No. 206. Dienstag, 2. Dezember 1884. l- Jchrg. MmnVMIM Brgan für die Interessen der Arbeiter. 4 Das„Berliner VottSblatt" erscheint täglich Morgens nutzer nach Sonn- und Festtage». AbonvementSpreiS für Berlin frei in'S HauS vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Ewzelne Nummern 5 Pf. Postabonnement pro Quartal 4 Mark.(Eingetragen im VIII. Nachtrage der PostzeitungSpreiSliste unter Nr. 719a.) JnferttonSgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. ArbeitSmarit 10 Pf. Bei grötzeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereivkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmcrstratze 44, sowie von allen Annoncen« Bureaux, ohne Erhöhung deS Preises, angenommen. WeöclKLion nnö KXpeöMon Werttn BW., Dimmerstraße 44. Der Staat und die Ärdeiter. Unlängst wurde in den Blättern angedeutet, daß auf «er kaiserlichen Werft in Wilhelmshaven % der Nordsee eine Anrahl von Arbeitern entlassen worden seien, weil sie bei der Reichstags mahl für den Kandivaten der Sozialisten gestimmt hatten. Wir haben uns in Folge dessen die Werftordvung angesehen und gefunden, daß der j-inzigg, auf politische Gesinnung bezügliche Paragraph nur destimmt, daß solche Arbeiter entlassen werden sollen, die «nem sozialistischen oder kommunistischen Verein ange- hören. Von den Wahlen ist in der Werftordnung nicht «ne Silbe enthalten. Und doch sind, wie wir aus guter Quelle erfahren, eine ganze Anzahl von Arbeitern entlassen worden, die sämmtlich verheirathet sind. Dazu kommt, daß Me Arbeiter sämmtlich in kleinen Häusern wohnen, die von der Werftverwallung gebaut und an die Werftarbeiter °ermiethet sind. Die wegen der Wahl entlassenen Arbeiter Wen nun mit ihren Familien die.von der Werftvermal- gemicthcten Wohnungen binnen drei Tagen verlassen «iissen. Dieser Vorfall giebt zu denken, nicht etwa, weil er toade in Verbindung mir einer bestimmten Partei steht, s°»dern weil er einen ganz eigevthümlichea Reflex wirft auf «'s Behörden desselben deutschen Reichs, wo die Sozial- Utorm und die bekannte neue Sozialpolitik auf der Tgges- Ordnung stehen. Die Praxis, Arbeiter wegen ihrer Ab- Ulnunung aus der Arbeit zu entlassen, ist im Allgemeinen ''V Abnahme gekommen; man hat im Allgemeinen . den Jndustrieellen das Wahlrecht dock noch ernsthaft Wzcfatzt und es auch vielfach anerkannt, daß bei a l l g e- l n e m Wahlrecht die Freiheit der Abstimmunz ganz «esvnderS sorgfältig gewahrt werden müsse. Es giebt bei «Uedem noch industrielle Unternehmer genug, welche sich M scheuen, die Arbeiter, die nicht nach den politischen ««schauungen und wirthschafilichen Interesse« deS Arbeit- Nbe�s ihre Stimmen abgeben, arbeitslos zu machen und °urch die Roth zu zwingen, ihre politische Ueberzeugung zu 'leugnen. Die VolkSstimmuvg und Volksmeinung ist "nmer gegen solche Maßregelungen gewesen und wird immer �Zegen sein. Deshalb siad wir auch der Ueberzeugung, die Entlassung von Arbeitern wegen politischer Gesin- oder Abstimmung eine immer seltenere Praxi« ge- Mden wäre, wenn ssch die Dinge so weiter entwickelt ZT", wie gegenwärtig. Denn auch die größten Unter- sind gegen die öffentliche Meinung nicht gleich- wittg, ,, �anz anders aber sieht sich die Sache au, wenn ein- P* Neichsbehörden den Unternehmern em Bei- 22 geben und selbst mit Entlassungen wegen politischer Feuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dux. (Forsetzung.) .. Eine breite Marmortreppe führte aus dem Erdgeschoß M in den ersten Stock und mündete hier in ein ge- aunnges Vestibül, das von Säulen getragen war. Reich- t Vergoldung schmückte die Kapitaler derselben, Karya- 2* trug.« die Dbcken; in den Nischen standen zahlre.che s�ten, vor welchen schwere Sammetportieren hingen, zur Rechten und zur Linken m einen breiten rn# WMWM Abstimmungen vorangehen, wie es nunmehr in Wilhelmshaven geschehen ist. Die Regierung hat doch die Aufgabe, die bestehenden Gesetze auszuführen; was soll man aber dazu sagen, wenn ein Reichsbeamter in so bedeutender Stellung, wie ein Werftdirektor, der korrekten Ausführung des Wahl- gesetzes in den Weg tritt und von ihm für den Staat engagirte Arbeiter brodlos macht, weil sie ein ihnen zu- stehendes gesetzliches und politisches Recht ausüben? Nun, wir müssen offen sagen, daß wir eine solche Maßregelung für viel bedenklicher und nachtheiliger halten, als wenn sie von einem privaten Unternehmer ausgeführt worden wäre. Sie könnte nur zu sehr dazu beitragen, daß einzelne Unter- nehmer sich veranlaßt fühlen, dem Werftdircltor in Wilhelms- Häven nachzueifern. Interessant dürfte es sei», gerade diesen Fall den sozial- politischen Bestrebungen der NeichSregierunz gegenüber zu stellen. Wenn jene Bestrebungen irgend einen Eindruck gc- macht haben— und wir haben schon oft den Eindruck dieser Bestrebungen charaklerisirt— so werden durch solche Akte, wie jüngst in Wilhelmshaven, auf die Sozialpolitik der Re- gierung so eigenthümliche Streiflichter geworfen, daß man das Mißtrauen der Arbeiter augenscheinlich wachsen sehen kann. Dazu kommt noch, daß der betreffende Beamte sich Aeußerungen gegen die Arbeiter gestatlet haben soll, die, wenn sie wirklich gemacht worden sind, von jedem Menschenfreund mit Entrüstung zurückgewiesen werden müßten. Im Uebrigen ist es sehr wichtig, zu wissen, ob die Re- gierung mit solchen Maßregelungen einzelner ihrer Beamte» einverstanden ist oder nicht. Wir verweisen nochmals darauf, daß sich die bezüglichen Bestimmungen der Weiftordnung nur gegen Vereine richten; damit ist uns freilich noch keine Garantie gegeben, daß die Regierung das Verfahren des WcrftdirektorS in Wilhelmshaven mißbilligen wird. Es wäre im allgemeinen Interesse äußerst wünfchenSwerth, wenn die der Regierung nahestehenden Organe über die Stellung der Regierung zu diesen Maßregelungen Aufklärung gebe» wollten. Im Uebrigen könnte diese Aufklärung ausfallen, wie sie wollte— eine Beschönigung solcher Maßregeln ist eine Unmöglichkeit, wie sie auch versucht werden mag. PsMische Zlederstcht. Aus Teltow lieg! eine Nachricht über dm Z u s a m m e n« stürz der dortigen VercinSbank vor. In den 70cr Jahren wurde eine Genossenschaftsbank gegründet. Die de- thcillgtm Genossenschafter hatten eine Einlage von 25 Thaler zu machen und erwarben dadurch das Recht, bei Bedarf kleine Darlehen gegen 10 pCt.(!!) Zinsen zu entnehmen. Es sind auf diese Weise in der Stadl Teltow und deren untmttel- auch die Bewohnerschaft auf den ersten Anblick den Ein- druck einer außerordentlich eleganten Gesellschaft. Wer zum ersten Male in seinem Leben ein Irrenhaus besucht, wird sehr ergriffen von dem ersten Anblick einer Anzahl Geistes- kranker. Auch O'Brian fühlte eine gewiffe Beklommenheit, ein geheimes Grauen, als er hier eintrat. Korridor und Säle waren bevölkert von elegant gekleideten Damen, welche hier im Gange promcnirten, oder auf den Sophas plaudernd mit einander saßen, oder in den Sälen, deren breite Flügelthüren weit offen standen, so daß man vom Gange aus bequem hinein sehen konnte, sich verschiedenen Zerstreuungen Hingaben. Man sah die Damen mit Handarbeiten beschäftigt, oder zeichnend, oder musizirend, oder konversirend, oder in irgend eine Lektüre vertieft. Wer hätte da auf den ersten Anblick glauben können, daß er sich in einem Jrrenhause ' befinde?— Und doch ward man in nur allzu erschüttern- der Weise überall daran erinnert! Zwei Damen, welche Arm in Arm im Gange prome- nirten, begegneten nahe an der Thür den Eintretenden. Das war kein Blick der Neugierde, kein Blick der Ueber- raschung, welcher den Fremden traf; es war der gläserne, todte Blick der Einen und ein düsterer, unheimlicher Blick der Andern,—.der. Blick ohne Seele und der einer ver- finsterten Seele._ Wie gern hätte �'Brian seinen Begleiter gefragt: „Wer sind diese Damen? Wie äußert sich ihr Wahnsinn d" — Doch er erinnerte sich seines Versprechens und ging weiter. Welch' ein lieblicher Anblick das! Auf einer Otto- mane halb hingestreckt ein schönes Mädchen, dessen langes Haar malerisch über die Schulter fällt, deren Kleid von heller Seide nur halb einen üppigen Busen verhüllt, deren Auge mit so viel sinnlicher Gluth auf den Endssmion ge- richtet ist, der den Mittelpunkt des Freskogemäldcs an der Decke bildete. Ihr zur Seite die alte Dame mit schneeweißem Haar und von so würdigem majestätischem Aussehen, welche der schönen Schwärmerin so angelegentlich die Geschichte ihres Lebens erzählt, ohne daß jene auch nur darauf zu achten schien. EL war ja nicht die Geschichte ihres Lebens, son- barem Umkreise 210 Genossenschafter angeworben worden, die zum größten Tbeile kleine Beamte, Handverker und Guts- desitzer find. Forderte Jemand ein Darlehen von einigen Thalern, so wurde er zum Genossenschaster gestempelt, indem man von der geborgten Summe 3 Mmk 4 conto des Genossenschafters als Einlage zurückbehielt und die Darlehensucher ein Schriftstück zur Unterschrist vollziehen ließ. Die Bank steht jetzt vor einem Defizit von 400 000 Mark. Diese Summe, jetzt eingeklagt, mutz seitens der 210 Genossenschafter bezahlt werden, so daß auf jeden Betheiligten mindestens 1600 Mark entfallen. Schon haben die Pfändungen begonnen und ein kaum zu schilderndes Elend in viele Familien getragen-— Das ist wieder einmal ein Zeichen von dem„Segen" der auf sog. Selbstbilfe basirenden Genossenschaften nach dem Prinzig des Dmn Schulze-Delitsck. Noch einmal die Freifahrkskarten der Reichstags- Abgeordneten. Füist Bismarck hat es als einen auger- ordentlichen M i tz d r a u ch der Freifahrikarten bezeichnet, daß ein Mitglied der Linken daraus während der Session nicht weniger als 17000 Kilometer zurückgelegt habe. Das ist abcr noch nicht die höchste Leistung. Diese detrag vielmehr 18 000 Kilometer in acht Monaten und zwar ging es dabei mit ganz natürlichen Dingen zu. Mülhausen im Elsaß ist beispielsweise von Berlin rund 1000 Kilometer cnifcrnt. Wenn der Ab- geordnete D o l I f u s also während der Session von acht Monaten nur neun Mal nach Hause fährt, um ab und zu einen Blick in sein Geschäft zu thun, was doch wahrlich nicht zu viel ist, so ergicbt sich unter Hinzurechnung der Rückreisen schon die Summe von 18000 Kilometer, ohne daß dabei von„Mißbrauch" die Rede sein könnte. An solchen Verhältnissen wird auch durch die neuen Karten„mit ge- bundener Marschroute" nichts geändert werden. Wie das deutsche Reich seine höchsten Beamten be- soldet lehrt ein Blick in den Reichsetat, der nicht ohne Jnter- esse ist. Danach bezieht der Reichskanzler Fürst Bismarck, einschließlich 18000 M- Repräsentationskosten nebst freier Woh- nung, 54 000 M, der Staatssekretär des auswärtigen Amtes, Graf Hatzfeld, einschließlich 14 000 M. Repräsentationskosten nebst freier Wohnung, 50 000 M., Staatssekretär von B ö t t i ch e r ist mit 36 000 M. und freier Dienstwohnung ausgestattet, der Staatssekretär des Reichsjustizamtes Dr. von S ch e l l i» g bezieht 24 000 M. außer freier Dienstwohnung, der Staatssckceiär des Reichsschatzamtes, v. Burchard, 20 000 M- nebst freier Wohnung, Staatssekretär Dr. S t c p h a n 24 000 M. nebst freier Wohnung. Der Kriegsminister Bron- sart v. Schellendorff erhält eine Besoldung von 36 000 Mark, außerdem freie Dienstwohnung mit Mobiiiarausstattung und Feucrunpsmaterial, sowie acht Fourage-Rationen. Ebenso stellt sich die Besoldung für den Chef der Admiralität, vyn Caprivi, welcher gleichfalls neben seinem Gehalt von 36(000 M. freie Dienstwohnung hat. Der Chef des General- stabes der Armee, Gencralfeldmarschall v. M o t t k e, figuriit im Etat mit 12000 Mark Gchall und 18 000 Mark Dienst, u- läge, ferner freier Dienstwohnung mit Mobiliarausstattung und Servis, sowie sechs Fourage-Rationen. Auch die vierzehn kommandirenden Generale sind mit je 12000 Mark Gehalt dern die Geschichte der Katharina von Medicis, welche die Alte in ihrer Einbildung nachlebte. Und dann die Dritte, welche mitleidsvoll und ge- fühlvoll die beiden Andern betrachtete!-- Die Frau mit den üppigen, braunen Flechten, dem bleichen Antlitz und den sanften Augen, welche selbst im Wahnsinn das Herz rühren. Sie bemitleidete die beiden Unglücklichen, denn sie wußte, daß beide wahnsinnig seien: ihren eigenen Wahnsinn abcr kannte sie nicht. Vorüber mußte Felix an diesen und allen übrigen Gruppen. In jedeö einzelne Antlitz blickte er, und bei jedem Anblick einer Frau in mittleren Jahren zuckle er zusammen, wenn er eine Achnlichkcit zwischen ihr und de? Gesuchten zu finden glaubte. Schon waren sie den Gang zu Ende und kehrten jetzt durch den letzten Saal zurück. Neben den Sälen befanden sich hin und wieder kleine Nebenzimmer, in welche sich ein- zelne Gruppen oder einzelne Kranke zurückgezogen hatten, um hier vertraulich zu plaudern, oder sich den eigenen düsteren Gedanken hinzugeben. Allen jüngeren Personen hqtte Felix nur eine flüchtige Aufmerksamkeit gewidmet, da ja die, welche er suchte, nicht mehr so jung Zsein konnte. Als er aber mit seinem Begleiter durch den Musiksaal schritt, da blieb er unwillkürlich stehen. In einem der klemm Nebenzimmer saß ein junges Mäda en, und mit unwiderstehlicher Gewalt hielt es ihn fest. Er wußte nicht, weshalb ihn der Anblick des Mädchens so fesselte, so tief ergriff!— Sie saß allein in einem Fauteuil, den Kopf in die Hand gestützt. Es war ein liebliches Antlitz, fast ein Kinder-Antlitz Blonde Locken umrankten das Engelsgesicht, dessen Wana-n wohl bleich waren, aber doch die unbeschreiblich lieblub- MMKSSM MZZMEW jnb ISCGu M. Dienstzmage(aus welcher auch die Kosten für Burcaubedülfnisse zu bestreiten sind) verzeichnet, daneben erkalten auch sie freie Dienstwohnung mit Mobiliarausstattung und Fcuerungsmaterial und je 8 Fourage-Rationem— Die Vertreter des Deutschen Reiches im Aus lande sind entsvrechend ihrer bedeutenden Repräsenlationspflicht naturgemäß reicher ausge- stattet. So find die deutschen Botschalter in London und Vctersburg mit je 150000 M., die Botschafter in Wien, Baris und Constantinovel mit je 120 000 M., der in Rom mit 100 000 M., besoldet; außerdem haben die Botschafter freie Dienstwohnung. Unter den 28 Gesandten resv- Ministerresidenten beziehen die meisten ein Gebalt von 30- bis 36 000 M., der in Brüssel 48 000 M., in Bukarest 45 000 M, im Haag 48 000 M., der in Madrid 54 000 M.. in Peking 60000 M., in Rio de Janeiro 49 000 M., in Stockholm 40 000 M., in Teheran 50000 M-, in Yeddo 45000 M., in Washington 63 000 M. Alles in Allem betragen die Besoldungen des deutschen Botschafts- und Gesandtschaftspersonals 2 366 100 Mk. Dazu kommen dann noch 14 General-Konwlate, 49 Konsulate und 6 Vize- Konsulate, welche an Besoldungen eine Summe von 1 917 450 M. absorbircn. Mannheim. Bei der am 23. Novbr. stattaehabten Ersatzwahl zum Stadtrath wurden 6 Mitglieder der demokratischen Partei und 4 von den Sozial- demokraten aufgestellte Kandidaten gewählt. Die langjährigen Stadtrathsmitglieder C. Rüssel er und F. Schneider sind in Folge dieser Abstimmung den Sozialdemokraten Schirmer und Dreesbach unterlegen. Darmstadt. In der Strafsache wegen Beamtenbelerdlgung wider den zeichnenden Redakteur der„D a r m st ä te r Freien Presse", Buchdrucker Adam Leißler, lautete das am 26. d- M. publizirte Elkenntniß des Schönengcrichts auf 14 Tage Gefängniß. Oesterreich. Die Klerikalen Oesterreichs haben einen schweren Verlust erlitten. Der bekannte Bischof von Linz, R u d i g i e r, einer der streitbarsten Kirchenfürsten Oesterreichs, ist, einem Privattelegramm zufolge, gestern Nachmittag halb vier nach kurzer Krankheit im 73. Lebensjahre verschieden. Noch in jüngster Zeit hatte der fanatische Kirchenfürst, der sich vor Allem die Aufgabe gestellt hatte, die Schule wieder vollständig unter die Botmäßigkeit der Kirche zu bringen, dadurch viel von sich reden gemacht, daß er versuchte, einen liberalen oberöster- reichischen Volksschullchrer, welcher sich nicht in blindem Ge- horsam