ß derselbe Stadt mi nfen Sie ch unser hildwache ließ die! ter? S im Weins n dem S hätte g verloren. würdigen 1 dem gl der frisch Denn der chwürdige feinem meiß nicht et Gott's! bird man Herr! ben Sie en?" eler?" infamfi Ilfte tennt Die dem anne m t Ihre Erquid leine S Wirthsh Nr. 12. Donnerstag, 15. Januar 1885. II. Jahrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Boltsblatt" erscheint taglid Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus viertelfährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mart, möchentlich 35 Bf. Bostabonnement 4 Mart. Singelae Nr. 5 Pf. Sonntags- Nummer mit illuftr. Beilage 10 Pf. ( Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Insertionsgebühr beträgt für bie 8 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und xpedition Berfin SW., Bimmerstraße 44. Die Arbeiter- Kolonien. H Die Bewegung für die Errichtung sogenannter Arbeiterguter D Kolonien ist noch nicht zu Ende und es werden offenbar ane" noch mehr solcher Institute errichtet werden. Wir hätten en et solchen Einrichtungen, die gegen die Vagabundage" ges fich in richtet sein sollen, mehr Sympathie entgegenbringen fönnen, Hände diefer wenn die Gründer derfelben nicht so viel pietistische Phraſen ruft mit aufgewendet und sich geberdet hätten, als sei die Arbeitssieht die lofigkeit eine Strafe des Himmels für in der guten Zeit" das Wort begangenen Sünden. Ein gutes Ziel ist mit den ArbeiterKolonien erreicht worden; man hat sich die sogenannten in Dicht Bagabunden wir wenden dies abscheuliche Wort und das und do noch abscheulichere Stromer" nur mit dem größten Widerjunger willen an näher angesehen und hat gefunden, daß nur En und b ein ganz verschwindend fleiner Theil dieser angeblichen Nachbe Bagabunden aus wirklich arbeitsscheuen Menschen besteht, es ideen in stilles während neunzehn Zwanzigstel davon Unglückliche sind, die De, feine eine Arbeit finden können, so gerne sie auch arbeiten ir(?) bat möchten, und die in Folge ihrer Erwerbslosigkeit dem ört, wäl äußersten Elend verfallen. Diese Thatsache hat Herr von at. Hier Bodelschwingh, der Leiter der großen Arbeiter- Kolonien bin Ei Wilhelmsdorf bei Bielefeld, in seinen Jahresberichten wieseine derbolt bestätigt. efer Jbet e." D erzählte Wenn man aber zu dieser Ueberzeugung gekommen ist, so follte man den Kolonien auch ein ganz anderes Gepräge Thür so verleihen. Gegenwärtig sehen diese Kolonien gerade aus, als ob fie als Strafanstalten dienen sollten und manche von ihnen sind von Gefängnissen und gewöhnlichen Arbeitshäusern nicht sonderlich verschieden. Kann man denn einen Menschen dafür bestrafen wollen, daß er feine Arbeit findet, troßdem er gerne arbeiten möchte? n. nur nt wäre deutet sstrafe. Diese Kolonien find sehr ungenügende und theilweise ganz verfehlte Institutionen gegenüber dem Zweck, den sie haben, wenn wir auch nicht bestreiten wollen, daß fie schon Fabrit Gutes geleistet haben, wenn auch nicht viel. Allein in der Wir belegten Zeit hat die Sache eine Wendung genommen, die lleicht uns sehr bedenklich erscheint. Die Aufrufe, die zum Zweck der Gründung von Arbeiter- Kolonien erschienen und noch erscheinen, hatten immer einen Ueberfluß an sogenannten Humanitätsphrasen aufzuweisen und verschiedene reiche und angesehene Leute ließen ihre Namen recht breit zu den paar Mart drucken, die sie zur Gründung von Arbeiter- Rolonien und zur Linderung bes öffentlichen Elends" hergaben. In den Augen seiner Mitbürger als Wohlthäter" zu erscheinen, ist immer das Bestreben vieler Leute gewesen, die zu engherzig waren, um für das Gesammtinteresse auch nur das geringste Verständhon niß zu befizen. Man sollte auch begreifen, daß das Almofengeben heute nicht mehr die Bedeutung hat, wie früher. Wir x!! 250 pfehlen lexander Rachbruck verboten.] 