er es fte 加 er 70 er De er ch in 試 ft こ et ift it est ts he 10 3. ent mt ie m et ESESS te U te ch 101 SHOESORES te et 0 ll en ic n t n b in ie Us te 10 3 es 1, ent ' t これ int eit t V Er 8 te 11 e it D 3 ACEN No. 205. Sonntag, 30. November 1884. 1. Jab Berliner Volksblatt. Organ für die die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Volksblatt" erfcheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Fefitagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Mart, wöchentlich 25 Pf. Einzelne Nummern 5 Pf. Bostabonnement pro Quartal 3 Mart.( Eingetragen im VIII. Nachtrage der Postzeitungspreisliste unter Nr. 719a.) Insertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, fowie von allen Annoncens Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berfin SW., Bimmerstraße 44. Abonnements- Einladung. Für den Monat Dezember eröffnen wir ein neues Abonnement auf das ,, Berliner Volksblatt". Frei ins Haus kostet dasselbe nunmehr 1 Mark 35 Pfg. ( pro Woche 35 Pfennige). Bestellungen werden von sämmt, ichen Beitungsspediteuren, sowie in der Expedition, SimmerStraße 44, angenommen. Den neuen Abonnenten wird der bisher erschienene Thell des hochinteressanten und spannenden Homans Gesucht und gefunden" von Dr. Dur gegen Vorzeigung der Abonnements Quittung in der Expedition, gratis verabfolgt. Zimmerstraße 44, Die Zeitung erscheint vom 1. Dezember ab täglich mit acht Seiten Tert, und wird derselben wöchentlich eine reich illustrirte Sonntagsbeilage beigegeben werden. Um recht zahlreiches Abonnement bittet Die Redaktion und Expedition des ,, Berliner Volksblatt" Die Bedeutungslosigkeit der Gewerkvereine. Was haben früher die Beamten der Hirsc= Dunder'schen Gewerkvereine" immer ein Gefchrei angestimmt von der Macht derselben im gewerkschaft lichen und politischen Leben. Mit welcher Verachtung blickte man in jenen Kreisen auf die mehr links stehende Arbeiterpartei, mit welchem Haffe wurde dieselbe begeifert! Und in der That hat mancher Politiker an die Macht ber Gewerkvereine geglaubt. Fortschrittler und auch NationalLiberale buhlten um ihre Gunst. Der Anwalt der Gewerkvereine Herr Dr. Mar Hirsch wurde von den ersteren auch mehreremal in den Reichstag gewählt; als Gegenleistung stimmten überall die Mitglieder der Gewerkvereine, soweit fie Dr. Mar Hirsch in der Hand hatte, für die Fortschrittler und später für die Deutsch- Freifinnigen. Eine große Anzahl aber von Mitgliedern, die lediglich in den Gewerkvereinen bleiben, weil sie der eingezahlten Beiträge nicht verlustig gehen wollten, stimmte früher schon für Aasbrudt verboten.] 26 Feuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dur. ( Forsegung.) Mein Herr, ich will mit Ihnen eine Ausnahme machen und Ihnen eine Antwort geben. Dieselbe wird mir und Ihnen jebe weitere Auseinandersegung ersparen. Ich erkläre Ihnen ausdrücklich, daß sich eine Baroneffe O'Brian nicht in unserer Anstalt befindet." " Das glaube ich, mein Herr, ich habe aber Ursache anzus nehmen, daß meine Mutter einen anderen Namen trägt." Welchen? Wenn ich fragen darf!" Frida Arnold!" " Dem Namen nach eine Deutsche." " Sie ist eine Deutsche, Herr Direktor." Eine Frida Arnold fennen wir ebenfalls nicht; ich erIläre Ihnen dies, obgleich ich dazu nicht verpflichtet bin." Sun, so trägt meine Mutter vielleicht einen anderen Namen, den ich nicht lenne." 11 Demnach tönnen Sie keine Auskunft erhalten." Roch eine Frage, Herr Direktor! Ist es mir gestattet, Shre Anstalt zu sehen?" Unter anderen Umständen, Mr. O'Brian, hätte ich Ihnen gern die Besichtigung der Anstalt gestattet; in diesem Falle muß ich Anstand nehmen, Ihrem Wunsche nachzukommen." Niedergeschlagenheit schien den Herrn Chefarzt zu rühren. Er betrachtete ihn voll Theilnahme. Nach einer Bause kurzen Schweigens fragte er: Mr. O'Brian fah sehr niedergeschlagen aus, und seine Woher vermuthen Sie, daß Ihre Mutter fich hier im Irrenhause befindet?" Herr Direktor," sagte D'Brian mit großer Offenheit und gegen die der Direktor nicht unempfindlich war, ich Wärme, habe meine Mutter seit meiner Kindheit nicht gesehen; unter Fremden bin ich aufgewachsen. Ich hielt meine Mutter für todt. Erst im vorigen Jahre erfuhr ich in Indien, daß sie lebe, und meine Nachforschungen hier in England haben mich nach Bethesda geführt. Die Kindesliebe und die Kindespflicht haben mich geleitet bei meinen Nachforschungen und Sie fönnen sich erklären, welchen niederschlagenden Eindruck es auf mich macht, wenn ich jest, da ich die endliche Entscheidung über den Erfolg oder die Erfolglofigkeit meiner Nachforschungen die Kandidaten der Arbeiterpartei. Nur die Beamten der Gewerkvereine verharrten, da sie ihre Stellungen behaupten wollten, in ihrem Haffe gegen anders denkende Arbeiter. Dr. Max Hirsch schien eine bleibende Institution für den Reichstag bleiben zu sollen. Obwohl seine zahlreichen Reben bei den übrigen Reichstagsmitgliedern feinerlei Beachtung fanden, obwohl diese R.den faum angehört wurden und den Sigungssaal leerten, obwohl der geringen Sympaihie halber, die Dr. Mar Hirsch überall hat, derselbe in ein und demselben Wahlkreis niemals zweimal hintereinander aufgestellt worden ist, fand sich doch jedesmal wieder ein anderer Wahlkreis mit Hilfe der fortschrittlichen Parteileitung bereit, den Dbdachlosen aufzunehmen. Da fam der Arbeiter Pampel! Diefer Name fagt genug Er bedeutet den Krach in den Hirsch- Duncker'schen Invalidenfassen. Die Vorgänge find bekannt genug, um die felben hier noch näher erörtern zu sollen. Nun ging nicht allein das Vertrauen der fortschrittlichen" Arbeiter zu den Hirsch- Dunder'schen Invalidenfaffen verloren, sondern auch zu den übrigen Gewerksvereinsfaffen. Die deutsch- freifinnige Partei aber, welche bis dahin die Gewerkvereine politisch ausgenutzt hatte, wandte fich nun mehr von denselben und ihrem Anwalt, dem Dr. Mar Hirsch schnöde ab, um feine Verantwortlichkeit für den Fall Pampel" mitübernehmen zu müffen. Inzwischen war dem Aermften auch der Wahlreis Gera untreu geworden. Die dortige deutsch- freisinnige Parteileitung hatte Herrn Hirsch schon im Laufe der letzten Session des Reichstags mitgetheilt, daß er auf eine fernere Kandidatur in Gera nicht zu hoffen habe. Unser Harmoniedottor ging nun, wie so oft, wieder einmal auf die Suche nach einem Wahlkreise. Die fortschrittlichen Parteihäupter unterstützten ihn diesmal nicht; verschiedene von ihnen waren froh darüber, daß dies enfant terrible der Partei wahr. fcheinlich das Reichstagsgebäude nicht wieder in der Eigenfchaft als Abgeordneter betreten würde. Doch unser tapferer Doftor ließ sich nicht irre machen. Er hatte endlich einen Wahlkreis gefunden, in welchem er auf eigene Faust kandidirte, den sächsischen Wahlkreis Bichopau. Dorthin zog er nach Schluß des Reichstags in die Sommerfrische und schlug dauernd in einem fleinen Dite im Kreise sein Lager auf. Mit einigen Freunden gings nun flott an die Agitation. Zahlreiche Versammlungen wurden abgehalten, in denen der edle Mar fein Licht leuchten ließ. Aber immer verfolgte ihn der Geist Pampels, so daß der Doktor nicht zum freudigen Baufen gelangte. Die Wahlschlacht wurde am 28. Oktober geschlagen und Dr. Max Hirsch erhielt 662, in Buchstaben sechsund Dr. Max Husch erhielt 662, in Buchstaben sechs= erhalten soll, wenn ich jezt von Ihnen höre, daß Sie mir den Eintritt in die Anstalt nicht gewähren fönnen. Ich bin eine elternlose Waise, Herr Direktor. Meine Mutter umarmen zu können, ist der heißeste Wunich meines Herzens! Und ist fte, wie ich annehmen muß, eine unglückliche Wahnsinnige, so gebietet mir die Pflicht, mich zu überzeugen, ob es auch meiner Mutter an Nichts fehle." Ach so, das ist etwas Anderes," sagte der Direktor. ,, Also Sie beabsichtigen, die Alimente für Ihre Mutter zu zahlen?" ,, Ich erkläre mich bereit, jede Summe zu hinterlegen, welche erforderlich ist, um ihr alle Bequemlichkeiten dieses Hauses angedeihen zu lassen." Das ändert die Sache, mein Herr Ich erwarte Sie mor gen Vormittags neun Uhr in der Anstalt." Mit einem herzlichen Händedrud dankte D'Brian und fehrte nun zu seinem Gefahrten zurück. " Mar," sagte er ,,, morgen um neun Uhr gebe ich in die Anstalt. Ich bin überzeugt, daß ich sie unter Allen herausfinden werde, obgleich ich sie seit zwanzig Jahren nicht fah. Nie haben die bleichen Züge mir lebhafter vor der Seele gestanden, wie heute; ihr mildes Auge, ihre sanfte Stimme würde ich wieder erkennen, obgleich ich erst fünf Jahre zählte, als ich sie zum legten Male sab." Siebzehntes Kapitel. Am andern Morgen vünktlich um neun Uhr fand fich D'Brian an dem großen, rothen Gitterthore ein. Der Thürhüter führte ihn durch eine verdeckte Halle und bedeutete ihm, durch das Hauptportal einzutreten, Mr. Gefferson erwartete ihn bereits Am Eingange, zu welchem hohe Marmorstufen führten, wurde er von einem der Diener in Empfang genommen und in das Besuchszimmer des Arztes geführt. Vtr. Gefferson empfing ihn freundlicher, als man nach seinem gestrigen Benehmen hätte erwarten fönnen; er nöthigte ihn auf einen Seffel und sagte: Lieber Mr. O' Brian, Sie sollen alle Frauen der Anftalt sehen, aber Sie müssen mir dreierlei versprechen, eistens: daß Sie, wenn Sie die Kranke finden, welche Sie suchen, die Alimente für dieselbe bezahlen, denn sonst würde meine Erlaubniß eine Pflichtverlegung sein, und eine Pflichtverletzung darf der Dirigent einer solchen Anstalt nicht begehen." Das begreife ich, Herr Direktor! Ich bin bereit, eine Summe sofort zu hinterlegen" hundertzweiund sechszig Stimmen von ca. 13000 abgegebenen. abgegebenen. Aber auch im ganzen übrigen Deutschland find feine weiteren Stimmen für den Edlen abgegeben worden. Sein Mißgeschick in 3fchopau lam nun mit daher, daß er sich überall sehen und hören ließ. So ist der taum glaubliche Fall vorgekommen, daß in einem Orte, wo Dr. Hirsch eine anderthalbstündige öffentliche Rede gehalten hat, nicht eine einzige Stimme auf ihn abgegeben worden ist. Man sieht nun aus Vorstehendem, daß die HirschDunderschen Gewerkvereine fast jeglichen Einfluß im öffent lichen Leben verloren haben. Die bevorstehenden sozialpolitischen Debatten im Reichstage werden dies endgiltig beweisen. Ebensowenig, wie in felchen Debatten der Name des verstorbenen Schnlze- Delißsch, der doch ein anderer Mann war, als Dr. Mar Hirsch, faum genannt worden ist, ebensowenig wird der Name des Letteren genannt werden. Daß Herr Hirsch nicht in den Reichstag gekommen ist, wird übrigens außer den Beamten seiner Gewerfvereine nur Einem leid thun und dieser Eine ist Herr Schulz, der Restaurateur des Reichstags. Nicht als ob Herr Hirsch persönlich die Restauration start frequentirt hätte aber bei seinen zahlreichen Reden leerten sich immer die Räume des Sigungsfaals und Foyer und Restauration waren rasch gefüllt. Herr Dr. Mar Hirsch verdient diefe Abfertigung, weil er immer mit befonderem Hochmuth auf die Arbeiterpartei herabgeblickt hat, Hochmuth aber fommt vor dem Fall." Doch nun wollen wir den Todten ruhen lassen. Politische Uebersicht. Bertheuert der Getreidezoll das Brot? Diese Frage wird schon seit Monaten in den verschiedenen Zeitungen und Versammlungen ventilirt Die Agrarier( Lanowirthschafterpartei) verneinen die Vertheuerung, die Liberalen b jaben sie. Wir schließen uns der letteren Anficht an, daß der Getreidezoll das Brot vertheuert. Ein Häuptling der Agrarier, Herr von Schorlemer Alst, hat nun schließlich, wenn auch nicht direkt, vor dieser Ansicht die Waffen gestreckt. Auf dem legten westfälifchen Bauerntage beantragte genannter Agragrier: Den Vorstand zu beauftragen, zum Schuße der Landwirth schaft dahin durch eine Betition an den Reichstag zu virken, daß der Boll auf Getreide in angemessener Weise erhöht werde; auch daß die dadurch erzielten Wehreinnahmen zur Erleichterung der Grund-, Gebäude und Gemeindeſteuern verwendet würden, und daß bei Migernten die Regierung das Recht babe, den 3oll zu sistiren." Bet ißernten also soll die Regies rung den Boll fistiren! Durch die Einfuhr amerikanischen und und indischen Getreides wird dann einer Uebertheuerung des " Er legte eine Tausend: Bfund. Note auf den Tich. Das genügt, Mr. O'Brian," sagte Gefferson, def n Antlig fich bei dem Anblick der Tausend- Pfund- Note bedeutend erhellte. Nun das Zweite: Sie dürfen nicht verlangen, den Namen dieser oder jener Person, welche Sie nicht kennen, zu erfabren." An Bersonen, welche ich nicht fenne, habe ich kein Intereffe!" Diittens: Sollten Sie Personen hier finden, welche Ihnen bekannt sind, so dürfen Sie weder zu denselben, noch auch später von