der kirchlichen Autorität unterwerfen wollte, zu mrß- regeln. Schweiz. Der Große Rath des Kantons Thurgau beschäftigte sich gestern mit der I m p f f r a g e und zwar in Folge eines von 3041 Bürgern unterzeichneten Antrages auf Abschaffung des Impfzwanges. Die Botschaft des Rcgicrungsraths empfahl die Ablehnung des Antrages. Durch tausendfältige Erfahrung sei die schützende Kraft der Impfung dargethan. CO Die Regierung betonte die Möglichkeit, durch die Verwendung animalischer Lymphe jeder Jmpfschädigung vorzubeugen. Dr..Haffter gab der auf Erfahrung und Quellen- forschung beruhenden Uebcrzeugung des ärztlichen Vereins Aus- druck, daß die Impfung die zweckmäßigste sanitärischc Maßregel sei, die je angewendet worden, und daß sie die Menschheit von ihrem gefährlichsten Feinde erlöst habe(?): daß sie sich aber nicht blas seit bald einem Jahrhundert praktisch bewährt, sondern auch durch die neuesten Forschungen der Wissenschaft (Pasteur's Versuche) als auf wissenschaftlicher Grundlage bc- ruhend erwiesen habe(?). Mit 79 gegen 7 Stimmen schloß sich der Rath dem Regierungsantrage an. Ter Thurgaucr Große Rath ist die erste kantonale Behörde, die der gegen die Impfung gelichteten Strömung energisch entgegentritt. Der Beschluß des Großen Raths unrcrliegt der Volksabstlmmung. Wie dieselbe ausfallen wird, ist nicht fraglich; es ist mit Gewißheit zu erwarten, daß das Volk den Impfzwang v e r- werfen wird. Belgien. In der Deputirtenkammer dauert das Gezänk zwischen oen Liberalen und der klerikalen Regierung mit stei- aendcr Erbitterung fort. Die Jnlerpellation des früheren I beraten Ministers, Fräre-Orban über die polstische Situation des Landes bat das Haus über eine Woche in Anspruch genommen und schon stehen zwei neue Interpellationen auf der Tagesordnung, die «ine von Bouvier über das Schulgesetz, die andere von Kerk- hoeve über das Zirkular des Ministers des Innern bezüglich der Geheimpolizei. Wann unter diesen Umständen die Kammer an ihre eigentlichen Geschäfte, vor Allem an die Budgetbe- rathung herankommen wird, läßt sich zur Zeit noch ntchr ad- sehen. So unerfreulich das an fick ist, so find doch anderer- keitS diese allgemeinen politischen Debatten, in Folge der Auf- klärung, welche sie über die wahren Ziele der klerikalen Politik im Lande verbreiten, von einer solchen Bedeutung, daß man es vollkommen bcgreift, daß die Liberalen sich durch derartige Rücksichten nicht allzu sehr beeinflussen lassen- Uebriqcns wer- den auch die beiden neuen Interpellationen jedenfalls nicht annähemd den Raum beanspruchen wie die Fr-'re-Oibans, denn das Schulgesetz bildet thatsächlich schon den Angelpunkt dieser letzteren und die Frage der Geheimpolizei hat stark an indem der Aermel ihres Kleides zurücksiel, den schönsten Arm, die kleinste Hand, welche je ein Canova gemeißelt, erblicken. Nicht der Zauber ihres Liebreizes, nicht der flehende Blick, nicht die Thränen ihres Auges waren es allein, welche ihn so ergriffen, noch etwas Anderes feffelte ihn.— In traumhafter Dämmerung erschien ihm neben diesem Mäd- chenbilde ein anderes Bild. Er sah sich demselben als Kind gegenüber, er sah die Frau, welche ihn einst an'S Herz drückte, und welche auch wie dieses schöne Kind, Thränen in den Augen, tiefsten Seelenschmerz in ihren schönen Zü- gen hatte. Er sah das Bild seiner Mutter neben diesemKinde, und es war ihm, als ober in einen Traum versetzt sei. Die Aehnlichkeit, die Erinnerung, der ganze Eindruck ließ ihn sein Versprechen vergessen; er faßte heftig aufge- regt mit seiner zitternden Hand den Arm seines Führers. „Doktor, wer ist dieses Mädchen?" preßte er hervor. Gefferson erhob drohend den Finger. „Mr. O'Brian, Sie vergessen...!" „Ah, verzeihen Sie; in der That, ich vergaß.... doch ich weiß nicht, woher dieses Mädchen mich an meine Mutter erinnert!" „D, Mr. O'Brian! Miß Elly ist erst siebenzehn Jahre alt," antwortete Gefferson mit cynischem Lächeln, während Ihr« Mutter doch mindestens im Anfang der vierziger Jahre stehen müßte." „Ganz natürlich! Sie ist es nicht," antwortete er verwirrt,„sie kann es nicht sein; es ist ja ganz unmöglich, und doch..." „Kommen Sie, Mr. O'Brian. Wir finden die größte Anzahl der Bewohnerinnen im Konversationssaal. Wenn Sie dort nicht finden, was Sie suchen, so wird wohl Alles vergebens sein." Und es war Alles vergebens!— Felix fand nicht, was er suchte; seine Mutter war nicht in Bethesda. Als er mit Gefferson in das Sprechzimmer zurückkehrte, mar er von Allem, was er gesehen, dermaßen erschüttert, daß er mehrere Minuten schweigend sitzen blieb. Die Hand aktuellem Interesse eingebüßt, seitdem da? Ministerium gczwun- gen durch daS energische Vorachen des Brüsseler Bürgermeisters Buls, in dieser Frage den Rückzug angetreten hat. Frankreich. Das Pariser Blatt„Cri du veuple" bringt das Referat über eine am Freitag stattgehabte Sitzung des Anarchisten-Komitees. Nach demselben ist der Haupt- k ch r e i e r in dem großen Meeting beschäftigungsloser Ar- beitcr, ein gewisser D r u e l l e, der am Sonntag die am meisten mo'rdbrenncrische Rede gehalten und zum sofortigenPlündcrn aufgefordert hatte, als Polizei- f p i o n entlarvt worden. Die Sache wird dadurch noch pikanter, daß die Polizei denselben Dnrelle wegen einer sonn- täglichen Rede verhaftet hat.— Die von dem Anarchisten- komitee gefaßte Resolution bat folgenden Wortlaut:„Die Unterzeichneten, durch den„Cri du veurle" einberufen, er- klären einstimmig nach Kenntnißnahme der gelieferten Akten- stücke und? nach Anhörung der Zeugen, daß der benannte Druclle ein geheimer Agen: der zweiten Untcrsuchuvgs- brigade ist." Das Anarchiften-Organ dringt heule eine Menge der eingehendsten Details über die Thäligkeit D r u e l! e' s, der seit dem 30. Dezember in Diensten der Polizei sieben, verschiedene Denunziationen begangen haben und monatlich ein Gehalt von 300 Frcs. beziehen soll.— Ter Abgeordnete Laguerre will den Ministe: des Innern über die An- Wesenheit von Polizeiagenten keim Meeting in der Salle Levis interpelliren. Herr Waldeck-Rousse au erklärte, daß er vor Beendigung der Budgetdebatte darauf n i ch t antworten werde; Herr Laguerre bringt trotzdem seine Interpellation ein. England. Auch konservative Beobachter eng- lischer Zustände machen sich allmälig mit dem Gedanken vcr- traut, daß soziale Erscheinungen im Anzüge seien, auf welche man nicht recht„eingerichtet" ist. So schreibt Einer der„Bo- hemia":„Der radikale Zug der Zeit tritt auch unstreitig immer deutlicher in dem öffentlichen Leben Englands zu Tage, und die Wandlungen, welche sich in dieser Richtung während der letztm Jahre aus politischem, religiösem und sozialem Ge- biete vollzogen haben und noch immer vollziehen, sind höchst auffallende. Meinungen, die früher nur mit Lebensgefahr hätten geäußert werden können, hört man jetzt überall frei verkünden. In den Parks halten am Sonntag Nachmittag in der unmittelbaren Nachbarschaft von evangelischen Stadtmis- fionären Atheisten ihre„Predigten", und die Letzteren haben sich über die Zahl ihrer Zuhörer weit weniger zu beklagen Ursache, als die Ersteren. In allen Städten schießen radikale Arbeiter klubs, die den sonst hier zu Lande so streng geheiligten Sabbath mit Theatervorstellungen und Konzerten entheiligten, wie Pilze aus dem�Bodcn. Auf sozialem Gebiete finden die Apostel der Abschaffung des Grundeigenthums, wie Davttt und Henry George, bei ihren öffentlichen Vorträgen massen- hasten Zustrom, und wenn man auch nicht in die Ausrufe ge- wisser schwarzer Unglücksraben einstimmen kann, die aus die- sen Zeichen der Zeit einen ZUntergang des brit'.ischen Reiches prophezeien zu müssen glauben, zo unterliegt es doch keinem Zweifel, daß sich hier in aller Stille, aber mit aller germa- nischen Gründlichkeit und angelsächsischen Festigkeit Umwäl- zungen vorbereiten, die dem konservativen England bald ein ganz anderes Gepräge geben dürften." Süd-Afrika. Die von England ausgerüstete Expedition gegen die freideutcrischen Buren dcs Betschuanalandes wird, wie es den Anschein hat, nicht nöthrg haben, ins Feld zu rücken, denn aus Kapstadt wird unterm 27. d. M. gemeldet: Tie Goshen-Freibcuter haben die Bedingungen der Kap-Mil nister angenommen, nach denen Bctschuanaland der Kap-Kolonie einverleibt werden wird; auch haben sie eingewilligt, das Ge- biet Montstoas zu räumen. Tie Transvaat-Konvention wird ausgeführt, und die unter dem Protektorate der Reichsregierung sicher gestellten Rechte sollen respektirt werden. In Erwartung der Ratifizirung der obigen Abmachung wird die Regierung der Kap-Kolonie einen Administrator ernennen. Für die Wiederanstellung Mr. Mackenzie's ist eine Agitation im Gange, die von den meisten Bewohnern von Stellaland unter- stützt wi'.d. Z»m französisch- chinesischen Konflikt. Ueber die Schlappe, welche die französischen Exveditionstruppen vor einiger Zeit bei ihrem Landungsoersuche vor Tamsui auf For- mosa erlitten, liegen nunmehr m den französischen Blättern die ersten ausführlicheren Meldungen vor. Das stanzöfischeKriegSschiff „La Triomvhante" kehrte bald nach der Schlappe, welche die Ma- rinemannschasten desAbmiralLLesv�s erlitten harten, nach Saigun zurück. Der Zweck der von etwa 600 Mann vollzogenen Landung bestand darin, den auf der Jnse Formosa befindlichen, mit der Entzündung der Hafen-Torvedos betrauten chinesischen Posten auszuheben. Zunächst durch das Geschützfeuer an Bord der französischen Kriegsschiffe gedeckt, landeten die Exveditions- truvven, formirten sich und rückten zum Angriff vor. Im Hinblick auf die geschützte Stellung der Chinesen, welche sich in einem für die stanzöfischen Schiffsgeschütze nickt erreichbaren Gehölze befanden, erfolgte der Sturm der Marinesoldaten zu heftig- Die Chinesen, welche in völlig gedeckter Stellung waren, ließen die Franzosen avanziren, um dann plötzlich ein vor die Stirn gepreßt, weilten seine Gedanken noch bei jenem Mädchen— Miß Elly hatte Gefferson sie genannt — jenem Mädchen, das ihn an seine Mutter erinnerte. Immer wieder sagte er sich:„Sie kann eS nicht sein!" — aber so sah das Bild jener Frau aus, das ihm von seinen Kinderjahren her noch vorschwebte, jener Frau, die ihn auf dem Schooße wiegte, die ihn herzte und dabei weinte. — Wieder und wieder kam er darauf zurück. Diese Anstalt hatte er für daS Ziel der Reise aehal- ten, hier hatte er mit Bestimmtheit zu erfahren gehofft, ob seine Mutter noch lebe oder nicht. Er hatte Alles gesehen, hatte sie nicht gefunden, und doch waren die Zweifel an rhrem Tode lebhafter in ihm erwacht, denn je. „Sie sehen, Mr. O'Brian," nahm Gefferson nach lan- ger Pause das Wort,„daß hier weder eine Miß Frieda Arnold noch eine M.streS O'Brian, noch sonst«ine Frau ist, welche sie für Ihre Mutter erkennen. Ich habe Ihnen gefällig fern wollen, das ist Alles! Sie haben jetzt das Recht, das hier deponirte Geld zurück zu fordern." „Nein, nein, lassen Sie es!" antwortete er hastig und zerstreut.„Ich verlange nichts zurück!" Schmunzelnd und wohlgefällig hielt der Doktor die Banknote rn seiner Hand. „Sie fordern Nichts zurück?... So bestimmen Sie vielleicht.. „Lassen Sie es für sie." „Für wen?" „Für Miß Elly!" „O, für die ist gesorgt, mein Herr! Für sie ist ein Kapital von zwanzigtausend Pfund hier eingezahlt; dasselbe gewährt dem jungen Mädchen eine ausreichende Rente auf Lebenszeit." „So, so! Verwenden Sie es meinetwegen, zu was Sie wollen." „Sie meinen, als Geschenk für mich?" „Mit gleichgültig... Ja wohl!" Felix wußte vielleicht kaum, was er antwortete, und bemerkte sicherlich nicht des Doktor« zufriedenes Lächeln, als er die Taufend-Pfund-Note in fein Portefeuille schob. Das konzentrirtes Feuer zu eröffnen, das große Verheerungen richtete. In weniger als zwanzig Minuten verloren die Ek� ditionstruppen 21 Todte und 44 Verwundete; die bc# Kapitäne und zwei Schiffslieutenants wurden schwer vcrwuntff Um den Angriff wirksamer zu gestalten, hätte es eine: cv.c:! scheren Unterstützung von Seiten der Artillerie bedurft, m rend die Angreifer nur über einige von ihnen gelandeie lW Geschütze verfügten uud die Schiffe wegen ihres Tiefgaiw sich dem angegriffenen Punkte nicht nähern konnten. A!s* Trupvenführer zum größten Theil gefallen oder verwmff waren, geriethen die Mannschaften selbst ins Schwanken, daß der kommandirende Fregaltenkavitän Boulineau den Ae'» zum Rückzüge geben mußte, zumal das Meer stürmisch? werden begann, so daß die Wiedercrnschiffung de: Tun# mit jedem Augenblicke schwieriger wurde. Seit de: Schl-r» von Tamsui in es den Franzosen auch nicht gelungen daselbst festzusetzen und die Verbindung mit Kelung b# stellen. Englische Blätter melden denn auch, daß die Ch'# neuerdings auf Formosa die Offensive ergriffen Hadem � erfolgreich zu operiren, fügen sie hinzu, müsse die' Expevitionsarmce um 10,000 Mann verstärkt werden. (Fortsetzung der Politischen Ueberstcht in der Beilage) MMmeutorteckes. — Es liegt, wie man der„Nat.-Ztg." schreibt, in � ficht der Reichsregierung, die Bcrathungen des Reickslagr# nächst nur so lange fortsetzen zu lassen, bis der Reichel# Haltsetat und die Dampfervorlage festgestellt find. Man angeblich von der Anficht aus, daß dies bis zum 1. 9"# k. I. zu erreichen sei. sodann soll, je nachdem dims� Vorlagen vorhanden find, entweder eine Vertagung des tags bis zum Frübjahr erfolgen, bis der preußische Lanl� die von ihm zu lösenden Aufgaben erledigt haben rvi:d, � im Februar der Schluß des Reichstages erfolgen. SelbA sränvlich kann es, wenngleich augenblicklich derartige Abrn� bestehen, auch— ganz anders kommen. j — Im neuen Reichstage nehmen mehr als ein D- sämmtlicher Mandate die Angehörigen des Grundbesitzes der Landwirtschaft in allen ihren Zweigen in Anspruch; lieh 130 bezeichnen sich als Ritterguls-,(Herrschafts-, ist* kommiß-, Majorats-) Guts- und Hofbesitzer, hierzu treten ß 8 andere den landwirthschaftlichen Gewerben Angehörige f. 2 Ackerwirlhe. Unter den Rittergutsbesitzern find 6 pst'- Landräthe, 1 derselben zugleich Polizei-Präfidem, 1 Gen> Landschaftdirektor und 4 Bergwerks- bezw. Fabrikbesitzer. — Zum Bau des Kaiserpalastes in Straßburg ist# L Reichshausbaltseiat für 1885—86 als vierte Theilsumwc I anschlagsmäßigen Kosten von 2660000 M. ein Betrag 300 000 M. eingestellt. In den drei vorhergehende% waren bereits bezw- 71 200, 553 200 und 453 200 M- gemacht, so daß für künftig noch 1 282 400 Mark, na die Hälfte der Anschlagssumme vorbehalten n% Nack den Erläuterungen des Etats steht zu � warten, daß bis zum kommenden Frühjahre � � nur das jetzt in Angriff genommene Erdgeschoß des? gedäudes, sondern auch der größte Theil seines vaup!gc'°� im Mauerwerk vollendet sein weide. Im Jahre 1% sollen dann die Rohbauarbeiten dcs Hauptgebäudes, v#™ schluß der Gewölbe und Putzarbeiten, und die sämfi Arbeiten des Nebengebäudes zur Ausführung kommen — Der Abg. I u n g g r e e n(Däne)' entwurf beim Reichslige eingereicht:,. § 1. In denjenigen Theilen des Deutschen Reicht� eine nichtdeutsche Sprache die Volkssprache ist, verhandeln Behörden mit der Bevölkerung und deren Organen tn Volkssprache, in welcher auch alle Verordnungen und Bs!" die speziell diese Theile des Reiches angehen, zu veröss sind.§ 2. Ebenso sind in den genannten Landesthem» Rechtsverhandlungen, wenn der Angeklagte es verlangt,, Sprache des Polles zu führen-§ 3. Alle diesem„w ~"" rd hierdurch . N gegenstehendcn gesetzlichen Bestimmungen sind. Koben.— Dieter Antrag wird unttrstützi durch die Cegielski. Dr. v. Chelm'cki. v. Chlapowski. Dollfus. 3# v. Graeoe. Dr. v. Jrzdzewski. Kable. 0. (Klonowken). v. Kalkstein(PluSkowens). v. KoscielSki- v. Kwilecki. v. Lnskowski. Magdzinski. Mühleisen. Mncieleki. Fürst Radziwill. v. Sczaniecki- Graf v. r>. Wolszlcgier..