0.210. Sonnabend ,, 6. Dezember 1884. I. Jahrg. be in elche hten. m Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das ,, Berliner Volksblatt" fcheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mart, wöchentlich 35 f. Binzelne Nummern 5 Pf. Postabonnement pro Quartal 4 Mart.( Eingetragen im VIII. Nachtrage der Postzeitungspreisliste unter Nr. 719a.) Insertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 f. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inferate werden bis 4 thr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Simmerstraße 44, sowie von allen Annoncens Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Gxpedition Berlin SW., Bimmerftraße 44. ie Fortschrittspartei und die Arbeiter. Dic Die bekannte Aeußerung des verstorbenen Führers der schrittspartei, des Herrn Schulze- Delizich, daß die Arter fich nur um ihre wirthschaftlichen Verhältnisse und tum die Politik zu fümmern hätten, bezeichnet genau Stelluna, welche die Fortschrittspartei, vulgo deutschifinnige Partei zu den Arbeitern eingenommen hat und jezt noch im Wesentlichen einnimmt. Herr Schulze te dann noch schmunzelnd hinzu, daß die Fortschritttei die politischen Geschäfte der Arbeiter prompt abdeln werde. In den größeren Städten Norddeutschlands fand diese eorie des verstorbenen Fortschrittlers vielfach Anklang, Don die Gewerkvereine ber Herren Hirsch- Duncker Zeugniß egen. Herr Dr. Max Hirsch trat in die Fußstapfen des n Schulze und ließ sich von der Fortschrittspartei mehrin den Reichstag wählen, um nun als Mitglied der Fort rittspartei die politischen Geschäfte seiner Arbeitervereine zu besorgen. Nachdem die Fortschrittspartei den sozialen tor" aber hat fallen lassen und keine Aussicht vorhanden ist, bas brave Märchen jemals wieder zu Gnaden angenommen lamentirt das Drgan desselben, die Freie Zeitung". über, daß die Fortschrittspartei immer die ihr nahe enben Arbeiter vernachlässigt habe. Niemals habe die Berliner Fortschrittspartei einem äßigten, Hirsch- Dunderschen Arbeiter einen Stadtver netenfit, einen Abgeordnetensiz oder gar einen Reichsfig angeboten und zuertheilt. Und nun seitdem eine ene Arbeiterpartei entstanden, feien Arbeiter ben Stadtverordnetenversammlungen und Parlamenten anben. Fühlt aber das Organ des Dr. Max Hirsch nicht, e Selbstantlage in obigen Aeußerungen liegt? 1 Weshalb haben sich denn die Arbeiter der„ Gewerkeine" immer von der Fortschrittspartei ins Schlepptau men lassen? Weshalb haben sie sich von Dr. Mar fortwährend irre leiten lassen? Weshalb sind diese beiter nicht selbstständig aufgetreten? nfelbstständige Arbeiterparteien haben aber lein Recht zur felbstständigen Vertretung in den lamentarischen Körperschaften. Man wird uns erwiedern, daß unselbstständige Arbeiter leien selbstständig werden können. " Gewiß! Aber die Gewerfvereine" unter der Leitung Herrn Hirsch werden niemals selbständig werden. Sie mit eifernen Retten an die sogenannte Selbsthülfe" Herrn Schulze gebunden, sie können von dem Hasse der talen Schule gegen jede Staatsintervention in ArbeiterBen sich nicht emanzipiren und gehen deshalb in dieser Wad verboten. Heuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dur. ( Forserung.) Und doch wünschte ich, daß Lucie zurückkehrte. Sie gen Recht haben, daß sie undankbar ist, sie hat aber Ursache, mir zu zürnen. Sie hat mich freilich ge= ht; ich habe aber nicht untersucht, ob Leichtsinn oder Her Wille Veranlassung war. Ich war zu heftig gegen fie wenn ich sie zurückrufen fönnte, ich würde es thun würde sie um Verzeihung bitten; mein Gewissen hat s nicht Ruhe." Ders Das wäre Schwäche, lieber Freund! Sie treiben Ihre muth zu weit." Es ist einmal eine innere Stimme, die mich dazu gt. Wenn ich nur ihren Aufenthalt wüßte." Wer weiß, ob sie nicht gar mit einem Entführer das gegangen ift," antwortete Amberg. Einem Mädchen lo falschem Herzen ist Alles zuzutrauen!" " 11 Mein Freund," versette Rodenburg, ohne die neue Dächtigung zu beachten ,,, wäre es Ihnen nicht mögben Aufenthalt Lucie's zu ermitteln?" Ich glaube nicht, daß mir das möglich wird; indeß Derde es versuchen, wenn Sie meinem Rathe, sie ihrem djale zu überlassen durchaus nicht folgen wollen. Um en gefällig zu fein, thue ich Alles. Ich werde nach Aufenthalt forschen und werde sie bewegen, in dieses zurückzukehren." Thun Sie das! Sagen Sie ihr, daß ich ihr verbaß es mir leid thue, so heftig gegen fie gewesen zu Sagen Sie ihr, daß ein alter, einsamer Mann ste en Tagen seines einsamen Lebens zu sein, sagen zu ihm zurückzukehren, um ihm ein Trost in den Er wurde unterbrochen durch den Eintritt Charlottens, Se den Brediger Wilhelmi anmeldete. ihr." Ei, Wilhelmi! Er ist mir willkommen," sagte der Herr mit sichtlicher Freude. öden Anschauung der wirthschaftlichen Verhältnisse langsam, aber sicher zu Grunde. Die Gewerkvereine können so lange keine selbständige Partei werden, als sie an ihren Rechnungs- und Rassentünstlern, an dem Dr. Mar Hirsch und seinen Gehülfen festhalten. Diese Herren haben sich nun einmal in den liberalen Anschauungen völlig verrannt; sie sind auch so fehr in ihre Stellen verliebt, daß es allzuschwer für die Gemertvereinsarbeiter ist, diese Herren abzuschütteln. Es ist männiglich bekannt, daß Dr. Max Hirsch trotz feiner Rellamemacherei und troß der Lobhudelungen, die er fich in feinen Drganen gefallen läßt, bei den Arbeitern selbst nichts weniger, als beliebt ist. Nur seine Beamten sind und bleiben ihm ergeben. Und diese wissen auch, warum, Wenn nun von Seiten der Gewerkvereinsoorstände alle Hebel in Bewegung gesezt worden sind, um endlich einmal von der Fortschrittspartei den bewußten, gemäßigten Arbeiter" als parlamentarische Größe zu gewinnen, so Arbeiter" als parlamentarische Größe zu gewinnen, so wußten sie wohl, welche Art von Arbeitern dieser Arbeiter" repräsentiren solle. Dr. Max Hirsch soll einfach in seinem Rassento llegen, dem Porzellanarbeiter" Herrn Bey im Reichstage wieder aufleben. Die Forts schrittspartei hat nun sehr gern ihre Zustimmung zur Aufstellung des gemäßigten Arbeiters", des Herrn Kaffenbeamten Bey im VI. Berliner Reichstagswahl freise gegeben, da sie diesen Kreis als aussichtslos für die Partei schon aufgegeben hat und weil durch die Kandidatur des Herrn Bey sich diese Aussichtslosigkeit nur noch steigert. So ist das Verhältniß der Fortschrittspartei zu den gemäßigten Arbeitern." Doch auch die Arbeiter im Vl. Berliner Wahlkreis selbst haben Stellung zur Arbeiterkandidatur" Bey zu nehmen. Dazu ist nur zu bemerken: Wer sich für Herrn Bey entscheidet, stimmt im Grunde genommen für Herrn Dr. Mar Hirsch. Somit wäre es doch besser, letteren selbst als Kandidaten zu nominiren, da immerhin der Meister mehr versteht, als sein Gehülfe. Wer aber sich für Dr. Mar Hirsch nicht ententscheiden kann, der darf auch nicht für seinen der darf auch nicht für seinen Rasienkollegen Bey stimmen: Der Arbeiter Pampel hängt eben beiden Herren an den Rockschößen. Politische Webersicht. Die in letzter Zeit häufigen Unfälle auf preußischen Eisenbahnen, welche zum Theil sehr beflagenwerthe Folgen hatten, sollen dem Ergebnis einer stattgehabten Untersuchung zufolge durch strafbare Leichtfertigkeit und unverantwortliche Amberg war durch diesen Besuch weniger angenehm berührt. Sein Mund verzog sich, und seine Stirn legte sich in verdrießliche Falten. Rodenburg reichte dem jungen Prediger die Hand und lud ihn freundlich ein, Platz zu nehmen. Wilhelmi grüßte Amberg sehr falt und heftete einen langen. mißtrauischen Blick auf ihn. Ich fomme," wandte er sich dann an Rodenburg, ,, um mit Ihnen von Ihrer Nichte, Lucie Rodenburg, zu sprechen." Von ihr!" rief der Alte lebhaft. Ich sprach soeben mit meinem Freunde, Ihrem Amtsbruder Herrn Amberg, von ihr." Ja wohl! Wir sprachen von ihrem Undant," sagte dieser, und von dem Verbrechen, dessen sie sich hier schulbig machte." Von dem Verbrechen, dessen sie hier beschuldigt wurde, will ich ebenfalls sprechen," sagte Wilhelmi. Man hat sie der Unterschlagung beschuldigt. It's nicht so, It's nicht so, Herr Rodenburg?" ,, Es Es ist leider so! Sie ist vielleicht durch Leichtsinn oder Pugfucht und dergleichen verführt!" Möglich," fagte Wilhelmi; wahrscheinlicher aber ist, daß sie ganz unschuldig ist." ,, Ganz unschuldig?! rief Rodenburg, indem er schnell fein Antlig auf den Sprecher richtete. ,, Ganz unschuldig?" wiederholte Amberg spöttisch. ,, Können Sie ihre Unschuld beweisen?" Was Bum Theil!" versette Wilhelmi sehr ruhig. war es, Herr Rodenburg, dessen sie beschuldigt wurde?" Es handelte sich zuerst um eine kleine Summe", sagte diefer. Ich glaube, es waren vierhundert Thaler, welche an der Wirthschaftskasse fehlten, und dann um eine Summe von fünfhundert Thalern, welche ich ihr zu Weihnachtsgeschenken für Arme eingehändigt hatte." ,, Und diese Summe?..." Ist ebenfalls unterschlagen!" antwortete Amberg boshaft. Wiffen Sie das genau, Herr Amberg?" fragte Wilhelmi. Sat bic an einem Nachlässigkeit untergeordneter Organe in Handhabung befiehender Vorschriften herbeigeführt worden sein. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat daher, wie offiziös mitgetheilt wird. um das Bewußtsein der schweren Verantwortlichkeit zu schärfen dienstes betrauten Beamten zu steigern, Veranlassung genom und das Pflichtgefühl der mit Wahrnehmung des Sicherheitsmen, mit besonderem Nachdruck auf die Strafbarkeit pflichtwidrigen Verhaltens hinzuweisen und den Eisenbahnbehörden aufzugeben, mit voller Strenge gegen die Schuldigen einzuschreiten. Gleichzeitig find von ihm die geeigneten Anordnungen getroffen, um die genaueste Handhabung der für die Sicherheit des Betriebsdienstes bestehenden Vorschriften streng zu über vachen und nach Möglichkeit sicher zu stellen. Auf diese Weise soll eine größere Bürgschaft dafür erzielt werden, daß die Beamten alle Vorschriften, welche sie zu beachten haben, richtig verstehen, den Zweck derselben fennen und mit ihrer Handhabung genau vertraut find, ungeeignete Beamte aber alsbald durch beffere erjezt werden. Wir wollen uns durchaus nicht der Ansicht verschließen, daß ein Theil der Unglückss fälle auf Pflichtverletzung der untergeordneten Organe" zurückzuführen ist; allein andererseits ist es eine allgemein bekannte Thatsache, daß die Beamten oft mit dem besten Willen nicht im Siande find, die Instruktionen genau zu befolgen. Jeder Reisende hat fich oft genug z. B. bei den Schaffnern davon überzeugen fönnen. Es wird unserer Ansicht nach absolut nothwendig sein, daß die Dienststunden der Eisenbahnbeamten gekürzt werden, damit dieselben während der Dienstſtunden nicht erschlaffen und dadurch die nöthige Vorsicht außer Acht laffen. Im Prüfungsjahr 1883-84 sind im Deutschen Reiche approbirt 771 Aerate( 1882-83 692, 1881-83 669, 1880 bis 1881 556), 22 Bahnärzte( in den Vorjahren 25, 25 bezv. 16), 92 Thierärzte( 95, 121, 57), und 393 Apothe.,( 315, 327 und 259). Davon tommen auf Preußen 336( im Borjahre 327) Aerzte, 19( 13) Bahnärzte, 57( 55) Thierärzte und 184. ( 139) Apotheker. Die große Sunahme der approbirten Aerzte tommt zumeist auf Bayern, wo 249( im Vorjahre 188) Arjte ihre Approbation erlangten. Wenn man erwägt, daß Bayern noch nicht den fünften Theil der Einwohner Preußens zählt, erscheint die Zahl der dort approbirten Aerzte ganz außer ordentlich hoch. Auch die Zunahme der jährlich approbirten Apotheker im ganzen Reich( seit 3 Jahren um 134 oder 52 pt.) ist beachtenswerth. Das Reichs- Versicherungs- Amt hat entschieden, daß alle gestellter Waaren befaffen, eine Be- oder Verarbeitung von diejenigen Betriebe, die fich lediglich mit Verpackung fertig Gegenständen in feiner Weise ausführen, als Fabrik im Sinne des§ 1, Absatz 4, des Unfall- Versicherungs- Geießes nicht an zusehen und solche Betriebe daher von der Versicherungspflicht ausgeschlossen find. Tonga- Gebiet und Biafra- Bah. Unter diesem Titel hat der Reichskanzler soeben den ersten Theil der Sammlung diplomatischer Aftenstücke zusammenstellen laffen, welche er zur Erklärung der Maßnahmen des deutschen Reiches an der westafrikanischen Küste dem Bundesrathe und Reichstage vorzus legen gebenft. Der erste Theil der Sammlung enthält auf Die Beweise sind untrüglich!" verseßte dieser. ,, Lucie hat das Geld angeblich vertheilt, ohne sich Quittungen geben zu lassen, und ferner mit dem ausdrücklichen Auftrage an die Empfänger, sich nicht bei Herrn Rodenburg zu be= danken. Ist das nicht mehr als verdächtig?" ,, Es ist verdächtig," wiederholte mechanisch wie im Selbstgespräch der Alte. Es ist verdächtig," sagte auch Wilhelmi; aber nur für Denjenigen, welcher ein Interesse daran hat, einen Verdacht auf sie zu richten. In Bezug auf diesen legten Punkt bin ich im Stande, die Unschuld Ihrer Nichte zu beweisen. ,, Sie können das, mein lieber Freund?" rief Nodenburg, den Arm des Predigers ergreifend und ihm mit fieberhafter Spannung ins Auge sehend. Thun Sie es, mein Freund! Sie beruhigen mein Gemüth, Sie er weisen mir altem Manne eine Wohlthat, so groß, so groß, wie teine andere sein könnte, wenn Sie mir die Unschuld meiner Nichte beweisen." Ich kann es in dem letzten Punkte! Man weiß in der Gemeinde, daß Fräulein Lucie Ihr Haus verlassen hat; ich habe es für meine Pflicht gehalten, zu untersuchen, da, wo Andere es für genügend hielten, zu ver urtheilen. Ich habe die Armen der Gemeinden, welche von Fräulein Lucie Weihnachtsgeschenke erhalten haben, vers anlaßt, sich bei mir zu melden und die Summe, welche fie empfangen haben, genau anzugeben." ,, Ah, has thaten Sie?" Ich that es, Herr Rodenburg, obgleich ich vielleicht das Eorgefühl manches Armen verlegt habe! Es handelte sich aber hier darum, die Ehre einer unschuldig Berurtheilten herzustellen. Sie hatte die Gaben vertheilt in echt christlicher Weise, ohne zu prunken, ohne Aufsehen, ohne Anspruch auf Dank. Ich mußte die Wohlthat, die im Verborgenen gethan war, an die Oeffentlichkeit ziehen; ich that es ungern, llein es war Pflicht..." Und das Resultat?" fragte Rodenburg mit sichtlicher Spannung. Wilhelmi zog eine Brieftasche hervor, nahm aus der selben ein Blatt und überreichte es Rodenburg. bert Chen bert hung, b. 10 gelt Part, Der Htung 55 Drudfeiten 14 Aftenstücke, von denselben find zwei Erlaffe| legenheiten. Dagegen hat die rer lutionäre Partei auf der an den föniglichen Gesandten in Hamburg, ein Erlaß an den Generalkonsul Dr. Nachtigal und ein Erlaß an den deutschen Botschafter in Paris gerichtet. Außerdem befinden sich in der genannten Sammlung: ein Bericht des Gesandten in Ham burg, vier Berichte des Generalfonfuls Dr. Nachtigal, ein Bericht der Handelskammer zu Hamburg( Auszug), Paris, Madrid, Lissabon, Haag, Brüssel, Washington, Rom, Wien, St. Petersburg, Kopenhagen, Stockholm, eine Eingabe der Firma Jangen und Thormalen in Hamburg an die Hamburger Handelskammer, eine Aufzeichnung über eine Unterrebung des Reichskanzlers mit den Inhabern der im Biafras gebiet interessiten Firmen( Auszug), endlich ein Schreiben des grof britannischen Geschäftsti ägers zu Berlin an den UnterStaatssekretär des Auswärtigen Amtes.( Uebersegung.) Das erste Aftenstück, ein Erlaß an den föniglichen Gesandten in Hamburg ist datirt vom 14. April 1883. Das lezte, der Erlaz an die kaiserlich deutschen Missionen im Auslande, trägt das Datum des 13. Oktober 1884. " 1 Das Kapitel der heutigen Wahlfreiheit wird aufs Neue illuftrist durch eine Korrespondenz der Boits- 3tg." aus Dortmund, welche lautet: Die legte Reichstagswahl hat ein höchst trauriges Nachspiel gezeitigt. Bekanntlich beeinflussen die größeren industriellen Werte nicht nur ihre Arbeiter vor der Wahl, sondern einige üben sogar noch Rache an den Arbeitern dadurch, daß sie eine Anzahl nach der Wahl, wenn diese gegen den Willen ihrer Arbeitgeber gewählt haben, entlaffen. So erging cs dem Arbeiter Peter Velfen, der auf dem Stablwert Hösch in Dortmund nach der Wahl entlassen wurde. Nack dem derfelbe vergeblich hierorts Arbeit gesucht, wandte er sich nach Ruhrort und hatte seit einigen Tagen nichts von fich hören laffen. Velsen war verheirathet und fel, tte ein Kind. Daß die Familie sich wegen des Schicksals des Ernährers große Sorgen machte, ist erklärlich. Heute gelangte nun die entsegliche Nachricht zu der armen Frau, daß der Mann in Beet bei Ruhrort todt aufgefunden worden ist. V. hatte seinem Leben durch einen Schuß ein Ende gemacht, aus Verzweiflung, weil er feine Arbeit fand und so nicht mehr in der Lage war, für seine Familie sorgen zu können." Altona. Die Bigarrenarbeiter Leßmann, Jordan und Knöpfel find auf Grund des Sozialistengesezes ausgewiesen worden. Nordschleswig. Die Schule der Lehrerin in Bobsbüll Ballum, Fräulein Christensen, ist von der Regierung geschlossen worden, sowie auch der Standesbeamte Bertelsen ebendaselbst entlaffen. Desterreich. Der Wiener Gemeinderath, dessen Verhandlungen schon oft die einer solchen Körperschaft geziemende Ruhe und Würde vermissen ließen, hat vorgestern einen beftigen Standal erlebt, der die Sigung zu einem tumultuösen Abschluß brachte. Bei der Vorlegung des Hauptrechnungs- Abschlusses für das Jahr 1883, wobei der Gemeinderath Bollack v. Borfenau als Referent fungirte, zog der zur äußersten Linken gehörige Gemeinderath Dr. Mandl die 40- Millionen- Anleihe vom Jahr 1874 in den Kreis seiner Betrachtungen, wobei er gegen Herrn v. Borkenau die schwersten Angriffe bezüglich der Vergebung dieser Anleihe erhob. Der Lestere erklärte diese Angriffe als grobe Entstellungen der Wahrheit und als Verdächtigungen. Es folgte ein förmliches Wortduell zwischen den bel ben genannten Herren, so daß schließlich der Bürgermeister eingreifen mußte. Dadurch kam es zu einer neuen heftigen Szene, wobei gegen Manel der direkte Vorwurf der bewußten Lüge erhoben wurde. Die erregte Versammlung betheiligte sich Durch stürmische 3 vischenrufe und Unterbrechungen der Redner an den unerquicklichen Auftritten, die selbst mit dem Schlusse ber Sigung noch nicht ihren Abschluß fanden. Danach kam es noch in einem Nebensaale zu beftigen Szenen, die, so viel aus den Berichten der Wiener Blätter zu entnehmen ist, statt an Thätlichkeiten gestreift zu haben scheinen. Man scheint aus der Angelegenheit unangenehme Konsequenzen für den Gemeinderath zu befür stett. Ungarn. Der Abgeordnete Helfy begründete im Unterbause die Inte: pellation über die Erhöhung des französischen Getreidezolles, welche gerade jest, wo die Landwirthschaft mit Ralamitäten tämpft, um so niederschlagender wirken würde; er hofft, daß die Regierung Vorstellungen erheben werde, die vielleicht nicht unbeachtet bleiben merden; im anderen Falle dürfte man aber vor feinem Abwehrmittel zurückschreden. Holland. Die erste Kammer hat mit 27 gegen 5 Stimmen den Gefeßentwurf, welcher eine Aenderung in der Verfaffung während der Regentschaft, mit Ausnahme der Artikel betreffend die Thronfolge, gestattet, angenommen. Frankreich. In den amtlichen Kreisen wird nicht mehr geleugnet, daß die Polizei in fast allen Bariser Arbeiter törperschaften, in den radikalen sowohl als in den gemäßigten, ibre geheimen Agenten hat. Diese gehören fast überall zu den Vorständen und spielen eine hervorragende Rolle als Eiferer und Heper. Die Präsidenten der Arbeiterkörperschaften, welche bei sich geheime Agenten entdeckten, richteten sofort an cen Minister des Innern einen schriftlichen Einspruch gegen die Einmischung von Beamten der Polizeipräfektur in ihre Ange,, Hier sind die Namen der Empfänger von Weihnachtsgeschenken; es ist Keiner zurückgeblieben, da es die Ehre Ihrer Nichte zu retten galt. Hinter jedem Namen ist der Betrag verzeichnet, welchen der Betreffende