denselben sprechen. Ich verlange darauf Ihr Ehrenwort" Sie haben es, herr Direktor! Es steht übri ens nichts zu befürchten, daß ich Ene oder die Andere Jhrer Batientinnen tennen sollte; ich lebe, wie ich schon sagte in Indien.' So folgen Sie mir, mein Herr. Es ist jetzt gerade Kons versationszeit, ich führe Sie selbst durch die Säle." Bethesda ist nach allen Erforderniffen neuester wiffenschaftlicher Erfahrung über Jrienhäuser organifirt und mit all' denjenigen Einrichtungen ausgestattet, welche der heutigen Heilmethode am besten entsprechen. In Deutschland und vielen anderen Ländern der Erde baben Frrenhäuser durchaus den Charakter von Gefängnissen, auf Tritt und Schritt wird der Krante erinnert, daß er ein Gefangener ist. Die Zimmer älterer Jrenhäuser unterscheiden sich wenig genug von Kerferzellen; weder hinsichtlich des Mobiliars, noch der Etengitter an den Fenstern; die Bewachung, die strenge Abionderung, Die in vielen Fällen um wenig beffer als, als die J olirhift eines Buchthäusler, erinnern durchaus an Gefäng ise. In England, Schweden und zum Theil auch in Franireich geht man von dem Grundsaß aus, daß der Kranfe niemus das de müthigende und niederdrückende Gefühl haben musse, ein Ges fangener zu sein. Man läst ihn glauben, daß er sich hier lediglich in den alt gewöhnten Verhältn fi n befinde, und man pat in Erfahrung gebracht, daß in solchen Jrenhäusern eine Verschlim merung der Zustände selten eintritt, Tobiucht fast stets geheilt, niemals aber durch den Aufenthalt in der Anstalt hervorge= rufen wird. Es ist erwiesen, daß dieselbe meistens aus der Stimmung des G.fangenen entsteht, brvorgerufen durch den 3wang der Anstalt Diefen 3wang sucht man deshalb in neuester Beit möglichst zu vermeiden. Nach diesen Grundsäßen war Betheda eingerichtet. ( Fortiegung folgt.) Sconce Getreides vorgebeugt, das Getreide ohne den 3oll ist dann Logischer Weise ist das billiger, als mit dem Boll. Getreide ohne amerikanische 2c. Den Boll überhaupt billiger, als mit dem Boll; folglich erhöht der Boll überhaupt den Preis des Korns und somit des Brotes. - Es fommt aber bei dieser Frage die Vertheuerung des Brodes nicht allein in Betracht, sondern auch, daß die Vertheuerung einen nothwendigen, ja den allernothwendigsten Konsumartikel des Volkes trifft. Ohne Fleisch, ohne Bier und ohne Kaffe kann der arme Mensch wohl eine Zeit lang leben, aber nicht lange ohne Brot. Nun weiß aber Jedermann, daß Der gut fituirte Bürger nicht mehr Brod zu seinem Lebensunterhalt braucht, als wie derjenige, welcher fümmerlich seine Existenz friftet. Lesterer bezahlt aber für ein Brod ebensoviel als wie Ersterer, mithin trifft die Vertheuerung des Brotes gerade den armen Mann besonders hart, weil er dadurch in Semselben Maße besteuert wird, wie der Wohlhabende; dieses liegt so klar, daß es von Niemandem bestritten werden kann. Wir müffen uns also gegen den Getreidezoll erklären, weil er das Brot vertheuert, den nothwendigsten Konsumartikel trifft und ganz besonders die ärmere Bevölkerung belastet. Kaiser zu tödten, sollen gänzlich ausgeschlossen sein. Ob diese Abficht durch eine höhere Macht", die über dem Willen der Angeklagten stand, vereitelt worden ist, oder ob dies in Folge des Durchschneidens der Bündschnur seitens eines der Attenthäter geschehen, wie derselbe behauptet, dürfte auch in der Hauptverhandlung nicht aufgeklärt werden. wand für eine sehr rege Agitation der Partei, die legten Stadtverordnetenwahlen aber die Gelegenheit zur Bildung eines fast die ganze Stadt umfassenden Nezes von sogenannten Arbeiter Bezirs- Vereinen mit thatsächlich fozialdemokratischer Tendenz" gegeben hätten. Auch die sogenannte gemäßigte Richtung" betrachte die ge waltsame Lösung der sozialen Frage als die mit Naturnoth wendigkeit früher oder später zu erwartende Entwickelung der Dinge. Jm I. Quartal d. find 17, im II. 15 öffentliche Ver fammlungen wegen des aufreizenden Inhalts der Reden vers boten worden; die sozialistische Preffe, namentlich der Sozial Demokrat", fand eine zahlreichere Verbreitung. Die in Defters reich, England, Rußland und Frankreich, sowie die in Frank furt a. M., Stuttgart, Straßburg und Elberfeld begangenen Verbrechen, die Gleichartigkeit der Bestrebungen der deutschen und der ausländischen Sozialdemokratie ließen die Annahme gerechtfertigt erscheinen, daß Störungen der öffentlichen Nube und Sicherheit beinche schon zur Tagesordnung gehören und auch in Berlin der Boden für solche Störungen schon vor bereitet set. Zur Frage der Eisenbahnfreifahrtkarten der Reichs tagsabgeordneten und des angeblichen Mißbrauchs" der selben durch sozialdemokratische und freifinnige Abgeordnete werden der Frtf. 8tg." folgende Mittheilungen gemacht: Gerade die hervorragenden Abgeordneten haben von ihren Freifahrtkarten den geringsten Gebrauch gemacht, einfach aus dem Grunde, weil sie an den Reichstag gefesselt sind. Dagegen hat sich gezeigt, daß gewisse Mitglieder der Rechten, deren Abwesenheit bei den Verhandlungen Niemand vermißt, die freie Fahrt während der Session mindestens so ausgenütt haben, wie irgend Jemand auf der linken Seite. Man erzählt fich auch, daß Fürst Bismard bereits im vorigen Jahre die Abficht gehabt habe, die Reisen der Abgeordneten im Reichstage zur Sprache zu bringen, und daß zu diesem Zwecke eine Statistik aufgenommen worden sei. Sie soll aber ein Resultat gehabt haben, welches es angezeigt erscheinen ließ, über die Sache lieber zu schweigen. Ein sehr angesehenes, ja berühm tes Mitglied der Rechten soll nämlich, wozu es ja formell durchaus berechtigt war, zu gewissen dienstlichen Inspektionsreisen seine Freifahrtkarte als Abgeordneter benugt haben. Nächstdem soll ein früherer Reichstagsabgeordneter, der ein hohes preußisches Staatsamt bekleidet, fich zu ähnlichen Zwecken seiner Freifahrtkarte bedient haben. Es ist den Herren daraus gewiß tein Vorwurf zu machen, denn sie werden Reisegelder, die sie in ihrer amtlichen Stellung für solche Reisen zu verlangen hatten, sicher nicht liquidirt haben. Es ist aber immerhin von Bedeutung, in einem Augenblick, wo man bemüht ist, einen angeblichen Mißbrauch der Berechtigung zur freien Fahrt zu konstruiren, diese Thatsachen zu erwähnen und festzustellen, daß bisher sämmtliche Abgeordnete der Meinung gewesen find, es stehe ihnen frei, so viel zu reisen, als gerade nöthig war.( Wie verlautet, beziehen sich die Andeu fungen des zitirten Blattes auf den Grafen Moltke und den Minister v. Puttkamer.) In der Hige der Wahlkämpfe- so schreibt die gemäßigte Voffische Beitung" hat man außer Acht gelassen, fich einmal danach umzuschauen, welches Urtheil denn die Wahlen über jene vielbesprochene Spaltung der Deutsch Freisinnigen bei der Abstimmung über das Sozialisten geses gefällt haben. Man wird dabei billigerweise nicht von Der Ansicht ausgehen, daß bei jeder einzelnen dieser Wahlen das oben erwähnte Votum den Ausschlag für die Stimmung der Wähler gegeben habe; ebenso wird man in Rechnung zu bringen haben, daß die ganze freifinnige Partei diesmal unter ungünstigem Sterne gefämpft und Verlufte erlitten hat, so daß ein Einfluß jenes Votums auf die Wahlen nur dann wahr Scheinlich wird, wenn sich eine besonders große Verlustliste gerade für diejenigen herausstellt, die damals sich bei der Ab stimmung von dem Gros ihrer Bartei trennten. Das ist nun aber in der That der Fall. 28 war die Bahl der Deutschfreifinnigen, die am 10. Mai d. J. für die Verlängerung des Ausnahmegefeßes stimmten, nämlich die Herren: Beiſert, v. Bunsen, Elerty, Fährmann, v. Forckenbeck, Frieß, Goldschmidt, Grieninger, Hammer, Horwis, Jegel, Kochhann( Landsberg), Lipke, Maager) Meyer( alle), Mommsen, Panse, Pflüger, v. Schirmeister, Schlutow, Schröter( Oberbarnim), Struve, Thilenius, Wander, Westphal, Witte, Wölfel. Von Diesen 28 find nur zehn wiedergefehrt, nämlich: Beiſert, Bunsen, Fährmann, Horwig, Lipke, Maager, Meyer, Panse, Pflüger, Witte, ihrer 18 sind durchgefallen oder haben schon vor dem Wahlkampfe der Bewerbung entsagt. Der Verlust in diesen Reihen ist also ein doppelt so starker als der der Gesammtpartei, die nur ein Drittel ihres früheren Bestandes eingebüßt hat. Diese Bahlen, scheint uns, führen eine deutliche Sprache. " 1 Frankfurt a. M. Bei den am Donnerstag ftattgefundenen Erfazwahlen zu der Stadtvertretung, fiegten in 19 Bezirken die vereinigten Volksparteiler und Deutsch- Freifinnigen. In 4 Bezirken fommen fie in die Stichwahl. " Der Abg. Lenzmann wird den vorjährigen Antrag Lenzmann- Phillips auf Entschädigung unschuldig Verhafteter und Verurtheilter in den nächsten Tagen wieder einbringen. Der Antrag wird den Ergebnissen der vorjährigen Kommissionsberathung Rechnung tragen. Die ständigen Kommissionen des Reichstags haben fi wie folgt fonftituirt: Die Geschäftsordnungs- Kommission besteht aus: v. Bernuth, Vorsigender, Ackermann, Stellvertreter, Ensoldt und Erbgraf zu Neipperg, Schriftführer, ferner Grimm, Haenel, Hasenclever, v. Helldorff, v. Kehler, v. Landsberg Steinfurt, Dr. v. Lenz, Freiherr Schent von Stauffenberg, Freiherr von Unruhe- Bomst, Dr. Windthorst. Die Petitions Kommission besteht aus den Abgeordneten Hoffmann, Bor fizenden, Reich, Stellvertreter, v. Goldfus, Goetz v. Dlenbusen, Dr. Scheffer, Troendlin, Schriftführer, ferner Bechmann, Berg mann, Brömel, Graf, Dr. Groß, Baron von Guftedt, Dr. Haars mann, Halben, Halberstadt, Hellwig, Hesse, Hinze, Kayser, von Kessel, v. Koscielski, Lipke, Nobbe, Dr. Orterer, Dr. Berger, Strudmann, Ut, Viered. Die Budget- Kommission besteht aus den Abgeordneten v. Malzahn- Gülg, Vorfigender, Freiber v. Huene, Stellvertreter; Dr. Frege, Kalle, Roß, Dr. Witte, Schriftführer, ferner Baron v. Arnswaldt, v. Benda, Bormann, Dr. Büchlin, Dr. v. Bunsen, Frhr. v. Frandenstein, Freiber v. Gagern, Samp, v. Grand- Hy, Haerle, Dr. Hammacher, Hermes, v. Köller, Löwe, Dr. Mosler, v. Dergen, v. d. Often, Pflüger, Ridert, Graf v. Schönborn, v. Strombed, v. Wedell Malchow. Die Rechnungs- Kommission aus den Abgeordneten v. Wisberg, Vorfigender, Horn, Stellvertreter, Haupt und Bapellier, Schriftführer, Dr. von Kulmiz, Letocha und Meyer ( alle). Schweiz. Die Konservativen im Canton St. Gallen machen den Versuch, die Prügelstrafe, welche durch die Bundes verfaffung verboten ist, für den Canton wieder einzuführen. verfaffung verboten ist, für den Canton wieder einzuführen. Mit 83 gegen 64 Stimmen hat der Große Rath indeß den Tonservativen Antrag abgelehnt. Die verhältnißmäßig große Stimmenzahl, welche der Antrag auf fich vereinigt hat, läst aber leider seine Wiederfehr erwarten. Wenn man sich der Schwäche der St. Galler Liberalen bei Wiedereinführung der Todesstrafe erinnert, erscheint die Möglichkeit eines schließ lichen Sieges der Fürsprecher der Prügelftrafe feineswegs aus geschlossen; immerhin darf man hoffen, daß die Liberalen energisch Alles aufbieten werden, dem Canton diese neue Schmach zu ersparen. Wenn die wirklich freifinnigen Schweizer ihre Hoffnung auf den Liberalismus segten, so wird sie bestimmt zu Schanden werden. Zur Frage des Krankenkassengesetzes haben bekanntlich die Abgg. Grillenberger und Kayser den Antrag im Reichstag cingebracht, den Termin zum Inkrafttreten des genannten Gesetzes bis zum 1. April 1885 hinauszuschieben, um über die vielen Unzuträglichkeiten, welche mit der festge. septen furzen Frist( 1. Dezember d. J.) verbunden sind, ohne Schädigung der bestehenden freien Kaffen hinwegzukommen. Dieser Antrag, in Anbetracht der furzen Frist, die noch vorhanden, ein richtiger Not hantrag, follte, so verlangten dies bie Antragsteller, diesen Donnerstag als erster Gegenstand auf die Tagesordnung des Reichstags gesezt werden. Hiergegen erhob jedoch der Staatssekretär von Bötticher Namens der Regierung Widerspruch unter der Motivirung, daß es ,, unmöglich" sei, denselben noch rechtzeitig zu erledigen, sowie, daß der Bundesrath den Antrag unter feinen Umständen annehmen merde und das hohe Haus lehnte hierauf auch die beschleunigte Berathung des Antrages ab. Das Einzige, was Herr von Bötticher als allenfalls zuläsfig" erklärte, fei, daß die Mitglieder freier Kaffen, welche jest, weil die Statuten ihrer Kaffen noch nicht dem Gesetz angepast find, in die Gemeindefaffen gezwungen werden, aus denselben wieder austreten könnten, ohne an die gefeßliche Kündigungsfrist 2c. gebunden zu sein.Durch die Ablehnung der rechtzeitigen Verhandlung des Grillen berger- Kayser'schen Antrages ist nun allerdings die Möglich feit vereitelt, den für die Lokallaffen so nöthigen Schuß in ausreichender Weise durchzuführen und