« In Greiz wird bei der stattfindenden NachwadlH Reichstage von Seiten der Sozialdemokraten der frühire.n ,� tagSadgeoidnete PH. Wiemer, von Sellen der Konsens der Kommerzienrath Arnold kandidircn. f»knie*. Zu den Aenderunae« an dem Regulativ 1* Gemeinde- Kranlenvcriicherung, welche die.Hlavi y nelcn-Versammlung beschlossen Hai, ist vom Magistrat n.y stimmung ertheilt und zugleich beschlossen worden. v»° mehr in dieser Weise festgesetzte Regulativ in 180000 Barometer seines Wohlwollens stieg bei de.» Chef� Folge dieses Werthpapieres bedeutend.,,... „Mr. O'Brian!" sagte er,„ich interessire mich A � wie Sie sehen, denn einem Anderen hätte ich unter g Umständen die Gefälligkeit nicht erwiesen." „Ich bin Ihnen dankbar, sehr dankbar!" „Nun, ich dachte mir, ein Mann, welcher aus 0 � kommt und den Eindruck eines Gentlemen macht, a zeigt sich sicherlich erkenntlich." „Ah so!... Verzeihen Sie... Ich vergaß/. � Felix zog wieder sein Portefeuille und nah zweite Note heraus. „Ja, ja; ich werde mich erkenntlich zeigen.' „Erlauben Sie, mein Herr," sagte der Doc j scheinbar wehrend,„Sie haben sich bereits in ein«*" erkenntlich gezeigt, die mir Respect vor Ihrem Ihrer Bildung einflößt. Es wäre gerade nicht not? diese zweite Note; indessen wenn Sie durchaus«0 Die zweite Note wanderte ebenfalls in sein und der Sonnenschein auf seinem Antlitz Tast heller und schien auch sein Herz ein wenig zu � pr «Sehen Sie, junger Freund, wenn man den man für wahnfinnig hält, und wenn derselo'. f den ersten Personen des Landes gehört, so sind� manchmal nicht in einer Anstalt." „Wie? WaS? Wie meinen Sie das?" „Nun, es giebt Fälle genug, n>o_ es # Betheiligten liegt, daß Jemand wahnsinnig flu „Ich verstehe das nicht, Mr. Jesserson!"- � � „Wie naiv und harmlos Sie sind!.-• noch nicht gehört, daß Familienrücksichten»uwefltn � daß das eine oder andere Mitglied der Familie 1 sinnig gelte?"_% „Allerdmgs, Herr Doctor!" antwortete� er ihn erwartungsvoll und erschrocken anblickt Sie fort!". Nun," sagte er,„eine solch- Person j:: em Irrenhaus, bezahlt für die Zeit ihre« so"«. wenn sie mcht von vorn herein wahnfinnig«T sie eS vielleicht mit der Zeit; und wird fi«* Piaren drucken und in hiefigen Zeitungen als Beilage beigeben zu lassen. Bei der Ruchlosigkeit, welche darin besteht, wenn ge- wissen lose Menschen sich daraus einen„Witz" machen, die Klingeln an den SanitAswachen in der Nacht in Bewegung zu setzen, um sich dann schnell zu entfernen, sollte man die glücklich abgefaßten Uebelthätcr mit unnachfichtlicker Strenge bestrafen. Mit einem solchen wird sich der Strafrichterbinnen Kurzem in der Person des in der Pallisadenstraße wohnenden Schlächtergesellen Richard Westphal zu beschäftigen haben. Das Personal der SanitätSwache in der Blumenstraße 59 war bereits wiederholt in den letzten Nächten durch heftiges Zichen an der nach der Straße gehenden Klingel zum Lcffnen der Sanitätswachc veranlaßt worden, ohne aber vor der Tbüre den vermutheten Hülfesuchenden anzutreffen. Da es sich hier also nur um eine Böswilligkeit, und vielleicht von ein und derselben Person ausgeführt, handeln konnte, so legte sich das Personal auf die Lauer und zwar mit günstigem Erfolge. Denn in der Nacht zum Freitag gegen 2 Uhr faßte ein Mann an die Klingel und zog mehrere Male heftig an derselben, um schnell Reißaus zu nehmen. In diesem Augenblick wurde « aber auch schon von dem Heilgehilfen erfaßt und einem Nachtwächter zur Arretirung übergeben. Mögen hierdurch die übrigen Liebhaber derartiger„Scherze" gewarnt sein. . a. Verhaftet. Der„Arbeiter" D. hatte im Sommer d, F.. bei einem Albumfabrikanien in der Dresdcnerstraße in Dienst Gestanden und war vor mehreren Wochen aus diesem Dienst entlassen worden. In der letzten Woche wurde D. von einem Wächter im Kcllerraum des Fabrillokals des Albumfabrikanten nächtigend mehreremale betroffen und fortgejagt. D. hatte sich A den Kelleiraum durch ein Fenster, das er tyeilweise zerbrach, Umgang verschafft, und als hierauf vor das Fenster Latten genagelt wurden, bei einem zweiten Eindringen diese Latten deiestigt. Da in letzter Zeit Diebstähle an Materialien im Fabriklokale verübt worden, so richtete sich der Verdacht gegen ben D., dieselben ausgeführt zu haben, denn D. konnte von dem Nächtigungsraum bei seiner Lokalkenntniß leicht in die siabrik- und Lagerräume dringen. Vorgestern ließ nun D- bei nnem Schlächtermeister in der Adalbertstraße, bei dem er für K> Pf. Wurst gekauft hatte, einen Sack mit Ledcrwaarcn aus �ttgeßlichkeit stehen und diese Waaren wurden von dem Al- dumfabcikanten als die ihm gestohlenen rckognoszirt. D. hatte *mo w den Fabrikräumen gestohlen und genächtigt, und die ifrechhest gebabt, trotzdem er bereits einmal betroffen worden, »ie Diebstähle daselbst fortzusetzen. D- ist wegen schweren Dieb- stahls und wegen Sachbeschädigung zur Haft gebracht worden. ,, E. Brutalitäten. Dem in der Langestr. 23 wohnenden Earl Kürsch wurde in der Nacht zum 28. v. Mts. in der Restauration von K. in der Langestraße von einem Gast, Namens Hoffmann, während eines Streits mit einem Messer Ne linke Backe vollständig aufgeschnitten. Die Polizeibehörde «at von dem Vorgang Kenntmß erhalten und das Weitere zur jpkstrasung des Thäters veranlaßt.— In dem folgenden Fall «agegen blieb der Sckuldiae unermittelt, so daß ihn eine Strafe ?'cht treffen wird. Als sich nämlich der in der Elsafferstraße 17 wohnende Zimmermann Otto Eberhardl in der vorher Gegangenen Nacht auf dem Nachhausewege befand, erhielt er Me jede Peranlaffltng einen derartigen Stoß von einem »cannc, daß er zur Erde stürzte, mit dem rechten Arm in eine ?sllerftnsjcrschcibe stcl und sich hierbei eine bedeutende Per- Mng am Handgelenk zuzog. Dem p. Pürsch, ebenso dem —«Hardt wurde in der Sanitäiswache in der Blummstraße. "'ohm sie sich begeben datren, die nachgesuchte Hilfe zu theil. sn E. Eine widerliche Szene foieltc sich in der vergangenen Zlachl in dem in der Leipzigerstraße belrgenen Wiener Casö --leer ob. Eine jener Fraucnfverfon, welche dieses Cafe be- V*?•'n dcn Nachtstunden stark frcquentlren, besaß die W' kinem Gast nicht wiederzugebende Schimpfworte zu !Mn und denselben noch dadurch einen Nachdruck zu geben, s,.?"0 auf den Herrn mit ihrem Schirm einschlug. Das an- R hige Publikum war hierüber derartig empört, daß mir� Mlortige Entfernung der Amazone aus dem Casi stür- »..�verlangte, welcher Wunsch auch durch den Portier unter Gaudium der Gäste erfüllt wurde. sn, K- Ein umfangreiches Schadenfeuer fand in der 4. m O�nfluntc des heurigen Tages in dem Ntantcl-Konfektions- �elchast von Fränkes. Poststraßc 30. statt. In dem genannten, m der ersten Etage belegenen Geschäft war auf noch un- "usgeklarte Weise, augeblich dadurch, daß rn der darüber bele- kkti«niwaaren bei der Entdeckung bereits emcn namhaften �«zaden angerichtet hatte. Die erschienene Feuerwehr mußte ffo&e Hauddruckspritzen in Thätigkeit scxm. die beinahe �enholb Stunden mit ver Ablöschung zu thun hatten. Zwer bedeutende Brände fanden noch gestern Nachmittag halb 5 ftr.f un,) heute früh halb 7 Uhr auf den Grundstücken Schützen- 'raste 32 resp. Kupsergraben 4 statt. Bei dem einen war eine di- i,"" Thüre befindliche Guirlande, bei dem anderen durch i» �"Vorsichtigkeit eines Lfsizierb urschen eine Fenstergardine �«rand gerathen. �otfenbei�0�•m �"enhaufe. Der Zweck ist unter allen "Entsetzlich!"' Thre entsetzlich!" stimmte Jefferson bei.„Ist nicht sein eine solche Person, so kann sie in Bethesda «Warum nicht?" Her»'! Ä. uns auf dergleichen nicht einlassen, mein am»....«? kennen unsere Pflicht und die schwere Per- iung. denn wir haben ein Gewissen." (tsio,','«/' machte Felix, als wäre er ob dieser Entdeckung thesb« e-"Unh doch hörte ich, daß meine Mutter in Be- n°ber Gewesen sei." ",f:er hQt Ihnen das gesagt?" Muft~ 1."NN, welcher eine Bettlerin gesehen, die meiner hier �..Gleichen soll; er behauptet, daß diese Bettlerin von Eisprüngen sei." �offerson machte ein sehr verächtliches Gesicht. nie ÄLf? Bettlerin, Mr. O' Brian, hat sich in Bethesda sehen Oder haben Sie eine Bettlerin hier ge- W, Mi. O'Brian?" -Fn kr That nicht." bei uiai'oD'te'ch wohl meinen, denn die geringste Pension sind vvträgt zweihundert Pfund, und zweihundert Psund �ionbc ffj®Umme' bie"'cht ein Jeder zu bezahlen im "Ze haben Recht." %e»'ZT* c BhUctn kann also nicht hier gewesen sein. es in**, tb<"n Jh« Mutter? Da Sie Baronet sind, ist Mut«-? auffallend, daß man eine Bettlerin für Ihre '"gehalten." das He»! Ich kann darauf nicht antworten; nur Jab»�� LH"«» sagen: Meine Mutter war vor zwanzig ?ren Gesellschaftsdame einer Lady Davis." "Und wo lebte diese Lady Davis?" "Hier m Schottland!" dieser Gegend?" "Jo, in dieser Gegend!". Davis..'!* i» Nichts natürlicher, al» daß man sich in -°'»tvwn erkundigt." x. Ein erstickender Dualm. der heut Morgen gegen 2 Uhr aus der Thür und den Fenstern eines von dem Kauf- mann Karl Grünert in dem Hause Friedrichstraße 232 ge- mictheten Zimmers drang, versetzte die Bewohner in eine sehr erklärliche Aufregung. Da auf wiederholtes Klopfen nicht ge- öffnet wurde, so entschloß man sich schließlich vom Hof aus eine Leiter anzulegen, um durch das Fenster in das Zimmer zu sehen. Der dies ausführende Portier Werdermann bemerkte dabei, daß mitten im Zimmer, unmittelbar vor dem Bett, ein heftig qualmendes Feuer brenne, während der Inhaber des Zimmers reaungslos in seinem Bette lag. Nachdem er sich gewaltsam Einlaß in das Zimmer verschafft, wurde konstatirt, daß der Wobnungsinhab.w bereits todt, allem Anschein nach erstickt sei. Od ein Selbstmord oder ein Unglücksfall vorliegt, war nicht festzustellen. Die Leiche ist auf Anordnung der Be- Hörde nach dem Obduktionshause geschafft worden. Ein recht betrübender Unfall bat die gegenwärtig in Zehlendorf Vorstellungen gebende Gutschmidt'schc Kunstreiter- Gesellschaft heimgesucht. Tie jüngeren Mitglieder derselben hatten am Montag Nachmittag in dem Russack'schen Gatten eine Prioat-Vorstellung gegeben und dabei mir geschenkt er- haltenen Feuerwerkskörpern manivulitt, von denen noch mehrere übrig geblieben waren. Beim Fottschaffen dieser Feuerwerks- körpcr explodirten dieselben plötzlich, und es wurden drei Mit- giieder der Gesellschaft, darunter zwei Kinder des Herrn Gut- schmidt, erheblich im Gesicht und an den Händen verletzt. Der sofort herbeigerufene Herr Dr. Sorauer ordnete den Transpott der drei Schwerverletzten nach dem Elisabcth-Krankenhausc an. Erhebliche Verwüstungen sind durch die Explosion in dem Saale des Herr Russack sowohl, als in dem daneben befindlichen Zimmer angerichtet. K. Wiederum ein Vermißter. Spurlos verschwunden ist seil dem vorigen Montag der bisher in der Skalitzerstr. 22 wohnende Techniker Ernst Richter. Derselbe, der schon seit einiger Zeit Spuren von Ticffinn zur Schau getragen, soll kurz vor seinem Verschwinden zu seiner Wirthin geäußert haben, daß er fich das Leben durch Erschießen und zwar in der Nähe von Wasser nehmen wolle, damit er nach dem Schuß sofort ins Wasser stürze. Da alle Nachforschungen bei der Polizei, bei Bekannten und Verwandten bisher vergeblich ge- wescn, so kann nur angenommen weiden, daß er seine unselige Abficht verwirklicht hat. Der Verschwundene ist 26 Jahre alt, mittelgroßer Figur und hatte dunkelblondes Kopfhaar. Be- kleidet war er mit dunklen Hosen, dunklem Jaquet und kleinem runden Hut. N. Eine entsetzlich verstümmelte und bis zur Unlcnnt- lichkeit entstellte Wasserleiche wurde gestern Nachmittag an der Oberbaumbrücke angeschwemmt und ans Land gezogen. Die Leiche, die nach der vorgeschrittenen Verwesung zu urtheilen, mindestens vier Monate im Wasser gelegen haben dürste, scheint zwischen die Schraube eines vorüoerahrenden Dampfers gerathen zu sein. Der Kops und der Oberkörper waren fast vollständig zermalmt, daß nicht einmal das Alter der Leiche annähernd sestgestell: werden konnte. Die Leiche ist noch dem Obduktionshause geschafft wordeil. Gerickts- Leitung. Die bekannte Anklage gegen den Gerichtspollzicher Rindfleisch kam gestern vor dem Schwurgericht hiesigen Land- gerrchts I., welches damit seine laufende Sitzungsperiode be- schloß, zur Verhandlung. Den Vmsie führte Landgerichts- direktor Schenk, die Anklage vertritt Staatsanwalt Sckacfcr, die Vettheidigung führt Rechtsanwalt Lobe. Der Angeklagte, Gerichtsvollzieher Karl Friedrich Wilhelm Rindfleisch, ein 40jädr>ger Mann, ist des wiederholten Amtsverbrcchens be- schuldigt, und zwar wird ihm zur Last gelegt, im November 1883 einen Gefangenen, dessen Begleitung ihm anvertraut war, vorsätzlich haben entweichen zu lassen und im Jahre 1884 durch zwei Handlungen schwere Urkundenfälschungen begangen zu haben. Der Angeklagte crklätt sich für nichtschuldig. Er giebt an, daß er früher Kreisgettchtssekretär gewesen und seit dem Oktober 1879 die Stellung eines GerichtsvollzieberL ver- sehe. Es sei richtig, daß er m dieser Stelle acht Mal mit Disziplinarstrafen belegt worden sei, dies Schicksal würden jedoch die meisten Gerichtsvollzieher theilen. Es sei auch richtig, daß er bereits wegen schwerer Urkundenfälschung, Meineids und iutellekiueller Urkundenfälschung in Untersuchung gewesen, doch sei er während aller dieser Untersuchungen nie von seinem Amte suspendirt worden und dies zeige schon, welche Be- deutung diese Anklagen hatten. Gegen Denunziationen könne sich eben ein Gerichtsvollzieher nicht schützen.— der erste An- klagefall ist folgender- Dem Angeklagten war von einer ge- wissen Schranke im Januar v. I. der Auftrag ertheilt worden, ein Dienstmädchen Klofzinska zur Haft zu bringen und zwar zur Leistung des Lffenbarungseides. Den Auftrag schickte der Angeklagte mit der Bemerkung zurück, daß er ihn ohne AlimentationSvorschuß nickt ausführen tonne.— Am 5. Febr. » I erhielt er unter Beifügung des Armmattestes vom AmtsgettchtS die Anweisung, die Haftnahme auch ohne Alimenten-Vorschuß zu bewirken. Die Sache blieb nun aber „Das ist geschehen, Herr Director; nach dieser Erkun- digung aber ist meine Mutter todt!" „Hm, ich verstehe Sie nicht. Sie erfuhren, daß Ihre Mutter todt sei, und doch vermuthen Sie sie im Irren- Hause?" „Ich habe Gründe für diese Vermuthung, welche ich Ihnen leider verschweigen muß." „Warum haben Sic sich nicht selber in Davistown erkundigt?" „Ich habe gehört, daß Mr. Davis todt sei." „Das ist richtig! Mr. Andrew Davis ist bereits seit zwölf Jahren todt. Ein sehr honnetter Mann, der alte Baronet, ein wenig ungeschlachtet, ein echter Nimrod, aber von noblen Manieren, welcher zwanzigtausend Pfund mit solcher Gleichgültigkeit zahlte, als wären es zwanzig Schillinge." „Lebt Lady Davis noch?" „Sie lebt! Und da Ihre Mutter Gesellschaftsdame bei derselben war, so ist Nichts natürlicher, als daß Sic sich zu ihr begeben. Wenn Sie sich nicht scheuen, den Weg vurth die Schneefelder wieder zurückzulegen, den Sie gestern gekommen sind, so können Sie in acht bi» zehn Stunden Davistown erreichen." „Ich weiß, e» wird vergebens sein," seufzte Felix. „Doch ich will eS versuchen." „Sie kommen nach meiner Ansicht gerade dort recht." „Wieso?" „Weil Mylady augenblickkich nicht— verreist ist, so viel ich weiß." „Ich danke Ihnen, Mr. Gefferson. Gebe Gott, daß ich endlich Gewißheit und mein Herz Ruhe erlange." Noch denselben Morgen verließen die beiden Freunde Bethesda._ Achtzehntes Kapitel. Davistown ist ein Schloß, ähnlich wie das des Grafen Mac Donuil. Es datirt seinen Ursprung ebenfalls weit über die Zeit der Stuarts hinan» und seine Besitzer waren die Nachkommen eines alten hochadligen schottischen Ge- schlecht?. Doch hatte der alte Bau vielfache Abänderungen bis zum Jahre 1884 unerledigt, bis dann endlich der einem anderen Gerichtsvollzieher überwiesen wurde, wetu«. die Klofzinska innerhalb 3 Tagen zur Haft in das Frauen- gefängniß brachte. Die Anklage wirft dem Angeklagten nun vor, daß er die Klofzinska im November v- I. in ihrer Woh- nmtg in der Manteuffelstraße verhastet habe; er habe sie aber an der Michaelkirchstraße wieder entlassen und gesagt, sie solle nur ruhig wieder nach Hause gehen, da er sie ein ander Mal verhaften werde. Der Angeklagte giebt dies zu, behauptet aber, daß er an jenem Tage an der Ecke der Michaelkirchsttatze gesehen habe, daß er noch drei Wechselproteste in den ver- schiedensten Stadtgegenden zu erledigen hatte und aus diesem Grunde habe er die Inhaftnahme vettagt. Ein solches einst- weilige Entlassen eines Verhasteten würde wohl bei jedem Ge- richtsrollziehcr einmal vorkommen, er seinerseits habe absolut nicht die Absicht gehabt, die Gefangene entweichen zu lassen. vielmehr habe dieselbe sich mehrmals in seinem Bnreau ge- stellt, ohne daß sie ibn jedoch angetroffen, und schließlich habe er das Mädchen selbst nach dem Weibergefängniß hinausbe- stellt, er sei aber an jenem Tage durch eine etwas schwierige Exekution aurgehalten worvcn und das Mädchen sei deshalb wieder aus dem Weibergefängniß fortgegangen. Die von ihm aufgenommenen Protokolle über Sie Perjuchc, die er angestellt, um die Klofzinska zu verhaften, seien richtig, denn daS Mädchen Hab: sväter alle acht Tag« einen andern Dienst gehabt und sei nicht aufzufinden gewesen, im Uebttgen müsse er entschieden bestreiten, sich in diesem Punkte eines Ämtsverbrechens schuldig gemacht zu haben.