- Itazar. Zur Wintersaison empfehle Unrein Lag« hochelegant« fettig« Herren- Garderobe zu den denkbar solidesten Preisen, als: 1416 tt Winter-Paletots von 35, 40, 45—60 M. Kammgarn-Gesellschaftsanzüge 40, 50—60 M. Promenaden-Anzüge(englisch) 33—50 M. Kaisermäntel 24—45 M. Jagdjoppen, vorzüglich sitzend, 15—20 M. .. rbei bemnke, daß sämmtliche Stoffe den renommirteste» Fabriken entnommm find, so daß nur besonders günstige Massen-Etnkäufe es mir«möglichen, bei wirklich reeller Bedienung solche Preise zu nottten. DaS Stofflag« ist mit den elegantesten Neuheiten d« Saison ausgestattet und werden bestellte Sachen� unter Garantie des vorznol. Eitzens geliefnt. Siegfried Simon. *S«onnwiaiia«i fc. bfoouciM. m tiaiw. Druck unv Vena» von tßtet SckbtckS ffj Balte SW., Leuth ckraß« 1 Hirns Ä' is SK M Mutet Msblutl A. 204. Sonnabend, den 29. November 1884. 1. Jahrgang. lUtt de» Vertretern kr Entvicketungs- L- lehre � Am e r i! a nimmt John I isZe den ästen Rang ein. »"'Avinffc der kosmischen Philosophie" haben seiner Zeit 's Aufsehen erregt. Seine späteren Schriften zeichnen fich mers durch Genieinverständlichkeit aus und sind besonders v�nef, zur Verbreitung und Erläuterung der Darministischen �zutragen. Neuerdings hat Fiske ein Buch heraus- KT*»;„Streifzüge auf dein Gebiete der '.wrckelungslehrc", welches in der Münchrner„All- °�anen Zeitung" besprochen wird. bf s?e.r krste Strcifzug des Verfaffers geht nach„Europa vor � Ankunft dcs Menschen" zurück, und beschreibt in Kürze �getvaltigen, der jetzigen Erdbildung vorangehenden Um- , welche das europäische Kestland allmählich zu dem menschlichen Geschlechte geeigneten Wohnsitze ge- w,. ha&en. Der zweite Strcifzug begleitet den Atenschen seiner Ankunft in Europa, und schildert die strengen Be- ftin cf01 iltincs Lebens und den schweren Kampf ums Da- h--.,' d°n er als Zeitgenoffe des Knocken- NashornS und des fafr iimen durchzumachen hatte. Darauf folgen Aufsätze *1-,"Unsere arischen Urahnen",„Was wir von altarischen »nd»?. bernen,"„Gab es eine Urmuttersvrache?"„Evolution »Em Weltall von Geiststoff," und noch andere �.He Gegenstände behandelnde Essays. Das Verdienstliche f fnnz neue Ideen wird der Leser dieses populär ge- der �? Ruches selten stotzen. Bielleicht der einzige Aufsatz. Wesentlich Neues enthält, und als ein wirklich origrncller faiiif Evolutionstheorie angesehen werden kann, ist der- s«in«' f��in die Bedeutung der Kindheit des Menschen für r* L. vw< rr i'# 1--.. W Of«■ Jv k%* f m � gesellige Entwickelung und wird. Die Fortschrittsfähiakeit w w,•#* �' f TY_ Cl. Ausbildung eines jeden r? l."■ u>ird. Die Fortschrittssatnaielr eines zeorn dliuir b>t>ni direkten Verhältnis zur Hilflosigkeit und Zeit- Wildheit. Die niedrigsten Tdicre baben überhaupt die Kindheit; für sie thut die Erblichkeit Alles und g°r nichts. Das ganze Kapital von Intelligenz, M unDriur l. besitzen werden, bringen sie glücklich angelegt "W»jv, bcklich verwendbar auf die Welt mst. Dies ist der •bch btT' j"}11 b'i Fischen, Schildkröten und Revtilicn, sondern .disnpn ,, ln vöher entwickelten und vervollkommneten Or- u(t RHfftüT«- Utarmblütigcn Thicren. Der Bogel Muscicapa, %[(>>,�?lar>ger genannt, ist im Stande, sobald er die Ei- {% u-h'?1, unl) abwirft, seine Fliege zu sangen; der Fliegenfänger könnte seine Beute nicht irf.r! uchercr erschnappen. Das junge Geschops braucht . Kunststück nicht erst zu erlernen und wird durch !.�0>det-.-. g�ckickter darin, sondern steht sofort da als ein r* bt, m''ut Fliegenethaschen verfertigter Mechanismus, der ammcft der Fliege nöthig hat. um in Thätigkeit zu Pariser Erinnerungen. MM ÄÄSÄf Ä? K >niQ Freidenker hatte eine große Belsammlung,„graode FKÄÄ ÄÄÄÄ SM mm RM �Nten av Achiedensten Elementen zusammen. Arbeit«, ' Männer, denen man es auf den ersten Blick an- unterrichtet werden. Die Zeit der kindischen Abhängigkeit dauert bei ihnen nicht lange; am längsten jedoch bei den menschen- ähnlichen Affen, die auch alle anderen Bierhänder an Intelligenz unv Zuthulichkeit übertreffen, und die, merkwürdiger Weise, im Alter durchgängig geneigt sind, ausfällig melancholisch und vcsstmistisch zu werden- Es scheint fast, als ob das den Thicren eigene, genügsame und glückliche Aufgehen in der Gegenwart dem bejahrten und mit erhöhter Denkkraft begabten Menschenoffen abging und stärkere Affekte und Eicmenle des Leidens, Nachsinnens über das Zukünftige, Unzufriedenheit mit dem bloßen Dasein, allerlei Besorgnisse und trübe Langeweile fich bei ihm einstellten und das Leben verbitterten. Bon psychologischem Interesse wäre es jedenfalls, wenn man ent- decken sollte, daß eine düstere Ahnung von der Richtigkeit und dem Elend aller Existenz die erste Entwicklung dcs Reflexions- Vermögens begleitete und durch gesteigerte Vorempsindungen und unbefriedigte Hoffnungen die Gemüthsruhe störte, und daß der affenartige Stammvater dcs menschlichen Geschlechts „den nagenden Bandwurm des Weltschmerzes" schon als Keim in dem Herzen trug. Bei den mst dem Menschen am engsten verwandten Thicren dauert die Kindheit am längsten und, was von noch größerer Wichtigkeit ist, die Jungen