be jel 愛 ns er bet cen 1. 4. ale en. den Ber ger otale ora: nter Ver ch zu nd. 7, Sit 1807 0. 1479 1462 to. 211. Sonntag, 7. Dezember 1884. I. Jabrg. Berliner Volksblaff. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das ,, Berliner Boltsblatt" fcheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Feftagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mart, wöchentlich 35 3f. Engelse Nummern 5 Pf. Poftabonnement pro Quartal 4 Mart.( Eingetragen im VHI. Nachtrage der Postzeitungspreisliste unter Nr. 719a.) Insertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berlin SW., Bimmerstraße 44. Chronisches Defizit. Mit diesem Worte bezeichnet man am besten den ZuRand der Finanzen von so ziemlich allen europäischen Großaten, namentlich wir in Deutschland sind in diesen Bufand hineingerathen und wissen noch nicht, wie wir wieder erauskommen werden, wenn wir nicht die finanzpolitische Weisheit des Herrn v. Röller afzeptiren wollen, der einmeint, bas Defizit im Reichshaushalt müsse eben durch Neue Steuern gedeckt werden. Allerdings weiß Herr Richter, der so sehr an den Finanzzuständen zu kritisiren versteht, leinen besonderen Rath; er lagt eben über die Größe urferes Defizits und damit glaubt er seine Schuldigkeit ge= han zu haben. tein fönnen nur sehr wenig im Verhältniß verbrauchen, daher ,, Ueberproduktion" und Arbeitslosigkeit. In Folge dessen sinken auch die Einnahmen aus den Steuern. Hüben und drüben sind die Steuersysteme so eingerichtet, daß die Masse die Hauptlasten zu tragen hat, die indirekten Steuern auf nothwendige Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände überwiegen. Die besigenden Klassen werden davon nur wenig betroffen, desto mehr die armen und arbeitenden Klassen. Da geht es ben Franzosen genau so wie uns und es ist ganz erklärlich, daß die Einnahmen des Staates sinken müssen, wenn die Lebenshaltung der Massen immer weiter hinabgedrückt wird. Man mag daraus erkennen, daß das moderne Industriesystem wohl einzelne Unternehmer emporbringen kann, daß es aber die Massen der Arbeiter finanziell immer weniger leistungsDas Defizit im Haushaltungsbudget des Deutschen Reiches mag etwa 42 Millionen ausmachen und es ist gar fähig macht. Zweifel, daß die immer noch steigenden Militärlasten um größten Theil dies Defizit verschuldet haben, soweit es auf Ausgaben ankommt. Weit mehr aber als die Ausgaben Damit ist auch zugleich der Fingerzeig gegeben, wie man der Kalamität entkommen fönnte. Sparsamkeit in den find schuld an diesem Defizit die sinkenden EinAusgaben für militärische Zwecke wäre in erster Linie zu beobachten, dann fäme eine gefunde Fabritgefeßgebung, abmen aus Zöllen und Verbrauchssteuern, was darauf welche die übermäßige Ausnugung des Einzelnen verhindert hinweist, daß die Konsumtionsfähigkeit der Massen immer und dann eine zweckmäßige Umgestaltung des Steuerwefens, och im Abnehmen begriffen ist. burch welche die hauptsächlichsten Staatslasten auch denen Das Seitenstück zu der finanziellen Kalamität des zugewälzt werden, welche sie tragen fönnen. deutschen Reiches liefert uns die französische Republik. Dort Man sieht in diesem chronischen Defizit auch eine ganz klare Perfgeftive, wie sich die Zukunft gestalten Besteuerungsformen durch andere, billige zu erfeßen, die Ausaugung der Arbeitskräfte einzuschränken und die Auswird. Wenn man sich nicht wird entschließen können, die eben Jahr für Jahr mit einem wachsenden Defizit zu fämpfen haben. Die Einnahmen werden unter Verhältwird man, wenn man sich nicht einschränken will, eben immer tiefer in Schulden gerathen, aus denen man zuletzt gar nicht mehr herauskommen fann. den letzten Jahren gerade die Reichhaltigkeit der finan: ellen Hülfsquellen Frankreichs gerühmt hat. Die AusMillionen Franks vermehrt. Daran tragen die Schuld die gaben für militärische Zwecke herabzusezeu, so wird man auch dort immer steigenden Militärlaften und die etwas ge magten Unternehmungen des Herrn Freycinet mit seinen Bauten und Kanalisationsarbeiten. Dazu kommt der häufige niffen wie die gegenwärtigen immer sinken und schließlich Regierungswechsel, der für eine Konsolidation der Finanzen febr bin berlich ist. In neuerer Zeit haben die kriegerischen Unternehmungen auch neue und große Ausgaben verursacht. Die meiste Schwierigkeit aber verursacht in Frankreich das Ginten der Einnahmen, das eine schwindende Konsumtionstraft ber Massen ankündigt, genau so wie in Deutschland. Diesseits und jenseits des Rheines ist also ganz dieselbe Erscheinung: die Einnahmen finfen. Ist es Zufall, daß in ben beiden großen und seit Jahrhunderten rivalisirenden Reichen ganz dieselbe Erscheinung auftritt? Nein! felbe und zeigt in Folge dessen auch ganz diefelben Folgen. Das wirthschaftliche System ist hüben und drüben dasRonkurrenz", mit der langen Arbeitszeit, mit der überwie genden Beschäftigung von Frauen und Kindern und mit den Süben und drüben die Großindustrie mit ihrer ,, freien add verbot 82 Feuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dur. ( Forsegung.) " Gnäbiges Fräulein, ich will Ihnen Alles erzählen. Ich Diese bittere Nothwendigkeit wird die Regierungen immer wieder zwingen, es mit wirthschaftlichen Reformen zu versuchen. Wie diese Reformen ausfallen werden, hängt nicht von dem Willen der Regierungen ab, sondern von dem größeren oder geringeren Verständniß, das in den Volksmassen für die wirthschaftliche Situation vorhanden ist. Politische Webersicht. Gegen den Schnaps, resp. gegen den„ Mißbrauch" geistiger Getränke kämpfen augenblicklich in den verschiedenen Städten, Vereine und Gesellschaften. Ist es schon auffallend, daß in diesen Vereinen sich Leute befinden, deren Lebensauf gabe darin besteht, Schnaps, viel Schnaps für ihre Mitbürger Augen zu treten, denn als er mich vom Hofe wies, hatte ich gerare vielleicht zu viel getrunken, da war ich trogig und beleidigend obenein. Und ich wollte auch bitten, daß Sie Herrn Brand vermelden, es thue mir leid, ihm respektwidrig begegnet zu sein." Verschonen Sie mich mit dergleichen Scherereien?" " Erlauben Sie ein Wort, Fräulein," unterbrach sie war ein Trunkenbold, ein wüster Mensch und vielleicht Charlotte hier. auch arbeitsscheu, wenn man einmal erst in Noth gerathen ift, ba verliert man schon die Liebe zu feiner Familie und bie Lust zur Arbeit und stürzt sich von einem Rausch in Sie näherte sich Emmy und sagte flüsternd: Versprechen Sie dem Manne Ihre Fürsprache, er kann uns vielleicht nüßen. Seine ganze Neue ist, glaube ich, ,, Welchen Dienst könnte er uns leisten?" gab Emmy eben so leise zurück. in den andern, um Alles zu vergessen. So ging es mir, Heuchelei. Der Kerl ist ein Taugenichts, er würde sich zu und mein armes Weib hatte darunter zu leiden. Damals jedem Dienst bereit erklären." lebte fie noch, und Fräulein Rodenberg war oft bei ihr und tröstete fie und schüßte sie vor Hunger. Und zu Weihnachten da lag fie auf dem Sterbebette, und da kam Fräulein Rodenburg und sagte zu mir, indem sie mir fünfs undzwanzig baare Thaler einhändigte: Nehmen Sie das, Barthel; schaffen Sie einen Arzt und pflegen Sie Ihre Frau. Nehmen Sie sich's zu Herzen und ändern Sie sich. Werden Sie ein guter Mensch!" Er fuhr mit dem Rücken seiner Hand über die Augen und verzog weinerlich den Mund. Und nun ist Ihre Frau gestorben?" ergänzte Charlotte. mit meinen vier Kindern, ohne Arbeit, ohne Brod. FräuJa, Mamfell, sie ist gestorben; und nun size ich da lein Robenberg ist nicht mehr, um uns zu helfen! Nun möchte ich arbeiten und habe feine Arbeit." Rommen Sie zum Ziel! Was wollen Sie von mir?" brängte Emmy. " Ich wollte um Ihre Fürsprache bitten, daß der Herr mich wieder auf dem Gute beschäftige. Ich verspreche, ein guter Arbeiter zu sein und dem Branntwein auf immer zu entfagen." " Das ist ein sonderbares Verlangen," versetzte Emmy " Soll ich mich auch noch um den Pöbel im Snippisch. Brand?" Dorfe befümmern! Warum wenden Sie sich nicht an fuhr der Mann fort. Ich wage es nicht, ihm unter die " Der Herr Verwalter, glaube ich, will mir nicht wohl," Vielleicht könnte er des Alten Mißtrauen wieder her,, Gegen Lucie?" vorrufen." " Versteht sich! Sie gab ihm ein Weihnachtsgeschenk; er würde über dieses Weihnachtsgeschent aussagen, was uns gefällt." Wahrhaftig, Charlotte, Sie haben Recht!- Hei, da fällt mir ein vortreffliches Mittel ein, den ganzen Einbruck Wilhelmi's wieder zu zerstören." Die Miene des Widerwillens und des Ekels veränderte fich plöglich in die freundlichste Herablassung. Mein lieber Barthel," wandte sie sich jetzt an den Bittsteller, ich höre soeben, daß Ihre und Ihrer Familie Lage in der That sehr traurig ist." Sehr traurig!" bestätigte er mit jämmerlichem Geficht. " Leider werden Sie sehr wenig Hoffnung haben, durch Brand's oder irgend eines Menschen Vermittelung wieder aufgenommen zu werden." „ Das glaube ich! Seit Fräulein Rodenburg fort ist, wüßte ich Reinen, der sich meiner annehmen würde, wenn Sie sich nicht meiner erbarmen." ,, Und ich werde mich Ihrer erbarmen!" " D, Dank, viel tausend Dank, gutes Fräulein!" Er näherte sich ihr, um ihre Hand zu küssen; sie aber " zu brennen, so ist es noch auffallender, daß die Gesell schaften sich mit ihren Bestrebungen speziell auf die Arbeiter beschränken. und nur diese von dem Mißbrauch" heilen wollen. Wer wagt denn zu behaupten, daß nur die Arbeiter Mißbrauch" mit geistigen Getränken betreiben? Und selbst wenn der Beweis erbracht würde, daß die Mehrzahl der Trunkenbolde sich aus Arbeiterkreisen rekru tire, so wäre damit noch lange nicht bewiesen, daß die Arbeiter in höherem Grade dem Fusel fröhnen, als wie diejenigen, welche fich als Nichtarbeiter bezeichnen. Die Arbeiter repräsentiren die Mehrzahl der Staatsbürger, und es ist ja somit ganz erklärlich, wenn man öfter einem angetrunkenen Arbeiter Nun fommt aber noch begegnet als einem Nichtarbeiter. ganz besonders in Betracht, daß die schlechte Ernährung den Arbeiter oft so entkräftet, daß er dem Betrunkensein weit eher verfällt, als Jemand, der eine bessere Lebensweise hat. und gerade in den Gegenden, wo die Lebensverhältnisse der Arbeiter ganz besonders gedrückt find, ist der Schnapskonsum ein auffallend großer, während umgekehrt in Gegenden, wo die Lebensstellung derfelben eine beffere ift, auch ein geringerer Konsum geistiger Getränke stattfindet. Soll also etwas gegen dahin gehen, daß den Schnaps unternommen werden, so muß das Bestreben für die Arbeiter im Allgemeinen beffere Lebensverhältnisse Plat wird Blat greifen, dann deffen find wir sicher der Konfum von Fusel sich auf ein Minimum beschränken und schließlich ganz aufhören. Im Uebrigen aber wollen wir uns die Hülfe genannter Herren, wenn sich dieselbe, wie üblich, nur darauf beschränkt, die Augen zu verdrehen und auszurufen:„ Wir danken Dir, Herr, ge wir nicht sind wie jene Arbeiter", höflichst verbitten. Mögen dieselben ihre Thätigkeit anderen zuwenden; mögen ste dahin wirken, daß die Saufgelage unter den Stu benten und die Herren haben ja auch studirt aufhören. Unserer Ansicht nach ist es ein ebenso großer Mißbrauch, wenn man sich in Wein betrinkt, als wenn man dies durch Fusel vollbringt. Also nicht nur der Splits ter ist herauszuziehen, sondern auch der Balfen. Ueberhaupt ift es sehr fraglich, ob die Herren auch nur die geringste Kennt niß vom Leben der Arbeiter haben; sie sind mit in auch gar nicht im Stande, daffelbe zu beurtheilen und thäten deshalb beffer, ihre Nasen nicht in Sachen zu stecken, von denen ste absolut nichts verstehen. Frankfurt a. M. Die Frankf. 3g." erklärt die Nach richt, daß Herr Sonnemann Frankfurt verlassen und die - für vollFrantf. 3tg." an Herrn Flinsch verkaufen wolle ständig erfunden. Offenburg. Die vorige Sonntagsnummer des ,, Volksfreund" wurde auf Grund des Sozialistengesetes mit Beschlag belegt. Das Vergeben gegen genanntes Gesetz soll in einem Artikel In eigener Sache" gefunden sein. Die belgische Regierung wendet jest besonders ihre Aufmerksamkeit auf die Fischzucht und die Ensegung von Fischbrut in die Flüffe. Sie hat für das Luxemburgische einen Vertrag mit dem durch seine Fischzucht bekannten v. Loew an der preußischen Grenze abgeschlossen, wonach derselbe vom nächschob schnell den Stuhl, den sie immer noch zur Deckung vor sich hatte, zwischen sich und den Mann. Nein, bleiben Sie dort stehen! Ich verlange durch= aus feinen Dant; ich verspreche Ihnen dafür zu sorgen, daß Sie die Arbeit anf dem Gute wiedererhalten; und ich thue das um Fräulein Rodenburg's willen, weil diese Ihnen Gutes that und weil sie meine theuerste Freundin ist; allein darum leiste ich Ihnen einen Dienst. Ich verlange aber, daß Sie Fräulein Rodenburg aus Dankbarkeit ebenfalls einen Dienst leisten." " Alles will ich thun für das liebe Fräulein." Es ist sehr wenig, was ich verlange. Sie erhielten von ihr fünfundzwanzig Thaler zu Weihnachten?" " Ja!" " An welchem Tage?" drei Tage später, am ersten Feiertage, verschieb meine felige Es war zwei Tage vor dem Feft, ich weiß es genau; Ratharina." wollen, nachdem ich Ihre Bitte befürwortet habe. Kommen " Hm! Vermuthlich wird Herr Rodenburg Sie sprechen Sie diesen Nachmittag um drei Uhr. Ich werde Sie selbst zum gnädigen Herrn führen, da können Sie Ihr Gesuch wiederholen. Sollte Herr Rodenburg_nach dem Weihnachtsgeschent fragen, so werden Sie hoffentlich gewissenhaft angeben, daß Sie fünfundzwanzig Thaler er= halten haben." ,, Gewiß werde ich das, gnädiges Fräulein! Fräulein Rodenburg fagte zwar, daß der gnädige Herr keinen Dank wünſche; aber wenn er darnach fragt, so werde ich es eben so offen fagen, wie ich es unserm Prediger Wilhelmi auf sein Verlangen gesagt habe." ,, Das ist ehrlich und brav von Ihnen, Barthel; aber Fräulein Lucie's wegen wäre es wünschenswerth, wenn Sie als den Tag des Empfanges nicht den Tag vor dem heili gen Abend, sondern den Tag nach dem Feste angeben würden." Barthel glotte sie erstaunt an. " Warum das, gnädiges Fräulein?" Der Grund kann Ihnen gleichgültig sein! Fräulein Rodenburg wünscht, daß alle Empfänger von Weihnachts sten Jahre ab jährlich 300000 Fischbrut für den Preis von 20 Francs pro Tausend zu liefern hat. Frankreich. Der frühere Finanzminister Herr Leon Say hat fich angesichts der beschlossenen Erhöhung verschiedener Zölle, veranlaß' gesehen, eine„nationale Liga gegen die Per. theuerung von Brod und Fleisch" zu organisiren. Das Pariser „Journal des Debats" veröffentlicht das Proaramm derselben, welches folgendermaßen begründet wird:„Der Getreidebau macht in diesem Augenblick eine schwierige Phase durch, deren vielfache und hoffentlich vorübergehende Ursachen theilweise von den Lasten abhängen, welche allzuschwer den Grundbesitz drücken und überdies dem Plangel(Unsinn) an arbeitenden Händen, sowie dm Zöllen zuzuschreiben find, welche die Mehrzahl der für den Ackerbau erforderlichen Gegenstände vertheuern. Auf diese Thalsache, die durch amtliche Enqul-te zu wiederholten Malen ans Licht gezogen worden ist, bat man schon seit längerer Zeit die Aufmerksamkeit der öffentlichen Gewalten ge- lenkt. Durch die kritische Lage beunruhigt, glaubten Grund- besitzer und Landwirthe im Namen der ganzen Landwirthschaft die Stimme erheben und als Abhilfe ihrer Leiden eine merk- liche Erhöhung der Getreide- und Viehzölle verlangen zu sollen. Dank einer auf verschiedenen Punkten gut unterrichteten Agi- tation ist es ihnen gelungen, die Regierung für ihre Sache zu interesfiren und die Einbringung eines Gesetzentwurfes zu er- wirken, welcher darauf abzielt, vasVieh bei seinemEintritt inFrank- reich, also daSFleisch, Höher zu besteuern. Eben dieselbenLeute haben von der parlamentarischen Initiative die Einbringung von Per- schlagen verlangt, welche auch die Einfuhr des für die Landes- bedürfniffe nötigen fremden Korns einem höheren Zolle unter- zieht. Es