Nr. 11. Mittwoch, 14. Januar 1885. H. Jahrg. Krgan für die Intrreffcn der Arbcitrr. Dat..vertwer«olttAstt"_,_..„ erschsmt täglich SHorgca« außer nach To««- und Festtage». AbosnemeiitSprstD?i« Berti« frei w's Haus vierteljährlich 4 Mark, monatnch 1,85 Mark, wöchentlich 35 M. Psstabonnement 4 Mark. Zmzetne Nr. 5 Pf.©onntagl-Nuww««it illustr. Beilage 10 Pf. (Eingetrsgm in der Postzeitu«g Bureaux, ohne Erhöhung de» Preise», angenommen. MeHMLion unö GXpeöMon Werttn 8W� Kimmerstraße 44. T »lj s? ersten besten Ge- wo ein Posten zur angegriffen wurde, Auflösung oder nicht? Wir haben uns doch geirrt, als wir meinten, im Reichstage wären nach den Ferien keine großen Kämpfe zu erwarten. Wir glaubten, daß Fürst Bismarck sich mit der Niederlage begnügen würde, die sich die Deutlch-Freisinnigen bei der dritten Lesung in der bekannten 20,000 Mark-Angelegenheit selbst zufügen werden. SKm ist aber nicht so. Bei der legenheit, bei der AuSwanderungifrage, Berathung stand, der von Niemandem griff der Kanzler siebenmal in die Debatte"ein, die von da an viel Staub aufwirbelte. Auf der einen Seite Fürst Bismarck, auf der anderen Seite die Deutsch-Freisinnigen, vertreten durch Richter. Wer gerne einem Wortgefecht zuhört, oder hier bester au»- gedrückl, zusieht, für den war die Debatte ein hoher Genuß. Sachlich hatten eigentlich nur die Abgeordneten LingenS, Bock, Hafenclcver und der Vertreter der Regierung, von Bötticher, gesprochen— von dem Augenblicke an, wo Fürst Bismarck eingriff, gestaltete sich die sachliche Frage zur rein persönlichen. Daß Fürst Bismarck dabei mit großer Gewandtheit operirt, ist ihm nicht abzusprechen und auch Herr Richter ist ein nicht zu unterschätzender Gegner..... Man erfuhr bei dieser Gelegenheit Dinge, die dem Herrn Reichskanzler angedichtet sein sollen durch die„Richter- sche Presse", von denen man bislang nichts gehört hatte. Es ist nur zu verwundern, daß der Strafcichter sich mit diesen Sachen noch nicht beschäftigt hat, da ja sonst Fürst Bismarck mit einem Strafantrage so schnell bei der Hand ist. Daß der Reichskanzler nicht sehr darüber erbaut ist, wem, seine persönlichen Angelegenheiten in der Presse hm- und hcrgezerri werden, läßt sich leicht denken, jedoch sollte er sich mit seinem Vorwurf zunächst an seine Verehrer, die Herren Busch und Hesekiel wenden, die ja die intimsten Vorfälle auS dem Leben des Kanzlers bis in die klemsten Details ausschmücken und dem Leser übergeben.-- Die persönliche Empfindlichkeit spielt in den Debatten des deutschen Reichstags überhaupt eine große Rolle und verbittert in kaum glaublichem Maße die Stimmung auf allen Seiten. Und wenn auch gar so ein unglücklicher Konservativer, wie der Abgeordnete Dr. Frege, sich die Kürassierstiefeln des Kanzlers anziehen und ähnlich wie letzterer die Anders- gläubigen im Reichstage abkanzeln will, dann erreicht die Situation einen derartigen Höhepunkt, von dem aus die ReichstagSthätigkeit recht unerquicklich aussieht. Hält die s-ger, wärtige Stimmung noch lange an, so kann man fest davon überzeugt sein, daß die Regierung Nachdruck verboten.Z 61 IeuMeton. äs« Gesucht und gesunde«. Roman von Dr. Dux. (Forsetzung.) »Ich hoffe, Sie rechnen es Herrn Härder nicht zum Verbrechen an, daß er mit Ihrem Gelde nicht leichtfertig wirthfchaftet, sondern es zu Rathe hält", bemerkte er. „O ja, Sparsamkeit ist eine Tugend, aber Sparsamkeit am unrechten Ort kann auch schädlich sein und kann Ver- luste bringen, welche eine rechtzeitige Freigebigkeit verhütet haben würde, wie wir ja das hier deutlich sehen," sagte Rodcnburg. 8» seinem großen iVerdrusse bemerkte Amberg, daß zwischen ihn und den alten Herrn ein Schatten getreten ser. daß der Letztere nicht so unbedingt seine Ansicht theile, wie es früher der Fall gewesen. Er stieß auf Widerspruch; das war rhm neu und im höchsten Grade unangenehm. Woher dieser Widerspruch und dieser Schatten lam, daß sollte ihm nicht lange verborgen bleiben. „Auch ich bin der Ansicht," nahm Ehrlich das Wort. „daß die Maßnahmen oes Herrn Härder der Bewirth- schaftung deS GuteS schädlich sind; ja sie wirken auch schädlich auf Bildung und Moral der Einwohnerschaft... Ich erinnere Sie nur, Herr Rodenburg, an die Streichung der Schulfreistellen." „Das ist ein Punkt, über welchen ich später noch mit Ihnen sprechen will.... Lieber Freund Arnberg, Sie erinnern mich wohl nachher daran, daß ich diese Maß- regeln des Herrn Härder redressire. Es war sehr unrecht von ihm, daß er ohne meinen Willen solche Ersparungen rrntretrn läßt, die ich zum Wohle meiner Gutsinsaffen nicht wrlll Herrn Brand wäre ei wahrlich nicht eingefallen, eigen- machtig zu streichen, was ich für den Unterricht unbemit- telter Schüler ausgesetzt habe." „O, nein," bestätigte Herr Ehrlich,„das würde Herr Stand rn�t gethan haben; dieser interessirte sich für Schule und Krrche de» Orte» sehr lebhaft, denn es lag ihm nicht den Versuch machen wird, sich eine« besseren Reichstag zu schaffen. Ob es ihr gelingt, ist freilich eine andere �'�Auch glauben wir, daß Fürst Bismarck mit dem gegen- wältigen Reichstage, der gar nicht so„radikal" ist, wie er aussieht, sehr gut auSkommeu kann. Von einer ernsthaften Gefährdung deS Budgets kann ja nicht die Rede sein; die zweite Direktorstelle wird in der dritten Lesung ange- nommen; ist ine« Abstriche muß sich eben jede Regierung gefallen lassen und was die Deckung des Defizits anlangt, so wird das sogenannte Börsensteuergesitz der Konservativen mit einigen national-liberal-n Aenderungen wohl ange- nommen werden. Auch der Vorschlag der Konservativen, den Getreidezoll zu verdreifachen, ist vom Zentrum akzeptirt worden und hat im Reichstage eine Majorität. Somit könnte sich Fürst Bismarck wohl zufrieden geben. Aber durch die persönlichen Kämpfe werden die praktischen Erwägungen vielfach getrübt und so dürfte bei irgend einer Gelegenheit, der Gedanke den Reichstag auszu- lösen, zur Reife gelangen. Auch ein bekannter Führer deS Zentrums, der Abg. Dr. Lieber hat noch kürzlich in einer Wähleroersammlung seire» KrnseS dem Gedanken der NeichstagSauflösung Aus- druck gegeben. Wir sind nun allerdings der Meinung, daß die Reich!- tagsauflösung, wenn sie überhaupt geplant wird, nicht vor der Beendigung der Etatsberathung erfolgt, wir glauben auch ferner, daß man erst die Neuwahlen zum preußischen Abgeordnetenhause, die nächsten September stattfinden, ab- warten wird, um an dem Ausfalle derselben, die Stim- mung, welche im Volke herrscht, wenigstens einigermaßen kennen zu lernen. Die„Entiüstungsadreffen" sind für den Fürsten Bismarck kein Maßstab, die Volksstimmung zu erkennen. Das weiß der Kanzler ebenso gut, wie wir, daß man es dabei mit einer national- liberal- kon- servativen„Mache" zu thun gehabt hat. Diese beiden Par- teien aber haben im Volke keine Majorität und— werden sie auch wohl nicht finden. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, wäre für die Regierung eine Auflösung völlig nutzlos, doch weiß man eben nicht, was in der Hitze des Gefechts geschieht. Deshalb muß das Volk sich auf Alles gefaßt machen, es darf sich nicht überraschen lassen und so sollte gerade auch die Arbeiterpartei sich mit dem Gedanken vertraut machen, daß noch in diesem Jahre erneute Wahlkämpfe bevorstehen können. Einem Blatte aber, welches die Interessen der Ar- beiter vorzugsweise vertritt, geziemt eS, die Leser auf derartige Eventualitäten rechtzeitig aufmerksam zu machen. DolitiBcke Uebersirkt. nur das leibliche Wohl seiner Leute am Herzen, sondern auch das geiüige." „Ich danke Ihnen, Herr Ehrlich," sagte Amberg sehr ironisch,„für die Freundlichkeit, mit welcher Sie hinter meinem Rücken die Saat des Mißtrauens ausstreuen." „Nein, Herr Prediger Amberg," antwortete Ehrlich sehr ruhig und in bescheidenem Tone,„ich streue nicht die Saat des Mißtrauens aus. Ich nehme nur die Schutz- losen in Schutz gegen unbegründete Verdächtigungen; es ist das die Pflicht jedes Menschen. So lange ich nicht über- zeugt bin von Jemandes Schuld, so lange werde ich ihn auch vertheidigen. Man soll bei der Beurtheilung einer Person und einer That nicht gewaltsam die schlimmen Seiren herauskehren, sondern die guten, und das muß ich, hier um so mehr, als e» sich um eine Person handelt, die von allen den Vorwürfen, die ihr gemacht werden, keinen einzigen verdient." „Das ist auch meine Ueberzeugung," setzte der Lord Kill- mare hinzu.„Sie haben wohl gesprochen, Herr Ehrlich... Sie haben ganz meine Ueberzeugung ausgesprochen... Für mich genügt, wie gesagt, der Charakter derjenigen Personen, in deren Gesellschaft ich Herrn Brand antraf." „Vermuthlich in Gesellschaft des Fräulein Kordelia Rodenburg?" fragte Ehrlich. „Ganz recht!" antwortete Killmare,„in Gesellschaft dieser sehr ehrenwerthen Dame und einer Verwandten von Miß Kordelia Rodenburg, Namens Lucie, uud noch einer jungen Dame, Baronesse von Steinberg." „Sie kennen meine Nichte?" ftragte Rodenburg mit großem Interesse. „Ich habe die Dame kennen und schätzen gelernt," antwortete der Engländer. „Sie haben mit ihren Sympathien wenig Glück," ant- wertete ironisch Amberg.„Fräulein Lucie befindet sich in derselben Verdammnitz, wie Herr Brand, denn auch gegen ihre Ehrenhaftigkeit liegen gegründete Zweifel vor." „Das ist ein Jrrthum!" erklärte Lord von Killmare sehr entschieden, und jetzt zum ersten Male sah Emmy, wie sich der stereotype Ernst und die unveränderliche Ruhe seiner Züge zu einem Ausdrucke auflodernden Zornes ver- Sogenannte patriotische Zustimmungsadressen find dem Herrn Reichskanzler in der letzten Zeit in großer Anzahl zugegangen. In diesen Schriftstücken wird die Ablehnung der ostgenannten Summe von 20000 Mark für einen zweiten Direktor im Auswärtigen Amt, als eine unpatriotische That brngestellt. Es liegt uns fern, das Verhalten des Reichstages hier zu erörtern, und ebensowenig wollen wir Kritik über den Inhalt genannter Adressen üben. Die Ansichten über Patrio- trSmus sind verschieden und wir find die Letzten, welche einen ehrlichen Gegner wegen seiner entgegengesetzten Meinung mißachten. Dennoch können wir nicht unterlassen, auf eine Thatsache hinzuweisen, welche unserer Anficht nach verdient, erwähnt zu werden; wir meinen die Vorlegung derartiger Adressen an die Arbeiter größerer Etablissements. Mehr wie einmal hat man ganz besonders darauf Hingewlesen, daß solche Adressen von zahlreichen Arbeitern unter- schrieben seien. Ein solcher Hinwels ist aber durchaus nicht am Platze, wenn man daraus die Schlußfolgerung ziehen will, daß die unter der Adresse ver- zeichneten Ardelter in Wirklichkeit mit dem Inhalte des Schrift- stückeS einverstanden seien. In der heutigen Zeit, wo die Ar- beitslofigkett kollossale Dimenstonen angenommen hat, ist der Wunsch deS Unternehmers oft für viele Arbeiter Befehl und daher wird in den meisten Fällen, eine von dieser Seite au» im Etablissement zirkulirende Adresse, die Unterschrift aller Ar- beiter, gleichviel welcher Partei ste angehören, erhalten.— Dieses Verhältniß ist so offenkundig, daß es J-dcm einleuchten muß; wenn man sich aber trotzdem über diese Thatsache hinweg- setzt, so ist das kein erfreuliches Zeichen. Wahrheitsliebe muß auch der Gegner besttzen, wenn er auf Achtung Anspruch machen will; wer die Wirklichkeit durch Schönfärberei zu trüben sucht, der läuft nicht nur G-fahr, die Achtung zu verlieren, sondern auch auf einen Standpunkt hinabzusinken, den man mit Recht als einen unstltltchen bezeichnen kann.� 4ttro%r!?ae J?". Erhöhung der Getreidezölle schreibt die„N.-L.-C.": Es kann nicht bezweifelt werden, daß, wenn wirklich in nächster Zeit eine Auflösung des Reichstages er- folgen sollte, die Wahlbewegung sich im hervorragendsten Maße um die Erhöhung der Kornzölle drehen wird; diese Frage wird eine noch größere Rolle spielen, als ste es bereits bei den letzten Wahlen gethan hat. Herr Eugen Richter hat die Auf- stellung der Getreivezollerhöhung als Wahlparole mit offenem Jubel begrüßt. Wir möchten doch sehr zweifeln, ob zu diesem Jubel Berechtigung vorhanden ist, ob es der deutschfreifinnigen Partei gut bekommen würde, wenn wirklich die weitesten land- wirthschaftlichen Kreise gegen den fortschrittlichen Liberalismus aufgeboten würden. In den großen Städten und den in- dustriellen Wahlkreisen hat der letztere der Sozialdemokratie gegenüber ohnehin nicht mehr viel zu verlieren. Um so ernster muß er die Gefahr nebmen, daß ein allgemeiner Sturm de» Bauernstandes gegen ihn entfeffelt werden könnte. Im übri- gen ist zu betonen, daß, wenn der Reichstag nicht aus anderen Gründen aufgelöst wird, es wegen der Verwerfung einer Vor- änderte.„Miß Rodenburg ist eine junge Dame über jeder Verdächtigung erhaben. Sie mögen aus ihren edlem Charakter schließen, daß sie kein Wort des Hasses gegen Sie mir gegenüber aussprach und von ihrem Onkel, dem Herrn Roden- bürg, selbst mit der größten Liebe und der hingebendsten. kindlichen Zärtlichkeit sprach."'' »Ist das möglich?!" rief Herr Rodenburg.„Sie haßt mich nicht?" „Rein, Mr. Rodenburg, Miß Rodenburg haßt Sie nicht; sie beklagt Sie." Der alte Rodenburg versank in sehr düsteres Sinnen. Eine Fluth der allerbeunruhigendsten Gedanken drängte sich ihm auf. Wieder tauchte die Frage in seinem Geiste auf: „Sollte ich ihr dennoch Unrecht gethan haben?" und daran schloß sich die andere Frage: „Wer ist es, der mich täuscht? War sie e»? War ei Brand? Ist e» Ehrlich, oder ist es Amberg und seine Tochter?" In welcher Wirrniß von düsteren und beängstigenden Vermuthungcn befand er sich, und zu all' diesen Verdrieß- lichkeiten noch der unauslöschliche Gram seines Herzens. Wahrlich, Rodenburg war ein beklagenswerther Mann! Die Meldung, daß die Tafel servirt sei, unterbrach diese für Alle unerquickliche Unterredung. Rodenburg forderte seinen Gast auf, ihn zu begleiten. Emmy schien zu erwarten, daß er ihr seinen Arm bieten würde; hierin aber täuschte sie sich, denn der Lord wandte ihr und ihrem Onkel geradezu den Rücken. Also mit der Eroberung des vornehmen Herrn war eS nichts; wa» sie aber noch mehr erbitterte, als diese Bemerkung, war die Vermuthung, welche in ihr auftauchte, daß der Lord Kill- mare sich in Lucie verliebt habe. Amberg seinerseits sah mit Unmuth und Verdruß, daß Rodenburg'» Vertrauen heftig erschüttert und die AuS- ficht auf die Erbschaft wieder weiter hinausgerückt sei. „Wir müssen unS zusammennehmen," flüsterte er seiner Nichte zu, als sie Arm in Arm durch den Korridor nach dem Speisesaal hinter den Uebrigen einherschreiten.»Wir müssen unter allen Umständen diesen Eindruck beseitigen. lage über die Erhöhung der Kornzölle schwerlich der Fall sein wird. Eine solche Vorlage wird höchst wahrscheinlich auch im gegenwärtigen Reichstage eine Mehrheit finden." Ueber dem Reichstage schwebte in den legten Tagen die Gefahr einer Präsidententrisis. Betanntlich erflärte der Abg. Richter den Ordnungsruf, den er sich in der Freitagsfizung zugezogen hatte, und deffen Berechtigung allerdings sehr bezweifelt werden konnte, nicht auf sich figen laffen, sondern an das Haus appelliren zu wollen. Die Gefahr lag sehr nahe, daß in diesem Fall der Reichstag seinen Präsidenten desavouirte, und der Lettere aledann sein Amt niederlegte. Indessen hieß es am Sonnabend, Herr Richter wolle die Sache Doch auf sich beruhen lassen. Auch auf der Linken des Reichstages sollen fich so dem ,, Hamb. wird dem Hamb. Corresp." geschrieben Gruppen befinden, welche die Vermehrung der eigenen Einnahmen des Reiches als nothwendig erachten und deshalb gerade von dieser Seite ausgehende Vorschläge für gerechtfertigt erachten. Die Frage ist dort noch nicht spruchreif. Man ist gespannt darauf, wie fich die Gegenfäßge solcher Forderungen bei der bekannten Neigung der Führer, jede neue Steuer zu verwerfen, ausgleichen. Die deutsche Kriegs- Marine scheint wieder einen Unfall erlitten zu haben. Ein auf der Korvette Bismarck" dienender Schleswig- Holsteiner hat einen vom 5. Dezember v. J. aus Freetown batirten Brief an seine Angehörigen gesandt, in welchem er mittheilt, daß das westafrikanische Ges schwader Ende November auf den Kap Verdischen Inseln Landungsmanöver ausgeführt hat, wobei die Barkaffe der Korvette Gneisenau" auf einen Felsen stieß und ein großes Loch erhielt. An Bord der Korvette ,, Bismarck" hätten sich damals 40 Rrante befunden. die meistens an den Folgen unmäßigen Genuffes von Schiffswaffer bei einer Hiße von mehr als 30 Grad R. darniederlagen. " 1 Die preußische Staatseisenbahn- Verwaltung beabfichtigt, dem Vernehmen nach mit der Errichtung von Lehrwettstätten an geeigneten Orten fortzufahren. Man will auf diese Weise den Klagen über geringe Befähigung(!) von in Privatwerkstätten ausgebildeten Handwerkern zur Verwen bung als Lokomotivführer, Wagen- und Werkmeister abhelfen. In der Regel suchen die in den Reparaturwerkstätten der Staatseisenbahnen ausgebildeten Lehrlinge wiederum in diesen Werkstätten nach beendeter Lehrzeit Arbeit, und sie werden dann meist tüchtige Lokomotivführer, Wagen- oder Werkmeister. Wenn die bestehenden Lehrwerkstätten zuweilen nicht durchweg besetzt waren, so wird das dem Umstande zugeschrieben, daß die Vortheile des Instituts noch nicht allgemein bekannt find. Die Lehrlinge erhalten während der Lehrzeit, die 4 Jahre bauert, in allen Arbeiten einen systematischen Unterricht, nehmen auch an dem Unterricht in den Fortbildungsschulen, wo solche bestehen, Theil und erhalten je nach ihren durch die Lehrzeit bedingten Leistungen einen Tageslohn von 40 Pf. bis 1 Mit. 40 Bf., unter Abzug von 10 pCt. für Spargeld, das ihnen nach beendeter Lehrzeit ausgezahlt wird. Wir wollen an der Tüchtigkeit der in Staatswerkstätten Ausgebildeten nicht zweifeln, glauben aber doch, daß auch in Privatwerkftätten tüchtige Kräfte ausgebildet werden. Die Gesammtzahl der Branntweinbrennereien, welche im Etatsjahre 1883-84 in Deutschland in Betrieb waren, betrug nach dem neuesten Monatshefte zur Statistik des deutschen Reichs 32 518 gegen 28 201 im Jahre 1882-83, 29 969 im Jahre 1881-82. und 26 801 im Jahre 1880-81. Davou entfallen allein 23 714( im Vorjahre 19 972) auf Elsaß- Lothringen: es find dies aber fast durchgängig ganz kleine, ohne Maisch- und Vorwärmer arbeitende Brennereien, die haupt sächlich den Branntwein aus nicht mehligen Stoffen, Früchten, Weinabfällen 2c. erreichen. Nach Abzug von Elsaß- Lothringen waren 1881-82 8331, 1881-82 8864, 1882-83 8229 und 1883-84 8804 Brennereien im Betrieb. 