reten? S Da, wo efes Sa Tarbeiter, Laufe di schicken etscht es, um, Kolle r Mitte, ann, Me Dann töm and Fra bthausa teit ergi Bersamm daß, w fönnt. on nienftr. ereins Der Po uf Grund n. einem Der bered nicht g Sie m b" I." au b อน äge Nr. 219. Mittwoch, 17. Dezember 1884. 1. Jahrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das ,, Berliner Volksblatt" erscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mart, wöchentlich 35 f. Bostabonnement 4 Mart. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags- Nummer mit illustr. Beilage 10 Pf. ( Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Infertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 f. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinfunft. Juferate werden bis 4 thr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annonces Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berfin SW., Bimmerstraße 44. Sozialreformatorisches. Es war keine geringe Ueberhebung, als Herr von Schorlemer- Alft jüngst im Reichstage erklärte, andere Parteien hätten sich das wirthschaftliche Programm der Zentrums: partei angeeignet und seien dann haufiren gegangen. Das Sentrum besaß bisher gar kein wirthschaftliches Programm 3. Befre und hat sich lediglich die hohe Weisheit des Herrn AckerSortr.: hmann als Richtschnur dienen lassen. Erst in der jüngsten olzmar Beit, feitdem alle Parteien Sozialreform" machen, hat v. Kirche fich das Zentrum bequem, einige Forderungen aufzustellen, die bei den Wahlen zu fopiren sicherlich Niemand Veranlaffung gehabt hat. $ 18 Eisen dem bad Itener in len. m vom 13 28. agert hle m. eröffnet! " Ein würde, so ließe er für die Unternehmer immer noch die Möglichkeit offen, den Frauen und Mädchen einen 14½ stün digen Arbeitstag aufzubürden und man dütfte auch sicher sein, daß sich die Unternehmer damit für den Wegfall der Nachtarbeit reichlich entschädigen würden. Jit's nothwendig, daß die Arbeiterinnen schon um früh 5 Uhr in den Fabriken anfangen? Doch wir werden damit bei den Freikonservativen tauben Ohren predigen; die Herren scheinen auch der Meinung zu sein, es bestände eine Weltordnung, die es schwerte, daß eine Menschenklasse alle ihre Zeit für den Erwerb des täglichen Brodes und zwar eines recht färglichen täglichen Brodes aufzuwenden habe. " Die Herren Nationalliberalen, die sich zu Heidelberg auch der Sozialpolitik" verschrieben haben, spielen dabei, wie zu erwarten, die sonderbarste Rolle. Zu positiven Vorschlägen sind sie noch nicht gelangt; um aber doch auch etwas zu thun und um so viel als möglich auf den Spuren des Kanzlers zu bleiben, reben die Herren jetzt sehr viel von Recht auf Arbeit". Wie viele von den Mitgliedern der nationalliberalen Fraktion mögen sich wohl flar sein, was das Recht auf Arbeit ist? Sicherlich noch keine drei, und die sich jemals damit befaßt haben, werden wohl sich auf einige Reminiszenfen aus der Geschichte des Jahres 1848 beschränken und den Begriff von Recht auf Arbeit mit einem geheimen Grauen betrachten. Wie der materielle politische Aufschwung bei der Heidelbergerei ausgeblieben ist, so dürfte auch die innere geistige ausbleiben, zumal die Partei keine neuen Führer bekommen, sondern nur die alten verloren hat. Wo soll da auch ein Aufschwung hertommen? Im Reichstag fordert das Zentrum Verbot der Sonntagsarbeit, Einschränkung der Frauen- und Kinderarbeit und einen Normalarbeitstag. Bezüglich der letzten Forderung muß man wiederholt betonen, daß der Name Normal arbeitstag" an und für sich nur wenig besagen will; es muž bezeichnet fein, wie hoch sich die Zahl der gesetzlich firirten Arbeitsstunden belaufen und wie die Kontrole solcher gesetzlichen Bestimmungen geübt werden soll. elfftündiger Normalarbeitstag würde gar nicht viel bedeuten; 1. Gei den zehaftündigen müssen wir gegenüber der heutigen überGeschäft mäßigen Ausnutzung der Arbeitskräfte als eine sehr milde Maßregel zum Schuße der Arbeiter bezeichnen. Der achtstündige Normalarbeitstag ist unter den heutigen Verhält nissen ein kühne Idee, aber nicht zu fühn, um angestrebt zu werden. Da wird man aber keine eifrigeren Gegner finden, als die Herren vom Zentrum. Wozu den Arbeitern Zeit geben? Da werden ste Bücher lesen und Zeitungen, auch folche Druckschriften, die nicht nur nach den Wünschen des Herrn Windthorst geschrieben sind, sondern ganz andere Anschauungen enthalten. Da lefen sie demokratische und tabitale, oder gar sozialistische Schriften und es ist möglich, daß ihnen naturwissenschaftliche Werke in die Hände fallen, zur Stärkung des Glaubens an den Fels Petri" nicht gerade beitragen. Wir haben sonach alle Ursache, gegen die rifante Arbeiterfreundlichkeit der Herren vom Zentrum mißtrauisch jetzt der Besprechung. zu sein und halten sie nur für eine Maske, die zur gelegenen Zeit vorgenommen und auch wieder abgelegt wird. R!! Mann Mittel Gefchäfte o. 22 be t derfelb iethe Waard schäft tand a fmertfa aufen Gefaat bie " Die Freifonfervativen beantragen die Nachtarbeit der Frauen abzuschaffen und zwar zwischen Abends 8½ bis 5. Uhr Morgens. Wir sind ganz damit einverstanden, daß die Nachtarbeit der Frauen aufhört und meinen nur, was ed[ 1579 fi bezüglich der Nachtarbeit der Frauen fagen läßt, läßt dwaared) auch bezüglich der der Männer sagen, nur daß der maschine en- und r. Terthor u achten e und ve Bermani ftellung Pla und 3 en Größe billige 50. Bun 4, Gob decken rt. Rip f., ga Bf., Eng eingefa Ella Bar üren un 1457 Pf., ga ganj br berg te Lino Straße flüsse der Ueberanstrengung ist als der des Mannes. Aber aus dem Antrag der Freikonfervativen sieht auch schon wieder ein Pferdefuß heraus. Selbst wenn er angenommen Feuillefon. Rachdrud verboten.] 40 Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dur.. ( Forsetzung.) burg todt ist," sagte Mar wie im Selbstgespräch ,,, und das ist gut, die Todten fann man nicht verfolgen. Mit dem Tobe ist alles gefühnt." Die Anträge der sozialdemokratischen Abgeordneten in Bezug auf die Fabrikgefeßgebung, denen der bekannte Ent warf eines Arbeiterschutzgesetzes von 1877( Antrag zur Abänderung der Gewerbeordnung) zur Grundlage bienen soll, dürften jedenfalls die weitgehendsten sein; doch ents ziehen sich diese Anträge, da sie noch nicht vorliegen, bis Man kann jetzt schon sagen, daß wir große fozialpolitische Debatten haben werden. Diese werden jedenfalls bas eine Gute haben, das Verständniß für die Zeitfragen im Lande zu erwecken und das Interesse der Volksmassen für diese Dinge immer mehr zu erwecken. Welche positiven Resultate dabei erreicht werden, darüber ist heute noch nichts zu sagen. Eines aber steht fest; es liegt im Zuge der Zeit, der übermäßigen Ausnutzung der Arbeiter durch die Industrie Schranken zu sehen. Je besser das Verständniß der Massen für diese Fragen, desto weitgehender werden diese Schranten sein. daß wir schon in kurzer Zeit so viel erspart haben werden, um wieder selbstständig mit einem Geschäft zu beginnen; und habe ich darin mehr Glück, als das erste Mal, so mag es ja wohl geschehen, daß wir wieder da stehen, wie ehemals." , Du hast Recht, Georg! Du siehst, wie sehr Du am Danach scheint es unzweifelhaft, daß Felix Roden- Weihnachtsabend Unrecht hattest zu glauben, daß mit meinem Ringe das Glück von uns gewichen sei. Es scheint im Gegentheil seitdem erst bei uns eingefehrt zu sein; es bleibt uns faum ein Wunsch übrig. Du verdienst es aber auch, vom Himmel besonders gesegnet zu sein, denn Du bist brav und gut, kein lasterhafter Mensch, kein Heuchler Die Erwähnung Rodenburg's und das Schicksal jenes jungen Mannes, welcher ja auch einstmals mit dieser Fas milie in Beziehung gestanden hatte, drückte die Stimmung der Gesellschaft ein wenig herab, und weniger fröhlich, als man gekommen, trat man den Rückweg an, und je näher man der Behausung kam, desto trauriger wurden Alle." Beim und als Amberg und Elsler am andern Morgen auf dem Bahnhofe Max zum letzten Mal die Hand drückten und ihm ein letztes Lebewohl zuriefen, da zitterten auch ihre Lippen, und auch in ihren Augen glänzte eine Thräne. Achtundzwanzigstes Rapitel. und fein Betrüger." " So oft ich an das Opfer erinnert werde, das Du damals durch den Verkauf Deines Ninges brachtest, werde ich immer traurig. Ich muß Dir gestehen, Käthchen, daß ich noch heute glaube, wir werden wohl erst dann ganz glüdlich sein, wenn wir das alte Familienheiligthum wieder be= figen, daß ich schon längst Schritte dazu gethan habe, um zu erfahren, woohin der Ring gekommen ist. Der Händler, an den Du ihn verkauftest, hat ihn einem Unbekannten verkauft, und so haben wir wohl keine Aussicht, uns je wieder seines Besizes zu erfreuen." ,, Dente nicht mehr daran, Georg! Du siehst, das Glück ist uns auch ohne diesen Talisman gekommen.... Genüg famkeit und ein reines Gewissen, mehr bedarfs nicht, um Die Frühlingssonne hatte längst den winterlichen Schnee geschmolzen. Sie bekleidete die Fluren mit jungen Blüthen und belebte die Herzen mit neuen Hoffnungen. Wir fiaden Amberg mit seiner jurgen Frau an einem schönen Früh zufrieden zu sein." lingsabend in ihrer Kleinen Wohnung, Philippinenstraße 74. Gemach wohnlich eingerichtet, und von Entbehrung und äußerer Sorge fein Anzeichen vorhanden; und die beiden Bewohner diefes Stübchens waren so glückliche Leute, als das trauliche Aussehen der Einrichtung erwarten ließ. Ein Speisen geschmackvoll und appetitlich servirt; die Gemüthlichkeit des ganzen Bildes fand auf den Gesichtern des glüdlichen Paares Ausdrud. Wer hätte gedacht, sagte Amberg vergnügt, daß unsere Lage sich so schnell verbessern würde. Sieb', Räth chen, wir können jetz: ganz ohne Sorgen sein und hoffen, " ,, Und ein Weibchen wie Du, das gehört dazu... Ich murre wahrlich nicht, um mehr zu haben, und zweifle, ob mein Bruder bei all' seinem Reichthum und seinen glänzenden Aussichten an der Seite seiner Gattin glücklicher ist als ich" " Sein Gewissen wird ihm schwerlich eine Stunde seines Glücks verbittern, denn Dein Bruder ist nicht der Mann, der sein Gewissen so leicht beunruhigt fühlt." Mag er sich meinetwegen seines Reichthums freuen, und mag er glücklich sein in der Hoffnung, sich neuen Reichthum hinzu zu erwerben. Die reinen Freuden häuslichen Glücks kennt er nicht, davon bin ich überzeugt. Ich beneide ihn wahrlich um seines Reichthums willen nicht, Aus dem Nachlasse von Franz Biegler. ( Aus Demokratische Blätter.") Die Briefe, welche Franz Biegler geschrieben hat, sind nicht mit dem Bewußtsein abgefaßt worden, sie würden einst vers öffentlicht werden. Sie find deshalb in keinem Punkte berechnet, gemacht, unnatürlich. Aber sie wollen auch mit Rückficht auf jenen Umstand gelesen werden. Eine Reihe persönlich und politisch interessanter Briefe hat Ziegler an einen als Beamter in Frankfurt a. d. D. angeleſenen Jugendfreund gerichtet. Wir entnehmen denselben eine Reihe Mittheilungen, welche vor der Neuwahl Ziegler's zum Abgeordnetenhause beginnen. ,, Kissingen, den 10. August 1864. Mein lieber R.! Von Zeit zu Zeit seh' ich den Alten gern," wirst Du vielleicht sagen, wenn Du diese Zeilen erhältst. Vor zwet Jahren schrieb ich Dir von hier aus, und erhielt eine Antwort von Dir, in der mir zunächst Deine ganz unvergleichliche Handschrift auffiel. Hätte ich diese Fertigkeit, über alle Maßen deutlich und flar zu schreiben, so hätte ich bereits Folianten in die Welt geschickt. Sodann freute ich mich, Dich ganz unverändert zu finden. Nachdem Schiller bei Dir zu Gnaden gelangt, entwickelst Du eine so liebenswürdige Ungerechtigkeit gegen Goethe, daß ich mich ganz nach Halle, in die Fleischergaffe versett glaubte. Wenn wir einmal einen Abend hinter einem Souper und guter Flasche zubrächten. so würde unsere Freundschaft damit enden, Daß wir uns gegenseitig beweinten, weil Jeder den Andern für verrückt hielte. Dein Buch über die Unabhängigkeit der Richter ist nicht erschienen. Ich wäre neugierig gewesen, ob Du die Sache in ihrer Tiefe erfaßt hättest. In absoluten Staaten ist die Unabsegbarkeit ein corrigens der Tyrannis, in freien Staaten sezt sich diese Unabhängigteit selbst als Tyrannis. Darum suchen die Vereinigten Staaten, die Schweiz eine Gewähr in der Absetzbarkeit der Richter, und Griechenland und Nom haben diese tiefe politische Frage ganz nach dem Maßstabe der Freiheit beant wortet, deffen die Nation genoß. Der blos historische Theil für diese Untersuchung würde starke Bände füllen. Im vorigen Jahre war ich auch hier, und ging von hier nach Ragaz in der Schweiz, besuchte das Engadin, ging wieder an den Comersee und ging nun das Innthal hinab über Finstermünz, Innsbruck, Salzburg, Wien, Breslau nach Frankfurt a. D., wo ich eine Nacht blieb. Ich habe Dich nicht besucht, weil ich mich erinnerte, daß 1) Biegler, am 3. Februar 1803 als 13. Kind eines märkis schen Landpfarrers geboren, bezog mit 17% Jahren die Universität Balle, um die Rechte zu studiren, zu derselben Zeit mit Arnold Ruge. Biegler trat in das vornehmste Hallenser Korps, die Saro- Borussia, ein, deren Senior er bald wurde. und wenn er hier wäre, wenn er Zeuge unseres Glückes wäre, er müßte mit Neid erfüllt werden." ,, Und das wäre eine gerechte Strafe für seine unbrüderliche Gesinnung!" fügte Räthchen hinzu. Ein lautes Pochen an der Thür unterbrach diese Unterredung. Da es schon dämmerte, nahm Amberg ein Licht und öffnete. Draußen stand ein Mann im weiten Reisepaletot, eine Reisetasche am Arm. Georg wollte seinen Augen nicht trauen, als er in ihm seinen Bruder, den Prediger aus Neustadt, erkannte. " Du bist es, Paul? Ei, das ist schön, das ist herrlich von Dir, daß Du mich besucht! Tritt herein! Wie wird Käthchen, mein liebes Weib, fich freuen." Und Räthchen freute sich wirklich, Vergessen war in diesem Augenblick aller Zwist vergessen der Gedante an Vergeltung, vergessen war die Zurüdseßung, die ihr Mann in dem Hause seines stolzen Bruders erfahren hatte. Georg schüttelte seinem Bruder von ganzem Herzen die Hand, und Käthchen sah in dem Besuch nicht mehr den Mann, der ihnen unbarmherzig im Unglück den Rücken gewandt, sondern sie sah in ihm nur den nahen Verwandten, den Bruder des Gatten, und ihr Empfang ließ an Herzlichkeit und Freundschaft nichts zu wünschen übrig. Der Prediger Amberg hatte Anfangs etwas verlegen ausgesehen, da er unangenehme Erörterungen gefürchtet haben mochte; als er aber fah, daß sein Bruder und seine Schwägerin Bartgefühl genug hatten auf die unangenehme Geschichte nicht zus rückzukommen, daß sie dieselbe ganz vergessen zu haben schienen, da wurde auch er wieder der Alte, der joviale Mann, der interessante Gesellschafter. " Ei wahrhaftig, Kinder!" rief er, so gemüthlich hätte ich mir's bei Eud, gar nicht vorgestellt. Ich hätte fast faum gewagt, Euch mit meinem Besuche lästig zu fallen, da ich dachte, daß Ihr mit Euch selbst hinlänglich zu thun hättet. Zu meinem Erstaunen aber sehe ich Ench recht wohnlich eingerichtet und allem Anscheine nach ganz gut fituirt." " Es ist uns besser gegangen, als wir Anfangs erwarteten, Bruder," erwiderte Georg. gieb her den Mantel, Deinen Hut und nun setze Dich hier Mach Dir's bequem, Du einmal Furcht 1) davor geäußert, eine Furcht, die übrigens unnüß ist, weil ich zu v. Bismard aus alten Zeiten so stehe, daß ich Dir sogar nüßlich werden könnte. Der Mann hat Thatkraft.") Wenn ich auch sonst ein dummer Kerl wäre, so habe ich doch einen überaus, durch ftrenges Studium geschärften politischen Blick, und darum habe ich mit den Fortschrittlern nichts zu thun haben wollen ³), jede Kandidatur abgelehnt,) und den Leuten ihre heutige Lage auf's Haar vorausgesagt. On ne peut pas composer avec des prin cipes. Die Leutchen laffen die wichtigsten Faktoren un serer heutigen Bustände ganz außer Rechnung. 5) Die Welt ist dabei, aus den ungeheuren Erfindungen der Neuzeit Kapital zu machen; bevor diese Werthe nicht zurückgelegt sind, ist es mit den Jdeen zu Ende, und man kann, bis sie wieder auftauchen, nur die Prinzipien aufrecht erhalten. Jch rette blos meinen Charakter, und in dieser Beziehung finde ich Anerkennung ja sogar Verehrung. Meine Freundin, die ich vor zwei Jahren hier wieder entbedt, hat mich für den Winter rach Nizza eingeladen. Ihr Mann ist ein prächtiger Kerl. Eine andere Einladung von einem interessanten Kerl habe ich nach Lissabon, aber plöglich, so gern ich auch Spanien und seine Wunder der Kunst und Natur aufsuchte, geht durch meine Glieder der Echreckensiuf:„ Ich werde alt." Noch vor drei Jahren auf Sizilien fühlte ich nichts davon, und die Mahnung ist auch heute noch feine förperliche, sondern eine gewisse Verschloffenheit des Gemüths, die mich nicht glücklicher sein läßt, als in der Einsamkeit. Selbst meinen innigen Freund Waldeck sehe ich jetzt selten; er spricht mir zu viel Politik und zwar Politik in ihren heutigen ärmlichen Tendenzen, nicht über sie als Wissenschaft aller Wissenschaften. Ueberhaupt gebe ich in der Unterhaltung zu viel aus, während man doch gar zu wenig einnimmt. Nur Stahr regt mich an, etwas auch Förster, vor Allen aber das Riefengenie des Lassalle Während Humboldt und die ganze Welt vor seinem Herakleitos" das Knie beugte, während der greise große Boekh nie unterläßt, am Geburtstag des Mannes gratulirend zu erscheinen, während Rosenkranz ihn als den ersten philosophischen Kopf Deutschlands anerkennt, während Savigny, der nur den ersten Band der Theorie der erworbenen Rechte" erlebte, in die Worte ausbrach: Seit Donellus ist so ein Buch nicht geschrieben" beurtheilt die heutige Unwiffenheit, Blattitude und Bourgeofie- Frechheit den Mann blos aus seiner Agitation, was so verständig ist, als wollte man Fichte weg" 1) Auch in seinen Reden im Abgeordnetenhause berichtet Ziegler wiederholt, daß ganz gute Freunde, wenn sie ihn mit Waldeck auf der Straße trafen, schon auswichen, da ste besorgten, sich in der Karriere zu schaden, wenn man wüßte, daß fie mit den verfolgten Demokraten befreundet seien. 2) In einem Briefe an Ruge, vom 1. September 1864, sagt Ziegler: Als von Bismard ins Amt trat, war großes Lachen: er wird die Kourage vor uns verlieren, er wird nichts wagen! Ich erwiderte: er wird Euch einzeln am Arm aus der Kammer jagen oder noch schlimmer, Euch behalten und entwürdigen. Habe ich Recht gehabt?" 3) Ziegler hatte die Unterzeichnung des fortschrittlichen Programms entschieden abgelehnt, auch Waldeck zu der gleichen Haltung bewogen. Die Differenz zwischen Ziegler und einem Theile der Fortschrittspartei geht bis in das Jahr 1858 zurück, wo Ziegler die Vertrauensseligkeit mit allem Eifer, aber erfolglos bekämpfte. 