ist aber eine anerkannte Sache, daß Frankreich nicht die nöthige Quantität Getreide und Fleisch erzeugt, um den jährlichen Bedürfnissen der öffentlichen Ernährung zu genügen. Hiervon liefern die Zolltabellen der zehn letzten Jahre hin- reichenden Beweis. Jeve Erhöhung der Getreide und Viehzölle hätte daher sogleich eine Erhöhung der Brod- und Fleischpceise und eine bcdmerliche, aber unvermeidliche Verringerung des Konsums zur Folge. Ein solcher Versuch könnte als Repressalie die Ausschließung unserer Bodenerzeugnisse und Fabrikate von den meisten fremden Märkten nach sich ziehen und überdies eine starke Preiserhöhung für die Maschinen und die Produkte, welche die Landwirthschaft verwerthct, folglich eine künstliche Vertheuerung aller für das Leben der Millionen von Wesen, die sie beschäftigt, nothwmdigen Dinge hervorrufen. Statt das Unbehagen zu heilen, würde man es auf diese Weise verschlim« mern. Und man scheut sich nicht, solche Vorschläge in dem Augenblicke zu stellen, da die Brodpreise die Regierung und die Munizipalitäten lebhast beschäftigen, da eine indu- strielle Jtriie, welche fich übrigens nicht auf unser Land be- schränkt, die arbeitenden Klaffen bis in die Wurzeln ihrer Existenz, d. i. in ihrer Arbeit zu treffen droht. Um schlecht verstandenen Interessen Genugtbuung zu verschaffen, würde man diejenigen der ungeheuren Mape der Konsumenten, d. h- von mehr als fünfundzwanzig Millionen Männer, Frauen und Kinder schädigen, welche lediglich von Lohnverdienst leben- Es wäre unverantwortlich, ließe man die Regierung und die Kammer noch länger aus dieser falschen Bahn. Der Augen- blick ist gekommen, den verlangten Maßregeln energisch zu wiederstehen Den Forderungen der spärlich vertheilten An- Hänger der theuren Brodpreise setze man die vitalen Interessen der zahlreichen und mächtigen Eckaaren der Konsumenten aller Klassen, Arbeiter, Landwirthe, Tagelöhner, entgegen, welche das wahre Heer der nationalen Arbeit bilden und für die billige Brod- und Fleischpreise eine Roth wendigkeit find. Zu diesem Zwecke ist die nationale Liga gegen die Vertheuerung von Brod und Fleisch gebildet worden. Sie läßt einen Aufruf er- gehen an die Hilfcoereitwilligkeit und den Patriotismus aller Derer, denen darum zu thun ist, unserem Lande die Rückkehr zu veralteten Gesetzgebungen zu«sparen und gegen jede Maß- reget zu vrotcstiren, die zur Folge hätte, daß den aibeitendcn Klassen die schmerzlichsten Entbehrungen auferlegt und das Unbehagen der gegenwärtigen Stunde durch die künstliche Ver- theuerung zweier der für die Volksernährung nöthigsten Lebens- mittel noch vermehrt würde. Der Präfident des General- Komitees Leon Say." Es folgen die Namen der fünfundzwanzig Mitglieder des leitenden Komitees. Nusiland. Der russische Minister deS Innern hat aus Wladiwostock die Anzeige der Auslieferung des Fleckens Sawelowska seitens der russischen Delegirten an die Chinesen erhalten. Sawelowska war lange ein zwischen beiden Staaten streitiges Objekt. Der Ort liegt auf dem linken Ufer des Uffmi, dieser natürlichen Grenze beider Reiche.— Zum Bau von Kasernen für die im Süd-Ussuri-G.biet stationirenden Truppen find, wie die„St. Petersb- Wed." erfahren, 1 230 000 Rubel bewilligt worden. In Dänemark beschäftigt man fich neuerdings eingehen- der m>t den Sozialisten, die bekanntlich jetzt auch in der Volks- Vertretung Eitz und Stimme erlangt haben. Die der Regie- rung s hr nahe stehende„Berl. Tid." veröffentlicht zwei Auf- sätze über dieses Thema, rn welchem das Blatt eine Darstellung des Auftretens der Sozialisten kr den verschiedenen Ländern gicbt.„Im Gegensatz zu Fiankreich, heißt es in den Aussüh gaben den Termin des Empfanges etwas später angeben. Ich mache Sie darauf aufmerksam; es rst von Wichtigkeit." #„Nun, wenn dem Fräulein Rodenburg mit dieser kleinen Lüge ein Gefallen geschieht— sehr gern. Das ist eine unbedeutende Gefälligkeit." „So unbedeutend die Gefälligkeit auch scheint, von dieser Ihrer Angabe wird aber Ihre Wiederanstellung auf dem Gute abhängen.— Sie können jetzt gehen." „Und um drei Uhr diesen Nachmittag darf ich wieder- kommen?" „Um drei Uhr erwarte ich Sie!" Während der Mann mit seinen unbeholfenen Kratz- süßen rückwärts die Thür zu passirte, stieß er in derselben auf die breite Gestalt des Prediger« Amberg, welcher ziem- lich finster und verdrießlich diesen Gast seiner Tochter musterte. „Wer ist denn das?" fragte er, als der Mann hin- aus war. „Ein Freund und Bundesgenosse!" versetzte Emmy gut gelaunt. „In der That ein würdiger Freund und Bundesge- nosse! Nach dem Dufte zu urtheilen, den er um sich ver- breitet, scheint der Sitz dieses Bundesgenossen die nächste Schänke zu sein." „So ist es in der That, Onkel! Aber Du siehst ver- drießlich aus, hast Du kein Glück gehabt bei dem Alten?" „Mein K'nd, es ist Alles vorbei! Lucie wird wieder in Gnad n aufgenommen, und wir können gehen!" „Wirklich?" „Hier ist der Brief de» Alten, von Reue und Ver- sprechungen übersttömend, und ich soll der Besteller diese« Briefes sein." Emmy lachte hell auf.„Und Du willst wirklich diesen Brief beneilen?" „Ich denke nicht daran, mein Kind; ich habe zwar versprochen, den Aufenthalt ber Ausreißerin zu ermitteln, aber das ist auch Alle«, was ich dem Alien in diesem Punkte zu Gefallen thue. Es wäre mir wahrhaftig ein LeichteS. denn ersten« kenne ich den Aufenthalt schon lange - weiten s weiß ich, daß ein einziges Wort von der rungen, hat in Dänemark und Schweden die Zahl der Sozia- listen eine Zunahme erfahren, trotzdem in diesen Ländern kein Ausnahmegesetz vorbanden ist, wie z. B. in Deutschland. Diese Zunahme steht augenblicklich in genauem Zusammenhang mit dem unftuckibaren Kampf der Parteien und den ganzen Volksthüm- lichkeitstheorien der Neuzeit; die Anficht:„Ich allein habe Recht", nimmt in demselben Grade zu, wie Intelligenz und Bildung schwinden.(Verschwinden denn in Dänemark In- telligenz und Bildung?) In den skandinavischen Reichen kommt hierzu noch die Mitwirkung der Linken. Die politische Agitation der Linkenpartrien Dänemarks undjNorircgens, durch welche die vom Volke erwählte Kammer wenigstens theilweise zu einer Art von moderner Repräsentation ä la Nationalkonvent, zu einer Körverschaft gemacht worden ist, die in Wirklich- keit eine passende Uebergangsform zu der von den Sozialisten erstrebten Volksstaats-Fachrepräsentation mit diktatorisch« Be- fugniß abzugeben im Stande ist, trägt die Hauptschuld an dem Anwachsen der sonalistischen Partei. Die Linke ist der Bahn- brecher für die Sozialdemokratie gewesen, wie die dänische Agrardemokratie selbst erzählt." Der„Hamb. Korr." bemerkt zu diesen Auslassungen:„Diese Darstellung scheint darauf hin- zudeuten, daß die dänische Regierung fich in Zukunft wohl etwas ernsthaft« mit d« Sozialittenfrage beschäftigen wird, als dies bish« geschehen ist."— Das Landsthing wird mor- gen seine Sitzungen wieder ausnehmen. Demselben werden von den Ministerien der Justiz, des Innern und des Kultus verschiedene Vorlagen unterbreitet werden. DaS Gesetz über das Staatsangehörigkeitsrecht wird von dem zur Prüfung deS- selben ernannten Ausschusse dem Hause in unveränderter Form vorgelegt w«den. Großbritannien. Das englische Unterhaus hat gestern nach vorhergegangener fiebenstündrger Debatte beschlossen, die zweite Lesung der Bill über die Nrueintheilung der Wahlbezirke entgegenzunehmen. Die zweite Lesung ist darauf erfolgt und somit die Entscheidung zu Gunsten des der Bill zu Grunde liegenden Prinzips gefallen. Dadurch ist zu- gleich die wesentlicdste Voraussetzung des zwischen der Regierung und den Tories geschlossenen Kompromisses erfüllt und mit der für heute in Aussicht gestellten definitiven Annahme der Bill über die Ausübung des Wahlrechts seitens des Oberhauses wird der Konflikt zu Grabe getragen, der seit Beginn des Sommers die Gemüthcr in Enzland in Bewegung erhalten hat. Das Unterhaus hat gestern beschlossen, fich bis zum 19. Februar k. I. zu vertagen; es wird alsdann als Ausschuß des ganzen Hauses in die Einzel'erathung der neuen Bill über die Wahl- bezirke eintreten. Egsspten. Osman Digma macht kräftige Anstrengungen. um das schon lange von ihm eingeschlossene Suakin in.seine Gewalt zu bekommen, bevor die Engländer zum Entsätze der Stadt herbeikommen. Ein Londoner Privattelcgramm meldet: „Die Rebellm machten am Mittwoch Abend einen Maffenan- griff auf Suakin; sie wurden aber nach dreistündigem Kampfe zurückgeworfen und erlitten starke Verluste." Jedenfalls ist die Situation eine bedrohliche, denn die Rebellen, welche in letzter Zeit außerordentlich an Much und Eelbstontrauen gc- wonnen haben, werden diesen Versuch sicher wiederholen, und ob die Besatzung von Suakin einem energisch anstürmenden Fkinde aus die Dan« S'and halten wird, muß nach den kürz- lich über sie verbreiteten Schilderungen zweifelhaft erscheinen.— In Dongola find sechs Nrlbote nril einer Kompagnie Genie- truppen angekommen. Lord Wolseley inspizirte heute Abend die Garde-Division des Kameelkorps vor deren Abmarsch nach Handak. Der Mudir und die Eingeborenen erklären, daß die Rebellen beim Anblick der auf Kameelen sitzenden Rothröcke Reisaus nehmen werden.(?)— Aus Wady-Halfa kommt die Nachricht, daß sämmtliche Truppen, welche an der Ecpedstion für den Entsatz von Chartum tbeilnehmen sollen, dort angelangt find, mit Ausnahmr des 1. Bataillons der Camerann-Hoch- länder, das in Korosko bleibt. Afrika. Das arabi che Journal„Surreya" enthält nach- stehende Msttheilung; Als der Sultan von Z a n z i b a r von den in Europa umlaufenden Gerüchten in Betreff seines Landes Krnntniß erhielt, versicherte er dem cnglichen Konsul in Zanzibar, er denke nicht daran, das Prot-kiorat irgend einer europäischen Macht nachzusuchen, da er üb«zeugt sei, daß Eng- land, wie bisher, ihn auch ferner beschützen werde, ohne daß « darum bitte; sollte er ab« besonderen Schutzes bedürfen, dann winde er ihn in London nachsuchen. Zum französisch-chinestschen Konflikt liegen folgende Nachrichten vor. Dem„Standard" wird aus Hongkong ge- meldet: die Chinesen haben openbar alle Hoffnung auf die Erreichung befriedigender Bedingungen aufgegeben und sie find entschlossen, eine energische Politik zu verfolgen. Zwölf Kriegsschiffe haben Befehl, gegen die fcanzöfische Flotte zu fahren und Formosa zu entseyen. 24 Deutsche Häven ver- fchiedene Posten auf dies« Flotte inne und ein Deutscher de- fehligt ein Schiff unter einem chinesischen Admiral.— Der Pariser„Telegr." will erfahren haben, daß die chinefische Re- gi-rung auf alle Weise bemüht ist, der französischen Flotte und dem ErpedilionSkorps die Verproviantirung zu erschweren. In Hongkong durcheilen chinefische Spione die Stadt, um die Traurigkeit und der Neue des Alten sie zur Rückkehr be- stimmen würde. Aber ich werde mich wohl hüten, diese Mission auszuführen." „Wenn er aber von and«« Seite den Aufenthält er- fährt?" „Ja, dann ist, wie gesagt. Alles vorbei!— Charlotte, Sie haben uns so gute Dienste geleistet, Sie haben red- lichen Willen gezeigt. Ich danke Ihnen! Aber es hat leider nichts genützt, und wir können»och froh fein, daß e« nicht obendrein uns noch geschadet hat." „Du meinst also, Onkelchen, daß wir die Schlacht ver- loren haben?" „Sie ist so gut wie verloren?" „Und was sagst Du, wenn ich sie rette?" „Du?" „Ja, Onkelchen! Während Du dort drinnen Deine Niederlage beklagtest, habe ich Sorge getragen, neue Bun- de Struppen in'« Feuer zu führen." „Du bist ein Wettcrmädchen, Emmy, aber auch ein Schalk. Ich glaube. Du hast mich zum Besten." „Ich spreche ganz im Ernst!" „Und wer sind unsere Bundestruppen, die un« wieder zum Siege verhelfen sollen?" „Du sähest unsere Bundestruppen hinausgehen." „Wie? Den Trunkenbold?" „Heute Nachmittag entscheidet sich'«, Onkel!— Heute Nachmittag um drei Uhr mußt Du bei dem alten Roden- bürg sein, dann werde ich mit meinem Bundesgenossen erscheinen und ihn inS Feuer führen, und am Schluß dieser Szene erscheinen wir Beide triumphirend von Ken- galischem Lichte umglänzt in herrlicher Gruppe." In ein lustiges Lachen ausbrechend, schlang sie ihren Arm um seinen Hal«, küßte ihn, und ihre Lustigkeit und Siegesgewißheit war so ansteckend, daß sich die Züge de« Predig«s aufhellten. Die Zeit bis zum Essen benutzte Emmy, ihren Onkel für die am Nachmittag aufzuführende Komödie gehörig zu instruiren.— Die Stimmung de« alten Rodenburg war so düster, so traurig, so zerknirscht und niedergeschlagen, daß« ein Kaufleute zu denunziren, welche den Franzosen Lebens» v«kauft haben; es herrscht ein wahrer Schrecken unltl chinesischen Geschäftsleuten. Die chinefischen Arbeit«, n* bei den Reparaturarbelten bei der„Galassoni-re" thätig 0» werden ebenfalls verhaßt; wer dieselben der Regierung»n? «hält 2000 Dollar Belohnung pro Kopf. Dasselbe Blatt i erfahren, daß die französische Regierung benachrichtigt w»! ist. Japan habe im Geheimen mit dem Hofe von Peking Abkommen getroffen hinsichtlich der zu ergreifenden Äafv im Falle einer Kricgs«klörung zwischen Frankreich undG Nach den offiziellen Erklärungen, welche Japan dem Ab« der französischen Regierung hat geben lassen, will Jap«» Falle eines Krieges fich neutral verhalten. Nord-Amerika. In Chikago find Wahlbetiüg«eia> deckt worden, deren Zweck war, einen demokratischen SA in die Staatslegislatur von JZinois hineinzubringen.® Entdeckung des Betruges wird die demokratische Mckj vernichtet und wenn die beiden Greenbackers mit den%% traten stimmen, giebt es Stimmengleichheit. General» hat in Folge dessen Ausficht, wied« zum Ver. Staakens«/? «wählt zu werden.— Nach der„New-�ork Times" hatßA land 4.912,944, Blaine 4,816,078, Buller 133,838 und? John 150,343 Stimmen erhalten.— N e w y o r k. Dai«K Garden Einwanderer-Bureau erklärt in M Monatsberichte, daß keine Nachfrage nach Arb«' kräften existire. Eine große Menge angekommen« Wanderer sei außer Stande, Beschäftigung zu finden. K«rt«meMrisrkes. Die Schutzzöllner des ReichStaas, die sogenannte„Freie Wirthfchaftliche Verenigis aufgethan, haben die Häupter ihr« L eben gezählt ur'1 find ungefähr 170 Mann, die überwiegend der Rechten dem Zentrum angehören. D« neue Verein verfolgt ä' Ziele, wie die Vereinigung der Zweibundntundvier im 1878, vor Allem die Erhöhung der Getreidezölle. Die bildung ist hervorgegangen aus vertraulichen Besprich' von Mitgliedern der beiden konservativen Fraktionen und Zentrums, in Folge deren Einladungen zur Betheiliguni der neuen Vereinigung an alle diejenigen Abgeordnet� gingen, welche dazu dereit wären, die Förd«ung b# Schutz der nationalen Produktion in Landwirthschaft un« werbe, und den Ausbau des Zolltarifs nach diesen Richtungen hin selbstthälig in die Hand zu nehmen.,_ ab« sebr zu beachten, daß im Unterschied von der VereivW von 1878 der neue Bund nicht die Majorität des Reichs! darstellt, und es ist fraglich, ob« sie jemals darstellen — Nach kurzer Diskussion wurden, wie schon kurz ern� auf Vorschlag des Herrn v. Schorlem«- Alst als VolsiS«? drei Kommissionen aus je 7 Mitgliedern, und zwar ein/ die landwirthschaftlichen, eine zweite für die industriellen! tereffen und eine dritte für die Währungsfrage, ernannt,* Aufgabe darin bestehen wird, das«forderliche Mateliat' den genannten drei Richtungen zu sammeln, zu prüfen? demnächst ihre positiven Vorschläge über die zu ergreVI Maßnahmen der Vereinigung zu unterbreiten.