62 " Feuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dug. ( Forsetzung.) Wie erstaunte fie aber, als sie einen vornehmen, jungen Mann eintreten fah, der, einigermaßen überrascht, eine so große Damengesellschaft anzutreffen, sich höflich fra verneigte und in gebrochenem Deutsch um Entschuldigung bat. n Nürn kalend einer ung in en. De geftat " " Ich wünsche Fräulein Cordelia Rodenburg zu sprechen," fagte er. Man wies mir das Haus, sagte mir aber nicht die Wohnung, und da ich hier sprechen hörte, nahm ich mir die Erlaubniß zu flopfen, um mich hier nach der Wohnung der Dame zu erkundigen. Würden Sie vielleicht die Güte haben.. Plöglich stockte er. Indem er den Kreis der jungen gest at Damen musterte, traf sein Auge eine derselben, welche tief erröthete, aber dann mit einem Ausdrude freudiger Ueberraschung ihr Auge zu ihm erhob. ich nännif ng En Syftem e. wissensc Bollsbla Ah! Fräulein von Steinberg," rief er auf englisch, fich an diese wendend, ich bin hoch erfreut, Sie wieder zu sehen und nehme Gelegenheit, mich zu erkundigen, wie Sie mit Ihrem Aufenthalt hier zufrieden sind." Ich danke Ihnen," erwiderte Fräulein von Steinberg ebenfalls auf englisch, indem sie sich vergebens bemühte, ihren Kolleginnen ihre Erregung zu verbergen; es gefällt mir hier recht gut im Hause des Fräulein Rodenburg, und namentlich gefällt mir Wildenhain und seine Umgebung. Lord von Killmare!" fügte sie dann, ihren Genoffinnen den Fremden vorstellend, hinzu. Es freut mich zu hören, Fräulein von Steinberg, daß es Ihnen hier gefällt," antwortete der Lord, nachdem er den Knig der Damen durch eine Berbeugung erwidertfür den Fall aber, daß Sie wieder Ihren Aufenthalt wechseln und in Ihre Heimath zurückkehren, gestatten Sie mir, Ihnen mitzutheilen, daß Schloß und Park Stolzen burg mir gehören, und daß ich es mir zur Ehre anrechnen wollen die darin liegende gute Absicht keineswegs vertennen, allein gegenüber den großen sozialen Aufgaben unferer Tage tritt das Almosengeben fast zur Bedeutungslosigkeit zurück. Aber was geschieht und zwar häufig von denselben Leuten, die sich so gerne als Wohlthäter in den Zeitungen gedruckt sehen, mit den Insassen der Arbeiter- Rolonieen? Gutsbesißer und große Landwirthe lassen sich von den Arbeiter Kolonieen Arbeiter zur Verfügung stellen, denen fie einen 2ohn zahlen, mit dem weber die Polen, noch dte Italiener, noch die Schweden, ja nicht einmal die Chinesen zufrieden sein würden. Die Insassen der Arbeiter Kolonien arbeiten auch noch billiger als das Militär, das man zuweilen für Erntearbeiten u. dgl. abgegeben hat. Und wie wir hören, sollen verschiedene Industrielle mit dem Plane umgehen, sich gleichfalls an die Arbeiter- Kolonien zu wenden, sobald sie Arbeitskräfte gebrauchen; damit wäre ja eine vernichtende, wahrhaft chinesische Ronkurrenz für die freien Arbeiter" geschaffen, viel gefährlicher als die industrielle Zuchthausarbeit, und die Löhne würden rapid finten. Die Arbeiter aber, die bisher zu höheren Löhnen arbeiteten, kämen dann hinaus, würden arbeitslos, würden ,, Vagabunden" und würden dann mürbe, so daß sie endlich selbst in die Arbeiter- Rolonien tämen und den Unternehmern zu chinesischen Löhnen geliefert würden. Das wäre ja eine herrliche Aussicht für die Zukunft Das wäre ja eine herrliche Aussicht für die Zukunft Deutschlands, wenn schließlich die Mehrzahl der deutschen Arbeiter sich in solchen Anstalten befände, um dann von den Industriellen nach Belieben verwendet zu werden. Da wären wir dann die Chinesengefahr glücklich