wird jetzt der Versuch gemacht werden müssen, mittelst des schon mitgetheilten Evenfualantrages der Schädigung der freien Krankenfaffen entgegen zuwirken. der Wi Rranten gefelle Friedric Kopfwu mergefel lange In die Reichstags- Baufommission find, abgesehen von dem Präsidenten, folgende Abgeordnete gewählt: v. Rehler, Frhr. v. Heeremann, Graf v. Kleift, v. Kardorff, Rickert, Lowe, Dr. Römer. worden ist. murden Becker nung g miffion begeben rf. Behren daß die mähren Thor u Verkehr die Wa unterme bat die Uebelst Ertram weißes g. Dorgeste Anatom Winter auch d worden Rontrol fuchend Der An aufbält wiffen quentire Studir zieher r den. Stäble abgeben Heraus gen ha a. Brand ift geft griffen Schlof anstalt worden Die Kommiffion, welche die sozialdemokratische Fraktion zur Ausarbeitung eines Arbeiterschußrechts niedergefegt hat, wird wie die Volks- Stg." schreibt aus den Abgeord neten Auer, Diet, Grillenberger, Meister, Sabor und von Vollmar bestehen. Ueber den Gesezentwurf, der alle zu Schuge der Arbeiter nothwendigen Bestimmungen umfaffen und u. A. auch die Frauen, Kinder, Lehrlings, Gefängniß- und Sonntagsarbeit, den Marimalarbeitstag, Schiedsgerichte und die Fabrifgesetzgebung behandeln wird, erfährt man, daß fich die Arbeit anlehnen soll an den Gesezentwurf, der im Jahre 1877 von den Abgg. Frissche, Bebel und Genoffen eingebrat Nur wird die diesmalige Arbeit weit umfaffen der werden, als die des Jahres 1877, die eine theilweise b änderung der Tit. I., II, VII, IX, und X. der Gewerbe- Ord nung zum Biele hatte. Ueber die Stellungnahme der Re gierung zu diefem neuen pofitiven Vorschlag der sozial demokratischen Partei darf man um so mehr gespannt sein als der Reichskanzler am vergangenen Mittwoch die Partei direkt zu pofitiven Vorschlägen auf aeſeggeberischem Gebiete provozirt hat. Als am 16. April 1877 der damalige trag Frigsche, Bebel und Genossen zur Berathung tam, gab Staatssekretär v. Hofmann Namens der verbündeten Regie rungen die Erklärung ab, daß dieselben mit großer Befriedi gung diesen ersten Schritt auf dem Gebiete der praktischen Sozialpolitik begrüßen." Das hat allerdings nicht verhindern fönnen, daß trogdem der Antrag unter den Tisch gefallen i Bon sozialdemokratischer Seite wird versichert, daß diesmal Sorge getragen werden solle, um die neue Arbeit vor dem Schicksal der früheren zu bewahren. Die Regierung werde endlich einmal offen bekennen müssen, ob es ihr Ernst sei m ihrer Sozialreform oder nicht. Der fleritale Antrag, der f in einigen Punkten mit dem Programm der Sozialdemokraten Italien. Einem Telegramm zufolge fanden gestern in den Provinzen Turin und Genua leichte Erdbeben statt. Frankreich. Die Tongting- Debatten in der französischen Kammer find gestern beendet worden und haben, wie das vorauszusehen war, mit einem Eiege der Kabinets Ferry abges schloffen. Vian hat sich Tage lang herumgezanft und gegen seitig mit den schönsten Schmeichelworten belegt, und schließlich dem Herrn Ferry alles bewilligt, was er haben wollte. Es bleibt Alles beim Alten. Ganz Paris beschäftigt das Attentat der Frau des Abgeordneten Clovis Hugues. Der getödtete private Geheimagent Morin hatte Frau Hugues im Dienste einer seither verstorbenen scheidungsluftigen Frau schmachvoll verleumdet. Der gestern angestrengte Prozeß sollte gestern in zweiter Instanz verhandelt werden, wurde jedoch vertagt. Den Verhandlungssaal am Arm ihres Gatten ver laffend, erblickte Frau Hugues im Vorsaal Morin vor sich; auf ihn losstürzend zog sie einen Revolver und feuerte sechs Schüsse auf ihn ab, Don Denen bloß zwei fehlgingen, während vier ihn in Ropf, Hals und Bruft trafen. Morin Morin wurde sterbend ins Hotel Dieu gebracht. Hugues umarmte seine Frau und rief: Du haft wohlgethan, mein Engel! Ich beglüdwünsche Dich. Jetzt wirst Du mindestens nicht mehr leiden!" Troß seiner Berufung auf seine Unverleglichkeit als Abgeordneter wurde er verhaftet, doch nach kurzer Bernehmung freigelassen, während die Thäterin nach dem Saint- Lazare- Gefängniß gebracht wurde, wo man ihr einen bequemen Salon einräumte. Die Breffe feiert Frau Hugues als Heroine und im Palais Bourbon wurde Hugues allseitig beglückwünscht. Der Anwalt der Frau Hugues, Gatis neau, beantragte die vorläufige Haftentlaffung der Angeschuldigten, der Richter lehnte dieselbe aber ab. Morin ist nicht, Der Thronfolger von Braunschweig, Herzog von Kumberland, hat durch Windthorst beim Amtsgericht in Braunschweig seine ereibten Summen und Güter reflamiren laffen. Nach dem man dem König von Sachsen seinen Theil ausbezahlt hat, hofft Cumberland gleichfalls das Seinige zu erhalten. Mit dem Regierungsantritt ist's freilich nichts, denn die Nordd. Allg. Stg." als Organ des Reichskanzlers hat erklärt, ob die Thronbesteigung geduldet werde oder nicht, das sei feine Rechtssache, sondern eine politische Zweckmäßigkeitsfrage und wenn Cumberland sich unter den Schuß des Zentrums in einem Augenblick stelle, wo dieses feindseliger als bisher gegen die Regierung und bestehende Institutionen sei und wo fich die Hoffnung auf ein Entgegenkommen der Kurie als Jrrthum erwiesen habe, so könne man dem Reich nicht zumuthen, wie gemeldet wurde, todt, aber sein Zustand höchst bedenklich. Ueber ein Agrarverbrechen in Irland meldet uns heute ein Brivattelegramm aus London:" Edinburg House, unweit Tralee, die Befißung des Landagenten Hussey, welcher unweit Tralee, die Beigung des Landagenten Hussen, welcher Lord Reumare's Güterfompler verwaltet, wurde gestern theils auf Arbeit" eine recht abfällige Beurtheilung. Etwas of tives habe das Zentrum nicht bringen können und darum die zu verleihen. Es wird zugleich darauf aufmerksem gemacht, daß der einzige Arbeiter der ultramontanen Bartei, Stögel- Effen, faffer des Antrags sei Herr von Hertling, der sich noch well für die Unterschriften von Grafen und Baronen und der Ver hier die Sitte regelnd eingreifen müsse. in Braunschweig ein Hauptquartier welfischer Politik aufzuweise durch eine Dynamit. Explosion zerstört. Huffey ist bei zwei Jahren gegen den Normalarbeitstag erklärt habe, weil schlagen. Die Regierung verirete stets das monarchische Prinzip und die Fürstenrechte, werde aber nicht den Frieden von 45 Millionen dem Sonderinteresse eines noch so alten und vornehmenhauses opfern. Die Fränt. Tagespost" bemerkt dazu:„ Das ist sehr lobenswerth von der Norddeutschen", daß sie den Frieden des Bolles nicht einem Fürstenhause opfern will. Thatsache ist freilich das Eine: Wenn der Bundesrath, also eine Versamm den Landligiften mißliebig und steht unter polizeilichem Schuß, weil sein Leben oft bedroht war. Es war dreimal darauf abgesehen, ihn nebst Familie zu tödten, doch blieben die Hausinfaffen unversehrt." Parlamentarisches. Lokales. lung von Diplomaten und Delegirten, die Thronbesteigung tages am Montag, den 1. Dezember, 12 Uhr, lautet: 1. Wahl durch einen Staatsanwalt aus Berlin und zwei Staatsanwälte eines legitimen deutschen Thronfolgers aus Bwedmäßigkeitsgründen verbieten tann, so fommt dies im Prinzip der Proflamirung einer Republik so ziemlich gleich. Damit wollen wir aber nicht sagen, daß wir die Anerkennung der Rechte Cumberlands für wünschenswerth hielten." von drei Mitgliedern zur Neichsschulden- Kommission auf Grund der SS 4 und 5 des Gesetzes vom 19. Juni 1868, und von drei Mitgliedern zur Verstärkung dieser Kommission auf Grund des§ 3 des Gesetzes vom 23. Februar 1876. 2. Erste Be Sonnt Monta Sonnta Monta Sonnt Monta Sonnt Monta Sonnt Monta Sonnt Monta Sonnt Monta N. Zur Katastrophe in Erfner. Die amtliche Unter suchung in Betreff der entfeßlichen, an anderer Stelle berrit erwähnten Katastrophe in Erfner ist im Laufe des geftrigen Vormittags im Beisein des dortigen Amtsvorstehers Hübener nebst einer Gerichts- Kommission aus Alt Landsberg eingeleitet worden. Dieselbe hat das Nachfolgende ergeben: Auf dem C. Naud'schell Grundflüd in Eifner wird augenblidlich dur den hier Frankfurter Allee 118 wohnenden Bimmermeister ca. 30 Bimmerleute unter Leitung des Zimmerpoliers Schloeple Damit beschäftigt, den legten Binder mittelst Flaschenzuges auf Freiherr v. Heeremann- Büydwyt, Vorsitzender, Rochann, hinaufzuschaffen. Eine jede derartige Seitenwand besteht aus v. Köller, Dr. Lieber, Liebknecht, Dr. Marquardsen, Stells| 50 Stüd 10 Meter langen und 25 Centimeter starten, in dop rathung des Entwurfs eines Gesezes, betreffend Postdampf- Schlund ein großer Eisspeicher aufgeführt, und waren zur Zeit schiffsverbindungen mit überseeischen Ländern. In die Wahlprüfungs- Kommission des Reichstages find folgende Herren gewählt: Frande, v. Gramatti, Dr. vertreter des Vorsitzenden, Maubauch, Dr. Möller. Parifius, v. Reinbaben, Schriftführer, Schmidt, Stellvertreter des Schriftführers, Singer. pelter Reihe als Streben benutten Balken. um im Janern, ein anderer Theil außerhalb beschäftigt wat -Dem Reichstage find die üblichen Rechenschafts- ftürzte plößlich die eine der stehenden Seitenwände nach Innen berichte über die Verlängerung des fleinen zusammen, die dort arbeitenden Leute unter sich begrabend. Belagerungszustandes in Berlin, Hamburg und Altona vom 1. Oktober d. J. bis 30. September 1885 zugegangen. Obgleich die bezüglichen Beschlüsse des Bundesraths vor dem 1. September gefaßt find, motivirt die und preußische Denkschrift dieseiben mit dem Verhalten der Sozial- dürfte so der beaufsichtigende Zimmerpolier als schuldlos zu be Das Attentat am Niederwalddenkmal, von dem zu erst nur mysteriöse Andeutungen laut wurden, die Eugen Richter zu einer bezüglichen Anfrage im Reichstage veranlaßten, wird so schreibt ein Korresp. Der Franff. Beit." aus Leip zig nachdem es alle Stadien eines Schauerdramas in der Breffe durchlaufen, nunmehr seinen letzten Aft vor dem Reichs gericht erleben und möglicher Weise mit einem Todesurtheil gegen die Hauptattenthäter abschließen. Denn die Anklage lautet nicht auf vorbereitende Handlungen zu einem hochver rätherischen Unternehmen, worauf als höchste Strafe Buchthaus steht, sondern auf Hochverrath felbft, auf den mit Tod be drohten, versuchten Mord des Landesherrn. Vor dem vereinigten II, und III. Straffenat des Reichsgerichts, unter Vorsit des Präsidenten Drenkmann, wird die Hauptverhandlung gegen das anarchistische Komplott Reinsdorf und Genoffen am 15. Dezember beginnen. Die Untersuchung ist mit großer Sorg: falt und Umficht, mit einer nahezu peinlichen Gewissenhaftigkeit geführt worden, die Aften sind didkleibig angeschwollen und die Offizialvertheidiger werben längere Zeit zu ihrer Information bedürfen. Als solche werden genannt die Herren Rechtsanwälte Fels, Lewald und Erythropel, doch bleibt Bestätigung abzuwarten. Unter den Beweisstücken, die dem Gerichtshof vorliegen werden, befinden sich auch zwei BaumHämme vom Thatorte, in denen Dynamitpatronen gefunden worden find. Die Baumstämme, nachträglich von der Oberreichsanwaltschaft requirirt, trafen hier erst an einem der legten age ein. Das Beweismaterial ist ein die Angeklagten schwer astendes. Sweifel an der Absicht der Angeklagten, den demofratie bei den legten Reichstagswahlen am 28. Ditober. Daß die Partel bei den Reichstagswahlen eine mehr gemäßigte Haltung eingenommen habe, wird gleichzeitig als das Ergeb niß rein tetrischer Erwägungen" und als eine heilsame Wir fung der Ausnahmemaßregel" bezeichnet. Die eigentlich anarchistische Gruppe, gegen welche das Sozialistengefeß gerichtet sei, betheilige fich an den Wahleu überhaupt nicht; aus dem Anwachsen der für die Sozialdemokratie bei den legten Reichs tagswahlen abgegebenen Stimmen ließen sich daher neder für die Entbehrlichkeit noch gegen die Wirksamkeit der durch das Gesez von 1878 den Regierungen anvertrauten Vollmachten Argumente herleiten. Weiter wird konstatirt, daß Sonnt Sonnt Monta Sonnt Nach Ansicht der die Untersuchung Führenden ist die Katastrophe dadurch herbeigeführt worden, daß sich in Folge des Wetter umschlages die bereits verzapften Balfen von einander getrennt und so die ihrer Stüße beraubte Wand zusammenstürzte zeichnen sein. Von den unter dem Rebält Hervorgegangenen waren sofort todt: Zimmergeselle Riese, Koppenftrage 66, vet heirathet und Vater von 2 Kindern und Bimmergefelle Albert Witte, Pallifadenstr. 