— Zu' gliedern der Kommisston für die Land wirth schaff dem Rechte der Kooption wurden ernannt die Herren o. brand und der Losa, Günther, Freiherr v. Aretia, Graf brach, v. Huene. Staudy, v. Göler. Die Kommission">! dustrietle Zölle besteht aus den Herren: v. AW Marxhagen, Gerlich, v. Kulmiz, Lohren, Letocha, Bi«e» Boekmann. Die Kommisfion für die WährungsfLX besteht aus den Herren: v. Schalscha, Leuschner v. b- hJ Freiherr v. Landsdng, Bormann, Lohrcn, Graf v. Bau«� Die Kommissionen dürften in nächster Zeit ihre Arbeu« ginnen._ Eommumles!. ichd Die Anmeldung der Krankenversicherung dR«! hat der Magistrat an den Anschlagsaulen ein Plakat"«'j licht, aus dem ersichtlich ist, baß die städtische@eh% gewillt ist, sofort mit Strafanträgen gegen die Säumig zugeben. Das Plakat fordert wiederholt zur mündlicdt* schriftlichen Anmeldung verficherungspflichtiger P«Ml, den Meldestellen der einzelnen Kassen auf. Der gros- drang zu den Meldestellen wäre, waS hier wiederholt� mag, vermieden worden, wenn die zur Meldung verpfi� Arbeitgeber ihre Anmeldungen der Arbeiter schriftlich� treffenden Kasse hätten zugehen lassen, statt daß sie die* selbst die Meldung besorgen ließen. Für die Allgemeinen FabKkarbeiterkassc in der Holzmarktstraße u. bereits gesorgt, indem in der Greifswaldcrslraße 59r Filial-Melde-Büreau dieser Kasse eingerichtet ist. �- 1 Aus der Magistratsfitzung am Freitag. Grundstück der Pumpstation I in der ReichenbergersttaQ der Magistrat die Erbauung eines Feuerwehr-Rebe!�» beschlossen, auch soll dort ein Depot für die Stiaßerrc�» eingerichtet werden. Zu dic'em Zwecke muß die jeM wahres Bild des Jammers bot. Er erschien zwar a. Mittagstafel, aber er fühlte, daß er so wenig in Gesellschaft Amberg's und Emmy's passe, daß er R entfernte und auf sein Zimmer zurückzog, um sich% muthig enden Gedanken an seine neue Schuld w« überlassen. Es gewährte ihm wenig Trost, als Ach'jl schien und sich bemühte, ihn aus seiner Niedergeschi� I aufzurichten. „Mein lieber Freund," sagte er,„Sie thun% recht, sich einer so großen Neue hinzugeben, ohne F der Größe Ihr« Schuld überzeugt zu haben.", „Ich bin völlig von meiner Schuld überzeugt- wortete er kleinmüthig._.,! „Vielleicht wäre es doch nicht üb«flüssig- prüfen, bevor Sie sich selbst verurthellen.". „Was soll ich prüfen? Ich habe hier weiß den Beweis ihrer Unschuld." � Er deutete auf die Liste der Almosenempfänge�zf Wilhelmi ihm übergeben hatte. Jetzt erschien v' Emmy. „Lieber Onkel," wandte sie sich an Rodenbu� bedaure wirklich, Sie nicht in einer Stimmung welche einer Bitte, die ich an Sie richten möchte, folg gewäyrleistet." „Was hast Du zu bitten? fragte er./ „Ich bitte für einen Ihrer frühnen Arbeiter Rodenburg war ein wenig verwundert und fragend an.$ „Ei, Emmy, ich habe geglaubt. Du kümmerst die Armen nicht, wie Lucie es that.". t „Glauben Sie, ich habe kein so gutes Herz versetzte sie in beleidigtem Tone.„G'auben Sie, wenig« Mitleid mit den Armen? Mein hat mich von Jugend auf zur christlichen Bar.« «zogen und mir stets eingeprägt:„Verg'ß'�>1 leidenden nicht, denn was Du ihnen thust, da« dem Herrn._ sti'j „Es freut mich, eine so christliche Gefinnu�K,� zu finden, Emmy, eine Gesinnung, welche ich fahrt zur Pumpstation, in welcher der große Zuführungskanal liegt, überbaut werden. Das Projett wird der Stadt- verordnetenversammlung in besonderem Vortrage zugeben. Die Stadtverordnrter. Versammlung hatte bekanntlich den Entwurf des Magistrats zur Erbauung eines Vorderhauses auf dem Schulgrunvstücke in der Kleinen Frankfurterstraße mit der Maßgabe abgelehrt, daß der Entwurf dahin abzuändern sei, daß in dem neu zu errichtenden Gebäude außer dem Standes- amte, welches der Magistrat daselbst unterbrincen will, auch ein Polizeirevierbureau Unterkunft finde. Mit Rücksicht darauf, daß ein Polizeibureau nicht wohl mit einer Schule auf ein und demselben Grundstücke aus pädagogischen Gründen unter- gebracht werden könne, auch dessen Nachbarschaft mit dem Standesamte für letzteres mit Unzulräglichkeiten verknüpft sein würde, hat der Magistrat beschlossen, der von der Stadt- verordneten-Versammlung vorgenommen Abänderung der Vorlage nicht zustimmen. In der heutigen Sitzung dcS Magistrats find 39 BczirkSvorsteher und Bezirlsvorsteher- Stellvertreter in ihr Amt eingeführt und vereidigt wordm. Die beiden letzten ordentlichen Lehrer stellen am Leibnitz-Gymnafium hat der Ma- gistrat beschlossen, durch den Dr. Hendreich und den Kandi- daten des höheren Schulamtes, Schmidt, zu besetzen. Zur Ergänzung der Kandidatenliste für die Wahl der dritten Predigelstelle der St. Georgenkirche hat der Magistrat be- schlössen, derselben den Prediger Hchring aus Groß-Ziethcn und dem Diakonus Fischer aus Sorau zuzufügen. Das Haus Augustanraße 8, Ecke der Artilleriestraße, welches der Magistrat seiner Zeit zur Verbreiterung der Artilleriestraße angekauft hatte, ist so baufällig, daß eine Weitervcrmietbung der in dem- selben befindlichen Wohuungen über den 1. April hinaus nur nach Vornahme umfassender Reparaturbauten möglich sein würde. Mck Rückficht darauf, und da dieses 5)aus jetzt noch das einzige ist, welches über die Bauflucht der Artilleriestraße hinaus sieht, hat der Magistrat beschlossen, dasselbe auf Ab- bruch zu verkaufen und die Artilleriestraße freizulegen. Am nächsten Dienstag findet voraul fichtlich eine Erirasitznng des Magistrats statt. D o k« l e s. N. Die Eröffnung der Pferdebahnlinie Rixdorf(Roll- krug— Spittelmarkt) gestaltete fich heute früh nickt nur für die Bewohner Rixvorfs selbst, sondern auch für die Avjazenten des Südens zu einer förmlichen Festlichkeit. Voran ein Kremser mit Musik passirte um 9 Uhr der erste fahrplanmäßige, mit Guirlanden bekränzie Tramway, in dem sich höhere Beamte der Pferdebahn und Ehrengäste befanden, die Strecke. Bei der Ankunft am Rollkrug wurde der Wagen vom Amtsvorsteher Boddin und der Rixdorfer Gemeinde-Vertrelung empfangen, während die Zimmermann'sche Kapelle den anlangenden Tram.vaq mit Fanfaren begrüßte. Ein solennes Frühstück vereiniate darauf die Beamten und Gäste in einem dortigen Re- staurant. Der„schwarze Graben", der Zankapfel zwischen den Magistraten von Berlin und Eharlottenburg einerseits und den Landgemeinden Schömberg- Wilmersdorf und Friedenau andererseits, wird nun endlich in einen anderen Zustand ver- setzt werden und damit aufhören, fortwährend Veranlassung zu Beschwerden zu geben. Da die oben erwähnten Landge- mcindkir theilweise Kanalisation in den Graben geleitet und in denselben ihren Grubendünger abfuhren, so tritt auf Char- lottenbarger Terrain in der Nähe des Joackimsthal'schen Gym- nasiums nicht etwa Wasser, sondern eine Masse zu Tage, gegen welch« die Ausdünstungen einer Abdeckerei noch wirkliche Wohl- gerüche find. Jetzt hat nun der.Herr Minister des Innern in Folge eingegangener neuer Beschwerden einen speziellen Bericht verlangt über die zeitigen Verhältnisse des„schwarzen Grabens," namentlich über die Umstände und Modalitäten, nnlcr welchen im Gebiete von Schöneberg und Wilmersdorf Reinigungseinrichtungen und Rohrleitungen in denselben her- flistcllt sind. Insbesondere auch darüber, ob Friedenau zur «bwässerung in den„schwarzen Graben" berechtigt ist, und welche Polizeiverordnungen etwa in Bezug auf denselben er- lassen worden sind. Unter Polizei-Aufsicht. Zwanzig Mann der Berliner �traßenreinigung rückten, dem„B. T." zufolge am Donners' M früh in Begleitung eines Polizei-Wachtmeisters und eines Reviervorstandes des 52. Polizeireviers, Herrn Lieutenant ■Wctzlcr-, da dieselbe gegen den ausdrücklichen Willen und Protest des Hauseigentbümcrs vollzogen wurde, so stellte fie nnen Eingriff in das Hausrecht dar, welcher allerdings da- ?.llrch motwirt wurde, daß der auf dem Hofe herrschende Zu- stand Gefahren für Leben und Gesundheit der Hausbewohner 'st sich schlsttzxn soll. Dieser Vorganz wird nun zu einem ge- !'.Wen Nachspiel führen, dessen Ausgang für die Frage über Ae Machtbefugnisse der Polizeircvier-Vorstände gegenüber den Mltseigenthümern von einschneidender Wichtigkeit werden durfte. Herr Müller hat nämlich, als er die polizeiliche Ver- schätze, und welche ihr die Liebe Aller erwarb.— sprich, was hast Du zu bitten?" „Ich bitte für Barthel!" „Den Trunkenbold?" „Den Reumüthigen!" «Er ward durch Brand entlassen; eS geschah mit mci- "sr Bewilligung, weil der Mann sich dem Trünke ergab � unzuverlässig war." c«Und doch war es hart! Der Mann hatte eine kranke tlrau und vier Kinder zu ernähren." .,»Er war unserer Nachsicht unwürdig, und Lucie hat ym ihre Unterstützung nur zugewandt, um der Frau und Kinder willen." m„Die Frau ist jetzt todt, und der Mann bereut seine -»ergehen und verspricht ein fleißiger und treuer Arbeiter zu sein. Willst Du ihn nicht wieder in Deine Dienste Pehmen?" ....Dem Reumüthigen, welcher umkehrt, darf man nicht Jste Thür verschließen," sagte Rodenburg nachdenklich, als r* dabei an sich selbst denke.„Du magst Barthel sagen, er auf meinem Gute wieder Beschäftigung finden kann. 'KY werde Brand gelegentlich von dieser meiner Bestim- in Kenntniß setzen." ....»Willst Du ihm nicht gestatten, lieber Onkel, Dir krauß�'s" seinen Dank auszusprechen?— Er wartet « nicht nöthig! Ich will keinen Dank! Was ich , that ich ebenso sehr Deinetwillen, als seinetwillen." Amberg hatte dem Gespräch anscheinend wenig Auf- di° a geschenkt, sondern hatte gleichgiltig die Liste in 1,. Hnnd genommen und schien darin za lesen. Die Ab- s�ung Rodenburg's den Mann zu sehen, lag nicht in n und seiner Tochter Plan; er hielt es daher für � ywendig, durch einen Kunstgriff den Entschluß des KJ. ändern. göltig k" Mann, Emmy?" fragte er gleich- „Barthel!" war die Antwort. �%i'cht finde ich hier auf der Liste ebenfalls fügung empfing, durch welche er unter Androhung von Zwangsmaßregeln aufgefordert wurve, binnen 24 Stunden seinen Hof von Schnee und Eis zu reinigen, den Bezirksvor- steher, dessen Stelloertr-ter und mehrere angesehene Bürger zu Zeugen über die Beschaffenheit seines Hofes aufgerufen und diese Zeugen fanden, daß der Schnee auf dem Hofe sorgfältig zusammengeschaufelt und jede Passage frei gemacht war. Ferner war das Eis, welches durch Schmelzen und Wiedergefrieren des Schnees sich gebildet hatte, abgestumpft und gut mit Asche bestreut. Diesen Befund bestätigten die Zeugen schriftlich und ihr Zeugniß wurde einem Antrage an das Polizei-Prästdium, die Verfügung aufzuheben, beigelegt. Die kurze Frist, welche der Lieutenant gegeben hatte, machte natürlich die Erledigung der Beschwerde vor der Zwangsvollstreckung unmöglich, so daß dieselbe in der geschilderten Weise auf Kosten des betreffenden Hauseigenthümers bewirkt wurde, der nun die Hilfe des Ge- richts anzurufen entschlossen ist. Auf den Ausgang deS bezüg- lichen Prozesses darf man in der That gespannt sein. Herr F. Krop, Wienerstraße 10, ersucht uns unter Bezug- nähme auf Z 11 des Preßgesetzes um Aufnahme folgender Er- klärung: Auf Grund der auch in Ihrem geschätzten Blatte reprovuzirten Aeußerung des Herrn Stadtrath Schmivt in der Sladtvcrordneten-Vcrsammlung vom 4. ds-, daß ich ihn b e- logen habe, werde ich gegen denselben sofort die Klage wegen Verleumdung anstreirgen. Berlin, 5- Dezember 1884. F. Krop, Wienerstr. 10. Polizeiliche Milchrevisionen find im Laufe des Monats November in Berlin im Ganzen 4945 vorgenommen worden, bei denen in 17 einzelnen Fällen 273 Liter Milch als zu leicht wiegend vorgefunden und vernichtet, d. h. weggegossen wurden. Gegen die Uebertreter ist das gerichtliche Strafverfahren einge- leitet woiden. Die Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion des Reichstags haben die Beobachtung gemacht, daß das Spitzel- Unwesen in Bezug auf ihre Personen nunmehr ein Ende ge- nommen hat. Die Belagerung des Reichstagsgebäudcs durch allerlei nicht uniformirte Polizeibeamte bat glücklicherweise aufgehört und ungehindert durch lästige Bewachung können nunmehr auch die sozialvemokratischen Reichstagsabgeoidneten nach gcthaner Arbeit ihre Schritte zu ihren Wohnungen oder zu irgend einer Erholungsstätte hinlenken. Der Grund für die Aendeiring soll darin liegen, meint die„Volks-Ztg.", daß es nicht mehr gut angeht, die zahlreich anwesenden sozialdemo- lratlichen Abgeordneten wirksam zu überwachen und daß ferner die Mittheilungen, welche in der vorigen Session die über- «achenden Kriminalbeamten über das Verhalten der Ueber- wachten dem Polizeipräsidium gemacht haben, so bedeutungslos gewesen sind, daß das Präsioium von der für den ganzen Reichstag, unliebsamen Maßregel Abstand genommen hat. Außexdem ist es den sozialvemokratischen Abgeordneten immer leicht gewesen, die sie verfolgenden Kriminalbeamten auf die eine over andere Weise zu„versetzen". g. Ein an Ehescheidungsterminen reicher Tag ist der am 17. Februar k. I., welcher noch den mit 17 Terminen bedachten 20. Dezember d. I. übersteigt. Nicht weniger als 18 Ehescheidungsverhandlungen find von der 13. Zivilkammer des hiesigen kgl. Landgerichts i auf den 17. Februar k. I, anbe- räumt worden. Den Antrag, die Ehe zu trennen, haben in 17 Fällen Frauen und nur in 1 Falle ein Mann gestellt. Diese Zahlen sagen mehr, als Worte auszudrücken vermögen. In sämmtlichen 18 Ehescheidungsfällen bandelt es fich in erster Reihe um bösliche Verlassung des klagenden Ehegatten, der theilweise noch weitere Ehescheidungsgründe angefügt sind. Da der Aufenthalt der verklagten Parteien nicht zu.ermitteln ge- wesen ist, so hat die Zustellung der Ehescheidungsklage öffent- lich erfolgen müssen. Wie wenig Zeit eine jede dieser gericht- licken Ehescheidungen in Anspruch nimmt, beweist die That- fache, daß die anbei aumtcn Termine von Viertelstunde zu Viertelstunde angesetzt sind. Die Havelschwäne scheinen diesmal überall— nicht blas auf dem Tegeler See, wo wir eines verendeten Schwanes un- längst Erwähnung thaten— durch das plötzliche, mit Schnee- stürmen verbundene Frostwctter hart mitgenommen worden zu sein. Seit einigen Jahren werden einem kleinen Bruchtheil der Regal-Sckwäne auf der Havel nicht mehr die Flügel geknickt, die so bcranwachscnden Schwäne stnd viel scheuer, als ihre flügellahmen Genossen und werden deshalb auch mitderBüchse gejagt. Diese Schwäne konnte man über Potsdam durch die Luft fortsausen hören; über die lange Brücke flog ein Flug so med! ig, daß man die Tbiere mit einer Stange hätte schlagen können. Diese Flugschwäne haben die offenen Wasserstellen aufsuchen und sich so vor dem Einfrieren retten können. Den kalbzahmen flügellahmen Schwänen erging es dagegen trüb- selig, und manche haben aus dem Eise direkt herausgehauen werden müssen, andere stnd zu Grunde gegangen. Ganz rühr- sam anzusehen war es, wnrn ein Schwancnpaar, das noch Junge bei sich führte, diese dadurch zu retten und ins Wasser zu düngen suchte, daß ste das Eis mit der vollen Wucht des Körpers niederdrückten und durch Hin- und Herwinden und Flügelschlägen, so gut es ging, zertheilten- a. Der wegen Betrügereien vielfach vorbestrafte „Es ließ sich annehmen, daß Lucie ihn bedacht hat," bemerkte Rodenburg. „Sie lehnten vorhin ab, lieber Freund," fuhr Am- berg fort", irgend einen der Beschenkten zu hören, um die Richtigkeit dieser Angaben zu prüfen. Ich denke, hier könnte die Prüfung ohne Weitläuftigkeit geschehen, und da wir hier gewissermaßen eine beliebige Person heraus- greifen, so kann uni dies maßgebend sein für alle Uebrigen." „Ist nicht nöthig; eS ist Alles in Richtigkeit!" „Ich zweifle nicht daran," versetzte Amberg.„Nur ist es eine geringe Mühe, den Mann herein zu rufen und ihm zwei oder drei Fragen vorzulegen. Ich glaube, Sie sind dies nicht nur sich selbst, sondern auch unS und der theuren Lucie schuldig, deren Unschuld dadurch um so Heller an den Tag kommen würde." „Um Lucie's willen werde ich ihren Rath befolgen.