t t C t t n . t 11 g 32 No. 214. Donnerstag, 11. Dezember 1884. 1. Jabrg. Berliner Volksblatt Organ für die Interessen der Arbeiter. Das ,, Berliner Volksblatt" erscheint täglich Morgens außer nach Sonns und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mart, wöchentlich 35 Bf. Bostabonnement 4 Mart. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags- Nummer mit illuftr. Beilage 10 Pf. ( Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Insertionsgebühr beträgt für bie 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berfin SW., Bimmerstraße 44. Das allgemeine Wahlrecht ist in Gefahr! Jedesmal, wenn die reaktionären Parteien in Deutschland nicht mit dem Ausfall der Reichstagswahlen zufrieden find, dann hat das Allgemeine gleiche Wahlrecht daran Schuld, und es regnen Vorschläge, wie dasselbe geändert werden soll. Und so geschieht es auch gegenwärtig wieder. Sunächst beweisen diese Abänderungsvorschläge, daß man im realtionären Lager trotz des großen Triumpfgeichreis, welches nach dem 28. Oktober erhoben wurde, auch mit dem Ausfall der jüngsten Wahlen unzufrieden ist, und daß man weiter trop der vielen Versprechungen, nicht an das Allgemeine gleiche Wahlrecht tasten zu wollen, die erste beste Gelegenheit wahrnehmen wird, das verhaßte Gesez abzuSchaffen. Wer erinnert sich nicht der Aeußerung des preußischen Ministervizepräsidenten von Buttkamer, daß man daß man im Ministerium daran denke, das Allgemeine gleiche Wahlrecht nicht mehr geheim ausüben zu lassen? Die Konfervativen und National Liberalen aber jubelten vielfach Beifall. Jest wenden fich die reaktionären Elemente gegen die Stichwahlen, weil diefelben unnatürliche und unmoralische Bündnisse" veranlaßten. Als ob dies nicht geschehen fönnte bei den Haupt= wahlen und besonders, wenn dabei die relative Mehr beit gilt In Sachsen, wo ein derartiges Wahlgefeh egistirt, bat man oft genug erfahren, daß vor den Haupts wahlen sich in zwei verschiedenen Wahlkreisen die Liberalen. mit den Agrariern verbunden haben, um den Fortschrittler, bem bie relativ meisten Stimmen in beiden Kreisen in Aussicht standen, vollständig zu verdrängen. Den einen Kreis erhielt dann der Agrarier, den andern der Liberale. War ein solches Bündniß nicht etwa unmoralisch? Ram bei einer solchen Wahl die Volksmeinung zum richtigen Ausbruck? Und National- Liberale und Fortschrittler haben auch dergleichen Bündnisse geschlossen, um die Sozialdemokratie, bie in den beiden betreffenden Kreisen die relative Majorität hatte, von der Gesetzgebung auszufchließen. Solche Bündnisse aber, die lange vorher geschlossen wurden, dürften doch wohl unmoralischer zu nennen sein, ale bie plöglichen Gelegenheits- Bündnisse bei ben Stichwahlen zum Reichstage. Uebrigens sind wir keine so großen Verehrer der Stichwahlen, daß wir uns, fände man später einmal einen guten Ausweg, für die Beibehaltung derselben unter allen Umständen entscheiben möchten, aber gegenwärtig erklären wir uns gegen jebe Abänderung des Reichs Habra verbal 35 Feuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dur. ( Forseßung.) Leicht und mit feinem Anstande verneigte sich der Baronet und nahm die dargebotene Hand des Grafen. " Es freut mich." sagte dieser, Sie heute persönlich hier willkommen heißen zu können. Als Sie vor einiger Beit Ihren ersten Besuch machten, war mir dies leider nicht vergönnt." Leider nicht, Herr Graf!" antwortete D'Brian mit wohltönender Stimme und in befcheidenem, aber keineswegs unterwürfigem Tone. Und dieser Umstand eben ist es, welcher mich hierher zurückführt. Ich hörte von der Kom teffe Agathe, daß Sie frank seien, und da mein Weg mich hierher zurückführt trieben mich Dankbarkeit und Theil nahme zum abermaligen Besuch dieses Schloffes, um mich u erkundigen, ob sich das Unheil von dem Hause gewandt, dem ich so viel Gastfreundschaft und Liebe danke; und ich preise das Geschickt, das mich jetzt den Hausherrn im fast wiedergewonnenen Besik seiner Gesundheit sehen läßt." Meine Krankheit wird hoffentlich ganz vorüber sein, Sir," versette der Graf. Ich danke Ihnen für Ihre Theilnahme und heiße Sie von Herzen willkommen. Ich höre, daß Ihr erster Besuch dadurch veranlaßt war, daß Sie mit Ihrem Gefährten sich in dem Schneegebirge verirrt hatten." Wir befanden uns auf einer Reise von Bladfield nach Iwerneß," antwortete der junge Mann, und hatten, ba die Wege verschneit waren, die Richtung verloren." Ja, ja, das kann im Winter leicht geschehen! Wer hier im Gebirge nicht recht Bescheid weiß, ist der Gefahr des Berirrens stets ausgesetzt. Wir haben deshalb im inter auch selten oder nie einen Besuch Fremder in diesen Gegenden." Auch ich würde diese Gegend im Winter vermieden haben, wenn ich nicht durch eigenthümliche Umstände dazu wahlgefeges in Bezug auf die Wahlberechtigung, um der Reaktion nicht ein Pförtchen zu öffnen, in welches sie eindringen würde, um das ganze Wahlgebäude zu zersprengen. Der Appetit kommt bekanntlich bei'm Essen. Wür den die Stich wahlen preisgegeben, so forderte man die Aufhebung der geheimen Abstimmung, dann die Verschiebung der Altersgrenze, fo daß die Wahlberechtigung erst nach zurückgelegtem 30. Lebensjahre zu beginnen habe. Ferner würde das Wahlrecht an einen längeren Aufenthalt in dem Wohnort gebunden werden und so hätten wir immer noch ein Wahlrecht ohne Zensus und ohne Klasseneintheilung, und immer noch würde ein solches Wahlrecht mit dem hochtönenden Titel: Algemeines, gleiches und direktes" be legt werden, aber es wäre dann ebenso schlecht, wie das Wahlrecht zum preußischen Abgeordnetenhaus, welches einst Fürst Bismard in schärfster Weise verurtheilt hat. " Auch die Kölnische Zeitung" war über den Ausfall der Wahlen so erboßt, daß sie gleich nach denselben einen scharfen Verstoß gegen das allgemeine Wahlrecht machte, indem sie zum Schluffe eines längeren Artikels, der sich mit den Stichwahlen beschäftigte, folgendermaßen schrieb: ,, Ght es aber und darüber werden wir noch etwas mehr Erfahrung abwarten müssen mit dem jezigen Wablsystem nicht, so wird radikaler vorge gangen werden müffen. Stellt sich heraus, daß das allgemeine und gleiche, unmittelbare Stimmrecht seinen Swed, den wahren Willen der Bevölkerung zun Ausdruck zu bringen, nicht erreicht, dann muß hand an die Wurzel gelegt werden. Die Menschen find eben nicht gleich, noch folgen sie lieber der Wahrheit als der Verfüh ung; und wenn hier nicht allmählich Befferung wahrnehmbar wird, so muß Aenderung eintreten; es muß die Gleich werthigkeit der Stimmen fallen, wenn die Vorausfegung derselben nicht erreicht werden kann. In nähere Erörterungen, wie die Aenderung zu treffen wäre, wollen wir heute nicht eintreten: Die Stichwahlen sind das kleine Bedenken an unserem Reichs- Wahlsystem; thretwegen allein würden wir nicht rather, die Art anzulegen. Da haben wir schon eine ernste Drobung von nationalliberaler Seite, der sich die gesammte Bureaukratie in Deutschland und die konservativen Parteien sicherlich an schließen. Höchstens wird von dieser Seite bedauert wer den, daß die Kölnische Zeitung" so früh losgeschossen hat. Der Ausfall der fürzlich beendeten Wahlen fann aber bei der Kölnischen Zeitung" nicht allein Grund zu obiger Expektoration sein, denn in demselben Artikel finden wir ein Exempel, welches die Ungerechtigkeit des heutigen Wahlsystems nach einer anderen Seite hin beweist genöthigt gewesen wäre, sie zu besuchen. Ich suchte eine Person, welche sich in dieser Gegend aufhalten sollte." ,, Wohl in einem der Gebirgsdörfer?" " Der Drt war mir nicht bezeichnet." Sie verzeihen die Frage: Ist Ihr Unternehmen von Erfolg gewesen?" Leider nicht, Herr Graf; leider nicht!" Ich bedauere Sie, daß Sie sich den Beschwerlichkeiten vergebens haben unterziehen müssen. Und wenn die Person, welche Sie suchten, für Sie tiefes Interesse hat, so darf ich wohl annehmen, daß Sie von Herzen traurig über den Mißerfolg sind." ,, Das bin ich in der That, Herr Graf! Die Person ist eine nahe Verwandte von mir." Welche Jhren Namen führt?" Nein! Ich kenne nicht einmal den Namen, unter welchem sie sich hier aufgehalten hat." Vielleicht kann Ihnen meine Kenntniß der Gegend nüßen. Es giebt im ganzen Lande keine abelige Familie, deren Mitglieder ich nicht fenne." Ich fürchte," antwortete D'Brian mit einiger Vers legenheit, daß ich aus Ihrem freundlichen Anerbieten feinen Nusen schöpfen kann, denn vielleicht gehört die Unglückliche, welche ich suche, nicht einmal einer adeligen Familie an; vielleicht hat Noth sie zur Bettlerin gemacht." Das ist freilich etwas Anderes," verseßte der Graf. Doch woher vermuthen Sie, daß Sie arm sei?" " Jemard, welcher sie kannte, will sie in ärmlicher Kleidung in diesen Gegenden gesehen haben und zwar im Winter, um die Weihnachtszeit in der Nähe von Blackfield; diefe Nachricht war's, welche mich hierher führte." H „ Um die Weihnachtszeit eine Bettlerin? Hier in ber Nähe?" wiederholte der Graf gedankenvoll und schwieg eine Weile. Näheres über die Bettlerin wissen Sie nicht?" fragte er dann und ein ganz besonderes Intereffe schien in seinem eigenthümlich aufleuchtenden Auge zu liegen. ,, Näheres weiß ich nicht!" antwortete D'Brian. Ich " als die Röln. 8tg." jedenfalls dies beweisen will. Hören wir also: Bei den Wahlen am 28. Oktober erhielten nach zuverlässiger Schäßung Stimmen: 8.ntrum und Welfen 1 392 667, Deutschkonservative 884 743. Deu schireisinnige 983 293, Nationall berale 979 430, Reichspartei 331 474, Sozialdemokraten 526 241, Volkspartei 72 915. Nach diesem Stimmenverhältnis hätte unter genauer Becüd fichtigung der übrigen hier nicht aufgezählten kleineren Parteien der Anspruch auf Mandate zwischen den genannten Parteien also vertheilt: 3ntrum und Welfen 98, Deutschkonservative 62, Deutichfceifinnige 69, Nationalliberale 69, Reichspartei 23, Sozialdemo traten 37, Voltspartei 5. Jn Wuflichkeit aber zählen im neuen Reichstai: Bentcum und Welfen 109, Deutschtonservative 77, Deutschfreifinnige 66. Nationalliberale 54, Reichspartei 27, Sojialdemokraten 24, Volkspartei 7." Aus vorstehendem Vergleich ergiebt sih, wenn wir das rechte Seite des Reichstags nur um 4 Size, die Zentrum als Mittelpartei nicht berücksichtigen, daß die linte Seite aber um 14 Size zu furz gefommen, speziell die Sozialdemokratie um breizehn Size! Nehmen wir aber den Einfluß an, den diese ganze Verschiebung, das Zentrum jest mit eingefchloffen, auf die Beschlüsse des Reichstags ausübt, so ist dieser Einfluß gleich Null. Die Sozialdemokratie allein hätte einen Vortheil gehabt, denn ihr müßten die Site, welche das Zentrum zu viel befigt, zufallen, während doch die Nationalliberalen lediglich ihren besten Freunden, den Konservativen und der Reichspartei die überschüssigen Size fortaehmen würden. Und das wäre doch so gehauen, wie ge= stochen." Deshalb brauchte sich die Kölnische Zeitung" nicht so ungemein aufzuregen. 11 Wir bleiben also dabei, daß wir vorläufig nicht die geringste Aenderung an dem Reichswahlgesez wünschen, soweit diefelbe Bezug auf die Wahlberechtigung hat. Das Bolt aber möge immer die Situation vor Augen haben und bas Allgemeine gleiche Wahlrecht zu schüßen suchen, welches von der Neattion nur deshalb angegriffen wird, weil es ein wirkliches Volsrecht ist. Politische Webersicht. Zur Wahl im sechsten Berliner Wahltreise. Die Fortschrittspartei sucht wieder einmal die Arbeiter zu düpiren, indem sie der Arbeiterpartei einen fortschrittlichen lichen Arbeiter" entgegenstellt. Wohl wissen wir, daß auch andere Leute, als speziell Lohnarbeiter die Arbeitersache " hoffte, Näheres über die Person im Schloß Davistown zu erfahren." Ah, in Davistown!" wiederholte der Gra f.„ Sie waren dort?" H Ich war bort, erhielt aber keine bestimmte, sondern eine entmuthigende Antwort. Leider war Lady Davis nicht anwesend." ,, Sie ist anwesend!" fiel der Graf lebhaft ein. Sie ist jetzt anwesend." Auch erfuhr ich bei meinem Besuche, den ich dort machte, daß Mylady stets krant zurückgekehrt und außer Stande ist, Jemanden zu empfangen." ,, Ja krank, sehr frank!" wiederholte der Graf von Neuem in Nachdenken versinkend. " Vielleicht, Herr Graf," nahm nach einer Pause O'Brian das Wort, könnte ich dennoch durch Sie einige Aufschlüsse erhalten. Ist Ihnen die Familie Davis bekannt? Kannten Sie namentlich Lady Davis?" " Ich kannte sie!" antwortete er, und ein schmertvolles Bucken um seine Lippen machte sich bemerkbar. Offenbar beunruhigte ihn diese Unterredung. ,, Rannten Sie eine Dame, welche Gesellschafterin bei Lady Davis war?" fuhr D'Brian, welcher seine Unruhe nicht sogleich bemerkte, fort. ,, Nein, ich kannte sie nicht!" sagte der Graf; doch fprechen wir von etwas Anderem." Zum Glück meldete jetzt ein Diener, daß das Frühftüd angerichtet sei. Der Graf erhob sich und bat seinen Gaft, ihm zu folgen. Das Frühstück war in einem mit modernem Luxus ausgestatteten Wohnzimmer angerichtet, das der alterthümlichen Einrichtung des ganzen übrigen Schlosses wenig entsprach. Feiß Rodenburg war bereits bort anwesend, begrüßte den Grafen und wünschte ihm Glück zu seinem Aussehen. Man i ste sich und es that dem Grafen offenbar wohl, in Gesellschaft von Gästen wie der ein Glas Wein zu trinken, und seine in dem ganzen Distrikte so hoch gerühmte Gastfreundschaft zu dokumentiren. Ein Schatten aber flog über sein Antlig, als er seine Tochter nicht anwesend fand. " Die vorliegende erste Nummer der neuen Zeitschrift enthält im amtlichen Theile eine Anzahl wichtiger Bescheide und Beschlüsse des Reichsamtes, welche für alle Arbeitgeber von aroßer Wichtigkeit find. Im nichtamtlichen Theile folgt eine Mittbeilung über die Zusammenseßung und die Drganisation des Reichsversicherungsamtes und eine Abhandlung über die Frage der älteren Ve ficherungsverträge. Es ist in Aussicht genommen, den amtlichen Nachrichten ein besonderes Anzeigeblatt beizufügen, dessen sich die Berufsgenossenschaften bei ihren Bekanntmachungen und sonstigen Veröffentlichungen bebienen können. " In Bremerhaven wurde geftern, wie ein Privat- Telegramm meldet, in Sachen der Kollifion zwischen der Korvette Sophie" und dem Postdampfer des Norddeutschen Lloyd " Hohenstaufen" der Spruch des Seeamts verkündet. Der felbe lautet: Bei den dem Seeunfall vorangegangenen Ma növern hat Kapitän Winter unvorsichtig gehandelt, weil er nicht früher hat Backbord Ruder gegeben und fich in Folge deffen dem Geschwader unnöthiger Weise genähert hat. In Folge dieser Manöver hat der Kommandant der Sophie" fich veranlagt gesehen, feinen Kurs zu verändern. Insofern hat Kapitän Winter mittelbar zur Kollifion beigetragen, wäh hat Kapitän Winter mittelbar zur Kollifion beigetragen, während die Handlungsweise der Korvette Sophie" diretten Einfluß an der Kollision gehabt hat, denn hätte die Korvette den Kurs gehalten und wäre fte, nachdem der Busammenstoß unvermeidlich schien, nach Backbord ausgewichen, so würde Alles flar gegangen sein. In dem Verhal ten des Hohenstaufen" nach der Kolliston hat das Seeamt nichts auszuseßen. Dem Kapitän Winter ist das Schiffer patent nicht zu entziehen." vertreten fönnen und wir würden auch daran feinen Anstoß| nächfi alle 14 Tage erscheinen( Jahres- Abonnement 6 Matt). I nehmen, daß der frühere Lohnarbeiter Herr Bey jetzt einen anderen Beruf hat. Aber daß dieser andere Beruf in dem Kassenwesen des Dr. Mar Hirsch zu suchen ist, das macht uns stußig. Sämmtliche Parteien haben in dem legten Jahre dieses Kaffenwesen angegriffen; es wurde erwiesen, daß bie Invalidenkaffen des Dr. Mar Hirsch auf völlig unsolider Grundlage aufgebaut worden sind und daß verschiedene Ar beiter, die treu zu denselben beigetragen hatten, nicht die jenige Unterstüßung fanden, die ihnen statuarisch bei ihrem Eintritt versprochen worden war. Und diese Benachtheiligung von Arbeitern hat der frühere Arbeiter und jeßige Rassen Beamte des Dr. Mar Hirsch vertheidigt. In solchem Verhalten Arbeitern gegenüber aber liegt die unüberbrückbare Kluft zwischen dem Herrn Bey und den Arbeitern des 6. Berliner Wahlkreises. Herr Bey wird ja wohl von einer Anzahl den Hirsch'schen Gewerkvereinen nahestehenden Arbeitern bei der Wahl die Stimmen bekommen; aber die meisten Stimmen, die dieser Arbeiter" am 12. Dezbr. auf fich vereinigen wird, werden ihm von den fortschritt, lichen Herren, den größten Feinden der Arbeiter zufallen. Außerdem sei bemerkt, daß es gerade Herr Bey gewesen ist, der in zahlreichen Orten Deutschlands in öffentlichen Versammlungen, in denen das neue Krankenkassengeset besprochen wurde, in der gehässigsten, wenn auch recht ungeschickten Weise der Arbeiterpartei entgegengetreten ist. Dem Herrn kam es lediglich darauf an, für die Hirsch- Dunker'schen Gewerkvereine Rekruten unter den Arbeitern zu werben, obgleich er als Rassenbeamter des Dr. Max Hirsch wohl wissen mußte, daß diese Vereine gerade nicht die solideste Grundlage haben. Daß Herr Ben fich jetzt vor der Wahl als Radikalen aufspielt, dies ist auch nur ein Lockmittel. Seinen Lehrmeister und Herrn, dem Dr Max Hirsch geht selbst der Richtersche Radikalismus“ zu weit; Herr Hirsch gehört zu der Sorte Hänel, Baumbach, von Fordenbeck. Wenn sein Schüler einmal gewählt ist, so wird Dr. Mar Hirsch leichten Spiels denselben schon zu seiner Anficht bekehren und aus dem Hospitanten der Fortschrittspartei wird bald schon ein rechtsflügeliges Mitglied derselben werden.