30, verheirathet und Vater von 5 Kindern Der aus Friedrichshagen sofort hinzugerufene Art Dr. Jacoby Tonftatirte bei dem Eisteren als Todesursache allgemeine Ber quetschung und Bermalmung, bei dem Zweiten Schabelbru Schwerverlegt aber noch lebend wurden hervorgezogen Theodor hatte eine Berquetschung der linken Schläfe, Bermalmung Dieckmann, Weberstraße 20, verheirathet, finderlos. Derfelbe bes tragen und ist bereits heute Nacht 3 einhalb Uhr im Kranten die sozialreformatorischen Borlagen der Regierung den Vorhause Bethanien verstorben. Von den übrigen in das genannt Sonnt Monta Sonnt Borhe bestehe Herrn auch D ein fri büchlei thete, Darauf Suche 2 Ma 98 300$ empfeh sten ung ten ich ten. ge oth der Ber Der: stab ters ant nen hen hme Eube und Dor trag eter gen. ond fich teht eter, mm, ergs erg, ons Bor fen, ergs aats DON ger, aus herr itte, ann, herr cher, ten, Dell eten und ener Don hler, bre, tion bat, ord und zum und und und fich abre racht fen b 03C Re zial fein artei biete Ans gab gie iebis chen Dern tit. Smal Dem Derbe mit fich aten Recht Loft Die ftalt cacht fen, Das Vers teil Enters trite igen Denet välte Heitet Dem Burd ifter Beit peple auf ände Rrankenhaus eingelieferten Schwerverlegten hat der Bimmer I gefelle Karl Kliver, Artilleriestraße 31 a schwere Kontufionen der Wirbelsäule und Hautabschürfungen, der Zimmergeselle Friedrich Schulz, Alte Schüßenftr. 10 eine 15 Ctm. Tange Kopfwunde und Quetschung der linken Schulter und der Zim mergeselle Karl Bernhardt, Prenzlauer Allee 236 eine 5 Ctm. lange Verlegung am Hinterkopf davongetragen. Leicht verlegt wurden die ebenfalls hier in Berlin wohnenden Zimmergesellen Beder und Günther; dieselben mußten sofort nach ihrer Wohnung gefahren werden. Die gerichtliche Sachverständigentom mission wird sich am nächsten Montag nach der Unglücksstätte begeben, um den Thatbestand festzustellen. rf. Der Verkehr auf der Pferdebahnlinie KreuzbergBehrenstraße hatte sich in der legten Zeit derartig vergrößert, daß die Direktion der Pferdebahngesellschaft fich genöthigt sah, während der Abendstunden Ertrawagen zwischen dem Halleschen Thor und der Behrenstraße four firen zu laffen. Da aber der Verkehr auch in den Morgenstunden ein sehr großer ist, und die Wagen fich bereits am Belle Allianceplay füllten, so daß unterwegs feine Fahrgäñe mehr aufgenommen werden konnten, bat die Direktion auch diesem bereits in der Presse erwähnten Uebelstande abgeholfen und in den Morgenstunden ebenfalls Ertrawagen eingesetzt. Dieselben tragen ein halb roth und weißes Schild und der Fahrpreis beträgt 10 Pfennige. g. Der erste Paletotdiebstahl an der Universität wurde Dorgestern in der Garderobe vor dem Präparirsaale in der Anatomie verübt und ein dem Studenten N. gehöriger neuer Winterüberzieher gestohlen. Wie in früheren Jahren, so ist auch dieses Mal bei den Medizinern der Anfang gemacht worden, was datin seinen Grund haben mag, daß hier eine Rontrole gar nicht möglich ist, weil von den die Anatomie befuchenden Studirenden der Eine fich drei bis vier Stunden, Der Andere sich nur zwei Stunden in den Universitätsräumen aufhält, und der für die Garderobe angestellte Wärter nicht wiffen fann, wer von den Studenten oder den sonstigen fre quentirenden Personen einen Ueberzieher angehabt hat. Die Studirenden schweben daher in steter Angst, ob sie ihren Uebers zieher nach Beendigung ihres Präparates noch vorfinden wer Den. Die einzige Maßregel, welche man gegen derartige Diebftähle anwenden fönnte, wäre, daß jeder einen Ueberzieher abgebende Student eine Marte erhält, auf welche dann die Herausgabe des Ueberziehers durch den Garderobier zu erfol gen hat. Weshalb ist das nicht schon längst geschehen? a. Der am 19. de. Mts. aus der Strafanstalt zu Brandenburg entsprungene Sträfling Schloffer Beufter ift gestern in einer Wohnung der Kleinen Aleranderstraße er griffen worden. In der Gesellschaft desselben befand sich der Schloffer Dorow, welcher am 17. d. Mts. aus derselben Strafanstalt nach der Verbüßung einer Buchthausstrafe entlaffen worden war. Dorov hatte in der Anstalt mit Beuster in Ibeater. Königliches Opernhaus: Sonntag: Der Wildschüß. Montag: Fantasca. Königliches Schauspielhaus: Sonntag: Hamlet, Prinz von Dänemark. Montag: Rosenkranz und Güldenstern. Beutiches Theater: Sonntag: Der Hüttenbefizer. Montag: Wilhelm Tell. Bellealliance- Theater: Sonntag: Drittlestes Gastspiel der Königl. HofBum fchauspielerin Franziska Ellmenreich. legten Male: Bürgerlich und Romantisch. Hierauf: Bum legten Male: Gegenüber. Anfang 7 Uhr. Montag: Hans und Grete. Renes Friedrich- Buhelmstädtisches Theater: Sonntag: Gasparone. Montag: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater: Aite Jakobftraße 30. Direktor: Ad. Ernft. Auftreten des Fräulein Anna Grünfeld. Sonntag: 3. 36. M.: Der Walzer- König. Montag: Dieselbe Vorstellung. Reflbenz- Theater: Sonntag: Bum 11. Male: Der Klub. Pariser Lebensbild in 3 Aften von E. Gondinet. Montag: Dieselbe Vorstellung. Walhalla- Operetten- Theater: Sonntag: Gillette Sontfenstädtisches Theater: Sonntag, den 30. Nov.: 99. Gesammt- Gastspiel der Liliputaner. Bum 1. Male: Brillen- Auguft. Gr. Zauberpoffe in 5 Aften von E. Emmerich. Novität! Montag: Diefelbe Vorstellung. Sonntag u. folgende Tage: Im Lande der Freiheit. Großes Sensations- Ausstellungs- Schauspiel in 9 Bildern von 5. v. Gordon. Mafil von Th. Frante. Wittoria- Theater: Wallner- Theater: Sonntag: Excelfior. Montag: Dieselbe Vorstellung. Sonntag: Der Raub der Sabinerinnen. Alhambra- Theater. Wallnertheaterstraße 15. Sonntag und folgende Tage: Eine Nacht in Berlin. Boffe mit Gesang in 3 Atten von A. Hopf. Borher: Großes Ronzert, ausgetChrt von der aus 20 Muntern bestehenden Theater- Kapelle, unter Leitung des Kapell neifters Herrn Ludwig Clauftus. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Borstellung 7% Uhr. Kleine und große Vereinszimmer auch Sonntags zu haben. Mauerstraße 86. Wichtig für jede Familie! [ 1304] Der Verfasser der gemeinnüßigen Nottzen unseres Blattes, ein früherer Apotheker, wünscht im Januar 1885 ein Kräuter büchlein, nebst Angabe einer einfachen und billigen Hausapo thefe, herauszugeben und sucht schon jest Abonnenten( a 50 Pf.) darauf sub D. N. durch die Exped. d. Bl. aus Dop rend Teute twat, nen Dend ophe Fennt und be enen Det bert Dern coby Ber rid Cobor Telbe bes Onge ntens annte 1445 Suche Arbeit im Nähen j. A. bill. Oranienstr. 181, v. 4.[ 1445 2 Nähmasch., Singer, bill. z. v. Kiecker, Wienerstr. 20.[ 1412 Roh- Tabak!! 300 Bf., 375 Bf., wie Umblatt- u. Einlage- Tabate Billige Sumatra Deden à 150 Pf., 200 f. empfehlen 1443 Bergemann& Donisch, C., Alexanderstr. 8. einem Arbeitsraum gemeinschaftlich gearbeitet und war mit| diesem befreundet worden. Nach der Entweichung des Beuster hat Dorom mit demselben zusammen in der Kleinen Alexander straße gewohnt. Diese Umstände, sowie die Thatsache, daß Dorow am Tage der Entweichung des Beuster in Branden burg gesehen worden, haben auf Dorow den Verdacht gelenkt, daß er dem Beuster zu der Entweichung behüflich gewesen, und zur Untersuchungshaft gebracht. Beuster hatte sofort nach und zur Untersuchungshaft gebracht. Beuster hatte sofort nach feiner Entweichung in Brandenburg die Gefangenenkleidung abgelegt und die von seinem Helfer mitgebrachten Kleidungsstücke angezogen. Projektirtes Repertoire der Königlichen Schauspiele vom 30. November bis 7. Dezember 1884. Jm Opern hause. Sonntag den 30. November: Der Wildschüß; Montag den 1. Dezember: Fantasca; Dienstag den 2.: Hero; Mittwoch den 3.: Die Walküre( Herr Niemann); Donnerstag den 4. Carmen; Freitag den 5.: Undine; Sonnabend den 6.: Rienzi( Herr Niemann); Sonntag den 7. Hero. Im Schauspielhause. Sonntag den 30. November: Hamlet, Bring von Dänemark; Montag den 1. Dezember: Rosenkranz und Güldenstern; Dienstag den 2.: Nathan der Weise; Mitts woch den 3, auf Begehren: Das Stiftungsfest; Donnerstag woch den 3, auf Begehren: Das Stiftungsfeft; Donnerstag den 4.: Graf Effer; Freitag den 5.: Rosenkranz und Gülden stern; Sonnabend den 6.: Maria Stuart; Sonntag den 7.: Rosenkranz und Güldenstern. Arbeiterbewegung, Bereine und Versammlungen. In einer von dem Vorstande der Zentral- Krankenund Sterbefasse der Fabrik- und Handarbeiter einberufe nen Versammlung sprach am Freitag Abend in Sanssouci, Kottbuserstr. 4, der Herr Reichstagsabgeordnete Heine( Magdeburg) über das Krankenkassengeses. In Anbetracht des troce nen Themas bat der Redner, ihm zu gestatten, dasselbe mit einer schmackhaften Sauce serviren zu dürfen. Referent entwidelte nun unter Anerkennung der richtigen Zendenz des Krantenfaffengefezes nicht nur die Mängel desselben, sondern gab auch eine Entwickelungsgeschichte der auf Gegenseitigkeit gegründeten Hilfsverbindungen. Redner zog auch eine foeben erschienene Brochüre der inneren Mission in den Kreis seiner Betrachtungen, und gelang es ihm tros des trockenen Themas" die Versammlung zu großer Heiterkeit und begeistertem Beifall hinzureißen. Die Bersammlung nahm, nachdem noch mehrere Redner gesprochen, eine Resolution dahin an, daß es Pflicht eines jeden Arbeiters sei, sich einer Bentral- Krankenkasse anzuschließen. Nach§ 1 des am 1. Dezember d. J. in Kraft tretenden Reichsgesehes über die Krankenversicherung der Arbeiter sind die im Handwerk und in sonstigen stehe ( sewerbebetrieben gegen Gehalt oder Lohn beschäftigte.. Personen versicherungsgflichtig. Bu den stehenden Ge werbebetrieben gehören auch der Betrieb von Handele geschäften und der Betrieb des Gewerbes der Restau rateure, Gafts, Schant- und Speisewithe, und es find demgemäß, wie die fürzlich ergangene Bekanntmachung ergiebt, Ortsfrankenkassen für jene beiden Gewerbszweige einges richtet worden. In den Kreifen der Betheiligten herrscht nun vielfach die Auffassung, daß Komtoir- und Ladendiener( wozu aber nicht nach dem Sprachgebrauch mancher Gegenden Handlungsgehilfen und Lehrlinge zu rechnen find), Köche, Kellner, Kellnerinnen, Küchenbutschen, Bortiers der Geschäftsräume, Kutscher, die im Gewerbebetriebe beschäftigt find 2c., nicht verficherungspflichtig feien, vielmehr zum Gesinde gehören. Diese Auffassung ist durchaus irrig. Zum Gesinde zählen nur diejenigen Personen, welche fich zur Leistung häuslicher und wirthschaftlicher Dienste innerhalb der Familiengemeinschaft verpflichten, zur häuslichen Gemeinschaft ihres Brodherrn gehören und deffen Bucht und Hausordnung unterworfen find. Diese Erfordernisse, welche von Theorie und Praris übereinstimmend anerkannt werden, treffen bei den oben genannten Personen auch dann nicht zu, wenn fie Kost und Logis von ihrem Brodherrn erhalten. Die Arbeitgeber find vielmehr verpflichtet, derartige Personen, sofern die sonstigen in der er wähnten Bekanntmachung aufgezählten Bedingungen vorliegen, zu den Orts- Kranfenfaffen anzumelden; fie würden sich durch Die Unterlassung für jeden Fall einer Geldstrafe bis zu 20 Mark und der im§ 50 des Gefeß: 3 vom 15. Juni 1883 nor mitten Regreßpflicht aussetzen. Eine große Versammlung der Berliner Schuhmacher findet Montag, Abends 8 einhalb Uhr im Louisenstädtischen Konzerthause, Alte Safobftr. 37 statt. Tagesordnung: Die Lohnkommission und ihre Ziele." Der Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. Alle Meister, Gesellen, Stepper, Vorrichter und Zuschneider sind zu dieser Versammlung eingeladen. " 1 Der Arbeiter Bezirksverein im Osten hält am Dienstag, den 2. Dezember, Abends 8 Uhr in Keller's Geſellſchäftssälen" eine Versammlung ab. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Vers schiedenes. 3. Fragefaften. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten.( Siehe Inferat.) Der Bezirksverein der arbeitenden Bevölkerung des Südwesten Berlins hält Montag, den 1. Dezember, seine ordentliche Versammlung im Topp'schen Lokale, Bellealliancestraße 87 ab, in welcher der Stadtverordnete Friz Gördi einen Vortrag über das Thema: Der Einfluß der Gewerbedeputation auf unser gewerbliches Leben innerhalb der Kommune" halten wird. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird ersucht.- Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Mein Posamentier, Weiss- n, Wollwaaren- Geschäft| Unterstützungsv. d. Buchbinder und verwandten Berufsgenossen. empfehle bei soliden und festen Preisen zur gefl. Benutzung 1410 J. Dörr, Solmsstrasse Nr. 2. bester Qualität, Rauch, Kau- und Schnupfgroßer Auswahl empfiehlt 1134 Cigarren Zabale, Cigarrenspigen und Shag- Pfeifen in M. Meyer, Fruchtstraße 36 a im Freischük. Nähmaschinenfabrik ( Genossenschaft). Empfiehlt ihre dauerhaften, mit allen Verbesserungen versehenen und gut justirten Maschinen sämmtlicher Systeme zu soliden Preisen. Hafenhaide 2. Cigarren- Fabrik Don 1279 W. H. Wicht, Brizerstraße 5. Größtes Lager! Allergrößte Auswahl anerkannt guter Eigarren. Bei Entnahme von 100 Stück berechne Engros Preise. Bum bevorstehenden Weihnachtsfefte halte Präsent Cigarren in Riften a 50 und 25 Stück zu sehr mäßigen Preisen auf Lager. 