los; eine solche Konkurrenz hielten die Chinesen nicht aus. Natürlich würden die Unternehmer sagen: Ja, was sollen denn die Beschwerden, die Leute haben ja Arbeit!" während das doch nur darauf hinausginge, das große Heer der Arbeitslosen, das die Löhne zu drücken genöthigt ist, zu taserniren und zur rascheren und zweckmäßigeren Verwendung bei der Hand zu haben. Unter diesen Umständen könnte man versucht sein, zu glauben, gewisse Unternehmer hätten, anscheinend im Interesse der Humanität, die Gründung von Arbeiter- Kolonien nur deshalb so eifrig gefördert, weil sie dadurch billigere Arbeitskräfte zu bekommen hofften. So lange wir dafür keine Beweise haben, tönnen und wollen wir baran nicht glauben; einstweilen wollen wir darauf hin, weifen, wie gewiffe Unternehmer eben ihrer Gewinnsucht Alles unterzuordnen suchen, denn was bedeuten die Interessen des deutschen Volkes und Vaterlandes, die doch auf eine wohlhabende Bevölkerung sich gründen sollen, bei jenen Leuten, wenn sie billige Arbeitskräfte brauchen, um einen hohen Unternehmergewinn einzuftreichen! würde, wenn Sie mit den Ihrigen den reizenden Aufenthalt dort recht oft benußen würden." H Sie haben in der That das Gut gekauft?" fragte sie überrascht. Ja, mein Fräulein, auf Ihre Empfehlung!" " Sie werden dort Ihren Wohnsitz nehmen?" Nein, mein Fräulein, ich reise nach England zurück, sobalb ich Herrn Brand die Verwaltung übergeben habeum dessen Adresse zu erfahren bin ich eben hier." Mit großem Interesse hatten die jungen Damen dieser Konversation gelauscht. Die kleine Adda hatte geäußert: Ein reizender junger Mann," und die übrigen, als sie ihn Mylord nennen hörten, hatten einen stillen Neid empfunden über den Vorzug des Fräulein von Steinberg, diese Betanntschaft gemacht zu haben. Baronesse Gisela dachte sogar bei sich, daß sie eventuell diesen englischen Lord ihrem Kavallerie- Lieutenant vorziehen würde. Es kostete Allen eine große Ueberwindung, sich an dieser Unterhaltung nicht zu betheiligen, und den intereffanten Fremden so ganz ihrer Freundin Helene überlassen zu müssen. erst die kleine Adda Rechnung. Sie näherte sich sehr leck Dem Bedürfniß, sich seiner zu bemächtigen, trug zudem fremden Herrn und sagte: Mylord, da Sie sehr viel gereist sind, wissen Sie Ilche Kultur hat? Sie würden uns sehr verbinden, wenn vielleicht auch, welchen Einfluß der Krieg auf die mensch Sie es uns sagten." Killmare lächelte und antwortete bereitwillig: Mein Fräulein, diese Frage hat schon gescheidtere Köpfe beschäftigt als den meinigen, und ich fürchte, daß, was ich auf Ihre Frage zu antworten habe, Ihrer Wißbegierde nicht genügen würde." Jetzt war der Bann für die Uebrigen gebrochen. Sagen Sie es uns!" rief ein Dugend Stimmen, und alsbald war umringt von einem Kreise lieblicher, junger Mädchen. Noch ehe er sich aus dieser Verlegenheit heraushelfen konnte, öffnete sich die Thür und Fräulein Roden burg erschien in derselben; sie war starr vor Entsezen, als sie Politische Webersicht. Privathilfe oder Staatshilfe? Seit einiger Zeit rumort ein Artikel in den Zeitungen, der den Arbeitern wieder einmal den Beweis liefern soll, daß die Befferung ihrer Verhält niffe auch ohne die sog. Staatshilfe möglich sei. Als Beweis für diese Behauptung wird das Vorgehen der Firma Grüne baum und Kaufmann in Kuttbus angeführt. Um das Verhältniß mit ihren Arbeitern zu einem angenehmen zu gestalten und sie zu veranlaffen, möglichst lange im Dienste der Firma zu bleiben, hat diese, welche gegen 250 Arbeiter beschäftigt, beschlossen, für diejenigen nun in ihrer Fabrit Beschäftigten, welche mindestens zwei Jahre ununterbrochen in derselben thätig gewesen sind, in