No. 217. forder td= tes. ex, tag 1.9 68icht ther ben Ra D.: tav Ser ngt 15. aus ab: ung und Den Der lum zu fer eder das inn, inn. für Беп, mit nug. men auf an 18. nig 1548 aftav efaßt n. S ant ffe Sonntag, 14. Dezember 1884. I. Jahrg. Berliner Volksblatt Organ für die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Volksblatt" erfcheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mart, wöchentlich 35 f. Bostabonnement 4 Mart. Einzelne Ne. 5 Pf. Sonntags- Nummer mit illuftr. Beilage 10 Pf. ( Eingetragen in der Postzeitungspreislifte für 1885 unter Nr. 746.) Insertionsgebühr beträgt für bie 3 gespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinfunft. Inserate werben bis 4 hr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncens Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berfin SW., Bimmerftraße 44. Die Fabriken- Inspektoren. Die neuesten Berichte der Fabriken- Inspektoren lassen abermals nur zu deutlich die Mängel erkennen, die diesem wichtigen und zeitgemäßen Institut noch anhaften. Man ersieht wiederum, wie die Zahl dieser Beamten zu klein und der Umfang der ihnen zur Ueberwachung überwiesenen BeBirte zu groß ist, als daß es ihnen möglich sein sollte, alle jene Umstände ausfindig zu machen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit der Arbeiter bilden. Da die betreffenden Beamten auch gewöhnlich noch mit einem anderen Staatsamt außer dem Fabriken- Inspeltoriat betraut sind, so kann man sich denken, daß sie auch kaum die nothwenbige Zeit finden, um die Beseitigung aller gefahrdrohenden Umstände im Industriebezirk anzubahnen oder selbst auszuführen. Wann werden wir endlich dazu kommen, daß zur Ueberwachung der unzähligen Industriebetriebe in unserem Vaterlande auch das nothwendige Personal vorhanden fein wird. Daselbst ist angegeben, daß in den Dampfziegeleien Altenburgs der Wochenverdienst männlicher Arbeiter zwischen 22 Mark und 7 Mart, der der Frauen zwischen 8 und 5 Mark beträgt. Allein damit wissen wir so viel wie gar nichts, denn es kommt doch darauf an, wie hoch der Durchschnittslohn ist und ob die höheren Löhne an die Mehrzahl oder die Minderzahl der Arbeiter gegeben werden. Nach den allgemeinen Erfahrungen darf man annehmen, daß die höheren und höchsten Lohnsäße nur von ganz Wenigen erreicht werden, daß aber die ungeheure Mehrzahl nur die mittleren und niedrigen Löhne ausgezahlt erhält. Wenn zum Beispiel hinzugefügt wird, daß in den Porzellanfabriken der Lohn der Männer 30-3,50 Mark der der Frauen 9-3 Mark beträgt fönnen wie aus dieser Angabe vielleicht ein Bild gewinnen, wie sich die Lohnverhältnisse im Algemeinen gestaltet haben? Ebensowenig wie bei den Angaben über das Wochenverdienst der Ziegelarbeiter. Nun wird mit einer Lohnstatistik die Aufgabe der Fas brifrn- Inspektoren aber noch durchaus nicht erschöpft. Man müßte auch im Vergleich zu den Löhnen eine genaue Lebensmittel- Statistik haben und erst damit ließe sich das Budget eines Arbeiterhaushalts genügend zusammenstellen, so daß unsere Fabriken- Inspektoren auf Heller und Pfennig aus,, Seht, so viel brauchen unsere Arbeiter, Wir behalten uns vor, die neuesten erichte der Fabrifen- Inspektoren noch des Näheren zu 1 prechen, einst weilen sei nur darauf hingewiesen, daß g de die für die weitesten Kreise wichtigste Frage, die Lofrage, in diesen Berichten abermals nur eine stiefmütterliche Behand- rechnen fönnten:" Seht, so viel brauchen unsere Arbeiter, lung erfahren hat. Man muß zwar einräumen, daß es damit gegen früher bedeutend besser geworden ist, denn früher pflegte man die Lohnfrage gar nicht oder in ganz untergeordneter Weise in diesen Berichten zu behandeln. Allein baß in den neuesten Berichten die Lohnfrage auch nur an nähernd genügend behandelt sei, davon fan gar keine Rede sein. Wenn die Berichte der Fabriken- Inspektoren den Werth haben sollen, der ihrem Zweck entspricht, so müssen sie ein vollständiges Bild von der wirthschaftlichen Lage der in den Industriebetrieben beschäftigten Arbeiter geben. Allein zu diesem Bild fehlt der Grundton, die Lohnstatistit. Wo soll man die Zeit hernehmen, eine völlige LohnStatistik anzufertigen? werden die verschiedenen Herren Fa brifinspektoren feufzen. Ja, da liegts eben. Das FabrikenInspektorat follte eben nicht darin bestehen, daß ein Beamter von Zeit zu Zeit Fabriken besucht urd dann am Jahresschlusse einen Bericht an die Reichsregierung macht; es müßte ein vollständig organifirtes Staatsami init Bureau, Hilfsarbeitern und Geldmitteln sein, dann könnte auch geleistet werden, was von Nöthen ist. Sehr lehrreich nach dieser Richtung hin is- um ein Beispiel herauszugreifen, mie der Fabriken aspektor für das Großherzogthum Sachsen- Altenburg seinen Bericht auss gestattet hat. Rachdruck verboten.] 88 Feuilleton. Gesucht und gefunden.. Roman von Dr. Dur. ( Forlegung.) Ah, Sie hier?" rief D'Brian überrascht. Er schien jezt über die Art von Mylaby's Krankheit eine andere Ansicht bekommen zu haben. Ich bin Hausarzt der Lady!" antwortete Befferson, welcher die Gebanken des jungen Mannes ahnen mochte. Es handelt sich hier nicht um einen Fall meiner sonstigen Praxis," fügte er hinzu ,,, es ist hier eine Nerven- Abspan= nung, weiter nichts... Und Sie?" fügte er hinzu. ,, Was führt Sie hier her?" 11 Mr. Gefferson," antwortete D'Brian. Sie erinnern sich, Derselbe 3wed, welcher mich nach Bethesda führte, daß Sie mir selbst den Rath gaben, mich hierher zu wenden." " 1 Ganz recht, ich rieth es Ihnen! Haben Sie Ihren Bwed hier erreicht?" " Leider nicht, da es unmöglich ist, Mylady zu sprechen." Ganz unmöglich! Mylady muß Aufregung je ver Art vermeiden. It's Ihnen gefällig, Mr. D'Brian, mich ein Stud Weges zu begleiten?" Der junge Mann willigte ein. Er ritt neben dem Wagen des Doktors. O'Brian hätte sehr gern das Thema auf die Krankheit der Gräfin und auf die Verhältnisse des Hauses gelenkt, indessen der Arzt brach beharrlich davon ab und faprach theils von gleichgiltigen Dingen, theils von seiner Thätigkeit in der Irrenanstalt. Ich habe seit Ihrem Besuch einen schweren Verlust gehabt, den ich bis jetzt noch nicht habe ersetzen können," fagte er unter Anderem. ,, Und worin besteht der Verlust?" " Mein erster Assistenzarzt, Mr. Hancoc, hat die Stelle eines Dbererztes in Devonshire angenommen; er war ein Mann, auf den ich mich verlassen konnte. Wie gesagt, es ist ein Verlust für unsere Anstalt." wenn sie nach menschlichen Bedürfnissen leben sollen!" Dagegen würde sich wenig Widerspruch erheben und alle die landläufigen Phrasen vom ,, ausreichenden Verdienst" und von den unberechtigten Beschwerden" könnten dann ins richtige Licht gestellt werden. Was aber sehen wir statt dessen? Der Altenburgische Fabriken- Inspektor, ein Bergrath, meint ganz furz, es ließe Fabriken- Inspektor, ein Bergrath, meint ganz furz, es ließe sich nicht nachweisen, daß der Durchschnittsverdienst der Arbeiter auch den Lebensmittelpreisen angemessen sei; Biffern feien für dies Verhältniß nicht vorhanden. Allein es herrsche eine freundliche, zufriedene Stimmung in den Arbeiterkreisen, allgemeine Klagen über Nothstände feien nicht bekannt geworden und so müsse man denn annehmen fönnen, daß ein allzu großes Mißverhältniß zwischen Löhnen und Lebensmittelpreisen nicht stattfinde. Solche Annahmen fönnen auf Ernst keinen Anspruch machen; in wirthschaftlichen Dingen regiert die 3iffer. Und die Fabriken- Inspektoren müßten Zeit und Gelegenheit haben, sich mit den erforderlichen Biffern zu befaffen. Wir müssen also auf der alten Forderung beharren, daß die Zahl der Fabriken- Inspektoren vermehrt, ihr Wir fungsfreis verringert und aus dem Fabril- Inspektoramt überhaupt ein unabhängiges und vollgültiges Staatsamt gemacht werde. Ich follte meinen, an tüchtigen Aerzten wäre in Schottland und England fein Mangel?" " Ein tüchtiger Arzt für körperliche Leiden und ein tüchtiger Arzt für Gemüthsleiden, das ist ein Unterschied, Sir." " Das glaube ich wohl, und ich glaube auch, daß ich Ihnen da eine vorzügliche Kraft empfehlen könnte." ,, Ei, Sie kennen einen Mann, der sich in dieser Thätigkeit bereits bewährt hat?" Ich habe einen Freund, nicht all' zu weit von hier, welcher zwar noch nicht in einer Anstalt fungirt, aber sich in einem Falle bereits vortrefflich bewährt hat." ,, Und wer ist dieser Mann?" Der Doktor Frizz Rodenburg in Blackfield! Sollten Sie Zweifel haben an seiner Tüchtigkeit, so fragen Sie den Grafen Fergus M'Donuil oder die Komteffe Agathe. Sie werden Ihnen sagen, daß mein Freund für einen Gemüthsarzt die beste Dualifikation hat." Ah, ganz recht! Ich hörte, daß Graf Fergus, der bereits alle Roryphäen der Wissenschaft vergebens tonfultirte, in diesem Jahre einen ganz jungen, unbekannten Arzt habe rufen laffen." " Das ist eben mein Freund Friz Rodenburg!" " So! Ich danke Ihnen, Mr. O'Brian. Ich werde nicht verfehlen, mich nach dem jungen Manne zu erfundigen, und im Falle einer günstigen Auskunft auf ihn reflektiren, denn, wie gesagt, ich bedarf eines zuverlässigen Mannes gerade für diese Stelle." Sie waren jetzt in der Nähe von Inverneß angekom men und hier trennte sich ihr Weg. Der Wagen des Arztes schlug die nördliche Richtung ein; O'Brian aber ritt in die Stadt, um von hier den nächsten Zug nach Liverpool zu benutzen. Seine Mission in England war beendet. Sechsundzwanzigstes Rapitel. Es war ein schöner Wintertag und Sonntag Nachmittag. Für denjenigen Großstädter, welcher zu der glücklich fituirten Minderheit Derer gehört, welche von ihren Mitteln leben können und welche mit den Glücksgütern ges segnet sind, die ihnen Fortuna unverdient und reichlich in 11 Politische Uebersicht. Die Begründung einer demokratischen Pariei unter liegt in der Tagespresse der verschiedensten Beurtheilung. Die Nat.- 8tg." widmet dem Unternehmen folgende Zeilen:„ Es ift zunächst abzuwarten, wie weit dieser Versuch einer neuen Parteibildung Anklang finden wird. Die Fortschrittspartei frankte unseres Erachtens an dem inneren Widerspruch, daß fie ein verhältnißmäßig radikales Programm besaß und doch immer mehr den Einfluß auf diejenigen Volksklaffen verloren hatte, welche allein im Ernst radikal sind: die Arbeiter und die diesen am nächsten stehenden sozialen Schichten. Die neue demokratische Partei findet dieses Terrain durch denselben Konkurrenten besetzt, der es der Fortschrittspartel allmählich abgenommen hatte: durch die Sozialdemokratie. Daß sie einen erheblichen Theil dieses Gebietes mit Hilfe des neuen Programms den Sozialdemokraten sollte abgewinnen können, dünft uns nicht wahrscheinlich. Darauf aber, ob weite Vokstceise einer neuen Parteibildung bedürfen, tommt es für eine solche an, nicht darauf, ob einige Bolitiker mit feiner der bestehenden Parteien einverstanden sind".- Wir können dem Unternehmen ebenfalls kein günstiges Prognostikon stellen. Unserer längst vorüber. Die heutige Beit drängt nach Bentralisation Ansicht nach ist die Zeit der bürgerlichen Demokratie überhaupt auf allen Gebieten, auch auf politischem, und wenn die Joeen, welche die demokratische Partei verfechten will, von denen der deutsch- freifinnigen vulgo liberalen Partei, nicht grundverschieden find, dann wird dieselbe mit ihrem Geburts tag auch zugleich den Tag ihres Verfalls zu verzeichnen haben. Keine Partei ist mächtig genug, sich dem wirthschaftlichen Entwicklungsgang auf die Dauer entgegen zu stemmen, und nur die Partei kann die Zukunft für sich haben, welche Vorbeugungsmaßregeln herbeiführen will, um die Entwickelung in richtige Bahnen zu lenten. Will also die demokratische Partei lebensfähig werden, so muß fte ein Programm aufstellen und befolgen, welches dieser Anschauung Rechnung trägt. Die Herbeiführung einer Barlamentsschaft und ähnliche politische Forderungen, sind nicht dazu angethan, die Maffen unter ihre Fahne zu sammeln. Und auf die Maffen tommt es heute an; die noch vorhandenen Reste sog. bürgerlicher Elemente tönnen faum noch in der Gegenwart, am Wenigsten aber in der Zukunft einen besonderen Einfluß auf die Gesetzgebung ausüben. Die Maffen aber wiffen, daß die politische Freiheit allein feineswegs glücklich macht; fie werden sich des halb einer Partei nicht anschließen, die nur für solche eintritt. Will aber die neue Partei für Sozialreformen und politische Freiheit eintreten, so wird sie zu einer sozialdemokratischen und dazu will sie nicht werden. Somit ergiebt sich aber, daß fich dieselbe zwischen zwei Stühle seßen muß und in Folge dessen nirgends Halt gewinnen tann. V Fürst Bismarck und die Diätenfrage. Als in der Reichstagssigung vom 26. November d. J. der Diätenantrag der deutsch freifinnigen Partei zur Beraihung stand, machte der Reichskanzler in seiner Rede eine Eröffnung, die trop ihrer Wichtigkeit bisher wenig oder gar keine Beachtung gefunden hat. Derfelbe fagte nämlich: Es giebt Konzessionen, 11 den Schooß geschüttet hat, ein Solcher hat jeden Tag Gelegenheit, sich die Langeweile zu zerstreuen, sich Vergnügen und so viel Abwechslung zu verschaffen als möglich, und mit feinem Reichthum und Müßiggang zu prunten, so viel es ihm beliebt. Demjenigen aber, welcher mit den Widerwärtigkeiten des Lebens unaufhörlich den Kampf um fein Dasein führt, welcher die Laft der Arbeit häufiger fühlt, als den Segen der Arbeit, welchem die Sorge ein steter Begleiter ist, für Denjenigen giebt es nur einen Tag in der Woche, der ihm vergönnt, Geist und Gemüth aufzufrischen am Genuß der Natur oder in Gesellschaft befreundeter Seelen den Sonntag. Dem reichen Müßiggänger ist der Stand des Barometers ziemlich gleichgiltig. Zeigt derselbe heute schlechtes Wetter, so amüsirt er sich in geschloffenen Räumen, in Theatern, Konzerten, Resourcen und der gleichen. Zeigt der Barometer schönes Wetter, dann hält seine Equipage vor der Thür, dann langweilt er sich einige Stunden im Freien und wetteifert hinsichtlich des Gespannes mit denjenigen der übrigen Müßiggänger, welche, wie er, sich auf der Spazierfahrt langweilen. Dem arbeit famen Bürger aber erscheint es wie eine unschägbare Gabe, wenn an einem Sonntage die Sonne sich nicht in Wolkenschleier hüllt, wenn der Himmel fein trauriges, graues Anfehen zeigt, sondern heiter und klar lächelt, denn seine bescheidenen Mittel geftatten ihm nur an solchen Tagen einen Ausflug aus dem einem Gefängniß gleichen Gebiet seiner vier Wände. Käthchen," sagte Amberg zu seiner Gattin, welche, nachdem das Mittagsmahl abgetragen war, wieder zu ihrer Arbeit griff, Rönne Dir heute Ruhe. Ich kann es nicht ansehen, daß Du Dich unaufhörlich den ganzen Tag plagt, und nicht allein die ganze Hauswirthschaft besorgst, wie eine Dienstbefliffene, sondern mitarbeitest, um unserem ruinirten Wohlstande wieder aufzuhelfen." Die Arbeit macht mir Freude, Georg!" antwortete fie, ohne von ihrer Nätherei aufzublicken. Folge ich ja doch nur Deinem Beispiele. Hast Du es nicht über Dich gewonnen, den ganzen Tag, von früh bis spät am Abend im Komtoir zuzubringen? Uebernimmst Du nicht noch da für die wir die Diäten unter Umständen geben, ich brauche fie nicht zu bezeichnen, ich will mein Pulver nicht vor der Zeit verschießen; aber das müssen Sie sich flar machen, daß die Regierungen in eine Zahlung von Diäten nur willigen, wenn sie mit einer organischen Revision des Wahlgefeßes verbunden ist, und da fönnen wir uns leicht verständigen( hört, hört! links); wir werden nichts fordein, was in andern Staaten nicht längst eristirte." In Abgeordnetenkreisen, die dem Reichskanzler näher stehen, bezeichnet man, wie der M. 3." mitgetheilt wird, die Beschränkung des Wahlrechts auf die Personen mit eigenem Haushalte u. A. als ein Kompenſationsobjekt, für welches die Gewährung von Diäten an die nicht in Berlin wohnenden Reichstags- Ab geordneten zu erlangen wäre. Jrren wir nicht, so hat sich bahin bereits früher einmal im Reichstage der preußische Land wirthschaftsminister Lucius ausgesprochen. " 1 Zur Herbeiführung eines regelmäßigen Schulbesuchs in Privatschulen hat der Unterrichtsminister neuerdings angeordnet, daß die Vorsteher von Privatschulen gleichfalls verpflichtet find, über die Regelmäßigkeit des Schulbesuchs fich durch Füh rung von Versäumnißlisten auszuweisen. Die Vorsteher