sind während dieser Periode in hohem Grade bildsam und erziehungsfähig. Um mst dem Erwachsenen feiner Gattung fich mcffen zu können, hat das Menschenafferrkind viele Dinge zu lernen, und die pflicht- getreue Mutter giebt fich Mühe, ihren Sprößling abzurichten, geschickt zu stehlen und ähnliche freie Künste vorthcilhaft zu reiben. Ein von Herrn Wallace gefangener Orang-Utang war im vierten Monate seines Lebensalters noch ganz bilflos, konnte fich gar nicht füttern, kaum allein gehen oder Gegen- stände mit den Händen fest und zweckdienlich ergreifen. In jeder Hinsicht aber ist der Mensch, wenn er auf die Welt kommt, das schwächste und hilfloseste aller Geschöpfe, und um ihm das Leben zu erhalten und seine Zukunft zu versichern, braucht es für eine längere Zeit die zarteste Pflege und die sorgfältigste Erziehung von Seiten ferner Eltern und Ange- hörigen. Die in der Anpaflungsfähigkeit der Organismen an den Bedingungen der obwalrenden Verhältnisse bestehende natürliche Zuchtwahl würde nicht genügen, um die Ent- stehung und aufsteigende Entwicklung dcs Menschen aus niedrigeren Thierarten zu erklären; um diese große, unmerkliche Umwandlung hervorzubringen, find noch andere Faktoren und tiefgreifende Einflüsse binzugckdmmen, unter denen die allmähliche, schon beim Affengeschlcckte bemerkbare Ver- längerung und immer zunehmende Plastizität der Kindheit dcs höh erstrebenden Thieres als die hauptsächlichsten und wirk- samstcn angerechnet werden muffen. In seiner phystschen Gestaltung ist die Abweichung des Menschen von dem Menschenaffen sehr gering; in geistiger Beziehung ist der Unterschied zwischen den Verden Thierarten unermeßlich. Der Mensch begann, wo und wann ein großes, gut entwickeltes Gehirn mehr galt im Kampf ums Dasein, als ein knochiger, kräftiger Körperbau. Der mit der Zuthat des Denkens und dem Borzuge dcs Verstandes ausgerüstete, zum Menschen heranwachsende Asse war schlauer, erfinderischer und verfügte folglich über mehr Hilfsmittel als seine geistig zurück- gebliebenen Zeitgenossen, und bei jeder Konkurrenz würde er ziemlich sicher sein, dm Sieg über seine dümmeren, wenn auch stärkeren Gegner davonzutragen. „I: edier und vollkommener eine Sache ist, desto später und langsamer gelangt sie zur Reife." Dies ist ein allge- meines Gesetz der Natur. Jeder Zuwachs an Intelligenz führt mit sich eine Verlängerung der zur Entfallung derselben noth- wendigen Periode. Die bloße Vermehrung der Lehrgcgenstände würde eine entsprechende Ausdehnung der Lernzeit erheischen. Je mannigfaltiger und komplizirter das geistige Leben wird, desto weniger reicht die Gestation hin, um es auszubilden, und desto mehr bleibt übrig für die eigentliche, nach der Geburt hinzukommende, Erziehung zu thun. Der Mensch, anstatt, wie die niedrigsten Thierarten, mit einer kleinen Anzahl einfacher, aber vollkommen organifirter Fähigkeiten geboren zu sein, sah, daß sie in Amt und Würden fich befanden, sehr viel Frauen, und auch diese den verschiedensten Ständen ange- hörend. Auf der Tagesordnung standen eine Menge Fragen pslitischer, religiöser, wirthschaftlicher Natur, unter anderen die Ursachen der wirthschaftlichen Krise, die— ein drohendes Unge- witter— ZbercttS überlParis und Frankreich heraufzog. Die Vorbereitungen der Präfidenten- und Bureauwahl waren bald erledigt. Die Briefe waren verlesen worden, in denen einige der Eingeladenen, die bereits als Redner auf dem Programm verzeichnet waren, ihr Nichterscheinen entschuldigten. Unter diesen befand fich auch Ctemmceau. Der eiste Redner, der die Tribüne bestieg, war Paul Lc- fargue. Ich kannte ihn bereits. Bei dem Leichenbegängniß von Madame Jenny Longuet, der Gattin des Redakteurs der radikalen„Justice" und ältesten Tochter Karl Marx, war mir unter den Leidlragendcn sein geistreicher Kopf aufgefallen. Ein prächtiger Kopf! Feine, bewegliche Züge, dunkle ungemein leb- haste Äugen, ein fein ironisches Lächeln um die nur von einem Schnurrbart bedeckten Lippen, der üppige Lcckenkopf schon stark ergraut, die ganze Erscheinung von echt Pariser Beweglichkeit. Ich hatte mich darauf gefreut, ihn nun auch als Redner kennen zu lernen. Darauf mußte ich indeß verzichten. Denn Lafargue hatte kaum einige Sätze gesprochen, als ein so betäubendes Pfeifen und Zischen ertönte, daß er aufhören mußte. Und trotz aller Bemühungen, sich von Neuem Gehör zu verschaffen; trotz der Glocke des Präsidenten, die der Bedauernswürdige mir Selbstverleugnung handhabte; trotz des energisch ausge- sprochenen Wunsches eines großen Theiles der Versammlung: mußte er darauf verzichten, seine Rede fortzusetzen. Er hatte dies allerdings stch selbst zuzuschreiben. Denn den ganzen Sturm hatte er mit wenigen Worten hervorgerufen, welche auch mich ziemlich derührt hatten, obschon ich dem Redner die größten Sympathieen entgegenbrachte. Er hatte von Gambetta gesprochen und dielen dabei ua venire putride(einen eiternden Bauch) genannt. Lafargue ist Arzt; es ist daher begreiflich, daß er seine Bilder und Vergleiche der Medizin entnimmt. Immerhin aber war es taktlos, wenige Wochen nach dem Tode Gambetta'S, wo Alles, Freund