jedem Jahre zu Weihnachten eine bestimmte Summe als Prämie auszuseßen. Dieselbe beginnt mit 5 Mart und steigt im zehnten Jahre auf 50 Mart. Außerdem soll eine Unterbrechung der Arbeit, die nicht länger als sechs Wochen dauert( durch Krankheit oder militärische Dienstpflicht) nicht als solche gerechnet werden, wenn der Betref fende fofort wieder nach Beendigung in die Fabrit eintritt. Die manchesterlichen Preßorgane rufen voll Freude aus: ,, Wenn alle Fabrikanten resp. Unternehmer gehört in der That eine große Oberflächlichkeit dazu, um aus so handeln würden, dann wäre den Arbeitern geholfen." Es dem Vorgehen der genannten Firma derartige Schlüffe zu sieben. Bunächst ist es den Unternehmern darum zu thun, ihre Arbeiter lange zu behalten, es ist ihnen wohlbekannt, daß ein öfteres Wechseln der Arbeitskräfte von großem Schaden für das Geschäft ist. Dann muß ferner der Glückliche, bevor er die 5m. erhält, bereits zwei Jahre in der Fabrik thätig gewesen sein; Thätigkeit verabreicht und auch nur dann wenn die Thätigkeit die große" Prämie von 50 Mark wird erst nach 10jähriger nicht länger als sechs Wochen unterbrochen wurde. Aber ganz abgesehen von der Winzigkeit der Summe wer giebt den Arbeitern dieser Fabrik die Garantie, das die Firma im nächsten Jahre überhaupt noch eriftirt? So lange wie die Arbeit flott geht, werden die Unternehmer in ihrem eigenen Intereffe Die eingearbeiteten älteren Arbeiter zu behalten suchen, aber sobald die Bestellungen ausbleiben oder wenn irgend welche Umstände die Unternehmer veranlassen, den Betrieb einzustellen, bann werden die Arbeiter entweder zum Theil oder sämmtlich entlaffen. Mit Sicherheit können dieselben also auch nicht einmal auf diese winzige Summe rechnen, außerdem kommt hinzu, daß dieselbe doch immer nur als ein freiwilliges ,, Geschenk" betrachtet werden kann. Die Arbeiter streben aber nicht nach solchen unsicheren Trinkgeldern", sondern dahin, eine fichere und angemessene Bezahlung für ihre Arbeit zu erhalten; und das kann ihnen nur durch die Gesetzgebung geschaffen werden. * * Ueber die Wirkungen der Kornzölle entnimmt die ,, Weser- Beitung" dem„ Deutsch. Dekonomist" folgenden intereffanten Artikel: Ist es schon eine, das Rechtsgefühl beleidi gende Sache, daß 46 Millionen Deutsche theueres Brod essen zu dem Zweck, 28 000 begünstigten reichen Leuten größere Einmitten unter ihren Elevinnen einen jungen Mann erblickte. Sie stieß einen Schrei aus, schlug die Hände zusammen und stürzte sich wie eine Löwin, die ihre Jungen vertheidigt, auf den Eindringling. Der Ungestüm ihres Bornes legte sich erst einiger maßen, als sie den Lord erkannte. Ah! Sie sind es Mylord," sagte sie ein wenig be ruhigt, stellte sich sofort zwischen ihn und ihre Elevinnen, indem sie die Letzteren durch eine Handbewegung aufforderte, zurück zu treten, und als die jungen Damen hierzu wenig Neigung zeigten, richtete sie an dieselben direkt die Aufforderung, sich in ihre Zimmer zu begeben. ,, Ei, das ist schade," schmollte die kleine Adda. Nun erfahren wir doch nicht, welchen Einfluß der Krieg auf die menschliche Kultur hat." Laß' gut sein," beruhigte sie Gisela, ich werde heute Nachmittag meinen Lieutenant fragen, der muß es wissen - dann werde ich es Euch sagen, und dann können wir unseren Auffaß machen." Obwohl Cordelia ein sehr günstiges Vorurtheil für den Lord hatte, so war es ihr doch keineswegs recht, daß derselbe in das Schulzimmer eingedrungen war, und sie war keineswegs von einem gewissen Mißtrauen frei. Erst, als ihr der Lord erklärte, was ihn hierher ge= führt, und wie er hierher gekommen, in das Schulzimmer einzutreten, beruhigte sie sich; ja, sie war sogar erfreut über diesen Besuch. Natürlich lub sie ihn sofort in ihr Empfangzimmer ein, Fräulein Lucie Rodenburg diesen unerwarteten und angenehmen Besuch vorzustellen. Er erzählte, daß er in Felbau gewesen, um dort von Herrn Brand sich eine Person empfehlen zu lassen, die sich zum Verwalter der neu erworbenen Güter qualifizire, daß er dort Brand nicht mehr angetroffen habe, und daß Herr Amberg und dessen Nichte ihm gesagt, die Adresse des Herrn Brand sei ihnen unbekannt. Das ist eine unwahrheit," erklärte Cordelia.