sollen mit allem Nachdruck auf einen regelmäßigen Schulbesuch halten, und wenn ihre Bemühungen keinen nachhaltigen Erfolg haben, die säumigen Kinder aus der Schule entlaffen. Von let.erer Von leg.erer Maßnahme haben die Schulvorsteher der Ortsschulbehörde bebufs Buführung der Kinder in die öffentliche Volksschule unverzüglich Anzeige zu erstatten. Gegen Schulvorsteher, welche diese Pflicht nicht erfüllen, ist einzuschreiten. Durch Diszipli nar- Urtheil fann ihnen die Erlaubniß zur Führung der Schule genommen und lettere geschlossen werden. begriffenen Unternehmungen. Mit der Zeit wird die Mitgliederzahl der Gemeindeversicherung jedenfalls noch geringer werden, denn es machen es sich viele Geschäftsinhaber zur Aufgabe, nur noch solche Arbeiter einzustellen, welche freien oder eingeschriebenen Kaffen angehören. Damit entgehen die Arbeitgeber der läftigen und verantwortungsvollen Abrechnung mit der Gemeindekaffe und den Arbeitern, und ersparen zugleich den Dritttheils Beitrag zum Krankengeld. Die Arbeiter verlieren aber auch dabei faum etwas, denn die Vereine und Berufsafſozia tionen fordern in der Regel keine größeren Beiträge als die Arbeiter neben den Arbeitgebern zur Gemeindeversicherung leiften müffen, gewähren aber zumeist längere und nachhaltigere Hilfe in Erkrankungsfällen. Müffen Handwerkslehrlinge sich versichern laffen? Aus unserem Leserkreise ist die Frage angeregt worden, in wieweit Handwerkslehrlinge nach Maßgabe des Reichs- Krankenversicherungs- Gesetzes vom 15. Juni 1883 versicherungspflichtig feien. Das Geseß unterwitft zwar im Absatz 1 des§ 1 zu nächst nur die gegen Gehalt oder Lohn" beschäftigten Personen der Versicherungspflicht, es schreibt aber im Abiat 3 des genannten Paragraphen vor: ,, Ale Gehalt oder Lohn im Sinne des Gefeßes gelten auch Zantiemen und Naturalbezüge". Unter den Begriff der Naturalbezüge fällt auch die Gewährung des Logis oder der Beföstigung. Daraus folgt, daß Handwerkslehrlinge versicherungspflichtig sind, sobald sie Lohn in Geld oder auch nur in Naturalbezügen, wie Beköstigung, Logis und dergleichen, erhalten. Findet dagegen keinerlei derartige Vergütung statt, so unterliegt der Lehrling nicht dem Versicherungszwange und ist daher nicht anzumelden. Der Umstand, daß die Eltern des Lehrlings kontraktlich die Fürsorge in Krankheitsfällen übernommen haben, ändert an der sonst vorhande nen Nothwendigkeit der Anmeldung nichts. Nur wenn der Arbeitgeber sich verpflichtet, den Lehrling im Krankheitsfalle mindestens für 13 Wochen in seiner Familie zu verpflegen, kann eine Befreiung von der Versicherungspflicht eintreten. Eine solche Befreiung ist von dem gefeßlichen Vertreter( Vater, Vormund) des Lehrlings beim Vorstand der Kaffe, welcher der Lehrling angehören muß, unter Beifügung einer diesbezüg lichen Bescheinigung des Arbeitsgebers zu beantragen; letterer muß aber den Lehrling jedenfalls vorläufig anmelden.§ 3, Abjat 2 tes Gesetzes. Schweiz. Die Regierung des Kantons Bug hat ein Kleines Schriftchen ,, über die Ernährungsweise der arbeitenden Klaffen im Kanton Bua" veröffentlicht, worin sie die Aus führungen des Herrn Fabrikinspektors Dr. Schuler widerlegt. Nach den Zahlen, die ste vorlegt, glaubt ste, zu dem Schluß berechtigt zu sein, daß die Bevölkerung des Kantons burchaus nicht derart dem Alkoholismus verfallen ist, wie Herr Dr. Schuler darthut, sondern den meisten anderen Kantonen gegenüber eine bessere Stellung einnimmt. Frankreich. Die Deputirtenkammer hat das Budget des Kriegsministeriums unverändert genehmigt und die Berathung des Marine- Budgets begonnen. Die Tariffommission hat jede Erhöhung der Bölle auf Reis, Mais und Delfrüchte abgelehnt. Eine Depesche des Admirals Miot, in Zanzibar am 11. b. aufgegeben, meldet: Eine aus 300 Mann europäischer Truppen und 900 Antakaren bestehende Truppenabtheilung hat am 6. d. M. ein zweites Fort im Süden von Vohemar( Mabagastar) genommen, es wurden 5 Kanonen erbeutet, die Howas ließen 200 Todte auf dem Plaze. Wir haben 4 Ver wundete, darunter einen schwer Verwundeten. Das Amis blatt veröffentlicht heute das Dekret, durch welches die Ges meinderäthe von 42 Departements( darunter Seine und Rhone) auf den 21. b. M. einberufen werden, um ihre Wahlmänner zu ernennen, welche am 25. Januar t. J. vereint mit den Deputirten, General- und Arrondissementsräthen der betreffenden Departements im Ganzen 87 Senatoren zu wählen haben. Neueren Nachrichten au Folge find die englischen Bermittelungen zur Beilegung des Krieges mit China, vollständig gescheitert. Der Zentralverband deutscher Industrieller hatte vor einiger Beit eine Eingabe an den Staatssekretär des Reichspoftamtes gerichtet, welche einen engeren postalischen Anschluß zwischen Deutschland und Spanien bezweckt. Es wurde nament lich darauf hingewiesen, daß es seither nicht möglich war, Beckete von 3 und 5 Kg. direkt nach Spanien zu ermäßigtem Tarife zu befördern. Das Reichspostamt hat nun dem Zentralverband den Bescheid zugehen lassen, daß die spanische Postverwaltung mit den Einleitungen beschäftigt ist, um vom 1. Januar 1885 ab in Spanien den Postpacketdienst auf Grund ber internationalen Postpacket Uebereinkunft vom 30. November 1880 einzuführen. Im Falle der Verwirklichung dieser Abficht würden die Bestimmungen der bezüglichen Üebereinkunft auch für den Postverkehr zwischen Deutschland und Spanien Anwendung finden, so daß es eines besonderen Abkommens zwischen den Postverwaltungen beider Länder nicht bedarf. Zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Nord Amerifa ist so berichtet der Hamb. Corresp." die Zeit der politischen Reibungen allem Anschein nach vorläufig vorüber. Von einer Seite, die man für gut unterrichtet halten darf, verlautet, es stehe demnächst eine ,, befondere Sympathiebezeugung" des neugewählten Präsidenten Cleveland für Deutschland bevor. Die Schweinefleisch- Reminiszenzen dürften unter Cleveland in der offiziellen Politik der Union jedenfalls nicht wiederkehren.(?) nung die Rede, allein die Frage ist erst jest ernstlich in Erwägung gezogen worden, weil die Hauptindustrie des tropischen ( nördlichen) Queensland, die Zuckerfabrikation fich in ihrer Existenz durch die politischen Vertreter der anderen Hälfte des Landes bedroht glaubt. Von den 45 Mitgliedern der gesezgebenden Versammlung von Queensland gehören drei Viertel bem stärker bevölkerten südlichen Theile an und diese sind entschieden gegen jede Einführung farbiger Arbeiter, ohne welche die Plantagenbefizer des ausgedehnten tropischen Queensland mit seinen 1500 engl. Meilen Seeküste nicht bestehen zu fönnen behaupten. Seitdem Queensland vor 25 Jahren von Neu- Südwales abgetrennt wurde, hat der Anbau des Buder robres stetig zugenommen, und wie eine Buschrift an die Times" versichert, find augenblicklich mehr als 5 Mill. Lstrl. in Zuckerplantagen angelegt. Bisher find dieselben vollständig von der Anwendung farbiger Arbeiter in den Südsee- Juseln abhängig gewesen, allein die Anwerbung derselben wird immer schwieriger und als die Plantagenbefizer die Regierung angingen, ein im Jahre 1860 erlaffenes Gesetz wegen Einführung von Kulis aus Indien in Kraft treten zu lassen, antwortete die Regierung damit, daß fie jenes Gefeß aufhob und eine Steuer von 30 Lftrl. auf jeden eingeführten Chinesen sette. Gegen diese angebliche Tyrannei" der Regierung und der Mehrheit der gefeßgebenden Versammlung haben nun die Plantagenbefizer rebellirt". Es ist der alte Kampf der Anhänger der Sklavereidenn nichts anderes ist die Verwendung freier" Arbeiter von den Inseln gegen die Vertreter wirklich freier Arbeit. Der Ausgang des Kampfes dürfte daher nicht zweifelhaft sein. In Spanien wird selbstverständlich die Studentenfrage noch zu lebhaften Debatten in den Kortes führen, Es heißt, daß sich sämmtliche Oppositionsparteien auf die Verwerthung derselben vorbereiten. Aus Madrid wird gemeldet, daß Flibustier bei der Ziegeninsel in der Nähe von Jamaika den dort vor Anker liegenden spanischen Kriegsdampfer Almendaraz" überfallen haben, jedoch von den spanischen Matrosen zurückgeschlagen wurden. Das Madrider Kabinet habe in Folge defen von der englischen Regierung eine schärfere Ueberwachung jener Gewässer begehrt. Mainz. Bur hiesigen Gemeinde Krantenver sicherung waren ursprünglich etwa 10 000 Arbeiter gemeldet. Aus der Liste werden jetzt die Namen derjenigen Personen herausgestrichen, welche den anerkannten freien oder eingefchie benen Hilfskaffen angehören. Die Zahl der Letteren ist so bedeutend, daß für die 3wangskaffe wohl nicht mehr wie 12 bis 1500 Mitglieder übrig bleiben dürften, trop der 62 000 Einwohner der Stadt und der großen, gegenwärtig in Ausführung Dänemark. Trogdem der dänische Reichstag Jahr für Jahr die über den Bedarf des Bestehenden hinaus gehenden Vorlagen des Kriegs- und Marineministers abgelehnt hat und troßdem das Folkething in diesem Jahre bereits kurz und bündig erklärte, alle nicht unbedingt zur Weiterführung Der Staatsregierung nöthigen Geldforderungen gar nicht in Betracht zichen zu wollen, hat das Ministerium doch wieder feine alten Pläne für Vermehrung der Flotte und Befestigung der Hauptstadt eingebracht. Der Marineminister verlangt zur Vollendung einer im Bau begriffenen Panzerbatterie und zum Bau zweier größerer und eines kleinen Panzerschiffes, sowie einer Anzahl Kanonenboote und Torpedofahrzeuge 20 700 000 Kronen, vertheilt auf sieben Jahre, während der Kriegsminister, gleichfalls auf fieben Jahre vertheilt, 40 500 000 Rronen beansprucht für die Sicherung Kopenhagens auf der Landseite und Befestigung der Halbinsel Helgenäs in Ostiütland. Die Vorlagen werden wie üblich vom Landsthing bewilligt, vom Folkething aber gestrichen werden; es bleibt somit alles beim Alten. neben Arbeiten, welche Dich bis spät in die Nacht beschäftigen, um mein Loos zu verbessern? Soll ich mich durch Dein Beispiel beschämen lassen?... Laß es gut fein, Georg, wir sind auf uns angewiesen, und nur durch unfern eigenen Eifer können wir das Verlorene wieder gewinnen." Würden wir es aber wieder gewinnen durch den Verlust unseres körperlichen Wohlfeins, Räthchen, so würden wir keine Freude am Wohlstande haben und wenn uns derselbe noch so reichlich zufiele. An einem solchen Tage, wie der heutige ist, hat auch der Wermste einen Feiertag. Laß uns deshalb heute auch einmal feiern, laß uns ein wenig frische Luft schöpfen draußen vor dem Thore; und außerdem haben wir heute zum letzten Male unsern Gaft Max hier in Berlin; er wird mit Elslers heute vermuthlich auch einen Spaziergang machen. treffen wir sie und bringen einige Stunden plaudernd mit ihnen zu." Zum Schuße der Dienstboten wird in Schweden mit dem 1. April 1885 ein föniglicher Erlaß in Kraft treten, der sich hauptsächlich gegen die Kommissionäre richtet. Anlaß dazu haben die vielen Klagen gegeben, welche von vielen Seiten theils darüber eingelaufen sind, daß die sogenannten Rom miffionsfomptoire" feiner Kontrole unterstellt waren, wie auch ganz besonders die Mißverhältnisse, welche durch die starke Auswanderung schwedisch er Dienstboten nach Deutschland und Dänemark entstanden. " 1 Parlamentarisches. us Der C Regter ag Deba legiu Mini Don Deut um 1 fation beric nifter da erfor ordn auf Deru erfab mage folle gleid bei Da felbe Fub fabri Derfe ftrat Rach nali Bur ward richt Die Reichstags- Kommission für die Dampfervorlage segte gestern ihre Berathungen fort. Der Präsident des Reichstages, Herr v. Wedell- Piesdorf, hält es nicht für angemessen, Stenographen zur Kommissions fizung zuzulassen. Es set gegen das Herkommen, und der Bräzedenzfall fönnte andere Kommiffionen zu einem ähnlichen Verfahren veranlassen. Aber in Anbetracht der außerordent lichen Umstände wolle das Präsidium einen Beamten des Hauses den Schriftführern zur Verfügung stellen. Dieser Vorschlag findet die Zustimmung der Kommission- In der Fortfegung der Diskussion stelli Abgeordneter Rintelen die Präs judizialfrage, ob die vorhandenen Schifffahrtsmittel genügen oder nicht. Im Prinzip sei er für Selbsthilfe, Abgeordneter Radé motivirt, weshalb die Fragen schriftlich eingereicht worden seien, es sei besonders geschehen, um fonkrete Antworten zu bekommen. Seine und seiner Freunde Stellung sei völlig objektiv, und die Mitglieder des Zentrums würden ihr Verhalten gegenüber der Vorlage von den Antworten der Re gierung abhängig machen. Er halte bei solchen Ausgaben eine gewiffe Vorsicht für sehr angezeigt, Oppofition sei dabei wohl nicht vom Uebel. Er warnte vor Ueberstürzung. Staats sekretär v. Bötticher: Die deutsche Nhederei könne ohne Staatssubvention solche Linien nicht herstellen, wo solche deutsche Linien beständen, hätten sie nicht leisten können, was die fremden Linien leiften. Außerdem hätten Hamburger und Bremer Rheder erklärt, es sei unmöglich, folche Linien herzustellen, wenn sie nicht Subvention befämen. Die Subvention sei nothwendig wegen der Lage der Industrie. Die Benuzung der fremden Linien sei zu theuer für die deutschen Frachten. Geheimrath Reuleaux betone die Wichtigkeit ber Station von Singapore. 1868 haben dort 1389 Schiffe angelegt, darunter 819 englische, 61 franzöfifche und 89 deutsche. Seitdem sei der Bandel dorthin in stetigem Steigen begriffen. 1875 legten 1849 Schiffe dort an, darunter 1129 englische, 104 französische, 110 deutsche; 1880: 2004 Schiffe, 1404 englische, 97 französische, 105 deutsche. Jm Ganzen überwiege die Bahl der deutschen Schiffe und der Werth der Frachten die von französischen. Abgeordneter Nobbe glaubt, daß die beigebrachten Zahlen zu Gunsten der Vorlage sprechen, fie beweisen, daß Ditaften eine große Bu funft habe. Die Postschiffe mürden auch die Privatschifffahrt beben. Abgeordneter Dies bekennt sich als einen Freund der Vorlage. Bebet habe zwar gefagt, er sei ein Gegner des Entwurfs, er boffe aber, Bebel werde sich noch befehren. Bebel sei ein sparsamer Mann und wohl der Einzige, der in dieser Frage noch keine fefte Meinung habe. Er sei hauptsächsich für die Vorlage, weil die Sozialdemo fraten in derselben den Beginn der Verstaatlichung des ganzen Seewesens erblicken. Diese Tendenz werde zwar jetzt nod geleugnet, aber wahr sei sie darum doch. Der Staat babe die ganze Produktion zu leiten und zu regeln. Abgeordneter Dr Bamberger: Das Wichtigste sei der Nachweis, daß die Waarenbeförderung bis jest nicht von der Rhederei befriedigt worden sei. Die Hamburger und Bremer Rheder haben in ihren amerikanischen Unternehmungen gezeigt, daß fie febr wohl überall nachfämen, wo ein Bedürfniß vorliege. Die Bahl der Waaren, für die es ihrer Natur nach auf eine Diffe renz von wenigen Tagen gegenüber einer so langen Trans portzeit ankomme, sei minim. Redner protestirt gegen die uns Der Dera Die 6t Sau Erfo giftr Don Ent Bel gun Dorf Den Dep teru Der Dief ftrat nun Get wer An Nor Erl ber D. Da Den Tich Den inte Bia Sch bab Di fock Re Ap Australien. Während man in England für eine Föderation der australischen Kolonien schwärmt, machen sich in Auftralien selbst separatistische Bestrebungen bemerkbar, separatistisch natürlich nicht im Sinne der vollständigen Losreißung von England. sondern der Trennung in felbfiständige Kolo nien. Im Norden von Queensland find nämlich in legter Beit zahlreiche öffentliche Versammlungen abgehalten worden, in denen die Trennung Queenslands in zwei Theile als eine Nothwendigkeit bezeichnet wurde, in Folge deffen die Bevölke rung des Nordens sich verdoppeln und die Einkünfte sich vervierfachen würden. Seit 20 Jahren ist von einer solchen Tren vierfachen würden. Seit 20 Jahren ist von einer solchen Tren- terstellung des Staatssekretärs Dr. Stephan, daß er lediglich zufeftes Vertrauen auf die brüderliche Gesinnung Deines Bruders Paul." Wie hätte ich auch glauben können, daß er mich im Stich lassen würde... daß er mich nicht retten würde, wo er sah, daß er durch ein kleines Darlehn, ja ohne jeg= liches Opfer, hätte helfen können." " Wenn ich es mir zuweilen wieder wünsche, anders fituirt dazustehen, Georg, so ist es deswegen, um Deinem Bruder seine Hartherzigkeit zu vergelten." geg ihm bab 902 " jeb ba fei 26 TOO for da gartens nicht mehr als heute, da wir zu Fuße gehen, fagte