- Was es übrigens mit dem einen Arbeiter in einer großen politischen Partei im Reichstag auf sich hat, das zeigt so recht der frühere Ar= beiter, Herr Stößel in der Zentrumspartei: man hört und sieht nichts von ihm! Und so wird es dem früheren Arbeiter Bey im Reichstage gleid falls ergehen. Die Berliner Arbeiter aber mögen fich vor solchen ,, Arbeitern" hüten. Die Strafvollstreckung an Franen, die zu Buchthausstrafe verurtheilt sind und sich im Zustande der Schwangers schaft befinden, fann- so schreibt man von offiziöser Seite mitunter nicht aufgeschoben werden, weil dieselben fluchtverdächtig find. In Fällen diefer Art darf die Aufnahme der Verurtheilten in die Strafanstalten nicht davon abhängig gemacht werden, daß die Schwangerschaft noch nicht bis zum fiebenten Monat vorgeschritten ist. Mit Rüdsicht bierauf und im Anschluß an die Verfügung vom 18. Mai v. J. hat der Minister des Innern durch Birkularerlaß vom 3. Juni d. J. bestimmt, daß zu Buchthausstrafe verurtheilte schwangere Frauenzimmer in jedem Stadium der Schwangerschaft in die betreffenden Strafanstalten aufzunehmen find, wenn die Ersten Staatsanwälte die Aufnahme im Interesse der Strafvollstreckung ausdrücklich verlangen. Nach einem Erlag vom 9. September d. J. findet diese Anordnung auch auf die zu Gefängnißstrafen verurtheilten schwangeren Frauenzimmer Anwendung. Im Neichs- Versicherungsamt dürfte die Berathung über die von den Handelskammern und gewerblichen Vereinen eingegangenen Abänderungs- Anträge voraussichtlich schon in den nächsten Tagen beginnen, so daß das definitive Normalstatut noch gegen Ende dieses Monats zur Veröffentlichung gelangen dürfte. Zur Unfallversicherung. Um den betheiligten Kreisen die auf Grund des Unfallversicherungs- Gesezes gefaßten Bescheide, Beschlüsse und Entscheidungen des Reichs- VersicherungsAmtes genau und rechtzeitig zur Kenntniß zu bringen, erscheint von heute ab im Verlage von A. Asher u. Ko. in Berlin eine Zeitschrift unter dem Titel ,, Amtliche Nachrichten des Reichs Versicherungsamtes". Die Zeitschrift soll zuDie Gesellschaftsdame derselben schickte sich an, die Honneurs zu machen. Wird Agathe nicht erscheinen?" fragte der Graf. ,, Vielleicht!" antwortete die Dame mit einiger Verlegenheit. Die Komtesse fühlte sich ein wenig unpaß." " Ich bitte Sie, Miß Eton, sagen Sie meiner Tochter, Darmstadt. Der zweiten Kammer der Stände ist ein Gefeßentwurf, betreffend die Ausübung des Hufbeschlag 3 zugegangen. Der Inbalt ist folgender: Art. 1. Bom 1. Jan. 1886 find nur folche Personen berechtigt, gewerbsmäßig den Hufbeschlag selbständig auszuüben, welche eine Prüfung im Hufbeschlag mit Erfolg bestanden haben. Diejenigen, welche bis 31. Dezember 1885 das Hufbeschlaggewerbe selbstständig ausgeübt haben, find von der Prüfung entbunden. Art. 2. Die Prüfung fann nur vor einer in einem Bundesstaat staatlich bestellten oder anerkannten Prüfungsstelle stattfinden. Art. 3. Jm Fall besonderen Bedürfniffes tann das Ministerium des Innern und der Justiz von der Prüfung dispenfiren. Die Motive heben hervor, daß das Hufbeschlaggewerbe ohne schwere Schädigung des Pferdematerials nur durch genü gend befähigte Personen ausgeübt werden dürfe. Das Reichsgefeß vom 1. Juli 1883, betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung, läßt zu, daß der Betrieb des Hufbeschlaggewerbes durch die Landesgesetzgebung von der Beibringung eines Prü fungszeugnisses abhängig gemacht wird. Darnach haben sich die landwirthschaftlichen Pravinzialvereine, die Zentralstelle für die Landwirthschaft und die landwirthschaftlichen Vereine für Regelung der Angelegenheit in diesem Sinne ausgesprochen. Borgegangen find darin Bayern durch Gesetz vom 1. März d. J. und Baden durch Gesetz vom 5. Mai D. J. An das badische Gesez schließt sich der vorliegende Entwurf an. Welt- Ausstellung in New Orleans. Die fremdländische Abtheilung der Weltausstellung, die am 16. Dezember in NewOrleans eröffnet werden soll, wird eine große Vertretung haben. Die Ausstellungsgegenstände von Großbritannien nehmen einen Raum von 20,000 Quadratfuß ein, die aus Frankreich 27,000, aus Merito 30,000, aus Belgien 21,000, aus Rußland 18,000, aus Japan, Siam und China 16,000, aus Jtalien 9000, aus den zentralamerikanischen Republiken 16.000, aus DesterreichUngarn 10,000 Quadratfuß. Die Ausstellungsgegenstände von Deutschland, Spanien, Portugal, Dänemark, Schweden und Norwegen werden nicht zahlreich sein, falls nicht neuere Verschiffungen unterwegs find. Deutschland, welches gegenwärtig sich so sehr anstrengt, neue Abſaßgebiete für seine Fas brikation zu erlangen, dürfte auf den Weltausstellungen gewiß nicht durch theilweise Abwesenheit glänzen. Belgien. Das ultramontane belgische Ministerium hat abermals eine recht empfindliche Schlappe erlitten und sich genöthigt gefehen, den Rückzug anzutreten. In der Sigung vom 5. Dezember hatte der Kriegsminister, General Pontus, auf eine von der Linken ausgegangene Interpellation erflärt, er habe zwar ein Organisations- Projekt für die Armee- Reserve, werde es aber nicht vorlegen, da die Majorität der Kammer Dieser Maßregel nicht günstig sei. Die Linke protestite daso In 69 Gemeinden der Provinz Antwerpen gegen. weit hat das liberale Schul- Komitee es festgestellt sind 142 Lehrer und Lehrerinnen, die 238 Personen zu ernähren haben, bis jest abgefegt worden. Frankreich. Nach zehatägigen schrecklichen Leiden ist der Agent Morin( wie bereits furz gemeldet. Red.) endlich gestern Abend um 10 Uhr gestorben. Ohne die Trepanation wäre sein Tod früher eingetreten. Morin scheint weder Verwandte noch Freunde zu haben, die Antheil an seinem Schicksal nehmen; sein Rechtsanwalt, Herr Angeli, war die einzige Person, die ihn im Krankenhaus besuchte. Frau Hugues, die jeden Tag sich nach dem Befinden Morins erfundigt hat, nahm die ,, Sollte Sie nicht das Verlangen nach Ihrer Heimath, Ihren Gütern, Ihren Angehörigen hierher zurückziehen?" " Ich habe hier keine Güter und feine Verwandten," antwortete D'Brian. Ich stehe allein in der Welt, ganz allein!" " Nachricht von seinem Verscheiden früh mit lebhafter Erregung auf. Die junge Frau ist nicht mehr wie in den ersten Tagen ihrer Untersuchungshaft fieberhaft aufgeregt, scheint aber die Entfernung von ihren Kindern schwer zu ertragen, welche fell ihrem ersten Besuche nicht wieder nach dem Gefängniß gebracht morden find, weil die Trennung au aufregend gewesen wat Die Blätter veröffentlichen ein Schreiben auf's Neue, das Frau Hugues im September v. J. an ihren nach Marseille ge reisten Gatten richtete, als der Standalprozeß zum ersten Mal an die Deffentlichkeit trat. In jenem Schreiben gab Frau Hugues den Entschluß kund, Frau Lenormand, die Urheberin der Verleumdung, über welche fie fich beklagte, aufzusuchen und Au erschießen; dabei ließ fie folgende Worte entschlüpfen, welche fich jetzt zu einer furchtbaren Belastung gegen ste aufrichten: ,, J hatte zuerst daran gedacht, mich an dem Zeugen Morin vergreifen; aber man hätte glauben fönnen, ich wolle sein Zeugniß aus der Welt schaffen, was nicht der Fall ist." Det Lod Vlorins wird die Untersuchung beschleunigen. Ueber die Frage, ob der Abg. Hugues als Mitschuldiger oder als Beuge zu behandeln, ist noch kein Beschluß gefaßt. Die franzöfifche Deputirten fammer beschäftigte sich gestern mit der abermaligen Berathung der aus dem Senate an die Ramme zurückgelangten Wablreformoorlage. Der Berichter statter Léon Renault hob den versöhnlichen Geist des Senat hervor und empfahl zum Schluß die unveränderte Annahme des Gesezentwurfes in der ihm vom Senat gegebenen Fafung Die Deputirtenkammer nahm zunächst die fünf ersten Aitifel welche im Senat unverändert geblieben find, an. Bei der Berathung des sechsten Artikels entwickelte Floquet einen Gegenentwurf, welcher für die Wahl des Senats das allge meine Stimmrecht zur Grundlage nimmt. Nach einer länge ren Rede des Ministerpräsidenten Ferry, in welcher er ben Gegenentwurf Floquet's bekämpfte und hierbei die Rabinet 227 frage stellte, wurde dieser Gegenentwurf mit 280 gegen Stimmen abgelehnt und schließlich die Vorlage im Gange mit allen vom Senate beschloffenen Modifikationen mit 3 gegen 174 Stimmen angenommen. Duval, Berichterstatter Des Bollausschusses, hat seine Arbeit vorgelegt. empfiehlt Ablehnung des Viebzolls, der das Fleisch vertheuem und den Nothstand der Arbeiter erhöhen würde. Grén begnadigte Neerholz, der unter besonders graufamen Umstände einen Raubmord begangen hat. Frau Hugues muß he in der Morgue mit Morins Leichnam fonfiontict werden. S verlangt von dieser Förmlichkeit befreit zu werden. Vo den 21 Individuen, welche wegen der Tynamit- Exploftone in Moniceau- les- Mines neuerdings verhaftet wurden, find in Freiheit gesezt worden. Die übrigen vier fommen vor b Geschworenen. melde Desha Lage günf Form Mini maiti Sowie Krieg übern den der f v. Er nung dahin geschr Seger berge Mitta Betiti theils im P Antra Des laffeng worde Mouf Fchr. führer ren, Lipke Entsch Gefeß Gesell Reich der B 17 fchloff 27. J Bedie feine vom 6 Dertret fchädig Gefeße fäßen Seffio Egypten. In dem von der egyptischen Staatsschulden Tasse gegen die egyptische Regierung angestrengten Broseffe i gestern das am 2. b. M. gefällte Urtheil von dem Gerichte hoft vei fündet werden. Daffelbe verurtheilt die Regierung, alle un gefeglicher Weise erhobenen Summen an die Staatsschulden faffe zurückzuzahlen, und erklärt den Finanzminister, die Mudith die General Einnehmer der Provinzen, deren Erträgniffe fi Zwecke der Staatsschuld bestimmt sind, und die Herren Le M surier und Caillard persönlich verantwortlich für die von ihne an die Regierung anstatt an die Staateschuldenkasse abgeführte Summen. Der Klageantrag, auch Nubar Paicha für veran wortlich zu erklären, ist abgelehnt worden. Die egyptische R gierung hat beschlossen, gegen das Urtheil Berufung einzulegen Sualim. Etwa 60 auf Rameelen uno Pferden beritte Rebellen führten 42 Rameele von einem etwa 2000 Meter Süden der Stadt gelegenen Punkte gewaltsam hinweg, wobe zwei Mann todt auf dem Plage blieben und einer verwund wurde. Madagaskar. Es verlautet, daß zwischen dem franj schen Admiral und den Hovas vorläufige Friedensunterban lungen angeknüpft worden sind. Die französischen Kriegsid Beautemps", Beaupré" und ,, Aller" find mit Truppen na Der Bai von Diego Suarez abgesegelt und zwar, wie ma glaubt, um jenen Platz zu befeßen. Der allgemeine Stan der Angelegenheiten ist unverändert. Der G Ausga nabme 6,668,8 Bur 3 10 ne toren Bahl Lebrer zablend merden Waffer in Bri 106,700 Roften Schüle 63,770 hauses und F Mart Bufcu Häusli ein Art Die Ba Di bd Zum französisch- chinesischen Konflikt verlautet, daß Arbeiten zur Verstärkung tes französischen Expeditionsfo eifrig betrieben werden. Ein großer Theil der Artilleriearbeit im Hafen von Toulon arbeitet des Nachts, um das Krieg material für das Geschwader des Admirals Courbet in Stan zu setzen. Bu gleicher Zeit hat der Seepräfekt des 5. Bei Befehl erhalten, die Torpedoboote Nr. 62, 63, 64 und 65 Bereitschaft zu stellen. Ein Rundschreiben des Kriegsminist läßt an die Infanterieregimenter einen Aufruf ergeben an Unteroffiziere und Soldaten, die zur Bildung des Kadres 4. Regiments der algierischen Scharfschüßen und des 2. Re ments der Fremdenlegion dienen wollen. Die beiden R menter sollen am 15. Dezember gebildet werden. Der don and China Telegraph" behauptet, daß verschiedene Schi in den Londoner Docs unter der harmlofen Bezeichnung Eingemachtem u. dal. Kriegsvorräthe einnehmen und daß Schiffe bei ihrer Anfunft in China in Blockadebreter verm delt werden können. Den Times" wird aus B.fing 11 DOS mehr schwärmst, als für Dein Vaterland; hättest wohl selbst Lust, dort Deinen Wohnsitz aufzuschlagen?" rief Graf, der die Aeußerung seiner Tochter offenbar mißbeute Sie schüttelte schwermüthig das Haupt. ,, Nie, nie!" Di Miß Eton, die Gesellschafterin der Romtesse, hatte ih daß ich sie herzlichst und inständigst bitte, uns ihre Ge- leiser, zitternder Stimme das Wort, daß Sie kein Ber- Herrin voll schmerzlicher Theilnahme beobachtet. Sie fühlt sellschaft zu gönnen, wenn es irgend ihr Zustand erlaubt." Die Gesellschafterin entfernte sich, und nach kurzer Zeit fehrte sie in Begleitung der Komtesse zurück. Dieselbe fab bleicher aus als vorher, und Kummer, tief verschlossener Kummer brüdte sich für den feinen Beobachter deutlich genug in den edlen Bügen ihres Antliges aus. Der Graf erhob sich, nahm sie bei der Hand und ließ sie neben sich fißen, dem Beronet gegenüber. Sie schlug die Augen nicht zu ihm auf; aber sie fühlte, daß sein Blick auf ihr ruhte, und wieder wechselte Erröthen und Marmorblässe. Der Graf, welcher seine Tochter mit Spannung beobachtet hatte, bemerkte diese Veränderung, und ein Lächeln der Zufriedenheit verklärte seine Züge. Voll innigem Wohlgefallen nickte er mehrmals mit dem Ropfe, als wollte er fagen:„ Der schöne Kavalier hat einen Eindruck auf Dich gemacht." Das ist gut, das läßt mich die Erfüllung meines heißesten Wunsches endlich hoffen." Je länger er feine Beobachtung fortsette, desto mehr fam er zu der Ueberzeugung, daß er recht vermuthet, und mit noch lebhafterer Freude ward er gewahr, daß seine Tochter auf den Baronet einen nicht minder tiefen Einbruck gemacht habe, und er benutte jede Gelegenheit, um auf das Biel seiner heißen Wünsche loszusteuern. ,, Mein Herr," sagte er, nachdem die Reihe der zeremo niellen Gelegenheits- Phrafen abgewickelt war," Sie find, wie ich sehe, Offizier des Freiwilligen- Regiments in Indien." Ja, Herr Graf! Ich befinde mich augenblicklich nur auf Urlaub in England. Sie werden hoffentlich nach Beendigung des Krieges in Ihre Heimath zurückkehren!" Wer weiß!" antwortete D'Brian ausweichend; ,, ich rchte, ich werde es nie können." So ist es erklärlich," nahm die Comtesse Naathe mit langen nach Ihrer Heimath haben, an welche sich ohne Es ist in 3weifel nur traurige Erinnerungen knüpfen. diesem Falle beffer, Sie bleiben dort und kehren nicht mehr hierher zurück." D'Brian fühlte sich schmerzlich berührt durch den mit so viel Ueberzeugung ausgesprochenen Rath, nicht wieder zu kommen. War es doch, als ob fie sagen wollte, daß seine Anwesenheit ihr peinlich sei. " Wie Du so sprechen fannst, mein Rind!" verwies fie der Graf. Man fann ja nicht wissen, ob nicht Sir D'Brian durch andere Bande, als die der Verwandtschaft, an seine Heimath gefesselt ist; die Bande der Liebe zum Beispiel." D'Brian richtete einen Blick voll Zärtlichkeit auf die schöne Gräfin, und sie fentte vor diesem Blick ihr Auge, richtete es aber sogleich wieder mit ängstlich fragendem daß dieser Gegenstand des Gesprächs ihr Kummer bereite und sie beeilte sich daher, die Unterredung auf einen a bern Gegenstand zu lenten. hat Ich bemerkte," sagte sie ,,, daß der Herr Baronet O'Brian eine merkwürdige Aehnlichkeit mit dem Herrn Doktor es ist fast wie eine Familienähnlichkeit." in ,, Wahrlich!" bestätigte der Graf, das fällt mir Rodenburg seinen Bart ebenso trüge..... diesem Augenblick ebenfalls auf. Wenn mein Freun # " Rodenburg?" fiel O'Brian lebhaft ein. Sie heig Rodenburg?" " Frig Rodenburg!" sagte dieser. Und wohnen?" " In Blackfield!" " Geborener Engländer?" Nein, ein Deutscher, aus Hamburg gebürtig! 36 Auch das Glück der Liebe scheine ich nicht hier finden Ihnen Jemand dieses Namens bekannt, Herr Baronet?" zu sollen," antwortete dieser. Ich bin nicht zum Glück ,, Nein," antwortete er schnell ,,, boch ja," verbeffer er sich sogleich. Ich hörte in Indien von einem Robe geboren und wenn in der That die Sehnsucht meines Her= zens einen Gegenstand hier gefunden hätte, so fürchte ich, burg sprechen, der aus einem Drte in der Nähe von N daß ich denselben nie erreichen würde." ,, So wollen Sie sich eine neue Heimath in Indien gründen?" sagte Friz. Ich muß es!" antwortete D'Brian. ,, Dem Heimathlosen ist das große Land voll Abenteuer und voll Nomaniit, voll Gefahren und voll von dem reichsten Zauber der Natur, der schönste Aufenthalt." ,, Gewiß!" bestätigte Agathe. Und Sie werden sicherlich dort nicht unglücklich sein. Schottland ist nicht so schön als Indien.... Sie thun recht, dort zu bleiben, Herr Baronet!" ,, Ei, meine Tochter; es scheint, daß Du für Indien stadt in Preußen gebürtig war" ,, Wohl gar Felix Rodenburg?" „ Ich glaube, so hieß der Mann, von welchem Rebe war!" antwortete D'Brian, dessen Verlegenheit lich mit seinem Interesse an dem Gegenstande kämpfte ,, Felix Rodenburg war mein Better, der Sohn Gutsbesizers Rodenburg auf Feldau." Ihr Vetter?" Ja! Er ging nach Indien." ,, und wo befindet sich derselbe jetzt?" bi fig be ch höre, er ist tobt; meine Schwester schrieb es mit Todt? Man hält ihn für todt? Es ist tot. 86, anftalte nach de Waisen werden Jablt, ftalten Der Et taffe fc beften nah m ,, C In F berweit e wahr? I " alte Ro hat er D' längere beit bi verabsch hier ble Graf, u meine Graf. und aud weifen, ich mich veransta Ein Sd nicht ab heißt, ei bann er baß ber Jagd in Ihnen e haben w Schottla reichen; jägers 2 feben, S Eber all I ein Der Die ge che Det net 43 at me ng. tel Det men ge ge Den eth 227 gen 344 tter Lern ép ben exte 119 Bon Onen 17 bl Den e i boft un Den dirk fis Me bren rten cant R egen tten Dobe unde and Tabifft nad man Stand bi Fors beits rieg Stan exitl 65 ifte Rep Di де Cal al g PERERE meldet, daß bisher alle Friedensverhandlungen hauptsächlich deshalb gescheitert sind, weil die Chinesen fich die wirkliche Lage nicht klar zu machen vermögen. Sie rechnen auf ihnen günftige Bufälle for ohl in Betreff der Lage der Franzosen in Formosa, als auch auf mögliche Verlegenheiten des Ferry'schen Ministeriums. Sie können sich die Gefahr nicht vergegenwärtigen, die in einem permanenten Verluft von Formosa, sowie in der Möglichkeit liegt, Frankreich zu einem ernsten Kriege zu zwingen. Die Agenten der Regierung in Europa übermitteln befiändig falsche Informationen, welche die Behörden in Peking verwirren und irreleiten. Parlamentarisches. Die Stichwahl in Danzig zwischen dem Kandidaten der freifinnigen Partei, Schrader, und dem Oberpräsidenten v. Ernsthausen ist auf den 17. d. anberaumt. -Der Zentralvorstand des deutschen Schuhmacher- Innungs- Bundes hat an den Reichstag eine Betition gerichtet, dahin gehend, daß die Militärwerkstätten nach Möglichkeit eingeschränkt werden und der Bedarf von MilitärbekleidungsGegenständen soweit als irgend möglich in den Strafanstalten hergestellt werde. Die Petitionskommission des Reichstags hielt heut Mittag wiederum eine Sigung und erledigte eine Anzahl von Betitionen von feinem allgemeinen Interesse, indem sie dieselbe theils durch Tagesordnung erledigte, theils als zur Erörterung im Plenum nicht geeignet erachtete. Die Kommission des Reichstages zur Vorberathung des Antrages des Abg. Grillenberger bezüglich der Hinausschiebung Des Termins für den Beginn der Wirksamkeit des Krankenfaffengesetes, ist heute nach Schluß der Plenarsizung gewählt worden und hat sich folgendermaßen tonftituirt: Abgg. Doktor Moufang( Vorfigender)," Kopfer( Stellvertreter des Vorfißenden), Fehr. v. Scheele und Graf zu Dohna- Friedrichstein( Schrift führer), Frhr. v. Graevenit, Dr. Frhr. v. Gröben, Hige, Loh ten, Frhr. v. Hammerstein, Strudmann, Gebhard, Wichmann, Lipke und Kayser. -Dem Reichstag ist jetzt die Petition, betreffend die Entschädigung der Berufsvertreter und Beamten der durch das Gefeß vom 6. Juli 1884 betroffenen Brivat- UnfallversicherungsBesellschaften zugegangen. Das Gesuch geht dahin: Der Reichstag möge mittelft Beschlusses anerkennen, daß, nachdem Der Bundesrath in seiner Sigung vom 11. November cr. beschloffen hat, der durch die Resolution des Reichstages vom 27. Juni d. J. gegebenen Anregung wegen Entschädigung der Bediensteten von privaten Unfallversicherungs- Gesellschaften feine Folge zu geben, die in ihrem Erwerbe durch das Geset vom 6. Juli d. J. schwer geschädigten Beamten und Berufspertreter der privaten Unfallversicherungs- Gesellschaften zu entschädigen seien und die Staatsregierung auffordern, einen Gefeßentwurf, welcher die Entschädigungsfrage nach den Grundfägen des Rechts und der Billigkeit regele, noch in dieser Seffion dem hohen Haufe in Vorlage zu bringen. Kommunales. ( Außerordentliche Magistrateskung am Dienstag.) Der Etat für das Gemeindeschulwesen ist vom Magistrat in Ausgabe von 6,730,650 M. festgelegt worden, gegen eine Einnahme von nur 61,751 M., so daß ein Ueberschuß von 6,668,899 M. aus Gemeindemitteln gewährt werden muß. Bur Beit sind 146 Rektoren angestellt. denen noch laut Etat 10 neue Stellen hinzutreten sollen. Diese zusammen 156 Ret toren erfordern ein Gehalt von 535,920 Wt. Ebenso ist die Zahl der ordentlichen Lehrer von 1484 auf 97 neu anzustellende Lehrer zu erhöhen. Das denselben inti. 36 Hülfslehrern zu ahlende Bebalt beträgt 1,143,675 M., für Unterrichtsmittel merden erforderlich 73 464 M., für Heizung, Erleuchtung und Waffer verbrauch 211,544 M., an Miethe für Schullokalitäten in Privathäusern 320,366 W.; der Turnunterricht beansprucht 106,700 M. Außerdem sind noch für den Unterricht der auf Roften der Kommunen in Privatanstalten untergebrachten Schülen, sowie für den Unterricht blödsinniger Schüler 63,770 M. erforderlich. Der vereinigte Etat des Arbeitshauses und der beiden Asyle für Obdachlose in der Palisadenund Friedenstraße schließt ab mit einer Einnahme von 112,406 Mart und einer Ausgabe von 423,148 M., es ist daher ein Buschuß erforderlich von 210,722. Die Verpflegung ber bäuslinge beansprucht die Summe von 281,500 M., welcher tin Arbeitsverdienst derselben von 96,200 M. gegenüber steht. Die Hausbedürfnisse berechnen fich für alle 3 Anstalten auf tot. 86,000 M. Die Ausgaben für die Waisenverpflegungsanstalten in Rummelsburg und in der Alten Jakobsstr. beläuft sich nach dem Etat für 1885/86 auf 915 399 M., wovon auf die Waifenverwaltung 843 399 M. entfallen. Von letterer Summe werden für in Privatpflege gegebene Kinder 569 332 M. ge= zahlt, während die Verpflegung der in oben erwähnten Anftalten untergebrachten Kinder 130 960 Dt. beansprucht. tasse schließt im Ordinarium der Ausgabe ab mit 923 M., in besten so," murmelte D'Brian für sich, und sein Antlik nahm einen Ausbruck tiefer Niedergeschlagenheit an. Com Schiff DOS B bl roam 8 g gas bet tete ib Site reite " Er soll in Indien gefallen sein!" fuhr Fritz fort. In Folge dessen hat sein Vater über seine Erbschaft anberweitige Dispositionen getroffen." Sein Vater hat ihn verstoßen, verflucht! Nicht wahr?" fragte O'Brian. Das weiß ich nicht, doch unmöglich wär's nicht. Der alte Rodenburg hat fein Herz für seine Verwandten, das hat er seinem Bruder, meinem Vater, bewiesen." an Frian bat in eun Fetty den New Ficht déy be D'Brian schwieg nachdenkend. Es entstand eine längere Bause, welche endlich von Fritz unterbrochen wurde. Herr Graf," sagte dieser ,,, ich benutze die Gelegenheit dieses Beisammenseins heute, um mich von Ihnen zu verabschieben." hier bleiben?" Sie wollen fort?" rief der Graf, Sie wollen nicht Graf, und die Sorge für meine fernere Existenz erfordert meine Anwesenheit in Blackfield." Meine Anwesenheit ist jetzt nicht mehr nöthig, Herr " Graf. Sie Sie dürfen auf keinen Fall jezt fort!" fagte der müssen bleiben, bis ich ganz hergestellt bin; und auch der Herr Baronet wird mir die Freundschaft er weisen, so lange hier zu verweilen im Schlosse. So