1304 Zm 6. Reichstags- Wahlkreis! Cigarren, Cigarretten, Rauch, Kau- und Schnupftabat, sowie echte Cuba- und Havanna- Cigarren 1884er Import bei M. Bernstein, Eichendorfstr. 13, vis- a- vis bem Stettiner Bahnhof. 1217 Bur pünktlichen Besorgung des TP Berliner Boltsblattes" sowie sämmtlicher Zeitungen empfiehlt sich 1447 Frau Rosentreter, Gr. Frankfurterst. 57. von Zuch, Kammgarn, Tibet, Double Abfälle und Wolle fauft F. Quednow, Wienerfir. 40. Alle Reparaturen im Schlofferfach werden dafelbst angefertigt. Eine Schlafstelle, sep. Eing., gl. z. verm. Simmerstr. 95 bei Scheffer, 2. of. [ 1437 Schlafftelle für Herren, Oranienſtr. 181, v. 4 Tr. t.[ 1433 Die Nr. 11 der humoristischen Blätter ,, Der wahre Jacob" ift erschienen und in der Exped. d. ,, Berl. Wolfsbl." zu haben Sattler! Kollegen, die noch in die Buchbinderkaffe( E. H.) eintreten wollen, finden von 9 bis 11 Uhr Vormittags Gelegenheit Neue Jakobstraße Nr. 11 bei Morr. 1440 Alle Hausdiener, welche gewillt sind, der Kranken- und Sterbekaffe der Berl. Hausdiener( Eingeschr. Hilfskaffe)" beizutreten, fönnen sich an folgenden Stellen melden: 1) Bei allen Vorstandsmitgliedern; 2) C. Nubst, Leipzigerstr. 114, im Steller; 3) Biersch, Französischestr. 49; 4) Krause, Dranienstr. 101| 102. [ 1435] Der Vorstand. Graveure. Giseleure! Abbol. D. Fragebogen v. 5-8. Des. Vorher Bericht d. Komm.( Donnerst., den 4. Dez. Niefts Salon). Event. Einsend.( frc. 10 Bf.) an: Rommission für Statistik d. Grub., Cif., Annenstr. 16, Hest. Sahm. 1444 Montag, den 1. Dezember cr., Alte Jakobstraße 75: Vereinsversammlung. [ 1434 Tagesordnung: 1. Vortrag über Organisations Angelegenheiten( Herr Biaesch). 2. Bericht der Rechtsschuß- Kommission. 3. Antrag des Vorstandes. 4. Verschiedenes und Fragekaften. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder bringend erforderlich. Arb.- Bez.- Verein f. d. Often Berlins. Dienstag, d. 2. Dezember, Abends 8%, Uhr, Versammlung int Keller's Lokal, Andreasstr Nr. 21, Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. med. Wurm über Augenfrankheiten". 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Butritt. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht 1428] Der Vorstand. Versamml. d. Fachvereins d. Möbelpolirer 5 für Gw.- Arbeit. Montag, Abds. 8 Uhr, Mariannenfir. 31132. 2. D.: 1) Vortrag des Herrn Dr. Stahn über Gesundheitspflege. 2) Die neue Drts Krankenkasse der Möbelpolirer. 3) Aufnahme von Mitgliedern. Zu dieser Versammlung find alle selbstständigen und anderen Möbelpolirer eingeladen. R. Weber. [ 1427] Bezirks- Verein des werkthätigen Voltes im 29., 30. und 31. Wahlbezirt. Dienstag, den 2. Dezember, Abends 8½ Uhr: General- Versammlung. Tages Ordnung: Raffenbericht und Vortrag. Grenadierstr. 33 bei Seefeld. Bezirks- Verein des werkthätigen Volkes der Schönhauser Vorstadt. [ 1436 Dienstag, den 2. Desember, Abends 8 Uhr, in Meister's Lokal, Schönhauser Allee 161, Große Versammlung. Vortrag des Kand. Schwennhagen. Verschiedenes und Gäste willkommen. Aufnahme neuer MitFragefasten. glieder. 1431 General- Versammlung der Mitglieder des Fachvereins der Schneider, Montag, den 1. Dezember, Abends 8 einhalb Uhr, in Gratweils Bierhalleu, Kommandantenstraße 77-79. 2.- D.: 1. Hechnungslegung. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Verschiedenes. 1441 Der Vorstand. Der Fachverein der Marmor- und Granit- Arbeiter Bez.- Ver. der arbeit. Bevölk. bält am Montag, den 1. Dezember, Abends 8%, Uhr, feine des SW. Berlins. Versammlung am Montag, den 1. Dezember, Abends 8 Uhr, im Topf'schen Lokal, Belle- Allianceftr. 87. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Stadtverordn. Frik Gördi: Der Einfluß der Gewerbedeputation auf unser ge werbliches Leben innerhalb der Kommune." 2. Wahl von drei Ausschußmitgliedern zur Prüfung der Jahresrechnungen. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Central- Kranten- und Sterbefasse der Schuhmacher. Bevollm.: Papte, Naunynstr. 36, Hof II. Kassirer: Burisch, Langestraße 21, Seitenflüge! IV. Aufnahme daselbst zu jeder Tageszeit. 1446 1363 Mitglieder- Versammlung in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstraße 48 a, ab und bittet alle Mitglieder und Kollegen um recht zahlreiches Erscheinen. Neue Mitglieder werden aufge ( 1438) Der Vorstand. nommen. Die Fachschule des Vereins der Maler Berlins hat am 1. Nov. den Winter- Kurfus wieder eröffnet und können noch Schüler theilnehmen. Das Unterrichtsgeld beträgt für Mitglieder pro Monat 2 Mart 50 Pf., für Nicht- Mitglieder 5 Dlart, jedoch kann jeder Malergehülfe Mitglied werden. Die Bedingungen find im Vereins- Lokal, Alte Jakobstr. 83, Abends Don 7-8 Ubr, Sonntags von 9-12 Uhr beim Rafftrer einzu feben. Der Unterricht wird ertheilt in Deforations- Malerei, Holz und Marmor. Die Zeitungs- Spedition von H. Arnold, Kochstrasse 39 Hefert in der Louisenstadt, Friedrichstadt, vor dem Halleschen Thore und Potsdamer Thore sämmtliche Zeitungen, sowie auch das„ Berliner Volksblatt“ frühzeitig. 1442 Sóc geehrten Bublikum empfehle mein Weiß- und ster- Lofai. Reichhaltigen falten und warmen Frühjowie Mittagstisch von 12-2, mit Bier à Couvert Bet f. sowie reichhaltigen Abendtisch. Zu jeder Tageszeit Königsberger Fled à Portion 25 Pf. Achtungsvoll Herrmann Stramm, Restaurateur, Stalizer Straße 18. B 1378 Schmidt's Restaurant Köpnickerstraße 55b,[ 1429 empfiehlt feinen vorzüglichen Mittagstisch à Kouvert 50 Pf. bei einem guten Glase Bier. Allen meinen Freunden und Bekannten empfehle mein Weiß- u. Bairisch Bier Lokal 1289 Berliner Voltsblatt liegt aus. No thnagel, Rathenowerstr. 85. Urania, Wrangelstraße 9–10, empfiehlt seine eleganten Lokalitäten nebst großer Bühne zu Festlichkeiten jeder Art. 1233 !!! Noh- Tabak!!! Sumatra, Stuck= und Vollblatt. Deutsche Tabake, Carmen, Brasil, für hiesigen Plaz. 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Die städtische Deputation für die Gefundheitspflege hielt gestern, Donnerstag, unter Vorfis des Oberbürgermeisters von Foickenbed eine Sigung ab, um Maßnahmen zur möglichsten Sicherung gegen die, wenn auch in sehr weiter Ferne, doch mögliche Gefahr der Cholera zu bera then. Es wurde beschlossen, zunächst an zwei Stellen, und zwar in der Pumpstation in der Reichenbergerfirafe und in dem neuen Asyl in der Greifswalderstraße, je eine Desinfet tionsanstalt zu errichten; im Falle jedoch, daß das neue Asyl Gebäude nicht rechtzeitig ferlig werden sollte, würde die be treffende Desinfektionsanstalt an einer anderen Stelle errichtet werden. Im Ganzen werden sechs Desinfektions- Maschinen hergestellt werden, von denen je eine zunächst in den eben genannten Desinfektionsanftalten zur Verwendung kommen sollen, wäh rend die vier anderen in Reserve verbleiben. Außerdem wird auf Empfehlung des Herrn Prof. Dr. Virchow eine von einem Herrn Haedite hergestellte transportable Desinfektionsmaschine von einer bereits ernannten Kommission einer näheren Brüfung unterworfen werden. Alle diese Beschlüsse sind definitive. Um aber ängfiliche Gemüther zu beruhigen, sei erwähnt, daß alle diese Maßnahmen auch ohne das Auftreten der Cholera an verschiedenen Drten getroffen worden wären, da hierüber bereits seit zwei Jahren zwischen Kommissaren des Magistrats und des Königlichen Polizei Bräsidiums Verhandlungen schweben. Das Auftreten der Cholera im Auslande hat den Gang der Berathungen allerdings stark beschleunigt. Mit Bezug auf die von uns erwähnte, von Mocbit aus an den Magißrat gerichtete Petition gegen die Benutzung des Baradenlazareths als Cholerastation wird der Roff. Btg." von dem Vertreter der Betenten, Herrn Ingenieur D. Pesate in Moabit, noch Folgendes mitgetheilt: Während die Petition gerade des Spezielleren ausführt, daß sich die Verhältnisse in Moabit, bezw. der Umgebung des Krankenhauses seit deſſen Errichtung im Jahre 1871 entscheidend geändert haben, bes schränkt fich der Bescheid des Magiftrats, ohne irgend näher auf die von uns beigebrachten Gründe einzugehen, darauf, zu fagen, es habe fich das Lazareth als Seuchenhaus, noch im Jahre 1872"( und 1873) bewährt. Als Moabit f. 8. gegen die Anlage des Lazareths beim Minister Beschwerde erhob, wies letterer die Beschwerde ab mit dem Hinweise auf die gifolirte, freie und daher gefunde" Lage des Bauplages. Be kebt jest diese isolirte, freie Lage noch? Nein; wohl aber das Gegentheil und über dieses Gegentheil fann man sich doch nicht mit der Berufung auf die früheren Zustände hinwegfeßen! Weiter ist zu bemerken, daß die Petition was in Ihrem Berichte nicht erwähnt ist auch die schleunige Ausführung der Kanalisation im Stadttheile Moabit ebat; die Antwort lautete gleichfalls ablehnend. Nun ist aber nach unserer An Kcht die Kanalisation für Moabit ganz besonders wichtig, namentlich auch wegen des Lazareths, dessen Sammelgruben an belebtester Stelle des Stadttheiles unter dem Bürgersteige der Thurmfirage liegen und dessen Effluvien durch einen mangelhaften Thonröhrenkanal nach der Spree hin abgeführt werden. Die Beschaffenheit dieses Kanals, welche fich beispiels weise an der Ede der Thurm- und Stromstraße dem Geruche auffällig bemerkbar macht, ist ohnedies gegenwärtig zum Gegen stande einer Petition des Moabiter Bezirksvereins an den Magistrat geworden. Die Eile in dem gegenwärtigen Vor geben des Magistrats, welche nicht einmal geftattete, die Depu tation für öffentliche Gesundheitspflege betreffs der gegen die Cholera getroffenen Waßregeln zu hören, muß uns Moabiter perwundern, insofern wir durch unfere obige Betition bereits im Sommer eine, wie uns scheint, beachtenswerthe, dahinzielende Anregung gegeben haben." Zum Kapitel der Refognosjirungen wird dem ,, B. L." wiederum ein Fall mitgetheilt, der zur äußersten Versicht bei den aus Refognoszirungen zu ziehenden Schlüffen und zu ergreifenden Maßnahmen auffordert. Ein bei dem Tischlermeister P. in der Weberstraße bereits seit vier Jahren thätiger und von diesem mit dem Zeugnisse eines überaus fleißigen und gewissenhaften Mannes verfehener Tischlergeselle murde in voriger Woche während der Mittagpause von einem Schußmann verhaftet, und zwar auf die bestimmte Aussage einer Aufwartefrau und eines von dieser namhaft gemachten jungen Mannes hin. Die beiden Legtgenannten deponirten mit abfoluter Beftimmtbeit, in dem Tischlergesellen denselben jungen Mann wieder zu erkennen, welder bei ihrer Herrschaft, der Familie eines Arztes, Stühle aus dem Wartezimmer gestohlen Berliner Sonntagsplauderei. R. C. Jn Paris wüthet augenblicklich die Cholera, das moderne Babel an der Seine bat seine Epidemie, es ist wenigftens etwas, was ben leichtlebigen Bariser in Spannung erhält, was ihm Stoff liefert, sich zu unterhalten. Berlin ist bekanntlich auch Weltstadt, es rivalisirt mit Baris in jeder Weise, da man es aber bei uns nicht zu einer wirllichen, reellen anftedenden Krankheit bringen zu fönnen scheint, so begnügt man sich vorläufig mit einer anderen, einer Talmifeuche es ist das Wohlthätigkeitsfieber, welches die oberen Behntausend der Residenz auch diesmal wie alljährlich um diese Zeit ergriffen hat. Wie Pilze aus der Erde entstehen jest an allen Eden und Enden unserer Stadt die Wohlthätigkeitsbazare; Jeder, ber das Almosenvertbeilen durchaus nicht unterlassen fann, giebt jetzt Gegenstände, die für ihn selbst vollständig werthlos find, mit edler Selbstverleugnung weg, feine Damen bieten fich bereitwilligit als Verkäuferinnen an, das Geschäft ist etablirt, der Humbug fertig. Natürlich ist es jeder Stommerzienraty und jeder andere Sterbliche, der mit mehrfachen Millionen behaftet ist, seinem Reichthum und seiner gesellschaftlichen Stellung schuldig, hier nicht zu Inaufern, es tostet zwar etwas, aber die Leute reben doch davon, es ist ja immerhin noch ein billiges Vergnügen: für ein paar Thaler erkauft man fich den Nuf eines menschen freundlichen Mannes, der willich nach Kräften bestrebt ist, Roth und Elend seiner Mitmenschen zu lindern. Und wem lommen nun alle diese Wahlthaten zu gut? Jedenfalls den wirklich Bedürftigen nicht, denn diefe find zu allen Beiten viel zu bescheiden gewesen, sich vozudrängen, fte verschmähen es in den meisten Fällen, die öffentliche Aufmerks famfeit auf fich au lenten, und häufig hält sie ein berechtigter Stolz davon zurüd, fich um Almofen zu bewerben. Das Wohlthun" in dieser Weise ist ein Sport, nichts mehr und nichts weniger, und von vernünftig denkenden Men " Sonntag, den 30. November 1884. habe. Der Dieb sei der Aufwartefrau, die ihn in flagranti ertappt, noch