empfing, und bie Summe aller Gaben rechnen Sie zusammen. Herr Rodenburg beträgt genau fünfhundert Thaler." Rodenburg nahm mit zitternder Hand das Blatt, und mit beinahe angftvollen Blicken durchflog er es; und als er gesehen, daß die Summe in der That gleich sei derjenigen, welche er Lucie eingehändigt hatte, da ließ er wie vernichtet seine Hände sinken, lehnte sich in den Stuhl zurück und saß einen Augenblick da, wie ein Verbrecher, dem man eben fein Urtheil gesprochen. ,, Geist meines Bruders, verzeihe mir!" murmelten seine Lippen. Arme Lucie! Ich that Dir Unrecht!" Das thaten Sie," bestätigte Wilhelmi. ,, Die beste Sühne aber ist, daß Sie das Unrecht gut machen, indem Sie Ihre Nichte um Verzeihung bitten, und die Waise wieder den Blaß in Ihrem Hause und in Ihrem Herzen einnehmen laffen, den sie nie hätte verlieren sollen." Bolizeipräfektur ausgezeichnete Spigel, die sie von allem, was dort vorgeht, unterrichtet halten. Eine Antündigung in mehreren Blättern hatte gestern Abend die Anarchisten und Sozia liften zu einer Versammlung, Rue Clignancourt( 18. Arrondissement) zusammenberufen. Ungefähr hundert Personen hatten fich in dem Saale eingefunden und wollten zur Berathung schreiten, als plöslich mehrere Mitglieder des UeberwachungsAusschusses des Arrondissements erschienen und eins deiselben erklärte Bürger! Man täuscht Euch; die Einladung geht nicht von uns; sie wurde von der Bolizei- Präfettur erlassen, die uns eine Falle stellt." Die Erklärung erregte panischen Schrecken; Jeder sah in seinem Nachbar einen Polizeispion, und man hob die Versamuilung auf, nachdem man beschlossen, daß in Bukunft persönliche Einladungen eilaffen werden sollen. -Eine Haussuchung bei Morin( Attentatsopfer der Frau Clovis Hugues) hat zur Entdeckung zahlreicher Schriften geführt, unter denen verschiedene Briefe fich befinden, welche barthun, daß er falsche Beugen aufsuchte. Morin scheint übrigens nicht der Einzige zu sein, der gegen Clovis Hugues und seine Frau intriguirte, da ersterer seit dem blutigen Vorfall im Justizpalast noch fortwährend anonyme Briefe erhält, in welchem er beschimpft und bedroht wird. Man glaubt, daß Morin Mitschuldige hatte und daß ein Theil derselben auf der PolizeiPräfektur zu suchen ist. Außer Clovis Hugues erhalten auch noch andere Personen, namentlich der Senator Tolain, Drohbriefe. Man hofft, daß die Untersuchung helles Licht auf diese Dinge werfen wird. Der Revolver scheint in Paris übrigens Mode werden zu wollen. So schoß heute in Saint Quen bei Paris eine des Diebstahls angeklagte Frau auf den Sekretär des Polizeikommissars während ihres Verhörs. Sie traf ihn nicht und wollte nochmals feuern, als glücklicherweise Polizeibeamte herbeisprangen und ste daran verhinderten. „ Ich bitte um Entschuldigung, verehrter Herr Amtsbruber," fiel hier Amberg ein, wenn ich Sie darauf aufmerksam machen muß, daß Sie doch ein wenig gar zu voreilig mit Ihren Vorwürfen und Ihren Rathschlägen unfern Freund Rodenburg bestürmen. Nach meinem Dafürhalten ift weder zu einer Selbstanklage, noch zu einer Sühne irgend ein Grund." " 1 Ja, ja, Grund genug!" stöhnte Rodenburg, indem er mit der Hand eine abwehrende Bewegung machte. Es ist einmal mein böses Geschick, daß ich stets das Unrechte thue, wo ich das Rechte zu thun glaubte." " Sie thun fich selbst Unrecht, mein lieber Freund," fuhr Amberg fort. Was ist durch jene Liste erwiesen? Nichts, als daß die Weihnachtsgaben nicht unterschlagen find, und auch hierfür würden wir nur erst einen vollstänbigen Beweis haben, wenn Sie jeden einzelnen der dort Berzeichneten Leute hierher zitirten und auf's Gewissen fragten, ob diese Angaben so richtig seien." Italien. Mit der Urbarmachung der römischen Campagna ist nun wirklich begonnen worden. Birla 500 Erdarbeiter aus Ravenna find in Rom eingetroffen, welche die Trockenlegung der berüchtigten Sümpfe bei dem alten Ostia und bei Fiumi cino übernommen haben. Aehnliche Arbeiten wurden von den selben Arbeiterbataillonen bei Ravenna ausgeführt. Diese Schaar bildet eine große Genossenschaft, welche für eigene Rechnung arbeitet; diefelbe hat eine wohldurchdachte Organi fation unter einem gewählten Oberhaupt; der Lohn wird nach festen Prinzipien getbeilt, mobei auf einen Reservefonds Rüdsicht genommen ist. Die Schaar hat ihr eigenes Werkzeug; ein eigener Arzt begleitet sie überall; für die Kranken hat man ein fliegendes Hospital. Die Zahl der Mitglieder dieses selbstständigen Arbeitervereins beläuft sich gegen tausend. " Ich glaub's! Ich glaub's!" antwortete der Alte mit Spanien. Nach Madrider Nachrichten, die erst diesseits der spanischen Grenze dem Telegraphen übergeben wurden, ist der Zustand in der spanischen Hauptstadt sehr gespannt und jeden Augenblick droht ein Ausbruch zu erfolgen. Die nächste Ursache der gereizten Stimmung ist die Reibung zwischen der Universität und dem Minifterium. Das Eindringen der Polizei in die Universität hat Liberale und Konservative erbittert. Die Profefforen, zum Theil ohne Unterschied des poli ischen Standpunktes, haben Einsprache erhoben und verlangen, daß die Regierung die polizeilichen Maßregeln rügt und zurück nimmt. Der Minister Pidal hat es allerdings fertig gebracht, Daß einige Profefforen eine Vorstellung in anderem Sinne er lassen haben, aber die Vorlesungen dieser Professoren werden von den Studenten nicht besucht. Die Aufregung hat sich von Madrid nach den Provinzialuniversitäten verbreitet, wo ebenso wie in Madrid gegen Studenten und Profefforen gewüthet wird. Die Regierung sucht die beunruhigenden Nachrichten zu unterdrücken. Die Telegramme werden zurückgehalten. In Madrid sind seit dem 20. November 46 Beitungen mit Beschlag belegt worden. Reibereien zwischen Liberalen und Anhängern der Regierung in den Universitätstreifen wie in höheren Schulen sind an der Tagesordnung. Der Gemeinderath droht mit Waffengewalt einzuschreiten, falls die Studenten- Kundgebungen fich erneuern, die er als ein Vorzeichen eines fommenden Umsturzversuches bezeichnet. wurde beschloffen, daß die verschiedenen Gruben des Dif die Räthlichkeit erwägen sollen, einen Arbeiterkandidaten das Barlament aufzustellen, sowie die Frage der Beschaf der Geldmittel für den Unterhalt desselben. Die Gruben h nächsten Monat das Resultat der Erwägung zu berichten. Das Borgehen der englischen Arbeiter ist ein sehr erfreul Beichen, es ist ein Beweis, daß dieselben zur Einsicht gelom find, daß nur die Gefeßgebung und nicht die Trades Un auf die Dauer eine Verbesserung ihrer Lage herbeiführen P Rußland. Selbst in dem Lande der Knute hat nicht umbin tönnen, eine Art Fabritgefeggebung zu erla Freilich ist dieselbe nur sehr primitiver Natur, fie besteht aus einigen Vorschriften über Frauen- und Kinderarbeit, der Löhnung, Dauer der Arbeitszeit 2c. Auch eine Art Fa inspektorat existirt, welche aus Lehrern, Profefforen und St Dienern ernannt worden ist. Neuerdings sind die Be Dieser Beamten über die Ausführung des russischen Gef betr. die Kinderarbeit in Fabriken( Gesetz vom 1. Juni in den Fabrikdistrikten der Gouvernements Moskau Wladimir von dem Finanz- Minister Bunge amtlich veröf licht worden. Den von St. Petersburger Beitungen Monatsschriften darüber publizirten Auszügen lassen mancherlei meriwürdige Daten entnehmen Daten, die den verwahrlosten Buständen in den russischen Fabriten Ku geben. Mit dankenswerther Offenheit und Rücksichtsloft wird anerkannt, daß die in russischen Fabriken thätigen Ri schlimmer daran sind, als irgend welche andere, und daß angestrengter und dauernder Thätigkeit der Aufit organe bedürfen wird, um um halbwegs menschenwür Bustände zu schaffen und das Gesetz vom 1. Juni 1 wenigstens zum Theil in Ausführung zu bringen. Die Moskauer Fabriken, welche der Ober Inspektor Jowschul sichtigt hat( die Gesammtz hl beträgt 1600) beschäft 84,606 Arbeiter, darunter 8112 Kinder zwischen 9 u 14 Jahren. Viele Fabrikanten wußten nicht ein Mal, ein Gesetz über Kinderarbeit bestehe, andere hatten sich daffelbe ohne Weiteres hinweggefeßt. In zahlreichen a fand der Inspektor neunjährige Kinder, die bis 18 Stunden täglich beschäftigt wurden, obaleich Gesez ein Minimum von 12 Lebensjahren und ein Marin von 8 Arbeitsstunden vorschreibt; fast allenthalben fehlte für größere industrielle Anstalten vorgeschriebene Kranten und mangelle es an den elementaisten GesundheitsSicherheitsvorrichtungen. Zu diesen auch anderswo tommenden Mängeln gesellten sich aber noch andere originaler Art: mit Kindern und halberwachsenen Beric abgeschloffene, in Wahrheit unlösliche Arbeitsverträge fieben, zehn, ja Dreizehn Jahre Lehrlingsverträge fieben Jahre, endlich Verträge mit Wohlthätig anstalten", Waisenhäusern und ländlichen Gemeinden, welchen Kinder von 8 Jahren dem Fabrikanten auf, Jahre gegen die Verpflichtung vermiethet wurden, Unglücklichen Nahrung, Schlafstelle und Kleidung währen und zu diesem Behufe 3 Rubel monatlich per aufzuwenden, der Rest des Arbeitslohnes aufzuwenden fällt den Vermiethern zu". Das find wa barbarische Zustände, es wird eine eiserne Faust nothw sein, um dieselben zu beseitigen. D hof in airo bereits sein Urtheil in dem Prozesse der S Egypten. Die Nachricht, daß der internationale Ge schuldenkasse gegen die egyptische Regierung abgegeben erweist sich als ungenau. Dasselbe soll erst am nächsten tag gefällt werden. Nach einem Telegramm des Neute Bureaus hat der Präsident des Gerichtshofes in feinem sumé fich gegen die Regierung und für die Kompeten internationalen Tribunale ausgesprochen, während nad Depesche des" Standard" fich nur der Advokat der flag Staatsschuldentasse als Klägerin in dem angedeuteten ausgesprochen hat. Der gestern erwähnte Brief des öfte schen Konsuls Ghiller an den Mahdi ist zu originell nicht ganz wiedergegeben zu werden. Ec lautet: Großbritannien. Wie ein Privattelegramm aus London meldet, hat nach einer Berliner Depesche der., Times" auch England nunmehr beschlossen, die afrikanische Affoziation förmissionäre und Nonnen von Darnuba und Obeid sehr g lich anzuerkennen. Die Unterhandlungen haben bereits begon nen und der Abschluß des Vertrages ist in nächster Zeit zu erwarten. Wahrscheinlich werden nun auch die übrigen auf der Kongo- Konferenz vertretenen Staaten nicht mehr zögern, daß von Deutschland gegebene Beispiel nachzuahmen. Wie das bes sagte Londoner Privattelegramm weiter berichtet, bringt die heutige„ Daily News" eine Mittheilung aus Konstantinopel, wonach der hiesige Vertreter der Pforte an die afrikanische Konferenz das Ersuchen gerichtet habe, die egyptische Frage in ihr Programm aufzunehmen. Das Ansinnen sei aber abgelehnt und daraufhin Said Pascha von seiner Regierung angewiesen worden, bei den auf der Konferenz vertretenen Mächten dahin zu wirken, daß eine besondere Konferenz zur Berathung der egyptischen Frage einberufen werde. In einem gestern abgehaltenen Meeting von Delegirten, welche ungefähr 15 000 Bergleute im Rhondathale vertraten, einem Seufzer. Es bedarf nicht erst der Nachfrage und Untersuchung." Nun, wenn auch Alles richtig wäre," fuhr Amberg fort, so beweist doch diese Liste nichts anderes, als daß die Weihnachtsgaben nicht unterschlagen find; es bleibt immer noch die Unterschlagung der Summe, welche am Wirthschaftsgelde fehlte, bestehen." Dieser Verdacht ist mehr als erschüttert, Herr Amberg," versetzte Wilhelmi in ernstem, vorwurfs vollem Tone. Im letzteren Falle ward es leicht, die Unschuld des Fräulein Rodenburg darzuthun! im ersteren Falle scheint es nicht so leicht; allein es ist doch wahrscheinlich, daß auch die erste Beschuldigung eine falsche war." Ich habe ihr Unrecht gethan, ich fühle es," sagte der ,, An den mächtigen Herrn Mohamed A Die gute Nachricht hat sich unter uns verbreitet, daß Hoheit die von Ihnen gefangen genommenen fathol handeln, was uns aufrichtig freute. Nun werden Eure dem Schreiben, das unser Konsul in Khartum, Herr im vergangenen Februar an Sie gerichtet, entnommen daß alle diese Missionäre und Nonnen unter dem meines erhabenen Gebieters, des Kaisers von Defterreich Mein hoher Gebieter beschüßt nicht nur, sondern liebt wie seine eigenen Kinder, diese Unglücklichen und ist besorgt um fie, und dieses auch schon deshalb, weil von Eltern und Anverwandten fortwährend Briefe bei Majestät einlaufen, in welchen dieselbe ersucht wird, b glücklichen zu befreien. Wenn ich nun erwäge, wie g Güte Eurer Hoheit ist und andererseits wieder, daß die die doch kein Verbrechen begangen haben, gänzlich un find, so ermuthigt mich dies, Sie zu ersuchen, ihrer Familie und der Freiheit wiederzugeben. Eure werden dafür nicht nur den Dank dieser Unglücklichen, Einundzwanzigstes Rapitel. Dick for Emmy erwartete in großer Spannung das Ne Da der Unterredung ihres Onfels mit Rodenburg. Sieg ihr schließlich zu Theil werden mußte, daran fie feinen Augenblid. Sie saß vor ihrem Schreibti brachte ihre Wirthschaftsbücher in Ordnung, zählte Kaffe, und lächelnd und selbstzufrieden sagte fie, na sie gefunden, daß der Monatsabschluß vortrefflich feiner ftin E Ich führe die Wirthschaft wie meine eigene Wunder? Wird sie nicht bald genug meine eigene wenigstens die meines Dnkels Amberg? Und was i hört, gehört auch seinen Kindern und Ha, ha, ha! Nichte! Als ob ich nicht wüßte, daß gut fein Kind bin wie Artbur und Helene. Stol ich auf meinen Herrn Papa ohnehin nicht sein. alte Rodenburg. Amberg," wandte er sich an diesen, Hauptsache ist, daß ich seine Erbin und sein Liebling Sie müssen sie aufsuchen. Sie müssen sie wieder in mein Haus bringen. Ich werde ihr schreiben, ich werde sie bitten, mir zu verzeihen.. Haben Sie Dank, mein Freund, Sie wandte er sich an Wilhelmi, dessen Hand er ergriff. haben mich davor bewahrt, eine neue Schuld mit ins Grab zu nehmen. Empfangen Sie meinen innigsten Dank." Wilheimi erhob sich und ging. 21 „ Mein Freund Amberg" fuhr Rodenburg fort,„ wollen Sie es übernehmen, Nachforschungen nach dem unglüd lichen Kinde anzustellen?" Ich will es versuchen, lieber Freund, ihren Aufent halt zu ermitteln." ,, und wollen meinen Brief an Lucie bestellen?" Ich werde ihr sagen, daß Sie sie wieder in Ihr Haus aufnehmen wollen." und von Allem, was wir dereinst hier erbeuten, ein Löwenantheil zufallen." with bid Bei dem Ordnen ihrer Papiere fielen ihr zwei in die Hand, auf welche sie einen Blick warf und dann haftig in den äußersten Winkel eines Schu barg. Die fatalen Duittungen! Vielleicht wäre e ich hätte sie verbrannt, benn an ihnen kann m Weise einmal Alles scheitern; es ist wirklich ich verbrenne sie." fid Sie zündete ein Licht an und setzte es neben den Schreibtisch; dann holte sie wieder die Papiere und näherte eine Ede derselben der Flamme. Blögli sie wieder inne. ,, Nein, es geht doch nicht! Gesetzt, die Sache Gründe ihres mitleidigen Herzens und der Religion an, fommen, das Geld unterschlagen zu haben. Es find ,, Das genügt nicht! Bitten Sie fie, wenden Sie alle andere Weise an den Tog, so würde ich ja in den B Die Dokumente beweifen al mich wieder lieb zu haben, wie ehemals. Ich schreibe gleich, Charlotte das Geld erhalten hat."- Sie dachte gleich; Sie sollen den Brief mitnehmen." um sie zu bestimmen, mir altem Sünder zu vergeben und Sehr verstimmt und verdrießlich entfernte fich auch Amberg. einige Minuten nach. bei mir fände, würde man immer annehmen, daß, ich auch nicht das Geld unterschlagen, ich doch um " Freilich," murmelte fie dann, wenn man die B zu schaden, die Duittungen entwendet habe. Mich auch den wunderung mächtigen halte es a alle Ausla glücklichen Hoheit jed tönnen, versehenes einen neu Nachrichter tönnen ve der Politi blos unfer feine Nad ihrem Lei habenen( Jonen gle Diese Gele Ghiller, 2 in Kairo. Das lich erreich der Mahdi schaft befre reich, man sobald er 3 der Kreu Kanonen Egyptische den stellt. Dieser Gef und Eiseng in großen thes verha tauften bi weitere 10 preußischer ein deutsc nes Vertre rung zu abermals Million gegen den Verbünde nonen nac Folge hat nach Uebe delsbaus Regierung Anrich tofteten m flemme b wieder ver Ausfuhrve eingezahlte anwesende zwungen was legte gegen fte liquidirt. Die auch in dem gena publik den Matera, C Die Beis finijchen iepigen S er nur der Raß der liteit zu vorliegend den Sach Schule zu richts eine die fie an mort, die Regierung fie zwar Pflichten fönne, ba ftelle und weite derf habe. De Doppelter fürzester megen ein digenden Schrieb er bas in Papieren Dies bie Flam Berstörung Ha die Flam Ich thu nicht eine Niemande nicht irge Charlotte partei be ift, fönnt preffungen 3wangsm weise ihre Treue un Die forgfältig borgen. Sicherheit Fra fchichte!" Ei, Wil " " Der Mi baß er vo gehorcht. eine Lif Lucie die wirklich Emm Alte?" f Der wenn ihm „ Ja, gebens!" Ich Dift baten Beschaff ben h chten. erfreul gefom es- Un hren t = hat erid Sefteht rbeit, rt Fal nd St e Be m Gef Suni stau ■ veröf ngen affen 1, die htsloft auch den Segen Gottes einernten und das Lob und die Be wunderung von ganz Europa, besonders aber meines sehr mächtigen Gebieters, des Kaisers von Defterreich, erregen. Ich halte es auch für unnüs, Eure Hoheit zu versichern, daß wir alle Auslagen für die Freilassung und Heimsendung dieser Unglücklichen voll und pünktlich bezahlen werden. Glauben Eure Hoheit jedoch, daß Sie diese Gefangenen noch nicht freigeben fönnen, dann bitte ich, unserem Abgesandten ein mit Siegel verfehenes Geleitschreiben mitgeben zu wollen, damit wir dann einen neuen Boten absenden können, der uns fortwährend Nachrichten über die Gefangenen zusenden wird. Euer Hoheit fönnen versichert sein, daß unser Abgesandter fich weder mit der Politik noch mit dem Kriege beschäftigen wird: er will blos unseren Brüdern und Schwestern, die schon seit Langem feine Nachricht von ihren Familien erhalten haben, Toft in ihrem Leiden bringen. Voll Vertrauen, daß Sie meines er babenen Gebieters Wünsche gut aufnehmen werden, danke ich Ihnen gleich im Vorhinein für Ihre Güte und benüge zugleich diese Gelegenheit, um zu zeichnen Eurer Hoheit ergebenster Ghiller, Leiter des österreichisch- ungarischen General- Ronsulats in Kairo. Das Original ist in arabischer Sprache abgefaßt. Hoffent lich erreicht P. Vincentini seinen 3wed, indem Se. Hoheit" der Mahdi die Unglücklichen endlich aus ihrer harten Gefangen ifen Kuschaft befreit. schaft befreit. Immerhin ist ein solcher Vorgang recht leh: reich, man sieht, was aus einem ,, Rebellen" alles werden kann, sobald er die Macht hat, seinen Gegnern zu trogen. gen Kig d daß Aufft Senwür Juni 1 Die wfchul Seſchäft en 9 u Mal, fich en Fa Die bis aleich Marin febite rantent heitsrswo Dere of Perfo erträge träge thätig den, auf Den, bi ng zu per Tesc wah nothwa Te Ger Der St eben ften D Reute feinem peten nach tlage eten C öftern ginell Ach daf fathol ehr gu Eure err men em reich f liebt ift er I von bei G to, bi e gro Diese unid dick Den, for Gure as Re Da Can w reibti zählte na lich f gene. eigene was i ner daß Stoly fein. Ciebling n, wei re wir and bi Schul es n mo am ben fi piere Blogli ache fi ben Ba s find en alfo bachte in bie bas dum Mich - Zur Zeit Arabi Pascha's so schreibt man der Kreuz Btg."