7241( im Vorjahre 7177) Brennereien verarbeiteten mehlige Stoffe, zumeist Kartoffeln. Der Brutto Ertrag der Branntweinsteuer betrug 6,3 Mill. Mart gegen 58,8 Mill. im Jahre 1882-83 und 64,0 Mill. im Jahre 1881-82. Der Netto- Ertrag der Branntweinsteuer im Reichssteuergebiet ist von 45 966 418 M. auf 48 911 372. gestiegen und hat damit annähernd die Höhe des Jahres 1876 erreicht, während die dazwischen liegenden Jahre sämmtlich einen geringeren Ertrag aufweisen. Der Netto Ertrag berechnet sich pro Kopf der Bevölkerung auf 1,35 M. gegen 1,27 M. im Vorjahre, 1,35 M. im Jahre 1881 bis 82, 1,32. im Jahre 1880-81 and 1,30 M. im Jahre 1879-80. Die Polen scheinen sich augenblicklich keiner besonderen Beliebtheit bei gewissen Herren zu erfreuen, denn der Reichsanzeiger" wendet sich in seinem nichtamtlichen Theile in scharfen Worten gegen die Beitschrift Przeglad powszechny"( Allgemeine Rundschau"), welche in Krakau von dem Jesuiten B. Morawski in Verbindung mit verschiedenen Drdens- und Gefinnungsgenossen herausgegeben wird. Die Tendenz der Schrift ist nach dem Reichsanzeiger- darauf gerichtet, den Gedanken einer Wiederherstellung Gesammt- Bolens unter Diejenigen Feinde, welche uns offen gegenüber standen, find aus dem Felde geschlagen; aber die, welche, ohne daß wir es wissen, den Boden unter unseren Füßen unterminiren, find noch zu beseitigen." Nur nicht den Muth verlieren," tröstete ihn seine Nichte. Legt man gegen uns Minen an, nun wohl, so Tegen wir Rontreminen an." Dreizehntes Rapitel. Wildenhain ist ein reizendes, kleines Städtchen un mittelbar in der Nähe einer großen Provinzialstadt und ist gewissermaßen für diese daffelbe, was Charlottenburg für Berlin ist, ein Aufenthalt der Haute- volée, welcher noch dadurch einen hohen Reiz erhält, daß sich hier eine Heil quelle befindet, die vielfach von Fremden besucht wird. Es befindet sich zu dem Zwecke ein prächtiger Kursaal dort, um welchen sich schöne Parkanlagen befinden; eine Menge geschmackvoller Bazars und eine große Anzahl von Vergnügungs Etablissements, worunter das Theater und die Resource den ersten Platz einnehmen. Hier an diesem Sammelplag der Haute- volée und fremder Badegäfte befand sich das Haus, welches Fräulein Cordelia Rodenburg bewohnte, die Vorsteherin des Pensionats für Töchter höherer Stände. Es war ein nicht all' zu Es war ein nicht all' zu großes Haus, an einer reizenden, schattigen Allee belegen, mit einem kleinen Garten in der Vorderfront und einem von schattigen Bäumen umgebenen Rasenplatz auf der Hinterseite. Die eine Seite des Parterre bewohnten Cordelia und Lucie Rodenburg, welche jetzt Hausgenoffin derselben war und fie fowohl in der Führung ihres Hauswesens, als auch beim Unterrichte unterstüßte. Die andere Seite des Parterre nahmen zwei Schulzimmer für die Pensionärinnen ein. Die Wohnungen derfelben, aus je einem kleinen, nieblichen Zimmer und einem Kabinet bestehend, befanden sich im ersten und zweiten Stock des Hauses, während im Sou terrain der Portier und die Aufwärterinnen ihr Logis hatten. Das Haus unterschied sich in seinem Aeußern sehr wesentlich von allen übrigen in derselben Straße belegenen. Während diese nämlich mächtige Spiegelscheiben in den den polnisch redenden Unterthanen Preußens, Desterreichs und den ergebenst benachrichtigt, daß zur Aufrechterhaltung M | Rußlands wach zu erhalten. Dgs amtliche Blatt bemerkt: Rußlands wach zu erhalten. Dgs amtliche Blatt bemerkt: Daß dem Intereffe der katholischen Kirche durch den durch polnisch- nationale Träumereien geleisteten Vorschub kein Segen erwachsen tann, steht für unbefangene Beurtheiler ebenso unzweifelhaft feft, wie der unheilvolle Einfluß eines solchen, durch überlebte Erinnerungen fünftlich gefristeten nationalen Traum lebens auf die realen Zustände in den polnisch redenden Theilen des Staatsgebietes." Kiel. Bei der am 10. b. M. stattgehabten Eröffnung der Schleswig- Holsteinischen Saat Ausstellung fonstatirte der Direktor des Landwirthschaftlichen Generalver eins Bokelmann, daß die Landwirthschaft der Provinz auf allen Gebieten einen Aufschwung genommen habe. Wenn auch bie übermäßige Konkurrenz Schwierigkeiten bereite und die Durchschnittspreise vieler Produkte gefallen seien, so werde doch für beste Waare ein hoher Preis erzielt. Das Bestreben der Landwirthschaft müsse dahin gehen, solche Waare auf den Markt zu bringen. Und tros des Aufschwungs der Landwirthschaft fordert man von Seiten der Agrarier Schutzölle! Oesterreich- Ungarn. Vor mehreren Monaten wurde in den Vester Gefängnissen die Entdeckung gemacht, daß Personen, deren Freilaffung verfügt war, widerrechtlich in haft gehalten waren, so zwei Frauen, von denen eine 3 Monate 10 Tage und die andere 4 Monate 27 Tage vorschriftswidrig in Haft geblieben waren. Gegen die Juftizbeamten, welche dafür verantwortlich waren, wurde die Untersuchung eingeleitet und gestern erschienen in Dieser Sache vor Gericht der Staatsanwalt Böck, die Staatsanwaltsgehilfen Rakovsky und Dr. Heil, und die Gerichtsräth? Apathy und Brinkmann. Die Verhandlungen ergaben, daß der Geschäftsweg nicht sonderlich praktisch ist, aber in Nach lässigkeiten(!) der Angeklagten der hauptsächlichste Grund der Freiheitsentziehung zu finden set. Man kann sogar nicht leugnen, daß grobe Nachlässigkeiten vorgekommen sind, wenn 3. B. der Schuhmacher Künzer zu sechs Wochen Gefängniß verurtheilt wird, in dem Bertifikat für den Gefängnißinspektor aber daraus sechs Monate(!) geworden sind. Die Angeklagten müffen die Thatsachen einräumen, entschuldigen sich aber mit Geschäftsüberbürdung. Die Verhandlung endete damit, daß Staatsanwalt Böck freigesprochen, seine Aften aber der Obers Staatsanwaltschaft zu disziplinarer Behandlung überwiesen wurden. Die Uebrigen wurden zu einer Rüge verurtheilt, mit der gefeßlich für eine gewiffe Beit Sperrung des Avanzements kommen; was würde wohl einer Privatperson witerfahren verbunden ist. Die Herren sind in der That billig weggesein, wenn fie aus Nachlässigkeit Jemanden monatelang eingesperrt hätte? Schweiz. Am 11. d. M. fanden im Kanton Bern fünf Ersagwahlen für den Nationalrath statt. Gewählt wurden 4 Kandidaten der Linken und 1 Ultramontaner. In Zürich ist der Zentrumskandidat dem der Arbeiter unterlegen. Italien. Auch die italienische Regierung scheint den Wettlauf um Kolonien Erwerb mitmachen zu wollen. Swei große Panzerschiffe, Garibaldi" und" Vespucci", haben Befehl erhalten, in See zu gehen. Die offiziöse Presse tommentirt die Aufgabe der beiden Schiffe dahin, daß dieselben nach Suez geben, dort Transportdampfer mit Truppen erwarten und diefelben nach Affab( im rothen Meer) eskortiren würden. Im Senate wurde die Regierung wegen der Ausweisung Cirmeni's interpellirt. Der Minister Mancini antwortete: Jede Regierung ist berechtigt, einen die Pflichten der Gastfreundschaft miß achtenden Fremden auszuweisen, und dies sei um so mehr der Fall, wenn in dem betreffenden Staate Ausnahmegefeße herrschen. Es sei unrichtig, daß das Ausweisungsdekret ohne Gründe gewesen sei, indem dasselbe ausführt, daß sich Cirmeni Täftig mache. Ueber die zweckmäßigkeit cer Ausweisung ein Urtheil abzugeben, sei er nicht berufen. Die deutsche Botschaft habe ihm übrigens in der freundschaftlichsten Form von der Maßregel, als man sie zu ergreifen beabsichtigte, vertrauliche Mittheilung gemacht, was einen Beweis der Freundschaft und Rücksicht bilde. Er habe dann ersucht, die Angelegenheit einer neuerlichen Prüfung zu unterziehen, es sei ihm jedoch erklärt worden, daß es unmöglich sei, die auch gegen andere Korrespondenten tros der zu ihren Gunsten veranlaßten diplomatischen Schritte verfügte Maßregel zu widerrufen. In der That feien auch die in analogen Fällen von Desterreich und Frank reich unternommenen Schritte erfolglos geblieben. Ueber das Ausweisungsrecht, fährt Mancini fort, bestehe, wie gesagt, fein 3weifel, auch er befize es, doch wolle er keinen Gebrauch davon machen, obwohl hier fremde Journalisten ihre Stellung arg mißbrauchen. Parlamentarisches. Das Präsidium des Reichstages bat soeben folgende, den Tribünenbesu ch betreffende Verfügung erlaffen. Die geehrten Herren Mitglieder des Reichstages wer11 Fenstern hatten, hinter denen man Blumentöpfe, Vasen und dergleichen erblickte, waren die Fenster des Pensionats durch grüne Vorsäge indiskreten Bliden stets verschlossen. Cordelia Rodenburg hatte diese Vorsichtsmaßregel gebraucht, um ihre Pensionärinnen zu schützen vor den zubringlichen Blicken des männlichen Theils der Spaziergänger, besonders desjenigen, der der Garnison oder der Universität der Provinzialstadt angehörte. In einem der beiden großen Zimmer zur Rechten, dem Schulzimmer der ersten Klasse, finden wir Cordelia auf dem Ratheder in Ausübung ihres Amtes. Vor ihr figen neun junge Damen, in dem Alter, welches zwischen dem Stadium, das man mit dem Badfischalter bezeichnet und dem jungfräulichen meistens die Mitte hielt, doch waren auch bereits einige voll aufgeblühte Rosen darunter, welche dem Anscheine nach große Sehnsucht trugen, das Schulzimmer mit dem Aufenthalt in der großen Welt zu vertauschen. Cordelia Rodenburg sah aus, wie sie immer aussah, nur waren die Locken, welche an ihrer Schläfe herabhingen, durch die Lebhaftigkeit ihres Dozirens ein wenig mehr aufdurch die Lebhaftigkeit ihres Dozirens ein wenig mehr aufgelöst als sonst, und die beiden Schönpflästerchen, welche stets ihr Antlig zierten, waren, vermuthlich um ihr ein würdigeres Aussehen zu geben, diesmal weggelassen worden. Zu dieser Bierde griff Cordelia nur, wenn sie Gesellschaftstoilette gemacht hatte. Sie hatte die englische Lektion soeben beendet, klappte das Buch zu und schloß mit den Worten: an Ich muß Sie nun bitten, meine Damen, daß Sie die englische Arbeit mit mehr Sorgfalt ausführen.. 8u meinem großen großen Bedauern sehe ich mich dieser Stelle veranlaßt, zu erinnern, daß Sie die Arbeiten im Allgemeinen nicht mit der Sorgfalt ausführen, welche ich von Ihnen dringend fordern muß... Sie geben sich viel zu sehr allerlei Zerstreuungen hin und erfassen Ihre Aufgabe nicht mit dem Ernst, den der nach Bildung strebende Mensch überall an den Tag legen muß.... Ich erinnere Sie, daß Sie morgen den deutschen Aufsatz abzuliefern haben, und erwarte, daß ich gleich an dieser Arbeit erkenne, daß diese meine Ermahnung nicht fruchtlos gewesen Mitglie Gewerb fache. nothwendigen Drdnung auf den Tribünen des Reichstag ber Zutritt zu der Abgeordnetenloge von Mont 12. Januar, ab, nur gegen Eintrittstarten erfol Diese werden durch das Burean an die Herren Fraktions vorstände nach Maßgabe der Stärke der Fraktionen e Stunde vor Beginn jeder Plenarsigung zur Verausgabung langen. Indem wir den Herren Reichstagsmitgliedern dieser nothwendigen Einrichtung Renntniß geben, bitten zugleich auf das Dringendste, von jedem Versuch, Person Darüber ohne Zutrittstarten auf die Abgeordnetenloge zu führen, tränkun fälligst absehen zu wollen. Der Präsident des Reichstage schwarz v. Wedell- Piesdorf." und 1/ In Fleisch der Ob Erfrant Wie es scheint, richtet sich dieser Erlaß gegen die bei Entfern bisherigen Gepflogenheit oft obwaltende Ueberfüllung D dem Fl Tribüne. Namentlich sollen- so wird behauptet einzelt aussah. Berliner Abgeordnete bisweilen ganze Schaaren von Buhöre fuchung auf die genannte Tribüne geführt haben. bestande Thiere e Die sozialdemokratischen Mitglieder der Dampfer enthielte subventionstommission werden nach der Fra die Blu Tagespost" einen Antrag einbringen, dahingehend, Von de Mitglieder des Reichstags teiner subventionirte arzneisch Gesellschaft angehören dürfen. Eine ähnliche Best der Erki mung existirt sowohl in Desterreich als in Frankreich. Ob werden. den derzeitigen Abgeordneten für Bremen und Hamburg angenehm sein wird, ist sehr fraglich. Ferner bereiten felben angesichts des in bedenklichster Weise zunehmen Duell Unfugs einen Antrag vor, ins Strafgefeßbuch Bestimmung aufzunehmen, das Duell als Todtschlag auf die bestrafen, so weit nicht durch besondere Umstände eine bo war bis Bestrafung( auf Mord) einzutreten hat. Mit der Debattegrer einen solchen Antrag wird gewissen Leuten sehr unangene Da im in die Augen gegriffen werden. N. Lotterie ner 8 ar ein sehr minne a le Straßb einige in trischen Lage 20 Anwend die Hau lagen a gebend, In der gestrigen Sigung der Petitionsko burchschr mission gab die Petition des Verbandsdirektors städtischen Haus- und Grundbesigervereine, Woeniger aus Berlin, auf Abänderung des Unterſtügun wohnfiß- Gefeßes zu einer längeren Diskussion Anlaß. Seit des Herrn Regierungskommissars ward die Erklärung ab geben, daß in Anlaß der vom Reichstage im Jahre 1881 faßten bezüglichen Beschlüsse die verbündeten Regierungen Der Bearbeitung dieser Angelegenheit beschäftigt, die betref den Arbeiten aber noch nicht zum Abschlusse gedieben f Man müßte hiernach die Petition als zur Beit zur Plenar handlung für ungeeignet erklären. Der deutsche Ga wirthsverband petitionist um Erlaß gefeßlicher Best mungen für Verpflichtung für die Aichung reip. Bezeichnbahnen a des Raumgehalts der Bierfäffer. Erst am 5. Dezember Gefahr ist eine ähnliche Betition berathen worden; man vermo damals eine genügende Veranlassung zur Abänderung des am 1. Januar 1884 in Kraft getretenen Gesetzes, Bezeichnung des Raumgehalts der Schankgefäße betreffe nicht zu finden und blieb auch heute bei die Botum stehen; die übrigen Petitionen boten allgemein Interesse nicht dar. Kommunales. v führbar Licht ern aller Ne etwa zeigt fich Träftigere sondern als die wenn di wesentlic Diese Au merkiam preises In Sira in Privat theurer a zirt. Kar hohen G Diese Kor möglich if bei der A lich um S bedeutend vaten Le Glühlicht. g. Die Tagesordnung für die Sigung der Stadtvero netenversammlung am Donnerstag, den 15. Januar Nachmittags 5 Uhr, ist folgende: Vorlage betr. die theilung von Raten des Friedrichs Gewerbe- Stipendium 1884 Vorschläge des Ausschusses für die Wahl von foldeten Gemeindebeamten Berichterstattung über die lage, betreffend die Feststellung der Baufluchtlinie für Straße nördlich vom Schlesischen Bahnhof- desgl. über die lage, betr. Die pro 1885 erforderlichen Erweiterungs- und neuerungsbauten in den städtischen Gasanstalten und Rohrsysteme desal. über den Antrag von Mitgliedern Versammlung, betr. die Regulirung des Wörther prases Vorlage, betr. die Erwerbung des von dem Grundstü jüdischen Gemeinde zur Freilegung der Trestowstraße erfo Arbeitswo lichen Terrains desgl., betr. die Anfrage von Mitglider Wi Der Versammlung wegen der in dem Bau der Markthalle und wär Der Dorotheenstraße, sowie in der Zimmerstraße und Li Straße eingetretenen Verzögerung desgl, betr. Die stellung von Versuchen über die Straßenbeleuchtung Doppelt- Regenerativbrenner( Patent Schülke) desal ,, die Einsegung einer gemischten Deputation zur Vorberei Dalldorf der Wahl von zwei Mitgliedern für den Bezirka- Auszeichnen. Berlin desal., betr. die Aufstellung eines neuen Heizle bäudes be für die Zentralheizung im Sophien- Gymnasium Die Kaffe des Gefinde- Belohnungs- und Unterstüßungsf ein Krant pro 1885 Vorlage, betr. das Projekt zum Neubau Gemeinde Doppelschule auf den Grundstücken Rottbuser und Brigerstr. 17/18 desgl:, betr. das Projekt zum einer Gemeinde- Doppelschule und einer Taubstummenfchu Der Markusstraße- desgl, betr. die Gehaltsverhältni Schul Inspektoren deegl., betr. die Entlassung eines foldeten Gemeindebeamten aus seinen Aemtorn fionirungsangelegenheit Vorlage, betr. die Wahl von Etal Neu etne wieder au werden, d In Don Zeit in einem heit eine legenheit schwinden. a. 9 gebrachte ist in m Hele ist... Ich lege Ihnen noch einmal bringend and strophe b bearbeiten Sie den Aufsatz, für den Fall, daß Sie nicht fertig sein sollten, mit besonderer Aufmerksamkeit besonderem Fleiße, damit ich zum zweiten Male nicht no · πό habe, wieder einen so herben Tabel auszusprechen." Sie begleitete diese mit großer Aufregung gespro Worte mit einem sehr energischen Kopfschütteln, daß Locken noch mehr derangirt wurden, erhob sich dann, beugte sich und verließ das Schulzimmer. Wenn lautes, wüstes Durcheinander ber allerlebhaftesten De Cordelia das Schulzimmer verlassen hatte, pflegte si hören zu lassen. Heute dagegen war einen Moment still. Eine Schülerin blickte die andere fragend an, bie hübschen Gesichter wurden zusehends länger und lä Das ist eine schöne Geschichte," plagte endlich fleine Adda heraus. Nun sollen wir uns hinsetzen an dem Auffaz arbeiten, während ich heute gerade Spaziergang nach dem Kurhause machen wollte." tip In dacht, un die Arbei tigen wer Anderen. es gar ni Da Der haft an rinnen de Da wegs gei burg Kaf große, n fraffem S hängende Angesicht seiner Hi Gegensat ben lebh ber Haut Ma feine Sti M " ,, Und ich habe gerade ein Rendez- vous mit Lieutenant," erklärte die Baronesse Gisela, eine Brünette mit feurigen, braunen Augen, und dann schweres Thema, und nun auch noch mit Sorgfalt ten! Nein, das ist absolut nicht zu ertragen!" „ Ja, ein solches Thema," bestätigte Hildegard Löwenthal. menschliche " Welchen Einfluß hat der Krieg auf Es ist doch wahrhaftig eine der Phot sträubende Zumuthung, darüber etwas zu schreiben!" wandte( Hildegard verzog das reizende Mündchen auf den Boden. mit BI wir habe oder ein Ausdruck höchsten Zornes und stampfte mit dem Für Adda. Fall " Ja! Was sollen wir denn davon schreiben?" Raftellan " Ja! Was sollen wir davon schreiben?" mieber Alles im Chor. Ich weiß es nicht!" " Ich auch nicht!" h! unsere stille und fleißige Helene wird es wi " 1 meinte endlich die kleine Abda. Sie ist immer Dralel, wenn wir uns feinen Rath wissen." ,, Un bes Sim aus," wo Ni St Der rief plöt altung Reichstag Mont en erfolg Fraktions lionen e gabung Liedern bitten Mitgliedern für das Kuratorium der Stiftung der Berliner Gewerbe- Ausstellung im Jahre 1879" eine Untestüßungsfache. Lokales. In seinem Bericht über die Resultate der städtischen Fleischschau im Vierteljahr Oktober- Dezember 1884 giebt der Ober- Thierarzt Dr. Hartwig von einem eigenthümlichen Erkrankungsfall eines Schweines Kenntniß. Derselbe berichtet Perfon darüber: Bei einem Schwein ist eine eigenthümliche Durchführen, tränkung der gesammten Muskulatur beobachtet worden: Reichstag schwarzrothe Flede und Streifen von 1-4 Bentimeter Länge und 4-1 Bentimeter Breite befinden sich in verschiedener die bei Entfernung von einander, oft dicht neben einander liegend, in üllung dem Fleische, so daß dasselbe wie mit Heidelbeersaft besprengt einzelt aussah. Die von mir vorgenommene mitcostopische Unteron Buhörer suchung ergab, daß diese Flecke und Streifen aus Blutfarbstoff bestanden und feine Blutförperchen, wohl aber Mikrococcen amp fe enthielten. Das Blut und sämmtliche Drgane, auch die für Der Fra die Blutbildung sehr wichtige Milz zeigten sich unverändert. ehend, Von der pathologischen Institution der Charitee und der Thierionirte arzneischule ist dieser Befund bestätigt worden. Das Wesentliche che Best der Erkrankung, fonnte an diesem einen Falle nicht festgestellt ich. Ob werden. Das fragliche Schwein ist in der Bahl der beanstandeten amburg Thiere einbegriffen. Sereiten unehmen efezbuch fchlag eine bo Debatte unangene N. Der Hauptgewinn in der vorgestern Abend beendeten Lotterie der Kochkunst- Ausstellung und zwar ein maffio filberner 8 armiger Kandelaber im Werthe von über 1200 Mart ist auf die Loosnummer 5094 gefallen. Der Befiger des Looses war bisher noch nicht zu ermitteln. Der zweite Gewinn, ein großer Bestecktasten fiel auf die Loosnummer 7261; der dritte, ein sehr werthvolles Thee- und Kaffeeservice auf Nr. 5950. Da im Ganzen nur 6000 Loose verkauft sind und 1000 Gewinne aus der Trommel gezogen wurden, fo kommt ungefähr onsto durchschnittlich auf jedes 6. Loos ein Gewinn. reftors eine, terſtügun aß. Seit trung ab re 1881 erungen Die betref Dieben Blenar tiche Ga cher Bef v. n vermo ung des Befetes, bei e betreffe die Ueber die Kosten der elektrischen Beleuchtung des Straßburger Zentralbahnhofs bringt das ,, C. Bl. d. B.