4) Eine Kandidatur für Berlin wurde Ziegler schon 1861 angeboten. Doch lehnte er jedes Mandat ab. 5) Mit großer Enischiedenheit bekämpfte Biegler das Manchesterthum. So schreibt er an Arnold Nuge: Das Alleischlimmste ist, daß in Deutschland das unfeligste Manchesterthum aufgeschoffen ist. Jeder zürückgekommene Kaufmann, jeder verrottete Schiffbrüchige, jeder Kommis 2c. schafft sich ein sogenanntes nationalökonomisches Kompendium an, lernt daraus einige Stichwörter, tritt in den national ökonomischen Verein, macht die Wanderreisen mit, sucht eine Stellung bei irgend einer Versicherungsgesellschaft, einer Bank, einer Eisenbahn zu erhaschen, nennt sich nun Volkswirth und präsentirt fich als solcher zur Kandidatur, wobei er predigt, daß in heutiger Beit alle Politit dummes Zeug sei, daß mit der Pflege der materiellen Interessen die Freiheit von selbst käme, daß der Staat eine Chimäre wäre, daß es nur ein Handelsgebiet gäbe, das die Menschen realiter zusammenbände 2c. Und so tritt er in die Kammer, wo eine sogenannte frei Fraktion aus allen Parteien besteht, die oft den Ausschlag giebt und alle ParteiDisziplin aufgelöst hat. Warum nicht? Soll es nicht eine vollswirthschaftliche Partei geben, so gut wie eine katholische? Und warum sollen wir nicht noch zu einer blonden und brünetten Partei gelangen?" Die manchesterliche freie Vereinigung aus der Konfliktszeit unter Prince- Smith und Faucher hat manche Aehnlichkeit mit der heutigen schußzöllnerischen freien Vereinigung unter Schorlemer und Frege. in die Sophaede und erzähle, wie wir zu dem Glücke fommen, Dich bei uns zu sehen." Frau Amberg hatte inzwischen den Tisch verändert, die falten Speisen entfernt und neues Geschirr aufgesetzt. ,, Einen Augenblick Geduld, Herr Schwager," sagte sie. Ich habe Sie nicht zu einer Tasse Thee genöthigt, da ich ja weiß, daß Sie Abends nur Gebratenes effen.... Es wird nicht lange währen, so sollen Sie ein Beefsteak haben, und Georg wird inzwischen eine Flasche Wein herbeiholen." Wie liebenswüthig Sie sind, Schwägerin!" Sie sind doch die beste Frau der Welt," antwortete Amberg. Als jezt Georg eine Flasche Rothwein entkorkte, fand Paul zu seinem Erstaunen, daß derselbe von einer Qualität sei, wie man ihn nur bei wohlhabenden Leuten findet. ,, Es freut mich wirklich von Herzen, Bruder, daß es Dir so leidlich geht." ,, So leidlich, ja," antwortete Georg; und was das Beste ist, wir haben dies Alles durch uns selbst und fei ner fremden Hilfe bedurft." Ich wußte, Georg, daß Du Dir selbst würdest helfen fönnen, und hätte ich damals, als Du bei mir warst, das Geld gegeben und hättest Du Dir wirklich damit geholfen, Du würdest nicht so viel Freude haben an dem was Du befizest, als jetzt, da Du fremder Hilfe nicht bedurft haft." ,, Das ist wahr, Paul! Ich zweifle selbst, ob ich alsdann fo glücklich wäre." Gewiß nicht, und deshalb schlug ich Deine Bitte ab. Du hast doch nicht gar Groll gegen mich gehegt?" ,, D, feineswegs, Bruder!" Dder vielleicht Deine Frau?" ,, Auch die nicht; und wenn sie Dir in ihrem Herzen werfen, weil er einmal absolut für alle Welt Päffe mit Borträts verlangte. Die neueren erscheinenden Pandekten- Kompendien stroßen von Allegaten aus Lassalle, und doch haben, die Universität abgerechnet, nicht 10 Juristen in Berlin das Buch studirt und nicht die Hälfte es verstanden, weil man dazu Jurist und Philosoph zugleich sein muß. Ich habe es täglich nie über 40 Seiten bringen können und volle drei Monate dabei gebraucht. Wenn ich nun auch mit diesem Mann den Umgang etwas gewaltsam abgebrochen, so magst Du darauf auf meinen Seelenzustand schließen. In dieser Stimmung produzire ich, und so schickte ich Dir eines der jüngsten Kinder meiner Laune, ¹) das Auerbach ganz gegen meinen Willen an die Gartenlaube geschickt hat. Er war davon, ebenso wie Stahr, zu sehr enthusiasmirt, und wollte nicht abwarten, bis es in einer Sammlung erschien. Ich habe das Eilebniß aus Rom erzählen wollen, wie die seit Hauff zum größten Theil verloren gegangene Erzählung, deren ewiges Muster 1001 Nacht bleibt, sein muß. Die Schlingel lösen jest Alles in Gespräche auf, was bequem ist und die Bogen füllt. Lies die Sache den Deinigen vor, womöglich mit derfelben Rührung, wie weiland den Berbino. Meine Freunde behaupten, daß das Ding einen Platz in der Literatur behalten wird. Ich weiß davon nichts, weil der Verfasser der schlechteste Beurtheiler ist. Auerbach hat mich gebeten, für seinen Kalender zu schreiben, und ist dies, wie ich Dir unterstrichen bemerke, bereits ange fündigt. Lies den ,, Silbergrauen", es ist eine Blüthe, die Dich an Brandenburg erinnert und Dir Deinen Jugendfreund ins Gedächtniß ruft. Im Berliner Sonntagsblatt ist eine kleine Bosheit von mir erschienen unter dem Titel" Nur aus Ueberzeugung". mir erschienen unter dem Titel" Nur aus Ueberzeugung". Haft Du noch nicht zwei Silbergroschen daran gewendet, mein Nondum" aus der Bibliothek zu holen? Ich habe kein Exemplar mehr, auch ist keins zu haben; sonst schenkte ich es Deiner Gattin. Soviel ist gewiß, daß Du mit Deinem Meyer'schen Spott schuldig bist, wenn ich nicht Dichter ersten Ranges geworden bin, was freilich noch lange nicht Schiller, Goethe, Shakespeare bedeutet, denn die sind Halbgötter. Meine Sonette und Memoiren werden nach meinem Tode erscheinen. Von ersteren hat man große Meinung; Stahr findet darin Michel- Angelo'sche Kraft, wovon ich natürlich 99/100 abziebe. Wir können heutzutage allzumal nichts machen, denn Alles wird zu seiner Beit gezeitigt und so auch die Schriftsteller, die immer nur ein Produkt ihrer Zeit fein können. In der Atmosphäre der Baumwolle und des Kohlendampfes, in der ungesunden Bewegung der Demoralifirung der Gesellschaft, ist fein Raum und feine Luft für die Dichtkunst Komisch ist, daß mir Deine Person erst wieder durch meine Memoiren recht lebendig hervorgetreten ist. Du hast mich Du hast mich nämlich lieben gelehrt. Es ist mir noch ganz gegenwärtig, wie Du mir in Klein- Kreuz zuerst Deine Freundschaft gestandeft, wie ich davon überrascht und vor Blödigkeit fast ungeschickt war. Ich war wirklich schüchtern, bescheiden und wußte von mir und einer Bedeutung meiner Person gar nichts. Aber von dem Augenblicke an reifle es in mir gewaltig, so daß ich Dir also in Wahrheit viel verdanke. Es lag in uns beiden offenbar etwas Heiliges. Leider fielst Du in die Hände von Lüderjahns.... ... die besonders geistig Lüderlichkeit trieben, sonst hätten wir ganz gewiß einander gefördert und es zu Etwas gebracht. Dein ganz unbezweifeltes Talent, hätte es fich an strengen, besonders philosophischen Studien gekräftigt, hätte zu bedeutenden Resultaten führen müffen, während auch aus mir etwas geworden wäre, vorausgefeßt, daß Du nicht meine wesentlich liebenswürdig angelegte Natur( Du siehst, ich bin bescheiden) hättest in Deine kritische Bresse hineingezwungen, und mich dem Leben, aus dem ich meine geistige Nahrung ziche, hättest entfremden wollen. Im Ganzen aber muß ich immer noch Gott danken, wie er es mit mir gefügt hat. Da in mir die poetische und praktische Natur nebeneinander herlaufen, so habe ich es dahin gebracht, daß ich ruhig sterben und den Meinigen soviel hinter laffen fann, daß fie ihrem Range und ihrer Bildung gemäß leben können. Gott segne meine Feinde! Alle menschliche Berechnung ist hinfällig. Wie planmäßig boshaft ist diese nichtige, dummköpfige, auf jeden Vorzug neidische Sorte gegen mich verfahren) und wieviel Gutes hat 1) ,, Der Bettler vom Kapitol", ein novellistisches Meisterwert an Stimmungsmalerei, dramatischer Kraft und männ licher Gesinnung. Die Novelle ist abgedruckt in Siegler's Gesammelten Novellen", Berlin 1872, Band 3. Auch be= züglich der übrigen litterarischen Zitate verweisen wir auf diese Ausgabe. " 1 2) Es ist die Brandenburger Clique gemeint, welche Biegler zum Opfer eines brutalen Justizmordes machte, ihn um Amt, Freiheit, Heimath brachte, ihn in das Gefängniß und in die Verbannung trieb. Trotz aller Chikane wußte sich Ziegler eine durchaus unabhängige Stellung zu erkämpfen. und das Beefsteak schmeckte dem Prediger vorzüglich. Er fonnte nicht genug sein Erstaunen ausdrücken über Alles, was er hier sah. Nach dem Essen forderte er seinen Bruder auf, mit ihm ein wenig auszugehen. ,, Wenn ein Mann aus der Provinz nach Berlin kommt," sagte er, so will er sich amüsiren, und Du mußt mich begleiten, Georg." Offen gesagt, Paul," erwiderte Georg, habe ich nicht besonders Lust, zu später Abendzeit Restaurationen oder Verguügungslokale zu besuchen. Wir legen uns gewöhnlich früh schlafen und stehen des Morgens früh wieder auf. Es ist einmal so eine alte Hausordnung bei uns, die ich nicht gern umfehre." ,, Nun, Georg, Du wirst schon einmal eine Ausnahme machen. Sie haben doch nichts dawider, Schwägerin?" Ich habe niemals etwas wider den Wunsch meines Mannes einzuwenden. Willst Du den Schwager begleiten, so thue es immerhin, doch bitte ich Dich, Deine Gesundheit in Acht zu nehmen, Du weißt... Ja, ja, ich weiß, es ist nicht gut, wenn ich mir eine Unregelmäßigkeit zu Schulden kommeu lasse." ,, Du bist deren nicht gewöhnt Georg. Ich sage Dir, daß ich gern ein Stündchen mit Dir allein plaudern wollte, mit Dir ganz allein. Sie brauchen nichts zu fürchten, liebe Schwägerin, es handelt sich nicht um ein Geheimniß, sondern es handelt sich nur um einen Austausch brüderfte mir bereiten müffen. Gott bewahre mich nur vor Uebe muth, dann soll es schon aushalten. Adieu! alter Junge! Ich habe erfahren, daß ein Soh von Dir schon Hauptmann ist. Der Himmel segne Dein Kinder. Sei ohne Sorgen! Der Psalmist fingt:„ Ich bi jung gewesen und alt geworden, aber ich habe nie gefehe den Gerechten verderben, noch seinen Samen nach Br gehen. Stats unter vielen Grüßen berfelben fich hier, als Kom miffar b wurde s Schlagene merzienr mehr n doch no müffen. Dein getreuer ab; so f Ziegler." Donnerf Fraureu wesend. nach der stark bes Beamten mannscha Versamn trop wie Das Gr termin worden geordnet be Politische Webersicht. Freireligiöses. Wir haben niemals viel von den Hem Freireligiösen und ihren Pastö en gehalten. Die legteren mit wenigen Ausnahmen immer ebenso hochmüthig und buldsam gewesen, wie die evangelischen und fatholischen Bib fter; die Sache selbst aber tranft an allerlei Halbheiten. auch die bekanntesten Herren dieser religiösen Sette( f religiös ist nämlich nicht gleich mit religionsfrei, religion los) halten nicht einmal tapfer an ihrem Glauben feft, wie m dies an Herrn Eduard Balzer, früher Prediger Nordhausen erleben. Die Magdeburgische Zeitung" läßt nämlich aus Nordhausen folgendes schreiben: Wie fein lichen Landgerichts am 24. September d. 3. den früheren Beit mitgetheilt, hat die Straffammer II. des hiesigen töng diger der hiesigen freireligiösen Gemeinde, Schriftsteller Edu Balzer, jezt zu Größingen in Baden, wegen Beleidigung deutschen Kronprinzen, begangen in einem Beitungsartifel, einem Monat Festungshaft verurtheilt. Die gegen diese G scheidung von Herrn Balzer eingelegte Reviston wurde v ihm vor dem Termin zurückgezogen. Wie soeben bekannt with ist Herrn Balzer die Strafe im Wege der Gnade laffen worden. Es wird hierorts der Umstand besprochen, Herr Balzer, der vom 5. Januar 1845 bis 26. Dezember 18 ( also nahezu 37 Jahre lang) Prediger einer Dis benten Gemeinde gewesen, sein Gnadengesuch ,, evangelisch protestantischer Prediger a. unterzeichnet hat." Somit wäre ja Herr Balzer wieder den Schoß der evangelisch- protestantischen Kirche zurückgele Dder sollte ihn ein Moment Festungshaft zu einer derartig Täuschung veranlaßt haben? Auf alle Fälle hat der erkannte lebende Führer der Freireligiösen fich wenig übe zeugungstreu benommen.-Uebrigens ist die ganze freir giöse Bewegung am Absterben, wie schon daraus hervorge Daß von allen Schülern der höheren Schulen in Preußen, ein 100 pCt. Diffidenten find. Nachweinen wird ein vernün tiger Mann dieser Bewegung feine einzige Thräne. M D Blaubuch"," Graubuch" oder„ Weißbuch", wie man die Aftensammlungen nennen, welche dem Reid tage bezüglich der Kolonialpolitit unterbreitet werde Nach dem Umschlage ist der lettere Titel am meisten gere fertigt. Gleichviel, die dritte Sammlung ist dem Hauſe gelegt worden. Sie betitelt fich: Deutsche Interef in der Südsee". Eingeleitet wird sie durch ein A ftüd, worin der deutsche Konsulatsverweser in Apia den Reid fanzler auf zwei Denkschriften aufmerksam macht, welche deutsche Handels- und Plantagen Gesellschaft der Sub Inseln zu Hamburg, sowie die fremde Konkurrenz der beuti Handels- und Plantagen- Interessen in dem unabhängi Theile des westlichen Stillen Meeres betreffen. Für den Weltpoftverkehr hat das Reichspoftamt Bekanntmachung erlassen, nach welcher mit der Briefpoft versandt werden dürfen: 1) Briefe, welche Gold oder Silb fachen, Goldstücke, Juwelen oder kostbare Gegenstände halten, 2) irgendwelche Sendungen( feien es Briefe, feien Drudiachen, Waarenproben 2c.), die zollpflichtige Gegenstä enthalten. Es ist eigene Sache der Absender, sich über die Betracht kommenden Bollbestimmungen des Auslandes unterrichten, auch verbleibt den Absendern die Verantwort feit, wenn im Falle der Verabsäumung jener Verpflichtu eine Beschlagnahme der zollpflichtigen Sendungen oder Fefisegung von Bollstrafen durch die ausländischen Bollbehö eintritt. Der Herzog von Cumberland soll ganz unerwar Weise in den Befit eines weiteren großen Vermögens gela fein. Unter den ihm zugefallenen Nachlag des Herzogs Braunschweig befindet sich auch dessen Villa in bieging allem ihrem Zubehör, und bei der Deffnung eines bort Geldschrankes wurden Baargeld, Banknoten und Werthpa im Gesammtbetrage von 100 000 Bfd. Sterl. aufgefunden Vielleicht ist das ein Trost für den Verlust des Braunschwe Thrones! Def Auf den bei Anin Explosion Derbrann laffen; die Vern Im telegraph megen b Fahrläfft ob nich Inter noth w Daß die bereits der Hint Besellsch Direktion bereits n auf die alfo Gefe Auch dat waltung geht aber beiter tei fomit bie Diefe zur Selbst we der Welt beiter ni hat. Da wird, fo abgefeher nicht feil Strenge S nothwent man ind durchaus Ein reich) geg Linz foll fein. legte pre genau ur Schichte d Erörteru Geistliche Anficht tathol ichoben n Aünftigen oder fünf fabrunger allein fei müffe, for lehrten un Kirche gu Schule b babin, ba auch die Aussichte einer pre gefunten deutscher einfchlägi barschaft Aus Greiz wird der„ Fränk. Tagespost" geschrieben: Eriaswahl ist auf den 23. Dezember, also 2 Tage Weinachten ausgeschrieben worden. Die Arbeiter merken 9 R Absicht, werden aber nicht verstimmt. Es herrscht im Ge theil eine folch zuversichtliche Stimmung in den Kreisen sozialistischen Wähler, daß mit Sicherheit die Wahl des didaten der Arbeiterpartei anzunehmen ist. Bei den Gegn zu trinken und nicht zu spät weg zu bleiben, und b gingen die beiden Männer. ft sie nicht ein prächtiges Weibchen?" fagte unterwegs zu feinem Bruder. " und besorgte Frau zu haben; nur gefällt es mir Ge offe Soto Es ist eine sehr angenehme Sache, eine so zärt gefagt nicht recht, daß Du ihr eine so große über Dich eingeräumt haft." D, da sei unbesorgt! Mein Käthchen inißbrought Macht nicht, die ich ihr eingeräumt; im Gegentheil mehr ich ihr Freiheit laffe, desto mehr gebe ich ihr Gelegenheit, mir das Leben angenehm und bequem machen. Ein Mißbrauch kommt nicht vor!" Du hast ja ein nnbeschränktes Vertrauen zu Frau." " Dei ,, Ein ganz unbeschränktes, Bruder! Uns Beiden Alles gemeinsam, die Arbeit, der Genuß, die Freude haben, wenn es der Andere nicht theilte." Es würde Reiner von uns an irgend etwas Vergn Ehe. " Mir ganz unbegreiflich!" " Ja, siehst Du, darin, liegt das wahre Glüd " Ihr habt wohl auch keine Geheimnisse Einer vor Andern?" Wohin denkst Du? Ich sollte vor Käthchen heimniß haben, oder sie vor mir • 8" ein Ha, ha!" lachte Amberg.„ Du bist komisch, Ge licher Gedanken, und hauptsächlich um eine Rüdsprache in Würdest Du es Deiner Frau sagen, wenn Du einmal meinen eigenen Familienangelegenheiten." Nun, so gebe ich nach, und werde Dich noch ein Stündchen begleiten," sagte Georg. Georg hatte sich durch die unablässige Sorge seiner kommen ließeft? Wenn...." hinsichtlich der Treue eine fleine Extravaganz zu Schub " Ich laffe mir dergleichen nicht zu Schulden komme " Ich glaube, Du bist ein vollkommener Phili zuweilen gezürnt haben mag, so ist das jedenfalls längst Frau um ihn daran gewöhnt, sich gar nicht um die Bedürf Georg! Ich hatte gerade heute vor, mit Dir in ein befan vergessen. Wir denken jetzt nicht mehr daran." hr thätet ja Unrecht daran, mir zu grollen. Ihr müßt bedenken, daß ich durch mein Ablehnen gewissermaßen ein Begründer Eures stillen Glückes geworden bin." Frau Amberg hatte in der kurzen Zeit, die sie ohne Hilfe der Dienstwädchen gewirthschaftet, zu einer recht erfahrenen niffe für seine Bequemlichkeit zu fümmern. Sie reichte ihm also den Hut, den Rock und den Shawl; sie war ihm behilflich beim Ankleiden; sie erinnerte ihn daran, sich hinfänglich mit Geld zu versehen; ja, sie schloß selbst den Seftretär auf und steckte Geld in seine Borse, welches ohne fie Georg sicher vergessen hätte... dann einen herzlichen Vergnügungelokal zu gehen." Georg blickte ihn überrascht an. Nus, warum nicht?" " Berträgt sich denn das mit Deinem Beruf?" ah, was hat mein Privatleben mit dem zu was ich von der Kanzel herab predige? Ja, wenn E Hausfrau ausgebildet. Das Abendessen war schnell bereitet, Ruß, eine nochmalige Umarmung, Ermahnung, nicht zu viel fo lebte, wie er zu leben lehrt, bas wäre eine her Sache himmelw wärft Du möchte f primitive lichen!" „ Nu Deinem Besuch d Pflichten, Nä bift; ba Sprechen einem GI Dief ging mit nahmen Amberg empor. Nu allen Din Stoßen." " 1 Vo Wa Zürnst Du „ Ich Uni gelten?" nung, wel wie es ge wieder ge Die freut mich ich Deine ich an, da trauen ba 11 e Dor Uebe me Deint Ich bit e gefeb er Biegler." derselben ist Alles ruhig, die Konservativen, so erzählt man fich hier, haben den Liberalen bis fegt drei andere Kandidaten als Kompromißkandidaten vorgeschlagen, u. A. den Wahlkom ein Sohn miffar bei der Hauptwahl, den Staatsanwalt Hofmann, doch wurde sowohl diese als die Kandidatur der anderen Vorgeschlagenen abgelehnt. Der am 28. Oktober durchgefallene Komach Bra merzienrath Arnold soll die Trauben zu ſauer finden, und nicht mehr mitmachen wollen. Er wird sich aber schließlich doch noch zu der aussichtslosen Kandidatur entschließen müffen. Inzwischen halten die Sozialisten täglich Versammlungen ab; so sprach ihr Randidat Wiemer am Mittwoch in Pohlig, Donnerstag in Beulenroda, Freitag in Jochnis, Sonnabend in Fraureuth. In Beulenroba waren 900-1000 Personen an wesend. In den andern Diten waren die Versammlungen, je nach der Einwohnerzahl gerechnet, ebenfalls außerordentlich stark besucht. Sämmtliche Versammlungen werden von einem Beamten des Landraths und von zahlreichen Gendarmerie mannschaften überwacht. Gegner der Arbeiterpartei, die in den hen Pie Versammlungen ebenfalls zahlreich anwesend waren, haben sich trop wiederholter Aufforderung niemals zum Wort gemeldet. Das Greizer liberale Blatt bemerkte gestern, daß der Wahltermin wahrscheinlich deshalb auf den 23. d. M. festgesezt worden ist, damit den reußischen Wählein der Reichstags- Abgeordnete zum Christgeschenk bescheert werden kann! Den He steren und u Sette( f religion rediger läßt f Wie fein en tönig heren er Edua t, wie m igung Bartifel, Diese E wurde v annt wi nade rochen, b ember 188 Dis efuch D wieder I a. ückgetel berartig at der a enig übe Be freire hervorge reußen n vernün mie fol t werden! en gered Daufe v Cereffe em Reid ein Aft Den Reid welche t Süb r beuti abhängig ftamt e efpoft ni Der Silb tände e, feien egenstan iber bie landes antwortl erpflichtu ollbehö I oder nerwart ens gela erzogs ieging Berthpap efunden es borti unichwe rieben: 2 Tage merten im Ge Kreifen Dea A en Gegn und b agte Ge zärtl offe Foße M brought entheil, ch ihr bequem Dein zu Beiben be und Desterreich. Ueber 50 Arbeiter umgekommen. Auf den Werfen der österreichisch- ungarischen Staatsbahnen bei Anina hat ein bedeutender Grubenbrand in Folge einer Explosion stattgefunden, 50 Arbeiter sind in Folge der Explosion perbrannt oder erstickt, die über 100 unmündige Waisen hinterlaffen; 30 Arbeiter sind gerettet. Die Ursache des Unglücks ist die Verwendung gefährlicher statt der Sicherheitslampen. Im ungarischen Abgeordnetenhause interpellirte, laut telegraphischer Mittheilung aus Pest, Graf Apponyi heute wegen des Aninaer Grubenunglückes und fragte, ob nicht Fahrlässigkeit an dem Unglücke Schuld trage ob nicht eine legislatorische Maßnahme im Interesse der Lebenssicherheit der Arbeiter nothwendig sei. Der Handelsminister antwortete, daß die Berghauptmannschaft die amtliche Untersuchung bereits eingeleitet habe. Bezüglich der Entschädigung ber Hinterbliebenen dürfe man keine Besorgniß hegen, da die Besellschaft 2 Millionen Gulden Unterstüßungsgelder befize. Direktionsmitglied Graf Nako sei mit Unterstügungsgeldern bereits nach Anina abgereift.