bald ich mich start genug fühle, beabsichtige ich eine Jagd zu veranstalten, und sie beide müssen derselben beiwohnen. Summa also mit 183 565 M, für Geschäftsbedürfnisse 36 241 Summa also mit 183 565 D, für Geschäftsbedürfniffe 36 241 Mast. Doch bemerkt das Ruratorium der Sparkaffe, daß die Mast. Doch bemerkt das Ruratorium der Sparkaffe, daß die wirklichen Ausgaben wahrscheinlich sich bedeutend höher ge stalten werden, da verschiedene neue Einrichtungen, welche im Laufe des Etatsjahres in Wirksamkeit treten sollen, verschie Dene, zum Theil nicht unwesentliche Ausgaben erfordern würden, welche zur Beit noch nicht annähernd festgestellt werden tönnten; es würden demnach innerhalb des Etatsjahres erheb. liche Nachforschungen nothwendig werden. Die eigenen Ein nahmen des Administrationsfonds betragen 49 643 M., dar unter 46 643 M. Reinertrag des Grundstüdes Klosterstraße 68, der aus dem Geschäftsgewinn der Sparkasse zu entnehmende Buschuß beträgt daber 133 922 M. Der Besuch der Untersekunda des Königstädtischen Gymnafiums hat sich derartig gefteigert, daß eine Theilung der Klaffe in awei aleichlaufende Abtheilungen dringend nöthig erscheint. Der Magistrat hat beschlossen, diese Theilung mit dem 1. April 1885 eintreten zu lassen. Lokales. Fortschrittliche Versammlung. Auf vorigen Sonntag war nach Kleine's Restaurant, Gerichtsstraße 10, eine große Wählerversammlung einberufen worden, die nur ,, von einigen dreißig Personen" besucht war. Der fortschrittliche Kandidat, Porzellanarbeiter Bey, entwickelte in furzen Bügen sein Brogramm. Die Verfammelten bestanden zumeist aus fortschrittlichen Vertrauensmännern. Dies be richtet die ,, Berliner Zeitung", die doch gewiß eine fortschrittliche Versammlung nicht untertreibt". Die Verwaltung der Großen Berliner Pferdebahn hat mit Rücksicht auf die durch das bevorstehende Weihnachtsfest bedingte Verkehrssteigerung folgende Einrichtungen getroffen: Vom Zoologischen Garten aus werden in den ver fehrsreichen Mittagsstunden von 11 einhalb bis 3 einhalb Uhr Extrawagen nach dem Spittelmarkt befördert, die eine rothweiße Signalscheibe und die Bezeichnung ihres Ausgang- und Endpunktes im Schilde führen: Dann werden vom 11. d. M. die Wagen der Linien Bülowstraße, resp. Hafenplatz- Köllnischer Fischmarkt, die während der Dauer der Weihnachtsmesse nur bis zum Rothen Schloß expedirt werden können, in Beits räumen von 4 resp. 5 Minuten verkehren. Wir bemerken gleichzeitig, daß die auf der Linie Zoologischer Garten- Holzmarktstraße zum Zwecke des Theaterbesuchs eingelegten Wagen nach wie vor um 5,45 und 6 Uhr Nachmittags vom Zoologis schen Garten ausgehen und um 6 resp. 6,25 Uhr den LüßowPlatz erreichen. N. Die neue Tramwaybahn an der Strecke des verlängerten Kurfürstendamm bis zum Grunewald- Halensee ist gestern fertig gestellt worden und wird Ende dieser Woche, nachdem die baupolizeiliche Abnahme stattgefunden hat, dem Verkehr übergeben werden. Die Bahn ist von der Berlin. Charlottenburger Bauverein- Aktien- Gesellschaft erbaut worden. Die neue zweizylindrige Tramway- Maschine ist in der Borsig: schen Fabrik erbaut; ein Personenwagen, der vorläufig auf Probe eingestellt werden soll, ist in Hamburg verfertigt und vorgestern auf der Hamburger Bahn verladen worden. Der Bersonenwagen ist bedeutend größer als die gewöhnlichen ferdebahnwagen und enthält vorn und hinten auf größerem Berron eine bedeutendere Anzahl Steholäge. Vorläufig ist man damit beschäftigt, eine Bumpitation für die Maschine auf dem Depot zu errichten. " 1 geglitten und so unglücklich hinabgeftürzt, daß fie schon nach wenigen Minuten eine Leiche war. Wäre fie im Freundeskreise geblieben und hätte dem Aberglauben getrost- wer weiß, ob bies Unglück fich ereignet hätte. Bei den Wafferrohrlegungsarbeiten in der Neuen Wilhelmsstraße, in der Nähe der Marschall- Brüde, ist eine Sprenglugel von 8 Zentimeter Durchmesser 1% Meter tief in der Erde gefunden worden. Die Kugel kann dort schon lange, vielleicht über 100 Jahre, gelegen haben, denn der Holzzünder war ziemlig vermodert und das Füllpulver so zerseßt, daß es, angezündet, nur schwach glimmte. An derselben Stelle sollen früher auch Vollkugeln gefunden sein, und es ist möglich, daß dieselben be der Beschießung Berlins durch die Nuffen und Desterreicher im 7jährigen Kriege hier in die damals breitere Spree gefallen find. Mit der Fertigstellung der gegenwärtig im Bau be findlichen Unterführung der Dorfstraße unter den Bahnhof Der Berlin- Potsdam- Magdeburger Eisenbahn werden in dem Betriebe der Stadt- und Ringbahn auf der Strecke Schöne berg- Potsdamer Bahnhof wesentliche Veränderungen eintreten. Die gegenwärtig in der Nähe der Kolonnenbrücke befindliche Haltestelle Shöneberg wird dort eingehen und wiederum nach dem alten Bahnhof der Stadt- und Ringbahn hinter Schöne berg verlegt werden. Für die jeßige Haltestelle Schöneberg wird eine andere in unmittelbarer Nähe der im Bau begriffe nen Unterführung hergestellt werden. Die Büge der Stadte und Ringbahn werden dann nicht mehr von Schöneberg in den Potsdamer Bahnhof einfahren, sondern, wie früher, in Schöneberg halten und die nach dem Potsdamer Bahnhof fabienden Passagiere abseßen, die hier in die Lokalzüge der Berlin Potsdam- Magdeburger Bahn umsteigen. Diese Büge weiden dann sämmtlich dort anhalten und sowohl die für diese Richtung, als für die Richtung nach Potsdam mit Billets versehenen Passagiere aufnehmen. und N. Groß Feuer. Ein intenfiver Feuerschein über dem Dsten Berlins verfündete heute Morgen in der 6. Stunde abermals den Ausbruch eines großen Feuers. Der Brandheerd war das Koloffal- Grundstück, das sich zwischen der Krautsstraße 4-5, Markusstraße 19 und Blumenstraße 32 hinzieht, resp. mehrere in einem dort befindlichen großen Fabrikgebäude untergebrachte industrielle Anlagen. Nach den durch persönliche Recherchen festgestellten Details ist die Entstehung des Brandes folgenderweise zu erklären. Gestern Abend gegen 8 Uhr war in der Teppichweberei von Baader, die sich in der zweiten Etage des beregten Fabrikgebäudes befindet, durch die Explofion einer Petroleumlampe ein Webestuhl in Brand gerathen und so auch die Decke in Mitleidenschaft gezogen worden. Die requirirte Feuerwehr hatte etwa eine Stunde mit Abe löschungsarbeiten zu thun und verließ sodann die Brandstelle, in der Annahme, daß das Feuer vollständig gelöscht sei. Allem Anschein nach muß jedoch das Feuer unbemerkt in der Weberei weiter geglimmt haben, denn gegen 5 Uhr früh, bemerkte der auf dem Grundstück stationirte Privatwächter Dunkel, daß es abermals in der Teppichweberei von Baader brenne, und veranlagte derselbe sofort die abermalige Alarmirung der Feuers wehr. Beim Eintreffen der ersten Sprißen hatte der Brand bereits ganz bedeutende Dimensionen angenommen. Das Feuer hatte sich von der Teppichweberei auf die daneben befindliche Waschanstalt von Menasch, ebenso auf die Metallschleiferei von Wisch und schließlich auf den über den genannten An lagen befindlichen Modellboden der Eisengießerei ,, Bulkan" L. Wolff u. Co. ausgedehnt. Obwohl sofort Dampfsprißen mehrere große Handdrucksprizen sowohl von der Blumenstraße her, wie von der Krautsstraße aus, das entfesselte Element angegriffen, so konnte nicht verhindert werden, daß auch der Dichstuhl des Fabrikgebäudes ein Raub der Flammen wurde. Nach übermenschlicher zweis stündiger Arbeit gelang es den Löschmannschaften, nachdem allerdings die Teppichfabrik und die Schleiferei fast vollständig ausgebrannt waren, und die Waschannalt wie der Modellboden ziemlich namhaften Brandschaden erlitten hatten, dem Feuer ein energisches Halt zu gebieten. Geringen Brand- und Waffer. schaden hatte auch die unter den brennenden Räumen befind liche Buntpapierfabril von Frank und Voß, sowie die Sarga tischlerei von lee erlitten, während die übrigen industriellen Anlagen, wie die Wäschefabrit von Cohn und Ellenburg, die Hechselschneiderei von Meyer, die Holzfcäserei von Vieweg und Die Kammfabrik von Schröder, nur durch eine starke Brandmauer vor einer Mitinbrandseßung bewahrt worden waren. Der Schaden ist, wie uns der Eigenthümer des ganzen Grundftücs, Herr Banfier Siegbeim, mittheilt, ein ganj enormer. Unter den Modellen der Eisengießerei ,, Vulkan", die zum größten Theil noch Herrn Siegheim gehören, ist allein für 15-20 000 Mart Schaden angerichtet worden, während der Schaden in der Teppichweberei noch gar nicht festzustellen und in der Waschanstalt sehr viel Wäsche verbrannt sein soll. Als hauptsächlich betheiligt, wird, soweit es sich um Versicherungsgesellschaften handelt, der Londoner Phönig genannt. Die Aufräumungsarbeiten begannen gegen 19 Uhr und dürften fich voraussichtlich noch während des ganzen Vormittags hinziehen. In der Goldleistenfabrik von Methlow, Kópniderstraße Eine seltsame Geschichte wird der Neuen 8tg." als verbürgt wahr erzählt. In einer hiesigen Bürgerfamilie feierte die jüngste Tochter des Hauses ihren fiebenzehnten Geburtstag, fie hatte zu diesem Zweck eine Gesellschaft funger Freundinnen zum Kaffee geladen, und alle gaben sich der fröhlichsten Stimmung hin, als eine der Damen plöglich rief: Ach, wie schrecks lich wir find dreizehn." Trozdem man aufgeklärt darüber zu lachen versuchte, wurde es sehr ungemüthlich, bis die Entbeckerin der ominösen Zahl den Vorschlag machte:" Wir wollen würfeln, und wer den niedrigsten Wurf thut, soll die Gesellschaft verlassen." Das Geburtstagsfind remonstrirte es half nichts, die zwölf weiblichen Gäste begannen zu würfeln. Eine fleine Blondine hatte Bwet geworfen und sich bereits refignirt erhoben, um die angenehme Gesellschaft zu verlassen, als die legte, eben jene abergläubische ,, Dreizehnzählerin", gleichfalls Bwei warf. Bei dem nun erfolgten Entscheidungswurf gewann Die kleine Blondine, und die Dreizehnte machte fich reisefertig. Das allgemeine Bedauern lehnte sie mit den Worten ab, es sei beffer, um einen Geburtstagskuchen zu kommen, als um das liebe Leben. Alle Aufforderungen, dem Aberglauben doch Trop zu bieten, lehnte fie ab, und nach zärtlichen Küffen und herz lichem Händedruck von zwölf lieben Genoffinnen enteilte sie mit dem Versprechen, morgen zur Nachfeier sich am Kuchen schadlos halten zu wollen. Sie kam eher zurück, als gedacht. Kaum fünf Minuten später wurde die kleine Gesellschaft durch heftiges Läuten an der Etagenglocke gestört, zwei Herren, die zufällig den Hausflur betreten hatten, brachten das junge Mädchen dorthin zurück, von wo sie es hatten soeben herkommen sehen. Die Unglückliche war an der obersten Stufe der Treppe ausJagd in Ihren Revieren ganz besondere Vorzüge hat, Herr Graf; doch fürchte ich, meine Anwesenheit hier nicht allzu lange ausdehnen zu dürfen." ,, Wahrscheinlich gestattet Ihnen Ihr Urlaub nicht längeren Aufenthalt?" bemerkte Agathe. ,, Der Urlaub wäre kein Hinderniß," sagte der Baronet, ,, wenn ich die Ueberzeugung haben dürfte, nicht aufdringlich zu erscheinen..." Sie sind mir ein willkommener Gast, und verpflichten mich zu ganz besonderer Freundschaft, wenn Sie Ihren Aufenthalt so weit ausdehnen, als Ihr Urlaub Ihnen ge stattet," fiel Graf Donuil ein. Er ließ nicht nach, bis O'Brian ihm durch einen Handschlag das Versprechen gegeben hatte, da zu bleiben, bis feine Gesundheit ihm die Theilnahme an einer Jagd gestatten werde; und Frizz fab sich genöthigt, dasselbe Versprechen zu geben. Als die Tafel aufgehoben war, erschien der Haushofmeister, um dem Gaste seine Zimmer anzuweisen. Herr Do'tor Rodenburg," wandte sich D'Brian im Gehen an diesen. Sie würden mich verbinden, wenn Sie Ich mir noch ein Stündchen Ihre Gesellschaft schenkten. höre gern von Deutschland sprechen und der Vater Felig Rodenburgs interessirt mich." ,, Das nimmt mich Wunder," versette Frik, lächelnd. „ ba Sie eben nur den Namen vorübergehend in Indien hörten. Doch begleite ich Sie gern, Herr Baronet, oder land und unseren Bekanntschaften daselbst, so lange Sie D'Brian nahm den Arm des Doktors unter den seinicht ab, und, Herr Doktor, Sie müssen lernen, was es heißt, eine Wildschweinsjagd im schottischen Hochgebirge, noch besser, ich führe Sie auf mein Zimmer im Donalddann erst werden Sie begreifen können, woher es fommt, Thurm, wo ich Ihnen zugleich meinen Freund und Bathen daß der Schotte kein höheres Vergnügen kennt, als die Habicht vorstellen werde. Dort plaubern wir von Deutsch Jagd in seinen Gebirgen. Herr Baronet, ich verspreche Ihnen eine Jagd, wie Sie felten hier einer beigewohnt wollen." haben werden. Mein Revier hat das beste Wild in ganz Schottland, meine Meute ist die beste in allen drei Königs nigen, und Beide begaben sich in das Stuart- Zimmer des reichen; und ein Brachtexemplar derselben ist meines Ober- Donald- Thurmes, wo Habicht bereits wartete. Als der jägers Ajar. Sie müsseu diesen Hund auf der Sauhezze Baronet D'Brian nach einer Stunde sich entfernte, um sich fehen, Herr Baronet, er nimmt den Kampf mit dem stärksten zur Mittagstafel umzukleiden, schied er mit den Worten: Eber allein auf." " Ich zweifle nicht," antwortete D'Brian, daß eine sein!" ,, Herr Doktor Rodenburg, lassen Sie uns Freunde Fritz schlug von Herzen in die dargebotene Hand des Baronets. Vierundzwanzigstes Rapitel. Mehr als eine Woche verging, bevor Graf Fergus M'Donuil im Stande war, das Zimmer zu verlassen. Habicht hatte sich indessen redlich bemüht, di: Gäste im Er hatte mit ihnen Spazierritte Schloffe zu zerstreuen. unternommen und ihnen das weite Gebiet und die herrlichen Jagdgründe von Donuil gezeigt; er hatte mit ihnen die höchsten Höhen der Berge erstiegen, um ihnen alles Bemerkenswerthe der Gegend, so weit das Auge reichte, zu erklären. Troß dessen aber würde sich Mr. D'Brian sicherlich gelangweilt haben, wenn nicht Tag und Nacht etwas seine Gedanken beschäftigt hätte die Romtesse Agathe. Ein Gefühl, von welchem er sich keine Rechenschaft geben konnte, zog ihn unwiderstehlich zu ihr. War das der Zug der Liebe Dber sagte ihm eine innere Stimme, daß das Ges heimniß seines Lebens einst durch dieses engelgleiche Wesen feine Lösung finden werde? Wie mit Bauberfetten hielt es fie vermied es, ihm zu. ihn gebannt, und sie begegnen. Nur äußerst selten hatte er das Glück, sie an der Tafel zu sehen. Sie ließ sich meistens durch Unwohlsein entschuldigen und benutte, wenn fie fich einmal einen Augenblick der Gesellschaft widmete, die erste Gelegenheit, um sich seinen sehnsuchtsvollen Blicken zu entziehen. Sie saß in ihren Gemächern, ihre Wange an die der Miß Eton gelehnt, und weinte, weinte heiße Thränen, von denen Niemand etwas wußte, als sie und die Freundin." Wie beklage ich Sie von ganzem Herzen," sagte einst Miß Eton ,,, können Sie sich denn nicht entschließen, theuerste Komtesse. ,, Nie, nie!" unterbrach sie Agathe. " Und dennoch sehe ich, welch' tiefen Eindruck der Bas ronet D'Brian auf Sie gemacht hat, und nicht minder als Sie, dauert mich der junge Mann. Er ist eben so unglüc lich wie Sie!" ( Fortsetzung folgt.) vier 109a, war gestern Abend gegen 6 Uhr ein Feuer entstanden und zwar dadurch, daß eine Quantität Lock übergekocht war. Beim Eintreffen der Feuerwehr war der Brand bereits von Arbeitern der Fabrik gelöscht. Eine Vergiftungsgeschichte. Ein hiesiger Arzt erhielt von einem Freunde bei einem Kranken besuch eine Flasche feinen Maraschino Liqueur geschenkt und bemerkte bei seiner heims tehr, daß er fte in seinem Miethe- Doktorwagen vergessen hatte. Sofort schickte er einen Tienstmann zu dem Fibrberin. Damit er ihn nicht in Versuchung fübie, sagte er ihm in fehr ernstem Ton: Nehmen Sie sich mit der Flasche in Acht, fie enthält ein sehr schön schmeckendes, aber gefährliches Gift!" Nach einer balben Stunde tam der Dienstmann, an allen Gliedern zit ternd, zurück mit der halbleeren Flasche: Ach, Herr Doktor, drei Kutscher liegen im Sterben." Der Herr Dokior mußte ihnen nur schnell ein Gegengift verschreiben es foll ein Gilfa gewesen sein sonst wären sie an der Einbildungsangft gestorben. gung. Der Staatsanwalt Dr. Meier betonte in seinem Plaidoyer, daß die Schußmannsch ft sich bei dem ganzen Vorgange durch Energie, Takt und strenge Pflichterfüllung ausgezeichnet babe. Der Redner behauptete, im G gensatz zu den Bertheidigen, daß sieben der Ar geklagten fich des Aufruhrs schuldig gemacht hätten, indem sie sich verbanden, um unter Anwendung von Gewalt, ihren wegen des Erzesses in dem Spörte'schen Belt verhafteten Kommilitonen zu befreien. Die Geschworenen bejabten sämmtliche Schuldfragen, erkannten aber auch mildernde Umstände an. Der Wahrspruch lautete für drei Angeklagte auf je 7 Morate Gefängniß und 1 Woche Haft, für einen auf 3 Wochen Gefängniß und 1 Woche Saft, für zwei auf je 6 Monate Gefängniß und 4 Tage Haft, für einen auf 7 Monate Gefängniß. Wie verlautet, wolen die Verurtheilten ein Gnadengeſuch an den König richten, Damit die Gefängnißftrofe in Festungshaft umgeändert werde. Gewiß ist es zu bedauern, daß acht junge Leute jedenfalls in übermüthiger Stimmung solche Vergeben begangen haben und nunmehr im Gefängniß dafür büßen sollen. Die Strafe selbst aber ist eine ungemein milde zu nennen. In ähnlichen Fällen find Arbeiter mit drei bis fünf Jahren Gefängniß, ia mit Suchthaus bestraft worden. München. Der 21 jährige Dienstknecht Ulrich Plöckinger von Nudersattling wurde am 4. Juni zu Landshut wegen groben Unfugs zu einer unbedeutenden Strafe verurtheilt, während sein Gesner freigesprochen wurde. Hierüber ergrimmte Diesen er so, daß er erklärte, er müsse Jemand ermorden. gräßlichen Ausspruch verwirklichte er, indem er das vierjährige Töchterd en des Bauern Gelinger an einer Mauer ger schmetterte. Das Scheusal wurde vom Schwurgericht in Niederbaiern zum Tode verurtheilt. Stenographen und Redner. Die hohen Anforderungen, welche das Parlament an die mit der Aufnahme der Reden betrauten Stenographen stellt, haben in einem Vortrage, welchen der Reichstags. Abgeordnete Herr Lüders im Stolje'ichen Stenograptenverein zu Berlin vor einiger Beit gebalten hat, eine eingehende Würdigung erfahren, und diese dürfte um so schwerer ins Gewicht fallen, als Herr Lüders selbst die Dinge Jahre lang praktisch versucht hat und sein Urtheil daher den Werth der Sach funde bear spruchen darf. Was Herr Lüders über die Agilität des Geistes, die leichte Bewegung der Gebanken, die leichte und dabei genaue Rezeption deffen, was gehört wird, die manuelle Fertigkeit und die hohe allgemeine gründ liche Bildung alles Erforderniffe, welche an den Stenographen gestellt werden sagt, ist durchweg unzweifelhaft richtig; aber auch das reicht noch nicht einmal aus, um ein gutes Referat zu verbürgen. Jm preußischen Abgeordnetenhause hat ein Minister einmal mit Recht gesagt, wenn er vor bie Aufgabe geftellt würde, einen forretten Bericht über die Verhandlungen des Hauses zu liefern, so müßte er für jeden Berathungsgegenstand mit einer Anzabl sachverständiger geheimer Räthe auf der Tribüne erscheinen. Von den Berichterstattern wird verlangt, daß ste über jeden Gegenstand, über jede technische Einzelheit, über welde ein Redner spricht und die oft der großen Mehrzahl der Abgeordneten selbst unverständlich bleiben, ein genaues und forrettes Referat liefern; jeder Fehler, der oft nicht einmal auf eigenes Verschulden, sondern, namentlich im Reichstage, auf mangelnde Atunit, Unrube im Hause oder tas leise und undeutliche Drs gan des Redners zurück zu führen ist, wird unnachfichtlich auf Rechnung des Stenographen gestellt, dem man feine Entschuldigung gelten läßt. Gegen die Berichterstatter auf der Journalistentribüne find die Stenographen im Hause noch in einer beneidenswerthen Lage; denn einmal stehen fie mitten im Hause selbst, leiden also viel weniger von den mannigfachen Geräuschen, die auf der fast zwei Stod hoch belegenen Tribüne fich so zu sagen konzentrirt bemerkbar machen, dann aber steht es ihnen fiei, fich unmittelbar in der Nähe des Redners aufzustellen. Und doch mußte vor einigen Tagen die Nordd. Aug. 3tg." eine garze Anzahl von Ergänzungen und Berichtigungen des Stenogramms der Reden des Reichstanzlers bringen. Nach alledem ist es um so dankenswerther, in dem Vortrage des Herrn Lüders einer unbefangenen Darstellung der Tbätigkeit der Berichterstatter zu begegnen, welche, wie Herr Lüders hervorhebt, noch immer nicht annähernd genug geschäßt wird. Vor einigen Tagen nahmen wir schon einmal Veran laffung auf einen Weihnachts- Katalog hinzuweisen, der schon wegen seiner Uebersichtlichkeit und schönen Ausstattung allgemeine Beachtung verdient. Da der Bezug mit feinerlei Rosten verknüpft ist, so empfehlen wir allen, welche für Kinder und Erwachsene nügliche Spiele oder belehrende Apparate, die gleichzeitig die mannidh fadste Unterhaltung bieten, zu Weihnachten faufen wollen, sich einen solchen Katalog durch PostTarte von der Leipziger Lehrmittel- Anstalt in Leipzig zu ver schreiben, Gerichts- Zeitung. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. Siebmacher, deren hiesige Rorporation etwa 70 Arbelter zählt, beschloß in einer gut besuchten Versammlung am 6. d. M. in den Aimin hallen( Kommandontenftraße) auf Antrag des Vor fißenden und Referenten, Herrn Kaufhold, behufs Förderung Der Kollegialität und der gewerkschaftlichen Intereffen die Grün dung eines Fachvereins der Nadler und Siebmacher", dem sofort alle Anwesenden, ca. 40 Mann, provisorisch als Mitglie der beitraten, Der Verein wird auch die hebung der sehr ge funkenen Lohnverhältnisse in seinem Geweit zu einer seiner nächsten Aufgaben machen. Wie der Referent auf Grund einer amtlichen ftatifiifchen E.hebung erwähnte, betragt der Durch schnitte- Wochenlohn der Nadler und Siebmacher in den letten Jahren nur 16,50 Mt. h. Eine öffentliche Versammlung der Album- Arbeiter welche am Montag Abend im oberen Saale der Feuerstein'schen Restauration, Alte Jakobftr. 67, unter dem Voifige des Hrn. Freudenreich mit Verhandlungen über die Lohnbewegung in Der Album Branche fich beschäftigte, aber verhältnismäßig nur schwach etwa von 150 Theilnehmern besucht war, nahm zunächst ein diese Angelegenheit betreffendes Referat des Hrn. Mehnert be fällig entgegen, worin derselbe die Aufstellung und Durchführung eines Minimal- Afford Tarifs und die Be Durchführung eines Minimal- Akkord Tarifs und die Befämpfung der soger annten Rolonnenarbeit wie der ungebührlichen Weiterausdehnung der Mädchenarbeit auf bisher den Männern gewabite Gebiete befürwortete. Der Unterschied in den Südlöhnen verschiedener Fabriken ist, nach Angabe des R: h. Der Verein zur Wahrung der Interessen der Berliner Kiftenmacher pflog am Montag Abend unter dem Vorsitze des Herrn Kaufhold für die betreffenden Arbeiterkreise michtige Verhandlungen über die ohne Aufichub zu bewirkende Schaffung einer zunächst hauptsächlich die Kistenmacher Berlins, Hamburgs, Leipzigs und Nürnbergs umfassenden zentralisirten Gewerkschaftsorganisation in Gestalt eines Verbandes der Riftenmacher- Fachvereine oder Gewerkschaften, zur Herbeiführung befferer Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Der über diesen Gegen stand in beifällig aufgenommener Weise referirende Berufsge noffe, Herr Hermann Müller, empfahl als Hauptmittel zum Bwed die Durchsetzung eines verkürzten Marimalarbeitstages, beziehungsweise die Eistrebung seiner Einführung durch Gese und ferner zum Behufe der beabsichtigten Verbands- Gründung die Abhaltung eines Delegirtentages der deutschen Riftenmacher in Berlin, so balo es nur möglich. Die Versammlung beschloß, eventuell von hier einen Deleariten nach Leip, ig zu senden, wo möglich auf gemeinschaftliche Kosten der Berliner und Leipziger Berufsgenossen. Mit Hamburg, woselbst die lokale Organisa tion der Kistenmacher eine in jeder Hinsicht vortreffliche fein soll, find die nöthigen Verhandlungen bereits im Gange und in Nürnberg wird demnächst dafür Sorge getragen werden, daß ein Gewerkschaftsverein der dortigen istenmacher in's Leben tritt, während in Berlin alles aufgeboten werden soll, den verzweifelten Stumpffinnn der Maffe der biesigen Berufs genoffen zu brechen und sie zum Massenanschluß an den Ver ein zu bewegen. Die, wie beiläufig bemerkt fei, durchaus nicht schwach, sondern von ca. 150 Theilnehmern besuchte Versamm lung von Vereinsmitgliedern nahm eine zu Gunsten der Vor schläge des Referenten sich aussprechende Resolution einstimmig an. Dieselbe soll sofort den Hamburger und Leipziger Kiften machern resp. deren Vereinen mitgetheilt werden. Referenten, zur Beit oft ein sehr beträchtlicher, so taß beispiels weise der Stücklohn für ein und diefelbe Arbeit zwischen 42 Mark( als Marimalgienze) und 15 Mark( als Minimalgrenze) fich bewegt. Ein kleiner, durch Erhöhung der Löbne berbeigeführter Aufschlag des Waarenpreises werde, wie der Referent bemerkte, die Waare noch nicht unverkäuflich, resp. die Kon furrenz mit auswärtigen Märkten noch nicht unmöglich machen. Der Tischler Herr Rödel gab als Korreferent in längeren Ausführungen Rathichläge für das Vorgehen bei der Lohnbewegurg, indem er womög ich die Fefisezung und Innehaltung einer Marimal- Arbi szeit und die Forderung eines Minimal wochenverdier ftes empfahl. Auf Antrag des Hrn. Schießl wurde zur Ausarbeitung des Minimal- Aftordtarifs eine aus 4 Deckel und Fertigmachern, 3 Klebern, 2 Schnittmachern, 2 Preßvergoldern, 1 Rouliffenschneider, 1 Stanzer, 1 Leistenmacher und 1 Pappschneider bestehende Kommission gewählt. Die Wahlen zu derselben fielen auf die Herren Rauhut, Schumacher, Rath, Diebel, Lösch, Nitschke, Bergemann, Schut, Jacht, Grunert, Arnd, Jädel und Köhler, die fich auf die vors genannten Branchen vertheilen. Körperverlegung. Der Schuhmacher Lehmann und sein Geselle Paschke standen am Dienstag unter der Anklage der Körperverlegung mittels eines gefährlichen Werkzeuges. Herr Lehmann ist augenscheinlich aufs tiefste gekränkt; denn er be tritt die Anklagebant unter lebhaften Gestitulationen.- Präs.: Sie find angeklagt, Ihrem Nachbar Ries in der E... straße am 31. Oktober mit einer Flasche und einer Raspel Körperverlegungen beigebracht zu haben. Was haben Sie zu sagen? Gemeinnütiges. bit It m Lei die Wal ftrafbare fachen n Gehilfen gendes amten getre Da hat die ift in fei langt. hofes La mädchen, weigerte ten Aufe lagt, w nahm an Bolizeibe ticht bas Auf Die St $ 48 ff fang de faffung Gefeßgeb Beziehun untrennb Behörde benen zu 1 und 2 nungsmä Leiftung halber b inneren bie Befti maßgeben Seugniß Erfüllung Aufbewahrung der Milch. Bei der Aufbewahrung b Milch muß man Licht und Wärme abhalten; fie wird sowohl durch das eine als auch durch das andere leidt sauer. Um di Verbindung des Käsestoffes mit dem Sauerstoff zu verbinder fiede man die Milch öfters und zwar mindenens einmal in 24 Stunden. In einem Eisfeller oder Eisschranke lägt fi die Milch sehr wohl einige Beit lang gut aufbewahren. Be zögert wird das Gerinnen der Milch durch einen sehr geringen Busas von doppeltkohlensaurem Natron, welcher Bulat gangebracht unschädlich ist. Man darf zum Kochen der Milch keine bleiernen oder fupfernen Gefäße nehmen oder sie datin aufbewahren. Säurebildung im Magen. Um Säurebildung im Ma gen zu verhüten, wodurch leicht andere Krankheiten des Wagen entstehen können, ftelle man fich eine Wischung dar, bestehend aus gleichen Theilen: Magnesia, präp. Holzkohle und Rhaba ber, zerpulvere und vermische dies gehörig. Von dieser sammenfeßung nehme man täglich vor der Mahlzeit 2 Mal einen Kaffeelöffel voll und man wird inne, daß diesem Vorgänge refp. Bildner eines Magenleidens seine folgenschwere Bede tung genommen ist. h. Jm Fachverein der Schneider fielen in der gut besuchten Jabres- Generalversammlung am Montag Abend in den Arminhallen" die nach Erstattung der diversen Kaffenberichte u. f. w. vorgenommenen ftatuarischen Vorstandswahlen auf die Herren Täterow zum erften und Prudler zum zweiten Vorfigenden, Reichert und Schmidt zu Schriftführern, Silim und Frenzel zum ersten und zweiten Haffirer, Biesel und Reinhard zu Beisitzern, Marcde, Hartfuß und Gedatus zu Revisoren. In seinem Jahresbericht über die Vereinsthätigkeit wies Herr Täterom besonders auf die ständig zunehmende Vergrößerung und Blüthe der Fachschule des Vereins und auf den in Bälde bevorstehenden Anschluß des Vereins an den vor einiger Zeit auf dem Gothaer Schneider- Kongres ins Leben gerufenen Bentralverband der deutschen Schneider hin. Wuch forderte er zu reger Betheil gung an die im Entstehen begriffene Produktiv genonenschaft Berliner Schneider auf. h. Eine öffentliche Versammlung der Nadler und 3. Klaffe 171. Königl. Preuß. Lotterie. Biehung vom 10. Dezember 1884. Nur die Gewinne über 155 Mart find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) Einiges über Butter und Käse. Diese beiden Na runge stoffe stammen aus der Milch, welche in ihnen die nich unbedeutende Nahrhaftigkeit erzeugt. Der Käse ist eine Eiwei 培 substanz und entspricht dem Weißen des Etes. Die Butter das Fett und könnte den Eidotter vertreten. Beide zusammen fle genoffen bilden also erst ein zweckmäßiges Nahrungsmittel Die Butter ist niemals reines Milchfett, sondern sie enthäll abgesehen davon, daß fie aus 3 verschiedenen Fettarten fammengesezt ist, noch etwas Buttermilch( Räsestoff), wodur fie schmackhafter und nahrhafter wird. Je mehr Käsestoff aber hat, desto leichter wird sie sauer und ranzig. Um did zu verhüten, wird die Butter wiederholt ausgewaschen oder schmolzen( Schmalzbutter), wobei der gewonnene Käsestoff obin als Butterschaum abseßt. Um ranzig gewordene Butte mieder schmackhaft zu machen, seze man auf 1½ Kilogramm Butter eine gute Messerspige doppeltkohlensaures latron 16[ 200] 67 118 57 226 45 48 78[ 200] 301 43[ 200] 55 62[ 300] 402 657[ 170] 60 96 613 33 34 55[ 170] 68 97[ 170] 727 38[ 200] 54 81 99( 170) 831 75 900 1010 46 120 38 60 93 230 42 376 80 418 35 85 521 73 86 [ 170] 609 78 95 708 15 22 25 71( 240) 73 850 66[ 170] 933( 300] 51 73 2105 14 34 75 214 33 73 303 82 94 413 77 507 16 36 62 607 12[ 170] 29 55 769 832 918 3019 92 123[ 170] 24[ 200] 37[ 170] 53 84 211( 170) 367 405 45 48 560 67 660 65 78 83[ 170] 749 855 76 931 42 4095 105 238 51 89[ 170] 312 29 98 457 616 27 76 746 824 935 46 67 hinzu. fid 45038 122 34 54 415 51 58[ 170] 515 600 719 29 50 57 804 118 84 901 73[ 170] 46009 18 85 97 169[ 170] 294 302 10 65 537 683( 1 949 68 79 48123 78 252 78 309 7[ 1800] 19 91 422 25 49 52 80 392 94 97 419 25 557 615 708 96 853 918 72 84 zu erzwin Befeße n nehmen Befugniß Anwendu Abf. 3( 83 1200] 635 85 701 27 962[ 170] 70 71 49039 113[ 170] 83 214 168 570 50047 84 95 153 258 310 61 400 31 91 514 22 23 58 631 49 32 44 912 40 75 51025 64 185 231 313 31 37[ 300] 476 93 580 600 30 63 862 941 32040 44 191 237 312 15 63 87 433 78 510 13 44 709 811 30001 70 917 27 48 53196 249 73 365( 200) 79 80 432 45 82 50 87 89 649 726 37 30 99 800 34 379 94, 54073 194 327 33 63 79 42 74 82 543 45[ 170] 67 88 604 65 884 85 911 65 90 55043 51 117 46 56 239 49 357 67 448 72 512 34 48 58 73 62 5015 72 112 21 230 33 70 78 81 325 85 92 419 54 68 81 533 626 66 97 717 42 927 36 60 72 86 56078[ 240] 86 121 202 12 356 405 32 749 816 923 32 70 6007 53[ 240] 62 132 71 231[ 200] 50 89 392 407[ 170] 512 70 616 65 78 780[ 170] 803 13( 170) 31 43 919 30 72 77 545 88 91 739 916 28 7001 6 24 40 79 217 341 93 517 662 725 58 61 72 95 181 298 303 7[ 200] 32 303 39 45 59[ 200] 66 532 625( 170) 70 889 94 900 92 8083 104 395[ 240] 423 527 31 80 96 655 97 720 27 81 90 721 29 70 821 28 72 908 29 59 58238 59 94[ 170] 360 433 [ 170] 96 923 48 58 74 9068 88 95 155 88 211 27 364[ 170] 400[ 170] 552[ 200] 76 602 16 25 30 47[ 170] 82 84 715 22 73 76 815 924 55 73 2 59001 69 130 33 73 222 39 71 73 81 327 432 67 72 503 17 41 72 70 Angell. Lehmann: So was tann auch nur Riet fich ausdenken. Wissen Sie, der Mann verfolgt mir ja mit einem Haf, das ist ja gar nicht mehr schön. Präs.: Dann erzählen Sie die Eache, aber möglichst rubig. Angefl.: Da soll der Deibel ruhig bleiben. Die Galle muß einem überlaufen! Also wir haben sonst immer bei Rießen unsere Schrippen geTauft. Nu baben wir aber manchmal Schwaben drin gefunden, und da wir keine Liebhaber von solchem Braten find, so haben wir Rießen unsere Kundschaft entzogen. Und wir essen was zusammen! Natürlich wird Rießen so was nu ärgern, und er legt sich nu aufs Chifaniren. So stellt er sich denn vor meinen Keller und schreit: Lehmann, Schuster, wie schmecken meine Hühner?" Wo er nämlich allen Leuten erzählt, ich habe ihm seine Hühner gestohlen, was er mir mal erst beweisen soll, wo ich ihn denn auch schon angeklagt habe, und denn mit die Handgreiflichkeiten, wo ich dem Herrn Staatsanwalt gestern schon die Antlage zugestellt habe, weil er mit's Beil auf mir zugekommen ist, wo ich meine Zeugen zu habe, und wenn Sie wollen, stelle ich Jbnen noch drei Zeugen. Also, wer ist der Echläger? Er ist es und nu will er uns reinlegen, aber man immer fachte, davor sind wir Berliner! Und denn am 31. Oftober! Wer hat denn da gehauen? Riet hat en dicken Bambusfted in der Hand gehabt, den er heute noch trägt. Den bat er auf meinen Kopf gehauen. Soll ich mir so wat gefallen laffen? Sie können ichon die Gemeinheit daraus fehen, daß er mit' ne Gans ankommt, die er sich auf'n Anbreasplay gekauft hat, und denn stellt er sich vor mein Fenster Leh und flopft die Gans immer auf'n Rücken und schreit: mann, Schufter verfluchtigter, Die ist nicht gestohlen! Was macht der Hahn? Kräht er noch?" Na, da stürze ich denn raus, Paschte als ehrlicher Geselle, der seinem Meister beisteht, immer feste mit, Riet läuft in seinen Laden und haut von brinnen immer mit's Bambusrohr nach draußen raus. Na, da haben wir uns denn auch nicht mehr schanit. Nicht wahr, Baschte? Paschte: So ist es. Wie ich nach Spiritus ging, fam Rieß schon mit seine dumme Gans an, tanzte damit immer vor dem Keller herum und schrie immer zu:„ Schuster Lehmann, das Gänseten wird mal schmecken! Die ist nicht geDurch die Beweisaufnahme ftohlen, die ist reell gekauft!" wurde festgestellt, daß beide Angeklagte Herrn Rich durch Werfen mit einer Flasche, resp. durch Schlagen mit der Raspel verwundet hatten, und daß die Schläge mit dem Bambusrohr nicht von Rieg, sondern von seiner schöneren Hälfte herrührten. Rieg erklärte legteren Umstand damit, daß er zu angetrunken gewesen sei, um sich selbst vertheidigen zu können. Der Staatsanwalt beantragte je 1 Monat Gefängnis; der Gerichtebof ließ es jedoch mit Rücksicht auf die gar ze Sachlage bei 30 M. Geldbufe für jeden Angeklagten bewenden. 60047 153[ 240] 68 96 296 356 68 413 50 71[ 170] 553[ 170] 691[ 200] 841 53 83 917 76 10086 150 379 424 47 51 661 66 734 59 838 68 93 916 98 11044[ 170] 835 80 84 900 17 52 94 120 25 68 85[ 200] 238 58 336 64 503 22[ 200] 621 702 14 73 870 942 Freiberg, 2. Dezember. Gestern und heute verhandelte das hieftae Echwurgericht über 8 Bergakademiker wegen eines in der Nacht zum 1. Jult d. J. gelegentlich des diesjährigen Reiterschießens inszenirten Tumults. Die Anklage fautet auf tbätlichen Widerstand gegen Polizeibeamte, Aufruhr, Rubeftörung und Beamtenbeleidi 809 abgefehen amten biefe 8w zur Erfo jonen, p und zu v in§ 159 weifelha auf, ba ben Gefd gegenüber Möglicht Pflicht t fcheinen, lich ni zwang fich al nehme amten Reben, Jm Ufern be Dom Bo Beden. Frühjahr Dögel. pilgerte, Ein welcher f Höhlung Mi 12025 55 72 74 110 38 52 91 215 17 380 420 45 71 662 713 54 85 876 908 61026 150 66 251 374 491 519 30 83 99 604 34 68 785 837 68 [ 240] 901 6 19 24 75 13207 33[ 170] 58 82 317 87 418 73 92 504 687 940 58 66 62036 66 411 15[ 170] 51 622 38 810 35 47 53 921 65 631 725[ 1800] 70 821 53 916 18[ 900] 31 71[ 170] 73 81 14066[ 170] 122[ 240] 90 240 52 323 48 404 11 12 57 74 91 504 21 39 43 87 99 618 19 741 49 819 24 64197 224[ 170] 371[ 200] 420[ 170] 541[ 170] 85 711/1 31 35 240 43 315 42 68 409 17 611 14 84 840 909 14[ 240] 15023 36 80[ 200] 132 37 39[ 240] 99 260 84[ 200] 331 426 27[ 170] 31 559 99[ 170] 620 39 74 739 41 67 76 77 820 37 40 948 79[ 240] 99 12 19 94 99 817 91 941 88 92 951 670 16054 59 61 67 90 180 83 221 48 60 321 409 52 63 607 14 19 59 77 802 39 84 88 919 21 27 46 63 68 89 66060 62[ 170] 80[ 170] 91 109 65039 145 49 1170] 213 41 90 93[ 300] 94 349 69 407 506 633 705 87 833 64 77 84 17054 117 24 227 42 56 341 443 564 80 648 62 32 57 73 94 216 26 32 40[ 200] 49 511 51 620 741 812 60 701 8 11 26 32 65 838[ 170] 88 900 76 91 18037 89 107 30 66 88 91 274 124[ 170] 208 24 31[ 170] 317[ 240] 44[ 200] 419 27 48 60 645 63 907 301[ 170] 48 71 75 468 96 504 58 644 703 83 820 905 49 19031 36 72 21 818 20 25 922 48 50 67 72 77 68066 136 64 211 90 346 519 66 826[ 170] 34 88 923 36 99 20015 22 91 248 321 39 67 93 95 99 412 80 500 21 27 71 604 29 90 713 42 90 805 23 26[ 170] 33 39 89 92 95 933 93 21029[ 200] 37[ 200] 444 80[ 170] 682 708 47 908 14 87 91 3.45 70026 27 95 134 39 51 254[ 200] 67 310 82 86 443[ 240] 65 501 24 54 57[ 200] 107 30 219 85 348 52 400[ 200] 13 620 67 752 85 820 22 34 602 23 755[ 200] 68 83 97 826 78 941 71107 21 27 208 73 321 66 61 85 942 22040[ 170] 61 114 209 318 629 730 49 66 829 89 23036 97 506 33 618[ 200] 69 80 97 722 23 32 40 50 83 828 58 900 28 219 63 96 207[ 170] 47 49 67 339 80 92 440 49 71 79[ 170] 549 59 65 768 87 913 27 73034 38 111 79 234 54 59 68 77 317 85 99[ 170] 499 61 570 643 710 51 82 893 919 23 74000[ 200] 15 85 96[ 170] 206 25 91 823 57 87 933 25019 116 28 63 217 88 500 22 99 698 797 800 21 22 91 93 972 26023 24 405 17 18 63 579 645 723 933 27 119 68 264 85 324 62 440 63 64 557 62 647[ 170] 48 77 99 756 58 69 82 62 75085 116 209 14 335[ 170] 56 78 456 60 666[ 240] 730 858 86[ 170] 832 907 8 29 96 27005[ 300] 120 95 257 64[ 170] 381 402 11 945 76052 139 216 21 95 306 61 448 50[ 200] 55 93 561 638 879 [ 200] 41 560 626 65 751 817 927 41 72 28002 9 12 35 122 62 204 18 55 77107 12 52 79 203 63[ 170] 80 308 458 91 571 606 59 833 54 924 34 29021 170 89 232 44 85 409 48 66 80 526 59 76 679 81[ 170] 701 23 61 72 92( 170) 922 79029 54 132 84 47 66 79 202 12 85 373 50 64 881 921[ 170] 23[ 170] 76 90 30108 20 72 80 83 264 361 88 481[ 900] 551 58 695 728 50 95 800 536 68 794 833 943 45 60 80 48 930[ 300] 77[ 170] 31092[ 200] 95 223 67[ 170] 336 68 418 42 44 816 19 44 83 87 986 81098 104 62 69[ 240] 276 309 44[ 200] 66 71 80034 103 16 51 82 312 553 86 601 31 41[ 900] 45 64 99 720 60 32008 10 43 63 78 575 601 12 46 53 75[ 200] 710 88 89 822 74 922 820098 16 18 35 47 134 50 52 89 208 47 307 21 23 49 439 40 81 84[ 170] 616 53 69 70 107 92 223 44 59 356 64 98 416 63 73 75 643 95 794 752 72 877[ 200] 942 54 33009 72 134 56 61 233 329 36 410 21 89 83021 62 109 26 30 53 224 309 75 440 61[ 170] 511 42 64 632 711 553 603 927 50 72 34003 27 56 160 85 88 265 348 56 88 424 58 80[ 170] 832 60[ 170] 949 84101 14 19 26 200 12 97[ 170] 496 5190 534[ 170] 56 74 609 15[ 170] 36 54 78 744 45[ 240] 97 803 902 614 611 749[ 170] 94 927 40 35018 20 21 33 49 92 115 18 37 91 241 74 76 329 53 54 68[ 300] 613 39 41 717 58[ 170] 70 837 930 492 567 613 47 71 768 826 51 915 17 27 36086 101 43 99 215 50 79 86 87 709 37 816 82 941 52[ 170] 86021 22 27 152 90 97( 1701 221 85043 55 66 76 189 222 41 328 90 473 515[ 6000] 41 68 647 68 310 17 68 90 433 56 574 76 85 751 893 97 916[ 240] 37021 119 57 68 301 49 86 87 90 403 67 73 564[ 200] 626 53 758 94 95 822 48 913 25 248 51 81 300[ 170] 26 32 58 86 477 62 747[ 170] 811 23 965[ 240] 38014 98 87008 22 211 59 323 469 573 602 11[ 170] 81 89 709 11 15 811 50 39000 100 23 31 202 35 308 59 95[ 170] 585 611 16 18 705 51 753 80 870[ 170] 71 74 79 990 89037 77 144 68 96 351 422 58 568 20 22 57 58 85 144 260 385 414 51 92 539 79 98 617 36 718 62 66 909 31 55 88079 219 25 70 79 314[ 240] 434 518 35 63 611 21 62 66 [ 170] 62 810 17 87 931 51 40045 53 138 69 212[ 170] 31 91 316 94 96 508 11 30 647 753 836 619 20[ 170] 720 838 90 919 42 61 90101[ 170] 35 236 74 331 44 50 57 401 29 51 61 666 74 7839 48 919 75 41065[ 170] 108 49 74[ 170] 263 309 31 461 91 529[ 170] 71 51 91047 230 38 45 62 99 346 433 56 61 593.632 38 715( 170) 25 97 325 428 500 22 63 710 51 54 800 940 82 43000 157 225 74 446 58 602 34 35 87[ 170] 769 805 22 84[ 170] 93 98 944 93015 86 132 87 79 611 64 93 94 99 742 73 81 816 21 920 43 42025 36 41[ 170] 102 33 48[ 170] 93 405 23 48 59 97 902 44 92021 252 339 43 78 454 7 60 82 96 501 609 98 705 62 66 864[ 170] 98 917 22 47 56 62 87 44093 49 72 417 49 78 92 539 73 83 654 98 724 801 4 46 54 74( 170) 919 131 291 331 62 407 60 72 79 633 722 64[ 170] 702 7 837 58 76 98 928[ 170] 84 94009 98 153 70 87 249 375 92 403[ 170] 581 609 32 51 C 43 82 743 83 809 28 83 96 960 Berantwortlicher coatieur. Gronheim in Berlin. Drut und Berlag von me using to Dem SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine Beila hinzu. bas grün grund he feltfam ,! mehr in freuenden Die über den ihr ein 1 Nad „ Di eine ung ba te ei genannt. 