-V." einige intereffante Notizen. Danach haben die Kosten der elekfrischen Beleuchtung im ersten Quartal 1884 für die Hauptan Lage 20 123 M., für die Nebenanlage 6485 M. betragen. Bei Anwendung der Gasbeleuchtung würden die Kosten sich für die Hauptanlage auf etwa 41 452 M. und für die Nebenanlagen auf 7842 M. belaufen haben. Von der Ansicht ausgebend, daß es bei Anwendung des Gaslichtes kaum durchführbar sein würde, den gesammten Bahnhof, einschließlich aller Nebengeleise, so hell zu beleuchten, wie es das elektrische Licht ermöglicht, hatte sich die Verwaltung der ReichseisenBezeichnu bahnen zur Einführnng des letteren entschlossen, selbst auf die zember Gefahr hin, dasselbe auf gleichen Helligkeitsgrad berechnet etwas höher als das Gaslicht bezahlen zu müssen. Jetzt zeigt fich, daß die neue Beleuchtungsart nicht nur eine weit fräftigere Erhellung der gesammten Bahnhofsfläche ermöglicht, sondern auch jedenfas teinen größeren Kostenaufwand verlangt, als die Gasbeleuchtung, ja, daß die elektrische Beleuchtung wenn die jeßigen Ergebnisse von Dauer sind sogar eine wesentliche Ersparniß mit sich bringen wird. Im Anschluß an diese Ausführungen des Fachblattes möchten wir darauf auf merksam machen, daß diese Berechnung ohne Angabe des Gaspreises und des Leuchtwerthes des Gases feinen Werth hat. In Straßburg, wo die Versorgung der Stadt mit Leuchtgas in Privathänden liegt, ist das Gas ohne Zweifel beträchtlich theurer als z. B. in Berlin, wo die Stadt das selbst produzirt. Kann die elektrische Beleuchtung in Straßburg mit den hohen Gaspreisen tonfurriren, so zeigt die Erfahrung, daß Diese Konkurrenz in Berlin bei niedrigen Gaspreisen nicht möglich ist. Außerdem darf nicht vergessen werden, daß es sich bei der Beleuchtung des Straßburger Bahnhofs fast ausschließlich um Bogenlicht Beleuchtung handelt, welches ja immer bebedeutend billiger ist als das für die meisten Zwecke im privaten Leben in Konkurrenz mit dem Leuchtgase tretende Glühlicht. allgemein Stadtver Januar etr. die pendium hl von über die linie für über die gs- und ten und itgliedern er prages rundstüd g. Ein sinnlos betrunkener Mann, welcher auf einem raße erf Arbeitswagen faß, fiel gestern Nachmittag gegen 5 Uhr an Mitglider Der Wilhelm- und Kochstraße auf den Straßendamm tarkthalle und wäre um eines Haaresbreite überfahren. Nachdem er und Li wieder auf den Wagen gehoben war, mußte er festgehalten etc. Die werden, damit er nicht nochmals herunterfiel. uchtung In die Verlustliste der städtischen Jrrenanstalt zu Desgl, Borbere Dalldorf ist schon wieder einer der wilden Männer" zu vera zirka- Auszeichnen. In dem ersten Geschoß des Hauptverwaltungs- Gewen Heizle bäudes befinden sich die Gesellschaftsfäle, in denen den Kranken pon Beit zu Zeit Vergnügungen bereitet werden. Kürzlich war Etat in einem der Säle ein Tanzvergnügen arrangirt, an dem auch tüßungsf ein Kranker namens Jung betheiligt war. Troß der AnwesenNeubau heit eines bedeutenden Wärterpersonals hatte Jung Getbufer li legenheit gefunden, auf bis jetzt unaufgeklärte Weise zu verzum schwinden. Neu mmenfchul a. Von den beiden gestern zur Untersuchungshaft berhältnis gebrachten Heira.hsschwindlerinnen Reiz und Lange ist in weit höherem Maße, als der märkische Gutebefizer, etne ng eines Wahl von end and baß Sie ertfamkeit Helene von Steinberg aber, auf welche sich diese Apostrophe bezog, zuckte ebenfalls die Achseln und sagte: " In der That, ich habe bis jetzt vergebens nachge= dacht, und ich fürchte. so gern ich es auch möchte, daß ich tigen werde." e nicht nö die Arbeit für Fräulein Rodenburg nicht zu Dank anferechen. g gefprod teln, daß ich dann, Wenn flegte fi teften De Moment gend an er und la Da haben wir's! Nun find wir verloren!" riefen die Wenn Helene es nicht weiß, dann finden wir Anderen. es gar nicht." Der Unwille äußerte sich in einer Diskussion, die lebhaft an das Durcheinanderschnattern der gefiederten Hüterinnen des Kapitols erinnerte. Da öffnete sich die Thür ein wenig und das keineswegs geistreiche Geficht des Portiers, den Kordelia Rodenburg Kastellan des Instituts nannte, ward sichtbar. Die große, nach der Spiße zu etwas umfangreiche und mit zu te endlich frassem Kolorirt gefärbte Nase, das in die Stirn herabhinsetzen hängende, grau melirte Haar, das mit Runzeln bebeckte gerade Angesicht und die dummen Augen das zusammen in seiner Häßlichkeit und Stupidität bot den allertraffesten Gegensatz zu den reizenden, frischen Menschengesichtern mit ben lebhaften, feurigen Augen und der Grazie der Damen ber Haute- volée. te.' mit , eine b bann Sorgfalt gen!" tip ein Hildegard Krieg auf Man achtete Anfangs nicht auf ihn. Erft als sich feine Stimme hören ließ: Meine gnädigen Fräulein, wann befehlen Sie, daß wandte Gisela ihren Kopf über die Schulter und sagte: Bleiben Sie uns heute fort mit dem Photographen, aftig eine der Photograph komme, den Sie bestellt haben?" hreiben!" ochen mit Et dem Für haben an andere Dinge zu denken; er mag morgen reiben?" ?" wieber wird es wi immer oder ein ander Mal kommen." ,, Um welche Stunde, meine Damen?" fuhr der Rastellan fort, die schnöde Geberde, die ihn zum Verlassen des Simmers aufforderte, nicht merkend. Nicht nach drei Uhr, denn um drei Uhr fahre ich aus," war die furze Antwort. Sehr wohl, gnädige Fräuleins!" Der Raftellan wollte die Thür wieder schließen, da rief plöglich Gijela: gleichzeitig ein Fabrikbefizer aus Böhmen geschädigt worden. Derselbe las Anfangs November v. J. in einer Prager Beitung eine Annonce, wonach eine Fabritbesigerswittwe mit einem Vermögen von 240 000 Gulden einen Lebensgefährten sucht. Der Fabrikbefizer meldete sich, und er erhielt von der Reiß die Einladung, nach Berlin zu kommen und sie zu besuchen. Er reiste nach Berlin und stellte sich bei der Reiß ein, welche sich von ihm 3000 Mark Provision versprechen ließ, wovon 200 Mart sofort nach der Verlobung erlegt werden sollten. Sofort, che noch die Braut zum Vorschein kam, mußte Der Heirathsaspirant der Reis 50 Matt zahlen. Nunmehr wurde er der Lange vorgestellt, welche auf ihn einen recht günstigen Eindruck machte. Trotzdem sich der Fabrikbefizer durch Vergnügungsfahrten und Fetiren in den besten Restaurants recht angenehm zu machen suchte, so war die Lange doch sehr zurückhaltend, und fte erklärte ihm, daß fte, falls fie fich zur Heirath mit ihm entschließen sollte, jedenfalls den größten Theil ihres Vermogens fich vorbehalten und sicher ftellen würde. Dieses scheinbar vorsichtige Verhalten der Lange bestärkte den Fabrikbefizer in der Meinung, daß fite recht vermögend sei, und auf seine Einladung und Koften fuhren die beiden Damen mit ihm nach seiner Heimath, wo er ihnen sein Besigthum und seine reichhaltige Wirthschaft, seine viele Arbeiter beschäftigende Fabrit zeigte und dadurch in Bezug auf seine Vermögenslage die günstigsten Erwartungen übertraf. Schon am folgenden Tage willigte die Lange in die Verlobung, welche im Hause des Bräutigams förmlich begangen wurde. Der Bräutigam machte der Braut kostbare Geschente im Werthe von 1000 M. und der Neiü schenkte er Wäsche= Stücke im Werthe von 250 M. Die Hochzeit wurde auf den 15. Dezember v. J. anberaumt. Die beiden Frauen reisten nach Berlin und der glückliche Bräutigam folgte ihnen mit seinen Legitimationspapieren bald nach, um beim Standesbeamten unter Einreichung seiner Papiere die bevorstehende Eheschließung anzumelden. Als er mit seiner Braut vor dem Standesbeamten erschien, erklärte dieser die Papiere der Braut für nicht vollständig in Ordnung, auch stellte sich hierbei heraus, daß die Lange Kinder aus erster Ehe habe, was sie dem Bräutigam bis dabin verschwiegen hatte. Hierdurch wurde das Mißtrauen des Bräutigams in einer Weise erregt, daß er weiter nachforschte und nun erfuhr, daß er zwei Schwindlerinnen in die Hände gefallen war, welche ihn um ca. 2000 W. geschädigt hatten. g. Auf einen gemeingefährlichen Schwindler, welcher unter falschen Namen z. B. Becker, Franke, Strube, Herforth herumreist und sich als Gastwirth, Defonom oder Siedemeister bezeichnet, wird bereits seit einiger Zeit eifrig gefahndet, ohne daß es den Polizeibehörden gelungen wäre, den Schwindler unschädlich zu machen. Derfelbe pflegt in Gasthäusern Betrügereien, namentlich Bechprellereien, in der Weise zu verüben, daß er sich als wohlhabender Mann einführt, der Grundstücke für seinen Neffen Koch kaufen will, verschlossene Briefe, auf denen große Geldbeträge deklarirt, die aber mit Papierschnitzeln gefüllt sind, deponirt und dann nach Entnahme von Dar lehnen und ohne die Beche zu bezahlen, verschwindet. Der wahre Stand und Name des Betrügers ist bereits festgestellt und zwar ist es der heimathlose Arbeiter" Wilhelm Kruse aus Hordorf bei Oschersleben. K. ist ca. 60 Jahre alt, 1,63 M. groß, von mittler Statur, hat graue Haare, raftrten Bart, dicke und rothe Nase. K. simulirt Schwerhörigkeit, wie fich bei mehreren von ihm unter dem Namen Rentier Julius Becker aus Billy verübten Betrügerelen herausgestellt haben soll. Der verhaftete Bankier Zelickt scheint in der Untersuchungshaft schon halb und halb den Kopf verloren zu haben; denn er giebt ohne Weiteres alles zu, was ihm vorgehalten wird, sogar Strafsachen bezw. Unterschlagungen, die er garnicht begangen hat. So tam vor einigen Tagen ein Berliner Kläger zum Untersuchungsrichter mit der Anzeige, daß ein Verwandter von ihm furz vor der Verhaftung Belidi's einen Brief mit 9000 Mart Aftien und Koupons an den Bankier geschickt habe, die theils konvertirt, theils umgewechselt werden sollten. Belicki müffe diese Summe eingezogen und unterschlagen haben; denn der Absender sei bislang ohne Nachricht geblieben. Der Gefangene wurde vorgeführt und erklärte auf Befragen, daß er das Geld in der That empfangen und zur Befriedigung anderer Gläubiger verwendet habe. Dies ist nun aber nicht der Fall gewesen; denn die Sache hat sich folgendermaßen aufgeflärt: Der Absender hatte den werthoollen Brief am 27. De zember in einer pommerschen Stadt zur Post gegeben, so daß berselbe am 28. Dezember dem Adressaten behändigt werden konnte. An diesem Tage wurde der Bankier verhaftet, und sein Komptoir polizeilich geschlossen. Eine halbe Stunde später tam der Postbote mit dem Briefe, den er wieder mit zur Bost nahm, als er die Siegel an der Thür sah. Da der Absender auf der Außenseite des Briefes nicht angegeben war, ging der Brief in der vorgeschriebenen Weise an die Eröffnungs- Rommission und von dieser an den Adressaten zurück. Darüber war wohl eine Woche vergangen; mittlerweile hatte der Abfender in den Beitungen von der Verhafiung Belicki's gelesen und in berechtigter Besorgniß um sein Geld sofort nach Berlin an seinen Verwandten geschrieben. Dieser hatte geantwortet, Ei! da tommt mir ein Gedanke Herr Hildebrand, tommen Sie einmal her." Wißt Ihr," wandte sie sich an ihre Freundinnen, ,, er fann uns vielleicht einen Fingerzeig für unseren Auffat geben." Egrerbietig hatte sich der Rastellan an der Thür auf gepflanzt und stand gerade, militärisch wie ein OrdonnanzUnteroffizier; ftolz und gebieterisch wie ein General, der ihm Befehle zu ertheilen wünscht, schritt Gisela auf ihn zu, und indem sie ihren Finger auf das ver= blichene Band der Verdienstschnalle richtete, dos der Mann im Knopfloch trug, fagte sie: daß Belicki den Empfang und die Unterschlagung des Geldes eingestanden; um so größer war das freudige Erstaunen des Absenders, als er kurz darauf den Brief mit den Werthpapieren als unbestellbar" zurüd empfing. a. Ein höchst gewaltsamer Einbruchsdiebstahl ist in der Remise des Kaufmannes H., Greifswalderstraße Nr. 25, in der Nacht vom 10. zum 11. b. Mts. verübt worden. Diese Remise, in welcher sich das aus Tuch- 2c Abfällen bestehende Waarenlaager befindet, steht auf dem Hofe des Grundstückes und grenzt mit ihrer aus Fachwerk bestehenden Rückwand an das freie Feld. Von da aus verschafften fich die Diebe in die Remise Eingang, indem sie die Rückwand einschlugen und eine große Deffnung herstellten. Sie entwendeten 4 Bentner neue Tuchabfälle und 1½ Rentner mehrfarbige Tibetabfälle im Werthe von 200 Mart. Bisher find die Diebe nicht ermittelt. a. Gefaßter Einbrecher. Jm Hause der Corneliusstraße Nr. 4 war am 15. Dezember v. J. in einem auf dem Bodenraum belegenen Bedientenzimmer ein Einbruch verübt worden, wobei Kleider und Wäsche im Werthe von 480 Mark und drei Sparkaffenbücher über 2000 Mart gestohlen worden find. Der Dieb ist jetzt in der Person des 20jährigen ,, Arbeiters" Scholz von der Kriminalpolizei ermittelt worden. Derselbe war am 15. v. M. die Hintertreppe des Hauses hin aufgegangen, um zu betteln oder einen Gelegenheitsdiebstahl auszuführen. Als er sich in der höchsten Wohnetage befand hörte er vom Boden herab den Ton einer gehenden Uhr. Er folgte diesem aus dem verschlossenen Bedientenzimmer foms menden Geräusch, öffnete die Thür, mittelst eines Drahtes, welchen er bei sich führte, und führte sodann den Diebs stahl aus. a. Zwei weitere Genossen des Anstreichers Engler, bei beffen in den leßten Wochen verübten Einbruchsdiebstählen, die bereits bestraften ,, Arbeiter" Schüler und Tausch, junge Burschen im Alter von 18 und 19 Jahren, find gestern zur Unterfuchungshaft gebracht worden. Nur ersterer war geständig, an den Diebstählen des E. betheiligt zu sein, während der Andere die Genossen an einem der Thatorte zufällig getroffen haben will. Unter den von Engler verübten Diebstählen befindet sich auch ein in der Gemeindeschule in der Friedenstraße anfangs dieses Monats verübter Diebstahl. Ferner hat die Kriminalpolizei die beiden jungen Leute ermittelt, welche sich am 1. b. Mts. bei einer Frau in der Teltowerstraße als Eisenbahnbeamte einmietheten und einem daselbst schon wohnhaften Schlosser sämmtliche Kleidungsstücke stahlen und ihre schlechten Kleider zurückließen. Es sind dies die 18 bezw. 19 Jahre alten Arbeiter" Schnöde und Liebe, welche sich verabredet hatten, gemeinschaftlich Schlafstellendiebstähle auszuführen. Beide gaben bet ihrer Vernehmung an, daß fie die Noth dazu getrieben. hätte, weil fie feine Arbeit hätten bekommen können. Beide wurden verhaftet. In N. Eine Reihe von Unglücksfällen ereigneten sich im Laufe des vorgestrigen Tages. An der Spandauerbrücke wurde vorgestern Nachmittag der Arbeiter Karl Lindau, als er auf einem Rohbau um Arbeit anfrug, von einem vorüberfah renden Steinwagen derart über den Unterleib gefahren, daß er wegen schwerer innerer Verlegungen nach dem städtischen Krankenhause im Friedrichshain geschafft werden mußte. Folge des Glatteises fiel um dieselbe Beit der Arbeiter Bauer auf dem Grundstück Holzmarkistraße 13/14 so unglücklich zur Erde, daß er sich das rechte Bein brach. B. mußte fofort in ärztliche Behandlung gegeben werden.- Ferner erhielt der Schmiedegeselle Schimmelpfennig beim Beschlagen eines Pfer des einen so unglücklichen Stoß gegen den Unterleib, daß er bewußtlos zu Boden stürzte. Seine Ueberführung nach einem Krankenhause war deshalb erforderlich. N. Das Hotel Dessauer Hof", Krausenstraße 10, schwebte nach einer gestern Abend 10 Uhr eingetroffenen Meldung in Feuersgefahr. In der 2. Etage war in einem als Rollraum benugten Zimmer ein Feuer ausgekommen, das beim Eintreffen der Feuerwehr eine dort stehende Drehrolle und ein Federbett ergriffen hatte. Dank dem energischen Vorgeben des Hauspersonals kam die Feuerwehr nicht mehr in Thätigkeit. Sterblichkeits- und Gesundheitsverhältnisse. Gemäß den Veröffentlichungen des kaiserl. Gesundheitsamtes sind von je 1000 Bewohnern, auf den Jahresdurchschnitt berechnet, in Der letzten Jahreswoche als gestorben gemeldet, in Berlin 21,5, in Breslau 26,4, in Königsberg 29,4, in Köln 21,6, in Frant furt a. M. 26,2, in Hannover 17,0, in Raffel 20,0, in Magdeburg 23,8, in Stettin 300, in Altona 25,7, in Straßburg 23,5, in tes 23,4, in München 29,5, in Nürnberg 22,7, in Augsburg 35,8, in Dresden 27,5, in Leipzig 27,8, in Stuttgart 20,3, in Karls rube 33.0, in Braunschweig 17,9, in Hamburg 27,2, in Wien in Budapest in Brag 28,5, in Triest, in Krakau 29,7, in Basel 14,7, in Brüffel 19,1, in Amsterdam 26,1, in Paris 26,6, in London 24,9, in Glasgow 39,1, in Liverpool 28,1, in Dublin 38,5, in Edinburg 18,5, in Kopenhagen 30,6, in Stockholm-, in Chriftiania 21,5, in Petersburg 28,4, in Warschau 28,9, in Odeffa 27,6, in Rom 26,6, in Turin 31,6, in Bukarest 25,2, in Madrid, in Alexandrien 32,1. in seine große, knochige Hand schiebend, und hier ein Douzeur für Sie." Ein Gelbstück folgte dem Brief. ,, Wenn Sie heute Vormittag den Studiofus, der seit einigen Tagen hier promenirt, vorüberkommen sehen, haben Sie erkennen Sie die Güte, ihm den Brief zu bestellen. ihn an der gelben Müße mit dem roth und goldenen Bande." ,, Schön, Fräulein, wird besorgt!" " Ich wünsche für mich und Fräulein Elfriede um 3 Uhr einen Wagen!" befahl Gisela. Zu Befehl, gnädiges Fräulein!" " Und dann haben Sie wohl die Güte," fügte Beate " „ Hören Sie, Hildebrand, Sie sind doch Artillerist ge- hinzu, für mich sogleich einen Gang zu thun, ich muß wesen, nicht wahr?" einen Besuch absagen lassen, den ich heute vorhatte... wegen des Auffages." Bu Befehl, gnädiges Fräulein!" ,, Dann müssen Sie doch wissen, welchen Einfluß der Krieg auf die menschliche Kultur hat he? Wissen Sie bas?" Der Gefragte zog Anfangs die Augenbrauen hoch in die Höhe und stierte Gisela mit seinen gloßenden Augen an, als ob sie hebräisch oder arabisch mit ihm gesprochen hätte. ,, Verstehen Sie nicht?" wiederholte Baronesse Gisela. ,, Sie als alter Soldat müssen doch wissen, welchen Einfluß der Krieg auf die menschliche Kultur hat, oder seiner Beit hatte?" Der Kastellan gab einige grunzende Töne von sich, kniff die Lippen zusammen und schlug die Augen zur Decke empor, ließ fie einige Male die Runde um die Decke machen, als ob er von dort die Lösung dieser schwierigen Frage erwartete. Endlich aber schüttelte er langsam mehrmals das Haupt und erklärte: Nein, gnädiges Fräulein, ich weiß es nicht!" Mergerlich wandte ihm Gisela den Rücken. " Sie sind auch zu Nichts nüße!" schmollte sie. ,, Sie können gehen." Noch einen Augenblick," bat die kleine Abda; hier, Hildebrand, ist ein Brief," flüsterte Sie, ihm ein Papier So war der gute Kastellan bestürmt von allen Seiten und alle Aufträge nahm er mit Seelenruhe entgegen, um so mehr, als jeder mit einem Trinkgeld begleitet war, womit natürlich auch seine Verschwiegenheit bezahlt wurde. Wehe, wenn Cordelia von Elevinnen mit ihrem Rastellan eine Ahnung gehabt hätte. diefer Privatkorrespondenz ihrer Endlich entfernte sich der Kastellan, und die lebhafte Diskussion und namentlich die ärgerlichen Auslassungen über den Aufsatz gingen in derselben lauten Manier weiter. In der Erregtheit überhörten die jungen Damen ein Klopfen. Erst als das Klopfen sich zum zweiten Male wiederholte, wandten sie sich erstaunt um. Wer kann das sein? Ein Besuch hier in der Schulftube? Die Baronesse Gisela faßte sich zuerst und rief ein energisches Herein!" indem sie sich gleichzeitig entschloffen und stolz der Thür zawandte, um den Eindringling gebührend zu empfangen. Sie mochte erwartet haben, daß irgend einer der Hand werfer oder Lieferanten, Schneider, Schuhmacher oder Puzmacherin sich die Recheit nehme, die Damen hier aufzusuchen, und hatte bereits einen Verweis auf der Zunge. ( Fortsetzung folgt.) -Ferner aus der Zeit vom 7. bis 13. Dezember: in New York 27,6, in Philadelphia 20,9, in Chicago in Cincinnati in St. Louis, in San Francisco 19,3, in Kallutta 27,4, in Bombay, in Madras-- Der Gesundheitszustand in Berlin zeigte in der Berichtswoche nur wenig Veränderungen im Vergleich zur vorhergegangenen. Noch immer traten Efrankungen an Masern in großer Bahl, besonders in der Schöneberger und Rosenthaler Vorstadt und im Stralauer Viettel auf, wenn auch ein nicht unansehnlicher Nachlaß derselben gegen die Vorwoche ersichtlich ist. Scharlachfieber und Diphtherie, welche lettere besonders in der Rosenthaler Vorstadt und im Stralauer Viertel viel Erkrankungen hervorrief, zeigten eine fleine Steigerung der neuen Erkrankungen. In beschränkter Bahl tamen Erkrankungen an typhösen Fiebern zum Vorschein, weitere Erkrankungen an Pocken wurden 3 gemeldet. Häufiger gelangten Erkrankungen im Wochenbett und rosenartige Entzündungen des Bellgewebes der Haut zur ärztlichen Behandlung. Keuchhusten rief wohl noch viele Erfrankungen hervor, doch war der Verlauf ein im Allgemeinen milder, während akute Entzündungen der Athmungsorgane und Luftröhrenkatarıhe in größerer Bahl und nicht selten mit tödtlichem Ausgange zur Behandlung gelangten. Darmtatarthe und Brechdurchfälle der Kinder wurden seltener. Erkrankungen an Ruhr blieben vereinzelt. Rheumatische Beschwerden der Muskeln und akute Gelentcheumatismen gelangten gleichfalls in gesteigerter Bahl zur ärztlichen Beobachtung. Gerichts- Zeitung. Wegen Vergehens gegen das Sozialistengeset und gegen das Vereinsgefeh batte fich gestern der Maurergesell Karl Blaurod vor der zweiten Straflammer hiesigen Landgerichts I zu verantworten. Die Antiage wirft dem Angeklagten vor, daß er sich nach der polizeilichen Auflösung einer auf Grund des Sozialistengesezes verbotenen Versammlung nicht fofort entfernt, und zwar indem er sich an derselben als Agent. oder Kassirer betheiligt hat. Am 24. September v. J. fand in einem Lokal in der Schönhauser Allee eine Versammlung des werkthätigen Volls der Schönhauser Vorstadt statt, welche im Laufe derselben von dem Polizeilieutenant Ancion auf Grund des Sozialistengeseges aufgelöst wurde. Der Angeflagte bielt fich nach dem Zeugniß des Polizeioffiziers länger als geboten, in dem Saale, Saale, und und zwar an einem mit dem Kaffenmaterial versehenen Tisch auf, und antwortete auf die Frage des Lieutenants, warum er fich nicht entferne, daß er dazu doch 10 Minuten Zeit hätte. Die Anklage nimmt auf Grund der Thatsache, daß bei einer im Jahre 1881 beim Angeklagten stattgehabten Haussuchung mehrere Sammellisten für die Familien Ausgewiesener gefunden worden sind, und ber Bekundung der Schußleute der politischen Polizei Heppner, Diener und Müller, daß der Angeklagte eine wesentliche Rolle in der geheimen Bewegung der Berliner Sozialdemo fraten fpiele, an, daß er ein Agitator der Partei ſei. Unter anderem bekundete im Termin der Schußmann Diener, daß er in der Nacht vom 1. zum 2. September 1883 den Angeklagten, nachdem er eine geheime Versammlung der Berliner Sozialdemokraten in der Wuhlhaide aufgehoben, den Angeklagten in einem in der Nähe befindlichen Lupinenfeld angetroffen habe. Als er sich demselben näherte, babe derselbe durch die Rufe: Diebe, Mörder, Hilfe!" seine Kameraden von dem Erscheinen der Polizei avertirt. Der Gerichtshof nahm die Annahme der Anflage trop des Bestreitens des Angeklagten als erwiesen an und verurtheilte denselben nach