- Der Herr Handelsminister hat auf die Frage eine ausweichende Antwort gegeben, er scheint also Gefeße zum Schuße der Arbeiter nicht für nöthig zu halten. Auch darüber, ob Fahrlässigkeit von Seiten der Grubenverwaltung vorliegt, schweigt sich der Herr Minister aus. Es geht aber aus dem vorliegenden Bericht hervor, daß die Arbeiter teine Sicherheitslampen zur Verfügung hatten und daß somit die Schuld der Verwaltung beizumeffen ist. Wird man diese zur Verantwortung ziehen? Wir glauben kaum! Aber selbst wenn das geschieht, so läßt sich die Thatsache nicht aus der Welt schaffen, daß man für die Lebenssicherheit der Arbeiter nicht die absolut nothwendigen Vorkehrungen getroffen hat. Das Geld, welches man den Hinterbliebenen zuwenden wird, kann denselben niemals den Ernährer wieder erseßen, abgesehen davon, daß ein Menschenleben für Geld überhaupt nicht feil ist. Weitgehende gesetzliche Schutzmaßregeln und strenge Bestrafung der fahrlässigen Verwaltungen sind absolut nothwendig, um solche Unglücksfälle zu verhüten. Dazu scheint man indeß in Desterreich, d. h. in den maßgebenden Kreisen, durchaus noch nicht geneigt zu sein. fein. der Stadt Salzburg vor allen anderen Bewerberinnen der Vorzug gegeben werden solle. Man sieht hieraus, daß es den Herren weniger darum zu thun ist, die Wissenschaft zu fördern, als fügsame Priester zu erziehen. ,, Wer die Schule hat, hat den Staat" hat, hat den Staat" die Herren wissen sehr wohl, wo der Hebel anzuseßen ist; um so mehr muß ihnen auf die Finger geſehen werden. Belgien. Aus Brüssel meldet ein Privattelegramm: ,, Der Gemeinderath beschloß einstimmig, den Unterrichtsplan der Gemeindeschulen ausschließlich weltlich zu belassen und feinem Geistlichen irgend eines Kultus die Ertheilung des Religionsunterrichts im Schulgebäude zu gestatten." Frankreich. Die Deputirtenkammer stimmte bei der Berathung des Budgets für das Unterrichtsministerium trop des Einspruchs des Ministers für die Aufhebung der Kredite für bie Fakultäten der katholischen Theologie. Das Budget wurde schließlich genehmigt. Die Kammer beschloß darauf, von Morgen ab täglich zwei Sigungen abzuhalten. Da aber die Beschlußfähigkeit in 3weifel gezogen wurde, so soll morgen noch einmal hierüber abgestimmt werden. Die nächste Sigung findet morgen Vormittag 9 Uhr statt. Großbritannien. Dem Beschlufe der Crofters auf der schottischen Insel Skye, die fälligen Pachtzinse nicht zu entrichten, ist die That auf dem Fuße gefolgt. Als in Uig Gerichtsvollstrecker aus Edingburgh antamen, um den Bächtern 3ahlungsbefehle zuzustellen, wurden dieselben von einer aufgeregten Volksmenge mißhandelt und gezwungen, den Rückweg anzutreten, ohne fich ihres Auftrages entledigen zu können. Die Haltung der Bauern ist so troßig und drohend, daß es wieder einer großen Polizeimacht(?) bedürfen wird, um sie gefügig zu machen. Afrita. Aus Cape Coaft- Castle werden Einzel heiten über eine blutige Schlägerei gemeldet, welche in Winnehba stattfand. Dieselbe entstand aus einem Streit awischen den beiden städtischen Handelskompagnien. In dem Kampfe wurden 12 Personeu getödtet und viele andere lebensgefährlich verwundet. Wie es scheint, herrschte schon seit geraumer Zeit zwischen den Kompagnien Nr. 1 und 2 starke nebenbuhlerische Eifersucht, und dieses Gefühl wurde von einem Fetisch- Priester aus Barraccu, einem Städtchen unweit Winnebah, zur hellen Flamme angefacht. Die Schlägerei begann mit Steinwürfen und endete mit dem Meffer. Einige der Todten wurden nach dem Kampfe buchstäblich in Stücke zerhackt vorgefunden. Beim Einbruch der Nacht wurde das Gemegel eingestellt, und ungefähr um 10 Uhr rückte der DiGemegel eingestellt, und ungefähr um 10 Uhr rückte der Distrikts Kommissar, Kapitän Barnett, an der Spiße einer kleinen Polizeimacht in die Stadt. Es wurden mehr als 100 Ruheftörer verhaftet und 200 bis 300 Musteten, sowie sämmtliche Fetisch- Trommeln mit Beschlag belegt. Man glaubt, daß das prompte und entschiedene Auftreten Kapitän Barnett's ein viel verhängnißvolleres Resultat, sowie die mögliche Berstörung der Handelsfaktoreien abgewendet hat. Im Fetisch- Hause fand man eine Art von Pastete, die in einer großen messingenen Pfanne zubereitet war; und eine nähere Prüfung ergab, daß sie Theile a weier menschlicher Körper enthielt. Die Schädel waren augenscheinlich mit einem schweren Instrument zerschmettert, und der Mord mochte ungefähr vor einer Woche verübt sein. Jezt ist Alles ruhig Viele der Verwundeten sind seitdem ihren Wunden erlegen. Kommunales. Auf eine Anfrage des Stadtv. Dr. Schwalbe über die Prinzipien, welche bei Uebernahme von Fortbildungsschulen für Mädchen und deren Unterstügung befolgt werden, theilt ber Magistrat jest mit, daß er bisher der Entwickelung der Fortbildungsschulen für Mädchen in der Weise gefolgt ist, daß er den von Vereinen, Kuratorien 2c. eröffneten Schulen dann Unterstügungen gewährt hat, wenn diese Schulen sich nach Frequenz und Leistungen als ein Bedürfnis herausgestellt Eine katholische Universität soll in Salzburg,( Defter reich) gegründet werden. Der verstorbene Bischof Rüdiger von Linz soll einer der Hauptbegründer dieses Unternehmens gewesen Von einer Persönlichkeit die in der Lage war, über die legte preußische Bischofskonferenz in Fulda, im August d. J., genau unterrichtet zu werden, erfährt man über die Vorgechichte des Planes der Universitätsgründung Folgendes: Bei Erörterung der Angelegenheit, betreffend die Vorbildung der hatten, die Mittel der Unternehmer aber nicht zu ihrer UnterAnsicht Ausdruck, daß das Projekt, eine exklusiv tatholische Hochschule zu gründen, nicht länger hinausge schoben werden dürfe, wenn man die Kirche selbst in dem günstigen Falle, daß der geforderte Status quo ante nach zehn oder fünfzehn Jahren hergestellt sein sollte, vor bitteren Er fahrungen schüßen wolle. Nicht die Geistesrichtung der P ister allein fei es, die sich den Forderungen Roms affommodiren müsse, sondern auch diejenige der katholischen Staatsmänner, Ge lehrten und Beamten, wenn anders die Ehe zwischen Staat und Kirche gute Früchte hervorbringen solle. Den Saz: ,, Wer die dahin, daß derjenige, welcher die Hochschulen beherrscht, damit auch die Staatsleitung in die Hand bekommt. Da nun die Aussichten der neuen Universität in Fulda oder überhaupt in einer preußischen Stadt ein Heim geben zu können, auf Null gesunken find, so richteten die Prälaten ihre Blicke nach dem deutschen Auslande" und gelangten nach Würdigung aller einschlägigen Verhältnisse, unter denen die unmittelbare Nachbarschaft" nicht die kleinste Rolle spielte, zu dem Schluffe, daß Sache Recht lehren und recht handeln sind zwei himmelweit verschiedene Dinge." wärft " • Baul, das klingt beinahe, als ob Du ein Heuchler das kann Deine wahre Meinung nicht sein.' Du bist wirklich naiv in Deinen Anschauungen, ich möchte fast fagen findlich, Georg. Was hast Du für primitive Anschauungen von dem Berufe eines Geistlichen!" ,, Nun, ich will nicht entscheiden, ob sich das mit Schulen für Mädchen, die sich überhaupt an den Magistrat gewandt haben, 6 städtische Unterstügung, während 2 von ber Stadt erhalten werden. Obwohl die bisherigen Erfahrungen den heilsamen Einfluß der Fortbildungsschulen für Mädchen außer Zweifel stellen, erklärt sich der Magistrat gegenüber den noch dringenderen Aufgaben des Fortbildungsschulwesens für das männliche Geschlecht außer Stande, mit einem Blane, nach welchem etwa die Mädchenfortbildungsschulen über die ganze Stadt gleichmäßig vertheilt würden, hervorzutreten. Es wird daher für jezt auch nicht beabsichtigt, in Bezug auf die Gründung solcher Schulen, städtischerseits die Initiative zu ergreifen. Die Tagesordnung für die Sigung der Stadtverordneten- Bersammlung nächsten Donnerstag, Nachmittags 5 Uhr ist folgende: Einige Penfionirungs- und Anstellungssachen Vorschläge des Ausschusses für die Wahlen von unbefoldeten Gemeindebeamten drei Anträge von Mitgliedern der Versammlung, betreffend eine Ergänzung resp. Abänderung der Geschäftsordnung-Vorlagen, betreffend die Projekte zum es. Ich bin nicht neugierig und dränge mich nicht gern in fremder Leute Geheimnisse." " Ja, ja, das weiß ich, zum Intriguanten bist Du nicht geboren und macht Dir nichts daraus, von anderen Leuten Dinge zu wissen, welche Du einmal über kurz oder lang zu ihrem Nachtheil benutzen könntest... Aber das Geheimniß betrifft mich selbst; ich kann es Niemandem auf der Welt mittheilen, als Dir." Nur mir?" wiederholte Georg ein wenig unangenehm Deinem Berufe verträgt; aber so viel weiß ich, daß der berührt. Ja aber wenn Käthchen. Besuch des genannten Lokales sich nicht verträgt mit den Höre, Georg, Deine Frau darf keine Silbe von dem Pflichten, welche ein Gatte seiner Frau gegenüber hat." wissen, was ich Dir mittheile." Närrischer Kerl! Nun meinetwegen bleibe wie Du bist; da ich Dich aber nothwendig unter vier Augen möchte auch feins haben. sprechen muß, so bitte ich Dich vorher, mein Gast bei einem Glase Wein zu sein." Diese Einladung fonnte Georg nicht abschlagen. Er ging mit seinem Bruder in eine Weinhandlung; hier nahmen sie an einem entfernt stehenden Tisch Play. Amberg goß die Gläser voll. Er hob das feinige empor. Freude Verga Glud ner vor en ein ch, Ge einmal Schub tommes Phili n befan m zu penn S ne her Stoßen." Nun, Georg! Du alte, treue Seele, laß uns vor allen Dingen auf gute Freundschaft und Brüderlichkeit an Von ganzem Herzen, Paul!" antwortete jener. " Was zwischen uns vorgekommen, sei vergessen; oder Zürnst Du noch?" Ich zürne Dir nicht, Paul!" " Und würdest mir nicht Gleiches mit Gleichem vergelten?" " D, wohin denkit Du! Ich bin ja selbst der Meinung, welche Du verhin aussprachst, daß es besser so ist, wieder gewonnen und das, denke ich, ist etwas werth." " Die Hauptsache, Georg, die Hauptfache!.... Es freut mich, daß wir wieder die Alten find Und da ich Deine Versicherung für ganz aufrichtig halte, so nehme ich an, daß ich Dir ohne Besorgniß ein Geheimniß anverHm, Du weißt, ich habe kein Geheimniß vor ihr und Es würde mir sein, als wenn gegen sie beginge, wenn ich etwas auf dem Herzen hätte, was ich ihr verheimlichen müßte. Darf ich es ihr nicht mittheilen, Paul, dann behalte es lieber für Dich." ,, Du Narr! Ich muß es Dir mittheilen, und zwar, weil ich eine Bitte an Dich daran knüpfen muß. Was Deine Bedenken betrifft, so sind die geradezu kindisch, Georg. Wenn Deine Frau eine ehrbare Frau ist- woran ich gar nicht zweifle--so wird sie es gar nicht verlangen, daß Du ihr ein Familiengeheimniß anvertraust, das Dir unter dem Siegel der Verschwiegenheit mitgetheilt wird, und dessen Veröffentlichung für die betreffenden Personen und dessen Veröffentlichung für die betreffenden Personen unangenehme Folgen haben könnte. Im Gegentheil, sie würde Dich tabeln, daß Du ausplauderst, was gar nicht Dein Geheimniß ist, sondern das Geheimniß anderer Leute, die es, im Vertrauen auf Dein treues Gesicht, Dir mitges theilt." Ich weiß nicht, ob ich Recht daran thue, es ihr zu verschweigen." " Du bist wirklich der ehrlichste Ehemann, den es auf der Welt giebt; daneben aber bist Du ein schlechter Logiker. Deine Geheimnisse verstehe, folche, welche Dich angehen magst Du Deiner Frau immer mittheilen, magst es für Deine Pflicht halten, sie ihr mitzutheilen; aber meine Geheimnisse gehen Deine Frau nichts trauen darf." Wenn es Dir Ueberwindung kostet, Bruder, so laß 1 an, sondern nur Dich, insofern, als ich Dich allein würdig Neubau je einer Gemeinde- Doppelschule nebst Turnhalle in der Kulmstraße und an der Prenzlauer Allee Vorlage, betreffend Fortbildungsschulen für Mädchen die Anfrage von Mitgliedern der Versammlung bezüglich der Vorlage, betreffend die Bildung eines Vorstandes für die städtische Blindenschule, an Stelle des Kuratoriums Etats für die Haupt- Stiftungskaffe und die dazu gehörigen Nebenfonds pro 1885/86 Bericht erstattung des Ausschusses zur Vorbereitung der Neuwahl der Mitglieder der Einschäßungskommission für die klassifizirte Einkommensteuer- desgl. der Kommission zur Vorbereitung der Wahl von Taratoren und Stellvertretern derselben für zwei Kommiffionen zur Aushebung der im Fall einer Mobilmachung von der Stadt zu stellenden Pferde Vorlage, bes treffend den Ablauf der Wahlzeit eines Bürger- Deputirten in dem Kuratorium ber Friedrich- Wilhelmsanstalt für Arbeitsame - desgl., betreffend den Ankauf von zwei Grundstücken am Mühlendamm. Lokales. 11 Die Polizei läßt gegenwärtig durch ihre Drgane in denjenigen Lokalen, in denen von zarter Hand" Wein und echte Biere" ausgeschenkt werden, Ermittelungen darüber_ans stellen, aus welchen Quellen das ,, echte Bier" stammt. Dem Vernehmen nach soll die Sache den Bierverlegern an den Kragen gehen, die ,, Risinger"," Erlanger", Gräßer" 2c. vertreiben, an dem nur das Etikett echt" ist. Dieses Bier" wird von den Verlegern mit 8-12 Bf. geliefert, von den Wirthen aber mit 30-50 Bf. ansgefchenft. Das in solchen Wirthschaften verkehrende Bublifum trinkt zwar am wenigsten von dem unqualifizierbaren Naß, das meiste trinken die Kellnerinnen selbst. Die Gäste müffen es aber bezahlen. Der toloffale Profit von 200-400 pCt, den dieses Bier abwirft, verlodt eine Menge von Individuen, derartige Wirthschaften zu eröffnen. Sie brauchen vom Geschäft nichts zu verstehen, das besorgt die Kellnerin. Die Polizei steht aber durch diese Geschäfte alle ihre Bemühungen auf fittlichem Gebiet durchkreuzt, und deshalb ist es geboten, daß sie auf diesem Felde das Nahrungsmittelgeset in Anwendung bringt und damit jene Geschäfte an der empfindlichsten Stelle am Profit anfaßt. In der gestern Vormittag stattgehabten Sigung der Kommission für ben Bau der Kaiser Wilhelmstraße wurde be= schloffen, daß, da, um späteren Schwierigkeiten bei der Bauausführung vorzubeugen, beabsichtigt wird, die Fundamen tirung des rechtseitigen Uferpfeilers der Kaiser Wilhelms- Brücke möglichst bald in Angriff zu nehmen, das dazu Erforderliche schleunigst vorbereitet werde. Schulkinder- Zählung. Bei der diesjährigen auf Veranlaffung der städtischen Schuldeputation vorzunehmenden Zählung wird, wie wir hören, insofern eine Neuerung bei der Bählung beabsichtigt, als die Bählung nach Konfession und Heligion nach den einzelnen Stadtbezirken, in welchen die Kinder wohnen, erfolgen soll. Zu der Notiz betreffend die Verjährung am 31. De zember 1884 wird der Gecm." geschrieben: Jm ersten Blatte der Nr. 288 Jhrer geschäßten Zeitung lese ich unter Vermischtes: Es verjähren am 31. Dezember 1884 I. Forderungen der Fabrikanten uod Kaufleute u. s. w. jeder Art, welche im Jahre 1881 abgeschlossen sind. Dieses kann nicht stimmen, denn ein mal ist die beschränkte Verjährung, die für Handwerker u. s. w. giltig ist, nur auf zwei Jahre ausgedehnt und da muß es heißen: es verjähren die Forderungen der Handwerker u. s. w., welche aus ihrem Gewerbebetriebe im Jahre 1882 entstanden find, am 31. Dezember 1884 Ferner auch die Forderungen Der Kaufleute aus derselben Zeit, wenn sie für gelieferte Waaren entstanden sind, die der Gläubiger zum eigenen Bedarf gekauft hat, also nicht zum Gewerbebetriebe. Forderungen der Kaufleute( sogenannte Buchforderungen), also für gelieferte Waaren zum Gewerbebetriebe des Gläubigers, verjähren erst nach 30 Jahren. Ebenso glaube ich auch baare Darlehn nach 30 Jahren. Nach meiner Ansicht wird die Verjährung auch bet rechtzeitiger Bustellung eines Zahlungsbefehls unterbrochen, wenn innerhalb sechs Monat nach Bustellung die Vollstreckungsflausel beantragt ist." Etwaigen weiteren fachkundigen Auseinandersegungn über die wichtige Frage werden wir gerne Raum geben. Mit Bezug auf die Polizei Verordnung vom 26. März 1870( Intelligenzblatt" Nr. 74), betreffend die Räumungstermine beim Wohnungswechsel, wird vom königl. Bolizeipräsidium für den bevorstehenden Wohnungswechsel zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der nach§ 3 des Gefeßes vom 30. Juni 1834 am 2. Januar 1885 beginnende Umjug bet tieinen, aus höchstens 2 Zimmern nebst 3ubehör bestehenden Wohnungen an demselben Tage, bei mittleren, aus 3 oder 4 Bimmern nebst Zubehör bestehenden Wohnungen am 3. Jan., Mittags 12 Uhr, bei großen Wohnungen am 5. Januar be endigt sein muß. Der Konturs über das Vermögen der verkrachten Teltower Vorschußbant, eingetragene Genossenschaft, weicher von den fortschrittlichen Zeitungen gern todt ges wiegen werDen möchte, war bereits im Frühjahr d. J. so weit gediehen, halte, sie zu erfahren.- Also Deine Hand darauf; was ich Dir jett fage, bleibt unter uns Beiden allein." Hier hast Du meine Hand, Paul." " So höre denn: Ich bin in einer sehr verdrießlichen Situation... Du weißt, daß mein Ruf in Neustadt nicht gerade der allergünstigste ist; es zirkuliren so verschiedene dunkle Gerüchte..." Ja, ja, ich hörte!... Man hat Deinen sittlichen Le= benswandel mehrfach bemängelt." ,, Richtig! Und man sucht Gründe, mich dort womöglich zu verdrängen. Ich hatte zu fürchten, das über kurz oder lang meine Gegner triumphiren würden; es tam mir daher sehr gelegen, daß ich für die Superintendentur in Weißenberg zur Wahl gestellt wurde. Nun denke Dir, was mir dazwischen kommt: Mein Stubenmädchen- Du kennst fennſt sie, Lisette Ich erinnere mich des hübschen Mädchens mit den braunen Augen, das damals, als ich bei Dir zum Besuch war, in Deinem Dienst stand." 11 ,, Dieselbe, Georg!... Sie fühlt sich Mutter." " Das fönnte für Dich eine ganz gleichgiltige Sache sein; aber ich komme beinahe auf die Vermuthung, daß Du selbst..." ,, Du vermuthest richtig, Georg! Ich selbst darf mich von einem kleinen Fehltritt hier nicht freisprechen. Ich will nicht gerade sagen, daß ich sie verführt, und daß ich wirklich der Vater des Kindes bin, das sie im Begriff ist, in die Welt zu sehen; aber das Wettermädel besteht darauf, daß ich die Baterschaft anerkenne." Georg Amberg erschrat. Höre, Bruder, das ist eine sehr fatale Geschichte... Deine ganze Existenz ist ja da= durch in Frage gestellt." Natürlich! Es freut mich, daß Du es begreifft.. Die Neustädter hätten dadurch Material genug, um gegen mich zu agitiren. Mit der Superintendentur wäre es aus, und wer weiß, ob es nicht mit meiner ganzen Stellung aus wäre." Ja, was willst Du dagegen machen?" ( Fortsetzung folgt.) daß am 29. März d. J. seitens des Amtsgerichts II. hier die Veit heilung der Konturemaffe erfolgt ist. Die zum Konkurse angemeldeten und festgestellten Forderungen er eichten eine Höhe von von 254 687 Mt. 38 Pf., während aus der Maffe nur 32 600 Mt. 9 Pf. gedeckt werden konnten. Es blieben mithin ungedeckt 22 087 Mt. 29 Pf. Die Genossenschafter haben gefeßlich von den Schulden der Bank fortlaufend und bis zur vollen Befriedigung der Gläubiger wegen ihrer Kapital forderung die vertragsmäßigen Zinsen zu zahlen. Dieselben betrugen nach angestellter Berechnung vorläufig bis 1. April d. J. 86 526 Mt. 15 Pf. Es ergab sich biernach ein bis zum 1. April d. J. zu deckender Betrag von 308 613 Mt. 44 Pf. Der Ausfall ist von den Genossenschaftern, 210 Köpfen, aufzubringen. Hierzu kommen noch die ferner laufenden Binsen von den ausgefallenen Kapitalsbeträgen, die Kosten der Gläubiger für Geltend machung ihrer Forderungen und die Roften des Umlageverfahrens, welche die zahlungsfähigen Genoffenschafter aufzubringen haben. Welche sonderbaren Leistungen zuweilen das Wettfieber zu Wege bringt, ist schon oft Gegenstand der Bes sprechung gewesen, und namentlich im Efen und Trinken wird in Folge von Wetten oft das Unglaublichste geschafft. Am Freitag hat ein hiesiger Bürger eine solche Weite gewonnen, wie sie sicher zu den größten Seltenheiten gehört. Der Wett effer war unter seinen Freunden dafür bekannt, gern Milchreis zu essen. Auf diese Neigung spekulirten nun seine Befannien und proponiten ihm eine Wette dahin, hundert Tage hintereinander jeden Mittag Milchreis und gebratene Taube zu effen. Die Wette wurde angenommen und gewonnen, und der glückliche Gewinner erbot sich zum Entsezen seiner Freunde, noch eine solche Portion zu vertilgen. Ge fegnete Mahlzeit! Unter hauptet, dann ist ihm das jedenfalls, um mich zu schädige von irgend einer Seite eingeredet worden.