Donnerstag, 4. Dezember 1884. Mgan für die Interessen der Arbeiter. 4 , DaS„»erlittet Volksblati Mut tSglich Morgen« ernster nach Sonn» und Festtage« 24% free in'« Hau« vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Nummern Abonnementsprei« für Mark, wöchentlich 35 Pf. 5 Pf. Postabonnement pro Quartal 4 Mark.(Eingetragen im VULL Nachtrage der PofizeiwngSpreiSliste unter Nr. 719a.) IttsertioaSgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petetzcile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereiokunft. Inserate«erden bi« 4 Uhr Nachmittag« in der Expedition, Berlin 3W., Zimmerstraste 44, sowie von alle» Annoneen» Bureaux, ohne Erhöhung de« Preise«, angenommen. WeöaKticm unö KXpsöMon UerNn SW., Mmmerstraße 44. Las allgemeine Wahlrecht. Echr häufig wird gegenwärtig in den Blättern,«ament- � de» deutsch-freisinnigen, darauf hingewiesen, daß daS .ienreine gleiche, direkte und geheime stecht, sowie wir e« gegenwärtig für den Reichstag bedroht fei und daß der Reichskanzler auf Ab- wog dieser von ihm angeführten politischen Institution » weil fie sich für seine Zwecke nicht bewährt habe. w wag so sein und Herr von Puttkamer hat ja auch ein- �wa« dergleichen angedeutet, ,«a» hört so Manchen leichthin sagen: DaS allgemeine wecht kann nicht mehr abgeschafft werden." Und Jw Spießbürger geberdet sich hinter dem Weißbiertisch , e' alt ob et mit Hab und Gut für da« allgemeine r�cht einstehen wolle. «tt kennen da« schon. DaS allgemeine Wahlrecht L* allerding« abgeschafft werden, wenn die Regierung d f" dieser Verfassungsänderung erforderliche Zwerdrittel- jMitäi findet. Wenn die« geschähe, so würde daS Weiß- JWiftertljuOT, da« manchmal so laut schreit, eben sich schweigen wie immer. j,."erding« haben auch einzelne nationalliberale Blätter «hsschränkung des Wahlrechts empfohlen. Allein wenn u.?ch diese Angelegenheit näher ansieht, so wird man 3 Wien, daß e« mit der Beschränkung des Wahlrechts Weile hat. m Regierung zunächst würde gar keine oder nur Abänderungen aus einer Einschränkung deS Wahl- � pehcn. Wie man das bestehende Wahlsystem auch kiß*- durch Einführung eines Zensus, der öffent- .Stimmabgabe, einer Klasseawahl oder indirekten Wahl Vor! Herl würde immer die große liberale juVSeoisie davon tragen, die unabhängige ist und die iC reger Agitation besitzt. Es ist fast immer so ge- ,2' daß bei beschränktem Wahlrecht sich die liberale iJ>eo'fie schließlich die Mehrheit in den parlamentarischen ( j ichaften erkämpft hat. Man denke nur daran, daß in % �ffiktSzeit der scchsziger Jahre die oppositionelle Mehr« , preußischen Abgeordnetenhauses auf Grund deffel- dj��klassen Wahlsystem« gewählt war, daS einst von d selbst in so scharfe» Ausdrücken verurtheilt wor- i�en» einerseits also die Regierung keineswegs aus iw �schränkung des Wahlrecht« einen augenblicklichen lt b11»hoffen kann— denn sie erklärt ja doch die libe- z««»rgeoisie al« de« ihr am wenigsten sympathischen � ko hat auch die konservative Partei der Ein- �*"0 de« allgemeinen Wahlrechts keineswegs das Wort �' Und doch nicht etwa aus Gleichgültigkeit. Den« IeuMeto� Gesucht und gesunde«. Roman von Dr. Dux. >(Forseyung.) � schwieg sinnend einige Minuten. »kl�ermüthig schweifte sein Auge nach der Richtung, JjQ 3�ntiitri rinnen mitfifs» ryre«cyonyerr senerr mrcy, n i,r eiww t keine Rechenschaft geben kann; es ist ei ».�alt, welche mich zu ihr hinzieht." «rzJ' chan im ersten Stadium Verliebtheit, im zweiten im dritten Anbetung nennt." hi'V'prsweg«! Es ist nicht der Eindruck ihrer äußer- t, Riax, es ist auch nicht der Zauber ihres We- W'st das Geheimniß, das in der Tiefe dieses ilt» n Herzens verborgen ruht, ür Donuil liegen mußte. � Gräfin Agathe l"* murmelte er vor sich.„Wahr- o kühle, daß sie mein Herz mit einem unwidersteh- Kauber gebannt hat." 'a rst schön," sagte Max. ' ihre Schönheit fesselt mich; es ist etwas, von ein ma- rn welche« mich an sie ' fo! Ich kenne das. Nun, ich mache Dir einen "ier-'o verschieben unsere Abreise noch auf acht '«j| oi""1 Tage, und Du machst noch einen Besuch auf i!; �uuil. Vielleicht wird Dir dann das Geheimniß, slniirA fesselt, klar, und Du wirst inne werden, daß .»»ck v:. 6l0nbe Gräfin verliebt meine Hei- ■n 1 Vn bie melancholische, )»ia» erde inzwischen einen Abstecher in r ti. Ich habe dort liebe Verwandte; und" einem bedeutungsvollen Blicke hinzu—„viel» j'e jch Dir gewisse Nachrichten bringen..." �«dh' �x. thue es!" siel O'Brian hastig ein.„Nach- (r t,.,/•-. ihm!" � die ü tief und versank in düsteres Schweigen. So n,'°tn Freunde neben einander her, ohne ein be- fie zu haben. Unnillkürlich schlug Felix die fi T)/ �alche nach Bleckfield und von da weiter nach führt.-- die Konservativen wisse» recht gut, daß sie einen erheblichen, ja den überwiegenden Theil ihrer Anhängerschaft verlieren würden, wenn die Kleinbauern und der ihnen ob seines Mangels an politischer Bildung und Reife ergebene Theil des Landproletariats nicht mehr mitwählen könnten. Sie werden den Ast, auf dem fie stehen, schwerlich selbst ab- sägen wollen. Daher das Schweigen der konservativen Presse gegenüber den nationalliberalen Heißspornen, die das Heil der Zukunft in einer Schmälerung des Wahlrecht« er- blicken. Die Zenttumkpartei hat zunächst dasselbe Interesse daran, da« allgemeine Wahlrecht aufrecht zu erhalte», wie die Konservativen. Die katholische Landbevölkerung ist, waS man auch sagen möge, die Hauptstütze der ultramontanen Bewegung; ohne die katholischen Bauer« von Oberbayer», Westfalen und den Landstrichen links deS Rhein« wäre die ultramontane Bewegung eben keine Macht. Dazu kommen die in den katholischen JüngliugS- und Gesellenvereinen organisirten Arbeiter von denen, gleichwie von den Bauer», die ultramontaaen Agitatoren jeden Hauch moderner Bildung, moderner Ideen sorgfältig abzuhalten bemüht sind. Mit einer Einschränkung deS Wahlrechts wie es heute besteht, würde da« Zentrum dieser seiner„großen Armee" beraubt werden und seine parlamentarische Vertretung auf ei» Minimum eingeschränkt sehen. Selbst wenn die Regierung dem Zentrum die vortheilhaftesten Angebote machen sollte — auf einen solchen politischen Selbstmord wird die Zentrum«- Partei sich schwerlich einlassen. Man sieht, da« allgemeine Wahlrecht, wie ei sich nun einmal in die politische Anschauung der BolkSmassen einge- lebt hat, beruht keineswegs auf dem angeblichen Widerstand der fortschrittlichen Weißbierphilister, sondern darauf, daß die sämmtlichen Parteien ihre Organisation dem allgemeinen Wahlrecht angepaßt haben. Und so haben vielleicht mit Ausnahme der Nationalliberalen, die eine Regierungspartei um jeden Preis sein wolle», alle Parteien daS dringendste Interesse daran, sich das allgemeine Wahlrecht so zu erhalten, wie eS ist. Man könnte einwerfen, daß die ultramontane Partei auch im preußischen Abgeordnetenhause, daS auf Grund de« Dreiklassenwahlgesetzes gewählt ist, eine starke Fraktion hat. Aber sie hat diese Vertretung nur durch den Kulturkampf gewonnen und in dem Augenblick, wo die Ultramontane» der Regierung eine Einschränkung des Wahlrecht« bewilligen würden, wäre auch der Kulturkampf definitiv zu Ende. ES sieht also nicht so gefährlich auS mit der Ab- schaffung de« allgemeinen Wahlrecht«, wie die Weißbier- Philister und die ihnen verwandte Presse sich geberden. Daß die Heidelberger Nationalliberalen, bei denen der vielbegehrte „Aufschwung" ausblieb, die Schuld auf das Wahlsystem Ein Feuerlärm, welcher in Schloß Davis ausgebrochen wäre, hätte sich nicht schneller verbreiten können, bis in die äußersten Winkel des Schlosses, als die Nachricht:„Lady Davis ist da!" Miß Äraddon stieß einen Schrei aus. Mr. HarrierS fuhr sich mit den Händen in die dünnen Haare. Die Dienerschaft rannte, ohne zu wissen wohin. Thüren wurden aufgerissen und zugeworfen. Man war in Verzweiflung, denn bi» jetzt war nichts in Ordnung. Lady Davis kam vierzehn Tage früher, als man sie erwartet hatte. In aller Hast wurden die Teppiche auf die Treppe gelegt. Mr. HarrierS stürzte in seine Wohnung, um seinen Oberrock mit dem schwarzen Frack, sein Halstuch mit einer weißen Binde zu vertauschen. Die weiße Haube der Miß Braddon schien ihr nicht weiß genug. Sie warf dieselbe ab, und suchte vergeblich eine andere; sie riß alle Kleider aus dem Kasten, um sich in das für den Empfang schickliche Kostüm zu kleiden, und inzwischen eilte sie wieder hinaus, um noch Befehle zu er- theilen, die ihr uncn-fschiebbar schienen; und vor lauter Hast und Ueberstürzung fand weder Mr. Harriers seine weiße Binde oder seine weißen Handschuhe, noch Miß Braddon eine schickliche Haube, noch brachte die Dienerschaft das Ausbreiten der Teppiche zu Stande. Bestürzung hatte Alle ergriffen. Seit zwölf Jahren war es das erste Mal, daß Lady Davis so früh zurückkehrte; man hatte sich daran gewöhnt, daß sie Sonderbarkeiten an den Tag legte. Ihre auffallen- den Gewohnheiten waren alltäglich geworden, und jetzt, da sie einmal von ihnen abwich, betrachtete alle Welt dies als ein Wunder. Mit Hilfe des Portiers und einig.r Lakaien verließ Lady Davis ven Wagen. Sie war eine Dame im Anfang der vierziger Jahre. Gram und ein tiefer Seelenschmerz hatte ihren bleichen Zü- gen eine durchsichtige Farbe verliehm. Ihre dunklen Augen hatten einen eigenthümlichen düsteren Glanz und waren von langen, schwarzen Wimpern beschattet und von edel geboge- nen Brauen umwölbt. Man mußte gestehen, daß sie immer noch schön sei; bezaubernd aber mußte duses schöne Antlitz mit den tief glühenden Augen vor zwanzig Jahren gewesen schieben, ist erklärlich. Allein damit ist noch lange nicht ge sagt, daß die nationalliberalen Bäume in den Himmex wachsen werden. Bange machen gilt hier nicht! KolitiseKe Rebersiekt. Die Einführung de« Krankenversicherungszwange« wird— so schreibt die„Hamb. Bürgerztg."— wie man dort, insofern viele Schwierigkeiten hervorrufen, als zablrreich Arbeitgeber sich weigern, vom 1. Dezember an solche Leute in Arbeit zu behalten, die der Gemeinde-Krankenverficherung oder den Ortskaffen(den sog. Zwangskaffen) zugehörig werden würden, zu welchen Kassen die Arbeitgeber Beiträge zu leisten, bezw. !u welchen sie die ihnen Angehörigen an« und abzumelden »aben. Diese Arbeitgeber stellen dann das Verlangen, daß alle bei ihnen Beschäftigten Mitglieder freier Kassen find und dieS durch Bescheinigung nachweisen. Beweggrund für diese« Vorgehen scheint die große Belästigung zu sein, welche man durch daS An- und Abmelden, sowie bei den stch wiederholen- den Einzahlungen kleiner Bcitragssummen haben würde, ferner die leichte Möglichkeit wegm irgendwelcher Versäumniß in Strafe zu verfallen. Leider werden bei so bewandten Umstan- den Manche, denen es an der Gelegenheit fehlt, einer selbst- standigen Kasse beizutreten, ihre Arbeit verlieren."— Unserer Ansicht nach wird aber auch vielfach umgekehrt der Fall ein- treten, daß die Arbeitgeber um Unbequemlichkeiten zu vermei- den, ihre Arbeiter in Bausch und Bogen in die Ortskaffen aufnehmen lassen, obgleich ein Zwang zum Eintreten in die- selbm für Mitglieder einer freien Hilfskasse nicht existirt. Augenblicklich lassen stch die Konsequenzen des Kranken»«- ficherungsgesetzes noch nicht klar übersehen, aber soweit wir bi« jetzt blicken können, werden dieselben für die ArbeUer keineswegs günstig sein. In der Afrikanischen Konferenz gelangte gestem ein Antrag des amerikanischen Bevollmächtigten Herrn Sanford, betreffend die Schifffahrt auf dem Kongo, und gestem Morgen ein Promemoria des englischen Botschafters Sir Malet bezüglich der Nigerschifffahrt zur Vertheilung.— Aus den Erläuterungen Stanley's, die er in der Kommisfion über die m«- kantile Bedeutung deS Kongozebietes machte, wird noch bekannt, daß nach sein« Annabme gegenwärtig zu Leopoldville am Stanley Pool, der zukünftigen Hauptstadt deS Kongostaate«, etwa 3000 Elephanten-Zähne zur Ausfuhr zusammengebracht find, von denen jeder einen Werth von 1000 Francs(800 Marl) habe. Afrikanische« meldet folgendes Hamburger Privat-Tele- gramm:„Die Hamburger Firma Janyen und Thormählen, schon durch die Faktoreien in Kamerun hervorragend, errichtet eine Benus-Kompagnie und übernimmt die Leitung derselben unter vraktischer Mitwirkung des Afrikareisenden Flegel, deS Erforschers von Adamaua, DaS Kapital beträgt eine halbe Million Mark."— Der Benu<~ oder Binu«' ist ein großer südlicher Nebenfluß des Niger und bildet eine Wasserstraße, die zum nördlichen Kongogcbiet lutrt. Der Sinuc-, von sein. Sie bemerkte nicht die Unruhe, die Hast, die Ver- legenhcit der Dienerschaft, sie vermißte nicht de» feierlichen Empfang, Theilnahmslos, wie gestorben für die Außenwelt, ließ sie sich die Stufen der Halle hinaufführen. „Wo ist Miß Braddon?" Das war das einzige, was sie sprach, während der hundert Entschuldigungen, welche die Dienerschaft vorbrachte. Miß Braddon, in der Verzweiflung, mit welcher fie die Haube von sich geworfen und nach einer anderen gesucht hatte, war, als sie bemerkte, daß sie doch zu spät kommen würde, jetzt hinausgestürzt und erschien nunmehr ganz ohne Haube. Lady Davis bemerkte es nicht. Sie nahm den Arm ihrer Dienerin, und wankenden, matten Schrittes ging sie über den Korridor nach dem hinteren Flügel, wo Miß Braddon eine Thür öffnete, welche in die sogenannten kleinen Zimmer führte, dem Lieblingsaufenthalt der Herrin. Lady Davis sank hier sofort in eine Ottomane nieder. Sie war bis zum Tode erschöpft. Miß Braddon nahm ihr den Mantel von schwarzer Seide ab, und nun saß die bleiche Frau da das Haupt in die Hand gestützt, die Augen geschlossen, als ob sie,'einer Ohnmacht nahe sei. „Ach," jammerte die Oberhofmcisterin.„Ich bitte tausendmal um Entschuldigung. Wir erwarteten Sie ja noch nicht, und ich... O, wenn ich gewußt hätte... Legen Sie es mir nur nicht als Respektwidrigkeit aus, daß ich ohne Haube bin... und in dem Hauskleid... und diese Schürze!— Wie Sie bleich aussehen! Sie haben stch wieder nicht erholt in Italien! Nein, die Lust dort bekommt Ihnen nicht! Sie sollten in unseren Bergen bleiben! Q Sie Aermste! Wie eingefallen die Wangen sind!"„. So schwatzte sie fort, während sie rhre Herrin von dem Rest der Reisekleidung befreite. Sie hatte ihr auch den Hut abgenommen. Man sah jetzt, daß volles dunkles Haar das Haupt der Lady schmückte. � Zusammengehalten ward es durch einen goldenen p f e f l. Heber dem doch hinaufgehenden Kleide von dunkler Seide hing auf der Brust ein goldenes Kreuz. „Soll ich Jhn:n ein Frühstück hier anrichten?" fragte Miß Braddon.„O, Sie sind ja so erschöpft. Sie mü�- hä chem zunächst auch das Hinterland des Kamerun lusses zu ten erz ichen ft, könnte somit Einfallpforte sowohl in das Niger, wie in das Kongogebiet sein. Einige deutsche Faktoreien erificen dort bereits. Bei den bevorstehenden Verhandlungen Der Berliner afrikanischen Konferenz über die Nigerfrage dürften diese nene Angelegenheit mit in Betracht gezogen 新 werden. In Kiel bildet fich nach der Nordd. Allg. 3tg." ein nationalliberaler Verein für den fiebenten Schleswig- Holsteinfchen Reichstags- Wahlkreis, der sich die Aufgabe stellen dürfte, den dort zur Permanenz gelangten Stichwahlkampf zwischen Prof. Hänel und einem Sozialdemokraten zu beenden. Hoffentlich wird der nationalliberale Verein sich nicht allzusehr anjuftrengen brauchen, denn Herrn Hänel find schon diesmal nur noch die Stimmen der Landbewohner zugefallen, während Die intelligenten Städte für Heinzel votirten. Es läßt sich abe: annehmen, da die Landbevölkerung fich immer, wenn auch nur langsam, dem Urtheile der Städter anschließt, daß über drei Jahren Herr Hänel auch ohne Hilfe der National liberalen falt gestellt werden wird. Oder sollten die Natios nalliberalen gar andere Absichten haben? Butrauen kann man diesen kleinen Schälern schon so etwas! Die Nachricht, daß dem Reichstagsabgeordneten Bebel die Anklageschrift in der bekannten Kopenhagener Kongreß- Affaire zugegangen sei, ist, wie das Offenbacher Zabebl." berichtet, ungenau. Es handelt sich nur um den Alageantrag des Staatsanwalts. Eine Anklageschrift kann erst zugestellt werden, nachdem das Landgericht den Antrag des Staatsanwalts für hinlänglich" begründet erachtet und die Hauptverhandlung beschlossen hat. Wie wir vernehmen, halten die Betreffenden das vom Staatsanwalt zur Motivirung feines Antrags vorgebrachte Material für so wenig beweis fräftig, daß fie auf eine Widerlegung verzichten wollen. In Danzig fand vergangenen Donnerstag zum ersten Male feit Adams Beiten ein Versammlungsschluß in Folge des Auftretens der Arbeiterpartei statt. Betreffende Versamm lung tagte im Vororte Schildiz und sollte dem freisinnigen Rachwahlkandidaten Schrader Gelegenheit geven, sich den Schildißer Wählern zu insinuiren. Der Genannte wurde jedoch nach Schluß seiner Rede von zwei Arbeitern so heftig anges griffen, daß ein Tumult entstand und die Freude ein Ende hatte. Der Kandidat der Sozialdemokraten ist der Lithograph Jochem. Seine Freunde sollen es nicht für unmöglich halten, ihn zur Stichwahl zu bringen, obgleich BebeI am 28. Ottober nur 577 Stimmen erreichte vor drei Jahren freilich vor drei Jahren freilich nur 43! In Mittweida( Sachsen) haben bei der StadtverordnetenErgänzungswahl die Sozialdemokraten mit ihrer KandidatenListe gegenüber den sämmtlichen vereinigten ,, Drdnungsparteien" den Sieg davongetragen, indem für 11 ausscheidende Stadt verordnete 9 Kandidaten der Sozialisten und nur zwei Kandi baten ber ,, Ordnungspartelen" gewählt wurden. Selbst der bisherige seit vielen Jahren amtirende Stadtverordneten Vorsteher, Rechtsanwalt Schneider, ist durchgefallen. Desterreich. Eine Aufhebung des Ausnahmezustandes in Wien beziehungsweise eine Rüdgängig machung der Suspension der Schwurgerichte für eine Reihe von Verbrechen ist, wie aus Wien geschrieben wird, zunächst nicht zu erwarten. Diejenigen Ausnahmemaßnahmen, welche zeitlich nicht begrenzt sind, werden auch bis auf Weiteres aufrecht erhalten bleiben, die Verordnung betreffend die Schwur gerichte, die mit Ende dieses Jahres erlöschen sollte, wird aber Doraussichtlich verlängert werden. Frankreich. Die Einführung der Listenwahl stebt jest wirllich bevor. Nach derselben wird nicht mehr je ein Deputirter in einem Wahlkreise gewählt, sondern für eine ganze Provinz stellt jede Partei eine Liste von Kandidaten in entsprechender Anzahl auf, und diejenige Bartel, deren Lste die meliten Stimmen erhält, hat in allen Bezirken der betreffenden Broving gleichzeitig ihre Kandidaten durchgcoracht. Die Liften wahl wurde seiner Zeit von Gambetta angestrebt und ihre Ablehnung führte den Sturz des Ministeriums herbei. Jegt machen sich nur noch einzelne schwache Einwände dagegen geltend, denn die Einzelwahl hat ein unheilvolles Protektionswesen großgezogen. Wer ein Amt oder eine Vergünstigung von der Regierung braucht, wendet sich an seinen" Deputir tent, dieser bemüht sich, um den Wähler zu Dank zu verpflich ten, bei der Stegierung, und die Regierung schlägt dem Deputirten nicht gerne etwas ab, weil sie auf seine regierungsfreundlichen Abstimmungen rechnet. Die Konsequenzen, welche foll, welche für die Verhinderung der Uebernahme eines Man dats als Deputirter gelten. Ferner wurde ebenfalls gegen den Widerspruch der Regierung mit 260 gegen 246 Stimmen ein Amendement Floquet's angenommen, die Wahlen zum Senat mittels des allgemeinen Stimmrechts und Listenffrutiniums vorzunehmen. In Folge dieser beiden Abstimmungen gab Leon Renault seine Entlassung als Berichterstatter der be treffenden Kommission. Die Berathung wird Donnerstag fortgesezt werden. In Folge der Annahme des Amendements Floquet's ist der Ministerrath anf morgen früh zu einer außerordentlichen Sigung zusammenberufen, um die durch die Annahme dieses Amendements geschaffene Situation zu prüfen. Der Liberté" zufolge hätte sich der Ministerpräsident Ferry darauf beschränkt, von den englischen Vorschlägen bezüglich Egyptens Att zu nehmen und fich vorbehalten, später feine Ansichten bezüglich derselben mitzutheilen. Rußland. Wenn die Bildung in den unteren Klassen des Volkes nach und nach auch merkliche Fortschritte macht, so ist ihre Verbreitung immerhin nicht gerade sehr groß. Nach den Veröffentlichungen des statistischen Komitees( Ministerium des Innern) ergiebt sich, daß die 60 Gouvernements des europäischen Rußlands 22,770 Volksschulen mit 1,140,915 Schülern( 904,918 Knaben und 235,997 Mädchen) besigen, in welchen 36,955 Lehrer( darunter 12,566 Religions lehrer, 19,511 Lehrer und 4878 Lehrerinnen) thätig sind. Auf 1000 im Schulalter stehende Kinder kommt im Mittel 1,8 Schule. Dabei wird in den Lehrbezitken Moskau, Charkow, Kasan, Odessa, Orenburg und Wilna das Mittel nicht