dem Antrage des Staatsanwalts zu einem Monat Gefängniß und Bulässigkeit der Einschränkung seines Aufenthaltes an einem bestimmten Orte in Deutschland(§ 22 des Sozialistengesezes). Das In einem interessanten Wechselstempelsteuer- Prozeß füllte heute die sechste Strafkammer hiesigen Landgerichts I eine bedeutsame Entscheidung. Im Jahre 1881 bewarb sich der Redakteur Johannes Hollander um die Braunkohlenwerfe bei Zilmsdorf, um sie demnächst zum Objekt einer zu gründenden Aktiengesellschaft zu machen. Zur Sicherheit übergab er für die drei Befiger der Werte je ein Blankoakzept über 7399 Mart, welche aber erst als Wechsel begeben werden sollten, wenn die gestellten Bedingungen gegenseitig erfüllt sein würden. Das Geschäft zerschlug sich bekanntlich, und hatte c. Hollander auch von zweien seiner Kontrahenten die BlankoAtsepte zurückerhalten, das dritte Afzept war aber von seinem Inhaber Theodor Flöther in Gaffen in Zirkulation gesezt und im Dezember 1881 fällig gemacht worden. Dem Kaufmann Emil Oberwarth in Berlin ging daffelbe zur Einziehung zu; da Der Wechsel aber selbstverständlich nicht honorit wurde, ließ er denselben protestiren. Dabei stellte sich nun heraus, daß die auf dem Wechsel verwendete Stempelmarke über 4 Mart als am 8. Oktober 1881 faffirt bezeichnet war, während diese selbst erst am 1. Dezember 1881 ausgegeben sein konnte. In folge dieser inforretten Kasfirung der Marke wurden Oberwarth als Produzent, Hollander als Akzeptant, sowie der Aussteller in je 200 M. Stempelstrafe genommen, gegen welche die beiden Erstgenannten auf richterliche Entscheidung antrugen. hiefige Schöffengericht erkannte auf Freisprechung des Hollander, weil derfelbe einen Wechsel überhaupt nicht begeben hatte, verurtheilte dahingegen den Oberwarth zu 200 M., da derselbe vor der Weggabe des Wechsels die Pflicht hatte, denselben nach der vorschriftsmäßigen Verwendung der Stempelmarke zu prüfen. Bei dieser Prüfung würde ihm aber die unrichtige Kaffirung der Stempelmarke nicht haben entgehen können. Gegen dieses Urtheil legte sowohl die Staatsanwaltsoweit be= schaft, die Freisprechung Hollanders traf, als der verurtheilte Angeklagte Berufung ein. Namentlich führte der Staatsanwalt zur Begründung seiner Berufung aus, daß Jeder, der einen Wechsel, wenn auch noch in unvollständigem Zustande, ausgebe, für die richtige Raifirung der Stempelmarke verantwortlich sei; denn nach§ 16 des Wechselstempelsteuergesezes verwife der Akzeptant die Stempelftrafe auch dann, wenn der Wechsel auch mangelhaft gewesen fet. Demgegenüber hob Rechtsanwalt Dr. Sello hervor, daß vorliegend gar nicht von einem mangelhaften Wechsel gesprochen werden könne; denn das von Hollander begebene Papier mar gar fein Wechsel, sondern sollte erst nach Erfüllung von Bebingungen ein solcher werden. Rechtsanwalt Heinis führte zur Begründung feiner Berufung für Oberwarth aus, daß das Datum bei der Raffalion, wenn die Marke rechtzeitig verwendet sei, fein wesentliches Erforderniß sei. Der Berufungsgerichtshof hob auf die Berufung der Staatsanwaltschaft das erfte Urtheil auf und verurtheilte den Angeklagten Hollander zu 200 Mt., die Berufung des Oberwarth wurde verworfen. In ersterer Beziehung trat der Gerichtshof der Auffassung des Staatsanwalts, in lepterer der des ersten Richters bei. es Auch ein Nenjahrsgratulant. Wegen Betteľns wurde gegen Sie eine breitägige Haftstrafe festgesezt. Sie haben hiergegen auf richterliche Entscheidung angetragen, obwohl Sie, weil obdachlos, gleich eingesperrt wurden. Somit gewinnt es den Anschein, als wäre es Ihnen darum zu thun, möglichst lange im Gefängniß zu bleiben," wandte sich der Herr Vorfigende an einen reduzirt aussehenden Menschen, den 42 Jahre alten Bantinenmacher Ernst Eduard Wilhelm Dörenberg. Angefl.: Det is' ne Beleidijung vor mir, wenn der Blaue in Bifilmondirung mit sowat anmuten is. Wo wer' idk woll ansprechen jeh'n, wo id' t janich' mal nöthig habe. ist festgestellt worden, daß Sie am 1. Januar an mehreren| Stellen Almosen eingesammelt haben. Jbre Sistirung war daher durchaus gerechtfertigt, und weil Sie keine Wohnung besaßen, mußten Sie auch in Haft behalten werden. Sie wür den sich auch längst wieder auf freiem Fuße befinden, wenn Sie nicht auf richterliche Entscheidung angetragen hätten. Hierdurch haben Sie die offenbar beabsichtigte Verzögerung der Sache erreicht und werden nunmehr hoffentlich mit einem Angell. Lieber unschuldig Geständniß nicht zurückhalten. leiden wie unrecht dhun; un wenn Se mir' n rundes Jährken hier behalten, id verlange Jerechtigkeet! Vors. Sie sollten uns mit dergleichen Redensarten verschonen. Sie hinkten, den rechten Fuß stark mit Lumpen umhüllt und in einem Pantoffel steckend, von Thür zu Thür, obwohl an diesem Gliede ärztlicherseits nicht der geringste Schaden fonstatirt werden konnte. Es liegt auf der Hand, daß Sie nur Mitleid erregen wollten. Angefl.: Na, wat denn nom! Reißmutismus hatte idk in de Knochen, wat ooch' n jelernter Dokter nich seh'n kann. Vors. Wenn Sie so leidend waren, ist es um so unbes greiflicher, daß Sie von Haus zu Haus wanderten. Angefl.: Et war ja doch uf'n Neijahrsdag, Herr Jerichtshof. Vors. Ich habe nicht gehört, daß an diesem Tage der Angell.: Mensch gegen Schmerzen weniger empfindlich ist.- Angell.: Et war doch man von wegen ratulation, wat jewissermaßen bei alle ziviliftrte Kulturvölker Mode is. Vors.: Was hatten Sie für eine Veranlassung zum Gra tuliren? Angefl.: Die Sache ist die, Herr Jerichtshof; wat unse Erde is, die schießt doch immerzu Kabola, kommt aber immer wieder mit' n Kopp nach oben; derweile trudelt se ooch noch ganz piano; aber doch so ungefähr mit Schnellzugieschwindigkeit um de Sonne rum, wat' n ganz kallibarischet Ende is. Un wenn se denn retour is, denn is ooch' t neie Jahr da. Mancher Mensch hat da jar teenen Verstand von, det Sonne, Mond und Sterne Indifidibums find, die aber Weltförpers jenennt wer'n. Vors. Ich kann immer noch nicht einsehen, was Sie Angell.: Na, der Mensch zum Gratuliren veranlaßte. freit fich doch, wenn er von sone lange Reise flücklich retour jekommen is. Vors. Sie meinen von der Reise um die Sonne? Angell.: Versteht sich; die Sache kann doch noch' mal janz leichte schief jeh'n. Vors.: Dann ist es wohl Jhr Bestreben, allen Menschen zu dem frohen Ereigniß zu gratuliren?- Angell.: Mehrschten Deels spreche ich bei alle mit vor: aber et looft heitezudage zu ville Volk in de Welt' rum, det Bors: Ich verstehe, Sie berücksichtigen hierbei nur so viel Mitmenschen, als Ihnen eine Beit von 365 Tagen erlaubt. Eine solche Handlungsweise würde trop ihrer großen Bedentlichkeit noch nicht strafbar sein, wenn Sie gleichzeitig nicht auch Geschenke annähmen. Drei derartiger Fälle find nun in einem und demselben Hause konstatirt worden. Angekl.: Aber, Herr Jerichtshof, id tann doch de Leite nich vor' n Kopp stoßen, wenn Ee mir' ne Wenigkeet zukommen lassen. Det is doch' ne Annahme von' n freiwillije Schenkung un teene Bettelei. Vors. Sie find übrigens außer wegen Arbeitsscheu und Landstreichens bereits 13 Mal wegen Bettelns, auch schon mit Korrektionshaft bestraft, so daß Sie über die Uebertretung genügend informirt sein müssen. Es ist ganz gleichgiltig, ob Sie durch Worte oder Geberden um Almosen bitten. Jedenfalis fimulirten Sie nur darum einen kranken Fuß, um hierdurch die Mildthätigkeit herauszufordern. Angefl.: Na, nu wird et immer juter in der Welt; heitzubage derf der Mensch nich' mal Reigmatismus in de Knochen haben. Nach kurzer Berathung erkannte der Gerichtshof ebenfalls auf eine breitägige Haftstrafe, welche indessen durch den UnterDörenberg war fuchungsarrest für verbüßt erachtet wurde. über diesen Ausgang wenig erbaut und erklärte, sein Recht ( Ger.- 3tg.) beim Reichsgericht suchen zu wollen. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. Der Fachverein der Metallarbeiter in Gas, Wasserund Dampfarmaturen hielt am Sonnabend, den 10. b. M. in den Grafweil'schen Bierhallen in der Kommandantenstraße eine Versammlung ab, die fich bei zahlreichem Besuch durch einen in der Armaturenfabrit des Herrn B. Joseph hier ausgebrochenen Streit zu einer recht interessanten und lebhaften gestaltete. Zunächst wies der Vorsitzende, Herr Wurche, auf die Nothwendigkeit hin, diese Angelegenheit als die dringendste und wichtigste der Tagesordnung obenan zu setzen, was auch nach einer Befürwortung durch den Schriftführer von der Versammlung angenommen wurde. Hierauf wurde durch Herrn sammlung angenommen wurde. Hierauf wurde durch Herrn Teutsch der Thatbestand festgestellt. Teutsch der Thatbestand festgestellt. Redner führte aus, wie fich unter den Arbeitern genannter Fabrik, als ihnen am Sonn abend, den 3. d. M. durch die einzelnen Werkmeister bekannt gegeben wurde, daß fortan eine Verkürzung der Mittagszeit eintreten follte, ein allgemeiner Unwille gegen diese willkürliche Maßnahme ihres Prinzipals fundgab, und fich die Kollegen schon am Montag dahin einig wurden, eine Zusammenkunft einzuberufen bebufs Stellungnahme zu dieser Frage. Diese Sigung fand am Dienstag, den 6. d. M. statt und wurde das selbst beschlossen, einen gütlichen Vergleich anzubahnen, zu welchem Behufe eine Deputation von fünf der ältesten Arbeiter erwählt wurde, die Herrn Joseph ein Schreiben folgenden Inhalts überreichten: Sehr geehrter Herr Joseph! Im Vertrauen darauf, daß Sie das Wohlwollen, welches Sie Ihren Arbeitern stets bezeigt, auch durch gütige Gewährung nachstehender Bitten wiederum bewähren werden, erlauben fich Unterzeichnete Ihnen Folgendes vorzutragen: In einer am gestrigen Abende stattgebabten Busammenkunft sämmtlicher Arbeiter Ihres geschäßten Etablissements wurde der einstimmige Beschluß gefaßt mit der Bitte bei Ihnen vorstellig zu werden, doch in Anbetracht der Unzuträglichkeiten, die für die Bes troffenen daraus erwachsen, die Verkürzung der Mittagspause gütigst wieder zurücknehmen zu wollen, und Ihren Arbeitern Die anderthalbstündige Mittagsfrist, die denselben ein wirkliches Bedürfniß ist, wie bisher auch ferner zu gönnen. In der gestrigen Debatte wurde von mehreren Seiten ausgeführt, daß schon für Arbeiter, die nur eine viertel Stunde Weges haben, Die einstündige Mittagszeit kaum ausreicht, um mit Nuhe ihr Mittagsmahl einnehmen zu können, für die Weiterwohnenden es aber zur völligen Unmöglichkeit wird, fich nach Hause zu pegeben, um im Kreise der Shrigen ihre Hauptmahlzeit zu halten. Wie sehr dies aber den Arbeitern Bedürfniß ist, dafür gieht wohl der Umstand, daß mehrere Kollegen, die über eine halbe Stunde vom Orte ihrer Thätigkeit entfernt wohnen unter am D Nr. Nebe wurden f hafte Rid wiederum Staatsan Abwehr Mittel, w bat. Die Schloß urtheilung Laffen.) Arbeitszeit, bei der er mit Hilfe seiner Arbeiter groß geworde ift, wieder zu bewilligen. Hedner hob ferner hervor, daß aud andere Kollegen den Ernst eines Strifes nicht aus den Augs gelassen haben und daß gerade fie warnende Worte an Mitarbeiter gerichtet hätten. Trotz alledem haben gegen se des Redners, eigenes Erwarten doch zu seiner höchsten friedigung die sämmtlichen Kollegen durch Wort und Unte schrift fich für den Strife erklärt und ihr Wort, bis auf t auch freulich gehalten. Nachdem n Indifferente, Sonnabend Mittag Die nochmalige mündli Vorstellung unsere Entschließung von Herin Joseph furz aewiesen worden, erfolgte die sofortige Arbeitseinstellun Redner schloß seinen Bericht mit dem Hinweis, daß se Kollegen den Schritt gethan haben in der Ueberzeugung, fie nicht nur sich, sondern auch der großen, allgemeinen Sa der Arbeiter einen wesentlichen Dienst erwiesen, und daß auch deshalb ein Recht zu haben glauben auf die Unterstügu aller Metallarbeiter, im Besonderen aber auf die des Fad vereins rechnen zu dürfen. An diese Ausführungen des He Teutsch schloß sich nun eine längere Debatte, in welcher f sämmtliche Redner für den Strife aussprechen, die Kolleg zu festem Busammenhalt, wie zur Ausdauer ermuthigten es für ihre Pflicht erklärten, die Sache der Strikenden zu thrigen zu machen und durch thatkräftige Unterstüßung zu dern. Namentlich war es Herr Murche, der mit Eifer Sache zu vertheidigen und in seine Hände zu nehmen velsp Nunmehr nahm die Versammlung folgende Resolution Die heute hier bei Gratweil versammelten Mitglieder Fachvereins der Metallarbeiter in Gas, Waffer- und Dam armaturen erklärt sich mit den in der B. Jos schen Fabrik ausgebrochenen Strife einverstanden seben es als ein unumstößliches Recht Der sich gegen jede Verlänger tigen Kollegen der Arbeitszeit mit allen zu Gebote stehenden Mitteln wahren, und erkennen es als ihre Pflicht an, die strikes Kollegen nach besten Kräften und mit allen Mitteln zu u stützen.". Nachdem nun die diesbezüglichen geschäftlichen legenheiten geordnet waren, wurde zur weiteren Erledig der Tagesordnung geschritten. Auf Antrag des Herrn 3d wurde die Besprechung der Zentralisation der Metallarb bis auf einen Bericht des Vorsitzenden über seine That auf den Kongreß zu Gera eingeschränkt. Auch die üb Bunkie der Tagesordnung Rechnungsbericht vom letzten chen und Verschiedenes, waren bald erledigt, doch stellte noch kurz vor Schluß der Versammlung eine Deputation Fachvereins der Nähmaschinenarbeiter unter Führung Herrn Nikolaus ein, und richtete Letterer an den Verein Frage, welche Stellung derselbe gegenüber der Bentralise fämmtlicher Metallarbeiter Deutschlands genommen habe. Wurche gab zur Auskunft, daß der Verein noch keinen bewürfelten tiven Entschluß faffen konnte, da er durch die wichtige legenheit des Striks daran verhindert wurde. Die Nad von der einmüthigen Erhebung der Arbeiter der B. Jo schen Fabrik begrüßte Herr Nikolaus und seine Kollegen Freuden, und versprachen auch sie ihrerseits das Möglichte Förderung des Strifs beizutragen. an, bea hr. In der ersten diesjährigen Werkstattdelegit Versammlung der Schloffer, welche am Montag straße 16 unter dem Vorfiße des jezigen Leiters der Lo wegung der Schlosser, des Herrn Miethe, stattfand, bezeid der Vorsitzende die Fortschritte, welche die Lohnbewegun verfloffenen Jahre seit dem 21. Juni, dem Tage, an die Lohnkommission gewählt wurde, gemacht hat, als erf und als solche, die zu der Hoffnung berechtigen, daß im Durch ftehenden Jahre der Zweck der Lohnbewegung eines 10stündigen Arbeitstages und eines Minimallohn 18 M. wöchentlich in noch höherem Maße werde e werden. Die Lohnbewegung erfreue fich der Zustimmung vernünftig, denkenden Meister und Fabrikanten. Die aufgabe sei die, durch zahlreiche Versammlungen e meine rege Betheiligung der Kollegen an der Loh gung herbeizuführen und es dahin zu bringen, ba Werkstätten durch Delegirte mit der Lohnkomm in dauernder Verbindung stehen. Herr Miethe weiter mit, daß er Berlin in 100 Bezirke eintheilen und sorgen werde, daß durch Vertrauensmänner die Verba aller in jedem einzelnen Bezirke gelegenen Werkstätten Kenntniß der Lohnkommission lommen. Sein Borschlag alle 14 Tage eine Delegitten- Versammlung stattfinden wurde mit 34 gegen 11 Stimmen angenommen. In Bete öffentlichen Versammlungen einigte man sich nach längere batten dahin, daß es der Lohnfommiffton überlassen müsse, diefelben einzuberufen, so oft, als es ihr zwed scheinen werde. In der dann folgenden Diskussion ten viele Redner Mittheilungen über ihre Erlebnisse Erfahrungen in guten und schlechten Werkstätten. von Herrn Petzold gestellte Antrag, für die firi Rnopfmacher aus der Unterstügungstaffe 50 art willigen, wurde, nachdem mehrere Redner, unter Andere Herr Julius Müller, der Vorsitzende der Lohntommiffi Knopfmacher, mit Wärme für den Antrag eingetreten, mig angenommen. Vor Schluß der Versammlung thei Kaffenrevisoren, die Herren Krohn und Kluge, noch mi fie bei einer gründlichen Revision der Kaffe Alles in befte nung gefunden hätten. Briefkasten der Redaktion. P. W. Blumenstraße. Sie müssen doch wenigste geben, was Sie find. S. M. Schloffer, Elisabeth- Ufer. Die Persone historisch, ihre Thaten find freilich durch Sage und D so verherrlicht, daß sich heute nur sehr schwer entscheide was geschichtlich an denselben wahr ist. N. 500. Gegen derartige Uebergriffe ist man leider& schußlos. A. D. Lindenstraße. Sie finden darüber gen Auskunft in Meyers Handleriton. 100 Der Rationali wegzuleug Berriffent so viele, möglich n Nation g die verid haberten, Bevorzug durch Di zu start, winnen Oppositio Defterreic partei di Seit Böhmen rung, we National Folge ist Stellung freundlich fultirt of unter den herrst, Reich, ve Vielleicht daß, wäh großen Deutsche gewiß f ein geein bas geei haben w Berriffent deutsche F Länderstr Auf bie beide vielleicht Einschrei glaubt e Begriff s anwalt n giebt, bi und Czec berühren, National geht unz Ein B ( R Noch lehrten n Gouverne lischer La sprechende hatte sich Sturz vo tonnte un biger, gen Die Donn Auf haufe ein Hochzeit ganz bes P. R. Antonftr. Wenn der Austritt nicht fo müffen Sie weiter zahlen. Den Teke Scherben 6. M. Andreasstr. Wenden Sie fich brieflich betreffenden Verlag, dann wird Ihnen die bezeichnete mußte vo sicher zugehen. Ritterstr. 200. Jawohl, Sie sind verpflichtet ba bezahlen. ad 2. M. 1,90 täglich. Abonnent J. J. C. 100. Das Land steht unte Protektorat der Niederlande. Der König von Holland gleich Großherzog von Luxemburg. A. H. Nr. 55 und S. L., Reichenbergerſtr. 60. Personen tönnen wir Ihnen leider nicht nachweisen. R. 100 Fruchtstraße. Troß eingehender Nachford Benutzung von Fahrgelegenheiten die Mühe und Kosten nicht ist es uns nicht gelungen, einen solchen Herrn ausfind scheuen, um mit ihrer Familie zu Tisch sein zu können. Im Anschluß hieran knüpfen noch im Besonderen die Zusammen steller die Bitte, doch auch ihnen im Sommer die gleiche Armachen. M. K. 48. Ein derartiger Unterstügungsfonds eriftid 2. H. Sie verwechseln die Länder; der Maria- Th beitszeit mit den Drehern zu gewähren, da die Erfahrung thaler ist in Abessynien als gangbare Münze in Gebra gelehrt hat, daß trop dem Späterarbeiten immer noch Stücke fertig zu stellen find, und jeder Mensch das Bedürfniß nach Erholung in fühler Abendstunde im Sommer lebhaft em pfindet. Mit der nochmaligen Bitte um freundliche Erfüllung dieser Wünsche sehen wir Ihrem gütigen Bescheide entgegen Ehemaliger Seemann. Jbre Fragen find garni beantworten. Die Kosten eines Torpedogeschoffes find der Konstruktion sehr verschieden, und auch die Größe d Unwissender. In einen Thierschußverein tönne schoffes ist natürlich sehr in Betracht zu ziehen. und zeichnen Ihre Arbeiter folgen die Namen." Nach ohne Rücksicht auf Ihr Alter eintreten, sobald Sie ben trag bezahlen. bet Bors: Im Ueberfluß scheinen Sie gerade nicht zu schwelgen, Sie würden sich sonst schwerlich obdachlos umbergetrieben dem fich diese Bemühung, führte Redner nach Verlesung des haben. Angefl.: 3d habe nu schon jang jemiß' ne saubere Schreibens weiter aus, als erfolglos erwiesen hatte, wurde in wollte, da were ich nich erscht noch unnüße deire Miete ab- ber einstimmige Beschluß gefaßt, die Arbeit einzustellen, falls fich Herr Joseph nicht durch noch nochmalige gütliche VorBors.: Es kommt hierauf nicht sonderlich an. Jedenfalls stellung bewegen lassen sollte, die seit acht Jahren bestehende Verantwortlicher Redakteur N. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Wohnung jehabt; aber wo id mir doch uf Reisen bejeben einer am Freitag, den 9. d. Mts., stattgehabten Versammlung nicht durch die Schuld des Arbeiters euistanden find, fo laden. D. M. Schwedterstr. Wenn die Mängel er sich keinen Abzug von seinem Lohne gefallen au Laffen fann für seine Thätigkeit bebufs Beseitigung der Mäng gemessene Vergütung verlangen. Berlin SW., Beuthstraße 2. Bierzu eine B bas Tisch Speiseres Stück gent In Besuchen Diligenze Maulthie Der Füh und führ bis er en mir bebe wiederhol Schaar i mich mit ziehen, u fteigen z in der B natürlich einzigen Maulthie unter. S Hlar ger feligften fundenen war, wol es am 3 auf breit Thiere g ß gewords »r, daß» den AG >rte an P gegen fr» höchsten& und Uate iis auf K hdem rß mündlit !ph kurz«-- wai Nr. iL ugung.» einen== und daß' Beilage zum Berliner Bolksblatt. Mittwoch, den 14 Januar 1885. II. Jahrgang. : Ä ! Ncber die Verfolgung der Veulschen iu Oesterreich «urdkn schon seit langer Zeit in deutschen Blättern leb- hafte Klagen laut. Diese Klagen haben in neuester Zeit wiederum zugenommen, weil ein findiger österreichischer Staatsanwalt gegen den Redakteur des deutschen Blattes „Abwehr" und gegen den altkatholischen, deutschen Pfarrer Nittel, wegen Hochverrath das Strafverfahren eingeleitet hat. Die beiden angeblichen Hochverräther sitzen hinter Schloß und Riegel und harren ihrer eventuellen Ver» «rtheilung.