- Präs.: Ehe i weiter gebe, erzählen fie einmal mit kurzen Worten Ihr Lebenslauf. Reinsdorf: Nachdem ich in meiner Vatersta Begau die Schule besucht, erlernte ich das Echriftfeperhand mert und gleich nachdem ich ausgelernt hatte, begab ich mi ( 1867) auf die Wanderschaft. Ich arbeitete in den verschieden sten Städten, in Frankfurt a. M., Naumburg, Stettin, Berli Hannover, Mannheim, Freiburg im Breisgau und ging dan schließlich 1870 in die Schweiz, dort arbeitete ich als Schrif Nr. feger in Genf. Da in diesem Orte viele politische Flüchtling find, so herrscht daselbst ein sehr reges politisches Leben. I besuchte die dortigen Arbeiterversammlungen und wurde nächst Sozialdemokrat. Das Vorgehen der Sozialdemokrat aefiel mir doch nicht, ich wurde sehr bald Anarchist. Vo Genf ging ich nach Paris, von dort nach London, Brüffel un schließlich nach Leipzig, hier arbeitete ich ein Jahr in der Bu druckerei von Megger u. Wittig. Der Leipziger Buchdrude Prinzipalverein veranlaßte jedoch meine Prinzipale, mich entlassen. Nachdem dies geschehen war, begab ich mich wiederu auf die Wanderschaft und fam schließlich nach Budapest, w selbst ich Arbet erhielt. Von dem Lohn, der dort gezahlt win in den Be fonnte ich jedoch nicht leben. Es arbeiten in den Seßerei enthalt, w sehr viel Israeliten, die jedenfalls etwas zuzufegen haben, die im Stol baben die Löhne sehr gedrückt. Ich war deshalb genöthig Organ di Budapest wiederum zu verlassen. Ich wanderte nunmehr lange, oh Rede fola Arbeit zu erhalten. Endlich tem ich nach Berlin. Nach fur Laff Aufenthalte daselbst ging ich nach Süddeutschland und bel wiederum in Freiburg i. Br. Arbeit. Der Ort wird jed müssen, er von den Ultramontanen beherrscht, denen es nicht gefiel, ein Arbeiter in der Stadt war, der die anderen Arbeiter übfähigkeit; die wahren Bestrebungen des Ultramontanismus aufklärte. gelang den dortigen Führern der Ultramontanen, mich aus Reden vo Arbeit zu bringen. Ich ging nunmehr wiederum nach Bel ciceronian woselbst ich auch sehr bald in einer Zeitungsdruckerei Arbauswendig erhielt. Auf Grund einer Notiz in dem in Zürich erscheine Spiegele den Sozialdemokrat", welcher wörtlich schrieb:„ Der Anard dazu gebr Reinsdorf ist nach Berlin gegangen, um ein Attentat aus bor verfar führen", wurde ich sehr bald verhaftet und da ich inzwis auch in den Brauder'schen Hochverrathsprozeß verwickelt wun der so wurde ich fieben Donate in Berlin gefangen gehalten. ger, den Anklagebeschluß verliest. Während dieser Zeit studirt| Reinsdorf die mitgebrachte Anklage. Der Präfitent läßt alsdann den Angeklagten Bachmann vor den Richtertisch treten. Auf Befragen des Präs. bemerkt Bachmann: Ich habe wohl die Explosion in dem Wilhelmsen'schen Lokale in Elberfeld gemacht, ich hatte jedoch nicht die Absicht, Menschen dadurch zu tödten. Bachmann: Sch -Präs.: Wie haben Sie das gemacht? habe zwei Dynamit- Patronen auf den Tisch gelegt und die selben mit einer brennenden Bigarre entzündet. Bräfident: Haben Sie das aus eigenem Antriebe gemacht?- B.: B.: Reinsdorf hat mich dazu aufgefordert. Präs.: Sie haben in der Voruntersuchung gesagt, Sie seien im Jahre 1877 nach Elberfeld gekommen und haben dort sozialistische Schriften gelesen. In Folge dessen haben Sie sich der sozialdemokratischen Partei angeschloffen? B.: Ja.-Präs.: Sie haben auch in Aachen und Luxemburg gearbeitet? B.: Ja.- Präfident: Wie find Sie mit Reinsdorf bekannt geworden? Bachm.: Durch Beno Bail. Präs.: Wann hat Ihnen Reinsdorf B.: Wir gesagt, daß Sie die Explosion verüben sollen? batten an einem Sonntage im August 1883 eine Versammlung bei dem Weber Weidemüller, der in einem Walde nahe bei Barmen wohnte. Dort erzählte mir zunächst Reinsdorf, er sei in einem Badeorte gewesen und habe dort eine DynamitExplosion herbeiführen wollen; die Ausführung sei ihm jedoch mißglüdt. Präs: Sagte er auch, woher er das Dynamit gehabt habe? B.: Er sagte, er habe es von einem Schweizer erhalten.- Präs.: Nun, was geschah weiter?- B.: Reins dorf fagte, man müßte auch in Elberfeld bei der Eedanfeier eine Dynamit- Explosion machen. Acht Tage später, ebenfalls am Sonntage, fand wiederum und zwar diesmal bei Holzhauer in Barmen, eine Versammlung statt, an der auch Küchler und Weidenmüller Theil nahmen. Dort wurde wiederum von Reinsdorf der Vorschlag gemacht, am Sedantage eine Erplosion in Elberfeld zu machen. Präs.: Wurde dort nicht auch über die zur Zeit strikenden Bergleute in Dortmund gesprochen? -B.: Jawohl. Reinsdorf fagte: es wäre doch erforderlich, mit diesen Strikenden Verbindungen anzufnüpfen. Weidenmüller sagte, daß er zu den Strikenden reisen wollte. Präs. Forderte Sie in dieser Versammlung Reinsdorf auf, die Explosion zu vollführen?- B.: Am 2. September 1883 traf ich Reinsdorf gerade, als er von der Weidenmüllerschen Wohnung aus dem Busch fam; Reinsdorf, der einen großen Hammer bei sich trug, sab etwas wild aus. Er sagte mir: er habe in Barmen Dynamit gekauft und denselben im Walde vergraben. Er forderte mich auf, mit ihm zu Weidenmüller zu geben. J folate ihm. Alsbald begaben wir uns zu der Stelle, wo das Dynamit vergraben war. Nach furzem Graben fanden wir einen Blechkrug und eine Blechbüchse, angefüllt mit Dynamit- Patronen aus Papier. Die Patronen waren eima 1 Bentimeter groß. Ich hatte bis dahin noch niemals Dynamit geschen. Reinsdorf zählte zunächst die Patronen, es waren dies etwa 70 Stück. Alsdann wickelte er mir eine auf, Es war dies eine graugelbe, fefte Masse. Wir gingen mit dem Dynamit zu Weidenmüller, der dem Reinsdorf eine Glasflasche und eine Blechbüchse übergab. In diese leeren Gefäße legte nunmehr auch Reinsdorf eine Anzahl Patronen. Reinsdorf gab mir auch eine mehrere Meter lange Zündschnur und eine Anzahl Kupferhütchen. Am folgenden Tage forderte er mich auf, die Explosion in dem Willemsen'schen Lokale zu Elberfeld zu begehen. Präf.: Versprach er Ihnen eine Belohnung? Das Gerücht von einem auf einen Zug der Stadtund Ringbahn geplanten Dynamit- Attentate rief am vorigen Freitag große Befiürzung hervor. Die Veranlassung hierzu gab folgender Vorfall: Zwischen dem Stationsgebäude des Bahnhofs Schöneberg, etwa 500 Schritt von demselben entfernt, und der Groß- Görschenstraße, in dem tiefen Einschnitt wurde eine völlig neue 9- Centimeter- Granate in dem Graben unter der Böschung gefunden. Die Granate hatte einen ebenfalls nenen Bünderverschluß. Der räthselhafte Fund gab nun zu dem obigen Gerücht Veranlassung. Niemand getraute sich an das gefährliche Projektil heran, bis der Stationsvorsteher dasselbe vorsichtig aufhob und soweit von der Bahn wegtrug, Daß eine etwaige Explosion deffelben für die Eisenbahn unschädlich war. Nunmehr wurde, nach längerem Warten, da eine Explosion nicht erfolgte, der betreffende Bahnmeister, ein ehemaliger Feuerweifer der Artillerie, herbeigebolt, welcher ſofort erklärte, daß die Granate feine Sprengladung enthalte. Er löste den Zünder und fand, daß sie mit Eisenspänen und Send gefüllt war. Als die Granate ihrer ungefährlichen Füllung vollständig entleert war, wurde sie in das Amtsbureau zu Schöneberg abgeliefert, wo fie fich noch befindet. Ueber die Art und Weise, wie das Geschoß an den Fundort gekommen, ift nichts ermittelt. N. In Betreff der Hauseinsturz- Katastrophe auf dem Grundstück Neue Promenade 8 wird uns noch mitgetheilt, daß Der in das katholische Krankenhaus eingelieferte Arbeiter Koffler nicht, wie bereits von einem Berichterstatter in etwas übereilter Weise gemeldet worden, gestorben ist, sondern nach Aussage des geheimen Sanitäterath Dr. Echmidt voraussichtlich am Leben bleiben wird. Die Verlegungen sollen nicht so ernster Natur sein, als sie anfänglich erschienen. Was den zweiten Arbeiter Riedel anbetrifft, so ist derselbe nach Anlegung eines Verbandes sofort wieder entlassen worden. Von irgend welchen weiteren Verletzten ist amtlich nichts bekannt. Bei dem getödteten Kutscher Johrisch ist als Todesursache Schädel und Genidbruch fonstatirt. Die Leitung der Abbruchsarbeiten war dem beim Baumeister Lohse angestellten Polier Schmeißer übertragen. Doch ist es sehr fraglich, wie schon in unserem gestrigen Bericht angedeutet worden, ob demselben irgend welche Echuld beizumessen! Wahrscheinlicher ist es, daß der viele Regen der legten Tage nicht unwesentlich zur Herbeiführung Der Katastrophe beigetragen. a. Ein die Leipzigerstraße pasfirender Schuhmann bemerkte am 14. d. Mis., Abends, einen Taschendieb, als dieser einer vor einem Schaufenster des Hauses Nr. 82 ftebenden Dame ein Taschentuch aus der äußeren Paletottasche entwendete. Der Beamte ergriff den Dieb in flagranti und händigte der befloblenen Dame das Taschentuch wieder ein. Bei der Visitation des Festgenommenen auf der nächsten Polizein ache fand man bei ihm nech 18 leinene weiße Taschentücher und brei wollene Tücher, die er bei einer Verkaufsstelle auf dem Weihnachtsmarkt am Schloßplaz gestohlen haben wollte. Der Dieb, der Hausdiener R., ist gestern zur Untersuchungshaft gebracht worden. Anachroni im Weser iammt hoher scha feiner Off Cb wohl Lurus die Bellevueft Ich bemerke, daß die Anklage in dem Bräude:' schen Hunstreich verraihsprozeß gegen mich fallen gelassen wurde. Kaum wu ich in Berlin aus der Haft entlassen, da wurde ich von d aus den s ausgewiesen. Ich begab mich nun wieder nach Leipzig, selbst ich bei Megger und Wittig wiederum Arbeit bekam, n dem ich den Herren versprochen, mich von jeder Agitation ferte Raur zu halten. Allein ihon nach 14 Tagen wurde über Leipphäen schn ebenfalls der kleine Belagerungezustand verhängt und ich mu in Folge deffen sogleich auch aus Leipzig ausgewiesen. Mufgeftellt Prinzipale waren bemüht, meine Ausweisung rückgängig machen, dies gelang ihnen jedoch nicht. B.: Nein, ich sagte ihm: wenn ich anläßlich der Ausfüh rung der Erpiofion fortmachen müßte, dann habe ich kein Geld. Reinsdorf bemeifte mir: er werde mir, menn erforderlich, Geld geben. Präs. Sollten Sie außerdem noch eine Explofton vollführen?- B.: Ja, Reinsdorf fagte, ich solle die kleine Büchse mit Dynamitpatronen in der Frankfurter Bierhalle, die größere Büchse in dem Willemsen'schen Lokale mittelst einer brennenden Zigarre explodiren laffen. Ich ging zunächst in die Frankfurter Bierhalle, diese war jedoch voll mit Menschen. Da ich mir sagte, daß hier Menschen verunglücken könnten, so ging ich wieder weg, ich wollte nicht, daß Menschen verunglücken. Ich fuhr hinauf mit der Pferdebahn zu dem Willemsen'schen Lokale. Ich habe längere Zeit in dem genannten Lo fale gesessen und alsdann die Explosion ausgeführt; der Saal war menschenlecr. Präs.: Was haben Sie dabei gedacht? - B.: Ich dachte, es würde einen großen Knall geben. Präf.: Weiter nichts, dachten Sie nicht, es fönnten dadurch Menschen getödtet werden und eine Feuersbrunst entstehen? B.: Nein, das dachte ich nicht, beabsichtigte ich auch nicht. Präs. Sie wußten doch aber, daß in B.: Nein. dem Lokale Menschen versammelt waren? N. Die Meldung Klein- Feuer führte gestern Abend furz nach 11 Uhr Abtheilungen unserer Feuerwehr nach dem Grundstück Beuthstraße 3. In dem dort belegenen Cigarren geschäft von Ahlwarth war um die angegebene Zeit auf bisher noch unaufgeklärte Veranlassung ein Feuer ausgekommen, das bei seiner Entdeckung bereits erhebliche Dimensionen angenom men hatte. Es brannten beim Eintreffen der Feuerwehr Cigarrenkisten, Ladentisch, Repofitorium und ein Theil der Thürjaloufie. Dem energischen Vorgeben der Feuerwehr gelang es, nachdem allerdings ein großer Theil des Ladens ausge brannt war, des Feuers Herr zu werden. Gegen 5 Uhr Nachmittags gab ein Gardinenbrand in der Wohnung des Hofzahnarzt Dr. Telschow Leipzigerstraße 90 zur Alarmirung der Feuerwehr Veranlassung. Doch war beim Eintreffen der Feu erwehr die Gefahr durch Hausbewohner beseitigt. Gerichts- Zeitung. gebö thetzimmer mit den mehrere Bum G Den Fez a damals Der Arb ihn bei ein dem Staa gleitete( p Aus dem Verhör berichtet das„ W. T. B." außerdem: Vom Präsidenten befragt, ob Attentate auf gefrönte ha melches di fer und überhaupt Dynamitattentate au den Mitteln gehou Futböden womit die anarchistische Partei ihre Bestrebungen zur Duoegte fich führung bringen wolle, antwortet Reinsdorf, die Ana schreibe feine taktischen Mittel vor, fte überlaffe es jedem zelnen, zu handeln wie er wolle. Weiter befragt, was er Dynamitattentate dente, antwortete Reinsdorf: Herr Präfi ich überlaffe es Ihnen, die äußersten Konsequenzen zu i ich will deffentwegen, was ich vorgetragen, verurtheilt fein Auch in der Nachmittagsfizung wurde ausschließlich Gegenüber das Elberfelder Dynamitattentat verhandelt. schweren belastenden Aussagen der abgehörten Beugen, Bol Kommissar Gottschalk, Frau Dr. Hartmann, Kellner Brente des Vitangeklagten Küchler, sämmtlich aus Elberfeld, verb der Angeklagte Reinsdorf bei seinem Syftem des Leugn Reinsdorf versucht alle ihm nachtheiligen Aussagen als w heitswidrig zu verdächtigen und beschuldigt auch den Un fuchungsrichter, die Aussagen der Beugen in der Vorunte chung nach seinem Gefallen protokollarisch festgestellt au ba Bei seiner Vernehmung suchte er seine Darlegungen über Theorien der anarchistischen Partei mit groben Ausfällen g die Fürsten zu verbinden, der Präsident verhinderte jedoc gisch dieses Vorhaben. Präs. Das Zimmer, in dem Sie saßen, war aller dings menschenleer, im Nebenzimmer waren jedoch etwa 30 Aerzte versammelt. B.: Das wußte ich nicht.- Präs.: Sie sahen dech, daß der Kellner oftmals Bier ins Nebenzimmer trug? B. Das habe ich nicht gewußt. Auf weiteres Befragen des Präsidenten bemerkt Bachmann: Er habe die Blechbüchse auf den Tisch gestellt, die mit derselben in Verbindung gebrachte Zündschnur mittelft einer brennenden Bigarre entzündet, und da er sein Bier schon bezahlt hatte, schleunigst das Lokal verlassen. Kaum sei er auf der Straße gewesen, da sei die Explosion erfolgt. An demselben Abend set er bei Holzmann mit Reinsdorf zusammengekommen und auf deren Wunsch habe er sich sogleich nach Neuf, von dort nach Düsseldorf und von da aus nach Aachen begeben. In legterem Dite habe er Arbeit bekommen. Reinsdorf habe ihm 5 Mark zur Reise gegeben. Das Dynamit- Attentat bei der Enthüllungsfeier des Niederwald- Denkmals vor dem Reichs- Gericht. Der Andrang nach dem Gerichtssaal ist ein ganz immenser. Ein ganzes Heer von Polizeibeamten in Bivil und Uniform patrouillist schon seit mehreren Tagen, Tag und Nacht, die Gegend des Gerichtsgebäudes, das mit dem Untersuchunge gefängniß in unmittelbarer Verbindung steht, ab. Auch die Militärwachen des Untersuchungsgefängnisses find verstärkt worden, es find überall Doppelposten aufgestellt. Ehe man heute in den Schwurgerichtssaal gelangt, hat man eine große Anzahl von Schußmannsposten zu paffiren. Auch von der po litischen Abtheilung der Berliner Polizei bemerkte ich einige Beamte. Gegen 9 Uhr Vormittags werden die Augeklagten ungefesselt und jeder einzeln in den Saal geführt. Auf jeder Seite der Anklagebank find 2 uniformirte Schußleute poftirt. Die Angeklagten, die sämmtlich mit Ausnahme von Reinsdorf und Küchler den Eindruck gewöhnlicher Arbeiter machen, sehen alle auffallend blaß aus. Reinsdorf ist ein mittelgroßer bagerer Mensch mit etwas eingefallenen Wangen. Sein etwas ins öthliche schimmerndes Hauptbaar, ebenso auch sein Schnurrbart find sorgfältig geordnet. Sein frecher Blick wirft fast verlegend. Küchler macht einen etwas behäbigen Eindruck. Rupsch, ein vollständig bartlofer junger Mann, macht einen offenbar findlichen Eindruck; seine tiefe Basstimme paßt gar nicht zu ( Fortsetzung in der Beilage.) Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. was ich 31 tenegraph bezeichnete mehr nöth außerorden die auf ich doch der efolgte. erzielt, abe fte Cicero Cizero's Re er erfolgrei Begner in feiner bar nur be Gegner an mals, imm führen, uni erit recht v inftubirt, Offe von der Lohnkommisston aufgestellte Programm einen be beb Wirkung, provifirt e Reulenfchla geburt ant Spielerische Es lie Atritit über wenn auch ein so menten in feiner Ded liegend ni Ferdinand Eine muß legen Beug hr. Eine von der Lohnkommission einberufene liche Versammlung der Schlosser und Berufsgenossen fand Montag im Königstadt- Kafino zu dem Zwecke statt, über tiven Beschluß zu faffen. Die Versammlung war tros sehr schlechten Wetters recht zahlreich befucht. Nachdem Göbel, der Vorsitzende der Lohnkommission, zum Leiter Verhandlungen gewählt worden war, erstattete der Leiter Lohnbewegung, der Tischler Herr G. Rödel, ein mit g Beifall aufgenommenes Referat. Er begründete in klarer, zeugender Weise die von der Lohntommiffiion der Schloffer Herbeiführung beffererLohnverhältnisse aufgestellten Forderun nämlich: 1) Marimalarbeitstag von 10 Stunden; schaffung der Sonntagearbeit; 3) Minimallohn von 18 wöchentlich; 4) bei Akkordarbeit ein Koftgeld von minde 18 Mart wöchentlich; 5) volle Auszahlung des Wochenla Am Schluffe gab ferent auf Grund seiner Erfahrungen sehr beachtensw stellten Forderungen. Auch wies er auf die Nothwendi bin, daß ein geeigneter, energischer Kollege als Leiter Besoldung angef Es tritt nunmehr eine kurze Unterbrechung in der Ver handlung ein, da die Angeklagten sämmtlich das Verlangen zu erkennen gaben, behufs Verrichtung eines Bedürfnisses hinausgeführt zu werden. Auf Befehl des Präsidenten werden je zu zwei unter ftaiker Bedeckung aus dem Saale geführt. Als Die Verbandlung wieder aufgenommen war, bemerkt der Präft Dent: Angeklagter Bachmann, hat Shnen Reinsdorf gesagt, weshalb Sie in dem Willemsen'schen Lokale die Explosion voll führen sollten? B.: Reinsdorf sagt: Dort verkehren blos die Reichen, die Arbeiter werden hinausgeworfen.- Präsident: at Ihnen Reinsdorf gesagt, weshalb Sie die Explosion vollführen sollen?- B.: Keinsdorf sagte, durch den Knall werden die Honorationen erschrecken. Bräfident: Also blos erschre den? Nun angenommen, das wäre wahr, mußten Sie sich nicht sagen, daß Menschen getödtet merden und eine Feuers brunft entstehen könnte?- B.: Daran dachte ich nicht. Präsident: Bum Windesten mußten fie fich sagen, daß Sie den Kellner, der fast unaufhörlich durch das Zimmer fam, in dem Eie saßen, tödten können?- B.: Nein, daran dachte ich nicht. Präsident: Sie sagten selbst, Sie befaßen zur Beit noch 15 Mart, wozu gab Ihnen Reinsdorf die 5 Mark?