erreicht, dagegen in denjenigen von St. Petersburg, Kiew und Warschau überſtiegen. Die größte Zahl von Schulen befißt der Lehrbezirk Dorpat, nämlich 4,9 auf 1000 Kinder im Schulalter. Es wird auch das Verhältniß zwischen der Anzahl Schulen und Dörfer in einzelnen Gouvernements angeführt; dieses Verhältniß ist aber weniger geeignet, ein richtiges Bild von der Verbreitung der Volksschulen zu gewähren, da in diesem der Verbreitung der Volksschulen zu gewähren, da in dieſem Falle die absolute Zahl der Dörfer, ihre Größe, die Einwohner zahl in den einzelnen Gouvernements in Betracht zu ziehen wären und man leicht zu der Vorstellung kommen könnte, daß weniger dicht bevölkerte Gouvernements auf einer höheren Stufe der Volksbildung stehen. Dagegen interessant ist es, daß von den 6,158,155 Rubeln, welche jährlich auf die Volksschulen verwendet werden, 44 pCt. von den Provinziallandschaften( Semstwo), 34 pCt. von den Dorfgemeinden und blos 12 pCt. von der Staatskaffe herrühren. Die Privatdotationen betragen 6 pCt. der Gesammtausgaben. England. Die Berathungen zwischen Vertretern der englischen Regierung und der Opposition haben zu einer Verständigung über die Grundzüge der Bill zur Neueintheilung der Wahlbezirte geführt, von deren Vorlage die Tories des Oberhauses die Annahme der vielumstrittenen Bill zur Ausdehnung des Wahlrechts abhängig gemacht haben. Dem entsprechend ist die Vorlage der erst erwähnten Bill im Unterhause erfolgt, und legteres hat, wie der Telegraph meldet, die Bill in erster Lesung angenommen ober, wie nach englischem parlamentarischen Brauch genauer zu fagen wäre, hat den Beschluß gefaßt, die Bill gestern zum ersten Male lesen zu lassen. Wie weit die neue Bill die Mitglieder des Hauses befriedigt, das wird sich erst zeigen, wenn fte die Frage zu entscheiden haben, ob die zweite Lesung erfolgen soll; erst wenn diese geschehen ist, tritt nach dem geschloffenen Uebereinkommen an die Führer der Torypartet die Verpflichtung heran, für die rasche Erledigung der Wahlreform bill Sorge zu tragen. Der plögliche Entschluß Sir Randolph Churchill's, des Führers der sogenannten vierten Partei, eine längere Reise nach Indien anzutreten, kann als ein Zeichen dafür angesehen werden, daß die Verständigung zwischen Salisbury und Gladstone in der ganzen Reformfrage auf ziemlich fester Grundlage ruht. Bon der Bia zur Neueintheilung der Wahlbezirke hängt das Schickfal des Kabinets ab; für den Fall, daß dieselbe vom Unterhause nicht im Anfang nächsten Jahres angenommen wird, hat Gladstone gelobt, zu refigniren. Die neue Bill be rubt, wie ein Privattelegramm aus London meldet, auf folgenden Prinzipien: Alle Wahlflecken unter 15,000 Einwohnern gehen in Landbezirken auf; Wahlflecken zwischen 15,000 und 50,000 Einwohnern erhalten einen, zwischen 50,000 und 165,000 zwei Vertreter. London erhält 28 Vertreter, Liverpool 9, Glasgow und Birmingham je 7, Manchester 6, Sheffield und 2 Torpedowidder, 5 Kreuzer, 10 Avisos und 30 Torpedobook zu bauen. Die Roften hierfür würden einschließlich der mirung der Schiffe und der Befestigung der Koblenftatione auf 5% Millionen geschäßt, welche auf die nächsten 5 Jah zu vertheilen wären. Egypten. In dem zu Kairo von der Staat schuldenkasse gegen die egyptische Regierung angeftreng ten Prozesse ist gestern das Urtheil gefällt worden. D Gerichtshof erklärt darin, daß die Handlungsweise der eg tischen Regierung eine ungefeßliche war, insofern als d internationale Finanzkomitee allein kompetent war, das Biq bationsgesetz abzuändern. In Folge dieses Beschluffes werde alle Beamten, welche Gelder an die Regierung anstatt an di Schuldenkaffe zahlten, dieselben zurüd zuerstatteu haben.- D heißt, wenn bei ihnen etwas zu holen ist! Von der unter englischer Herrschaft stehenden Inf Trinidad sind jest nähere Mittheilungen über die entsegli Menschenschlächtere i angelangt, welche am 30. Oftobe dortselbst stattgefunden hat. Die ausgedehnten Zuckerrohr Cacao- Plantagen jener Insel werden seit der Unterdrüdu der Negersklaverei durch ostindische Culies bearbeitet. Di armen, genügsamen und friedfertigen Menschen, deren B auf 60 000 gefchäßt wird, sind Anhänger der Buddhisti Religion. Ihr religiöses Hauptfest, welches der Mohame danischen Religion entlehnt ist, das Mohurrum- oder Hooja Fest genannt, wird am 30. Oftober gefeiert. An diesem T bereiten sich die Culies Pagoden[ von Papiermache von schiedener Größe, füllen dieselben mit Geschenken, und trag dieselben in Prozession zum Meeresufer, um sie als Opfer f ihre Gottheit in das Meer zu werfen. In Folge der fürchte lichen Zucker- Krisis, welche auf Westindien lastet, wat die Arbeitszeit der Culies von den Pflanzern erhöht und Lohn ton 35 auf 30 cents Hierdurch fühl täglich reduzirt worde In Folge dessen machte sich begreiflicherweise eine Mi ſtimmung unter den Culies bemerkbar. sich der Gouverneur der Insel, welcher bei dem Hoof Feste Exzesse befürchtete, bewogen, das Fest ohne Weiter zu verbieten, obwohl die Culies dringende Vorstellunge machten, daß ihre Religion ihnen dasselbe vorschriebe bei ihrer Uebersiedelung von Ostindien noch Trinidad ihne die freie Ausübung ihrer Religionsgebräuche verbürgt word fei. Als Antwort ließ der Gouverneur das Kriegsschiff, Dido tommen, auf der Rhede von San Fernando, einer kleine Küstenstadt von 5000 Einwohnern, anlegen und Marin soldaten ausschiffen. Bugleich wurde San Fernando, bu welche Stadt der Hauptzug der Culies nach dem Meere geben hatte, mit 74 Neger Polizisten und 20 Landfoldal befegt. Die Hauptstadt Port of Spain( 35 000 Einwohn blieb nur mit 25 Bolizisten und 40 Landsoldaten besest. verlief auch Alles in Huhe. Anders ging es in San Ferna Kultes zu. Als am 30. Oktober die Prozeffton der Kuli es mit i Pagoden vor den Thoren jener Stadt ankam, stellten ihnen die Polizisten und Soldaten entgegen und verweh ihnen den Durchzug nach dem Meer. Die Kulis geriethen große Aufregung, schwangen ihre Stricke( andere Waf batten sie nicht) und machten Miene, den Durchgang 鯨 Gewalt zu erzwingen. Da ließ der die bewaffnete Mad tommandirende Offizier die Aufruhratte verlesen und unmitt bar nachher ein mörderisches Feuer auf die gedrängte Ma der Kulies eröffnen. In einem Augenblicke lagen 12 Zob und 93 zum Theil schwer Verwundete, darunt Frauen und Kinder, auf dem Boden! Die Uebrige flohen entsegt davon. Ueber diese graufame, aller Menschli feit spottende Schlächterei wehrloser Menschen herrscht weiten Kreisen große Entrüstung. wolf in Die Entrüftung wi wohl nicht soweit her fein; wenn sie überhaupt nicht n Heuchelei ist. Man kann aber an diesem gräßlichen Vorkomm niß so recht wieder beurtheilen, was die englische Regierun des Herrn Gladstone unter Kultivirung überseeischer Lända verfteht. Welches Geschrei hätte man erhoben, wenn ein solche Massenmord von unschuldigen Kindern und Frauen von ba Eingeborenen verübt worden wäre! Jegt, wo dieses von fog. zivilifirten englischen Verwaltung ausging, herricht allen Wipfeln Ruh. Wir find überzeugt, daß den englische Beamten absolut nichts geschehen wird. Kann man fid aber über die Egypter wundern, daß sie sich die kultivirende Engländer vom Halfe zu halten suchen? China. Ueber den Stand der chinesischen Berthe Leeds je 5." Wie ein Telegramm weiter meldet, hat Courtney, digungsmaßregeln berichtet die Köln. Stg.": ,, Der Gouverne von Shanghai hat die Sperrung des Wusungfluffes parlamentarischer Sekretär des Schaßimts, seine Entlaffung 11 bei ba fich aus solchen Verhältnissen ergeben, fann sich der Leser selbst eingereicht, weil das neue System den meisten Wahlbezirken inneren Barre angeordnet. Schon find alte Kriegsdichunt ausmalen. Durch die Listenwahl wird der einzelne Deputirte unabhängiger von den Wählern und den lokalen Verhältnissen. Blich errirgen durch fie die Parteiführer größeren Einfluß und die Minoritäten werden fast ganz mundtoot gemacht. Aber man erachtet diese Bedenken jezt für gering gegenüber dem Protektions- Unfug. Die Depu tirtentammer nahm tros des Einspruchs der Regierung mit 372 gegen 135 Stimmen das von Perras eingebrachte Amendement an, nach welchem die Uebernahme eines Mandats als Senator unter denselben Bedingungen nicht statthaft sein etwas genießen, sich stärken. Ich habe einen herrlichen Pudding da; er ist noch vom Fest her, unangerührt. Darf ich Ihnen denselben nicht serviren?... Doer soll ich vielleicht Tauben, oder ein Hühnchen anrichten lassen? Vielleicht ein Glas Wein, Milady?" Laby Davis hörte von dem Allen nichts. Ruhe, Ruhe!" hauchte sie leise. Lassen Sie mich allein, Miß Braddon. Ich werde Sie später rufen." Erschöpft sank das bleiche Haupt in die Kissen; eine tiefe Dhnmacht umnachtete ihren Geift. Neunzehntes Rapitel. Der Januar überschüttete die Residenz mit Schnee und Eis. Die Armuth fior entsetzlich, und der Reichthum hatte bie schönste Gelegenheit, in fostbarem Pelzwert zu promeniren und glänzende Schlitten- Korfos zu veranstalten. Wir treten an einem solchen eiskalten Januartage in die Behausung des Rendanten Elsler. Es war eine befdheidene Behausung, deshalb aber an diesem Abend nicht minder behaglich als die Salons manches reichen Mannes. Ein Wohnstübchen. nicht gerade elegant, aber auch keinesweos ärmlich ausgestattet, ein warmer Dfen, neben dem= nur einen Vertreter gebe und keine Sicherheit für die Ver tretung der Minoritäten biete. Im Oberhause vertheidigte der erste Lord der Admiralität, Lord Northbrook den Zustand Der englischen Flotte und erklärte, die Regierung sei entschloffen, die Flottensuprematie Englands aufrecht zu erhalten. versenkt zu werden. und Fahrzeuge dorthin geschleppt, um mit Steinen gefüllt un Ebenso ist ein Dampffcahn mit eine Dampframme dorthin grbracht, um Pfähle in den Grund treiben. Bei der wichtigen Stellung, welche Shanghai Seehandel einnimmt, würde eine gänzliche Absperrung 碳 bel England befize weit mehr Schiffe als Frankreich. Die jeßigen Wusungfluffes eine unberechenbare Störung des Handels herbe Ausgaben Englands für den Bau von Panzerschiffen übersteigen diejenigen Frankreichs bedeutend. Die Regierung be burd fübren und für manche Ausfuhrhäuser verderblich werd Gleichzeitig ist auch das äußere Fahrwaffer des Wufung b treibe die Fertigstellung der bereits im Bau begriffenen Panzer Legung von Minen unsicher gemacht. Die Festungswerte b Wusung sind verstärkt und von diesen ausgehend ein bis ju schiffe so viel wie möglich und beabsichtige 4 neue Panzerschiffe, faum zur Jungfrau herangewachsen und eine ganz befon ,, Es ist sieben Uhr," sagte Frau Elsler, den Blick auf des Predigers und des Kaufmanns Amberg. Sie war einer Viertelstunde muß mein Mann hier sein, und hoffent- bere Zuneigung bewog Frau Elsler, dieses junge Mäbchen die unter der Glasglocke prunkende Stuguhr richtend ,,, in lich bleibt auch Georg nicht länger." ,, Georg ist immer pünktlich, antwortete Frau Amberg, im zu sich zu nehmen. Bertha lernte Lucie kennen, fie hört die ebenfalls an dem Tische sitt und mit einer sehr feinen Haufe ihres Bruders schon so oft hatte erwähnen hören von ihr den Namen Rodenburg's nennen, dessen fie ja i und die Bekanntschaft war geschlossen, welche sich in fur Zeit in Freundschaft verwandelte. Das gute Herz b ,, Es ist mir ordentlich peinlich, daß ich Euch hier fast jeden Frau Elsler war sofort gerührt worden von der Erzählun Batist Stickerei beschäftigt ist. = Wie gut Du bist, wendend, hinzu. fügte fich an die Das nennst Du zur Last sein, Käthchen?" fragte Abend zur Laft bin" " Frau Elsler vorwurfsvoll. Du weißt, wir hätten Euch, Lucie's und sie hatte gesagt: Lucie, mein Kind, Sie sollen nicht obbach- und fou los in der Welt umherirren. Wir haben zwar nur weni als das Unglück über Euch hereinbrach, gern geholfen, aber das Wenige, was wir haben, theilen wir gern m wenn wir gekonnt hätten." ,, Davon bin ich überzeugt, Schwester," versette Frau Amberg; Ihr habt mehr gethan, als ihr thun fonntet." denjenigen, welche wir lieben." Während nun Herr Elsler den Tag über die ermaben den Arbeiten des Bureaus verrichtete, und während babein die schaffende und ordnende Hand seiner braven Wilbe unb Hausfrau, in ihrer Arbeit immer emfig fortfahrend. Wenn der reiche Herr Pastor, Dein würdiger Herr Schwager, Euch hätte helfen wollen.. " Das Wenige war leider nicht ausreichend," sagte die mine, der stattlichen Hausfrau, über dem Hauswesen wa n H ,, D, schweig' von dem," unterbrach sie Räthchen bitter. Der hartherzige Mann! Wie muß meinem armen Mann tete, saßen die beiden Freundinnen, Bertha Amberg Lucie Rodenburg, über ihren Handarbeiten, mit deren trag fie ihren Lebensunterhalt, soweit als ausreichend, stritten. Die Erinnerung an das, was in Schloß Rober burg geschehen, drängte eine Thräne in Lucie's Auge felben ein mächtiger Tisch, eine große Lampe auf demselben, zu Muthe gewesen sein, als er sich vor ihm demüthigte, Frau Elsler, welche von dem Theetische einen Blid welche den Tisch beleuchtet, das Zimmer dagegen in trau= lichem Halbounkel läßt das ist die Szenerie für einen Um gemüthlichen Winterabend in einer Bürgerfamilie. Um ben Tisch herum finden wir eine Anzahl Personen, auf deren Antlig wir zum Theil das stille Glück, zum Theil die stille Ergebenheit lesen. Der Hausherr ist von seinem Bureau noch nicht zurücg kehrt. Die Hausfrau ist eine behäbige, wohlbeleibte Dame, und ihre Figur und ihre ged egene Hauskleidung geben ihr ein besonders patriarchalisches Aussehen. Sie ist bekleidet mit einem einfachen Hauskleide und weißer Schürze. und von ihm hochmüthig abgewiesen ward." ,, Der Mann hat kein Herz und auch keinen Charakter," gab Frau Elsler zurück. Ich schwöre darauf, er allein ist auch Schuld an dem Unglüd unserer lieben Lucie. Nicht wahr, mein Rind?" Zu Denjenigen, welche an dem Tische saßen, gehörte auch Fräulein Nobenburg. Sie hatte in diesem Hause eine Zuflucht gefunden. Der Zufall hatte sie mit der Familie Elsler bekannt gemacht. Sie war nach der Residenz ge= kommen, um sich Arbeit zu suchen und sich durch ihrer Hände Fleiß zu ernähren, nachdem sie gezwungen war, die barübe ihr herüberwarf, bemerkte es, und sie beeilte fich, fie " Mein Kind," sagte sie, grämen Sie sich nicht. Der Mensch kann auch glücklich sein ohne! trösten. thum." Reid ,, Ach, das ist's nicht," antwortete Lucie, was mid schmerzt, ist, daß mein Onkel mich für undantbar häl während ich ihn doch liebte wie meinen worden," eiferte Frau Elsler. Vater." S ,, Sie find ein Dpfer einer schändlichen Intrigue ge ,, Nein, nein," widersprach Lucie; nicht einer Alles an ihr ist Saub rfeit und Solidität, und dies ist Zufluchtsstätte im Haufe ihres Dnfels zu verlassen. Der trigue, es waren unglückliche Zufälle, die Niemand verfchuld gewiß nicht wenig geeignet, ihre Autorität in Küche und Haus zur Geltung zu bringen. Sie fervirt auf einem vor Sem Sopha fiehenden Tisch den Thee, während die Hände enigen, sie am Dfen sigen, emsig arbeiten. Bufall wollte, daß sie in demselben Tapisserie- Geschäft Arbeit fuchte, in welchem auch Fräulein Amberg beschäf= tigt war. Fräulein Bertha Amberg war die jüngste Schwester hat." diese Zufälle verschuldet hat." ,, Und ich behaupte dennoch, daß die schlaue Emm ,, Ach nein, liebe Frau Elsler, Sie thun Emmy Un Date W weit erft landenw der Sto oder rot der Son Befestig hat aller Provian Liefern, für die fuln der päer un Au telegrap einige d Kelun 20 Todt gofen an Leichen wieber a fest die ift, diese nehmen soll eine wird de tober w überras wurden Bacnin Chinesen einen ve ftärkung nördlich einen nesen 60 tition Betition tilionen befre nehmen für Ben fraglos wirthsch gablich gangsaö Bentner Effen bi landwir Steuer, allen B befreit wollen dukte un die Bete feuer n Bolle arten wirthsch nünftige auch auf hilfa naftaldin änderun Einricht Berfolg den öffe werde. diefem einer la wärtig Bräfiden tages ift Di Vormitt Kommiff begonnen der fie 3 Die me Bentrum v. Frant für die 12,900 S Bon der des Tit. irenden auswirft recht,& es traf meinen Tofigteit. nur für mich!" B einmal wird, u ungered fein." " Frau E „ A Shut 50 lofigleit Bruber " D man au P alüdlich Elende 3" 11 horchen, fuchen, ftorben ften benn wußte n hätten nicht an storben." E 11 nahm hi Tonnte. ba er a biefer bestimmt € Coole onen ahm 18 eng D SUP Dal qui erden D Di lid ober tung Diele Bab Ichen ame κρίσης L Cages fir ht Die di Eden Mit blk ofa terd ngen 2821 hnes Orden Dido Date Wusung, sowie nach dem Flusse Dan- the- tiang sich meilenweit erstreckender, mit Schießscharten versehener Wall gegen landenwollende feindliche Trurpen errichtet. Eigenthümlich ist der Stoff, welcher zu diesen Wällen verwandt wird: Lehm oder rothe Erde mit gekochtem Reis vermischt, welche Masse in der Sonne steinfest erhärtet. Schweren Geschüßen würde diese Befestigung freilich wenig Widerstand bieten, Der Gouverneur bat allen Chinesen streng verboten, den französischen Schiffen Broviant, Koblen oder sonstige Ausrüstungsgegenstände zu liefern, und auch ein gleiches in Bittform gehaltenes Ersuchen für die hier lebenden fremden Kaufleute an die hiesigen Konfuln der fremden Mächte gerichtet. Die hier lebenden Europäer und Amerikaner find noch immer ungefährdet." " erkannte zwar die Nothwendigkeit einer berufsmäßigen Konsularvertretung des Reiches in Südafrika an, hielt aber die Niedersetzung eines Konsuls für völlig ausreichend und be antragte demgemäß eine verhältnißmäßig geringere Dotirung der Stelle. Nachdem die Forderung der Regierung mit einer Stimme Majorität gefallen war, wurde der Frankenstein'sche Antrag angenommen. Nach Abschließung des Handelsvertrages mit Korea find ein kommissarischer Generalkonsul und ein Vizekonsul dorthin gesandt worden, um die deutschen Interessen an dem neuen Absatzgebiet zu wahren. Der neue Etat fordert für diese beiden Beamten, von denen der lettere seinen Wohnfiz in dem wichtigsten Vertragshafen Fusan nehmen sollte, zusammen 45,000 Mt. Auf Antrag des Abg. Hammacher wir jedoch nur ein Konsul mit 24,000 Mt. und ein Sekretär mit 6000 Mt. bewilligt. Dem Konjul in Apia sollen drei Vizekonsuln beigegeben werden, die ihn während der Bereifung seines ausgedehnten Amtsbezirkes in Apia vertreten sollen. Doch wurde nur die Stelle eines Vizekonsuls mit 15,000 M. bewilligt. Dagegen erfuhr Tit. 75( Konsulat in Borto Alegre) teinen Widerspruch, da die Interessen des Reiches, nachdem der bisherige Generalkonsul sein Amt niedergelegt hat, die berufskonsularische Vertretuna daselbst unbedingt erfordern, und ebenso wurden 30,000 Mt. für das neu zu errichtende Konsulat in Zanzibar bewilligt, damit die angeblich günstigen Aussichten für Erschließung neuer Absag gebiete an der Ostküste Afrikas dem allgemeinen Intereffe der deutschen Produktion gemäß verwerthet werden. Auch die Dotation für den neu zu freirenden Vizekonsul in Sinatow in Höhe von 15,000 Mt. erlitt teine Bemängelung, dagegen wurde die für Remunerationen ausgeworfene Summe von 302,600 Mt. auf Antrag Quene auf 290,000 Mt. gekürzt. Damit ist das Drdinarium dieses Etats beendet. Im weiteren Verlauf der Sigung beschäftigte sich die Kommission mit dem Militär- Etat. Aus Hongkong wird der Times" unterm 30. November telegraphirt: Am 14. ds. Mts. versuchten die Franzosen, einige chinesische Scharfschüßen von einem Hügel nahe bei elung zu vertreiben, wurden aber mit einem Verluste von 20 Todten zurückgeschlagen. Darauf bombardirten die Frangofen am 16. November den Hügel und es gelang ihnen, die Beichen ihrer Kameraden, welche uicht enthauptet worden waren, wieder zu erlangen. Dampfer und Dschunken durchbrechen jezt die Blotade, da die franzöftsche Flotte ungenügend, Bier franzöftsche Schiffe ift, dieselbe aufrecht zu erhalten. Bier franzöftsche Schiffe nehmen jetzt hier Vorräthe ein. Auf der französischen Flotte soll eine Seuche ausgebrochen sein. Aus Haiphong wird der Times" gemeldet: In dem Gefechte vom 20. Of tober wurden 3 franzöfifche Kanonenboote von den Chinesen überrascht und ein Boot gerieth auf den Grund. Schließlich wurden die Franzosen durch das Hauptkorps der Truppen von Bacninh entdeckt. Die Kämpfe dauerten 12 Tage und die Chinesen wurden allmählig bis Langkep zurückgetrieben, wo fte einen verzweifelten Widerstand leisteten, da mittlerweile Berstärkungen angekommen waren. Dennoch wurden fte bis Chu, nördlich von humoe, zurückgetrieben. Die Franzosen hatten einen Verluft von 60 Todten und 150 Verwundeten, die Chinesen 600 Tobte.