— Laß den Mann eintreten, Emmy!" E-m iy ging hinaus und kehrte gleich darauf zurück, gefolgt von Barthel, der seinen Filzhut in den Händen drehte und verlegen grüßend an der Thür stehen blieb. Er blickte Emmy an, als ob er von dieser erwartete, daß sie ihm souffliren sollte, was er zu sagen habe. „Barthel," sagte Emmy,„Herr Rodenburg ist so gnä- big gewesen, Sie wieder in Arbeit zu nehmen. Er er- wartet natürlich, daß Sie dem Laster des Trunkes entsagen und fleißig arbeiten und redlich und treu für ihre Familie sorgen." „Ja, das erwarte ich!" bestätigte Rodenburg. „Und dann noch eins," fuhr Emmy fort,„daß Sie stets wahr und aufrichtig sind. Und um Ihre Wahrheit und Aufrichtigkeit zu prüfen, wird Ihnen Herr Rodenburg sogleich einige Fragen vorlegen." Barthel zog den Mund breit zu einem verlegenen Lächeln und nickte mehrmals stumm mit dem Kopfe. „Haben Sie diese Weihnachten ein Geldgeschenk von meiner Nichte erhalten?" fragte Rodenburg. „Ja, das habe ich," war die Antwort.„Das gute Fräulein hat uns oft besucht in unserer Hütte und meine Tischler August Noack ist gestern wegen sogenannten Provk» fionsschwindeleien gegen hiesige Sargfabrikanten und andere Gewerbetreibende verkästet worden. Noack bestellte für an« geblich von ihm gepflegte oder sonstige zu ihm in Beziehung stehende Verstorbene bei Sarasabrikanten kostbare Särge unv ließ fich sofort bei der Bestellung kleine Provisionen zahlen» unter dem Vorgeben, eilig zurückfahren zu müssen und kein Geld für die Droschke zu haben oder noch sonstige kleine Be- stellungen ausführen zu müssen. Einzelne dieser Betrügereien scheint er auch unter dem Namen Lehmann ausgeführt zu haben. Unter diesem Namen machte er einen gleichen Betrugsversuch bei einem Sarghändler, den er vor etwa einem Jahre in ähn- sicher Weise beschwindelt hatte. Dieser erkannte ihn wieder und veranlaßte seine Festnahme. Noack, welcher 63 Jahre alt ist, hat mit kurzen Zwischenräumen bereits dreißig Jahre Zucht« hausstrafen verbüßt. n. Drei größere Schadenfeuer brachten in der ver- gangenen Nacht unserer Feuerwehr wieder ernstere Arbeit. Die erste Meldung traf gegen IV, Uhr von der Jägerstr. 27 ein. In der dort in der ersten Etage des linken Seitenflügels be- legenen Mäntelfadrik von Szasransky bemerkte um die ange» gegebene Zeit ein dort angestellter Privatwächter einen ver« dächtigen Feuerschein, der ihn zu einer sofortigen Alarmirung der Feuerwehr veranlaßte. Beim Eintreffen der ersten Spritzen stand bereits der größte Theil eines zum Verpacken der fertigen Mäntel benutzten Raumes in hellen Flammen, während da? Lager selbst in nicht unbedeutender Gefahr schwebte. Nach etwa einstündiger Arbeit gelang es der Feuerwehr, deS FeuerS Herr zu werden, ohne daß andere Räume in Mitleidenschaft gerathen waren. Die AufräumungSarbeiten nahmen eine Stunde in Anspruch.— Gegen 3 Uhr früh war in der Al- bumfabrik von Rosenthal, Prinzesstnnenstr. 17, allem Anscheine nach durch einen achtlös fortgeworfenen brennenden Zigarren- rest ein Feuer ausgekommen, das bei dem vielen in der ge- nannten Fabrik vorhandenen leicht brennbaren Material, Kar- tons, Pappen tc. sehr schnell ernstere Dimenstonen annahm, die mit umfangreichem Löschmaterial auf der Brandstätte er- schienene Feuerwehr hatte!>/, Stunden mit der Bekämpfung des entfesselten Elements zu thun. Der Brandschaden, der von der Magdeburger Feuerverstcherungs-Gesellschaft zu tragen ist, soll ein ziemlich bedeutender sein. Ein Stillstand der Fa- buk tritt jedoch nicht ein. Während die Mannschaften hier noch vollauf beschäftigt waren, traf die dritte Meldung ein. die das Grundstück JnvaliVenstr. 139 in Feuersgefahr dezeichnete. In dem Küchenraum eines dort wohnenden Schlächter- meister Köppen war gegen 4 Uhr früh ein Feuer ausgekom- men, das erst entdeckt wurde, nachdem es bis zum Lagerkeller durchgebrannt war. Die Ablöschung nahm hier 1 Stunde in Anspruch. Doch ist hier der Schaven für den Betroffenen aus dem Grunde besonders empfindlich, weil fich in der Küche ein großer Theil Stlbersachen befand, die zum großen Theile ein Raub der Flammen geworden. Ein Gardinenbrand, der am Abend vorher um 7 Uhr in dem Hause Gcüner Weg& stattfand, war beim Eintreffen der Spritzen bereits gelöscht. Genckts- Rettung. Reichsgerichtsentscheidung. Die öffentliche Aufforderung vor einer Menschenmenge zum Ungehorsam gegen eine auf Gesetz oder obrigkeitlicher Anordnung beruhende konkrete Amts- Handlung eines Erekutivbeamten(Beispielsweise zum Unge- horsam gegen die Aufforderung eines Polizeibeamten an eine auf der Straße stehende und den Verkehr belästigende Men« schenmenge, fich zu entfernen) ist nach einem Urlheil des Reichs- gerichts, I. Straff., vom 9. Oktober 1884 nicht als eine Auf- forderung zum Ungeborsam gegen eine obrigkeitliche Anordnung aus§ 110 Str.-G.-B. zu bestrafen.„Unter einer„Obrigkeit"', deren Anordnungen in gleicher Weise wie Gesetze der Verord- nungen der Träger der Staatsgewalt schon gegen bloße Pro- vokalion zur Mißachtung geschützt werden sollen, stnd im Sinne des§ 110 nur solche Organe der Staatsgewalt zu verstehen, welche in einem gewissen Umfange die Staatsgewalt selbst- ständig auszuüben baden und zum Erlasse allgemein verpflich- tender Vorschriften im oben angeführten Sinne berufen sind. Ein polizeiliches Vollzugsorgan rst keine solche Obrigkeit, seine Amtshandlungen stnd demnach keine„Anordnungen der Obrig- keit" im Sinne des§ 110. Abgesehen davon, daß Amts- Handlungen bloßer Vollzugsorgane schon im Allgemeinen nach der dienstlichen Stellung solcher Beamten nicht als obrigkeit- liche Anordnungen angesehen werden rönnen, ergibt sich auch speziell aus der Aufgabe, welche dem Offizianten F. nach der erstrichterlichen Feststellung im konkreten Falle geworden war, daß es fich hier lediglich um den Vollzug eines obrigkeitlichen Auftrages und nicht um eine selbstständige obrigkeitliche An- ordnung handelte... Mit dem Ungehorsam gegen Beamte und deren konkrete Amtshandlungen beschäftigt sich§ 110 deS Str.-G.-B. nicht; in dieser Beziehung find, insoweit der Wider- stand überhaupt strafbar ist, die entsprechenden Vorschriften in §§ 113 ff. gegeben." arme Frau getröstet und sie unterstützt; wir wären ohne sie schier verhungert." „Wie viel gab sie Ihnen?" fuhr Rodenburg fort. „Fünfundzwanzig Thaler, gnädiger Herr!" „Das stimmt mit der Angabe hier auf der Liste'" be« merkte Arnberg, welcher immer noch das Verzeichniß in der Hand hielt. Rodenburg blickte ihn und Emmy bedeutungsvoll ay, als wollte er sagen: „Seht, es ist Alles so, wie ich erwartet habe. Sie ist unschuldig." Amberg verstand ihn und sagte: „Natürlich muß das stimmen; ich hatte das auch er- wartet, und freue mich in der That aufrichtig, daß es so ist... Wann erhielten Sie das Geschenk, mein Freund?" wandte er sich darauf an den Arbeiter. „ Wann?" wiederholte dieser und blickte Emmy fragend an. „Nun natürlich am..." wollte Rodenburg einfallen, aber Emmy unterbrach ihn. „Lassen Sie den Mann antworten, lieber Onkel; mir scheint diese Frage gar nicht unwichtig." Emmy nickte Barthel ermuthigend zu und zog die Brauen drohend in die Höhe, als ob fie sagen wollte: „Wehe Dir, wenn Du gegen meine Instruktion handelst!" „Ich erhielt das Geld," antwortete der Mann endlich zögernd,„am Tage nach Weihnachten." „Am Tage nach Weihnachten?" fuhr Rodenburg plötz- lich auf.„Das ist unmöglich! Besinnen Sie sich, Mann es war früher; meine Nichte war am Tage nach Weih- nachten gar nicht mehr hier." Der Mann sah Emmy wieder fragend an, und als er «och immer die drohend erhobenen Brauen bemerkte, sagte er mit fester Stimme:'" .Es war am Tage nach Weihnachten!" fcininläral»Sliä�um'sltSVlmmi" bäf"'' (Fortsetzung folgt.) Theater. 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Gegenüber der in dem sozialpolitischen Antrage des Zentrums an den Reichstag erhobenen Forderung einer gefeßlichen Regelung der Maximalarbeitszeit erwachsener männlicher Arbeiter, also der Einführung des Normalarbeitstages", dürfte folgende Auslaffung von Interesse sein, welche der frühere nationalliberale Reichstagsabgeordnete Geh. Regierungsrath Jacobi, der sich um die Lohnstatistik sehr verdient gemacht hat, im Jahre 1876 von fich gab: Nachdem über die fanitären Einrichtungen, über die ungeden Lotalitäten der Vorrathskammern geflagt, welche faum Erfordernissen einer Kolonie dritten Ranges entsprechen Birden, spricht der amtliche Rapport davon, daß die Beamten ehr häufig Leute sind, die von ihrer Verantwortlichkeit keinen Begriff baben. Es fann kein Zweifel darüber obwalten, daß Bahl der Bestrafungen bei weitem diejenige, welche in engden G- fängnissen erfolgt, übersteigt, und daß der ganze Beantenstab refonstruirt werden muß." Es werde kaum ein Unkaied zwischen verurtheilten Verbrechern und Untersuchungs falle gemeinhin nur der Kneipe zu: nd fallen oftmals auch ganz aus. angenen gemacht. Die Erholungsstunden seien urgenügend Die Es ist Praris, daß bei Regenwetter um die bestimmte Ausgangszeit teine andere Stunde dazu angelegt wird, so daß Gefangenen oft mehrere Tage lang der frischen Luft entbehen müffen. Ke'ner darf mit dem anderen, auch nicht in Gegenwart des Wärters, ein Wort wechseln. Man läßt ouch oft in Unkenntniß davon, daß fie Bücker aus der Ge Kingnißb bliothek erhalten können. Es kommt vor, daß fie Banz im Widerspruche mit den Gesezen des Landes, monate im Gefängniß behalten werden, ehe die Verhandlung attfindet. 28ir bemerkten bei unsern Besuchen, daß mehrere Ge fangene in Folge immer wiederholter Vertagung des Termines Caft behalten werden." bis neun Monate und mitunter noch länger in dieser Was die verurtheilten Gefangenen betrifft, so hält die Rommiffion es für nothwendig", zu berichten, daß die Ges fangenen mangelhaft genährt", barbarisch gestraft werden, und daß der Prozentsaz der ins Hospital geschickten Kranken oft böchst auffälliger" sei, daß die Erholung in frischer Luft agente förperliche Erholung". ganz wegfällt, denn man erad tet Steinklopfen als geDie Kommiffion räumt ein, daß die Kerker von Schmus starren und daß im Win ter nicht hinreichende Sorge dafür getragen wird, daß in bei der dort herrschenden Temperatur gerade in jenen Stunden Den Cefen auch bei Nachtzeit ein Feuer erhalten werde, was Amichlimmsten empfunden werde, wo Wärme am nothwendig Man nimmt häufig wahr, daß einfichtige und wohlhabende Männer vor dem Gedanken erschrecken, daß auch bei uns, gleichwie in England, die zehnstündige Arbeitszeit als eine allges meine Forderung der gewerblichen Arbeiter auf die Fahne geschrieben werden könnte; denn was der Arbeit entzogen werde, Mindereinnahme und Mehrausgabe werde fich gegenüberstehen, und die Rohheit erst recht zunehmen. Dieser Einwand ist gewiß zur Beit nicht ohne Berechtigung und würde z. B. bei einem Sprunge von 13 auf 10 Stunden Arheit sicherlicher für die große Menge zu treffen. Wie die Natur keine schroffen Uebergänge fennt, so wollen auch die Kulturfortschritte nicht plöglich, noch außer dem Busammenhange mit der ganzen übrigen Lebenshaltung vollzogen sein. Bildung und Sitte müssen neben der herabgehenden Arbeitszeit fich heben und der Muße ihren würdigen Inhalt geben. Es muß ferner erwartet wer den, daß die Gütererzeugung der Nation, was fte an Arbeitszeit verliert, an Arbeitskraft wiedergewinne, eine Hoffnung, welche fich freilich bei den deutschen Arbeitern erst nach gründlicher Ernüchterung von ihrem Freiheitsrausche erfüllen dürfte. Unter diesen Voraussetzungen aber welcher Mensch lichdenkende wollte nicht mit uns den Wunsch theilen, daß auch wir in Deutschland nicht durch das Gefeß, sondern durch die Sitte, allgemein zum Normalarbeitstage von zehn Stun den gelangten?" Sowett die ,, Vosfische Zeitung ,,. Wir messen, wie gesagt, dem Antrage des Bentrums feinen großen Werth bei, denn eine Partei, die für Vertheuerung der nothwendigsten Lebens mittel eintritt, und stets behauptet, daß nur die Religion alle Schäden heilen fönne, fann es mit einem derartigen Antrage nicht ernst meinen. Wenn fich trogdem die Liberalen vor einem derartigen Antrage entsegen, so zeigt dieses, daß fie auch nicht das leiseste Rütteln am Manchesterprinzip ertragen fönnen. Wenn die Arbeiter so lange warten sollen, bis die 1. Jahrgang. Vor dreißig Jahren bedangen fich die Dienstmädchen in Holland aus, daß sie wöchentlich nicht öfter als 3 Mil Lachs zu essen bekämen, heute ist der Lachs dort eben so theuer, wie anderswo, und ein Handelsartikel von größter Wichtigkeit geworden. Von der Kongo- Konferenz. In dipomatischen Kreisen hält man es nunmehr für wahrscheinlich, daß noch vor Schluß der afrikanischen Konferenz die internationale Kongo- Gesellschaft von allen Großmächten als selbstständiger Staat aner fannt sein wird. Bezüglich Englands wird bestätigt, daß dasfelbe zur Anerkennung der Gesellschaft entschlossen ist. Dem nächst dürfte Holland auf diesem Wege folgen. Die Verhand lungen Frankreichs mit der Gesellschaft haben durch die Eröff nung der Konferenz eine Unterbrechung erlitten; man nimmt aber an, daß Frankreich dieselben in nächster Beit wieder auf nehmen und in Kurzem zum Abschluß bringen wird. Erweist fich jene Vorausseßung als richtig, so ist es nicht ausgeschlossen, daß das Programm der Konferenz noch eine Erweiterung er fährt. Das Resultat der Wahl in Danzig ist ganz besonders bemerkenswerth. Es erhielten, wie wir schon gestern berichteten Schrader( ofr.) 6376, v. Ernsthausen( t nf.) 2985, Landmesser ( Bentr.) 2859, Jochem( Soz.) 1451 Stimmen. Es feblen also dem Herrn Schrader 462 Stimmen an der abfoluten Majorität und es ist mithin eine engere Wahl zwischen den Herren Schrader und v. Ernsthausen erforderlich. Die Berheiligung bei der Wahl war diesmal um 784 Stimmen geringer als bei der Wahl am 28. Oftober. Sie betrug damals 63 pCt., diesmal nur etwas über 55 pCt. Herr Schrader hat 873 Stimmen weniger erhalten als am 28. Oktober Herr Ridert, Herr v. Ernsthausen 497 weniger, Herr Landmesser 287 weniger und nur der sozialdemokra tische Kandidat Herr Jochem erhielt 874 Stimmen mehr als am 28. Ottober der sozialdemok.atische Kandidat Bebel. Eine für Zivilanwärter wichtige Entscheidung ist | unterm 1. d. M. von dem Minister der öffentlichen Arbeiten ergangen. Aus einem Einzelfall, in welchem für einen nicht anftellungsberechtigten Telegraphisten die Berleibung der An stellungsfähigkeit für den Eisenbahn- Stationsdienst zu dem Bwede nachgefucht worden ist, um den Betreffenden vor den übrigen Anwärtern in die nächste frei werdende Etatsstelle des Stationsdienstes einiüden zu laffen, hat der Minister Ver anlaffung genommen, darauf hinzuweisen, daß aus der Vers leihung der Anstellungsfähigkeit für einen bestimmten Dienstaweig die Berechtigung zum alsbaldigen Einrücken in eine den Ren it." Sie ,, räumen endlich ein, daß eine entseglich große Sitte den Marimalarbeitstag herbeiführt, dann können sie herzuleiten ist. Die mit der Anstellungsfähigkeit für einen bes Anzahl von Gefangenen dem Wahnsinne verfällt." Ganz buntle Bellen find noch Gebrauch. Die Strafe des aftens fchließt jede weitere Nahrung als ein fund Brot und bis zum jüngsten Tage warten. Die Lachstonferenz ist seit einigen Tagen in Berlin zu sammengetreten, an der außer Holland und Preußen Baden, Baffer aus. Viele Gefangene, die ihren Verstand behalten, Bayern, Hessen und die Sch veiz betheiligt sind. Die preußische Berben die größere Anzahl wird wahnsinnig. Eine der Regierung wird durch den Unterstaatssekretär im Landwirthstimmten Dienstzweig ausgestatteten Anwärter dürfen- ebenso wie die in Ermangelung von anstellungsberechtigten An märtern angenommenen Nichtanstellungsberechtigten- in die den Militäranwärtern vorbehaltenen Etatsstellen nur unter der Voraussetzung einrücken, daß geeignete Stellenanwärter aus profen Anzahl von Gefangenen, die nach ärztlichem Zertifikat rath Göring, vortragenden Rath in der zweiten Abtheilung anftesten Thatsachen," fährt der Rapport fort, liegt in der schaftsministerium Marcard und den Winkl. Geh. Legations- dem Militär nicht vorhanden sind. Dem Gefängnisse von Mountjoy( Berg der Freude!) und Soile irfinnig werden." Das wird so erklärt: Wir nehmen wahr, daß ein großer Theil jener GefanBenen, über welche die