(Dieselben sind inzwischen aus der Haft ent- lassen.) Der in Oesterreich in der krassesten Form auftretende Nationalitätenhaß ist ein bedauerliches, leiver aber nicht wegzuleugnende« Faktum. Oesterreich bietet ein Bild der Zerrissenheit, cS birgt in seinen Grenzen der Nationalitäten so viele, daß es den Regierungsmännern oft nur dadurch möglich wurde, am Ruder zu bleiben, daß sie die eine Nation gegen die andere ausspielten. Während dadurch die verschiedenen Völkerschaften im Staate gegen einander haderten, hatte die Regierung leichtes Spiel, denn die Bevorzugten standen auf ihrer Seite und gingen mit ihr durch Dick und Dünn. Wurde die Opposition dennoch zu stark, so suchte und fand man Mittel, diese zu ge- «innen und dann trat das Umgekohrte ein: Aus der Opposition wurde die Regierungspartei, aus der Regierungs- Partei die Opposition. In di.ser Weise hat man es in Oesterreich immer verstanden, die bunt durcheinander ge- würfelten Völkerstämme zusammenzuhalten. Seit einigen Jahren haben nun— wenigstens in Böhmen— die Czechen Oberwasser, sie halten zur Regie- rung, weil diese ihnen in Bezug auf Bevorrechtigung ihrer Nationaltät— wenigstens indirekt— förderlich ist; die Folge ist, daß die deutschen Elemente eine oppositionelle Stellung einnehmen. Ob diese Stellung nur aus dem freundlichen Verhalten der Regierung gegen die Czechen re- sultirt oder ob— wie man in Oesterreich wissen will— unter den Deutschen in diesem Lande die Sehnsucht vor- herrscht, mit dem gesammten Deutschland, dem deutschen Reich, vereint zu werden, das mag dahin gestellt bleiben. Vielleicht ist beides der Fall.— Thatsache ist freilich, daß, während man in Deutschland von einem geeinten, großen Deutschen Reich redet, eS noch hunderttausende Deutsche in fremden Nachbarstaaten giebt. Wir haben gewiß keine Ursache, Freunde der Kleinstaaterei zu sein, ein geeintes Deutschland ist auch unser Wunsch; und wenn das geeinte Deutschland alle Deutschen in seinen Grenzen haben würde, so wäre das jedenfalls erfreulicher, als die Zerrissenheit.— Damit wollen wir nicht sagen, daß die deutsche Reichsregierung nunmehr zur Annexion der deutschen Länderstrecken Oesterreichs schreiten soll. Auf die vorhin erwähnte Hochoerrathsanklage gegen die beiden Deutschen wollen wir nicht weiter eingehen, vielleicht hatte der Staatsanwalt die Berechtigung zum Einschreiten nach den österreichischen Gesetzen, vielleicht glaubt er sie zu haben. Darüber, wie überhaupt über den Begriff Hochverrath, läßt sich streiten; ein findiger Staatsanwalt w' iß ja gut zu kombiniren. Was uns Veranlassung giebt, die unerquicklichen Verhältnisse zwischen Deutschen und Czechen ia Böhmen, resp. überhaupt in Oesterreich, zu berühren, das ist die Art und Weise der Erzeugung des Nationalitätenhasses. Aus den Berichten deutscher Blätter geht unzweideutig hervor, daß die Deutschen in Oesterreich Ein Gesuch auf Cypern im Sommer 1880, (Reise-Erinnerungen eines deutschen Kaufmanns.) in. Noch am Vormittage ritt ich mit einem eingeborenen Ge- lehrten nach dem zwei englische Meilen entfernten Sitze des Gouverneurs. Das Haus ist ganz neu, muthet wie ein eng- lischer Landsitz an, und ist von noch zu jungen, aber vielver- sprechenden Gesträuchern und Baumgruppen umgeben. Leider hatte sich Seine Exzellenz Sir Robert Biddulph durch einen Sturz vom Pferde am nämlichen Morgen daS Bein verletzt und konnte uns nicht empfangen. Sein Sekretär, ein liebenswür- dlger, gewandter junger Herr, Mr. Sinclair, machte statt seiner die Honneurs. Auf dem Rückwege kehrten wir in einem türkischen Wirths- Hause ein, wo wir von den Folgen einer Tags zuvor gefeierten Hochzeit zu leiden hatten. Wenn nämlich die Gäste ein Gericht flanz besonders nach ihrem Geschmacke finden, so schlagen sie �ekler mit der Faust entzwei, und essen zwischen den Scherben heraus auf dem Tischtuch weiter. Das Gastmahl «ußte vorzüglich oder die Gäste sehr artig gewesen sein, denn das Tischtuch war über und über beschmiert und mit kleinen Speiseresten besät und darauf sollten wir nun unser Früh- stück genießen!. In Rieofi" war ich in wenigen Stunden mit meinen Besuchen und Geschäften fertig, aber zur Rückfahrt hatte die Diligenze keinen Platz für mich, und ich mußte mich nach einem Maulthiere umsehen, das mrch nach Larnaca zurücktragen sollte. Der Fülirer, ebenfalls beritten, nahm mein Thier am Zügel und führte mich durch ein Ge wirre von Gassen und Gäßchen, bis er endlich vor einer unheimlichen Spelunke stille hielt und mir bedeutete, abzusteigen; ich weigerte mich natürlich und wiederholte ihm nur immer:„Larnaca, Larnaca". Nun kam eine Schaar junger Männer und Weiber aus dem Hause, umringten mich mit widerlichem Geschrei, wollten mein Thier inS Haus ziehen, und sogar Hand an mich legen, um mich zum Ab- steigen zu zwingen. Da machte ich eine Bewegung, als ob ich in der Biusttasche nach einem Revolver suchte, den ich aber natiulich nicht bei mir hatte, und mit dem Schirm, meiner Hilgen Waffe, schlug ich auf die Hand, die den Zügel meines -olaulthiereS hielt, gab die Sporen und sprengte die Gaffe hm- unter. Was die Leute mit mir vorhatten, ist mir noch nicht klar geworden, aber jedenfalls verdanke ich ihnen den müh- seligsten Ritt meines Lebens. Als ich auf der endlich aufge- sundenen Straße nach Larnaca ein paar Kilometer getrabt war, wollte das Maulthier nicht weiter, ich stieg ab und führte es am Zaune nach; die Eingeborenen reiten nämlich meistens auf breiten, flachen Sätteln mit gekreuzten Beinen, und die Thiere gewöhnen sich schwer an den englischen Sattel. Dann sich der Annahme hingeben, daß daS deutsche Element berufen sei, die leitende Rolle in den von Czechen und Deutschen bewohnten Distrikten zu übernehmen. Man pocht auf deutsche Bildung und Kultur, von der man behauptet, daß sie die czechische um ein Bedeutendes überrage und glaubt in geistiger Beziehung eine Höhe einzunehmen, von der man mit einer gewissen Ueberlegen- heit auf die ungebildeten Gegner herabblicken kann.— Solche an die Oeffentlichkeit gebrachten Anschauungen sind nicht geeignet, versöhnend zu wirken, sie erbittern in hohem Grade und lassen die Entgegnung der Czechen gerechtfertigt erscheinen, daß die Wissenschaft von den Deutschen keines- wegs in Pacht genommen sei. Sicherlich tragen auch die Czechen, resp. deren Führer an dem sich immer mehr ver- größernden Zwiespalt Schuld; tndeß würden sich gerade die Deutschen in Oesterreich ein ganz besonderes Zeugniß geistiger Reife ausstellen, wenn sie die Schürung des 'Nationalitäten Hasses zunächst in ihren eigenen Reihen be- kämpfte». In unserer vorgeschrittenen Zeit, wo die Eisenbahnen die Völker verbinden, wo der elektrische Funke mit Blitzes- schnelle den Gedanken über Weltmeere zu entfernten Län- dern trägt, hat der Nationalitätendünkel keinen Raum mehr; er hat sich als ein ganz unberechtigtes Vorurtheil erwiesen, das zu beseitigen Aufgabe aller gebildeten Menschen sein muß. Die Aufgabe der Deutschen in Oester- reich muß also dahin gehen, sich mit ihren Mitmenschen, den Czechen, auszusöhnen und namentlich haben die deutschen Arbeiter in unserem schwarz-gelben Nachbarstaate olle Ursache, Hand in Hand mit den czechischen Arbeitern, gegen die Schürung des Nationalitätenhasses Front zu ! machen. E. FolMstke Uebersickt. Eine kleine Episode aus der Reichstagssttzung vom Sonnabend, die der Bericht nicht verzeichnet, wird nachträglich in der..Fiaakf. Ztg." mitgetheilt. AIS der Reichskanzler in seiner Darstellung der deutschfeindlichen Umtriebe in Kamerun auf die Thätigkeit des polnischen Reisenden Rogo- zinski zu sprechen kam und zum crstenmale bissen Namen aussprach, flocht er mit halblauter Stimme ein:„cherchcz le Polonais".(Sucht den Polen!) Die Stenographen scheinen diese hingeworfene Bemerkung nicht gehört zu haben, im Hause ist sie verstanden worden, auch von den Polen, die auch daraus erkennen mögen, wie fest nicht nur die Offiziösen, die bei jeder Gelegenheit, besonders in allen kirchenpolitischen Fragen die feindseligen Umtriebe des polnischen Adels und Klerus betonen, sondern auch der Reichskanzler selbst davon überzeugt ist, daß überall, wo etwas gegen die deutsche Politik geplant wird, ein Pole seine Hand im Spiele bat. Rogoz'nski soll übrigen,, russtscher Unterthan sein. Die Polen im Reichstage kennen ihn nicht. Er heißt eigentlich Schultz-Rogozinski. der Elftere ist der Name seines Vaters, Rozozintki der seiner Mutter. DaS deutsche Patentgesetz hat in mehreren seiner Be- stimmungen Anlaß zu Klagen und Beschwerden gegeben, welche bereits dahin führten, eine Reform dieses Gesetzes in Aussicht zu nehmen. Diese Sachlage benutzten diejenigen Be- rufszweige, deren Int? reffen durch die Patentgesetzgebung in hervorragender Weise berührt werden, um ihre Wünsche, bczw. ihre Bedürfnisse behufs Berücksichtigung bei der Umarbeitung des Gesetzes zum Ausdrucke zu bringen, und eine der beachtcns- werlhesten Kundgebungen dieser Art dürften die Vorschläge des „Vereins deutscher Ingenieure" bilden, wie solche durch eine Delegirtenversammluna, die in voriger Woche hier tagte, endgiltig festgestellt sind. Dieselben berühren diejenigen Punkte, welche am ersten einer Ergänzung resp. Remedur be- dürftig erscheinen und geben zugleich den Fingerzeig, in welcher versuchte ich wieder aufzusteigen, mußte mich aber stundenlang mit Schrittgehen begnügen; den Schirm hatte ich bald auf dem Rücken des eigenstnnigen Viehes zerschlagen, und ich fand nicht einmal einen Strauch, von dem ich mir eine Gerte halte schneiden können. Bei Anbruch der Nacht fand ich mich kaum halbwegs zurecht, kein Trunk Wasser war zu haben, und daß ich auf keine menschliche Wohnstäite zu hoffen hatte, wußte ich vom Morgen her. Durst und Müdigkeit übermannten mich fast, nur mühsam zog ich theils das Maulihier am Zügel, theils schleppte es mich auf dem Rücken. Um Mitternacht endlich kamen wir in der ersten türkischen Vorstadt Larnaca's an, aber Niemand antwortete auf mein Klopfen an Thüren oder Läden, wo ich halb Verdürsteter um einen Trunk Waffer bitten wollte. Als ich eben abstieg, um einen letzten Versuch zu machen entwischte das Maulthier meiner.Hand und galop- virtc mit meiner Satteltasche, meinen Geschästspapiercn und Ferngläsern in die Dunkelheit hinein. Ich war kaum fähig, ihm zu folgen, stolperte und tappte aber doch weiter, als auf einmal das köstliche Plätschern eines Brunnens an mein Ohr drang; ich lief hinzu und bückte mich zu trinken, als ich auf der anderen Seite des Troges die langen Ohren meine« vier- beinigen Leidensgefährten wahrnahm, dessen Instinkt ihn sicherer und rascher, als mich, zu dem langersehnten Trünke geführt hatte. Am 5. Juni kehrte ich wieder von Larnaca nach Limassol zurück, und zwar wählte ich, da ich zu einem Ritte über Land begreiflicherweise keine Lust mehr hatte, abermals den Waffer- weg. Ein Dampfer ging in nicht passender Zeit für mich, ich mußte mich also mit einem kleinen offenen Segelboote be- gnügen, das wegen des widrigen Windes 14 Stunden zu der Küstenfahrt brauchte. Bei dieser Gelegenheit sah ich näher und deutlicher als neulich vom Dampfer aus eine große Anzahl Taucher, die nach Schwämmen suchen; sie springen mit un- nachahmlicher Grazie kopfüber in die Fluih, wo ste merkwürdig lange verweilen können. Gegen Ende meines Aufenthaltes auf der Insel sollte ich noch die herrlichste Gebirgslandschaft des Innern kennen ler- nen. Da ich meine Abreise von Cypern immer wieder ver- schieben mußte, so beschloß ich, den mir von allen Seiten so sehr empfohlenen Ausflug nam dem Berge TroodoS, wo wäh- rend der Sommermonate die englische Garnison und auch Eingeborene Kühlung suchen, doch noch zu unternehmen. Ich verließ die Stadt am Sonntag. 15 Juni, Morgens um 1 Uhr bei herrlichem Mondschein. Zuerst ging es ziemlich einförmig in der Ebene mäßig ansteigend, und der Ritt wurde nur von 3"t zu Zeit durch Kameel- Karawanen unterbrochen, die im Mondschein ganz geisterhaft und plötzlich erschienen- Da die Thiere wie auf Echleichpantoffeln laufen, so kommen ste unbe- merkt dicht heran, die lange Reihe von so phantastischer Form könnte für eine Fata Morgana gehalten werden. Gewöhnlich Weise die Bestimmungen des Patentgesetzes den heutigen Ver- Hältnissen anzupassen find. Der Verein wird diese Vorschläge dem Reichskanzler untei breiten. .Gelegentlich der projektirte« Errichtung eine» Be- rufs-Konsulates tu Kapstadt(Süd-Afrtka) find die sozia- len und die Lebensverhältnisse der dortigen Kolonie in den Kreis der Eröiterung gezogen und zum Gegenstand einer Kontroverse gemacht worden. Die„Nordd. Alla. Zeit." theilt über dieselben folgendes mit: Nach dem Zensus von 1875 «ÄÄhiW wÄS und beträgt heute zwischen 6 und 7000 Individuen, von denen reichlich die Hälfte auf Kapstadt und die unmittelbaren Um- gebungen derselben entfällt. Mit der Zahl der Personen ist auch der Umfang des deutschen Handels gewachsen und hat den Wohlstand und den Besitz der dortigen Häuser gehoben und veimehrt. Das Leben in Kapstadt, dem Sitze des Gouver- nements der britischen Kapkolonie und der britischen Marine- station, giebt naturgemäß zur Anknüpfung mancher gesellschaft- licher Beziehungen Anlaß, an denen die Offiziere der Garnison, die Beamten des Gerichtshefes und die sonstigen Zwilbehörden, sowie die Mitglieder des Parlaments der Kolonie Antheil nehmen.— Auch der Vertreter Deutsch- lands wird es nicht vermeiden können, die Amtsgenvffen, sowie die besseren Theile der Gesellschaft bisweilen bei fich zu sehen, wenn er nicht aus den fest angenommenen Gebräuchen gänzlich heraustreten will. Der Kostenaufwand, den die Pflich- ten der gesellschaftlichen Repräsentation aber in Kapstadt dem Einzelnen auferlegen, ist ganz ungewöhnlich groß und mit deutschen Verhaltnissen gar mcbt in Vergleich zu stellen, da die Lebensverhältnisse rn der Kapkolonie sich mindestens 100 pCt. höher als in Deutschland stellen, wobei betont werden muß, daß es sich dann nur um die bescheidensten Ansprüche handeln kann. Geht man über das bescheidene Maaß hinaus, so reichen 150 pCt. kaum aus, namentlich für die mit den Landesverhält- nissen weniger bekannten und durch ihre Stellung zum Reprä- sentiren gezwungenen Personen. Eine Wohuung, die man in Berlin reip. Hamburg, Köln, Frankfurt a. M. u. a. mit 3 bis 4000 Mark bezahlt, ist in Kapstadt nicht unter 5—6000 Mark zu haben. Einem männlichen Dienstboten zahlt man bei freier Wohnung und Kost 7—300 Mark, einem weiblichen unter den- silben Bedingungen 5—600 Mark. Der Durchschnittspreis für eine Flasche trinkbaren Weines beträgt 6—8 Mark,— das Bier bezahlt man im Restaurant mit 1 M. 50 Pf. pro Bou- terlle— zu Hause und im Dutzend bezogen, kostet die Flasche mindestens eine Mark, Garderode und Wäsche stno reichlich 30 pCt. theurer als in Deutschland, und in ähnlichem Verhält- Nitz höher stellt fich der Preis der übrigen Lebensbedürfnisse, mit Ausnahme von Früchten, Gemüsen und sonstigen Vegeta- ollien. Die Nichteinfsthrung der Krankenverstckierung für die Arbeiter der Land- und Forstwirthschaft sucht der Bundesraih in den Motiven der Vorlage durch folgende Aus- sührungen zu rechtfertigen:„In dieser Beziehung haben fich die verbündeten Regierunxen nicht davon zu überzeugen ver- mocht, daß die Unfallverstcherung der letzteren von der voraänglgcn Einführung des allgemeinen gesetzlichen Kranken- verstcherungszwanges abhängig zu machen sei. Das Bedürf- niß der Unfallversicherung ist vielmehr für das Gebiet, um welches es stch hier handelt, dringender als das der allge- meinen obligatorischen Krankenversicherung. Denn nach§ 2 Abs. 1 Ziffer 6 des Krankenverficherungsgesetzes vom 15. Juni 1833 kann durch statuarische Bestimmung einer Gemeinde oder eines weiteren Kommunalverbandes der gesetzliche Krankenver- flcherungszwang schon jetzt auf die in der Land- und Forst« wirthschast beschäftigten Arbeiter des Beziiks ausgedehnt werden. Dadurch ist in denjenigen Bezirken, in denen eine solche statutarische Krankenversicherung nach den örtlichen Verhaltnissen nölhig und durchführbar erscheint, schon jetzt die Möglichkeit einer umfassenden Fürsor-'e für Fälle vorübergehender Krankheit der land- und forstwitthschaftlichen Arbeiter gegeben. Mit Rückficht hieraufhat die Frage, ob es stch empfehle, das Krankenvcrstcherungs- gesetz ohne Weiteres auch auf die letzteren allgemein auszudeh- sind 12 bis 14 hintereinander gebunden und hochdepackt, und auf dem ersten thront der Führer auf dem höchsten Gipfel. Wir begegneten Hunderten dieser schwer belasteten Kameele mit ihren jungen Kälbern nebenher. ES ist wahrhaft rüh- rend, zu sehen, mit welcher Geduld diese großen starken Thiere stch dem menschlichen Willen unterwerfen: auf einen Wink legen ste sich nieder, und mit fabelhafter Geschwindigkeit laden die Treiber je zwei Oxhoft Wein auf jede Seite, oder große Kisten und Ballen, und auf ein neues Zeichen erheben ste stch; nur das leitende Thier beugt noch einmal den Hals, um den Treider aufsteigen zu lassen— und fort geht der schweigsame Zug. Nachdem wir ungefähr drei Stunden durch Palmenlandschaft und acht bis zehn Fuß hohe Kaktus- hecken gelitten waren, wurde es Tag in dem Augenblick als wir in die Ausläufer der TroodoS-Masse eintraten. Zuerst noch liebliche Hügel, die an das Rheintheil erinnern und natür- lich überall mit Wein bepflanzt stnv; die großen Karuben und Nußbäume bieten dazwischen eine angenehme Abwechslung, und im Thale rauschten munter überströmenve Walvbäche. Um 5 Uhr waren wir gegen 3000 Fuß über dem Meeresspiegel, die Landschaft wurde immer großartiger, und wenn wir von einem Paß kzum anderen wieder in das Thal hinabstiegen so war die Vegetation wirklich feenhaft. Dem ganzen Fluß- bett entlang standen rechts und links hohe Olcanderbäume in voller Blüihe; höher hinauf füllten Hunderte von Geisblatt- und JaSminsträuchern die Luft mit Wohlgerüchen; die Berqfchluchten wurden bei jeder Wendung romantischer— riestge Fichten mit ihren mächtigen Wurzeln, scharf vorspringende Felszacken, daS feierliche Rauschen deS Flusses 1000 Fuß unier uns machte den Eindruck, als ob Gustav Dore alles arrangirt hätte. Von Zeit zu Zeit begegneten wir Schaf- und Ziegenheerden, ge- wöhnlich von 1000 und mehr Stück. Einmal hatte eine solche Heerde einen breiten Waldstrom zu passtren, und eS war äußerst posstrlich, wie die beiden Schäfer auf langen Krückstöcken stch hinüberschwangen und dann Ziegen und Schafe, anfangs zögernd, bis an den Hals ins Wasser stürzten und folgten; namentlich waren die jungen Lämmer erst in Verzweiflung, bis zuletzt der Instinkt, ihren Müttern zu folgen, die Furcht überwand und ste stch blökend in den Strom warfen. Um 6 Ubr kamen wir nach Peripido, dem ersten Dorfe nach einem Ritt von 300 engl. M'uen; von da ab beginnt ein Gebirgspaß von außerordentlicher Schönheit, noch wilder und an Uederraschungen reicher als das Etschthal— Höhe 400G Fuß über dem Meere. Der Weg ist nur 1 einhalb Fuß breit und windet stck alle 20 Schritte um einen neuen Fels« vorsprung. Die Maulthiere überragen mit dem Kopte den grausigen Abgrund, an einigen Stellen wohl über 1000 Fuß tief, so daß es mir schwindelte und ich vorzog abzusteigen und 4 Meilen bis Platras zu Fuß zu gehen. Um 7 Uhr erreichten wir dieses Dorf am Fuße der Troodosspitze, 6000 Fuß über 850 nen, verneint werden müssen. In weiten Gebieten des Deutschen Reichs haben sich noch Verhältnisse zwischen dem land- und forstwirthschaftlichen Arbeitgeber auf der einen und dem Ar beiter auf der anderen Seite erhalten, welche die unveränderte Ausdehnung des Krankenversicherungsgesetzes auf den landund forstwirthschaftlichen Betrieb weder als dringlich noch als räthlich erscheinen laffen. Dringlich ist sie nicht, wo die her tömmliche Sitte sich noch statt genug erweist, um den Ar beiter in Krankheitsfällen vor Noth dadurch zu schüßen, daß Der Arbeitgeber ihm die erforderliche Pflege und Fürsorge zu Theil werden läßt, ohne von ihm Krankenversicherungsbeiträge zu beanspruchen. Räthlich aber ist die Einführung des Krankenversicherungszwanges in denjenigen Gebieten nicht, wo auf dem platten Lande in der Hauptsache noch bie Naturalwirthschaft vorherrscht, wo insbesondere die dem Arbeiter an Stelle oder als Theil des Lohnes gewährte