- gab es in Unter- Egypten 300 Krupp'iche Kanonen veistiedenen Kalibers, deren Einzelpreis fich für die Egyptische Regierung zwischen 450 und 550 egyptischen Pfunden stellt. Nach der Schlacht von Teb El Kebir wurden 100 Dieser Geschütze als Siegesbeute nach England geschafft. Bronzeund Eisengeschüße, sowie Remington- Gewehre und Pulver wurden in großen Quantitäten um den zwanzigften Theil ihres Werthes verhandelt. Von den bleibenden 200 Krupp Kanonen ver fauften die englischen Dirigenten Egyptens vor Kurzem noch weitere 102 Stück mit Zubehör( Lafetten und Probkasten nach preußischem Modell) und je 100 Projektilen zu 80 Pfund an ein deutsches Handelshaus, welches sie durch Vermittelung seines Vertreters in Hongkong kontraktlich an die chinesische Regie: rung zu liefern hatte. Aus diesem Geschäfte(?) entsprang abermals für das bankerotte Egypten ein Verlust von rund 1 Million Mark. Die franzöfifche Regierung protestirte energisch gegen den neuen Freundschaftsausdruck feines alten englischen Berbündeten ihm gegenüber, was das Ausfuhrverbot der Kanonen nach Hongkong und somit den Bruch des Kontraktes zur Folge hatte, welcher bestimmt, daß die Kanonen drei Monate nach Uebergabe außer Landes sein müffen. Das deutsche Handelshaus mußte noch vor Unterzeichnung des Kontraktes der Regierung den vollen Kaufpreis erlegen. Reparatur, neuer Anrich und Verpackung der Geschüße und ihres Zubehörs fofteten weitere 5000 Bfund. Da bei der gegenwärtigen Geldfemme die Regierung die ihr eingezahlte Rauffumme sofort wieder verausgable, verweigert sie nun, unter der Angabe, zum Ausfuhrverbote gezwungen worden zu sein, die herausgabe der eingezahlten Gelder sowohl als jeden Schadenersatz. Die hier anwesenden Vertreter des Handelshauses werden sich also geawungen sehen, gegen die Regierung einen Prozeß anzuftrengen, was legtere freilich sehr leicht nehmen dürfte, da sie alle gegen ste gefällten Zahlungsurtheile der Tribunale nicht Liquidirt. Die Argentinische Republik ist seit dem 14. Oftober auch in eine Aera des Kulturkampfes" eingetreten. Unter dem genannten atum bat nämlich der Präsident der Res publif dem apostolischen Delegaten( Gesandten des Papstes) Matera, Erzbischof von Frenopolis, die Päffe geschickt und ihm die Beis von 24 Standen gesetzt, um das Gebiet der argentinischen Republik zu verlassen. Der Ausgangspunkt des jepigen Streites ist ein verhältnißmäßig geringfügiger, doch ist nur der legte Tropfen gewesen, der das zum Rande gefüllte Maß der unduldsamen Uebergriffe der hohen katholischen Geiftlichkeit zum lleberlaufen gebracht bat. Aus den im Wortlaut porliegenden amtlichen Schrifistücken stellt die Köln. 3tg." den Sachverhalt wie folgt dar: Die Leiterin einer Normalschule zu Cordoba hatte an den Minister des öffentlichen Unterrichts eine Eingabe gerichtet, in der fte eine Petition erwähnte, die sie an den apostolischen Delegaten gerichtet, und die Ant mort, die dieser ertheilt. Auf Grund dieser Eingabe hatte die Regierung am 30. September dem Delegaten geschrieben, daß fie zwar nicht an die Richtigkeit dieser allen Diplomatischen Pflichten und Gebräuchen widersprechenden Antwort glauben fönne, daß es aber nothwendig sei, daß der Delegat dies festftelle und eine genügende Erklärung über Absicht und Tragweite derselben gebe, falls er troydem die Antwort ertheilt hate. Der Erzbischof Matera erwiderte dieses Schreiben in doppelter Weise. Zunächst forderte er am 12. Oftober in fürzester Frist die bündigsten und bestimmtesten Erklärungen wegen eines diesen Vorfall betreffenden, ihn persönlich belei digenden Auffages der offiziellen Tribuna Nacional", dann schrieb er unter dem 13. Oktober einen Privatbrief an den das in schlechtes Licht sehen.... Hinweg mit den Papieren!" Diesmal näherte fie dieselben wirklich dem Lichte, und die Flamme erfaßte eine Ecke derselben. Das Werk der Berstörung begann. Halt!" rief Emmy plöglich, indem sie mit der Hand die Flamme, welche das Papier ergriffen hatte, löschte. " Ich thue es dennoch nicht. Sind mir diese Quittungen Sind mir diese Quittungen nicht eine vortreffliche Waffe gegen Charlotte? Man muß Niemandem trauen!.... Wer bürgt mir dafür, daß nicht irgendwie einmal ein Swiespalt zwischen uns und Charlotte entsteht. Vielleicht gar, daß fie von der Gegenpartei bestochen würde?.... Dber wenn das Alles nicht ift, tönnte sie nicht später ihre Dienste zu allerlei Erpreffungen benutzen?- Diefe Quittungen sollen mir ein Zwangsmittel gegen meine Verbündete sein. In dem Beweise ihrer Mitschulb habe ich die beste Garantie ihrer Treue und Ergebenheit." Die zum Theil verbrannten Papiere wurden wieder sorgfältig gefaltet und in den Winkel des Schubfaches geborgen. Es war hohe Zeit, denn kaum waren fie in Sicherheit, da trat Charlotte ein. schichte!" " Fräulein Emmy," sagte sie, das ist eine fatale Ge,, Ei, was denn?" " 1 Wilhelmi ist bei dem Alten!" Der? Was will er?" Mir ahnte gleich nichts Gutes, denn wir wissen ja, daß er von Lucie eingenommen ist. Ich habe ein wenig eine Lifte ba, aus welcher er Präsidenten der Republik, worin er vorausschickte, daß er bePräsidenten der Republik, worin er vorausschickte, daß er bereit sei, ihm persönlich aus reiner Höflichkeit und Freundschaft, nicht aber dem Minister, die gewünschten Erklärungen zu geben, daß er aber hoffe, daß in Folge deffen der Minister seine Note vom 30. September zurückziehen werde, denn sonst würde er fich genöthigt sehen, fie offiziell zurückzuschicken. Es folgen nun die Erklärungen. Die Regierung ihrerseits schickte hierauf unterm 13. dem Delegaten sein Beschwerdeschreiben vom 12. zurück, da es wegen seiner ungebräuchlichen Ausdrücke unverträglich mit der Achtung sei, welche der Delegat der Regierung schuldig sei, und mit dem Charakter, welchen er trage. Gleichzeitig wurde bestimmte Antwort innerhalb 24 Stunden auf Die Note vom 30. September verlangt. Als diese nicht erfolgte, wurden, wie oben mitgetheilt, dem päpsttichen Delegaten die Pässe zugestellt. Parlamentarisches. Danzig, 4. Dezember. Bei der heutigen Nachwahl für den Reichstag wurden abgegeben 13 687 Stimmen, davon für Schrader( df.) 6376, für Oberpräftdent v. Ernsthausen ( fons.) 2985, für Landmesser( 3.) 2859, für Jochem ( 5.) 1451. Somit Stich wahl zwischen Schrader und v. Ernsthausen. Das Zentrum hat seinen Mitgliedern rege Bethet ligung an der schutzöllnerischen Vereinigung des Reichstages empfohlen, dagegen sich gegen die Bumuthung seiner süddeuts schen Mitglieder, einen Antrag auf Einführung obligatorischer Innungen einzubringen, nachdrücklich verwahrt, so daß also wenigstens dieser Rückschrittsgedanken beim Zentrum teine Unterstügung finden wird. Der Abgeordnete Viereck wird einen Antrag über die Ausführung des Wahlgesezes einbringen. Würde heute, dem Wahlgeseze entsprechend, auf je 100 000 Seelen ein Reichstagsabgeordneter fommen, so würden zum Reichstage ungefähr 55 Abgeordnete mehr zu wählen sein, die wohl ausschließlich der Linken angehören dürften, denn die Bevölkerung der großen Städte hat sich seit 1867 bejm. 1871 zumeist um das Doppelte vermehrt. Der vom Abg. Frohme ausgearbeitete Antrag auf Abschaffung der Todesstrafe bat der sozialdemokra tischen Fraktion noch nicht vorgelegen. Die sozialdemokratische Fraktion hat nunmehr den Barteivorstand erwählt. Denselben bilden die Herren Auer, Bebel, Grillenberger, Hafen clever, Liebknecht. In der Budgetkommission wurde heute die Berathung des Militäretats fortgeseßt. Die für die Errichtung je einer Landwehrinspektion beim ersten und zweiten Armeeforps, sowie eines Kavallerie- Diviftonsstabes in Königsberg geforderten Summen wurden nach den Darlegungen des Kriegsministers einstimmig genehmigt. Eine längere Diskussion knüpfte fich an die Forderung für die Errichtung eines Landwehrbrigadestabes und zweier Regimentetommandos in Berlin. Abg. Frhr. v. Huene( Bentrum) beantragte die Ablehnung. Auf Vorschlag des Abg. Löwe wird die Forderung genehmigt, mit der Maßgabe, daß die Stellen mit inaktiven Dffizieren bes fest werden. Die Mehrforderung für den Generalquartiermeister wurde bewilligt, dagegen das Gehalt für 2 Generalstabeoffiziere( Majore) für die Festungen Königsberg und Thorn, je 5700 M., abgelehnt. Bei Kapitel 24 wurde von dem Abg. Löwe die spätere Einstellung der Rekruten gewünscht, dem der Herr Kriegsminister aus militärischen Rücksichten widersprach. Auswärtigen Blättern wird von hier gemeldet, der Kriegsminister Bronsart von Schellendorf habe in der vor gestrigen Sigung der Budgetkommission zur Motivicung der im Frühjahr angeordneten Truppenbislotation zum Schuß der Ostgrenze Karten vorgelegt, aus denen starke Anhäufungen russischer Truppen im Grenzgebiet erfichtlich sind. Vom Abgeordneten Leto cha und Genossen ist folgender Antrag eingegangen:„ Der Reichstag woze beschliegen: im Spezial- Etat V( Verwaltung des Reichsheeres), Kap. 17 Tit. 2 Potion 2 zu bewilligen, wie folgt: 40 Divisions- und Garnison- Pfarrer, und zwar: 6 mit je 3600 bis 4800 Matt, durchschnittlich 4200 Mart, Wohnungsgeldzuschuß III 2 des Tarifs Servis B 8 des Tarifs, 34 Divisions- und Garni fon- Bfarrer mit je 2100 bis 3600 Mart. durchschnittlich 2850 Mart. Wohnungsgeldzuschuß III 2 des Tarifs- Servis B 9 des Tarifs; und danach in Titel 2 zu bewilligen die Summe von 153 350 Mart und 8100 Mark 161 450 Mart. Lokales. t. Winter Leid. Weihnachten, das Fest der Freude, ist vor der Thür und der Wohlhabende und Reiche wandert bereits durch die Straßen und läßt den prüfenden Blick Musterung halten unter den tausenden von zur Schau gestellten Dingen. Wohl wendet sich der Blick zuerst den nüßlichen Dingen zu, den Gegenständen, welche des Winters Kälte uns am meisten wünschenswerther erscheinen lassen, den wärmenden ist, daß wir hier schnell handeln müssen, um den ersten Eindruck wieder zu verwischen." ,, Daß sehe ich ein! Aber wie sollen wir handeln? Wenn er sich einmal von ihrer Unschuld wieder überzeugt hat, so wird es schwer sein, ihm von Neuem Mißtrauen einzuflößen." Rathlos faßen Beide da. Emmy war so aufgeregt und fühlte sich so unglücklich darüber, daß ihr fo fein und schön angelegter Plan gescheitert sei, daß sie wirklich in Thränen ausbrach. Charlotte suchte sie zwar zu trösten und ihr Muth einzusprechen; allein sie hatte auch keine anderen Troftgründe, als unbestimmte Hoffnungen, daß sich vielleicht noch einmal Alles wieder zu ihrem Vortheil wenden würde. es an der Thür. Da pochte ,, Wer kann das sein?" fragte Emmy, indem sie schnell die Thränen trocknete und zur Thür ging, um zu öffnen. Ein Mann stand draußen, dessen Aussehen von der Art war, daß Emmy mit einem lauten Schrei einige Schritte zurücktaumelte. Auch Charlotte hatte sich erhoben. Alz fie den drarßen stehenden Mann erblickte, rief fie fofort: Ei Barthel, was führt Sie denn hierher? Der Mann, welcher draußen stand, war einer der Dorfbewohner; aber sein Anzug war schmußig und unordentlich. Er trug eine Jade von grauem Flaus; sein ftruppiges Haar hing wirr um Stirn und Schläfe; sein grau melirter Bart gab ihm ein wildes, wüstes Aussehen; fein Blid war unftät und hatte etwas von einem bösen Gewiffen. Verlegen drehte er den schmußigen und zergehorcht. Denken sie sich, Fräulein Emmy, er hat knitterten Filzhut in seiner Hand, machte einige ungeschickte nachweist, daß Lucie die fünfhundert Thaler, die ihr der Alte einhändigte, wirklich zu Weihnachtsgeschenken verwandt hat." Emmy evbleichte ein wenig. Und was sagte ber Alte?" fragte fie erschrocken. " " Der Alte ist zerknirscht und wird es noch mehr sein, wenn ihm Wilhelmi in's Gewissen redet." gebens!" Ja, was ist da zu machen? Dann war ja Alles ver" Ich habe auch schon hin und her gegrübelt. Richtig Romplimente und sagte: " Ich, ich komme allerunterthänigst, um einige Worte. mit Fräulein Amberg zu sprechen." Mit mir?" fragte diese, sich immer in möglichst ficherer Entfernung haltend. " Ja, mit Ihnen Fräulein Amberg, denn ich höre, daß Sie jetzt das im Hause find, was früher Fräulein Rodenburg war." wendend. Wer ist der Mann?" fragte Emmy, sich an Charlotte Umhüllung- n und da das schöne Geschlecht in erster Reihe in Betracht kommt, find es namentlich die Damenmäntel, welche in prunkenden Auslegen die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Bewundernd betrachtet die elegante Dame, der vornehme Herr die schönen Sachen, im Geiste die Wonne durchlebend, einen solchen Mantel zu befizen, einen solchen schenken zu können. Und unmittelbar daneben steht vielleicht ein bleiches Mädchen, mit Freude und Genugthuung die Lobsprüche und die Anertennung hörend, die jenem oder diesem Mantel gezollt werden. Ist es doch ihr Wert, das Wert ihrer Hände und mühevollen Arbeit. So manche fühle Sommernacht hat fie in heißer Arbeit verbracht, denn im Sommer wird der Winterbedarf gefertigt, Tausende von Frauen und Mädchen liegen diesem Erwerb ob, in alle Welt hinaus gehen die Produkte ihrer Thätigkeit und zieren und erf euen Jung und Alt, Reich und Arm. Durch angestrengteste Arbeit wird es diesen Arbeiterinnen möglich, fich ein bescheidenes Dasein zu fristen, ihre Familie durchzubringen. Doch wenn der Winter fommt, wenn Schnee und Eis die Erde bedeckt, dann ist es mit der lohnenden" Arbeit vorbei, der Frühjahrsbedarf, der im Winter angefertigt wird, ist ein bedeutend geringerer, als der Winterbedarf, die raftlose Nähmaschine steht träumerisch an ihrem Plage und ruht und feiert gleich ihrer Herrin. Die Winterzeit ist eine trostlose Beit, das Weihnachtsfest ein freudloses Fest für diese Nähe rinnen und erst, wenn dieses lettere vorüber ist, fängt die Arbeit allmälig wieder an. Es haben unter dieser Kalamität zwar alle Saisonarbeiter zu leiden, doch wäre es sehr erfreulich, wenn unsere Damen sich mitunter erinnerten, mit wieviel Tropfen ſauren Schweißes, mit wieviel Seufzern und Thränen der Armuth der Mantel, der den Reichthum umhüllt, ver webt ist. g. Der plögliche Umschwung der Witterung hat die erfreuliche Folge gehabt, daß wieder die Arbeiten an[ einem großen Theil bereits eingestellter Bauten aufgenommen worden find. Jubelten beim Eintritt des Frostes die Eisbahnpächter und flagten die Bauhandwerker, so ist jetzt das gerade Gegentheil der Fall. Des Einen Freud' ist eben des Anderen Leid. Der Andrang zu der Krankenversicherungs- Kaffe im Börsengebäude war am Mittwoch so groß, daß Hunderte von Personen die Straße bedeckten, bis schließlich ein Polizeilieutenant mit der Aufforderung erschien, die Anmeldenden möchten ruhig nach Hause gehen, man habe sich überzeugt, daß die Frist bs 4. Dezember zu kurz sei, um die Arbeit zu bewältigen, und werde dieselbe verlängert werden. Im Ans schluß hieran wird uns noch von einem Berichterstatter mitgetheilt, daß die Gewerbeabtheilung des hiesigen Magistrats in Folge des am 1. d. M. erfolgten Inkrafttretens des Reichsge seges über die Krankenversicherung eine so immense Arbeitslast zu bewältigen, daß faft fämmtliche sonstige laufende Geschäfte während der legten Tage nicht erledigt werden konnten. Bei Den Interessenten, sowohl bei Arbeitgebern als auch bei Arbeitnehmern herrscht eine große Unklarheit über die Ausführung der Krankenversicherung, und zahlreiche Industrielle, darunter hervorragende Gewerbetreibende, haben, trotz der vorher ergangenen zahlreichen erläuternden Bekanntmachungen des Magistrats, weder von diesen, noch von dem Inhalt und der Tenbenz des Gesetzes selbst die geringste Kenntniß, so daß wohl noch Wochen, vielleicht Monate vergehen werden, ehe das neue Krankenversicherungsgesez überall zur praktischen Ausführung gelangen wird. Die städtische Baudeputation bringt zur öffentlichen Kenntniß, daß die berechtigten Kosten für die von der Stadtgemeinde ausgeführte erste Einrichtung, Pflasterung und Ents träfferung der Hermsdorferstraße auf der Strecke vom Grundstüd Nr. 6, 7 bis zur Hussitenstraße( einschließlich der Kosten für Freilegung des Grund und Bodens) festgestellt worden find, und zwar für die erste Einrichtung und Pflasterung, einschließlich des Grunderwerbs und des auf 16 Mt. bezm. 10 Mt. pro Quadratmeter festgesezten Werthes für das unentgelt lich abgetretene Straßenland, auf zusammen 21 746,84 Mart, für die Entwäfferung auf 50 Mt. pro laufendes Meter. Der auf die angrenzenden Grundstücke entfallende Kostenbeitrag, welcher gegen Ertheilung der Bauerlaubniß zur Errichtung von Gebäuden an dieser Straßenstrecke zu leisten ist, beläuft fich für die Einrichtung und Pflasterung, einschließlich bes Grunderwerbs und des Werthes für das unentgeltlich abge= tretene Straßenland, auf 274 Mt. 13,288 Pf., für die Entwäfferung auf 50 Mt., zusammen auf 323 Mt. 13,188 Pf. für das laufende Meter der Grundstücksfronten. Nach Mittheilung des Statistischen Amtes der Stadt Berlin find bei den hiesigen Standesämtern in der Woche: von 23. November bis inkl. 29. November cr. zur Anmeldung gekommen: 225 Eheschließungen, 869 Lebendgeborene, 43 Todt geborene, 668 Sterbefälle. Ueber den Wucher einzelner Hypothekenbanken, unter welchem zahlreiche hypothefenbanken zu leiden haben, enthält die Baugew.- 8tg." folgenden Schmerzensschrei: Die Hypothefenbanken beuten die Gelonoth der Grundbestyer während der letzten Jahre vielfach dadurch für sich aus, daß fie für die Belaffung ihres Kapitals von den Erstehein im 3wangsvers steigerungsverfahren neue Opfer in Form von Abschlußprovi" Es ist Barthel, früher Stellmacher hier auf dem Gute," erklärte Charlotte. Herr Rodenburg hat ihm aber auf Brand's Veranlassung die Arbeit gekündigt, weil er ein Trunkenbold und überhaupt ein unordentlicher und unzuverlässiger Arbeiter war." 11 Ich war das, Mamsell," verbesserte Barthel; ,, wenn Sie mir erlauben, erzähle ich Fräulein Amberg Alles." Wollen Sie den Mann anhören?" fragte Charlotte. ,, Nein, nein! Was gehen nich die Trunkenbolde des Dorfes an. Weisen Sie den Mann hinaus." Charlotte flüsterte ihr einige Worte ins Dhr. Sie haben Recht," erwiderte darauf Emmy. Es ist vielleicht nicht überflüssig, sich an ihm einen Freund mehr zu gewinnen." Dann wandte sie sich an den noch immer draußen Stehenden. Treten Sie ein!" " Sie trat zu ihrer befferen Deckung hinter einen Stuhl. Der Mann tam unter vielen unbeholfenen Kragfüßen hers ein und begann: ,, Sehen Sie, Fräulein Amberg, ich hätte Ihnen eine große Bitte vorzutragen." " Sprechen Sie! Sie sehen, daß ich bereit bin, Sie anzuhören; aber halten Sie sich nicht lange auf, denn der Branntweingeruch erfüllt schon das Zimmer." " Ich bitte allerunterthänigst um Vergebung. Ich habe nur einen Morgenschnaps getrunken, weil ich fühlte, daß ich nicht die Courage hätte, Ihnen unter die Augen zu treten; denn man weiß da unten im Dorfe, daß Sie nicht so leutselig nnd nachfichtig gegen Unsereinen find, als Fräulein Rodenburg, welche sich nicht scheute, in meine ärmliche Wohnung zu kommen und uns eine Weihnachtsfreude zu machen." Ah, Sie sind also Einer von denen, welche Fräulein Rodenburg beschenkt hat?" Ja, gnädiges Fräulein! Und ich danke ihr bis an mein Ende, daß sie es that." Sie können ihr Lob sparen. Wir kennen Fräulein Rodenburg! Was wollen Sie von mir?" ( Fortsetzung folgt.) Tang fonen fordern. Jegt, wo die Geldnoth gewichen ist, suchen| bie Banten Gewinn zu ziehen, so oft die Schuldner zur Rüd zahlung des Kapitale gezwungen find, indem sie eine Rücks nahmevergütigung beanspruchen. Sie beuten auf diese Weise die Nothlage der Grundbefizer in anderer Form aus, da diese Ausbeutung jedoch nicht auf Hingabe, sondern auf Rücknahme eines Darlehns gerichtet ist, fällt fie nicht unter das Wuchergefet, eben so wenig liegt der Thatbestand einer Nöthigung oder Expreffung im strafrechtlichen Sinne vor. Gleichwohl tann das Verhalten der Hypothekenbanken vom Standpunkte der Sittlichkeit und Billig feit nur getadelt werden. Durch solche Praris nimmt mit Recht das Mißtrauen gegen Dars lehne der Hypothekenbanken stetig zu. " 1 Rapelle voranschritt, bestand aus ca. 1000 Personen. Auf dem Kirchofe hatten sich noch mehrere Hunderte von Zuschauern eingefunden. Hier sang dem Wunsche des Lahingeschiedenen gemäß ein Quartett, welchem Schmidt vor vier Jahren ange hört, zwei Lieder. Am Grabe hatten sich der Polizei- Kom miffar und fünf Bolizeibeamte eingefunden. Als nun ein Mitglied der sozialdemokratischen Bertei ein Kranz in das offene Grab warf mit den Worten Im Namen der Sozial Demokratie lege ich diesen Kranz hier nieder", verbot der Kom miffar sofort jedes Sprechen am Grabe. Als später ein an deres Mitglied des Trauergefolges bei dem üblichen Erde Aufwerfen die Worte Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" Sprach, erfolgte eine sofortige Verhaftung. Der Polizeikom missar befahl hierbei, blank zu ziehen. Der Verhaftete wurde durch zwei Beamte vom Kirchhof forttransportirt; nun bildete fich um die Polizeibeamten ein dichter Knäuel von Menschen, die in sehr energischer Weise ihrem Unwillen Luft machten. Auf das Dazwischentreten eines der Führer der Sozialdemo fratie wurde der Mann nach Feststellung seines Namens dann entlaffen. Der sich entfernenden Polizei folgten Hurrah rufe 2c. Der Vortrag der Lieder war erst, nachdem der Kommiffar Kenntniß von dem Inhalte desselben genommen, gestattet worden. rohrs der Gasanstalt im Innern des Hauses und durch Ableitung des Gases mittels eines Verbindungsrohrs in die im Hause befindliche Gasleitung ist nach einem Urtheil des Reichsgerichts, I. Straffenats, vom 2. Dftbr. 