— Bei den Urkundcnsälschungen handelt es sich um folgenden Sachverhalt. In einer Exmissionssache des Ciscnbahnsiskus gegen eine Musttlehrerin Wwe. Müller, Kl. Prasidentenstr. 1, hatte der Angeklagte von dem Vettreter des Eisenbahnfiskus R.-A. Ernst den Austrag erhaltnr, die Frau aus der Wohnung zu bringen und Sachen im Werlhe von 150 Mark zu pfänden. Der Angeklagte bar sich zur Aus- fübrung des Auftrages am 17. März zu der Frau Müller be. geben und über den dott von ihm vorgenommenen Akt ein Protokoll aufgesetzt, welches nach der Anklage mehrere Fäl- schungen enthalten soll. Zunächst enthält das Protokoll den Passus, daß der Alt um 12 Uhr Mittags stattgefunden, wäh- rend er thatsächlich erst um 4 Uhr Nachmittags vor fich ge- gangen sein soll. Der Angeklagte behauptet dem gegenüber, daß er nach feinem Wissen um 2 Uhr bei Frau Müller ge- wesen sei. Er habe diese Zeitangabe rechtlich nicht für be- deutend gehalten, sondern nur die Zeitdauer, die er bei dem Akte zugebracht und diese sei im Protokolle richtig angegeben. Die Anklage behauptet ferner, daß der Frau Müller das Urtheil gar nicht zugestellt worden sei, was der Angeklagte aber bestreitet. Nach dem Inhalte des Exekutionsprotokolles sieht es ferner so aus, als wären im unmittelbaren Anschlüsse an die Exekution die Sachen der Frau Müller sofott noch am 17. März nach der Pfandkammer geschafft worden, während nach der Behauptung der Anklage davon gar keine Rede war, die Sachen vielmehr an jenem Tage m der von Frau Müller verlassenen Wohnung stehen geblieben seien. Ter Angeklagte behauptet, daß er einen Theil der Sachen noch an demselben Tage mittelst eines von ihm requirittcn Wagens nach der Gloger'schen Pfandkammer ge- schafft, den Rest aber allerdings zurückgelassen habe. Er habe aber dies öe treffende Zimmer verschlossen und den Schlüssel zu fich gesteckt und habe daher nach seiner Meinung die sämmt- ticken Sachen in seinem Besitz gehabt. Die Exmission am 17. März habe bis gegen 6 Uhr Abends gedauert.— Ferner soll der Angeklagte in dem Protokoll fälschlich behauptet haben, daß bei dem Exmissionsakt der Mufikerleh tling Breiter und der Arbeiter Wilhelm Müller als Zeugen zugegen gewesen und das Protokoll unterschrieben haben, nachdem jeder von ihnen 2 Mark Grbühren dafür erhalten habe. Die Anklage behau»- tet, daß beide Zeugen gar nicht zugegen waren, das Protokoll erst cm 2. April umerschrieben und schließlich auch nicht je 2 Mark, sondern im Ganzen nur 2 Mark erbalien haben. Der Angeklagte hält dem entgegen, daß er die beiden Zeugen am 17. März glaubte gesehen zu haben, und daß er in der Tbat denselben je 2 Mark gegeben habe.-- Den zweiten Fall der Urkundenfälschung stellt ein Pro- tokoll vom 19. März dar, welches der Angeklagte nach dem Inhalte desselben auf der Pfandkammer vollzogen haben will und welches deshalb vom Lazerverwalter der Pfanvkammer, Herrn Glogcr, mit unterschiieben warben ist. Es ist dies ein sogenanntes Pfändunasvrotokoll, welches bekundet, daß der Angeklagte an jenem Tage die sämmllichen Sachen der Frau Müller, nechdrm fie zur Pfandkammer geschafft worden waten, nunmehr gepfändet habe. Die Anklage behauptet nun, daß der Angetlagte diesen ganzen Akt am 19. März fingitt habe, um höhere Gebühren liquidsten zu können. Nach Ansicht der Anklage wäre der Angeklagte sehr wohl in der Lage gewesen, Exmission und Pfändung m einem einzigen Akte am 17. März vorzuncdmen, er habe dies auch sicher gcthan und nur eine künstliche Zwcstbeilung vorgenommen, um den Anschein zu erwecken, als habe er die neun Stunden, welche er auf den Akt vom 17. März verwendet, ausschließlich für die Exmission gebraucht, so daß er für diese 9 Stunden die höheren Ge- oühren und jür den fingirten Akt der Pfändung abermals G-bühren berechnen konnte. Der Angeklagte giebt zu, daß und Ergänzungen erfahren und hatte jetzt das Gepräge eines Herrschaftssitzes neueren Stils.„Die Familie ist aus- g estorben," hatte Habicht gesagt, und darin hatte er Recht. Vor zwölf Jahren war der letzte Besitzer, Andrew Davis, gestorben und mit seinem Tode hötte das geräuschvolle Le- den, was bis dahin in Davistown geherrscht hatte, auf. Andrew Davis war, wie alle schottischen Granden, ein Jäger mit Leib und Seele gewesen, und seine Jagden er- streckten sich über weite Distrikte deS Hochlandes; und an der Grenze seines Reviers konnte er die Jagdhörner des Grasen Mac Donuil hören. Es gab eine Zeit, wo diese beiden schottischen Magnaten Freunde ivaren, wo ste ein« ander zu großen Jagden einluden, und wo sie auch im engeren Kreise der Familie manchen traulichen Abend zu- brachten, sich Jagd- und Kriegsabenteuer erzählten und Punsch tranken, den Herrinnen des HauscS Huldigungen darbrachten, bis sie mit einem herzlichen Händedruck schei. dend, spät in der Nacht das draußen ihrer wartende, wie- Heinde und ungeduldig mit den Füßen scharrende Roß be- stiegen. � Der alte Andrew aber hatte eine Wittwe hinterlassen, und diese war jetzt Besitzerin von Davistown. Sie ist ge- rade jetzt in ihrem Schlosse nicht anwesend. Das mächtige Gitterthor ist verschlossen, trotz dessen aber ist das Hauspersonal auf dem Hofe in reger Thätigkeit. Man säubert den weiten Schloßhof von Schnee, man macht die Wege und Gänge passtrbar, man säubert und reinigt überall, draußen und drinnen. Da draußen ist e» ver alte Ober-Amtmann, der wie ein strenger Voigt die Arbeiten überwacht; da drinnen ist es die Haushofmeisterin die überall Anordnunzen trifft für Ouvriers aller Art, um die Zimmer wohnlich herzurichten, um hier zu»erbessern dort zu verschönern, um hier eine neue Bequemlichkeit an- MtetbKnae b,tfem H# mehr als bloße (Fortsetzung folgt.) . Akt vom 19. März auf der Pfandkammir aar nicht siattpefunden habe: das diesbezügliche Protokoll also falsch sei; es fehle ihm aber der Dolus, denn er habe an jenem Tage in der That die Absicht gehabt, die Pfändung vorzunehmen, es sei aber etwas dazwischen gekommen, und so sei das in seinem Bureau im voraus aufgestellte Protokoll irrthümlicher Weise vollzogen worden.— Hierauf beginnt das � 05Die Belastungszeugen für den ersten Anklagcfall vermögen wenig Positives zu bezeugen, doch geht soviel aus ihren Aus« sagen hervor, daß der Angeklagte in seinen Amtshandlungen sehr lax zu Werke ging. So hat er der Klofzinska, als er sie in Hast nehmen wollte, einen Haftbefehl gar nicht vorgezeigt, sondern sie nur aufgefordert„mit nach dem Gericht zu kommen, um einen Eid zu leisten". Als er sie dann an der Michael- kirchstraße entließ, habe er ihr nur gesagt:„Gehen Sie nur ruhig nach Hause, ich werde Sie ein anderes Mal bestellen!" Ob die Bemerkung in den Rindfleisch'jchen Akten, wonach der Angeklagte mehrfach zu der Klofzinska gekommen sei, dieselbe aber nicht angetroffen habe, richtig ist, vermögen die Zeugen nicht zu bekunven, doch wiffen dieselben nur von einem male. Ueber die dienstliche Qualität des Angeklagten wurde der Amtsgerichtssekcetär Tiffe, der vom Aufsicht führen- den Amtsrichter mit der Revision der Akten der Gerichtsvollzieher betraut ist, vernommen. Derselbe bc- kündet, daß bei den Revisionen die Akten des Angeklagten sehr häusig Veranlassung zu Monitas wegen Gebühren- übcrhebung gegeben haben. Der Angeklagte, der in dienst- licher Beziehung überhaupt recht widerhaaria war, habe da- gegen Beschwerde erhoben und in seiner Auffassung von der Gebührenordnung auch mehrere Male Recht, zumeist aber Un- recht bekommen. Die Strafe von 30 Mark, welche sich unter den 6 Disziplinarstrafen des Angeklagten befinde, sei die höchste, welche der Aufficdt Rührende Amtsrichter verhängen könne. Der Angeklagte erklärt, daß diese Strafe das Resultat einer außerordentlichen Revision sei, welche bei ihm abgehalten wurde und 6 Wochen gedauert habe.— Bezüglich der Urkundenfälschungen wurde zunächst die 71 jährige Frau Müller vernommen. Dieselbe sagte aus, daß der Angeklagte zwischen 4 und 5 Ubr zu ihr gekommen sei, und der ganze Akt der Exmission höchstens eine Stunde gedauert habe. Möbelwagen oder Leute zur sofortigen Wegsckaffung der Sachen seien nicht vorhanden gewesen. Von einer„Pfändung" habe der Angeklagte bei dem ganzen Akt nicht gesprochen, sondern nur gesagt, sie müsse die Wohnung verlassen.— Die Enkelin dieser Zeugin, Fräulein Fanny Müller, bekundet, daß der Angeklagte(wozu er berechtigt war) einzelne Stücke bezeichnet habe, welche für die Kosten der Exmission gepfändet würden. Ein Verzeichniß sei ihnen nicht vorgelesen worden, von einer Gesimmtpfändung sei nicht die Rede gewesen. Was die eventuelle Zustellung des gerichtlichen Erkenntnisses betrifft, so weiß die Zeugin nur, daß ihr beim Weggange der Angeklagte ein Papier in die Hand gedrückt habe mit dkm Bemerken:„Nehmen Sie sich das nur mit!" Die Zeugin hat sich dann fast täglich durch Hereinblicken in das Parterrefenster überzeugt, daß sämmtliche Sachen bis zum 1. April noch in der Wohnung standen. Eine Abschrift des Protokolles über Exmission und Pfändung sei ihnen niwt zugekommen, trotzdem sie ihre neue Wohnung bei der Postbebörde angezeigt hatten. Die Behauptung, daß sich der Angeklagte um Dilation für fie bemüht habe, sei falsch.— Aus den übrigen Zeugenaussagen ist noch Folgendes hervorzuheben: Die im Protokoll vom 17. März als Zeugen aufgeführten beiden jun- gen Leute erklärten, daß sie an jenem Tage gar nicht zugegen waren, sondern erst an einem späteren Termin, und daß sie als Zeugengebühren nur je 1 Mark erhalten haben. Der Lagervcrwalter der Pfandkammer, Herr Gloger, bekundet, daß er bei dem angeblichen Akte, über welchen das Protokoll vom 19. März spricht, gar nicht zugegen gewesen sei. Das Pro- rotoll sei rhm am 2. April im Bureau des Angeklagten zur Unterschrift vorgelegt worden und er habe dasselbe auch— wie dies bei dem Vertrauen, welches er den Gerichtsvollziehern schenkte, öfter' vorkam— unterschrieben, ohne den Jnbalt zu kennen Was die an die beiden mehrfach genannten Zeugen bezahlten Gebühren betrifft, so bestätigte ein einwandsfreicr Zeuge die Behauptung des Angeklagten, daß er im Auftrage desselben jedem der beiden Zeugen noch eine Mark nachgezahlt habe. Der Staatsanwalt Schaefer kielt die Anklage im vollen Umfange aufrecht. Dos strafbare Entwcichenlassen einer Gefangenen könne gar nicht zweifelhast sein, doch em- pfehle sich hier die Bewilligung mildernder Umstände. Ebenso klar feien die falschen Beurkundungen, denn die Protokolle enthalten viele unrichtige Thatsachcn und es zeige das ganze Vorgehendes Angeklagten, daß er von der Sucht getrieb-n wurde, möglichst viel Gebühren zu schneiden und da, wo keine fetten Gebühren in Ausficht standen, wenig oder nichts zu thun. Das ganze Verfahren des Angeklagten sei ein höchst verwerf« lickes und gemeingefährliches und es empfehle fich seine Ver- urtbeilung im ganzen Umfange der Anklage.— Lerthcidiger R-A. Lobe plaidirte dagegen aus rechtlichen und thatsäch- lichen Momenten auf Freisvrechuna des Angeklagten, dessen Absicht, fich einen widerrechtlichen Vermözensvorthcil zu ver- schaffnr, er leugnet. Die Geschworenen, deren Berathung gegen 6 cinhalb Uhr beendet war, gaben ihr Verdikt auf Schuldig in vollem Um- fange der Anklage ab, billigten dem Angeklagten bezüglich des ersten Anklagcpunktes mildernde Umstände zu und bejahten bezüglich der beiden Fälle der Urkundenfälschung das Moment des beabfichtigten widerrechtlichen Vermögensvoriheils. Der Staatsanwalt beantragte in Folge dessen eine Gesammtftrafe von 1 Jahr 9 Monaten Zuchthaus, 300 Mark Geldbuße und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zwei Jahren. Der Gericktehof erkannte auf 1 Jahr 6 Monate Zuchthaus und 300 M. Geldbuße eoent. noch 20 Tage Zuchthaus._ Arwüerwmguug, Vereiue uuil UersKmmwugeu. In der Arbeiter-Versammluna. am Sonniag, den 30. November, Waldcmarstr. 75„Süd-Ost", hielt Herr K ro h m e einen Voitiog über drs Thema: Wie verhalten fich die Ber- lincr Arbeiter den Fackvereinen gegenüber. Herr Krohme spricht über die sozialen Verhältnisse der Berliner Arbeiter und betont, daß der Arbeiter, namentlich die �Hilfsarbeiter, wenn er von früh bis spat in den Fabiiken u- s. w. beschäfliat ist. nicht immer im Erande sei für sein eigem Wohl in Betreff feiner Verbesserung zu sorgen; darum sei es nolhwendig, einen Verein zu qiündm, oder sich einen bestehenden anzuschließen. Gelegenheit fei dem Berliner Arbeiter hierzu geboten, denn der Verein zur Wahrung der materiellen Interessen der Fabrik- arbeiter habe es sich zur Pflicht gemacht, nach Kräften darnach zu strrben, daß gerade bei den Arbeitern d. b. bei denjenigen Arbeitern, welche kein bestimmtes Handwerk erlernt haben. eine Verbesserung geschaffen werde. Redner geht nun zu einzelnen Details über, und weilt nach, daß erne Organisation der Ar- beiter eine Pflicht der Letzteren sei, man würde dann im Stande sein eine Lohnstatistik aufzustellen, damit man voll und ganz feststellen könne, wie und wo der Hebel am besten anzu- setzen sei. Er fagt daß es bewiesen sei, daß im sächsischen Voigt- lande eine ganze Arbeiterfamlie, welche den grnzen Tag arbeitet, nur eine Mark pro Tag verdiene. Aehnlrche Verhält- niffe seien aber auch in Berlin. Redner spricht fich feiner aus für gesetzliche Regelung der Frauen- und Kinderarbeit, denn würde nicht nur bei den jetzigen Verhältnissen die Kinder« crz. hung vernachläsfigt. sondern auch daS sittliche Gcsübl ver« l letzt. Der Noimalarbeititag. welcher längst von Arbeilerlreisin angestrcbt'wurde, sei jetzt im Reichstage von Windthorst ein- gebracht. Man könne hierin aber nur eine Förderung der Arbeiter erblicken, und würde er demselben zustimmen, wenn etwas Ersprießliches für den Arbeiter dabei herauskäme. Sollte dieser Rormalarbeitstag aber 15— löstündig sein, dann müsse der Arbeiter für solche Wohlthat danken. Auch sei es an der Tagesordnung, daß von gegnerischer Seite mit besonderer Vor- liebe an dem Arbeiter„herumgedoktort" würde, aber in so mangelhafter Weise, daß, wenn man glaubt, man wäre fertig, o müsse man auch schon wieder flicken, wie das ja bei dem neuen Krankcnkaffcngcsetz klar bewiesen sei durch den Antrag der Albeitelvertreter im Reichstage. Diese Verhältnisse be- weisen doch genügend, daß die Gegner der Arbeiter nur Zeit haben wollen, um alle rcöstende Versprechungen in die Länge zu ziehen- Redner schließt mit der Bitte, daß die Arbeiter fich so schnell wie möglich Mann für Mann organifiren möch- ten. Lebhafter Beifall lohnte dem Redner. Als zweiter Red- ner nahm Herr A h l f e l d das Wort. Er spricht sich in Uebereinstimmung init den Ausführungen des Referenten aus und sagt: Der Hilfsarbeiter, welcher von allen Arbeitern der größten Gefahr ausgesetzt sei, habe bisher seine Lage beklagt, weil ihm die Mittel zur Organisation nickt zu Gebots standen. Jetzt sei es aber anders, der Arbeiter fange an zu denken und sei zum kleinen Theil auch schon zu der Einsicht gekommen, daß er die Mittel zur Auf- besserung seiner Lage in Händen habe. Er habe darum eben- falls einen Verein gegründet, um fich mit eigener Kraft zu helfen und zwar auf dem vom Gesetz gebotenen Wege. Redner bittet, daß sich jeder Einzelne dem Verein zur Wahrung der materiellen Interessen der Fabrikarbeiter anschließen nröge, und meint, daß es besser wäre, wenn der Verein den Namen: „Verein zur Wahrung der materiellen Interessen der Fabrik-, Land-, Bau- und Erdarbeiter führen würde. Nachdem noch mehrere Redner gesprochen, sprach Herr Mehnert für eine Organisation der Hilfsarbeiter, indem solche vorbereitet, in die gewerbliche Fabrikation einzutreten, den gewerblichen Ar- beitern keine Konkurrenz bereiten. br. Dem Schicksale polizeilicher Auflösung verfiel die recht zahlreich besuchte Arbeiterversammlung, welche am Sonntage, Lothnngerstr. 