„ Sie wissen recht gut, daß sich Herr Brand hier in der Stadt bei seinen Eltern aufhält." Ich habe mir das fast gedacht," antwortete Rillmare. nahmen zu verschaffen, so ist dies in noch weit höherem Grade der Fall, wenn man untersucht, in welcher Art die vielen alljährlich für Brod zuviel verausgabten Millionen unter die 28 000 Begünstigten sich vertheilen. Es besigen nämlich in Breußen( 1 Quadratmeile gleich 5506,29 hektar): Herzog von Aremberg Fürst von Thurn und Taxis Herzog von Braunschweig Fürst von Fürstenberg Herzog von Talleyrand · Fürst von Salm- Salm Graf von Keyserlingt. Fürst Buttbus( neben vielen Gütern) Fürst Plek Herzog von Ratibor( neben diversen Gütern) Herzog von Ujeft( neben div. Gütern) Prinz der Niederlande Fürst Haßfeldt Trachenberg( neben div. Gütern) Fürst Hohenlohe- Ingelfingen Graf Malzan Graf Reichenbach- Boschwit Fürst Karolath( neben div. Gütern) Graf Solms Graf Stolberg Graf Lynar Graf Redern Graf Arnim- Boygenburg Graf Arnim Blumenberg Graf Königsmaid ca. 55 Quadratmeil. ==== ======= И 55 H H 50 • H 50 H 31 • " " 28 • " 1 4% " 6 " H 26 • " 18 " 13 " 〃 9 H 61 H 6% " H 5% " H 5% " • " 1 412 H " 41 11 . " 7% • " " 51% H " 1 41 " " 234 " 1 " 1 214 " 1 " " 2 " 1 " u. s. w. Es ist das nur eine kleine Auswahl der großen Befizungen in je einer Hand. Der Vortheil, welcher diesen fürstlichen und gräflichen 2c. Herren aus der Vertheuerung des Brodes durch Bölle erwächst, beziffert sich für jeden der reicheren alljährlich auf Millionen!" Das Reichsgesundheitsamt und die Bierfrage. Im Reichstage richtete am vorigen Freitag der Abg. Lingens an den Vertreter des Reichsgesundheitsamtes die Frage, ob noch immer Bedenken bestehen, flar auszusprechen, was als Bier und was als Wein gelten solle. Die Frage blieb, nach den bis jezt vorliegenden Berichten, ohne flare Antwort. Ueber die Angelegenheit bemerkt nun die ,, Germania":" Die Entscheidung Dieser Frage ist sowohl für Konsumenten wie Produzenten wichtig. In Baiern darf nur Waffer, Malz und Hopfen zur Bierbereitung benutzt werden; wie mit dem Brauer verfahren wird, der Surrogate hinzunimmt, beweisen die innerhalb Der blau- weißen Grenzpfähle stattfindenden Bierprozesse. Durch bie Strenge des Gesezes erhalten die Baiern ein gutes Ge tränk; ja bas bairische Bier hat einen Weltruf bekommen, und Speziell in Norddeutschland ist es Sitte geworden, zum bairischen Exporibier zu langen, wenn man sich ein Bene anthun will. Baiern erzielt deshalb durch sein Geses nicht nur in sanitätlicher Hinsicht ein gut Getränke, sondern auch großen volts. wirthschaftlichen Nugen. Wir Norddeutsche können nur wün schen, daß der Begriff Bier" durch Reichsgesetz so definirt werde, wie in Baiern. Bei uns find Surrogate bei der Bier bereitung erlaubt, und was daraus für Bier entsteht, sehen wir ja. Der Staatsanwalt in Regensburg war schon entrüftet über die von thm vor die Anklagebant gestellten Bierpantscher; er sagte, das Bier diefer Leute trinfen, heiße seinen Magen täglich auf die Mensur ftellen." Was würde der Herr erst bei unserem Bier sagen? Also ein strenges Braugeset thut Noth, damit wir selbst ein gutes Bier