Käthchen manchmal erscheinen, als wäre ich jest glücklicher, als " Sieh' Georg, es will mir früher." · So plaudernd und selig in dem Gefüh! gegenseitigen Besizes hatten sie eines jener Restaurants erreicht, welche an der Grenze des Stadtparks anmuthig am Ufer eines Spreearms etablirt sind, und den zahlreichen Spazier gängern einen willkommenen Stationsort bieten. Von den Glashallen hat man eine hübsche Aussicht auf die Winter landschaft und das bunte Treiben in den Gängen des seiner Frau. Sie trafen hier ihre Verwandten schon an Parks. In eins dieser Lokale begab sich auch Amberg mit wesend. Denkst Du an Rache, Käthchen? Würdest Du Gleiches mit Gleichem vergelten, wenn einmal die Lage umgekehrt wäre, er in Noth und wir im Stande, ihm zu helfen?" Ja! Und ich glaube, daß der Gedanke an eine Vergeltung hier gerechtfertigt ist. Freilich würde ich die Verfeurige Kohlen auf sein Haupt zu sammeln." Ohne Zweifel ich würde ihm helfen, um, wie es in der Bibel heißt: wie ein Mann, welcher stolz ist in dem lang entbehrten Der Registrator präsidirte der Gesellschaft der Seinigen Bewußtsein eigener Autorität. Das fonnte ich von Deinem guten Herzen erwarten, geschüttelt, der Zwang des Untergebenen, der den ganzen Der Aftenstaub war abs Räthchen!" Sie hatten indessen das Thor passiert und befanden großen und fleinen Bureautyrannen zu büden, vor bet fich in den breiten Gängen des Parkes, des sogenannten Thiergartens, welcher sich vor dem Thore in weiten Einen tief, vor dem Andern noch tiefer, in ewiger Furcht und Besorgniß, nur ja nicht anderswo anzustoßen oder Beide verließen Arm in Arm ihre Dimensionen ausdehnt und meistens das Ziel der Spazier- Mißfallen zu erregen, damit er nicht bei der nächsten in welchen Damen in der luxuriösesten Toilette sich breit die ganze Misere des Subalternbeamten vergessen werben, Die Chausseen sind belebt von den elegantesten Equipagen, Der bureaukratische Ton konnte heute bei Seite gefeßt, ,, Da Du es wünschest, Georg, so bin ich gern bereit," antwortete Käthchen, welche niemals einen auch nur leise ausgesprochenen Wunsch ihres Gatten unerfüllt ließ. Sie hing den Mantel um, er bekleidete sich mit einem warmen Ueberrock. Wohnung und gingen dem Brandenburger Thore zu. ,, Ob wohl für uns wieder eine Zeit kommt, Käthchen, begann Amberg, wo wir nicht blos auf den fargen Genuß der Sonntage angewiesen sind, wie früher?" " Ich denke nicht daran, Georg!" antwortete fie. Wenn ich offen sein soll, so fühle ich mich jetzt ebenso glüdlich, als in der Zeit unseres Wohlstandes, ja vielleicht noch glücklicher." 11 Er schüttelte den Kopf. machen, oder Herren, deren Antlig weiter nichts zeigt, als das Bewußtsein des Besizes, teine Spur aber von Geist und Herz. Auf den den Reitwegen tummeln denn heute war er Haupt seiner Familie, uneingeschränkter Monarch des fleinen Kreises; und an feinrr Seite thronte eben so stolz seine respektable Gattin, welche foelben be Dandys ihre schmuden Pferde und koquettiren mit schäftigt war, einen mächtigen Napffuchen in fleine Stüde den emanzipirten Damen der Aristokratie, welche hoch zu Roffe auf der Promenade die allseitige Bewunderung und Huldigung entgegen nehmen. " 1 zu zertheilen. überall, Neben ihnen faßen Bertha, die Schwester Ambergs einiger Zeit des Schweigens, wo wir es nicht nöthig wandte Redeweise die Unterhaltung der kleinen Gesellschaft Es gab eine Zeit, Käthchen," begann Amberg nach der durch seinen unübertrefflichen Humor und feine ge belebte. Seine munteren, blauen Augen haschten felbst, Georg! Uns hat ein böses Geschick verfolgt, gegen Rutschers gegen die des Banquier Danziger dort wenig eine wißige Bemerkung oder eine launige Betrachtung. auf der Chaussee einherrollte, wo die Livree unseres wohin sie sich wandten, einen Anknüpfungspunkt für irgend Das ist unmöglich, Käthchen!" Mir blutet das Herz, wenn ich sehe, welche Entbehrungen Du Dir, durch meine Schuld, aufzuerlegen genöthigt bist." Durch Deine Schuld? Sei nicht ungerecht gegen Dich 8 Du vergebens angekämpft hast. Das Einzige, was um Vorwurf gereichen könnte, ist vielleicht Dein allhatten, zu Fuß zu gehen, wo unsere Equipage auch dort abftach." ,, und damals erquickte uns die frische Luft des Thier war begeistert für den interessanten und hübsch en jungen Man lachte, man war heiter; aber Bertha war mehr, fie vi D m br un AUDE EE Le et tri PERA จ A 定 na t= er 3= el te he g1 ju m fe cl. ig In er 11= ng te ne te. er 11er ng ct= er ie rt. f, 18er en ntJes DI= rta täs en ter ht tent lig er Re ine ohl to ne che en Der icht Jen ien 368 61 bin ort be; the. ber et ber Bu hrt en ein och Der be 10 jest och Die Dr. Die igt in ehr Die ffe ท รี Ins lich " ,' nir als gen che чез er Den ers Des nit en ten abs ent Dent em Der en t 555555 ter te Se de ft g. te Oppofitionsgeist widerspreche. Nach kurzen Erwiderungen er Staatssekretäre Dr. Stephan und v. Bötticher, wobei der estere es ablehnt, wie Abg. Radé verlangt, die gestellten agen schriftlich zu beantworten, wird die Fortsetzung der Debatte auf Montag Abend vertagt. Kommunales. Magistratssitzung am Freitag. Vom Oberbürgermeister v. Fordenbeck wurde dem Kolgium mitgetheilt, daß nach einer dem Magistrat vom Herrn Minister des Innern gemachten Mittheilung der Bürgermeister Don Belgrad nebst zwei Stadträthen auf einer Reise durch Deutschland, Frankreich, Belgien und England begriffen sind, um fich über die Verbesserungen auf dem Gebiete der Kanali lation, der Erleuchtung 2c., wie solche in der Neuzeit in den erschiedenen Städten eingeführt find, zu belehren. Der Minifter ersucht zugleich den Magistrat, dafür Sorge zu treffen, daß den Herren, falls dieselben auch Berlin besuchen, die erforderliche sachverständige Auskunft gewährt werden möge. -Das Bolizei- Präsidium hat den Magistrat um Bustimmung verschiedenen beabsichtigten Abänderungen der Polizeiverrdnung, betreffend die Regulirung des Pferdebahn- Betriebes cuf den Straßen Berlins, ersucht. Die wesentlichste Abänderung würde hiernach der§ 38 der genannten Verordnung erfahren. Derselbe, welcher bestimmt, daß die den Pferdebahnagen entgegenkommenden Fuhrwerke denselben ausweichen follen, foll dahin erweitert werden, daß auch die in gleicher Richtung mit den Pferdebahnwagen fahrenden Wagen bei etwaigem halten der ersteren soweit Raum geben, daß das in die Pferdebahnwagen einsteigende, resp. aus den felben aussteigende Publikum nicht behindert wird. Schweres fuhrwert, welches in derselben Richtung wie die Pferdebahn fabrt, soll die Bahn, sobald und soweit ber Fahrdamm neben derfelben frei ist, überhaupt nicht berühren dürfen. Der Magi strat hat beschlossen, den geplanten Abänderungen zuzustimmen. Der Vertragser twurf wegen Anschlusses einzelner Theile der Nachbargemeinden Charlottenburg und Schöneberg an die Kanalisation von Berlin ist vom Magiftrat einer Subfommission zur Vorberathung überwiesen worden. Von einem Unternehmer waren dem Magistrat schon seit längerer Zeit Projekte zur Ertichtung unterirdischer Bedürfnißanstalten vorgelegt worden. Der Magistrat hat in seiner gestrigen Situng die Errichtung Derartiger unterirdischer Anstalten grundsäglich abgelehnt. Die Verhandlungen mit der deutschen Baugesellschaft wegen Abtretung des zur Durchlegung der Taubenstraße nach dem Hausvoigteiplage erforderlichen Straßenlandes haben zu feinem Erfolge geführt, da die Forderungen der Gesellschaft dem Mas gistrat urannehmbar erscheinen. Derselbe hat daher beschlossen, Don der Stadtverordneten- Versammlung die Zustimmung des Enteignungsverfahrens gegen die Gesellschaft einzuholen. Belanntlich hat das fönigliche Polizeipräsidium die Genehmi dorf durch die Münzstraße von der Verbreiterung derselben an gung der Anlage der Pferdebahn Alexanderplatz- Heinidenden schmalen Stellen abhängig gemacht. Die städtische BauDeputation hat in Folge deffen ein Projekt zur Berbrei terung der Münzstraße und des betreffenden Theiles der Alexanderstraße ausgearbeitet, wonach die Verbreiterung diefer Straßentheile auf 19 Meter vorgesehen ist. Der Magis ftrat hat diesem Projekte seine Juftimmung ertheilt und wird nunmehr wegen der Festlegung der neuen Baufluchtlinie dem Gelege vom 2. Juli 1875 gemäß das Erforderliche veranlagt werden. Nach diesem Beschlusse steht nunmehr dieser wichtigen Anlage, welche eine direkte Verbindung des Ostens mit dem Norden der Stadt herstellt, keine Hindernisse entgegen. Bur Erledigung einiger wichtiger Angelegenheiten und zur Weiter berathung verschiedener Etats findet am Dienstag den 16. d. M. eine außerordentliche Magistratssitzung statt. Auf den Antrag des Kuratoriums der Jrrenanstalt Dalldorf werden jest, wie mitgetheilt wird, zwei Aufseher aus Dem Arbeitshause zu Rummelsburg dort abgegeben, die lediglich dazu bestimmt find, die Beaufsichtigung und Kontrole über den Pavillon V., in welchem die sogenannten ,, wilden Männer" internirt find, zu übernehmen. Wegen Anlage einer Brücke über die Spree unter dem Schiffbauerdamm schweben, wie ein Berichterstatter erfahren baben will, Unterhandlungen zwischen dem Magistrat und der Direktion der Stadtbahn. In der Ackerstraße, unweit des Gartenplages, ist nach foeben erfolgter amtlicher Revision die neue von der föniglichen Apotheke" eröffnet worden. Regierung fonzessionirte Apotheke unter dem Namen„ Johannisokales. Der Stadtverordnete Ewald wurde gestern Mittag gegen 1 Uhr auf das Polizei- Präsidium beschieden, woselbst ihm eröffnet wurde, daß er Berlin bis um 5 Uhr zu verlassen habe. Auf sein dringendes Ersuchen beim Polizeipräsidenten selbst wurde ihm gestattet, bis zum Abgang des legten Zuges hierbleiben zu dürfen. Auf sein Befragen nach dem Grunde der Maßregelung wurde ihm der Bescheid zu Theil, daß man fich zu dieser Maßnahme veranlaßt sähe, weil in der letzten Wählerversammlung, die er geleitet hatte, Polizeibeamte thätlich angegriffen wurden. Das Kammergericht macht in seinen Geschäftsräumen bekannt, daß Schriftstücke, welche an das Königliche Kammergericht oder die Senate desselben gerichtet sind und noch am Nachmittage nach Schluß der Dienststunden eingehen, behu fs eventueller Fristinnehaltung im Kammergericht im Zimmer des Hauptportals parterre links vom Eingange des Geschäftsgebäudes an den damit beauftragten Beamten abzugeben sind. Derselbe wird derartig etngelieferte Schriftstücke bis 8 Uhr Abends in Empfang nehmen. Die dienstlichen VerkehrsPublikum find wochentäglich Vormittags von 11 bis 1 Uhr. stunden für die Gerichtsschreiber des Kammergerichts mit dem N. Für das Feuerlöschwesen namentlich in Theatern ist, wie man uns schreibt, neuerdings eine ganz vortreffliche Erfindung gemacht worden, und zwar in Gestalt von sogenannten Löschbomben. Diese Bomben sind aus Gußeisen hergestellt, mit komprimirter Kohlensäure gefüllt und sollen überall, sowohl im Bühnen-, Garderoben- als auch im Zuschauerraum an be stimmt bezeichneten Blägen niedergelegt werden. Bei Feuersgefahr will man nun durch Deffnen der Bombe ein rapides Ausströmen der darin enthaltenen Kohlensäure den zum Brennen absolut nöthigen Sauerstoff der Luft absorbiren. Die ausströmende Kohlsensäure veranlaßt den im Raume befind lichen Menschen Athmungsbeschwerden, ohne jedoch nachtheilig auf die Lungen einzuwirken. Diesbezügliche Versuche sollen Diesbezügliche Versuche sollen ein ganz überraschendes Resultat ergeben haben. " Albrechtshof. Das von den Berlinern viel besuchte nächsten Jahres verschwinden. Das ganze Terrain foll, nach Sommerlofal in Stegliz Albrechtshof" wird im Laufe des ber, Voff. 3tg.", an einen hiesigen Bauspekulanten verfauft sein, der auf demselben zwanzig Häuser zu erbauen beabsichtigt. = g. Die Hauptverhandlung vor dem Schwurgericht des Landgerichts II. gegen die des Tootschlags schuldigen Bauergutsbesizer Söhne Ebel aus dem Dorfe aus dem Dorfe anwalt W.onker, gestern amtlich zugegangenen Mittheilung Schönow ist nach einer dem Vertheidiger derselben, Rechtsauf Dienstag, den 8. Januar t. J. angesetzt worden, nicht also, wie eine frühere Mittheilung wissen wollte, auf den 19. Ja nuar f. J. Einen wahren Höllenspektakel führen seit Kurzem allabendlich vor dem Eingang zum Bahnhof Alexanderplat an der Königstraße jene zahlreichen Kinder aus, welche mit Knarren, Waldteufeln, Hampelmännern und Schäfchen" hanDeln. Oft stehen hier 30 bis 50 Kinder vor dem Eingange zur Station und machen durch ihre Anpreisungen einen Lärm, der schon von Weitem hörbar ist. Einem sonst gegen die Kinder sehr nachsichtigen Wachtmeister ging gestern Abend aber das Toben und Schreien namentlich zweier Burschen im Alter von ca. 10 Jahren doch zu weit, weshalb er dieselben nach der Bahnhofswache fiftirte. Dieser Vorgang wirkte unter den lär menden Jungens wie ein Donnerschlag. Alles stob auseinander, um nicht dem gleichen Schicksal zu verfallen und so war es unter dem Viadukt plößlich still. Aber diese Ruhe währte nur ganz furze Beit. Bald war die Angst vergessen und das Toben und Lärmen, wie man es nur auf dem Weihnachtsmarkt am Ausgange der Breitenstraße fennt, begann von Neuem. " 1 a. Ein Erpresser. Der subsistenzlose Arbeiter" und ehemalige Ropist Bimmer hat sich seit vier Wochen obdachslos umhergetrieben und hat in Ermangelung einer sonstigen Beschäftigung den Plan gefaßt, durch Drohbriefe an hiesige wohl habende Personen von diesen Geld zu erpressen. Mit der Sülfe des Adreßbuches fertigte sich 3. eine Liste der hiesigen Bankiers an, an welche er schreiben wollte. Er begann mit dem Geheimen Kommerzienrath W. in der Behrenstraße, welchen er brieflich um ein Darlehn von 100 Mark bat, angeblich um mit dem Gelde die Kosten eines Patentes auf einen von ihm erfundenen Bleistifthalter, welches er nachgesucht habe, zu bezahlen. Die Antwort erbat er sich bis zum 12. d. Mts. postlagernd am hiesigen Hauptpoftamt. Der Adressat erstattete sofort Anzeige von diesem Schreiben, unter Beifügung desselben, an die biefige Kriminalpolizei, und ein Beamter derselben nahm gestern den Bimmer, als er am Postschalter nach einem für ihn eingegangenen Brief Nachfrage hielt, feft. Die Liste der von ihm für seine Brandschaßungen ausersehenen Banquiers wurde bei ihm gefunden. 