Beamten langwierige Bestrafungen vers des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten, vertreten. Aus den verschiedenen interefftrten Staaten find elf fachmännische Delegirte zugezogen worden. Die Verhandlungen werden an jene zur Beit der Fischereiausstellung mit der Troß der nunmehr herbeigeführten Bereitwilligkeit hollands, sich auf Verhandlungen und vielleicht Ronzefftonen einzulaffen, darf man doch die Ers Singten, zu der Bahl derer gehört, die infolgedeffen wahnsinnig Schweiz geführten anknüpfen. werden. Wir find überzeugt, daß viele dieser Fälle, wenn werden sollen, wie fich denn eines zu Maryborough befindet, wartungen nicht allzu hoch spannen. Holland ist allerdings night alle, in einem Hafilokal für Invalide hätten behandelt elfo daß die Disziplinarstrafe hätte vermieden werden und ärzt lier Beistand anstatt dessen playgreifen können." Politische Uebersicht. Die fozialpolitischen Anträge des Zentrums, welche inzwischen überzeugt worden, daß es verschiedene andere Fragen giebt, bei denen die Haltung Deutschlands für dasfelbe von Wichtigkeit ist wir erinnern an die Frage des Branntweinverkaufs an Schiffer auf der Nordsee und daß es fich darum empfehle, die frühere, schroff ablehnende Haltung in der Lachsfrage zu ändern. Aber es spielten sehr lebhafte in Birklichkeit zu einer Refulution ohne weitere Bedeutung Intereffen der großen Fischerei- Firmen und Gesellschaften mit. Berliner Sonntagsplauderei. R. C. Der Eine weint der Andere lacht," so kann Aber alle Hoffnung wollen wir darum noch nicht aufgeben! Ein leifer Schimmer der frohen Aussicht strahlt uns immer noch, und wenn der Segen auch nicht gleich uns alle überflutben wird, so wird doch ein Theil unserer MitIm fechsten Berliner Reichstagswahlkreis hat man nämlich die Person gefunden, die allen unseren Jammer stillen, die Balsam in die brennenden Wunden unserer sozialen Schäden Glücklicher Berliner Sechster Reichstagswahlkreis! Wie väterlich sorgt der ja, wie soll man denn nun eigentlich sagen der Deutsch Freifinn, der Fortschritt oder die neue Demokratie für bich! Der sechste Wahlkreis kann nicht untergehen, und man soll nie sagen, was eine man jetzt gewiß ausrufen, wenn man den plöglichen Umswung der Witterung in betracht zieht. Vor acht Tagen menschen desselben theilhaftig werden. Rod glänzten die Gesichter sämmtlicher Eisbahnpächter wie bie reinen Vollmonde, fie rieben sich die Hände nicht nur Bor Rälte, nein auch vor Vergnügen, und heute lassen sie bie Unterlippen hängen, daß die bekannten betrübten Loh- träufeln wird. Berber wie die übermüthigsten Posaunenengel dagegen aus. fegen, geworben. ihr Vergnügen, d. h. ihr Eis ist ihnen zu Wasser uch für andere Leute ist die milde Witterung nicht Auf einen groben Rlog" gehört bekanntlich ein grober Keil, das ist doch eine ganz landläufige Redensart und weiter nichts. Mancher Klok scheint aber keine Keile vers tragen zu können, er dankt schon vorher, ehe es einmal so weit ist. Das ist entschieden klug und vorsichtig auch, und Vorsicht ist bekanntlich die Mutter des Porzellan Berade von Vortheil, die Pelzhändler beispielsweise sind auch nicht gerade sehr erbaut davon, während der dicke Sache ist. Rentier, ber feiner Frau zu Weihnachten einen theuren Belgmantel versprochen hatte, vor Freude schmunzelt, denn bei die" Rälte braucht doch Niemand einen Pelz. Die mfangreiche Rentiere wartet vergebens, ihr wäre die Kälte atschieben angenehmer gewesen, sie tröstet sich einfach, sie lann ja warten. Aber Warten ist unter Umständen eine Migliche Sache, man sehe nur einmal in einen Hutladen, ba teht gewöhnlich groß und deutlich zu lesen:" Auf das arbeiters. ,, Wo die Löwenhaut nicht ausreicht, muß man den Jahren ein schlauer spartanischer Feldherr, und diese ver= schimmelte Weisheit framt jetzt die Partei, die Augenblicklich nicht mal einen vernünftigen Namen ihr eigen nennt, aus, um der Welt Sand in die Augen zu streuen. Kufbügeln der Hüte kann gewartet werden" freilich Fuchspelz annähen," sagte schon vor fast zweitausend weiß Niemand so recht, wer eigentlich warten soll, die HutMacher oder das Publikum. Das Geschäft geht schlecht, dies Jahr", so flagt man gemein, und man ist nun schon verschiedene Jahre der Ihr Rezept ist ja furchtbar einfach. Man nehme einige Brocken Hirsch- Dunker'scher Verkrachungstheorien, verschiedene nichtssagende, abgedrofchene Manchesterphrasen, eine nicht zu unbedeutende Portion Unverfrorenheit beißt ertig an folche Klagen gewöhnt, daß sie eigentlich garnichts wie der Handwerker zu der diesmaligen Weihnachtssaison, nehme einen Mann, der dem Namen nach Arbeiter ist und Auffallendes mehr haben. Der Raufmann flagt ebenso mie noch nie, und vergeblich zerbricht man sich den Kopf schütteln dieses Gemisch recht tüchtig um, laffe es aber aber die Ursachen dieser Erscheinung. Woran mag es denn liegen? Wir haben doch so erleuchtet es von brillanten Einfällen, die gelehrtesten Theorien Berben aufgestellt, und dennoch ist die Sache schrecklich einad, es ist zu allen Zeiten so gewesen und wird auch wohl die große Armuth Right fo leicht anders werden,- tommt eben her von der allgemeine ,, Bohverteh", wie schon For Langen Jahren ein berühmter Mann sagte. Würde ben Weltverbesserern, die jetzt überall wie Pilze aus Der Erde hervorschießen, gelingen, dieses lettere Uebel aus Der Belt zu fchaffen, mit dem anderen wollten wir schon alb fertig werden. nicht zu lange stehen, und siehe da, ein sogenannter fortschrittlicher Arbeiterkandidat" ist fir und fertig. Man hat gesagt, daß die Manipulation von Seiten der Fortschrittspartei mit dem Arbeiterkandidaten ein reiner Faschingsstreich sei. Daran thut man entschieden Unrecht, denn die wirklichen Arbeiter im sechsten Wahlkreise rüsten sich in der That zu einer Faschingsparthie, obgleich die Zeit dafür noch garnicht da ist. Da soll man noch sagen, die Arbeiter verständen keinen Spaß, fie wären nicht freundlich und zuvorkommend genug! Kann man sich etwas Höf licheres denken? Giebt es eine größere Artigkeit auf der Welt, als die, daß die Arbeiter, wenn der Fortschritt Fast nacht feiern will, sofort einen Pfannkuch" bestellen? " Düsseldorf. Am 2. d. Mts. fand hierselbst im Nitterfaale der Tonhalle der Rheinische Provinzialtag des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränte statt. Nach einer Begrüßung durch Herrn Oberbürgermeister Becker referirte Herr Lammers aus Bremen über die Thätigfeit des Vereins, der nicht die Enthaltsamkeit von geistigen Getränken, sondern die Mäßigkeit in deren Genuß erstrebe. Bunächst gehe man gegen den Alkobolismus vor, aber auch der übermäßige Biergenuß jei zu bekämpfen. Vor wenigen Tagen habe der Verein bei dem Bundesrath und Reichstag die Reform der Schankgeseze in der Weise beantragt, daß die Bahl der Schnaps vertreibenden Wirthschaften und Läden verringert, resp. zu der Einwohnerzahl der Gemeinden in ein feftes Verhältniß gebracht werde. Redner bezeichnet ferner eine strenge Kontrole und höhere Branntwein b. steuerung für rathsam; indeß müsse auch mit moralischen Mitteln die Ar Die Arbeiterschaft des sechsten Wahlkreises wird den Forts schrittlern außerdem jedenfalls noch aus tiefstem Herzen ,, eine gesegnete Mahlzeit" wünschen. Mit dem Eintritt des Winters hat sich auch die alljährlich wiederkehrende Erscheinung bemerkbar gemacht, daß fich die gewaltsamen Einbrüche in Wohnungen in auffallender Weise wiederholen. Die Dunkelheit begünstigt bie Diebe bei ihrer Arbeit", es ist also durchaus nothwendig und anerkennenswerth, daß die Behörde alle disponiblen Kräfte zur Sicherstellung des Eigenthums der Staatsbürger heranzieht. Man schläft so sicher in dem Bewußtsein, daß das Auge des Gesetzes wacht, und das beruhigende Bewußtsein, daß unser Einem so leicht nichts gestohlen werden fann was man außerdem noch unter Umständen für das größte Kunststück halten könnte wird sich außer uns gewöhnlichen Sterblichen auch noch gewiffen Reichstagsabgeordneten mittheilen, wenn sie darau Senken, daß diejenigen Leute, die ihnen sonst auf Schritt und Tritt gefolgt sind, sich jetzt wieder in ihrem eigent= lichen Beruf nüßlich machen. In eine Arbeiterwohnung ist bisher noch nicht eingebrochen, jeder auch nur einiger maßen anständige Spigbube weiß, daß da nichts zu holen ist. Etwas anderes muß aber Jedem auffallen, der die Berichte über begangene Diebstähle liest. Ein jeder Verbrecher, der es für gut hält, über seine bisherige Thätigkeit keine Auskunft g ben zu wollen, bezeichnet sich als ,, Arbeiter", und wenn er fein ganzes Leben lang vielleicht fein anderes Werkzeug gehandhabt hat, als höchstens ein Brecheisen. Ohne weiteres wird dann dieser Name von übelwollenden oder solchen Leuten, die zum Nachdenken zu träge sind, weiter folportirt, und Individuen, die mit der arbeitenden Bevölkerung nicht das Geringste gemein haben, werden dem Arbeiterstande einfach aufgedrängt. Natürlich gehören in Folge dessen die meisten Verbrecher dem Arbe terstande an, Das große Publikum hat sich auch schon so daran gewöhnt, daß es in der Bezeichnung eines Verbrechers als ,, Arbeiter" überhaupt nichts Schlimmes mehr erblickt. Der überwie gende Theil der ganzen Bevölkerung besteht aber aus Arbeitern, und deshalb solle man doch billiger Weise auf diesen größten Stand wenigstens einige Rücksicht nehmen. Es ist ja so furchtbar leicht für Jemanden, der irgend etwas zu verschweigen hat, sich hinter den Namen des Arbeiters zu verstecken, daß aber dieser Ehrenname auch für jeden Verkommenen gebraucht werden darf, das ist entschieden auch ein Zeichen der Zeit. gedanken zurückgewiesen haben, ihre Anftcht ändern wollten. beiter bevölkerung zur Mäßigkeit herangezogen werden. Von 1 Neusüdwales und Neuseeland, welche den Verbündungs mehreren Seiten wies man noch auf die Wichtigkeit der TrinkerAfyle hin und befürwortete die Enrichtung von Kaffeestuben für Arbeiter. Als Voroit des Provinzialvereins( Siz des Wie man Exekutiv- Komitees) wurde Duisburg gewählt. aus diesem Fericht ersehen kann, find die Herren sehr um das Wohl der Arbeiter besorgt; wir sind neugierig, welche ,, moralische" Mittel in Anwendung gebracht werden sollen! Die Sigungen der Westafrikanischen Konferenz find zum zweiten Male durch die Wahl einer Kommission und Subkommission unterbrochen worden. Die Thätigkeit der Konferenz und die Erledigung ihrer Arbeiten zieht sich dadurch hinaus urd wird vor Neujahr kaum zum Abschluß gelangen fönnen. Unter den Bevollmächtigten ist man ersichtlich der Ansicht gewesen, daß die Konferenz sich nur mit der Abfaffung von staatsrechtlichen Fragen beschäftigen werde, doch wurde die bestimmte Formulirung gewisser geographischer Begriffe später beschlossen, deren Abfaffung besondere Schwierigletten machte und nicht unbeträchtlichen Zeitaufwand er forderte. Die Instruktion für die Verwaltung der Kaffen bei den Justizbehörden enthält das soeben ausgegebene Justiz Ministerialblatt". Aus den Allgemeinen Bestimmungen heben mir hervor, daß bei jedem Oberlandesgericht für dessen Bezirk eine Juftizbauptkasse errichtet wird. Bei jedem Amtsgericht wird eine Gerichtskaffe errichtet, welche zugleich die Kaffengeschäfte bei dem zugehörigen und an demselben Orte befindlichen Landgericht verfteht. Durch die Justizhauptfaffen und die Gerichtskaffen werden auch die Kaffengeschäfte der Staatsanwaltschaften wahrgenommen, während für diejenigen Gefängniffe, für welche Ausgaben auf Grund des Kapitels 75 des Etats zu leisten find, besondere Kaffen, Gefängnißtaffen, errichtet werden. Die Kaffen find als königliche Justizhaupt. taffe Gerichtskaffe Gefängnißlaffe zu bezeichnen. Die Kaffen bei dem Amisgericht I. und II. zu Berlin führen die Bezeichnung fönigliche Gerichtskaffe I. und II. Alle Schriftstücke in Kaffenfachen ergeben unter der der vorstehenden Bezeichnung en sprechenden Firma. Diese Justizhauptkasse, welche den Eiat der Justizverwaltung im Bezirk des Oberlandesgerichts ausführt und die Rechnung legt, steht mit einer bestimmten Regierungshauptkaffe( Brovinzialhauptkaffe) im Abrechnungsverkehr und empfängt von derselben die erforderlichen Zuschüsse. Die Gerichtskaffen erheben die Gerichte kosten und die Geldstrafen. Die Gerichtskaffen und die Gefängnißtaffen dienen als Organe der Justizhauptkaffe für die Erhebung und beziehungsweise Zahlung der Einnahmen und Ausgaben. Auch haben die Spezialfaffen dem Ersuchen der Justizhauptkaffe um Erheburg von Einr ahmen und Leistung von Ausgaben Folge zu leisten. Die Geschäfte der Gerichtskassen und Der Gefängnißfaffen werden in der Regel von zwei Beamten, einem Rendanten und einem Kontroleur wahrgenommen, während bei den Kaffen derjenigen Amtsgerichte, welche nur mit einem Gerichtsschreiber besest find, dieser allein die Kassen geschäfte wahrzunehmen hat. Bei den Gerichtskassen fungirt der aufsichtführende Amisrichter als Kurator; bei größeren Kaffen fann vom Landgerichspräsidenten ein anderer Amtsrichter zum Kurator bestellt werden. Die Inftiuftion, welche am 1. April 1855 in Kraft tritt, enthält ferner eine Reihe von Spezialbestimmungen über die Geschäftsverwaltung der Gerichtskaffen und Gefängnißtassen, sowie über diejenige der Justizhauptkaffe. Was die Einforde rung der Kosten und Vorschüsse betrifft, so wird dieselbe vom Bahlur gspflichtigen bewirkt: 1. durch Mittheilung einer Kostenrechnung, welche die Aufforderung enthält, an die Kasse zu zahlen, 2. durch Mittheilung einer Kostenrechnung, einer Kostenrechnung, welche die Aufforderung enthält, an den überbringenden Gerichtsvollzieher zu zahlen, 3. durch Poſtnachnahme, 4. durch die Kostenerhebung auf auswärtigen Gerichtstagen, 5. in Verbindung mit der Einforderung der Gelestrafen " Posen. Das Vosener Tageblatt" bringt folgende Notiz: Die Mittheilung, daß das Expatriirung gefeß in diesen Tagen gegen den Geinlich n Barcikowski angewendet und demselben wegen unb fugter Vornahme von geistlichen Amtshandlungen Der Aufenthalt in dem Regierungsbezit Posen untersagt wor den sei, ist dahin zu berichtigen, daß das von der hiesigen fönigl. R gierung gegen den gedachten Geistlichen erlassene Aufenthaltsverbot unter dm 15. September ergangen und inawi chen nicht aufgehoben worden ist. Vom Expatriirungsgeveze sind unter den katholischen Geistlichen unserer Provinz außer dem Ka dinal Ledochowski gegenwärtig noch 15 fatbolische Geinliche betroffen, und zwar find 2 aus der ganzen Provinz Posen und den Nachbarprovingen, 8 aus der gan en Provinz Pofen, 2 aus dem Regierungsbezirk Posen, 1 aus dem Regierung bzirk Bromberg. 1 aus einigen Kreisen, 1 aus einem Kreise, in welchem sich ein Staatspfarrer befindet, ausgewiesen. Aus Agram, der Hauptstadt Kroatiens, tommt folgende Nachricht: In dem Preßprozesse gegen den Redakteur der Sloboda" beantworteten be Geschworenen die Fragen wegen Aurizung zu Haß und Verachtung gegen die Staatsgemalt, wegen Störung der öffentlichen Ruhe und wegen Beleidigung des Banus in seiner amtlichen Stellung einstimmig vern inend, worauf de: Angeklagte freigesprochen wurde. Parlamentarisches. Die Geschäftsordnungstommission des Reichstags trat heute zusammen, um über den ihr von der Wahlprüfungsfommission überwiesenen Antrag betreffend die Reform des Modus der Wahlprüfungen zu beratben. Bugleich lagen die Gegenvorschläge der Abgeordneten Freiherr v. Heereman und v. Rheinbaben vor. Diese beiden sowie der Antrag der Wahlprüfungskommission wurden nach langer Debatte abgelehnt und gelangte folgender Antrag des Abg. Freiherin v. Stauffenberg zur Annahme: Die Wahlprüfungskommission besteht aus 14 Mitgliedern und 7 Ergänzungsmitgliedern und wird für die Dauer einer Session gewählt. Der Vorsitzende der Kommission kann aus der Bahl der Ergänzungsmitglieder Referenten ernennen, welche aber nur bei den von ihnen bearbeiteten Wahlen an der Berathung und Abstimmung theilnehmen. Anträge der Kommission, welche auf die Ungiltigkeitserklärung einer Wahl gehen, fönnen nur bei Anwesenheit von wenigstens elf stimmDa die Kom berechtigten Mitgliedern beschlossen werden." mission heute nur schwach besucht war, so läßt sich das Schicksal des Antrages im Plenum nicht vorhersagen. Der Abg. Lenzmann hat den Gefeßentwurf über die Entschädigung für verurtheilte und im Wiederaufnahme- Verfahren freigesprochene Personen unter Berückfichtigung der Kommissionsbeschlüsse der vorigen Session wieder eingebracht. Lokales. er. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen! Wie die Deutsch- Freifinnigen" mit schönen Worten und hochtönenden Phrasen um fich werfen, wenn es heißt, mit Nedensarten für das Wohl des Arbeiters zu sorgen, ist eine bekannte und nach jeder Richtung bin gewürdigte Thatsache. Man werfe nur einen flüchtigen Blick in ihre Preßerzeugniffe, steht da nicht auf jeder Seite, daß die Forderungen der Arbeiter in Bezug auf den Normalarbeitstag, auf die Sonntagsruhe u. s. m. durchaus gerechtfertigt und diskutirbar seien? Man höre die Ergüsse in ihren Versammlungen, fie triefen ja förmlich von Arbeiterfreundlichkeit. Die Reden fosten nämlich nichts, und es ist ein erhebendes Gefühl, auf der Rednertribüne zu stehen und in alle Welt hinauszuposaunen, wie sehr man sorgt für das Wohl der arbeitenden Klaffen, in welcher Dunkelheit die Welt noch herumtappen würde, wenn fie nicht erleuchtet würde durch die Fackel des, Freisinns". Dann leuchten die Augen der Freifinnigen", wenn fte einen ihrer gefeierten Worthelden hören, und jeder von ihnen kommt sich mindestens vor wie ein Er löser des Aber ganzen Menschengeschlechts. wage Jemand an das Portemonnaie dieser Leute zu rühren, da kommt er schön an. Das Da kommt er schön an. Das Berliner Tageblatt", welches schon seit längerer Zeit seine stumpfen Langen bricht für alle möglichen Klaffen der Gesellschaft, welches mehr wie einmal eingetreten ist für die Ruhe am Sonntag, welches angeblich auch gewollt hat, daß der Mensch nach sechs Tagen schwerer Arbeit den fiebenten für sich allein habe zu förperlicher und geistiger Erholung, es sest allen seinen menschen= freundlichen Erö terungen dadurch die Krone auf, daß es nunmehr auch Montags erscheint. Ja, an den Früchten soll man sie erkennen, diese Helden des edlen Manchesterthums mit ihrem sophistischen Grundsage: Richtet Euch nach meinen Worten, aber nicht nach meinen Thaten!" Geldgewinn, schnöder, raftloser Erwerb für den Einzelnen, das ist es, was diese Leute können und was sie auch nur ausschließlich wollen. Das Personal der Druckereien war glüdlich, die Sonntags arbeit abgeschafft zu haben, bisher hatten nur zwei Zeitungen es gemagt, an dieser Sonntagsruhe zu rütteln, eine liberale und eine konservative und eine konservative | Belte zu bringen, fand sie die Thür zur Wohnung nur ei geflinti, froßdem die ohne Aufsicht zurückgelassene Wohnu ftets sorgfältig verschlossen worden war. Das Mädchen in die Wohnung und begab sich nach der Vorderstube, Licht anzuzünden. Hier sprang ihr plöglich ein fremder Man mit Drohworten entgegen, welcher die Flucht zu ergreifen suchte. Das entschlossene Mädchen hielt ihn, während er Treppe hinablief, am Rockschoß fest und schrie laut na hil Auf der Straße befreite fich der Mann von dem Mädche und er lief über den Straßendamm nach dem Eckhause Rittter und Fürstenstraße, verfolgt von dem durch die hil rufe des Mädchens herangezogenen Schankwirth T. und mehreren Gästen des T. An der Thür des Eckhauses ftell fich der Dieb seinen Verfolgern mit einem gezüdten Refe entgegen unter der Drohung, denjenigen, welcher sich i näherte, niederzustechen, und es gelang ihm dadurch in Haus zu entkommen und durch den zweiten Ausgang Hauses nach der Fürstenstraße zu gelangen. In dieser wu er aber von seinen Verfolgern festgenommen und von da Polizeiwache gebracht. In dem Festgenommenen wurde b bereits mit Buchthaus bestrafte Tischler Gieseler feftgefte und in seinen Taschen wurden über 100 M. baares Geld u zahlreiche Werthfachen gefunden, welche er aus einem einem Stemmeisen erbrochenen Schreibtisch des Schankwi gestohlen hatte. In die Wohnung des Bestohlenen hatte mittels Nachschlüssels sich Eingang verschafft. g. Der Schaden, welchen die meisten Bächter von bahnen durch den Witterungswechsel erlitten haben, if ganz bedeutender. Von mehreren Pächtern großer Komple welche einige Tage vor dem Umschwung zahlreiche Arbei mit dem Begießen des Bodens beschäftigt hatten und schli lich das Thauwetter eintreten saben, wird uns berichtet, fie bunderte von Mark eingebüßt haben. Die größte Einbu erleiden aber die Bächter der Thiergartengewässer, well h Tausende von Mart in Frage stehen. Do be geg παρ der fig mi Bo fof 6. So ber Di F B So Be ip fter Di tra the S de Ja Sc ein Ne me her ant fon 174 fter gef Spr 53 o Su den a. Fortgesette, in größerem Maßstabe verübte Bill fälschungen zum Birkus Renz und ihre Thäter find von Kriminalpolizei ermittelt worden. Am 24. v. Mts. Aben vor Beginn der Vorstellung im Zikus hielt ein Billeteur 1. Plages ein Billet an, welches den richtigen Tagesstem enthielt, aber bei näherer Betrachtung falsch zu sein schien. der Kaffe wurde auch das beanstandete Billet als zweifell gefälscht festgestellt und bei einer Prüfung der übrigen demselben Abend abgegebenen Billets wurden noch 6 wellen falsche Billets zum 1. Plaz gefunden. Auf die Anordnu des Zirkusdirektors wurden zur Vorstellung am folgenden von der Birkuskaffe ausnahmsweise ungestempelte Billets 1. Platz ausgegeben, so daß die gestempelten falschen Bil von den Billeteuren auf den ersten Blick herausgefunden fonnten. Denn es war anzunehmen, daß die Fälscher werber dieser unter firenger Diskretion ergangenen Ausnahme- Ano Abent nung feine Kenntniß erlangen würden. Am folgenden wurden auch von 6 Besuchern des 1. Plages sechs falsche stempelte) Billets abgegeben, und die deshalb zur Rechens gezogenen Billetinhaber gaben an, auf dem Vorplag des Bir die Billets von einem jungen Manne gekauft zu haben. Einig Tage darauf wurde auf dem Blage vor dem Zirkus von ein Bolizeibeamten ein sechzehnjähriger Bursche festgenommen, Siefer im Begriff war, an zwei Damen falsche Billets 1. Platz zu verkaufen. In dem Festgenommenen wurde der Wache der noch unbescholtene Schriftsegerlehrling R. f e a gestellt, welcher bei seinen Eltern wohnt. Dieser räumte in Gemeinschaft mit dem ebenfalls sechzehnjährigen Schrifte lehrling W., welcher auch bei seinen Eltern wohnt, auf ein Handpresse in der Wohnung des W. die falschen Billets gefertigt zu haben. Bereits im vorigen Winter, feit Anfan November 1883, haben fie fortgesezt fast täglich 6-10 Bille angefertigt und theils selbst benugt, theils verschenkt, the seit Beginn der Birkusvorstellungen fortgesezt, und nach ihr nun ist das Berliner Tageblatt" eigenen Geständniß hat sich bisher die Zahl der von ihne die dritte im Bunde! Wird denn niemals die Zeit kommen, angefertigten und verwendeten Billets auf ca. 100 Stüd b wo man den Arbeitern ihren Sonntag unverkürzt überläßt?! laufen. An der Fälschung und Verbreitung dieser Bill Ein solches Vorgehen fennzeichnet die sogenannten Liberalen beffer als alle Worte, eine solche Thatsache, die mit brutaler Gewalt allen ihren Ausführungen ins Gesicht schlägt, zeigt mit frappirender Deutlichkeit, was diese Herren in der That wollen. Es wird gut sein, daß sich auch das große Publikum folche Geschäftsmarimen meift, man weiß ja dann viel besser, woran man mit den Herren vom Freifinn" ist. hatte sich auch der ältere, mehrfach vorbestrafte Bruder bes betheiligt, welcher deshalb heute zur Haft gebracht worden 话 g. Wegen versuchten Betrugs einer Feuerversicherung gesellschaft durch eine Schadensliquidation stand gestern Gastwirth Albert Ruckut aus Seddin vor der Straffamm des Landgerichts zu Potsdam. R. war mit seinen Mobili und landwirthschaftlichen Objekten bei der Baseler Berfid Vorrä he von Weihnachtsbäumen vermehren sich von Tag zu Tag, da man im Harz und in Thüringen die von Berliner Händlern bestellten Weinachtsbäume seit einigen Tagen niederbaut und sie nach Berlin sendet. Die Bestellungen für dieses Jahr sind ganz bedeutende, so daß zu hoffen ist, der Preis der Bäume werde wie im vorigen Jahr nicht allzu be deutend sein. g. Die auf den Güterbahnhöfen bereits lagernden rungsgesellschaft versichert und erlitt am 17. Juni c. ein Brandschaden, in Folge dessen er der Gesellschaft eine eno Liquidation aufstellte und hierbei sowohl in qualitativer in quantitativer Beziehung betrügerisch handelte. Diefe ficht wurde aber von dem Berliner Vertreter der Gefelli Subdirektor Meyer, durchschaut und es gelang ihm auch, umfassendes Beweismaterial gegen den Brandbeschädigten erbringen. Die völlige Richtigkeit dieses gravirenden g. Wallnußernte. Einer Obsthändlerin auf dem Alexander materials geftand K. bei einem durch den Kriminalfommif play nahe dem Stadtbahnviadukt tippte gestern Abend ein Korb mit Wallnüssen um, so d ß lettere auf den Straßendamm Personen erschienen, daß zmet Schupleute die Menschenmenge aus.inand rtreiben mußten. Als die Obshändlerin nachher mit Hälfte der Nüsse im Ko: be. Bew Kraufe aus Berlin vorgenommenen Verhöre schließlich ein er erweiterte fein Geständniß bei einem später in Seddin fa follerten. In einem Augenblick waren so zahlreiche, helfen de" gehabten Lokaltermine dem Landgerichtsrath Kiefel gegenübe so daß die kgl. Staatsanwaltschaft zu Potedam die Anti wegen versuchten Betruges es hob. In dem geflrigen Verhan wurde aber durch die geladenen Beugen, Subdirektor Me beute am ersten Sonntag im Monat Dezember 25 Pf. Von wesentlichen Punkten überführt, so daß selbst sein Vertheidig Der Eintrittspreis in den Zoologischen Garten beträgt Krim.- Komm. Krause und den Knecht Müller aus Seddin in all Senate rotirie Beibehaltung der Wahl von 75 Senatoren Nachmittags 4 Uhr ab konzertirt dort wieder die Regiments den versuchten Betrug zugefteben mußte und nur den Ang nimmt genau den angekündigttn Verlauf. Die Kommission dem Aufsammeln der Nüsse fertig war, hatte sie nur noch die lungstermine suchte K. seine Geständnisse wieder zurückzunehme des Senates bat den von der Kammer beschlossenen Gesezentwurf in ter mitgetheilten Weise abgeändert, namentlich das Amendement Floquet entfernt und andererseits die früher vom durch den Senat( das heißt nur für neun Jahre und nicht mehr auf Lebenszeit) beseitigt. Demnach sollen sämmtliche Senatoren in Bukunft in gleicher Weise durch die Senats kapelle des 2. Gerde- Dragoner- R g ments. Ilagten der Milde des Gerichtshofes empfahl. Der Vertre den d.s Ackerpächters F. Ulrich die Rorfrankheit ausgebrochen, g. Im benachbarten Friedrichsfelde ist unter den Pfer- der Staatsanwaltschaft, Referendar Kleckhuhn, geißelte in fein wähler des Departements gewählt werden, die gegenwärtigen so daß bereits auf polizeiliche Veranlassurg 2 Pferde getödtet geklagten in den schärfsten Ausdrücken und beantragte lebenslänglichen Senatoren aber nicht beseitigt werden, sondern allmälig ausfterhen. Der Referent verlas feinen Bericht bereits in der heutig n Senatsfizung und die Debatte wurde auf morgen festges it. Tie Annahme im Senate vorausgesetzt, wird die Voilage am Montag in der Rammer diefutirt werden, und wird das Ministerium sodann die Kabinetsfrage stellen. Der paiser Gemeinde ath veihandelte pest rn über die Weltausstellung von 1889. Ein Antrag Michelin's auf Ablehnung des Ausstellungs plans wurde mit 44 gegen 17 Stim men abgelehnt und als Plaz das Marsfeld empfohlen. Im vernachlässigen Dsttheile von Baris sollen jedoch einzelne Ausund 1 als Ansteckung verdächtig unter Aussicht gestellt werden pächters Selchow verfahren worden. Ein ungewöhnlicher Besuch wurde gestern dem Moamußte. In legter Weise ist auch mit einem Pferde des Acker- Urtheil lautete auf sechs Monate Gefängniß, ein Jahr G verluft und Tragung der sämmtlichen nicht unbedeutend biter Justizpalaste zu Theil. Mit den Worten: Spräfen Sie Präftdent, Landgerichtsdirektor Herms, besonders tadelnb großen Stoß Bücher unter dem Arm, in eine der zahlreichen und daß die Fälle derartiger Betrügereien gegen Versicherung enflifch?" trat eine Dame in eleganter Toilette, mit einem Gerichtsschreibereien. Als man ihre Frage verneinte, fuhr fie Natürlich wurde diesem Wunsche fein großes Justizpalast." Wenn man bebent foit: bin Advokatin aus Amerika, und möcht' beschauen daß durch das häufige Gelingen von Betrügereien der erwä Hinderniß in ten Weg gelegt; da man aber feinen gericht Thun und Treiben auch nur mit großen Schwierigkeiton ten Art die Betrugsversuche immer mehr zunehmen, ein fold stellungs- Abtheilungen un ergebracht und Feste abgehalten lichen Translateur zur Stelle hatte, noch schnell herbeischaffen gedeckt werden kann, so ist es um so erfreulicher, wenn es werden. Die Hauptleute Renord und Krebs erhielten das Kreuz der Ehrenlegion, momit die Regierung die Erfindung des lentbaren Luftschiffs al ichsam amtlich für gelungen erklärt. Eine Versammlung des sozialistischen(?) Frauenvereins unter Fäulein Barberouffe's Vorsiz nahm einstimmig und bege stert eine Bustimmungsadresse an Frau Hugues an, worin es heißt: Sie waren säker, mächtiger, gerechter als die Richter; Ihnen sei Ehre! De Frauen, die alle Ihren Muth baben sollten, ben undern Eie. Wir wünschen, daß Ihre weitgehende Handlung das Beichen des Er wachens und der Beginn einer neuen Aera sei. Die Frauen müssen sich selbst vertheidigen. Madame, Sie haben recht gethan!" 