1884 als ein schwerer Diebstahl aus§ 243 des Strafgefeßbuchs( mit Zuchthaus) zu bestrafen. Das Gesez fest( für den schweren Diebstahl) Weiteres nicht voraus, als daß das Behältniß erbrochen ist; Davon, daß das Behältniß völlig von dem Gebäude einge schloffen sein müsse, enthält der Wortlaut nichts; aber auch der Gedanke des Gesetzes kann nicht zu dieser Annahme führen, da er das erschwerende Moment in die gewaltsame Eröffnung des Zutritts zu der gestohlenen Sache innerhalb des Gebäudes legt im Gegensatz zum Einbrechen in das Gebäude selbst von Außen, und für diese Frage es jeder Bedeutung entbehrt, ob das im Gebäude erbrochene Behältniß in dem Gebäude abge schloffen wird oder mit einem Theile über dasselbe hinausragt und daher an diesem Theile auch außerhalb des Gebäudes hätte erbrochen werden können. So wenig der mittels Einbruchs in ein Gebäude verübte Diebstahl darum aufhört, ein unter Biff. 2 des§ 243 fallender schwerer zu sein, weil der gestohlene Gegenstand nicht vollständig innerhalb der Um faffungswände des Gebäudes fich befand, z. B. der Fahnenstock ein Stück weit aus der Luke des Daches herausragte, ebensowenig fann der Umstand von Bedeutung sein, daß das Behältniß, aus welchem die gestohlene Sache im Gebäude gewalt fam weggenommen ist, theilweise außerhalb deffen Mauer fich befindet." Düsseldorf, 2. Dezember. Gestern Abend nach 10 Uhr ging die Schwurgerichte verhandlung gegen den 23 Jahre alten Seidenweber Johann Frehn, den Mörder des Fürstlich Salm schen Försters Louis Chateau zu Ende. Am 27. September gegen 5 Uhr Morgens hatte der wegen Jagdvergehen wiederbolt mit Geldstrafen belegte Frehn dem Förster, der ihn zur Anzeige gebracht und den er deshalb tödtlich haßte, aufgelauert und ihn durch einen auf drei Schritt Entfernung abaegebenen Echuß so schwer am Unterleibe verwundet, daß der Getroffene binnen zwei Stunden verstarb. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage und der Gerichtshof sprach das Todesurtheil über den Frehn aus. Nach Anhörung der Sentenz ist der Verurtheilte völlig gebrochen. Die drei Opfer der traurigen Katastrophe in Erkner, bie Zimmerleute Witte, Riese und Dieckmann, wurden gestern Mittag 1 Uhr vom Krankenhause Bethanien aus nach dem Neuen Georgen firchhof in Weißenfee zur legten Rube bestattet. In der Leichenhalle der Anstalt standen die drei Särge nebeneinander, reich bedeckt mit Kränzen, die die Verwandten, Freunde und Kollegen der Verunglückten niedergelegt hatten. Szenen des Jammers boten fich dar, als die weiblichen Anverwandten die Halle betaten; unter Schreien und Weinen bestand die Wittwe des einen Verunglückten darauf, daß noch einmal der Sarg ihres Manncs geöffnet werde. Erst als die Diakonissinnen einen Choral unter Harmoniumbegleitung anstimmten, verstummten die lauten Töne des Schmerzes. Der Anstalts. Geistliche, Prediger Nehmiz, hielt sodann eine er greifende Gedächtnißrede, in der er auf das jähe Ende der in ihrem Berufe Verunglüdten hinwies und den Hinterbliebenen innigen Trost spendete. Nach abermaligem Gesange wurden die Särge hinausgetragen und auf die draußen stehenden offenen Leichenwagen gehoben. Der imposante Trauerkondukt oidnete fich in folgender Weise: Voran schritt ein Führer mit dem florumhüllten Marschallstabe, dann folgte ein Träger eines auf schwarzem Kissen ruhenden Lorbeerkranzes, sodann die neue Fahne des Beerdigungsvereins der Berliner Zimmerer und bierauf die drei Leichenwagen, der erste mit der Leiche des Riese, dann die sterbliche Hülle Witte's und endlich die Leiche Dieckmanns. Zu den Seiten des Sarges schritten Kollegen mit den Abzeichen des Gewerkes, Winkelmaß, Kelle c. und Träger von Marschallsstäben. Hinter den drei Leiden wagen gingen die fremden Bimmerleute, mit dem Banner ihrer Verbindung, gleichfalls ein Stiffen mit Lorbeerkranz und die mit grünen Zweigen geschmückten Gewerksabzeichen in ihrer Mitte führend. Die Vertretungen der Städte Schwerin und Magdeburg mit zwei florumhülten Fahnen schloffen sich an, bann folgte der Träger der alten, arg zerfesten Fahne des Beerdigungsvereins, das Groß der Berliner Zimmerleute und zum Schluß die Wagen mit den Hinterbliebenen. Ein Mufitforps begleitete unter dem Spiel von Chorälen und Trauer märschen den langen Bug bis zu dem weit gelegenen Friedhof, wo die Beisegung in Anwesenheit von vielen Hunderten von Leidtragenden erfolgte. Aus dem Untersuchungsgefängniß in Moabit war Der Heilgehilfe Knaepel zur Rur in die Gefangenenstation der Charité befördert. Von hier ist es demselben gelungen, am Mittwoch auf noch unaufgeilärte Weise zu entspringen. Bis jegt ist es trotz aller Nachforschungen nicht gelungen, des Flücht lings, der wahrscheinlich von seinen Komplizen verborgenz ge= halten wird, habhaft zu werden. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. Can Die ngenebi Rognlich mit aller Die mil unter 8 Ein Sohn Lord Byron's in Amerika. Ein neuer, etwas zweifelhaft erscheinender Beitrag zur Lebensgeschichte altebr Lord Byron's und zu der unglücklichen Auflösung seiner Ebe macht gegenwärtig in der deutsch- amerikanischen Preffe die bumun Runde. So hat der in Bidsburg, Mississippi, erscheinende Herald" festgestellt, daß ein Sohn Lord Byron's von einer bleibt jüdischen Dame in Vicksburg lebt. Man behauptete fest, daß der Dichter diese Dame im Jahre 1808 in Spanien geheirathet tubiger, habe, und fte selbst hielt sich stets für seine rechtmäßige Gattin Die Eriftenz dieser Frau und die Treulosigkeit Byron's sollen die eigentlichen Ursachen der Trennung Lady Byron's Don Rördliche ihrem Gemahl gewesen sein. Major George Byron, der oben erwähnte Sohn, hat große Aehnlichkeit mit seinem berühmten 11 als rathi Truppen mehr als nicht; in eine trau berafine gern, Sp Die Siche Truppen Die Mach then im mals war an den G wesen u Prämie für Abonnenten. Der in Varis erscheinende Denry, Gaulois" witbt jest Abonnenten auf eine Act, die jedenfalls den Reiz der Neuheit für sich hat. Er verspricht den Hinter bliebenen eines jeden seiner Abonnenten, welcher auf der Eisen bahn oder Pferdebahn getödtet wird oder durch irgend ein Gefährt in den Straßen seinen Tod findet, 3000 Franca zahlen; bei Verwundungen soll eine entsprechende Schadlo baltung gezahlt werden; als Legitimation genügt die einfache Vorweisung der legten Abonnementsquittung. Doch ist das noch nicht alles. Das Blatt will auch den Käufern einer ein zelnen Tagesnummer eine Entschädigung zahlen, wenn fte am Tage des Erscheinens derselben durch Ueberfahren 2c. getödet oder nerwundet werden. Wer könnte da noch der Versuchung widerstehen ,,, Gaulois"-Abonnent zu werden und fich todifahren zu laffen? Und doch, eins fehlt noch zum Glück diefer Tod fandidaten: das Bewußtsein, daß sich das Blatt auch mit ihnen begraben lasse. Allen Tapezierern und Berufsgenossen zur Beachtung! Das Statut der hiesigen Ortskaffe der Tapezierer, und wohl auch das aller hießigen stammverwandten Kaffen, enthält den Paffus: daß jedes Mitglied der Kaffe, wenn es ohne Arbeit ist, seine Beiträge selbst zahlen muß. Unterbleibt dies im Beitraum von 3 Woden, so verliert der Betreffende alle Rechte wie überhaupt die Mitgliedschaft. Nach meiner Auffassung ist nun der Betreffende auch berechtigt, in jede gesegliche Kaffe fich aufnehmen zu laffen. Da nun hier in Berlin mehr Tapeziere durchschnittlich feiern wie arbeiten, so empfehle ich denfelben unsere Kaffe mit dem Bemerken, daß in dem ersten etwaigen Reklamirungsfalle Seitens der Ditstaffe unserem Mitgliede cin tüatiger Rechtsanwalt zur Seite steht. R. Sander, Verfis. des Ausschuss. Der Zentral- Kranken u. Sterbe Raffe für die deutschen Tapezierer u. Berufsgenossen. Vorsicht! Ein hiesiger Einwohner faufte fürzlich in einem 50- Pfennig Bazar ein Kalaidoskop, bei deffen Gebrauch seiner Tochter ein kleiner Glassplitter in das Auge fiel, der glücklicher weise noch entfernt werden konnte, ohne das Kind ernstlich zu verlegen. Der Käufer legte hierauf das Spielzeug der Polizeibehörde vor, deren Unterfuchung ergab, daß die in dem Dfular 11 befindlichen bunten Glasstücke von innen nicht ordentlich durch eine festschließende Glasplatte verwahrt waren, so daß beim Durchsehen lieine Glassplitter in das Auge fallen mußten. Das Bolizei- Präfidium hat hierauf den Verkäufer in entsprechender Weise verwarnen laffen und wird, wie das B. T." erfährt, in jedem Falle diejenigen, welche durch leichtfertige Herstellung und den Verkauf derartigen mangelhaft tonstruirten Spiel zeugs die Gesundheit Anderer gefährden, zur Verantwortung Bieben. ": geitedt w Sollten brechen, Dann fint englifche Alert", Sejdüzer Europäer Früb Gift Bogue- Fo Wenn ma und Gesch bei den wahrschein Angriff a Von der Landstraße. Man schreibt der Ffte. 8g Daß es selbst in unserer nüchternen Eisenbahnzeit in Deutsch land noch immer Indianer- Naturen giebt, beweist Folgendes: In Kempten im Allgäu nahm um die Mitte des Otober berum die Polizei einen legitimationslosen Stromer fest, dessen Jdentifizirung Schwierigkeiten machte. jest konnte man in dem Verhafteten einen gewiffen Anton Santowski aus Mietschisto, Regierungsbezirk Bromberg feststellen. Das wäre nun nichts besonderes; allein der Mannligen A ist neunzehn lange Jahre hindurch arbeits- und beschäftigung los in aller Herren Länder herumgezogen. Man denke: Neun Rast, als hier und da in einem Gefängnisse! Welch' ein sein für einen Menschen. Den Mitgliedern der Kranken- und Begräbnißtaffe für die im Berl. Gürtler- und Bronzeurgewerbe beschäftigten Personen, Eingeschr. Hilfskaffe Nr. C0, zur Nachricht, dan Beiträge bis auf Weiteres des Sonntags von 11-1 Uhr Vorm. und Montags von 8-10 Uhr Abends bei Herrn Ballwig, Brinzen- und Morigftr. Ede, des Sonnabends und Montags von 8-10 Uhr Abends und Sonnings von 11-1 Uhr Vorm. bei Söllner, Prinzen und Ritterste.- Ecke, sowie beim Rendant Misterfeld, Oranienftr. 2a, Hrn. Kreuß, Kottbuser- Plav, Hrn. Röhl, Bergmannstr. 105, Hrn. Ballmüller, Aderstr. 164, entgegengenommen werden. a. Herrenloser Wagen. Ausgangs vor. Mts. wurde ein Kutscher Müller verhaftet unter dem Verdacht, einen zweiräderigen Handwagen gestohlen zu haben, den er einem andern Rutscher verlaufen wollte. Bisher ist der Eigenthümer des Wagens, der beim Polizeirevier in der Holzmarktstraße verwahrt wird, nicht ermittelt worden. Der Wagen hat eine durchgehende Achse, ist nicht bekleidet, sein Gestell besteht aus 4 starten, ungestrichenen Leisten, die auf zwei starken Federn ruhen. An dem Gestell ist die Deichsel angebracht. Der Verein der Maschinisten und Heizer veranstaltet Sonntag, den 7. d. M., Nachmittags 5 Uhr, Linienftr. 5, im Schüßenhaus eine öffentliche Versammlung sämmtlicher Maschinisten und Heizer. T. D.: Welche Lehren haben wir aus den Dampfkeffel- Explosionen zu ziehen. Ueberblick über sämmtGemeinnütiges. ander Kreuzfeuer And Bwet fertigt, un gungswert Heben, der und zu de wenn er D weile bat griffet, b welche die Lebensmitt Fremben g auf dem ben Fran Ursachen der Zahnerkrankung. Das Grundübel ber Bahnerkrankung besteht in Unreinlichkeit im Munde, Mi brauch äßender Bahnmittel, Anfeilen der Zähne( Schleifen derfelben, wodurch der Zahnschmals zerstört wiro) und Genuß zu falter wie auch zu heißer Speisen. Ift die Krone eine liche Keffelerploftonen im deutschen Reich in den legten fiebeu Sahnes angefressen, so wird mit der Beit die Wurzel aud in Mitleidenschaft gezogen und der Bahnnero leidet mit. Um zu erfahren, ob ein Ubel der Bahnwurzel vo handen ist, muß man mit einem Schlüssel leicht auf den Bab auftlopfen, wobei der Patient, wenn die Wurzel erkrankt i Jahren. Referent: Herr Ingenieur W. Kirschner. Sämmtliche Maschinisten und Heizer sowie die Herten Fabrikbefizer find hie mit freundlichst eingeladen. Auf Grund der unaufschieb baren Anträge, welche beim Vorstand eingegangen sind, findet nach Schluß der öffentlichen Versammlung eine Vereinsver versammlung statt. Die Mitglieder werden ersucht vollzählig zu erscheinen. Die Versammlung des Fachbereins der Stellmacher findet Montag den 8. 5. M. in Scheffers Lokal, Inselstr. 10, statt. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Direktor Benckendorf. Verschiedenes. a. Ein unheimlicher Fund. An der Thür der in der Brigerfir. 43, eine Treppe, wohnenden Stellmacherfrau D. wurde am 2. d. M. Abends gegen 6 Uhr geflingelt. Als Frau D. einige Augenblicke später die Thör öffnete, war Niemand zu sehen, wohl aber bemerkte fie vor der Thür ihrer Wohnung ein Büntel auf dem Fußboden liegen, das sie in die Wohnung hineinnahm und da öffnete. In dem Bündel fand fie zu ihrem Echreden die Leiche eines Kindes weiblichen Geschlechts. Bei ter Leiche lag ein mit Bleistift geschriebener Bettel, enthaltend das Vaterunser und die Bitte diesen Bettel der Leiche mit ins Grab zu geben. Unterschrieben war der Bettel mit v. d. M. Die Leiche, welche von der Frau D., nachdem sie sich von ihrem Schrecken erholt hatte, zur Wache bes 48. Polizei- Reviers gebracht worden, war bekleidet mit einem weißleinenen Hemd, hatte um den Hals ein Tuch von weiß und blau grpunktem Gardinenzeua, das durch ein blaues Band zusammengehalten wurde. Spuren äußerer Gewalt waren an der Leiche nicht wahrzunehmen, und das Kind scheint eines natürlichen Todes gestorben zu sein. Die Mutter des Kindes ist bis jept noch nicht ermittelt. Echmerzen empfindet. Briefkaften der Redaktion. Whampoa Bei ju melchen halb Stant bie ebenso, Urban, Wollinerstr. Sie haben Anspruch auf 14 tägige 6. 2. 1. Wenn das Kind am 20. Februar 1884 geboren Kündigung. freises haben zum Sonntag, den 7. Dezember, nach dem Balmenfaal, Neue Schönhauserftraße 20, eine Wählerversamm lung einberufen, zu welcher alle Wähler des Wahlkreises eingeladen sind. Selbstständige Handwerker des 5. Berliner Wahl- ift, dann ist die gesegliche Konzeptionszeit die Zeit vom 11. Mai N. Sturz von der Pferdebahn. Ein beklagenswerther Unglücksfall tiug fich gestern Nachmittag in der Spandauer Straße vor der Simon'schen Apotheke zu. Ein auf dem Hinters perron eines vorüberfahrenden Pferdebahnwagens stehender junger Mann, derfelbe wurde später als der Schlofferg selle Paul N. refognoszirt, fiürzte an der genannten Stelle plöglich vom Perron auf den Straßendamm und zwar so unglücklich, baß er bewußtlos liegen blieb. R., der anscheinend in Folge eines epileptischen Anfalles gestürzt war, mußte nach dem städtischen Allgemeinen Kankenhause am Friedrichshain geschafft werden. Vermischtes. bis zum 25. Juli 1883. Reile vom waffer ift Lonnte 6 Candelsid werden b Außerdem aufgefüb t Reibe eing nungen vo W. R. T. Die Naturalisations Urkunde darf einem Ausländer nur ertheilt werden: 1) wenn er rach dem Gefeße seiner bisberigen Leimath dispofitionefähig ist. Der Mangel der Dispositionsfäftigkeit fann durch die Bustimmung des g feglichen Vertreters des Aufzunehmenden ergänzt werden; 2) wenn der Ausländer einen unbescholtenen Lebenswandel geführt hat; 3) an dem Dite, wo er sich niederlaffen will, eine Drte fich und seine Angehörigen ernähren fann. Der eigene Wohnung oder Unterkommen findet und an diefem trag auf Naturalisation ist bei dem Königl. Polizei- Bräfidium Unter von Ihnen zu stellen. An jeben Aug Dibunien durch das es für flei derfelben a Sommerfeld. Sofern die Waaren ausdrücklich im Nam der andern Arbeiter gekauft find oder sofern aus den Um ständen zu entnehmen ist, daß nach dem Willen der Kontro henten der Waarenkauf für die andern Arbeiter, welche hierzu Auftrag gegeben haben, geschehen ist, ist derjenige, welde lediglich in Ausführung des ihm ertheilten Auftrags die War ten gekauft hat, zur Bablung des Vieses nicht verpflichtet. Fiedler. Die Verjährungsfrist ist eine 4 jährige. Ein sensationeller Roman bat fich unlärgft, und zwar in dem kurzen Zeitraum von fünf Tagen, in Teras abgespielt. Sallie Knight, die sechzebnjäbrige sear schöne Tochter mohl babender Eltern in der Stadt Marshall, sollte an einen reichen Viehzuchter, Namers Pulver, verheirathet werden, den das Mädchen nicht leiden mochte. Zu den Freunden der Familie gehörte Daniel E. Jones, ein verheiratheter Mann. Er war Bolleinnehmer, genoß eines guten Rufes und hatte Butritt in den besten Familien Sallie war besonders befreundet mt ihm. Eines Tages, kurz vor dem für die Hochzeit Sallies mit dem Viehhändler anberaumten Tage, waren Sallie und Jones verschwunden. Telegraphische Depesten flogen nach allen Seiten und in der Staatshauptstadt Austin wurde das Paar verhaftet. Jones wurde als Entführer ins Gefängniß gebracht. Sallie sollte zu den Eltern zurückkehren. Nur widerstrebend ließ fie sich von Jones trennen. Schluchzen und Thränen warf sie sich an seine Brust, ver ficherte, fie liebe ihn mehr als ihre Eltern und bat, fie sein Gefängniß theilen zu lassen. Mit Gewalt mußte man fte meg weisen. Als Jones mit einem der nächsten Züge nach Maisball gebracht werden sollte, nahm er Gift; er starb trog aller Ge genmittel. Den Selbstmord hatte er schon im Gefängniß zu Austin geplant. Er hatte dort mehrere Briefe geschrieben, worin er heilig betheuerte, zwischen ihm und Sallie sei nichts Unrechtes vorgefallen, und diese sei ein reires, unschuldiges Mädchen. Im Uebrigen nahm er von der West Abschied und traf Verfügungen über seine Familien- Angelegenheiten. Unterdeffen war Sallie nach Hause zurückgekehrt und-reichte schon am nächsten Tage dem verschmähten Viehzüchter Pulver die Hand zum Chebunde. Diefer ganze Roman aus dem Leben hat fich in fünf Tagen abgespielt. Frische Wurst. In den Straßen Berlins und mancher Stadt zeigt ein mit weißer Schürze überhangener Etuhl, welcher vor den Fleischerladen gelegt wird, an, daß frisch ges Schlachtete Wahre zu haben sei. Das berubt auf altem Brauch und erklärt sich nur aus altem Brauche, nämlich daraus, daß einst der Fleischer unserer deutschen Städte auf offener Straße vor seinem Hause sein Handweit trieb und, wenn er seine Arbeit geschlossen, auch die blutbefleckte Schürze reingewaschen hatte, den Stuhl verließ, auf welchem er gesessen, und die nase Schürze zum Trocknen darüber hing. N. Neue Ausweisungen aus Rigdorf. Aus unserem Nachbarort Nixdorf find, wie wir hören, mehreren dort wohnenden vorbestiaften Individuen Verfügungen der Landes polizei zugegangen, mittelst welcher fie aus Rirdorf, Briß und den übrigen um Berlin belegenen Ortschaf en ausgewiesen werden. Von derselben Seite hören wir, daß auch gegen alle diejenigen Haus und Wohnungsbefiger, welche derartigen Subjeften Aufnahme gewähren, strafgeseglich vorgegangen werden soll. Gerichts- Zeitung. zirkulirt ein R. 100. Es liegt kein Ehescheidungsgrund vor. Habicht. 