- B.: Zur Abreise. Präfident: Auf mich macht diese ganze Geschichte den Eindruck, als hätten Sie die Explosion vollführt, weil Sie am Sonnabend um 6 Uhr Abends. Rathschläge für das Vorgehen bei Geltendmachung der au ein dauernde in Erstaune binreißen m war er im au zermalm nimmt, die Mannes he prüfen, ob Beifteshero Luders viel Laffalle's in fcheint es fo feine Weis wöchentl an durch Unterſtügungsfonds Beiträge gesammelt und unterhalten, und Vertrauensm in den Werkstätten gewählt werden. Die Dieluffton, fich die Terren Toebel, Klint, Miethe, Tillig, Krohn, Pezold, Zimmermann, Knauth u. A. betheiligten, bezeg auf die gegenwärtigen Zustände im Schloffergeweibe und mehrere die Wahl des Leiters der Lohnbewegung und billig anerkannt worden seien. betreffe Mic Anträge. Aus der dann vollzogenen Wahl ging Herr! mit sehr großer Majorität als der zukünftige Leiter der bewegung hervor. Herr Kluge theilte noch mit, daß in soeben stattgefundenen Versammlung von Schloffermeister von der Lohnkommission aufgestellten Forderungen als g Eine außerordentliche Generalversammlung des vereins der Metallschraubens, Façondreher und Be von Reinsdorf dafür bezahlt worden?- B.: Nein. Auf genoffen Berlins findet am Donnerstag, den 18. Dege Au ihm gefagt, er folle nur tüchtig lügen; Reinsdorf ha'e ihm ordnung: 1. Vorstandswahl. 2. Rongreßangelegenheiten weiteres Befragen bemerkt Bachmann: Ein Mitgefangener habe ( dem Gefangenen) gesagt, er lüge immer. in Wohltaupts Salon, Manteuffelstrage 9, ftatt. Wahl halber ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, scheinen. Achtung vo lein, der i Laffall batte ihn bo bauptet Sper Doch nicht Rept feine lieben eines Der Weise omög fo fabrt Ser Das ist do boch nicht ben Herrn Der Louisenstädtische Bezirksverein„ Vorwärte heute Mittwoch, den 18. Dezember, Abends 8 Uhr, in rads Saal, Wasserthorstraße 68, eine Vereinsversammlung mann. Die Mitglieder werden ersucht, recht pünfilio zahlreich zu erscheinen. Gäste find stets willkommen. feinem Aeußern. Die übrigen Angeklagten machen sämmtlich schuldig, den Bachmann zu der Explosion angeftiftet zu haben. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag des Herrn Dr. Damit ist das Inquifitorium mit Bachmann beendet und es wird nunmehr zum Inquifitorium des Reinsdorf geschritten. Dieſer ist seiner heiseren Stimme wegen schwer verständlich. Auf Befragen des Präsidenten erklärt sich Reinsdorf für nichtIch bin wohl, so fuhr Reinsdorf fort, mit Bachmann einige einen sehr unbefangenen Eindruck. Als Reinsdorf auf der Anklagebank Plaz genommen hat, steht er sich sehr unbefangen Wale und auch mit Weider müller und Holzbauer zusammen im Eaale um; alsdann zieht er ein paar in Papier einges getroffen. Ich bin Anarchist, daraus habe ich niemals ein wickelte Brödchen aus der Tasche und ist in aller Gemüthsruhe. behl gemacht. Wenn man nun mit Sozialdemokraten zufammenkommt, da liegt es nahe, daß man über den UnterGegen 9 Uhr Vormittags erscheint der Präfident des Gerichtshofes, Drentmann, eröffnet die Sigung und läßt zu schied, der zwischen der Sozialdemokratie und den Anarchisten besteht, sich unterhält. Dies habe ich bei Weidenmüller und nächst die 48 Beugen und die Sachverständigen in den Saal nalun gefragt, worauf der Prototoüführer, Ranzleirath Schlets habe ich jedoch nicht aufgeredet; wenn Bachmann dies beBerantwortlicher Rebateur R. Crosheim in Berlin. Drud und Berlag von Mar Ending in versammlungen am 17., 24. und 31. d. Mis. fallen aus. 1. Januar bezieht der Verein ein neues Vereinslokal. Der Vorstand des Arbeiterbezirksvereins bom und 20. Kommunal Wahlbezirk bat sich auf Grund V eintreten. Alsdann werden die Angeklagten nach ihren Perso- Holzbauer gethan, zu der von Bachmann verübten Explosion Versammlungsverbots vom 10. d. M. beschwerdeführen den Minister des Innern gewandt. Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine Bel find also muthung Rache Stubiren ei Lübers weit Stapel; fei inpuzit und genau infor immer die T begann, refp Der das Leb Beit, von de Borträgen, Teichen Pro ciferner Flei chädige Ebe i nbr Batersta Berhan ich mi schiede Berli ing ban Beilage zum Berliner Voltsblatt. Shri Nr. 219. üchtling en. S urde motrate ft. Bo üffel un Der Bud choruda mich wiederu Lassalle als Redner. 3war Unmuth erregt mir ein solcher Gesell, und es tocht mein Herz in Erbitterung, daß ich diesem ein Wort nur erwidern soll." ( Aeschylos.) pest, w Unter obiger Ueberschrift macht augenblicklich ein Artikel ahlt mit in den Beitungen die Runde, der im Wesentlichen eine Rede Seßerei enthalt, welche der Reichstage abgeordnete Lüders( Heffen) ben, die im Stolze'schen Stenographen- Verein gehalten hatte. Das genöthis Drgan dieses Vereins, Magazin für Stenographie", giebt die ange, ohede folgendermaßen wieder: ach furi Lassalle war ein Redner, der als solcher eigentlich einen d beta Anachronismus darstellte. Er hätte in der alten Zeit leben rd jede müssen, er war ein antifer Redner. Wieso? Bunächst war er efiel, im Wesentlichen nur Redner; im Reben gipfelte seine Lebenseiter fähigkeit; er hatte feinen fachgemäßen Beruf. Seine ge= flärte.ammte Thätigkeit vermochte er also darauf zu konzentriten, aus Reden vorzubereiten, fich den Stoff zurechtzulegen, ihn- nach Bel ciceronianischem Rezept auszuarbeiten und dann wörtlich Cet At auswendig zu lernen, womöglich die Gestitulationen vor dem erfcheine Spiegel einzustudiren. Nachdem er vier Wochen( wenigftens) Anard dazu gebraucht hatte, sich eine Rede einzustudiren, ließ er fie at aus bor versammeltem Volfe vom Stapel, dann allerdings in so inzwischer schauspielerischer Vollendung und Natürlichkeit, als bäite It wun der himmel inspirirt. Seine Zuhörer waren bezaubert ob alten. feiner Offenbarungen, und doch war dieser ganze Bauber" chen Ho funstreich gemacht, von der ersten Silbe bis zur Iegten. um wu Cb mohl Don ipzig, beiläufig seine Zuhörer, die sich hauptsächlich b aus den Arbeiterfreifen rekrutirten, geahnt haben, in welchem Lurus dieser Mann lebte! Seine Wohnung( damals in der fam, n Bellevuestraße) war wie die eines Prinzen ausgestattet. Der ation ffte Raum war wie ein Rittersaal eingerichtet, Waffen, Tros er Leip Phaen schmückten die Wände; von da trat man in sein iblio ich wu hetzimmer, wo in doppelten Reiben die kostbarsten We: fe n. Me aufgestellt waren, und darüber befand sich gängig Herdem: n jedem Das er Präfide Bu sieb It fein ßlich nüber en, Boli Mittwoch, den 17. Dezember 1884. zu erledigen. Eine derartige Behauptung erscheint vollständig erfunden und nimmt sich geradezu lächerlich aus. Uebrigens find wir überzeugt, daß Herr Lüders, auch wenn er ein ganzes Jahr nach ciceronischem Rezept fiudiren und gestikuliren würde dennoch nicht im Stande wäre, auch nur eine Lassalle'sche Rebe zu halten. " ge= Das Und doch war dieser ganze Zauber kunstreich macht" so erklärt Herr Lüders seinen Zuhörern flingt recht gehässig und es drängt sich einem unwillkürlich die Frage auf, weshalb der Herr Lüders in einer derartigen Weise von einem Manne spricht, der in seinem Wollen und Können alle seine Gegner um eines Hauptes Länge überragte und deshalb der Künstelei in feiner Weise be durfte?! Daß Laffalle mit irdischen Gütern reichlich gesegnet war, ist allbekannt; wenn er troßdem für Verbesserung der Lage der Arbeiter eintrat, so zeigte er damit, daß er über die phi listerhaften Anschauungen seiner Standesgenossen boch erhaben mar. Es scheint aber, als ob der Herr Lüders Anstoß an dem Vorgeben Lassalle's genommen hat; oder sollte er in dem thörichten Wahn befangen sein, daß die Arbeiter ihre Mitmenschen, welche sich in einer glücklicheren Lage befinden, dess balb haffen? Aus seinen Reden kann man eine derartige Schlußfolgerung ziehen. Die Arbeiter aber werden nicht gefragt haben: Was ist Laffalle, sondern: Wie ist Lassalle? Und weil fte sahen, daß er ein Mann war, der in Wort und That für sie eintrat, räumten fie ihm eine Stätte ein in ihren Herzen. Ganz unverständlich erscheint es uns, wie Herr Lüders der von Laffalle als Stenograph beschäftigt wurde- eine ,, Ma ch e" darin findet, daß Laffalle seine Reden fast ganz aus dem Stegreif halten fonnte! Zum Auswendiglernen fehlte es ihm doch an der nöthigen Zeit, abgesehen davon, daß Reden, die wie Herr Lüders selbst angiebt oft 3 Stun ben und länger dauerten- schwerlich auswendig zu lernen find. Wenn Laffalle also dem Stenographen den Auftrag gab, nur bis zu einem bestimmten Bunfte zu stenographien, weil er sich von da an vollständig über das Folgende klar sei, so zeigt das doch nur, daß er die zu behandelnden Thematas bis in die kleinsten Details genan tannte. Also nicht ,, Mache", sondern ein starker Geist und ein eiserner Wille waren es, welche ihm die ungeheuren Schwierigkeiten überwinden halfen. Und das haben auch die Arbeiter erkannt. Doch nicht nur die Arbeiter allein, nein, auch die ganze gebildete Welt wurde zur Bewunderung Lassalle's hingerissen. Wäre Laffalle nicht ein Geistes heroe gewesen, so hätte er seinen Gegnern nicht zurufen können: Jch bin bewaffnet mit der ganzen Bilein Gefims mit den Büsten hervorragender Männer aller Beiten; mehrere Tische bedeckt mit dem Neuesten des Buchhandels. Bum Schluß Schluß fiel der Blick in ein Gartenzimmer, önte ha melches die Durchficht durch alle Räume reizend beendete. Die gebö utböden waren mit Teppichen belegt, und Lassalle selbst bes ur Du egte fich in seinem Heim in einer Art türkischer Drapirung, den Fez auf dem Kopfe nicht ausgenommen. So traf ich Anaid damals zu meinem Erstaunen diesen Apostel der Arbeiter in seinem Interieur an! Als ich ihn bei einer feiner größten Reden, bei einer Berhandlung vor Dem Staatsgerichtshof im Kammergericht, als Stenograph begleitete( vor etwa 23 Jabren) fagte er mir vorher:„ Dasjenige, dung meines Jahrhunderts," ohne das Hohngelächter aller was ich zunächſt dem Oberstaatsanwalt erwidern werde, das ftenegraphiren Sie; aber wenn das Wort kommt. bezeichnete er mir ein solches- dann ist eine Firitung nicht mehr nöthig." Und so hielt er eine 3ftündige Rede, die außerordentlich wirksam war, allerdings auf eine Anllage bin, die auf schwachen Füßen stand, er hielt eine Rede, welcher aber doch der Erfolg mit zuzuschreiben war, daß eine Freisprechung trielt, aber mir wurde flar, wie Lassalle in der Weise, wie fte Cicero in seinen Büchern vom Redner geschildert hat, nach er erfolgreich einen besonderen Kunstgriff an: er legte dem Brente D, verbl Leugne als w Den Un Borunta t zu hab tüber ällen g jedoch ind fene of en fand über nen be r tros hdem Leiter Leiter nit gro Harer, loffer be orderun n; 2) n 18 minbe Bochenl e gab htenswe Der au hwendig Leiter ange wöchent Hensmi lon, ohn, an bezeg be und betreff Derr Mi Der aß in meiftern als ga A des to Ber Dezem beiten ed, u värts" br, in mmlung n Dr. ntilid 11. Die Bet t aus. al. bom Brund effibren he Bell C Begner Fallen. bar und da in seiner Rede, stellte ganz parodore Behauptungen auf, schein Er gab abfichtlich und überlegt Blößen wirtlich gebildeten Männer Deutschlands zu erregen. Aber alle großen Männer jener und auch der Jeztzeit, soweit sie sich einer unabhängigen Stellung erfreuen, haben die Worte Laffalle's als berechtigt anerkannt. Und er selbst hat den Be weis für ihre Richtigkeit erbracht, in seinen Worten und Wer fen. Er hat den falschen Tagesgrößen den Flitter abgerissen und unter dem Jubel aller Edeldenkenden sie mit geistigen Keulenschlägen vernichtet. Ferdinand Laffalle ist todt, aber auch der todte Lassalle soll nicht der bämischen Kritik von Myrmidonen unterliegen. Weg mit den langen, ungeschlachteten Händen, die es wagen, ihn noch beute zu besudeln; wer nichts weiter als tleine menschliche Schwächen an einem solchen Manne zu entdecken vermag, der rühre ihn nicht an, sondern prüfe sich erst, ob er auch werth ist, einem Lassalle die Schuhriemen zu lösen. Die deutschen Arbeiter werden nicht dulden, daß ein Lassalle in irgend einer Weise durch die Mache" eines unbedeu.enden nur beiläufig; er wußte auf diese Lockspeise beißt der Gegner an und fäät hinein, und richtig, er täuschte sich niemals, immer ließ sich der Staatsanwalt zu einer Replik vers führen, und weil L. das vorausgesehen, hatte er die Duplik Menschen herabgewürdigt wird. erst recht vorbereitet, sie war ebenso auswendig gelernt und finstudirt, wie die Hauptrede. Außerordentlich war dann die Wirkung, wenn er in dieser, dem Uneingeweihten völlig improvifirt erscheinenden Duplit seinem Gegner wahre geistige Reulenschläge verseite! Lassalle war als Redner eine Wiedermenn Politische Uebersicht. geburt antifer Beredsamkeit, aber die zu Tage tretende schau- ihre Partei errungen habe. Nach und nach hat sich übrigens herausSpielerische Ma che, flar erkannt, wirkte abstoßend." Kritik über eine Person oder deren Werke abzusprechen; allein Es liegt uns abfolut fern, Jemandem das Recht der Kritiker auch so eine solche ausgeübt, bewaffnet sein, resp. mit feiner Deduktionen flar darzuthun. so muß der solchen Argu Die Nationalliberalen triumphiren bekanntlich nach den jüngsten Reichstagswahlen am Meisten über den großen Sieg, den gestellt, daß die Vermehrung der nationalliberalen Stimme lediglich den konservativen Kompromißstimmen zuzuschreiben ist. Dies scheinen die Herren Nationalliberalen nunmehr auch einzusehen; denn fie begen gar keine Hoffnung mehr, durch ihre eigene Kraft, dem Reichstage zu imponiren und noch weniger Partei auf eine Karte fezen. Das ist nun allerdings nicht nationalliberal; aber in der Verzweiflung fann auch einmal ein Nationalliberaler wild werden. Die Nationalliberalen menten ins Feld ziehen, die geeignet find die Richtigkeit dem Reichskanzler. Sie wollen deshalb nunmehr ihre ganze Das ist nun aber vorliegend nicht der Fall. Möge man die Richtigkeit der von Ferdinand Lassalle gepredigten Lehre bezweifeln oder nicht, das zu zermalmen; und darum muß ein Kritiker, der fich herauss der Partei schrieb vor einigen Tagen wörtlich:" Deshalb Gine muß ihm Freund und Feind nachsagen: Seine Werte brängen nämlich auf nichts Geringeres hin, als auf die Auflegen Zeugniß ab von einer Seelengröße, welche die Mitwelt lösung des Reichstags. Die führende Korrespondenz in Erstaunen fezt und auch die Nachwelt zur Bewunderung binreißen wird. Wie der Redner, Herr Lüders, selbst zugiebt, bleiben wir bei unserer Meinung, daß die Auflösung und Neuwar er im Stande, seine Gegner mit geistigen Keulenschlägen wahl des deutschen Reichstages das beste und zweckmäßigfte nimmt, die Fehler dieses mit so großem Wissen ausgerüsteten hält missen im Reichstage zu gelangen." Rannes hervorzuheben, zunächst an sich selbst Kritik üben und prüfen, ob feine Kenntnisse auch hinreichen, das Wissen des Geistesheroen irgendwie in Frage zu stellen. Oder batte Herr Die seitherigen Erfolge sind doch nicht dazu angethan. Viel 20ders vielleicht nur die Abricht, fleine, menschliche Schwächen Laffalle's in pikanter Weise seinen Hörern vorzutragen? Faft fcheint es fo! Dann wäre es aber beffer gewesen, wenn er feine Weisheit für sich behalten hätte, denn nicht nur die Achtung vor dem großen Todten, sondern auch das Bewußt fein, der jämmerlichen Rolle eines solchen Kritikers, batte ihn davon abhalten müſſen. Lassalle hätte in der alten Zeit leben müffen" so bes Mittel ist, um endlich zu gesunden ParteinerEs gehört in Der That großer Muth und große Hoffnungsfreud gkeit dazu, Dieses Verlangen seitens der nationalliberalen Partei zu stellen. leicht aber schöpft man den Muth aus der Beriplitterung der deutsch freifinnigen Partei, die allerdings ein tägliches Schauspiel darbietet, fast noch kläglicher, als die nationalliberale Partei. bauptet Herr Lüders frischweg. Warum, aus welchem Grunde? Doch nicht etwa deshalb, weil er nach dem ,, ciceronischen Res Jept" seine Reden einstudinte?! Liegt es denn nicht im Belieben eines jeden Menschen, seine Kenntniffe und Studien in der Weise zu vervollständigen, welche er für die beste hält? Womöglich übte er sich auch in Geſtikulationen" fo fabrt Herr Lüders fort. Also ,, womöglich?" Sollte Laffalle ben Herrn Lüders beim Gestikuliren zu Rathe gezogen haben? Das ist doch nicht denkbar, denn dann würde Herr Lüders boch nicht womöglich" gesagt haben. Die Geftifulationen geben, den auf dem Kasernenhofe harrenden Kameraden nichts find also doch nur seinem Gehirn entsprungene Vers muthungen! Nachdem Lassalle wenigstens 4 Wochen zum EinStubiren einer Rede gebraucht hatte- so behauptet Herr Lübers weiter ließ er fie vor versammeltem Volt vom inspirit und waren bezaubert." Eine sensationelle Nachricht bringt der ,, B. C." Dem Bericht zufolge hat gestern eine Untersuchung sämmtlicher Mannschaften in allen hiesigen Kafernen stattgefunden. Jeder andere Dienst wurde zurückgestellt. Die Offiziere waren zur Stelle und führten nach dem Antreten jede Kompagnie und Schwadron in die Stuben der Kaserne, woselbst in ihren Schränken und Uniformstücken eine genaue Durchsuchung stattfand. Zeitungen und Briefschaften, namentlich die letzterer, wurden auf's Eingehendste geprüft und durchgelesen, und es geschah dies seibst in den Fällen, wo seitens der Mannschaften auf deren privaten Charakter aufmerksam gemacht murde. Nach dem auf diese Weise das Nachsuchen bei den einzelnen A6theilungen geschehen, wurde denselben der firenge Befehl gevon dem Vorgefallenen mitzutheilen, und so wurde abthei lungsweise fortgefahren. Wie verlautet, sollte festgestellt wer den, ob seitens der Mannschaften irgend welcher Busammenhang mit der Sozialdemokratie, sei es durch Lesen von Zeitungen, sei es durch Schriftwechsel bestehe, und wefen. Db fich irgendwie etwas vorgefunden, ist bisher nicht bekannt geworden. Stapel; feine Zuhörer glaubten dann, er sei vom Himmel deshalb ist die Recherche eine ebenso plögliche wie strenge ge Herr Lüders scheint sich sehr Benau informirt zu haben, jedenfalls erhielt er von Laffalle immer die Daten, an welchen derselbe eine Rede einzustudiren begann, resp. damit fertig wurde. Nun weiß aber Jedermann, der das Leben Lassalle's gekannt hat, daß derselbe in jener Beit, von der Herr Lüders spricht, mit Arbeiten aller Art Borträgen, Schreiben von Broschüren, Vertheidigungen in zahlreichen Prozessen u. s. m.- derart überhauft war, daß ein ciferner Fleiß und ein Riesengeist erforderlich war, dieselben Dem Reichstagsabgeordneten Antoine ist unterm 9. d. Mts. die Anklageschrift mit folgendem Schreiben zugestellt worden: Reichsgericht, Erster Straffenat. Leipzig, 2. Dez. 1884. Nachdem von dem Ober- Reichsanwalt am Reichsgericht gegen Sie öffentliche Klage wegen Hochverraths nach§§ 86, 813 Strafgefeßbuches durch Einreichung der Anklageschrift vom 1. Jahrgang. 20. v. M. erhoben ist, wird Ihnen auf Grund des§ 199 der Reichsstrafprozeßordnung Abschrift dr Anklageschrift mit der Aufforderung zugefertigt, fih innerhalb acht Tagen zu erklären, ob Sie die Vornahme einzelner Beweiserhebungen vor der Hauptverhandlung beantragen oder Einwendung gegen die Eröffnung des Hauptverfahrens vorbringen wollen. Thre etwaigen Anträge oder Einwendungen find innerhalb der genannten Frist schriftlich oder mündlich zum Protokoll des Gerichtsschreibers anzubringen. gez. Hocheder. An den Thierarzt und Reichstagsabgeordneten Herrn Dominik Antoine zu Met Die 26( autographirte) Seiten umfaffende Anklageschrift stügt die Anklage auf die feiner Zeit veröffentlichten B.iefe an den Angeklagten, sowie auf deffen Wahlprogramm vom 4. Dezember 1882, feinen bekannten Brief an den Statthalter, sein Beitungsprogramm für das zu gründende Journal ,, Met" und einige Briefe an französische Zeitungen und Private. Die Ge richtsverhandlung wird, im Falle der Verweisung, vor den vereinigten zweiten und dritten Straffenaten des Reichsgerichts zu Leipzig stattfinden, die Vertheidigung würde der bisherige Rechtsbeistand Antoine's, Herr Dr. Ernst Müller in Meg, übernehmen. Zum Anarchistenprozeß berichtet die„ Elberfelder 8tg." aus Leipzig: Obgleich nicht Freunde von Sensationsnachrichten, glauben wir dennoch die auß bester Quelle uns zugegangene Nachricht registriren zu müssen, daß in voriger Woche in Gera drei mit Sprengmassen ausgerüstete Individuen, die zur Reise hierher fich anfchickten, festgenommen seien. Desgleichen sei in den legten Tagen in Stettin die Verhaftung eines reisefertigen Anarchisten erfolgt." Daß man in Leipzig große Vorsicht beobachtet, haben wir bereits mitgetheilt. mitgetheilt. Wir glauben, daß diese Nachricht dennoch nur als Sensationsnachricht anzusehen ist. Zur Kongofrage. Der Temps" bringt aus Brüssel die noch weiterer Bestätigung bedürfende Nachricht, die afritanische Gesellschaft sei davon verständigt worden, daß elf Schiffe mit portugiesischen Truppen an der afrikanischen Küste gelandet seien, um Bestß von dem unteren Kongolande zu nehmen. " Aus Gnesen( Posen) erhält die Germania" unterm 16. Dezember folgendes Privattelegramm: ,, Gestern wurde bei allen Soldaten der hiesigen Garnison bis zum Sergeanten aufwärts Haussuchung nach sozialdemokratischen Schriften gehalten. Aus der Provinz Schlesien wird geschrieben: Während in einzelnen Gegenden Schlesiens eine wirkliche Abnahme des Vagabundenthums gemeldet wird, berichtet die„ Laubauer Beitung", daß in Laubau die zur Unterbringung der Landstreicher bestimmten Räume nicht mehr ausreichen und in der Umgegend das Stromerthum in vollster Blüthe steht. Die Arbeiterkolonie Wunsch a hat also auch für nahe gelegene Kreise die erwartete Wirkung nicht gehabt.