und Feind, noch unter dem Eindruck dieses jähen Endes stand, den Todten zu beschimpfen. Die Majestät des Todes läßt stch nicht ungestraft spotten und man brauchte kein Freund Gambetta'S zu sein, um sich von diesen Wösten verletzt zu fühlen. In der Versammlung waren aber, wie stch später herausstellte, eine große Anzahl Ganrbet- tistcn, die Lafargue dies höhnische Wort nicht verziehen und ihn uneibittlich niedcrbrüllten, wenn er von Neuem zu sprechen begann. Diese tumultuarische Szene wiederholte sich so lange, bis Lafargue endlich die Geduld verlor, wüthend nach Hut und Mantel griff und davonstürzte. An seine Stelle trat sein Freund und Mitarbeiter Jules Guesde. Und er hatte mit seiner hellen, etwas gellenden Stimme- kaum begonnen: „Citoyens et citoyennes! Permettez-moi de vous dire... kommt zuletzt auf die Welt mst den Keimen vieler verwickelter, aber nur möglicher Kapazitäten, welche bestimmt sind, entfaltet, vergrößert oder unterdrückt oder erstickt zu werden nach Be- schaffenhctt der Umstände und Ereigniffe persönlicher Er- sahrung und der vielerlei Verhältniffe, die auf ihn einwirken und sein sogenanntes Schicksal entscheiden. Diese ge- schmeidige Jugendzeit des Menschen nimmt mit dem Fortschritte der Zivilisation beständig zu und füllt heutigen Tages fast ein Drittel dcs Lebens des gebildeten Europäers aus. Bei wilden Völkern erlangt das Kind die Reife seiner heschränkten Giisteskräfte heträchlich früher als hei Kulturvölkern. Dasselbe gilt auch von Bauern im Vergleiche mit den ihnen geistig überlegenen und höher ausgebildeten Stadtbewohnern. Im gleichen Aller besitzt das Stadtkind durchschnittlich eine schnellere Faffungskrast und größere Geistesbildung als das Bauernlind; dennoch steht das letztere näher dem Ziele seiner intellektuellen Entwickelung und wird die Eltern mit ihrer gar knapp gemessenen Vernunft viel eher Überholen als das Stadtkind, da dieses eine weit höhere Stufe der Intelligenz zu erreichen und weit umfaffendcre Kenntnisse zu erwerben hat, um überhaupt zum Niveau der seinem Stande traditionell gewordenen Kultur zu gelangen. Für die rechtliche Begründung und die sittliche Befcsti- gung der Familie hat die lange, hilflose Kindheit des Menschen eine ganz besondere Bedeutung gehabt. Durch die völlige Abhängigkeit des der Liebe und der Pflege bedürftigen Kindes von den Erzeugern wurden in beiden Eltern Gefüllte und Gesinnungen hervorgerufen, welche aus der zur Befriedigung eines wilden, ungebundenen Naturtriebes willkürlich und flüchtig eingegangenen Geschlechtsvereinigung ein dauerndes, auf gegenseitige Zuneigung und Hilfeleistung stch beziehendes, sich fortwährend vergeistigendes Ehebündniß allmählich ent- stehen ließen. Diese zum Zwecke der Fortpflanzung des Ge- schlcchts, auf Liebeswahl gegründete Verbindung des Mannes und des Weibes bildet die Grundlage der Familie; aus der engen Lrganisation der Familie entwickelten fich der Volks- stamm, die Gesellschaft und der Staat, und aus der durch diese verschiedenen Vergesellschaftungen und Lcbenscinrichwngcn notwendig gemachten Beschränkung der Begierden und Unter- ordnung des Willens des Individuums im Interesse der Ge- meinschaft erwuchsen die rohen Anfänge der menschlichen Moral. Auf diese Weise entstand der Mensch, ein unvernünftig-fitt- lichcs, geselliges, geistiges, mit Fähigkeiten zu fortschreitender Entwickelung und Vervollkommnung begabtes Wesen, welches jedoch alle diese wunderbaren Anlagen, alle diese moralischen und intellektuellen Eigenschaften, sogar die Möglichkeit der Ausbilvung zur Humanität, der Noth und Schwäche und langjährigen Hilfslofigkeit seiner Kindheit unmittelbar zu ver- danken scheint.____ Lokales. Welche ungeheure Menge von Schnee in der einen Nacht vom 20. zum 21. November auf die Straßen Berlins niedergefallen, davon mögen fich Wenige eine richtige Borstel- lung machen. Die„Volksztg." kann nach Angaben, die ihr von kompetenter Seite geworden find, darüber Folgendes mit- theilen: Das Straßenterrain der Stadt, soweit es ordnungs- mäßig bebaut, unterhalten und gereinigt wird, umfaßt etwa 7 300 000 Quadratmeter inklusive Bürgcrsteize. Die Beseiti- gung das Schnees aus der 21 000 Quadratmeter Fläche enthaltenden Leipzigerftraße verursachte am 22. d. M. 440 volle Fuhren ä 2 Kubikmeter Inhalt; hieraus crgiebt fich aber, daß die Gesammtmenge dcs nur allein auf unfern Straßen desind- liehen Schnees 305905 Kubikmeter betrug, und daß zur Besei- tiguug dieser kolossalen Schncrmassen 152000 Fuhren erfor- derlich sein würden, vorausgesetzt, daß alles abgefahren weiden müßte, was natürlich nicht möglich, aber auch nicht nöthig ist. Die StraßenreinigungSverwaltung zadlt kontraktmäßig durch- schnittlich pro Fuhre& 2 Kubikmeter 2 Mark an die Unter- nehmer. Sie würde nach vorstehenden Angaben für diesen einen Schneefall rund 300000 Mark auszugeben haben. Die (Bürger und Bürgerinnen! Gestatten Sie mir, Ihnen zu sagen...) als eine lautose Stille eintrat. Guesde ist auch in der That ein hinreißender Redner. Er steht vielleicht am Ende der dreißiger Jahre, ist groß, hochaufgeschossen mit langen Armen und Beinen