Wohnung, Landnußung, Viehweide oder sonstige Naturalbezüge ihm auch im Falle vorübergebender Krankheit belaffen werden müssen. In diese Verhältnisse die geldwirthschaftlichen Grundfäße des Krankenversicherungsgeseßes unvermittelt hineinzutragen, würde ernsten Bedenken umsomeh: unterliegen, als der erkrankte Arbeiter, wenn er neben seinen Naturalabzügen noch das gesetzliche Krankengeld erhielte, wirthschaftlich besser gestellt sein würde, als der gesunde. Buzugeben ist allerdings, daß die erwähnten Verhältnisse zum Theil in Fluß gerathen find, daß sich in vielen Gebieten allmählig ein Uebergang von der Natural zur Geldwirthschaft und von dem patriarchalischen Herkommen zu streng zivilrechtlichev Lohnvertragsverhältnissen vollzieht, daß die auf väterlicher Sitte be rubenden persönlichen Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeiter mehr und mehr gelockert werden, und daß die Ausficht des ländlichen Arbeiters in Krankheitsfällen durch den Arbeitgeber oder auch durch nachbarliche Hilfe vor Noth geschütt zu werden, nicht mehr überall mit der vollen Sicherheit eines unter allen Umständen wirksamen Anspruchs bekleidet ist. Je mehr sich die Verhältnisse der ländlichen Arbeiter in dieser Beziehung denen der industriellen nähern, desto mehr wird darauf Bedacht zu nehmen sein, auch den ersteren einen rechtlichen Anspruch auf ausreichende Fürsorge in Krankheitsfällen durch Gesez allge mein zu sichern. Nur läßt sich dies ohne Schädigung der Betheiligten nicht plößlich und am wenigften durch eine einfache, unveränderte Ausdehnung des Krankenversicherungsgesetzes auf die ländlichen Arbeiter erreichen." Hamburg. Das hiesige Fremdenblatt" schreibt:„ Auf die Reichstagsreden der Herren Lingens und Windt, horst am vorigen Donnerstag, bezüglich der Auswan bererhäuser in Hamburg, werfen folgende Umstände ein fehr eigenthümliches Licht. Es ist allgemein bekannt hier, daß ein hiesiger Auswanda era irih, welcher auch Geldwechsel und Ausrüstung besorgt, ein Schwager des hiesigen Vertreters des katholischen Raphaelvereins ist. Diesem Vertreter ist seit einiger Zeit das Betreten der Häuser der Konkurrenten seines Schwagers untersagt worden, aus gewiffen Gründen, die fich Jeder selbst sagen kann, der die lebhafte Konkurrenz unter den Auswandererwirthen fennt. Selbstverständlich nehmen die Katholiken im Allgemeinen Partei für ihren Glaubensgenossen, der Alles aufbietet, um sich die Kundschaft der zahlreichen katholischen Auswanderer zu verschaffen. Es ist daraus ersichtlich, Daß die Katholiken im Reiche die Auswanderungs Agentur des Schwagers des besagten Vertreters des fatholischen Vereins bevorzugen und dessen Konkurrenten nicht mit Wohlwollen ges denken. Unter dem Schuße des Raphaelvereins, welchem u. A. auch sämmtliche katholische Priester ihre Sympathien zuwenden, wird natürlich das Auswandererhaus des Herrn Schwagers im Inlande vielfach und wir halten dies für ganz natürlich empfohlen, aber die Herren vom Zentrum sollten sich doch hüten, in ihren Reden gegen die übrigen Hamburgischen Auswandererwirthe so schroff vorzugehen, wie dies geschehen ist. In Bremen besitzt der Raphaelverein fein ihm so engliirtes Auswandererhaus, und hier schweigen die Herren vom Zentrum. Dem Reichskommissar steht übrigens in Hamburg ebenso wie allen Behörden und jedem Privatmanne der Eintritt in die Auswandererhäuser zur Besichtigung und Prüfung vollständig fret. Eine Prüfung ergiebt, daß die hiesigen Auswandererhäuser allen staatlichen Anforderungen durchaus entsprechen." Frankreich. " Die französische Deputirtenkammer ist heute wieder eröffnet worden. Der frühere Unterrichtsminister Paul Bert zeigte in einer in Lyon gehaltenen Rede an, daß er sich wegen Ferry's fehlerhafter Politit vom Opportunismus lossage und zum Kabitalismus zurückkehre. Das Linienschiff Primanguet" wird die fünf Transportschiffe, welche Truppen nach Tongking bringen, als Deckung begleiten.- Die Polizei hatte gestern wieder große Vorsichtsmaßregeln wegen der Kundgebung der unbe fchäftigten Arbeiter von Paris getroffen, die vor das Elysée 1ücken wollten. Die Truppen in der Kaserne Pepinière dem Meere, aus Lehmhütten der primitivsten Form gebaut, viereckige oben geschlossene Kaften. Ich stieg beim Muktar( Schulzen) ab, und wenn ich nicht sehr hungrig gewesen wäre, so hätte mir der Anbl'd dieser Häuslichkeit sicher den Appetit genommen; ich ließ mir wieder Eier und Kaffee geben. Ein Tisch war nicht vorhanden, und man mußte entweder auf dem Fenstersims oder von einem Stuhl effen, den man sich gegenüber stellte. Die einzigen Spuren europäischer Kultur waren eine leere Büchse von Liebigs Fleischertraft, und ein Blechfiftchen mit Huntley und Pat mers Etiquette, die ein reisender Engländer wahrscheinlich auf dem Kamin hatte stehen lassen. Als Beichen der Gastfreundschaft bieten die cyprischen Bauern zuerst Rosinen und Rati, eine Art Schnaps, und dann Bei den Reichen offerirt die Hausfrau Honig und Kaffee. Mestit, und bleibt vor einem stehen, bis man fertig ist, der Hausherr dreht unterbessen die Cigaretten und dazu reicht man Kaffee. Die Türken reichen den Kaffee als Signal, daß man gehen soll, und wenn man nicht geht, so reichen fie noch eine Zaffe und so fort bis man ausreißt. 2 Nachdem ich eine Stunde geraftet hatte, machte ich mich auf den Weg nach der Troodos Spiße, die 6600 Fuß über dem Meeresspiegel liegt, also ungefähr so hoch wie Mürren in der Schweiz, nur mit dem Unterschied, daß man in Inter laten bereits 3900 Fuß hoch steht, während ich hier seit 1 Uhr Morgens direkt vom Meere aus gestiegen war. Um 10 Uhr fam ich ganz erschöpft und fast verschmachtet auf dem Plateau an, ich schleppte mich mühsam nach dem ersten Belt, wo ich den Beamten der Eastern- Telegraph- Company installirt fand, der mir sofort eine Taffe Thee bereitete, und ich muß gestehen, daß noch nie ein Getränk mich so erquickte. Nach einer Stunde Aufenthalt ging ich nach dem eigentlichen Lager der Engländer, wo ich bei einem liebenswürdigen Offisier, Kapitän Hadfield, Aufnahme fand und zwei Stunden schlief. Soldaten und Offiziere, Frauen, Kinder und Dienstboten wohnen in Belten, die allerdings theilweise nicht nur das Nothwendige, sondern auch das Angenehme und Ueberflüfftge enthalten. Um 4 Uhr ritt ich mit dem Kapitän nach Platras zurück, ging dort noch bis 8 Uhr im Dorfe spazieren und legte mich Dann schlafen, nachdem ich dem Maulthiertreiber die Weifung gegeben hatte, um 2 Uhr die Thiere bereit zu halten, damit wir vor der großen Hiße in Limaffol wieder eintreffen konnten. Wer jedoch nicht fam, war mein Treiber, den ich nach langem Suchen im Hofe unter einem Baume schlafend fand. So fonnten wir am 16. erst um 3 Uhr früh aufbrechen. Die erste halbe Stunde ging es im Flußbett hinab, und es ist unglaublich, mit welcher Sicherheit die Maulthiere über alle Schwierigkeiten hinwegflettern. Bald waren wir in dem gefährlichen Bergpaß, Diesmal bei Mondschein und wunderbarem Nachtigallengefang. An den gefährlichsten Stellen zog ich vor, im Sattel zu bleidi B dau wurden in Bereitschaft gehalten und die Posten am Elysée vers Doppelt. Es 30gen aber bloß einige fleine Schwärme am Elysée vorüber, ohne Kundgebungen zu machen. Die unbe schäftigten Arbeiter hatten fich auf dem Plaß des Chateau d'Eau versammeln sollen, aber die Führer der Bewegung hatten schließlich gerathen gefunden, die Kundgebung zu vertagen, um erst noch das Ergebniß ihrer Schritte bei dem Pariser Ges meinderath abzuwarten. Heute wurde der Jahrestag von Raispail's Tode auf dem Père Lachaise gefeiert. Um 1 Uhr zogen die üblichen Tausend zu dem Grabe. Retif, Führer nieser Gruppe, hielt eine Rede, in welcher er von der Kundgebungen sprach, um stch Nothwendigkeit der wieder zu fräftigen; denn die Republik sei in Gefahr und werde namentlich von den Dcleanisten untergraben, die mit der jezigen Regierung im Einvernehmen ständen. - Die Regierung geht mit der Absicht um, die Kammer so fort wieder zu vertagen, stoßt jedoch mit dieser Ansicht auf - Poheftigen Widerstand.- Der Télégraphe" will wissen, die Bo lizeibeamten Gebrüder Ballerich, welche jüngst in der Redal tion des Cri du Peuple" einen Erzeß verübten, hätten zuvörderst beim Polizeipräfekten um die Genehmiguna nachgesucht, das erwähnte Blatt gerichtlich zu verfolgen. Diese wurde ihnen jedoch verweigert, worauf die beiden Polizeibeamten, durch diese Weigerung aufgeregt, den Versuch machten, fich selbst Recht zu verschaffen. Der Télégraphe" meldet zugleich, daß mehr als fünfzig Polizeibeamte ihre Demisston verlangt hätten, weil der Polizeipräfekt ihnen die Erlaubniß versagte, das genannte Organ wegen seiner Denunziationen gerichtlich zu belangen. Hinzugefügt wird, daß deshalb sogar eine vollständige Meuterei des Personals der Polizei zu befürchten steht.(?) Italien. Die Bevölkerung von Modena ist in furchtbarer Aufregung wegen mehrerer Agrarverbrechen, welche in der Um gegend der Stadt von Bauernbanden verübt wurden. In St. Bertino predigte ein Unbekannter den Kampf gegen die Gutsbefizer bis auf das Meffer. Eine 500 Mann starte Bauerngruppe sandte an mehrere Gutsbefizer Drohbriefe ab. In Cesole wurde ein Herrengut umzigelt, mehrere Scheiterbaufen um dasselbe angezündet und auf das Dach des Schloffes Feuerbrände geschleudert. Die Bauern wurden mit Flintenschüssen zurückgetrieben. Das sind ja irische Zustände! Schweden und Norwegen. Wie erinnerlich, wurde die Wahl der Stockholmer Reichstagsabgeordneten wegen Ungenauigkeiten bei der September wahl für ungiltig erklärt. Am 9. 5. M. wurden, wie zu erwarten stand, die Liberalen wiedergewählt. Der Streit zwischen Volksrecht und absolutistischem Regiment wird in den skandi navischen Reichen ohne Frage in der nächsten Beit ein sehr heftiger werden. Parlamentarisches. Die Wahlprüfungskommission hat heute nach dreitägiger Berathung die Wahl des Abg. Woermann( 3. Ham burg) für giltig erklärt, jedoch über die bei der Wahl vorgefommenen Unregelmäßigkeit die Anstellung von Erhebungen beschlossen. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 23. Sigung vom 13. Januar, 1 Uhr. Am Tische des Bundesrathes v. Boetticher, Bionsart von Schellendorf, v. Haenisch u. A. Nachdem die Allgemeine Rechnung über den Reichshausbalt pro 1881/82 auf Antrag des Abg. v. Wrisberg der Rechnungsfommission überwiesen und der Nachtragsetat, betreffend die Bewilligung von 180 000 M. zur Beschaffung einer Dampfbarkasse für den Gouverneur von Kamerun in dritter Lesung ohne Distusfion genehmigt worden, setzt das Haus die Spezialberathung des Militäretats fort. Gene In Kap. 22 des Ordinariums der Ausgaben ralstab und Landesvermessungswesen" sind diesmal 2 Generalstabsoffiziere( Majors) mehr gefordert, welche den Kommandanturen der Festungen Thorn und Königsberg beigegeben werden sollten. Die Kommission empfiehlt die Absetzung der Mehrforderung, während sie die in demselben Kapitel zum ersten Male auftretende Besoldung für einen Generalquartiermeister der Armee zu genehmigen beantragt. Abg. v. Saldern Ahlimb beantragt und befürwortet die Genehmigung fämmtlicher Mehrforderungen. Abg. Richter: Abweichend von dem Kommissionsantrage stimmen wir für die Bewilligung der hier geforderten awei neuen Generalstabs Offizier stellen. Die bezüglich der öftben, da ich im Halbdunkel der Sicherheit des Maulthieres eher vertraute als meinen Füßen. Wir begegneten auch jest wieder großen Biegenheerden, die mir durch ihre Stattlichkeit und Schönheit auffielen; fte haben prächtige Hörner und sehen außerordentlich reinlich aus, da fie das ganze Jahr im Freien leben. Leider sah ich auf keiner meiner Streifereien einen Muflon, dessen Jagd ein so aufregendes Vergnügen sein soll; es ist dieß eine wilde Schafart, die beinahe ausgestorben wäre, wenn sich nicht in den letzten Jahren durch die englischen Jagdschußgefeße ihre Bahl wieder etwas vermehrt hätte. Gegen 6 Uhr Morgens begegneten wir einem Dugend Ambulanzes Wagen, die Soldatenfrauen und Kinder nach Troodos brach ten. Um 9 Uhr war ich in Limassoll zurück, ermüdet von der starken Tour, aber entzückt und im Gemüth erfrischt von dem Anblick der herrlichen Natur. Das Lager auf Troodos ist ein gigantischer Schwindel, c'est magnifique, mais ce n'est pas la guerre! Es ist natürlich keine Kleinigkeit, 1000 Mann Soldaten 36 Meilen weit auf einen 7000 Fuß hohen Berg zu befördern und jeden Tag zu verproviantiren. Das Wasserschleppen allein von einer x Meter entfernten Quelle toftet während der paar Monate 750 Pfund Sterl., und die Ochsen aus Rußland müffen hinaufgetrieben werden. Große Schnces und Eisgruben find oben angelegt worden, die dann im Sommer den Getränken und Lebensmitteln die erwünschte Frische erhalten. Die besten Autoritäten verfichern, daß die Soldaten ohne die geringste Gefahr für die Gesundheit im Hauptlager, 3 Meilen von Limassol entfernt, 300 Fuß hoch, das ganze Jahr bleiben könnten; aber die Gebirgsluft ist für die Offiziere und ihre Damen einladender, das ganze Korps muß folgen und John Bull bezahlt für den Spaß. Dafür ist aber Cypern auch jest die gesündeste Militärstation der ganzen englischen Armee. Die Ueppigkeit der Engländer, ibre großen Gehalte, ihre tomS lichen Brovinzen obwaltenden besonderen Verhältnisse, das Haus bereits zur Bewilligung einiger anderer Stellen in denselben geführt haben, laffen es uns angem erscheinen, auch in diesem Punkte der Forderung der rung nicht entgegenzutreten. Die Bedürfnisse in Thor Königsberg find dem bereits befriedigten in Meg und burg analog. Jm Ablehnungsfalle müßten die bereits Thorn resp. Königsberg belegirten Generalstabsoffiziere zurückgezogen werden, oder es würde eine dauernde Ver Derung der Kräfte des hiesigen Generalstabes eintreten. teres zu wünschen haben wir aber keine Veranlaffung deshalb stimmen wir für die Meh forderung. Der Titel wird darauf dem Antrage v. Saldern g ohne Abstrich bewilligt. " In Kap. 21,, Adjutanturoffiziere und D ziere in besonderen Stellungen" ist unter 2 ein Fonds von 450 000 Mait enthalten, aus welchem im zen 94 Offiziere Besoldung beziehen. Der Antrag des Richter, von diesem Fonds 100 000 Mart abzusetzen und Stellenzahl auf 70 zu vermindern, war der Budgetkomm zur Prüfung überwiesen worden, in deren Namen R v. Köller die Ablehnung des Antrages befürwortet. Fonds von 450 000 Matt sei ein diskretionärer, und nur weise zur Besoldung der aggregirten Stabsoffiziere best aus ihm würden u. A. auch die Vertretungskosten für er Offiziere bestritten. Abg. Richter bedauert, daß die Kommission f einem Abstrich nicht habe entschließen tönnen. Die Verwendu Mittel des Fonds für die Bestreitung der Vertretung erfrankter Kommandeure sei ja zu billigen, nicht aber die liche Beschleunigung des Avancements, welche dadurch gerufen werde, daß man dem Hauptmann und Kompag einen gewissen Anspruch gewäre, nach dem zwölften Die Major zu werden, und ihm aus diesem Fonds tas mannsgehalt zahle so lange, bis eine Stelle frei geword Dieses Verfahren könne seine Partei nicht billigen und deshalb gegen den Kommissionsantrag. daß es im 12 theilbar tommiffar Abg. 673 etats m effektiv bese önnte, fo in den nä Stellen ab tönnte man abſege, so ber 18 000 ftimmen. Abg. In d v. Mass v. Huene für 30 Db abgelehnt. In I Mart meb Abg. Abg. S einem beso näre nicht Bersonen starte anzu Löhnung Den Antra Stärke herb fonft geger niffe zu m Gener willigung auf bei stellt sei. Abg. ftimmen m ren Vorsch nicht erhöh Abg. Nationalli Stimmen. Die gegen die tiven ge in den fäc Waffenmei Bei d Abg. Kriegsminister Bronsart von Schellend Die Annahme des Antrages Richter würde für Berha die aus diesem Fonds Befriedigung erfahren, einen fe angenehmen Ausfall ergeben. Von den 450 000 m bereits bestimmte, in gewiffem Sinne gebundene S vorweg ab, und zur freien Verfügung stehen nur 348 6 Die Verminderung dieser Summe um weitere 100 000 würde so erheblich sein, daß ich die bestimmte Erkläru geben muß, daß dadurch die Interessen der Aim Schwerste gefährdet werden. Meine früheren Beme zu diesem Titel fönnen unbedingt nicht so interpretirt als ob ich eine Künstliche Beschleunigung des Avancemen fürwortet oder zugegeben hatte. Die aggregirten Dwordenen welche in dem Augenblick, wo sie zum Avancement heran wegen mangelnder Vakanz nicht auf.üden fönnen, werd einige Monate, gewissermaßen vorschußweise beförder ihre Bezüge aus diesem Fonds entnommen, wodurch der vortheil entsteht, daß eine Reihe von lostspieligen Verse erspart wird. Dadurch wird das Avancement nicht beschleunigt, sondern nur regulirt, und die Versetzungen vermieden, die auf die Solidität des Difiziertorps einige störend einzuwiken geeignet sind. ampeft Abg. Richter: Der Herr Kriegsminister bat bei heren Berathung dieses Titels zwei verschiedene Gri die Erhaltung desselben auf seiner früheren Höhe einmal die Ausgleichung des Avancements im Berb einen Regiments zum anderen und hiergegen wäre einzuwenden, dann aber auch die Ausgleichung des ments von Waffe zu Waffe: weil z. B. bei der Artillerie Avancements günstiger sei, müsse es gerechtfertigt erscheine ter Infanterie nach dem zwölften Jahre dem Sapt die Möglichkeit zu gewähren, zum Major ernannt u Dieses Verfahren tönnen wir nach wie vor nich. fü halten. Der Titel wird nach dem Etatsentwurf gegen die Der Freifinnigen angenommen. Bei Kap. 23 Ingenieurkorps" ist im f Militäretat die Umwandlung einer der 3 Stabsoffizie 5700 Mart in eine solche à 7800 Matt gefordert. Die fion will es bei dem früheren Status belaffen, jedoch die Annahme folgenden Busages bei dem betr Titel: em ,, Wird der älteste dieser 3 Stabsoffiziere, welcher Vorstand der Genie Direktion ist, seiner Anziennetät zum Obersten ernannt, so erhält derselbe den betrag der Kompetenzen eines Regiments Kommandeu den Etat." Der Kommissionsantrag wird mit diesem Zufase nommen. enti Bei Kap. 24( Geldverpflegung der Truppen), Besoldung der Offiziere, bringen die Abgg. v. Buol, und Lingens die Wiißstände zur Sprache, welche entstanden ſeten, daß bei der Abbaltung der Manöv genügend für Abwechselung der Manöverterrains un theilung der durch die Quartierleistungen u. dergl. en den Lasten auf die gesammte Bevölkerung Sorge und daß die Entschädigung für die Naturalleistunge immer keine ausreichende sei; der Modus der Entic sei auch fein gerechter, weil er trotz der in den versc Landesih ilen verschiedenen Preise der Naturalien für Reich derselbe sei. get ball Kriegsminister Bronsart von Schellendo flärt bei der Auswahl der Terrains für die Mänöver Beschaffenheit der Dertlichkeiten abhängig zu sein. treff der Entschädigung für die Naturalleistungen woll wägen, ob man nicht die Marktpreise, wenn auch nicht einzelne Ortschaft, so doch für einen größeren Komp Drischaften, zum Maßstabe nehmen könne. Abg. Dirichlet giebt der Militärverwaltung wägung, ob es sich nicht empfehle, bei der Entschädig durch die Truppen angerichteten Flurschäden den Rech zulassen. Ueber die zu zahlende Summe entscheide giltig eine Kommission, in welcher drei Vertreter kalischen Interesses die geborene Majorität gegenü gewählten Vertretern haben. Wenn die im Allgemeinen ihre Stellung nicht so auffaffen wer fte unter allen Umständen verpflichtet seien, falisde Intereffe in den Vordergrund zu stellen, so andererseits ganz eigenthümliche Festsetzungen zum gekommen. erster Kriegsminister Bronsart v. Schellenbo wahrt nach seinen Erfahrungen die Kommission gegen vorzugung des fistalischen Intereffes. Abg. Dirichlet stellt seine Erfahrungen der bel fortable Lebensweise machen die Cyprioten sehr eifersüchtig; ste ministers gegenüber; er wolle selbstverständlich nicht find der Okkupation überdrüffig und träumen von einem Anschluß an Griechenland. Kommission im Allgemeinen untheilen; da ihm aber Abschäßungsurtheile bekannt geworden seien, bei dene Diese Gesinnungen sprachen sich bei folgender Gelegenheit Interesse der Beschädigten nicht genügend gewahrt wo ganz unzweideutig aus. Als ich am 5. Juni von meinem Ausflug nach Larnaca zurückkehrte, fand ich ganz Limassol in freudigster Aufregung über die Ankunft einer griechischen Fregatte; als dieselbe in Sicht war, hieß es, der König sei an Bord und alles stürzte fich auf die Dächer, um das Schiff zu begrüßen. Es war dieses Ereigniß ein willkommener Anlaß für die Cyprioten, ihre Unzufriedenheit gegen die Engländer und ihre Sympathie für Griechenland möglichst laut werden zu laffen. Den Difizieren des Kriegsschiffes wollte die Stadt ein großartiges Fest geben, und es wurde eifrig darüber berathen, wie man die Engländer bei den Einladungen umgeben tönnte. 