37, unter dem Vorsttzc des Herrn Hauk zu dem Zwecke stattfand, die Frage zu diskutiren: „Welcher Vereinigung zur Wahrung ihrer Interessen haben die Arbeiter Berlins fich anzuschließen?"— Herr Kühn als Referent führte aus, daß die Arbeiter, organifirt in großen Vereinigungen, im Stande sein würden, auf dem Wege der Selbsthilfe durch eine Unterstützungskaffe für Arbeitslose, durch Gewährung von Rechlsschutz und durch Förderung der Bil- dung und des Geistes der Solidarität Bedeutendes zur Besserung ihrer Lage beizutragen. Die Regulirung der Ar- beitszeit aber, die Abschaffung der Sonntags- und der Kinder- Arbeit seien Sozialreformen, welche ohne Hilfe dir Gesetz- gebung die Arbeiter nicht durchsetzen können, welche vielmehr der Sraat im Interesse des materiellen und des sttilichm Ge-> sammtwohls durchzusetzen die Pflicht habe. Zur Diekusfton nahm Herr Krause das Wort, um darauf hinzuweisen, daß in der allerhöchsten Botschaft die Pflicht des Staates, durch die Gesetzgebung mehr, als rs bisher peschehrn, für die Ver« besserung der Lage der arbeitenden Volke klaffen zu sorgen, anerkannt sei, und um. wie es auch schon der Referent getban, dringend zum Anschluß an den in Berlin bestehenden Fabrik- Arbeiterverein aufzufordern. Herr M'yer betonte, daß vor Allem nöthig sei, wirklich arbeiterfreundlrche Männer in den Reichstag dineinzubcingen. Als er dann für die Nachwahl im 5 Wahlkreise den Arbeiter kandidatcn Franke empfahl, er- klärte der deaussichtigende Polizei-Lieutenant„auf Grund des § 9 des Sozialistengesetzes die Versammlung für aufgelöst." Ter Fackvcrein der Schlosser beschäftigte sick in seiner letzten Sonnabend-Sitzung(bei Gratweil) mit der Frage der Beschickung eines für die Weihnachtszeit in Aussichr genom- menen allgemeinen Kongresses der deutschen Metallarbeitu. Nachdem Herr Miethe den von dem Koll-gen I. Willig in Mannheim unter, erchneten öffentlichen Ausruf an sämmtliche Metallarbeiter Deutschlands, in welchem die Vereine und die Werkstätten aufgefordert werden, Delegirte für den Kongreß zu wählen und bis zum 15. Dezember anzumelden, verlesen und auf die Wichtigkeit eines solchen allgemeinen Kongresses für die Lohnbewegungen der Metallarbruer aller Branchen hingewiesen hatte, wurde zunächst die Frage diskutirt. ob der Fachverein Grund habe, fich an einem Kongresse zu betheiligen, mit dem es darauf abgesehen sei, eine alle Branchen der Metallarbeiter umfassende Organisation zu Stande zu dringen, Nach langer lebhafter Debatte wurde mit allen Stimmen gegen eine beschlossen, einen Delcgirten zum Kongresse zu senden mit dim Auftrage, für die Anficht des Fachvcreins einzutreten, daß fürs Erste nur Organisationen der besonderen Branchen über ganz Deutschland anzustreben seien, unter An- deren auck die Organisation der sämmllichcn Schlosser Deutsch- lands. Den Kostenpunkt betreffend kam nack sehr langen Debatten, an denen sich die Herren Miethe, Sink, Knauth, Krohn u- A. betheiligten, der Beschluß zu Srande, dem Dele- girteu außer den Kosten für die Hin- und Rückfahrt Diäten im Betrage von 7,50 Mark pro Tag zu gewähren. Aus der dann mit Sti-.nmzclteln vollzogenen Wahl ging Herr Nlictbe mit großer Maprilät als der Delegirte für den Kongreß, der in einer Stadt Thüringens abgehalten werden soll, hervor- t. Die letzte diesjährige Versammlung der Tischler im Nordwesten fand am Sonntag Vormütag unter reger Betheiligung in der Norddeutschen Brauerei,'Cdauffcestraße, statt. Mit rhr schloß gewissermaßen cin bewegtes Jahr für den Norden ab und hatte fich Herr Rödel aus dieser Veran- laffung zu seinem Vortrage das Thema gewählt:„Was haben wir im nächsten Frübjabre von der Lohndewrgung der Tischler zu erwarten, im Rückblick auf die dicsjährige Lohnbewegung?", welcher um so größeres Interesse beanspruchte, als»r. wenn auch nur in allgemeinsten Umrissen, andeutete, wie fich die nächste, noch uncnthüllte Zukunft nach menschlichem Ermessen gestalten wird. Im Rückblick auf die diesjährige Lohndewe- gung konstatirte der Vorlragcnd-, daß man bcrertS heute in gewissen Kreisen erkannt habe, daß dieselbe eine Macht rc. präsentire, mit der man zu rechnen habe. Die Arbeit- gcber, sogar die Innung, seien deshalb bemüh', gleich den Gesellen Bezirksvereinigungen zu schaffen, um der Organisation derselben ein Gegengewicht entgegenzusetzen, doch seien diese nicht sehr zu fürchten. Auch hätten fich Bautischler- mcister verbunden mit der Verpflichtung, in Fällen, wo, wie bc» Gast und Bruck, die Arbeit für Submisstoirsbauten von Gesellen niedergelegt würde, für den betreffenden Arbeitgeber einzutreten und die Arbeit durch ihre Gesellen fertig stellen zu laffcn. Obgleich dies auch vraktisch undurchführbar sei, sei es rmmerbin lein schönes Zeichen, daß Arbeitgeber zu derartigen Schreckmillcin ihre Zuflucht nehmen und wird die Kommission hierzu Stellung nehmen. Tie diesjähiige Lohnbewegung habe hauptsächlich bezweckt, die Arbeilszeit zu regeln und erne de- stimmte Grenze festzusetzen, über welche hinaus kein Berliner Wschler arbcrten darf. Leider sei noch immer eine vsrhältniß- mäßig große Zahl von Tischlern, welche dem Majoriläts- Beschlüsse zuwider handelten, der Lohnbewegung fern ständen und glaublen, daß nur durch eine gesetzliche R-gclung o,r Ar- beitszeir etwas zu erreichen sei. Lerver schwärm« Hern Mancher laut für den gesetzlichen Normalarb-iistag. der nicht soviel eigene Ueberzcvgung habe, den von ihm selbst gutgeheißenen und von der Majorität der Tischler festgesetzten Marimalar- beitstag einzuhalten. Diejenigen Werkstätten, in denen die lange Arbeitszeit florire, seien identisch mit denen, wo zu niedrige Löhne gezahlt werden. Ja der stillen Winterzeit müssen daher alle diese Elemente für die Bewegung interessirt und an die Organisation angeschlossen werden, denn im Früh. jähre träten die Lohntarife in Kraft, dann würde es h.ißcn, kein Berliner Tischst r dürfe unter dem Tarife ardeil der Kampf würde von Neuem entbrennen, der Kampf, welch« prinzipieller sei und welcher siegreich enden werde, gerechte Prinzipien verfechte. Im nächsten Fiühjahre wer« dasselbe zeigen, wie in diesem Jahre: viele Aibciigeber we> nur dem Drucke der Nothwenvigkeit folgend, die Forden� der Gesellen bewilligen. Es würden daher auch die™ wieder in Anwendung kommen müssen, die fick bisher P' währt haben. Um aber den Widerstand der Arbeitgebers vornherein illusorisch zumachen, solle jeder Einzelne sein EL lein zum General-UntcrstüyungsfondS regelmäßig bli» daß er einem unerschöpflichen Brunnen glerchzuachlen sei. ausgerüstet, von solidarischem Geiste beseelt, muthig Kampf gezogen für Recht, Arbeit und Brot, werden die' liner Tischler zeigen, daß fie auf der Höhe der Zeit stehen' fich ihrer Aufgabe bewußt find. Und mit dem Frühlinge, die schlummernde Natur zu neuem Leben mit dem wieder ein regerer Geschäftsgang entwickelt, werde auch für die Berliner Tischler eine set� bessere Zeit anbrechen.— Nachdem noch die Herren M Künzel u. A. in diesem Sinne gesprochen, Herr Lenz b« hingewiesen, daß im kommenden Jahre Niemand UnterstiD erhalte, der nicht nachweislich zum Unterstützunasfonds% tragen habe und die Anwesenden sich zur Zahlung der- träge und Jnnehaltung der programmmäßigen Arbeits#' pflichtet hallen, schloß die Versammlung mit einem Ai.'i# die Tischler des Nordens, treu vereint zur Fahre zu D* und die Pioniere der Bewegung zu bleiben und zu werl� m UermlisMes!. Jongleur und Nihilist. Der Schnellzug München� brauste in die Halle des Wcstbahnbofes zu Wien, die Tb» der Waggons wurden aufgerissen, die Reisenden sprang»» den Kuvees und eilten zu den Fiakern, um in das Ho!« kommen. Auf dem Perron stand, wie immer bei der Änl eines Zuges, der Polizeikommissar und seine Leute. musterten, wie das„Wr. Jll. Extrabl." erzählt, die Pafffj schärfer als sonst, und als fie zwei elegante Herren erW*! die einen dicken Plaid etwas mühevoll einherschlcppten� winkte der Kommissar bedeutsam deni alten Bf# Detektive, dieser näherte fich den beiden Herr lud sie höflichst ein, dem Kommissar in das tionszimmer zu folgen, wohin er sie geleiten_ „Pourquoi?" sagte der Eine,„Warum?" stotterte der M ver der deutschen Sprache haibwegS mächtig war. Dck Mann zuckle die Achseln und meinte, das würden die Alles schon bei Zeiten eifahren, und brachte fie in das zimmer des Bahnhokskommiffars.„Wie heißen Sie?" sein die Brothers Talma, zwei Brüdern."„Und Jbsi schäfligung?"„Wir arbeiten in die Theatern. Tmgl- Der Kommissar lächelte ungläubig.„Jk kaanen schwüre mir sein nix Dieb und nix Rauber. Wir baden ja arbeiten in die O>vheum von Monsieur Tanss6 in „Also Gymnastiker find Sie?"„Oui, nion cornmissaire sein die brillanten, exzellenten Jongleurs B»i Salma, wir haben gctpielen mit die größten Stikzf die Vaux Hall in London, in Cirque National in in die Oipbeum in Wien, in den Luvwiqstbeater in Mii in den Viktoria- Theater in Berlin, in Biiiffel. in Amsk in die ganzen Europa. Amerika und in Australien wir wriben ja sehen! Vor Allem wollen wir Ihr visiliren!" Auf Gebciß des Kommissars machte fich d teklioe vor Allem über den Plarv. Derselbe wurde evtl und— o Schrecken— eine riesige eiserne Kugel, die Bombe sehr ähnlich snh, rollte auf den Fußboden.„® das?"„Einen Kugel, was da tügelt. Dieken Kugel sei Kilo schwer, und damit arbeiten wir. Voyez! He! Hoplaü! Sprecher ergriff die Kugel, ließ sie auf seinen Arm rolle« warf sie dann dem anderen Vervächligtn zu, der daS � Ungcthüm gleichfalls in die Höhe warf, mit dcm Nack»«, sing und fie dann über die Schulter auf dte flack» laufen ließ, worauf rr fie mit dem üblichen-„He! tiq dcm Genossen zuwarf. Indessen hatte der Komm#' der die beiden Herren begleitete, vergebens die T,1 ten Jongleure Brothers Salma gesucht. Er rief ihren er lief wie vrizweifelt auf dem Perron hcrum, ohne sie zu können. Endlich wurde ihm der Aufenthalt der B bekannt gegeben, und er rannte ganz entsetzt in das bureau. Er trug die Paptere und die Kontrakte der Jo« bei sich, und nach vieler Mübe gelang es ibm, dcm Kowi zu beweisen, daß die Brothers Salma vollkommen unf liehe Leute seien, die sich nach Budapest begeben, um d Engagemcnt im Orpheum anzutreten. Der Kommiffal aber nicht so ganz überzeugt und behielt jedenfalls— H ist die Mutter der Wrishert— die verdächtige Kugel/ um dieselbe kompetenten Ortes einer eingehenden.' u? suchung unterziehen zu lassen. Hoffentlich wird f# j plooiren und dem geistreichen Polizcibeamten den StWT Uümmern. fprziell der„F Welche wurde »«wcht desthrer burch n Tt. Ko »vn W »vir Er den. be Präside seines. ««ginn Eingesandt.., Es währt nicht lange mehr, so können die ArbKter-B� Vereme in Berlin auf ein Jahr ihrer Thätigkeit zurückb und verstecken brauchen sie sich ob dieser Thätigkeit nicht, fie haben geleistet, was nur zu leisten möglla>� Durch gediegene wissenschaftliche sowohl, als politisch« träge haben sie den Gesichtspunit ihrer Mitglieder haben angeregt nach den verschiedensten Seiten hit�,-,* haben nicht gezaudert, wo es hicß, Mißstände und aufzudecken, mochten dieselben in der Kommune oder in' �* zu finden fein. Aber auch in Betreff der Geselligkeit nicht lässig gewesen. Landpartien. Hrrrenpartien, gesell'»' J sammeniems mit Familie, Anschaffung von Aquariun)..;. Panoptikum-Billets legen hierfür das beste Zeugntk ßfi Nimmt man dann noch die allenthalben# � stehen begriffenen Bibliolhcken und endlich br« A beiter sowohl, als Geschäftsleute so hoch gen Bereinskalevder hinzu, so haben wir m..«o umrissen den Wirkungskreis der Berliner Arbeiter-BeZ� eine. Doch sollen dieselben nicht auf ihrem heutigen stehen bleiben, sollen sie noch mehr des Guten für die A# wrli leisten, so ist die erste, die einzig groß« T. � fache, daß stch die große Masse nicht passiv oert« � mit verschränkten Armen zusteht, wie fick einzeln« T yP abmühen, abmühen für die Gesammtheit. D«?,«,» f Leute gerade in erster Linie unter den Mitgliedern" jry suchen sind, ist wahrlich eine traurige WahrnebmuNg- �1? denken die Herren vielleicht, fie haben genug gclhan,; h' sich Kaden aufnehmen lassen und dann vielleicht olle ip.j/ drei Monate sich ein oder mehrere Male in den P»%;: � gen blicken lassen und wenn fie noch so pünktlich ih«~ n# zahlen, damit ist nichts gcthan. Pflicht eines jeden ist rs, jede Vereinsoersammlung zu besuchen. Arbeiter, welche Ihr noch keine Mitglieder seid, b«' ,■$ Euch darum, wo in Euren Bcizrken die Vereine F tretet bei. Denn ist irgendwo der Eintritt macht, so ist es hier. Eintrittsgeld wird in den ,a«p Fällen nicht erhoben, der monatliche Beitrag' j#; 20 Pfenniaen so gering bemessen, daß selbst unserer Mitbürger Mitglied eines Arbeiter«-# «rem« werden kann. Also zaudert nickt länger, WxL#!' hin wenn Versammlungen find, Gäste sind überall und seid Ihr bekehrt, so tretet ein in die Arbefltt'� vcreine. VerantworUtchcr Resukirur R. Trouhet» in Berlin. Druck und Verla« von Mi«»sdt«» in Berlin SW, Beuthsir-ß« 3. Sterz« et«» � b-i well «tbe, ! w « jrb die jet tflcb« cm._ beiti n fei. W stehe»? Klingel ?t aa »nds#5 ßb«. ?i ?n-O zwi 206. Dicustag, de» 2 Dezember 1884. I. Jahrgang. it h Ä '«H s:y m M «r De die das !.« Jkr gl-r zure» r a» in saire! Bri Sufd in »Mü imite I! •K ck de.. t«r.tl %i plakS rolle».' daS. iacke nmi'K* L'% »:« iflö'1 Ao»i jdoeni unc m dc aißaj i SwöX« 1 1."' h- llllrfi re"."">»"»* ,... I er'iWjj ki teflet) e»rl 6, bl8 Emanzipationsgesctzes von 1871 ge rilcklW-?»«in."�(nfmber, die dem Herrn ihrer Mutter noch : Ä V V it 6"� 1 w I die .Wji t i A-S «s?? i Aus Srafilie», �eziell aus I o i u v i l l c, Provinz St. Katharina« geht «Franks. Ztg." folgender interessanter Bericht zu: Selche Autorität in diesem Lande die Gerichte haben, wurde uns kürzlich an einem cigenthümlichen Falle klar gemacht, der für den Fremden manches Auffallende hat und �lehrend in Betreff der öffentlichen Rechtsverhältnisse ist. ■p1« Provinzial-Versammlung hatte ein Gesetz beschlossen, �urch welches eine Abgabe auf die Einsuhr in die Provinz �t. Katharina gelegt wurde. Die Abgabe sollte 2 pEt. fon Waaren, die aus einer andern Provinz, und 1 pCt. � Erzeugnissen, die aus dem Auslande eingeführt wer- k«, betragen. Das Gesetz wurde von dem damaligen �tanbenten de Görna Roza, einem Doktor der Medizin wir.es Zeichens, bestätigt und trat am 1. Juli d. I., dem 'gwn ded Fiskaljahres, in Krast. Es ist aber durchaus JjJwonflitxtionett, denn die Additional-Akte von 1834 zur «tfassung, welche die noch heute giltigen, ziemlich weit ge- Menen Grenzen der provinziellen Autonomie festsetzt, be- 5'wmt in Art. IL ausdrücklich, daß die Erhebung von «uigangszöllen den Provinzen nicht zusteht. Auf diesem �kchtsbaden fußend, remonstrirte der gemeinsam vorgehende vandelsstand von Desterro, der Provinzial-Hauptstadt, von inajahy, dem Hafen für die Kolonie Blumenau, nd von Ioinville nach allen Richtungen gegen das neue jr#-. Die Zentralregierung, daS Reichsministcrium . 