besonders schroff und grob entgegengetreten. Ein Irrthum sei ausgeschlossen. Daraufhin erfolgte die Berhaftung des Tischlergesellen, der vergeblich seine Unschuld betheuerte und sein Alibi nachweisen zu können erklärte. Am Tage nach der Verhaftung erhielt der Meister des verhafteten Gesellen eine schleunige Vorladung zur Kriminalpolizei, woselbst er der Wahrheit gemäß zu Protokoll gab, daß sein Geselle weder überhaupt zu der kritischen Togeszeit noch insbesondere im September D. J., wo die Diebstäble in den ärztlichen Vors zimmern vortamen, seine Werkstatt verlassen habe. Daraufhin erfolgte die Freilassung des Gesellen, der 24 Stunden under schuldet in Uutersuchung baft gefeffen. Es kann uns natürlich nicht beifallen, der Sicherheitsbehörde aus diesem Falle auch nur den leiseften Vorwurf konfiruiren zu wollen; wir haben vielmehr nur Aft von dem Vorfalle genommen, um die Unzuverlässigkeit eines lediglich auf Rekognoszirung beruhenden Schuldbeweises darzuthun. Selbst für wetterfeste Thiere ist das neulich so plöglich eingetretene Frostwetter sehr verbängnißvoll gewesen. In der sogenannten Tegeler Fahrt des Tegeler Sees ist z. B. ein eingefrorener halbskelettirter Schwan zu sehen. Das Thier ist plöglich eingefroren und durch Frost und Hunger umgekommen. Schaaren von Krähen, die fich den willkommenen Braten zu Nuße gemacht haben, fennzeichnen von Weitem schon die Stelle. Der Schneefall hat die Rebhühner in Schaaren in die Nachbardörfer getrieben, und manches verstohlen auf unseren Wochenmärkten der legten Tage feilgehaltene Rebhuhn gehört zu diesen zutraulichen Thierchen, die man mit Steinen oder Knütteln zu Tode geworfen. Von der Höhe des Schneefalles kann man fich einen Begriff machen, wenn man hört, daß z. B. die Land briefträger, welche die Schulzendorfer und Heiligenseer Forst paffiren, den Dienst haben einstellen müffen. Um zur Tegeler Fahrt von der Landseite vom Förster Scholz an der Malche aus zu gelangen, mußte man Strecken pasfiren, in denen man im Schnee bis an die Hüfte verfinken konnte. W. Den Polizei- Revier- Bureaus ist in jüngster Beit wiederum die strenge Weisung geworden, keine An- oder Abmeldung abzustempeln, die neben der Unterschrift des zur Anoder Abmeldung Verpflichteten, nicht auch die Unterschrift des betreffenden Hauswirthes trägt, in deffen Hause der An- oder Abzumeldende Wohnung oder Schlafftelle gefunden hatte. Wir machen unsere Leser zur Ersparung von Laufereien nach dem Polizei- Revier- Bureaus, bei derartigen Anläffen auf diese Weifung aufmerksam. Der Magistrat der Stadt Berlin soll diese Gegenzeichnung der Wirthe bei An- und Abmeldungen dringend gewünscht haben. N. Zur Affaire Koch. Die Affaire Koch scheint sich, nachdem die Angaben des vorgestern verhafteten Arbeiters als unwahr fich erwiesen haben, in ein immer größeres mysteriöses Dunkel hüllen zu wollen. Die einzige Hoffnung, daß der p. p. Koch nach einem scharfen Kreuzverhör ein umfassendes Genändniß ablegen würde, erscheint dadurch vereitelt, daß Koch von dem die Untersuchung führenden Amtsrichter auf seine erst gegebenen und von den Beitungen bereits reprobuzirten Angaben vereidigt worden ist. Koch würde sich also, wenn er zu einem Geständniß zu bewegen wäre, zweifellos eine Anflage wegen Meineid zuziehen, und dürfte ihn dies allein wohl schon von einer Aenderung seiner ersten Angaben abhalten. a. Der vielfach bestrafte obdachlose Hausdiener Berg ist in einem Produktenkeller in der Linienstraße von einem Sriminalbeamten dabei betroffen, als er eine Suppenfelle und zwei Hunde Maulförbe verlaufen wollte. Da er sich über den reellen Erwerb dieser Sachen nicht auszuweisen vermochte, so veranlaßte der Beamte seine Sistirung zur nächsten Polizei wache. Auf dem Wege dahin, vor dem Eingange zur Hausthür holte Berg ein Portemonnaie aus der Brufttasche hervor und versuchte daffelbe wegzuwerfen, woran er jedoch von dem Beamten gehindert wurde. In dem Portemonnaie befanden fich 3,40 Mart, einige Biermarken, eine Färbermaite und ver fchiedene Anweisungen zu Theaterbillets. Daß die genannten Gegenstände irgendwo gestohlen worden sind, unterliegt leinem Bweifel, doch ist bis jest eine Anzeige hierüber der Kriminals polizei nicht zugegangen. In der Untersuchungsfache wider die drei Bauergutsbesikersöhne Ebel aus dem Doife Schönom, welche am Sonntag, den 17. Auguft d. J., im Henschel'schen Gasthofe zu Schönow den 20 jährigen Sohn des dortigen Ortsvorstehers Haupt erstochen haben, ist nunmehr zur Hauptverhandlung vor nachten bescheeren" läßt. Die falsche Mildthätigkeit läßt sich ebenso schwer ausrotten, wie verschiedene andere Uebelstände. Nur das Gute fällt dem Zahne der Zeit zum Opfer so denken wenigstens jetzt die Berliner Gymnaftaften, wenn fle von dem Verschwinden des letzten Flur- Antiquars lesen werden. Ein Jeder, der den permanenten ,, Dalles" eines rechtschaffenen Brimaners aus eigener Erfahrung fennt, weiß, wie nothwendig derartige Leute für die Kultivirung nobler Basstonen bei der heranwachsenden Jugend find. Der Antiquar ist für den Gymnaftaften ungefähr daffelbe, was die mysteriöse Berson, H die man im gewöhnlichen Leben mit dem Namen Bäthe" bezeichnet, für den Studenten ist. Er ist in vielen Fällen der Retter in der Noth, manche heimliche Kneiperei fönnte ohne die werkthätige Hilfe dieses edlen Men könnte ohne die schenfreundes überhaupt schwerlich in Szene gesezt werden. Die Stelle an der Gertraudten- Brücke, wo der letzte seines Stammes ftand, ist jetzt verweist. Niemand bleibt mehr stehen, um einen neugierigen, verwunderten Blick auf die alten „ Schmöker" zu werfen, vielleicht nimmt seine Stelle bald ein ambulanter Müßenmacher ein, der nichts von der Poefte des antiquarischen Buchhandels tennt.. Wir lieben die Veränderung im Allgemeinen, es fann nicht immer Alles beim Alten bleiben, die Menschheit würde sonst der Verkümmerung entgegengehen. Freilich sträubt sich der alte Bopf gegen jede Neuerung. Wenn es noch Böpfe der alle Bopf gegen jebe Neuerung. Wenn es noch Böpfe giebt, so ist es in der Gelehrtenwelt der Fall, Berlin hat erst noch in den letzten Tagen ein Schauspiel erlebt, wo der Gelehrtenzopf fo recht zur Geltung kam, wo die Leutchen der Wissenschaft zeigten, daß man ein sehr gelehrter Mann aber ein recht tattloser Mensch sein kann. Es ist die Affaire Schwenninger, die in der vergangenen Woche wieder in ein neues Stadium getreten ist, und die, trosdem fie absolut nicht von der Wichtigkeit ist, zu der fle von den Interessenten aufgebauscht wird, die öffentliche Meis nung in Spannung erhält. Mag fich damit beschäftigen, wer Zeit und Luft zu solchen Sachen hat, der gewöhnliche Mensch schen wird es auch nicht anders aufgefaßt werden. Biel besser fteht aus der ganzen Sache nur, daß auch in jenen Kreisen " 1 ein Kliquenwesen herrscht, welches nur sehr schwer zu durch1. Jahrgang. dem Schwnrgericht des Landgerichts IL Termin auf den 19. Januar t. J. anberaumt worden. Seitens der Staats anwaltschaft werden 17 Belaftungszeugen gestellt. Die drei Angeklagten, welche seit dem 23. August fich in Untersuchungs haft befinden und vergeblich bedeutende Summen als Kaution angeboten hatten, um ihre Entlassung aus der Untersuchungs herbeizuführen, haben ihren Vertheidiger beauftragt, 5 Ents laftungszeugen zu der Hauptverhandlung zu laden. N. Umgestürzter Omnibus. Ein heftiger Busammenstoß fand gestern Abend zwischen zwei vollbesezten Omnibussen an Der Königebrücke bei dem Viadukt der Stadibabn statt. Durch Schleudern auf dem mit Schnee bedeckten Asphalt- Pflaster, fuhren beide Wagen mit einer derartigen Vehemens zusammen, daß von dem einen Wagen, Linie Schönhauser Thor- Kott bufer Thor, Vorder- und Hinterrad der einen Seite abbrachen und der Wagen fich auf die Seite legte. Die Dedpassagiere meistentheils Arbeiter stürzten in den Schnee, ohne fich einen ernfteren Schaden zuzuziehen. Ebenso glücklich tamen die Ins faffen des Wagens davon. Abgesehen vom Schreck und unbes deutenden Hautabschürfungen erlitt niemand ernstere Ver legungen. weZum Einbruchsdiebstahl in der Großbeerenstraße erfährt das B. T." aus bester Quelle, daß sämmtliche Betheiligte bereits in den bänden der Kriminalpolizei find. Die Verhaf tung des vorbestraften Kellners Sch.( Schreyer ist der volle Name), der mit Bestimmtheit als diejenige Person rekognosjirt ward, welche einige Tage vor dem Diebstahl bei dem Kauf mann Pariser die Wohnungsklingel gezogen und gebettelt hatte, haben wir bereits in der Mittwochs- Nummer gemeldet, ebenso die weitere belangreiche Thatsache, daß zwei von dem Diebstahl herrührende 4 prozentige Stettiner National- Hypotheken Pfandbriefe bei einem Potsdamer Bankier ermittelt wurden. Dieser Bankier hatte bekanntlich die Papiere nige Stunden nach dem Einbruch von einem angeblichen Handelsmann Löwy aus Kempen" gekauft. Bei der Per fonalbeschreibung dieses Löwy seitens des Potsdamer Bantiers fiel dem recherchirenden Kriminalfommissar bei, daß die Bes schreibung auffallend auf einen wegen Hehlerei vorbestraften und auch sonst recht übel beleumbeten alten Händler Namens Caro paffe. Caro wurde nun zur Polizei beschieden und ihm aesaat, daß er verdächtig sei, unter dem Namen Löwy bei einem Potsdamer Bankier gestohlene Werthpapiere verkauft zu haben. Caro leuanete auf das Entschiedenste, von der Sache etwas zu wiffen. Daraufhin wurde ihm bedeutet, seine Nichtschuld werde fich am raschesten erweisen laffen, wenn er sofort in Begleitung eines Kriminalbeamten nach Potsdam fahre und sich dem Bankier vorstelle. Caro erklärte sich damit einverstanden und der Bankier bezeichnete beim ersten Blick den Caro mit völliger Bestimmtheit als den angeblichen Löwy, der ihm die Werthpapiere vertauft hatte. Caro leugnete Anfangs mit aller ihm zu Gebote stehenden sittlichen Entrüstung, bequemte sich aber schließlich, als ihm zugeredet wurde, zu einem GeständnißEr will allerdings von der Provenienz der Papiere nichts ge wußt und für seine Mühemaltung von den beiden vor dem Bankiergeschäft wartenden Dieben nur einige Mark Entschä bigung erhalten haben. Die Kriminalpolizei ist jedoch anderer Ansicht und vermuthet in Caro einen aktiven Theilnehmer oder mindestens„ Ausbaldomerer" des Enbruchsdiebstahls. Durch die Aussage des Caro gelang es übrigens, auch den dritten Theilnehmer an dem Verbrechen, einen bekannten Bauernfänger Namens Echwerin, zu ermitteln und zur Haft zu bringen. Ein geriebener Kautionsschwindler ist gestern in der Person des Gärtners Broß verhaftet worden. Derfelbe miethete am 1. Oftober einen in einem Haufe des Kaiser- Franz- Grena dierplages belegenen Keller, um daselbst ein Blumengeschäft zu betreiben. Bei dem Abschluß des Miethsvertrages schmindelte G. der Hauswirthin, welche ihn nach seinen Vermögens verhältnissen und seiner Zahlungsfähigkeit fragte, vor, daß er in Reinickendorf eine große Gärtnerei besige und die von ihm selbst gezogenen Blumen in dem zu miethenden Geschäftsteller verkaufen wolle. Groß 30g nun ein, stellte im Keller einige Blumen aus und engagirte als Geschäftsführer nach einander in rascher Aufeinanderfolge mehrere Personen, welchen er erhebliche Summen und Werthpapiere als Raution abnahm, und die er sodann nach wenigen Tagen entließ, ohne ihnen Die Kautionen, die er inzwischen in seinem Nußen verwendet hatte, herauszugeben. Als er diesen Schwindel nicht mehr fortseßen fonnte, und er auch wegen Nichtzahlung des Miethszinses den Geschäftsteller verlassen sollte, schloß er mit einem Seiten versucht, auch diese mit in die allgemeine Klique hinein zuziehen. Der Schnee mit dessen Farbe man bekanntlich die Unschuld ausstaffirt, der jedoch bei uns in Berlin immer sehr schnell einen furchtbar schmutzigen Eindruck macht- der Schnee ist an Allem schuld! Wenn er nicht so massenhaft gefallen wäre, hätten fich leine berechtigten Bweifel an der unfeolbaren Organsiation der städtischen Straßenreinigung erheben können. Man muß doch ein böses Gewiffen gehabt haben an gewiffer Stelle, man muß doch wohl vermuthet haben, daß sich von unparteiischer Seite gerechte Klagen über die sonderbare Wirth schaft erheben würden, denn ohne alle Veranlassung ver öffentlichen verschiedene Beitungen, von denen man freilich schon immer gewohnt ist, daß sie mit der Stadtverwaltung durch dick dick und dünn, selbst durch den kothigsten Schnee marschiren, ein gleich lautendes Entschuldigungs schreiben nicht, in welchem die Schuld an der ganzen Misère nicht etwa dem Magistrat, nein, einfach und schön bem Himmel in die Schuhe geschoben wurde. Wunderbare Logit! Natürlich, wenn es nicht geschneit, nicht