0008 sgiultedcor 30 m 10 Esisid siar pilndoune so empfehle es fich, den Rechtsweg zuzulaffen. Der Titel 1 wird hierauf bewilligt. Titel 2 enthält die Besoldung für die Militär darunter auch eine Mehrforderung von 18 000 eine Gehaltszulage für 30 Oberstabsärzte 1. Klaffe 600 Matt. Der Abg. v. Huene beantragt, diese Geballse die von der Kommission bewilligt ist, zu streichen. Die Kommiffton beantragt, von den 673 Afflen nur 653 zu bewilligen, in Folge dessen für 20 Stellen a 18 000 D. abzusetzen. Der Abg. v. Massow beantragt, nur 12 Stellen Mart, also 10 800 Mart abzuseßen, und motivist pies Versu Leute habe Tage bei von fogend ochsenfleisc fte von d fontrolirt Kraftzwieb nifter, wie es billige, behauptet, lohnung v wäre, wen Krieg Auf den ein; die Grundlag deutschen Niemand werden, der Armee auf die H läffigt wir Abg. briefen ge gelangt. trauen tünfte nisters wi friedigt sei Abg. verwaltun viantämte für die den Prod Krieg Für die November 15 pCt. d getauft. preis bo zweiter 21 pet. Bwischenh Surchschni wurde zu getauft; 3,05 Mar 38 pSt.; trug 1,79 ( öit, hö Hand erh Monaten Abg. Die Dertli tistischen wenigftens Daß bei d Vortheile Fall ange er Hafera zenten for höheren T lern zu be Stadt d Petition Kriegsmi Kriegsmin den 30er bat zugle Intereffe wir nicht Reihe W wirthen tönnte.( 9 lichen Ein die doch sonderer Regierun berungen bet den Herr Krie 85 pCt. mich zum direkten Qualität wird Nie .> ttfllf d daß es im Interesse der Kalkulation nothwendig sei, eine durch 12 theiibare Zahl von Süllen abzusktzen, was der Bundes- kommiffar Major v. Haberling bestätigt. Abg. Richter macht darauf aufmerksam, daß von diesen 673 etate mäßigen Aifirteniarztstellen nur etwas über die Hälfte effektiv besetzt jei. B>i diesem großen Manqucmcnt, das auch in den nächsten Jahren kaum vollständig ausgefüllt werden könnte, komme es doch nicht darauf an, ob man 12 oder 20 Stellen absetze. Wenn die Zahl durch 12 theilbar sein soll, könnt« man auch 24 absetzen. Wenn das Haus nur 12 Stellen absetze, so würde ieine Partei vielleicht gegen die Bewilligung der 18 000 Marl Gehaltszulage für die dreißig Oberstabsärzte stimmen. Abg. Kalle tritt für den Kommisstonsvorschlag ein. In der Abstimmung wird darauf der Antrag des Abg. v. Mass ow angenommtn, dagegen, dem Antrag des Abg. v. Huene entsprechend, die Mehlforderung von 18000 Mark für 30 Oberstabsärzte gegen die Stimmen der Konservativen abgelehnt. In Titel 3(Beamte) werden für 71 Waffenmeister 54 315 Mark mehr g« fordert. Abg. v. Huene beantragt, die Position zu streichen. Abg. Richter will diese 71 Waffenmeister eventuell unter einem besonderen Titel 3a bewilligen, wodurch diese Funktio- näre nicht den Charakter von Mililärbcamten, sondern von Personen des Soidatensiondes erhalten, also auf die Präsenz- stärke anzurechnen find. In Konsequenz davon will Redner die Löhnung von 71 Gemeinen streichen. Das Hauptmotiv für den Antrag ist, daß hier indirekt eine Erhöhung der Präsenz- stärke herbeigeführt werden soll, während die Regierung fich sonst gegen alle Wünsche des Hauses, beim Militäretat Erspar- Nisse zu machen, ablehnend verhalte. Generalmajor v. Hänisch bittet um unveränderte Be- «illigung der Forderung, welche namentlich mit Rücksicht auf bei der Mobilmachung hervortretende Bedürfnisse ge- stellt sei. Abg. Richter erklärt, daß er gegen den Antrag v. Huene stimmen werde und der Regierung überlassen müsse, mit weite- ren Vorschlägen der Art zu kommen, daß die Präsenzstärke nicht erhöht werde. Abg. Kalle wird mit seinen politischen Freunden(dm Ratiorralliberalen) für unveränderte� Bewilligung der Position stimmen. Die Forderung wird jedoch nach dem Antrag v. Huene gegen die Stimmen der Nationalliberalen und der Konscrva- Uven gestrichen� ein gleicher Beschluß wird bezüglich der m den jächfischen und württembergischen Etats neugcforderten Waffenmeister gemacht. Bei dem Kapitel„Naturalverpflegung" erwähnt Abg. v. Wollmar einen ihm aus Breslau bekannt ge- wordenen Fall, wonach zur Erprobung neuer Konserven „V e r s u ch s k o m p a g n i e n" gebildet worden seien. Die Leute hrben in einem Falle während 13 aufeinanderfolgender Tage bei 9- bis lOstündigem angestrengten Dienste lediglich von sogenanntem Krastzwiebock leben müssen, welcher mit Mast- ochsenfleisch zubereilet sein soll. Während dieser 13 Tage sind ste von den übrigen Mannschaften separirt und ganz genau tontrolirt worden, daß ihnen andere Nahrungsmittel als dieser Kraftzwieback nicht zugänglich wurden. Redner fragt den Mi- nister, wie sich die Heeresverwaltung zu der Sache stelle, ob sie es billige, daß den Leuten dergleichen zugcmulhet werde, und behauptet, daß, wenn auch nachträglich die Mannschaften eine Be- lohnung von je 5 Mark erhalten hätten, es doch richtiger gewesen wäre, wenn man zu dem Versuche Freiwillige genommen hätte. Kriegsminlster Bronsart von Schellendorff: Auf den vom Vorredner erwähnten Fall gehe ich nicht weiter ein; die Privatbriefe, welche er erhalten hat, geben mir keine Grundlage für eine dienstliche Erörterung. Im ganzen deutschen Volke und hier im Reichstage, wie ich hoffe, wird Niemand daran zweifeln, wenn solche Versuche angestellt werden, daß ste erstens im Interesse der Schlagfcrtigkeit der Armee geschehen, und daß dabei zweitens leine Rücksicht auf die Humanität und die Gesundheit der Leute vernachlässigt wird. Abg. v. V o l l m a r: Ich habe gar nicht von Privat- briefen gesprochen: jene Nachricht war in die Oeffentlichkeit gelangt. Wir sind auch nicht hier, um Ver- trauen zu haben, sondern um uns Aus- künfte zu erbitten. Von der Antwort des Mi- «isters wird man im Hause und im Lande sehr wenig be- friedigt sein. Abg. v. Maltzahn-Gültz richtet an die Militär- Verwaltung die Anfrage, wie die neuerdingS seitens der Proviantämter angestellten Versuche ausgefallen seien, die Naturalien für die Armee nicht mehr vom Zwischenhandel, sondern von den Produzenten direkt zu beziehen. Kriegsminister Bronsart von Schellendorff: Für die vergangenen Monate September, Oktober und November war das Resultat folgendes: An Roggen wurden 15 pCt. des Bedarfs freihändig, 85 pCt. vom Zwischenhandel gekauft. Im Einkauf aus erster Hand war der Durchschnitts- preis dabei 7 M. pro Zentner; im Ankauf aus zweiter Hand 7,42 M. Der Haferbedarf wurde zu 21 pCt. durch Ankauf erster Hand, zu 79 pCt. durch den Zwischenhandel gedeckt; der Preis für den ersteren betrug durchschnittlich 6,73 Morl; für den letzteren 6,86 Mark. Heu wurde zu 62 pCt. freihändig, zu 33 pCt. im Zwischenhandel gekauft: das erstere kostet pro Zentner 2,68 Mark; das letztere 3,05 Mark. Bei Stroh war daS Verhältniß ebenfalls 62 zu 38 pCt.; der Preis für den Zentner angekauften Strohes be- trug 1,79 Mark, für den im Zwischenhanvel gekauften 2,22 M. (Hört, hört!) Im Ganzen stellt fich der Ankauf aus erster Hand erheblich vortbeilhafter; es sind dadurch in den genannten Monaten 241,000 Mark erspart worden. Abg. Rickert: Ohne eine genaue Untersuchung über die Onriichkeit, wo der Ankauf stattgefunden, haben die sta- »st'schen Angaben des Herrn Kriegsministers gar keinen Werth, wenigstens kann aus denselben nicht der Schluß gezogen werden, daß bei direktem Kaufe sich für die Militärverwaltung große Vortherle ergäben. Ich habe in der Kommisfion schon einen Fall angeführt, indem der Fiskus Schaden dadurch erlitt, daß er Haferankaufe mit den Produzenten abschloß. Die Produ- zenten konnten nicht liefern und inzwischen hatte der Hafer einen höhercnPreis erhalten, als zu welchem ervorhervonZwischenhänd- lern zu beziehen gewesen wäre. Das soll auch noch in einer andern Stadt der Fall gewesen sein, wie eine uns zugrgangene flelilion ergübt. Was bat sich denn durch d e vom Herrn riegsminister getroffene Anordnung verändert? Der Herr Kriegsminister hat in der Kommisfion erklärt, daß bereits seit den 30er Jahren diese Bestimmung in Kraft gewesen sei, und bat zugleich auch angeführt, daß für dieselbe das fiskalische Interesse maßgebend gewesen sei. Etwas Anderr s wollen auch wir nicht, auf das fiskalische Jntensse muß immer in erster Reihe Werth gelegt werden, auch wenn noch so vielen Land- wirthen Gelegenheit zum Absatz ihrer Waarc geboten werden könnte.(Ruf rechis: Aha!) Es hat auf mich einen eigenthüm- lichen Eindruck gemacht, daß dem Hnrn Kriegsminister ein besonderer Dank für diese seine Verordnung ausgesprochen ist, die doch schon so lange besteht. Im Uebrigen, wenn auch die Regierung wirklich den besten Willen haben sollte, hier Aen- derungen zu treffen, so wird sie doch um den Getrerdeankauf bei den Zwischenhändlern nicht herumkommen, wie auch der �"�riegsminister hervorgehoben hat, daß von dem Roggen 85 pCt. von den Zwischenhändlern bezogen seien. Ich resumir« Mich zum Ech�ß dahin, wir find«nveislanden mit dem drrekten Einkauf, wenn derselbe billiger geschieht, und die 5 mi den vorgeschriebenen Bestimmungen entspricht. Es wird Niemand etwas dagegen einzuwenden haben, wenn auf diesem Wege der Kriegsminister das Interesse der Landwirth- schaft fördert, für das auch wir«intreten.(Lachen rechts.) Ja, meine Herren, ich selbst habe die Ehre Landwirth zu sein, das wird Ihnen vielleicht unangenehm erscheinen, aber an der Thatsache können Sie doch nichts ändern. Ick bin übrigens daran ge- wöhnt, jene Seite fich äußern zu hören, als ob hier der in- karnirte Haß gegen die Landwirthsckaft vertreten sei und nur bei Ihnen die Freunde derselben säßen. Nun, das Land wrrd wissen, was es von Ihren Getretdezöllen zu halten hat. In- soweit also das Interesse der Produzenten mit dem fiskalrschen Interesse im Einklang steht, habe ich nichls gegen den Einkauf bei den Produzenten, ich verwahre mich nur dagegen, wenn das fislalische Inten ff e darunter leiden soll. Abg. v. S ch a l s ch a: Nach den Erklärungen des Kriegs- Ministers war die Forderung des Herrn Abg. Rickert, daß vor allem das fiekalische Interesse gewahrt werden müsse, über- flüssig. Von einem tntarnirtcn Haß, den Sie(links) gegen die Landwirthschaft haben sollten, ist hier nicht Die Rede gewesen, sondern nur von einer werig motivirten Vorliebe für den Handelsstand. Herr R'ckcrt hat ein Beispiel angeführt, wo wegen Steigerung der Getreideprcise der Fiskus Schaden erlitten, weil er nicht zu einem ftüh-ren Termin vom Zwischen- Händler gekauft hatte. Ja, die Getreidepreise find aber in einem steten Fallen begriffen. Daß die Qualitäl schlechter sei, wenn direlt von Produzenten gekauft würde, ist eine Behaup- tung, die mich in Erstaunen setzt. Getreide geringerer Quair- rn wird dock erst durch die Mischungen der Zwischenhändler hergestellt. Wenn die Militairbehöiden dem Landwirth lohnen- den Absatz verschaffen, indem sie ihm einen kleinen Bruchtheil des Profits der Zwischenhändler zuwenden, so ist das unge- Heuer gercchifertigt. Zu den vielen Steuern, die auf der Land- wirthschaft lasten, kommt noch in hervorragender Weise vre Blutsteuer. Ist es doch festgestellt, daß die städtische Bevöl- kerung lange nicht in dem Maße zur militairischen Dienst- leistung herangezogen wird, als die ländliche. Wenn also auch die Militairhehörde der Landwirthschaft ihre Für- sorge zu Theil werden läßt, so ist das nur gerechtfertigt. Abg. v. Maltzahn-Gültz: Ich habe mich nicht gegen Herrn Rickert und überhaupt nicht gegen jene Seite(links) ge- wendet, sondern nur über die Dislujston innerhalb der Kom- milston berichtet. Im Uebrigen habe ich nur noch hinzuzufügen, daß wir immer gewünscht, die Landwirthe mögen von direkten Lieferungen für die Armee nicht ausgeschlossen werden, und dieses ist e. reicht worden. Abg. Rickert: Herr v. Schalscha muß mich nicht ver- standen haben, wenn er mir die Behauptung unterlegt, daß bei Ankäufen direkt bei den Produzenten die Qualität geringer sei. Ich hatte nur bemerkt, daß auch die Qualität zu berücksichtigen sei. Er hat weiter gesagt, die Getreidepreise seien in der letzten Zeit gefallen. Ich hatte von Hafer gesprochen, dessen Preis in die Höhe gegangen ist. Bezüglich der Bemerkungen über den Handels stand verweise ich auf die jüngsten Auslassungen des Herrn Reichskanzlers. In einer Weise, wie das von der„Nordd. Allg. Ztg." niemals geschehen ist, hat derselbe sich des ehren- werlhen Handele standes angenommen. In derThat sind auch Handil und Zwischenhandel so nützlich, daß alle Bemerkungen an dieser Thalsache nichts ändern können, und die bloßen Per- dächtigungen sollten Sie doch der„Nordd. Allg. Ztg." über- lassen- Bezüglich der Tabelle des Kriegsministers wiederhole ich nochmals: ste erhält erst Werth, wenn auch die Bezirke, in denen die Ankäufe erfolgt find, angegeben werden- Kriegsminister Bronsart v. Schellendorf: Ich bitte, dock den summarischen Effekt nicht aus dem Auge zu lassen. Wenn 241 000 Mark durch direkte Ankäufe haben er- spart werden können, so ist das ein Gewinn, der kleine Ein- büßen, die hier und da zu verzeichnen find, zu kompenfiren vermag. Ich werde deshalb auf die dauernde Beachtung ver Allerhöchsten Bestimmungen achten, die vielfach in Vergessenheit gerathen waren und auch unbeachtet blieben aus Bequemlichkeit der Beamten, die lieber Abschlüsse mit Zwischenhändlern als mit Produzenten machten. Auch das fiskalische Interesse wird gewahrt bleiben; nur wo das der Fall ist, wird der Ankauf aus erster Hand vorgezogen werden. Abg. Dirichlet findet die Durchschnittsberechnung des Kriegsministers nicht ohne weiteres verständlich und erbittet nähere Erläuterungen. Bei ihm(Redner) könne doch von einem fanatischen Haß gegen die Landwirthschaft nicht die Red« sein, sondern höchstens von einer gewissen Vorliebe. Er habe als Landwirth von der Militärverwaltung für seinen Hafer nicht einen Pfennig weniger bekommen wie der Kaufmann over Zwischenhändler; hier stehe also Erfahrung gegen Erfahrung. Rur besonders schönen Hafer habe er an die Militärverwaliung nicht verkauft, denn solchen habe sie ihm nicht bezahlt, rverl ihr ein zu schweres Gewicht nicht lieb gewesen sei. Er müsse also auf Grund einer 28jäbrigen Erfahrung behaupten, als Produzent seitrns der Militärverwaltung stets ebenso behandelt worden zu sein wie der Zwischenhändler. Kriegsminister Bronsart v. Schellendorf giebt einige nähere Erläulerungen über die Grundsätze, nach welchen seine Durchschnittsberechnung der Ankaufspreise aus erster und zweiter Hand aufgestellt ist. Abg. v. Schalscha: Herr Dirichlet hat mit seinen Ausführungen nur bewiesen, daß der Zwischenhändler bei seinen Verkäufen an die Verwaltung nichts verdient.(Heiterkeit rechts und Unruhe.) Von einem intarnirten Haß gegen die Landwirthschaft habe ich nicht gesprochen, ebenso wenig den Handel verdächtiqt; das aber muß ich sagen: der Handel wird, sobald er eine Begünstigung erfährt, in seinen Ansprüchen maßlos.(Unruhe links.) Abg. Stiller glaubt, daß in der Kalkulation des Kriegs� Ministers ein Jrrthum insofern enthalten sei, als die Getreide- Produktion im Osten viel größer und billiger ist, als im Westen, wo man die Zwischenhändler mehr in Anspruch zu nehmen ge zwungen sei. Seine Durchschnitttberechnung würde also«ine verkehrte sein, wenn nicht das Verhältniß der Einkäufe erster und zweiter Hand durchweg im Osten und im Westen das gleiche wäre. Der Abg. Dirichlet habe nur gesagt, daß der Zwischenhändler für beste Qualität höhere Preise als die Militär Verwaltung zahle, weit er vielfach mit dieser ausgezeichneten Qualität das geringere Korn zu mischen in der Lage sei, um es aufzubessern. In vielen Jahren sei das Produkt des Landmannes in Folge von Nässe und anderen Einwirkungen durchs aus nicht zum Verkauf geeignet, und da falle dem Zwischen- bändler die Aufgabe zu, es durch Import gesunder, trockener Waare aufzubessern. Die Stadt Lübeck habe diesen Import in den letzten Jahren in ganz hervorragender Weise betrieben und große Masscnlieferungen an die Militärmagazine auszuführen gehabt, die niemals beanstandet worden. Kriegsminister Bronsart v. Schellendorff low statirt, daß das Verhältniß der Einkäufe erster und zweiter Hand in allen Armeekorpsbezirken annähernd das gleiche sei Die angegebenen Durchschnittsziffern bezogen stch nur au Ankäufe in den Monaten September, Oktober, November. Abg. Rickert wünscht vom Minister noch detaillw tere Zahlenangaben über die Verhältnisse in den einzelnen Bc- zirken. Abg. v. Maltzahn-Gültz: Weitere Details können nichts mehr nützen; die Zahlenangaben des Ministers haben klar bewiesen, daß der Staat beim jetzigen Verfahren Vor- theil bat-„„ Abg. Rickert: Früher hat der Staat aber Nachtheil von diesem Verfahren gehabt; deshalb wollen wir die Sache doch noch näher lontroriren und können uns mit den heutigen unkontrolirbaren Zahlenangaben des Ministers nicht zufrieden geben. Abg. v. Kardorff: Meint der Abgeordnete Rickert wirklich, daß es richtig ist, diese Sache zu einer mehrstündigen Debatte aufzubauschen, lediglich zu dem Zweck, dem Ministrr ein Mißtrauensvotum zu geben, daß er zu theuer kauft.(Un- ruhe links.) Abg. D irichlet: Wer hat denn die ganze Geschichte angefangen? Ein Herr von der Rechten, Herr von Maltzahn! (Sehr gut! links.) Herr von Kardorff war wohl am Anfang der Debatle nicht hier; sonst würde er die Sache nicht um« kehren. Abg. Rickert verwahrt fich dagegen, dem Minister ei» Mißtrauensvotum gegeben zu haben. Er wolle die Sache nur objcklio prüfen. Im Uebrigen lasse er fich von Herrn von Kardorff am wenigsten Vorschriften darüber machen, was er hier vorbringen solle und was nicht. Dauere den Herren die Debatte zu lange, so können ste ja den Schluß be- antraaen. Abg. Kroeder: Ich erlaube mir die Anfrage, ob man zustehenden Ortes, nicht seitens wissenschaftlicher Autoritäten, Untersuchungen darüber anstellen lassen will, ob die den Sol- baten gelieferten Portionen, die kleine oder Friedensportion, hinreichen, um den Soldaten bei den heutigen Ansprüchen des Dienstes ausgiebig zu ernähren. Allgemein ist man der An- ficht, daß das dem Soldaten gereichte Mittagessen allen billigen Anforderungen entspricht, doch wird der Mangel eines warmen Abendcssens schwer empfunden. Die Frage ist nun, lassen stch die Viktualien so theilen, daß daraus noch ein warmes Abend- mahl bereitet meiden kann. Falls die wissenschaftlichen Auto- rrtäten zu der Schlußfolgerung gelangen, daß die jetzige Friedensportion unzureichend ist, möchte ich den BundeSrath bitten, die Vorlage zu machen, die Portion zu vergrößern, die hierzu nöthigen Summen bin ich gern bereit zu be- willigen. Das Kapitel wird hierauf bewilligt. Schluß 5V- Uhr. Nächst- Sitzung Mittwoch 1 Uhr. (Antrag o. Hertling auf Eilaß eines Arbeiterschutzgesetzes; Antrag Junggreen wegen Gleichberechtigung der dänischen Sprache._ o k» l e s. g. Die Kgl. Ersatzkommisstonen der Aushebungsbezirke in Berlin machen bekannt, daß alle jungen Leute, welche in einem zum deutschen Reiche gehörigen Staate heimathsbeiech» tigt find und 1., in dem Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 1865 geboren sind, 2., dieses Alter bereits über- schritten, stch jedoch nicht bei einer Ersatzkommisston zur Mustc« rung gestellt haben, 3, stch zwar gestellt aber über ihre Mili« tärocr Hältnisse noch keine endgiltige Entscheidung erhalten haben und innerhalb des Weichbildes bicstger Resteenz fich aufhalten und von der persönlichen Gestellung in diesem Jahre nicht entbunden find, stch in der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar d- I. bei dem Polizeilteutenant ihres Reviers behufs Eintragung in die Rekrutirungsstammrolle persönlich melden und ihren Geburtsschein, sowie sonstige Papiere mitbringen müssen. Für solche Personen, welche fich auf Reisen befinden, dürfen die Angehörigen die Eintragung in vie Rekcutirungs- stammrolle vollziehen lassen. Im Falle der N'chtcintragung in diese Rolle bis zum 1. Februar trifft die Betreffenden eine Strafe von 30 Mark evenl. 3 Tagen Haft. g Ein neues Billardtournier wird Hierselbst voraus- stchtlich in der nächsten Woche zwischen dem stch noch hier auf- haltenden Billardprofesseur Ptyrand-Rudolphe aus Paris und dem Billardkünstler Franz Etscher aus den Gratweil'schen Bier- hallen stattfinden; es soll dies gleichsam eine Revanche« Partie sein, welche Peyraud-Rudolphe dem ihm bekanntlich bei dem letzten Tournier unterlegenen Etscher giebt. Das Datum und die Zahl der Points für die neue Billardpartie find noch nicht bestimmt festgesetzt- Eine Vereinbarung dürfte heute oder morgen erzielt werden.