3. wurde heut zur Untersuchungshaft gebracht. g. Der Bäckermeister St. aus Hermsdorf wurde vor Kurzem in Berlin von einer ihm bekannten, in der Alexandrinenstraße wohnenden Handelsfrau befragt, ob er ihr einen 50- Markschein wechseln könnte. Als St. diese Frage bejahte, übergab sie ihm eine der neuen Banknoten, die St. unbesehen einsteckte, nachdem er der Frau 50 Mt. Kleingeld ausgehändigt hatte. Bald darauf zählte St. fein Geld nach und bemerkte nun, daß er statt des fraglichen 50- Martscheins nur einen 20- Martschein erhielten. Vielleicht, daß die besondere Protektion meines Freundes D'Brian uns binnen Kurzem noch einmal die Möglichkeit gestattet, herzureisen." Mann; und doch seufzte sie von Zeit zu Zeit und zwar erhielten. jebesmal, wenn Herr Elsler eine Anspielung darauf machte, daß heute der letzte Tag ihres Beisammenseins mit Mar fei und wenn man von den Vorbereitungen der morgenden Abreise sprach. Als Amberg mit seiner Frau eintrat, So ist Dein Freund ein Mann, der hohen Persönlichkeiten nahe steht?" fragte der Registrator. ,, Eigentlich ist er ein blutarmer Abenteurer, wie ich," " den Reichthum, der uns gestattet, die fostspielige Reise zu machen, hat ihm ein Zufall verschafft." , Er ist also reich?" fort wurden die Stühle zusammen gerückt, wobei Strahlenau gab Strahlenau zurück. Die hohe Protektion aber und das Arrangement traf, daß er ein wenig näher an Fräulein Bertha saß, und nun nahmen auch die neuen Gäste an dem Tisch Platz und nahmen Theil an dem fervirten Raffee und dem mächtigen Napfkuchen. Mann wendend, wenn Du es erlaubst, begleite ich Dich Lieber Max," sagte Amberg, sich an den jungen morgen zum Bahnhofe." " " Sehr reich, so reich fast, wie nur ein indischer Fürstenfohn" sein kann?" " 1 Ein indischer Fürstensohn....?" Gewissermaßen ja! Wir verdanken die Vergünstigung der Reise und er feinen Reichthum einem indischen Nabob. Wissen Sie, was ein Nabob ist, Fräulein Bertha?" ,, Ein Nabob ist ein reicher Mann!" Hier konnte man Bertha's leises Seufzen hören. " Und ich auch!" fügte Elsler hinzu. Um neun Uhr brauche ich erst im Bureau zu fein, alfo kann ich recht gut um fieben Uhr auf dem Bahnhof erscheinen." " Es wäre hübsch von Ihnen," meinte Frau Elsler, Ihren Aufenthalt noch ein wenig verlängern gleich zu bringen mit dem, was ein indischer Nabob iſt. fönnten. Ich gebe zu, daß es in Indien viel anziehendere Die Nabobs waren ursprünglich unabhängige Fürsten und enn Sie " Das ist schon richtig, liebes Fräulein; aber was man unter einem reichen Mann hier versteht, ist nicht in Ver| besaß, der ihm seiner bestimmten Ansicht nach nur von der Handelsfrau übergeben worden sein konnte. Er theilte diese Bemerkung der Frau brieflich mit, und da lettere einen Frr thum bestreitet, so hat St. die Handelsfrau beim Kgl. Amtsgericht wegen Herausgabe der fehlenden 30 Mit. verklagt. St. hofft, daß die Handelsfrau den Eid, daß sie ihm( dem St.) einen 50- Martschein gegeben, nicht wird leisten wollen. Jm Weigerungsfalle wird St. das Weitere veranlassen, um die Handelsfrau wegen Betruges zu bestrafen. Dieser Fall zeigt wiederum, daß man niemals zu vertrauensselig sein darf, sondern stets ungenirt das empfangene Geld genau ansehen soll. Projettirtes Repertoire der Königlichen Schauspiele vom 14. Dezember bis 21. Dezember 1884. Im Opern hause: Sontag, den 14.: Der Barbier von Sevilla, Robert und Bertrand( Fräulein Hoffschüller als Gast); Montag, den 15. Tell( Herr Mierzwinski als Gaft); Dienstag, den 16.: Hero; Mittwoch, den 17.: Tell( Herr Mierzwinski als Gaft); Donnerstag, den 18., zum 500sten Male: Der Freischütz( Herr Niemann); Freitag, den 19.: Oberon, König der Elfen; Sonnabend, den 26.: Der Troubadour( Herr Mierzwinski als Gaft); Sonntag, den 21.: Flick und Flock. Im Schauspiel stoph Marlow; Montag, den 15.: Rosenkranz und Güldenhause: Sonntag, den 14., zum 1. Male wiederholt: Chri stern; Dienstag, den 16.: Christoph Marlow; Mittwoch, ben 17.: Biel Lärmen um Nichts; Donnerstag, den 18: Chri stoph Marlow; Freitag, den 19.: Rosenkranz und Güldenstern; Sonnabend, den 20.: Christoph Marlow: Sonntag, den 21.: Die Geyer- Wally. " 1 Im Deutschen Theater geht morgen Pitt und For" von Rudolf von Gottschall neu in Szene. Außer den Wieders holungen dieses Stückes bringt das Repertoir dieser Woche noch Wiederholungen von Der Hüttenbefizer"," Romeo und Julia"," Die große Glocke" und" Don Carlos". Nächsten Sonntag wird Die Welt, in der man fich langweilt" ge= geben. " Gerichts- Zeitung. Ein Betrug gegen den Gerichtsfiskus durch Ueberhebung von Beugengebühren beschäftigte heute die 90. Abthei lung des hiesigen Schöffengerichts. Der seit dem 1. September d. J. in Untersuchungshaft befindliche frühere Gutsbefizer Krüger war zum 1. Februar d. J. aus seinem Wohnort GroßNowas bei Neumünster in Holstein in der Strafsache gegen Schröder vor die dritte Straffammer hiesigen Landgerichts I als Beuge geladen gewesen. An Gebühren sind ihm an diesem Tage, an welchem die Sache bis zum 11. desselben Monats vertagt wurde, 80 M. 60 Pf. ausgezahlt worden. Im zweiten Termine stellte sich heraus, daß Krüger nach dem ersten nicht in seinen Wohnort zurückgereist, sondern in Berlin geblieben war; außerdem wurde aber ermittelt, daß er bereits Ende Dezember 1883 nach Berlin gekommen und in einem Hotel Wohnung genommen hatte. In dem Berschweigen dieser Thatsache resp. in der Aufstellung der Liquidation fand die Anklagebehörde die Unterdrückung einer wahren resp. die Vorspiegelung einer falschen Thatsache, wodurch der Gerichtssekretär Beyer in einen Jrrthum versezt und der Fiskus geschädigt worden sei, und stellte deshalb den Krüger unter Die Anklage des Betruges. Der Angeklagte bekannte sich für nichtschuldig und hob hervor, daß er lediglich die Gelegenheit der Vorladung zu einem Termine nach Berlin benugt habe, um gleichzeitig hier einige andere Geschäfte abzumachen. Der Staatsanwalt beantragte 6 Wochen Gefängniß, wohingegen Rechtsanwalt Theler ausführte, daß der Fiskus gar nicht geschädigt sei, indem es ihm gleichgiltig sein konnte, ob ber Beuge in Berlin noch einige andere Geschäfte abmachte oder nicht. Eventuell habe seinem Mandanten das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit seines Anspruchs gefehlt. Der Gerichtshof erachtete aber einen Betrug für vorliegend und verurtheilte den Angeklagten zu sechs Wochen Gefängniß, welche er durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt erachtete. g. Ein Bild tiefster Verworfenheit wurde vor einigen Tagen vor der 3. Straffammer des hiesigen Landgerichts I. entrollt, welches auf sämmtliche, im Gerichtssaale anwesende Bers fonen, mit alleiniger Ausnahme des Angeklagten, abschreckend wirkte. Die Anklage war gegen einen Menschen in den 20 er Jahren gerichtet, der einem Greise glich, in dessen Antlig die Spuren eines ausschweifenden, genußreichen Lebens zu lesen waren. Fahl das Geficht und fahl der Schädel, wußte er durch Verkleidung als Frauenzimmer ein abscheuliches Gewerbe aus zuführen, bei dem er jede Gelegenheit wahrnahm, seine leichtfinnigen Opfer zu beftehlen. In gewiffen Kreisen ist der Angeklagte unter dem Spitznamen Schlamafsenjette" bekannt, aus welchem auch nicht eingeweihte Personen einen ungefähren Anhaltspunkt über das Gewerbe des Angeklagten erhalten. Er wurde, mit Rücksicht auf seine Vorstrafen, wegen eines Diebftahls an einem ihm Folgschaft geleisteten Herrn aus den befferen Gesellschaftskreisen und der mit diesem ausgeführten " 1 widernatürlichen Handlungen zu einer Zuchthausstrafe von vier Jahren verurtheilt. eine Tochter, welche schöner ist, denn alle Perlen Indiens und Persiens, und wenn mich nicht meine Erfahrung täuscht, so ist das, was sie für meinen Freund O'Brian empfindet, mehr als bloße Dankbarkeit." ,, Sie sind auch mit diesem Fürsten und der... Perle bekannt?" fragte schüchtern Bertha Amberg. ,, Ganz gewiß!" antwortete Mar. Ich darf sogar behaupten, daß ich mit beigetragen habe zu dem gegenwärtigen häuslichen Glück dieses Fürsten und seiner Tochter." Du machst uns über die Maßen neugierig," erklärte der Registrator, und sprichst in Räthseln. Höre endlich auf mit den Andeutungen, und erzähle, wie es zuging, daß Du und Dein Freund in solche Verbindung mit dem fürstlichen Hause gekommen bist." Das ist eins von unseren vielen Abenteuern in Indien," begann Max. Ihr müßt wissen, daß nur ein Theil der indischen Fürsten sich der englischen Herrschaft unterworfen hat; die Uebrigen find theils unabhängig, theils ſind sie zwar gewaltsam unterworfen, sinnen aber unaufhörlich darauf, fich wieder von der Herrschaft Englands zu Sahib verbunden und eine nicht zu verachtenbe von Truppen ausgerüstet, mit denen die Engländer Jahr aus, Jahr ein einen Kampf auf Leben und Tob führen." Dinge giebt, als hier in unserem prosaischen Berlin. Aber sind jetzt, da sie sich den Engländern haben unterwerfen befreien, haben sich deshalb mit dem Rebellen Nena Sie sagen ja selbst, daß Sie hier so vergnügt sind, wie müssen, Statthalter in den Provinzen. Sie es in den ganzen fünf Jahren Ihrer Abwesenheit thum kann man sich hier zu Lande gar keine Vorstellung Anzahl nicht waren." ,, Das ist auch richtig!" versezte Max. Land und Leute in Indien und unser Gewerbe dort, lassen uns gar nicht zu einem stillen, häuslichen Glüd, wie ich es so sehr erfehne, fommen." trübtes Geficht. Von dem Reichmachen. Ein Nabob würde lächeln über die Equipage und die Leute darin. Ein Banquier in Berlin ist stolz, wenn er drei oder vier Gespanne guter Pferde befißt, ein Nabob würde sich das Vergnügen machen, seiner Geliebten die sämmtlichen Equipagen, welche hier im Thiers garten umherfahren, zum Geburtstage zu schenken, wenn fie Luft hätte, diefelben zu besigen. Ein einziges Pferdegeschirr eines Nabob ist oft mehr werth, als der gesammte Er fah dabei, vielleicht unwillkürlich in Bertha's bes schwebt ja da in einer unaufhörlichen Gefahr und kommt Hausrath eines Berliner Millionärs." " Das glaube ich gern," gab Amberg zu, denn Ihr aus Aufregung und Mühseligkeit gar nicht heraus. Da Du zum Freiwilligen- Regiment gehörst, so steht es ja bei fragte Frau Amberg. Dir, jederzeit zurückzukehren." Und eines so reichen Mannes Sohn ist Her O'Brian?" ,, Nicht eigentlich sein Sohn, auch nicht einmal sein Das eigentlich nicht, Georg," antwortete Max, denn Adoptivsohn; doch betrachtet ihn der Fürst als solchen, und Du mußt wissen, wir haben auch unseren Kontrakt, und es ist ich bin überzeugt, er würde auch gern mit ihm in ein wirk nur eine besondere Vergünstigung, die mein Freund O'Brian lich verwandtschaftliches Verhältniß treten, denn der Nabob erfahren hat, daß wir Urlaub zu der Reise nach England besitzt nicht nur Gold, Edelstein und Perlen, sondern auch " Ich habe mit großem Interesse die Berichte verfolgt," sagte Elsler. Die Indier führen ihre Rachefriege mit unglaublicher Erbitterung, und zu Zeiten ist mir bange geworden um die Herrschaft der Engländer in Indien." ,, Sie fämpfen nicht nur mit Erbitterung," antwortete Max, sondern geradezu mit Unmenschlichkeit. Diefelbe richtet sich nicht sowohl gegen diejenigen indischen Fürsten, welche sich aus freien Stücken den Engländern unterworfen haben und mit ihnen verbündet sind." Das läßt sich denken," gab Amberg zu.„ Sie werden gewissermaßen als Verräther betrachtet." ( Fortsetzung folgt.) Theater. Königliches Opernhaus: Sonntag: Der Barbier von Sevilla. Montag: Tell. Königliches Schauspielhaus: Sonntag: Chriftov Marlow. Montag: Rosenkranz und Güldenstern. Deutsches Theater: Sonntag: Die Welt, in der man fich langweilt. Montag: Pitt und For Bellealliance- Theater: Sonntag: Das Stadtgespenst. Vorher: Die Ungläubigen. ( Gewöhnliche Wochentagspreise.) Montag: Dieselbe Vorstellung. Renes Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Sonntag: Gasparone. Montag: Dieselbe Vorstellung. Central Theater: Alte Jakobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Sonntag: Bum 50. M.: Der Walzer- König. Montag: Dieselbe Vorstellung. Sonntag: Kean. Refidenz- Theater: Direktion Anton Anno. Montag: Dieselbe Vorstellung. Walhalla Operetten- Theater: Sonntag: Gillette. Montag: Dieselbe Vorstellung. Soutfenstädtisches Theater: Sonntag: 2 Vorstellungen. Vormittags 11 Uhr bei balben Preisen. Große Kinder- Vorstellung. Bum letzten Male: Aschenbrödel oder Der gläserne Pantoffel. Abends 7 Uhr: Lumpacivagabundus.- Preise der Pläge für die Nachmittags- Vorstellung: Mittelloge 1,50 M., Drchefterloge 1,25 M., Proszeniumsloge 1 M., Sperrfi 1 M., I. Parquet u. I. Rang 75 Pf., II. Parquet, Balkon u. Nische 50 Pf., Entree 40 Pf. Montag: Unwiderruflich vorlegtes Gastspiel der Liliputaner: Lumpacivagabundus. Oftend- Theater: Heute und folgende Tage: Im Lande der Freiheit. Großes Sensations Ausstellungs- Schauspiel in 9 Bildern von H. v. Gordon. Mufit von Th. Franke. = Sonntag: Excelfior. Vittoria- Theater: Moning: Dieselbe Vorstellung. Wauner Theater: Sonntag: Der Salontyroler. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alhambra- Theater. Wallnertheaterstraße 15. Heute und folgende Tage: Mädchen von heute. Poffe mit Gesang in 3 Atten von Dr. Bernhardi. Vor der Vorstellung: Großes Konzert, ausgeführt von der Haustapelle. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 7% Uhr. Allen Freunden und Bekannten die Nachricht, daß ich vom heutigen Tage Naunynstr. 78 einen Bier Ausschank übernommen habe. Ich habe meine 1520 J. Müller, Drechsler. Säle 1533 noch einige Tage in der Woche zu vergeben, auch find Sonnabend. den 20. d. Mts. noch Säle frei. Nieft's Salon, Kommandantenftr. 71/72( nur Parterre). Urania, Wrangelstraße 9-10, empfiehlt seine eleganten Lokalitäten nebst großer Bühne zu Festlichkeiten jeder Art. Kleine und große Vereinszimmer auch Sonntags zu haben. Mauerstraße 86. Magazin für Herren- Garderoben. 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Ber M. 1532 Binal 37 allen ilage Die Wiener Preßkorruption. 11 ( Aus„ Die neue Beit".) ( Fortsetzung.) Eine Zeitung, die einen Marktpreis erlangt hat und deren Eigenthumsantheile von jedermann gekauft werden können, ist eine Gefahr für Volk und Etaat. Wenn einmal anerkannt wird, daß die Beitungen nur eristiren, um ihre Aktionäre zu bereichern, so ist damit der Bankerott der öffentlichen Moral ausgesprochen. Derartige Blätter zu erlangen ist für jede Regierung, gehöre sie welcher Partei immer an, eine spielend leichte Sache, denn ein Ministerium in Amt und Würden versteht es, seinem Willen gegenüber zeitungsbefizenden Banken durch die verschiedenartigsten Mittel Geltung zu verschaffen. Die liberale Bresse" und das demokratische ,, Ertrablait" waren eines schönen Tages im Handumdrehen in fonservativ- föderalistische Blätter umgewandelt. Die beiden Beitungen wurden einfach durch die Länderbank, welche bekanntlich mit dem Ministerium Taaffe eng verbündet ist, ihren früheren Befißern abgekauft. Das Extrablati" foftete 750 000 fl., die Presse", ein finanziell passives Organ, war billiger zu haben. 50 000 fl. zur Ablösung der Maschinen und eine geringe Abschlagszahlung den Eigenthümer Nassau Nassau genügten zu ihrer politischen Befehrung. Selbst das oppofitionelle Hauptorgan, die Neue freie Presse" verdankt es nur einem finanziellen Koup seines Börsenreporters und Späteren Herausgebers Benedift, daß es im Jahre 1881 nicht Regierungstrabant geworden ist. Die Länderbank besaß damals schon einen bedeutenden Theil des Aktienkapitals der Journalgesellschaft, den die Anglobank zu verkaufen gezwungen war. Nur durch die rasche Bildung eines Börsentonsortiums, das den Nest der Journalattien auftaufte, blieb die Mehrzahl der selben in gesichertem Besize und entging das Hauptorgan des Börsenliberalismus mit fnapper Noth der Gefahr des Offiziösenthums. an " 1 Sonntag, den 14. Dezember 1884. während er 2 Jahre später bei dem Schüßenfeste in Hannover| für das neugeeinigte Deutschland schwärmte. Derselbe Wilh. Wiener," heißt es weiter ,,, bat fich für seine Dienstleistung vom Bürger- Ministerium bezahlen lassen, hat für Berger geschrieben, so lange dieser die Schnüre des Dispositions Fonds in den Händen hatte, um, sobald dieses Baubermittel ihm genommen ward, wüthender als jedes andere Blatt über den früheren Gönner herzufallen." Derselbe Wilhelm Wiener, muß hinzugefügt werden, tritt heute mit dem gleichen Eifer für das konservative Ministerium Taaffe ein, mit welchem er vor demselben das liberale Ministerium Auersperg vertrat. Uebrigens hatte sein allgemein nüßliches Wirken auch bei seinen Kollegen Anerkennung gefunden, denn er wurde von denselben einstimmig zum Präsidenten des Journalistenvereins ,, Konkordia" ernannt. In Würdigung derselben vielseitigen Verdienste wurde Wiener in den Adelsstand erhoben.