viel geschneit hätte, so hätte fein Mensch Ursache gehabt, fich über mangelnde Vorkehrungen zu beklagen; es ist daher höchst ungalant von Dem griesgrämigen Burschen, wie man fich den Winter ge meinhin vorzustellen pflegt, durch ein so unvorhergesehenes Manöver, wie einen größeren Schneefall wer tann auch an Der so etwas Unerhörtes am legten Novembertage denkenden wohlweisen Magistrat aus dem Konzept zu bringen! Aber tros alledem ist er nicht so schlecht, mie er aussteht Winter nämlich- und wie im Sommer auf Regen Sonnenschein, so folgt im Winter auf Thauwetter Frost, und dieser sorgt denn dafür, daß man trockenen Fußes feine nothwendigen Gänge absolviren tann. Im anderen Falle freilich hätten wir uns ein ganz besonderes Bergnügen daraus gemacht, dem Winter zu Ehren fortwährend mit naffen Füßen herumzulaufen, wir glauben nicht, daß wir durch irgend eine obrigkeitliche Verordnung an dieser das Fortkommen der Herste aewiß sehr fördernden Beschäftigung gehindert worden wären. Das wenigstens haben auch wir jest erfahren, daß die Kane so wie diese Einrichtung jest ist, scheint sie nur auf sche Wetter zugeschnitten zu sein. Es geht eben nichts über gewiffe Bmedmäßigkeit! daß jeder Mensch so gestellt wäre, daß er auf die Wohl brechen ist. Es ist der bekannte Ning, der in Berlin fa schon fation nicht im Stande ist, so große Wassermaßen aufzuneh Vorläufig aber wird es wohl noch beim Alten bleiben, umschließt. diese Verhältniffe werden schwerlich eher geändert werden, bis Nur die Naturgewalten haben sich in diesen Ring noch zu Weih- nicht einschließen lassen, obwohl man es von den verschiedensten ner einen Theilnehmer- Vertrag zum An- und Verkauf| Beihnachtsbäumen ab und erschwindelte sich auch von esem 50 Mart. Sm Central Theater übt, Der Walzer- König", defen 36. Aufführung heute stattfindet, nach wie vor seine Anziehungskraft aus; trop des ungünstigen Wetters in der vergangenen Woche war das Theater täglich von einem zahl reichen Bublifum besucht, welches durch die luftige Gesangspoffe in die heiterste Stimmung versezt wurde. Im Deutschen Theater" geht am Mittwoch, 3. d. Mis., das Schauspiel Frau Susanne" von Paul Lindau und Hugo Lubliner zum ersten Mal in Szene. Außer den Wieder holungen dieses Stückes bringt das Repertoire dieser Woche noch Wiederholungen von Wilhelm Tell,"„ Die Welt, in der man fich langweilt" und Richard III." Heute, Sonntag, wird, Der Hüttenbefizer" gegeben. Die nächste Aufführung von Don Carlos" findet am Montag, 8. Dezember, statt. Gerichts- Zeitung. Hoffmann, Invalidenftr. 153. Im Unterstüßungsverein der Buchbinder 1c. wird Montag außer einem Vortrag über Vereinsangelegenheiten noch seitens der Rechtsschußkommisfion Bericht über die in neuerer Zeit geführten Prozesse gegeben werden. Versammlung des Fachvereins Chirurg. Inftru mentenmacher und Bandagisten am Montag, den 1. Dezember, Abends 8%, Uhr, Weinmeisterstraße 18. Eine Versammlung der Tischler für SD. und S. findet am Montag Abend 8 Uhr im Konzerthaus Sanssouct, Kottbuserstr. 4a statt. Dafelbst wird Herr Roedel über den Marimalarbeitstag der Berliner Tischler und dessen Einfluß auf die Höhe des Arbeitslohnes der Tischler sprechen. Alle die Kollegen der Weitstätten, hauptsächlich der Pianofabriken, welche fich jest besonders durch Ueberschreitung des Marimalarbeitstages hervorthun, find um deswillen besonders eingeladen, weil die Verhältnisse ihrer Fabriken dort zur Sprache kommen werden. die Erlaubniß, den hierbei entstehenden Schutt und Abfall| Mariannenftr. 8 und für den Norden Berlins beim Bildhauer nach seinem Grundstücke fahren lassen zu dürfen, woselbst der selbe zur Trockenlegung benugt werden sollte. Bu wiederholten Malen war von diefer Erlaubniß Gebrauch gemacht worden. Am Abende des 5. August bemerkte der Angeklagte, als er von einer Ausfahrt zurückkehrte, in der Nähe seines Grundftüdes wieder einen aufgeschichteten Haufen liegen, den er, wie er behauptet ebenfalls für Abfall hielt und ertheilte seinem Kutscher den Befehl, denselben noch an demselben Abende nach seinem Grundstücke zu fahren. Thatsächlich bestand jener Haufen aber aus gutem Pflasterkies, der noch verwendet wer den sollte und war der mit der Beauffichtigung der Pflasterarbeiten beauftragte Aufseher nicht wenig erstaunt, als er am folgenden Morgen die Dislokation des Materials wahrnahm. Derselbe wurde bei seinen Vorgesetzten dieserhalb vorstellig und gegen Walden obige Anklage erhoben. Derselbe wies die Annahme gegen Walden obige Anklage erhoben. Derselbe wies die Annahme Daß er fich den Kies in rechtswidriger und gewinnsüchtiger Abficht habe zueignen wollen, unter den höchsten Betheuerungen seiner Unschuld von fich. Als er den Befehl zum Wegschuffen des Materials ertheilte, habe er dasselbe für werthlos halten müffen; allerdings sei er dann beim Abladen zugegen gewefen und habe dabei wahrgenommen, daß es von einer anderen Beschaffenheit als das frühere gewesen; er habe auch den Arbeitern gegenüber sein Bedenken geäußert, doch hätten diese ihn mit der Bemerkung beruhigt, daß der Kies nicht mehr gebraucht würde. Als er am nächsten Tage zu seinem Schrecken vernommen, daß polizeiliche Recherchen angestellt würden, habe er soweit thunlich den Kies wieder zusammenscharren und an Drt und Stelle schaffen lassen, auch habe er fich sofort zur Bau Inspektion begeben, um Entschuldigung gebeten und Schadenersaß angeboten. Troßdem durch die Beweisaufnahme diese Angaben des Angeklagten im Wesentlichen unterstügt wurden, b: fundeten aber einige Sachverständige, daß ein Jrr thum des Angeklagten, selbst wenn er Late sei, fast ausgeschloffen fet, und deshalb war der Staatsanwalt der Anficht, daß derselbe sich der Rechtswidrigkeit seiner Handlungsweise wohl bewußt gewefen. Er beantrage aber mit Rücksicht auf die begleitenden Umstände nur das niedrigste Strafmaßeinen Tag Gefängniß. Der Gerichtshof schloß sich indessen den Ausführungen des Vertheidigers, R.-A. Geschke an urd sprach den Angeklagten wegen des mangelnden dolus frei. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. Bremen, 27. November. Vor der biefigen zweiten Straf tammer mußte fich heute der Juwelendieb Kurban Bey Aleidar, auch Kurbambe Alchmerow, auf persisch Gulam Ben genannt, verantworten, der seit mehreren Jahren von Zeit zu Zeit aus Aften in den großen Handelsplägen Europas auftauchte, die Juweliere unter ihren Augen zu bestehlen pflegte, um dann mit seinem Raube, namentlich hatte er es auf ungefaßte Dias manten abgesehen, wieder für einige Zeit in Rußland oder in seiner Heimath Perften zu verschwinden. Gulam Bey ist 44 oder 45 Jahre alt, mohamedanischer Religion, in Perften ge boren, wegen eines Diamantendiebstahls in Magdeburg und eines solchen zu Frantfurt am Main zu einer Gesammistrafe von 5 Jahren Gefängniß verurtheilt, in Warschau wegen Diebstahls außer Verfolgung gefeßt, während er von Wien aus noch seit November 1881 wegen Diebstahls verfolgt wird. In Bremen erschien er am 1. Juni 1882 Vormittags 8 Uhr im Geschäft von Wildens u. Danger am Wall und gab durch Beichen und abgebrochene deutsche Worte fund, daß er Siegel ringe laufen wolle. Die vorgelegten Ringe gefielen ihm nicht und schließlich verlangte er ungefaßte Diamanten zur Vorlage. Nachdem der Geschäftsführer Hagemeyer noch zwei Rommis des Geschäfts herbeigerufen hatte, damit diese ihm bei der Beobachtung des nicht ganz unverdächtig scheinenden Fremden zur Seite standen, legte er dem Manne, den er für einen russischen Juden hielt, mehrere Pädchen mit Diamanten vor, gab aber seinem Zweifel Ausdruck, ob derselbe die theuren Steine auch werde bezahlen fönnen. Darauf schien der Fremde nur gewartet zu haben, denn er zog sofort sein Portefeuille, zeigte den aus Banknoten bestehenden Inbalt und legte schließlich das Portefeuille in der Nähe der Diamantenpädchen nieder. Nach längerer Unterhandlung steckte er sein Bortefeuille wieder ein, gab zu verstehen, daß er mit einem Dolmetscher zurückkehren werde und verschwand. Die drei Mitglieder des Geschäftspersonals glaubten in ihren Beobachtungen so vorsichtig gewesen zu sein, daß Hagemeyer die Diamanten ohne genaue Revision wieder wegschloß. Erst am 3. Juni Morgens wurde entdeckt, daß ein Päckchen mit 50 Brillanten im Werthe von 25 000 Mt. fehlte. Der Verdacht fiel sofort auf den Fremden, leider zu spät, denn am selben Morgen war derfelbe über Hamburg und Berlin in Königs berg angekommen und dann spurlos jenseits der russischen Grenze verschwunden. Im November 1883 stahl er in ganz gleicher Weise einem Juwelier in Magdeburg für 1500 Mart ungefaßte Diamanten unter den Händen weg und entkam ebenfalls. Jm April d. J. erschien er in Frankfurt, wo er wieder. durch dieselbe glänzende Fingerfertigkeit in einem Juwelierge schäft dem Verkäufer 360 Steine im Werthe von 8500 Mark unter den Händen wegeslamotirte. Hier entdeckte man den Diebstahl jedoch in wenigen Stunden und der schlaue Perser wurde in Berlin verhaftet. Bei seiner Burückführung nach Frankfurt hatte der schlaue Dieb die Steine derart bei sich zu verbergen gewußt, daß man sie trop der genauesten Unterzeit zu stellen. Ebenso nothwendig sei es auch, daß die Bes suchung mittelst Auftrennens der Kleidungsstücke, der Stiefel fohlen 2c. nicht fand. Est während seiner Untersuchungshaft merkten drei mit ihm in der Belle figende Gefangene, daß Kurban Bey oft in auffälliger Weise in seinem Strohfad umherwühlte. Das nette Kleeblatt merkte sich solches, und als der Perfer eines Tages dem Untersuchungsrichter vorgeführt war, hielten die Drei Nachsuchung, fanden ca. 300 Diamanten und theilten sich den Staub brüderlich. Sie wußten die dem Diebe gestohlenen Steine indeß nicht so schlau zu verbergen und wurden im Befiß derselben betroffen, worauf fie gestanden, daß fie solche ihrem Bellengenofen Kurban Bey gestohlen hätten. Letterer stieß ein Wuthgebrüll in der Belle aus, als ihm durch den Untersuchungsrichter zu Frankfurt der Verlust feines Haubes klar wurde.- Der Juwelendieb wurde trop Der Juwelendieb wurde trop feiner Behauptung, niemals in Bremen gewesen zu sein, auch hier durch Beugen überführt und schließlich in eine Bufagfirafe von 3 Jahren Gefängniß zu der in Frankfurt a. M. erkannten fünfjährigen Gefängnisstrafe verurtheilt. Kurban Bey erklärt, Daß er die Entscheidung des Reichsgerichts zu Leipzig anrufen werde. Caffel, 25. November. Unter der Anklage des Verbrechens im Amte bezw. Bestimmung dazu standen der Bürgermeister Heinrich Herdt, der Ortsdiener Valentin Schmidt und der Gastwith Heinrich Kimm aus Heimarshausen. Herdt war als Bürgermeister mit der Erhebung der Steuern für den in Heimarshausen eingeführten Branntwein betraut. Derselbe bat nun zu verschiedenen Malen die von 2c. Kimm eingeführten Branntwein quantitäten in den von ihm zu führenden Büchern geringer angegeben und somit die Gemeinde benachtheiligt. Dagegen batte er den Vortheil, daß er bei Stimm nur zwölf Brennig für das Glas Bier bezahlen mußte. Außerdem hatte er fich von Rimm fünf Flaschen Echnaps und zwei Fäßchen Bier geben laffen, welche Trinkwaaren er von der von Kimm zu zahlenden Brannt veinsteuer abrechnen wollte. Kimm gegenüber hatte er geäußert, daß er die Einträge in das SteuerStontrollbuch nach seinem Belieben machen könne. Weiter nahm Rimm und Schmidt im Auftrage eines Einwohners bei der Witt ve Winkel Haussuchung nach gestohlenem Korn vor, Der welches auch wirklich bei der Winkel gefunden wurde. Bauer und die c. Winkel fanden fich jedoch ab, und stand Dieferhalb ec. Herdt von einer Anzeige ab, ließ fich vielmehr von der Wittwe Winkel fünfzehn Mark für seine Bemühungen, zu welchen er verpflichtet war, gablen. Schmidt erhielt fünf Mart. Die Verhandlung ergab jedoch, daß die fünf Mait, welche Schmidt erhalten, ihm freiwillig gegeben worden find. Es erfolgte daher deffen Freisprechung. Ebenso wurde der Gastwirth Rimm von der wider ihn erhobenen Anklage freigesprochen, weil demselben bekannt war, daß der Bürgermeister die Erträge in die Bücher bezüglich der Schnap steuer doch nach seinem Belieben ausführte. Was den Bürgermeister anbelargt, so wurde dieser mit einer Gesammtstrafe von einem Jahr und einem Monat Buchthaus belegt. Welter erkannte thm der Gerichtshof die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zwei Jahren ab, auch muß er endlich für die bei Kimm gehabten Vortheile vierzig Mart zahlen. Arbeiter- Bezirksverein vom 15. und 20. Kommunal Wahlbezirt. Die nächste ordentliche Mitgliederversammlung findet am Mittwoch, den 3. Dezember, Abends 81%, Uhr, pünkt lich in der„ Urania", Wrangelstraße 