— Anfangs Februar dürfte auch die Revanche-Partie zwischen dem Billardprofesior Georg Mößlacher und Franz Etscker zum Auetrag gebracht werden. Beide Billardspieler hatten bekanntlich im Oktober v. Js. ein Tournier auszefochten, bei welchem Etscher den Sieg davontrug.— Wie wir schließlich noch erfahren, steht für Ende Februar zwischen dem bekannten Billardprofessor Kaufmann aus Wien und Franz Etscher ein Matsch auf dem Billard in Ausficht. An Zerstreuungen für die Liebhaber des Billardspiels in Berlin wird es daher für die nächste Zeit nicht fehlen. Eine blutige Messeraffaire spielte stch gestern Vormittag in der Destillation Flottwellstraße 13 ab. Einem dem Arbeiter- stände angehörigen Mann war in der Destillation die Ver- abrcichung von Branntwein versagt worden. Als er darüber seinen Unwillen äußerte, stürzte der Wtrth auf ibn los und brachte ihm, nach Aussage desselben, mit einem Messer der- artige Verletzungen bei, daß er nach einem Krankenhaus über- führt werden mußte. N. Eine unglückliche Httlineraugenoperation bat abermals einen biklagenswerthen Unfall zur Folge gehabt. Ein in der Oranienburgerstraße 9—10 wohnender Kaufmann Lazarussohn ließ fich vor einiger Zeit von einem Heilgehilfen ein Hühnerauge beseitigen. Die Operation muß wohl etwas ungeschickt ausgeführt worden sein, denn bereits nach kurzer Zeit machte fich eine Entzündung des Fußes bemetkbar, so daß von einem hinzugerufenen Arzs« eine Amputation der Zehe vorgenommen werden mußte. Da stch der Zustand des Patienten verschlimmerte, so mußte der Erkrankte nach dem katholischen Krankenhause überführt werden, wo am gestrigen Tage eine Amputation des linken Fußes bis zum Knie vor- genommen werden mußte. Jubetreff des auf so jähe Weise verunglückten Droschkenführers wird uns mitgetheilt, daß derselve nickt F. Lindemann, sondern mit seinem Vornamen Adolf hieß. Er war fernerhin Befitzer seiner Droschke, also Fuhrherr. Dle Beerdigung findet deute(14) von der Leichenhalle des Pa- rochial-Kiichhofs(Boxhagenerstraße) aus statt. N. Selbstmord Der in der Prinzenstraße 63 wohnend« Gärtner Niestedt macht gestern, anscheinend in einem Anfall von Geistesgestörtheit seinem Leben dadurch plötzlich ein Ende, daß er stch mit einem Küchenmeffer die Kehle durchschnitt. In seinem Blute schwimmend, wurde er in seinem Schlafzimmer todt an der Erde liegend, aufgefunden, und seine Leiche auf polizeiliche Anordnung nach der Moraue geschafft. Er hinter- läßt seiner von ihm bereits seit drei Jahren getrennt ledenden Frau drei Kinder im Alter von 10, 12 und 15 Jahren, welche sofort liebevolle Aufnahme bei der Mutter gefunden haben. Polizet-Bericht. Als am 12. d. Mts. Morgens der auf dem Neubau Straße X. Nr 31 beschäfstgte Zimmermann Laaß, Chauffeestraße Nr. 110 wohnhaft, aus Dem Fenster der ersten Etage auf den Thorwegfims trat, um das über der Durchfchrt angebrachte Schutzdach zu entfernen, brach der SimS ab und fiel Laaß mit demselben auf das vor dem Bau liegende Bau- holz herab, wobei er einen Schädelbruch unv Kontustonen an der rechten Hüfte erlitt, so daß er nach dem Elisabetb�Kranken- hause gebracht werden mußte.— An demselben Tage Vormittags durchschnitt in der Pcinzenstraße ein Mann infolge ein- getretener Geistesstörung stch mittelst eines Messer? die große Halsschlagader durch und«erstarb bald darauf an Verblutung. Die Leiche wurde nach dem Obduktionshause geschafft.— Am Abend desselben TageS wurde der Arbert-r Scheuermann, betrunken vor dem Haufe Schillingstcaße 25 liegend, vorge- funden und nach der Wache des 20. Polizei-Reviers gebracht. Hier stellte sich heraus, daß derselbe beim Fallen daS rechte Knöchelgelenk gebrochen hatte. Er wurde deshalb mittelst Wagens nach dem stävtischen Kraukenhause im FrtedrlchSdain gebracht.— Zu derselben Zeit wurde in der Nähe des Asyls für Obdachlose, in der Frievenstraße, ein unbekannter, etwa 40 Jahre alter, dem Aibetterstanve angehörender Mann, schwer krank auf der Straße stegens, vorgefunden. Derselbe wurde nach der Wache des44. Polizei-Reviers getragen, verstarb jedoch schon auf dem Transport dorthin. Gerichts- Zeitung. Gegen den Redakteur des politischen Theils des Berliner Tageblatt", Dr. G. Bornow, wurde gestern vor ber 98. Abtheilung des hiesigen Schöffengerichts eine Privatflage des Amtsrichters Höfling in Ealzungen verhandelt. In Nr. 489 des genannten Blattes war ein Bericht über eine in Salzungen stattgehabte Wahlversammlung veröffentlicht, in welcher Eugen Richter für die Kandidatur des deutsch- freifinnigen Landraths Baumbach eintrat, der in jener Versammlung von dem Amtsrichter Höfling heftig angegriffen worden war. Die Ausführungen Eugen Richters waren nicht ihrem Wortlaute nach mitgetheilt, sondern es war gesagt, daß er seinen Borredner geradezu an die Wand gedrückt und daß er ihm die verdiente Büchtigung habe zu Theil werden laffen. Hierdurch fühlt fich der Betroffene beleidigt und hat obige Privatflage angestrengt. Das Schöffengericht verurtheilte den Angeklagten zu 300 Mart eventuell dreißig Tagen Haft, indem es aus der gebrauchten Form auf die Absicht, zu beleidigen, schloß. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. " h. Die 89 ftrifenden Steinnußknopfarbeiter der Steinnustnopffabrit von Markert hielten gestern Vormittag im Gesellschaftshaus Süd- Ost"( Waldemarstraße) eine Verfammlung ab, in welcher über die am Montag Vormittag erfolgte Arbeitseinstellung der 25 als Polirer thätigen jugendlichen Arbeiter Bericht erstattet und über das weitere Berbalten in der Strikesache Beschluß gefaßt wurde. Aus dem Berichte ging hervor, dak Herr Markert den betreffenden jugendlichen Arbeitern, 25 Mann, am Montag früh durch den Polirmeister Scharf mittheilen ließ, fte fönnten alle bis auf einen einzigen, sofort wieder Polirarbeit erhalten; der hiervon Ausgeschlossene, welcher erst gegen Mittag weiteren Bescheid erhalten sollte, erklärte, sich darauf nicht einlassen zu wollen, und brang mit aller Entschiedenheit auf sofortige Entscheidung im Beisein seiner Kollegen, worauf ihm bedeutet wurde, daß er fich als entlassen betrachten möge und feine Arbeit erhalten Der aus der Arbeit entlassene Arbeiter hat Tönne. fich dem Fabrikanten, wie es heißt, dadurch misliebig gemacht, daß er in der Steinnußknopfarbeiterversammlung am Mittwoch Abend im Keller'schen Lokal als Redner aufgetreten war und die Ueberzeugung ausgesprochen hatte, feine Kollegen ( die 25 Polirer) würden unter feinen Umständen den strifenden älteren Arbeitern Konkurrenz machen, sondern nächstens gleichfalls die Arbeit einstellen. Auf die nun erfolgte Entlassung und Maßregelung des betreffenden Polirers aber erklärten auch alle übrigen ihre Arbeitseinstellung. Nach kurzer Distuffton nahm die Versammlung einstimmig eine Resolution an, durch welche sämmtliche strifenden Arbeiter der Fabrik erflären, von jest ab jede direkte Verhandlung in den Räumen der Fabrik von sich zu weisen und alle hierauf bezüglichen Schritte ausschließlich Sache der gewählten Kommission sein zu Laffen. t. Der Arbeiter- Bezirksverein der Rosenthaler Vorstadt hielt am Montag Abend in Vettin's Bierhallen, Veteranenstr. 19 feine jährliche Generalversammlung ab. Der erste in Berlin gegründete Arbeiter Bezirks- Verein, blickt mit Abschluß des verflossenen Jahres auf die ersten 14 Monate seines Bestehens zurück, erfreute sich in dieser Zeit eines stetigen Wachsthums und Gedeihens und war namentlich in der legten Wahlbewegung mit allen Kräften bemüht, das Gefühl der Busammengehörigkeit unter der arbeitenden Bevölkerung zu weden, zu heben und zu befestigen. Von ihm aus erging eine Petition an den Reichstag um Vermehrung der Berliner Reichstagswahlkreise, eine Petition an die Volksvertretung, betreffend Umwandlung des Pappelplages in eine öffentliche Bartanlage, sowie ein Ersuchen an die Arbeiter- Stadtverordneten, für eine Billetsteuer einzutreten. Auch wurde von dem Verein der Beschluß gefaßt, die Angehörigen verstorbener Vereinsmitglieder zu unterstützen. Dieser Beschluß wird sämmtlichen Mitgliedern demnächst mittelst Birkular bekanntgegeben wer den und diejenigen ersucht, welche ihren Beitrag zur Unterstüßung der p. Trautvetter'schen Hinterbliebenen noch nicht geTheater. Königliches Opernhaus: Heute: Belmonte und Constanze, oder: Die Entführung aus dem Serail. Stönigliches Schauspielhaus: Heute: Christoph Marlow. Deutsches Theater: Heute: Die große Glocke. Bellealliance Theater: Heute: Der Raub der Sabinerinnen, Schwant in 4 Atten von Franz und Paul Schönthan. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Heute: Gasparone. Central Theater: Alte Salobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Heute: Der Walzer- König. Reflidenz- Theater: Direktion Anton Anno. Heute: Kean( 3. und 4. Aft.) Hierauf: Der Tod des Tempelherrn. Christoph Columbus. Zum Schluß: König Lear( 4. Aft. Verw.) Walhalla- Operetten- Theater: Heute: Der Feloprediger. Bouisenstädtisches Theater: Heute: Jenny Waldmann. Dftend Theater: Wallner- Theater: Bittoria- Theater: Alhambra- Theater. Heute: Der Prinz von Monte Fiasco. Heute: Der Kompagnon. Heute: Sulfurina. Heute: Die Galloschen des Glüds. Als Verlobte empfehlen sich: Eliese Schmidt Julius Preuß. Arbeitsmarkt. Jede Tischlerarbeit wird billig und sauber ausgeführt bet A. Gaertner, Tischlermeister, Admiralstr. 17, H. 2 Tr. Elegante 56 88 68 Masken- Garderobe 64 Fr. Panknin Oranienstraße 178 v. 2. Etage, Ece Adalbertstr. zahlt haben, dies baldmöglichst zu thun. Es war ein böchft befriedigendes Bild, was Vorfigender Herr Becker zu entrollen in der Lage war, wenn auch neben den Licht auch die Schaltenseiten nicht feblten, indem von 27 abgehaltenen Ver sammlungen 5 aufgelöst und 2 verboten wurden, und von 396 Mitgliedern 45( ein Beichen der Beit) wegen Nichtzahlung der Beiträge gestrichen werden mußten. Der bisherige Vorsigende, der solange mit Eifer, Umficht und Hingebung die Leitung des Vereins zur Zufriedenheit Aller handhabte, verzichtete auf eine Wiederwahl und ergaben die stattgehabten Neuwahlen des gesammten Vorstandes folgendes Resultat: Herr Ballmüller, Vorfizender; Herr Starte, Stellvertreter; Herr Schneider, Schriftführer; Herr Pravit, Stellvertreter; Herr Kasper, Kaifirer; Herr Hillner, Stellvertreter; Herr Graumann, Dies lich, Jahn, Wizel, Krügelstein, Werner, Beifizer; Herr Sabor und Becker, Revisoren. Für die strifenden Knopfmacher wurden 15 Mt. bewilligt. In die Listen der demnächst ins Leben tretenden Nationalen faufmännischen Kranken- und Sterbekaffe( eingeschriebene Hilfskaffe) hat sich bereits eine ganz erhebliche Anzahl junger Kaufleute eingezeichnet. Die Kaffe bat 4 Versicherungsstufen eingerichtet und zwar die 1. für Gehilfen mit einem Einkommen bis zu 1600 M., die 2. von 1601-2300 M., die 3. von 2301-2900 M. und die 4. von 2901-3600 M. Die Beiträge find mit 1 pSt.( pro Tag) in der ersten Stufe von 1000 M. berechnet, wogegen ein Krankengeld in Höhe der Hälfte des und in den anderen 3 Stufen von dem niedrigsten Einkommen Durchschnittseinkommens jeder Stufe gezahlt wird. Der Erkrankte erhält demnach, außer freiem Arzt und Medizin gegen einen Monatsbeitrag von Mr. 1,00 1,60 2,40 3,00 ein tägliches Krankengeld von Mr. 1,80 2,70 3,60 4,50 Das Eintrittsgeld beträgt 2 Mart. Die Genehmigung dieser Kaffe dürfte in dieser oder der nächsten Woche durch die Auffichtsbehörde erfolgen. Einzeichnungen in die Listen werden schriftlich oder von 2-3 Uhr täglich im Bureau, Große Frank futterstraße 61 II. rechts entgegengenommen, woselbst auch Statutenauszüge verabfolgt werden. Die Mitglieder der Maschinenbau- und Metallarbeitergewerkschaft tagten am Dienstag, den 6. d. Mts., im Wedding- Park und Sonntag Vormittag in Nieft's Salon, um den Bericht der zum Metallarbeiter Kongres nach Gera entsendeten Delegirten entgegen zu nehmen. In der ersten Versammlung referirten die Herren Gutheil und Hill, in der legtern Herr Goerdi und wurde folgende Resolution von beiden Versammlungen einstimmig angenommen: Die Versammlung erklärt sich mit den Beschlüssen des zu Gera stattgehabten Metallarbeiter Kongresses voll und ganz einverstanden und überläßt dem Vorſtande die Durchführung der gefaßten Beschlüsse. Große öffentliche Generalversammlung der Metallarbeiter Berlins, Mittwoch, den 14. Januar, Abends 8 Uhr, tm Lotale Sanssouci, Kottbuserstraße 4a. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Bericht des Delegirten über den Kongreß zu Gera. 3. Neuwahl der Lohnkommission und Revisoren. 4. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Vermischtes. Originelle Briefaufschriften aus der Sammlung eines alten Postboten find u. a. folgende: An den Brauhauswirth vom Thore links gleich der erste, allwo ich habe meine Bälzmüße liegen laffen in Würzburg." An die Mamzell Henriette Willa- Minna Käsemodelin, welche bei Baarohns Schütterburschs die Kinder wäscht und ausbessert. Sie wohnt in Braunschweig am Kohlmarkte, wo der Born vor der Tiefe leift. Eilich abzugeben". Auf der Rückseite: Lieber Herr Postbodde, laffen Sie den Brief nicht in Schustergesellen Greiflichen seine Hände Rennen, weil er nicht vor Erbrechen ficher ist." Bum Ge burtstag an Karl Eisenhauer, Grenadier in Potsdam." Der Briefträger wird der Ueberraschung wegen gebeten, nicht zu sagen, wo der Brief herkommt. Louise Schmidt." An den Schneidergesellen Eduard Bommers in Köln am Rhein. Aber nicht der mit die rothen Haare, das ist sein Bruder, der heist Gottlieb und ift Seiler." Zeichen der Zeit. Ein Bornheimer Defonom ging vor gestern in der Frühe an seinem in der Seckbächer Gemarkung " errichteten Strohhaufen vorbei und bemerkte, daß derselbe reichen Obdachlosen als Zufluchtsstätte diente. Stadt mi nur nicht an!" rief er den Leuten zu. Wo denten Sie antwortete ihm Einer; ,, wir werden uns doch unser nicht verbrennen. Wir stellen sogar eine Schildwache Der Dekonom lächelte über diese Antwort und ließ die ungeschoren. Wird man denn durch's Taufen schlechter? G bochwürdige Herr Pfarrer in der Krone zu A. im Weins Thal und nippt heute schon über eine Stunde an dem S eines frisch angestochenen Faffes, so daß man hätte gl fönnen, er babe heute Nacht seinen Weinzahn verloren. lich fommt der Wirth, sest fich neben den hochwürdigen und läßt sich auch einen halben Schoppen von dem g geben. Nu, wie schmeckt Euer Hochwürden der frisch stochene Zwölfer? fragte er etwas vertraulich, denn der Pfarrer ist ein alter Kunde von ihm. Der hochwürdige zuckte mit den Achseln und schnüffelte wieder an seinem 6 pen, wie wenn es eine bittere Arznei wäre, weiß nidt ich sagen soll, ich glaub' er ist getauft! Du met Gott's! der! lächelte drauf der Wirth, Herr Pfarrer, wird man durch's Taufen schlechter? Ameritanische Gerichtsszene. Präsident: Herr! glauben Sie an Gott?"" Nein."" Glauben Sie Ebre?" Nein."- ,, haben Sie ein Gewiffen?" Bum Teufel! Sind Sie wenigstens ein Spieler?" Herr Präfident."-Nun also, Sie sollen das infamfi im Spiele haben, wenn Sie nicht die vollste fagen!" Nr. erscheint Berlin f Bostabon In der Schule. Lehrer: Liebe Rinder, kennt Haus: es steht Jdermann offen, dem Armen wie dem dem Fröhlichen wie dem Traurigen, dem Manne w Weibe, dem Greise wie dem Kinde. D, möget Ihr e besuchen, denn wer es verläßt, trägt Trost und Erquide von! Nun, wie heißt das Haus" Der fleine G michel: Sch weiß es, Herr Lebrer, das ist das Wirthsh Die Parlamentarisch. Herr Müller hat als guter D Kolonien i am Stammtisch politifirt und als alter Germane" noch mehr noch Einen getrunken und kommt in Folae deffen etw solchen E und angeheitert nach Hause. Als Herr Müller sich in richtet sein legen will, Tommt seine Frau und stemmt die Hände Seite. Herr Müller ist über die Bedeutung dieser wenn die durchaus im Klaren, foringt deshalb ins Bett, ruft mit aufgewend torstimme: Frau Müller hat's Wort!" und sieht die loftgleit et dicht über den Kopf. Frau Müller soll auf das Wort begangener Kolonien zichtet haben. 11 Ich habe eine Idee." Ich bin zwar kein Dicht Vagabund ich habe eine Idee!" Mit diesen bescheidenen und do noch absch versprechenden Worten führte sich jüngst ein junger willen an beim Dramaturgen eines Wiener Theaters ein und ein ganz b eine Privatbesprechung in Dingen der Kunst. Nachde 11 Funktionär des Theaters dem Begehren des ideen Bagabunde Nichtdichters Folge gegeben und denselben in ein stilles während gemach geführt hatte, begann der seltsame Fremde, seine teine Arbe vorzutragen. Dieselbe lautet:„ Ein Barlamentär(?) bat möchten, Sohn, welcher der fortschrittlichen Partei angehört, wäl äußersten selbst die aristokratische zu der seinen gemacht hat. Sie Bodelschwi giebt sich der dramatische Konflikt."... Ich bin Ei Wilhelmst beamter und tein Dichter", schloß der Idaelist seine derholt be ,, aber ich bin überzeugt, daß ein Dichter aus dieser Joe maturg bankte dem Manne, freundlichst und erzählte follte man machen könnte. Ich überlasse Ihnen die Idie." D Fabel zu einem Stücke, in welchem eine Thür so verleihen. Diener eine hervorragende Rolle spielen. Briefkasten der Redaktion. R. 33. Einen Rath tönnten wir Ihnen nur thellen, wenn uns der Inhalt der Aften bekannt wäre A. P., Pallisadenstr. 1. Das Eine bedeutet wie das Andere. 2. Lebenslängliche Buchthausstrafe. Gegner hat Unrecht. Wen als ob fie manche vo Arbeitshä einen M Arbeit fin Diese ganz verfe haben, we 2. R., Pücklerstr. Sie fragen, in welcher Fabrik ( Leierkaften) gebaut resp. reparirt werden. Wir belegten Bei Ihnen teine Antwort ertheilen zu können, vielleicht einer unserer Leser. Hauptziehung Preußische Loose: 16. Jan.- 31. Jan. 11 4 Original 150 Mart, 72 Mark. Antheile, 30 Mr., 115 Mr., 17,50 Mt., 14 Mr. 16 32 64 Gutes gel uns sehr Die beiter- Rol einen Ueb weisen un ihre Nam zur Grüni des öffent Mitbürger Bestreben für das( Borchardt Gebr., 1. Geschäft Friedrichstraße 61, Telephonih zu be Große öffentliche General- Versammlung der Metallarbeiter Berlins, Mittwoch, d. 14. Januar, Abends 8 Uhr, im Lokale Sanssouci, Kottbuserstraße 4a. Tagesordnung: 1. Raffenbericht. 2. Bericht des Delegirten über den Kongreß zu Gera. 3. Neuwahl der Lohnkommission und Revisoren. 4. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Er scheinen ersucht 42 Die Kommission. W. Groß. Arb.- Bez.- Verein d. Friedrichstadt. Donnerstag, d. 15. Jan. cr., Abends 8½ Uhr, Nr. 77/79. in Gratweil's Bierhallen, Sommandantenstraße Versammlung. 66 T- D.: 1. Vortrag des Herrn Dr. med. Sturm über die Impffrage. 2. Verschiedenes und Fragen. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste stets willkommen. Pflicht der Mitglieder ist es, recht zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. " Königstr. 1, Ecke Burgstr. Roh- Tabak!! Eine preiswerthe Sumatra Decke à 250 enormer Deckkraft und vorzüglichem Brand empfehlen Bergemann& Donisch, C., Alexande Notizkalender. In Folge fortgefester starter Nachfra dem im Verlage von Wörlein u. Comp. in Nürn erscheinenden Deutschen Rachbruck verk 62 Wie jungen M eine fo verneigte gung bat. „ Ich fagte er. Handwerker- und Arbeiter- Notizkalen sie ohn pro 1885 hat sich die Verlagshandlung zur Veranstaltung einer Auflage entschlossen und ist frische Sendung in pedition des Berliner Boltsblatt" eingetroffen. D des gut gebundenen, reichhaltig ausgestat Taschenkalenders, der eine Reihe von wichtigen Gese Tabellen ic. enthält, ist 50 Pf. mir die E nung der Güte habe Plöt erröthete, raschung i Ah! fich an b zu Sie Die Aufnahme neuer Mitglieder in die Sentral Selbstunterric mit Kranken- und Begräbnißkaffe für Frauen ( fr. H. Offenbach a. M.) findet von jest ab nur Andreasstr. 20, Hof v. 3 Tr. statt, und zwar Alltags von 8 Uhr Morgens bis 8 Uhr Abends, Sonntags von 8 bis 3 Uhr. Soeben erschienen: Im Auftrage: Richter. 1 Der gesetzl. Maximalarbeitstag und seine Bedeutung für die Arbeiter. Von Wilhelm Liefländer. Preis 15 Pfg. in der „ Ich ebenfaus einfachen und doppelten kaufmännis Buchführung namentlic und Darstellung eines neuen abgekürzten aur doppelten Buchmethode. C. Schmidt, 1613 Bu beziehen durch die Expedition des Berl. Volksblatt," Bimmerstraße 44. Von Syftem Lehrer d. Handelswissens Preis Mk. 1,50. Bu beziehen durch die Expedition des Berl. Vollsbla Zimmerstraße 44. Verantwortlicher Redakteur R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW. Beuthstraße 2. ihren Kol mir hier Lord von Fremden " daß es Es er den K für den wechseln mir, Ihne burg mir