( Forts. d. Pol. Uebersicht i. d. Beilage.) einen rine dand te p Date bn a 歡 beten Saffes Rad itte Raffe obt unk riges oliday wid omm rung inda olcher ben be übe fcben fid nben the new et ba unte eind nd at i b Herbe erden burd te ba Parlamentarisches. Die Mitglieder des Reichstages, wie sie aus den Neuwahlen hervorgegangen find, vertheilen fich nach Stand und Beruf folgendermaßen: Mehr als ein Drittel sämmtlicher Mandate nehmen die Angehörigen des Grundbesttes und der Landwirthschaft in allen ihren Zweigen ein; 130 bes im Wahlreise Rafiel Melsungen mit wenigen Stims men unterlegenen Materialwzarenhändler Pfannkuch als Kandidaten für den 6. Wahlkreis aufzustellen. Lokales. Außerordentliche Magistratsfizungam Dienstag. Der Etat der Sanitätsverwaltung und der Badeanstalten pro 1885/86 ist vom Magistrat in Einnahme mit 13,000 M. und in Ausgabe mit 58,490 M. festgesezt, so daß von der Stadt ein Zuschuß von 45,490 M. gezahlt werden muß. Die Ausgabe dieses Etats überschreitet die des Vorjahres um 9700 M., welche bedingt wird durch die für das nächste Jahr noth wendig werdenden größeren Reparaturbauten an den Badeanstalten. Der Etat für das städtische Krankenhaus in Moabit balanzirt in Einnahme und Ausgabe mit 370,002. Auch für diese Anstalt ist, wie beim Krankenhause im Friedrichs hain ein größerer Durchschnitts- Krankenbestand wie für den vorjährigen Etat angenommen worden, nämlich 425 gegen 350. Ebenso hat das Kuratorium fich veranlaßt gesehen, eine Summe von 3000 M. in den Etat aufzunehmen zur Versor gung der im Dienst der Anstalt etwa Beschädigten oder der Hinterbliebenen des Anstaltspersonals. In Folge der Ver mehrung der Betten erhöht sich die Ausgabe gegen das Vorjabr um 59,292 M., wovon 34,500 M. mehr Verwaltungs foften gegen früher entstehen. Die eigene Einnahme der Ans ftalt beträgt 33,500 M., so daß von der Stadtgemeinde ein Buschuß von 336,502 M. geleistet werden muß.- Der Etat für Straßenbeleuchtung, Besprengung und Reinigung ist für 1885/86 in zwei besonderen Etats, den für Beleuchtung und den für Besprengung und Reinigung zerlegt worden. Der Etat für Beleuchtung schließt ab mit einer Ausgabe von 154,830 Mart, doch findet eine Bezahlung des aus den städtischen Gasanstalten entnommenen Gases in der That nicht statt, sondern wird nur zur Berechnung gestellt. Zu dieser Summe tommen ferner die Kosten für Aufstellung von 600 neuen Gaslaternen mit 51,000 Mart und die Petroleumerleuchtung mit 54 170 Wart, so daß für die öffentliche Beleuchtung inklusive der nicht zur Bezahlung, sondern nur zur Berechnung gelangenden Kosten der Straßenbeleuchtung überhaupt 1 376 213 Mart zur Ausgabe kommen -Der Etat für Straßenreinigung und Besprengung weist eine Einnahme von 85 299 Mart und eine Ausgabe von 1556 539 Mart nach, erfordert also einen Zuschuß bon 1471 240 Mart. Der Etat ist gegen das Vorjahr um 9361 Mark in der Ausgabe erhöht. Für die Ferenverpflegungs Anstalt in Dalldorf weist der Etat eine Einnahme von 158 300 Mart und eine Ausgabe von 1 351 180 Mart nach, und ist in demselben 116 755 Mark Mehrausgabe vorgesehen, als im Vorjahre. Außerdem ist noch eine ertraordinäre Ausgabe von 31 960 Mart vorgesehen; es beläuft sich hiernach der zu leistende Buschuß auf 1 224 570 Mart. Jn Dalldorf selbst be fanden sich am 1. Oftober cr. 1244 Kranfe, so daß nur noch 6 Personen im Nothfalle hätten Aufnahme finden können; es mußten daher 647 Jrre in Privatpflege gegeben werden, welche Bahl fich voraussichtlich bis 1. Oftober 1885 auf 700 erhöhen wird. Um nun für die Zukunft ein Unterbringen Geistes franker in Privatpflege zu vermeiden, beabsichtigt der Magistrat, entweder eine zweite Jrrenanstalt zu bauen oder die bestehende angemessen zu erweitern, und hat zu diesem Zwecke von dem Kuratorium der Dalldorfer Anstalt einen Bericht darüber er fordert, ob das bisher angewendete System der geschlossenen Anstalt sich bewährt hat, oder ob es vorzuziehen sei, das soge nannte Kolonisations- System, bei welchem immer nur eine Kleinere Anzahl Jrrer in Kolonien gemeinsam untergebracht wird, in Anwendung zu bringen. Unter den von uns bereits gestern erwähnten 121 Bezeichnen fich als Ritterguts, Herrschafts-, Fideikommiß-, Matitionen, welche bis jetzt dem Reichstage, speziell der Betitions- Kommission vorliegen, find diesmal zahlreiche Betilionen um 8urüdnahme des Ausweisungsbefrets gegen Ausländer. Den meisten Raum nehmen die Befitionen um Verleihung der rückwirkenden Kraft für Pensionsgefeße ein, und das größte Intereffe verdienen fraglos die Bitten um Erhöhung der Eingangszölle auf landwirthschaftliche Produkte.(?) Es ist da eine Betition mit an gablich 11 000 Unterschriften versehen, um Erhöhung der Eingangszölle für Getreide und Delfrüchte auf 3 Mark per DoppelBeniner. Einige Landwirthe aus Mülheim a. d. Ruhr und Effen bitten sodann um Erhöhung der Eingangszölle auf alle landwirthschaftlichen Produkte und um Aufhebung der Grundfteuer, eventuell dahin zu wirken, daß die Grundsteuer von allen Buschlägen für Kommunal, Kirchen- und Schulabgaben befreit werde. Die Mülheimer haben einen guten Magen: fie wollen gleich Bollerhöhung auf alle landwirthschaftlichen Produkte und Aufhebung der Grundsteuer! Im Gedränge hatten die Betenten ganz vergessen, daß der Reichstag mit der GrundSteuer nichts zu schaffen hat. Der Frhr. v. Loe bittet um 3ollerhöhung auf Obst, sämmtliche Gemüsearten und überhaupt auf sämmtliche Produkte der Landwirthschaft. Hilfsarbeiter Schulge in Berlin hat den ver nünftigen Wunsch: die Wohlthaten des Krankenkassengesetzes auch auf die bei den verschiedenen Behörden beschäftigten bilfsarbeiter auszudehnen. Dr. M. Toeppen, Gymnafialdirektor in Elbing, und Genoffen bitten, daß durch Abänderung der Nr. 6 des§ 361 der Strafprozeßordnung die Einrichtung der Sittenpolizei abgeschafft und die Verfolgung aller Vergehen gegen die öffentliche Dronung und den öffentlichen Anstand dem ordentlichen Richter unterstellt werde. Fräulein Elise Heffel in Paris bittet auch in diefem Jahre um öffentliche Ehrenerklärung und Gewährung einer laufenden Unterstügung. Diese Petition erweckt gegen wärtig insofern Intereffe, als der frühere Berliner PolizeiBräftdent Herr von Wurmb nunmehr Mitglied des Reichstages ift! Die Budget- Kommiffion des Reichstages ist gestern Bormittag um 11 Uhr in Anwesenheit zahlreicher RegierungsRommiffarien zu ihrer zweiten Sigung zusammengetreten, in der sie zunächst den in der vorigen Kommissionsfizung bereits begonnenen Etat des Auswärtigen Amtes zu Ende berieth. Die meisten Kürzungen sind auf Antrag der Vertreter des Sentrums in der Kommission, der Freiherren v. Huene und b. Frankenstein erfolgt. So wurde u. A. die Mehrforderung für die Beamten des Zentralbureaus im Betrage von 12,900 Mt. auf Antrag v. Quene um 2000 Mt. vermindert. Bon den ferneren Kürzungen ist besonders hervorzuheben die des Tit. 33, Cap. 5, welcher das Gehalt für den neu zu kreirenden Generalkonsul in Capstadt in Höhe von 6000 Mt. auswirft, auf zusammen 16,000 Mt. Freiherr v. Frankenstein recht, Emmy hat mich gerade in Schutz genommen; aber aber es traf fich Alles so unglücklich. D, wenn ich doch meinen Onkel überzeugen könnte von meiner Schuldlofigkeit. Ich verzichte ja gern auf seine Wohlthaten; nur für undankbar gehalten zu werden, das schmerzt mich!" efon ochen hörte ören Furje ber Lum Cut Denig ben bein ilbel wals " Verlassen Sie sich darauf, mein Kind, es wird noch einmal der Tag kommen, wo Ihre Unschuld offenbar wird, und der alte Geizhals wird's bereuen, gegen Sie ungerecht gewesen zu sein, und die Neue wird seine Strafe fein." " Mein Onkel fonnte nicht anders handeln, meine liebe Frau Elsler." ,, Ach, nehmen Sie mir keinen von diesen Menschen in Schuh; ich denke, Sie hätten Beweise genug von der Herzlofigleit Ihres Onkels. Wie hat er gegen seinen eigenen Bruder gehandelt?" " Das hat er tief bereut, Frau Elsler! Vielleicht hat man auch meinen Vater bei ihm verleumbet." Bah, verleumdet! Wie hat er denn gegen das unalüdliche Mädchen gehandelt, das er verführt und dem Elende preisgegeben hat?" unb Fre Бе Coben ugen The arüber Reid mid bal e ge bulb " Damals mußte er dem Willen seines Vaters gehorchen, und später hat er Alles gethan, um sie aufzu= ftorben fei." jorats, Guts- und Hofbefizer; hierzu treten noch 8 andere den landwirthschaftlichen Gewerben Angehörige und 2 Dekonomieräthe. Unter den Rittergutsbefizern find 6 zugleich Landräthe, einer zugleich Polizeipräsident, einer General- Landschaftsdirektor und 4 Bergwerks- bezw. Fabrilbefizer. Aus den Beamtenkreisen find hervorgegangen: 2 Staatsminister a. D., 1 aktiver und 1 inattiver Oberpräsident, 2 Regierungspräftdenten, 1 Polizeipräsident( zugleich Rittergutsbesitzer), 2 Ges heime Regierungstäthe, 2 Regierungsräthe, 1 Landdrost, 21 Landräthe, 1 Gesandter, 1 Wirklicher Legationsrath, 1 Legationsrath a. D., 1 Bezirksamts- Affeffor. 1 Oberbergrath, 1 Bau- und Regierungsrath, 1 Baumeister, 1 Hofrath und 1 Archivar. Den Beamten der Gemeindeverbände und Ge meinden gehören an: 9 Bürgermeister( darunter 2 zugleich Landwirthe), 1 Stadtdirektor, 4 Senatoren, 1 Stadtrath, ein folcher a. D., 1 Gemeinderath, 1 Provinzial Landesrath, 2 Landschaftsräthe, 1 Gemeinde Vorsteher. Nur ein aktiver Militär gehört zu den Abgeordneten neben einer großen Anzahl pon Offizieren a. D. verschiedenster Grade, die zumeist Grundbefizer find. Bum Richterftande gehören 29, darunter 8 inaftive, ihnen reihen fich an 3 Staatsanwälte und 20 Rechtsanwälte. Der fatholischen Geistlichkeit gehören 16 Mitglieder an, nämlich 6 Stadtpfarrer, 4 Domtapitulare, je 1 geistlicher Rath, Kanonilus, fürstbischöflicher Stiftsrath, Probst, Erzpriester und Superior; ihnen gegenüber ist nur ein evange liicher Geistlicher vorhanden. Aus dem Lehrerstande find 15 Abgeordnete hervorgegangen, davon 8 Profefforen, 1 Privatdozent, 1 Gymnasialdirektor a. D., 1 Oberlehrer und 1 solcher a. D., 1 Studienlehrer, 1 Rettor und 1 Lehrer. Hieran reihen fich 5 praktische Aerzte und 1 Thierarzt. Der Handel ist vertreten durch 12 Kaufleute, 2 Holzhändler, 1 Lederhändler, Spezereihändler, 1 Weinhändler und Konsul, 1 Rheder, 1 Bankdirektor, 1 Banlier, 1 Spediteur der Weltesten der Kaufmannschaft. Der Industrie und dem Gewerbebetriebe gehören an: je 2 Hütten- und Eisenwerksbefizer, 4 Bergwertebesiger, 1 Dber Berg und Hüttendirektor, 1 Bergwerksdirektor, 11 Fabrikbefizer, 5 Fabrikanten, 1 Fabrikdirektor, 2 Ingenieure, 6 Brauereibefizer, 1 Bildhauer, 1 Maler, 1 Buchdruckerei befizer, 1 Drecheler und 1 Schuhmachermeister, 1 Sattler, 1 Bigarrenarbeiter. Endlich ist noch ein Posthalter zu er wähnen. Bur Preffe gehören 16 Abgeordnete, nämlich 12 Schriftsteller, 2 Redakteure, 1 Journalist und 1 Korrektor. Endlich find 30 Abgeordnete, die sich Rentiers, Privatleute u. f. w. nennen oder überhaupt keinen Stand oder keine Thätigkeit angeben. Von den 23 Reichstagswahlen des Königreichs Sachsen sind 17 durch Proteste angefochten worden. - Die am Dienstag Abend stattgehabte Vertrauensmänner Versammlung der Arbeiterpartei im 6. Berliner Reichstagswahlkreise beschloß, den gerade sein Kummer fesselte mich noch mehr an ihn. Ich war doppelt bemüht, ihm findliche Bärtlichkeit zu erweisen, um ihn seinen Verlust vergessen zu laffen." Mir ist Alles tlar!" sagte Frau Elsner. Nachdem dieser Erbe todt ist, sind Sie und Ihre Brüder die nächsten Erben des alten Rodenburg. Der Herr Prediger Amberg macht den Versuch, auch Euch zu verdrängen. D, der Mann ist zu allen Schändlichkeiten fähig, er wird sich kein Gewissen daraus machen, das Gut der Waisen an sich zu reißen; er ist ein Heuchler, und als solcher taugt er recht als Erbschleicher." Ist denn die Nachricht von dem Tode des jungen Felix Rodenburg vollständig verbürgt?" fragte Käthchen. Leider ja!" antwortete Lucie theilnehmend. Mein Onkel bekam gerade an feinem Geburtstage einen Brief aus Pondichery vom dortigen Konsul. Er hatte sich mehr mals dorthin gewandt und um Nachricht gebeten, aber er bekam niemals ganz bestimmten Bescheid. Er erfuhr nur, daß ein Offizier unter dem Namen O'Brian in dem britischen Freiwilligen- Regiment in Indien fich befinde. Das Regiment fei indeffen durch die Horden der Aufständischen unter Nena Sahib vollständig aufgerieben, nur hier und da sammelten sich einzelne zerstreute Trupps. Der Colonel D'Brian sei bis dahin noch nicht zurückgekehrt, und man suchen, aber da war es zu spät! Er erfuhr, daß sie ge- wisse also nicht, ob er noch lebe." ften Elende " Ja, die Nermste ist ohne Zweifel im tiefgestorben," erwiderte Frau Elsler, ,, denn in dem Hause, wo sie untergebracht war, wußte man nicht, wo sie ein Ende genommen hat, und hätten meines Mannes Eltern sich des armen Rindes nicht angenommen, vielleicht wäre auch dieses in Elend geftorben." fonnte. " Es war ein Troft für den alten Herrn Rodenburg, nahm hier Bertha das Wort, daß er das Kind erziehen Ich kann mir denken, wie gebeugt er jetzt ist, ba er aus Indien die Nachricht erhalten hat, daß nun auch biefer Sohn, den er zum Erben seines ganzen Vermögens bestimmt hatte, gestorben ist." Er ist sehr niedergebeugt," bestätigte Lucie ,,, und In dem Falle steht ja noch gar nicht fest, daß der junge Mann todt ist," meinte Käthchen. ,, D ja, doch!" antwortete Lucie. ,, Das waren die Nachrichten früherer Briefe. Der letzte giebt ganz bestimmte Nachricht. Einer dieser Trupps, der sich nach Madras hat burchschlagen wollen, ist mit den Horden der Aufrührer in der Nähe der Stadt zusammen getroffen und nicht ein einziger Mann ist entkommen. Unter den Todten, welche Unter den Todten, welche man später gefunden, und die sämmtlich entfeßlich verstümmelt gewesen sein sollen, fand man auch den Colonel D'Brian." Waren Verstümmelt, sagen Sie?" fragte Käthchen. denn seine Züge noch fenntlich?" ,, Nach dem Schreiben des Konsuls scheint's, daß man seine Büge nicht gerade rekognoszirt hat. Allein es fand Die Seitens des Reiches in Aussicht genommene Armenftatistik für das Jahr 1885 ist jetzt auch durch Reskript des Herrn Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg und Berlin den blefigen städtischen Behörden offiziell notifizirt worden. Das Projekt für die Pferdebahnlinie MoltenmarktSpittelmarkt ist jegt von der großen Pferdeeisenbahn- Gesell schaft aufgestellt und den zuständigen Behörden zur Prüfung unterbreitet worden. Die Ban Deputation Abtheilung I für Hochbau hat auf den Etat des nächsten Jahres außer den zahlreichen Schul bauten noch mehrere andere Bauten, welche großentheils bereits durch Gemeindebeschluß festgesetzt sind, gebracht. Die größte Summe, welche gefordert wird, ist die erste Baurate für den Bau eines Asyls für nächtliche Obdachlose und für wohnungslose Familien bei der Prenzlauer Allee mit 400 000 Mart; bann folgen die erste Nate für den Bau eines neuen Hospitals und eines Siechenhauses für Männer ebenfalls an der Brenz lauer Allee mit 200 000 art; die erste Baurate für den Neubau eines Feuerwehr- Nebendepots auf dem Grundstück der Bumpstation I an der Reichenbergerstraße mit 100 000 Mark; Die Kosten des Baues eines Todtengräberbauses auf dem Ges meindefriedhofe zu Friedrichsfelde mit 40 000 Mart, die aweite Baurate für den Pavillon für dopbieritische Kranke beim Krankenhause am Friedrichshain 45 000 Mark und zwei kleine Bauten beim Krankenhause Moabit. Im Ganzen wer sich sein Offizier- Patent, auf den Namen O'Brian lautend, außerdem ein Taschentuch mit dem Namen F. R. geftidt und, was die Sache ganz unzweifelhaft macht, das DffizierPatent auf den Namen Felix Rodenburg vom preußischen Neustädter Husaren- Regiment:" Freilich, dann ist's zweifellos, daß es dieser Rodenburg ist," meinte Bertha. Leider ist da durchaus kein Zweifel," stimmte auch Frau Amberg bei, denn es steht ja fest, daß er unter dem Namen O'Brian in England unter das Freiwilligen- Regiment getreten ist." ,, Das würde noch nichts beweisen," versette Frau Elsler, denn der Name D'Brian ist in England und Schottland sehr häufig." Aber das Offizier- Patent Felix Rodenburg's und das Taschentuch, das seinen Namen trägt,"... wandte Bertha ein. Ja, ja, das ist entscheidend, der unglückliche junge Mann hat ein sehr trauriges Ende nehmen müssen," flagte Räthchen. Und durch seinen Leichtsinn," ergänzte Frau Elsler. Warum ist er nicht hier geblieben, er hätte hier beim Militär große Karriere machen können, hätte später die reiche Erbschaft seines Vaters angetreten und also hier eine der angesehensten Personen sein können." ,, Auch über fein Verschwinden von hier waltet noch ein unaufgeklärtes Geheimniß," sagte Räthchen. Es hat doch bis jetzt Niemand erfahren können, weshalb der junge Mann plöglich fluchtartig sich entfernte, weshalb er niemals den Seinigen Nachricht von sich gegeben hat." Man spricht von einem Verbrechen," antwortete Frau Elsler, bas er begangen hat, und welches ihm hätte den Kopf fosten können." Das kann nicht sein," entgegnete Käthchen; ,, mein Mann hat den jungen Rodenburg gekannt und sehr hoch geschätzt. Er spricht nicht anders von ihm, als mit dem Ausdruck der höchsten Achtung. Er soll zwar ein feuriger und jähzorniger junger Mann gewesen sein, aber durchaus ehrenhaft und eines Verbrechens nicht fähig." ( Fortegung folgt.) Milde des Strafantrags und bestreitet, daß das Verbot in Leipzig sich auf die in Frankfurt verbreiteten Wahlaufrufe be ziehen könne. Die Vertheidigung beantragt für alle Ange Die flagten mit Einschluß von Vetter die Freisprechung Kammer eifennt gegen Alle die gleiche Bestrafung, 5 M. Nar Vetter wird wegen des falschen Namens noch zu weiteren 5 M. verurtheilt. einer terfelben feine Wurzeln hatte. Gegen den Verkäufer, den Gärtner K., wurde damals das Strafverfahren wegen Bes truges eingeleitet und K. auch zur Strafe von 15 Mark verurtheilt. Gegen dieses Urtheil war aber Berufung eingelegt, und so lam die Angelegenheit gestern vor der sechsten Straf tammer des hiesigen Landgerichts I noch einmal zur Verhandlung. Trogdem Beugen beigebracht wurden, daß der Blumen topf sich beim Anheben leicht aus der im Topf befindlichen Erde herausziehen ließ, weil der Pflanzenstamm keine Wurzeln hatte, erfolgte doch die Freisprechung des Gärtners, und zwar mit Rüdficht darauf, daß er den Blumentopf nicht selbst gezogen, denselben vielmehr mit anderen von einem auswärts wohnenden Engroshändler gekauft und so nicht gewußt habe und wiffen konnte, wie es mit dem Blumentopf beschaffen sei. Die entstandenen Gerichtskosten wurden der Staatskaffe auferlegt. den so an dieser Stelle 793 200 Mart beantragt. Es handelt fich dabei um mehrere Bauten, welche erft angefangen werden sollen und deren Ausgaben auch noch mehrere folgende Etats stark belasten werden. Außerdem stel en noch auf dem Baus Etat für höhere Schulen 745 000 Mart, für Gemeindeschulen 2 926 000 Mart, für verschiedene Schulzwecke 92 000 Mart. Es ergiebt dies mit den zuerst aufgeführten Anfäßen für Hochbauten im Extraordinarium 4770 414 Mart, dabei find noch nicht berücksichtigt die Markthallenbauten, welche auf einem besonderen Etat stehen, und die erste Rate für den Bau des Polizei Präsidiums, die noch eingefügt werden wird. Unter den Bewerbern um die elektrische Beleuchtung Berlins befand fich auch der bekannte Regierungs- Affeffor a. D. G. A. Plewe. Derselbe hatte offerirt, von der großen elektrischen Station im Ausstellungsparf aus den Pariser Plaz und die Straße Unter den Linden bis zur Friedrichstraße mit 34 Brush- Bogenlampen, jede von 2000 Normalferzen Leuchtkraft, für den Preis von 0,50 M. pro Lampe und Stunde bei durch schnittlich sechsstündiger Brennzeit pro Abend zu beleuchten. Ferner hatte fich Herr Plewe bereit erklärt, für denjenigen Preis, den die Stadt Berlin gegenwärtig für die elektrische Beleuchtung des Potsdamer und Leipziger Plazes und der Leipziger bis zur Friedrichstraße zahlt, die elektrische Beleuch tung in derselben Stärke von zusammen 36 Brush- Bogenlam pen zu übernehmen. Der betreffende Ausschuß der Stadtver ordneten- Versammlung hat diese Offerte nach längerer Berathung ad acta gelegt. Einerseits erscheint das von Herrn Blewe vertretene amerikanische System der oberirdischen Leitung für hiesige Verhältnisse wenig geeignet, ferner ist der Unterschied im Preise im Vergleich mit der Edison- Gesellschaft nicht bedeutend und schließlich hat sich Herr Plewe auch nicht bereit erklären fönnen, eine Abgabe von der Brutto- Einnahme an die Stadt zu zahlen oder mit der Stadt einen ähnlichen Vertrag, wie den Edinson'schen abzuschließen. Herr Plewe bes absichtigt, behufs Anstellung weiterer Versuche, ob der Betrieb der elektrischen Beleuchtung ein lohnendes Gewerbe sei, eine Gesellschaft mit 500 000 Mart ins Leben zu rufen und hat sich vorbehalten, eventuell später mit entsprechenden Offerten an bie Stadt heranzutreten. Auf den Antrag des Herrn Plewe bat der Magiftrat beschlossen, demselben den Königsplay zur Anstellung dieser Versuche zu überlaffen. Was die Aktiengesellschaft städtischer Elektrizitätswerte" betrifft, so wird nach Den dem Magiftrat gewordenen Mittheilungen die praktische Thätigkeit derselben voraussichtlich Ende Mai nächsten Jahres beginnen. " Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. Rr. 20 herr Gegenü t von jo ebel, b ng berecht Defizit jeit 187 Im Herr 9 ben Etat feien al th, wie aber auch igen Bu egenüber Midter und erit Be b arfyfte atbar me Wirt Attiengesell Es far Berechneten t. Die vorlegte diesjährige Versammlung von Werk ftatt- Delegirten der Tischler fand unter zahlreicher Betheis ligurg am Dienstag Abend im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37, mit folgender Tagesordnung statt:„ Die Erhebungen der Vertrauensmänner in Betreff der Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Berliner Tischler." Referent, Herr Rödel, konnte aus den bis jetzt vorliegenden Liften und Frage bogen konstatiren, daß die meisten großen und befferen Werk stätten sich der Bewegung angeschloffen hätten und die pro grammmäßige Arbeitszeit inne hielten, daß dagegen die kleinen Werkstätten sich weniger, als wünschenswerth sei, an der Be wegung betheiligen und in der Ueberschreitung der stipuliten Arbeitszeit das Möglichste leisten. Die Kommiffion wird nun mehr ein schärferes Augenmerk auf dieselben richten und in auderer Weise, als bisher, gegen dieselben vorgehen. J Allgemeinen könne die Kommission mit der Institution ber Vertrauensmänner sehr wohl zufrieden sein und verspreche ste sich die besten Resultate davon. Auch von der Meisterschaft wer den die Vertrauensmänner anerkannt und größtentheils ihnen sehr rücksichtsvoll begegnet; es sollten daber die Kollegen das ihrige thun, um denselben das schwierige Amt thunlichst zu er leichtern. Wenn jegt in der stillen Winterszeit die innere De ganisation ordentlich ausgebaut würde, tönne im nächsten Früh jahre mit gutem Muthe und der besten Aussicht auf Erfolg an die Durchführung der Minimaltarife gegangen werden. Anschluß hieran fand eine Besprechung interner Werkstattange legenheiten statt.