9t nicht im Stande, einen Beschluß der Provinzial-Ler- «mlung, welchen der von ihm eingesetzte unwissende j�iident bestätigt hatte, umzustoßen Das Reichsparlament Wc durch ein Gesetz einerseits daS Provinzialgesetz auf- j**" können; aber ein dahin gerichteter Antrag unseres . rrutiiten Taunay blieb bei den eigenthümlichen Um- u«*1 1< unter denen das letzte Drittel der Session verlief, Ru r �'®a �öm Hilfe von der richterlichen Gewalt. �"st n-urde der Jniz dos faitos in Desterro angerufen, ,»'1 �richtsperson, deren Kompetenz sich mit dem Be- llc Handelsrichter nur unvollkommen deckt, denn sie ist mn und Stempel-Fiskal. Dieser Richter er- .«e das neue Steuergesetz für unvollstreckbar. Darauf »„J, le Sache an die Relacao, das zuständige Tribunal nufl" stanz, in Porte Alegre, welche ebenfalls dahin iialrl• ba� aä fragliche Gesetz rechtswidrig und unvcr- H°uch ist. Damit ist nun der ohnehin schwer belastete «a« ,, �ssscrer Provinz von der neuen Auflage befreit. wAhnl der Relacao hebt das Provinzialgesetz auf. ."weile ist aber das Gesetz über 2'/, Monat in Krast tttaik Unb b'e"uf Grund desselben wahrend dieser Frist �,.I*aen Zölle werden nun nicht ohne Weiteres zuriick- Um die Rückgrwähr zu erlangen, müßte jeder der gezahlt hat, besonder« klagbar weiden, und W mj-,. Manche der Gegenstand sich auf ein paar hun- (jit.Murei« beläuft, so scheut jeder doch die, namentlich $0r( nothwendigen Advokaten unverhältnißmäßig hohen Q 1' die uneinbringlich sein würden. Die Kaufleute iteiz froh, s'ch die fernere Zahlung der Abaabe vom Ehalten zu haben, daß hier einen ganzen Tag lang Jubel schwamm. (Btrtf,01 in dem geschilderten Falle die Unabhängigkeit der bokpT' sich vortheilhaft bewährt, so soll dies doch kein pjlf.,.°uf die Bortrefflichkeit der brasilianischen Rechts- '"Na Allgemeinen sein. Unabhängig von der Regie- sellg 5. die Richter in der Auslegung der Gesetze, und l>Udev Entscheidungen des höchsten Gerichts in Rio �est.» eiv 6 Präjudizien sür sie; aber es giebt andere In- �änoi«»*tfn, Beeinflussung sie zugänglich sind. Die Un- >1 de» 5,� sührt sogar zu einem bedauerlichen Zwiespalt �sprechung. So giebt es Richter, welche die IUt''"t früheren Zeiten wenigstens gab es noch junge j !�.dein'N>!« Muih genug besaßen, den Besitz der Gelieb- Beispiel„ber Aitern abzutrotzen. Eine Entführung L, Pause. 1k.®4nLl m dem Salon und man hört nichts als �.dich chan deS dicken Mopses, der auf dem Sopha- dem Kamin�" �d das Tick-Tack der Bronzeuhr ��truv-P/ud ist herangekommen; die Schatten der S tagern sich über den flüsternden Bäumen und öffentlichen Aufgebot bringen, während andere die Bestim- mungen des zitirten G-s-tzeS, daß Niemand mehr als Sklave geboren werde, dahin auslegen, daß ein solches Lerfahren dagegen verstoße und daher nicht angewendet werden dürfe; und beide Prozeduren gehen ungeordnet»eben einander her, auch dann noch, nachdem ein Erlaß deS vorigen Ministeriums Lafayette sich an die Seite derjenigen gestellt halte, die das Veräußern nnd Vermiethen der JagenuoS< Freigeborenen) für ungerechtfertigt halten Hier kann nur ein Gesetz Wan- del schaffe», wie eS von Taunay in der vorige» Session be- antragt war. Aber nützliche Gesetze zu machen, besonders wenn sie von einem politischen Gegner vorgeschlagen waren, das hielten unsere„liberalen" Volksvertreter nicht für ihre Aufgabe. Auch der jetzige Ministerpräsident Dantas hat in seinem Emanzipationsprojekt, über das ich Jbnen in meinem vorigen Briefe berichtete, diese Lücke der Gesetzgebung in verständiger Weise auszufüllen vergessen. Das Verfahren im� Zivilprozeß ist mir schwerfälligen und kostspieligen Fesseln belastet, eine Folge des Systems, das den Richter und seinen Schreiber hauptsächlich mit ihren Einnahmen auf die Sporteln anweisend, den Rechtsuchenden als mel- kende Kuh betrachtet. Im Kriminalprozeß ist der Formel- kram zum Vortheil des Angeklagten, und begünstigt ihn gar die moralische Laxheit der Geschworenen, die schwer ein mannhaftes Schuldig über die Lippen bringen, so kommt er oft glücklich durch, trotz klarer Schuldbeweise, sehr zum Schaden der öffentlichen Sicherheit und Moral. Die Zahl der skandalösen Freisprechungen selbst geständiger Mörder, Todtschläger und Kassendiebe, ist leider eine recht große, und das den Staatsanwaltschaften zustehende Recht zur Appellation gegen freisprechende Erkenntnisse scheint wenig zur Sühnung der Gerechtigkeit beizutragen. Nur wo der Angeklagte ein Farbiger oder Fremder ist, darf von einer rein brasilianischen Jury ein Schuldig mit Sicherheit er- wartet werden. Wir stehen jetzt mitten in der Wahlbewegung sür die am 1. Dezember stattfindenden General-Deputirten-Wahlen. Die Bewegung spiegelt sich bei uns bis jetzt äußerlich nur in den Polemiken einiger ad hoc gegründeten Blätter ab, aber heimlich wird agitirt und intriguirt, minirt und contre- minirt; statt in geräuschvollen Volksversammlungen werden die Wähler unter vier Augen bearbeitet. Die Beamten der liberalen Regierung stürzen sich in diese Kabalen mit der ganzen Virtuosität von Leuten, die wissen, daß sie ihr Brot verlieren, wenn eine andere, die konservative Partei ans Ruder kommt. Das Land ist reif für einen solchen Umschwung. Die gegenwärtige Regierung spielt dabei ein doppeltes Spiel. Der Scheinliberalismus, der in den letzten Jahren die Geschäfte geführt, hat keinen gefährlicheren Gegner, als einen ehrlichen Reformer von der Gegenpartei, der einem beim Worte zu nehmen versteht, wie es Alfredo d'Eseragnolle Taunay thut. Dieser, ein Konservativer aus der Schule Rio Branco's, des Urhebers des Emanzipations- gesetzeS von 1871, ist der Bannerträger einer ganz be- stimmten reformatorischen in der Zeit liege-den Richtung, welche Emanzipation, Einwanderung und Kolonisation mit einem System zusammenhängender Maßregeln umfaßt, und er erfreut sich als solcher wie als leitende Persönlichkeit der Sociedade Central de Jmmigiacao großen Ansehens im Lande. Während nun Dantas, der jetzige Kabinetschef, sich äußerlich Taunay und dessen Bestrebungen zu nähern sucht, um von den Letzterem zugewandten Sympathien einen Ab- glänz auf sich herüberstrahlen zu lassen, wühlen seine Be- amten, um Taunays Wiederwahl in unserem Wahldistrikte zu hintertreiben. Einen Augenblick scheint Taunay, der in Rio weilt, sich selber haben blenden lassen, hoffentlich nur einen Augenblick. Eine Reise, die der vor einem Mo- nat installirte neue Präsident unserer Provinz, Jose Hustosa da Cunha Paranagua, soeben zum Besuche unserer Kolonie unternommen und bis an die Grenze der Provinz Parana ausgedehnt hat, wird auch hauptsächlich im Interesse der Wahlen ausgeführt. Der Herr Präsident verdankt seine Würde dem Umstände, daß er der Sohn des drittletzten in der Reihe der sechs liberalen Kabinetöchefs ist, die ein» ... f" i» i i-."i Büschen des Gartens. Eine dunkle Gestalt huscht zwischen den Roscnbüschen hindurch nach einem der Parterrefenster, das sich jetzt öffnet, so daß das Weiß eines Sommerkleides sichtbar wird. „Bist Du es, Gustav „Ich bin's, süße Klotilde! Ich bin gekommen, um nur ein einziges liebcS Wort von Dir zu hören. Sage mir, daß Du mich noch liebst!" „Ewig, Gustav, ewig!" „D, mein theures Mädchen!" Und er drückt einen feurigen Kuß auf die zarte Hand, die sie herabreicht. „Ach, ich bin sehr traurig, lieber Gustav!" „Und warum, Klotilde, warum?" „Unserer jungen Liebe drohen Gefahren." „Gefahren? Und welche?" „Ich habe Mama Alles gesagt." „Run? Und sie billigt unsere Neigung?" „Ja und doch auch wieder nicht— sie macht Einwen- düngen— Du wärest noch zu jung— kaum ein Jähr älter als ich—" „Aber will sie denn einen Greis zum Schwiegersohn?" „Nein, aber— Und dann— Ach, Gustav, die Welt ist doch ganz anders, als wir sie in unfern jungen Köpfchen uns vorstellen oder als man es in Romanen liest. Ja, in früheren Zeiten, da gab es noch junge Männer, die Muth genug besaßen, den Besitz der Geliebten dem Willen der Eltern abzutrotzen. Eine Enrführuna zum Beispiel—" Sie stockt. Und nun wird das Gespräch so leise, daß selbst die alte, würdige Dame� keine Silbe verneht, die im Nebenzimmer an der halbgeöffneten Thüre lauscht. ♦ Mitternacht... Noch immer ist etwas von dcrSchwüle deS Tages übrig ge- blieben. Am fernen Horizont zucken zuweilen weiter- leuchtende Blitze auf. Leuchtkäfer ziehen ihre glänzenden . ander seit 1878 ablösten. Die Vorarbeiten für die D. Pedro I. Bahn müssen bis zum 19. Dezember d. I., also bis ein Jahr nach dem Beginn abgeschlossen sein. Man wird dann wohl endlich Genaues über die Trace dieser Eisenbahn erfahren, welche die Provinzen San Catharina und Rio Grande do Sul verbinden soll. Bis jetzt verlautet nur Unzusammen- hängendes darüber und die Bewohner der Provinzial- Hauptstadt Desterro hoffen noch immer, über unfern Hafen, die Bai von S. Francisco, triumphiren zu können. So viel man aber aus den englischen Ingenieuren, welche die Vorarbeiten ausführen, herausbringen kann, steht die Wahl von S. Francisco als Ausgangspunkt des beson- ders für die deutschen Niederlassungen dieser Provinz wichtigen Schienenweges fest. Ioinville, scheint es, wird sich mit einem etwas abgelegenen Bahnhose begnügen müssen. Kolitisrke Uedersickt. Die überseeische Auswanderung Deutscher über deutsche Häfen und Antwerpen betrug tn der Zeit von Anfang Janu rr bis Ende Oktober 1884 135,090 Personen, d. i. 18,304 Personen weniger als im gleichen Zeiträume des Vorjahres, währenddessen 153,394 solche Auswanderer gezählt wurden, während deren Anzahl sich in den ersten zehn Monaten deS Jahres 1332 auf 179,443 und des Jahres 1881 auf 194,801 belief.— Die„Nordd. Allg. Ze tung" bemerkt dazu:„Die demokratischen Krokodilsthränen über oie stetige Zunahme der deutschen Auswanderung werden durch diese Ziffern lehrreich illustnrt.— Die Auswanderung hat sich seit drei Jahren um nahezu ein Drittel vermmvert, und die Demokraten find wahrheitsliebende Leute!"— Wir wissen nicht, wer Krokodils- thränen über die stetige Zunahme der Auswanderung geweint hat. Aber das wissen wir, daß das Nachlassen der Auswan- derung— was wir an und für sich als eine erfreuliche Thaisach« begrüßen— nickt darauf zurückzuführen ist, daß in Deutschland in den letzten Jahren in wirchschasllicher Beziehung eine besondere Besserung stattgefunden Hai, sondern daß noch ganz andere Faktoren dazu mit beigetragen haben.— Zunächst blickt der AuswanderungSIusiige auf die wirihschaftliche und politische Lage des Landes, in das er seine Schritte lenken will; ist die Lage dieses Landes zur Zeit nicht günstig, so wartet er, wenn irg-nd möglich, einen günstigeren Moment zur Auswanderung ab.— Dann kommt aber auch in Betracht, daß in Deutsch- land unter der ärmeren Bevölkerung die M'ttellofigkeit immer größere Fortschritte macht; fidier ist, daß Taufende gern aus- wandern wmden, wenn fie nur die Mittel dazu ausbringen könnten.— Wenn es nach uns ginge, so wanderte überhaupt Niemand aus; allein solange noch die unsicheren Existenzn-"-' hältmffe obwaltm, wird auch der Auswanderer- Sliom...cht aufzuhalten sein. Die wirlhschafllichen und polittj/fo Ber- häliniffe zu verbessern, daS muß daS Ziel aller Edei-nienden sein; es müssen Zustände durch die Gesetzgebung schaffen werden, die anheimelnd wirken und Verantaffung werden,»aß Niemand mehr seinem Vatcrlande den Rücken kehrt..rr Wer lacht da? Die hochoffiz öse„Nordd. Allg. Ztg." leistet in ihrer gestrigen Nummer Folgendes:„Das„Berliner Tagedlat t". welches sich in seiner„deuisch-frerfin- nigen" Haut seit den Wahlen nicht mehr ganz geschästsficher fühlt, hat in seiner gestrigen Morgennummcr alle Vorkehrungen getroffen, um in's soziatdemokrarische Lager abschwenken zu können. Es sucht Herrn Be�el glauben zu machen, daß er den Hcnn Kriegsminister abgeführt Habt und indem es dem sozio- listischen Führer in einer Weise um den Bart geht, die deutlich seine Meinung erkennen läßr, es sei mit den Sozialvemolcaicn ein großes Geschäft zu machen, bestätigt es lediglich die Er- wariung. die wir gehegt haben, seitoem wir von gewissen Verab- revungen welche in einem gewissen Lokal in der Jerusalemecstraße am Tage nach dem 28. Lkiober, bewiekt. Die Darlegungen des Abg. Stiller bekämpft A» � ganz besonders, da sie vielfache Unrichtigkeiten tnWZf Zwischen den englischen und ftanzöstjchen Linien Zwischenpausen, welche durch die neuen deutschen tinien ausgefüllt werden sollen. Auch die übrigen � führungen des Abg. Stiller reklifizirt ver Redner aus � � amtlicher Schriftstücke. Die Regierung werde varaut Krf daß die neu zu erbauenden Schiffe in Deutschland würden, damit deutsche Arbeiter Beschäftigung fladcn- Regierung ist bereit, in der Kommisston jede nähere v« zu geben. Ihr find Zustimmungen aus allen �heu Reiches zugegangen.„ Abg. Grad(Eliässcr): Die Vorlage schütze und' die Jntercffen der Bevölkerung und darum weldt 6t stimmen. Die Wuthschaftspolllik des Kanzlers bnb*-Jetz» port ganz erheblich gefördert. Die Kolonialpolitik habe nicht blos die merkantilen, sondern auch die 0"* piest der Kultur gefördert, wünschenswerth wäre es, Interessen auch unter der deutschen Flagge gefördert Abg. Woermann(nalionallideray: tzerr Stw England besorgt daS überseeische Geschäft ganz P u: sollen wir uns darum nicht grämen und Scti a« mit demselben Recht könnte man sagen: unsere Ja-)" gut, was sollen wir uns noch weiter um ste kümmcrfl- tvefn «n lel Ivinn Mal Müssen sr %g.) Im überseeischen Handel liegt die Konkurrenz in der Qualität der Sck'ffe und da können wir nicht warten, bis «was von selbst kommt- In England hat man die Frage der Beseitigung der Subventionen wiederholt angeregt, aber davon Dstand genommen, weil man anerkennen mußte, daß die Pcivat-Unteraehmungen allein nickt ausreichen, den Verkehrs- anlvrüchen des Handels und der Industrie zu genügen. Unsere 'Industrie hat stck inzwischen gestärkt und auf dem Weltmarkt �ls konkurrenzfähig erwiesen. Privatdampfer find mit den sub- bnrtionirten Postdampfern gar nicht zu oergleichen, selbst nicht die der Nomannlinie. Wer seine Waare zur rechten Zeit haben will, kann fich nicht auf einen Privatdampfer verlassen, der **lD diesen bald jenen Hafen anläuft und einen Tag liegen 'leibt. Auch für den Paffagierverkehr eignen fich Privatdampfer Abt. England hat eine enorme Einnahme, die eigentlich Deutschland zukommen sollte, aus diesem Verkehr. Wir wer- «n durch diese Secpostltnien den englischm Seeverkehr ent- �hren können. Hier ist es geboten an den Patriotismus zu �vpeliren, und vergessen sollten wir nicht, daß wir erst seit "70 im Stande find, im Ausland Einfluß auszuüben. Bei ttnem Defizit im Etat soll man fich gerade neuen Unter- "ehmungen zuwenden und nicht den Kopf verlieren.(Oho! und Widerspruch links.) Kein Kaufmann könnte ein Unter- uchtnen wagen, wenn er erst zuvor den Gewinn sicher berech- n-n wollte.(Gelächter links.) Bei keiner Eisenbahn, bei keinem Kanal kann man den Gewinn vorausberechnen, fie bringen werden. Will man so rechnen, dann «nn man gar nichts bewilligen. Redner erklärt fich ebenfalls für Kommisfionsberathung, da einige Punkte ber Vorlage noch der Aufklärung und Erörterung de- büisen. Indem wir vermehrte Schnelligkeit für den Verkehr wrdern, streben wir für Förderung drs Unternehmungsgeistes. Die Wichtigkeit solch schneller Beförderung kann gar nicht unterschätzt werden. Redner empfiehlt eine Kommisston von 21 Mitgliedern.(Beifall rechts und bei den Nation alltberalen) Während der Rede ist Fürst Bismarck in den Sitzung?- >aal eingetreten. . Abg. Graf B ehr-Behrenhof(Reichspartei) findet keinen wesentlichen Unterschied zwischen dieser und der früheren Vor- fagc und wird seine Partei deshalb auch für dieselbe stimmen. Das ganze Land hat an d.