und einem nickt schönen aber charalter- vollen Kovfe. Seine Bewegungen find sehr lebhaft; er spricht schnell, leidenschaftlich, mit ungestümer Energie, die den Hörer mit fortreißt. Dabei ist er von ungewöhnlicher Intelligenz und Bilvung. Er ist der Liebling der sozialistischen Studenten. wie Camillc Pelletan, der jugendliche Redakteur der„Justice", der Liebling der radikalen Studentenschaft ist. Er hat jähre- lang gemeinschaftlich mit Lafargue, innerhalb der französischen Arbeiterpartei selbst, die bittersten Anfeindungen erfahren; man schalt ihn einen Ehrgeizigen, einen coquin(Schelm), indeß scheint man in der letzten Zeit fich von der Haltlosigkeit dieser Beschuldigungen überzeugt und eine bessere Meinung von ihm gewonnen zu haben. Es ist mir nicht darum zu thun, den Inhalt seiner Rede wie der der folgenden Redner wiederzugeben; ich will nur die Eindrücke schildern, welche einige der hervorragendsten Redner des Tages auf mich gemacht. Man hatte die Rede Guesde's aufmertsam angehört und ihm begeistert Beifall gellatscht. Ihm waren einige Gegner gefolgt, die fich indeß ihrer Auf- gäbe meist mit großem Ungeschick entledigten, Bonapartisten, Royalisten, Opportunisten in bunter Mannigfaltigkeit. Keiner hatte irgend welchen Eindruck mit seinen Worten erziell, es sei denn ein unfteiwilliger Lachet folg, den der Eine, ein legitimi- stischer Advokat, ein noch junger Mann, der aber— um mit Heine zu sprechen— im Zentth seines Fettes stand und, wenn ich nicht irre Georges Berry hieß, mit seiner fetten, kurzalhmigen und unglaublich albernen Person errang. Es war aber auch zu komisch, wenn Monsieur Berry mit unnach- ahmlichem Pathos von den Segnungen des LegitimiömuS sprach, und dabei immer gerade an unrechter Stelle Alhem holte oder sich den Schweiß von der Stirn trocknete. Dabei sprach er so konfus, daß man ihn unmöglich mitanhören konnte und in seiner hochgradigen Begeisterung suchte er die leb- haste Opposition unv die spöttische Heiterkeit, die sein lächer- liches Auftreten hervonief, durch immer größeren Kraftauf- wand zn überschreien. So kam es auch hier wieder zu enca- ten Sienen. mübrentl mrfifirr W Plötzlich ten Szenen, während welcher die Glocke"des Präsidenten sich sR: äKA, große Frauengestalt ist auf die Tribüne gestiegen." 0311$ in Sa«. ßkjL.vfai n von der ganz in Sckwar» ackieidet und der ,®'e ist von k ___________'«SIC v,m n:nn mit breiten Bandern zusammengebunden, �bedeckt Sckneeabfuhr findet, zuma! bei anhaltendem Frostwetier, vor- läufig nur mit Vorsicht statt» aber selbst die Aufräumung der- jenigsn zahlreichen Strvsien, reo ein Aufschub des Verkehrs iveßcn ganz unmöglich ist, wird erhebliche Kosten verursachen. Mit welchen Schwierigkeiten die städtische Verwaltung bei einem derartigen Schneefalle zu kämpfen hat, wird folgende Betrachtung ergeben- Bei den größtcntheils weit entfernten Abladestellen ist, wie man der genannten Zeitung mittheilt, ein Gespann im Durchschnitt nur höchstens sechs Fuhren täg- lich zu leisten im Stande. Der Verdienst bei etwa zwöifsiüa- diger Tagesarbeit ist hiernach ein ziemlich müßiger. Fernerhin sind erfahrungsmäßig nur im allergünstigstcn Falle in Berlin und Umgegend 1000 Gespanne zum Schneetransport aufzu- treiben. Diese Zahl wird dann lange nicht irgendwie erreicht, wenn lohnendere Beschäftigung vorhanden ist, z- V. wenn es Eis zu fahren giebt. Aber selbst wenn es gelänge, die volle Zahl von 1000 Wagen zum Schmetransport zusammenzu- dringen, würde eine Abfuhr in dem Umfange, wie Eingangs angedeutet, volle 25 Tage dauern, während welcher Zeit, wie die Thatiache eben beweist, weitere Schneefälle eintreten. g. Endlich ist es gelungen, einen jener Menschen ab- zufassen, welche sich dadurch ein„Vergnügen" machen, die von der Straße nach dem Innern>incr Sanitälswache führende Klingel zu ziehen, um den Inhaber in die Meinung zu ver- setzen, draußen harre ein Verwundeter oder Kranker der Hilfe oder des ärzlichen Raths. In der vorletzten Nacht wurde die Klingel der Sanitätswache in der Blumenstraße heftig gezogen nnd der zufällig sofort öffnende Heilgehülfe bemerkte, wie schleunigst ein Mensch sich entfernen wollte. Er wurde aber angcbalim und da sich herausstellte, daß er die Klingel nur aus Uebermuth gezogen hatte, erfolgte die Feststellung seiner Persönlichkeit. Der ruchlose Thäter sieht nunmehr seiner Be- strafung wegen groben Unfugs entgegen. a. Ein rafft»irter Kautionsschwindler ist gestern in der Person des Gärtners Groß verhaftet worden. Groß miethetc am 1. Oktober er. einen in einem Hause des Kaiser- Franz-GrenaÄicrplatzcs belegenen Geschäftskeller, um daselbst ein Blumengeschäft zu betreiben. Bei dem Abschluß des Mieths- Vertrages schwindelte G. der 5)auswlrthin, welche ihn nach seinen Vermözensverhältniffen und seiner Zahlungsfähigkeit fragte, vor, daß er in Remickcndoif eine große Gärlncrei be- fitze und die von ihm selbst gezogenen Blumen in dem zu uiiethenden Geschäftskeller verkaufen wolle. Groß zog nun ein, stellte im Keller einige Blumen aus und engaziüe als Ge- schäftssührer nach einander in rascher Aufeinanderfolge mehrere Personen, welchen