- Laut Beschluß einer, nach der Arbeitsein stellung bei Gaft u. Brud im Rothader'schen Lokale, Belles alliance- Straße, stattgehabten öffentlichen Versammlung von Bautischlern war die Kommission als damaliges Bureau der Versammlung beim Minister für öffentliche Arbeiten um Ge währung einer Audienz eingekommen und ist nunmehr auf dieses Gesuch dem Hauptfaffirer, Herrn Rödel, nachstehender Bescheid zugegangen: Auf die Vorstellung vom 17. d. M. gereicht Ew. Wohlgeboren zum Bescheide, daß ich nicht in der Lage bin, die nachgesuchte Audienz zu bewilligen. Ich gebe indessen anheim, falls Sie Vorschläge zu Verbesserungen im staatlichen Submissionswesen zu machen wünschen, dieselben schriftlich vorzutragen. Der Minister für öffentliche Arbeiten. Im Auf trage: Schneider. Die Kommission wird demzufolge eine Dentschrift, wozu die Arbeitseinstellung bei Gast und Brud genügendes Mate rial geliefert hat, welche dem Minister für öffentliche Arbeiten unterbreitet werden soll, ausarbeiten und der nächsten, regel mäßig stattfindenden Delegirten- Versammlung vorlegen. Man hofft, daß die zu machenden Vorschläge bereits bei den für das nächste Frühjahr geplanten staatlichen Bauten praktische Ver werthung finden mögen. Studenten- Elend. Ein Bild tiefften Elends entrollte fich gestern vor dem Strafgerichte des Bezirksgerichtes Alsergrund in Wien; die Geschichte des armen Studenten, der dort feinen Jammer erzählte, mag nicht vereinzelt sein; vielleicht daß Andere noch mehr Widerstandskraft besigen- Elend hat der gesterr vor dem Strafrichter wegen Uebertretung des Be truges angeflagt gewesene Student genug erlitten. Unter den Häftlingen, welche gestern dem Richter des Bezirksgerichts Dr. Gemperle vergeführt wurden, befand sich auch der Student Josef Mimra. Er wurde in der vorlegten Nacht halb erfroren von der Sicherheitswache aufgegriffen und auf dem Kommiffariate hatte er selbst die Angabe gemacht, daß er seiner Quartiergeberin, der Tischlerwittwe Anna Krauß, 18 fl. 40 fr. schulde, die er nicht bezahlen könne. Weil er fich heimlich aus seinem Unterstandsorte entfernt hatte, mußte er wegen Betruges angeklagt werden. Der junge Mensch schilderte dem Gerichte in folgender Weise sein Elend: Ich bin von Prag, woselbst ich an der juridischen Fakultät inffribirt war, nach Wien gekommen, um hier meine Studien fortzuseßen, und ich trug mich mit der Hoffnung, daß es mir gelingen werde, Lektionen oder einen Hofmeister posten zu bekommen. Meine Bemühungen erwiesen sich jedoch als erfolglos: ich verkaufte anfangs Wäsche, Kleider, Bücher und zulegt blieb mir, nach dem ich auch mein Gilet verkauft hatte, noch der Ueberzieher übrig, den ich am Leibe trage. Jest hatte ich nichts mehr zu verkaufen, und nun lernte ich fennen, was Hunger set; aber ich hatte noch ein Quartier, b. b. Kredit bei meiner Bimmer frau, und wenn ich mich Abends hungrig niederlegte, noch immer die Hoffaung, daß mir der nächste Tag eine Lektion bringen werde. Freilich, wenn ich meine Kleidung, meine zerriffenen Stiefel ansah, da schwand diese Hoffnung ein wenig, denn ich befürchtete, daß der persönliche Eindrud, den ich machen werde, wenn ich in die Lage kommen sollte, mich irgendwo vorzustellen, tein günstiger sein werde. Und so war's auch; ich lief mir die Füße wund, stellte mich hier und dort vor, aber überall fand ich ein mitleidiges Achselzucken und verschlossene Thüren. Meiner Quartiersgeberin, die auf Bahlung drang, hatte ich alle möglichen Zusicherungen gemachtfreilich nicht in betrügerischer Weise, sondern weil ich ja di ch hoffte, daß bei mir eine Wendung zum Besseren eintreten werde. Eines Tages stand ich des Morgens auf, ich hatte vierundzwanzig Stunden schon nichts gegeffen, zum Verkaufen hatte ich nichts mehr, und nun ward's wüst in meinem Kopfe; ich beschloß, meinem elenden Dasein ein Ende zu machen. Bu vor wollte ich noch einen Versuch machen, einen einige Stationen von Wien wohnenden Verwandten aufzusuchen, und wanderte bis nach Gänserndorf, hungernd und frierend. Richter: Dort haben Sie den Versuch gemacht, sich von einem Buge überfahren zu laffen?- Angell.: Dieser Gedanke kam mir plöglich, ich legte mich auf ein Geleise und empfahl meine Seele Gott. Leider wurde ich bemerkt, und um nicht arretirt zu werden, lief ich, so schnell mich meine Beine trugen, vom Bahnkörper weg. Bei mitleidigen Bauern erbettelte ich mir ein paar Kreuzer und kehrte wieder nach Wien zurück, warum ich das that, weiß ich selbst nicht. Zu meiner Quartiersgeberin fonnte und wollte ich nicht mehr zurückkehren, und so wanderte ich denn in der Nacht die Straßen der Rifidenz ab. Ermüdet, fant ich vor einem Hausthore nieder, die legte Mahlzeit, die ich zwei Tage vorher genoffen, waren 8 gebratene Erdäpfel. Seither hatte ich nicht einen Biffen im Munde. Der Schlaf übermannte mich, plöglich fühlte ich mich aufgerüttelt und sah einen Sicherheitsmachmann vor mir. Mas jest geschah, das wissen ja Herr Richter. Die Quartiergeberin des Studenten, Frau Anna Kraus, erklärte, daß sie sich nicht für beschädigt fühle. Man tann i," sagte fie, nicht wissen, aus dem Herrn von Mimra Bei solchen fann noch einmal ein großer Herr werden." Aufpizien," entgegnete der Angeklagte wehmü hig lächelnd ,,, ist Studirt hat der wohl wenig Aussicht hiezu vorhanden.' Die Glätte der Trottoirs ist jest geradezu halebrecherisch. Wohl mag die Aufsichtsbehörde ihre Freude an den spiegel blant abgepußten Quadern haben, für die Paffanten ist es ein bitteres Leiden, auf denselben einhertänzeln zu müssen. Zu der natürlichen Glätte kommt noch, daß die liebe Schuljugend der Versuchung nicht widerstehen kann, auf den blanten Steinfliesen einherzuschlittern und so die Glätte noch mehr zu er höben. So bestehen z. B. die Trottoirs am Mariannenplas und hinter dem Bethanien- Krankenhause, am Bethanien- Ufer, jegt lediglich aus einer einzigen langen Schlitterbahn, so daß man sich beim Begehen derselben taum aufrecht zu halten ver mag. Dazu kommt noch, daß die nebenher laufenden Bart wege ebenfalls mit Eis überzogen sind, so daß man sich auch auf diese nicht retten tann. Die Behörde würde fich wirklich ein Verdienst erwerben, wollte sie auf das Bestreuen der Trottoirs mit Sand oder Asche ein ebenso scharfes Augenmert richten, wie auf das Reinigen derselben vom Schnee. Vielleicht würde dann auch die jest im Polizei- Bericht stehend gewordene Rubrik der Unfälle durch Hinstürzen wieder ver hwinden. Noble Herrschaften. Aus Sachsen erhält die ,, V.- 8tg." unterm 1. Dezember folgendes Schreiben: Am heutigen Tage ist besonders in den Städten eine größere Anzahl von Dienst mädchen, natürlich nach vorheriger Kündigung, entlassen wors ben. Und wo die Kündigung nicht stattgefunden hatte, wurde irgend ein Grund hervorgefucht, welcher die Entlassung for mell rechtfertigte. Weshalb aber, wird der Leser fragen, fanden diese Entlassungen gerade am 1. Dezember statt? Weil man den Dienstmädchen die ausbedungenen Weihnachtsges schente nicht geben will. Die feineswegs arbeiterfreundlichen Dresdener Nachrichten" wiffen in dieser Beziehung sogar zu berichten, daß im vorigen Jabre ein bekannter, sehr frommer Dresdener Herr seine beiden Dienstmädchen aus dem anges führten Grunde entlassen habe. Wenn die Mädchen nahezu ein Jahr treu und redlich gedient haben, so ist es fast ein Betrug, dieselben aus irgend einem nichtigen Grunde zu ent laffen, um einige Mart zu sparen und den Mädchen noch obendrein die Weihnachtsfreude zu verderben. Manche Haus frauen sollen fich gar dieses Betrugs" als eines Attes fluger Sparsamkeit rühmen. Diese Unfitte dürfte nicht nur in Sachsen vorkommen. Uebrigens fpringt es in die Augen, daß derartiges Verfahren wohl geeignet ist, die Dienstmädchen zu verderben und sie zur Untreue zu verleiten. Ob's bei uns wer fann's wiffen?! nicht manchmal ebenso ist H en nich Sugen Rich Ginem Eta berhaupt ( nach E politif ins Buftimmun Aber den G offen ihr en fie vor Diefel es Militä mmer beto Militär fy biefem e ellung bea Eine Bertrauensmänner- Versammlung der Arbeiter Bartei im VI. Berliner Reichstagswahlkreise fand vorgestern Abend unter dem Vorsiz des Stadtverordneten Ewald statt. Im Anfange der Versammlung erklärte der Vorsigende, daß er auf jede Kandidatur im VI. Wahlkreise verzichte und der Versammlung die Kandidatur des Tischler Pfannkuch in Kaffel warm empfehle. Bei der Abstimmung wurde die Kandi datur desselben mit allen gegen eine Stimme angenommen und somit derselbe vom Vorsitzenden offiziell als der Kandidat der Arbeiterpartei im VI. Berliner Reichstagswahlkreise proklamit. efjelben n erlich fin ritischen erlediger den Kre Pochenblatt Angen bild Der Berein der Einseher hält Sonntag, den 7. De zember, Vormittags 10 Uhr, im Vereinslokale, Holzmarktstr. 8, feine regelmäßige Versammlung ab. Tagesordnung: 1. Beridit der Kommission über das Resultat des Einfeger Vereins SW. 2. Festsetzung einer Generalversammlung am 14. d. M. betreff des Vorstandes. Gleichzeitig werden diejenigen Mitglieder, welche ihren statutenmäßigen Verpflichtungen nicht nach gelommen find, auf§ 4 des Vereinsstatuts aufmerksam gemacht. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste willkommen. Vermischtes. Den S idter nid b er nich ann. Die Bern, wenn An der Un Aus Philadelphia wird ein neuer Fall von Kannibalis mus gemeldet. Drei Mitglieder der Mannschaft eines bei eife hier ir ehren oll nicht d man fich a baß man 3. inftellt, b Roften lan Linie z. B. Tolbung berhält es iemand E Bahn eine atten eine Cideritellu Herr von Mimra," theilte Frau Kraus dem Richter mit, sehr Lewes, in Delaware, stationirten Lootien bootes verfehlten ihr ei, und eb Boot und trieben in einem Nachen in das Meer hinaus. Nach einigen Tagen der größten Entbehrungen aßen zwei der Män ner Theile der Leiche ihres Gefährten, der seinen Leiden erlegen war. Die zwei Männer wurden später von einem vorbeifah in zu stre renden Schiffe aufgenommen. noch amal was." Da die gute Frau ihre Erklärung, daß fie fich nicht für beschädigt fühle, aufrecht hielt, sprach der Richter den Angeklagten frei. Leider, fügte der Richter dem frei sprechenden Erkenntnisse hinzu, muß ich Sie der Polizei überstellen, da Sie subsistenzlos find, und deshalb dürften Sie auch mittels Schub in Shre Heimath befördert werden. Haben Sie denn Niemanden, der sich Ihrer annehmen würde? Angell.: Hier leider Niemanden. Richter: Ich gestehe, daß ich Theilnahme für Sie empfinde; aber leider vermag ich selbst nichts für Sie zu thun. Nun, heute bleiben Sie noch bei uns im Arreste und werden hier ausgespeist werden. Geben Sie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht auf. Mit diesen Worten entläßt der humane Richter den Angeklagten. Der Justizwachmann esfortit ihn zurück in die Belle. Dort ist's warm und er ist für den Tag gegen den Hunger geschüßt. Was weiter aus dem armen Studenten wird tann es wiffen? a. Ein Kollidieb wurde gestern von einem Rollfutscher bei der That ergriffen und zur Haft gebracht. Der Kutscher hatte auf seiner Fahrt wahrgenommen, daß ihm drei Personen in Verdacht erregender Weise folgten. Als er vor dem Hause Boftstraße 5 anhielt und ein Pocket in einem im Hof belegenen Geschäft abgeben wollte, sah er einen der drei Männer, die seinem Wagen beständig gefolgt waren, ein etwa 12 Kilo schweres Kolo, Lamatuch im Werthe von 100 Mt. enthaltend, Dom Wagen an sich nehmen und sich damit entfernen. Der Kutscher eilte dem Dieb schnell nach und es gelang ihm, den felben, einen wegen Kollidiebstahls bereits bestraften Weber R., festzunehmen. a. Jugendliche Schwindlerin. Zu einem in der Lindenstraße nahe dem Kammergericht wohnenden Schuhmacher tam am 24. v. Mt3. ein junges, anständig gekleidetes Mädchen, welches sich Meta Bielesch nannte, und sich nach ihrem Bruder, einem am Rammergericht arbeitenden Referendar, erkundigte, da derselbe in dem vom Schuhmacher bewohnten Hause wohnen sollte. Als der Schuhmacher nach der von ihm beim Vizewirth eingezogenen Erfundigung dem Mädchen mit heilte, daß ihr Brucer daselbst nicht wohne, fing die 3., ein etwa 17 Jahre altes, recht hübsches Mädchen, an zu weinen, weil sie nun nicht wüßte, wo fie ihren Bruder suchen sollte und in Berlin gänz lich verlaffen vastände. Die angebliche Bielesch erzählte nun, daß sie aus Stettin, wo ihre Eltern als Rentiers wohnten, gefommen wäre, um fich der schlechten Behandlung ihrer Stief muiter zu entziehen und Aufnahme bei ihrem älteren Bruder au suchen. Der Schuhmacher und seine Frau empfanden Mitleid mit dem Mädchen und boten ihm Aufnahme in ihrer Wohnung für so lange an, bis fte ihren Bruder gefunden hätte. Die 3. ging nun jeden Tag, angeblich um ihren Bruder zu suchen, auf längere Zeit aus, bis sie vor einigen Lagen ihrem Gastgeber erzählte, ihren Bruder in der Feilners straße ermittelt zu haben. Am Abend desselben Tages entfernte fich das Mädchen heimlich. Der menschenfreundliche Schuhmacher erfuhr am folgenden Tage durch Nachforschungen in der Feilnerstraße, daß er eine dem liederlichen Lebenswandel ergebene Schwindlerin mehrere Tage lang mit Kost und Logis unterhalten habe. Die bisher noch nicht ermittelte jugendliche Schwindlerin hat dunkelblondes Haar, trug einen dunkelbraunen Sommerpaletot und dunkelblauen Red mit Taille, ein schwarzes Barett sowie eine graue Muffe und ein weißes Kachenez. tber aftsinfter idter He als ob die ie Angriff Barteitalti Den es auc Ranten her Bethan, au agen. Wem Ausnahme Oft geftellt behaupten, aupten bie Die Bentrum Der Friedensstifter zur See. Aus Wien wird der „ Schles. 3tg." geschrieben: In Fiume ist vor einigen Tagen eine größere nordamerikanische Fregatte eingetroffen, um von der dortigen Torpedofabrik Geschoffe mitzunehmen. Der Kom mandant dieser Fregatte erzählte, daß in New- York nach der Plänen des Profeffors J. H. Lock ein Torpedoboot ganz neue Art gebaut wurde. Dasselbe, ganz aus Eisen gearbeitet und nur neun Meter lang, foftet nicht mehr als 16 000 Dollar Die Fortbewegung des Schiffes geschieht durch Elektrizität. Die Bemannung besteht nur aus zwei Leuten: aus dem lel tenden Kapitän und dem Elektromechaniker. Der Kapitän be findet sich, bekleidet mit einem Schwimmkleid, in einem an Hintertheile des Schiffes befindlichen tonnenförmigen Raum in dem auch das Steuer und jene Apparate sind, mittels wel cher er das Schiff durch Aufnahme von Waffer in die dazu bestimmten Reservoirs senten und dem in einem luftdichter Haum eingeschlossenen Maschinisten Befehle ertheilen tann Luft wird in fomprimirtem Zustande mitgeführt. Die Tor pedos werden, vom Schiffe ganz unabhängig, mitgezogen Ausgestattet mit einem auf Elettro Magnetismus beruhender Apparate, fönnen fte ganz unbemerkt unter den Kiel der den Verderben geweihten Panzerungethüme gelegt und, während fich das unterseeische Boot zurückbewegt, zur Erplofton ge bracht werden. Profeffor Lock versichert, daß sein Schiff, ohne an der Oberfläche des Meeres erscheinen zu müssen, fünfzeh Seemeilen zurücklegen und ohne das mindeste Aufsehen unte dem Kiele eines mit einer Geschwindigkeit von zehn Knoter per Stunde fahrenden Schiffes operiren fann. Profeffor Led nennt fein Sch Peacemaker"( Friedensstifter), da er durd daffelbe alle Kriege zu Waffer unmöglich machen zu können glaubt." Profeffor Lock scheint fich, wenn das obig wahr ist, auf die Torpedos besser zu verstehen, als auf die Menschen. 4 Gemeinnütziges. Frantfurt, 1. Dezember.( Landgericht.) Der bereits an gekündigte Prozeß gegen die 16 Sozialdemokraten wegen Verfehlung gegen§ 11 des Ausnahmegesetzes wurde heute vers handelt. Von den Angeklagten fehlt nur einer im Termin und die Anklage gegen denselben wird vertagt. Die vorhan benen Angeklagten find die Schuhmacher Wilhelm Wend von Kaffel, Ludwig Ehrmann von Waibstadt, Alerander Waldemar Andersen von hier, Wilhelm Joseph Schloffer von Niedermeilingen, Franz Xaver Ring aus Kempten und Philipp Wenzel von Dreieichenbain, ferner die Schreiner Josef Kat von Frankfurt, Peter Willmuth von Niederrohden, Franz Fächer von Seligenstadt und Johann Hedderich von Bierenberg, der Schlosser Adolf August Better aus Großglogau, der Spengler Karl Wilhelm Jäger von hier, endlich Konrad Hochstein von hier, Leopold Karen aus Germersheim und Ernst Friedrich Schwind aus Mergheim. Gegenstand der Anklage ist die Ver breitung eines auf Grund des Ausnahmegefeßes von der Kreishauptmannschaft in Leipzig verbotenen Wablaufrufs, der in Stutgart gedruckt, von dem Parteiausschuß erlaffen und wie in Leipzig so babier bei der Reichstagswahl- Agitation vertheilt worden ist. Sämmtliche Angeklagte bestreiten, daß ihnen das Verbot bekannt gewesen. Die Vertheilung des ihnen das Verbot bekannt gewesen. Flugblatts gaben sie Alle zu bis auf Vetter, Schwind und Karey. Vetter sell in Bonames felportit haben, will aber gar nicht dort gewesen sein. Er wird aber von dem dortigen Gendarm und Nachewächter refognoszirt. Er gab fich, als er vom Gendarm angebalten wurde, den falschen Namen Müller und machte einen Flud toersuch. Der Staatsanwalt Herr Dr. Frehsee läßt die Antiage fallen, nur gegen Vetter nicht, da er annimmt, daß die Uebrigen von dem Inhalt des Flugblattes nichts gewußt haben. Der Strafantrag lautete gegen Vetter auf 50 und außerdem 15 M. wegen falschen Namens, Freigesprochen. Die Frau des Baumeisters K. batte, gegen Schwind auf 30, gegen die Anderen auf 15 M.; der wie erinnerlich, vor einiger Zeit auf dem Magdeburger Plage Straflammer bleibt es überlaffen. ob sie Katey freisprechen tehrere Blumentöpfe gekauft, von denen, wie fich später ergab, wolle. Der Vertheidiger Herr Dr. Eppstein anerkennt die Verantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Drud und Bering von az Babing in Berlin SW., Beuthstraße 2. Gerichts- Zeitung. og. Deutsch Geite Borwurf m fogar Reichstages ide Anza innigen b ine Derarti Cange hat affen we Seite gefch Boltsfreund einer an Berfammlu uñon" n inblick au ortichrittlic brenben 2 gramm der einem bald Oierüber er Berietben i Scheintod kleiner Kinder. Bei kleinen scheintodten Kindern, die man leicht heben fann, verfahre man, während mon inzwischen zum Arzte schick, auf folgende Weise: Ma erfast fie von hinten u oben an den Schultern, sodaß die Daumen vorn und die Handflächen am Rücken legen, schwingt ban den Körper bis zur wagrechten Lage vorwärts in die böb und läßt ihn wieder zurückfinfen, wodurch eine abwechselnde Erweiterung und Verengerung des Brustkastens erzielt wir Jucken der Haut. Wer nach dem Rafi en Jucken der Haut bekommt, giege in das Waschwasser etwas Benzoetinktur und wasche damit nach, worauf das Juden und Brennen fofort aufhört. Sierzu eine Bellag Die Wahrhe arte: ine Anzab Befes ftim ind Th inb an bot in ufe be Ange Die N. Nur En 5. Werks Betheis rthaus, Die n- und Herr Frage Werk Die pro fleinen Der Be puluten d nun und in n. Im on bet ceche fte aft wer Bihnen gen das zu ers Lere De n Früh folg an Im attange eitsein , Belles ng von ceau der um Ge uf dieses Bescheid gereicht er Lage indeffen atlichen hriftlich 5m Auf , wozu 3 Mate Arbeiten 1, regel Man für das he Be Irbeiter rgeftern d statt. De, daß und der fuch in Kandi nomme Didat bet oflamit. 