*) Weniger einträglich als der Verkauf der Gesinnung ist für den Journalisten der Verkauf falscher Nachrichten und Urkunden. Troßdem findet auch dieses Geschäft Personen, welche es taltioiren. Der Schriftsteller Viktor Hahn in Wien fabrizirte für die Vorstadt- Zeitung" jenen Brief von Karl Mary über das anarchistische Raubattentat an Merstallinger, auf welches Schriststück fich während der Prozeßverhandlungen sogar der Staatsanwalt berief. Auch das Schreiben, in dem sich Marr für die Tendenzen des Deutschen Schreiben, in dem sich Marr für die Tendenzen des Deutschen Schulvereins erklärte, war von Hahn gefälscht. Zur Zeit der Tisza- Eszlarer Affaire schrieb derselbe Publizist für die Vorstadt Beitung" und N. fr. Preffe" einen philisemitischen Brief bes bekannten Freiheitsveteranen Hans Kudlich. Einige Tage später erklärte jedoch Hahn diesen Brief in der Tribüne" als gefälscht und veröffentlichte eine entrüstete Buschrift Kudlich's, in welcher sich diesec zum entschiedensten Antisemitismus befannte. Das genügte dem fühnen Journalisten noch immer nicht, und er schrieb für die Deutsche Zeitung", um auch von dieser Beilenhonorar zu erhalten, eine humoristische Notiz, in welcher beide Kudlich- Briefe als Fälschungen bezeichnet wurden. Die Gesinnung der Zeitungen ist, wie man aus diesen Beispielen ersehen fann, zum Hantelsartikel geworden. Nicht wie er denkt und empfindet, schreibt der Journalist, sondern wie es ihm seine Bant- Brodherren anbefehlen. Er tagelöhnert mit der Feder. Die Charakterfestigkeit gilt als lächerlicher Bopanz. Das gestehen mitunter die Beitungen selbst ein. Einem politischen Farbenwechsel gegenüber," schreibt die Deutsche Beitung" vom 28. April 1872, find die Journalisten machtlos, weil ein überzeugungstreuer Mitarbeiter durch einen Gesinnungslumpen ersetzt werden kann. Heute sind die Banken ver faffungstreu aber die Hand aufs Herz, wenn morgen ein feudales Ministerium eine recht fette Konzeifton den reichen Dis tektoren vor Augen hält, würde ihre Verfassungstreue diese Brobe überstehen?"" Die Thatsachen müssen diese Frage entschieden verneinen. Der Gesinnungswechsel ist etwas Alltäglichen Brief Koffuth's, in dem der einstige ungarische Diktator liches. Wie oft schon haben die Bresse", de Morgenpost", Das Fremdenblatt" und auch politische Wizblätter, z. B. der Riteriti", ihre Gesinnung geändert! " Im Jahre 1870 ließ der Journalist Bresnis im ,, Patriot" einen Artikel zur Verherrlichung des Ministers Petrino erscheinen, welcher von ihm 9 Jahre später Wort für Wort, selbstverständlich nur mit Veränderung der Na men, zum Lobe des Ministers Taaffe im Osten" angestimmt wurde. Dieses Faktum wurde in einer öffentlichen Boltsversammlung in Wien vorgebracht, und Bresniz hat kein Wort der Entgegnung gefunden. Derselbe Volksbildner schreibt heute, feine semitische Abstammung ganz vergeffend, antisemifische Artikel für sein jetziges Organ, die„ Morgenpost". Ueber einen anderen Held der Feder, Namens Wilhelm Wiener, bemerkte die ,, Deutsche Zeitung" vom 24. Juli 1872, reich an den Tag legte und in den Spalten feines Organs die Deutsche Armee den Beschimpfungen ihrer Gegner pretsgab, Berliner Sonntagsplauderet. R. C. An allen Straßeneden sieht man jeßt die Weihnachtsbäume, ihr harziger Tannenduft zieht weit in die Straßen hinein, und unwillkürlich zaubert er auch dem, der im Gebränge der Weltstadt eifrig seinen Geschäften nachgeht, Bilder längst verschwundener Zeiten, Bilder der Kindheit, vor die Seele. Ein Weihnachtsbaum mit seinen strahlenden Lichtern, mit einer Schaar fröhlicher Kinder, mit einem zufriedenen, glücklichen Elternpaare, ist das nicht ein Anblick, der Ein anderes Heldenstück desselben erfinderischen Talents ist jener Brief Kraczewski's, der unmittelbar nach der Verhaftung des greisen Poeten erschien und durch die ganze europäische Preffe lief. Dieser Brief, in welchem Kraczewski das Geständniß impulirt wird, daß in seinem Hause geheime VerSammlungen zu hochverrätherischen Zwecken stattgefunden hätten, hat dem alten Mann unendlich viel geschadet. Mit beson derer Vorliebe schreibt Hahn Briefe verstorbener Personen. Einige intereffante Schreiben Richard Wagner's rühren von ihm her. Die Gedichte des Frauenmörders Hugo Schenk find seiner Feder entflossen, ebenso auch Teftamente bekannter Persönlichkeiten und ähnliche Dokumente. Ein Rivale Hahns, Namens Carl Rößler, schrieb für die ,, Wiener allg. Zeitg." einen jugendlichen Brief Kossuth's, in dem der einstige ungarische Diktator fich aus seinen Kinderjahren eines Vorfalls erinnerte, welcher der Affaire Sollimosy sehr ähnlich war. Die Zeitungen ver öffentlichen größtentheils derartige Schriftstücke im Bewußtsein ibrer Falschheit. Das Jalustrirte Extrablatt"( Auflage 42 000) fälscht übrigens auch, in seinem löblichen Bestreben, den Lesern Neues und Intereffantes zu bieten, Bilder und Porträts. Nach der Katastrophe von Casamicciola brachte dieses Journal ein Bild des italienischen Dichters Luigi Cocigliari sammt dessen Biographie, in welcher erzählt wird, daß der gefeierte Poet sammt seiner Gemahlin, einer jungen Tänzerin, bei dem Erdbeben sein Leben verlor. Glücklicherweise konnte dem Dichter *) Es ist das derselbe Herr, der fürchtete, er könne mit unserem gleichnamigen Mitarbeiter Wilhelm Wiener verwechselt werden, und der uns ersuchte, ihm zu bestätigen, daß er in feiner Beziehung zu uns stehe, was wir auch mit dem größten Vergnügen in der Redaktions- Korrespondenz von Nr. 7 dieses Jahrganges gethan haben. D. Red. ihr zu Theil wird. Ob diese Art Leute wohl auch mit Db diese Art Leute wohl auch mit dem Mahnruf einverstanden sind: Friede auf Erden?" Wie ganz anders wird doch das Weihnachtsfest in Arbeiterkreisen begangen. Ist es hier überhaupt ein Fest der Freude, ein Fest des Friedens? Augenblicklich wird ja noch fast überall gearbeitet und zwar in beinahe übermenschlicher Weise. Alle Bestellungen, die noch zu Weihnachten eingelaufen sind, müssen unter allen Umständen ausgeführt werden, und was bei Tage eben nicht fertig gestellt werden kann, nun das macht man eben Nachts! Ländlich, sittlich. des Menschen Herz erfreuen kann, wenigstens das Herz Was geschieht aber nun, wenn die Feiertage wirklich besjenigen Menschen, bem das Gefühl noch nicht gänzlich herangerückt sind? In allen Fabriken wird Inventur ge= erstorben ist, der da weiß, welch' unendliche Freude es ist, macht, es sind soviel Waaren überproduzirt worden, für andern eine Freude bereiten zu können. ,, Friede auf Erdie man keinen Absatz gefunden hat, die Herren Jnduden" das ist ja wohl der hohe Gedanke, unter dem wir striellen müssen doch nun auch einmal zusehen, was sie das Weihnachtsfest begehen sollen, das Band der Liebe und eigentlich für Schäße aufgespeichert haben, und der alle Menschenkinder umschließen, des Friedens sell gerade jegt beim Scheiben des Jahres Arbeiter feiert inzwischen. Es verlängert die unfreiwilligen ja mit Worten, mit Feiertage vielleicht bis über Neujahr hinaus, eine Woche dem Munde predigt man den Frieden, die Thaten sehen wieder also gefeiert. aber anders aus. Wie wunderbar bisweilen das Schicksal spielt! Alles ist jetzt geschäftig, Alles arbeitet, Alles spart, Jeder soll ist da, in den Familien schaffen fleißige Hände, sie bereiten fich freuen zum frohen Feste. Die Zeit der Geheimthuerei Ueberraschungen vor, denn Ueberraschungen find ja so schön. Wer wüßte es nicht? Wie der Dieb in der Nacht kommt Cinem so ein unverhofftes Glück über den Hals, wem sind noch keine Ueberraschungen zu Theil geworden? Freilich, fie dürfen nicht zu oft kommen, sonst gewöhnt man sich zu leicht daran, wie der Blitz aus heiterem Himmel, total unerwartet müssen sie kommen, dann sind sie schön, und dafür leben wir auch jetzt in der„ fröhlichen, feligen, gnadenbringenden Weihnachtszeit!" Ob es wohl viele unter denjenigen Leuten giebt, welche die Nase rümpfen, wenn von Arbeitern gesprochen wird, die da wissen, was es bedeutet, wenn ein Arbeiter eine Woche feiern muß? Wohl schwe..ich. Wenn das fröhliche Weihnachtsfest da ist, so eröffnet sich dem Arbeiter die traurige Perspektive auf die verdienstlose Woche und auf das Neujahrsfest mit seinen verschiedenen Bahlungen. Der Ausfall eines Wochenverdienstes mamt sich in einem Arbeiterhaushalt Monate hindurch fühlbar, es tann bis in den März hinein dauern, bis der Berlust wieder eingeholt ist. Daran denken aber außer Denjenigen, die es wirklich angeht, nur sehr Wenige, weshalb soll man sich auch mit solchen unliebsamen Gedanken unnüßer Weise den Kopf beschweren, man hat genug mit sich selbst zu thun, und ändern kann man diese Verhältnisse ja doch nicht. Wenn der Tannenbaum strahlt, und für jedes Familienmitglied ausgesuchte Geschenke bereit liegen, dann hat man nur die Verpflichtung sich zu freuen, man hat sich mit der Armuth 1. Jahrgang. dieses Unglück schon deshalb nicht widerfahren, weil er überhaupt nie gelebt hat. Das Bildniß wurde nachträglich als das eines in Wien lebenden Handlungskommis agnoszirt. Man darf nicht staunen, daß sich die Lügen und Fälschungen der Wiener Zeitungen bis auf die geringfügigsten Lokalnotizen erstrecken, daß auch Vereins- und Versammlungsberichte mit dem größten Raffinement entstellt werden und selbst die ehrenhaftesten Gegner nicht vor der Bekämpfung mit den gemeinsten Mitteln geschüßt find. Denn die Vertheidigung der Korruption auf sozialem, wirthschaftlichem, wie auf politischem Gebiete, so lange nur dieselbe nicht öffentlich aufgedeckt ist, ist unter den gegebenen Verhältnissen naturnothwendig eine Lebensaufgabe der Preffe. Die bestehende österreichische Preffe kann und darf nicht die ungeheure Korruption, welche sich heute in allen tonangebenden gesellschaftlichen Kreisen zeigt und die Grundfesten des Staats erschüttert, bekämpfen lassen. Sie fann es nicht, meil fie selbst im Bestze oder Bachte jener Elemente ist; fie darf es nicht, weil sie hierdurch ein vernichtendes Urtheil über die eigene Thätigkeit fällen würde. Ereignisse, die sich vor wenigen Monaten erst abspielten, haben zum mindesten einem Theile der Bevölkerung die Augen geöffnet. Die skandalösen Vorgänge bei Angelegenheit der Nordbahnfrage haben selbst die Freunde der beutigen Preffe in Aufregung versezt und ihnen das größte Mißtrauen eingeflößt. Allein wäre dieses auch hundertfach größer, es könnte feine Aenderung der österreichischen Presverhältnisse herbeiführen, welche tief in den gesellschaftlichen Zuständen des Landes wurzeln. Eine kurze Stizzirung der erwähnten Vorfälle dürfte hier wohl am Blaze sein. Am 4. März 1836 verlieh die österreichische Regierung dem Wechselhause S. M. Rothschild das ausschließliche Pris vilegium zum Bau und Betrieb der Nordbahn für fünfzig Jahre. Während dieser Zeit verstanden es der Krösus und seine Konsorten, gestüßt auf ihr Monopol, das Publikum in einer Weise auszubeuten, die jeder Beschreibung spottet. Ein Beispiel genüge. Die Frachtsäße für Koble find bei der Nordbahn um durchschnittlich 80 Prozent höher als bei den vers staatlichten Linien. Um 44 Millionen Gulden wurden hierdurch im Jahre 1881 der Bevölkerung blos bei Kohlenfrachten mehr abgepreßt, als sie nach den Tarifen staatlicher Bahnen zu leisten gehabt hätte. Kein Wunder also, daß man dem am 4. März 1886 erlöschenden Privilegium feine Auferstehung wünschte. Allein das Unglaubliche geschab! Der Handelsminister unterbreitete dem Abgeordnetenhause im April 1884 eine Regierungsvorlage, nach welcher der Nordbahn auf weitere 80 Jahre eine Konzession unter den günstigsten Bedingungen verliehen werden sollte. Und die Opposition? Sie schwieg mit ehernerBeharrlichkeit undGrabesstille herrschte in den Spalten der Blätter aller Parteischattirungen. Nur zuweilen tauchte eine Notiz auf, daß die Nordbahn sich um jeden Preis im Reichs rathe eine Majorität für die Vorlage fichern wolle. Dhne Sang und Klang wäre wirklich eine neuerliche achtzigjährige Ausbeutung der Bevölkerung durch die Aktiengesellschaft beschloffen worden, wenn nicht ein energischer Mann die trägen Geister wachgerüttelt hätte. Der tonfuse aber unabhängige Abgeordnete Schönerer trat laut und energisch für die sofortige Verstaatlichung der Nordbahn ein. Sein Appell war von Wirkung. Von allen Seiten der österreichischen Monarchie wurde die Forderung erhoben. Die Aufzählung der Ge meinden und Vereine, welche um Verstaatlichung der Nords bahn petitionirten, nimmt 20 Spalten des stenographischen Protokolls ein. 3000 Wiener Bürger brachten in einer Versammlung das gleiche Begehren in einer Resolution zum Ausdruck. Jest erst festen die Parteigänger der Nordbahn ein. Obgleich fich die liberale Partei nachträglich gegen den Vertragsentwurf ausgesprochen hatte, vergaß die Neue freie Preffe" ihren oppofitionellen Standpunkt und zeigte sich zum ersten Male ganz für die Jdeen der Regierung eingenommen. Als mit Bezug glücklich, weil er etwas hat, der Andere ist unglücklich, weil er nichts hat. Nun, wetterwendisch ist ja das Schicksal, es kann ja auch einmal anders werden. Die Welt fängt an, alt zu werden, man sieht es ja alle Tage nicht einmal mehr einen richtigen Winter bringen wir zu Stande. Windig und schmußig" das ist das Zeichen des Wetters nämlich draußen. ist das Zeichen Ein lauer Frühlingswind weht bisweilen, auch die Sonne scheint manchmal, man sollte meinen der Lenz wäre schon angebrochen, die eisige todte Ruhe des Winters wäre dahin, und neues, sprossendes Leben bräche hervor, doch δο es ist Trug, elender Trug, ein falter heimtückischer, plöt licher Windhauch erinnert uns wieder daran, daß wir noch Frühlingssonne, wir leben eben noch im Winter, im starren, im Winter leben, dahin sind die Träume von goldiger eisigen Winter, der jedes frisch aufblühende Leben schonungslos, gewaltsam vernichtet. Doch mag der Lauf der Ströme uod Flüsse durch die Eismassen getödtet scheinen, becke Blumen und Blüthen erstickt hat, mag es so aussehen, als ob der Schnee mit seiner Grabestief unter ge frorener Oberfläche da pulsirt warmes, inneres Leben, das gewaltig, unaufhaltsam hervorbricht, wenn die Sonne lodt, und wenn der Frühling fommt. Und auf den Winter folgt immer der Frühling, das ist der Lauf der Welt, ein Thor müßte der sein, der daran zweifeln wollte. Auch diefer Winter wird vorübergehen mit der erbarmungslosen Kälte, die nur das eine Gute hat, daß sie die frierenden Menschenkinder näher an einander drängt, daß der Eine Schutz und Hilfe sucht bei dem Anderen. Und wenn der Sturmwind über die öde Haide saust, wenn dichtes Schneegestöber herrscht, so dente man immer daran, daß es Menschen giebt, die noch unglücklicher find, wie wir, die vielleicht nicht einmal wissen, wo sie ihr Haupt nieder legen sollen, die heimaths- und schußlos in der Welt umhers irren. Wo ein solcher Unglücklicher anklopft, soll man ihm aufthun. das ist Menschenpflicht, man soll ihm hilfreich beistehen, denn es ist hart, im Winter auf der Landstraße zu fein. ist z. B. der Herr Kommerzienrath, er leidet heute noch Gewiß ist Weihnachten schön, weshalb auch nicht? Da schwer an den Folgen des letzten Feldzuges, in welchem er fich Residenz. er muß für seine Familie doch auch Einkäufe abgefunden, vielleicht hat man auf einem Wohlthätigkeits- nicht lange. Sollte er uns auch noch öfter mit seinem plöt Armeelieferant. Er fährt vor bei dem ersten Juwelier der machen, " namentlich die Gattin ist's, die theure, die ihm fehr am Herzen liegt. Ein Armband, vielleicht mehrere tausend Mark werth, ist doch das Mindeste, was er dieser Dame verehren kann. überreicht er es natürlich mit der quittirten Rechnung dem theuren" Ehegespons, sie kann hier gleich in Zahlen die Am Weihnachtsabend bazar etwas eingekauft! Als ob diese Einrichtungen einen anderen Zweck hätten als den, daß sich die foge nannte vornehme Welt hier Rendez- vous giebt, und daß heirathsbedürftige Lieutenants mit reichen Finanz männertöchtern heimliche Liebeshändel anknüpfen. Ein Fest der allgemeinen Freude ist also Weihnachten keineswegs, es geht hierbei eben wie überall, der Eine ist Ewig währt auch der strengste Winter nicht, im Ge gentheil, man sagt gewöhnlich, gestrenge Herren regieren lichen, hinterliftigen Frost überraschen, pahdie Welt ist alt, einen richtigen Winter kriegen wir doch nicht mehr, die Sonne mit ihren belebenden Strahlen muß uns doch wieder erfreuen, und wenn die Natur wieder ersteht in verjüngtem Frühlingsgewand, dann wollen wir nicht mehr an die böse Zeit denken, ihr Andenken sei ausgelöscht, selbst die Er innerung an sie werde vernichtet. 