11 Großbritannien. Im englischen Oberhause fam am 1. d. Ms. der australische Verbündungsplan zur Sprache. Ter Kolonialminister Lord Derby erklärte, er habe die ver chi denen Kolonialregierungen über Enz Ibeiten des Plans befragt und erwarte ihre Antworten im Frühjahr, um eine Vo lage eir bringen zu können. Die Vorlage foll feinen Brangecharakter haben, sondern lediglich die Kolonien ermäch figen, zu bestimmten w den gemeinsam zu ba deln, falls fie dies würschen. Einstimmigkeit unter den Kolonien sei also ht nöthig, doch wurde es immerhin von Vouheil sein, wenn fonnte, so mußte man es dem Kastellan überlassen, die Aovokatin umber zu führen und sich auf seine Weise derselben verständlich zu machen. Zeit zu Zeit gelingt, ein abschreckendes Beispiel zu ftatui welches feine heilsamen Folgen niemals verfehlt. Wilbein b. Wer Nentier ist, hat Zeit, sich oft über die Ileinsten a. Gesuchter Betrüger. Nach einer von der Polizei Dinge zu ärgern. Da liegen z. B. in den asphaltinten ist der dortige Ausläufer und fühere Di nstmann Straßen von Zeit zu Zeit teine Haufen Sand zum Bestreuen Reise am 2. b. M. nach Unterschlagnng von 12,000 derselben. Deß die Kinder fich auf solchen Sandbergen tummeln, ist natürlich, und man freut sich über ihr emfiges Bauen, flüchtig geworden. Reiße ist 35 Jahre alt, mittelgroß Backen und Graben. Nicht so ein Rentner und Hausdefizer fest, mit breitem, frischem Gesicht, blonden Haaren ,, in der Wilhelmstraße. Der hat sich über den Sandhaufen vor seiner Thür bis zum Polizei- Präsidenten hinauf beschwert. Man hat ihm natürlich geantwortet, folche Anordnungen seien Sache der Revierpolizei, er hat sich aber trozdem noch nicht beruhigt. Er will Sand und Kinder partout von seinem Hause fort haben. Vorläufig hat er weiter nichts erreicht, als daß alle Nachbirn über ihn lachen. a. unter Fleine all röthlich- blonden Schnurrbart. In seiner Begleitung befind fich wahrscheinlich eine Frauensperson, die ca. 27 Sabre und mittelgroß ist, mit blaffer Gesichtsfarbe und bun N. Ein Ladendieb ist gestern Abend in der fed Haaren. gestern Abend durch ihre Entschloffenheit die Festnahme eines gefährlichen Einbrechers in flagranti bewirkt. Als dieses Dienstmädchen gestern Abend gegen 10 Uhr das Kind ihres Dienstherrn aus dem im Parterre belegenen Laden nach der eine Treppe hoch belegenen Wohnung brachte, um es zu Ein resolutes Mädchen. Ein bei dem Schankwirth Geschäft von Niemann, Jerufalemerstraße 52, ein größere 2. in der Ritterstraße im Dienst stehendes Mädchen hat Packet mit fandhten Früchten gestohlen und damit die Flud ergriffen. Der Diebstahl war von einem im Laden beschäfti ten Handlungsgehilfen bemerkt worden und veranlaßte derfel die sofortige Verfolgung des frethen Diebes. Baweifellos der Langfinger feinen Verfolgern entlommen, wenn nicht der genonnten Straße zufällig ein Schußmann dem Diebe Ian Sd hän der Der dor leit ftüt Bo den dan aus tra Da La Des am aug ift, haf Den heu Der lad nac stel De als Ge Fol an tau er fub weg der Sd Vo ein fein fein Der Den mi übe han bri we bei Dor gef nie noc Se aut mie Lich gin Dor die gar mü au hab ein Reit Fa füb un erg for ftat zu Spr To 1 S De 28 me Ne int Da De rein un stra Mam en w er bi Sille Jochen e d bilf ftell Meffe th in bo g b touck eftell Dun wirt tte ift cis mple rbeite chlick t, ba inbu bin Bille on bent ur be temp 7. eifell en wellen Conus Zo Bille perdes 100 1 Ano Aben je( g nida Birt Finige eines 1, al be a St. fe te ein fties f ein ets an Anfang Bille theil Winte tbre ibnes gegengetreten wäre, ihn aufhielt und die Siftirung nach dem nächsten Polizei Bureau bewirkte. g. Eine empfindliche Verlegung zog sich vorgestern in der städtischen Turnhalle der 14 Jabre alte Schüler eines hiefigen Realgymnafiums dadurch zu, daß er beim sog. Bock prung mit dem Beigefinger der rechten Hand zwischen eine Lücke des Bocks gerieth und sich den Finger brach. Der Verletzte mußte fofort ärztliche Hülfe in Anspruch nehmen. Projettirtes Repertoire der Königl. Schauspiele vom 6. Dezember bis 14. Dezember 1884. Jm Opernhause. Sonntag den 7.: Hero; Montag den 8.: Undine; Dienstag den 9. Der Prophet( Herr Niemann); Mittwoch den 10.: Die Königin von Saba; Donnerstag den 11.: Stradella Fräul. Hofschüller als Gaft), Solotanz; Freitag den 12.: Die Walküre( Herr Niemann); Sonnabend den 13.: Mignon; Sonntag den 14.: Der Barbier von Sevilla, Robert und Bertrand( Fräul. Hofschüller als Gast). Im Schau= Spielhause. Eonntag den 7.: Rosenkranz und GüldenStern; Montag den 8.: Das Testament des großen Kurfürsten; Dienstag den 9.: Roderich Heller; Mittwoch den 10.: Rosenranz und Güldenstern; Donnerstag den 11.: Der Bibliothetar; Freitag den 12., zum 1. Male: Christov Marlow; Sonnabend den 13.: Rosenfranz und Güldenstern; Sonntag den 14., zum 1. Male wiederholt: Christov Marlow. b. Unser heutiges Opernhaus wurde heute vor vierzig Jahren, am 7. Dezember 1844, mit Meyerbeer's Felolager in Schlesien eröffnet. In der Nacht zum 19. August 1843 hatte ein Brand das alte Opernhaus niedergelegt, von dem beim Neubau durch Langhans nur die Umfaffungsmauern benutt werden konnten. Das alte prachtvolle Opernhaus hatte Frei herr von Knobelsdorff erbaut. Gleich nach dem Regierungsantritt Friedrich II begann der Bau, am 5. September 1741 fonnte der Grundstein gelegt werten, und am 7. Dezember 1742 erfolgte die Eröffnung des Theaters. Belle Alliance- Theater. Für die nächste Extra Vor Stellung ist Spielhagen's Schauspiel Hans und Grete" angefagt. Am Donnerstag geht eine Nooität,„ Das EtadtgeSpinft" Beitbild in 4 Atten von Lucius zum ersten Male in Szene. 11 Im ,, Deutschen Theater" wird heute, Sonntag, Frau Susanne", morgen, Montag. Don Carlos" gegeben. Außerdem bringt das Repertoire dieser Woche Wiederholungen von rau Sufanne"," Der Richter von Zalamea"," Die große Glocke", Richard der Dritte" und ,, Die Welt, in der man sich langweilt". Gerichts- Zeitung. Konzerthaus unter dem Vorfiße des Herrn Göbel. Auf der Tagesordnung ftand: 1. Vortrag über die Lohnbewegung. Referent: Herr Roedel. 2. Diskussion. 3. Wahl eines ersten Vorsitzenden. 4. Wahl von 3 Revisoren. Herr Roedel legte in seiner mit Beifall aufgenommenen Rede die Biele der Lobn bewegung und die Au gabe der Lohnkommission flar. Die erste Aufgabe derselben müßte es sein, einen Maximalarbeitstag anzustreben, da nur dadurch die Zahl Derjenigen, die wegen ihrer Subsistenzloftgkeit auf den Lohn brüden, verringert werde, und Aufgabe der arbeitenden Kollegen muß es sein, die Marimalarbeitszeit ftrifte inne zu halten, dann nur werde er reicht werden, daß die Nachfrage erhöht und das Angebot nach Arbeit verringert werde. Referent hob hervor, daß der Schundproduktion dadurch gesteuert werde, wenn für spezielle Artikel, besgleichen in Werkstätten, wo nur Afford gearbeitet wird, ein Marimalarbeitslohn seitens der Kommission festgellt werde. Res ferent hob am Schluffe seiner Rede hervor, daß die Kommission bestrebt sein müsse, die Kollegialität zu fördern, und Die älteren Kollegen die jüngeren für die Bewegung zu interessiren suchen müssen, daß Mann an Mann und Werkstätte an Werkstätte gereiht, nur etwas er zielen tann. An der Diskussion betheiligten sich die Herren Göbel, Krohn, Klink, Miethe, Kluge u. a. Die Wahl eines ersten Vorsißenden wird in der nächsten Versammlung noch einmal auf die Tagesordnung gestellt werden, da Herr Miethe welcher vorgeschlagen, sich noch nicht entschloffen hatte, das Amt anzunehmen. Als Revisoren wurden die Herren Krohn, Kluge und Daubig gewählt. seinem einleitenden Referate die beiden Gegenkandidaten ( Dr. Baumbach und Cremer) in Bezug auf die Parteien, welchen sie dienen, sprach sich gegen Erhöhung der Kornzölle und aller nothwendigen Konfumartikel aus, verbreitete sich über Innungen, Arbeitsbücher, Kranken- und UnfallversicherungsInnungen, Arbeitsbücher, Kranken- und Unfallversicherungs gesetz und wies nach, daß alle diese Mittelchen nicht im Stande find, irgenwie Abhilfe für die soziale Noth zu schaffen. Die beste soziale Reform sei ein geseglicher Normalarbeitstag, sei die Ergreifung derartiger Maßregeln, welche ein Kranken- und Unfallversicherungsgeses überhaupt überflüssig machen. Ein neuer Geist beseele die Menschen, wie der Ausfall der diesjährigen Reichstagswahlen bewiesen habe, und den Wählern des 5. Wahlkreises könne es nicht schwer fallen, au entscheiden, welchem der drei aufgestellten Kandidaten fie am Tage der Wahl ihre Stimme zu geben hätten es fönne Das nur der Schlossermeister Frante sein. Nach Dem Referenten nahm zunächst der Reichstagsabgeordnete Heine das Wort. Burückgreifend auf den Ausspruch des Fürsten Bismard im Reichstag, das Bischen Sozialreform sei nur dem Drängeln der Arbeiterpartei zu verdanken", wodurch er Die berechtigte Existenz derselben anerkannt babe, ist er der Meinung, daß man dem Reichskanzler den Gefallen wohl thun fönne, die Zahl der Vertreter dieser Partei bis auf 30 zu erhöhen. Alle Parteien gäben vor, die Verbesserung der Lage der arbeitenden Klaffen im Auge zu haben, es frage sich nur, welche Wege, die von den verschieden Parteien zur Erreichung Dieses Zieles eingeschlagen würden, die richtigen seien und prüfte Redner daraufhin die deutsch- freisinnige, konservative und Arbeiter- Partei, in seinen Ausführungen viele drastische Beispiele als treffende Illustrationen der diversen BeglückungsBeispiele als treffende Illustrationen der diversen Beglückungstheorien mit einflechtend. Wie nothwendig die Aufbefferung der materiellen Lage der arbeitenden Bevölkerung sei, erhelle zur Genüge aus dem Umstande, daß z. B. im Türingenschen ber Tagelohn eines ländlichen Arbeiters 1 M., der Durch schnittsverdienst eines gesunden, fräftigen, im besten Mannesschnittsverdienst eines gefunden, fräftigen, im besten Mannesalter stehenden Arbeiters in Ober- Schleften statistischen Erbebungen zufolge aber gar nur 80 Pf. betrage. Der Arbeiter sei heutzutage so gestellt, daß er nur noch durch die Mithilfe von Frau und Kindern ein bescheidenes Dasein fristen fönne. - Ter Beifall, welcher dem Redner gezollt wurde, brach sich in verstärktem Maße Bahn, als nunmehr auch ReichstagsAbgeordneter Kayser das Wort nabm. Berlin scheine dazu ausersehen zu sein, alle gefallenen ,, Größen" der deutsch- frei finnigen Partei wieder aufzurichten. Wer in die Wahlschlacht ziehe, der müñe eine Fahne entfalten, rein und unbefleckt; dies fönne die deutsch- freifinnige Partei nicht. Es habe sich in derselben bereits die Erkenntniß Bahn gebrochen, daß eine Aenderung ihrer Haltung wirthschaftlichen Fragen gegenüber nothwendig sei. Der Landrath Dr. Baumbach vertrete aber am allerschroffsten den bisherigen Standpunkt der deutsch- freifinnigen Partei wirthschaftlichen Fragen gegenüber. Die Kandidatur Bey, des ehemaligen Porzellanarbeiters, sei eine durchaus verfehlte Spekulation, und der 6. Wahlkreis werde beweisen, daß kein intelligenter Arbeiter auf diesen Speck anbeiße. Von der fonservativen Partei könne er nur sagen, daß fie lediglich über den Eiern brüte, welche die Arbeiterpartei schon vor zehn Jahren gelegt habe, daß es ihr aber an der nöthigen Rörperwärme, d. b. an der Begeisterung für die Arbeiter Intereffen, fehle, die erforderlich ist, um günstige Brütresultate zu erzielen! Der Wahltag ſei ein bedeutungsvoller Tag; es sei ein Gerichtstag für das Volf, an dem es zu Gericht fige über die Parteien. Die fonservative Partei fomme wenig oder gar nicht in Betracht und für die deutschfreifinnige Partei könne er höchstens um ,, mildernde Umstände" bitten, damit sie nicht gänzlich durchfalle. Auch der 5. Wahlfreis möge sich zeigen in demselben Lichte, wie die übrigen Wahlkreise sich gezeigt haben, die Wähler mögen zeigen, daß auch fie nach Eilösung schmachten und hiernach optiren. Der ausbrechende Jubel steigerte sich bis zur höchsten Potenz, als nunmehr auch Reichstagsabgeordneter Viered die Rednertribüne betrat und sich etwa folgendermaßer äußerte: Nach den Ausführungen meiner Vorredner ist es eigentlich überflüssig, noch etwas hinzuzufügen. Ich wäre auch nicht hier erschienen, wenn es mich nicht gedrängt hätte, einige Worte an sie zu richten. Seit sechs Jahren aus Gründen, die Ihnen vielleicht bekannt sein werden, von meiner Vaterstadt entfernt, und nun durch den Willen des Volkes wieder dorthin zurückberufen, schrillt mir das Herz vor Freude, wieder einmal unter meinen Freunden sprechen zu können und es drängt mich, Ihnen guten Tag" zu sagen, wenn auch in später Abendstunde." Hier schloß plößlich der Vorsitzende, Herr Schulz, die Versammlung und unmittelbar darauf ertönte die Stimme des überwachenden Polizeilieutenants; Die Versammlung ist aufgelöst!" Eine schwere Verlegung durch das Herabfallen einer Schrotleiter von einem Rollwagen erlitt der Holz- und Kohlenhändler Kayfer, Friedrichsgracht 27. Am 1. Juli d. J. stand der Nollkutscher Meyßner mit seinem Rollwagen am Bollwerk der Spree, gegenüber dem Hause des Kayser, um aus einem dort befindlichen Kahn Weidenruthen aufzuladen. Die Schrotleiter war aufgeschlagen und durch ein vorgestelltes Brett geftüßt. Kayser machte sich während des Aufladens an dem Bollwerf zu schaffen und wurde durch den Eintritt eines Kunden in sein Kohlengeschäft plöglich bewogen, über den Straßen damm nach seinem Hause zu geben. In diesem Augenblick fiel aus einer nicht aufzuklärenden Ursache die Schrotleiter um und traf den Kayfer derartig heftig auf den rechten Oberschenkel, daß ein Bruch desselben eintrat. Außerdem fiel ein Theil der Ladung und mit derselben der Kutscher Meyßner auf den Kopf des Kayser und erlitt dieser hierbei auch noch einige Verletzungen am Kopf. Vier Monate lang hat Kayser in der Charitee zugebracht. aus der er mit einem fürzeren rechten Bein entlassen worden ist, so daß ein Wiedereintritt der Erwerbsfähigkeit sehr zweifelhaft sein dürfte. Für diesen Unfall macht bie Anklagebehörde den Kutscher Meyßner verantwortlich, der sich in Folge dessen heute vor der vierten Straffammer hiefigen Landgerichts I zu verantworten hatte. Ter Angeklagte erklärt, daß er die Schlot laden stets ebenso bewirkt habe, wie diesesmal. Seiner Ansicht nach müsse Kayfer an das Stüßbrett angestoßen haben. Dies stellte derselbe, als Beuge vernommen, entschieden in Abrede. Der Staatsanwalt erachtet daher die Schuld des Angeklagten als zweifellos und beantragte einen Monat Gefängniß. Der Gerichtshof erachtete aber trotz der eingetretenen schlimmen Folgen mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte das Unglück an dieser Stelle, an der Menschen nichts zu schaffen hatten, laum vorhersehen konnte, eine Geldbuge für ausreichend, die er auf 50 Mart bemaß und derselben fünf Tage Gefängniß fubftituirte. üd be Bille Des Den i erung Tamme Cobilia Serfide eind enom Der Te Wicha ten Bewe in un n ftab enüba Intto er hand ebme Dien In all Deibig Wegen Thierquäleret, gefährlicher Rörperverlegung und wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt hatte sich heute der Kutscher Lude vor der 90. Abtheilung des hiesigen Schöffengerichts zu verantworten. Der Angeklagte war am Vormittag des 6. Oktober mit seinem beladenen Wagen auf einen Bau in der Jerufalemerstraße aufgefahren und hatte in feinem angetrunkenen Bustande in unbarmherziger Weise auf feine Pferde eingeschlagen. Als ihm dies von einem Baffanten, Der daran ein Bergernig nahm, vorgehalten wurde, schlug er demselben mit dem Peitschensteck über den Kopf. Alsdann wide: segte er sich einem berzugekommenen Soupmann gegenüber, als ihn derselbe zur Wache bringen wollte. Der Gemißhandelte hat über 6 Wochen in ärztlicher Behandlung zubringen müffeen. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten wegen der Thierquälerei zu vierzehn Tagen Haft, wegen der beiden anderen Strafthaten zu drei Monaten Gefängniß. Arbeiterbewegung, Vereine und Ang ertrei feine te ein D the tend ob b b ba eugne Perung ebenk folde atuire heilun Bilbel Dod cheinc unte Fleinem Versammlungen. Aufruf an die hiesigen Wirtergesellen! Im Oktober vorigen Jahres gründete die Wehrzahl der hiesigen Willergefellen einen Verband zum Zweck der Aufbesserung der zu niedrigen Löhne; aber ca. 100 Gesellen steben dem Verbande noch fremd gegenüber, und es wäre doch Pflicht eines jeden Gefellen, mit aller Energie für die Gesammt- Interessen einzutreten. Der Lohntarif, welcher vom Verbande den Fabrikanten wie Meistern übermittelt worden war, ist von denselben gänzlich unberücksichtigt geblieben, trozdem die Lage der biesigen Birlergefellen eine sehr traurige ift. Sturz nach Oktober beginnt die Musterzeit und die Mehrzahl kann keinen Verdienst don über 9 Mail erzielen; 4 Monate nach Weihnachten liegt die Arbeit gänzlich da: nieder, da die Fabrikanten die einges gangenen Kommiffionen, welche im hochfommer fertig sein müssen, nicht anfertigen laffen, um die Gesellen zu zwingen, zu den allerniedrigsten Löhnen zu arbeiten. Manche Meister baben sich nicht entblödet, dieses Jahr den Gefellen auf Raschel einen Wochenlohn von 9 Marf bei täglich 11 stündiger Arbeitseit zu geben. Wir türfen nicht erlahmen, hauptsächlich den Fabrikanten unsere Nothlage immer wieder vor Augen zu führen, um ihnen zu beweisen, daß wir auch Menschen find und ein menschenwürdiges Dasein zu beanspruchen haben. Es ergeht deshalb an sämmtliche hiesige Wirkergesellen die Aufforderung, zu der am Montag, den 8. Dezember d. J., Abends, stattfindenden Versammlung, Landwehrstr. 11, recht zahlreich zu erscheinen, um festzustellen, auf welche Art wir unsere AnSprüche den Fabrikanten wie Meistern gegenüber geltend machen wollen. Noch diene zur Nachricht, daß das Einschreibegeld auf 1 Mark und die Beiträge auf 5 Pf. pro Woche festgesezt sind. Der Vorfigende. Moris Voigt. Gr. Frankfurterstr. Nr. 115. Ein unfreiwilliges Ende erreichte die Allgemeine fini bre al untles fechifte in be in ben to Berd Fludi daftig Octfele 8 man icht be ent Wählerversammlung für den 5. Reichstags- Wahlkreis, welche am Freitag Abend im Gesellschaftshaus Königstadt", interessant gestaltete. An die Albumarbeiter Berlins! Kollegen! Durchbrungen von der Ansicht, daß bei gleicher Arbeit in der Albumfabrikation auch möglichst gleiche Affordpreise bestehen müssen, wodurch jeder Arbeiter, gleichviel, welche Waare er fabrizirt, einen normalen Verdienst erzielt, steht fich die Lohntommission veranlaßt, Euch zu einer Versammlung am Montag den 8. d. M., Abends 82 Uhr, in Feuersteins Salon, Alte Jakobstr. 