7. De rfifir. 8, .Bericht End SW. 2. betreff tglieder, t nad gemacht. mmen. nnibalis incs bei hlten ihr 8. Nach mer Män erlegen orbeifah abrg. Beilage zum Berliner Volksblatt. tr. 208. Herr Eugen Richter und der Etat. Gegenüber der Eugen Richter'schen Etatsrede von schlagender Wirkung die Bemerkung des Abg. ebel, daß Herr Nichter am wenigsten zu der Behaupg berechtigt sei, daß der gegenwärtige Etat mit seinem efizit den besten Beweis von dem Zusammenbruch feit 1878 getriebenen Wirthschafts- und Finanzpolitik Herr Richter und seine Partei haben doch seit 1878 Ben Etat im Großen und Ganzen schließlich gut geheißen; feien also ebenso verantwortlich für die jeßige Finanzth, wie die Rechte und die Mittelparteien und er habe her auch fein Recht, diese Parteien besonders für den Auch igen Budgetzustand verantwortlich zu machen. genüber den bekannten Reklamereden des Herrn Eugen iter und Genoffen betreffs der Militärverwaltung beBebel, daß, wenn man das jezige Milisystem und den Armee- Etat als unanafbar betrachtet, er gar nicht anstehe, die sparme Wirthschaft der Militärverwaltung anzuerkennen, eine tiengesellschaft würde kostspieliger die Verwaltung führen. Gs fann gegenüber den auf den gedankenlosen Philister berechneten Kraftreden des Herrn Eugen Richter und Gehoffen nicht genug hervorgehoben werden, daß es ihnen berhaupt nicht Ernst ist mit ihrer Opposition. Wer die Bugen Richter'schen Reden liest, muß sich doch offen sagen: Ginem Etat, der so fehlerhaft ist und so verderblich wirkt, ( nach Eugen Richter) allen Grundsägen gesunder Finanzpolitit ins Gesicht schlägt, fann ich nie und nimmer meine ber den Gesammtetat geben die Herren Richter und Ge uftimmung geben. Aber bei jeder Schlußabstimmung bei jeder Schlußabstimmung offen ihr Ja und Amen zu eben demselben Etat, gegen en fie vorher alles mögliche auszusetzen gehabt haben. wird der n Tagen um von Der Kom mach den nz neuer eitet und Dollar efirizität. bem lel pitän be inem an n Raum tels wel die dazu ftdichter en fann Die Tor tgezogen tuhenden der den währen ofton ge biff, ohne fünfzehr Jen unte Knoten effor Led er durd u können 8 obige auf die Dieselbe Nörgelpolitik befolgt Herr Richter bezüglich Militärwesens. Erkennt man, wie es Heir Richter ja immer betont, die allgemeine Vortrefflichkeit des bestehenden Donnerstag, den 4. Dezember 1884. träge gelangt, fie möchten für das Gefes it immen. Man befürdtete bei einer event. Auflösung des Heichstages cine Niederlage der Partei." Nachdem in Folge dieser Behauptung die nachfolgenden Redner den vern Kaftan heftig angegriffen batten, fab sich derfelbe genöthigt, noch ganz besonders die Richtigkeit seiner Ausfüh rungen zu betonen und zu erklären, daß die schriftlichen Aufforderungen an die freisinni gen Abgeordneten die Unterschrift: Ludolf Wir denken, Parisius. Im Auftrag e"- trugen. Wir denken, das genügt! Nun wissen wir also, wie es hinter den Koulissen bei den Freifinnigen aussieht! Sollte diesen Leuten nicht die Schamröthe ob thres jämmerlichen Benehmens ins Geficht steigen? Wir glauben nicht! Das deutsche Volt aber wird endlich einmal wissen, was es von diesen freisinnigen" Helden zu erwarten hat. Kein Treu und Nuglisch wird im Stande sein, den eckelhaften Geruch von dieser Partei zu entfernen und alle Seife wird nicht hinreichen, fte wieder weiß zu waschen. Die heutige fog. Wahlfreiheit charakterisirt wiederum folgender Vorfall, der dem B. C." aus dem Kreise 3 a uchBelzig Jüterbogt- Ludenwalde mitgetheilt wird, woselbst bekanntlich Dr. Kropatschet gewählt wurde. In der Nähe von Luckenwalde liegt ein kleines Dorf, dessen männliche Bewohner sämmtlich bei dem dortigen Ritterguts befizer und Amtsvorsteher v. T. als Arbeiter thätig sind. Je Kleiner ein Wahlbezirk ist, desto leichter ermöglicht sich die Kontrole der Wähler, und so fonnte denn Herr v. T. auch feine sämmtlichen siebenundvierzig Wähler recht gut fontroliren. Er gab ihnen sämmtlich Bettel für Dr. Kropatschet und brachte auf jedem Bettel ein nur ihm befanntes Zeichen, be jedem Wahlzettel verschiedenartig an, worüber er sich eine Liste anieate. Bei der Feststellung des Wahlresultats fand sich nun ein Wahlzettel auf den Namen des freiftnnigen Kandidaten, Amtsrichter Rademacher, lautend, in der Wahlurne vor. Herr v. T. stellte aus seiner Signaturliste den Uebelthäter fest und das Ende vom Liede war, der Mann wurde ohne Angabe von Gründen aus der Arbeit entlassen. Aus Dortmund wird unterm 28. November berichtet: Beute ist von hier ein umfangreiches Schriftftück an den ilitär systems an, dann muß man auch begreifen, daß Reichstag abgeschickt worden, in welchem Beschwerde geführt u diesem System auch etwas Glanz und Prunk, die Sonderfellung des Offizierkorps, die zur Behauptung des Ansehens effelben nothwendigen Ausgaben und Einrichtungen erfor berlich find, bann sind auch die etwaigen Einwürfe und kritischen Betrachtungen im Rahmen sachlicher Diskussion u erledigen, denn es sind ja nur solche, wie sie in militäwird, hauptsächlich wegen der Annahme ungiltiger( weil diefelben äußerlich erkennbar) Stimmzettel seitens einiger Wahlvorstände. Dem Schreiben liegen acht verschiedene Sorten von gefeßwidrigen Stimmzetteln bet, welche nicht geringes Aufsehen im Reichstage hervorrufen werden. Aus Kassel ist ein Protest der dortigen Arbeiter= partei gegen die Wahl des konservativen Dr. Lotz abgefandt worden. Es wird in dem Proteste u. A. angeführt, Wochenblatt fogar den Gegenstand mannigfaltiger Abhand- daß Personen, welche Armenunterstützung empfangen, sowie angen bilden. unter Ruratel stehende Personen zur Wahl zugelassen worden feien; daß zwei Wähler, weil fle über 70 Jahre alt gewesen, von der Wahl ausgeschlossen worden seien, daß in verschiede nen Gemeinden durch zu frühen Schluß der Wahlhandlung eine Anzahl Wähler an der Ausübung ihres Wahlrechts behindert worden sei; daß in einem Falle unter ca. 20 auf diese Art zurückgewiesenen Wählern einer, weil man geglaubt hatte, er wähle den konservativen Kandidaten, noch zur Wahl zugelaffen bezw. vom Wahlvorstand zur Wahl aufgefordert worden sei; daß die durch in öffentlicher Stellung befindlichen Perfonen bewirkte Abholung und Vernichtung der Stimmzettel fighter nicht anzugreifen, und daher späht er nur umher, Den Kern des bestehenden Militärsystems wagt Herr bb er nicht an der Schale einen kleinen Flecken entdecken ann. Die 500 Millionen für Militärzwecke bewilligt er Bern, wenn er nur nachweisen kann, daß statt 6 Knöpfen n der Uniform 5 genügen würden und daß in ähnlicher Beife hier und dort eine Bagatelle erspart werden könnte. oll nicht aus der Mücke einen Elephanten machen. Stellt man sich auf den Standpunkt des Herrn Eugen Richter, Auslegung der Stimmzettel für Dr. Los neben der Wahlß man den Kern unseres Militärsystems als berechtigt instellt, bann muß man sogar sagen, daß die bisherigen Roften lange nicht ausreichend find. Es würde in erster Linie z. B. eine bessere Verpflegung und Be eintodten während e: Man Daumen ngt bann die bö wechselnde ielt wird. Der Haut nftur und en fofort Bettast urne bezw. die Vertheilung solcher Stimmzettel im Wahllokal in vielen Orten stattgefunden habe. Da diese Punkte alle nachweisbar sein sollen, so darf man bei der Majorität von 94 Stimmen für den jezigen Reichstagsabgeordneten auf den oldung der Soldaten anzustreben sein. Ebenso Entscheid des Reichstags immerhin gespannt sein. berhält es sich betreffs des übrigen Etats. Es wird wohl Riemand bezweifeln, daß den Beamten der Post und der Frankreich. Die Voff. Zeit." erhält von einem Korre spondenten einen längeren Bericht über die Vorgänge in und dem wir Folgendes entnehmen: Man muß sagen, daß die Wenn der Polizeipräfekt seine Leute im Lager der Anarchisten Bahn eine Verbesserung ihrer Lage und eine Erleichterung nach der oft genannten Anarchisten- Versammlung in Paris, Des Dienftes durch Vermehrung des Personals zu gönnen ei, und ebenso wäre wohl den Arbeitern der Staatswerk- Gegenpolizei der Revolutionäre mei fwürdig gut gemacht wird. tätten eine Aufbesserung ihrer Verhältnisse, eine größere hat, so scheint auch die Redaktion des Cri die peuple" ihre Eicherstellung ihrer Lebenslage zu wünschen. Die Aufgabe Agenten in der zweiten Brigade der Polizeipräfettur zu haben. iner wahrhaft volksfreundlichen Politik wäre es nun, das hin Sonst wäre es unerklärlich, daß man den des Spionirens beafissystem sich solchen Erfordernissen anpasse. Wo Herr fie für die Geheimpolizei arbeiten, sondern auch das genaue u streben, daß das ganze Verwaltungs- und Wirth- zichtigten Anarchisten nicht nur das Bſeudonym, unter dem Datum ihrer Anwerbung, den Betrag ihres Soldes und die als ob die Beseitigung derselben Zweck seiner Angriffe sei, einzelnen von ihnen begangenen Verräthereien vorhalten bie Angriffe find ihm immer nur ein Mittel Kleinlicher Barteitaftif. Herr Eugen Richter und seine Freunde wer en es auch diesmal nicht unterlassen, an allen Ecken und tönnte. Der ganze Feldzug, den das fozialdemokratische Organ begonnen hat, ist in hohem Grade bezeichnend. Verschwörun gen find in Frankreich seit der großen Revolution nichts Sel 1. Jahrgang. unserer Rechte, indem wir unserem Unwillen darüber Ausdruck gaben, wie es die Jusend fast immer gethan hat, und einige Bivats ausbrachten. Das genügte der Regierung, uns zu ver folgen, uns ins Gefängniß zu schleppen, die Geseze der Universität zu verlegen, indem sie ihre Garden dort eindringen ließ( trotz des Einspruchs unseres Rektors). Die Universität verwandelte fich in einen Schauplatz des Vandalismus, wie er selbst den barbarischsten Ländern und den dunkelsten Jahrhunderten zur Schande gereicht. Die Toga wurde durch die Schußwächter des Friedens( die alleinigen Förderer der Unordnung) geschändet; zwölfjährige Kinder wurden schwer verwundet, Revolver und Säbel traten zum ersten Male an die Stelle der An väterlichen Mahnungen unserer Lehrer, das Blut floß. gefichts des Despotismus, der Ungerechtigkeit und hartnäckigkeit unserer Regierung, die weder Klugheit noch Vernunft, weder Recht noch Verdienst, weder Alter noch Wiffen anerkennt, appelliren wir an Europa. Nun möge Europa richten! Die spanischen Studenten." Ueber die Gefahren der Arbeit am Panama- Kanal bringen die New- Yorfer Zeitungen Berichte, welchen wir Nachstehendes entnehmen. An dem Kanalbau sind ca. 40 000 Arbeiter beschäftigt, die sich auf die Strecken zwischen Colou oder Aspinwal und Panama vertheilen. Der Verdienst ist allerdings ein guter; geschickte Handwerker erhalten 5% Dollar ( ca. 23 M.), Handlenger 3-4 Dollar( 13-17 M.) per Tag. Die Sterblichkeit unter den Arbeitern ist aber eine ungeheure. Hunderte der Arbeiter sterben monatlich und die Hospitäler find beständig mit Kranken gefüllt. Von 10 Patienten sterben in der Regel 9. Bei dem Kanalbau fann man sagen, daß eine Ausgrabung von einem Fuß im Quadrat das Grab eines Arbeiters repräsentirt. Der Kanal wird 12 Fuß tief und 80 bis 90 Fuß breit. Die heftigen Regengüsse hemmen die Arbeit ungemein, indem sie die an den Kanalufern aufgeschichteten Erdmaffen in die Ausgrabung wieder hinabschwemmen. Da das Leben in jener Gegend noch ungemein theuer ist( 10 bis 15 Dollar gleich 42-63 M. für eine schlechte Rost per Woche), so fann man wohl sagen, daß trop der hohen Arbeitslöhne das Arbeiter Risiko dort in noch erschreckenderem Maßstabe gegeben ist, als in vielen Staaten Europas. DCT= Nord Amerifa. Wie man der ,, Am. Corr." aus Washington schreibt, ist der Einfluß des deutschen Elementes auf die Gefeßgebung der Union in fortwährendem Steigen begriffen. In den gesesgebenden Körperschaften ter hauptsächlich von Deutschen bevölkerten Staaten befanden sich schon lange deutsch- amerikanische Abgeordnete, allein es find noch keine 10 Jahre her, daß die Deutsch- Amerikaner im Repräsentantenhause zu Washington nur durch ein einziges Mitglied, Gustav Schleicher von Teras, treten waren, während im Senat überhaupt nur ein einziger Deutscher, Karl Schurz, gesessen hat. Seit 10 Jahren ist die Zahl von deutsch- amerikanischen Kongresmitgliedern in stetigem Steigen begriffen. Nach Schleicher famen zuerst 2. dann 3, im gegenwärtigen Kongreffe stieg die Zahl auf 6 und im nächsten werden ziemlich ein Dugend Deutsche figen. Wiedergewählt find J. J. Kleiner von Indiana und Richard Günther von Wisconsin; Ersterer ist Mitglied des 48 er Kongreffes, Letterer hat bereits gegenwärtig seinen zweiten Auch Nicolaus Möller von Newyork, der seit 1877, mit Ausnahme eines Termins Abgeordneter war, erscheint wieder an seinem alten Blaze. Neue Männer sind Heermann von Oregon, Joseph Pulizer und P. Belmont von Newyork, Jakob Romeis von Toledo( Ohio), Egbert Viole und W. G. Stahlneder von Newyork, Hermann Lehlbach von Newark( N. J.) und wahrscheinlich noch P. B. Weber im westlichen Newyork. Der Parteistellung nach gehören 6 der demokratischen und 5 der republikanischen Partei an.€ 3 bleibt nur zu bedauern, daß der tüchtige Vertreter von Milwaukee, Mr. Deuster unterlegen ist. Soweit dieser Bericht. Wir wissen aber, daß die deutschen Arbeiter Nord- Amerika's von diesen Koryphäen nichts erwarten, fie find nicht besser aber mitunter noch schlechter als der echte Yankee in dem Repräsentantenhaus. Im Uebrigen kommt es in Amerifa weniger Darauf an, ob der gewählte Wertreter deutscher oder amerikanischer Abstammung ist, denn es giebt in Amerika in politischer und gewerblicher Beziehung nur Amerikaner. Termin. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 7. Situng vom 3. Dezember. Präsident v. Wedell- Piesdorff eröffnet die Situng um 12 Uhr 25 Minuten mit den üblichen geschäftlichen Mits theilungen. Am Tisch des Bundesraths: Staatssekretär v. Bötticher, Geh. Ober- Reg.- Nath Lohmann und andere, später der ReichsRanten herumzunörgeln, aber sie werden, wie sie es bisher Regime seine Konspirationen gehabt. Aber regelmäßig faß fangler Fürst Bismarck. Bethan, auch diesmal zum Schluß ihr Ja und Amen agen. Politische Uebersicht. inmitten der Verschworenen ein Vertreter der Polizei und oft genug, besonders unter Ludwig Philipp und Napoleon dem Dritten war es sogar dieser Vertreter der Polizei, der die ganze Verschwörung erfand und leitete." Ausnahmegesetzes zu verdanten? Diese Frage ist schon nahezu zu einer Minister krists geführt hätte. Das Ministerium Wem hat das deutsche Volt die Verlängerung des Senats- Wahlgesch hat lebhafte Erregung hervorgerufen, welche oft gestellt und oft beantwortet worden. Während die Einen soll beabsichtigen, das von der Kammer beschlossene Wahlgeses dem Senate zu unterbreiten, der unzweifelhaft das Amende ment Floquet verwirft. Sodann geht die Vorlage an die Kammer zurück, in welcher das Ministerium die Kabinetsfrage stellen wird. Die ,, Times" läßt sich aus Honkong von gestern melden, unter der französischen Flottenmannschaft vor Formosa seien In die Tagesordnung eintretend genehmigt das Haus zunächst den Antrag des Abgeordneten Muntel auf Siftirung des gegen den Abgeordneten Dr. Möller wegen Beleidigung des Fürsten Bisma: d vor dem Landgericht zu Bromberg schwebenden Strafverfahrens für die Dauer der Session und tritt dann in die Berathung des Antrages des Abgeordneten Dr. Winthorst wegen Aufhebung des Expatriirungsgeseges. Die Debatte leitet ein der Abg. Dr. Windsthorst, indem er die Annahme des Anirages empfiehlt, weist darauf hin, daß der Antrag wiederholt vom Reichstage schon angenommen, vom Bundesrath verworfen worden, wodurch dem Volte ein tiefer Schmerz bereitet worden.( Zustimmung.) Da fomme man zu der Frage, ob unter folchen Umständen in Deutschland das Barlament noch eine Bedeutung habe.( Sehr richtig.) Ueber die Grenzen Deutschlands hinaus babe man diese rücksichtslose Behandlung empfunden. Als die Wogen des Kulturfampfes am höchsten gingen, habe man das Gesez erlaffen, das nicht blos den nieberen Clerus, sondern auch die Bischöfe gefährde. Nicht einmal das Sozialistengeset habe solche Härten geschaffen, und einer denn die Sozialinen könnten wenigstens im Baterlande bleiben. behaupten, daß nur die fonservative, die nationalliberale und e Bentrumspartei dafür verantwortlich zu machen seien, be gaupten die Anderen, daß die Schuld einzig und allein die Seite fogar so weit, daß man den Deutsch- Freifinnigen den deutsch- freifinnige Partei treffe. Man ging von lepterer Borwurf machte, sie hätten aus Furcht vor der Auflösung des eichstages, die zur Annahme des Sozialistengesetzes erforder: Cholerafälle vorgekommen. ide Anzahl Stimmen abfommandirt". Die Herren Frei innigen haben sich hierüber stets sehr echauffirt gezeigt und eine derartige Behauptung als ein perfides Manöver hingestellt. ange hat es gebauert, bis über diesen Punkt Klarheit ge affen werden konnte; jezt endlich sind die Koulissen bei Bolfsfreunde in seiner ganzen Verwerflichkeit zu es fennen. In tischen Regierung. Wir haben vergebens Gerechtigkeit und Seite einer ant Dienstag Abend in Sommers Salon stattgehabten Berfammlung wurde von Seiten cines Fortschrittlers, der die uñon" nicht mitgemacht hat, folgender Antrag gestellt: Sn inblick auf das Resultat der Reichstagswahlen fordert der Spanien. Der Protest, welchen die spanischen Studenten gegen das Verfahren der Regierung veröffentlicht haben, hat folgenden Wortlaut: Wir, spanische Studenten, fühlen uns verwundet in dem edelsten der Gefühle, welche die Jugend begeistert, in dem Bewußtsein unserer Würde. Wir werden Schut verlangt und protestiren deshalb feierlich vor dem ganzen wissenschaftlichen Europa und vor der ziviliftrien Welt gegen die unbegreiflichen Handlungen, deren Dpfer wir geworden sind; aegen die Verlegung unserer Rechte; gegen die namenlosen Verbrechen, die, in der Geschichte ohne führenden Ausschuß der deutschfreifinnigen Partei auf, das Pro- Beispiel, am 19., 20, 21. und 22. November im vollen nem baldigit einzuberufenden Parteitage vorzulegen." Tamm der Partei in demokratischem Sinne zu erweitern und Oierüber entspann sich eine lebhafte Debatte und die Herren gerietben so hart aneinander, daß in der Hiße des Gefechts Ole Wahrheit zum Vorschein fam. Der Dr. med. Kaftan er ine Anzahl Leute abfommandirt worden, die für das efes stimmen sollten.( Rufe Beweise!) Meine Herren, da s Ind Thatsachen, die ich beweisen tann, es Tageslichte und vor den Augen von ganz Madrid begangen worden sind. Wir machten blos eine einfache Kundgebung zu Gunsten der Freiheit des Professorats und der Wissenschaft, wie sie von der Körperschaft der Universität gewünscht und reflamirt und von dem Ministerium des Innern angenommen worden war und deren Grenze nur die Klugheit, deren Geset nur das Gewiffen der Professoren sein sollte. Diese Freiheit erschien einigen Bischöfen zu groß, fie protestirten und haben sogar die Rede unseres berühmten Professors Morayta mit Man tönn'e die Frage aufweifen, der Bundesrath seinen übereilten Bescheid nicht etwa zurüd hmen wolle; für diesen Man könne Fall solle sein Antrag nicht präjudiziren. auch einwenden, es wäre nicht nöthig, den Antrag sofort zu wiederholen. Ja wann solle er denn wiederholt werden? Der Antrag solle die erregten Gemüther wieder beruhigen und darum habe er ihn sofort eingebracht, und deshalb sei er eine patriotische That. Wir find von unsern Wählern beauftragt, zu fordern, was unser Recht ist, daß unsere Priester nach dem gen einen Recht behandelt werden. Feffelt man die Kirche in der Weise, so kann sie ihre Aufgabe, die Autorität aufrecht zu erhalten, nicht erfüllen. Der Staat aber vermag mit feiner Augewalt die Autorität nicht aufrecht zu halten.( Beifall links und im Bentrum). Abg. Graf Behr Bebrenhof( Reichspartei) erklärt sich Namens seiner Partei gegen diesen Antrag, der erst vor ind an einzelne Ahgeordnete schriftlich Auf- bem Bannfluch belegt. Wir übernahmen die Vertheidigung Kurzem vom Bundesrath verworfen sei. Eine Annahme des und werde deshalb von unseren Rechten tein Haar breit verwürde einen Mangel an Rücksicht gegen den Bundesgeben. Für die polnischsprechende Bevölkerung Posens und mis an dies sedeuten. Der Antrag ist eine Demonftration, an der Dabei uns nicht betheiligen.