988 der Wal einigem beginnen Gewitter noch in hier im ber Nati feit fchic Mensche ift zierli Da zahlt, M. in 5 Vor Derung Brün Dem Ritglie ehr ge seiner Deiner Durch n er legten Beilage zum Berliner Volksblatt. R: 214 det eskreise irtende Berlins, es det hrung Begen Tufege man auch der Polizei gegenüber verpflichtet Beugniß abzulegen? Leitender Grundsatz ist, daß Nieman verpflichtet ist, lifirten die Wahrheit zu sagen, wenn er sich dadurch selbst einer rafbaren Handlung zeihen müßte, ferner, daß in Straf fachen nur der Richter( nicht der Staatsanwalt oder seine Gehilfen) ein wahrheitsgetreues, ein durch Eid zu bekräftigendes Zeugniß verlangen kann. Den Polizeibe= amten ist Niemand verpflichtet wahrheitsgetreues Zeugniß abzulegen. el zum Btages, ■ Geset indung he sein Das Reichsgericht( Ill. Straffenat, Urtel v. 22. 11. 1883) macher hat die in der Ueberschrift aufgestellte Frage erörtert und eschloß, ift in seinem Urtheil zur Verneinung derselben ge= Den, wo langt. Dem maßgebenden Erkenntniß des obersten Gerichtseipziger hofes lag folgender Thatbestand zu Grunde: Ein Dienstganisa mädchen, deren Liebhaber, Musketier F., desertirt war, verweigerte einem Schußmann Auskunft über den ihr bekannten Aufenthalt des F. Deshalb wegen Begünstigung aner in'slagt, wurde sie von der Strafkammer verurtheilt; diese nahm an, daß man zum Auskunftgeben der recherchirenden Berufs Polizeibehörde gegenüber verpflichtet sei. werden, en foll en Vers us nicht erfamm er Vor ftimmig Riften ung bir fowohl Um die binders im Mo Magen Deftebend Rbabat Refer 8 orgänge Auf die Revision der Angeklagten hob das Reichsgeticht das vorinstanzliche Urtheil auf, indem es ausführte: Die St.-B.-D. hat im 6. Abschnitt des ersten Buches benen = = Donnerstag, den 11 Dezember 1884. 1. Jahrgang. verwiesen wird, daß ohne solche, den Bolizeibehörden zuperwide, bretté oper invitefte Swangsgewalt bie Erfüllung geneigt, die Rolie des Todtengräbers zu übernehmen! stehende, direkte der ihnen gesetzlich zugewiesenen Pflichten der Erforschung strafbarer Handlungen vereitelt und die Ausübung des ihnen gefeglich zustehenden Rechtes, die Vernehmung von Personen ins Werk zu sehen, von der Willkür der zu Vernehmenden abhängig gemacht sein würde, so steht dem entgegen, daß dieser Einwand, wäre er begründet, nach dem oben Ausgefühten sich immerhin nur als Einwand de lege ferenda( b. h. die Stafprozeßordnung abzuändern) darstellen würde; in Wirklichkeit ist derselbe aber nicht begründet; denn das Gesetz hat auch die Fälle der vorgedachten Art vorgesehen( Str.-P.-D.§ 160) selbst nur für das Verfahren in Eilfällen besondere Bestimmungen ge= troffen(§ 157 Abs. 1,§ 161 26f. 2,§ 164 Str.-P.-D.), indem es davon ausgeht, daß überall da, wo der Erforschung strafbarer Handlungen durch die Polizeibehörden oder der Ausführung der ihnen von der Staatsanwalt schaft übertragenen Erörterungen, beziehentlich der Vornahme einzelner Afte, Hindernisse in den Weg treten, die Staatsanwaltschaft sich wegen Vornahme der betreffenden Handlung an den Richter zu wenden hat, und daß in Fällen, wo Gefahr im Verzuge obwaltet, auch die Polizeibehörde einen solchen Antrag unmittelbar und mit Umgehung der Staatsanwaltschaft bei dem Amtsrichter anbringen und der letztere quenahmsweise die erforderlichen Maßnahmen selber dekretiren und ausführen darf. Durch diese Bestimmungen ist die Möglichkeit einer Gefährdung der Staatsinteressen als beseitigt anzusehen." Politische Uebersicht. Die Konfusionspartei denn als solche fann man die ,, deutsch freisinnige" mit Fug und Rest anfeben hat wieder einmal in einer Wählerversammlung im 5. Ber liner Wahlkreise ihre Zerfahrenheit gezeigt. Die Versamm ung, welche in der Tonhalle tagte, hatte das Vergnügen, nach einem Vortrage des Herrn Träger noch den Chef der genannten Partei, Herrn E. Richter, zu hören. Derselbe beklagte sich bitter über die Ausreißer aus der Fusion", welche jest einen ,, Demokratischen Verein" gebildet bätten und wandte sich dinn gegen die liberalen Beitungen, welche erklärt haben:„ Die Zeit der Halbheit ist vorüber, die jesige erfordert ganze Männer!" Das Wort demokrat sch" maht es doch nicht"- so fährt Hr. Richter fort die Hauptsache bleibt, daß wir einig sind in Bezug auf Abwehr der Gegner; denn in den kleinen Städten ist der Kampf ein viel gewaltigerer als hier und fann so fährt ter Partei aufgedrängt haben?- Wir find event. nicht ab An die Demokraten Norddeutschlands richtet die heutige Volkszeitung" einen längeren Aufruf, in welchem aufgefordert wird, eine demokratische Partei in Deutschland zu begründen Das eventuelle Programm soll auf einem im nächsten Jahre abzuhaltenden Parteitage festgestellt werden. Der Aufruf führt verschiedene Punkte an, die als Basis des zu vereinbarenden Partei- Programms dienen sollen. Unters fchrieben ist derfelbe u. A. von: Lenzmann( Reichstagsabgeordneter), Dr. Wendt( pamburg), Kaempfer( Leipzip), Phillips( Berlin). Schuß den Kindern! Die königliche Regierung zu Königsberg bat neuerdings für den ganzen Umfang des Be girts eine Polizeiverordnung erlaffen, nach welcher kein schulpflichtiges Kind zum Viehhüten benutt werden soll. Dieses Verbot hat in landwirthschaftlichen Kreijen ein nicht geringes Mißfallen(!!) erregt, insbesondere aber im Regierunge bezit Gumbinnen, weil hier die Interesfirten be fürchteten, daß die Regierung in Gumbinnen ihrer Kollegin in Rönigsberg nicht nachstehen und das Institut des Süt finderwesens mit einem Federstrich aus der Welt schaffen werde. Diesem Umstande ist es auch wohl zuzuschreiben, daß do geſtern wesen betreffend, auf der Tagesordnung stand und darüber vereins für Litauen und Masuren ein Antrag, das Hütefinderverbandelt wurde. Es war der Kreisverein Billfallen, welcher diesen Antrag gestellt hat und durch den Gutsbefizer Herrn Bräficke aus Eßeruppen ein Loblied( Aha!) auf die Einrichtung des Virhhütens durch schulpflichtige Kinder anstimmen Nicht allein in wirthschafuicher, sondern auch in ließ. fotaler Beziehung sei die althergebrachte Einrichtung von Wichtigkeit, und diejenige Familie, welche derartige jugendliche Vrebbüter besonders zahlreich stelle, könne als besonders vom Glück( So!) begünstigt angesehen werden, weil die Viehwärter ,, enorm" honoritt werden.( ,, Enorm." Oh, oh.) Sonderbar klingt es, wenn die Erhaltung des Viehhütens durch Kinder felbst zur Förderung der Inteligenz gewünscht wird; denn die Heren Vertreter für das Fortbestehen des Vehbüters durch Schulkinder tommen zu folgendem merkwürdigen Schluß: Weil die Ertheilung der Eila ubniß zum Viehhüten an Kinder von der Kenntniß im Lesen und Schreiben abhängig gemacht wird, darum wird von darauf reflektirenden Eltern mit beson derer Sorgfalt dabin gestrebt, ihren Kindern bis zu dem Zeitpunkte der Reife für's Viehaüten diefe Kenntnisse beizubringen. De Generalversammlung ging jedoch über diesen Antrag zur mot virten Tagesordnung über. Natürlich ist es ein großes „ Glück" für die Eltern, wenn sie ihre Kinder recht früh zum iehhüten verwenden können!! Jedenfalls mangelt es den Eltern an der nöthigen" Einsicht, welche es für kein besonderes Glück halten, und daher ihre Kinder lieber zur Schule, als zu den Hornviehbefizern schicken. 48 ff. zwar nicht mit ausdrücklichen Worten den Umfang der Beugnißpflicht festgestellt, wohl aber die Auffaffung erkennbar gemacht, von welcher hierbei der Gefeßgeber ausgegangen ist. In erster Linie kommt in dieser Beziehung in Betracht, daß die Pflicht zum Zeugniß in eine untrennbare Verbindung gebracht ist mit dem Rechte der Behörde, die Erfüllung dieser Pflicht gegen den Borgelazu erzwingen. In§ 50 Abs. 1 und in§ 69 Abs. 1 und 2 sind die Mittel angegeben, durch welche der ordmal inungsmäßig Geladene, aber ungehorsame Beuge zur äst fiiftung seiner Pflicht angehalten oder seines Ungehorsams Bet galber bestraft werden kann. Durch diesen unmittelbaren geringen inneren Zusammenhang beider Momente ist zum Ausdruck at ganj gebracht, daß nach der Absicht des Gesetzgebers, so weit Sleiernen die Bestimmungen der Str. Pr. D. als die ausschließlich bren. maßgebende Norm in Betracht kommen, die Pflicht zum Beugniß nicht weiter gehen soll, als wie das Recht, die Erfüllung derselben durch die im Gesetz angegebenen Mittel zu erzwingen, daß also da, wo ein solches Zwangsrecht im Gefeße nicht begründet ist, auch eine Pflicht, sich veral einen nehmen zu lassen, nicht besteht. Nun ist aber die Befugniß, die zugelassenen Zwangs- und Strafmittel in Bede Anwendung zu bringen, in§ 50 Abs. 3 und in§ 69 Abs. 3( von der Spezialvorschrift über die Militärpersonen abgesehen), ausdrüdlich nur richterlichen Beamten beigelegt. Fehlt aber den Polizeibehörden diefe Zwangs= - und Strafgewalt, so ist zwar das Recht ur Erforschung strafbarer Handlungen, diejenigen Perfonen, von denen Auskunft zu erwarten ist, vorzuladen zu vernehmen auf Grund der ausdrücklichen Vorschrift in§ 159, verbunden mit§ 169 Str.- Pr.= D., als un= weifelhaftes zu erachten. Es mag ferner im Hinblick daruf, daß das Reichsprozeßgesetz nicht die Aufgabe hatte, Geschäftskreis der Polizeibehörden und ihre Stellung gegenüber den Staatsbürgern umfassend zu ordnen, die Möglichkeit anerkannt werden, daß in einzelnen Ländern die Pflicht des Vorgeladenen, vor der Polizeibehörde zu er scheinen, besteht. Aber aus der Str. Pr. D. läßt zwischen zwei Bündel zu stellen; thut er das, so whid es ihm fich nicht, wie die Vorinstanz meint, ein 8eugnißzwang der Polizeibehörden, eine Pflicht, fich als Zeuge vor diesen Behörden ver nehmen zu lassen, oder anfragenden Be amten derselben Rede und Antwort zu Reben, ableiten.... Wenn hiergegen darauf en Nab Die nicht Butter i ufammen Eiwei 8& mittel enthäll ten zu woburd Teftoff f Um bid or g ftofffid ne Butte ilogramm Natron 804 118 145 83 8 37 683 1 52 805 214 168 149 74 580 605 3 44 705 5 82 502 3 79 428 8 73 624 6 405 32 72 570 625( 170 55 73 360 433 7 41 72 7 [ 170] 809 837 68 165 631 99 618 19 85 711( 1 7506 633 01 91 109 951 670 5 63 90 16 519 66 5 179 345 65 501 24 3 321 66 00 28 1 08 19 52 0 499 61 206 25 91 30 858 91 638 879 33 54 924 2 702 27 5 373 82 99 720 60 001 66 71 82009 31 95 794 64 632 71 96 519 68 68 647 68 [ 170] 291 11 15 811 48 913 25 21 62 66 22 58 559 66 74 783 78 454 15( 170) 25 86 132 87 ( 170) 919 9 32 51 63 e Beila und ben Das Seefenster. Von Heinrich Noë. Im wunderreichen Lande Krain, nicht weit von den Ufern der Adria, giebt es fleine Wasserspiegel, welche Dom Volke für unergründlich gehalten werden. Frühjahre und Herbst rasten auf ihnen die WanderDögel. Im Ein deutsches Liebespaar, welches nach dem Süden pilgerte, stand Arm in Arm vor einem solchen dunklen Beden. Mit Staunen hörte es die Worte des Führers, welcher sagte, daß die Unendlichkeit des Meeres aus der Höhlung herausschaue. Es ist ein Seefenster," setzte er hinzu. bas Mir erscheint der Gedanke unheimlich, daß hier durch grünende Land der von Ungeheuern wimmelnde Abgrund heraufbliden soll," bemerkte der Mann.„ Es ist feltfam, daß sich die Einbildungskraft des Volkes immer mehr in grauslichen Vorstellungen gefällt, als in herzerfreuenben." " über den Rand vorbeugend, ihr eigenes Abbild. Es zeigte Die Frau antwortete nichts, sondern betrachtete, fich ihr ein rosiges Gesicht, von goldenen Loden umwallt. Nach einiger Zeit sagte sie: " Die eine ungeläuterte Einbildungskraft. Ein artiger Dichter ha te ein solches Wasser Feen- oder Nymphenspiegel Bauern und Hirten haben eben eine robe, genannt." " nur durchgeführt werden, wenn man mit allen Liberalen in „ Fühlung" steht." Nun, infofern find wir uns mit dem Hern Richter einig. als er behauptet, daß der Name nitts zur Sache thut. Das baben auch die intelligenten Wähler der großen Städte in Bezug auf die ,, fre sinnige" Bartei erkannt, dieselbe hat den besten Beweis hierfür geliefert. Sie hat gezeigt, daß der Name Freifinnig" nur ein Aushängesch lo ist, mit dem sich sowohl der Herr Windthorst, als auch der Herr v. Kleist- Reßom schmücken tann. Auf die Handlunisweise der Partei kommt es an, Herr Nichter! Die deutsch- ,, freifinnige" Partei hat durch ihre Abstimmung die Verlängerung des Sozialistengesetzes herbeigeführt und hat also dokumentirt, daß ste mit dem Worte, freifinniд" Qumbug treibt. Wir sind überzeugt, daß die Berfegung diefer Fusions"-Partei weitere Fort schritte machen wird, denn die Zeiten der 3 veideutiofeit sind vor über. Entweder oder, entweder links oder rechts! Wer einmal ertannt hat, daß er als aufgeflätter Mann zur Linken fisen muß, der braucht sich auch nicht wie weiland Buridan's Esel ergehen wie dem Esel; er wird umfommen. Herr Richter ift freilich heute noch der große Mann, pflichtschuldigst nehmen alle liberalen Blätter von seiner eigentlich nichtssagender Rede Notiz. Tas ,, Berl. Tagebl" eitlärt sogar: ,, Während dr ganzen Dauer der Rede des Parteiführes herrschte eine Grabesstille Wie denn, soll e fich am Ende gar den Anwesenden der Gedanke des baldigen Begrabenwerdens es nichts Wonnefameres geben fönne, als eine bräutliche Frühlingsreise nach Italien. Bald erreichten sie das Land, in welchem die hohen Magnolienbäume stehen. Himmel und Meer waren blau, allenthalben läuteten Glocken. Sie gelangten an ein Ufer, das vom Wohlgeruche der Drangenblüthen überweht war. Manchen Morgen fuhren die Lebenden auf die See hinaus, deren Schimmer mit dem des Himmels und der Uferberge zusammenfloß. Des Abends schlenderten sie durch die lichterfüllten Gaffen, in denen ein lärmendes Volk wimmelte. Wenn sie Wie schön ist die Welt!" sagten Beide. es nicht sagten, so sprachen für sie die Augen. Die schöne Elmonda konnte nicht genug Wunder sehen an diesem südlichen Gestade. Bewunderte sie das Land, so wurde es ihr von diesem vergolten. Sie hatte manchem Männerblid auszuweichen und selbst Frauen blieben stehen und flüsterten ihr nach:" Welch ein niedliches Weib!" Sie beschlossen, den Sommer über in einer am Meere gelegenen Stadt zu verweilen. Es wurde bekannt, daß sich ein angefehener Frembling mit seiner schönen Frau hier niedergelassen habe. Man mit seiner schönen Frau hier niedergelassen habe. lub ihn zu glänzenden Nachtfesten ein, zu deren Beendigung man der aufgehenden Sonne auf dem Meere entgegenfuhr. Der Mann schlug all das aus. Wir wollen für uns leben," fagte er. Elmonda war es zufrieden. Allmählich wurden ihr die Tage und Abende eintöniger. Das Vergnügen begann seine verderbliche Wirkung auszuüben. Es schlich sich ein Gefühl ein, demjenigen vergleichbar, welches den Menschen überkommt, der sich, statt mit Wer weiß, ob das Volk nicht gleichwohl vom Geiste einigem Sinnen. Die Obstbäume, welche hier zu blühen nahrhafter und derber Speise, mit Süßigkeiten nährt. Der beginnen, fann der Frost verderben. Die Saat, die dort Boch in grünen Halmen wallt, fann von hochsommerlichem Gewitter zerschlagen werden. Friebliche Schwäne trifft hier im Winter das Blei des Jägers. Das Feindliche in der Natur, der Zusammenhang mit dunkler Unergründlichfeit schien aus diesem von Blumen umgebenen Wasser dem ift zierlicher, die denkende Volksseele wahrer." Müßiggang überreizte die Einbildungskraft. Nach und nach kamen die t'einen Quälgeister heran, welche dem Behagen derjenigen nachstellen, die sich von der Arbeit lossagen. Richtete bei dem abendlichen Spaziergange eine der bunkeläugigen, schwarzumschleierten Frauen ihren Blick mit Menschen entgegen, wie aus einem Erdspiegel. Dein Poet scheinbarer Budringlichkeit auf die männliche Erscheinung bes nordischen Gastes, so folgte ein Gepläntel spiziger Das Liebespaar setzte seine Reise fort. Es fand, daß Reden aus den rosigen Lippen Elmonda's. Desterreich. In unserem schwarz- gelben Nachbarstante steht sich die Regierung veranlaßt, das Füllhorn der Gaben bis zur Neige auszuschütten. Laut offizieller Ankündigung mird dieselbe demnächst einen Gesezentwurf über die Arbeiterkrankenkassen dem Parlament vo legen, nachdem sie bereits einen Anlauf zur Regelung der Unfallver ficherung unternommen hat. Damit aber dem dargebotenen Gericht das nöthige Gewürz nicht fehle, wird zugleich die EinSozialisten und über den Handel mit Sprengbringung eines Gefeges gegen die Bestrebungen der stoffen angekündigt. Nachdem ein derartiges Gesez unter Dach gebracht tit, soll dann der Belagerungszustand aufgehoben werden. Glückliches Desterreich! Frankreich. Wie verlautet, wird der Ministerrath heute über die Bedingungen berathen, unter welchen China seine Bustimmung zur Einstellung der Feindseligkeiten geben will. Diese B dingungen würden der französischen Regierung durch Das englische Kabinet übermittelt werden. Die französische Regierung hat die Bedin ungen der englischen Regieru ig für die Wiedereröffnung der Konferenz für Eypten nicht annehm bar gefunden und ihren Botschafter Waddington beauftragt, dem Londoner Kabinet mitzutheilen, unter welcher Bedingung fie auf den betreffenden Antrag eingehen werde. Die neue Konferenz wird jedenfalls erst nach Beendigung der Berliner stattfinden. Zuerst hatte der Mann mehrmals geantwortet: Wer in den Blicken dieser großen Augen etwas Be= sonderes sucht, der täuscht sich. Diese Augen betrachten einen Korb voll Artischofen oder den Wäschezettel gerabe so, wie ein Bildniß von Rafael. Hinter diesen junonischen Stirnen wetterleuchtets nur von Gedanken über Toilette oder Hausfram und Stadtklatsch. Der seelenvolle Blick ist nichts als ein Lichtreflex auf der feuchten Hornhaut des Auges." Das half nichts. Mit irgend etwas muß sich das Sinnen des Menschen beschäftigen. Das üppige Herumschlendern kam dem Aufteimen unzarterer Regungen zu Hilfe. Bulegt wurde aus den Scherzen Ernst. Elmonda verfolgte ihren Gatten mit Eifersucht. Dieser erkannte das Uebel, aber verlor viel Zeit mit Nachsinnen, wie ihm zu begegnen sei. Seine Absicht, bis zum Herbste zu verweilen, wollte er aus mancherlei Grünben verwirklichen. Während er über die Art einer Beschäftigung nachsann, erlahmte, ohne daß er dessen gewahr wurde, die Kraft zu einer solchen. Er erinnerte sich, gelesen zu haben, daß aus den Gothen und Normanen im Süden nichts geworden sei. Ein durchreisender Landsmann hatte am Gafttisch gesprächsweise geäußert, daß von deutschen Frauen viele in Italien verkommen. ,, Da müßten alle Italienerinnen verkommen sein!" hatte er erwidert. Der Gast aber hatte kurz geantwortet: Wenn zwei Verschiedene dasselbe thun, thun sie nicht daffelbe." Alsdann war das Gespräch, wohl mit Rücksicht auf die Anwesenheit Elmonda's, abgebrochen worden. Mit dem Hornhaut- Reflex fchen sich, wie Elmonda überzeugt war, ihr Mann geirit zu haben. An der Gasttafel fpeifte täglich ein junges Weib. Es hatte die Wangen mit Reispulver bestreut. Nicht selten glühte es wie eine Linie phosphorigen Lichtes unter den Wimpern hervor, und Elmonda fah wohl, auf wen solche Blicke gerichtet waren. In einer Nacht, in welcher sie auf dem Balkone des Die russischen Nihilisten, von denen man längere Zeit hindurch nichts gebört hat, beginnen wieder von fich reden zu machen. Ließen schon die in neuester Beit gemeldeten Verhaf tungen darauf schließen, daß sie sich wieder zu regen beginnen, so scheinen sie jetzt selber aus der lange beobachteten Bu rückhaltung wieder beraustreten zu wollen. Wie ein Privattelegramm meldet, ist in London aus Petersburg ein telegraphische Meldung eingetroffen, daß das nihilistische Erekutivfomitee eine Broklamation erlaffen habe, welche den Minister des Innern, Grafen Tolstoi, zum Tode verurtheilt. Großbritannien. Der volle Tert des neuen englischen Wahlgesetes liegt heute in den Times" vor. Es führt den Titel: Gesetz zur Erweiterung des Rechts in Bezug auf die Vertretung der Bevölkerung des Vereinigten Königreichs". Keins der früheren Wahlreformgeseze hat den Wählern eine so große Zahl neuer Wähler hinzugefügt, wie das jegige. 