-r Förderung des Handelsverkehrs RR lebhaftes Interesse, nicht blas'die Hafenstädte. Der Ge- wmn der Subvention sei unleugbar. Wir müssen ja nun ein- Wal die überschüsfige Volkskraft nach Außen hin abgeben und Waffen deshalb auf Mittel stnnen, diese Kräfte dem Vaterlande möglichst ,u erhalten. Redner erklärt fich ebenfalls für Kom- wisstons-Berathung.(Beifall rechts.) , Abg. Dr. Bamberger(deutschfreifinnig) kann die Vor- wge nickt annehmen, hält sie aber der Kommisfionsberathung Werth. Von Herrn Wörmann habe er eine ganz andere Rede erwartet. Thatsäcklickes Material habe er gacnicht erbracht. Ueder die Schönheit Afrikas habe man schon vieles auch von underer Seite gehört, aber ob da? Unternehmen auch rentabel ss', das müsse nachgewiesen werden. Jedenfalls müsse es als Rn Vorzug anerkannt werden, daß die Vorlage nicht in Ver- brndung mit der Kolonialpolitik gebracht sei und das wache eine nüchterne und geschäftsmäßige Prüfung d'öglich, Er sei kein prinzirnellcr Gegner der Subvention �erlange aber den Nachweis der Nothwmdigkeit. Sie solle den Export unserer Fabrikate beben, von der Rhederei ist dabei garnichr die Rede. Schon 1881 habe fich die Hamburger Handelskammer gegen jede Subvention der Sceschifffahrt er- ,'art, rinter der Erklärung steht auch der Name Karl Wörmann tHeitcrlcit links). Redner zweifelt, daß durch das Unternehmen RR nennenSwerther Gewinn erzielt werden wird. Die Schnellig- kell ist nur in sehr bedingter Weise von Wichtichkeit. Bei welen Waaren kommt es auf die Billigkeit des Trans- sortes an, der Schnelligkeit bedürfen meist nur Mode« jsll'kel, die bald veralten. Die ausländische Konkurrenz ist so 'dulant, daß fich neue Unternehmungen nicht würden behaupten fdRNen. Man müsse doch wenigstens nachweisen, daß der Vor- SRlIaus den Aufwendungen zu diesem selbst einigermaßen im �«rhältniß steht. Angesichts der trüben Erfahrungen, die man Ramentlich neuerdings in Holland gemacht, empfehle fich doch Vorficht. Man könnte doch groß- Enttäuschungen er- f-den. Man könne hier unmöglich die Verrehrsbedürfniffe von •00 Millionen fremder Völker richtig beurtheilen. In der !�Niöfischen Kammer könne man die schönsten Reden über daS- e be Thema hören, hoffentlich wollen wir doch nicht m dieS 'Roe System verfallen? Die Spekulation möge ja dadurch gehoben werden, od aber eine gesunde, das bezweifle er. wündc. welche die für die Vorlage geforderte hohe Summe Mfertigen, seien nicht vorgebracht, deshalb werde er gegen 'iselbe stimmen.(Beifall links.) ..Reichskanzler Fürst Bismarck will nur einige Wichtige Voraussetzungen des Vorredners berichtigen. PN. eine überseeische Politik zu führen muß die Regierung eine geschlossene Meinung des Volkes hinter fich 3*, sonst ist eine Kolonialpolitik nicht möglich, und inso- M steht auch die Vorlage mit der Kölonralpolitil in Verbin- %R0. Es ist unrichtig, wenn hier behauptet wurde, daß der �odthard-Tunnel rein im militärischen Interesse erbaut sei. ; RR_m(m hat ein neues Verkehrsgebiet für das deutsche Volk '»äffen wollen. Die neutralistrende Partei-Politik im Lande N auch einen ei kältenden Einfluß auf die Schifffahrt geübt. -atenn wir erst große Krisen abwarten wollten, bevor wir mit �uen Vorschlägen kommen, dann würde Herr Bamberger Uhrscheinlich wieder andere Bedenken haben."(Zustimmung-) Ä stellt fich mit der heutigen Fraktionspollt.k stets artig Regierung entgegen und sollte doch lreber rund heraus Klaren, daß die Opposition auf FraktwnSdeschluß deruht. g."! das Defizit kann man nicht verweisen, denn es beruht auf fliv1 anderen Gründen als auf denjenigen, die hier angesührt Der ungesetzliche Ausdruck:„Defizit" paßt übrigens gar N°uf unsere Finanzlage- Sie können ja alle woblae- ?/'nten Abstchten der Regierung vereiteln; ob mst Recht? Fch Renke darüber werden die Wähler nicht zweifelhaft fern.(Bei- "ll rechts). Adg. Gerlich(deutsck-konservativ), sucht durch Ziffern- ?°Sige Darlegungen die Vorthelle der besseren Seepostlimen �zustellen, wird hierbei aber wiederholt von der Linken unter- Reachen. Er gründet seine Ausführungen auf personliche Erfab- Angen im KonsulatSdrenst(Redner ist Geh. Legationsraib). Dre �«rtoge beweise, daß wir entschlossen find, unsere Nationalität Richter- Hagen(d.-ft): Man spricht so gern � nÄUÄÄÄl0 nichts zu thun. Die Angriffe des Kanzlers auf die tWMWtt auch abgelehnt; oder ist Ihnen W Äall links.) "bfl. W ör m a n erklärt dem Abg. Bamberger, daß die vam T"«- av or m an eiuaii utui«u». �uinw�v.,-„ Cj? ienem erwähnte Unterschrift unter dcm Hamburger Gesuch heutigen Standpunkt nicht in Widerspruch itehe. Uebrigens sei es doch nicht oerwerflich, wenn man einen frühe- ren Jrrthum einsehe. Abg. Dr. Bamberger vertheidigt seinen Standpunkt. er habe dem Sinne nach richtig zitirt. Abg. Wörmann bestreitet das; damals habe es fich um eine Unterstützung s ä m m t l i ch e r Dampfer gehandelt für eine gewisse Meilenzahl, das sei doch mit der Vorlage garnicht zu vergleichen. Die Debatte wird geschloffen. Nach einer persönlichen Bemerkung des Abg. Frhrn. v. Huene wird die Vorlage einer besonderen Kommisston von 21 Mitgliedern überwiesen. Dann werdm durch Akklamation die Abgeordneten Dr. Hammacker, Kochann und v. B u s s e zu Mitgliedern und die Abgeordneten Letocka, v. Bunsen und Dr. Meyer(Halle) zu Stellvertretern der Reichsschulden-Kommis- fion gewählt. Schluß der Sitzung 5 Uhr. Nächste Sitzung: Mittwoch, 12 Uhr. T-O.: AntragMunckel auf Sistirung des Straf- Verfahrens gegen Dr. Möller. 2) Antrag Äindlhortt auf Aufhebung des ExpatriirungSgesetzes. 3) Die Anträge Muncket und Reichensperger wegen der Berufung in Strafsachen, und 4) Antrag Jagdzewski auf Zulassung der polnischen Sprache bei den Gerichts Verhandlungen, und 5) Antrag Grillenberger auf Verschiebung des Einführungstermines für das Kranken- kassengesey.__ Lokales. W: Die Kartoffelaufkäufer. Bei Gelegenheit der Ver- Haftung des von Malmö nach hier transportiren Kaufmanns Hörlck, kömmt auch wiederum eine Episode zur Erinnerung der Behörden, die wohl verdient, allgemein bekannt zu werven. Dieselbe betrifft den ehemaligen Gutsbesttzer Eichler, dem Hürsch sein Gut in Malmö abgeschwindelt hatte und welcher der Be- Hörde den Aufenthalt des Hörsch nachwies.— Vor etwa Jahresfrist zog eine Bäckerfam'llie nach Berlin, die fich etwa« Ver- mögen erworben hatte, in welche Eichler und ein Freund des- selben, der ebemalige Destillateur Krüger, Eingang zu finden wußten.— Eichler wie Krüger erzählten den vertrauensseligen Bäckcrsleutm fast täglich, daß fie an Produkten 300, 500, ja eines TageS 1000 Maik verdient hätten. Diese angebliche Fähigkeit der beiden gedachten Freunde, so leicht Geld zu ver- dienen imponirte der Bäckersfrau, die einen taubm Bruder in KottbuS hatte, welcher in seiner Wohnstube daselbst in einer Kommode sein Vermögen von 15000 Mt. in Staatspapieren zu liegen halte.— Die Bäckersfrau, die ihrem Bruder gern größere Verdienste zuwenden wollte, plauderte mit den beiden großen„Verdienern" und erzählte ihnen obigen Thatbestand, indem fie meinte, daß fie ihren Bruder nach hier kommen lassen wolle, damit fich dieser an ihren Geschäften betheiligen könne.— Die beiden„Freunde" dachten jedoch anders und nahm Krüger alsbald ohne Vorwissen der Bäckersfrau seine» Aufenthalt in Kottbus und zwar in der Gastwirthschaft von Krüger, in welcher der taube Bruder der Bäckersfrau wohnte, während ihn die Bäckersfrau in Geschäften auf Reisen wähnte.— In Kottbus nun fuhr Herr Krüger alle Tage auf das Land, und kam regelmäßig Abends nach Hause, erzählend, wie viele Kartoffeln er für seinen Chef in England aufgekauft habe unv welche hohe» Preise er angelegt. Dies währte etwa 5 Tage, als et eine Depesche aus Berlin erhielt, worin ihm gemeldet wurde, daß sein Chef aus London ange- kommen sei. Nach Empfang dieser Depesche reiste Krüger ab. Die Winhin des Gasthofes zu Kottbus wünschte den Bauern, als diese in die Stadt kamen, Mlück, daß fie ihre Kartoffeln an den Auskäufer für England so gutveikauft haben, doch als die Bauern erklärten, daß fie von einem Kaitoffelverkaufe nichts wüßten und einen Kartoffelaufkäufer überhaupt nicht gesehen hatte», wurde die Witthin ebenso wie der taube Bruder der Bäckerin, an den fich Krüger angeschmiegt hatte und dessen Zimmer er öfter betreten, stutzig und was die Wirthin nicht gleich auszusprechen wagte, fand fich nur allzubald bewahr- heitet, der angebliche Kartoffelaufkäufer hatte durch Nachschlüssel die Kommode des Tauben geöffnet und dessen ganzes Ber- mögen gestohlen. Die Behörden wurden sofort von diesem Diebstahl in Kcnntniß gesetzt und es stellte stch bald heraus, daß der„Gutsbesitzer" Herr Eichler diese Papiere in Berlin, bei einem Bankier Unter den Linden umgewechselt hatte. Eichler eiklSile der Behörde, daß er den großen„Un- bekannten" im Konzertgatten des Zentralhotels getroffen, der ihn gebeten, diese Papiere für ihn umzuwechseln, da- 8egen wollte er Krüger schon seit einiger Zell nicht gesehen aben. Krüger war und blieb verschwunden, wogegen g.-gen Eichler die Anklage wegen Hehlerei erhoben wurde und der- selbe mit 6 Monaten Gesängniß dafür belegt worden ist, welche er jetzt gerade verbüßt. In Folge AusgleitenS auf der Strafte sind dem„B. T." zufolge, in den letzten Tagen nicht weniger als 16 Leute verunglückt. Sämmtliche haben den Unterarm gebrochen. Die Art und Weise des Bruches ist eine ganz eigenlhümliche. Wenn nämlich die durch daS Ausgleiten hervorgerufene Erschütterung zu groß ist und der Körper ausschließlich auf dem aufgestützten Arm lastet, dann kommt es zum Bruch der Unterarmknocken dicht über dem Handgelenk. Diese Bruchstelle war bei allen 16 Patienten dieselbe Unwillkürlich muß man dabei an ähnliche Knochenbrüche denken, die seiner Zeit sehr häufig vorkamen, als vor Einführung der Kanalisation die meisten Straßen Berlins noch mit jenen, leider auch jetzt noch nicht ganz beseitigten mehrere Fuß tiefen Rinnsteinen versehen waren. Die durch Ausgleiten in diese Rinnsteine entstehenden Knochenbrüche des Unterschenkels be- zeichnete Geh. Rath v. Langenbeck damals mit dem typischen Namen„Berliner Rinnstein-Frakturen" und unter diesem Namen find fie auch in die chirurgische Wissenschaft eingeführt worden. x. Zur Katastrophe in Erkner. Der Schauplatz der Katastrophe in Eikner ist heute Vormittag 11 Uhr durch eine gerichtliche Eachverständigen-Kommisfion, bestehend aus Herrn Bauinspcktor Werner aus Berlin, Amtsrichter Berenhart aus Alt-Landsbera und Amtsvorsteher Hübener aus Erkner, einer eingehenden Lokaltnspektion unterzogen worden. Als Zeugen waren durch Erlbotendrief geladen: Zimmermeister Schlund und Zimmerpolier Schloepke. Die Besichtigung selbst dauerte bis 1 einhalb Uhr und begann sodann das Zcugenverhör der beim Bau beschäftigt gewesenen und die Katastrophe überlebt habenden Zimmecleute. Das Resultat der ganzen VerHand- luna dürfte erst nach Schluß aller Vernehmungen definitiv zu publiziren stin. Wie man annimmt, halten die einzelnen bereits stehenden Balken, bevor der Binder herauf- gezogen wurde, durch Querbalken abgesteift werden müssen, was jedoch nur soweit geschehen war, daß die beiden Endbalken durch schräg angenagelte Bretter gestützt waren. Die Leichen der beiden sofort getödteten und fich noch in der Leichenballe in Erkner befindlicken Zimmerleute Albert Witte und Riese sollen morgen früh nach Bethanien geschafft und von dort mit dem in diesem Krankenhaus verstorbtnen Zimmer- gesellen Dieckmann nach dcm Kirchhof in Weißensee überführt werden. Herr C. Nauck, der Pächter des Grundstückes, hat, wie mir höre», bereits in humanster Weise sowohl für die Beerdigung,„wie für eine Beseitigung der augenblicklichen Nothlage der Hinter- bliebenen dadurch gesorgt, daß er einer jeden Witlwe zunächst 100 Mark ausgezahlt hat. Aus den Kreisen des Publikams hat der Wannte Woblthätigkeitsverein, Berliner Spelunke „Halluncia" die Jnittalioe zur Beseitigung der Roth ergriffen und in seiner letzten Sonnabendfitzung bereits 103 Mark für die Hinterbliebenen gesantmelt. a Unverbesserlich. Der Arbeiter Lindow war während deS Sommers im Arbeitshause zu Rummelsburg als Korrigend detinirt und bei den landwitthschastlichen Arbeiten auf den Rieselfeldern zu Heineredorf beschästigt. Anfangs Oktober er. entwich Lindow von den Rieselfelvem in seinen Anstatt kleidem nach Berlin, wo er seinen Anstaltsanzug mit einem anderen vertauschte und fich hier unter dem Namen Hennig aufhielt. Einige Wochen später vermiethete er fich unter dem Namen Lehmann als Kutscher bei einem Handelsmann in der Landsbergerftraße. Vorgestern erhielt er von diesem dm Auf- trag, einen Kord mit 11 fetten Gänsen vom Schlestschen Bahnhofe zu holen und mittels Fuhrwerks zu einem Fleischwaaren- Händler in der Klosterstraße zu bringen. Lindow nabm aber den Korb mit dm Gänsen an fich, ließ das Fuhrwerk seines Herrn in der Papenstraße aussichtslos stehen und begab fich mit den Gänsen in einer Droschke nach Moabit, indem er dem Droschkenlutscher eine Gans als Fahrlohn gab. In Moabit verkaufte er den größeren Theil der Gänse an einen Nestau- ratmr und den Rest der gestohlenen Gänse schenkte er seinen Anverwandten. Gestern Vormittag wurde L- betroffen und wegen wiederholter Unterschlagung zur Haft gebracht. Drei jugendliche Arbettsburschen find heut wegen eines in einer Schiffskajüte verübten schweren Einbmchsdieb« stahls zur Untersuchungshaft gebracht worden. Dieselben find gestern Abend am Lützower Ufer, in der Nähe der Königin- Augusta-Brllcke. auf einen im Schifffahrtskanal liegenden Obst- astiegm, um Obst zu stehlen, da ihnen bekannt war, daß der Inhaber des Kahns stch zur Zeit in seiner Wohnung befand. Nachdem fie fich die Taschen mit Obst gefüllt halten, habm ste die Kajüte erbrochen, das dort befindliche Mobiliar durchwühlt. die Sachm zusammengeworfen und hierbei ein Portemonnaie mit 8 M. Inhalt und eine silberne Zylinder-Uhr gestohlen. Ein Bekannter deS in der PotSdamerstraße wohnhasten Obst» kahn-Jnhadcrs ging gerade, als die Diebe in der Kajüte be» schäftigt warm, am Ufer entlang, und da er Licht in der Kajüte bemerkte, so erregte dieser Umstand bei ihm Verdacht, denn er wußte, daß der Schiffs-Inhabcr nicht im Kahn fich befand. Auf seine Veranlassung wurden die drei Burschen, als fie fich mit ihrer Bmte entfernen wollten, festgenommm. g. Rohheit. Die in Rixdorf wohnende unverehelichte Marie K. wurde in der vergangenen Nacht, als fie die Friedrich» straße entlang ging, von zwei Männern veranlaßt, das HauS Friedrichsttaße 32 zu betreten- Hier kam es zwischen beiden Parteien zu Differenzen, welche darin auSaiteten, daß die beiden Männer die unverehelichte K. bis nach dem zweiten Hof deS Grundstücks schleppten und ste hier zur Duldung unzüchtiger Handlungen zwingen wollten. Die K- widersetzte stch aber diesem Ansinnen, worauf die beiden Männer die K. zur Erde warfen, fie unbarmherzig mit Füßen unv Fäusten schlugm und dann, blulüberströmt, auf die Straße warfen. Auf das Hilfegeschrei der Uederfallmen eilten ein Schutzmann und ein Nacht» wächter berbei, welche die Uebelthäter nach dem Polizeibureau in der Charlottenstraße 5 brachten, während die K. ärztliche Hilfe in der Sanitätswache in der Markgrafenstraße nachsuchte. In den beiden Festgenommenen wmdender in der Friedrich- straße wohnende Militäranwärter Hermann S. und der Schablonmmaler Max M., in der Wilhelmstraße wohnhaft, ermittelt. Die K. behauptet übrigens, daß ihr bei dem Ueberfall 3 M. abhanden gekommen find. Die eingeleitete Untersuchung wird festzustellen haben, ob und in wie weit im vorliegend m Falle eine Beraubung der K. stattgefunden hat. Eine unglückliche Hühneraugenoperatio« hat abermals einen höchst bedaucrlicken Ausgang gehabt. Der in der Fliedrichstraße 160 wohnende Hutfabrikant Mcrtes hatte sich ei» sehr schmerzhaftes Hühnerauge, nachdem er dasselbe vor- her schon selbst zu entfernen versucht hatte, durch einen Dok- tor E. opernen