24. ben Schwark, Krautsstr. Stirbt ein Miether, so find def Erben nur noch ein halbes Jahr lang von dem Ablaufe de jenigen Vierteljahres, in welchem der Tod erfolgt ist, Vertrag gebunden. Dies trifft für die Ehefrau zu, Denn Bir leit, über Und Lifche un Jehn Min baben, o meinen G Lojung m bas gebul Don einen Heine Ra berzugefd merit hat fühlte ber E: bin geworden ist. Ist sie nicht Erbin geworden, fo ift zur Zahlung der Miethe und zur Fortsetzung des Miethslagte ich hältnisses aus dem Vertrage nicht verpflichter. Dit genug, all R. H. 310. Die Heirschaft ist verpflichtet, dem Gefin beim Abzug ein wahrheitsgemäßes Dienstzeugniß zu ertheilen Werden dem Gesinde in dem Attefte Beschuldigungen Laft gelegt, welche deffen weiteres Fo: tlommen bindern förn so kann es auf polizeiliche Untersuchung antragen. Findet b Polizeibehörde, daß die Angaben der Herrschaft unrichtig fin so bat fie auf Kosten der Herrschaft ein wahrheitsgemaid Ve Tiemann, Reinickendorferstraße. Wenn Sie Grb Attest auszufertigen. Ihrer Frau werden wollen, müssen Sie Ihr eigenes geduld. vielfagendes abipredendes Urtheil, daß ein ehemaliger Minister mögen zur Nachlaßmasse einwerfen. Von der gemeinschaf Zu den politischen Kreisen von über seinen Nachfolger gefällt hat. Auf die Frage, wie er über das prgenwärtige Minifterium denke, antwortete er: Ein Theil deffelben ist zu gar nichts nüße, der andere Theil aber zu Allem fähig." in dem A Frauchen, nachher 1 Aur, Fre Grbe Röpfchen ihr endlid Ruffe auf Als furges, ül lichen Vlaffe werden die bis zum Todestage Ihrer Fri oder während der Ehe gemad ten Schulden beider Eheleut sowie die Begräbnißfoften abgezogen und von der verbleibe Barmen, 1. Dezember.( Beerdigung eines Sozialdemo- de den Maffe erhalten Sie die Hälfte. Wollen Sie nicht 6 fraten.) Geft rn Nachmittag 3 Uhr fand die Beerdigung der Leiche des Fabrik- Binngießers Schmidt statt, welcher in den legten Jahren eine sehr rege agitatorische Thätigkeit für die Sozialdemokratie entfaltet hatte. Der Leicherzug, dem eine gräbnißfosten verlangen. A. B. 100. Wiederholen Sie gefälligft Shre Frage Dieselbe ist jedenfalls längst beantwortet und von Ihnen m übersehen worden. Reichsgerichtsentscheidung. Der Diebstahl von Leucht gas durch Erbrechen eines im Hauſe müntenden BuführungsBerantworuimer diebatteur St. Grongeim in Berlin. Druck und Berlag von Max Bading in Berlin SW, Beuthftraße 2. Steran eine Besin Edreibbo flect. „ Dai bar hervo Eei mit ber ich will reiben, bu, menn Sdrift n Schreibst 2. Schauern hiedenen en ange zei- Rom nun ein in bas Sozial er Kom ein an n Erde rlichkeit" lizeifom le murde n bildete Renschen, machten. ialdemo Namens Hurrah Dem der nommen, n neuer, geschichte iner Che reffe die cheinende je Gattin. n's sollen on's von Der oben cheinende jedenfalls n Hinter Re Beilage zum Berliner Volksblatt. 210. Canton und seine Vertheidigungswerke. Sonnabend, den 6 Dezember 1884. Die Stadt Canton bietet gegenwärtig nicht gerade einen ngenehmen Aufenthalt; überall wimmelt es von Milizen, gewöhnlichen Kulis, die mit bunten Uniformen bekleidet und mit allerlei alterthümlichen Waffen, Schwertern, Speeren und altehrwürdigen Steinschloßgewehren ausgerüstet find, während be witlichen Soldaten weiter abwärts bei Whampoa und bumun tonzentrirt sind. Die Kulis von Canton haben schon unter gewöhnlichen Verhältnissen großes Selbstbewußtsein, Don einer verleiht man ihnen aber etwas Autorität, dann ist fast gar feft, daß nicht mehr mit ihnen auszukommen. In Shamin ist es eheirathet tubiger, obgleich auch dort sich viel mehr Chinesen sehen laffen, als tathsam ist und früher gestattet wurde. Die chinesischen Truppen, welche die Brücken bewachen, stammen aus einer Nördlichen Provinz und haffen die Cantonesen vielleicht noch mehr als die Europäer, verstehen auch deren lokalen Dialekt erühmten nicht; im Uebrigen bilden fie aber in militärischer Beziehung eine traurige Bande, die mit allerlei Schußwassen, Martinis, Henry-, Snider- und Enfield- Büchsen und Perkusfton@ gewehren, bewaffnet ist und den größten Theil der Zeit mit Umberlungen, Spielen und Rauchen verbringt. Glücklicherweise beruht Die Sicherheit der Europäer nicht einzig und allein auf diesen Egend ein tuppen, wenn fie auch eine wesentliche Verbesserung gegen die Wächter find, welche die JInsel bei Gelegenheit der Unagen im September vorigen Jahres vertheidigen sollten. Das mals waren die Soldaten in vielen Fällen Leute, welche selbst an den Gewaltthätigkeiten und Brandstiftungen betheiligt gewesen und die vom Vizelönig nur deshalb in die Uniform Sollten jest auf's Neue Unruhen in der Ansiedlung aus brechen, fo liegt die Vertheidigung zunächst den Chinesen ob, runzeligem Gesichte, in welchem die Blattern schreckliche bann find aber auch die diei hier liegenden Kanonenboote, der Der Eisens France Schadlob e einfache ch ist das einer ein in fte am fer fuchung todifahren er Tod getödtet mit ihnen tc. 8! g.": Deutsch folgendes: te. Otober Stromer Erft en Anton Bromberg Der Mann äftigungs fe: Neun ne andere ein Da Alert", im Stande, zweihundert Blaujaden mit Gatling 1. Jahrgang. trages verlangt, Inhalts deffen er sich verpflichtet, noch den fleben und einhalbfachen Betrag der zuerst bezeichneten Summe als vorgeschoffenen Theil des Passagegeldes innerhalb 5 Jahren mit 6 pet. jährlichen Binsen an die Direk tion der Kolonie Grao Para zurückzahlen. Einer rechtzeitigen Belehrung der Betreffenden sucht der Agent durch den nach stehenden Rath", welchen er in den an die Angeworbenen versandten lithographirten Schreiben ertheilt, vorzubeuaen: Ich rathe Ihnen so heißt es dort während der Reise nach Antwerpen Niemandem, wer es auch sein möge, die von mir erhaltenen Briefe und Papiere zu zeigen oder gar auszus liefern, weil solche Personen, welche sich den Auswanderern unter irgend einem Vorwande aufzudrängen suchen, es meistens nur in der Abficht thun, fie irre zu führen oder zu betrügen." der einen Seite der Insel ist außerdem etwa 900 Fuk oberhalb der Barrikade eine feste Holzbrücke mit einer 180 Fuß breiten Deffnung gebaut worden, welche mit Hülfe von Pontons ebenfalls rasch verschloffen werden kann. Am rechten Ufer finden sich an den Abhängen der Hügel eine Anzahl Forts mit fleineren Geschüßen, während die schwereren Kanonen im Shaloo Fort auf der Insel und im Simpal- Fort auf bem linken Ufer aufgestellt sind. Es find dies 35 und 38- Tons- Geschüße von Krupp und Armstrong, mit denen die Bedienungsmannschaften viel exerzirt und bei einer Entfernung von 4000-6000 Fuß aute Resultate erzielt haben. Hinter dem Shaloo- Fort auf ber Jasel bemerkt man ferner noch eine Reihe mastirter Batterien aus Schanzwerk mit bombenfesten Kafes matten und gedeckten Laufgräben, die dem Feinde ernstlichen Schaden zufügen könnten, während hinter den niedrigen Hügeln auf beiden Ufern, namentlich aber auf der linken Seite bis meilenweit ins Land hinein umwallte Lager mit aus Stein gebauten Kasernements angelegt find, welche einen Angriff der gebauten Kasernements angelegt find, welche einen Angriff der Festungswerte im Rücken durch ein Landungskorps verhindern sollen. Insgesammt find im Whampoa Distrikt etwa 40 000 Mann konzentrirt, die vorzüglich bewaffnet und zum Theil gut einererzirt find. Einen merkwürdigen Eindruck macht es, wenn man bei einem Regimente deutiche Kommandoworte von chinesischen Offizieren hört. Der einzige Mangel ist, daß die Truppen keine einheitliche Waffe befißen, und daß einige mit Snider, andere mit Mauser, noch andere mit Winchesterschaften, den Verwaltungsbehörden und dem ReichsverGewehren ausgerüstet sind. Beim Schießen haben die Solbaten bis auf 600 Fuß Entfernung gute Resultate erzielt, auf weitere Distanzen find jedoch keine Versuche unternommen worden. Die Truppen stehen unter Befehl von General T'ang, Flagge, alten Herrn mit Verheerungen angerichtet haben; der General ist Oberbefehlshaber aller Truppen in Kwang- tung und Kwang- fli, aus, Geschüßen an Land zu schiden, welche für die Sicherheit der großen Ruf als Soldat, da es ihm gelungen ist, die Gurovder vollständig Gewähr leisten. Früher lachte man oft über die Vertheidigungswerke der Rebellen in Kwei- chau zu unterwerfen. Als er jenen Distrikt verließ, gab es dort keine Rebellen mehr, dieselben waren fämmtlich entweder im Kampfe getödtet oder später geföpft worden. Auch der Sohn dieses Offiziers ist bereits General, obgleich er ein junger Bursche von noch nicht zwanzig Jahren ist, und alles Andere eher als Soldat zu sein scheint. Ein anderer der höheren Offiziere ist General Na, der das Shaloo Fort und die Kanonenboote befehligt und ein energischer, militärischer Mann ist. Er stammt aus der Gegend von Shanghai und scheint seine Profeffion gründlich zu kennen, und da das Fort sehr stait ist, so würde er dasselbe wahr scheinlich auf das Kräftigste vertheidigen. Leider wird man aber mit Sicherheit annehmen können, daß, wenn die Franzofen Canton angreifen, dies von der Landseite, von Tongling her durch Krang si geschehen wird. Auf der Landseite ist die Stadt, von den Truppen abgesehen, vollständig unvertheidigt, Denn die alten Wälle, die schon 1860 feinen Widerstand leisten fonnten, sind heute noch ebenso schwach armitt, wie damals. Bogue- Forts bei humun, jest würde man fich aber freuen, wenn man in Hongkong nur den zehnten Theil der Forts und Geschüße von Humun hätte. Wenn die Chinesen nur bei den Kanonen aushalten, dann wird es den Franzosen wahrscheinlich sehr theuer zu stehen kommen, wenn fie einen Angriff auf die Torpedos, neunzölligen Armstrong und elf Bolligen Kruppichen Geschüße machen wollten und in das Kreuzfeuer der zahlreichen Batterien gerathen. Leider aber And Bweifel an dem Muthe der Chinesen durchaus gerechtfertigt, und noch mehr ist es zu bedauern, daß die Vertheidi ftehen, der am liebsten mit den Geschüßen nichts zu thun haben gungswerte unter dem Befehle des alten Generals Peng Dü- lin und zu der alten chinesischen Bewaffnung zurückkehren möchte, weile hat er aber auch in anderer Richtung viel Unheil an geistet, da er gerade für die Broklamation verantwortlich ist, welche die Chinesen in Benang und Singapore aufforderte, Forts giebt es auf der Landseite nicht; wenn die Franzosen ben Franzosen möglichst zu schaden und ihnen sogar die Lebensmittel zu vergiften. Selbstverständlich ist es feinem Fremben gestattet, die Bogue Forts zu besuchen, indessen liegt auf dem halben Wege zwischen Humun und Canton bei Whampoa noch eine zweite Rette von Vertheidigungswerken, in welchen bin und wieder ein Fremder Butritt erbäit. bübel ber de, Mi ( Schleifen End Genuß rone eines Burgel aud erv leidet urzel vor den Bab tranti if of 14 tägige 34 geboren m 11. Mai parf einem en Befest er Mangel g des ge werden; Den swandel will, eine an diefem Der An Brafidium im Namen den Um er Ront Iche bierz e, welde Die War flichtet. find deffen laufe de ft, an wenn fo ift ben Miethew m Gefin u ertheilen ungen ern förn Findet dit richtig fin itsgemäß Sie Gr genes Be meinfchaf Fri Cheled verbleibe nicht #der Bey re Frage Ihnen e Belin den Westfluß herabkommen, haben sie nur eine Batterie zum Schweigen zu bringen, während von Norden her garnichts das Vo dingen des Feindes aufhält. Die schweren Forts am Fluffe werden dann im Rücken angegriffen und ebenso genommen werden, wie diejenigen am Min- Fluffe. Soll der Krieg zwischen China und Frankreich beendet werden, dann muß letteres entweder Beking oder Canton nehmen, und von wenngleich der Marsch über Land sehr kostspielig sein dürfte. Mögen die Auswanderer dann in Antwerpen erkennen, in welche Abhängigkeit und in welches Elend fte sich durch die Uebernahme einer derartigen Schuldenlaft begeben; erfahrungs mäßig ist es für sie dort zu spät, stich dem Neze des Agenten zu entziehen." V Ein Aufruf an alle Unfallversicherungsbeamte, welche durch Erlaß des Reichs Unfallgeseges ihre Existenz verloren haben, wird in süddeutschen Blättern veröffentlicht. Man bee absichtigt die Bildung eines Komitees, welches einen Appell an den Reichstag richten soll, und zwar betreffs der Entschä digungsfrage und der Besetzung der Stellen bei den Gnofenficherungsamte durch nicht technisch ausgebildete und durch Erlaß des Reichsgesetzes in keiner Weise geschädigte Personen. Noch mehr neue Freunde in Afrika? Aus London wird gemeldet, daß dort die Nachricht, nach welcher ein deut scher Reisender Einwald mit den Boers Unterhandlungen angeknüpft habe behufs Errichtung eines deushen Protekto rats über das Zululand und Abtretung der St. Lucia Bai an Deutschland Aufsehen erregte. In Regierungstreisen will man fein Gewicht auf die Nachricht legen, da anscheinend Deutschland feine Absichten auf Südafrika habe. Frankreich. Auf die erste Begeisterung, welche die That der Frau Clovis Hugues hervorrief, ist eine kleine, aber auch nur ganz kleine Reaktion gefolgt, und zwei Blätter ge= langen heute zu dem Schluß, daß die That der Frau Hugues doch nicht als unbedingt nachahmenswerth zu empfehlen sei, während ein anderes Blatt die Nache der Frau Hugues als ein wenig übertrieben" bezeichnet. Die große Mehrheit der Blätter fann fich noch immer nicht vor Bewunderung faffen und die Freisprechung ist demnach unbedingt sicher. Dem Intran fiegeant" zufolge äußerte Clovis Hugues gestern in höchst bezeichnender Weise: Der Alt der Gerechtigkeit, den meine Frau ausgeübt hat, wird ganz allgemein gebilligt. Wie könnte das auch anders sein? Unzählige Glückwunschschreiben, wohl 200 täglich, find meiner Frau zugegangen, und zwar von Bräfekten, Generälen und Richtern." Diese allgemeine Billigung fest fitch oft in höchst merkwürdige Vorschläge um; daß man die Aufhebung der geheimen Agenturen vorschlug, ist noch lange nicht so erstaunlich, als was heute im Coenement" zu lesen ist. Dort will nämlich Aurelien Scholl, weil Frau Sugues durch offene Postkarten beleidigt worden ist, die Bontarten abg schafft wiffen! Der Vorschlag in rabital, aber bei weitem nicht radikal genug, denn wenn die Möglichkeit, Frau Hugurs auf schriftlichem Wege zu beleidigen, unter jeder Bedingung gehoben werden muß, so würde es fich am wirt samsten erweisen, wenn man das Schreiben überhaupt unter Strafe stellte und den Schreibunterricht in den Schulen ganz halb Stanton liegt, bildet der Fluß eine langgestreckie Insel, diesen beiden Städten ist Canton am leichtesten zu erobern, einstellte. Es ist wirklich schwer begreiflich, wie man auf folchen Don Bei Whampoa, das etwa vierzehn englische Meilen unters bie ebenso, wie die Ufer, in der Entfernung von einer halben Reile vom unteren Ende mit Forts bedeckt ist; das Fahr offer ist auf beiden Seiten verhältnismäßig schmal und tonnte bis auf eine sehr( nge Durchfahrt, die werden darf, leicht durch Torpedos abgeschloffen werden. Candelsschiffen nur unter Führung eines Lootsen pasfit Außerdem find auf beiden Seiten der Insel richtige Pallisaden aufgefüh t, die aus einer doppelten, mit Steinen ausgefüll en Reibe eingerammter Pfähle bestehen, in welchen sich zwei Deff nungen von reip. 150 und 180 Fuß Breite befinden, die aber jeben Augenblick durch bereit liegende, mit Steinen beladene durch das Feuer der Geschüße in den Forts bestrichen, so daß Dichunken ve schloffen werden können. Diese Barrieren werden es für lleine Fabrzeuge thatfächlich unmöglich ist, einen Theil Politische Webersicht. " Zur Warnung der Auswanderer theilt die N. A. 3." Folgendes mit: Ein Auswanderungsagent in Antwerpen sucht seit einiger Beit anscheinend nibt obne Erfolg deutsche Auswanderer unter betrüglichen Vorspiegelungen für Die Kolonie Grao Para in Brasilien anzuwerben. Derselbe bietet zu diesem Zwecke Auswanderungsluftigen billige Baffage nach Brasilien an, indem er denselben als ,, baar zu bezahlendes Passagegeld" eine verhältnißnäßig geringe Summe be zeichnet. Hat der Auswanderer dann das geforderte Angeld eingesandt oder fich gar schon nach dem Einschiffungshafen derfelben zu zerstören und eine Durchfahrt herzustellen. Auf begeben, so wird von ihm die Unterzeichnung eines Vers Ein Tintenfleck. ( Aus: Es und Andres".) Wir schmollten 11 - und worüber? Ueber eine Kleinig leit, über eine Lächerlichkeit, über einen Tintenfleck. Und das tam so: ich saß in meiner Studirstube am Tische und war so recht in meine Arbeit vertieft. Wohl Jehn Minuten mochte ich die Feder in der Hand gehalten baben, ohne sie anzuseßen, zögernd, welche Wendung ich meinen Gedanken geben sollte. Plöglich kam mir die Ich war ein Ungeheuer! Ich zuckte die. Achseln, sah den Tintenfled an und sagte: Ach, Helene, das verstehst du ja doch nicht." " Da zog fie langfam ihre Hand von der meinen, ohne ein Wort zu sagen. Als ich mich umsah, war sie verschwunden, ebenso leise, wie sie gekommen war. Und da saß ich und starrte auf den Tintenfleck, und der Tintenfled starrte auf mich, aber recht vorwurfsvoll, wie ein zürnendes Auge. Wo waren meine Gedanken? Und meine schöne Wendung? Alles versch vunden? Dhne Lösung wie ein Blig, und ich sentte eben die Feder auf 3weifel hatten fich die Gedanken vor Aerger über die marit hatte. berzugefchlichen und stand hinter mir, ohne daß ich es ges Unfinn verfallen tann, und wenn das so weiter geht, so wird man nächstens die Aufhebung der Rücken verlangen, weil dieser Tage eine alte Frau mit einem Küchenmesser ermordet worden ist. Bei dieser Gelegenheit sei übrigens bemerkt, daß der Revolver hier in Frankreich ganz und gar zu einem Geräth zu werden anfängt, das Jedermann, so Mann als Frau, ge laden mit sich herumschleppt. Neulich in einer Anarchisten Versammlung fragte ein Redner, einen Revolver ziehend, die ,, Ge noffen", ob fie fich alle gleich ihm auf den Kampf vorbereitet hätten. Sogleich wurden einige Hundert Revolver hervorgezogen, und der Volksredner konnte zu seiner Freude festnellen, daß die Genossen ganz und gar lampffertig waren. Wie sehr der Nevolver zum Lafchengeräth" geworden ist, zeigte fich auch in dem bekannten Falle Cavary- Lamy. Ersterer, fcüherer Depu titter und Unterstaatssetretair, hatte die Frau des zweiten ver der häßlichste, den ich je gesehen! Warum ich ihn nicht einfach beseitigte? Zweimal wollte ich ihn mit Goldfand eiftiden und that es doch nicht warum nicht? Es Klingt finderhaft, wenn ich gestehe, daß ich ihn auf eine viel fürchterlichere Weise aus der Welt schaffen zu müssen glaubte: war er doch schuld daran, daß gleich auf dem ersten Blatte unserer jungen Ehe, auf dem Blatte, das so hübsch und so reizend begonnen hatte, ein ähnlicher Fled fich zeigte-fein unauslöschlicher, aber nun gerade auf einer der ersten Seiten, wo er so auffällt. bas geduldig harrende Papier, da fühlte ich meine Hand Störung in den unergründlich schwarzen See dieses Tinten- ich las nicht, denn zwischen den Zeilen tanzten lauter kleine Don einem weichen, warmen Händchen fest umfaßt. Die fledes gestürzt und mußten nun elendiglich mit ihm ein- Tintenfl de gar luftig auf und nieder. Ich griff zu einemt Ihr Odem umwehte meine Stirn, und ich weiter nichts, und sagte es auch freundlich Nach einer Weile erhob ich mich und trat in ihr Boudoir. Da stand sie aufrecht am Tische, den Rücken mir zugewandt und rührte sich nicht, obgleich sie mich wohl tommen hörte. Sie hatte den Kopf gesenkt und mußte wohl eine Arbeit in Händen haben. fühlte ben feinen Pulsschlag ihrer Hand. Liebes Kino," Benug, allerdings mit einem ganz kleinen Anflug von Ungeduld. Sie verstand wohl nicht, daß dies liebes Rind" in dem Augenblide heißen sollte.