herstellen, welches die Gesundheit nicht schädigt; Damit wir nicht von anderen Ländern das zu importiren brauchen, was wir selbst bereiten können, und so unser Geld im Lande bleibe. Dann würde das Bier billiger und ein Nationalgetränk auch bei uns werden und die Schnapspest, an welcher bei uns weite Schichten der Bevölkerung leiden, wäre beseitigt; in Bayern z. B. giebt es teine Schnapspest. In gesundheitlicher Hinsicht würde gleichfalls viel erreicht und somit Wir auch hier ein doppelter Nugen geschaffen werden." können uns diesen Argumentationen im Wesentlichen anschließen, müffen aber hinzufügen, daß uns von der Eristenz einer Schnapsseuche" bis jest nichts bekannt geworden ist. Um bas Bier zum Nationalgetränk zu machen, ist übrigens noch mehr erforderlich, als die gesegliche Kontrole seiner Substanzen; die Lage der großen Masse des Volles muß derartig verbessert werden, daß es statt Schnaps, Bier konsum'ren fann. Erst wenn dies geschehen ist, kann von dem Bier als Nationalgetränk im wirklichen Sinne des Wortes die Rede sein. Der preußische Etat ist fertiggestellt und wird, wie man den. N." meldet, am Donnerstag sofort nach Eröffnung des Landtages zur Vertheilung kommen. Die Höhe des Defizits beträgt 22,000,000 M. Außer den Ausgaben für die Aufforstung von Dedländereien und Gewährung von Darlehen für Drainage wird der preußische Etat pro 1885/86 abermals 500,000 M. zur Förderung genoffenschaftlicher und kommunaler Flußregulirungen, sowie die zweite Rate von Herr Rodenburg wußte allerdings nicht bestimmt, wohin fich sein ehemaliger Verwalter gewandt habe, doch sagte er mir, daß ich dies ohne Zweifel bei Ihnen erfahren würde, da Sie ja mit ihm, und so viel er wisse auch mit seiner Familie befreundet seien.... Aus diesem Grunde, Fräulein, nahm ich mir die Freiheit hierher zu kommen uni verstand mich dazu um so lieber, als ich die Zeit der kurzen Bekanntschaft mit Ihnen und Ihren Gefährten noch warm im Gedächtniß habe, und ich möchte Ihnen zugleich die Bitte aussprechen, daß unsere Bekanntschaft mit der Begegnung in Berlin nicht ihr Ende habe... Von Ihnen, Miß Rodenburg," wandte er sich an Lucie, erwarte ich die Zustimmung, wenn ich mich bereit erkläre, zwischen Ihnen und Ihrem Bruder, den ich in Schottland binnen Kurzem wiedersehen werde, die Vermittlung zu übernehmen." " Sie sind sehr gütig, Mylord," entgegnete Lucie, und wenn es Tante Rodenburg angenehm ist, so bitte ich Sie, Ihren Besuch zu miederholen, so oft es Ihnen gefällt. " Das Wesen des Engländers hatte so viel Vertrauenerweckendes, daß Cordelia Rodenburg, welche es ihm besonders hoch anrechnete, daß er ihren Freund Brand zu der verantwortungsschweren Stellung eines unumschränkten Verwalters ſeiner Güter ausersehen habe, ihn einlud, bei ihr zu speisen. Diese Einladung hätte ihr unter anderen Umständen die allergrößte Ueberwindung gekostet, denn einen jungen Ravalier inmitten ihrer Elevinnen zu sehen, das hätte ihr sonst wie ein Frevel geschienen. Als der Lord sich bald nach Tische verabschiedete, durfte er sich als ein Freund aller Bewohner dieses Hauses bezeichnen und die Ueberzeugung hegen, daß er, so oft er wiederkehrte, Allen ein gern gesehener Gast sei. Vierzehntes Kapitel. Die kleine Mittagstafel im Hause Georg Amberg's war bereit; Käthchen selbst blickte auf die Straße hinaus, denn sie erwartete ihren Gatten, während das Dienstmädchen ihre Vermögensverhältnisse erlaubten ihnen, sich wieder diese Ausgabe zu gestatten- eben die legten 200,000 M. zur Förderung der Land- und Forstwirthschaft im Eifelgebiete enthalten. Was die Flußregulirungen betrifft, so haben die Erfahrungen ergeben, daß durch die Unternehmungen, die