9 u. 10 ftatt. Tagesordnung: Vortrag des Reichstagsabgeordneten Blos. Gäste haben stets Zutritt. Verein der Modelltischler. Montag Ackerstraße 144 8 Uhr Versammlung. Gäste willkommen. Vermischtes. Ein russischer Othello. Einem Petersburger Bahnarzt paffirte kürzlich eine Geschichte, welche den Beweis liefert, daß es auch in dem kalten russischen Klima recht heißblütige Othellos giebt. An der Thür des betreffenden Bahnarztes wurde plöglich in später Nacht heftig geflingelt. Ist der Dottor Soundso zu sprechen?" fragte laut und barsch ein dicer, in einen Belz eingehüllter Herr mit einer ebenfalls ein gebüüten Dame am Arme den Diener, als die Thür aufge macht wurde. Sagen Sie dem Doftor," fuhr der Ange tommene fort, ich möchte ihn gleich sprechen, er soll sofort einen Bahn ausziehen." Nach wenigen Minuten kam der aus dem Schlaf erwachte Bahnarzt selbst. Herr Doktor, ziehen Sie dieser Dame da sofort einen Bahn aus," rief, laut befehlend, der unbekannte Herr, auf die zitternde und weinende Begleiterin deutend. Der Bahnarzt antwortete wie gewöhnlich, er müsse erst den Bahn genau ansehen; es sei ja vielleicht gar nicht nöthig, eine so unangenehme Operation wie das Ausziehen auszuführen, es gäbe noch andere Mittel u. s.w. Ich will garnichts hören," rief wiederum der Angekommene, reißen Sie einen Bahn aus, es bleibt sich gleich, welchen; ich zahle Ihnen dafür fünfundzwanzig Rubel und, wenn es recht Verlangen des Herrn recht merkwürdig, und er bat den Herm um Aufklärung. ,, Aufklärung wollen Sie haben, Aufs flärung," schrie erregt der Unbekannte, nun gut, ich werde Ihnen Aufklärung geben. Sehen Sie, diese Dame da ist meine Frau... Ja, meine Frau... Heute Nacht plozlich steht fie auf, beklagt sich über Bahnschmerzen und behauptet, sie müsse fofort zu einem Zahnarzt fahren. Die Sache erschien mir nicht ganz rein zu sein; denn meine Frau hat ja sonst nie an Bahn schmerzen gelitten. Ich fragte, ob ich fie begleiten soll, und fie verlangte, ich soll im Hause bei den Kindern" bleiben, fle würde ein Dienstmädchen mitnehmen. But, sagte ich, beschloß aber dabei, fie zu verfolgen. Kaum fuhr meine Frau fort, so nahm ich einen Wagen und folgte ihr nach. D! meine Vers muthungen waren ganz richtig: ftatt zu einem Bahnarzt, fubr fte wiffen Sie, Herr Doktor, wohin? in den Klub, zum Maskenball; fie hatte dort wahrscheinlich ein Rendezvous b stellt! An der Treppe des Klubs habe ich sie gefaßt, und zur Strafe und Erinnerung entschloß ich mich, ihr einen Bahn ausreißen zu lassen. Nun, Herr Doktor, jetzt haben Sie die nöthige Aufklärung, also sprechen Sie nicht hier ist das Geld." Trop des großen Honorars weigerte fich der Zahn arzt, die Operation auszuführen, da, wie er behauptete, er nur als Schmerzenshelfer, nicht aber als Henfer praktizire. Fluchend und schreiend schleppte der neue Othello seine ungetreue, heftig meinende Gemahlin zu einem anderen Bahnarzt. Db ihn dieser andere befriedigte, hat man nicht in Erfahrung ge bracht. Zum Schluß fet noch bemerkt, daß der Unbekannte, wie fich später herausstellte, ein wohlhabender russischer Obst händler ist, welcher erst vor furzem geheirathet hat. Arme Frau! wenn ihr Gemahl ihr schon im ersten Jahre des Che lebens Zähne ausreißen läßt; mas für Strafen wird er für fie in fünftigen Jahren ausdenken? t. Polizeilich aufgelöst wurde die öffentliche Bersammlung der Handlungsgehilfen, welche, einberufen von der Freien Organisation junger Kaufleute", bestimmt war, die Besprechung der Nothlage der jungen Kaufleute und die Berathung über die Mittel und Wege zur Beseitigung der selben, welche in einer früber bereits stattgehabten Versammselben, welche in einer früber bereits stattgehabten Versamm- schmerzt, fünfzig Rubel." Dem Bahnarzt schien natürlich das lung begonnen waren, fort useßen. Herr Rosenthal, Vorsitzender der Freien Organisation", schilderte auch diesmal wieder in beredten Worten die Nothlage des jungen Kaufmannsitandes, welche sehr deutlich schon aus dem Umstande hervorginge, daß für eine Stellungsofferte fich 2-300 Bewerber meldeten. Im Jahre 1878.79 nahm man an, daß in Berlin 6000 ftellungslose Kaufleute wären; diese Bahl sei heute noch bedeutend höher. Eine Verkürzung der Arbeitszeit würde viel dazu bei tragen ,, die stellungslojen jungen Kaufleute unterzubringen, durch eine Arbeitsverkürzung würde es den Handlungsgehilfen zugleich möglich gemacht, Fortbildungsschulen zu besuchen, um den an fie gestellten Ansprüchen der Prinzipale mehr zu genügen, welcher Umstand ebenfalls dazu beitragen würde, Die Bahl der Stellungslosen zu vermindern. die Verkürzung der Arbeitszeit sei sehr wohl möglich und ebenso im Intereffe der Prinzipale wie der Handlungsgehilfen, es müffe deshalb eine solche energisch angestrebt werden, und sei jept der Beitpunkt sehr günstig, um die Forderung an Staat und Gesetzgebung um Regelung der kaufmännischen ArbeitsStimmungen der Geworbeordnung für jugendliche Arbeiter auch auf die Kaufmannslehrlinge ausgedehnt würden, um dieselben vor übermäßiger Ausbeutung zu schüßen. Auch der Arbeitsnachweis liege sehr im Argen, auf schmachvolle Weise würde die Nothlage der jungen Kaufleute von gewiffenlosen Agenten ausgenügt und sei es daher wünschenswerth, daß seitens der Regierung auch für den Kaufmannsstand ArbeitsnachweisAemter errichtet würden, wie sie für die Arbeiter geplant find. Ein weiterer, sehr großer Uebelstand fei die Ueber handnahme der weiblichen Arbeitsfräfte in faufmännischen Geschäften. Es sei zwar jetzt das herrschende Prinzip, sich Arbeitsfräfte so billig wie möglich zu verschaffen, doch gebe es eine Grenze, wo es heißt: Bis hierher und nicht weiter! Die Kaufleute seien in vieler Beziehung schlechter gestellt als die Arbeiter und sei es eine gerechte Forderung, daß die Regierung bei den Maß nahmen. Die fte zum Wohle der arbeitenden Klaffe treffe, auch die Kaufleute berüdsichtige, nicht ausgeschloffen die Alters- und Jnvalidenversorgung. Alles dieses erstrebe die Freie Dr ganisation junger Kaufleute" und ermahnte Redner Alle, diesem Verein beizutreten. In Erwägung dieser Ausführungen geißelte Herr Henning die Konkurrenz, welche den Raufleuten von Nicht Kaufleuten gemacht wird. In großen Bankgeschäften 2c. feien aktive Militärpersonen, Schloßgardisten, Königliche Tele graphen- und Postbeamte u. s. m. angestellt, welde nach Be endigung ihrer Dienststunden sich dort einen Nebenerwerb verschaffen. Es wäre zu wünschen, daß die Herren ReichstagsAbgeordneten sich dieser Sache mehr annehmen. Herr Redakteur Holzendorf( National- Beitung) stellte sich vollständig auf den Standpunkt der Vorredner und wandte sich besonders gegen die Erweiterung der weiblichen Ewerbsfähigkeit", füt welche heutzutage so fehr geschwärmt werde. Es sei Mode geworden, überall, in Aemtern, Komtoirs, Fabriken 2c. Frauen einzustellen, wodurch die männliche Arbeitskraft auf das Pflaster geworfen werde. Durch die geringe Besoldung aber, welche die Frauen in ihren Etellungen erhalten, würden fie auf Wege geführt, welche das Laster und die Schande als Endziel haben. Die Kaufleute sollten aus ihrer Paffiottät heraustreten und offen auf die Wunden hinweisen, dann würde fich auch Heilung für dieselben finden und die Regierung Kenntniß erhalten von dem Nothſtande, von dem sie noch Nichts weiß. Lebhaft begrüßt nahm hierauf der Reichstags Abgeordnete Kayser das Wort. Er sei früher selbst Kommis und Bestzer eines fleinen Geschäftes gewesen, tenne also die Verhältnisse. Die Vorwürfe, die den Reiche tags- Abgeordneten gemacht worden seien, daß fie fich der Migstände im Kaufmannsstande nicht genügend annähmen, müsse er zurüdweisen, wenigstens was ſeine Partei betrifft. Mit Freude begrüße er es, daß auch im Kaufmannsstande das Bewußtsein erwacht si, daß Alle, die sich unterdrückt fühlen, zusammen gehören. Wie in allen, so auch im laufmännischen Gewerbe vollziehe fich die Aufsaugung der kleinen und mittleren Geschäfte durch die Großmacht -y. Ein Prozeß, welcher in auffallender Weise der Affaire Dollfuß ähnelt, gelangte gestern vor der 87 Abtheilung des Schöffengerichts zur Verhandlung. Auf der Anklagebank hatte der mehrere Ehrenämter bekleidende Kaufmann und Hauseigenthümer Dito Philipp Walden Blaß zu nehmen, der beschuld gt war des Diebstahls, begangen an einem der städti ichen Baudeputation gehörigen Quantum Pflasterkieses, im Werthe von zuta 4 Mart. Der Angeflaate wohnt in der Stralsunderstraße, in welcher im August b. J. Neupflasterungsarbeiten vorgenommen wurden. Der Angefiagte erbat fich und erhielt von dem Kolonnenführer der Pflasterer, Feldhahn, d. Der Kegeljunge. Ein launiges Seitenstück zu der be tannten Refruten Charakteristik bildet folgende physiognomisch psychologische Kegeljungen Studie: Der Regeljunge iſt alſo ein nothwendig seiendes fich heiser schreiendesoft tüd wärts taumelndes mit Beinen baumelndes- Zuversicht tirrendes fich häufig irrendes gerne verzehrendes Trinkgeld begehrendes fortwährend hüpfendes bei Seite schlüpfendes umguden wollendes aufpassen sollendesSchinkenbrod liebendes felber nicht schiebendes- Hoff nungen mörderndes- Kugel beförderndes Kegel vereinen des barfuß erscheinendes- stets redressirendesim Winter frierendesim Sommer schwigendes- wenig nur figendes - Bigarren rauchendes es noch nicht brauchendes- hinten rumjtreifendes rumstreifendes fich etwas pfeifendes fich etwas pfeifendes- unverwandt schuften des selten verduftendes Keglern zwar frommendes Schelte bekommendes Luxus vermeidendes einfach fich fleidendessein Schicksal tragendes fich nie beklagendes -Schmerzen bestegendes- wenig nur kriegendes fich doch bedankendes- am Rehltopf frankendes- dennoch viel lachendes Tollheiten machendes Individuum. Der luftige Floh. Ein junger Mann wurde in seiner Nachtruhe durch das Beißen eines fleinen Thieres, Floh" ge nannt, gestört. Er steht auf, wird des Beinigers habhaft und beschließt grausame Rache, verschiebt dieselbe aber auf den an dern Morgen und fest den Herrn Braun" auf das 3 fferblatt feiner Uhr, worauf er dieselbe mit dem Glas verschließt. Am andern Morgen," erzählte er ,,, was glaubt ihr, was ich fab? Herr Braun fist auf dem Sekundenzeiger meiner Uhr und fährt Katuñel. N be an Teie ber bef ein beft eine hör eine Du 100 dief Don Der hab tun mü ger fon bie tefo ord ftim in bei auf me befo alle nid An geb bur ver imm bag daß nun TOOT hätt neh gült geln ipie Getroffen. Ein Lieutenant( will einen Wirth, der ihm öfters Gefälligkeiten erwiesen, in Gesellschaft mehrerer Kameraben foppen): He, Weinmeier, fagen Sie mal, wo haben Sie eigentlich gedient? Haben Sie überhaupt eine Ahnung davon, wie ein Gewehr aussicht?" Weinmeier: Nun He Lieutenant, hab ich Ihnen nicht oft genug was vorgeschoffen. Das Wichtigste. Die Frau eines Bantiers wird ent bunden. Die Operation ist eine sehr schwierige. Endlich wendet sich der Arzt an den erschrodenen Gatten: Ich fann I nicht für beide stehen. Wen wollen Sie, soll ich retten, Mutter oder Kind?" Rad 27 hin räu lid fibe St bor thu Füh Gar bau entl fen reid ited bief fich itim itan tun ber fati fort bele Bil ben Hei den Red Xbt für Der Bankier weiß nicht, wo ihm der lieutenant die Versammlung auf Grund des§ 9 des Sozia Kopf steht und mächtig schreit er: Retten Sie die Geld liftengefeßes für aufgelöst. " M " fifte!" Schwer begreiflich. Sage mal, ob es wohl richtig ist, daß man man?" wenn man -Laß man." und man daß man" " Was Im Gauverein Berliner Bildhauer", Annenftr. 16, findet am Dienstag, den 2 Dezember, Abends 9 Uhr die monatliche Delegirten Versammlung statt mit der Tagesord nung: Referat und Diskussion über Allgemeine gewerbliche Fragen" und Verschiedenes. Es werden namentlich die Herren vember früb um 3 Uhr auf dem Benigschachte der fiskaliſchen Ein entfehlicher Unglüdsfall ereignete fich am 21. No Delegiten ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Ferner den Kollegen zur Nachricht, daß für den Unterſtügungsverein der Grube zu Sulzbach. Beim Ausfahren der Häuer nach der Kranken- und Sterbelaffe der Bildhauer Deutschlands in den verschiedenen Stadttheilen Berlins Aufnahme- und Bablstellen Tag gefördert, die übrigen feds liegen im biefigen Knapp stürzte mit 15 Männern in die Tiefe. Neun wurden toot zu errichtet sind und zwar für den Dsten Berlins beim Bildhauer schafts Lazareth. Auch von ihnen dürfte schwerlich wieder einer genesen. Brahm, Lichtenbergeistraße 14, für Westen beim Bildhauer Flickichu, Maaßenstr. 35, für Süden beim Bildhauer Tiede, Verantwortlicher Rebatteur St. Gronbeim in Berlin. Druck und Verlap von War Bading in BerlinSW. Beuthstraße 2.