er erhebliche Summen und Wcrthprpstre als Kautionen abnahm und fie sodonn nach wenigen Tagen entließ, ohne ihnen die Kautionen, die er inzwischen in seinem Nutzen verwendet hatte, herauszugeben. Als er diesen Schwindel nicht mehr fortsetzen konnte und er auch wegen Nichtzahlung des Miethszinses den Geschäftskeller verlaffcn sollte, schloß er mit einem Hausdiener einen Theilnehmer- Vertrag zum An- unv Verkauf von Weihnachtsbäumen ab und erschwindelte stch auch von diesem 50 M. N. Eiue schwere Handverlesiung erlitt heute Vormittag der Kutscher eines Brauerwagens in der Neumannsgafle. Im Begr. ff, an einem dort haltenden Rollwagen vorüderzufahren, fuhren sich beide Wagen in der engen Siratze fest, und wurde nun bei dem Versuch, dieselben zu trennen, dem erwähnten Kutscher durch einen Haken des Rollwagens die linke Hand zcrriffen. Der Verunglück, e mußte sofort zu einem dort in der Nähe wohnenden Heilgehilfen geschafft werden, der ihm einen Nolhverband anlegte. N. Durch einen Revolverschnh versuchte in der ver- gangenen Nacht ein im Hause ülte Jakobstr. 10 wohnender 22 jähriger Maurer Peter seinem Leben ein gewaltsames Ende zu machen. Die durch den Knall aus dem Schlafe geweckten und herbeieilenden Hausbewohner fanden den Genannten aus einer Brustwunde heftig blutend, bewußtlos aber noch lebend an der Erde liegen. Ein sofort hinzugerufener Arzt konstatirte, daß die Kugel unterhalb des.Herzens in die linke Brust ge- drungcn und ordnete, nachdem ein Nothverband angelegt war, die sofortige Ueberführung des Patienten mittelst Lück'schen Krankenwagens nach der Charitee an. Gerickts-cwümg. DaS Muster eines Beamten stand vorgestern vor der Strafkammer vcs Landgerichts in S'.ade. Der Angeklagte, Rcgierungsaffessor Glogau, derzeit kommissarischer Vertreter des Kreit Hauptmanns, der übrigens vom Erscheinen wegen zu weiter Entfernung dispenstrt war, kam am Abend des 20. September d. I. stark bezeckt aus einer Gesellschaft in Neuhaus in den Klub„Die Klause", wo der Fortschrittsmann. Kauf- mann Eronemerier ans Neuhaus, saß. Glogau las einen Artikel der„Neuhaus- Osten er Nachrichten" vor, deren Mitbesitzer C. eine weißhaarige, alte Frau im weißen Häubchen, eine Arbeiter- frau, die den Verhandlungen mit gespannter Aufmerksamkeit aefolgt ist, fragen, wer jene schwarzgekleidete Frau auf der Tribüne ist, als mir von allen Seiten schon flüsternd entgegen- tönt: Louise Michel... Meine Nachbarin sieht mit verklärten Blicken zu ihr hinauf; sie hat es mir selbst vor wenigen Wochen gesagt, wie sehr sie Louise Michel liebt, daß Niemand bejicr spreche als ihre große Freundin und daß ich Paris nicht verlassen dürfe, ohne die„graade citoyenne" gesehen und gekört zu haben. Das also ist Louise Michel.— Ich muß gestehen, daß ich einigermaßen enttäuscht war. Ich hatte sie mir so ganz anders vorgestellt. Ich hatte mir vorgestellt, in ihren Zügen etwas von dem düsteren Ernst und der gewaltigen Leidenschaft zu finden, denen man auf den Bildern religiöser Fanatck-r be- gegnet. Ich hatte geglaubt, daß auch ihre Rede in mächtiger Leidenschaft dahin brausen, in feuriger Berrdtsamkeit, unwider- stehlich gcwaltP sich ergießen und den Hörer, auch widerstrebend, in ihren Strudel mit hineinreißen würde.— Nichts von Alledem. Eine harte, trockene Stimme, die in monotoner Weise ruhig, verständlich und nüchtern zu uns spricht. Allmählich wird ste erregter. Sie spricht schneller, lebdaftcr und rückt be- ständig mit einer kleinen, nervösen, ungeduldigen Handbe- wegung den Hut. der ihr vom.Kopse zu fallen droht, zurccht. Aber selbst ihre Lebhaftigkeit, ihr Pathos hat etwas Kalles, Nüchternes, das auch den Hörer kalt läßt. Zwar scheint es nicht Allen zu gehen wie mir. Wie Louise Michel zu reden aushört, bricht ein nicht endcnwollendcr Jubel aus', meine Nachbarin hat fich erhoben und ihre altin, weiken, abgearbeiteten Hände klatschen der von der Tribüne Heruntersteigen- den begeistert Beifall zur Louise Michel setzt stch, einfach ohne Pose, auf ihren früheren Platz. Ihr Geficht ist unbeweglich. Niemand würde ihr anmerken, daß der Beifallsjubel ihr gilt. m Sie hat, wenn mich nicht Alles trügt, die große Popu- lariiüt, die fie unstreitig genießt, weniger ihrer Rednergabe, als vielmehr ih�er Persönlichkeit und ihren Schicksalen zu danken. Man kann über ihre Ergenthümlichkeiten und Schwächen lächeln, sie für keinen großen und umfassenden Geist hallen, ihr im Gegentheil den Vorwurf deS starren, be- schränkren Fanatismus machen— Niemand kann ihr aber den Ruhm stiettrg machen, daß ste mit einer ruhigen Würde, die in ihrer Ruhe rrnv Einfachheit etwas Jmponircndes hat, für ihre Ueberzeugung zu leiden weiß. Sie ist kein großer Geist, keine ungewöhnlich! Intelligenz. Aber fie ist ein Charakter, ein ber oller äußeren Kälte und Trockenheit tief und warm empfindender Mensch, rvie ihr rührendes Verhältniß zu ihrer MuUer, wie es vre große Anzahl von Freunden beweist, die fie stch überall erworben hat. F. R. ist, in welchem aus die kolossalen Vorfichismaßregeln bei der Zusammenkunft in Skierniewiee hingewiesen wird und der mit den Worten schließt:„Es ist