1832 waren es nicht ganz 500 000 Bürger des Vereinigten König reichs, welchen das Wahlrecht verliehen wurde; 1866 war die Babl der nach dem Gesetz von 1832 zur Wahl Berechtigten auf 1136 000 gestiegen. Durch Gesezt vom Jahre 1867 mucos diese Babl auf 2448 000; die nach den Bestimmungen dieses Gesezes zur Wahl Berechtigten werden in Folge der natürlichen Zunahme an Bevölkerung und Wohlstand gegenwärtig auf 3 Millionen geschäßt. Das Gesez vom 6 Dezember d. J. fügt den Wahllisten volle 2 Millionen neue Wähler- Haushalter Haushalter und Mether in Stadt ynd Land hinzu, und zwar über 1 300 000 in England und Wales, über 200 000 in Schottland und über 400 000 in Jrland. Das neue Gesetz tritt mit dem 1. Januar 1885 in Kraft; in Wirklichkeit jedoch können die neuen Wahlberechtigten nicht vor dem Beginn des Jahres 1886 von ihrem Recht Ge rauch machen, da die Registrirung derselben erst im nächsten Herbst erfolgen kann. Egypten. Die bisherigen Nachrichten über die enalische Sudanexpedition berichteten über die Sammlung der Streitfräfte bei Debbeb, von wo aus der eigentliche Vorftoß gegen Chaitum erfolgen soll. Wie ein Londoner Privattelegramm meldet, wird der Vorstoß am 15. d. M. beginnen; an diesem Tage trifft Lord Wolseley in Debbeh ein. An der weftafrikanischen Küste sind eine ganze Reihe portugiesischer und anderer Kriegsschiffe aufgefahren, wahr scheinlich zur schleunigen B fibergreifung auf Grund der zu erwartenden Konferenzbeschlüsse. Besonders auch wegen dieser Gefahr ungerechter und vorgreifer der Offupation wird eine Verständigung der Mächte nach Schluß der Konferenz über die Souveränetätsfragen am unteren Kongo mehrfach befürwortet. Die Konferenz dürfte Ende nächster Woche geschlossen werden. Aus Kapstadt( Süd- Afrika) kommt die Nachricht, daß ben bisherigen Anordnungen gemäß die Expedition nach dem Betschuanalande aus drei Regimentern irregulärer Truppen und englischer Freiwilligen, sowie 1000 Mann Rolonialtruppen bestehen wird. Befehlshaber sind die Oberst- Lieutenants Paul Methuen, Karington ünd Gough. Im Fall die Kooperation von regulären Truppen für nöthig befunden werden sollte, würden die Truppen unter dem Oberbefehl des Kommandeurs in Süd- Afrika, General- Lieutenants Eir Leycester Smyth ge stellt werden. Aus Argentinien liegen jest nähere Nachrichten über die Gründe, welche die Regierung veranlaßten, den väbstlichen Gefchäftsträger auszuweisen, vor: Ein katholischer Kongreß hatte in Buenos Ayres getagt und den Syllabus als die Fatne be zeichnet, unter der die Katholiken der Argentina marfchiren sollten. Von diesem Kongresse beeinflußt, hatte der Vertreter der römischen Kurie an die argentinische Regierung das An finnen gestellt, das Interventionsrecht der Bischöfe in der Schule anzuerkennen und die Verbreitung der protestantischen Lehre zu verhindern. Die Regierung wies dieses Anfinnen bestimmt zurück, wie der päbstliche Nuntius nach der Ablehnung der Zugeständnisse, welche die Klerifalen im Abgeordnetenhause in das Schulgefeß aufgenommen wissen wollten, genau wissen mußte. In Folge dessen ließ sich Mattera( der Geschäftsträger) zu einer heftigen, in drohendem Tone gehaltenen Antwort hinreißen unter Anführung von Leitartikeln der bonätenfischen Tribuna Nacional", denen er fälschlich einen offiziellen Charafter beilegte. Die Regierung hat die öffentliche Meinung für fich. Sofort als es ruchbar wurde, daß die Klerikalen dem ausgewiesenen Nuntius eine Dvation bereiten wollten, wurde eine große Gegendemonstration veranstaltet." Parlamentarisches. Der Petitionskommission des Reichstages find bis jetzt im Ganzen 190 Betitionen zugegangen. Die Kommission des Richstags zur Vorberathung der Vorlage über die Subvention von Postdampfern trat gestern Abend zu ihrer ersten Sigung zusammen. Außer den Miegliedern der Kommission hatten fich zahlreiche andere Abgeordnete eingefunden, um den Verbandlungen als Zuhörer beizuwohnen. Als Vertreter der verbündeten Regierungen waren die Staatssekretaire von Bötticher und Dr. Stephan mit einem großen Stabe von Rom missarien erschienen. Es wurde sofort die Spezialdiskussion Gasthofes saßen und die Menge anschauten, die sich unter ihnen bewegte, die vielfarbigen Lichter, welche aus offenen Sälen über die geputzten Menschen fielen, die Fächer und Blumen, die dunklen Schleier und die bunten Gewänder, eröffnet. Abg. Dr. Bamberger behauptet, es sei fein Beweis dafür geliefert wnrden. daß die deutschen Waaren aus Mangel anchiffsgelegenheit keinen Absatz in Oftaften gefunden haben. Nachdem Geheimer Rath Röfing einige statistische Daten zur Drientirung mitgetheilt, bemängelt besonders Abgeordneter Stiller die außerordentliche Mangelhaftigkeit der Motive. Im Interesse der Hebung des nationalen Handels befürworten Staatsiekretär von Bötticher sowie die Abeg. Dr. Hammacher und Meier- Bremen die Vorlage. Sehr entschieden trat Abg. Brömel gegen den Entwurf auf und vertrat die Anficht, daß die Fürsprecher mehr pathetisch fich ergehen, als sachliche Gründe beizubringen im Stande find. Für die Vorlage sprach auch Abg. Woermann. Je mehr Schiffe in Betrieb tämen, um so mehr trete das Bedürfniß nach Einstellung neuer hervor. Nachdem noch Graf Adelmann gegen den Entwurf gesprochen, wurde die Sigung gegen 11 Uhr vertagt. Man ist der Ansicht, daß die Kommission die Zustimmung des Reich tages beantragen werde, möglicherweise unter Abänderungen, über welche man fich mit der Regierung verständigen werde. Die beiden Fraktionen der Rechten und die Nationalliberalen stimmen geschlossen für die Vorlage; in den anderen Fraktionen hat man bereits erklärt, daß man den einzelnen Mitgliedern bezüglich ihrer Abstimmung völlig freie Hand laffen wolle, denn überall find Anhänger des Gesetzes. Die Kommiffion hofft, ihre Arbeiten so abzuwickeln, daß der Bericht den Mitgliedern des Reichstages während der Weihnachtsferien in die Heimath nachgesandt werden kann. Die zweite Plenarberathung dürfte dann gleich nach Wiederaufnahme der Verhandlungen im Januar t. J. beginnen. Die Germania" erklärt heute hinsichtlich der Erhöhung der Getreidezölle und der Börsensteuer: Die freie Vereinigung wird in aller Rube gründlich berathen, und vor Weihnachten ganz gewiß nicht mehr zu einem Abschluß in irgend einer der wichtigeren Fragen fommen. Was uns aber hier die Hauptsache ist, und was wir unsere Lefer ein für allemal festzuhalten bitten gegenüber der mittelparteilichen Tendenz, die immer wiederkehren wird, das ist: den deutschen Verhältnissen angemessene Getreidezölle und eine wirksame Börsensteuer wünschen auch wir, aber beide Maßregeln brauchen in feiner Weise zu irgend welcher Steuerer höhung zu führen, wenn in den betreffenden Gesezen selbst bestimmt wird, daß für die Mehreinnahmen aus den Getreides zöllen und der Börsensteuer andere Steueraufhebungen stattfinden müssen, so daß eine Steuerreform" und feine Steuererhöhung herauskommt. Wir unfererseits werden entschieden für eine sparsame Festsetzung der Reichsausgaben eintreten, das dafür dann nöthige Geld wird bewilligt, aber Nichts mehr! Die Herren Nationalliberalen werden ihre Steuerwilligkeit durch uns nicht decken können." 11 Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. um 1 Uhr 20 Minuten. 11. Sigung vom 10. Dezember. Präsident v. Wedell- Piesdorff eröffnet die Sigung Am Bundesrathstisch v. Bötticher, v. Schelling und zahlreiche Kommissare. Das Haus tritt sofort in die Tagesordnung ein, in die Berathung des Berichts der Geschäftsordnungsfommission über den Antrag der Wahlprüfungskommission auf Aenderung der Geschäftsordnung. Die Geschäftsordnungskommission beantragt dem§ 5 der Geschäftsordnung binzuzufügen:" Für die Dauer der ersten Session der gegenwärtigen Legislatur periode gelten folgende Bestimmungen: Die Kommission besteht aus 14 Mitgliedern und 7 Ergänzungsmitgliedern und wird für die Dauer der Session gewählt. Der Vorsitzende der Kommission tann aus der Bahl der Ergänzungsmitglieder Referenten ernennen, welche aber nur bei den von ihnen bearbeiteten Wahlen an der Berathung und Abstimmung theilnehmen.- Antiäge der Kommission, welche auf Ungiltigkeitserklärung einer Wahl gehen, fönnen nur bei Anwesenheit von mindens elf stimmberechtigten Mitgliedern beichlossen werden. Der Referent Abg. Freiherr Schend v. Stauffenbera befürwortete diesen Antrag. Abg. Ackermann( fonservativ) wendet sich gegen den Theil des Antrages, durch welchen die Ergänzungsmitglieder gewissermaßen wie Hilfsrichter behandelt wurden. Dr gegenwärtige Zustand könne nur ein vorübergehender sein, denn die Art und Weise wie jest Wahlproteste zusammen ge= schmiedet werden, laufe auf Unfug hinaus. Abg. Frhr. v. Heeremann( Bentrum) empfiehlt die Annahme der Kommissionsanträge, die wohl erwogen find. Der Schwerpunkt der Wablprüfungen liege nicht in der Person, sondern in der Meinung der Mitglieder der Kommission. Abg. Hasenclever( Sozialdemokrat) erklärt sich für den Antrag und erhebt Beschwerde über die ungerechte Handhabung des Vereins gefeßes seitens der Behörden bei den Wahlverfammlungen, namentlich in Berlin, welche die deutlichen und flaren Beschlüsse des Reichstags nicht respettiren. Daraus entstehen eben die zahlreichen Wahlproteste, die dann seither lange war, getrennt worden. Eine von bunten Windlichtern grell beleuchtete Menge stürzte vorüber, man brachte der Primadonna Evvivas aus, die Begeisterten drängten sich Zeit ihrer Erledigung barrten. Man habe erlebt, daß Wahlen, die in der ersten Session beanstandet wurden, in der legten Seffion noch nicht erledigt waren, weil die erforderlichen Auf tlärungen von den Behörden noch nicht beschafft waren. Aus diesem Dilemma tomme der Reid stag nicht beraus, wenn er diese Dinge nicht selbst in die Hand nehme. Der Antrag be feitige zwar nicht alle Uebelstände, dennoch set er akzeptabel und eine Verbesserung des jeßt bestehenden Zustandes. Abg. Dr. Marquardsen( nationalliberal) spricht gleich falls für Annahme des Kommissionsantrages. Während wir es in früheren Legislaturperioden nie über 52 Wahlprotefte ge bracht haben, liegen diesmal 78 vor. Das erfordere eine Ver ftärkung der Kommiffion; er hoffe aber, daß wir hier nur ein Provisorium zu schaffen haben, und die Verstärkung später nicht mehr nöthig sein werde. Aba. Ridert( freifinnig) erklärt Namens seiner Fraktion, daß fie für den Kommissionsantrag stimmen werde. Abg. Liebknecht( Sozialdemokrat) erklärt sich im Sinne feines Kollegen Hafenclever. Die Mißstände der Wahlprüfungen liegen außerhalb des Reichstages. Redner ist der Ansicht, daß der Reichstag das Recht habe, unter Um gehung der Behörden die ihm nothwendig erscheinenden Er hebungen selbst anzuordnen, au leiten und zu kontroliren. Abg. Dr. Windthorst erklärt sich Namens des Hens trums gleichfalls für den Antrag der Kommission. Abg. v. Grammatti( fonservativ) ist mit der Bestim mung nicht einverstanden, daß der Vorftgende berechtigt sein soll, die Referenten auch aus der Bahl der Erfagmitglieder zu entnehmen. Der politische Parteistandpunkt des Referenten werde fein Urtheil immer beeinflussen und deshalb halte er diese Bestimmung für gefährlich. Staatssekretär des Innern v. Bötticher bestreitet die vorherige Behauptung des Abg. Hasenclever, daß in der legten Seffion die Träger'iche Wahl im 4. Berliner Wahlkreise durch die Schuld der Regiernng nicht habe geprüft werden können. Eine solche Wahlprüfung habe überhaupt garnicht stattgefunden ( hört! hört!) und habe die Regierung in dieser Beziehung ein reines Gewiffen. Sie habe alle auf Wahlprüfungen bezüglichen Angelegenheiten seither nah Möglichkeit beschleunigt. Und wenn hier und da Verzögerungen vorkommen, so liege das daran, daß in solchen Fällen sehr viel Zeugen zu vernehmen sind, und zwar Zeugen, die, wie es thatsächlich vor gekommen, namhaft gemachifind, aber garnicht eristiren. Die Debatte wird hierauf geschlossen und der Antrag der Kommission, entgegen den Stimmen der beiden konservativen Faktionen, angenommen. Es folgt die Berathung der von den Abag. Mundel und Reichensperger eingebrachten beiden Anträge auf Wieder einführung der Berufung in Strafiachen. 1035 be be bi th tri de äu zie Bu fel DO lar bä in thr Eb nid zu ab Ri un Der od He ein art übe bin An Der ver tan for die Za erg foz Kla ftu irg Lie gen ein fich Da fich Ker lock emi jun ibne fich Bl mit Asp wo dem grü chen Den nich mor Abg. Reichensperger begründet seinen Antrag mit dem Hinweis auf die Dringlichkeit deffelben. Hervorragende Auto ritäten auf dem Gebiete der Rechtspflege, nenerdings aud Mittelstaedt, haben sich bereits in diesem Sinne mit aller Ent schiedenheit ausgesprochen. Es liege ja schon in der Natur der gewähren, der ja für die geringfügigsten Verwaltungsfachen Sache, für ein so wichtiges Verfahren einen Instanzenzug ichon gewährt werde. Redner sucht an juristisch- technischen Beispielen. die er zilirt, nachzuweisen, daß die Wiedereinfüb rung der Berufung durchaus keine Unzuträglichkeiten für die Beweisaufnahme oder für andere Theile des Strafverfahrens herbeiführen werde. Die Nothwendigkeit der Berufung gebe schon daraus hervor, daß zahlreiche Ürtheile der Schöffenge richte in der Berufungsinstanz geändert worden feien. Auch für die Frage der Strafabmessung sei die Berufung von höchster Wichtigkeit, wie er dies in seiner Eigenschaft als Richter beim preußischen Obertribunal erfahren habe. Staatssekretär des Reichsjuftijamts Dr. v. Schelling: Für die Abschaffung der Berufung wurden seiner Zeit gemid fge Gründe geltend gemacht, und die Berichte aus denjenigen Einzelstaaten, in denen feine Berufung stattfindet, lauteten sehr günstig. Der Ernst der Lage wird aber unbestritten von dem Angeklagten immer erst dann anerkannt, wenn die Ver urtheilung in erster Instanz bereits erfolgt ist; und deshalb i deshalb der Reichskanzler an den Bundesrath eine Vorloge die Forderung der Berufung nicht unbegründet Es wir gelangen lassen, in welcher der Veruch gemacht werden soll einzuführen, und zugleich einige andere Aenderungen por in dem Rahmen des jetzt bestehenden Rechtes Die Berufung nehmen, wie z. B. eine Beschränkung der großen Zahl be Geschworenen und so weiter. Eine volitische Tendenz so Diese Vorlage nicht haben. Wenn das Haus diese Anträg annimmt, so wird der Reichskanzler darin nur eine Förderun feiner Absichten erblicken, über welche er gegenwärtig noch m den verbündeten Regierungen unterhandelt. Abg. Freiherr v. Buol( Bentrum) erklärt sich gegen ben Antrag; in den Rahmen unseres jezigen Strafprozeßverfahren paffe die Berufung nicht hinein. Man möge versuchen, unrichtig Urtheile zu vermeiden, indem man die Ursachen dieser u richtigen Urtheile prüft und sie zu beseitigen sucht. Die rufung allein gewähre einen Schus hiergegen nicht. D Wiedereinführung der Berufung wäre für diejenigen Beamten wo sie erst beseitigt ist, ein Rückschritt. Abg. v. Hartmann( fonservativ) giebt zu, daß neue Strafprozeßordnung nicht denjenigen Erwartungen ent e sprochen hat, die man auf sie gesezt hat. Die Konservative werden deshalb die Berufungsfrage nicht zu einer Parteifrag machen. Die Strafprozeßordnung sei reformbedürftig, wenn gegen den Wagen hin, während Andere einer Mutt gleich in den Ausführungen des Vorredners auch viel Richtige entstand Bewegung auf der Treppe, die in das erste bande folgten, die sich gegen den Gasthof in Bewegung läge. In der Berufung liege allerdings für die Reugenv Stockwerk führte. Eine schlanke weibliche Gestalt fam langsam über die breiten Marmortreppen heraufgeschritten. Die schwarze Seide rauschte auf dem Gestein. Die Gestalt trug den Fächer, als ob sie einen Bauberstab in der Hand führte. Festlich gekleidete Männer mit Wachskerzen schritten ihr voran, viele andere bildeten ein Spalier. Alles entblößte die Häupter, als ob eine Herrscherin durch die Reihen schritte. Die Primadonna Assoluta der Oper!" hieß es. fezte. Die Tischnachbarin mit dem Reispulver wurde von einem der begleitenden Herren geführt. In dieser Vereinsamung wurde Elmonda von dem Maler der Arm angezu denken. In diesem Die bisn Auf nicht Dem fein, enti ift 1 terri fahr tlim Ma bun bei dürf Wa alle Schli wen erzä Lof bit Ber wei der Au S01 fich emp Ein ein! Th pap rag Ber ftra Don Di Na nehmung eine große Gefahr. Leute von mittelmäßiger ihrer Vernehmung folgenden Vorgänge bei der ersten fügiger Sachen könnte den Strafkammern abgenommen S Ver un telligenz und strenger Wahrheitsl ebe werden durch die nad handlung leicht so stark beeir flußt, daß bei ihrer späteren Ver boten. Nach langem Zögern nahm sie ihn an, um sich nehmung in der Berufungsinstanz sich wesentliche Abweichungen Gewühle war an ein Stehenbleiben und Auffinden nicht Abänderungen des erstinstanzlichen Verfahrens, wie auch eine Erweiterung des Revisionsverfahrens. Eine Menge gering den Scöffengerichten übertragen meiden, so fönne das Laien Redner wünscht, daß die heute hier geführten Berhandlung I nicht spurlos bei den Gerichten vorübergehen möb die Hauptsache liege ja bei ihnen und auch die Staatsanmäl fönnten viel dazu beitragen, die Zufriedenheit mit dem Geld zu fördern. Redner beantragt die Anträge an eine befonde Kommission von 17 Mitgliedern zu verweisen. Abg. Dr. Marquardsen( nationalliberal) stimmt Elmonda verglich die Aufmerksamkeit, die man dieser großer Stern von Gasflammen, deren Glanz durch Spiegel element auch in den Fällen mittlererGattung hinzugezogen werde Frau zollte, mit den eintönigen Stunden, welche sie selbst verlebte. Die Blicke, mit welchen sie diesem Auftritte zufah, mußten den Neid durchleuchten lassen, denn ihr Mann hielt es für geraten, alsbald etwas von„ Komödianten flitter" zu verlautbaren. Die Primadonna war als Gast in der Stadt er schienen. An der Tafel wurde nur von ihr gesprochen. Einige Tischgenossen, unter ihnen ein junger Marinemaler, Der Mann wartete unter dem großen Thore. Ein verstärkt war, leuchtete von der Wölbung herab den Antommenden entgegen. Sie sah belebter aus als jemals. Am nämlichen Abend wurde noch eine Gondelfahrt veranstaltet. Am Himmel hing die Mondsichel und warf einen dünnen Lichtstreifen auf die leichten Wellen. Die nämliche Gesellschaft, die zusammen im Theater gewesen großen Barke, die hell beleuchtet war. In ihr saßen war, fand sich auf einer Gondel. Man näherte sich einer Wefentl chen mit den beiden Vorrednern überein. Nach be In ihr faßen heut hier gehörten Darlegungen scheine die Beit auf Aba mit denen man gelegentlich gleichgültige Gespräche pflog, Sänger und Sängerinnen. Die Barke war von anderen berung der Strafprozeßordnung schon gekommen zu fein. Bri Schiffen dicht umdrängt, hier barg der Schatten ein Gesicht, zipiell sei er gegen die Berufung in Straffachen. Für Di Sache lönne aber ein politischer Fraktionsstandpunkt maßgebend sein. Auch dieser Redner erklärt fich für Tomm Juden das Ehepaar ein, mit ihnen gemeinschaftlich am nächsten Abende die Oper zu besuchen. Man konnte nicht Nein sagen. Die ganze Gesellschaft nahm eine Loge. Der Marinemaler mich nicht von Elmonda's Seite. Jm Geräusche der Unterhaltung fand er Zeit, ihr mit gedämpfter Stimme zu sagen, daß er bei dem Bilde, das er eben malte, der Landung der Aphrodite auf Cypern, sich ihre Züge zum Modell erwählt habe. dort wurde ein anderes vom Widerstrahl der rothen und blauen Lampions getroffen. Addio Napoli! Mit den Klängen dieses Liedes, mit dem weichen Meerwinde, wehte die Wolluft Italiens in die Herzen hinein... Es wurde lange in den Tag hinein geschlafen. Als fatische Berathung. Bei lebi Arz 121 befi tru Alb Pfe räu St Da Lau Iofe Fri St Der ihn Tan ben Ni Ze που ent Un Strap Abg. Payer( Volkspartei): Nur wenn die Strafpro rufungsinstanz fallen lassen. Aber die Mängel unserer ordnung auf guten Grundlagen beruhe, könne man die man die Fenster öffnete, brang eine abgekochte Luft ohne prozeßordnung seien anerkannt und darum eine Berufung u Drangen, Feigen und Granaten, die im Garten gediehen, den, daß in Baden nur zwei Fälle von unschuldig Berurtheilte Elmonda erröthete. Derlei zu sagen, hatte sich ihr schienen in ein berauschendes Lustgas verwandelt worden zu nachgewiesen seien, so meine er die Zahl der wirtlid b gegenüber noch Niemand erkühnt. Als die Gesellschaft das Theater verließ, gerieth fie in einen Menschenwirbel, der sich in entgegengesetzten Rich tungen über den Rorso wälzte. Ehe sich Elmonda dessen verfah, war sie durch das Gedränge von ihrem Manne, für einen Augenblick einige Schritte zurückgeblieben einen Hauch von Morgenthau herein. Die Fruchtsäfte der sein, das in der Schwüle emporstieg. Der Speisesaal war, wie gewöhnlich, finster. Man hielt Wärme und Licht durch doppelten Verschluß ab. Die schuldig Verurtheilten sei viel größer. Die Berufung müffe Be bald als möglich ins Leben treten, denn die Bevölker könne nicht verstehen, daß gegen das Urtheil der Schöffen rufung zulässig sein solle, gegen das der Straffammern nich Augen mußten sich einige Minuten anstrengen, bis sie sich Redner tält es für rothwendig, wenn die Berufung eingefülb der Dunkelheit anpaßten. ( Schluß folgt.) I nicht zu beseitigen, so doch wenigstens zu beschränken. 