11 hierauf in der fiüber erwähnten Versammlung auf die Bestechlichkeit der Preffe hingewiesen wurde, da hatte die Neue freie Breffe" vom 23. April den traurigen Muth, ihren Lefern fol gendes zu bieten: Das Schlachtgeschrei der Korruption und das Tynamit find Werkzeuge des Sozialismus, nur ziehen die Leute ohne Muth gewöhnlich das erstere vor." Nicht beffer ver hielt fich die ganze übrige Breffe. In einer am 2. Mat im Abgeordnetenhause gehaltenen Rede äußerte sich Schönerer hierüber in treffender Weise. Sie wissen es von mir", sagte er ,,, und niemand in Desterreich wird es wagen, mich in diesem Falle zu berichtigen, daß in der galizischen Transversalbahn- Angelegenheit die Zeitungen einen Betrag von 100 000 fl., sage einmalhunderttausend Gulden Bestech ingsund Schweiggelder erhalten haben. Ich sage das taut, damit die Herren oben( Journalisten) es hören, und damit nicht die Biffern zufällig wieder verdruckt werden. Mag man dies dann nennen Betheiligung für Texteinschaltungen oder anders, nach der Meinung des Volles, soweit es ehrlich fühlt und denkt, find dies einfach Bestechungsgelder zu volksfeindlichen Zweden. Welche Summen müssen, nach dem vorausgegangenen Beispiele zu urtheilen, in der Nordbahnfrage in die Taschen der gewissen Beitungen gewandert sein! Als Vermittler- im Falle jemand fagt, er wife von allen diesen Lumpereien nichts, erlaube ich als Vermir, Sie auf Grund von Thatsachen zu informiren mittler bei der Vertheilung von Bestechungsgeldern fungirt befanntlich in der Regel ein gewiffer Josef Hesky, Befizer einer Leihbibliothek, wenn ich nicht irre, Praterstraße 25, Korrefpondent wenigstens gewesener des Frankfurter Aktionärs", welcher Hesty der sogenannte Hausjude der Kreditanstalt und Nordbahn seit mehr als 20 Jahren ist, und die Vertheilung der Echweiggelder als sogenannte Betheiligung und als Freundschaftskauf oder wie man die Dinge sonst nennt, bei den Blättern vornimmt, und zwar bei allen betreffenden Zeitungen, von der Neuen freien Preffe" angefangen bis herab zum fleinsten Sudelblatt. Nur die„ Deutsche Beitung" macht eine Ausnahme, indem für dieselbe dieses ein gewisser Bernhard Fischer besorgt." Für fleine Sudelblätter besorgt dieses Geschäft auch ein Schwager Hesly's, ein gewiffer Spiger und gelegentlich der Nordbahnfrage wurde, wie man in gewissen Kreisen hört, so nobel bezahlt, wie dies noch gar nie, nicht einmal in den Gründerjahren der Fall gewesen ist. Obenan im Preise steht natürlich die ,, Neue freie Presse", dann kommt das ,, Tagblatt", bann die andern Blätter, dann der Floh", die Bombe", endlich die jüdische oder verjudete Provinzpresse! In der Pro vinz gibt es glücklicherweise rühmliche Ausnahmen, welche Beftechungsgelder sogar zurückgewiesen haben; dort besorgt die Betheiligung der Eigenthümer eines Annoncenbüreaus, dessen Name mir momentan entfallen ist. 95 11 Eine Million Gulden hatte die Direktion der Nordbahn, in welcher zwei Wiener Abgeordnete saßen, zur Beeinflussung Der Journale verausgabt. Der Antheil der Neuen freien Breffe" wird mit fl. 100 000, derjenige des Tagblatt" mit 50 000 bezeichnet. Freilich hatte das erstere Blatt gesprochen und das andere nur geschwiegen. Hier galt einmal das Reden als Gold. Um die Preßindustrie zur Thätigkeit anzuspornen, wurde von der Nordbahn ein originelles Verfahren durchgeführt. Die meisten Zeitungen bekamen nur einen Theil des Lohnes, größtentheils die Hälfte, in baarem Gelde ausbezahlt, für den Reft empfingen fie Bons, welche nur dann zahlbar sein sollten, wenn der Vertrag nach Wunsch der Nordbahn genehmigt würde. Auf diese Weise wurde es der öffentlichen Meinung" unmöglich gemacht, an eine Umkehr zu denken. Ob diese Summen zur Auszahlung kommen werden? Unmöglich ist es nicht. ( Fortsetzung folgt.) Politische Uebersicht. Progressisten erscheint unvermeidlich; die ersteren dürften die Assoziation verlassen und sich besonders konstituiren. England. Die Forderung Deutschlands und Rußlands, bei der egyptischen Staatsschulden Tilgungskaffe vertreten zu sein, hat hier sehr verstimmt. Man erblickt darin eine Neigung des Fürsten Bismard, bei Lösung der egyptischen Frage die Hand im Spiele zu haben. Mittlerweile versichern die ministeriellen Blätter, die jüngsten Vorschläge zur Regelung der egyptischen Finanzen bildeten das legte Wort der britischen Regierung. Wenn die fremdländischen Bondsbefizer mehr verlangten, werde England die Hände in den Schooß legen und Egypten dem Bankerott zusteuern laffen. Egypten. Aus Handat vom 12. wird gemeldet, daß General Stewart mit dem Generalstab, sowie mit 1000 Mann berittener Infanterie und den Kameelkorps den Vormarsch nach Korti, jenseits Ambutol, angetreten. Db damit der Vormarsch durch die Bajuda- Wüste nach Chartum gemeint ist oder nur ein Rekognozirungsmarsch den Nil hinauf, ist aus der Mittheilung nicht zu entnehmen. Jedenfalls ist die Spige der englischen Expeditionstruppen jeßt dem bedrängten Khartum so nahe gekommen, daß zuverlässige Nachrichten über den dortigen Stand der Dinge nicht mehr lange ausbleiben können. Die Wahrheit kommt doch an den Tag! Aus sehr zuverlässiger Quelle erfahren wir, das Abkomman birungsbriefe der fortschrittlichen Parteileitung betreffs der Abstimmung vom 10. Mai thatsächlich erlassen sind, ganz wie Dr. Kaftan dies in der bekannten Versammlung der Potsdamer Vorstadt in Berlin behauptet hatte. Nur darin unterschied sich der Brief, von dessen Vorhandensein unser Gewährsmann fichere Kenntniß hat, von dem Schreiben, auf welches sich Dr. Kaftan bezog, daß derselbe nicht„ Parisius" unterzeichnet war, sondern Dr. Hermes. Hermes war damals Sekretär des deutsch- freifinnigen" Parteivorstandes. Die skandalöse Abcommandirung durch den Parteivorstand hat also witkich stattgefunden, und wohl darf man es mit Freuden be grüßen, daß auf Herrn Dr. Kastan's Initiative hin der Schleier Dieses schmußigen Geheimnisses gelüftet ist. Verschiedenen Nachrichten zufolge ist die Stellung des Khedive Tewfit start erschüttert, man soll bereits nach einem neuen Herrscher in Egypten auf der Suche sein. Hoffentlich wird es nicht schwer fallen, Jemanden zu finden, der die schweren Regierungsgeschäfte in Egypten übernimmt. Nord- Amerika. In Folge der Entscheidung des obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten, daß das EinwandererKopffteuer Gesez rechtsgiltig und verfassungsmäßig sei, merden die Klägerischen Dampfschifffahrts Gesellschaften beim Kongreß eine Aenderung des betreffenden Gesezes durchzusegen suchen. Der Reichsanzeiger" publizirt die Abände= rung des§ 100 e der Gewerbeordnung, der jegt nach den Beschlüssen des Reichstags uud Bundesraths sich da hin ergänzt, daß nach dem zweiten Absage von Nr. 2 einges schaltet wird: 3) daß Arbeitgeber der unter Nr. 1 bezeichneten Art von einem bestimmten Zeitpunkte an Lehrlinge nicht mehr annehmen dürfen. = Parlamentarisches. Soeben ist im Reichstag das dritte Heft diplomatischer Schrifistücke, betitelt" Deutsche Interessen in der Südfee" eingegangen. Daffelbe enthält ausschließlich Konsularberichte über die Samoa- Plantagen- Gesellschaft und über die Nothwendigkeit stärkerer konsularischer Vertreter Deutschlands, so wie der häufigeren Anwesenheit deutscher Kriegsschiffe in der Südsee. Wie verlautet, wird am Mittwoch die Weihnachtsferienzeit für den Reichstag beginnen. Der Bundesrath hat beschlossen, die Eingaben wegen Geftattung von 30llfreien Niederlagen für Roh zuder abzulebnen, und er hat, auswärtigen Blättern zufolge, diefen Beschluß damit motivirt, daß es unzulässig sein würde, zollfreie Niederlagen zu gestatten, wenn nicht seitens derjenigen, welche von den Niederlagen Gebrauch machen, bei der Zurücknahme des Rohzuckers die volle Steuer für den felben entrichtet werde. Das Reich sei nicht in der Lage, die Verzinsung des durch den Rohzuder repräsentirten Kapitals zu übernehmen, d. h. von den Produzenten oder Raffinerien auf Die Schultern der Steuerzahler zu übertragen. -Der Abgeordnete v. Kardorff wird, wie wir hören, seinen vorjährigen Antrag über Einsegung einer EnqueteKommission, betreffend Revision der Spiritussteuer, in den nächsten Tagen im Reichstage wieder einbringen. In parlamentarischen Kreisen wird die Majorität für die Dampfersubvention mit ungefähr 70 bis 80 Stimmen an genommen. " Nach einer der Pol. Korr." aus Berlin zugehenden Mittheilung wird Fürst Bismarck den bald bevorstehenden Be rathungen des deutschen Reichstages über die kolonialpolitischen Aftenstüde und die ersten Unkosten der deutschen Kolonialpolitik ( 170000 Mart) beiwohnen und seine Kolonialpolitik persönlich vertreten. Die Kommission zur Vorberathung der Anträge Mundel Reichensperger, betreffend Wiedereinführung der Berufungsinstanz hat sich heute konstituirt. Sie wählte: Abg. Reichensperger zum Vorfigenden, Hartmann( fons.), zu dessen Stellvertreter, Lenz( nat.- lib.) zum Schriftführer und Payer( Volkspartei) zu deffen Stellvertreter. Die Reihe der deutschen Kolonialerwerbungen ist mit den bisher bekannten noch nicht abgeschlossen. Ein Korres spondent der Frankf. Stg." erfährt zuverlässig, daß noch folgende Befizergreifungen stattgefunden haben oder nahe bevorstehen: Ein Theil der Küste nördlich von Port- Natal, östlich von Transvaalland. Ferner in der Südsee, auf Neu Irland und Neu- Britannien, endlich im nordöstlichen Theile von NeuGuinea. Vielleicht werden die nächsten Fortsegungen des Blaubuches bereits nähere Mittheilungen darüber enthalten. Vor einigen Tagen war davon die Rede, eine deutsche Firma habe an der Meerenge von Babelmandeb Gebiet erworben. Hierzu telegraphirt man der Frantf. Beit." aus Marseille: Die Beffton von Territorien bei Scheitsaid an der Meerenge von Babelmandeb an eine deutsche Firma ist noch keine ausgemachte Sache; im Gegentheil, Frankreich intervenirt und wird wahrscheinlich das Territorium selbst ankaufen. Auf die Tagesordnung des Reichstages wird nächsten Mittwoch zuerst der polnische Sprachenantrag und sodann der Wedell'sche Börsensteuerantrag gefeßt. Geh. Rath Rörthe: Der Vorredner gehe von einer falschen Auffaffung der Stellung des Reichseisenbahnamtes aus, diese Frage sei auch bereits vielfach aufgeworfen und von der Verwaltung in Erwägung gezogen worden und würde darüber auch noch jetzt verhandelt. Die wirthschaftliche Kommission der freien Vereinigung hat gestern die strengste Geheimhaltung ihrer Berathungen und Beschlüsse beschloffen. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. Abg. Richter( hagen): Die Bedeutung des Reichseisenbahnamtes sei noch geringer als seine Kompetenz und bei der gegenwärtigen Finanzlage sei ein Apparat von 44 Beamten für diese Behörde zu fost pielig. Einem so mächtigen Manne gegenüber wie dem preußischen Eisenbahnminister Maybach müffe nach der Verstaatlichung der meisten Eisenbahnen das Reichseisenbahnamt so gut wie gar feine Be deutung haben. Wir sind bereit das Institut unter anderen politischen Verhältnissen zu fördern; aber heut ist es über= flüssig. Er beantrage deshalb von den sieben vortragenden Räthen fünf und den übrigen Beamten die entsprechende Zahl als fünftig wegfallend zu bezeichnen und die näheren Erwägungen hierüber in der Budgetkommisfton vorzunehmen. 14. Sigung vom 13. Dezember Präsident v. Wedell- Piesdorff eröffnet die Sigung um 1 Uhr 15 Minuten. Gegen den Reichstagsabgeordneten Antoine wird die Anklage wegen Landesverrath nun dem Anschein nach doch erhoben werden. Die Landeszeitung für Elfaß- Lothringen" meldet: Dem Reichstagsabgeordneten Antoine ist durch den Vorsitzenden des ersten Straffenats des Reichsgerichts in Leipzig, gemäß§ 109 der Strafprozeßordnung, die Anklageschrift des Ober- Reichsanwalte, welche ihn der vorberei tenden handlungen des Hochverraths anschuldigt, zur Erklärung mitgetheilt worden." Nach den äußerst dürftigen Enthüllungen, welche feiner Beit über die Angelegen heit veröffentlicht worden, muß man billigerweise aweifeln, daß bie Anklage zu einer Verurtheilung fübren tönnte. Am Tische des Bundesraths: v. Borchardt, v. Bötticher. Eingegangen ist der 3. Theil des Blaubuches, enthaltend die Akten stüde, betreffend die Südsee. Belgien. In den Reiben der belgischen Liberalen ist wieder eine Spaltung eingetreten. Der vor taum einem Monat gewählte Prästdent der Affoziation liberale", Erunterrichtsminifter van Humbeet, legte sein Ehrenamt nieder, weil die eralversammlung die Vorschläge zur Revision der Statuten Eine Spaltung zwischen den Doktrinären und den Die 2. Etatsberathung wird beim Etats des Reichs schaamtes fortgesezt. Don Geh. Rath Körthe: Der Antrag läuft auf eine gänz liche Auflösung des Instituts hinaus, und es scheine, als ob fich eine gewiffe Feindseligkeit gegen das Reichseisenbahnamt entroidelt habe. Troßdem müsse er darauf hinweisen, daß die Thätigkeit der Behörde eine eminent praktische und segensreiche sei, wie z. B. die Kontrole des gesammten Tarifwesens. Wenn man behaupte, daß diese Bebörde einen rein theoretischen Charakter habe, so sei das unrichtig. Die Prüfung von Bauten werde durchaus gründlich und sachgemäß vorgenommen und für das Beschwerderecht sei das Institut ganz unentbehrlich. Ebenso sei diese Behörde an der Vorberathung der auf den Verkehr im Lande bezüglichen Geseze in hervorragender Weise be theiligt. dese Bei Kap. 68, Tit. 5( Rente von 15 000 M. an die hefftsche Regierung aus Anlaß der festen Rheinbrüde zwischen Mainz und Kaffel) bittet Abg. Ridert um Auskunft über den zwischen dem Reiche und beffen abgeschlossenen Vertrag. Geh. Rath Schulz giebt Auskunft über die zwischen beiden Theilen gepflogenen Verhandlungen. Hessen habe vom Reiche einen jährlichen Zuschuß in Höhe von 15 000 M. ver langt, der mit der Benugung der Büde seitens des Militärs motivirt worden ist. Abg. Dr. Lingens( Bentrum) glaubt, es werde für die Sonntagsruhe der Beamten zu wenig gethan; habe doch erst vor Kurzem der Reichskanzler erklärt, daß für seine nächsten Beamten fein Sonntag eristire. Das beweise doch, daß selbst in den höchsten Spißen der Behörden das Verständniß für die Sache fehle. Es müffe bei uns eingeführt werden, was auf diesem Gebiete bereits in England und Amerika besteht, dabei fönne man doch den Verkehr und alte berechtigte Intereffen schonen. Abg. Ridert wird einen Widerspruch gegen diese Forderung nicht erheben, zumal aus Mittheilungen des Regier. derung nicht erheben, zumal aus Mittheilungen des Regier. Kommissars hervorgeht, daß die Summe von 15 000. noch hinter der zurückbleibt, welche hätte gezahlt werden müssen an Brückenzoll für das Dillitär, wenn ein Vertrag nicht zu Stande gekommen wäre. Bei Titel 10( Münzwesen) erklärt Abg. Kayser( Soz.): Tie Arbeiten, welche Geh. Rath Körthe erwähnt, könnten auch auf billigere Weise, als von Geheimen Räthen ausgeführt werden. Dem In stitut sei er nicht unsympathisch, aber seine Thätigkeit Wenn es heiße, die Unter- Bebefriedige ihn nicht. amten feien an ihrem Unglück selbst schuld, so beweise das eben nur den Mangel an Fürsorge, den man für diese Unterbeamten habe. In dem preußischen Abgeordnetenhause, das nach dem Klaffenwahlsystem gewählt werde, könnten doch diese kleine Beamten ihren Klagen nicht vorbringen. Hier ver lange er Aufklärung und werde von der lepteren seine Bu stimmung zu dem Antrage Richter abhängig machen. Abg. v. Kardorff, daß er heute die Währungsfrage nicht berühren werde, daß er aber beabsichtige, während der Weihnachtsferien einen Antrag einzubringen, bei deffen Be rathung fich eine ausführliche Besprechung der Währungsfrage ermöglichen laffe. Gegen den Tit. 10 und den Rest dieses Etats wird kein Widerspruch erhoben. Es folgt der Etat des Reichs- Eisenbahn- Amtes, bei dem Abg. Lingen 8 um Einführung einer umfassenden Sonntagsruhe für die Eisenbahnbeamten bittet. Geh. Rath Körthe: Der Preußische Minister Maybach habe in Folge der letteren Unglücksfälle Verfügungen erlaffen, welche dem Schuße der Beamten dienen sollen. Das Reichs eisenbahnamt habe stets die Intereffen der kleineren Beamten zu wahren gesucht, doch könne dies nur auf Grund ausgiebiger Erhebungen geschehen. Summe werden Ab gefeglid darauf De Etats d wesens, ordentli D fallfige bie defi pause v Aussich nuar d 26 der Vi habe, n rücknah lichen Na Etatsbe 1884S SEC firen, B mit ein Mart) fchaffen mittels pulver fallstof erhalte Phosp ner Fabrik Doch scheint ursprü große bei Kö trocken witthe Don E wohl e 9. Dez langfa taufen Herin Refider Opfern fellscha fanitär Stillst 235 hat de Abg. Richter( Hagen): Es sei klar, daß das Reichseisen bahnamt eine praktische Bedeutung nicht habe. Nicht gegen, sondern für das Reichseisenbahnamt beständen Vorurtheile und im Anfange war man für dasselbe allgemein enthusiasmirt. Es sei aber in der Entwickelung zurückgeblieben, benn heute sei noch nicht einmal die Präsidentenstelle desselben besetzt. Es set ja auch erklärlich, daß Niemand Präsident da sein wolle, wo er nichts zu sagen habe. Abg. Dr. Windthorst hält ebenfalls das Reichseisen bahnamt für entbehrlich und auf 2 Räthe zu beschränken. Die einzige Jdee, die diese Behörde entdedte, waren die der Reichs eisenbahnen. Dagegen werden sich wohl die Einzelstaaten, ob gleich schon fie vielfach so eng eingesponnen find, daß man ihnen das Net leicht zuziehen kann, zu wahren wissen. In Diesem Sinne begrüße er den Antrag Rimter mit Freuden. Seit der Verstaatlichung der