doch schön, wenn die Herrscher im Schatten ihrer Völker ruhen". Glogau nannte das Blatt ein„Schweincblatt", Alle, die dabei beschäftigt seien, seien „Schweinehunde". Cronemcyer äußerte zunächst nichts, wurde jedoch später empört, als Glogau in Begleitung zweier Bekannter das Klubzrmmer verließ, sodann mit einer Laterne wiederkam und einigen der Anwesenden ins Gesicht leuchtete. C. rief hierauf:„Sie find ein pöbelhafter Mensch!" Glogau warf nunmehr mit einem halben Liter-Dcckelseidel nach ihm und äußerte dann, als er von seinen Freunden zurückgehalten wurde-„Gebt mir einen Stuhl her! Ich schlage den Hund todt." Glogau hat erklärt, daß er von Allem Nichts wisse. Die Zeugen bekunden, daß er schwer betrunken gewesen ist. Der Staatsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 400 M., der Gerichtshof erkennt auf 300 M. In den Motiven wurde als scharf zu ahnden das Benehmen des Glogau gegen einen politischen Gegner in seiner Stellung als Beamter hervor- gehoben. Das Drama im Gertchtssaal.„Josef S contra Pauline A."— liest der Hernalser Slrafrichter vom Verhandlungs- repcrtoire ab. Die Parteien werden vorgerufen. Eine hochge- wachsen?, beiläufig vierzigjährige Frau tritt in den Gerichts- saal ein, ibr folgt, mit mühseligem Schritt, ein alter Mann von schlichtbürgerlichem Aussehen. Vor den Gerichtsschranken angelangt, wenden fich die Beiden ostentativ und mit großer Be- harrlichkeit von einander ab. Richter. Frau A., Sie find an- geklagt der Ehrenbelcidigung, begangen dadurch, daß Sie den Kläger Josef S., Hausbesitzer in Hernals beschuldigten, seine Frau umgebracht, also das Verbrechen des Gattenmordes de- gangen zu haben.— Angekl. Vor Allem muß ich erwähnen, daß der Kläger mein leiblicher Vater ist.— Kläger. Und daß ich(mit erhobener Stimme) gegen mein eigenes Kind das Ge- richt anrufen muß.— Richter. Lassen wir dos. Frau A., be- kennen Sie sich schuldig?— Angekl.(erregt). Ich vermag es nicht, meinen Vaicr einen Mörder zu nennen, denn meine Mutter ist(ironisch) eines natürlichen Todes gestorben, die Aerzte sagten, in Folge eines Herzschlages, ich sage— an ge- brechenem Herzen, in Folge einer L-edlostgkeit, die fich mein Vater zu Schulden kommen ließ. Zweiundvierzig Jahre, ein Menschen alter fast, haben meine Eltern beisammen gelebt, zwei- undvierzig Jahre sind ihre Ehebetten nebeneinander gestanden, bis es eines Tages meinem Vater einfiel, sein Bett hinwegzu- rücken, wahrscheinlich um der Mutter seine Mißachtung, seine Adr.dgung dadurch zu erkennen zu geben. Meine arme, alte Mutter(schluchzend) hat eS tief gekränkt. Sie hat geweint und geweint und— ist gestorben.(Nach einer längeren Pause): Gelegentlich eines Streites mit meinem Vater, bei welchem er meine Mutter im Grade und mich selbst b-schimpfte, habe ich ihm dies vorgehalten und gesagt, die Mutler sei nur in Folge der Aufregung gestorben, die er chr verursachte.— Richter. Mit Rücksicht darauf, daß der vor- liegende, sehr unerquickliche Fall sich eigentlich ganz der lichter- lichen Jurisdillion entziehen sollte, indem es sich um eine rein familiäre Angelegenheit, einen Streit zwischen Vater und Tochter handelt; da ls weiter mit dem inkriminlrtcn Vorwurfe des Galtenmordcs doch gar nicht ernst zu nehmen ist, und überdies die beleioigende Acußerung im Zustande hochgradiger Aufregung abgegeben wurde, wäre es vielleicht angezeigt, wenn Sie, Herr S., die Klage zurückziehen würden.— Kläger. Das ist keine Kleinigkeit, wenn sie sagt, ich habe ihre Mutter um- gebracht. Auf meine alten Tage setzt sie mich ganz bei Selle, ich, als Hausherr, soll völlig einen Beltelmann machen und nur sie soll kommandiren.(Mit erhobener Hand und in großer Aufregung-) Paulin', Du hast Dich schwer versündigt gegen das vierte Gebot: Vater und Mutter sollst Du ebren. Richter (mit Wärme): Vergeben und vergessen Sre. Es wird dem Vater nicht schwer fallen, der bittenden bereuenden Tochter zu verzeihen.— Kläger: Also— ich will es gehen lassen, aber Ruhe will ich haben, sonst nimmt's einen anderen Ausgang.— Die Tochter versucht es nicht, dem beleidigten Vater die Hand zur Versöhnung entgegenzusmcken— der greise Mann würdigt sie keines Blickes j vor dem Gerrchtshause trennen fich ihre Wege. Der gerichtliche Ausgleich war offenbar nicht im Stande, die Harmonie zwischen Vater und Tochter wieder her- zustellen. Durch Geld znr Frciheit. Aus Prag wird uns be- richtet: Heute begann&e Schlußverhandlung gegen Emil Waßmund, welcher unter der Ankiag« steht, den städtischen Bauwerster Brzorad ermordet und beraubt zu haben. Die Kühnheit der That und die sie begleiienden Ncbenumstände haben seinerzeit Seirsairon gemacht. Wir rcproduzrren aus der Anklage, deren Verlesung heute den ganzen Vormittag in Anspruch nahm, Folgendes: Am 20. Juni 1884 war der Leor.ardivlotz der Schauplatz einer Blutthat, welche unter der Prager Bevölkerung die größte Sensation hervorrief. Gegen 7 Uhr Ad-nds drangen aus der Wohnung des städtischen Baumeisters Vinzenz Brzorad Hilferufe und als die Haus- bewohner herbeieilten, bot fich ihnen ein gräßlicher Anblick dar. Brzorad lag in einer Blutlache zwischen der