7. Len, sten Luf Aus 7 et be abel eich r es ges Ber = ein nicht tion, im Der zr ist Um Er Bens ftim fein er zu enten te er t bie esten Durch nnen. unden g ein lichen unigt. mmen, en zu Dor g der ativen I und bers it dem Auto Saud r Ents ur der Die Debatte wird hierauf auf Donnerstag 1 Uhr vertagt. Tages Ordnung: 1. Antrag Liebknecht auf Sistirung eines Strafverfahrens gegen den Abg. Kayser, 2. Fortseßung der beut abgebrochenen Berathung, 3. Fortsegung der Etatsberathung. Schluß der Sigung 5 Uhr. " 1 " okales. I Kutscher seine Baarschaft im Betrage von 21 M. abnahmen. Kutscher seine Baarschaft im Betrage von 21 M. abnahmen. I haft, in der Trunkenheit von seinem Arbeitswagen, wurde Hierauf entfernten fich die Bauernfänger, von welchen der Kutscher Einen festhielt und ihn zum Amtsvorsteher in Tegel brachte. Einen zweiten Bauernfänger traf der Geschädigte zufällig am folgenden Tage in der Herberge in der Dranienstraße, welchen er gleichfalls feftnehmen ließ. b. In der Behrenstraße wimmelte es gestern von Menschen, welche ganze Bündel Regenschirme im Arme trugen. Im Direktions- Gebäude der Pferdebahn- Gesellschaft hatte die große Auktion nicht abgeholter Fundsachen begonnen, und der erfte Tag brachte nichts als Regenschirme. Bu ganzen Bergen lagen sie da, und immer fünf und sechs auf ein Mal gelang ten zum Ausgebot. Das Gros waren Kinderschirme, denn die liebe fahrende Schuljugend leistet Großes in der Vergeßlichfeit. In dem engen Auktionsraume drängte sich eine faufluftige Menge, darunter eine Menge Kondukteure und sonstige Beamte der Pferdebahn. Spaßhaft sahen die Versuche aus, die Schirme über den Häuptern der dichten Leutereihen zu öffnen und in dem halbdunklen Raume auf ihre Dichtigkeit zu prüfen. Das Tempo der Auktion war ein so flottes, daß dazu wenig Zeit blieb. Doch eine Anlage von 60 und 70 Bfg. für ein halbes Dugend Schirme war auch fein großes Rifto. Wenn ein paar davon brauchbar waren, fonnte man die Invaliden mit in den Kauf nehmen. Große Bündel im Hintergrunde zeigten übrigens an, daß an den weiteren Auktionstagen auch andere Sachen als Schirme zu haben sind. a. Der wiederergriffene Gänfedieb Knäpel hat während seiner mehrtägigen Freiheit Diebstäble ausgeführt, welche heut die Verhaftung eines seiner Freunde und Zuchthausge noffen, des ,, Arbeiters" L. wegen Hehlerei zur Folge gehabt noffen, des Arbeiters" L. wegen Hehlerei zur Folge gehabt hat. Bu L. fam Knäpel nach seiner Entweichung und bat ihn um Obdach, welches ihm gewährt wurde. K. händigte hierbei dem 2. mehrere gestohlene Sachen zur Verwerthung ein. Unter anderen waren es 10 neue Taschentücher, gez. M. W., die L. bei einer in der Königemauer wohnhaften Frau Sch., zwei mit roth und weißen Fäden durchzogene Inlets und ein hell und dunkelbraun farrutes Umschlagetuch, die er bei einem Pfandleiher versezt hatte. Die bestohlenen Eigenthümer dieser Pfandleiher versegt hatte. Die bestohlenen Eigenthümer dieser Sachen sind noch nicht ermittelt. N. Gefangener Wilddieb. Den eifrigen Bemühungen des Wildjägermeisters Lutter in Rigdorf gelang es gestern in vorgerückter Abendstunde, den bereits wegen Wilddieberei vorbestraften Bädermeister Seidel festzunehmen. Der Sistirte, welcher schon seit einiger Zeit auf dem Jagdrevier( Briß Buckow) des Fürsten Radziwill Wilddieberei getrieben, wurde in dem Augenblick attrappirt, als er auf dem Anstand liegend im Begriff war, fich eine Jagdbeute zu verschaffen. Nach Feststellung der Personalien und Abnahme des Jagdgewehres wurde der Wilderer vorläufig entlassen. cr. Gar feltsame Geschichten find es bisweilen, die uns bie Annoncentheile der Beitungen erzählen. Eie geben uns in ihrer Monnigfaltigkeit ein Bild von dem ewig wechselvollen Treiben der Großstadt, fie führen uns ein in bas bunte Ges triebe des modernen Lebens, von der frohen, stolzen Anzeige der G. burt des ersten fräftigen Jungen, bis zum legten äußersten Nothschrei der darbenden Wittwen zeigen fte uns so ziemlich Alles, was der Rahmen der heutigen gesellschaftlichen Bustände umschli ft. Die jeßige Generation ist mehr aus sich felbst herausgetreten, als das früher der Fall war, was noch vor wenigen Jahrzehnten unmöglich, ja unerhört war, ist heute landläufig und gebräuchlich gewordenes haben diese Veres haben diese Verhältnisse soviel für wie gegen fich. Die Beitungsannonce ist in unserer Zeit eine Macht geworden, viele Leute verdanken ihrer unwiderstehlichen Gewalt ungemessene Schäße und reiche Ehren, fte wären vielleicht urbekannt verfommen, wenn fte es nicht verstanden hätten, die Reklame ihren Zwecken dienstbar zu machen. Wenn wir von diesen Helden der Markischreierei abfeben, so geben die Tagesblätter aber auch nach anderer Richtung hin uns einen eigenartigen Einblick in manche unserer sozialen Verhältnisse, der uns ohne diesen Sprechsaal der öffentlichen Minung in vielen Fällen gänzlich verschloffen oder doch sehr erschwert würde. Die Vermittelung von Heirathen auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege" ist eine stebende Rubrik geworden, die schematische Abfaffung der artiger Anzeigen ist sogar soweit in unseren Sprachgebrauch übergegangen, daß man den Begriff Diskretion" einfach da bin definirt, daß Dietetion eben Ehrensache ist. Auch jene Annoncen, in denen fich irgend ein dunkler Ehrenmann für verpflichtet hält, aktiven Offizieren und Beamten Darlehen zu verschaffen, bilden eine Bierde gewiffer Beitungen, und wer fann es wiffen, wie viel Opfer solche Annoncen schon ge fordert haben mögen. Fernerhin verabreden heimlich Liebende, die fich durchaus nicht friegen sollen, in den Spalten der Tageszeitung ihre Rendezvous u. s. w. Gewisse Anzeigen erzählen uns jedoch in einer einzigen Seile ganze Romane fozialen Elends.„ Ein junges Mädchen wünscht für jeden Preis Klavier- Unterricht zu geben." Eine junge Dame giebt Privatstunden, Honorar nach Belieben. Weibliche Beschäftigung irgend welcher Art wird von einem jurgen Mädchen gesucht." Liest man das nicht alle Tage? Gewiß, und das Auge des gewöhnlichen Beitungslesers fliegt achtlos über die bescheidenen einzeiligen Anzeigen dahin, er steht fie kaum. Und doch spricht fich in ihnen vielleicht der ganze Jammer eines geängstigten Dädchens aus, vielleicht ist es die legte Hoffnung, an welche fich ein dem Untergange geweihtes Menschenherz flammert. Kennt man die Entstehungsgeschichte solcher Inferate? Angelockt von dem blendenden Glarz der Millionenstadt mit ihrem ewigen Bedürfniß nach neuen Kräften, Tommen tagtäglich junge Mädchen aus der Provinz in die Residenz, man bat ihnen vielleicht zu Hause gesagt, daß sie Talent beftgen, daß sie fich einen größeren Wirkungsfreis suchen müßten, und welcher Blay wäre für fie geeigneter, als das strahlende Berlin. Berlin mit feiner falten elektrischen Beleuchtung, mit seinem glatten Asphaltpflaster, es sieht so verlockend aus von der Ferne wo so viele Hunderttausende Brot und Erwerb finden, wird es dem Einzelnen doch nicht schwer werden, fich eine Eristenz zu gründen. So denken Viele, und in den Köpfen junger Mäddhen spiegelt sich die Welt, wie sie ist, noch ganz anders als in Den Köpfen anderer Leute. Wie viele Hoffnungen find hier nicht bitter getäuscht, wie viele Existenzen nicht phyfisch und moralisch zu Grunde gerichtet! Wo bleiben und was machen die Tausende, die alljährlich hier einwandern? Wer weiß es, bismeilen giebt der Polizeibericht in seiner lafonischen Kürze Aufklärung, in vielen Fällen weiß man es nicht. man will es nicht wissen, man scheut sich darnach zu fragen. Für den Mann, dem es nicht an Energie fehlt, mag es immerhin noch möglich fein, eine oft seinen Kenntnissen und Fähigkeiten durchaus nicht entsprechende Beschäftigung zu finden, einem jungen Mädchen ist selbst das sehr häufig geradezu unmöglich. Man will Unterricht geben, aber wem, wo? Vielleicht hat sich so ein unerfabrenes Menschenfind gedacht, daß man in Berlin, wo Alles impert, nur die Hände ausstrecken brauchte, um Schüler in Masse zu finden, bitterer wohn, wer vertraut heute die Erziebung seiner Kinder einer Unbekannten an? Dafür bestehen ja bei uns die Konservatorien, wo gleich einem Dugend musikbedürftiger Backfische das Gebet einer Jungfrau" oder„ die legten Walzer eines Wahnsinnigen" eir gepauft werden. Wenn vielleicht alle Mittel erschöpft, die legte Hoffnung erloschen ist, dann entschließt man sich zu einer der oben erwähnten Annoncen. Und wenn auch diese feinen Erfolg gewährt, was dann? Vielleicht erzählt das die Morgue, vielleicht erfährt man es in gewiffen gofalen, wo man beim Champagner leicht das glänzende Elend Berlins vergift. Sug zu fachen nischen einfüb Für die abrens gebe ffenge feien. rufung enfchaft Ting: gewich jenigen auteten en von ie Ver halb if Swird Borlage en foll erufung borzw ahl der folle Anträge rderung och mit gen ben fahren nrichtig efer un bt. Die Die Be Beamten daß bit ervation arteifragt Richtige Eugeno gen ent wenn ger J Die nad en Ver eren Ver cichunge Bablreid auch eine gering nen un s Laien n werden andlungen mobles Banmal em Gef befonde immt is Nach be uf Aban n. Brin Für die unft nid tommi rafproy Die Be ter Stra ufung oben wo rurtheilte 3 müffe völferung Ita u offen Be hern nid eingefü aft, wen b. Eine unbegreifliche Verirrung des Geschmackes weist die Markthalle in der Neuen Friedrichstraße auf. Nach Der Königstraße bildet sie nämlich einen gradezu schauerhaften Aussichtspunkt. An fie an lebnt sich der niedrige dürftige Sommerbau des Restaurants des Sedan- Panoramas, von dem fich ein dünner Schornstein an der Seitenwand der Markthalle emporiantt. Diese selbst zeigt einige Türftige Versuche, ihre Einförmigkeit durch schwache Ansäge von mattfarbigen 3 egel einlagen zu unterbrechen. Und die Ecke krönt ein schwerfälliger Thuim mit viel zu kleiner Ruppel, welche mit stumpfer Dach pappe gedeckt ist, aus der eine nüchterne Holzstange hervor Tagt. Der Anblick past durchaus nicht in die Weltstadt Berlin. rf. In der Ersten Berliner Eanitätswache, Brüderfirafe 24, wurden im Monat November 59 Fälle behandelt, yon denen 19 innere Krankheiten( Angina, Asthma, Kroup. Diphtheritis) und 40 äußere Krankheiten( Starke Lungen- und Rasenblutungen, Bieb und Schnittwunden, Verrenkungen, Beinbrüche) betrafen. In der Wache wurden 42 Fälle erPferdebahn. ledigt, während bei den übrigen 17 Fällen ein Besuch tes Arztes im Hause nothwendig war. Sofortige Bahlung wurde befindet sich eine Wiederbelebung mit Erfolg bei einem Ertrunkenen, ein Bruch beider Unterschenkellnochen, eine Abquetschung der rechten Hand durch herabfallen von der N. Zwei Steinmarder wurden gefiern bei den Aufräumungsarbeiten im Friedri hain von einem Arbeiter unter Strauchwerk und Laub am Fuße eines Akazienbaumes entdeckt. Während es dem einen Thier gelang zu entkommen, wurde bas a. Laubiammeln bestimmt war, gefangen. Das Kümmelblättchen. Der gegenwärtig ftellungslose Rutscher 3. traf am 8. d. M. Nachmittags, als er die Friedrichstraße entlang ging, in der Nähe der Französischen Strake einen unbekannten Mann, der ihm zum Diitgehen nach der Siegessäule aufforderte. Dort angekommen, gefellte sich zu ihnen ein dritter Mann, der ersichtlich mit dem ersten Unbe tannien bekannt zu fein fchien. Nunmehr führten diese Beiden den Kutscher auf verschiedenen Kreuz- und Querwegen in die Richtung nach Tgl, und fie fehrten in eine in der Nähe von noch eine vierte Person zu ihnen gefellt hatte. In dem Lokal entrirten die Bauernfärger denn solche waren die drei Unbekannten - das sog. Kümmelblättchen, wobei sie dem g. Die bisherigen friminalpolizeilichen Ermittelungen über den graufigen Fund auf dem Theil des zugeschütteten Grünen Grabens hinter dem Grundstück Hausvoigteiplaz 5 ( daselbst wurde ein präparirter rechter Kinderfuß gefunden) haben ergeben, daß der Fuß, mit Unter- und Oberschenkel, be reits gegen 8 Tage unbemerkt an jener Stelle gelegen hat. Derselbe befand sich ursprünglich in dem Befis eines im Hause Taubenstraße 25 wohnenden Schneidermeisters K., welcher den in einem etwa 1 einhalb Fuß hohen Glase steckenden Fuß ge legentlich einer Reviston seines Bodens vorfand, woselbst ihn jedenfalls ein Chambregarnist, ein Student der Medizin, untergebracht hatte. Dieses Glas mit dem Präparat machte K. dem im Nachbarhause wohnenden Barbier L. zum Präsent", welcher es einige Tage darauf einem Kutscher des gegenüber gelegenen' schen Fuhrgeschäfts mit dem Ersuchen übergab, Den schauerlichen Gegenstand dem Schneidermeister K. wieder zuzustellen. Der Rutscher entledigte sich nun aber des Gegenstandes in der Weise, daß er ihn einfach hinter dem Grundftück Haus voigteiplaz 5 in den noch nicht vollständig zuGrünen Graben warf. Die geschütteten einzigen Unannehmlichkeiten, welche die Bethelligten an dieser unheimlichen Geschichte erleiden, besteht in den kriminalpolizeilichen Vermahnungen, welchen sie zum Theil bereits unterworfen worten find. a. Ein herrenloses Pferd, fräftiger brauner Wallach, wurde in der Nacht vom Sonntag zum Montag in der Friedrich- Wilhelmstraße von dem Nachtwächter aufgegriffen und auf dem Grundstück Bendlerstr. 22, in welchem sich das 33. Polizei- Revierbureau befindet, vorläufig untergebracht. Der ev. Eigenthümer des muthmaßlich gestohlenen Pferdes möge fich alsbald bei der hiesigen Kriminalpolizei melden. a. In ein Schantlokal, Stallschreiberstr. 11, tam am 4. d. Dits. ein unbekannter, etwa 22 Jahre alter Mann, der den Eindruck eines Hausdieners machte, der sich einen Schnaps geben ließ und ihn auch bezahlte. Bei seinen Weggange gab er dem Gastwirth einen Regulator mit der Bitte, ihm denselben aufzubewahren, da er ihn nach dem Geschäft nicht mehr zuüdbiingen fönne und es für ihn au spät sei, den Regulator am Bestimmungsort abzuliefern. Der Unbekannte bat bis heute den Regulator vom Schankwirth nicht abgeholt, weshalb fich dieser veranlaßt gesehen hat, eine Anzeige hiervon an die Polizeibehörde zu machen. überfahren und erlitt hierbei einen doppelten Armbruch, zwei Rippenbrüche und außerdem anscheinend schwere innerliche Ver legungen. Er wurde nach seiner Wohnung gebracht. Gerichts- Zeitung. Ein geplantes, glücklicher Weise aber vereiteltes Vitriol- Attentat tam heute bet Gelegenheit der Verhandlung einer Anklage wegen falscher Anschuldigung gegen die separirte Amalie Wiesener vor der dritten Straffammer hiesigen Landgerichts I zur Sprache. Die Angeklagte hatte mit dem Schlächter Rodeler ein Liebesverhältniß angeknüpft, welches dieser zu einer Beit auflöfte, als es für die Angeklagte bereits bedenkliche Folgen in Aussicht stellte. Aus Verzweiflung darüber beschloß die Angeklagte, ihren Verführer mit Dieum zu kennzeichnen und sich selbst das Leben zu nehmen. Sie wollte auch zur Ausführung dieses Planes schreiten, Rodeler bemerkte aber das Oleumfläch'schen noch rechtzeitig und entriß es der Angeklagten. Daß unter diesen Umständen jede Annäherung der früheren Liebesleute unmöglich wurde, ist einleuchtend, und in ihrer Ohnmacht ließ sich die Angeklagte verleiten, ihren früheren Bräutigam wegen eines Verbrechens zu denunziren. Derselbe wurde daraufhin auch in Untersuchungshaft genommen, aus der er erst, nachdem sich seine völlige Unschuld herausgeftelt, nach 9 Tagen entlassen wurde. Der Gerichtshof verurtheilte die Angeklagte zu nur einem Monat Gefängniß, während der Rechtsanwalt 6 Monate beantragt hatte. Bei der Strafab meffung wurde auf die Verzweiflung, in welcher sich die Angeklagte zur Beit der That befunden hat, gebührende Rücksicht genommen. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. t. Der Reichstagskandidat der Arbeiterpartei im 6. Berliner Reichstagswahlkreise, Herr Wilhelm Pfanntuch, hielt am Dienstag Abend in der im Lokale Neu- Walhalla, Schönhauser Allee 156, unter Vorks des Stadtverordneten Ewald abgehaltenen öffentlichen Wählerversammlung seine Kandidatenrede. Der Budrang zu dieser Versammlung war ein so enormer, daß der Saal die Erschienenen nicht zu faffen vermochte. Aufs lebhafteste bearüßt, äußerte sich Herr Pfann fuch etwa folgendermaßen: Meine Herren! Es freut mich, daß ich, herbe gerufen durch Ihr Vertrauen, Gelegenheit habe, vor einer so großen Versammlung zu sprechen. Vor 20 Jah ren habe ich in diesem Distrikte drei Jahre gearbeitet, ich bin also nicht gan fremd hier, wenn auch heute die Verhältnisse andere find. Es wird nicht nöthig sein, daß wir uns lange über Tagesfragen unterhalten. Der 6. Berliner Reichstagswahlkreis hat schon wiederholt Beugniß abgelegt von der Treue, mit welcher er zur Arbeiterpartei hält. Es ist um so erfreu licher, daß dem Verlangen nach Verbesserung der Zustände in so tonsequenter Weise Ausdruck gegeben wird, als wir schon fechs Jahre unter einem Ausnahmegesetz schmachten. Unfere Gegner glaubten, durch das Ausnahmegeset würden die Arbeiter von ihren Führern getrennt werden; Darin haben sie sich aber bitter getäuscht. Gerade die Führer waren es, welche die Bewegung in gefeßliche Bahnen gelenkt haben, und bis in die höchsten Kreise hinauf hat sich die Ers fenntniß Bahn gebrochen, daß man zu anderen Mitteln greifen müffe, um das Volk zu beruhigen, als zu Ausnahmegefeßen. Der Streitpunkt ist der, auf welchen Wegen dem Volle die verheißenen Segnungen zu Theil werden sollen. Wir find nicht gewillt, die Arbeiter durch Leute vertreten zu lassen, die bisher noch Nichts für die Interessen der Arbeiter gethan haben. Alles reißt sich jest um die Arbeiter und die Konser vativen haben einen wahren Wettlauf mit der Arbeiterpartei begonnen. Aber Versprechungen werden stets nur Ver fprechungen bleiben, deffen mögen die Arbeiter eingedenk sein. Mir ist von konservativer Seite der Vorwurf gemacht worden, ich verspreche Nichts! Das ist nicht meine Gewohnheit, Ver sprechungen zu machen, die zu halten ich nicht im Stande bin. Mein heißes Bemühen ist nur darauf gerichtet, die Wege ebnen zu helfen, welche zur Erfüllung der Wünsche der Ars beiter führen können und dazu muß ein Jeder mithelfen und mitwirken, die Aufklärung muß immer größere Maffen ergreifen, denn nur mit einem aufgeklärten Volle ist die Freiheit zu erringen, kann die wirthschaftliche Abhängigkeit, unter der wir seufzen, beseitigt werden. Den Arbeitern, unter welchen ich auch handwerfer, Landarbeiter und Klein Bauern verstehe, stehen die Großgrundbefizer, Kapitalisten und Geldbarone gegenüber. Man kann es diesen nicht verdenken, daß sie ihre Privilegien vertheidigen, so lange fte fönnen; aber diese Kreise werden dazu gedrängt werden, ein Vorrecht nach dem Anderen aufzu geben, und wenn wir solche Bundesgenoffen haben, wie den Reichskanzler, dann kann es nicht zweifelhaft sein, daß wir mit ihnen fertig werden. Durch die Anerkennung, welche uns der Reichskanzler gezollt, haben wir festen Boden unter den Füßen gewonnen, find wir auf ein Postament erhoben, von dem man uns nicht so leicht hinwegblasen kann. Wir sind nicht prinzipielle Nörgler, wie die Fortschrittler, wir prüfen und erwägen ernstlich und reiflich und handeln nach bester Ueber zeugung. Das Programm der Arbeiterpartei ist noch daffelbe, wie seit zwei Jahrzehnten. Wenn unsere Gegner sagen, wir seien heute zahm, wir wären nicht mehr diejenigen, die wir früher waren oder wir treiben Heuchelei und zeigen ein falsches Gesicht, so weise ich diesen Vorwurf ent schieden zurück. Man sagt, die Gefährlichkeit der Sozialdemo tratie liege in der konsequenten Durchführung der Prinzipien; ich ertiäre mich bereit, das Programm der Sozialdemokratie bis ins Kleinste vor Ihnen zu entwickeln, sobalo nicht mehr das Damoklesschwert des Ausnahmegesezes über meinem Haupte schwebt. Die Partei der wirthschaftlichen Anarchie, des wirthschaftlichen Umsturzes, die Fortschrittspartei glaubt noch immer, durch die sogenannte Arbeiterkandidatur des Herrn Bey die Arbeiter ins Schlepptau nehmen zu fönnen, fte brüftet sich damit, daß die Arbeiter, die Maschinenbauer von Berlin, Die Kämpfe des Jahres 1848 für ste gekämpft haben. Nun wohl, Sie werden sich Ihrer Vorfahren würdig zeigen und in ihre Fußtapfen treten, aber Sie werden nicht für Jene die Kastanien aus dem Feuer holen, sondern für Ihr eigenes Jch fämpfen. Bei der jeßigen Wahl gilt für die Fortschrittler im 