75, einzuladen. Dort wollen wir uns klar werden, wie wir dieses Biel erreichen. Deshalb Kollegen, zeigt Euch als Männer, welche gewillt sind, Hand mit anzulegen zur Verbefferung Eurer Lage, damit endlich einmal das Abziehen von den Affordpreisen aufhört. Dort wählt Männer, welche Lust und Interesse an der Sache haben, um mit uns dahin zu wirken, daß wir alle einen gleichmäßigen Preisfourant für unsere Arbeit einführen, damit endlich die Konkurrenz der Fa brikanten auf Kosten Eurer Arbeit aufhört. Die Loyn tommission. h. Die erste Werkstätten- Delegirtenversammlung der Tapezierer, welche am Donnerstag Abend im Deigmüller'schen Saal, Alte Jakobstraße 48 a ftattfand, war zahlreich besucht. Von den eingeladenen ca. 130 Werkstätten hatten mehr als die Hälfte einen oder mehrere Vertreter entsandt, was für die ersten Anfänge der Bewegung immerhin als ein recht günstiges Resulfat zu bezeichnen sein dürfte. Die Leitung der VersammT. Jm Arbeiter- Bezirks- Verein des Osten Berlins hielt der praktische Arzt und Augenarzt Herr Dr. Wurm einen fehr interessanten Vortrag über: Die Pflege der Augen." Derselbe führte etwa Folgendes aus. Troß des unschäzbaren Werthes gesunder Augen, herrscht in Betreff der richtigen Pflege derselben leider noch immer die größte Unkenntniß und Sorglosigkeit. Noch immer werden die alten Volfsmittel angewendet und durch Verabsäumung rechtzeitiger Hilfe ist schon manches Auge vernichtet worden. Nach kurzer Erörterung der häufigsten Ursachen der Augenkrankheiten, z. B. Rauch, Staub, Dampf, fremde Körper( Eisen und Stahlsplitter), grelles Licht u. s. w. besprach derselbe die dagegen anzuwendenden Schußund Vorsichtsmaßregeln( Lüftung der Werkstätten und Woh nungen, Brillen 2c.). Dann folgte eine Beschreibung des Auges sowie der wichtigsten Krankheiten, und Rathschläge in Betreff deren Verhütung und Hebung. Hierbei wies er besonders auf die Gefahren der mit Eiferung verbundenen Augenentzündungen, der Augenverlegungen und der so häufigen Leiden der Hornhaut, des Fensters der Augen, hin. Die Bemerkungen über die Haltung des Kopfes der Kinder beim Arbeiten, die Beleuchtung, über die schädliche Wirkung von übermäßigem Rauchen und dem Trinken geistiger Getränke u. s. w. fanden den lebhaftesten Beifall der Zuhörer. Wie sehr das wichtige und zeitgemäße Thema die Aufmerksamkeit der Versammlung fesselte, bemies insbesondere die große Anzahl von Fragen, deren Beantwortung ebenso wie der Vortrag mit großem Interesse aufgenommen wurden.- Den Mitglie dern zur Nachricht, daß die nächste Mitgliederversammlung am 16. Dezember in Keller's Gesellschaftsfälen stattfindet. Tagess ordnung: 1. Statutenveränderung. 2. Verschiedenes. 3. Frage Tasten. Herr Kürschner Janus, der sich in Bezug auf eine am 16. v. M. aufgelöste Versammlung der Kürschner beschwerde führend an das fgl. Polizeipräfioium gewandt hatte, hat unter dem 1. d. M. vom Polizeipräsidenten Herrn von Madai foldes Schreiben erhalten; Ew. Wohlgeboren eröffne ich auf die Beschwerde über die Auflösung der öffentlichen Versammlung der Kürschner am 16. v. M., daß eine Untersuchung des Sachverbalts ergeben hat, daß die in der erwähnten Versammlung gepflogenen Verhandlungen in Verbindung mit der Verbrei tung des Flugblattes mit der Ueberschrift: An die Kürschner Berlins" einen genügenden Anlaß zur Auflösung der Versamm lung auf Grund des§ 9 des Reichsgefeßes vom 21. Oftober 1878 nicht gegeben haben und daß ich dies dem überwachenden Beamten zu erkennen gegeben habe. Der Polizeipräsident von Madai." " Die freie Vereinigung der Graveure, Zifeleure und verwandten Berufsgenossen hält am 5. Januar 1885 im Vereinslokale, Annenstraße 16, die halbjährliche Generalversamm lung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Geschäftliches und Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Berichte über das ver flossene Halbjahr. 3. Erledigung eingegangener Anträge. 4. Neuwahl des Vorstandes und der Revisoren. 5. Verschiedenes. Das Erscheinen sämmtlicher Mitglieder ist dringend geboten. Gäste find willkommen. In der am Montag, den 8. d., Abends halb neun Uhr stattfindenden Sigung desselben Vereins hält Herr Guttzeit einen Vortrag über die Lüge in der Orthographie". Bahlreicher Besuch erwünscht. Zentral Kranken- und Sterbefasse der Schuhmacher. Aufnahme nach wie vor, zu jeder Tageszeit beim Bevollmäch tigten Bapke, Naunynftr. 36 Hof II. und beim Kafftrer Burisch, Langestraße 21, Seienflügel IV. Die Zahlstellen find geöffnet Montags Abends von 8 Uhr an und befinden fich: Seydel straße 16 Restaurant Seidel, Manteuff Iftraße 21 Restaurant Hemmerling, Elfafferstr. 68 Restauraet Burahard, fur die Mits glieder im Westen Alexandrinenstr. 113, Ecke der Simeonstr., Deftillation. Der Bevollmächtigte W. Papke, Naunynstr. 3 b. wird gein Auskunft ertheilen. Eine Mitglieder- Versammlung aes Vereins der Ber liner Metallarbeiter findet Montag, den 8. Dezember, Abends 8 Uhr, in Niefts Restaurant, Kommandantenstraße 71. 72 statt. Tagesordnung: Kongreßfrage. Referent Herr Medailleur Strohm. Wahl eines Delegirten und Verschiedenes. Wegen der Wich tigkeit der Tagesordnung ist es jeden Mitgliedes Pflicht, zu der Versammlung zu erscheinen. Billets zu unserer Matinee am ersten Weihnachtsfeiertag zum Besten unserer Unterstüßungs taffe find in der Versammlung zu haben. Eine Versammlung der Mitglieder der Hilfs- BentralKranken und Sterbekasse für die deutschen Tapezierer und verwandten Berufsgenossen findet am Montag, d. 8. d. Mts., Abends, bei Gratweil statt. Die ordentliche Versammlung des Fachvereins der Schmiede findet am Montag, den 8. Dezember, Abends 8 ein halb Uhr in Gratweils Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79, statt. Tagesordnung wird in der Versammlung be tannt gemacht. Da diese Versammlung vor den Feiertagen die legte ist, so ist vollzähliges Erscheinen Ehrensache. Gäste willkommen. lung hatte, als Vorsigender daraus Herren Epel, Kirchner Krause( Hauptkaffirer), Lewin, Marburg, Nikolas und Sander, bestehenden Lohnkommission, der Legtgenannte. Ueber das Programm und die Biele der bevorstehenden Lohnbewegung, sowie über die Grundzüge ihrer Organisation referirte unter häufigem Beifall der Versammlung Herr Levin. Das Pros häufigem Beifall der Versammlung Herr Levin. Das Pros gramm der Bewegung, nimmt hiernach eine Hebung der matertellen Lage der gesammten Gehilfenschaft durch Regelung refp. Verkürzung der Arbeitszeit und zwar durch konsequente Einhaltung eines Marimalarbeitstages Stunden und die Forderung eines Minimalwochenverdienstes von 21M in nächste Ausficht. Durch die in allen Werkstätten zu wählen den Delegirten sollen die regelmäßigen Sammlungen der freiwilligen Wochen beiträge in Höhe von 50, beziehungsweise 20 oder 10 Pf. proMann, sowie die Ablieferung dieser Gelder an die damit betrauten Kommiffionsmitglieder bewerkstelligt werden, wofür lettere durch Verabfolgung von Maiken in der entsprechenden Werthhöhe quittiren, um dann die empfangenen Geldbeträge an den Haupikaffirer abzuführen, der selbstverständlich Kaution zu stellen und alle, einen gemiffen Kaffenbestand überscheitenden Summen bei einem definitive Sicherheit gewährenden öffentlichen Kaffeninstitut zu deponiren hat. Bei der schließlich vorgenommenen Abstimmung faßten sämmtliche Delegirte einstimmig den Beschluss, die Kommission energisch unterſtügen und in ihren Bestrebungen zu Gunsten der Lohnbewegung nach allen Richtungen hin so thatkräftig als möglich fördern zu wollen. Eine von der Lohntommiffion einberufene öffent Neue Könignr. 7, stattfand und sich in ihrem Verlaufe rechtliche Versammlung der Schloffer und Berufsgenossen Herr Liefländer charakteristite in tagte am Mittwoch, den 3. Dezember, im Louisenstädtischen Im Fachverein der Tischler, Neue Grünstraße 28, wird Herr Schäfer, der Sprecher der freien Gemeinde, am 8. d. M. einen Vortrag über Reise Erinnerungen aus dem Orient und Norwegen halten. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mits glieder. Billets zur Weihnachtsfeier in der Berliner Resource, ( früher Kolosseum) fine in den Versammlungen des Vereins und bei den Herren Böhm( Johanniterſtr. 10,. IV), Friese ( Waldemarstr. 38), Krug( Frankfurterstr. 49 IV) und Wolter ( Lothringerstr. 24 III) zu haben. Versammlung des Arbeiter Bezirks- Vereins des Westen Berlins. Montag, den 7. Dezember, Abends 81, Uhr in Gründer's Salon, Schwerinstr. 26. Vortrag des Herrn Dr.& fer über Chemie mit Experimenten. Besprechung über das am ersten Feiertag stattfindende Vergnügen. Um recht zahlreiches Erscheinen der Mitglieder wir ersucht. Gäste find willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Arbeiter- Bezirksverein der Rosenthaler Vorstad hält am Montag, den 8. d. M., Abends 8 Uhr, im Rolber Salon, Kolbergerstr. 23, eine groke Versammlung ab Didnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag. 3. Fr glieder werden aufgenommen. Gäste sind will te AARASESEO 211 ENCEPHA 93 be D bi w je fr St be bi gl Lid in De ga Die Mitglieder des Vereins zur Wahrung der Interessen der Tischler und Berufsgenossen versammeln sich am Montag, den 8. d. M., Abends achteinhelb Uhr, Adalbertstr. 21. TagesDronung: Die Korporation und die Interessen der Arbeiter. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste willkommen. Eine große Versammlung des Fachvereins der Gürtler findet am Dienstag den 9. Dezember, Abends achteinhalb Uhr in Nieft's Salon, Kommandantenstraße 71-72, statt. Tages, Ordnung: 1. Unsere wirthschaftliche Lage und die Bedeutung der fachgewerblichen Diganisation. 2. Der deutsche Metall arbeiter- Kongreß. 3. Unser Arbeitsnachweis und die Regelung desselben. Ueber die gesundheitliche, moralische und ästhetische Bedeutung des Vegetarismus spricht am Dienstag, den 9. d. M., Abends 8 Uhr im Louisenstädtischen Konzerthause, Alte Jakobftraße 37, Herr M. Klein, Redakteur der Vege tarischen Rundschau" und Wanderredner des deutschen Vereins für barmonische Lebensweise( Vegetarier Vereins). Butritt und Theilnahme an der Diskussion steht Jedem( auch Damen) frei. Nachruf. V Hiermit die traurige Nachricht, daß am 1. Dezember unser Kollege, der Schloffer und Rohrleger Heinrich Trautvetter in Folge seiner Verlegungen bei Aus führung seines Berufes durch Verschüttung nach 14wöchentlichem Krankenlager verstorben ist. Derselbe. war uns ein biederer Kollege und ein treues Vereinsmitglied. 1502 Der Vorstand des Fachvereins der Rohrleger. Dem lieben Gustav Dranienstraße Bur schlanken zum 25jährigen Meisterjubiläum Gut Heil! [ 1507] Allen Bekannten 3. Nachricht! 1349 Billige und gute Filzbüte von 2-6 mt, Seidenhüte von 5-12 Mt. empfiehlt die Hutfabrik von H. Kehr, Stalizer Straße 109. Aufbügeln fofort für 25 Pfennige. Piano's ganz in Eisenrahm, im runden und vollen Flügelton. 1348 E. Niedsch, Dranienstr. 184. I. V. Wahlkreis. Wähler- Versammlung. Sonntag den 7. Dezember, Vormittags 10 Uhr, Tischler Verein. Koitbuse str. 4a.( Sanssouci) Abends 8 Uhr. Bortrag des Herrn Dr. Stahn über Kurpfuscherei. Vermischtes. Brennendes Schiff. Am 2. d. Mts. lief die deutsche Gebäude sammt den Nachbarhäusern ein Flammenmeer bildete. Die Kranten fonnten alle gerettet werden. Herne, 4. Dezember. Durch Explosion schlagender Wetter verunglückten gestern auf der Beche Montcenis" in Flöß 7 acht Bergleute, wovon ein Mann todt, vier schwer und drei leicht verwundet find. Lettere wurden in das Krankenhaus zu Briga Hermann Fredrid", mit Baumwolle von Wilmington Herne geschafft. nach Bremen bestimmt, im Hafen von Falmouth mit brennender Ladung ein. Es sind im Vorderded Deffnungen gemacht und Waffer auf die Ladung gepumpt. Eine japanesische Erfindung. Ein japanefischer Eingeborner Namens Sahashitta aus Wassima hat fürzlich ein eigenartiges Glaspapier erfunden, welches aus den Fase n japanesischer Waffet pflanzen hergestellt wird. Das Papier ist sehr statt und so durchsichtig, daß es zum Einrahmen in Fenstern an Stelle der Glasscheiben sehr gut verwendet wer den kann. Im Spitale San Tommaso zu Genua brach während der Nacht Feuer aus, welches, begünstigt durch den eben wüthenden Sturm, so rasch um sich griff, das bald das ganze Gr. öffentl. Versammlung sämmtl. Album- Arbeiter. Montag, d. 8. d. M., Abends 8%, Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: 1. Stellungnahme der Album- Arbeiter zu einem Afford- Tarif. 2. Delegirten- Wahl zur Feststellung Deffelben. Referent H. Mehr.ert. Die Vereinsversammlung des Unterstüßungsvereins der Buchbinder 2c. fällt aus. Die Lohnkommission. 1505 Fachverein der Stellmacher. Montag, den 8. d. Mts., Abends 8 Uhr, regelmäßige Vereins- Versammlung in Scheffer's Lokal, Inselstraße 10a. Lages- Ordnung: Vortrag des Herrn Direktor Bendendorf. Verschiedenes. Der Vorstand. 1487 Die Zahlstelle des Fachvereins der Gürtler und Berufsgenossen befindet sich nicht mehr bei S. Föllner, sondern Montags Abend bei Sühnhold, Reichenbergerstraße 174. Dafelbft werden auch neue Mitglieder aufgenommen. Alle 1507 sparsamen Hausfrauen mache auf mein Kolonialwaarenund Delikatessen- Geschäft 1245 im Restaurant Beyerlein( Palmen- Saal) Admiralstr. 40, Ecke Skaligerstr. 1488] Neue Schönhauferstraße 20. Große Versammlung fämmtlicher Kommunalwähler der Südöstlichen Louisenstadt. Dienstag, den 9. Dezember, Abends 8 einhalb Uhr, im Konzerthause„ Sanssouci", Nr. 4a. Kottbuser- Straße Nr. 4a. Tages Drdnung: 1. Berathung einer Petition an Magistrat und Stadtver ordneten- Bersammlung, behufs Uebernahme der Sanitätsmachen durch die Stadt. Referent: Stadtv. Friz Gördi. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 1506 Alle Wähler werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Der Einberufer. Arb.- Bez.- Ver. der Rosenthaler Vorstadt. Montag, den 8. d. M., Abends 8 Uhr, im Kolberger Salon, 1507 Nr. 23. Kolbergerstraße Nr. 23. Große Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag. 3. Fragetaften. Der Vorstand. General- Versammlung der Mitglieder des Fachvereins der Schneider, Montag den 8. b. M., Abends 8 einhalb Uhr, im Lokal Kommandantenfir. 20( Armin Hallen). Tages- Didnung: 1. Rechnungslegung. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Verfpiedenes. Mitgliedskarte legitimirt. 1511 Der Vorstand. Montag, den 8. Dezember 1884, Abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Seefeldt, Grenadierstraße Nr. 33. General- Kersammlung des Fachvereins der Berliner Kürschner und Berufsgenossen. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeben Kollegen zu erscheinen. 1513 Montag, den 8. Dezember 1884, Abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Seefeld, Grenadierstr. 33, General- Versammlung d. Fachvereins d. Berliner Kürschner und Berufsgenossen. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Kollegen zu erscheinen. 1513 Fachverein der Schmiede. Montag, den 8. Dezember, Abends 8 Uhr in Gratweil's Bierhallen, Kommarbantenstr. 77-75, Versammlung. 1514 hierdurch aufmerksam. ( frühere Linde) Ein Jeder wird fich sofort überzeugen, daß selbst der fleinste Artikel bei mir billiger ist, als in jedem anderen Ge schäft. schon für 60 Pf. das Pfd. Offerire beispielsweise: Röst- und Roh- Kaffee ff. Souchong- Thee 2,40 " 1 " Buder förnig und fein " 1 11 55 2 fb. Gries, Bohnen, grüne Erbsen 1c. Pflaumenmuß, 18 H " das Pfd. 20 " " 1 " Sanertohl, feinster 5 " Rofinen, Bfund 20, 25, 30 Pfg. Reis," großt, Pfund 15ẞfg. Erbsen, Pfund 15 Pfg. 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