( Das ist sehr erklärlich! D. R.)- In Ober- Schlesien sind jüngst wieder gerichtliche Entscheidungen gegen die Konsums Vereine ergangen, welche zur Umgehung der Vorschriften wegen Konzessionspflichtigkeit des Ausschanks von Branntwein gegründet waren. Es find Strafen bis zu 600 Mt. gegen die Vorstandsmitglieder verhängt. Frankreich. In Paris ist eine Depesche des Admiral Courbet eingetroffen, welche meldet: Der Kommandant Lacroix unternahm einen Vorstoß gegen die neuen Werke des Feindes, welche die französischen Stellungen bedrohen, die Chinesen wurden aus ihren Werken vertrieben und verloren 200 Mann an Todten und Verwundeten. Die französischen Truppen hatten 1 Todten(?) und 7 Verwundete. Deputirtenkammer. Die heutige Sigung wurde um 9 Uhr Vormittags eröffnet. Die Kammer nahm mit 260 Stimmen gegen 20 Stimmen bei 280 Abstimmenden den Antrag Lockton's an, täglich zwei Sigungen zu halten. Frau Hugues, die Mörderin Morins, hat in Paris schnell Nacheiferinnen gefunden. Ein Privats telegramm von dort meldet: ,, Gestern begoß eine Frau ihren Mann mit Schwefelsäure. Ein Mädchen schoß seinem Liebhaber, einem Studenten, auf dem Boulevard Saint- Michel eine Rugel in den Hals. Morins Geliebte erklärte dem Unterfuchungsrichter ihren festen Entschluß, nach ihrer in einigen Monaten zu erwartenden Entbindung Frau Hugues zu erschießen oder zu erstechen. schießen oder zu erstechen. Marseille. In Folge der Aufgebung der Quarantäne in Neapel nehmen die hiesigen Schiffsgesellschaften wieder ihren regelmäßigen Verkehr dahin auf, und werden fünftig alle Chinadampfer wie zuvor in Neapel anlegen. Ebenso wird bereits der heute nach Alexandrien abgehende Passagierdampfer ,, Möris" in Neapel Station machen. Nach Toulon tam eine Aufforderung des Marineministers an alle Aerate, Apotheker und Rechnungsbeamte, fich für den Dienst auf Formosa zu melden. Die hieftge Compagnie des Dock" läßt auf dem Joliettequat Restaurationsarbeiten vornehmen, deren Kostenüberschlag auf 300 000 Franks geschäst mird. Die Studenten von Montpellier weigern sich, die Vorlesungen zu besuchen, wenn man die Namensverlesungen nicht abschaffe. Die Vorträge der Professoren sind einstweilen fus, endirt. Die Bäckergesellen, denen die Bäcker in Folge Der halboffiziellen Brodtage den Lohn herabfeßen wollen, hielten fürzlich eine Versammlung ab, in welcher sie einstimmig beschlossen, unter feiner Bedingung eine Lohnreduktion fich gefallen zu lassen und überall die Arbeit sofort einzustellen.In Toulon find die ersten Verwundeten aus Tontin angetommen. Die Bevölkerung war wüthend, als sie sah, wie die armen Teufel, elend und herab gekommen, ganz ohne jede Unterstüßung und Hilfe gelassen werden, so daß site als Krüppel sich mühsam durch die Straßen schleppen. Rußland. Der Frankf. Beit." telegraphitt man aus Petersburg: Bisher war es ausländischen Jsraeliten nicht gestattet, rufftiche Unterthanen zu werden. Ein österreichischer Israelit in Odessa hat nun dem Czaren ein diesbezügliches Immediatgesuch eingereicht und dasselbe ist genehmigt wor den. Es wollen nunmehr Andere dieses Beispiel nachahmen. Asien. Ein Telegramm der Times" aus Hongkong meldet den Ausbruch einer Empörung in Korea mit dem Hinzufügen, dieselbe sei erfolgt, während zu Ehren des englischen General- Konfuls ein Bantet stattgefunden habe, ein Sohn des Königs und sechs der Minister feien ermordet oder in die Berge geflohen, die in Korea fich aufhaltenden Eng länder befänden sich in Sicherheit, auf dem Flusse bei der Hauptstadt Söul sei ein englisches Kanonenboot angekommen. Eine Depesche des Standard" aus Shanghai fagt über die Vorgänge in Soul, es sei am 7. d. Mis. zwischen Chinesen und Japanesen zu einem Kampfe gekommen. Das Gebäude Der japanestschen Gesandtschaft sei niedergebrannt worden, der chinesische, bei der japanesischen Regierung beglaubigte Ge sandte, der sich gegenwärtig in Shanghai aufhalte, set aufge= fordert worden, fich nach Söul au begeben. " 1 statt. Parlamentarisches. Die Nach wahl in Greiz findet am 23. Tezember Gegen die Wahl des Reichstagsabgeordneten Woermann ist, wie der Hamb. Korresp." berichtet, von freifinniger und sozialdemokratischer Seite ein Protest nach Berlin abgesandt worden, der fich hauptsächlich darauf stüßt, daß die Wählerlisten in Cuxhaven bei der Hauptwahl einen Tag zu wenig ausgeLegen haben, und ferner in einem Wahllokal auf dem Landgebiet fich kurz vor sechs Uhr eine so große Wählerzahl eingefunden habe, daß vor Schluß der Wahlhandlung nicht alle Anwesenden mehr zur Abgabe ihrer Stimmen gelangen fonnten. In Danzig wollen Zeitungsberichten zufolge bei der Stichwahl die Ultramontanen für den konservativen Kandidaten Don Ernsthausen stimmen. -Der Frankfurter Beobachter" will wiffen, daß aus der Mitte des Reichstags die Initiative zu einem Börsen= steuer projekte im Gegensatz zu dem v. Wedell'schen Entwurf einer Geschäftssteuer zu erwarten sei. Der in Ausficht genommene Antrag bezweckt, dem Frankfurter Blatte zufolge, die Beibehaltung des Reichsstempelgefeßes vom Jahre 1883 mit Einführung des Schlußnotenzwanges, sowie die Einführung einer besonderen Steuer bei Aktienunternehmungen und bei der Emiffton neuer Werthe. Der Ertrag der Steuer wird auf 15 bis 20 Millionen Mark geschäßt. Die konservative Partei soll geneigt sein, eventuell zu Gunsten des Projekts den Antrag Wedell fallen zu laffen. Die Reichstagskommission für die Dampferfubventionsvorlage hat gestern ihre vierte Sigung abgehalten. Es kam in derselben zu längeren Debatten, doch ist ein bestimmter Beschluß soweit bekannt noch nicht gefaßt worden. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 16. Sigung vom 16. Dezember Präfident v. Wedell- Piesdorff eröffnet die Sigung um 1 Uhr 20 Minuten mit den üblichen geschäftlichen Mittheilungen. Am Tische des Bundesraths: v. Bötticher, Minister v. Buttkamer, die Geh. Räthe v. Kusserow, Reichardt und andere Kommiffarien. Das Haus tritt sofort in die Tagesordnung ein, und zwar in die zweite Berathung des Etats des Auswärtigen Amtes. Die General- Konsulate in Alerandien und Budapest merden debattelos genehmigt.- Unter Tit. 33 werden für ein General- Konsulat in Capstadt 3600 Mart gefordert. Die Budget Kommission beantragt nur ein Konsulat mit 2200 Mark zu bewilligen, während Abg. Dr. Hammacher den Antrag stellt, die Forderung des Etats zu bewilligen. Geh. Legationsrath Hellwig befürwortet die Genehmigung eines General- Konsulates für Capstadt, schon mit Rüdficht auf die stetig wachsende Einfuhr in Südafrika, wo der deutsche Export ganz wesentlich betheiligt sei. Wolle man aber nur ein Ronfulat bewilligen, so solle man wenigstens dessen Gehalt auf 24,000 Mart bemessen, da das Leben in Capstadt sehr theuer sei. In Port Elisabeth, einer Stadt zweiten Ran ges, zahle eine deutsche Firma ihrem dortigen Prokuristen jähr lich 30,000 Mark. Es entspricht also der Billigkeit, einem Konsul ein sicheres Gehalt zu zahlen, denn sonst würde das auswärtige Amt in der Wahl eines Konfuls sehr beschränkt sein; es müsse ein jüngerer Mann hingeschickt werden, bei dem man auf Fähigkeiten fein größeres Gewicht legen könne. Abg. Struckmann( nationalb.) wird für die Position| stimmen um der Regierung zu erkennen zu geben, daß er ihre Gründe anerkennt. Abg. Richter( hagen) bisher war es Brauch, daß bei neuen Forderungen von der Regierung in der Kommiſſton wenigstens die Nothwendigkeit nachgewiesen wurde; daß ist wenigstens die Nothwendigkeit nachgewiesen wurde; daß ist nicht geschehen. Möge man dies bis zur 3. Lesung nachholen. Abg. v. Bachem bemerkt als Referent der Budget- Kommiffion, daß die inzwischen dem Reichstage eingegangenen Aftenstücke über die Verhältnisse in Südafrika der Kommission bei ihren Berathungen nicht vorgelegen haben. Dagegen seien Die Anführungen des Vorredners in der Kommission größtentheils berücksichtigt. Die Abgg. v. Helldorff und Dr. Hammacher verweisen auf die politische Tragweite der Pofition. Ein Befchluß der Kommission babe niemals eine bindende Tragweite für das Haus, daß dasselbe Nova nicht berücksichtigen dürfe, wenn sie zwischen dem Kommissions. und dem Plenarbeschluß bekannt werden. Abg. v. Bunsen aiebt zu, daß für das Konsulat in Korea allerdings 24 000 Mark bewilligt worden, obgleich besondere Gründe für diese Höhe des Gehaltes nicht beigebracht wurden. Abg. Freiherr v. Huene für das Konsulat in Korea sei auch eine bedeutend höhere Summe gefordert worden, die ebenso herabgesezt sei wie die für das Konsulat in der Kapstadt. Abg. Dr. Hammacher befürwortet seinen vorerwähnten Antrag. Die neue Gestaltung der Dinge in Angra Pequena macht zweifellos eine bessere Ausstattung des Konsulats in Kapstadt erforderlich. Wir möchten bei dieser Gelegenheit unferer Dankbarkeit und Anerkennung gegen die Regierung Ausbruck geben für die umfichtige und energische Wahrung der deutschen Intereffen in Südafrika, namentlich England gegenüber. Unter diesen Umständen erscheint die Ernennung eines General- Konfuls erforderlich; sollte dies nicht beliebt werden, fo bitte ich Sie, wenigstens für den Konsul ein Gehalt von 24 000 Mt. zu bewilligen. Abg. v. Helldorf Bora( tons.). Diese Position befindet sich nach unserer Anficht unter denjenigen, bei welchen unter den augenblicklichen Verhältnissen gespart werden kann; unsere auswärtige Lage in Südafrika könnte darunter leiden. Ich bitte Sie, den Etat der Regierung wiederherzustellen. Nach einigen furzen Bemerkungen des Geh. Reg.- Rath Hellwig und des Abg. Richter wird die Debatte geschlossen. Der Antrag Hammacher auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage mit 132 gegen 124 Stimmen abgelebnt.( Dafür die beiden konservativen Fraktionen, die Nationalliberalen und ein Theil der Sozialdemokraten, der Reichskanzler hatte den Saal verlaffen.) Der Antrag der Kommission wird dann von der Majorität angenommen. Abg. Windthorst wird jetzt für den Kommissionsantrag stimmen; behält sich jedoch vor, falls fich noch Nova herausstellen sollten, in dritter Lesung für die Regierungs- Vorlage zu stimmen, wenn diese durch die Nova gerechtfertigt erscheint. Geh. Leg.- Rath Sellwig bemerkt, daß die Regierung den entschiedensten Werth darauf lege, den Generalkonsul bewilligt zu erhalten. Bei Tit. 36 für einen Generalfonful und einen Vizekonsul in Korca 30 000. beam. 15 000 M. beantragt die Budgettommiffion: für einen Konsul 24 000 M. und für einen Sekre= tär 6000 M. zu bewilligen. Abg. Wör mann erläutert, wie wichtig es sei, für solche überseeische Konsulate, die geeigneten Persönlichkeiten zu haben. Die Wichtigkeit der deutschen Intereffen in Südafrika erfordere die Bestellung eines General- Konsuls. Sparsamkeitsrücksichten feien hier falsch angebracht. nommen Abg. Graf Behr Behrenhoff( Reichspartei) beantragt die von der Regierung geforderte Summe zu bewilligen. Geh. Leg.- Rath Hellwig: Wenn auch die Beziehungen zu Korea augenblicklich noch oberflächlich seien, so seien unsere beiden dortigen Hauptfonkurrenten, England und Nordamerika dort bereits diplomatisch vertreten, und deshalb würde die Ablehnung des Generalkonsulats auf die dort lebenden Deutschen einen sehr nachtheiligen Einfluß ausüben. Auch das VizeKonsulat, das in einem Hafen zu errichten wäre, sei sehr nothwendig. Geh. Leg. Rath v. Kusserow. Will man diejenige Person, welche als Generalkonsul für Kapstadt in Aussicht geist, auf die Kompetenz des Konsuls beschränken, so werde das eine gewisse Entmuthigung herbeiführen, die nachtheilig auf die Geschäftsführung zurückwifen muß. Abg. Löwe vertheidigt den Antrag der Budgeikommission, der nach reiflicher Erwägung beschlossen sei. Abg. Graf Behr Behrenhoff( Reichspartei) erklärt sich in ähnlichem Sinne. Wolle man diplomatisch im Auslande auftreten, müffe es auch mit voller Kraft und Nachdruck ge= schehen. Uebel angebrachte Sparsamfeit könne die wichtigsten Intereffen schädigen. die Copra Produktion auf Samoa und hält für einen Beruf unglückt konsul die Geschäfte für nicht genügend. felbe Bei Geh. Leg.- Rath von Kusserow hebt die Wahrung da die Leiche deutsch- nationalen Interessen in der Südsee als Motiv für diese nach dem Poſition hervor. Schon 1881 deutete Generalkonsul Bembs Abends, auf die Nothwendigkeit hin, die Zahl der Konsuln zu vermeh in seiner ren, die jetzt zur Dringlichkeit angewachsen ist. Daffelbe Abg. Dr. Bamberger findet für die 2 Vizekonsul früb erich feine deutsch- nationalen Gesichtspunkte, dieselben hätten nu 60 Jahre eine rein geschäftliche Bedeutung. der Man Hierauf werden die Anträge der Budgetfommission ange Obduktion nommen und von dem Fond zu Remunerationen von 302 000 Mart 12 000 Mark gestrichen und der Rest des Etats debatte los und unverändert genehmigt. Dann vertagt fich das Haus. Nächste Sigung Mittwoch 12 Uhr. Tagesordnung: A traa v. Jazdzewski( Bulassung der polnischen Sprache). Antrag Liebknecht( Einleitung eines Strafverfahrens gegen Kieler Bo lizeibeamten). Antrag Ansfeld( Diätengewährung). Antras Wedell- Malchow( Börsensteuer). Schluß 5% Uhr. Lokales. Das D Nie Im begab mi Stadt Beg derschaft. Nancy bebelligt Männer fonnte mi ging ich Ich Arbeit fa tober 188 geben, i glücklich, St. Jose to Die amtliche Feststellung des Ergebnisses der Nad wiederum wahlen zum Reichstage in Berlin ergab: V. Wahlkreis. Wahlberechtigt 26 910, abgegebene gültig Stimmen 16 450, ungültig 44. Es erhielten: Baumbach 8643 Cremer 5274, Frante 2520, zersplittet 13. Gewäh Baumbach. VI. Wahlkreis. Wahlberechtigt 74 898, abgegebene gültig Stimmen 34 925, ungültige 78. Es erhielten: Pfannku 20 327, Ben 7546, Dr. Jrmer 7027, zersplittert 25. Gewäh Pfannkuch. ชน schnell nach Ham war läng Januari 2 Tage s Schußleu befreunde R.: zialdemok laß des noch ein nun bier wohl ich osialdem den Ver Reiter lernte mic ist ihm mein was ich a Anarchist b. Die Momentphotographie hat rasch für die Wifen schaft eine Bedeutung erlangt, welche man bei ihrem erfte Auftreten nicht geahnt hatte. Die Physiologen versprechen fi von ihr ganz neue Aufschlüsse über den Mechanismus de Fluges, des Gehens der Menschen und des Laufens der Thien Man ist jest im Stande, eine Photographie in dem zwanzigst Theil einer Sekunde aufzunehmen, und so einen Vogel in d verschiedenen Stadien seines Fluges, einen Menschen in den feines Ganges, ein Pferd in jedem Moment feines Laufes firiren. Martirt man z. B. Die beim Gehen in Thätigt kommenden Muskeln mit Farbenkreisen und betrachtet ein Reihe von Aufnahmen desselben Mannes, so ergeben sich gan neue Aufichlüffe über die Thätigkeit der einzelnen Mustel Die Beobachtung einer Aufnahmereihe eines laufende Die Beobachtung Pferdes hat die ergeben, daß des Last auf nicht demselben richtig vertheilt Die Pferde dadurch daß ftrapaji werden bekannt bu Der Photograph Anschüß, feine Manöver- Momentbilder, weilt jest hier und fonferirt laging ihm haft mit unseren wissenschaftlichen Autoritäten, auch dem Kund Schri fusminister durfte er seine Studienblätter vorlegen. Um nám Bräf.: St lich vollkommen wissenschaftliche Resultate zu erreichen, beda es umfangreicher Vorrichtungen, welche über die Kräfte b Einzelnen hinausgeben. So mußte Hr. Anschüß, um zuv Der Antrag des Abg. Graf Behr wird hierauf abgelehnt lässige Bilder des Vogelfluges zu erlangen, einen Flug Taub eigens zu gleichmäßigem Fliegen dressiren. Für Pferde Bei Titel 43 General- Konsulat in Sidney klagt Abg. nahmen würde die Anlage einer besonderen Bahn nöthig se tam, befu um jede Unregelmäßigkeit der Bewegung durch Unebenheit des Terrains auszuschließen. Auch für unsere Archive wirberlin fo Moment- Photographie eine ganz neue Aera eröffnen. Mur Beit wird für zukünftige Geschlechter das ganze Leben der Gegen erst später wart firiren und es ihnen vermöge eines unvergänglich nicht zum Druckverfahrens zur unmittelbaren Anschauung überliefern Abg. Dr. Bamberger hält diese bedentenden Ausgaben bei dem ungemein dürftigen Verkehr mit Korea für nicht gerecht. fertigt. Für die gegenwärtigen Verhältnisse genüge der Konsul. Aba. Dr. Hänel fragt, ob denn die bier am Regie rungstisch angeführten Gründe der Kommission nicht bekannt geworden? Abg. v. Bunsen als Referent: Das laffe fich schwer fonstatiren, da ein Protokoll über diese Verhandlungen nicht eristire, die Frage der Theuerung in Capstadt sei allerdings in Der Kommisston nicht erörtert worden. Geb. Leg.- Kath v. Russerow: Bei dem im vorigen Jahre mit Korea abgeschlossenen Vertrage habe bei der englischamerikanischen Konkurrenz vom deutschen Vertreter nur mit Mühe die erforderliche Anerkennung erworben werden können. Wolle man die Forderung der Regierung ablehnen, würde es schwer sein, diese Autorität zu erhalten. Abg. Dr. Windthorst: Das wäre allerdings ein Novum, vorläufig werde er aber für den Kommissionsantrag ftimmen, bis die Kommiffarien ihre Angaben in dritter Lesung Spezialifirt baben. und der Kommissionsantrag angenommen. Brömel( freis.) über die Berichterstattung der Konsulate im Allgemeinen. Aus ihnen könne der Eingeweihte nichts lernen und der Uneingeweihte nichts verstehen. Besonders klagt Redner über den mangelhaften Bericht des Generalfonfuls in Sidney über die neuerrichtete Sloman- Linie, in welchen über die Mängel der deutschen Rhederei Klage geführt wird. Diese Klagen seien unbegründet und hätte die Regierung sich leicht Darüber informiren fönnen. Dieser Bericht, der mehreren gewissenhaften Unternehmern einen schweren Makel anbafte, rühre wahrscheinlich von dem Generalkonsul Krauel her( Ruf: Nein!), denn er athme denselben Geist, den dieser Herr in Die Berathungen der Dampfersubventions- Kommission hinein trage durch persönliche Angriffe. Redner wünscht objektive Berichte. Abg. Dr. Hänel: Dann treffe die Schuld die Kommissarien, welche die Kommission schlecht instruirt haben, oder follten sie etwa diese Momente nicht anführen? Fürst Bismarck erscheint im Sigungssaal.) Geh. Reg. Hath Hellwig: Es handle fich um die Sämmtliche Frage, ob Konsulat oder Generalfonfulat. überfeeifche Generalkonsulate seien so hoch dotirt, wie das in Capstadt. Abg. Fihr. Malzahn Gült beantragt, die Position nochmals an die Budgetkommission zurück zu weisen. Abg. Richter( Hagen) widerspricht dem, die Kommissarien mögen die Kommission besser auffiären; er werde dem Komm ssionsantrag zustimmen. Generalfonful Krauel fonstatirt, daß der Bericht nicht non ihm sei, sondern von dem kaufmännischen Konsul in Sidney und bestreitet dem Vorredner das Recht, seine ( Redners) Aeußerungen in der Kommission im Plenum zu fritiftren. Abg. Frhr. v. Hammerstein: Es sei kein Grund vorbanden, die Angaben ter Regierung zu bezweifeln. Dann aber fei die Nothwendigkeit vorhanden, für die Etatsposition zu stimmen. Abg. Richter( hagen) bestreitet den Kommissaren des Bundesrathes das Recht, darüber zu urtheilen, was den Mitgliedern dieses Hauses gestattet ist und was nicht. Der Vorredner sei wahrscheinlich in diesem Hause noch zu neu, um deffen Gewohnheiten zu lennen. Der Titel wird hierauf bewilligt. Tit. 47 fordert für 1 Konsul, 3 Vizekonsuln und 1 Sekretär in Apia 77 000 M. Die Kom mission beantragt nur für einen Konsul, einen Vizekonsul und einen Sekretär 44000 Mart zu bewilligen. Abg. Graf Behr Behrenhoff( Reichsp.) beantragt, die Forderung der Regierung zu bewilligen. Geh. Reg.