Thüre, welche vom ersten in das zweite Zimmer führt, ver Hals war der ganzen Länge nach durchschnitten, das Geld, welches Brzorad bei stch getragen, fehlte. Er war ermordet und sodann beraubt worden. Brzorod, ein 41jährrger lediger Mann, war sehr wohlhabend. Er besaß in Rrmburg einige Häuser und hatte gegen 20.000 Gulden Forderungen. Dabei galt er als humaner, edeldenkender Mann, der still und zurückgezogen für sich allein lebte. Ais ehemaliger Ingenieur hatte er von der Eiadlgemeinde Prag die Pflasterungsar betten übernommen, welche er bestens besorgte und dabei die Arbeiter stets pünltlich bezahlte. Am 21. Juni, also am Tage nach seiner Ermor- düng, hätte er an Löhnen 1240 Gulden zu zahlen gehabt, und wie der Bruder des Ermordeten angicdt. hatte Letzterer das G.ld sicher schon bereit gehalten. Dasselbe wurde jedoch nicht vorgefunden, es wurde vermuthlich ge- raubt. Der Schuhmacher Johann Sooboda, sowie der Drechsler Sigmund Gcitler hatten am Tage, als die That ge- schah, einen Soldaten, welcher die Artillerie-Uniform ttug, vor dem Hause auf- und abgehen gesehen. Die Untersuchung er- gab, daß Brzorad am Äsende, als er ermordet wurde, den Besuch eiircs gewissen Emil Waßmund erwartete, welcher einen vom Ingenieur Roscnberg bestellten Voranschlag abholen sollte. ES wurde nun konstatirt, daß Emil Waßmund eine Artrllerie- Uniform zu tragen pflegt?. Da man am Thatorte Miiitär- handschuhe vorfand, so forschte man nach Waßmund, der auch in seiner Wohnung, Nr. 1093— It, angetroffen wurde. Man fand bei ihm einen blutigen Riemen und ein blutgetränktes Taschentuch; an einem Finger der rechten Hand hatte er eine Schmttmunde. Waßmund wurde verhaftet und der Polizei vorgeführt. Anfangs leugnete er beharrlich, später aber ge- stand er zu, den Mord verübt zu haben, stellte aber entschieden in Abrede, daß er auch geraubt hätte. Er behauptete, daß das Motiv zur sichert Rache aus Eifersucht gewesen sei. Emil Waß- mund, der im Oktober 1861 in Prag geboren wurde, besuchte durch drer zyahre die Realschule in Karolinenthal, später die Gewerbeschule und ließ sich im Jahre 1880 als außerordentlicher Hörer an der czcchischen Technik inskeibiren. Nach zwei Jahren fand er eine Stelle in einer hiesigen Baukanzlci, welche er am 10. September 1883 unter dem Vorwande aufaab, daß er als Einjähriger in die Armee eintreten würde. In wirk- lichkeit geschah dies jedoch nicht, er trieb fich vielmehr in der Uniform eines Artstleristen in Gasthäusern herum und wohnte bei seinen Eltern in der Sokolgaffe. Sein Vater, der ehemals Zuckerfabnksdirektor gewesen, hat für eine zahlreiche Familie zu sorgen und befindet sich deshalb in sehr mißlichen Verhältmsscn. Ungeachtet dessen suchte Emil so viel als möglich gut zu leben, fälschte Zeugnisse, in denen er fich als absolvirten Techniker deklarttte, sowie ferner einen Sammil- bogen der..Matice süolska", auf Grund dessen er seinem eige- nen Vater 5 st. herauslockte. Als Motiv seiner That gab er an, daß er mit einem Mädchen ein Verhältniß hatte, welches aber von der Geliebten selbst deshalb gelöst wurde, weil st« Brzorad mit Liebesanträgen verfolgte, denen ste endlich nach- gab. Er wollt« Brzorad deshalb zur Rede stellen, fcüftr aber versuchte ihn hinauszuwerfen. Auf dies hin zog Waßmund ein Messer und versetzte seinem Gegner einige Stiche; da In Getroffene um Hilfe schrie, so durchschnitt ihm Wasmuth schließ- lich den Hals. Nach der That schloß er sich auf der Straße einem Dienstmädchen an, in dessen Wohnung er sich die Hände wusch, worauf er in das Gasthaus„zum Skeiger" ging, wo er bis Mitternacht verblieb. Zu Hause angelangt, spielte ec noch längere Zeit Zither. In seiner Wohnung wurde auch ein Beil gefunden, welches die Aufschrift trug:„Durch Geld zur Freiheit!"— Wohin jedoch das geraubte Geld gekommen, ist bis zur Stunde noch unaufgeklärt. Die Anklage bchavpiet indeß, daß es Waßmund irgendwo verborgen habe. Die Verhandlung ist auf fünf Tage anberaumt. Der Angeklagte ist ein schmächtiger Mensch, elegant in Schwarz gekleidet, mit intelligenten Gesichtszügen. Wir kommen auf die interessanten Momente der Verhandlung noch zurück. VermiBcktes. Eine Stadt von Wölfe» angegriffen. Einem Privat- bliese entnimmt„B- Hirlap" die folgende, kaum glaubliche Mittheilung: Die Stadt Homonna im Zcmpliner Komitat war am letzten Sonntag der Schauplatz eines furchtbaren Kampfes. Während die Leute sich in der Kirche versammelten, drangen hundertzwanzig Wölfe in die Stadt und gelangten bis zum Kirchenplatze. Das erschreckte Volk schloß die Kirchentbüren! die in Homonna stationttten Ulanen eilten zu Pferde herbei, um h>ilfeju bringen, doch die ausgehungcrlen Bestien sielen über die Soldaten her und zerfleischten zwei derselben und sieben Pferde. Erst gegen Abend verließen die Wölfe den Ort. Der Tanz mit der Leiche. Eine echt irische Szene spielte fich kürzlich in Waterford ab. Dort war plötzlich eine Frau gestorben, bei deren Leiche, wie das bei den Jrländern Sitte ist. Nachts Todtenwache gehalten wurde. Die Wächter aber, wie das bei solchen Gelegenheiten stets geschieht, tranken st« einen fürchterlichen Haarbeute! an und arrangirten nun beim Klange einer Konzerlina ein Tänzchen um den Sarg, wobei sie die Leiche ausrecht setzten, mit deren Hände und Füße einer der Anwesenden den Takt schlug. Endlich wurde die Heiterkeit so groß, daß die Leiche aus dem Sarge genommen und Fangball mit derselben gespielt wurde, und eben war man daran, d.