( Widerspruch im Zentrum- Bu- Westpreußens können wir keinen Geistlichen zulaffen, der nicht o an die streng die Forderungen der Maigesege erfüllt. Wir werden timmung rechts). fortfahren den Frieden zu erwarten, vorläufig aber nichts weiter für die Herbeiführung thun, da Herr Windthorst uns denselben in flug berechnender Weise und in der Hoffnung, von uns mehr bewilligt zu erhalten, vorenthält.( Beifall rechts und bei den Nationalliberalen.) llen ur mit te 04 ein In w Abg. Dr. Meyer( Jena, nationalliberal): Der Antrag sei für ihn und seine Partei erst dann annehmbar, wenn die Kurie ihren Frieden mit Preußen gemacht habe, bis dahin werde er ihn ablehnen. Abg. Blos( Sozialdemokrat). Meine Herren, wir lassen was im Gegensatz zur rechten Seite durch den kürzlich gefaßten Beschluß des Bundesrathes in feiner Weise bestimmen. Bir werden nach wie vor für den Antrag eintreten, für den wir schon zweimal eingetreten find, wie wir selbst schon die Abschaffung der Maigefeße beantragt haben. Ich muß es Ihnen offen gestehen, daß es uns diesmal etwas sauer wird, für den Antrag des Abg. Windthorst einzutreten und zwar aus anderen Gründen, als die, die wir nachher von den Herren Nationalliberalen hören werden, nämlich deshalb, weil uns die ganze Haltung des Bentrums in der vergangenen Legislaturperiode, wie wir fte beobachtet haben, dazu zwingt, doch die Gründe hier zu entwickeln, warum wir die Politik des Zentrums, troßbem wir mit diesem Antrage einverstanden sind, verurtheilen müffen, und warum es uns schwer wird, dem, was Herr Windthorst beantragt hat, beizustimmen. Für das, was wir in dieser Angelegenheit bisher gethan haben, und dafür, daß wir uns an dem Kulturkampf überhaupt nicht betheiligt haben, Daß wir die Maigesege von Anfang an befämpft haben, dafür ist uns der Dank geworden. Wir selbst haben uns darüber feineswegs gewundert, aber es ist doch einmal an der Zeit, Den Herren das zu sagen, daß wir keineswegs in dieser Beziehung die Dupirten sind, sondern daß wir wohl wissen, in welcher Situation wir uns befinden, wenn wir auch heute wiederum dem Antrage Windtborst zustimmen werden. Diese Angelegenheit wird ja schwerlich sehr bald zu Ende sein, und wir werden noch öfter Gelegenheit haben, uns damit zu be schäftigen, wenn auch uns die Sache etwas fern liegt, und wenn wir uns auch nicht soviel Kummer darüber machen, wie Herr Windthorst vorhin darüber, wie es den ausgewiesenen Bischöfen gehen wird, die er in Vergleich gestellt hat zu den Leuten unserer Gesinnung, die ebenfalls unter einem solchen Ausweisungsgeseze stehen. Ich kann Sie versichern, es wird roahrscheinlich einem Bischofe, wenn er von seinem Wohnftge und auch aus dem ganzen Vaterlande vertrieben wird, schwer wie es manchen Leuten geht, die lich so schlecht gehen, unsere Gesinnung theilen, wenn sie auch momentan nur vertrieben werden. Hier war von ihrem Wohnfit diese Parallele ficherlich ungeschickt und am wenigften geeignet, das Mitleid oder die Sympathie der Maffe heranzuziehen. Was uns bestimmt, einmal eine veränderte Haltung gegen früher einzunehmen, liegt darin, daß die Haltung des Zentrums selbst eine andere geworden ist. Wir lassen uns mex Biel gem 12 b madd ben. irgen. ift. Don Unverschämte. und dabei scheint der Kanzler selbst von der Bedeutungslo feit des Geseges überzeugt zu fein. Von der Anwa draußen des Kanzlers hängt es auch ab, ob der der Stadt, die i Bische Kultusminister für die Aufhebung des Ge angelegt zu ift. Der Kanzler fagt zwar, er werde den Rei ausländischer nicht auflösen, wer weiß, ob diese Anficht 3 Jahre an, und hier Rom ab( Wirthes von anbält! Wir hängen nicht spruch rechtswiederholte Bustimmung im Bentrum). ja bekannt, daß man von Rom eine Beeinflussung des Zentru genießbares verlangt hat, daß fie aber abgelehnt wurde mit dem Hin das find d fügen, daß man einen solchen Einfluß nicht befize. Wir liebe bieten verma unser Vaterland genau eben so, wie der Kanzler, aber ein diefer Ra doch gefährlich, 18 Millionen Katholiken permanent in als hätten fie frieden zu erhalten. Der gesammte Kulturkampf richtete flanden. Daa gegen die katholische Kirche, und die Kurie hat sich dochen Berlin a Unterhandlungen herbeigelassen. Will der Kangler weiche Remebur Tämpfen, wir sind dazu bereit, und will der Kanzler ni bauptsächlich d Grabliſſements bewilligen, bevo: ihm neue Ronzeffionen gemacht find steht er auf dem Standpunkt des do ut des, den wit bühr zu betöit einnehmen. Durch die Beschuldigung, daß wir uns mit als Arbeitgebe lutionären Elementen einlassen, laffen wir uns nicht schred forgen, daß di find, nicht von ( Beifall im Zentrum.) hängig find. Abg. Dr. Windthorst: Die ruhigen Erklärnngen des Reichskanzlers haben ihm in der Form sehr wohlgethan, aber das deutsche Bürgerrecht könne man doch nicht so auffaffen, daß es auf Grund so strenger Geseze so leicht eingebüßt wer den könne. Der Reichskanzler bätte fich doch die Gewißheit den könne. Der Reichskanzler hätte fich doch die Gewißheit verschaffen sollen, ob der preußische Kultusminister das Gefeß verschaffen sollen, ob der preußische Kultusminister das Gesetz noch gebrauche. Nur zu religiösen, nicht zu politischen Zwecken sei das Gesetz gegeben, und da tönne man, wolle man das Gewissen nicht belasten, feinen Unterschied zwischen polnischen und anderen Katholiken machen. Ist der preußische Staat so schwach, daß er die Polen nicht bändigen kann? Solche Maßregeln feien gefährlich und könnten die Polen zum Aufruhr bringen, denn die Völker haben es stets verstanden, die Tyrannen zu vernichten, welche ihre Religion antasten.( Beifall im Bentrum. Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Kanzler habe sich in hervorragender Weise an dem Kulturkampf bes theiligt, es hätte nur eines Briefes an Herrn von Goßler beburft, und die Sache wäre erledigt gewesen. Vor Deutschland behaupte er hier, daß in diesen Sachen nichts geschehe ohne die Zustimmung des Reichskanzlers, und so lange dies Gesetz bestehen bleibe, bleibe auch die ganze Maigefeßgebung ohne eine wesentliche Aenderung bestehen. Die Ernennung der Bischöfe war eine Konzeffton der allerbedeutendsten Art seitens des römischen Stuhles und wäre sie nicht gemacht worden, dann hätten wir noch ganz andere Dinge erlebt. Die Mißstände seien froß der Einführung der Nothseelsorge noch nicht beseitigt. Noch in weiten Bezirken Breußens haben die Katholiken keine Ge legenheit, die Messe zu hören und die Sakramente zu em pfangen. Redner fordert den Zustand, den Friedrich Wilhelm IV. in Königsberg feierlich verkündete: Der Friede müffe herbeigeführt werden, denn es könne auf vielen Gebieten heißen: Du hast die Geister gerufen aber bannen fannst Du fte nicht." Der Kanzler sagt, der Antrag sei eine Verlegung des Bundesraths, aber der Bundesrath ist der Neichskanzler und an ihn ni wild Abg. Stöder( deutsch- konservativ) wird für den An ftimmen, weil ihm die Gründe des Kanzlers nicht genüg tegel, als die Wenn er dafür stimme, wolle er damit ausdrücken, das noch niemals a. Ein bereit sei, auf der Bahn der Versöhnung vorzugeben. G nicht auf dem Boden der diplomatischen Politit wie welcher für Kanzler, sondern auf dem der Volksmeinung, er würde bat vor Kurze gegen den Antrag stimmen, wenn der Kanzler verspräche, macht, wonac der nächsten Zeit die Maigefeßgebung zu reformiren. der Stadi Be einer jährliche dings habe ihn bei den Wahlen das Bündniß mi Zentrum und Fortschritt sehr überrascht. In solchen wichtig Offerte wird Fragen könne er dem Prinzip des do ut des nicht zustimmtathung bea aber das Zentrum sollte sich auch entgegenkommender zeig g. Für Im Kampf um die Schule werde er aber das Centrum n unterſtüßen. Abg. Magdzinski( Pole); Nach den Ausführungen Kanzlers sollen die Polen nun der Sündenbock für das in der Mitte sein. Die nationale polnische Agitation Sonnenbrenne Don 27 Sonn Der elfernen L blages wird Saloßplates man die nur durch die Unterdrückung hervorgerufen, welche die Bol von der Regierung zu leiden hatten. Der durch das Ge geschaffene Zustand ist ein unwürdiger, der das Uebel nur durch den Fro schlimmert. DAS feftgefroren if Abg. Richter Hagen( deutschfreifinnig): Seine Balann. Um da werde für den Antrag stimmen, weil es sich um ein Ausnah better auf die gesetz handelt. In dieser Frage habe es thatsächlich nu Ministerium Bismard gegeben, feine Ministerien Fall, auch garnicht dadurch täuschen, daß die Session wieder so be habe ich mich zu halten. Ich hoffe, er wird sich die Sache tammer oder Goßler, wie der Kanzler meine. Das Benin noch einmal überlegen. Bei dem in Deutschland herrschenden System fann das Bentrum niemals eine eigene Regierungspartei werden. Die Regierung braucht Parteien, die ruhig Wenn der jede einzelne Sache prüfen und darnach handeln. große Robleno und die gefro b. Die 3 mit Brettern Der Röniggrät tann nach der Anschauung des Kanzlers allein nichts errei sondern nur mit Hilfe der Konservativen. Diese aber nur, was der Kanzler will. Der Kanzler stellt eine Auflöf in diesem Jab Kanzler von den wechselnden Konstellationen der Parteien so ist sein Auftreten und sein Verhalten allerdings unerflä Aussicht zu b an die man allgemein glaubt, in Zweifel; will er das über die Fried und animirt durchaus nicht zur Bewilligung neuer Steue Was der Kanzler von der Mißachtung des Bundes die einzige spricht, so ist er selbst von der Schuld daran nicht frei, so auch in diesem Falle. Ohne die von uns verlangten Freiheiten fönnen wir nicht leben, fie find uns mehr werth, als alle anderen. Auf dem wirthschaftlichen Gebiet haben wir bisher die Regierung unterstüßt, nicht etwa um der Regierung ein ,, do ul des" zu geben, sondern weil wir diese Reform für nöthig hielten. Ohne das Bentrum ist seither fein Geses zu Stande gekommen und dafür hat man es dann verleumdet und fich nicht gescheut, die sozialdemokratischen Wahlen auf sein Konto zu seßen. Wenn die Lage der kleinen Leute und der Arbeiter gebessert werden soll, werde ich für soziale Reformen stets einDan sagte, paßt viel eher auf den Bundesrath, der vom Reich abgelehnte Gesetze wieder einbrachte, was der Kanzler d motivirte, daß er darüber eine Quittung haben wolle bruch als Jub 100 Nummern N. Die Robrftrang vo Die Debatte wird geschlossen und nach einer perfönderlin zu lege Bemerkung des Abgeordneten Dr. Reichensperger fondenz über Ch Abg. Dr. Windihorst in seinem Schlußresume, nügende Wa sich kein Redner für das Expatriirungsgeses selbst erklärt weben aug Es scheine, als ob die Konservativen das letzte Mal nur burger Mag 1 Rücksicht auf die kurz bevorstehenden Wahlen für den Ant Gemeindegebi lion der Waff treten, aber bei ihrer Umgestaltung der ganzen heutigen Gesellschaft gestimmt haben. Auch bei Neuwahlen werde das Bentlig wird ein ginnt, wie fie in der legten Legislaturperiode auch schon be gonnen hat. Das Bentrum möge doch einmal in sozialer Beziehung feste Stellung nehmen. Sie haben sich auch schon so oft gerühmt, daß Sie der Hort gegen unsere Bewegung feien. Nun, ich glaube, das wird auch nur noch eine bestimmte Seit dauern, daß Sie sich damit rühmen werden. Gerade die legten Wahlen haben gezeigt, daß es mit diesem Short" eine Wendung zu nehmen scheint. Ich verfichere Sie auch, daß in dem Momente, wo die Versöhnung mit der Regierung, die noch nicht ganz vollendet ist, es mit diesem Horte" auch zu Ende sein wird. Wir werden zum großen Theil als Ihre Erben auftreten, und insofern wünschen wir, daß die Verföhnung mit der Regierung, die bereits angebahnt ist und sich schrittweise vollzieht, möglichst beschleunigt wird, daß der beiderfeitige Weg zur Klarheit erleichtert wird, und daß wir dahin gelangen, wo wir beide hingehören, daß die Grenze zwischen beiden Richtungen dann scharf und vollständig gezogen wird. Sch laffe mich auch dadurch nicht irre machen, daß Herr Windts horst jest wieder ganz besonders betont hat, daß wir keine Ausnahmegesete haben sollen. Es geht noch heute wie gewöhnlich; im Anfang wird das betont, und am Ende nicht mehr. Sie haben schon bei der zweiten Verlängerung des Sozialisten gefeßes 14 Stimmen aufgebracht, und bei der legten Verlängerung sind diese 14 Stimmen auf 39 gestiegen. Wenn sie in Dieser Proportion wachsen, wird es wahrscheinlich dahin fom men, daß man es auf teiner Seite mehr ernst auffassen wird, wenn hier immer zu Anfang der Seffion gegen die Ausnahmegeseze losgezogen wird. Was unsere Stellung weiter anlangt, so wiederhole ich, stimmen werden wir für den Antrag Windthorst, obgleich uns das fauer wird. Wir wünschen, daß auch die Ueberzeugung in den Maffen des Volkes dahin komme, daß das, was Sie bisher als demokratische Eigenschaften und Anschauungen ihnen entgegengetragen haben, nur Schein gewesen ist.( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) me red bes D lat ni hai werden auch die Sozialisten als ihren unerbittlichen Gegner finden. Es fiebt böse aus im Reich. Wegen der Matrikular beiträge sollen wir zwar lein Defizit haben und doch werden diese von den Steuerzahlern getragen. Dente doch nicht die Regierung daran, schlieglich ihren Willen mit den Bajonetten durchsetzen zu wollen, denn diese werden von Männern aus den untersten Klaffen getragen. Wir glauben, daß ein so oft angenommener Antrag doch in dem Voltswillen seine Ent stehung haben muß und darum sollte sich der Kanzler nicht sträuben, das Gefeß aufzuheben. Für uns ist die Annahme oder Ablehnung des Antrages eine bedeutsame Manifestation, wie man aber über die Gewissensfreiheit denkt und wenn die Nationalliberalen dafür Sinn haben, so müssen sie für unseren Antrag stimmen.( Lebhafter Beifall im Zentrum.) Reichskanzler Fürst Bismard: Der Antrag sei eine Mißachtung des Bundesraths, wie fte sich der Listere dem Reichstag gegenüber niemals erlauben werde. Der Bundesrath werde sich aber auch durch keine Demonstrationen, wie Maffen petitionen 2c. einschüchtern laffen. Nur unter dem Mi nister Fall sei das Gefeß in Preußen zur Anwendung gefommen, unter v. Puttkamer und v. Goßler nicht, und die Geistlichen, welche davon betroffen, seien zum Theil rehabilifrt, zum Theil im Auslande in gesicherten Stellungen. Der Antrag werde daher nur eingebracht, um die verbündeten Regierungen zu demüthigen.( Cho! im Bentrum.) Warum das Bentrum den verbündeten Regierungen diesen Schlag ins Geficht verfest, verstehe er nicht. Die Folge davon sei, daß die Verhandlungen mit Rom fich sofort zersplittert hätten. ( Bustimmung rechts.) Er sei nicht berufen, zu erforschen, welche Gründe der Bundesrath gehabt, den Antrag abzulehnen; ste liegen bei den verschiedenen Ressorts. Ob der preußische Kultusminister das Gesetz für entbehrlich hält, wisse ec nicht; nach der Meinung des Redners sei es aber nicht ganz entbehrlich, da in verschiedenen Provinzen und Landestbeilen, namentlich in der Provinz Pofen, die oppositionellen Bertretungen durch den katholischen Klerus ganz bedeutende Unterstügung erhalten. Hätten die Ereignisse von 1864 bis 1870 und 71 nicht einen so glücklichen Verlauf genommen, so wäre es schwer zu sagen, in welcher Weise diese Zustände ihren Einfluß geltend gemacht hätten. Die Regierung bestrebe fich, aus den Ronservativen, tem gentium und National liberalen eine dauernde Majorität zu schaffen, aber es feien doch zwischen dem Sentrum und den anderen Parteien zu harte Worte gefallen, die sich ehemalige Freunde nicht sagen follten Ein fonfessionell gemisches Staatswesen, das auf die Unterstügung der Kurie und des Zentrums angewiesen, könne auf die Dauer nicht bestehen, mit dieser Partei fönne man fich nicht einlassen, wenn man sich ihr nicht im Geiste auf längere Zeit verschreiben wollte. Reichskanzler Fürst Bismard: tas Recht, eine persona minus grata abzulehnen, ist ein althergebrachtes Recht des Staates. Die Freunde des Vorredners haben ihre Sache mit einer Leb haftigkeit und Erregtheit vertheidigt, die ansteckend wirkt, und es wäre wohl gut, wenn man den Ton so diucken könnte, wie Glauben Sie denn wirklich, daß heute er gesprochen wird. der Bundesrath pater peccavi sagen würde? Und dann könnten Sie nach 8 Tagen denselben Antrag noch einmal einbringen. Kann der Steuerzahler nicht danach streben, die extremen Polen zu unterflüßen, Mittelparteien nicht zu stark werden zu lassen. Herra Stod Das ne mit Riefenfch Meinung, die auf dem Boden des modernen Staates fte emaligen B Bezug auf die Schulfrage, müsse vor dem Lande fonf werden. Spu Dollzieht fich Baumeister 3 Ausführung Des Baumeiste Die Generald batte ist hiermit beendet. In der diskuifion zu§ 1 erklärt Abg. v. Heydebrandtu.danze Grunds ( deutsch- cons.), daß er nicht zur Oppofition gebore und in Fragen mit dem Kanzler übereinstimme. In dieſer müsse er aber ein seinen Wählern gegebenes Wort ci und werde für den Antrag stimmen. cint Die Hausvera in dem Neub Abg. Richter( hagen): Die katholischen Wähler mernen Galle doch von dieser Erklärung Notiz nehmen und bei fünfußerdem 200 Wahlen ihren Kandidaten nicht in einen solchen Gem Barterre zwang wieder verseßen. Üleber§ 1 erfolgt Namensaufruf, bei welchem derfelbe 217 gegen 93 Stimmen angenommen wird. Der Bra v. Wedell enthält sich der Abstimmung. Die übrigen 6 ein ragraphen werden debattelos genehmiat und dann um 6 Nächste Sigung: Donne 1 Uhr. Tagesordnung: Antrag Loebel wegen Siftirung Uhr die Sigung geschloffen. Strafverfahrens gegen den Abg. Stößel. Antrag der viel Steuern zahlen prüfungi fommission wegen Abänderung der Geschäftsordn wie das Reich braucht, muß es seinen Geschäftsbetrieb eben einschränken. Bis jest ist noch wenig Hoffnung auf Auflösung. Sie scheinen große Hoffnungen auf diesen Reichstag zu haben; aber es ist sehr leicht möglich, daß wir einmal 3 Jahre arbeiten, wo gar fein größeres Gesetz zu Stande kommt. Rechnungssachen und zweite Lesung des Etats. Lokales. Jammen 54 Der ehemalige Berfonen befe liegenden Neb Trägern unbe Lifche und fonnen. Als breite Baupte breiter Eingan balle, die 5 Der Straße D und dem im cr. Berlin ist Weltstadt, wer wollie das heute! daß fte ohne die Hilfe der Majorität nicht weiter tann. Und wenn nun eine Auflösung die gleiche Majorität, wie heute ergäbe, und ich würde zurücktreten, so täme der Vorredner damit auch noch nicht weiter. Die Drganisation und Disziplin des Zentrums ist zu bewundern. Wenn der Redner meint, es geschähe in den Maigefeßen nichts ohne mein Die Personen, Vormiffen, so ist es Eine Auflösung ist immer ein Bugeständniß der Regierung, leugnen? Es ist eine unbestrittene Thatsache, daß wir in in Saby außerordentlicher Umstände auf verschiedenen Gebieten außerordentliche Fortschritte gemacht haben. Wer fich Kleinstädtische, spießbürgerliche Berlin von vor zwanzig zurück denkt, in das fleine Berlin mit seiner schmußigen aber seinen winfligen, edigen Gaffen und Straßen, der wür mur welche sich noch im Auslande befinden, befinden sich nicht Berlin, die stolze Hauptstadt des deutschen Reiches, auf f wegen Meffelesens und Spendens der Sakramente im Auslande, sondern wegen politischer Agitation. Ich muß ein für alle Mal der Sumuthung widersprechen, als ob ich mich über Dinge aus den preußischen Refforts, die hier zur Debatte fommen fönnten, häite rechtzeitig informiren können. Das nidi alänzenden Gewande manch' häßlichen Flecken, der Mühe, oft überhaupt gar nicht verdeckt werden kann. thut Unrecht daran, von manchen Uebelständen mit befonderer mei maifinen tung des Hau liche Sonner sprechen, man handelt in dieser Beziehung so thori Jemand, der die verdorbene Luft eines Zimmers burd Bentrum fönnte in ein besseres Verhältniß zur Regierung geruch von Eau de Cologne zu verstecken sucht. Seben uns einmal eine große Anzahl von öffentlichen Lokalen 2 an. Ein Restaurant mit Damenbedienung. Für viele Leserinnen mag ein derartiges Institut der Inbegriff alles Ba lichen und allen Lasters sein, sie würden aber, wenn fie einma freten, wenn es fich auf seinen fonfeffionellen Standpunkt be schränken und von seinen politischen Anneren befreien wollte. ( Beifall.) Abg. v. Gräve( Pole) erklärt die Vorwürfe des Kanzlers gegen das Sentrum für unbegründet, es scheine fast als ob der Kanzler sich in der Tagesordaung geirit habe und über den Antrag wegen der Bulaffung der polnischen Sprache spreche. Wir verlangen nichts weiter, als Geim Staat, wir find Belanntschaft eines solchen Lokals machen könnten, eines Befferen belehrt werden, sie würden einsehen, welchem die Biernymphe herrscht, ist fast immer leer, febr ba Toell 600 Flammen find Kronleud bracht, daß Bilbne felbft Deutenb vergi 36 Fu, eir er tonftruirt, da itatifinden för ments ist bur Aruppen von ausgefi Berliner hier so leicht nichts paffiren kann. Das Lo feine Reichsfeinde jenigen, welche die Mache, die hier herrscht, fennen, fich und fann ich nur versichern, daß das Expatriitungsgesis in hüten, auf den Zauber hineinzufallen". Die Kellnerinna