- Rath Busse motivirt die Forderung der Regierung mit dem Aufschwung des deutschen Verkehrs und mit Der Wichtigkeit der Vertretung der dortigen deutschen Interessen. G: af Behr Behrenhoff: Es seien für Apia drei Vizekonsule nothwendig. Auch England und Amerika hätten eine gleich starke Vertretung an diesem Plaze. Eine Beschränkung fönnte die deutschen Interessen leicht schädigen. 9 be Auf g. Recht niedergeschlagen sah es gestern auf öffentlichen Verkaufsstellen für Weihnachtsbäume a Der heftige Wind, welcher bereits am fich Morgen einstellte, fämmtliche Weihnachtsbäume zu Boden, so daß schließlich Händler die Mühe aufgaben, die Tannenbäume wieder a zurichten. Auch unter den Buden auf dem Weihnachtsma wirkte der Wind belebend". Die ausgehängten Sächel wurden fortwährend durcheinandergeworfen und manches S ging dabei zu Grunde. Die echten Harzer Kanarienhäbn welche auf dem Weihnachtsmarkt für 10 Bf. das Stüd haben sind, machten ebenso wie die ,, vorne pickenden und hin nickenden Spaßvögel" Fluchtversuche, d. h. der Wind wat tbeilweise von den Holzrahmen, an welche sie gehängt wa Während übrigens am Sonntag Abend das Geschäft fid recht flott gestaltete, war in Folge des anhaltenden Reg gestern( Montag) Abend eine starke Baiffe zu verzeichn Trogdem hatten die Marktleute ihre Buden bis um 10 geöffnet, in der Erwartung, ciner der einzelnen Wand zwischen den Budenreihen werde noch ein Stück faufen. Allgemeinen herrscht unter den Marktleuten noch eine recht drückte Stimmung. Die besten Geschäfte rachen noch Händlerinnen mit ,, Knoblanten", welche diesmal wieder reich vertreten find. 10 g. Eine ebenso originelle als zeitgemäße Ausschmüd eines im Rohbau fertiggestellten Gebäudes gelegentlich Richtfestes desselben befindet sich auf dem Neubau an der der Zimmer- und Jerufalemerstraße. Denselben schmüdt DA an der Dachfirst befestigter großer Weihnachtsbaum, weld mit Flittermert und bunten Bändern ausgepugt ist. eigenartige Schmuck lenkt unausgesezt die Aufmerksamkeit zahlreichen Passanten auf sich. feine a. Verhaftet. Der in einem hiesigen Materialwaar schäft beschäftigte Kommis M. ist heute wegen fortgesetter wendungen von Materialwaaren aus dem Geschäft, ein Liebesverhältniß mit einer unverehelichten St., welche Abg. Dr. Bamberger: Die uns zugegangenen Berichte über die deutschen Interessen in der Südsee können die Anschauungen der Kommission in feiner Weise erschüttern. Hätten diese Berichte und früher vorgelegen, wäre der Antrag der Prinzipals zur Untersuchungshaft gebracht worden. M Kommission erst recht gestellt. Die Berichte der Konsuln seien deshalb einseitig, weil sie fich nur auf die Angaben der Inter- mäßig, sobald ihr von M. die Abwesenheit des Prinzip effenten stüßen, wie z. B. auf deren der Plantagengesellschaft, avifiit war, nach dem Geschäftslokal tam und verschieb der ja unsere Regierung ihr Wohlwollen in hohem Maße entgegenbringt. Die Copraproduktion werde sich auf den Samoa Insein schwerlich rentiren, da der Bedarf für diese Frucht Inseln schwerlich rentiren, da der Bedarf für diese Frucht immer mehr abnehme. Auch werde es den Konsuln nicht möglich sein, darüber zu zu machen, daß die Arbeiter auf den Inseln, wilde Insulaner, immer menschlich behandelt werden. Wollen wir solche Aufwendungen lediglich im InWaaren aus den Geschäftsbeständen erhielt, wofür sie, u verhalt zu verschleiern, geringfügige Beträge zahlte. Bon Verhaftung der K., welche hierselbst eine feste Wohnung ist Abstand genommen worden. den übrigen im Laden befindlichen Personen den wahren Ga a. Hoffnungsvolle Burschen. Vier Knaben im Beitung: wohl, ich auch ein lannten a Mal in 2 hatte. anarchisti lofigteit, aufhört? R.: ordnung, von etwa 12-14 Jahren famen gestern zu einem in tereffe einzelner Gesellschaften machen, so ist das eine Sub- Parochialstraße wohnenden Schuhmacher, und einer derfelb der 13jährige Knabe G., der bereits 2 Mal wegen Diebfta bestraft ist, ließ sich ein Paar Schuhe vo: legen, um diefel zu kaufen. Während die Frau des Schuhmachers im La vention aus deutschen Händen, die wir vor den Steuerzahlein nicht verantworten fönnen. Der Antrag der Kommission genügt dem Bedürfniß einstweilen. General- Konsul Krauel: Für Apia, wo es fich um Atte der Gerichtsbarkeit und um politische Beziehungen handelt, genügt allerdings augenblicklich ein Vizekonsul. Außerdem aber sollen zwei kaufmännische Wahitonsulate in feste Berufskonsulate umgewandelt werden, weil es sich bei diesen um die Rechtspflege handelt, die man nicht faufmännischen Konsuln, bet denen das Brivatintereffe leicht beeinflussen kann, übergiebt. Ja Tonga wird von dem dortigen Herrscher, einem sehr deutschfreundlichen Herrn, die Errichtung eines deutschen Konsulats gewünscht. Wir müssen die Interessen der Arbeiter in diesen unzivilifirten Gegenden in einer Weise zu wahren suchen, wie es einer zivis lifitten Nation würdig ist. In diesem Sinne ist die Vorlage gemacht und in diesem Sinne bitten wir um die Unterstützung aller Fraktionen.( Beifall.) Abg. Wörmann bekämpft die Ausführungen Bambergers bezüglich des Copra- Handels. Der geringe Preisrüdgang der legten Jahre sei kein Grund, die Copra- Kultur zu vernachlässigen oder gar zurückgeben zu lassen. mit dem Anpassen der Schuhe für G. beschäftigt wat fernten sich die drei anderen Knaben aus dem Laden, einer derselben nahm ein Paar neubesohlte Herrenschuhe die drei Burschen die Flucht ergriffen. Ihre That wurde doch sofort bemerkt urd der im Laden zurückgebliebene wurde festgehalten und zur Haft gebracht. Er hatte nur 30 bei sich und den Kauf von Schuhzeug nur vorgespiegelt, seinen Genossen eine günstige Gelegenheit zur Ausführung Diebstahls zu geben. Belle- Alliance- Theater. Die heutige Extralich ist, d Don Kum Möglichke und dem laffen ihr Mitglied mir erwäh Privatpro tit erforder alle Maid Jugemenbe aus der werden, d arbeiten wird fein Che und 2 liberaler 3 theilen, m fyftem, bo Löwenanth einen Sun Gigenthum und ich fü bringen; bat, fo bet Daran, die fo erziehen ist die Re Staate m noch Poliz nöthig ha führen, un beiter ins allerdings 2 Vorftell zu halben Kaffenpreisen ist die legte in diesem Jahre. Morgen ab ist wieder das Zeitbild Das Stadtgefpenft" dem Repertoir, welches sich bei seinen lezten Wiederholun der beifälligsten Aufnahme erfreute. " 1 Polizei Bericht. Am 15 d Mts., Morgens, wurde dem Hofe des Grundstücks Wilhelmstraße Nr. 61 Der dort ( Der Reichskansler, ber wieder zurückgekehrt war, vet läßt Töpfer auf der Erde liegend und aus einer Stopfwunde blu den Saal und das Haus.) Abg. Dr. Bamberger polemifirt mit Wörmann über woselbst er alsbald verstarb. Auf welche Weise Töpfer fammlung Freiheiten tommen bi Bute. Bräf. Demofraten es find bas Allein, fell anstreben, eristiren? Daß fie fid Und Shren Gewalt err Ihrer Bern gehen bede jedoch kein als Barteio Freiheit" unge Forde benten Si war durch langen? tione plan aus meinen ich stehe ni Was der gen, ich bi Dandlungen gern wolle Die Begehu mit ben an Derartige M wirklichung St t Beruf unglückt ist, hat nicht festgestellt werden können. Um die felbe Beit wurde hinter dem Grundstück Holzmarktstraße 33/34 rung de die Leiche einer Frauensperson aus der Spree gezogen und für diese nach dem Obduktionshause gebracht.-An demselben Tage, Bembi Abends, wurde ein Dienstmädchen in der Reichenbergerstraße verme in seiner Schlaflammer auf dem Bett liegend todt aufgefunden. Daffelbe hat sich mittelst Budersäure vergiftet. Am 16. d. etonjul früb erschoß sich in der Philippstraße vor der Kirche ein etwa tten nu 60 Jahre alter, anscheineud den mittleren Ständen angehören der Mann mittelst Revolver. Die Leiche wurde nach dem on ange Obduktionshause geb: acht. 302 000 debatte ng: An Antra ieler Bo Antrag er Nach ze gülti ach 8643 Gewäh Gerichts- Zeitung. Das Dynamit- Attentat bei der Enthüllungsfeier des Niederwald- Denkmals vor dem Reichs- Gericht. ( Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) Im Laufe seiner Aussage bekundet Reinsdorf weiter: Ich begab mich von Leipzig auf furze Beit nach meiner Heimath stadt Pegau, und alsdann ging ich wiederum auf die Wanderschaft. Ich wandte mich nach Frankreich und erhielt in Nancy Arbeit. Dort wurde ich jedoch von der Polizei derart bebelligt, daß ich meiner Arbeit verlustig ging. Ich ging wiederum nach Deutschland. Ich erhielt in Pforzheim bei Männer eine Stellung als technischer Leiter der Druckerei. Ich fonnte mich jedoch mit dem Prinzipal nicht vertragen, deshalb ging ich sehr bald von Pforzheim weg. Ich begab mich nun nach Elberfeld, woselbst ich sehr bald Arbeit fand. Ich verdiente dort wöchentlich 18 M. Im Dte gültig tober 1883 wollte ich mich von Elberfeld nach Hamburg be 3fannfud geben, ich fiel jedoch auf dem Bahnhofe in Elberfeld so unGewählücklich, daß ich mir den Fuß verrenkte und 7 Wochen in dem St. Josephs Krankenhause zubringen mußte. Alsdann ging ich nach Hamburg. Auch dort ertranfte ich nach einiger Beit und war längere Zeit in einem Hamburger Krankenhause. Am 9. Januar d. J. wurde ich aus dem Krankenhause entlassen und e Wife em erfie rechen fi mus de er Thien banzigste el in de ferirt Dem leb Rul Um nam Tage fräter, am 11. Januar, Abends, wurde ich von 8 Schußleuten verhaftet.- Präs.: Sie sollen nun mit hödel befreundet gewesen sein? R.: Ich besuchte hier in Leipzig im Jahre 1878 die foin denialdemokratischen Versammlungen; es war dies noch vor EcCaufes laß des Sozialistengefeßes, au welcher Beit man in Leipzig Thätigt noch ein einigermaßen freies Wort sprechen durfte. Ich machte thtet ein nun hier meine anarchistischischen Grundsäße geltend, und obfich ga wohl ich der einzige Anarchist in Leipzig war und hier der Mustela fozialdemokratische Generalstab stationirt war, so wurde ich aus laufende den Versammlungen dieser Partei hinausgewiesen. pödel Reite lernte mich in diesen Versammlungen kennen und ersuchte mich, un ihm meine anarchistischen Grundsäße persönlich mitzutheilen, ftrapa was ich auch sehr gern that. Präs War nicht Hödel auch bundnarchist? R.: Allerdings, er wurde es später, und es ging ihm bald nicht beffer als mir. Gödel betrieb einen Bücherund Schriften- Kolportagehandel und nährte sich nur nothdürftig. Bräf.: Sie waren auch mit dem Schriftseger Emil Werner, der die n, beda Beitung:„ Der Kampf" herausgab, befreundet?- R.: Ja räfte bewohl, ich arbeitete mit diesem zusammen.-Präs.: Es ist das auch ein bekannter Anarchist? R.: Ja. Präs.: Sie tannten auch Most persönlich? R.: Ich sah Most zum ersten Sthig ſtam, besuchte mich Most, der von meinen Ausweisungen gehört ebenheit hatte. Most interesfirte sich seit dieser Zeit sehr für mich. In wird Berlin Tonnte ich mit Most nicht befreundet werden, da dieser zur Beit noch der sozialdemokratischen Partei angehörte; er hat er Gegerit später eingesehen, daß man mit den Ideen diefer Bartei gänglich nicht zum Biel fommen fann.- Präs.: Sie bekennen sich zur anarchistischen Partei: Geben Sie zu, daß Anarchie Religionslosigkeit, Gesetlosigkeit heißt, so daß jede Gesellschaftsordnung m Juve Laub rde= efern me au Auf auf da ellte, wa ießlich Ceder au nchtsma Sächeld ches St enbäbn Stud and bin Dwarf gt war it fich n Reg erzeichn m 10 Wande ufen. e recht поф ieder ichmüd ntlich n der müdt G n, weld ift. D amfelt Iwaare fegter äft fein elche reg bic aufhört? R.: Die Anarchisten erstreben 1) eine derartige Staatsordnung, wodurch es jedem normal angelegten Menschen möglich ist, die höchste Kulturstufe zu erreichen, 2) die Menschen von Kummer und Sorgen zu befreien, 3) die Menschen nach Möglichkeit von der Arbeit zu entlasten und 4) der Dummheit und dem Aberglauben ein Ende zu machen. Die Anarchisten laffen ihren Mitgliedern so viel Spielraum. daß jedes einzelne Mitglied seine eigenen Ansichten haben kann. Um das von mir erwähnte Biel zu erreichen, ist es nothwendig, die heutige Privatproduktion in eine anarchistische zu verwandeln. Dazu tit erforderlich, daß aller Grund und Boden, alle Werkzeuge, alle zugewendet werden. Nur solchergestalt fann das heutige Elend aus der Welt geschafft und die Arbeitszeit derartig verkürzt weden, daß die Menschen höchstens täglich 2 Stunden werden arbeiten müssen. Diese Idee wird sich Bahn brechen, dies wird fein Reichs- Gerichtshof verhindern fönnen. Daß wir die liberaler Zeitungsschreiber. Ebensowenig beabsichtigen wir zu reichung der anarchistischen Jdeale giebt es nicht; auf welche Weise die Jdeale zu erreichen find, ist jedem Einzelnen selbst überlassen. Wenn der arme Weber Bachmann, an dem sich die heutige Gesellschaft so sehr versündigt hat, gegen die Reichen ein Dynamit- Attentat begeht, so fann ich es ihm nicht ver denken; angestiftet dazu habe ich ihn nicht. Präsident: Halten Sie nun auch Attentate, wie sie gegen Thren Landesherrn, den König von Sachsen und den deutschen Kaiser versucht worden, zur Erreichung der anarchistischen Ideale erforderlich? R.: Die Geschichte zählt von gekrönten Häuptern eine ganze Reihe von Verfassungs- Eid- Brüchen 2c. auf, fte haben fast alle ein schwarzes Blatt in der Geschichte. Was nun speziell den jezigen deutschen Kaiser anlangt Brä fident: Ich waine Sie, gegen Se. Majestät den Kaiser eine Beleidigung auszusprechen. Ich würde in solchem Falle sofort gegen Sie einschreiten und dafür sorgen, daß die Deffentlich feit Ihre Beleidigungen nicht erfährt. R.: Beleidigt hätte ich den deutschen Kaiser nicht, ich werde aber, wenn es gewünscht wird, hier abbrechen. Präs.: Sie sollen meine Frage beantworten, eine Beleidigung gegen Se. Majestät den Kaiser werde ich jedoch nicht dulden. Es wird behauptet: Sie seien von London als Emissär der Internationale nach dem Kontinent gesandt worden?- R.: Das ist nicht wahr, ich laffe mich überhaupt nicht schicken. Präs.: Sie haben von London Gelder und Briefe bekommen? R. Jh erhielt : wohl hin und wieder, da ich frank war, von London Unterstügungen, aber niemals Zwecks irgend welcher Agitation. Der Präfident verliest hierauf eine Anzahl bei Reinsdorf gefundener Briefe, woraus fich ergiebt, daß er mit zahlreichen Anarchisten Frankreichs, Londons und der Schweiz Briefwechsel unterhalten hat. Der Angeklagte giebt auch zu, viel fach unter falschem Namen aufgetreten zu sein, er habe dies gethan, um von der Polizei unbebelligt zu bleiben. Es tritt hierauf eine kurze Pause ein.- 3eugen- Verhör. Nach Wiedereröffnung der Sigung wird zunächst der Ortsbefund des Willemsenschen Restaurants in Elberfeld verlesen. Polizei fommiffar Gottschall( Elberfeld): Es sei ihm von einer Seite, Die er nicht uäher namhaft machen könne, versichert worden, daß Reinsdorf als Emissär der Internationale" nach Elberfeld gekommen sei. Im Weiteren bestätigt dieser Beuge sowohl als auch Frau Dr. Hartmann, Tochter des inzwischen ver storbenen Restaurateur Willemsen und Kellner Fricke( Elberfeld) im Wesentlichen die Angaben Bachmanns. Letterer, der zur Beit bei Willemsen als Kellner fonditionirte, sei bei dem Ausbruch der Explofton aus dem Zimmer geschleudert worden, so daß er ohnmächtig niederfiel. Es seien ihm in die Oberschenkel einige Glassplitter gedrungen, in welcher Folge er längere Zeit bettlägerig und in ärztlicher Behandlung war. Auch der Angeklagte Küchler bestätigt ins Wesentlichen die Depofita des Bachmann. Im Juli 1883 war er Stranfenbesucher für den Elberfelder Buchdrucker- Verein und da zur Zeit Reinsdorf im Elberfelder Krankenhause lag, so lernte er denselben kennen. Er( Rüchler) gehöre zur sozialdemokratischen Partei; welcher politischen Parteirichtung Reinsdorf, der sich John Penzenbach nannte, angehörte, wußte er zur Zeit nicht. Erst später habe er erfahren, daß Reinsdorf Anarchist sei. Reinsdorf babe ge äußert: Bachmann habe die Explosion zu früh erfolgen lassen. Reinsdorf habe zu ihm am 4. September 1883 gesagt: Er werde am Abende etwas machen, ebenso auch Bachmann. Bei dieser Gelegenheit sei von der Frankfurter Bierhalle und von Willemsen die Rede gewesen.-Reinsdorf bestreitet wiederholt, an dem Bachmann'schen Attentat irgendwie betheiligt gemesen zu sein. Der Präsident verliest hierauf eine Aussage des Küchler, wonach dieser beim Untersuchungsrichter bekundet: Reinsdorf habe zu ihm gefagt: die Sozialdemokraten und Anarchisten verfolgen diefelben Zwecke, nur ihre Mittel seien verschieden. Mit der Sozialdemokratie sei es nichts, es müsse später ,, vorgegangen" der Sozialdemokratie sei es nichts, es müsse später ,, vorgegangen" werden. Als er( Küchler) dem N. Einwendungen gemacht habe, bemerkte dieser: Wenn er nur die anarchistischen Blätter lesen würde, dann würde er sich sehr bald zum Anarchismus bekennen. Er ( Rüchler) habe den Sozial- Demokrat" gelesen und ihn direkt von der Expedition in Bürich bezogen. Er habe etwa fünf bis sechs Nummern der Freiheit" aus London zugesandt erhalten, wer ihm die Blätter gefandt, ob dies Reinsdorf veranlaßt, wiffe er nicht. Reinsdorf: Küchler hat vorhin gesagt: ich sei ihm jest nicht mehr sympathisch, ich frage den Küchler, weshalb ich ihm nicht mehr sympathisch bin? Küchler schweigt. Reins dorf: Ich werde dem Gedächtniß Küchler's zu Hilfe kommen. Gleich nachdem ich verhaftet wurde, erschienen im„ SozialDemokrat" eine Anzahl Schimpfartikel gegen mich, dies dürfte wohl mit der Grund zur plöglichen Alenderung seiner Gefinnung sein. Küchler giebt dies als möglich zu. Darnach wird die Sigung gegen 4 Uhr Nachmittags auf Dienstag Vormittag 9 Uhr vertagt. * Leipzig, 16. Dezember, Mittags.( Privat- Telegramm des aufnahme in der Bachmann'schen Attentatssache geschlossen. Die befundet, daß Reinsdorf den Vorschlag gemacht habe, das auf dem Markt in Elberfeld stehende Kriegerdenkmal in die Luft au sprengen und daß er im Kursaale in Wiesbaden ein Dynamit- Attentat habe begehen wollen. Reinsdorf bestreitet Berliner Tageblatts.) Heute Vormittag wurde die Beweistheilen, wir wollen im Gegentheil dem heutigen Theilungs- Angabe Bachmann's wurde von allen Beugen bestätigt und system, daß dadurch geübt wird, daß der Arbeitgeber den Löwenantheil in die Tasche stockt, während der Arbeiter nur einen Hungerlohn erhält, ein Ende machen. Wir sagen allerdings: Eigenthum ist Diebstahl. Proudhomme hat dies schon bewiesen, und ich füge hinzu: Niemand kann allein Reichthümer hervor bringen; befigt er demnach mehr, als er zum Leben nöthig hat, so betrügt er seine Mitmenschen. Auch denken wir nicht baran, die Religion abzuschaffen. Wir wollen die Menschheit 10 crziehen, daß sie überhaupt nichts mehr glaubt und dann ift die Religion von selbst abgeschafft. Im anarchistischen Staate wird man selbstverständlich weder ein stehendes Heer Gute. Alles. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. Der Fachverein der Nähmaschinenarbeiter und Berufsgenossen Berlins hielt am Sonnabend, den 13. b. M. im Heftaurant Feuerstein unter Vorfis des Herrn Wieland eine aus einer Beilage des Berliner Tageblattes". Bu legterem bemerkt Redner: er hätte den Artikel nicht erwähnt, wenn in demselben nicht wiederum versucht würde, mehrere Arbeiter, welche ihre Ehre und Intereffen gewahrt, auf eine ungerechtfertigte Weise zu verdächtigen. Die Forderungen der Arbeiter feien 3. 8. des Strifes gewesen: 1) Beibehaltung der alten Löhne, 2) anständige Behandlung seitens der Meister, 3) teine Maßregelungen. Daß die Direktion die Forderungen, die allseitig als human anerkannt wurden, nicht bewilligt hat, kennzeichne ihre sogenannte Humanität wohl am besten. Wie es sich nun mit Der Qualität der dort angefertigten Maschinen verhalte, davon wiffe er, Redner, Manches zu erzählen. Bunächst habe ihm ein Brief d. d. 8. April d. J. an Dr. Stolp im Original vorgelegen, worin die Direktion selbst angiebt, daß die große Mehrzahl der dort beschäftigten Arbeiter aus Handarbeitern bestehe, welches doch wahrlich für das Produkt keine Empfehlung sei. Außerdem fönne er nachweisen, daß seiner Beit durch die Unwissenheit solcher Arbeiter hunderte von Theilen verdorben feien und dadurch nicht nur mangelhafte, sondern sogar fehlerhafte Ma schinen an das Publikum gelangt seien. Auch erkläre das Geständniß der Direktion die vielen Unglücksfälle in der Fabrik. Redner verspricht, in der Aufdeckung dieser Schäden so lange fortzufahren, bis die Direktion in ihren gehässigen Bes merkungen gegen die Arbeiter nachläßt oder einen Sang geht, wo man erfahren kann, daß die Gefeße nicht nur für Arbeiter, sondern auch für Meister und Direktoren gemacht seien. Dieser mit großem Beifall aufgenommenen Rede des Herrn Günther pflichteten verschiedene Redner bei. Nachdem der Vorsitzende noch bekannt gemacht, daß Aquarium und Panoptikum- Billets zu haben seien, schloß er die Ver sammlung. Der Fachverein der Metallarbeiter in Gas-, Wafferund Dampf- Armaturen beschäftigte fich in seiner am Sonntag bei Gratweil abgehaltenen Mitgliederversammlung unter Vorft des Herrn Wurche mit der Stellungnahme zu der von Mannheim angeregten Zentralisation sämmtlicher Metallarbeiter Deutschlands, sowie mit der Beschlußfassung über die Betheiligung an dem nach Gera einberufenen Kongreß derselben durch Absendung eines Delegirten. Nach einem kurzen Referat des Vorfißenben eröffnete Herr Eggert die Diskussion und hob in einer längeren Rede die Unausführbarkeit der Zentralisation der Fachvereine mit sämmtlichen Metallarbeitern Deutschlands bervor und wies nach, daß die Vereinigung der verschiedenen Fachvereine in der Metallbranche mit der Mannheimer Union gleichbedeutend mit dem Untergange der bis jest ihre Selbsts ständigkeit bewahrenden Fachvereine sei. Wenn auch von ver fchiedenen Autoritäten der Arbeiterwelt die Bentralisation be fürwortet werde, so tönne fte im Prinzip wohl gebilligt wer den, in der Praxis sei dieselbe jedoch zu verwerfen. Wenn Den verschiedenen Fachvereinen der Selbsterhaltungstrieb inne wohne und sie ihre Selbstständigkeit bewahren wollen, so sei es die erste Bedingung, die Sentralisation mit sämmtlichen Metallarbeitern Deutschlands abzulehnen, indem diese Branche eine viel zu weit verzweigte set. Herr Eggert befürwortete indeß die Absendung eines Delegirten zum Kongreß, einestheils um die Interessen des Veteins zu wahren und anderntheils eine Fühlung mit auswärtigen Fachvereinen der Gas, Waffers und Dampf- Armaturenbranche zu nehmen, welche vielleicht später zu einer Bentralisation dieser Branche führen könne. Die Ausführungen des Herrn Eggert, sowie die meh rerer anderer Redner wurden mit großem Beifall aufgenommen, und einstimmig beschlossen, von der Bentralisation mit den sämmtlichen Metallarbeitern Deutschlands Abstand zu nehmen, jedoch die Absendung eines Delegirten angenommen. Bei der nun folgenden Wahl eines Delegirten wurde der erste Borsigende des Vereins, Herr Wuche, einstimmig gewählt, welcher am besten im Stande sei, den Verein und dessen Intereffen zu vertreten. Derselbe bedankte sich für das ihm bewiesene Vertrauen und versprach, mit aller Energie zum Wohle des Vereins wirken zu wollen. Die Versammlung beschloß darauf einstimmig, dem Delegirten für die Dauer des Kongresses pro Tag 9 Mart Diäten, sowie Erstattung der Reisekosten zu gewähren. Demnächst folgten innere Vereinss angelegenheiten. Die nächste Versammlung findet am 10. Ja nuar 1885 bei Gratweil statt. Versammlungs- Verbot. Die Versammlung des Arb.Bez.- Vereins für den Osten Berlins", welche gestern Abend mit der Tagesordnung: 1. Statutenberathung, 2. Verschiede nes, 3. Fragelanen, in Keller's Lokal, Andreasstraße 21, stattfinden sollte, wurde auf Grund des Sozialistengesetzes kurz vor der Eröffnung derselben verboten. Gewerkschaft der Maschinenbau- Metallarbeiter und verw. Berufsgenossen. Vor den Feiertagen findet keine Versammlung mehr statt. Vermischtes. Ein Polygamist freigesprochen. Aus Odessa berichtet bie Od. Btg." folgenden Polygamieprozeß: Der verabschie dete Offizrer und Kollegien- Affeffor Fadei Shebrowskt war hier in der Fabrik des Herrn Balen de Balue als technischer Leiter angestellt und ist ein Mann in der Blüthe seines Lebens von sympathischem Aeußern und weltmännischen Manieren. Er erschien auf der Antlagebant, elegant gelleidet, mit blendend weißer Wäsche und schwarzen Handschuhen und gewann sofort die Sympathie des zum größten Theile aus Damen bestehenden Auditoriums. Die Anklage beschuldigt Shebrowski, in den Jahren 1881 bis 1884 sich drei mal verheirathet zu haben. Er gestand seine Schuld ein und erzählte mit pathetischen Worten, jedes mal von den betreffenden Damen bezaubert worden zu sein, daß er der Versuchung nicht widerstehen konnte. So habe er 1881 in Nischenew die Be nöthig haben, mit ihren Brüdern in Frankreich Krieg zu führen, und es wird auch nicht nothwendig werden, die Ar- recht[ ewegte Versammlung ab. Nachdem der Kassenbericht fanntschaft eines Fräulein Olimpia Lizewska gemacht, deren beiter ins Gefängniß oder Zuchthaus zu sperren. Es giebt ja durch den Kassirer Herrn Warnst verlesen und durch die Re allerdings auch schon heutzutage Freiheiten, Preßfreiheit, VerSammlungsfreiheit ze. Allein ganz abgesehen davon, daß diese Freiheiten in Folge des Sozialistengesetes illusorisch sind, so tommen diese Freiheiten doch nur den oberen Behntausend zu Das, was Sie uns gesagt, ist eigentlich nicht neu; Bräs.: D. ba Bringi erfchieb te, um bren Sa Bon nung im n in berfelb Diebita im Lab war, aben, Diefelb chube 6, mor wurde iebene tur 30 iegelt brung Borftell es find das im Großen und Ganzen die Grundsäße der Sozial demokraten, nur daß Ihre Partei feine Bentralifirung will. Allein, selbst wenn Sie nur die Bildung einzelner Föderationen anstreben, so ist es doch immer erforderlich, daß Gesetze eristiren? R.: Die Menschen müssen so erzogen werden, τάρ.: in visoren für richtig anerkannt worden, wird dem Kassirer Decharge ertheilt. Hierauf erstattete Herr Beyer Bericht über das am ersten Feiertage im Schüßenhause, Linienstraße, stattfindende Fest, Konzert verbunden mit Ball; der Preis pro Billet sei auf 30 Pf. festgesezt und seien dieselben vorher beim Komitee als auch beim Vorstand zu haben. Das Komitee hat fich bemüht das Fest zu einem gemüthlichen und angenehmen zu gestalten und ladet Freunde des Vereins hiermit ein. Nach diesem wurde als Herr F. Günther Dele girter zu dem am 25., 26. und 27. b. Mts. Gera stattfindenden Metallarbeiter- Kongreß gewählt. Auf eine Anfrage des Herrn Kasprich, ob Näheres betannt sei, daß Arbeiter seitens mehrerer Meister von Frister u. Roßmann Geld erhielten, um fich als Mitglieder in den Verein aufnehmen zu laffen und so auf diese Weise den Meistern das, was im Verein vorgehe, zu hinterbringen. Hierauf erwidert Herr Günther, daß der Verein nicht nöthig habe, seine Thätigkeit zu verheimlichen, um jedoch keine Zweifel aufkommen zu laffen, gebe er folgende Ers flärung ab: Der Verein sei bestrebt, die Interessen und Rechte feiner Mitglieder zu wahren; er stehe daher mit Meistern, die diese Interessen und Rechte der Arbeiter versuchen mit Füßen zu treten, auf Striegsfuß. Der Verein werde sich stets in den Grenzen der Gefeße bewegen, aber auch nicht verfehlen, von seinen Rechten den ausgedehntesten Gebrauch zu machen, und fordert Redner auf, daß sämmtliche Mitglieder von etwaigen Uebergriffen jenerseits dem Verein sofort Mittheilung machen. Im Uebrigen werde gegen gewerbsmäßige Horcher der Verlangen, fte zum Traualtar zu führen, er als Ravalier nicht widerstehen konnte. In Kischenem habe er nun an technischen Erfindungen gearbeitet, welche ihn mit hohen Persönlichkeiten, wie dem Kriegsminister, dem Gouverneur und dergleichen in Verbindung brachten. Als er geschäftlich nach Ddeffa kam, sei er mit der Familie Tichnikin bekannt geworden, deren Tochter Anna ihn derart gefesselt, daß er sich, trotzdem er in Richinem verheirathet war, zum zweitenmale trauen ließ. Hier lebte er nun acht Monate im besten Einvernehmen mit seiner zweiten Frau, verließ sie aber nachher unter dem Vorwande, daß ihn die Polizei als Sozialisten verfolge, mit dem Versprechen, daß er für ihr Kind, dessen ste bald genesen mußte, forgen würde. Shebrowski wendete sich hierauf nach dem Kaukasus, von wo er feiner zweiten Frau( Tschnitin) auch hier und da Geld sen dete, was jedoch für ihren Unterhalt nicht genügte, so daß ste nach ihrer Niederkunft eine Stelle als Amme bei der Herrschaft Starshewski annehmen mußte. Das junge Weibchen war troßdem mit seinem Schicksal zufrieden, und obwohl Shebrowsti inzwischen auch den Reizen einer verwittweten Kapitänsfrau Marie Reiter nicht widerstehen konnte und auch diese zum Altare führte, lebte Anna Tichuilin in der festen Ueberzeugung, daß ihr Mann mit technischen Erfindungen beschäftigt sei und weigerte fich, der bei ihr erschienenen Polizei, welche unterdessen von der Rischenewer Frau angerufen war, den ihr bekannten Aufenthalt ihres Mannes anzugeben, erklärend, daß derselbe als politisch Verdächtiger in's Ausland entflohen sei. She browski wurde jedoch in Moskau verhaftet und vor etwa vier Monaten nach dem hiesigen Gefängniß gebracht. Von den drei Frauen erschien vor dem Gericht nur die hiesige, Anna Tichuitin, welche erklärte, gar keine Prätentionen an ihren Mann zu haben, da er von ihr gutwillig geschieden sei, weil ihre Charaktere nicht zusammenpaßten. Dabei schilderte sie aber den Charakter ihres Mannes als den besten und ehrlichsten, den es nur geben kann. Aus der ganzen Verhandlung ging nicht hervor, baß Shebrowskt irgend welche besondere Bwecke mit der daß fie fich selbst nach Vernunftgefeßen regieren. Und Shren Blätter nach wollen Sie diese Shre Ziele mittelft Gemalt erreichen?-R.: Das tommt darauf an.- Präf.: Bet Shrer Bernehmung in München im Jahre 1881 fagten Sie: Sie fedoch kein Geld, deshalb muß das Most'sche Blatt, Die Freiheit" als Barteiorgan gelten?-R.: Das stimmt.-Präfident: Die Freiheit" empfiehlt nun die Durchführung der sozialistischen gorde ungen mittelst Gewalt, eventuell mittelst Dynamit. Ge benken Sie ebenfalls, zu Ihren Ideen mittelst Gewalt und awar durch Verbrechen, wie sie hier zur Anklage stehen, zu ge= langen? R.: Ich fühle mich nicht veranlaßt, meinen Opera tionsplan Ihnen hier vorzuführen, im Uebrigen ziehen Sie nur aus meinen Ausführungen die Konsequenzen, die Sie wollen, ich stehe nicht hier, um freigesprochen zu werden. Was der Gerichtshof machen wird, brauchen Sie nicht zu fa= gen, ich bin verpflichtet, Sie nach der wahren Abficht Ihrer§ 6 des Bereins- Statuts in Anwendung fommen. Nachbandlungen zu fragen, wenn Sie eine Antwort jedoch verweis gern wollen, fo stebt Ihnen das zu. Ich frage Sie also, ift Begehung von Verbrechen, wie sie hier zur Antlage stehen, mit den anarchistischen Bestrebungen vereinbar, und halten Sie derartige Mittel für geeignet, die anarchistischen Freale zur Vers wirklichung zu bringen?- R.: Bestimmte Mittel zur Er bre peni" exbolun wurde er dort Bausbi de blut e gebr Opfer bie dem sich verschiedene Redner ebenfalls sehr mißbilligend und in dem Sinne des Herrn Günther geäußert, wird bie Erklärung des Herrn Günther einstimmig angenommen. Herr Günther ermahnt, von dem errichteten Arbeitsnachweis Herr Günther ermahnt, von dem errichteten Arbeitsnachweis regen Gebrauch zu machen und verliest gleichzeitig einen Reflameartikel der Nähmaschinen- Fabrik von Frister u. Roßmann öfteren Verheiratbung verfolgt hätte. Der Prokurator wies auf die Gefäbi lichkeit solcher Subjekte hin, die nicht nur in moralischer Hinsicht, sondern auch in religi öfer Beziehung die Gesellschaft verderben und forderte des Angeklagten. die exemplarische Bestraftung Das gegen hielt der Vertheidiger Herr Metschnitoff eine Abhandlung über die Vielweiberei, wobei er unter Anderem darauf hinwies, daß die Schwäche für das weibliche Geschlecht nach historischen Angaben auch die höchsten Personen zu derartigen Fehltritten verleitet habe. So habe sich z. B. Jwan der Schreckliche fieben und Heinrich IV. vier Weiber an geschafft und sich mit allen kirchlich trauen laffen. In seinem legten Worte flehte Shebrowski abermals in echt theatralischem Pathos um Gnade für sein Vergehen, da er schon durch die viermonatliche Gefängnißhaft genug bestraft sei. Die Ges schworenen fällten denn auch nach furzer Berathung ein frei Sprechendes Urtheil, worauf Shebrowsti mit seiner zweiten Frau das Gerichtslotal verließ. Danach, so schließt de ,, Db. Btg." ihren Bericht, ist also nach unseren Gesezen die Bielweiberei kein Verbrechen. Ein tragischer Jagdausgang wird aus Wien berichtet. Der 60jährige Joseph Leser, Beßißer einer Bimmerpuganstalt, und sein 32jähriger Sohn Edmund fuhren am Sonntag früh mit der Staatsbahn nach Gerasdorf und begaben sich von dort Mittwoch: Tell. Theater. Königliches Opernhaus: Königliches Schauspielhaus: Mittwoch: Viel Lärmen um Nichts. Deutsches Theater: Mittwoch: Pitt und Fox. Bellealliance Theater: Mittwoch: Lezte diesjährige Extra Vorstellung zu halben Kaffenpreisen: Daria Stuart. Menes Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Mittwoch: Gasparone. Central- Theater: Mte Jakobstraße 30. Direktor: Ab. Ernft. Mittwoch: Bum 53. M.: Der Walzer- König. Mittwoch: Kean. Nefdenz- Theater: Direktion Anton Anno. Walhalla Operetten- Theater: Mittwoch: Gillette. Zonisenstädtisches Theater: Direktion Jos. Firmanns. Mittwoch: Lebrecht u. Comp. Ofend- Theater: Heute und folgende Tage: Jm Lande der Freiheit. Großes Sensations Ausstellungs- Schauspiel in 9 Bildern von H. v. Gordon. Mufit von Th. Franke. Mittwoch: Excelfor. Vittoria Theater: Wallner Theater: Mittwoch: Der Salontyroler. Alhambra- Theater. Wallnertheaterstraße 15. Heute und folgende Tage: Mädchen von heute. Boffe mit Gesang in 3 Alten von Dr. Bernhardi. Vor der Vorstellung: Großes Konzert, ausgeführt von der Hauskapelle. Anfang des Konzerts 7 Uhr, Der Vorstellung 7 Uhr. 1581 Arbeitsmarkt. Eine geübte Plätterin wünscht für einige Tage Beschäftigung L. Maihack, Schlegelftr. 26, Hof 2 Tr. I. Tüchtiger Kellner sucht Beschäftigung. Zu erfragen Gitschinerstr. 37, I., bei Heffe. Junger Mann mit schöner Handschrift sucht unter den bescheidensten Ansprüchen Beschäftigung. Offerten an Hesse, Gitschinerstr. 37, I. 1588 1589 Die Beleidigung gegen Heren Karl Köpsel nehme ich hiermit zurück. Wilh. Klos. Cigarren 1583 bester Qualität, Rauch, Kau- und Schnupf Tabale, Cigarrenspizen und Shag- Pfeifen in großer Auswahl empfiehlt 1134 M. Meyer, Fruchtstraße 36 a im Freischüß. Arbeiter- Bezirksverein v. 15, u. 20. Communal- Wahlbezirk Mittwoch, den 17. Dezember, Abends 8% Uhr, in Renz's Salon, Nanynstr. 27, Große Versammlung. Tages- Ordnung: in das dem Herrn Leser gehörige Jagdrevier bei Süßenbrunn, um nach Krähen zu jagen. Die Jagd wollte diesmal nicht gerathen; der Uhu saß ordnungsmäßig auf der Stange, aber keine Feder zeigte fich und feiner der beiden Jäger kam bis Mittag zum Schuffe. Sie hofften Nachmittags auf besseres Jagdglück, schulterten die Gewehre und gingen in ein Gasthaus nach Süßenbrunn zum Mittagessen. Neu gestärkt, machten fte fich wieder auf den Weg nach der Krähenhütte. Sie hatten diese beinahe erreicht, da stieg vor ihnen eine Schaar Krähen auf. Leser sen., der seinem Sohne einige Schritte voran ging, riß das Gewehr von der Schulter und feuerte nach den Vögeln. Leser jun., der den Schuß seines Vaters verbessern wollte, machte sich nun auch rasch schußbereit; in diesem Momente entlud fich das Gewehr des jungen Mannes, ehe er es zum Anschlage brachte, und die starken Schrote drangen dem voranschreitenden Vater Leser's in den Rücken und in die Lunge, so daß der Greis augenblicklich todt zufammenbrach. Von Verzweiflung erfaßt, feuerte der unselige Sohn, an die Leiche seines Vaters knapp herantretend, einen Schuß, der noch im zweiten Laufe des Lefaucher- Gewehres steckte, gegen seine Bruft ab. Zu Tode getroffen, stürzte Leser jun. neben der Leiche seines Vaters auf dem einsamen Felde zu Boden. Der Reichstagsabgeordnete Stöcker ist eingeladen worden, einen Vortrag zu halten. Verschiedenes. Fragefaften. Das Erscheinen eines jeden Mitgliedes ist Pflicht. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste find wiüfommen. 1580 Der Vorstand. Gewerkschaft der MaschinenbauMetallarbeiter u. verw. Berufsgenossen. Vor den Feiertagen finden keine Versammlungen mehr statt. Der Vorstand. 1582 Die Nr. 11 der humoristischen Blätter Der wahre Jacob" ift erschienen und in der Erped. d. Berl. Voltsbl." zu haben Täglich auch Montags ☑ BERLINER NEUESTE NACHRICHTEN Unparteiische Zeitung Billigste Berliner Zeitung G Täglich auch Montags.- Ausführliche politische Mittheilungen, objectiv, mit Wiedergabe interessanter Meinungsäusserungen aus der Presse aller Parteien.Nachrichten über Theater, Musik, Kunst, Wissenschaft; Gerichtshalle; locale Nachrichten. Spannende Romane. Sorgfältige Börsen- und HanVollständiges Berliner CoursAmtliche Nachrichten. delsnachrichten blatt. 1 Lotterielisten. 6( Gratis-) Beilagen: 1. Neueste Berliner Fliegende Blätter( illustrirt). 2. Unterhaltungsblatt. 3. Die Hausfrau. 4. Zeitung für Landwirthschaft und Gartenbau. 5. Neueste Moden( illustrirt und Schnittmuster). 6. Verloosungsblatt.( betr. Obligationen. Prioritäten und Anlehensloose. Probenummern gratis u.franco M.3.25 pr.gauzes Quartal 217 für 2letten 1590 Quartalomonale 09 für letzt. Quartalomonal Gemeinnütiges. Erkennung tauglicher und frischer Eier. Um frische Nr. Eier als solche zu erfennen, hat man folgende Hilfsmittel. Man halte das Ei gegen das Licht; erscheint das Weiße noch ganz hell und überhaupt noch voll, so ist das Ei gut. Ferner schüttelt man ein Ei, so darf man, wenn es noch gut sein soll, im Innern nichts hören; schwappt es im Innern, dann ist es zur Aufbewahrung untauglich. Schwimmt ein Ei z. B. in Kochsalzlösung, so ist es ohne Zweifel alt. Gef: orene Eier müffen, wie ja meist wohl schon bekannt ist, in faltem Wasser aufgethaut werden. Gutes Mittel zum Flaschenreinigen. Flaschen fann man gründlich reinigen, wenn man sich eine Mischung von 16 Gramm Chlorkalf auf etwa 12-2 Liter Wafer bereitet und damit die Flaschen ganz voll füllt. Nach einigen Tagen gießt man dies aus und wird finden, daß selbst das festge fruftet gewesene fich gelöst hat. Das Reinigungswasser last fich öfter benußen. Bertreibung der Kazen von bestimmten Stellen Will man Kaßen von bestimmten Stellen vertreiben, so b diene man sich des Rautenöls, das man auf Löschpapier giett und an die bestimmten Orte legt. Jede Kaze vermeidet dann diese Stelle. 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