6. Wahltreise die Frage: Sein oder Nichtsein? In Zukunft werden Ihnen hier nur noch Konfer vative entgegen stehen. Die ehrlichen Fortschrittler werden in Ihren Reihen sich befinden, die Ueberbleibsel kommen zum Ordnungsbret". Der Fortschritt kann nicht ernstlich einen Normalarbeitstag und die Sonntagsruhe wollen. Seine Handlungen stehen im Widerspruch mit seinen Worten, das beweisen die Montags- Ausgaben der Zeitungen. Es ist der Zug der Zeit, daß auf dem Ruin des Einen der Andere seine Gristenz gründet, daß in dem tollen Konkurrenzkampfe Tausende in bodenlosem Abgrund versinken müssen, um Einem hinauszuhelfen. Ihn aus der Welt zu schaffen, ist unsere Aufgabe. Die konservative Partei hat sich des ersten Theiles unferes Programms bemächtigt, Herr Stöcker und Genoffen haben ja schon oft das Lied vorgesungen vom Normalarbeitstag, der Sonntagsruhe, Abschaffung der Buchthausarbeit, Beschränkung der Frauen und Kinderarbeit und sogar Regelung des Submissionswesens. Durch das Lestere darf der Handweiter feine Hülfe erwarten. Der geringste Theil der Handwerksmeister ist nur in der Lage, submittiren zu können, da nicht Intelligen, sondern nur das Kapital in Betracht kommt. Die vielgepriesenen 3 vangsinnungen werden den Todeskampf des Handwerkerstandes nicht um einen Tag ver längern. Abhilfe kann nur geschaffen werden g. Rohheit. Der in der Mariendorferstraße wobnende Kornträger Jacobi befand sich in der vergangenen Nacht in dem B.'ichen Restaurant in der Keibelstraße, woselbst er mit einem Gast in Streit gerieth, der schließlich in Thätlichkeiten ausartete. Hierbei erhielt J. einen so schweren Messerstich über dem linken Auge, daß er blutüberströmt von einem Schußmann nach der Sanitätswache in der Blumenstraße 59 gebracht wurde, woselbst er die erforderliche ärztliche Hülfe fand. Der Thäter ist festgestellt. a. In Bezug auf das Ereigniß am Floraplatz im Thiergarten haben wir noch nachzutragen, daß mehrere Schritte von dem daselbst gestern Morgen vorgefundenen schwerverleßten Viehhändler Anders ein kleines Taschenmesser mit in die Erde gebohrter Spige gefunden worden ist, mit welchem Anders sich die nicht tiefen Stiche in der Schläfe und im Unterleib und die Schnittwunde an der Pulsader der linken and beigebracht hat. g. In der Kal. Klinit in der Ziegelstraße ist vor einigen Tagen jene Bewohnerin des Hauses Hausvoigteiplay 5 ihren Brandwunden erlegen, welche fte sich beim Umwerfen einer Vetroleumlampe zugezogen hatte, ein Vorgang, den wir seiner Zeit berichteten. Die Verstorbene, eine Frau in den 60er Jahren, wollte die Flamme dadurch ersticken, daß sie sich mit ihren Kleidern auf dieselbe feste bezw. warf, wobei sie sich die tödtlichen Brandwunden an den Beinen und dem UnterTörper zuzog. Polizei Bericht. Am 9. d. M. wurde im Thiergarten, nahe dem Floraplap, ein etwa 50 Jahre alter Mann mit durchschnittener Puleader an der linken Hand und eine Verlegung an der linken Schläfe vorgefunden. Derselbe gab an, in der Nacht um 2 Uhr vom Lehrter Bahnhof aus über den Königsplaz nach dem Thiergarten gegangen und dortselbst von einem Manne überfallen, durch einen Schlag betäubt und demnächst beraubt worden zu sein. Der Berlegte, welcher sich für einen Bichhändler Anders aus Demmin ausgab, wurde mittelst Drosche nach der Charitee gebracht, woselbst er bald darauf an Verblutung verstarb. Nach den hierauf angestellten Ermittelungen haben sich die Angaben des Verstorbenen nicht als richtig erwiesen und liegt unzweifelhaft Selbstmord vor. Das Taschenmesser, mit welchem der Schnitt ausgeführt worden ist, wurde nachträglich an der Stelle in den Rasen gefteckt gefunden, an welcher Anders gelegen hatte.- Um diefelbe Beit wurde der Gepäckträger Strecker, Koppenftr. 90 wohnhaft, im Gepäckraum des Schlesischen Bahnhofes plöglich vom Schlage betroffen und verstarb auf der Stelle. Die Leiche wurde den Angehörigen übergeben.- An demselben Tage Nachmittags fiel der Arbeiter Gutsche, Müllerstr. 128 wohn 1 11 es 6 n Affoziation der Handwerker; durch die Erkenntniß, daß die Interessen der Handwerker mit denen der Arbeiter solidarisch find, durch Staatsgewalt und Gesetzgebung. Wenn wir Die Fortschrittler und Konservativen in die ihnen gebührenden Schranken zurückweisen, so folat, daß wir uns auf eigene Füße stellen müssen. Mögen die Worte Fürst Bismaids nicht ungehört vei hallen, sondern ein Mabrruf sein, immer lauter unsere Stimme zu erheben, immer präziser unsere Fo: derungen zu stellen, deren erste ist ein Normalar beitstag. Troß aller Schwierigkeiten, die sich uns gegenüberstellen, werden wir doch voll Muth an diese Frage herangehen. Auch dem Blödesten muß es gerade ersichtlich sein, daß die Harmonie" der Geweifschafise postel, die Fabel von der frein Vereinbarung nicht mehr am Bloge sind, das ben eisen zur Genüge die traurigen Zustände in dem freien" Ameriko. Ich werde, wenn ich in Den Reichstag gewählt werde, und bis wird ja voraussichtlich der Fall sein, darauf hinwirken, daß die übrigen Parteien im Reichstage Stellung zu unseren Forderur gen nehmen, daß das Recht, das mit uns geboren, auch zur Geliung komme. Der 6. Berliner Reichstags: Wahlkreis ist berufen, der Arbeiter Geschichte Deutschlands am 12. Dezember ein eheines Denkmal zu setzen! Wir wollen keine Gnadengeschenke, sondern aus eigener Kraft unsere Freiheit und Eelbstständigkeit uns er ringen. Dies ist mein Standpunkt! Wer mit mir ein verstanden ist, den ersuche ich, am 12. Dezember mir seine Stimme zu geben."- Nachdem fich der enthusiastische Beifall gelegt, eröffnete Herr Stadtv. Ewald die Diskussion und er theilte, da fich trot ergangerer Aufforderung kein Gegner meldete, berrn Reichstagsabgeordneten Kayser das Wort. Doch ehe dieser noch ein Wort gesprochen, erklärte der über= wachende Polizei Lieutenant auf Grund des Sozialistengesezes die Versammlung für aufgelöst. die angefirebte Bentralisation im Allgemeiren billigte, jedoch die angefirebte Bentralisation im Allgemeiren billigte, jedoch aus allerlei Günden der Opportunität vorläufig und hauptfächlich die Wahrung der Selbstständigkeit der bestebinden lo falen Fachvereire und Gewerkschaften tu: ch bedir glen Beitritt der lett ren zur Union" nur als„ Breigvereine" und nicht als unmittelbare Mitgliedschaften" empfahl. Ebenso plaidite der Referent für das Fallenlossen der im Statutenentwurf tendinten Bezirksverbände". Selbstverständlich befürwortete er die Absendung eines oder mehrerer Delegirten vom Verein der Berliner Metallarbeiter". Die Vasammlung beschloß bierauf nach längerer Distuiffon einen Delegirten zu ent senden und demselben 7,50 M. pro Tag Diäten und die sonstigen Reiskosten zu vergüten. Bei der Delegirtenwahl wurden die Herren Lembke, Groß, Quintern und Rojahn vorgeschlagen, der Lettgenannte mit großer Majorität gewählt. Von den Mittheilungen des Vorsitzenden ist zu erwähnen, daß die regelmäßigen Versammlungen des Vereins, dessen Thätigkeit jezt mit aller Energie wieder aufgenommen werden soll, um den eingeriffenen Indifferentismus der Mehrheit der Kollegen zu überwinden, jeden Montag nach dem Eisten und Fünf zehnten im Monat abgeholten werden, die nächste Versammlurg jedoch erst nach dem 1. Januar t. J., während eine besonders wichtige öffentliche Versammlung aller Berliner Metallarbeiter am 15. d. M. im Konzerthaus Sanssouci" und eine vom Verein arrangirte Matinee, deren Reinertrag für den Unterflügungsfonds des Vereins bestimmt ist, am ersten Weihnachtsfeiertage im legtgenannten Lokale ftatifinden werden. " Im Restaurant Eeefeldt, Grenadierstr. 33, sollte am Dier stag, den 9. d. Mts. eine allgemeine Wählerversammlung für den V. Berliner Wahlkreis stattfinden. Troß des schlech ten Wetters war diese Versammlung sehr zahlreich besucht, so daß der Saal bis auf den legten Plaz gefüllt war; leider erreichte die Versammlung aber ein frühzeitiges Ende, denn als der Voifigende dem Reichstagsabgeordneten Heine zu seinem Referate das Wort ertheilte, entlärte der überwachende Beamte die Versammlung auf Grund§ 9 tes Sozialistengesetz für gefchloffen. Unter Hochrufen auf Heine und Franke verließ die Menge largsam den Saal. ( Aus der Wiener Arbeiterbewegung.) Während der legten beiden Tage haben mehrere größere Arbeiter Versamm Jungen in Wien stattgefunden, deren vornehmlichster Bwed die Einleiturg einer Agitation gegen die Arbeitsbücher war. Die erste dieser Versammlungen war vom Kranken- und Fortbil dungs- Verein der Bildhauer in Hamberger's Eaallokalitäten in der Schloßgaffe anberaumt und beschloß nach einem Referat Leißner's, gegen die Wiedereinführung der Arbeitsbücher als gegen eine die Arbeiter schädigende und entwürdigente Maßregel entschieden Stellung zu nehmen. Während hier die Ver In der Versammlung des Vereins zur Wahrung der materiellen Interessen der Drecheler und Berufsgenoffen refe ritte( der in Aussicht genommene Referent war am Erscheinen behindert) der zweite Voifiter de W. Pause über das Thema: Die Inter ffen der Gewerkschaft". Der Referent schilderte in jachlicher Weise die Lage des Gewerke, welche eine besonders ungünstige ist; denn tros anstrengender, die Kräfte des Arbei ters aufiaugender Thätigkeit ist es demselben bei den heutigen Verb ältnissen unmöglid ein erträgliches Dasein zu führen. Nachdem Referent die Manchester theorie einer vernichtenten Kritik unterzogen und den Beweis geführt hatte, daß der Einzelne die Intereffen der Gewerkschaft und somit die Intereffen Der Arbeiter nidt vertreten tann, sondern letteres nur möglich ist im gemeinsamen Zusammer wirken innerbalb einer geschloff nen Organisation, forderte Referent zum Anschluß sämmt licher Drechsler und Berufsger offen Berlins an den Verein zur Wahrurg der materiellen Intereffen der Drechsler und Behandlungen ohne jede Störung vor fich gingen, gestaltete fich rufsgenoffen" ouf. In der sehr regen Diskussion sprachen sich die Herren Hoch, Kühn, Hartmann, Bird ic und Sündermann im Sinne des Referenten aus, rährend Herr Fischer für Gründung eines neuen Vereins sprach, da nach seiner Ansicht dann die Intereffen beffer gewahrt werden könnten.(?) Mit der Mittteilung, taß die Feier des dritten Stiftungsfestes des Vereins am ersten Weihnach'sfeiertog in Buldermann's Fest saal, Kommar dantenstr. 71-72 stattfindet, schloß die sehr gut besuchte Versammlung. die Versammlung des politischen Vereins Wahrheit" zu einer schen bewegterer. Hier erstattete das Referat Faber Bardorf, und zwar erstreckte sich daffelbe auch auf die Forderung der Arbeiter auf gefeßliche Feststellung eines Merimal- Arbeitsteges. Mit dem bisherigen Normal- Arbeitstage sei nichts Nennenswerthes gewonnen, weil die nominelle Arbeitszeit von 11 Stunden täglich mit Hilfe der beigefügten Klauseln erhöht und die Arbeit der Frauen und Kinder noch zu wenig geregelt werde. Nur ein Geset, daß als höchste Arbeitszeit unter allen Umständen 10 Stunden firire, werde Abhilfe gegen die trasfesten Uebelstände schaffen. Die Verschärfung des Arbeitsbuch- 3wanges fand von den Rednern Bardorf, Höger und Gehrte. Die sehr entschieden gegen die Beschlüffe des dritten Gewe betages auftraten, eine berbe Kritik. Die vorgeschlagene Resolution fam indeß nicht zur Abstimmung, weil der Regie h. Der Verein der Berliner Metallarbeiter beschäftigte fich in seiner Versammlung am Montag Abend bei Nieft in Der Kommandantenfiraße unter dem Vorsitze des Herrn Rojahn mit der Stellungnahme des Vereins zu tem von Mannheim aus in Vorschlag gebrachten Kongreß der deutschen Metallarbeiter, welcher zum Zweck der Begründung einer zentralistischen Drganisation unter dem Namen Union der Metallarbeiterungsvertreter ibre Faffurg beanstandete. Dieser Umstand gab Deutschlands" in nächster Zeit in Thüringen statfinden soll. In einem sehr eingehenden und mit großem Beifall aufgenommenen Referate unterzog der Wiedailleur Herr Kiohm den Statuten- Entwurf der ,, Union" einer gründlichen Kritik, welche Theater. Königliches Opernhaus: Donnerstag: Alessandro Stradella. Rönigliches Schauspielhaus: Donnerstag: Der Bibliothekar. Deutsches Theater: Donnerstag: Die große Gloce. Bellealliance- Theater: Donnerstag: Auf Verlangen: Die Goldprobe. Banes Friedrich Wilhelmstädtisches Theater: Donnerstag: Gasparone. Gentral- Theater: Alte Jalobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Donnerstag: Bum 47. M.: Der Walzer- König. Refidenz- Theater: Direktion Anton Anno. Anlaß zu stürmischen Burufen aus der Versammlung, welche den Polizeikommiffär veranlaßten, mit Schließung der Ver fammlung zu diohen, falls noch irgendwelche Stritit über seine Anordnungen laut würden. Darauf wurde vom Verein beAlle diejenigen Personen, welche ge= willt sind, im 5. Wahlkreise am 12. Dezember thätig zu sein, werden ersucht, fich August- Straße 36 bei Holz, am 12. cr. morgens 8 Uhr einzufinden. Aufforderung! 1530 Diejenigen, welche gewillt sind, am Tage der Wahl im 6. Wahlfreise thätig zu sein, mögen sich melden Freitag, den 12. Dezember, früh 8 Uhr, in der NordDonnerflag: Erftes Gastspiel des Sgr. Erneſto Rofft. Kean. deutschen Brauerei. Walhalla Operetten- Theater: Donnerstag: Gillette. Bouifenftädtisches Theater: Donnerstag: Letzte Woche des Gesammt Gastspiels der Liliputaner. Lumpacivagabundus. Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Vorstellung 7 Uhr. Jeder Erwachsene hat das Recht ein Kind frei eins zuführen. Kinder allein halben Kaffenpreis. Sonnabend, ten 13. b. M.: Große Abschieds- Kinder Vorstellung zu balben Kaffenpreisen. Einmalige Aufführung von: Aschenbrödel. Oftend- Theater: Donnerstag und folgende Tage: Jm Lande der Freiheit. Großes Sensations Ausstellungs- Schauspiel in 9 Bildern von 6. v. Gordon. Mufit von Th. Franke. $ Donnerstag: Excelfior. Vittoria Theater: Wellner- Theater: Donnerstag Der Salontyroler. Alhambra- Theater. Wallnertheaterstraße 15. Heute und folgende Tage: Der Blutrichter von London, oder: Die Kraft des Glaubens. Driginal Schauspiel in 5 Abiheilungen von F. W. Biegler. Borber: Grotes Konzert, ausgehrt von der aus 20 lufttern bestehenden Theater- Rapelle, unter Leitung des Kapell netfters Herrn Ludwig Claufius. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 7% Uhr. Meinem Freunde, J. Süßmeyer, au seinem heutigen W. Rüffer. 1538 Wiegenfeste ein donnerndes Hoch. Arbeitsmarkt. Ein Schuhmacher- Lehrling w. verlangt Anbaltstr. 16. Ich habe meine Säle 1534 Das Arb.- Wahl- Comité. 6. Wahlkreis. Zwei Donnerstag, ten 11. d. Mts., Abends 8 Uhr, Wählerversammlungen im Lokale Colbergerstr. 23. und im Belforter Salon, Belforterstraße 15. Tagesordnung: 1. Vortrag des Arbeiter- Kandivaten Heren Pfannkuch. 2. Diskussion. Die Wähler sämmtlicher Parteien sind eingeladen 1535 Die Einberufer. V. Wahlkreis. Donnerstag, den 11. Dezember, Abends 8 Uhr, im Restaurant& olle, Linienstraße 30, allgemeine schlossen, gegen die Beanstandung der Resolution bei der maßgebenden Behörde vorstellig zu werden. Die Versammlung des Arbeiter- Bezirksvereins des 15. und 20. Rommunal- Wahlbezi ks, die am Mittwoch, den 10. Dezember, Abends achteinhalb Uhr, in der Urania tagen sollte, ist auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes polizeilich verboten worden. Der Verein der freien Vereinigung der Vergolder und Fachgenossen hält seine Monats Versammlungen am 15. Dezember bei Scheffer, Inselstraße 10, mit Geschäftliches und Vereinsangelegenheiten ab. Gäste find freundlichst willtommen. Der Verein der Einsetzer( Tischler) hält am Sonntag, den 14. Dezember, Vormittags 10 Ubr, im Vereine lokal, Holz matt str. 8 eine außerordentliche Generalversammlung ab. T.- D.: Wahl des gesammten Vorstandes. Der wichtigen Tag sordnung megen ist es Pflicht eines jeden Kollegen, in der Versammlung zu erscheinen. Quittungsbuch legitimirt. Zentral- Kranten- und Sterbetasse der Tischler u.s.w. ( Bahlstelle G) Frankfurter Thorbezirt, Sonntag den 14. De zember, Vormittags 10% Uhr, Mitglieder Versammlung, Große Frankfurterstr. 77. Tages Didnung: 1. F stellung neuer Bahlstellen und der dazu gehörigen Beitragssammler, 2. Wahl eines Bevollmächtigten, 3. Wahl eines Kasfirers. Gemeinnütiges. Gewürze und ihre Verfälschung. Obschon die Behör den energisch dem Treiben der Verfälscher einen Damm ent gegensezen, kann es doch als bestimmt angesehen werden, daß viele Gewürze, so z. B. Pfeffer, Pimet, Nelken, Kümmel, Muskatblüthe, Bimmt und Kardomom, dennoch häufig ver fälscht im Handel sich befinden. Man benugt nämlich diefe Gewürze, um fte in Destillirapparaten ihres aetherischen Dels zu berauben und sie dann, so entwerthet, mit guten Exempla ren zu mischen. Oder man vermischt die gemahlenen Gewürze direkt mit Mehl, Schwerspath, Oder, Semmel, Zwieback, Brod, Sandelholz u. 1. w., je nachdem es gerade geht. Man ver meide übrigens, gemahlenes Gewürz zu kaufen und kaufe überhaupt an reeller Quelle. Briefkasten der Redaktion. M. P. 97. Wenn Sie in der Kürschnerkasse sind, so haben Sie dem Gefeße gerügt. 2., Adalbertstr. 75. Bericht wegen zu später Einsendung morgen. A. Ottensen. Ihr Rath ist befolgt. Ein Abonnent. Die historische Treue in den Opern terten ist eine sehr relative, in Bezug auf das von Ihnen an geführte Beispiel aus der Weißen Dame müffen wir jedoch Ihren Vorwurf als volberechtigt anerkennen. Die Schlacht von Culloden, welche das Schicksal der Stuart entschied, fand am 27. April 1746 statt, die ,, Weiße Dame" muß also 13 Jahre fpäter, also um 1759, und nicht wie im Textbuch angegeben, um 1695 spielen. Gustav A., Reichenbergerstraße. Richtig. St. P. Brüdenftraße. Die erste Pferdebahn iu Berlin war diejenige von Berlin nach Charlottenburg, welche vom Ende der Dorotheenstraße am Kupfergraben ausging und 1865 eröffnet wurde. A. U. Triftstraße. Es heißt in den einschlägigen Be stimmungen sofort." Welche Dehnbarkeit dieser Begriff jedoch hat, dürfte Ihnen nicht unbekannt sein. 11 Einer, der eine Reise gemacht hat. Das Gedicht: Wenn Jemand eine Reise thut" hat die Ueberschrift: Herr Urian" und ist von Beethoven fomponirt. Ein Gedicht , Kannnitverstaan" ist uns nicht bekannt, die Geschichte ist von Joh. Pet. Hebel und steht in seinem Rheinischen Hausfreund. Der Verein der Einsetzer ( Tischler) Sonntag, den 14. Dezember, Vorm. 10 Uhr, im Vereins lokal, Holzmarktstr. 8, außerordentliche General- Versammlung. Tages- Ordnung: Wahl des gesammten Vorstandes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es eines jeden Kollegen Pflicht, in der Versammlung zu erscheinen. Quittungs buch legitimit. Der Vorstand. 1537 Central- Kranken- u. Sterbe Kasse der Tischler 2c. ( Bahlstelle G.) Frankfurter Thor Bezirk. Sonntag, d. 14. Dezember, Vorm. 10%, Uhr, Mitglieder- Versammlung Große Frankfurterstraße 77. Tages- Oronung: 1. Feststellung neuer Bahlstellen und der dazu gehörigen Beitragsammler. 2. Wahl eines Bevollmächtigten. 3. Wahl eines Kasficers und Verschiedenes. 1536 Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten die Nachricht, daß ich vom heutigen Tage Naunynstr. 78 einen Bier Ausschank übernommen habe. 1520 J. Müller, Drechsler Mein seit 1877 bestehendes, als reell bekanntes Uhrengeschäft verbunden mit Reparaturwerkstatt befindet sich 157 Juvalidenstraße 157 zwischen Brunnen- und Ackerstraße, und empfehle daffelbe allen Lesern dieses Blattes. 1350 Wähler- Versammlung. Piano's Tagesordnung: Borttag. Ansprache des Kandidaten für den 5. Wahlkreis, Herin Schloffermeister Emil Frante. Freitag, den 12. Dezember, Abends 8 Uhr, im Restaurant [ 1527 Seefeld, Grenadierstr. 33: 1533 noch einige Tage in der Woche zu vergeben, auch find Sonnabend. den 20. d. Mts. noch Säle frei. Rieft's Salon, Rommandantenftr. 71/72( nur Parterre). Verkündigung des Wahlresultats. Für Kürschuer und Berufsgenossen befindet sich der Arbeits- Nachweis Abends von 8 bis 10 Uhr bei Seefeld, Grenadierstraße 33. 1519 Flügelton. Max Busse. Uhrmacher. ganz in Eisenrahm, im runden und vollen 1348 E. Niedsch, Dranienftr. 184. L Puppen w. gut u. billig angezogen bei Frau Edenbrecht AI. Markusstr. 16-17. 3 Tr. Preussisches Leihhaus Beuthstraße 14 [ 1528 1525 beleiht Werthe aller Art in coulanter und discreter Welle Geöffnet 9-7 Uhr, Sonntags 10-12 Uhr. Die Nr. 11 der humoristischen Blätter Der wahre Jacob' ift erschienen und in der Exped. d. Berl. Boltsbl." au haben Verantwortlicher Hebatteur 8. Grenheim in Berlin. Druck und Verlag von War Bading in Berlin SW. Beuthstraße 2. 32 T11& R 83 83 5814 185 ORRFORD §1