lassen. Trotzdem die Operation glücklich ver- laufen schien, zeigte fich plötzlich der Brand in dem Fuß, und mußte M. infolgedessen nach dem Augusta-Hospitol in der Scharnhorststraße überführt werden. Hier mußte dem Unglück« lichen im Laufe deS Sonnabends der Fuß bis zum Kniegelenk amputirt werden. Der Zustand desM- soll ein sehr Besorgniß creegender sein. g. Gerechte Strafe. Ein Individuum, welches stch gestern Sonnlag Mittag ein Vergnügen daraus gemacht hatte, in der Leipzigerstraße mehrere ruhig ihres Weges ge- hcnde Damen anzurempeln, wurde auf Veranlassung eines Herrn durch einen Schutzmann nach der Wache des 40sten Polizeireviers am Spittttmarkt fistirt. Der betreffende Herr begab stch ebenfalls nach dem Polizeibureau, um daselbst seine Angaben und Beobachtungen zu Prolotoll zu geben. g. Ein Opfer der Arbeit. Ein Arbeiter der Kuhnheini- schen chemischen Fabrik in der Bergmannstraße verbrannte sich gestern Votmittag bei seiner Arbeit mit einer scharfen Säure derartig die linke Backe, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. g. Unglücksfall. Der in der Anhaltstraße 15 wohnende Schneidermeister Gabriel kam in der vergangenen Nacht auf dem durch den Schneefall geglätteten Trottoir der Markgrafen- straße so unglücklich zu Fall, daß er stch den linken Fuß am Knöchel brach. Nach Anlegung eines Nothoeibandes in der nahen SanitätSwache wurde er nach seiner Wohnung über- führt. g- Im völlig betvußtlosen Zustande wmde gestern Vormittag gegen 10 Uhr die in der Frtedenstraße 46 wohnende Frau K. per Droschke zu einem Heilgehilfen in der Blumen- straße gebracht, in welcher Straße fie kurz vorher in diesem Zustande aufgefunden wurde. Die Wiederbelebungsversuche waren von Erfolg gekrönt, so daß die Ueberführung der Frau K- nach ihrer Wohnung per Droschke bewirkt werden konnte. K- Selbstmord im Untersuchungsgefängniß. Ein im Untersuchungkgefängniß All-Moabit in Untersuchungshaft be- findlicher Handelsmann Karl Niete, bisher Neue Fciedrichstraße 5 und 6 wohnhaft, wurde heute früh in seiner Zelle erhängt gefunden. Obwohl der noch warme Körper sofort losgeschnitten unv Wiederbelebungsversuche angestellt wurden, so erwiesen sich dieselben doch als erfolglos. Auf polizeiliche Anordnung wurde die Leiche nach der Morgue geschafft. N. In die Morgue find im Laufe der vergangenen Wochc nicht weniger als 13 Leichen behufs Rekognosztrunz resp. Fest- stellung der Todesursache eingeliefert worden. Unter den Ein- gelieseiten befanden sich vier Vergiftete, ein Erhängter, ein aus dem Fenster Gestürzter, ein Erstickter, ein Erfrorener und vier am Schlagfluß resp. Lungenschlag Vetstorbene, während bei einem die Todesursache nicht festgestellt werden konnte. Gerickts-Leitung. Wegen Beihilfe zur Verbreitung verbotener sozial-- demokrattschrr Druckschriften hatten stch gestern der Mübek- polier Kart Heinrich Hermann Prochnow und dessen Eheftau vor der vierten Strafkammer htestgen Landgerichts I zu verantworten. In Abwesenheit des angeklagten Ehemanns wurde am Vormittag des 28 Juli er. vom Postbotm eine Kiste an die angekiogle Ehefrau abgegeben. Dieselbe war in Harburg auf die Post gegeben, an den Angeklagten adresfirt und als Absender ein Herr Laube aus Harburg bezeichnet. Der Krimmtnalpolizei war nun an diesem Tage von einem ihrer Vigilanten angezeigt worden, daß das qu- mit verbotenen Druckschriften angefüllte Packet an den ihr bis dahin aanr un- bekannten Angeklagten ankommen würde. Am Abend aeaen 6 einhalb Uhr begaben stch die Krimiiralschutzleute Ubbes und Muller nach der Wohnung der Angeklagten, um nach den an- gekommenen Packer zu fot ch-n Den angeklagten Ehemann. #### jtadjte daS V�et aus der Küche hervor. Bei Oeffnung ,,elben stell.c'icv heraus, daß eS mit der neuesten Nummer Oes.So, m! Demokrat" vollständig angefüllt war. Der Ängitlagte erklärte, daß er weder den Absender� kenne, noch eine Ahnung davon habe, wer ihm die Kiste gc- sandl und was dieselbe enthalten hat. Wcnn� er m.l dem Absender unter einer Decke gestanden hätte, io wäre eö ihm als Vizewirth des Hauses. dem alle Räume zur Verfügung stehen, ein leichtcs gewesen, die Kiste zu verstecken. Die beiden Kriminalschutzleute bekun- den, daß sie ihren Gewährsmann nicht nennen dürften, daß ste sich auf denselben als zuverlaffig ganz verlassen können. Nach dessen Mitthellung seien die Atressaten mit der Absindung der Packete an ste stets einverstanden, resp. dieselben werden vorher um ihre Zustimmung ersucht. Der Staats- anwalt beantragt auf Grund dieser Aussagen das Schuldig und die Verurtheilung beider Angeklagten zu je drei Monaten Gefängniß. Rechtsanwalt Frerldenthat eracktet nicht für er- wiesen, daß die Angeklagten von dem Inhalte der Kiste Kenntniß hatten. Andererseits würde die Verbreitung mit der Aufgabe auf die Post in Harburg bereits vollendet gewesen, somit Beihilfe dazu seitens der Angeklagten ausgeschlossen sein. Er beantrage daher Freisprechung der Angeklagren- Der Ge- richtShof nahm bei dem angeklagren Ebemann Mittbäterfchast an und verurtheilte denselben zu 100 Mark event. 20 Tage Gefängniß. Die Ehestau sprach er stei. Die dreitägige Verhandlung gegen die Haukbefitzcnn Keimling, den Rohrleger Prast und den Fabrikantrn Louis Ludwig wegen Meinervs, Anstiftung dazu und wegen Ver- lettung zum Meineide endete mit völliger Freisprechung der drei Angeklagten. Die Sache streifte an die Affaire Schmidt- Voß heran, weshalb fich die Verhandlungen selbst der Bericht- «stattung entziehen. Arbeiterbemguug, vereine und Uersammlungen. Eine Delegirte«. Versammln« heute, Dienstag Abend 8'/- Uhr, Alte der Tagesordnung steht l der Tischler findet ____„akobstr. 37 statt. Auf 1. Die Erhebungen der Vertrauens- männcr inbetreff der Lohn- und Arbeslsverhältmsse der Bcr- liner Tischler. 2. Beschlußfassung, besteffend die Maßregelung eines Delegirten. 3. Verschiedenes. Minimaltarife find jetzt für alle Arbesten zu haben, auch Tische und geschwellte Arbeit. Werkstätten, welche noch nicht vertreten find, haben ibrcn Delegirten ein Mandat auszustellen, ohne Legitimation ist kein Zutritt zur Delegirtenvttsammlung. Eine große öffentliche Versammlung sämmtlicher Schlosser und Bcrufsgenosscn findet am Mittwoch, dm 3. Dezember, Abends S'/a Uhr, im Louisenstädtischen Konzcrthause, Alte Jakobstraße 37, statt. Tagesordnung: 1) Bortrag über die Lohnbewegung. Refnent Herr Rödel, 2) Diskusfion, 3) Wahl eines ersten Vorfitzendm, der zugleich Hauptlasfirer werden soll. 4) Wahl von drei Revisoren, 5) Verschiedenes. Der hochwichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Kollegen, am Platze zu sein. Die Zeug- und Raschmacher-Gtsellen-Kranken- und Begräbnißkaffe, E. H. Nr. 51, gewährt ihren Mitgliedern Alles nach dem neuen Gesetz vom 1. Jnni 1884. Die Kasse ist fich er gestellt, indem dieselbe einen großen Fonds befitzt. Von dem Fonds der Kasse kann fich jedes der Kasse beitretende Mitglied überzeugen. Mitglieder, welche gesonnen find, der Kasse beizutreten, können fich melden Andreasstraße 37, Hof eine Treppe bei Wienecke. Central- Kranken- Kasse des Deutsche« Senefelder- Bundes(E. H. Vermalt.< Stelle Berlin: Dienstag dm 2. Dczmbr. er. im Restaurant Weil, Alexandrrstr. 31, Adds. 8 Uhr. Verwaltungs- und Mitglieder-Vcrsammlung. Eine General-Versammlung der Kranken- und Be- gräbniß- Kasse der Berliner Gürtler und Bronceure (E. H. Nr. 60) findet Mittwoch, den 3. Dezember, Abends 8 Uhr, im Konzerthause Sanssouci, Kottbuscrstr.4-1, statt. Die Statutcnbücher werden dort verabfolgt. Die Quittung legitimirt zum Eintritt. T.-O': 1. Verkündigung des Wahl- Resultates des am Sonntag gewählten Vorstandes. 2. Ge- schästliches. Die Berliner Hutarbeiter werdm darauf aufmerksam gemacht, daß die Aufnahme in die Kranken- und Eterbekasse der Berlin« Hutarbeiter und Berufsgenossen iEingeschricbme Hilfskasse) für Berlin biS zum 1. Januar 1835 ohne ärztliche Untersuchung und ohne Ält«Sgrenze geschieht. Die Auf- nahmestellm befinden fich: 1) Bernauerstr. 77, II., bei A. Lieben; 2) Fciedrichstr. 27, Hof II., bei F. Slbmst.! 3) Uoikstcaße 8, bei Deroche; 4) Pappcl-Allee 7, IL, bei& Augustin.. Aufnafimescheine für die Fabrik- und Handarbeiter- Kranken- und Eterbekasse beiderlei Geschlechts iSitz Dresden) find täglich in Empfang zu nehmen bei Kauna, Ädalbertstr. park-, im Lokal.,, Gauvererein Berliner Bildhauer. Anncnstr. 16, bcutc Abend 9 Uhr: Referat und Diekusfion über„Allgemeine gewerbliche Fragen" und Verschiedenes.(Tclegirten-Versammlung.) Bezirksvereiu tes werkthätigen Volkes der Schön- Häuser Vorstadt. Dienstag, den 2. Dezember. Abends s Ubr, Schönhauser Allee 161. Große Versammlung. Vortrag des Herrn Kand. Schwennhagen. Verschiedenes und Fcagekasten. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. ZahlreiiW» Erscheinen dringend nothwendig. Prag, 30. November. Zufolge Meldung eines ProvinzG' blattes stellten am 26. November dreihundert Bergleute d» Resem'schm Kohlmwerts in Offegg die Arbeit wegen Lovn- abzug ein. Em Theil der Ardeitcr ist bereits wieder eingi' fahren, die übrigen verhalten fich ruhig. .. üriefloften der ItedoRtioo. M. 91. Ragnit, Ostpr. Wir wndcn sehen, daß wir Ihrem Wunsche nachkommen können. A. H., Teltowerstraße. Der Betreffende muß mindefime ein Jahr die Prima eines Gymnastunis oder Realschule erster Ordnung b?sucht haben. A. P. Wir konnten natürlich nicht alle bei uns einlas- senden Aiittheilungen der bewußten Art veröffentlichen. W» suchten die besten aus, und mußten selbstredend auch einmal dann- aufhören, sonst hätten die Einsendungen niemals ein Ende ßf nommen. Im Uebrigen aber besten Dank für Ihre Auf- merkiamkeit. G. Große. Sie w«den sich sehr bald überzeugen, baß alle Ihre Betürchtunaen grundlos waren. A. Teeck 8. Wird von den nächsten Tagen ad 6* scheheir. Dienstag: Hera. Theater. Königliches Overuhau»: Königliches LchauspirlhauS: Dienstag: Nathan der Weise. Deutsche« Theater: Dienstag: Die Welt, in der man fich langweilt._ NelleaUtance-Theater: Dienstag: Vorletztes Gastspiel der Königlichen Hos- fchauspielerin Franziska Ellmenreich. Auf Verlangen: Die Provinzialin. Hierauf= Die bezähmte Widerspenstige._________ Rene» Friedrich.«ilhelmstädtische» Theater: Dienstag: Gasparone. Eeutrai-Theater:„ Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Auftreten dcS Fräulein Anna Grünfelv. Dienstag: Z. 38 Ä.; Der Walzer-König.___ Stestdeuz-Theater: Dienstag: Zum 13. Male; Der Klub. Pariser Lebensbild in 3 Allen von E Gondinet. Walhalla-Operetten-Theater: Dienstag: Gillette._ «svtsenvädttsche» Theater: Dienstag, den 2. Dez.: 95. Gesammt-Gastspiel der Liliputaner. Zum 3. Male: Brillen- August. Gr. Zaubcrpoffe in 5 Akten von E. Emmerich- Novität!___ Ostend-Theater: u- folgende Tage: Im Lande d« Freiheit. Großes fationS- Ausstcllungs- Schauspiel in 9 Bildern von H. v. Gordon. Mustt von Th. Franke._ Dienstag u Dienstag: Excelstor. Viktoria-Theater: Wsunn-Thcat«: Dienstag: Der Raub d« Sabinerinnen. Alliain.'bra-Theater. Wallnertheaterstraße 15. Dienstag und folgende Tage: Eine Nacht in Berlin. osse mit Gesang in 3 Akten von A. Hopf., Vorher: Grosies Konzert, ausg-'tihrt von der aus sO Musikern bestehenden Theater-Kapelle, unter Lettung des Kapellnetst«S H«rn Ludwig Elaustus. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 7% Uhr. Wichtig für jede Familie! Dn Verfasser d« gemeinnützigrn Nottzen unseres BlaiteS, ein früh«« Äpothek«, wünscht im Januar 1885 ein Kräuler- büchlein, nebst Angabe einer einfachen und billigen Haueapo- ihtle, h«ausz>lgebcn und sucht schon jetzt Abonnenten(»50 Pf.) darauf sub D, N. durch die Exped. d. Bl._ 1445 KxbMsmarkt. Suche A'.beit im Nähen f. A. bill. Lranienstr. 131, v. 4 T. s 1445 Bügler auf Daiea-Iäntel v«langl 1453 Mendeison, Georgen knchstr. Parzelle 6. Eine geübte Plätterin wünscbt noch einige Tage Be- schäftigung. 1457 Schlegelftr. 27, Hof 2 Treppen links- Ei« j. Mann, gel. Klempner, w. Beschäflg. jeder Art. Bdr. u. w, w. j d. Exp. d. Zig.__ 1460 Ein Arbeiter, welcher keine Arbeit scheut, sucht Beschäfig. Näheres Memelerstr. 80, Hof IV. bei L. Ahlfeldt. 1459 Etgarrnr 36..« ifrriWüt."34 Eine fr dt. Schiasstelle Pücklerstr. 13 der Rohkohl. H- i. 1462 ltb.-6ej.-Dtrtin s. d.©lien gerlins. Dienstag, d. 2. Dezember, Abends 8'/, Uhr, Versammlung tu K e 1 1 e r's Lokal. Andreasstr Nr. 21. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Hcnn Dr. med. Wurm über„Augen- i-anfbeiten". 2. V-rlcliied-neS. 3. Fragekasten.— Aufnahme ati<" Mitglieder.(Säfte, durch Mitglied« eingeführt, haben ZuU.U.— Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht 1�8] Der Vorstand. Verein zur Wahrung der Interessen der Maler. Vereinsversammlung 1461 AbendS 8'/. Uhr Alte Jakodestraße 83- Vorirag üb« das UnfalloersicherungSgesetz- Gäste haben Zutritt. Versammlung des Fachvereius d. Tischler Mittwoch, den 3. Dezember. AbendS SV* Uhr Ackerstraße 144. Tagesordnung: Vortrag, Verschiedenes und Fragrtasten. Gäste find willkommen. Neue Mitglied« werden aufge- nommen.(1463) Der Vevollmäcktigte. Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Schlosser und Berufsgenossen am Mittwoch, den 3. Dezember, Abends 8'/, Uhr im Louisen- städtischen KonzcrthauS, Alte Jakobestraße 37. Tagesordnung: 1. Vortrog üb« die Lohnbewegung. Referent: Herr Rödel. 2- Diskusfion. 3. Wahl eines 1. Vorfitzenden, der zugleich Haiiptkassirer wer- den soll. 4. Wahl von 3 Revisoren. 5. Verschiedenes. Dieser hochwichtigen Tagesordnung wegen ist es die hei- ligste Pflicht eines jeden Kollegen, am Platze zu sein- 1464 Die Lohnkommission. Versammlung sämmtlicher Söttcher Lerlins (Meister und Gesellen) Mittwoch, den 3. d. Mts., Abends 8 Uhr, Große Frankfurtcrstraße 117. Da in letzter Stunde daS Statut d« Zentral-Kranken- und Sterbckasse(E- H) zu Leipzig genehmigt ist, so werden in dieser Versammlung Ein- Zeichnungen und die Wahl eines Lekal-Vorftands vorgenommen. Um rege Betheiligung bittet der jetzige Vorstand. 1454_ A. Trautmann. In der Zeug- u- Naschmnchergesellen- «. Berufsgenossen-Kranken- u. Begräbnißkasse(E H-9ir.51) findet die Auflage jeden Sonntog noch dem 15. jeden Monats von 10—12 Uhr Vorm- im Helbergslokal, Landwchrstr. 11, statt. 1455 Der Vorstand FiiliisellftW. Knirbsv.„Uoriliärts." Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 3 Dezember» AbendS 8 Vi Uhr, in Conrad s Salon, Wasserthorstr- 68 Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2- Vor' trag des Herrn Dr. vhil- Ang«s>ein: Ueber Egtzp'«u 3. Dttkusston. 4. Ve.schierenes. 5. Fragekasten. Alle Mä» gliedcr werden ersucht, des interessanten Vortrags wegen, recht zahlreich zu erscheinen. Gäste willkommen. 1449 Der Vorstaad. Mitglieder-Versammlung des Bezirks-Ver...Lausitzer-Platz� Mitiwoch, den 3. Dezember, Abends 8'|, Uhr Naunv»' straße 9. Die TaaeS- Ordnung wird in der Versammlung be- kannt gemacht. 2. Vnfchiedenes. 3. Fragekikiem Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist es Pflicht eincK jeden Mitgliedes«u«scheinen- Gäste durch Mitglieder eingesühtt haben Zutritt. Neue Mitglieder w«den aufgenommen. 1453 Der Vorstand. Mdel-, Spiegel und Polstcnv jiaren- Magazin eigener Fabrik von Nugust Herold = Berlin SO, Skalitzerstraße 112,= zwischen d« Manteuffel- und Mariannenstraße. Enrpfiehlt sein reichhaltiges Lag« zu den solidesten Preisen bei prompt« Bcdienung. Ein- und Verkauf von alten Möbeln, auch wird jede im Tischlersach vorkommende Arbeit verfertigt und ganze Wirthschaften w«den aufpolirt. Neben einer reichen Auswahl hochfeiner Modcstoffe zu bekannt billigen Preisen haben wir eine Menge Kleiderstoffe für den Weihnachts- Basa Einkauf bedeutend billiger »um ganzlichen Aaeverlaus gestellt und empfehlen Cheviot Diagonal jaspo.......... Mir. 30 Pf. Cheviot Warp, glatt und sthr hübsch karrirt,...... Mtr. 35 und 40 Pf. Lama-Vigogne, warmes gutes Haasklei!»,........ Mtr. 50 Pf. 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