-r Leiche eine Zipfelmütze aufzusetzen und ihr eine Pfeife in den Mund zu stecken und Punchinello mit ihr zu spielen, als du Polizei eindrang und dem Skandal ein Ende machte. Von wilden Thiercn getödtet. Einem Regierungsalis- weise zufolge wurden im Jahre 1883 in Indien 22,905 Personen durch wilde Thier? und Schlangen getödtet, gegen 22,125 Personen im Jahre 1882. Von diesen Todesfällen ent- fallen 20,967 auf Schlangenbisse, 935 Personen sielen Tiegern zum Opfer. 287 Wölfen und 217 Leoparden. An Rindoieb wurden 47,478 Stück umgebracht, d. i. 771 Stück mehr als(N 1882. Es ist gewissermaßen auffallend, daß, während du Meh-zahl der menschlichen Tode! fälle Schlangenbissen zuzu- schreiben ist, nur 1644 Stück Rindvieh auf dieselbe Weise u-n- gekommen sind. Beinahe dreiviertel der Todesfälle ereignete stch in Vengalen und in den nordwestlichen Provinzen. � Laufe deS Jahres wurden 19,899 wilde Thier? getödtet, was eine Verausgabung von über 15,000 Pfd. Stcrl. an Be- lohnungen erforderte. Ueber die Freßwerkzeuge der Walfische, die Barten, wurden, dem„B. T." zufolge, in einer Bremer Naturforscher- Versammlung folgende Mitlheilungen gemacht: Die Barten bestehen aus groben verwachsenen Haaren und hängen beider- scits vom Gaumen wie Kulissen herab. Die Wale„fischen' indem sie mit geöffnetem Maule langsam an der McercSobcr- fläche in den dichten Schwärmen kleiner Kcebslhierchen uro Mollusken dahinschwimmen, welche in solcher Dichtheit nur>n den kalten Meeren vorkommen; daS Wasser läuft zwischen de» Barten und seitwärts durch, während die kleinen Thiers w drm grob-n Haar filze liegen bleiben und von Zeit zu Ze« hinabgeschluckt werden. Die Frage nach der allmäligen Em- Wickelung deS Vartenapparats führt unmittelbar zu derjenigen nach der Entwickclung dcr Wale selbst. Die Wale treten ZU- erst in der Tertiärzeit auf. Sicher die älteste Form DE Wale ist die Familie der Zahnwalc, zu denen Delph'�- Braunfisch, Potwal und Finfisch gehören. Es deutet stb- Vieles darauf hin, daß ste aus Hufthieren durch Anpassung derselben an das Wasserlrben entstanden sind. Bei den Zahn- walen zeigt sich nun eine vielfache Neigung zum Verkümmern der Zähne. Als ein Ersatz derselben entwickeln fich nun Barten(von welchen eine kleine Andeutung schon am Gauwe» unserer Kinder vorhanden ist). Noch jetzt besitzen die Junge» der Bartenwale ein unentwickelt bleibendes Milchzahngcbiß m") echten Zähnen. Die Kleinheit der Futter thiere machte eim immer stärkere Entwickelung des Baitenapparntcs und dam» des Kopfes nöthig, welche wieder eine Vergrößerung des(r sammten Körpers bedingte. So kann man den scheinbar pr1®' doxen Satz aufstellen, daß die Bartenwale so groß gcworvr find, weil sie von so k.'e'.nen Thier?» leben. Am Ende»r ganzen Entwickelungsreihe siebt der Grönlandswal, dessen zum allergiöß'en Theile zum Freßwerkzeuz ausgebrldet ist, � an dem das Gehirn und die Sinneswerkzeuge nur einen g®™ kleinen Raum einnehmen. Uebereinstimmung. Student: Ich wollte diesen$>»» versctztn!— Pfandleiher(nachdem er den Ring geprüft va») Das Goid taugt nicht viel.— Stuvent: Das sagen Sie l®. darauf gebe ich nichts!— Pfandleiher: Ich auch Adieu! Ter Dermste. Was. du bist ohne Slelluug Y Wie°5 daure ich dich!— Ja, und dabei mein Pech. Eben kosw ich bei einem Geschäft vorbei, wo mittelst Anschlags Ptf�, beiderlei Geschlechts verlangt werden, und ich— ich habe» eines." Die sogar schon in Versen besungene Altena-Kauc» kirchenrr Eisenbahn bat ihren Eröffnungstag am Mo" durch eine totale Entgleisung und partielle Kollision«md®. licht Man kann also hier nicht sagen- Ende gut, Alles i? Der Professor findet beim Eintreten in das Koll-'g'. auf dem Kalhever einen alten Fetzen.„Meine Horwr, � scheint mir, daß sich jemand einen höchst unpassenden(g*:', mit mir erlaubt hak.(Den Fetzen in die Höhe hebo®,, Meine Herren, mit so einem alten Lumpen soll man fim lc Scher, erlauben.", gg« Amerikanische Grabinschriften. 1, Hier liegt der• vokat N N. Er wahr ein Ehrenmann. Wunderbar•-Sa ruht Frau S., Ehefrau des Bildhauers S. Ihr Mann ij ihr dies Denkmal errichtet, ihrem Andenken zur Ebre uns h Probe seines Talentes. Ein solches Denkmal kostet 250 �oU 3 Ec war liebenswürdig als Mensch, geschickt als Hutm® bescheiden in seinen PrAsen. Seine Hüte aus Biberfell loi nur 3 Dollars. Kriefßa�en der KedaWon. m W. v. Zingen. DaS ist eine sehr böse Sac�-' � besten ist es für Sie, wenn Sie alle Nachrichten, die vu z Ihrem Bruder haben, sorgfältig zusammenstellen un® sj? übermtttcln. Wir werden dann die nöthigen Schutte für thun. Kommen Sic einmal persöalich hierher.„n-rrintie®- S. 10(10. Eine Milltarn ist gleich tausend Mi«15" Geschrieben 100 OOD 000 000.__ x U'tranuacrüiwrt Redakteur HtcaUtiM in Berlin. Druck und Verlas von Silax-vavmg tn CertteSW. Bruthstraße 1