unseren national politischen Bestrebungen nicht geschadet hat ( Beifall im Zentrum und bei den Polen). Abg. v. illdorff: Bebra( deutschkonservativ). Aus den Darlegungen des Reichskanzlers gebe hervor, daß bei der Entwickelung des Kulturkampfes auswärtige Verhältnisse mittibel in der überwiegend großen Anzahl nichts weniger als meiftentheils recht geschmadlos aufgepugt, und was die ihnen an förperlichen Reizen versagte, das sucht eine gewirkt haben, und die Schuld dafür trage das Zentrum. geschröpft werden, denn fast alle Berliner Kellnerinnen Herr Windtborst habe durch seine Darlegungen dem von ihm vertretenen Standpunkte nicht genügt. Die Vertreter des Zentrums betor.en stats nur die Intereffen der Kirche, nie aber die großen und dauernden Interessen des Reiches. Wir wer den deshalb gegen den Antrag slimmen. rechtigkeit Redner persönlich würde es außerordentlich lieb sein, einen modus vivendi mit dem Zentrum. zu finden, er fürchte jedoch, daß die Bartei ihre Agitation nicht eher einstelle, als bis in Deutschland Alles vernichtet ist, was an ein evangelisches Kaiserthum erinr ett. Bu Rorzeffioi en sei er gern bereit, wenn man ihm Gegenkonzesfionen biete. Aber die Gründe des Antrages liegen außerhalb des deutschen Landes. ( Widerspruch im Zentrum.) Bur Zeit der Hohenstaufen ver band fich alles, was anti- ghibellinisch oder gegen das Reich war. Im Intereffe unserer Unterthanen in Rheinland und Westfahlen wäre ja ein modus vivendi sehr zu wünschen, bie Muigeseze mögen ja auch vielleicht mitunter zu scharf an gewendet worden sein, was ich nicht billige; aber man muß auch bezenken, daß mit hilfe tatbolischer Geistlicher, die ihre gemeinsame Direktive aus der fatholischen Abtheilung des Kultusministeriums erhielten, die Boloniftrung deutscher Lanbestheile stattgefunden hat. Wir haben alles Mögliche da gegen gethan; aber wir famen nicht weiter. Est nach den Paigefeßen fonnten wir einige Konzeffionen erhalten. Im vorigen Sommer war der Zustand ziemlich erfreulich, jett haben sich die Sachen wieder geändert. Ich hoffe auch, daß nan uns von Hom noch weitere Konzeffionen maden wird, Write ift eine Niede führung von Temperatur& fblote, pie b ausreichendite Direitor Abo Bepad tet bat fondern auch b. Gleid iu werden. wort, welches Denn der ne bas Gefühlb fie fich ganz im wahren S welches er be Bartlich leit if am chronischen Hunger, fie haben fortwährend Appeli Kulmbacher Bier und der Gipfel des Hochgenuffes befle fie in einer Flasche Rothwein, deren Wirkungen ein veranlagter Mensch höchstens vierzehn Tage in allen Gl fühlt. Es eine folde aber g Wirthi Abg. Freiherr v. Schorlemer Alst: Wenn die Herren von der Rechten gegen den Antrag stimmen, so werden wären Diese Eigenschaften aber einmal so schlimm, viel schlimm, viel häglicher dagegen, daß Jeder, Der einmal in fie davon großen Schaden haben. Wenn es den Sozialdemo- verschlagen wird, so lange mit Bitten bestürmt wird, fraten fauer wird, für den Antrag zu ftimmen, so sollen ste es lieber bleiben lassen. Diese Herren haben noch niemals etwas Pofitives geleistet, und sollten sich ihre Ideale ver wirklichen, so würden die Köpfe derjenigen Herren, die heut an der Spize fleten, nicht fizen. Wenn der Heichskanzler gewollt, hätte der ganze Bundesrath für den Antrag gestimmt, Schritt entfer hinter ihm he bruit. Det n Kronenoffen a Treibt. Under bier Er ftammt mann'iche g. Eine entstehen Schaubuden leit verloren. fich zu den vorerwähnten Leistungen entschließt. Das schieden häßlich und vor Allem einer Großstadt unw In vielen Fällen wird sich derjenige, der gutmünbia gen ja nicht allzulange nöthigen lassen; und wenn die Gade geradezu übertrieben wird, so drückt der Berliner gen ein Auge zu. Es giebt aber in Berlin Lokale, und jer terrain an be babnbof Miez grophtiches Dafelbft mit Museum" 清 峰 edeutungslo 6 der des Ge Den Rei 3 Jahre der Antwa draußen in den Vorstädten, sondern mitten im Herzen der Stadt, die wirklich nur zum Zwecke des Bauernfanges angelegt au sein scheinen. Ein bombastischer, hochtönender, ausländischer Titel lockt den Unerfahrenen oder den Fremden an, und hier grenzt die Bettelei, die unter Aufsicht des ( Birthes von seinen Bediensteten getrieben wird, wirklich ans ntrum). Unverschämte. Eine schäbige Eleganz, unangenehme Luft, undes Zentrum genießbares Bier, undefinirbarer Wein für horrende Preise, it dem in das find die Annehmlichkeiten, die Berlin hier zu be. Wir lieb bieten vermag, abgesehen von den Damen", die sich ler, aber es in dieser Kategorie von Roletten gewöhnlich gebeerden, nanent in is hätten fie foeben eine vierwöchentliche Hungerfur überof richtete tanden. Das ist etwas, was uns an dem neuen, weltstädtiat fich dochen Berlin absolut nicht imponirt, hier müßte einmal gründ Kanzler he Remedur geschaffen werden. Sie würde zunächst wohl Kanzler nid hauptsächlich darin bestehen müssen, daß die Besiger derartiger nacht find, Etablissements gezwungen würden, ihre Angestellten nach Ges Den wir bühr zu bekötigen und zu bezahlen, es müßte den Wirthen uns mit als Arbeitgebern zur Pflicht gemacht werden, daß fte dafür nicht genüg me ni ind, nicht von der Gnade der dort verkehrenden Gäste ab= für den Anhängig find. Entschieden wäre das eine viel wirksamere Maß regel, als die jetzt bestehenden, die, wie die Erfahrung lehrt, rücken, da noch niemals Erfolg gehabt haben. geben. Er fi Al mi 河 zeigen schon die drei großen Kastenwagen, welche die Trans portmittel für die Schäße" 2c. bilden. Vielleicht bekommen wir hier auch noch die unvermeidliche Riesendame", den ,, blutdürftigen Indianerhäuptling" zu sehen. 11 N. Durch einen archäologischen Fand von anscheinend großer Wichtigkeit wird augenblicklich die Gelehrtenwelt in nicht geringe Aufregung gefeßt. In Schortau a. E. hat man nämlich vor einigen Tagen 90 Ctm. unter der Erdoberfläche ein Stück Mosaiffußboden mit eigenthümlichen figürlichen Darstellungen aufgefunden. Der Finder nimmt an, daß, da römische Mosaikböden in unserem Norden nicht vorkommen, der Fund ein slavischer, und daß das Bild den Gott Belhogt Darstelle. Eine auf der Tafel befindliche Inschrift scheint Bribislaw zu heißen. Was an dieser Deutung richtig, muß einer genaueren Untersuchung durch Sachverständige vorbeeiner genaueren Untersuchung durch Sachverständige vorbe halten bleiben. a. Ein Thongruben Befizer in Belgarn a. Elbe, olitit wie welcher für die Berliner Kanalisation Thonlieferungen hat, er würde bat vor Kurzem der hiesigen Stadtgemeinde eine Offerte ge verspräche, macht, wonach er seine Thongruben nebst Betriebsinventar rmiren. der Stadi Berlin geschenkweise überlassen will gegen Bablung nonig wi einer jährlichen Rente bis zu Ende seines Lebens. Diese Diese olchen wichtig Offerte wird dem Vernehmen nach in der nächsten Plenarbe nicht zuftimtathung des Magistrats zur Verhandlung gelangen. mender zeig g. Für eine wirksamere Beleuchtung des Schloß Centrum ages wird jegt neben der mitgetheilten Einrahmung des Schloßplages mit fleineren Sonnenbrennern dadurch gesorgt, sführungen daß man die bereits vorhanden gewesenen 5 Sonnenbrenner Od für das in der Mitte des Plages durch größere, intensiver leuchtende e Agitation Sonnenbrenner ersetzt. Der Schloßplay wird dann im Ganzen Iche die on 27 Sonnenbrennern beleuchtet. Die bei der Aufführung urch das der eifernen Laternenständer nothwendigen Erdarbeiten werden Uebel nur durch den Frost sehr erschwert, weil die Erde bereits derartig fonnte, woselbst fie auf einem Heuhaufen, mit einem Plane Bol Befe festgefroren ist, daß sie nur mit Picken aufgerissen werden = Seine ann. Um das Erdreich gefügiger zu machen, ftellen die Arein Ausma better auf die zum Aufwerfen der Erde bestimmten Stellen tsächlich nur große Kohlenöfen, welche auch zum Theil ihren Zwecken dienen ien Fall, und die gefrorene Erde zertheilen. Das Rent nichts erreid ngs unerlä Fvom Reich Kanzler da nwolle Tonflat th a. Ein betrogener Betrüger. Ein steckbrieflich verfolgter Defraudant, der Bigarrenmacher Steinbach aus Bengelburg, stellte fich heute freiwillig der hiefigen Kriminalpolizei, nachdem ihm die von ihm unterschlagene Baarschaft gestohlen worden. Steinbach hatte Anfangs des vorigen Monats in der Straf anstalt zu Rawitsch eine zweiundeinhalbjährige Buchthausstrafe verbüßt und war nach Hamburg entlassen worden. In Hamburg lernte er den Schlosser Köster fennen, mit welchem er nach Amerika zu reisen beabsichtigte. Da aber ihre Baarschaft zur Lösung eines Billets nicht ausreichte, wollten sie fich als Arbeiter auf einem nach Amerika gehenden Schiff aufnehmen lassen, wozu ste aber in Hamburg feine paffende Gelegenheit fanden. Sie begaben sich deshalb nach Bremerhaven, woselbst Köster eines Abends dem St. seine Baarschaft von 170 Mart und seine Sachen zur Aufbewahrung gab, weil er nach einem Tanzlokal gehen wollte. Steinbach wartete nicht die Rückkehr des St. ab, sondern begab sich mit der ihm anvertrauten Baar schaft und den Sachen nach Berlin. Sierselbst logirte fich Steinbach in einem Gasthause in der Frankfurter Allee für eine Nacht ein, und am folgenden Tage tummelte fich Steinbach in der Stadt herum, fich an einen gleichfalls herumftreichenden Unbekannten anschließend, mit dem er verschiedene Lokale besuchte. Am Abend führte ihn der Unbekannte nach einem großen Grundstück, deffen Lage Steinbach später nicht bezeichnen zugedeckt, nächtigten. Als St. am anderen Morgen erwachte, war der Unbekannte verschwunden und mit diesem der sehr erhebliche Rest des dem Köster gehörigen Geldes, sowie das Bündel mit den Sachen des K. Seitden irrte Steinbach obbach und subfistenzlos in Berlin umber, und er meldete fich schließlich freiwillig, bei der Kriminalpolizei, welche seine Ver haftung veranlaßte. g. Rohheit. In dem W.'schen Restaurant in der Jäger b. Die Zimmerstraße ist an ihrem Westende noch immer mit Brettern vernagelt, troßdem der fünftige Durchbruch nach Diefe aber der Röniggrägerstraße schon lange gepflastert ist. Sie feiert eine Auflöin diesem Jahre das 150jährige Jubiläum ihrer Verlängerung ftraße tam es gestern Abend zu einer sehr heftigen Schlägerei. er das über die Friedrichstraße hinaus, scheint aber noch immer keine Ausficht zu haben, daß ihr der dringend nothwendige Durch einer zur Bezahlung der Beche ein Einmarkstück auf den Tisch neuer Steuch als Jubiläums- Angebinde zu Theil wird. Man scheint gelegt hatte, das aber plößlich verschwunden war. Der Eigen 8 Bunde die einzige Werkwürdigkeit, welche sie besigt, daß fie gerade thümer des Geldstücks stieß infolge deffen schwere Beschul 100 Nummern zählt, noch lange konserviren zu wollen. N. Die Berliner Wasserwerke beabsichtigen, einen neuen Rohrstrang vom Wasserwerk Westend über Fürstenbrunn nach iner perfondetlin zu legen, da die beiden Rohrstränge, welche die Refi benz über Charlottenburg mit Wasser versorgen, nicht die ge nügende Waffermenge nach Berlin schaffen fönnen. Es elbft estlärt eben augenblicklich Verhandlungen mit dem Charlotten burger Mag strat, der zur Legung des Stranges durch sein für den Gemeindegebiet die Genehmigung zu ertheilen hat. Gleich e das Benttig wird eine telegraphische Verbindung zwischen der Direk tion der Wafferwerfe und Berlin geplant. perger Tußresumee, te Mal nur rflüßen, um Derrn Stod Staates ftebe Lande fon Spai Döre und in In dieser, Wort ein Wähler m b bei fünf chem derfelbe Der Bri Die übrigen Dann um 6 ein ng: Donn en Siftiran trag ber Befchäftsord 6. au Berfonen befett. bigungen gegen seine Umgebung aus, worüber ein an dem seiben Tische fißender Gast, Namens H., den Beleidiger ernstlich zu Rede stellte. Alla Antwort hierauf ergriff der Letztere einen perzellanenen Bierunterfaß und hieb mit dem selben dermaßen auf H. ein, daß dieser aus mehreren Wunden blutete. Der Verlegte begab sich nach der ersten Sanitätswache in der Brüderstraße, woselbst der anwesende Arzt ein ziemlich bedeutendes Loch an der rechten Seite des Kopfes und außerdem mehrere Wunden im Gesicht konstatirte. Zabrg. die Vertrauensseligkeit 5-7 Jahre alter Kinder so sch mißbraucht hat. Gewöhnlich mißbraucht hat. Gewöhnlich sprach die Frau diejen Kinder an, die in der Mittagszeit von ihren Müttern zur Be sorgung der allernothwendigsten Bedürfnisse mit einem Korb in der Hand ausgeschickt worden waren. Sie forderte dieselben auf, thr für ein Geschenk von 10 Pfennigen einen Gefallen วน thun und ihr cus einer näher bezeichneter Wohnung irgend einen Gegenstand herabzuholen. Arglos geben die Kinder dem Frauenzimmer ihren Korb, in dem sich in der Regel das von der Mutter mitgegebene Geld eingewickelt befand, zum Aufbewahren und waren nach ihrer Rücktehr nicht wenig erschrocken, daß sie die so gute Frau nirgends mehr erblickten. In einem dieser Fälle waren dem Kinde sogar die Ohrringe geraubt worden, ohne daß dieses etwas davon gemerkt hatte. Die Ohrringe sollten geöffnet gewesen sein, und um fie zu schließen, machte sich die Frauensperson daran zu schaffen. Die Angeklagte suchte ihr Heil im Zeugnen, doch wurde fie von über 10 Kindern mehr oder weniger ficher als die Diekin refognoszirt. Der Staatsanwalt beantragte mit Rücksicht auf die große Gefährlichkeit dieses Treibens und auf das Profefftonsmäßige desselben eine 7 jährige Buchthausstrafe. Der Gerichtshof verurtheilte die Angeklagte zu einer Gesammtstrafe von vier Jahren Zuchthaus, 4 Jahren Ehrverlust und Zulässigkeit von Polizeiaufficht. " Eine bemerkenswerthe Privattlage gelangte heute vor der 98. Abtheilung des hiesigen Schöffengerichts I zur Verhandlung. Der Privatkläger Bigarrenhändler Schröder und der Privatbeklagte Magistrate beamter Eichler gehörten bis zum Sommer d. J. als Mitglieder dem Bezirksfechtklub" an. Be züglich des Lebenswandels des Privatklägers waren dem Vorstande des Klubs Mittheilungen bedenklicher Natur zugegangen, auf welche hier Recherchen angestellt wurden. In einer Vorstandsfizung erstattete ein Mitglied Bericht darüber, der für den Privattläger nicht sehr günstig lautete. Der in feiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied anwesende Beklagte wurde nun um feine Meinung angegangen, die er dahin präzisirte, daß er nach dem vorge= tragenen Sachverhalt den Privatkläger für einen wöhnlichen Ludewig" halten müffe. Als Dies der Lettere erfuhr, behauptete er von dem Beklagten, daß derselbe ge ein Bruder des Gattenmörders Eichler sei, daß er zwei anrüchige Schwestern habe und in einem Ehescheidungsprozeß falsche Beugen gekauft habe. Außerdem strengte er die obige Privatflage an, woraufhin der Beklagte, der gar keine Schwester bat, wegen der gegen ihn gemachten Aeußerungen des Privatflägers die Widerklage erhob. Die stattgehabte Beweisaufnahme war bezüglich des ihm gemachten Vorwurfs teine für denselben günstige. Der Gerichtshof erkannte daher, indem er dem Beklagten den Schutz des§ 193 des St.-G.-B. zubilligte, auf Freisprechung desselben. Einen gleichen Erfolg hatte aber auch die Widerllage, indem der Gerichtshof den angegriffenen Privatkläger für berechtigt erachtete, sich in der geschehenen Weise zu vertheidigen. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. Der Bezirksverein der arbeitenden Bevölkerung des Süd- Westens Berlins hielt am Montag Abend im Toppschen Lotale eine Versammlung ab. Zunächst theilte der Vorfizende, Herr Krohm, mit, daß auf eine an den Magistrat wegen der Anlage von Volksbädern gerichtete Petition der Bescheid eingegangen fei, daß die Stadt mit anderen Ausgaben, die ste für die allernothwendigsten Bauten und Einrichtungen zu leisten habe, so in Anspruch genommen sei, daß N. Wassersnoth veranlagte gestern Abend gegen 7 Uhr eine Alarmirung der Feuerwehr nach dem Grundstück Mühlenstraße 68a. Wohl durch den scharfen Frost war dort das pauptrohr der Städtiſchen Waſſerleitung geplagt und ergoffen fie vorläufig die Petition nicht berückſimtigen könne. Herr sich nun die Wassermassen mit unaufhaltsamer Vehemenz in räume, in wenigen Minuten die Wohnung unter Wasser mannschaften die weitere Gefahr für die Kellerbewohner zu be straße 23 gerufen, es handelte fich hier um einen Brand, der durch Aufwerfen von heißer Asche in einer Mühlgrube entwohnern gelöscht war. N. Einen traurigen Ausgang nahm am gestrigen Abend in Moabit ein von mehreren jungen Leuten veranstaltetes harm loses Schneeballwerfen. Bei dem Versuch etwas Schnee aufUnterschenkels fich zuzog. Der Verunglückte mußte sofort nach dem Barackenlazareth in Dioabit geschafft werden. dem Grundstück der themaligen Berliner forbi teoricoſtraße 3r. 218, ſchreitet mit Riefenfchritten seiner Vollendung entgegen. Der Umbau Dollzieht fich nach den Angaben und Beichnungen des Herrn die von einem Schuhmachermeister Evert befindlichen Wohnunge Baumeister Biegra, Belle- Allianceplag 8, der bekanntlich das ndt u danze Grundstück fäuflich erworben, während die technische seßend. Durch Absperren des Haupthahnes und Auspumpen Ausführung und Leitung des Baues den bewährten Händen des Baumeister Fischer und Architekt Mövius anvertraut ist. Die Hausveränderung in dem ehemaligen Konzerthause besteht seitigen. Etwas später wurde die Feuerwehr nach der Fruchtin dem Neubau einer ca. 5 Meter breiten und 4 Meter hohen tifernen Gallerie, auf welcher 33 Bogen mit 200 Seffeln und außerdem 200 erhöhte nummerirte Sigpläge angeordnet sind. standen, beim Erscheinen der Feuerwehr bereits von HausbeIchen Geam Barterre find vor der Bühne 10 Barqueflogen mit zu fammen 54 Blägen angelegt, der übrige Raum wird, wie in Der ehemaligen Walhalla mit Tischen und Stühlen für 900 liegenden Nebensäle werden durch neu angelegte, mit eisernen zubeben, trat einer der Theilnehmer fehl und stürzte so unDie zu beiden Seiten vor dem Hauptsaal Trägern unbedeckte Deffnungen verbunden, so daß in legterem glücklich zur Erde, daß er einen fomplizirten Bruch des rechten Tische und Stühle für ca. 400 Personen aufgestellt werden fonnen. Als Bugang zum Parterre ist der alte über 3 Meter breite Baupteingang geblieben, und ist ein zweiter ebenso breiter Eingang durch eine Glashalle bergestellt, diese Glass halle, die 5 einhalb Meter breit und 3 Meter hoch ist, und der Straße direkt zum Theater. Die Zugänge zur Gallerie figen wollen und ist dabei erfroren. Die Leiche wurde ins mit befonderer Heizvorrichtung versehen werden soll, führt von und dem im ersten Stock neu erbauten Foyer bestehen aus mei maifioen Treppen von je 2,79 Meter Breite. Die Beleuch tung des Hauptraumes geschieht durch 4 an der Decke befind 600 Flammen. Uber der Gallerie und in den Nedensälen Find Kronleuchter und Wandarme in so großer Bahl ange bracht, daß der ganze Raum taghell erleuchtet wird. Die Bühne felbft ist durch einen zweckentsprechenden Umbau be Deutend vergrößert worden. Dieselbe ist bei einer Breite von 36 Fuz, eir er Tiefe von 48 und einer Höhe von 45 Fuß so tonftruirt, daß die großartigsten Spezialitäten Vorstellungen tatifinden können. Die dekorative Ausstattung des Etablisse ments ist durch Malereien im Rococostyl mit figürlichen WandWeise ausgeführt. Zur Erwärmung des ganzen Etablissements bas beute daß wir in ten verfchi n Gebieten Wer fich rzwanzig Tchmugigen n, der würde Ballebem ab gal eiches, auf f en, ber nu den kann., tänden nid! fo thori mers burd ucht. Seben Bet en Lokalen Für viele un griff alles Ba penn fie ein Tönnten, febr infehen, n. Das Lo bot mer leer, well fennen, fid liche Sonnenbrenner, " Syftem Growe" mit zusammen N. Erfroren. Auf dem Hofe des Grundstücks Waffergaffe Nr. 29 wurde heute Vormittag in der zehnten Stunde Die Beiche eines anscheinend dem Arbeiterstande angehörigen Mannes gefunden. Derselbe hatte wahrscheinlich dort nächDbduktionshaus geschafft. Polizei- Bericht. Am 1. d. Mts., Abends, verstarb der Arbeiter Arndt im städtischen Krankenhause im Friedrichshain an den Folgen einer Schädelverlegung, welche er am 30. v. M. dadurch erlitten hatte, daß er in der Spaudauerstraße von einem in der Fahrt befindlichen Pferde- Eisenbahnwagen fiel. -An demselben A end wurde ein unbekannt geblieberer, etwa 40 Jahre alter Mann aus einem Schanklokal in der Antonftrage gewaltsam entfernt. Hierbei fiel derselbe nieder und erlitt dadurch derartige Verlegungen am Hinterkopf, daß er besinnungslos liegen blieb und mittelst Droschke nach der Charité gebracht werden mußte. Die Thäter sind ermittelt. Um dieselbe Zeit fiel der Bandagist Preisdorf vor dem Hause Dabei den rechten Unterschenkel. Der Verunglückte wurde nach Vormittags, starb der Post- Expedient Wilke im Post- Bureau Am falles. Die Leiche wurde nach der Wohnung gebracht. Hauses Brizerstraße Nr. 43 die Leiche eines Kindes weiblichen Tuppen von der Künstlerhand Carl Lange's in grofarfigfter Manteuffelfir. Nr. 21 in Folge Ausgleitens zur