„ Du glaubst gar nicht, Brouchen, wie sehr ich in der Arbeit bin nachher, ja hachher ba tannst du mit mir machen, was du willst." Aura, fie legte die beiden Worte anders aus, beugte ihr zwei dünnen elfenbeinernen Nadeln. Immer schneller ging Röpfchen hernieder, suchte meinen Mund zu erreichen, was ihr endlich gelang, und drückte mir einen ihrer herzigen noch unterscheiden konnte; und das arme weiße Wollen- lich umherflattern. Ruffe auf die& ppen. Ich trat auf sie zu und stellte mich dicht neben sie. Rein Zuden in ihrem etwas gerötheten Gefichtchen, nicht die geringste Bewegung ihrer langen, feidenen Wimpern! Nur ihre Finger bewegten sich emfig, sie arbeiteten mit bas, immer heftiger, so daß ich Nadeln und Finger faum fnäuel, das an dem Faden hing, tanzte wie besessen auf dem firschbraunen Muster des Tischteppiches hin und Als fie fich wieder emporrichtete, entfuhr ihr ein furzes, überraschtes Ach!" denn mitten auf dem weißen wieder. Edreibbogen glänzte ein großer, runder, schwarzer Tintenbar hervor. " Das tommt davon. ." brachte ich taum vernehmSo stürmisch fieht es in dem Köpfchen aus! dachte ich und wollte meinen Arm zärtlich um ihren Naden legen, auf die Gefahr hin, die duftige Stuartkrause, die ihr so wohl stand, zu zerknittern; da wiegte sie abwehrend die Schultern und sagte mit zitternder Stimme: ,, Ach, Arthur, störe mit der Hand so fanft und schmeichelnd die Stirne ftrich, mich doch nicht!" ,, Eei doch nicht böse. Arthur," bat sie, indem sie mir ich will birs abschreiben, den ganzen Bogen will ich abbu, wenn ich mir Mühe gebe, fo fonte ich sogar deine greiben, die ganze Arbeit, wenn es sein muß. Weißt Schrift nachmachen Schreibst du denn da?" . • .. Was ist es denn, Arthur, was Als ich nicht abstand, wiederholte sie noch einmal und lauter: Arthur, du störst mich wirklich!" " zurüd. Gut," sagte ich und lehrte zu meinem Tintenfled Dieser heimtückische, abscheuliche Tintenfleck, jedenfalls zweiten Buche, und man denke, da stand in jeder Beile ganz deutlich: Thörichte Leutchen thörichte Leutchen." Dasselbe las ich in noch zwei anderen Büchern, auf italienisch, auf französisch, immerfort: Thörichte Leutchen!" Hm! dachte ich, es muß doch wohl wahr sein, sonst stände es nicht dort gedruckt in drei verschiedenen Sprachen. Dennoch blieb ich fißen und- horchte. Wie interessant war mir jeder Ton im Hause, von dem kläglichen Miau der Raße bis zu dem lauten Geplauder der Mägde in der Küche. In ihrem Zimmer kein Laut! Einmal nuc hörte ich ihr Ranarienvöglein in seinem vergoldeten Kerker ängstIn unserem kleinen Salon wurde der Theetisch serviert, ich vernahm das Klappern der Teller, daz vischen rief unser schwarzwälder Kuckuck achtmal. Mir klang es so nedisch, fast höhnisch, dies Kuckuck! Und ich las weiter: Thörichte Leutchen thörichte Leutchen!" Immer unge= buldiger wurde ich auf meinem Stuble, denn die Thüre hatte sich nach dem achten Kuckucksrufe nicht geöffnet, und das helle Athur, lieber Athur!" mit dem sie mich zu unferer Theemaschine" zu loden pflegte, hatte vergeblich auf sich warten lassen. Was solch ein Tintenfleck für Wirkungen hervorbringt! Blöglich hörte ich meine kleine Frau mit einem vollen Atford die Tasten des Flügels anschlagen, und sie sana ganz laut mit ihrer füßen Stimme: Was will " Die führt und war mit ihr entflohen. Einige Zeit darauf begegnet| Lamy in Paris dem Bärchen und eröffnet sogleich ein in diesem Falle schlecht gezieltes Feuer auf Savary, der natürlich gleichfalls in der Lage ist, seinen Revolver zu ziehen und auf Lami Feuer zu geben. Das Merkwürdigste aber fommt noch: als alle dret verhaftet wurden, stellte sich heraus, daß auch Frau Lamy einen geladenen Revolver bei fich trug. Kommiffion der Kmmer beschloß eine Erhöhung des Eingangs zolles auf ausländischen Weizen um 2.40 Frcs. und eine Erhöhung des Bolles für Mehl bis zu 7 Frc., für Hafer bis zu 1,50 Frcs. und für Gerste bis zu 2 Frce. vorzuschlagen. Die neuerlichen Schwierigkeiten zwischen Frankreich und Marotto find zu Gunsten des ersteren beigelegt worden. Mit großer Befriedigung tonftatirt Paris" die von dem Vertreter Frankreichs, Herin Ordenga, in Maroffo erlangte Genugthuung als einen Efo'g der französischen Diplomatie. Es lag vel daran, den Behörden des Sultans zu eweisen, daß Fankreich sich Achtung zu verschaffen wüßte, gleichzeitig mußte aber auch Alles vermi den werden, was die Empfindlichkeit der Mächte erwecken oder die marokkanische Frage aufwerfen konnte. Dieses doppelte Resultat habe Herr Obenga, ter stets Hand in Hand mit dem Vertreter Spaniens gegangen ist, auch glücklicherweise vollkommen erreicht. " 1 China. Nach Londoner Meldungen fangen die Chinesen in Tontin wieder an, offensiv aufzutret n. Port Arthur, im Meerbusen von Petschili, ist, wie es heißt, von 6600 Chinesen besezt. Die vier Kriegsschiffe Gang- Wei, Hen- Tung und ChenChung beschüßen die Einfahrt in den Hafen. Am südlichen Eingange ist ein Fort mit 6 schweren Kruppkanonen errichtet, rechts ein Fort mit zwei Kruppkanonen und mehreren Geschüßen von geringerem Kaliber; eine englische Meile weit ungefähr von diefen beiden Forts find Festungswerke, welche Tiau- TuTai beschüßen. Die Forts find unterminirt. Aus Shanabai wird der Times" unterm 2. ds. gemeldet: Die Taktik ber Chinesen in Tontin scheint zu sein, sich zurückzuziehen und den Franzosen zu erlauben, ihnen in die Tod bringenden Päffe von Tonkin zu folgen, wodurch ihre lange Linie geschwächt wird. Die eingeborene Breffe betrachtet eine Wiedereroberung der Provinz durch die Chinesen als sicher. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 9. Sizung vom 5. Dezember. Präsident v. Wedell- Piesdorff eröffnet die Sigung um 1 Uhr 20 Minuten. Am Bundesrathstisch v. Bötticher, Bronsard von Schellendo: ff und zahlreiche andere Kommissarien. Nach den üblichen geschäftlichen Mittheilungen des Präftdenten tritt das Haus sofort in die Tagesordnung ein und genehmigt zunächst debattelos den Antrag Auer auf Eiſtirung des Strafverfabrens gegen die Abgg. Harm, Schuhmacher und Vier&( Sozialdemokraten) wegen Vergehens gegen das Sozialistengeset. Dann folgt die Berathung des Antrages Brillenberger Raiser auf Verschiebung des Termins für das Inkrafttreten des Krankenversicherungsgesetzes für die Arbeiter auf den 2. April 1885. Abg. Grilenberger( Sozialdemokrat) befürwortet diesen Antrag. Echon bei Berathung des Gesezes habe seine Partei darauf hingewiesen, daß dieser Termin vefrübt sei. Auf diesem Gebiete herrsche jest eine heillofe Verwirrung, und zwar haben diese die Behörden verursucht, da die oberen Behörden es unterlassen haben, die Kommunalbehörden rechtzeitig zu instruiren. Nun suche man die Arbeiter Hals über Kopf in die Ortskaffen zu zwängen, so daß man faft befürchten möchte, man wolle die freien Kaffen vernichten. In Leipzig 3. B. mache man den fieien Koffen bei der Zulaffung große Shwierigkeiten, obgleich diese allen gefeßlichen Erfordernissen genügen; und man fuche fie durch Nörgeleien so viel als möglich zu schädigen. In einzelnen Fällen habe ja der Minister v. Bötticher auf disfallsige Beschwerden Abhülfe geschaffen. Wolle man aber den Arbeitern Butrauen zu der neuen Einrichtung schaffen, so möge man seinem Antrage zustimmen, damit nicht die freien Hülfstoffen sämmtlich in die Zwangskassen gestellt werden. Die Resolution, welche er beaniragt habe, empfehle fich von selbst.( Beifall links.) Abg. Lipke( nationalliberal): Es ist nicht zu leugnen, daß manche Uebelstände bestehen, und sie hätten bei rechtzeiti gen Maßnahmen vermieden werden können; die Schuld aber frifft die freien Kaffen selber. Es sei ja unerträglich, daß Krankenkaffen, die bereits lange longeffionirt seien, jezt nochmais bei den Behörden ihr Statut zur Genehmigung einreichen müssen, die dann das Statut bemängeln und eine Aufnahme der Mitglieder in die Zwangskaffe herbeiführen fönnen. Der Antrag aber ändere an diesen Dingen nichte. Staatssekretär des Innern v. Bötticher: Es liegt gar kein Grund vor, den freien Kaffen entgegenzutreter, wenn fie das leisten, was sie gefeßlich leisten sollen. Die Ausführungen Grillenberger's weichen aber doch wesentlich von den amtlich gemachten Erfahrungen ab. Dank der Energie und Vorsorge der Behörde ist es möglich gewesen, überall in Deutschland das Gescß am 1. Dezember in Kraft treten zu Ringangs Töchterlein?" Doch nur einen Vers. Dann begann fie das ,, Ach, wie schön ist Carmosanella!" so hell und teck herauszuschmettern, als ob auf dieser bösen Welt nie ein Tintenfleck existirt hätte. Das war mir doch zu arg; ich sprang auf. Sie ließ sich nicht stören, als ich eintrat. Auf dem sauber gedeckten Tische stand unsere Theemaschine, stumm, ganz stumm. Helene hatte sie also nicht angezündet! Ich erbarmte mich des armen Dinges, das doch gewiß an allem unschuldig war, und zündete den Docht an. Sollte man es glauben? drei Minuten brannte die Flamme, der Kessel gab nur drei Töne von sich, dann erlosch die Flamme, und der Kessel war wieder stumm. Unsere Maschine grollte, schmollte mit uns, ohne Zweifel! Ja, so ein Tintenfled! Helene," rief ich in das andere Zimmer hinein, Helene, die Maschine ist nicht in Ordnung hörst du!" Sie verzog feine Miene, doch ihr Gesang verstummte. Sie spielte die Begleitung in einem langsameren Tempo weiter, und ein gewiffes glänzendes Etwas in ihren Wimpern zwang fie, fich weiter vorzubeugen, um die Noten zu erkennen. " Frau!" rief ich ganz laut, nicht Frauchen" oder ,, lleine Frau". Ich glaube, fie hätte alles andere eher ertragen, nur nicht diefes kurze, prosaische Frau!" hre Finger glitten mit schrillem Tone von den Tasten, und sie brach in heftiges Weinen aus. Ich muß nun offen gestehen, daß ich meinerseits alles andere lieber ertragen hätte, als gerade ihre Thränen. Ich hatte sie noch nie weinen sehen... doch, einmal: als wir dem brausenden Jubel unserer eigenen Hochzeit entflohen waren und nun im offenen Wagen vereint in die schöne, verklärte Welt hineinfuhren damals waren es Glücksthränen und jetzt nun, Sie glauben es nicht, meine Herren, bis Sie es felbft erprobt, wie mächtig enthränen sein können! her Helene, Kind, was ist denn?" rief ich aus. luchte, und mit diesem Schluchzen brach Alles feit zwei Stunden auf ihrem Herzen gelastet. laffen, so daß heut alle Arbeiter in Krankheitsfällen unterstüt werden können. Die Arbeiter sind nicht der Kaffen wegen da, sondern diese der Arbeiter wegen und die Regierung hat gar feinen Grund dazu, die Interessen der Arbeiter zu Gunsten der Interessen der Kaffen zurückzusetzen. Die Annahme des Antrages ist deshalb unmöglich, weil einmal das Gesetz mit dem 1. Dezember bereits in Kraft getreten ist, und weil weiter sonst die freien Kaffen es in der Hand hätten, ganz nach Belieben das Zustandekommen ihres Statuts zu verzögern. Auch ist es zweifelhaft, ob der Antrag beim Bundesraih angenommen wird. Die von Herrn Grillenberger vorgetragenen Einzelfälle fönne man ja hier doch nicht prüfen, fo lange der Instanzenzug nicht erschöpft ist. hat die fächftsche Regierung unrichtig gehandelt, hätte man fich beim ReichsRegierung unrichtig gehandelt, hätte man fich beim Reichskanzler beschweren sollen, der Abhilfe geschafft bätte. Wolle fanzler beschweren sollen, der Abhilfe geschafft bätte. Wolle man in der Sache etwas thun, möge man die Grillenberger schen Anträge an eine Kommission verweisen. Sächsischer Bevollmächtigter v. Nostiz- Wallwit vertheidigt das Verfahren der sächsischen Behörden gegen die Grillenberger'ichen Angriffe. Abg. Dr. Strudmann( nationalliberal): Bielen freien Kaffen sei es thatsächlich allerdings nicht möglich gewesen, ihr Statut bis zum 1. Dezember in Ordnung zu bringen und es empfehle fich deshalb für diesen Bwed einen neuen Termin festzusetzen. Dann möge man für die aus den Zwangs faffen Austretenden die gesetzliche Kündigungsfrist bis zu dem gleichen Termin erlassen. Einem in diesem Sinne ge stellten Antrag werde er zustimmen. Abg. Frhr. v. Malzahn Gül( fonfervatio) ftellt den Antrag, die vorliegenden Anträge an eine besondere Kommission Antrag, die vorliegenden Anträge an eine besondere Kommission von 14 Mitgliedern zu überweisen, da der Sachverhalt teines wegs aufgeklärt sei. Abg. Kayser( Sozialdemokrat): Minister v. Bötticher täusche sich, wenn er glaube, das Gesetz fel fertig, das sei noch lange nicht der Fall. Die Unterstüßung der erkrankten Arbeiter liegt ues ebenso am Herzen, wie der Regierung. Das Schlimme bei der Sache ist, daß in den Behörden, die sich erst allmählich in die Gesetzes Materie hineinarbeiten müssen, lauter Juristen fizen, die oft ganz eigenthümliche Auffassungen haben. Während man die freien Kassen bedränat, weiden andere fehr nachsichtig behandelt, wie z. B. die sächsischen Knappschaftsfaffen, die nicht einmal sehr gut fituirt seien. De Einbringung des Antrages habe wenigstens den Zw d gebabt, daß in Sachsen z. B. die Genehmigung der Kassenstatuten beschleunigt worden sei. Höchst nothwendig sei der Elaß von Normativbestimmungen, denn die unteien Polizeibehörden wüßten oft nicht, was sie machen sollten. Didurch würde der Reichsgedanke, den ter Kanzler bei jeder Gelegenheit betont, nur gefördert werden. Abg. Tröndelin( nationalliberal) sucht die Darlegungen Grillenbergers zu widerlegen und erklärt sich für Kommissionsberathung. Nachdem der Staatssekretär v. Bötticher nochmals betont, daß es nicht angezeigt sei, den Reichstag zu viel mit Angelegenheiten der Einzelstaaten zu beschäst gen und daß es vielmehr zu empfehlen sei, den Instanzenzug innezubalten, werden alle Anträge an eine besondere Kommission von 14 Mitgliedern überwiesen. Die Beschlüsse des Bundesraths, betreffend die Aufnahme der Fabriken, in welchen Röhren aus Blech durch Vernieten hergestellt werden, sowie der Anlagen zur Erbauung eiserner Schiffe, zur Herstellung eiserner B: üden c. in das Verzeichniß derjenigen gewerblichen Anlagen, welche einer besonderen be hördlichen Genehmigung b.dürfen, werden in erster und zweiter Berathung, nachdem Abg. Hartwig( Antisemit) den Wunsch ausgesprochen, daß der Bund. Brath dieselben Bestimmungen auch auf die Gold chlägereien an wenden möge, da auch diese einen ganz unleidlichen Läcm vollführen angenommen und das Haus schreitet zur Fortfegung der zweiten Berathung des Etats, und zwar des Militär Etats. bald Abg. Meybauer( ofr.) stellt den Antrag, die Gehalts zulage von 500 Mait, welche ein Stabsarzt als dritter ärztlicher Hilfs eferent erhalten soll, zu streichen. Kriegsminister Bronsart v. Schellendorff bittet um Bewilligung der Position, da die gesteigerte Arbeitslast dies nothwendig mache. 11 Abg. Richter( Hagen) verweist auf die Angriffe der Nordd. Allg. 3tg." wegen der geftrigen Absezung der Gehaltszulagen für Unterbeamte. Wenn man den Unterbeamten diese Gelder verweigere, müsse man dies auch bei den oberen Beamten thun, zumal die Regierung selbst( Seiuche von Unterbeamten um Gehaltsaufbefferung mit Rücksicht auf die ungünstige finanzielle Lace abgewiesen hat. Auf Antrag des Abg. Fihr. zu Frankenstein wird der ganze Titel der Militärärztlichen Ministerialräthe" an die Budgetkommisston überwiesen. Bei dem Kapitel ,, Militärgeistlichkeit" stellt Abg. Leto cha( Bentrum) den Antrag, für 6 katholische Divisions- und Garnisons- Pfarrer die Gehälter um zusammen Ob ich glaubte, daß sie heute Abend Thee trinken könnte - heute Abend! Was ich denn dächte?- D Gott, so unglücklich wäre sie noch nie in ihrem Leben gewefen! Gott, wenn das ihre Mutter wüßte! und weswegen? Wegen eines Tintenfleckes! Db es denn wohl möglich wäre? Ich wäre ja strenger als ihr früherer Schreiblehrer, als alle Schreiblehrer auf der Welt! Die hätten sich doch nicht beleidigt gefühlt wegen eines Tintenflecks!- ,, Arthur, siehst du, so fönnte ich nicht sein, und wenn du mir tausend Tintenflecke machtest!.. hunderttausend!- Ich würde kein Wort fagen! Ist dir ein Kuß denn nicht Ist dir ein Kuß denn nicht mehr werth als ein Tintenfleck, Arthur?" Da mußte ich doch auflachen: ,, Aber Frauchen, liebes und ich stand neben ihr, entfernte die Hände Frauchen" von ihren Augen und hob langsam ihr Köpfchen empor. Sie fah mich mit so innigtraurigen Augen an:„ Siehst du, Arthur," sagte sie mit bebendem Tone, wenn ich dich nicht einmal mehr herzen kann, so oft ich will,... so viel ich will..." H ,, So oft du willst!" rief ich und... und... nun und? Und als der Schelm, der Kuckuck, recht laut und fast nedisch neun Uhr verkündete, da standen wir in meiner Studierstube vor der geöffneten Dfenthür. Aus der Welt follte er, der Bösewicht, das Ungethüm, dieser Tintenfleck! Mein Frauchen wollte es nicht anders, er sollte verbrannt werden! Und da lag das weiße Blatt mit dem häßlichen Tintenfleck auf den ausgebrannten Kohlen und wollte gar nicht recht an seine Vernichtung glauben. Wir harrten voll Ungedulo; endlich begann das Papier zu schwelen und hei! wie lustig loderte die Flamme empor! Die Kleine flaschte vor Freude in die Hände. So Dann standen wir eines aufs andere gelehnt und schauten mit strahlenden Augen in das Flackerfeuer. ein Tintenfled!" sagte fie, als eben die letzten Fünkchen über das verkohlte Papier huschten. " Ja, so ein Tintenfled!" bestätigte ich. Daß die gelehrten Herren da droben in meiner Bibliothef ein recht verwundertes Gesicht machen mußten über unsthörichte Leutchen", daran dachten wir wirklich nicht. 8100 Mart zu erhöhen. indem er gleichzeitig Klage erhebt, daß in der Armee die Parität nicht gewahrt werde. Kriegsminister Bronsart v. Schellendorff erklärt fich gegen den Ant ag und weist den Vorwurf, daß nicht Barität geübt werde, entschieden als unbegründet zurück. Die Abgg. Rintelen und Dr. Lieber vom Zentrum beantragen, diesen Antrag und die Pofition an die Budget Kommission zur Vorberathung zu überweisen. Abg. Richter( Hagen) will diesem Vorschlag zustimmen, hält es jedoch mit Rücksicht auf die allgemeine finanzielle Lage nicht für angezeigt, aus dem Hause selbst mit Vorschlägen auf Gehaltserhöhung vorzugehen. Abg. Dr. Windthorst will diesmal auf diese Gehalts erhöhung verzichten, wenn ihm die Zusicherung gegeben werde, daß diefe Wünsche in dem nächsten Etat berücksichtigt werden sollen. Sonst erklärt fich Redner für KommiffionéberathungNach kurzer weiterer Diskussion wird der Antrag Letocha und die Position an die Budgetkommission zur Vorberathung überwiesen und dann um 4 einhalb Uhr die Sigung vertagt Nächste Sigung: Dienstag 1 Uhr. Tagesordnung: Etat berathung. Communales. Stadtverordneten- Versammlung. Deffentliche Sigung vom 4. Dezember Vorsteher Dr. Straßmann eröffnet die Sigung 5% Uhr. Von dem Stadtv. Spinola ist ein Antrag eingebracht worden, worin die Versammlung ersucht wird, einen Ausschuß niederzusehen behufs Erwägung der Frage, ob und wie auf Grund des§ 43 der Städteordnung durch eine Ergänzung der betreffenden Bestimmungen der Geschäftsordnung gegen Buwiderhandlungen der Mitglieder der Versammlung gegen Die zur Aufrechterhaltung der Ordnung erlassenen Vorschriften, insbesondere wegen Wahrung des Amtsgeheimniffes, diszipli narisch eingeschritten werden könne. Gleichzeitig ist vom Stadto. Dr. Schulz ein Antrag auf Abänderung der Geschäftsord nung eingegangen, wonach in bestimmten Fällen eine geschlos fene Diskuffton nach dem Schlußwort des Referenten wieder eröffnet werden könne. Vom Stadto. Gördi find zwei Anfragen eingegangen: 1) Nach welchen Grundsägen verfährt Magistrat bei Veröffent lichung von Bekanntmachungen und Anordnungen, welche zur Kenntniß der gesammten Einwohnerschaft bestimmt find? Wirb das ,, Berliner Volksblatt", welches besonders in Arbeiterkreifen verbreitet ist, zu magiftratlichen Publikationen benugt? 