preußischen Bahnen hat diese Be hörde ihre Bedeutung verloren. Geh. Rath Körte: Eine erweiterte Kompetenz des Reichs eisenbahnamtes habe man ja schon durch das Gesetz beschränkt, so z. B. die Unterstellung der Reichsbahnen in Elsaß- Loth ringen. Abg. Richter( hagen) will zugeben, daß das Reichs eisenbahnamt den Privateisenbahnen gegenüber eine größere Kompetenz befiße als den Staatsbahnen gegenüber; eben darum aber auch habe es durch die bedeutende Vermehrung der letzteren feine Bedeutung eingebüßt. Abg. Dr. Windothorst wundert sich, daß Richter bas Reichseisenbahnamt überhaupt für nothwendig hält. Herrn Kayser bemerke er, daß im preußischen Abgeordnetenhause bie Intereffen der unteren Beamten ebenfalls wahrgenommen wer den und daß dieser deshalb nicht Recht habe, diese Vertretung für sich allein in Anspruch zu nehmen. Abg. v. Voll mar( Sozialdemokrat) konstatirt, daß mit seinen Anträgen in der sächsischen Kammer bei den ande ren Parteien feine Unterstügung gefunden habe, wenn er für die Werbefferung der Lage der unteren Beamten eingetreten fe fo z. B. in Bezug auf die Bremser, welche in Frost und wire auf ihren luftigen Sißen ausharren müssen. Geh. Rath Körthe: Schon jetzt wird, soweit der Verkehr es ermöglicht, diesem Wunsche Rechnung getragen. Besonders hinsichtlich des Güterverkehrs find Anordnungen getroffen, die eine umfassende Sonntagsruhe anstreben. Allerdings ist gänz liches Aufhören des Verkehrs an Sonntagen nicht durchführbar. So ist am Montag in Berlin großer Viehmarkt, zu dem das Vieh doch nicht anders als am Sonntag verladen werden kann. Abg. Kayfer bespricht die Eisenbahnunfälle und die Abg. Adermann fonstatirt dem entgegen, daß es fid in der fächsischen Kammer bei dieser Frage um rein technische Gefichtspunkte gehandelt habe, die nicht aufgeklärt waren, darum wurden jene Anträge abgelehnt. des S Der g angeft Schöner dem v Mietb Betrag bitigen zu de geloge mir ziehen Beleid die F die folgen Beleid 6 M. gung oder 1 beiden Bezug noch b flage hoben B Abend Name De ge Erspa nächſt Schlu Friedr zu fab weiter benter Sier ganzer Grell leinen ertlär S größte dem S auf d auf of Nachb Det angef wurde bald vorite ftorbe feftzuf Kinde Amts Abg. Radé( Bentrum) hebt hervor, daß seine Partei schon für die Arbeiter gesorgt habe, ehe in diesem Hause nod an Sozialdemokraten zu denken war. Abg. Dr. Windthorst schließt sich diesen Aeußerungen an, das Zentrum werde auch weiter für die Interessen Arbeiter eintreten gegen die sozialistischen Grundsäge. Abg. Grillenberger( Sozialdemokrat). Bei der Be feitigung der Arbeiterausschüsse in den Krankenversicherungs gefeß habe das Bentrum seine Arbeiterfreundlichkeit bewiesen ebenso bei den Beschlüssen der Bayerischen Kammer über die Eheschließungen.( Beifall links). Abg. Dr. Windthorst. Die Arbeiterausschüffe fonnten wir nicht akzeptiren, weil wir fürchten mußten, daß damit eine fozialdemokratische Organisation über das ganze Land geschaffen wurde.( Buftimmung im Bentrum lebhafter Widersprud unter den Sozialisten. Der Abg. Frohme wird hierbei von dem Präsidenten wegen eines auf der Tribüne nicht verständ lichen Zwischenruf zur Ordnung gerufen). Die Debattr wird hierauf geschlossen und der Etat mit zur Verhütung derselben getroffenen Anordnungen, betreffend dem Antrage Richter an die Budgetkommission gewiesen. eine schärfere Rontrole der Oberbeamten. Der Dienst der Unterbeamten ist ein schwerer und sehr langer, die Leute sind oft übermüdet und erschlafft im Dienste und biergegen sollten Vorbeugungsmaßregeln getroffen werden. Mit dem Wohl wollen gegen den fleinen Mann ist dies nicht vereinbar. Mit der Forderung des Abg. Lingens bin ich einverstanden. Geh. Rath Rörthe erklärt, daß das Reichseisenbahnamt seine Aufmerksamkeit allen Eisenbahnbeamten gleich Wenn Unterbeamte verunglückt seien, so mäßig widmet. habe fich felther immer herausgestellt, daß sie selbst die Schuld Es folgt der Etat des Reichs Invalidenfonds. Abg. Büdlin( nationallib.) bittet den Kriegeminifier um möglichst ausgiebige Gewährung von den durch vorjährige nachträglich erkrankte Kämpfer aus den Jahren 1870/71. Allerh. Ordre zur Disposition gestellten Unterstügungen für Kriegsminister Bronsart von Schellendorff Bei dieser Gewährung wird im ganzen Reiche nach gleichen Grundsägen verfahren. Hinderlich steht oft der Umstand uns entgegen, daß nach ärztlichem Gutachten noch ein Rechtsan spruch der Beschädigten besteht, in welchem Falle dann die Gnadenunterſtügung nicht gewährt werden farm Abg. Kröber( Volkspartei) verweist auf den Nothstand Beim Preußischen Kontingent sind bis jept 732 Gesuche ein gegangen, von denen 287 berücksichtigt und dem Reichsicha amt zur Bahlung überwiesen und 220 abgelehnt find. 275 be auf diesen Punkt sein Augenmerk richten und sich bemühen fende Jahr sind die erforderlichen Mittel vorhanden, für das in welchem sich die Landwirthschaft gegenüber den Eisenbahnen befindet, da diese viel zu wenig Rücksicht auf die Interessen der Landwirthschaft nehmen. Das Reichseisenbahnamt möge das Tarifwesen in diesem Sinne zu ordnen. finden sich noch im Stadium der Erörterung. Für das law nächste wird sich wohl eine genaue Uebersicht der erforderlichen nun eine i Au bri Leiftet hat n und d eine t fonder Das S lautt melbe Tode tragt wie d N wehr Bohr eine Feuer Man Bren band Seibe T Vit Summe ßeairnen lassen, die dann im Etat flüssig gemacht «erden muH. Abg. öoffmann(freisinnig) glaubt, daß es nicht ohne gesetzliche Regelung dieser Materie gehen wird und behält sich darauf bezügliche Anträge vor. Ter Etat wird hierauf genehmigt und ohne Debatte die Etats der Reichsstempelabgaden, der Reichsdruckerei, des Bank- «esens, des Beitrags von Elsaß-Lothringen und des außer- ordentlichen Zuschusses. Damit ist die Tagesordnung erschöpft.— Auf eine des- fallsige Anfrage des Abg. Ricke: t erklärt der Präsident, daß die definitive Wahl des Präsidiums noch vor der Weihnachts- vause vorgenommen und die letzte Sitzung für den Freitag in Ausficht genommen werden soll. Die Pause werde bis 8. Ja- nuar dauern. Abg. F r o h m e erklärt, daß der Zwischenruf, wegen dessen der Vizepräsident v. Franckcnstein ihn zur Ordnung gerufen habe, nicht von ihm ausgegangen sei und er deshalb die Zu- rücknahme desselben verlange.— Der Präsident fordert schrift- lichen Antrag. Nächste Sitzung Montag 1 Uhr. T.-O.: Fortsetzung der Etatsberathung und erste Berathung des Nachtragsetats pro 1884—85(Erwerbung einer Dampfdarkasse für Kamerun.) Schluß 4 dreiviertel Uhr. K _ o k» l e s. Als im Jahre 1872 beschlossen wurde, Berlin zu kanali- stren, hatte sich ku-z vorher in London eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 300 000 Pfund Sterling(6 Millionen Mark) gegründet, um in Berlin eine geregelte Abfuhr zu schassen und die sämmtlichen Abfallstoffe der Reichshauptstadt mittels eines besonderen Verfahrens in ein trockenes Dung- Pulver zu verwandeln und so das Prinzip zu lösen, die Ab- fallstoffe großer Städte für die Zwecke der Landwirthschust zu erhalten. Vielen unserer Leser ist diese Gesellschaft, die Berlin Phosphate Sewage und Manure Company Limited,— Berliner Aktien-Gesellschaft für Abfuhr und Phosphat-Dünger- Fabrikation, seither aus der Praxis wohl bekannt geworden. Doch die immer mehr um sich greifende Kanalisation scheint es der Gesellschast unmöglich gemacht zu haben, ihre ursprünglichen Zwecke ganz durchzuführen; dieselbe besitzt große Sammeldepcts an verschiedenen Plätzen Berlins und bei Köpenick eine Düngerfabrik, welche seit Jahren die in trockenes Dungpulver verwandelten Abfuhr-Stoffe an Land- wirthe verkaust. Das Aktienkapital ist ausschließlich in Händen von Engländern, und da das große Kapital der Gesellschaft wobl eine entsprechende Verzinsung nicht ermöglicht, so ist am 9 Dezember d. I. in London beschlossen worden, das Geschäft langsam abzuwickeln, und an deutsche Interessenten zu ver- laufen; bis dahin wird die Gesellschaft von dem Kaufmann «enn Albert Flos weiter geführt. Für die Interessenten der r?esidcnz wäre es wohl zu wünschen, daß das mit so großen «ppfern ins Leben gerufene Unternehmen an eine hiesige Ge- sellschaft überginge, damit ein so nützliches Institut der sanitären Interessen der Stadt wegen erhalten bliebe. Ein Stillstand in dem bisherigen Geschäftsgänge tritt nicht ein. , � Was beim unüberlegten Prozessire« herauskommt, hat der Schutzmann Feibecke gestern vor der 99. Abtheilung des Schöffengerichts in Moabit bei Gelegenheit eines von ihm �gestrengten Privat-Beleidigungs-Prozesses erfahren müssen. genannte Schutzmann ist Vizewirth eines Hauses. Eines laionen Tages begegnete er in einem Kaufmannsladen, der in M von ihm verwalteten Hause lag, der Frau eines seiner Uiether und machte derselben ernste Vorhaltungen wegen des Gestagens ihrer Kinder. Die Unterredung nahm einen etwas h'higen Charakter an; im Laufe derselben sagte die Frau dem Vizewirth: ,,Sie lügen ja, wie Sie schon oft gelogen haben!" Darauf erwiderte er:„Wenn ich # nicht mehr bedächte, so würde ick meinen Säbel Mven und Sie über den Haufen stechen." Trotzdem er so die Beleidigung auf der Stelle erwidert hatte, strengte er gegen Frau die Privatklage an. wodurch er die Beklagte zwang, d« Widerklage zu erheben. Das Resultat dieses Prozesses war lvlgendes: Der Richter erachtete beide Parteien der öffentlichen Bclndigung für schuldig und verurtheilte den Schutzmann zu M. Geldstrafe oder zwei Tagen Gefängniß und zur Tra- g?"g von zwei Dritteln der Kosten und die Frau zu 3 M. ?d" 1 Tag Gefängniß mit einem Drittel der Kosten und sprach Verden Parteien gegenseitig die Publikation! befugniß zu. In Bezug auf den klägerischen Schutzmann detonte der Richter ?.°lb besonders, derselbe könne sehr froh sein, daß keine An- wegen Bedrohung mit einem Verbrechen wider ihn er- w. � Von einem empfindlichen Verlust ist am Tonnerstag end ein im Kastan'schen Panoptikum beschäftigter Kellner, jj'vnrens Grell, betroffen worden. Derselbe hatte sich am Abend 2»mannten Tages von seinem Prinzipal seine gesummten «rivarnisse zirka 720 Mark auszahlen lassen, um daS Geld am Mm Tage bei einer Sparkasse sicher anzulegen. Nach Uluß des Geschäfts begab sich G. nach dem Bahnhof «Vledftchstraße, um von dort mit der Stadtbahn nach Hause ZU.fahren. Vor dem Besteigen des Zuges benutzte G ohne y", 1 an das in seinem Portemonnaie sich befindliche Geld zu c.;"v, einen gewissen Ort und bestieg sodann das Kupee. �Kr entdeckte er plötzlich, daß das Pottemomraie mit dem Inhalt spurlos verschwunden war. Alle seitens des Prell mit Hülfe der Polizei eingeleiteten Recherchen hatten erfrl �ifolg. um so weniger, da dem G- auf dem Bahnhof '"lart wurde, daß eine Leffnung des Klosets nicht zulaisig. »...Vor etwa acht Tagen meldete ein in ein� unserer Ulen bei Berlin belegenen Dörfer wohnender Milchpachter königlichen Standesbeamten im Orte, daß seine Ehefrau T Fahrt von Berlin nach dem Dorfe unweit Pankow l offenem Wagen von einem todten Kinde entbunden sei. nachdem ein in den. Dorfe als sogenannter Leichendeschaue» °Nkestcllter Bewohner den Tod deS Kindes bestätigt hatte, !>"me die Beerdigung der kleinen Leiche angeordnet und fand aid darauf auch im Dorfe statt. Auf Anordnung des Amts- s.�aehers wurden nach der Beerdigung die Eltern des ver- »orbenen Kindes durch den Standesbeamten vernommen, um Mustillen, in welchem Amtsbezirk des Kreises die Geburt des * erfolgt war, da dieser Akt sich gerade an der Grenze zweier Nu»>.-Zir�e zugetragen haben sollte. Die Mutter des Kindes gab leV.1/"»6" pflege, zufällig zugegen gewesen se, und Hilfe ge- /chtet habe. Die über diese Thalsachen vernommene Hebamme '»' nun aber bekundet, daß sie die Eheleute gar nicht kenne 2*°uch noch nie Milch von ihnen bezogen habe. Da durch W»."ochmalige Vernehmung der Eltern erne Ausklaruna des Merbaren Vorfalles nicht zu erzielen worein Arzt überhaupt i„.. �ind nicht gesehen, und allerhand Stimmen� rm Dorfe laut wurden, daß das Kind schon früher als geboren ange- ftioTW VUg vUV JVUlV �•'|•----_■'..., er Net worden sei. so ist die Behörde mit der Ermittelung der Todesursache des kleinen Wesens am letzten Donnerstag beauf- �agt worden. Ueber das Ergebniß der Untersuchung werden W das Nähere mittheilen._ w w � h,,.• Ein Gardinenbrand führte gestern Abend die Feuer- "ach dem Hause Brandenburgstr. 55. Dort war m der fohnung des Fabrikbesitzers Güldenstein durch Unvorsichtigkeit £* Fenster-Gardine in Brand gerathen. Beim Eintreffen der �.Uerwehr war bereits jede Gefahr beseitigt und konnten die annschaften wieder in ihre Depots einrücken.._, 3" unserem benachbarten Tegel ist es mit Bau- und ��?uholz-Handlungcn scbr schlecht bestellt, weshalb dieser . uon dem den Berlinern vielfach bekannten Oberfwster �'wel zu Tegel besorgt wird. Derselbe wird auch stn kommenden Jahre„zur Befriedigung deS Lokalbedürfniffes an Bau- und Brennholz aus dem Forstrevier Tegel Holzversteige- rungen abhalten, welche bereits wie folgt festgesetzt sind: 7. und 21. Januar, 4. und 18. Februar, 4. und 18. März, 8. und 22, April, 13. Mai, 10. Juni, 15. Juli, 12. August, 16. Scptember, 14. Oktober, 11. und 15. Novmbr. und 16. Dezember. Mehrere nach Berlin gerichtete Postanweisungen lagern als unbestellbar bei der Kais. Ober-Postdirektion in Potsdam. Unter denselben befindet sich eine Postanweisung an Griebel in Berlin über 26,25 Mk. aus Perleberg, eine über 8 M. an Frl. Klara Jeschke in Berlin, Könrgstr. 11 aus Anger- münde, eine über 12,40 M. an Kloß in Berlin aus Rheins- berg, femer ein Geldbrief über 5 M. an Frau Wittwe Ma- thitve Grünow in Berlin, Koppenstraße 23 aus Schwedt, schließlich ein gewöhnlicher Brief, einen Zinsschein enthaltend, an den Kunstgärtner Guillard in Berlin, Alexanderstraße, aus Freienwalde. I« wie großen Massen die Hasen geschossen werden, beweist das immer weitere Sinken der Preise derselben. Während man noch vor 14 Tagen für einen Hasen 3,50 Mk. und 3 Mk. bezahlen mußte, kaust inan denselben jetzt überall mit 2,50 Mkt und 2,25 Mk. Bequemer, wie es ein Delikateß- Geschäft am Dönhofsplatz den Hausfrauen einrichtet, kann man sich den Ankauf eines Hasens gar nicht denken. Dort wird er bereits zurechtgemacht, gespickt und kostet in diesem Zustande 2,80 Mk. Die niedrigen Preise der Hasen' haben denn auch einen Konsum zur Folge, wie er in Berlin bisher nicht zu ver- zeichnen gewesen ist. Belle- Alliance» Theater. Die heutige Sonntags-Vor- stellung findet zu gewöhnlichen Wochentags-Preisen(I. Parquet 2 Mk. u. s. w.) statt. Am Mittchoch geht als letzte dies- jäbrige Extra-Vorstellung auf allg. Verlangen noch einmal „Maria Sruart" in Szene. Poltzei-Bericht. Am 12. d- M. Vormittags wurde ein Mann in seiner Wohnung, Köpnickerstraße, an einem an der Decke befindlichen Haken' erhängt vorgefunden. Die Leiche wurde nach dem Obduktionshause geschafft.— An demselben Tage Mittags wurde der Magistrats-Diätar Bartsch, Frieden- straße Nr. 93 wohnhaft, in seinem Dienstzimmer plötzlich vom Herzschlage getroffen und verstarb auf der Stelle.— Am Nachmittag desselben Tages erhängte sich ein Mann in seiner in der Admiralstraße belegenen Wohnung, nachdem er kurz vor- her den Versuch gemacht hatte, sich durch einen Stich in die Brust zu tövten.