E.de und brach u werden. derselben Zeit wurde der fünf Jahre alte Sohn des Korb Krohm sprach sein Bedauern darüber aus, daß man wiederum andere Dinge einem für die arbeitende Bevölkerung so wichtigen Bedürfniffe vorziehe. Hierauf nahm Stadtv. Görcki das Wort zu dem Vortrage: Der Einfluß der Gewerbebeputation auf nnfer gewerbliches Leben innerhalb der Kommune". Die Entwickelung des Großbetriebes habe das Klempnergewerbe immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Die Bünfte und Innungen, welche früher für die Gewerte ein gewisses familieres und freundschaftliches Band zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern herstellten, überlebten fich durch die mächtige Entwickelung, überlebten fich durch die Produktionsweise. Diese Verhältnisse bedingten, daß von den Kommunen selbst ein Ausweg gefunden werden mußte, um eine Vermittelung zwi fchen Arbeitgeber und Arbeitnehmer anzubahnen. Dies geschah in Berlin durch die Gründung einer Gewerbedeputation unter dem Oberbürgermeister Graßnid im Jahre 1845. Aus den Aften und Protokollen aus jener Zeit ergebe sich, daß die Erfolge wegen der Differenzen, welche in dieser Frage obwalteten, sehr geringe waren. Wenn man nun die Geschichte der Gewerbe- Deputationen weiter durchblättert, so möchte man fagen, daß die Zusammenfegung derselben für den Arbeitnehmer bis auf den heutigen Tag leine befriedigende gewesen sei. Wenn in diesen Deputationen Arbeitnehmer Bläge gefunden hätten, so wären diese nicht aus dem großen Verbande der Arbeiterpartei besetzt worden, sondern aus den Hirsch- Durder'schen Gewerkoereinen, ein Vorgehen, das bei bem ungeheuer divergirenden Zahlenverhältniß dieser Arbeitergruppen durchaus nicht gerechtfertigt erscheint. Und dennoch yabe die jüngste Beit gelehrt, daß die Stadtverordneten- Ber= fammlung trop der großen Erfolge der Arbeiterpartei bei der Reichstagswahl an ihrem Prinzip festhalte. Der von ihm und seinen Genoffen vorgeschlagene Kandidat für die Gewerbe- Deputation sei von der Versammlung, abgelehnt worden. Kein Wunder denn, daß seine Rede, die den Herren in derben Worten die Wahrheit verkündete, von einigen liberalen Kollegen gerade nicht sympathisch aufgenommen worden sei. Bum Schluß geißelte der Redner das heutige Submissionswesen und führte aus, daß gerade die Gewerbe- Deputation eine Reift eine Niederdruc- Dampfheizung angelegt, welche unter 3u- seiner Wohnung, Dianienste. Nr. 196, gebracht. Am 2. d. M., gelung dieser Frage in die Hand nehmen müsse; es müsse auf Temperatur zuläßt. Die Ventilation wird durch vier Abzugs Prinzessinnenstraße Nr. 25 plöglich in Folge eines Krampfanflote, die bei je einem Sonnenbrenner angebracht sind, in ausreichendster Weise besorgt. Unter der Aegide des Herrn Nachmittage deffelben Tage wurde auf dem Korridor des Direktor Adolf Düssel, der das neue Theater auf 10 Jahre Bepad tet hat, verspricht dasselbe nicht nur das großartigste, Geschlechts, mit einem Stück weißen Gardinenzeuges umwickelt, fondern auch das eleganteste Spezialitäten- Theater der Residenz aufgefunden und nach dem Obduktionshause geschafft. b. Gleich und gleich gefellt sich gern ist ein Sprich machermeisters Tugend beim Ueberschreiten des Fahrdammes wort, welches für die Thierwelt teine Geltung zu haben scheint. Denn der neue und der alte Schimpanse hegen gegen einander bas Gefühl der vollendeten Wurschtigkeit. Vielmehr haben fie fich ganz aparte Freunde ausgesucht. Der Weltere bemuttert im wahren Sinne des Wortes ein ganz kleines Pava- Aeffchen, Bärtlichkeit ist so zudringlich, daß der Kleine sich taum einige e Kellnerinne weniger als and was die ucht eine üb , der sich bier und wieder Rellnerinnen brend Appeti enuffes be ungen aber g ein in allen Dagegen olde Slic Wirth irmt wird, tekt. Das Cofftadt un BEA utmüthig gen Herliner nn die Sache Bend ale, und war welches er beständig in seine langen Arme schließt. Seine Bu vor dem Hause Köpnickerstraße 89 von einem Bferdebahnwagen überfahren und ihr der rechte Arm abgequetscht. Er wurde nach Anlegung eines Nothverbandes nach Bethanien gebracht. Den Führer des Wagens soll hierbei feine Schuld treffen, da das Kind trop des Burufs deffelben versucht hatte, vor dem Wagen über die Straße zu laufen. In der Nacht vom 2. zum 3. d. Mts. wurde in dem Zimmer eines Gasthauses in Diese Weise etwas für den kleinen Handwerker nicht nur, sondern auch für den Arbeiter geschehen. Gerade auf Kosten der Lepteren werden die Preise so herabgedrückt, daß der Lieferant fich nur durch Bablung von Schundlöhnen schadlos halten tönne. Alle diese Uebelstände fönnten nur beseitigt werden, wenn die Arbeiter bei jeder Wahl ihre Kraft und ihre Macht zeigten. Wenn dies geschähe, dann wird der Einfluß ihrer Vertreter in Zukunft bei allen Fragen, bei welchen über das Wohl und Wehe der Arbeiter entschieden werden soll, endlich durchdringen. Dem Vortrage folgte eine außerordentlich leb bafte Debatte, an der sich Redner verschiedener Parteien bethetligten. Eine gut besuchte Schuhmacherversammlung, in welcher Here Blated über das Thema„ Tie Lohnkommission und ihre Biele" referirte, tagte am Montag Abend im Louisenhinter ihm her und drückt ihn wieder an die treue Schimpansen- Mann erhängt vorgefunden. Da derselbe weder Gepäck noch Ueberfluß an Arbeitern und geringer Lohn, welches Uebel noch Stronenaffen zum Freunde erforen, mit dem er muntere Spiele nicht feststellen lassen. treibt. Andere Affen dagegen treftirt er fleißig mit Ohrfeigen. Er ftammt übrigens aus Neu- Deutschland von einer Wörmann'sche Befigung. bier entstehen zu wollen, nachdem der Verkehr auf dem mit g. Eine Budenstadt im belebtesten Theile Berlins scheint aubuden start befetten Wege zur Hafenhaide an Lebhaftigleit verloren. Nachdem seit einigen Tagen auf dem Bauterrain an der linten Seite der Königskolonaden, dem Stadt bahnhof Alexander plot gegenüber, ein sog. fliegendes ,, photographisches Atelier" etablirt worden, ist man seit gestern eben Schriftstücke bei sich führte, hat die Persönlichkeit sich noch Gerichts- Zeitung. Die zahlreichen Beraubungen Kleiner Mädchen, welche im Sommer bis zur Mitte des September cc. in den vor dem Halleschen Thor belegenen Straßen begangen wurden, gelangten heute zur Kenntniß der dritten Straffammer biefigen Landgerichts 1. Als die ruchlose Thüterin stand die verebelichte Arbeiter Anna Schmiedicke vor den Schranken. Leider ist es nur in fleben Fällen gelungen, die schon wegen ganz ähnlicher Diebstähle mit zwei Jahren Buchthaus vorbestrarte Angeklagte Museum" beschäftigt. Von der Großartigkeit" deffelben als das betreffende Frauenzimmer zu refognosziren, welches durch zu lange Arbeitszeit befördert wird. Auch die Gefäng niß und Maschinenarbeit befördern die Noth im Gewerbe, Die Maschine ist nicht, was sie sein soll, Hilfsmittel, sondern Ronfurrent des Arbeiters und macht folche in immer größerer Bahl überflüffig. Deshalb müffen wir den gefeßlichen Normalarbeitstag erstreben. Um in etwas die Lohnverhältnisse zu regeln, ist die Lohnkommission gewillt, mit der hiesigen Schuhmacherinnung und den selbstständigen Schuhmachervereinen wegen Grrichtung eines Arbeitsnachweiſes in Verhandlung zu treten; baffelbe muß sich aber in den Händen der Arbeitnehmer und selbstverständlich müßten sich die Arbeitgeber verpflichten, nur von diesem Arbeitsnachweis ihre Arbeiter zu beziehen und es müßte diesen mindestens 18 Mark Verdienst gesichert 12 in die der Distusfion sprach sich Herr Engler energisch für feftes Busammenhalten der Schuhmacher aus, bem heutigen Zustand, wo sich Kapital und Maschine in wenigen Händen befinden, sind die Zustände fast unhaltbar. Ein Herr Langheimer, Lehrer und wie er angab, Voifigender ein Bürgervereins, brachte die bekannten mit Antisemitismus Cefpidten Tiraden vor; neben großer Schmeichelei für die Arbeiterbestrebungen schimpfte er auf den Handel, speziell Lederhändler, sogar auf die Stepper, die das Fett des Berdienstes abschöpfen, empfahl einen Boll auf Schuhwaaren und schloß seinen Speech etwa mit ,, Juden' raus!" Brill trat ebenfalls für den Normalarbeitstag ein. Baginski forderte die Kleinmeister auf, mit den Arbeitern zu halten, da Beider Interessen die gleichen seien und erstere nur mehr verdienen fönnten, wenn der Arbeiter mehr verdiene, der dann mehr einkaufen könne. Nicht blos das egoistische Mehr" sei in unserm Streben enthalten, sondern dieses baftre auf dem menschlichen Prinzip, daß alle Menschen gleiches Recht an den geistigen und leiblichen Genüffen der Erde haben. Redner empfiehlt den Unterstüßungsverein deutscher Schuhmacher, der es möglich mache, daß bei Ausbruch eines Strifes die jüngeren Kollegen, mit Mitteln unterstüßt, auf die Wanderschaft gehen Tönnten. Ebenso Herr Stiele, der die traurige Lage des arbeitenden Schuhmachers klarlegt, nur Zentralisation fönne helfen. Herr Papfe wendet sich gegen die Innung, mit der ja kaum, ihrer Ünreife fwegen, eine Verhandlung möglich sei. Redner tritt energisch der Meinung entgegen, als wäre die Einführung des Normalarbeitstages für unser Gewerbe nicht zweckmäßig, und er giebt der Ansicht Raum, daß in nicht zu ferner Beit decselbe bei uns siegreich, durch das Gesetz eingeführt, seinen Einzug holten wird. Sodann beantwortete Herr Papke noch eine eingelaufene Frage, ob es für das Handwerk zweckmäßig sei, wenn die Maschinen besteuert würden, dahin, daß dieses für die Arbeiter nicht zweckmäßig sei, denn der Fabrikant bezahle ja bekanntlich niemals Steuer, weil er sie immer in Form von Lohnreduzirnngen auf die Arbeiter abwälze und ebenso wird es geschehen bei der Besteuernng von Maschinen. Nachdem noch mitgetheilt worden, daß die Petition an den Reichstag um Einführung des Normalarbeitstages in der nächsten Versammlung vorgelegt und zur Unterzeichnung ausgelegt werden würde und nachdem die Versammlung eine Resolution im Sinne der Lohnkommission gefaßt, schloß dieselbe um Mitternacht. h. In der Tischlerversammlung für den S.-O. und S. Berlins, welche am Montag Abend in der Kottbuserstr. 4a ( Sanssouci") tagte und von ca. 500 Tischlern besucht war, referirte Herr Rödel über den Einfluß des Marimalarbeitstages Der Berliner Tischler auf deren Arbeitsköhne. Im Wesentlichen führte der Redner aus, daß des bekannte Verhalten der Berliner Tischler in Betreff der neun und einhalbstündigen Maris malarbeitszeit den erfreulichen Erfolg hatte, den Werth der Ar beit zu erhöhen, da in allen Werkstätten tros fürzerer Arbeitszeit der Wochenverdienst nicht die unbedeutendste Verringerung erfahren habe. Schließlich ermahnte er zu noch allgemeinerer und ausnahmsloser Einhaltung der Maximalarbeitszeit. Daran Schloß fich eine lebhafte Distuffion an, bei der es sich um die Nichteinhaltung der Marimalarbeitszeit in 23, zu dieser Verfammlung speziell eingeladenen, meist zur Klavierbranche gehörenden Werkstätten handelte. Fast alle Redner aus diesen Berkstätten erkannten die Nothwendigkeit und Möglichkeit, die Theater. Königliches Dyernhaus: Donnerstag: Carmen. Könialiches Schauspielhaus: Donnerstag: Graf Effer. Dentsches Theater: Donnerstag: Bum 2. Male: Frau Susanne. Schauspiel in 5 Aufz. v. Paul Lindau und Hugo Lubliner. Bellealliance- Theater: Auf allge Donnerstag: Lestes Gastspiel der Königichen Hofichauspielerin Franziska Ellmenreich. meines Verlangen: Adrienne Lecouvreur. Renes Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Donnerstag: Gasparone. Central Theater: Alte Jakobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Auftreten des Fräulein Anna Grünfeld. Donnerstag: 8. 40. M.: Der Walzer- König. Reflbenz- Theater: Donnerstag: Bum 15. Male: Der Klub. Pariser Lebensbild in 3 Atten von E. Gondinet. Walhalla- Operetten- Theater: Donnerstag: Gillette. Bonifenftädtisches Theater: Donnerstag, 4. Dez.: 97. Gesammt Gastspiel der Liliputaner. Bum 5. Male: Brillen August. Gr. Bauberpoffe in 5 Atten von E. Emmerich. Novität! Ostend- Theater: Donnerstag u. folgende Tage: Jm Lande der Freiheit. Großes Sensations Ausstellungs- Schauspiel in 9 Bildern von H. v. Gordon. Mufil von Th. Franke. Donnerstag: Excelfor. Bittoria- Theater: Alhambra- Theater. Wallnertheaterstraße 15. Donnerstag und folgende Tage: Eine Nacht in Berlin. Boffe mit Gefang in 3 Alten von A. Hopf. Bother: Großes Konzert, ausgeführt von der aus 20 Mufitern bestehenden Theater- Rapelle, unter Leitung des Kapell neifters Herrn Ludwig Clauftus. Anfang des Konzerts 7 Uhr, ver Borstellung 7 Uhr. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn, Bruder, Gatte und Vater, der Schlosser und Rohrleger Heinr. Trautvetter nach 14 wöchentlichem, schweren, schrecklich schweren Leiden( in Folge Verschüttuna) im Lazarusfrankenhause am 1. Dezember verstorben ist. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 4. Dezember, Nachmittags 2 ühr, vom Lazarus- Krankenhause, Bernauerstraße, aus statt. 1475 Die Hinterbliebenen. Am 1. d. Mits. verstarb unser Mitglied, der Schlosser Heinrich Trautvetter, im Alter von 25 Jahren, an den Folgen der Verlegungen, welche er sich durch eine Verschüttung im Auguft d. J. auf Dem alten Viehhof zugezogen. Friede diesem Opfer der Arbeit. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 4. d. M., vom Lazarus Krankenhause aus, Nachm. 2 Uhr, statt. Der Vorstand des 1477 Arb.- Bez.- Ver. der Rosenthaler Vorstadt. Marimalarbeitszeit gegenwärtig auch in der Klavierbranche| ftreng zu beachten, entschieden an, einzelne Redner verneinten jedoch die Möglichkeit in Beziehung auf einzelne Werkstätten. Schließlich nahm die Versammlung eine Resolution an, wodurch fie erklärt, daß eine Befferung der Lohnverhältnisse nur durch strenges Einhalten der Marimalarbeitszeit zu erreichen sei, und wodurch fie fich verpflichten, die Lohnbewegung und Die Kommission in jeder Hinsicht energisch zu unterstüßen. Der Bezirksverein des werkthätigen Voltes im 29. bis 31. Kom.- Wahlbezirt hielt am Dienstag in Seefeldt's Restaurant, Grenadierstr. 33, seine 3. Generalversammlung ab. Der Vorstand des Vereins rear nur durch den Kassirer Herrn Frante vertreten, derselbe defignirte die Herren Steindorff und Scheftel zu Beisigern und erstattete bierauf den Kaffenbericht für die Monate August, September, Oktober. Nachdem dem Kaffirer auf Antrag des Revisors Herrn Krüger Decharge er theilt worden, ergreift Herr Schulz das Wort und beantragt zum Dienstag, den 16. Dezember eine neue Generalversamm lung einzuberufen und neue Vorstandsmitglieder zu wählen; dieser Antrag wird angenommen. Die Herren Engler und Steindorff weisen auf die Wichtigkeit der Bezirksvereine hin und nachdem Herr Schulz die Vereinsmitglieder zur thätigen Betheiligung bei der Nachwahl auffordert, wurde die Bersammlung geschlossen. Provinz Sachsen, 30. November. Aus der zweitgrößten Stadt unserer Provinz, balle, ist in der legten Beit nicht viel Gutes zu melden. Die Arbeitslosigkeit in den Maschinenfabri ten ist, wie die V. 3tg." meldet, ungemein groß; wohl an 600 Arbeiter sind seit Monatsfrist entlassen worden. Daran ist in der Hauptsache die Krisis in der Sucerindustrie schuld; da die hallischen Maschinenfabriken hauptsächlich sich im Dienste jener Industrie befinden. Aber so wie die Krisis in der Zuckerindustrie hauptsächlich durch die Ueberspekulation, hervorgerufen durch die übermäßigen Ausfuhrprämien, entstanden ist, so ist auch die Krisis in der Maschinenbau- Industrie durch Ueberproduktion hervorgerufen worden. Noch im vergangenen Sommer wurde nämlich gerade in jenen Fabriken, wo jezt die meisten Arbeiter- Entlassungen stattfinden, Tag und Nacht gearbeitet. Der Lohn war übrigens immer fein besonderer, so daß die Eisenarbeiter, welche von 6 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends arbeiteten, im Durchschnitt mit 20 Matt abgelohnt wurden. Daß bei diesem Lohne und bei dem enormen Kräfteverbrauch in der langen Arbeitszeit die Arbeiter nichts zurücklegen fonnten, läßt sich leicht denken. So herrscht große Noth und sie wird leider längere Zeit andauern. Die Hallische Beitung". das größte konservative Blatt im Regierungsbezirk Merseburg, welches vor der Stichwahl in faum glaublicher Weise der Sozialdemokratie schmeichelte, fällt jegt in fast jeder Nummer, da ihre Schmeicheltöne nicht verfangen haben, über jene Partei her. Das wäre nun an sich nichts Neues. Aber wenn dies konservative Blatt vor den Wahlen versicherte, daß Die Aufhebung der Kinderarbeit, die Beschränkung der Frauenarbeit, die Einführung eines gefeßlichen Normalarbeitstages auch Forderungen der konservativen, arbeiterfreundlichen Partei feien, und wenn es jetzt erklärt, daß die sozialistischen Anträge, in dieser Richtung hin wenig opportun scien, deren Annahme der Sozialreform verhängnißvoll werden könnte, so steht man in der That einer nadten Stimmenfängerei gegenüber, welche fich die konservative Partei auch besonders in Halle den Arbeitern gegenüber erlaubt hat. Uebrigens wirkt dieses DoppelDie Anmeldung zur Ortskranken- und Begräbnißtasse der Möbelpolirer ist täglich Abends von halb 8 bis 9 Uhr im Restaurant Wirsing, Andreasstraße 44 und bei 6. Neumeister, Pallifadenstraße 34. 1476 Arbeitsmarkt. Die Delegirten. Ein j. Mann, gel. Klempner, w. Beschäftg. jeder Art. Adr. u. W. W. t. d. Exp. d. 8tg. 1460 Schneider auf hübsche Sommerdolmans und Promenaden Mäntel erhalten bei Vorlegung von Probearbeit dauernde und lohnende Beschäftigung. 1474 Oberwasserstr. 13 II. Wichtig für jede Familie! Der Verfaffer der gemeinnügigen Nottzen unseres Blattes, ein früherer Apotheker, wünscht im Januar 1885 ein Kräuterbüchlein, nebst Angabe einer einfachen und billigen Hausapo thefe, herauszugeben und sucht schon jetzt Abonnenten( a 50 Bf.) darauf sub D. N. durch die Exped. d. Bl. Die Nr. 11 der humoristischen Blätter 11 Der wahre Jacob" 1445 ift erschienen und in der Exped. d. ,, Berl. Volfsbl." zu haben spiel der Hallischen Zeitung" auf die Arbeiter in Halle recht aufklärend, die nun nimmermehr auf die Lockung:„ Tägli Sped!" in Zukunft hören werden. Eine allgemeine Versammlung aller Graveure, Zi seleure und verwandten Berufsgenossen zur weiteren Wahrnehmung und Unterstützung der aufzustellenden Statiftit, an welcher alle Kollegen ohne Ausnahme das lebhafteste Inter effe haben, findet am Donnerstag, den 4. Dezember, Abends 8 einhalb Uhr, in Nieft's Salon, Kommandantenstr. 71-72 ( an d. Beuthstraße) statt. Die Tagesordnung lautet: 1) Be richt der Kommission vom 17. November. Ref.: Herr Hanff. 2) Diskussion über einige Einwände und die weiteren Mak nahmen. 3) Verstärkung der Kommission. 4) Verschiedenes. Es versäume Niemand, der die endliche Aufklärung über die Lebensfragen in seinem Berufe wünscht, pünktlich in dieser Ver sammlung zu erscheinen. Die vom Arbeiter- Bezirksverein vom 15. und 20. Kommunal- Wahlbezirk zu gestern anberaumte Versammlung ist auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetes polizeilich ver boten worden. Herr J. Guttzeit eröffnet mit dem beutigen Tage eine Reihe von Vorträgen über die Geistesströmung von der Kirche zur Natur" mit einem Referat im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37, dessen Inhalt sein wird: a) das natürliche Gefühl und das Joeal, b) der kirchliche Wortdienst. Auch Damen haben Zutritt, und sind doppelt willkommen. Gemeinnütiges. Hirschhorngeist. Man bezeichnet damit in Wasser auf gelösten fohlenfauren Ammoniat mit einem brenzlichen Del Er steigert, innerlich verabreicht, die Gefäß- und Nerventhätig feit und wird daher als belebendes Mittel zu 10-20 Tropfen in Waffer gegeben. Als Riechmittel gebraucht man ihn be Ohnmachten, zu Einreibungen an gelähmten Gliedern u Briefkaften der Redaktion. F. K. Holzmarktstraße 9. Das mus wohl ein Furthum Ihrerseits sein. Es find uns noch niemals Mittheilungen lich ein. gegangen. Senden Sie dieselben nur regelmäßig und plint Be 2. R. Pücklerstraße 10. Der Ursprung derartiger zeichnungen läßt fich überhaupt nicht feststellen, Man nen folche Ausdrücke Provinzialismen". Sie werden wiffen, be Gegenstände sehr verschiedene Benennungen hat. Ad 2 it man in verschiedenen Gegenden Deutschlands für diefelben Briefkasten der gestrigen Nummer bereits beantwortet. D. B. Mariannensir. Peking ift größer. 6. A. Sie find mit Ihrem Bericht leider zu frät kommen. Ist es Ihnen nicht möglich, denselben früher eing theilung, daß wir bestimmt auf eine Arbeit von Ihnen rechne senden? Machen Sie uns in Bukunft wenigstens die i fönnen. Besten Dant. 2 Wettende 888 und J. S. 22. Im ersten Wahlgarg 24 258, bei der Stichwah! 24 319. P. S. 82. Die Bablstellen der freien Hilfskaffe Gärtner find bei Herrn Abromeit, An der Apostelkirche 3 und F. Mielenz, Thiergartenstr. 29. 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