2) Hat der Magistrat Schritte gethan, den am 19. Juni c. von der Versammlung afzeptirten Vorschlag, betr. die Einführung und Ausgabe von Tagesbillets bei den Pferdebahnen zur Ausfüh rung zu bringen? Die Anfragen gehen zu: Beantwortung an den Magistrat In die Tagesordnung eintretend dechargirt die Versamm lung nach dem Antrage des Rechnungsausschusses( Ref. Dr. Kürten) eine Reihe von Rechnungen und beschließt folgende Resolution: Die Versammlung ersucht den Magiftrat, die schlagszahlungen die peinlichste Vorsicht zu beobachten, da fle Stadtbauinspektoren anzuweisen, bei der Attestirung von Ab andernfalls für überhobene und nicht wieder einziehbare Be träge verantwortlich gemacht werden müßten. Stadto. Nam slau referirt sodann Namens des Aus schuffes über die Vorlage des Magistrats, betr. die Erwerbung von Terrain zur Erweiterung des Zentral- Viehhofes. Stadtv. Dopp beantragt folgende Resolution: Die Stadtverordneten- Versammlung stellt dem Magiftrat zu e mägen anbeim, ob es im Intereffe der Weiterentwickelung des Viehhofs- Unternehmens und der dereinstigen nothwendigen E weiterung des Schlachthofes nicht erforderlich sei, auf die dazu nöthigen Grundflächen Erwerbungen sei es im Wege frel händigen Ankaufs oder des Enteignungs- Verfahrens Durch Verlegung der Thaerstraße zeitig Bedacht zu nehmen und deshalb in Verhandlungen mit den zuständigen Behörden, wie mit den in Betracht kommenden Grundbesitzern einzu treten. Der Referent Stadtv. Nam si au erklärt sich gegen die Resolution, durch welche fich die Versammlung selbst die Hände binden würde, ebenso bekämpft Kämmerer Runge die Re solution und weist besonders auf die großen Kosten hin, welche deren Annahme verursachen würde. Stadtv. Talte beantragt Ablehnung des Magistrat vorschlages, da die fo in Aussicht genommene Vergrößerung des Viehhofes sehr kostipielig und doch zwecklos wäre. Fr 25 Jahre würde die heutige Ausdehnung des Viehhofes nod genügen, folle aber jest schon an eine Erweiterung gedacht werden, so empfehle sich das vom Stadto. Dopp empfohlene Terrain. Die Versammlung entscheidet fich schließlich für unver änderte Annahme der Ausschußanträge. Stadtv. Dr. Stryd berichtet hierauf Namens des Aus schusses über die Angelegenheit wegen Erweiterung des mi der früheren Edison- Gefellschaft, jest„ Aftien- S.sellschaft städtischer Elektrizitäts verke" abgeschlossenen Vertrages, sowie bezüglich der Erleuchtung des Potsdamer Plages und der Leipziger- Straße mit elektrischem Licht durch die genannte Ge sellschaft. Stadto. Meyer beantragt, die Beschlußfaffung für heute zu vertagen und den Magistrat zu ersuchen, eine neue Vorlage zu machen über die provisorische Beleuchtung der Leipziger Straße, beziehungsweise über Verlängerung des Vertrages Siemens u. Halste. mit Die Stadto. Bellermann, Gerold und Limp recht beantragen dagegen die Annahme folgenden Antrags: Die Stadtverordneten- Versammlung ersucht unter Ablehnung der Vorlage Nr. 507 der Drucksachen, beziehungsweise des Aus schußantiages Nr. 702 der Drucksachen, den Magistrat die Ver sorgung der( in dem vorgelegten Plane rosa angelegten übernehmen. b. Im Fall der Ablehnung des Antrages a wit Straßentheile mit elektrischem Lichte in eigene Verwaltung beantragt: Der Magistrat wird esucht, die Versuche mi elektrischer Beleuchtung fortzufezen, damit, wenn für ander Theile der Stadt die elektrische Beleuchtung noth vendig we Den sollte, dieselbe städtischerseits geliefert werd.n kann. c. D Magistrat wird ersucht, zu erwägen, in welcher Weise de städtischen Gaswerken durch erweiterte Nugbarmachung des in denselben gelieferten Gases erhöhte Einnahmen verschafft wer Der Referent Dr. Stryd bittet um Ablehnung beide Gegenanträge. Stadtv. Gör di erklärt sich gegen den Vertrag und fpricht gewäbrte Monopol aus. den fönnen. fich Nach dem noch Stadtv. Kreitling den Antrag des Aus schusses befürwortet, wird derselbe nach Ablehnung der Gegen anträge in namentlicher A ftimmug mit 66 gegen 32 Stimmen angenommen. Außer den Vertretern der Bürger- und Arbeiter partei stimmen die Stadtv. Meyer. Krebs, Langenbucher, New mann, Dechelhäuser, Schwalbe, Siebmann, Solf, Schiegni Samm, Schäfer, Schulz, Baumgart gegen den Vertrag. Nachdem das Grundstück Reichenbergerstr. 131-132 burd Beschluß der Stadtverordnetenversammlung zu Schulzweden angekauft worden war, brachte die Staatsb.- 3tg" einen län geren Artikel, in welchem im Wesentlichen bemängelt wurde daß nicht vor dem gedachten Grundstücke ein anderes, Dem Rentier Kropp, Reidenberge.str. 63 gebö iges angeblich billi geres Grundstück den Vorzug erhalten habe. Bemängelt wurde ferner die vom Magistrat aufgestellte B eisberechnung mit dem Hinweis darauf, daß Herr Kropp das Straßenland umsonst ab JJ bod gans was anderes wäre, als ein vierfchrötiger Bauer, wie der Bartel. Ja, fie fing und fchlich barfuß zur Sütte hin. Eine Weile hordhte er, es war ihm, als ob er drinnen jemanden reden höre. war also nicht allein. Die Liest baß fo cin herrifdjer Biebhaber benn schon heimlich zu bereuen an, daß sie diesem ein ernstliches getrefen oder doch wenigstens versprochen habe, es umsonst abjutreten. Auf eine bezügliche Interpellation des Stadtv. Limprecht macht der Magistrat den Stadtverordneten eine Reihe thatsäch lider Mittheilungen, um zu beweisen, daß die kostenlose Abtretung des qu. Landes aus den Eingaben des Hrn. Kropp nicht hervorgeht, daß derselbe vielmehr in verschiedenen Eingaben stets von dem Verkauf des erforderlichen Straßenlandes gesprochen habe, und daß unter dieser Bedingung das Kropp'sche Grundstück fich erheblich theurer stellte, als daß in der Reichenbergerstr. 131-132. Stadtv. Limp.eht behauptet, die Angaben der Staatsb. 3g." seien unwiderleglich und die Stadt um tausende von Matt geschäd gt worden. Man möge dafür sorgen, daß der= artiges nicht wieder vorkomme. Synditus Belle weist aft nmäßig nach, daß die Behauptungen der Staatsb- 8." unrichtig frien. Stadto. Görcki behauptet, daß Stadto. Stryck als Refetent in dieser Angelegenheit seine Schuldigkeit nicht gethan habe. Stadtv. Gerty weist demgegenüber darauf hin, daß Herr Dr. Stryd nicht über die Frage referirt habe, überhaupt hier über fein Referent ernannt worden sei. Auf eine weitere direkte Anfrage des Stadtv. Pickenbach erwidert Stadtrath Schmidt, daß der Eigenthümer Kropp dem Magistrat die Unwahrheit gefagt habe. Stadtv. Dr. Jimer freut sich, daß sich die Behauptungen der Staatsb.- 8tg." als unrichtig erwiesen haben, giebt aber der Erwägung anheim, ob es sich nicht empfehle, wenn der Magistrat ein Grundstück zum Ankauf empfehle, daß er die Vorgeschichte desselben, wenigstens der legten zwei Jahre, mittheile. Stadtv. Dr. Horwit giebt dem Bedauern darüber Ausdruck, daß durch den Stadtv. Limprecht eine derartige Diskus flon, in dieser Form und solcher Tendenz in der Versammlung möglich gewesen set. Hier lüge eine Lücke in der Geschäfts ordnung vor. Er behalte fich vor, wenn dies erforderlich Scheine, eine Abänderung der Geschäftsordnung zu beantragen. Vorsteher Dr. Straßmann: Ich führe die Geschäfte treng nach der Geschäftsordnung. Einen Fehler hat der Magi trat meiner Ansicht nach damit gemacht, daß er sich überhaupt u einer Beant vortung bezüglich der falschen Behauptungen einer Beitung herbeigelassen hat, eine Verpflichtung dazu liegt meiner Meinung nach nicht vor. Oberbürgermeister von Fordenbed: Der Magistrat batte ursprünglich diefelbe Auffassung, glaubte aber der wieder bolten Interpellation gegenüber der Versammlung das aftenmäßige Material nicht vorenthalten zu sollen. Hierauf wird die Debatte geschlossen. diese Arbeit lange Beit in Anspruch, und die Diebe fürchteten| babe hierbei daß das von ihnen verursachte anhaltende Geräusch die Hausbewohner aus dem Schlaf erwecken fönnte. Deshalb wohl nahmen fie von der Ausführung des Einbruchs in den Uhr laden Abstand, und sie zogen sich mit mehreren Stücken Plüsch aus dem Tuchgeschäft im Werth von mehreren hundert Maik zurück. Den Plüsch versteckten fie unter der Treppe des Hauses, um diese Beute am folgenden Tage abzuholen oder abholen zu lassen, und sie traten hinaus auf die Straße. Nachdem sie eine Strede gegangen waren, wurden sie von dem ihnen nach folgenden Kriminalschußmann festgenommen und nach dem Kriminalfommiffariat gebracht. Obgleich fie von dem Schuß mann faft in flagranti gefaßt worden und bei ihnen ein Stüc Thurleifte gefunden wurde, welches aus einer Thür des Tuchgeschäfts beim Eindringen ausgerissen worden, leugneten den noch beide Festgenommenen, den Einbruch verübt zu haben. Es ist wahrscheinlich, daß beide auch den Ein ruch in den Bach'schen Uhrenladen und noch andere in letter Beit ausgeführte Einbrüche verübt haben. a. Verhaftet. Wegen des bei dem Bigarenhändler Ohne forge in der Markgrafenstr. 25( welcher seit Sturzem das Kochsche Bigarrengeschäft übernommen hatte), verübten Einbruchsdiebstahls find heut der Hausdiener Wally und seine Bubälte rin, die angebliche Amanda von Grego, zur Untersuchungshaft gebracht worden. Die erste Besichtigung des Thatortes ergab, daß der Einbruch von einem wenig geübten Einbrecher, der aber genaue Lokalkenntniß gehabt, verübt worden, und der Verdacht lenkte fich sofort auf den früheren Hausdiener Wally, welcher teine gute Vergangenheit hatte; er hatte 8 Jahr beim Militär, zulegt als Sergeant bei einem bayrischen Truppentheil gedient, und sich im letzten Jahre seiner Dienstzeit wegen zahlreicher Uebertretungen vielfache Bestrafungen zugezogen. Die weiteren Nachforschungen führten zu der Feststellung, daß Wally am Tage vor dem Einbruch bei einem Schloffermeister in der Feilnerstraße mehrere Eisenbohrer und eine sogen. Brustleier( ein Bohrer, welcher beim Bohren gegen die Brust gestemmt und wie eine Leier gedreht wird) fich geliehen, um angeblich in dem Ohnesorg'ichen Geschäft eine Reparatur vorzunehmen. Am folgenden Tage hatte Wally diese Werkzeuge, zunehmen. Am folgenden Tage hatte Wally diefe Werkzeuge, welche in die bei dem Einbruch gebohrten Löcher genau hineinpaßten, dem Schloffer wieder zurückgebracht.Wally wurde gestern festgenommen und da er leugnete, die Werkzeuge von dem gedachten Schloffer geliehen zu haben, dem Schloffer vorgeführt, welcher ihn bestimmt refognoszirte. Die mit W. verhaftete Buhälterin, welche sich polizeilich nicht angemeldet, in der Feilnerstraße bei einer Frau aufhielt, hatte vor dem Einbruch eine sehr dürftige Garderobe und schuldete ihrer Wirthin über 80 M. Nach dem Diebstahl zahlte sie nicht nur ihre beträchtliche Schuld, sondern sie schaffte fich auch eine gute Garderobe, Uhr und Dbrringe an, und bei ihrer Fefinahme befand sie sich noch im Befits von 40 Mark in verschiedenen Wohnungen unangemeldet aufgehalten, fie befigt auch nicht ein einziges Legitimationspapier und führte in Berlin den Namen: Amanda von Grego. Sie giebt an, erft 18 Jahre alt zu sein, troßdem fie ein weit älteres Aussehen hat. Nach ihren menig glaubwürdigen Angaben ist sie in Wien geboren, ihre Eltern follen sich bald nach ihrer Ge burt vergiftet, ihr einziger( Bwillings) Bruder soll beim Ringtheaterbrand in Wien verunglückt sein. Ihre Pflegeeltern, welche fte nach Prag gebracht und da erzogen hätten, wären als fie in ihrem 7. Lebensjahr stand, verstorben. Sodann will fie bei einer Kunstreitergesellschaft gewesen sein, und in Wien sei ein Ropital von 20 000 fl. für ste deponirt, welches ihr nach Eintritt ihrer Großjährigkeit übergeben werden würde. Da ste ablehnt, irgend welche bestimmte Angaben zu machen, auf Grund welcher die Richtigkeit der obigen Auslaffungen über ibre Persönlichkeit festgestellt werden konnte, so find diese Auslaffungen wahrscheinlich erlogen. In einer persönlichen Bemerkung behauptet Stadtverordneter imprecht, daß er nur die Wahrheit gesagt habe. Stadt erordneter Horwin habe seine legten Bemerkungen nur gemacht, um zu verdecken, daß ihm die vorgetragene Sache unangenehm gewesen sei und um ver Debatte eine andere Rich- baar. Dieselbe hat sich hierselbst während der letzten Monate tung zu geben. Die Stadtv. Jr mer und Bidenbach versuchen unter großer Unruhe der Versammlung die Debatte in Form per fonitcher Bemerkungen wieder aufzunehmen. Stadio. Görfi teht sich einen Ordnungsruf zu dadurch, daß er den Stadto. Gerth als„ Pferdebahn direktor" bezeichnet. Stadto. Horwit weist unter der Zustimmung der Majorität die Behauptung des Stadtv. Limprecht als durchaus unzutreffend zurück. erklärt. Die übrigen Nummern der Tagesordnung werden Der Gege stand wird purch Kenntnißnahme für erledigt wegen der vorgerüdten Stunde abgesetzt. Oberbürgermeister Auf die öffentliche Sigung, welcher am Magistratstische v. Fordenbeck, Kämmerer Runge, Eyndici Belle und Ebeity, Stadträthe Marggraff, Voigt und Löwe ans wohnten, folgte um neun und dreiviertel Uhr eine geheime. Lokales. N. Der Bau der neuen Gemeindeschule auf dem Marheinideplag, der in Folge der Kälte vorläufig sistit war, ift augenblicklich wieder in Angriff genommen worden. Sum den eine Sandstein- Façade zieren wird, zum Gebrauch fertig gestellt werden. Für die Heizungs- Anlagen ist Warm- Luftbeigung in Aussicht genommen. Um Mißverständnissen zu begegnen, werden wir ersucht, mitzutheilen, daß die Drosa fenkutscher nicht zu versicherungspflichtigen Personen gehören. 8. Bei den diesmaligen Ziehungen auswärtiger Lotterien scheint Berlin besonders vom Glücke begünstigt zu sein. Von dem großen Loose der sächsischen Lotterie fiel bekanntlich ein ansehnlicher Theil desselben nach Berlin, und schon wieder wird uns ein ähnlicher Fall von der Laune der Glücksgöttin armeldet. Diese Thatsachen liefern übrigens den Beweis, wie start sich gerade die Berliner Bevölkerung an den auswärtigen Lotterien trop des gesetzlichen Verbotes betheiligt, ein Umstand, der erst dann verstwinden dürfte, wenn eine Vermehrung der Sehr schwer zugänglichen preußischen Lotterieloose bewerkstelligt fein wird. Dem geft.igen legten Hauptgewinn der sechsten Klaffe der 97ften Braunschweigischen Landeslotterie von 3000 Maif, melcher auf Nr. 94,940 gezogen wurde, fiel die Prämie von 300,000. zu, so daß den Theilhabern an diesem Loose 303,000 7. Aufallen. Zwei Achtel dieses Looses spielte nun ein junger Mann in einem in der Friedrichstadt belegenen Engros- Exportgeschäft mit seiner Schwester, dem noch am gestrigen Tage als Antheil an dem Loose das nette Sümmchen Don ca. 64,000 M. baar ausbezahlt wurde. eines ausnehmend frechen Einbruchsdiebstahls in eir em Banfgeschäft der Dresdenerstraße und wegen versuchten Einbruchs in den angrenzenden Laden eines Uhrmachers find heut zwei gafährliche Einbrecher, der Schlächter der noch jugendliche Arbeiter Tidel zur Untersuchungshaft Gafar, welcher bereits 20 Jahre Zuchthaus verbüßt hat, und gebracht worden. Bei einem Uhrmacher in der Dresdener Straße waren in legter Beit mehrfach erfolglose Einbrechver suche in seinem Geschäftslotal gemacht worden und der Uhrmacher hatie, in der berechtigten Annahme, daß die Einbrecher ihre Versuche erneuern würden, mittels eines elektrischen Apparats feinen Laden mit der darüber befindlichen Wohnung derartig berbunden, daß bei einer Manipulation an den Ladenthüren in seinem Schlafzimmer eine Glocke hell ertönen mußte. Von a. Wegen Ein tolltühnes Wagniß unternahm in der Nacht zum Donnerstag ein Fahrgast der Potsdamer Bahn. Derselbe fuhr mit dem 11 Uhr- Abendzuge von hier ab, offenbar in der irrigen Annahme, der Bug halte in Steglig. Als er fah, daß der Bug durch Steglis hindurchbrauste, sprang er trop der Geschwindigkeit, mit der der Schnellzug bei der Station vorüberzufahren pflegt, aus dem Wagen. Er scheint allein im Stoupe gewesen zu sein, sonst hätten ihn die Mitfahrenden wohl an dem Todessprunge gehindert. Uebrigens verlief, nach der ,, B. B.- 8.", die Sache überraschend gut, denn am Morgen fand man die Spuren seines Falles im aufgewühlten Erdreiche, aber fein Blut. Immerhin ist nicht ausgeschlossen, daß der Waghalsige, der davoneilte, um nicht ertappt und zur Verant wortung gezogen werden, irgendwelchen Schaden genommen hat. g. Der 7 Jahre alte Sohn der im Hause Weidenweg 10 wohnenden Wittwe Eisenach wird schon seit dem 26. v. M. von seiner Mutter vermißt. Derselbe hatte am gedachten Tage die elterliche Wohnung verlessen und ist seitdem nicht in dieselbe zurückgekehrt. Der vermigte Knabe hat ein rundes Ge ficht, bonde Haare, graue Augen und trug schwarze Beinfleider, braunes Jaquet, Halstuch, braune Strümpfe und an den Füßen Pantinen. g. Wegen Mordversuchs ist gegen den Feilenhauerlehrling Paul Schiemann cus Wriezen die Untersuchungshaft vers hängt, welcher er sich durch die Flucht zu entziehen gewußt bat. Sch. ift 18 Jahre alt, 5 Fuß groß, schlank, bat beli blonde Haare und ist bartios. Am rechten Auge hat er eine Narbe und der linke Beigefinger ist verstümmelt. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. Mit der Tages- Ordnung:„ Das Verhalten einiger Fabrikanten den Krantentassen gegenüber", fand am Mittwoch Abend in Geng Salon eine öffentliche Versammlung der Bigarren und Tabadarbeiter Berlins statt. Nachdem die felbe Herrn Butry den Vorfiz übertragen, referirte zunächst Herr Korte über den bezeichneten Gegenstand, indem er unter Bugrundelegung der einschlägigen Bestimmungen des KrankenVersicherungs Gefeßes ausführte, daß sowohl die Allgemeine ( Neue) Krankenkasse der Bigarrenarbeiter, als auch die Krankentaffe der Tabalarbeiterinnen solche sind, welche als zu Recht dieser Einrichtung haben die Einbrecher wahrscheinlich auch sich in der Umgestaltung befinden, fallen unter die, im§ 85 be Kenntniß erlangt, denn sie beschlossen, zunächst in einen Nachbar- zeichneten ist und der Termin, bis zu welchem diese Umgestaltung durch ein in der Zwischenmand ausgehauenes Loch in den Uhrenlagen zu dringen. Für die Ausführung dieses ver wegenen Vorhabens wählten fie die Nacht vom 3. zum 4. d. Ms. La nun beide Einbrecher, Caesar und Tidel, im zu gefchehen hat, der 1. Januar 1885. Demnach können auch Die Mitglieder nicht gezwungen werden, einer Ditsfrankenkasse ang hören zu müfen, und sei dem Vorgehen eines Fabrikanten, die Mitglieder der Kaffen bei der Ortstrantentasse anzumelden von Seiten der Mitglieder ganz energisch entgegen zu treten. Beide Raffen entsprechen den Vorschriften des§ 6 des Kranken- Vers.Uhrengeschäft, Jerusalemerstraße, verübten Einbruchsdiebstahl Gesezes, die Mindestleistungen betreffend, voll und ganz; das ( wobei die Diebe gleichfalls in einen angrenzenden Bigarren- Vorgehen des betreffenden Fabrikanten, den Mitgliedern dieser laden und von da durch die Zwischenwand in das Uhren Kaffen gegenüber, ist daher nicht nur als ein unmotivirtes, gefchäft gelangt waren) verübt zu haben, ohne jedoch überführt sondern auch dem Geseze strikte zuwiderlaufendes zu bezeichnen, werden zu können, so wurden beide schon seit geraumer Zeit welches Vorgehen übrigens einen Grund nur in der, hierbei von dr Kriminalpolizei fortgesest obfervirt und ein Kriminal 6. Mts. in der Dresdenerstraße in der Nähe des Schußmann poftirte fich in der Nacht vom 3. zum 4. betr. Hauses, um da die heraustretenden Diebe zu überraschen. start zu Tage tretenden Unkenntniß der gefeßlichen Vorschriften in Bezug der Anmeldepflicht habe. Der Referent schloß seine Ausführungen, indem er die betreffenden Witglieder in vor kommenden Fällen ersuchte, die Fabrikanten auf die§§ 4, 75, Diese waren inzwischen in das Haus gedrungen, hatten zwei 80, 81, 82 und 86 des Kranken- Vers.