— An demselben Tage Abends machte ein Mann in der Küche seiner Wohnung, Rheinsbergerstraße, seinem Leben ebenfalls durch Erhängen ein Ende- Gerichts- Rettung. Eine in ihrem Verlaufe höchst interessante Anklagesachc wegen versuchter vorsätzlicher Brandstiftung beschäftigte gestern das Schwurgericht hiesigen Landgerichts I. bis in den späten Abend hinein. Die wegen dieses äußerst schweren Verbrechens Angeklagte ist eine sehr interessante Persönlichkeit, die seit ihrem 17. Lebensjahre als Köchin, Kammer jungfer, Kastellanin:c. im In- und Auslande in den ersten Stellungen gewesen ist. Im Jahre 1873, in welchem die in Berlin gebürtige Mathilde Mcnyel bei einer Gräfin im Dienst stand, welche sich während der großen Weltausstillung in Wien aufhielt, machte sie dort die Bekanntschaft eines dorthin kommandittcn Feuerwehr- mannes und trat zu demselben in ein Liebesverhältniß. Als der Geliebte nach Berlin zurückgekehrt war und die Mentzel mit demselben in Korrespondenz trat, wurde sie aufgefordert, nicht mehr an ihn zu schreiben, da er ein verheiratheter Mann sei und seine Frau ihm ob seiner Extravaganz in Wien ernstlich böse werde. Diese Bekanntschaft in Wien sollte für die Angeklagte in anderer Richtung hin verhängnißvoll werden. Im März d- I. erschien bei derselben auf die Empfehlung des Wiener Be- kannten der in Steglitz wohnhaste pcnfionirte Feuermann David, um ihr einen Heirathsantrag zu machen. Trotz aller Bedenken nahm die Angeklagte diesen Antrag an, und am 5. April er. fand vor dem Standesamt zu Steglitz ihre Ver- Heirathung mit David, der Wittwer ist und mehrere erwachsene Kinder befitzt, statt- Am folgenden Tage folgte die kirchliche Einsegnung dieser Ehe, die sich nach sehr kurzer Zeit zu einer sehr unglücklichen gestaltete. Die Angeklagte schreibt den ein- getretenen Unfrieden dem Umstand zu, daß ihr Mann sich nach den Mitthcilungen seines Kollegen eingebildet haben mochte, sie habe während ihrer mehr als 30 jährigen Dienst- zeit ein kleines Vermögen zusammengespart, wohin- gegen sie nur etwa 300 Mark außer einiger Aussteuer besaß; der Zeuge David giebt als Grund der Differenzen an, daß seine Frau dem Trünke ergeben sei, was diese mit Entrüstung in Abrede stellt und wotür auch nicht ein Jota von Beweis beigebracht ist. Der Angeklagten wird nun zur Last geleat, daß sie am Abend deS 5. September in den Keller des Hauses Greifswalderstt. 14, in welchem der zukünftige Schmie- gerschn des David wohnt und in welchen sämmtliche dem David gehörige werthvollen Mobilien geschafft worden waren, Petroleum gegossen und einen Zünder hineingeschlcudert hat- Die Denunziation dieses Verbrechens ging von David und seinen Angrhö.igen auS. Nach deren Bekundung hätten sie an dem fraglichen Abend die Angeklagte an dem gedachten Hauie mehrmals vorbeigehen und sich an dem Kellerfenster zu schaffen machen sehen. Das sei ihnen aufgefallen und sie hätten dann in dem Keller die Möbel mit Petroleum bespritzt gefunden. Bei weiterem Nachsuchen haben sie auch einen Zünder und einen Bezug entdeckt, an dem sich die Angeklagte einige Stunden vorher einige Blutflecken abgewischt hatte. Diese Flecken rührten von Schlägen her, mit denen der David seine Frau traktirt hatte. Die Angeklagte stellt diese Beschuldigung als erfunden hin, um sie ins Zuchthaus zu bringen und erbringt Beweise von Acußerungen, die von ihren Stiefkindern gefallen sind, und aus denen sich das gegen sie gesponnene Komplott ergeben würde. Der Vertheiviger, Referendar Dr. Thiedenrann, nahm sich mit großer Wärme seiner Klientin an, er erörterte auS dem Augenschein des Thatortes, daß die von den Zeugen bekunde- ten Thatschen unmöglich sich so zugetragen haben rönnm. AuS den von den Entlastungszeugen bekundeten Aeußerungen, eine Gefängnißstrafe sei zur Trennung der Ehe nicht ausreichend, es müsse schon Zuchthaus sein, suchte er den Schluß zu recht- fettigen, daß hier gegen seine Klientin ein Komplott zu ihrem Sturz vorliege, um, nacbdem sich ihre Vermögenslosigkeit her- ausgestellt, Anlaß zur Ehescheidung zu erbringen. Cr bean- trage daher, das Nichtschuldig. Diesem Antrage entsprachen die Geschworenen nach einer Berathung von nur wenigen Minuten._ Arbeiterbewegung» Vereine unü Versammlungen. t. Die behufs Verkündigung der Zusammenstellung deS WahlresultateS nach der Norddeutschen Brauerei(Chaussee- straße) einberufene Versammlung von Wählern der Arbeiter- partei im 6. Berliner Reichstagswahlkreise verfiel dem Schick- sal der polizeilichen Auflösung. Wie zu erwarten, erwies sich dieses Lokal zu obengenanntem Zweck als viel zu klein. Noch während des in demselben sich vollziehenden Wahlaktes füllte sich dasselbe allmälig und möge hier gleich das Wahlkuriosum Erwähnung finden, das bei dieser Gelegenheit zu Tage trat. Unter den abgegebenen Stimmzetteln fand sich nämlich auch einer mit der poetischen Randbemerkung:„Ob Pfannkuch, Inner oder Bey, Das ist uns Alles einerlei", welcher allge- meine Heiterkeit hervorrief. Nicht nur im Saale, sondern auch im Gatten wogte ein« vielhundertköpfige Menge und nur mit Aufbietung aller persönlichen Willenskraft war es möglich, die vorschriftsmäßige Freihaltung der Gänge zu erwirken, welche Seitens des Vertreters der Polizei mit peinlichster Akkuratesse verlangt wurde. Zur Zusammenstellung des Wahl- resultates hatten sich die Reich stagsabgordneten Hasenclever, Heine, Auer und Frohme, die Stadtverordneten Herold und Ewald eingefunden. Dieser Akt ging sehr langsam vor sich, da die Berichte nur spärlich einliefen und um die berechtigte Neugierde der Anwesenden nach mehrstündigem, geduldigem Ausharren in tropischer Temperatur(die Ersten waren schon um 5 Uhr am Platze) zu befriedigen, machte Stadtv. Ewav» um 8 einhalb Uhr das Ergebniß der bis dahin eingelaufenen Meldungen bekannt, was einen wahren Sturm von Hochrufen zur Folge hatte. In Folge des Siegesjubels ging die mühe- voll zu Stande gebrachte Polizeiordnung wieder verloren und mußte wieder hergestellt werden. Als Stadtv. Ewald dessen allein nicht mehr mächtig und bereits Reichstagsabgeordneter Heine als„Ordner" in der Menge verschwunden war, ertheilte, um die hochgehenden Wogen der Begeisterung zu dämpfen. die Gemüther zu besänftigen und die Ruhe wieder herzustellen Stadtv. Ewald dem Reichstagsabgeordneten Auer zur Geschäfts- ordnung das Wott. In demselben Augenblick erklärte der Vertreter derPoltzei die Versammlung aufGrunddes Sozialisten- gesetzes für aufgelöst. Im Bezirks- Verein der arbeitenden Bevölkerung deS sw. Berlins, der am Montag im Topp'schen Lokale, Belle- Alliancejir. 87, tagt, wird Herr Dr. med. Stahn einen Vottrag über das Thema:„Die Irrigkeit der Pocken-Impf- schutz-Lehre" halten, wozu um recht zahlreiches Erscheinen er- sucht wird. Der Eintritt steht auch Gästen frei. Neue Mit- glieder werden aufgenommen. Den Schneidern, Kürschnern. Posamentierern, Schirm- und Handschuhmachern Berlins diene zur Nachricht, daß das Bureau des Krankenunterstützungsbundes der Schneider und Berufsgenossen(E. H.) sich Mauerstr. 36 im Restaurant befindet. Dasselbe ist von 8—1 Uhr Mittags geöffnet und finden daselbst jederzeit Aufnahmen neuer Mitglieder statt, des- gleichen wird Auskunft in allen Krankcnkassen-Angelegenheiten ettheilt. Fachverei« der Tischler. Ein für alle Arbeiter, beson- ders die in der Tischlerei beschäftigten sehr interessanter Vor- trag des Herrn Dr. Weiße über Lungenkcankheiten, besonders über die Ursachen der Schwindsucht bei den Arbeitern der Tischlerei kommt am Montag den 15. Dezember Abends 3'/, Uhr in Sängers Restaurant, Grüner Weg 29, im Fachverein der Tischler auf die Tagesordnung und ist es daher erwünscht, daß alle Mitglieder unv Freunde des Vereins am Platze sind. Abonnements für die„Neue Tischler-Zeitung" werden noch angenommen und kostet dieselbe pro Vierteljahr 55 Pf. Auch BilletS zum Weihnachtsfest, sowie zum Aquattum und Panopti- kum gelangen zu ermäßigten Preisen zur Ausgabe- Der Bezirksverein des werkthättgen Volkes der Schönhauser Vorstadt hält am Dienstag in Meisters Salon, Schönhauser Allee 161 seine Mitgliederversammlung ab, auf welche wir unsere Leser aufmerksam machen. Die letzte diesjährige Delegirtenversammluua der Tischler, findet am Dienstag Abend 8'/, Uhr, Alte Jakob- straße 37 statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Die Denkschrift der Kommission inbctreff anderweitiger Regelung des staatlichen Submisstonswesens. 2. Diskussion darüber. 3. Werkstattver- Hältnisse. Verschiedenes. Die Herren Delegitten werden um pünktliches Erscheinen ersucht. Der Verein der Einsetzer(Tischler) feiett am 3. Weih- nachtsfeicrtage, Abends präzise 6 Uhr, im Schützenhaust, Linienstr. 3—5 sein erstes Stiftungsfest nebst Weihnachts- bescheerung, wozu sämmtliche Kollegen, sowie Freunde und Gesinnungsgenossen freundlichst eingeladen werden. Billets a 30 Pf. sind hierzu zu haben beim Vergnügungs- Komitee Schmitz, Schulz und Streichelt sowie in den Lokalen August- straße 266 bei Schönburg, Kl. Hamburgerstraße 16 bei Jenrich, Holzmarktstraßc 8 bei Sonneck, Denucwitzstraße 35 bei Schenk, Skalitzerstraße 18 bei Stramm, Palisadenstraße 34 bei Hanne, Schwedterstraße 8 bei Gcnnrich. Der Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler und Berufsgenossen veranstaltet am 1. Feiettag, Abends 6 einhalb Uhr, im City- Hotel, Dresdencrstraße, ein Konzett unter gütiger Mitwirkung der Opern-Sänaerin Frau Mein- hold-Henneberg und des Komikers Herrn Äpol. Alle Freunde und Bekannte sind hierzu eingeladen. Billets sind zu haben bei den Herren Gundeloch, Solmsstr. 12, Stügclmann, Git- schinerstraße 93, Lakur, Oranienfiraße 203 und Lerche, Fruchtstraße 35. Eine Generalversammlung behufs Neuwahl des ge- sammten Votttandes hält der Bczittsverein des werkthätigen Volkes im 29—31 Kommunal-Wahibezirk am Dienstag, den 16. Dezember, Abends 8 Uhr im Restaurant Seefeldt, Grena- dierstraße 33, ah. Verein der Modellttschler. Montag, Ackerstraß« 144, Abends 8 Uhr: Vortrag, auch für Damen, des Schriftstellers Herrn Johannes Guttzeit:„Das Geheimniß der Gesundheit." Gäste, Damen wie Herren, willkommen. Der Arbeiter-Bezirks-Verei« für den Osten Berlin» hält am Dienstag, den 16. Dezember, Abends 8 einhalb Uhr, eine Versammlung in Keller's Saal, Andreasstraße 21 ab. Tagesordnung; Siatutenbcrathung. 2. Verschiedenes. 3. Frage- kasten. Neue Mitglievcr werden aufgenommen. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung wird um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder gebeten. Mitglieder, welche ihre Wohnung ge- wechselt haben, werden dringend ersucht, dies dem Kasstrer Berger, Straußbcrgerstr. 27 zu melden. Vermiscktes. Untergang eines unbekannten Dampfers. Von dem Wellenbrecher in Holyhead aus wurde am Sonnabend Nach- mittag in einer ungefähren Entfernung von I Melle bei sehr hohem Seegänge ein Schiff bemerkt, welches augenscheinlich nicht mehr regiert werden konnte; man sah die Matrosen da- mit beschäftigt, am Vordermast ein Segel aufzuhissen, als fast unmlltelbar darauf das Fahrzeug unterging. Aus den un- sicheren Bewegungen des Schiffes schloß man, daß dessen Maschinen zusammengebrochen sein mußten und Theile der- selben vielleicht eine Seite oder den Schiffsboden durchschlagen hatten. Das Rettungsboot von Holyhead wurde in wenigen Minuten nach der Unglücksstelle bugfirt, aber leider bot sich leine Gelegenhett, auch nur ein lebendes Wesen zu sehen oder zu retten. Man hält das untergegangene Schiff für den der Cott DampftPacket-Gesellschaft gehörigen Dampfer„Lochard", der am Sonnabend Mittag mit Fracht und Paffagieren von Cork nach Liverpool und Rotterdam in See ging.— Ferner wird uns geschrieben; Unweit Calais sind Trümmer eines Schiffes von beträchtlicher Größe an's Gestade getrieben wor- den, was zu der Vermuthung Anlaß giebt, daß das Fahrzeug mit seiner ganzen Bemannung untergegangen ist. Am Mitt- «".-�„.brachte ein französischer Fischer em kupferbeschlagmeS Schiffeboot, welches er herrenlos auf der See umhertreibend SSS»ÄM« gemalt war._____ 1 der Keäaktwa. Forst?arine°unerläßlich�� Abiturientenexamen ist zur höheren Am 11. Dezember, Nachm. 4 einhalb Uhr, entschlief sanft nach 8jährigem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater, der Modelltischler Ferdinand Moritz im 69. Lebensjahre. Die Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Sonntag, d. 14. Dzbr., Nachmittags 2 einhalb Uhr, vom Trauerhause aus statt. Arbeitsmarkt. [ 1586 [ 1563 Ein Sohn rechtlicher Eltern, der Luft hat, Maler zu lernen, tann sich melden Anhaltstraße 8. Bildhauer a. L. u. Kehlb. verl. Rigdorf, Knesebeckstr. 61.[ 1567 Herren- u. Dam. Arb. w. mitgem. Stallschreiberstr. 32, H. r. I. Puppen w. gut und billig angezogen bei Fr. Eckenbrecht, Kl. Markusstr. 16-17, 3 Tr. [ 1554 Große außerordentliche Schneider- Versammlung. Dienstag, den 16. Dezember, Abends 8 einhalb Uhr, in Sommer's Salon, Potsdamer str. 9. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Gürtlermstr. Mar Kreuz. 2. Die Lobn- und Werkstellen- Verhältnisse in der Pots damer Vorstadt. Sämmtliche Schneider Berlins, speziell die Arbeiter im Potsdamer Viertel werden aufgefordert, zahlreich zu erscheinen. 1587 Die Lohnkommission der Berliner Schneider. L. Pfeiffer, Vorfigender. Alle sparsamen Hausfrauen mache auf mein Kolonialwaaren1552 und Delikatessen- Geschäft Admiralstr. 40, Ecke Staligerstr. ( frühere Linde) hierdurch aufmerksam. Ein Jeder wird sich sofort überzeugen, daß selbst der fleinste Artikel bei mir billiger ist, als in jedem anderen Geschäft. Weihnachts- Preisverzeichniss. Zum Backen: Neue Rosinen Neue Sultanienen Neue Corinten. Große Mandeln Gemahlener Zucker Gute Backbutter · Weizenmehl 00, von 5 Pfund an Kaiserauszug Mehl, von 5 Pfd. an Pfund 25 u. 30 Bf. Die Porzellan- und Glaswaaren Don Max Angelé, Oranienstraße 85/86 an der Alten Jakobstr., werden zu Weihnachtsgeschenken 1512 ganz besonders empfohlen. Selbstgefertigte Malereien auf Porzellan in jedem Genre werden nach Auftrag aufs sauberste billig angefertigt. Gelegenheitskäufe! 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Stahn: Die Frrigkeit der Pocken- Impfschuß- Lehre." 2. Vorstandsantrag: Erhöhung des Beitrags und event. Fortfall des Einschreibegeldes. 3. Verschiedenes.[ 1585] Der Vorstand. Da vielfach die Meinung herrscht, daß die freien Hilfslaffen nur bis zum 1. Dezember Mitglieder aufnehmen, so sehen wir uns veranlaßt mitzutheilen, daß Aufnahme neuer Mitglieder immer stattfindet und zwar nur: Andreasstraße 20, Hof rechts 4 Trepp. 4 für die Zentral Kranken- und Begräbnißkaffe für Frauen( eingeschriebene Hilfskaffe Nr. 26 Offenbach a. M.) Verwaltungsstelle Berlin 16. Fachverein der Tischler. [ 1561 Montag, den 15. Dezember, Abends 8 einhalb Uhr, in Sänger's Restaurant, Grüner Weg 29( früher Keller's). Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Weiße über Lungenkrankheit. 2. Verschiedenes. Fragekasten. [ 1559 Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufges nommen. Bezirks- Verein des werkth. Volkes der Schönhauser Vorstadt. Dienstag, den 16. Dezember, Abends 8 Uhr, im Restaurant Meister, 161, Schönhauser Allee 161, Große Versammlung. Vortrag und Diskussion. [ 1566 Montag, den 15. Dezember, Abends 8 einhalb Uhr, findet im Vereinshaus Süd- Ost", Waldemarstraße 75, die " Mitglieder- Versammlung des Vereins zur Wahrung der materiellen Interessen der Fabrikarbeiter in Berlin statt. Tages- Ordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Antrag auf Abänderung der Statuten. 3. Vortrag. Diskussion. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Es ist dringende Pflicht eines jeden Mitgliedes in der Versammlung zu er scheinen. 1546 Der Vorstand. Arb.- Bez.- Verein f. d. Often Berlins. Dienstag, d. 16. Dezember, Abends 8% Uhr, Mitglieder- Versammlung in Keller's Lokal, Andreasstr Nr. 21, Tagesordnung: 1560 1. Statuten- Berathung. 2. Verschiedenes. 3. Fragetasten Neue Mitglieder werden aufgenommen. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung wird um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder gebeten. Der Vorstand. NB. Der monatliche Beitrag beträgt 20 f. und wird ein Einschreibegeld nicht erhoben. Mitglieder, welche ihre Wohnung wechseln, werden ersucht, dies dem Kaffirer Berger, Straußbergerstr. 27, mitzutheilen. Unterstützungsv. d. Buchbinder und verwandten Berufsgenossen. Sämmtliche Mitglieder sind hierdurch aufgefordert, zu der auf Grund des§ 7 des Vereinsstatuts berufenen General- Versammlung Montag, den 15. Dezember cr., Alte Jakobstraße 75, zu erscheinen.. Tagesordnung: 1. Antrag des Vorstandes auf Aenderung des§ 7 bes Vereinsstatuts( Vereinfachung der Vereinsverwaltung). 2. Neuwahl des Gesammtvorstandes. 3. Verschiedenes, Fragetaften. NB. Mitgliedskarte legitimirt zum Eintritt. 1555 Für Kürschuer und Berufsgenossen befindet sich der Arbeits- Nachweis Abends von 8 bis Schinken, von 5-8 Pfd. à Pfd. 1 Mart. Viele Arten Wurstwaaren; ferner Thee, sowie viele andere geeignete Sachen. Martin Jackier, Admiralstraße 40, Ede Staligerstraße. Allen meinen Freunden und Bekannten empfehle mein Weiß- u. 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