- Gesezes hinzuweisen. Thüren der Zuchgeschäfts Räume mütels Nachschlüffel geöff Hierauf referirte derr Benner, indem er auf die Unterredung, net und bei brei folgenden Thüren die Thürfüllungen ausge- welche er mit dem in Nede stehenden Fabrikanten gehabt, des schnitten und waren so bis in das Bimmer gelangt, weldes von dem Uhrenladen nur durch eine Mauerwand getrennt ist. Näheren einging. Es sei ihm, bemerkte derselbe, schließlich doch habe hierbei Gelegenheit Gelegenheit genommen, ausdrücklich zut erklären, dak die Anmeldepflicht der Arbeitgeber fich nur auf die Mitglieder der Ditskrantentaffen erst ed, während derselbe bei den Mitgliedern der eingeschriebenen Hülfs- oder staatlich anerkannten Kaffe nur zu prüfen habe, ob das Statut derselben den geseslichen Vo sch iften über die Minimal leistungen(§ 6) entsprechen. Letzteres sei aber bei allen drei in Frage kommenden Kaffen der Fall und habe der Arbeitgeber daher kein Recht, dieselben zur Ortskrankenkasse anzus melden. Ec mache daher die Mitg ieder dieser Kaffen darauf aufmerksam, daß der§ 82 eine hohe Strafe für derartige Ge zwidrigkeiten festsept. Der, sowohl von einz Inen Fabrikanten als auch von den Arbeitern hierbei zu Tage tretenden Aengstlichkeit tönne er auf der andern Seite die erfreuliche Wahrnehmung gegenüber stellen, daß namhafte Fabrikanten die Zentra frankenkasse besonders hervorgehoben, indem sie bei den Mitgliedern derselben allen Verpfl chtungen des Gesezes enthoben sind und daß ihm in dieser Beziehung überall das größte Entgegenkommen gezeigt sei. In der Dis fuifton, an welcher sich die Herren Butry, Strey, Dittmann und die Referenten wiederholt be heiligten wurde von verschiedenen Seiten auf das Vorgehen des Rendanten der Ortstrantentafe hingewiesen, welcher die Mitglieder der einge schriebenen Hilfskaffen bei Gelegenheit ihrer Abmeldung aus der sog. Alten Kaffe am 1. Dezember mit dem Bemerken zus rückgewiesen habe, daß diese Abmeldung hätte am 30. Novbr. stattfinden müssen, und daß sie nun der Ortskrankenkasse an gehören. Von sämmtlichen Rednern wurde dieses Vorgehen als ein Uebergriff des Rendanten bezeichnet und nahm der ana wesende Repräsentant der Alten Kaffe, Herr Io st, Gelegenheit, ebenfalls dieses Verfahren streng zu rügen. Ein diesbezüglicher Antrag des Herin Werner, welcher dahin ging, die Vorstände zu beauftragen, in dieser Angelegenheit mit dem Rendanten der D.tskrankenkasse Rücksprache zu nehmen, fand einstimmige Annahme. Nachdem noch Herr Benner den Mitaliedern be= fannt gemacht, daß die Ausfertigung der Quittungsbücher nuns mehr vor sich gehe und nachdem Herr Batry nochmals auf das unrechtmäßige Vorgehen der Fabrikanten bei der Anmeldung hingewiesen, schloß derselbe die Versammlung um 12 Uhr. h. Eine ebenso außerordentlich zahlreich besuchte als animirte Schneiderversammlung, einberufen von der Lohnkommission, tagte am Mittwoch Abend in Bratmeil Bierhallen nnter dem Vorfiße des Herrn Pfeiffer. Bor Eintritt in die mehrstündige Diskussion über standalöse Vorgänge und Zustände in den hiesigen Werkstätten von Louis Lands berger, Ellrott, Trung und Vok. Kallaene und Meiling, Schneider und Bothmer 2c. hielt Herr Julius Müller einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über die Schädlichkeit der Sonntags und Nachtarbeit, sowie über die Nothwendig keit und das Wesen einer durchgreifenden wirklichen Sozialreform für Handwerk und Indust.ie, vor Allem durch Einfüh rung eines gefeßlichen Normal resp. Marimalarbeitstages und hieran sich anreihende Arbeiterschußgefeße. Die Versammlung erhob einstimmig eine Resolution zum Beschluß, in welcher ste fich mit den Ausführungen des Referenten, Herrn J. Müller, fpeziell in Betreff der Sonntags- und Nachtarbeit einverstanden erflätt und mit aller Energie dahin zu wirken verspricht, daß namentlich die durch die herrschende Hausindustrie im Schneidergewerbe herbeigeführten Schäden und Mißstände beseitigt wer ben und zu diesem Swede eine feste, alle Berliner Schneider zu einmüthigem Wirken vereinigende Organisation unter Leitung der Lohnkommission geschaffen wird. Da unter den Berliner Arbeitern irrthümlicher Weise das Gerücht verbreitet ist, daß in den eingeschriebenen Hülfs= kaffen Mitglieder nur noch bis zum 3. Dezember aufgenommen werden, so erlaubt sich der unterzeichnete Vorstand darauf bin zu weisen, daß diesen und jeden folgenden Sonnabend bei Domrich, Fruchstr. 39, Kalisch, Gr. Frankfurte: ftr. 116, Wed Lichtenbergerstr. 17 von 8 bis 10 Uhr Mitglieder aufgenommen werden, außerdem bei dem Drtskafftrer Lorenz, Langer. 22 1. Quergeb. 2 Tr. und dieser Sonntag früh von 9-12 Ubr und Montag Abends von 8-10 Uhr bei Bolz, Langeftr. 90. Der Vorstand der örtlichen Verwaltungsstelle der Bentral Kranken- und Sterbekasse der Tischler u. s. w., Berlin, Gr. Frankfurterthorbezirk. Die Kommission für die Weihnachtsbescheerung vom Arbeiter- Bezirksverein im Osten Berlins macht bekannt, daß fich die Mitglieder, welche durch Krankheit, Arbeitslosigkeit, großen Rinderiegen 2c. in bilfsbedürftige Lage gerathen find, mit ihren Adressen bis spätestens zum 18. Dezember cr. bei folgenden Herren melden können: Wefenac, Grüner Weg 13 im Keller; Lehmann, Münchebergerstr. 22 v. 3 Tr. bei Tempel; Wusewiß, Fruchtftr. 35 of im Keller: Friede, Pallisaden straße 84 Seitenflügel 2 Tr.; Wuttke, Weberstr. 10 im Laden. Die Zentral Kranken- und Sterbefasse der Tischler und anderer gewerblichen Arbeiter nimmt jeden gewerb lichen Arbeiter auf. Die Aufnahmen finden jeden Sonnabend Abends von 8-10 Uhr in folgenden Lokalen statt: Admiral straße 26 bei Achsel, Gitschinerstr. 51 bei Jungnitsch, Prinzenstraße 96 bei Bunge, Neue Jakobstr. 12 bet Grund. Außerdem jeden Abend von 8-10 Uhr und Sonntag Vormittag von 9 bis 11 Uhr beim Ortekassirer G. Köppen, Gitschinerstraße 58, Dorn II. Die lette öffentliche Versammlung der Tischler in diesem Jahre findet am Sonn ag Vormittag 10 Uhr im großen Saale von Keller's, Andreasstraße 21, statt. Der Referent, Kollege Gustav Roedel, wird daselbst über die Aufgaben der Berliner Tischler in den Wintermonaten sprechen; ferner find wieder eine Anzahl Tischlerw ikstätten und Pianofabriken, so Die von Daffel, Kula, Hilia und feipfer, eingeladen, und wer den die Verhältnisse dieser Werkstätten erörtert. Recht zahl reiches Erscheinen in dieser leßten Versammlung ist nothwendig. Die Vereinigten Berliner Bauanschläger halten am Sonntag, Vormittags 10 Uhr, bei Breuß, Oranienftr. 51, eine Vereinsversammlung ab mit der Tagesordnung: 1) Antrag Kurze, betreffend Unterstützung bei längerem Krankheitsfalle. 2) Wahl der Revisoren. 3) Berathung über das beooistehende Stiftungsfest. Der Verein zur Wahrung der materiellen Interessen der Drechsler und Berufsgenossen tagt am Montag, den 8. De zember Abents 8 Uhr, bei Teichert, Neue Grün ftraße 32.- Tagesordnung und R ferent werden in der Versammlung befannt gemacht. Der Vorstand ersucht, um recht zahleichen Besuch dieser Versammlung, und ladet hiermit zugleich die Knopfmacher ein. Ausgabe der Billets zu dem am ersten Weihnachtsfeiertag stattfindenden dritten Stiftungsfest des Vereins. Aufnahme neuer Mitglieder, Gäste willkommen. Die Gewertschaft der Maschinenbau- Metallarbeiter und verwandten Be ufsgenossen hält am Sonntag den 7. De zember, Vormittags 10 Uhr in der Norddeu'schen Brauerei eine g soloffene itglieder- Versammlung ab. Tiges- Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Beschicken wir den Kongreß oder nicht? Eventuell Wahl von Delegicten. 3. Verschiedenes. 4. F agefasten. Alle Mitglieder we.d n dringend ersucht, zahlreich und pünk lich zu erscheinen. Nue Mitalieoer werden aufg nommen. Der Kaffirer der Gewerkschaft ist jest Herr Former Paul Behrnd, N. Reinickendorfeift. 60 vorn III. Neueste Nachrichten. Bremen, 5. Desember. Die Rettungsstation Surhaven Der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegra phirt: Am 5. Dezember von der Oldenburger Briga ,, Cathari Kapitän Brumund, gestrandet auf Krapfand, von der elf Bersonen gerettet purch In dieser Mauer versuchten die beiden Einbrecher ein großes Bentrallaffe eine staatlich anerkannte ist und daber feine tungsboot„ Köln". Schwerer Weftsturm mit Gem Loch auszubquen; da aber die Mauer sehr dick ist, so nahm( des Fabrikanten) Voraussetzungen unzutreffende find. Er verloren. ebenjarigen tex, bie tam geboren war, ats tegirieb in die Fremde ging. Kaum tonnten die Kleinen begreifen, daß sie Statherine über wurbe Toth bis 371221 Daar qun Hinauf Und bergaB Sie war daher, als er sie durch die aus plötzlich einen so großen Bruder bekommen, und nannten Siegfried wirklich ein hübsches Mädchen geworden. Sie war kräftig und die befriedigte Gitelteit die Neugierbe. Buge 734 vieles aden Beigten jojort blau und groß. Die Wangen waren voll, wie ihre Gestalt. Ihr blondes, volles Haar war einfach geflochten, bie Augen Stinn und angen niebliche Briibchen. Aber nicht weniger schön war die fleine aufgeworfene Unterlippe, die für das ganze Gesicht fast etwas zu flein Digier Sinne fonnte mar Aachen, 5. Dezember. Siebzehn bei Rochefort gescheiterte deutsche Seeleute trafen heute von Paris kommend hier ein; dieselben wurden nach ihrem Stationsorte Danzig weiterbefördert. Krefeld, 5. Dezember. Wie die Krefelder Zeitung" melbet, fuhr heute Morgen eine leere Maschine dem um 7 Uh: hier abgehenden ersten Personenzuge nach Köln beim Aus fahren aus dem Bahnhofe in die Flanke, wodurch ein Gepäck wagen zertrümmert und drei Personenwagen beschädigt wurden. Baffagiere find nicht verlegt worden. Der Lokomotivführer der leeren Maschine wurde leicht verwundet. Theater. Königliches Opernhaus: Sonnabend: Rienzi, der Letzte der Tribunen. Königliches Schauspielhaus: Sonnabend: Maria Stuart. Deutsches Theater: Sonnabend: Die Welt, in der man fich langweilt. Bellealliance- Theater: Sonnabend: Bum 2. Mal: Franziska Seidwig. Menes Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Sonnabend: Gasparone. Central- Theater: Alte Jakobftraße 30. Direktor: Ab. Ernft. Sonnabend: Bum 42. M.: Der Walzer- König. Melidenz- Theater: Sonnabend: Bum 17. Male: Der Klub. Pariser Lebensbild in 3 Alten von E. Gondinet. Walhalla- Operetten- Theater: Sonnabend: Gillette. Conifenftädtisches Theater: Sonnabend: 5. Dezbr.: 99. Gesammt Gastspiel der Liliputaner. Bum 7. Male: Brillen Auguft. Gr. Bauberpoffe in 5 Alten von E. Emmerich. Novität! Jeder Erwachsene hat das Recht ein Kind frei einzuführen. Kinder allein halben Kaffenpreis. Oftend- Thester: Sonnabend und folgende Tage: Im Lande der Freiheit. Großes Sensations Ausstellungs- Schauspiel in 9 Bildern von H. v. Gordon. Mufit von Th. Frante. S Sonnabend: Excelfior. Bittoria- Theater: suner Theater: Sonnabend: Bum 1. Male: Der Salontyroler. Alhambra- Theater. Wallnertheaterstraße 15. Sonnabend, den 6. Dezember: Benefiz für Herrn Regiffeur Seefeld. Der Blutrichter von London, oder: Die Kraft des Glaubens. Driginal Schauspiel in 5 Abiheilungen von F. W. Biegler. Vorher: Grones Konzert, ausgerthrt von der aus 20 Muftern bestehenden Theater- Kapelle, unter Leitung des Kapell neifters Herrn Ludwig Clauftus. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Borstellung 7% Uhr. Allen Denen, die unserem lieben Sohne, dem Schloffer Heinrich Trautsetter, die legte Ehre erwiesen, ins besondere dem Arbeiter- Bezirks- Verein der Rosenthaler Vorstadt sagen wir für die große und aufrichtige Theilnahme ren herzlichsten Dank. Die Hinterbliebenen. Arbeitsmarkt. Suche zum fofort. Antritt einen tüchtigen routin. Meister für meine Hobelweitſtatt. 1492 Ein Bieger 6. Kärger, Fabrik f. Werkzeug- Masch. auf Tonks und Patteritsch- Stöde w. verl. Griebenowftraße 14, Hof L. part. Grosses Gänseausschieben. Heute Sonnabend, den 6. Dezember. Abends 7 Uhr, bei 1494 Schäfer. Waldemarstr. 61. Schmidt's Restaurant Köpnickerstraße 55b,[ 1429 empfiehlt feinen vorzüglichen Mittagstisch à Couvert 50 Pf. bei einem guten Glase Bier. Wichtig für jede Familie! Der Verfaffer der gemeinnügigen Nottzen unseres Blattes, ein früherer Apotheker, wünscht im Januar 1885 ein Kräuterbüchlein, nebst Angabe einer einfachen und billigen Haukapo thele, herauszugeben und sucht schon jest Abonnenten( a 50 Bf) 1445 Darauf sub D., N. durch die Exped. d. Bl Sterbe- und Hilfskassen etc. offerirt alle Arten Cassen- Stempel in Kautschuk etc. von Mk. 2,50 an die älteste Gravieranstalt von Orts-, 1510 Bch Ad. achs jr., Beuthstr. 4 p. Mein seit 1877 bestehendes, als reell bekanntes Uhrengeschäft verbunden mit Reparaturwerkstatt befindet sich 157 Jnvalidenstraße 157 zwischen Brunnen- und Ackerstraße, und empfehle dasselbe allen Lesern dieses 1350 Blattes. Magazin Max Busse. Uhrmacher. Briefkasten der Redaktion. Alter Abonnent Beeskow. Lehrlinge brauchen nicht beizutreten. A. Gärtner. Es ist zunächst Sache der betreffenden Kaffe, Abhilfe zu schaffen. Dieselbe hat ja das Recht, Aerate, welche sich einer derartigen Handlungsweise befleißigen, durch beffere zu erfegen. K. Pallisadenftr. Wenn das Geschäft, welches Sie betreiben, als stehendes Gewerbe" anzusehen ist, muß fich Ihr Bruder versichern laffen. Was haben Sie für ein Geschäft? Zur Aufklärung. Sonntag, den 7. d. M., Vormittags, findet eine öffent liche Verfammlung der Zimmerleute Berlins und Umgegend in Sanssouci, Kottbuserstraße 4 a, statt. Die Tagesordnung wird an den Anschlagsäulen bekannt gemacht. Zimmerleute Berlins! Obwohl wir der Meinung waren, daß das Urtheil, welches der Verbandsvorstand, sowie der Handwerkertag über den ehemaligen Verbandsvorsteher und hauptsächlichen Leiter der Berliner Bewegung, Marzian, im Intereffe der Allgemeinheit am besten der Bergessenheit anheim gegeben wird, so sehen wir uns doch genöthigt, durch das Vorgehen Marzians und Genossen Euch zur Entscheidung, soweit es die Berliner Zimmerleute betrifft, zum Besuch oben genannter Versammlung aufzufordern. Wie allgemein bekannt, wurde Marzian im März d. J. vom Hauptverbandsvorstande wegen Schädigung des Verbandes deutscher Zimmerleute seines Postens als Vorsteher enthoben und aus demselben ausgeschlossen, sowie mit seiner Beschwerde an den Lokalverband Berlin und mit seiner Be rufung an den Handmerkertag zurückgewiesen. Man sollte nun meinen, daß Herr Marzian, als Hauptbegründer des Verbandes, die oberste Behörde, den Handwerkertag, refpettiren müßte, doch sucht er im Gegentheil die Zimmerleute durch falsche Darstellungen zu bewegen, fich über dieselbe zu stellen. Daß bei derartigen Intriguen die Organisation leidet, muß doch Jebem, der sich nicht durch Phrasen den Kopf hat ver Drehen lassen, klar sein. Zimmerleute Berlins! Wir hoffen, daß Ihr Euch von Leuten nicht irre führen lassen werdet, die es fertig gebracht haben, in Berlin eine Verfammlung einzuberufen unter Aus schluß des gesammten Verbandsvorstandes ca. 20 Personen. Die eine Person vertheidigen, die es gewagt hat, Guere müb Laffen Sie Ihren Bruder der Tischlerkasse beitreten, diefelbe nimmt Personen aus allen Branchen auf. Bahlstellen Neue Jakobstraße Nr. 12 dei Grund und Prinzenstraße Nr. 96 bel Bunge. . 207. Nein. B. H. Noch nicht angekommen. D. 61. Sie fragen an, wo die Vorfizenden der Fachver eine der Stellmacher, sowie der Schloffer und Lackierer woh nen? Wir wissen es nicht! Vielleicht schicken die Herren uns ihre Adressen ein, dann werden wir dieselben mittheilen. Vereinsversammlung d. Bau- Anschläger Berlins. Sonntag, den 7. Dezember 1884, Vorm. 10 Uhr, bek Herrn Preuß, Dranienstr. 51. Tages Ordnung: 1. Antrag des Herrn Kunze wegen Unterstützung bei längerem Krankheitsfall. 2. Wahl der Revisoren. 3. Berathung über das stattfindende Stiftungsfest. 1496 Der Vorstand. Sonntag, d. 7. Dezember, Vormittags 11 Uhr, im Lotale des Herrn Scheffer, Inselstr. 10, Mitglieder- Versammlung des Fachvereins der Puzzer Berlins. 1493 Tages- Ordnung: 1. Wichtige Vereins- Angelegenheit. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. Gewerkschaft der MaschinenbauMetallarbeiter u. verw. Berufsgenossen. Sonntag, den 7. Dezember 1884, Vormittags 10 Uhr, Norddeutsche Brauerei, Geschlossene Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Beschicken wir den Kongreß oder nicht? event. Wahl von Delegirten. 3. Ber schiedenes. 4. Fragefaften. Der Vorstand. Arbeiterbezirksverein der Oranienburger Vorstadt und des Wedding. Montag, den 8. Dezember, Abends 8 Uhr, im Lokale Wedding- Park, Müllerstraße 178 General- Versammlung. sam zusammengespaarten Groschen als sein Eigenthum auss zugeben. In legterer Beit hat sich ein sogenanntes Komitee ohne Namen gebildet, das es fertig brachte, eine Versammlung durch Weitersagen einzuberufen und einen Finn als Referenten zu präsentiren. Bwed dieser Versammlung war nichts Ge ringeres, als Marzian für seine wegen der Sparkafferbücher fich selbst zugezogene Haft von drei und eine halbe Woche, fowie für feine vermeintliche Forderung an den Verband, ca. 500 Mait voll und ganz aus dem Generalfonds der Bereffen des Arbeiterstandes. 2. Wahl des Vorstandes. 3. Ver liner Zimmerleute zu entschädigen, resp. entschädigen zu wollen. Bimmerleute Berlins! Ihr habt in dieser Versammlung zu entscheiden zwischen Finn, Marzian und der jeg gen Leitung. Wir erwarten, daß ihr Mann für Mann erscheint. Wir ers warten, daß ihr nicht gewillt seid, Euch die Organisation zerstören zu lassen. Wir erwarten, daß ihr nur Kameraden mit zielbewußtem Willen und makellosem Charakter mit der Leitung Eurer Geschicke beauftragen werdet. Drum auf Kameraden zur Versammlung. Die Kommission. 6. Neichstagswahlkreis Alle Diejenigen, welche am Sonntag im 6. Wahlkreis bei ber Vertheilung von Flugblättern thätig sein wollen, mögen fich Sonntag, früh 8 Uhr, Lothringerstraße 37( Deuticher 1500 Kaiser), einfinden. Central- Kranten- und Sterbekasse der Tischler. Bahlstelle bei Werschke, Adalbertitraße 16. 1466 Mitglieder- Versammlung des Vereins der Berliner Metallarbeiter findet Montag, den 4. Dezember, Abends 8 Uhr, in Nieft's Restaurant, Kommandantenstr. 71 u. 72, statt. Tagesordnung: Kongreßfrage. Referent Herr Medallieur Krohm. Wahl eines Delegirten und Verschiedenes. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes in der Versammlung zu erscheinen. Billets zu der Matinee am 1. Weihnachtsfeiertag zum besten unserer Unterstüßungskaffe sind in der Versammlung zu haben. 1486 Der Vorstand. Fachverein der Tischler. Montag, den 8. Dezember, Abends 8% Uhr, Neue Grünftr. 28, Versammlung. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Schäfer, Brediger ber freien Gemeinde, über: Heiseerinnerungen aus dem Orient und Norwegen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. 1495 Der Vorstand. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Prediger Kendziora: " In welchem Zusammenhange steht die Moral mit den Inter schiedenes. Die Mitglieder werden dringend ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Gäste tönnen eingeführt werden. 1499 erich Ber Fanb Paate fard Gerau Seis меце ber f | auc unfer than Reich Len Jum cuf S tab ab hinwe Rod Der Vorstand. beutfo ift bi in be ellen gabem Bia aud magte Baut Regie febr Unter Die Gin traft Grid ben Teppiche. zu billigen Preisen. Wir haben eine große Auswahl Teppiche und ver faufen große Sopha- Teppiche für 5 Mt., Germania Brüssel Teppiche in sehr hübschen Farbenstellungen 6,50 und 7,50 Mart. Tapestry, Brüssel, Plüsch Teppiche 11,50, 14. 16, 18 u. 20 Mart. Große Salon- Teppiche 18, 20, 25 und 30 Mart. Echte Tournay, Velvet in allen Größen, das Allerhaltbarste, zu außergewöhnlich billigen Preisen. Tischdecken. Manilla- Tischdecken mit Franzen 2, 2,50. Bunte Tischdecken mit Schnur u. Quasten 3, 3,50, 4, Gobe lin- Tischdecken 5, 6, 7 M., Gobelin Tischdecken mit Schnur und Quaften 7,50, 9, 10, 12 Mart. Rips Tischdecken 4,50, 6, 7,50, 9 Mart. 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