mit Bubilfenahme von Zuschüssen aus den in den Etatsjahren 1883-84 und 1884-85 außerordentlich bereit gestellten Mitteln ins Leben gerufen oder gefördert worden find, dem auf dem Gebiete der Flußregulirungen vorhandenen Bedürfniß nur zum kleinsten Theile hat abgeholfen werden fönnen und daß der überwiegend größte Theil der auf diesem Gebiete der Wasserwirthschaft liegenden Aufgabe noch zu Lösen bleibt. Afritanisches. In den nächsten Tagen wird dem Reichstage eine Vorlage zugehen, welche die Forderung eines Gehalts für einen Gouverneur von Kamerun, sowie der Mittel für die Einrichtung einer Art von Polizei in diesem Gebiet, sowie für den Bau eines Gouverneursge= bäudes enthalten soll. Der Abg. Wörmann hat bis jetzt nähere Nachrichten über die telegraphisch gemeldeten Vorgänge in Kamerun nicht erhalten. In den nächsten Tagen wird der neuerdings vielgenannte Afrikareisende Einwald, der 3. 3. in London Verhandlungen mit den englischen Behörden, betreffs seiner im Zulu- Lande für die Firma Lüderis gemachten Erwerbungen führt, in Berlin erwartet.( Derselbe ist bereits ein. getroffen.) Oesterreich- Ungarn. Daß die Zustände in diesen Landen durch und durch verfault find, tritt bei jeder Gelegenheit immer deutlicher hervor. Erst gestern berichteten wir von Freiheitsberaubungen in Peft, welche durch die Nachlässigkeit der Herren Staatsanwälte und ihrer Unterbeamten herbeigeführt wurden und heute liegt be reits wieder ein derartiger Fall vor, der um so mehr Aufsehen macht, da der Geschädigte ein Deutscher ist. Es wird darüber aus Best geschrieben: Vor wenigen Tagen erschien ein Handwerksgeselle aus Preußen, Karl Tipper mit Namen, in verwahrloftem Zustande auf dem hiesigen Generalfonsulate des deutschen Reiches und gab daselbst an, daß er im August vorigen Jahres von der hiesigen Polizei wegen Subsistenzlosigkeit aufgegriffen, mit allerlei Gefindel ins Gefängniß ge steckt und endlich jest, also nach fünf Monaten, wieder freigelassen wurde. Tipper verlangte wiederholt, daß man ein Berhör mit ihm anstelle, allein es fruchtete nichts. Beinahe täglich fragte er nach der Ursache seiner Verhaftung, man gab ihm jedoch keine Antwort. Als fich endlich die Pforten des Kerkers für ihn öffneten, ertheilte man ihm einfach den Bescheid daß der ihn betreffende daß der Aft oben im Bureau in Verlust gerathen sei und zwar sammt seinen Dokumenten, die ihm bei der Verhaftung abgenommen worden waren. Nun sei man den Verlust gewahr geworden, und er könne gehen, wohin es ihm beliebe. Der bedauernswerthe Mensch verlangte Kleider, oder etwas Reisegeld, aber er wurde ohne Weiteres auf die Straße gefeßt. In seiner Noth wendete er fich nun an das Generalfonsulat des deutschen Reiches um Beistand und Unterstügung. Graf Berchem, der deutsche Generalfonful, empfing aus den Erzählungen des in geradezu bejammernswerthem Zustande befindlichen Mannes den Eindruck, daß er die Wahrheit spreche, und beschenkte ihn zunächst mit Kleidern. Bald darauf erschien auch ein Organ Der Polizei auf dem Generalkonsulat und bat flehentlichst, man möge mit der Sache kein Aufsehen machen. Graf Berchem aber erstattete die schriftliche Anzeige über den Vorfall beim Chef der Staatspolizei, Ministerialrath Jefelfaluffy, denselben zugleich ersuchend, man möge Tipper für die unrechtmäßig ausgestandene fünfmonatliche baft eine Entschädigung gewähren, damit der Mann in seine Heimath zurückkehren könne. Die Antwort des Chefs der Staatspolizei langte denn auch bald ein und lautete unter Ausdrücken des Bedauerns dahin, daß der schuldtragende Beamte sofort entlassen worden sei. Eine Entschädigung jedoch lönne man Tipper nicht bieten, da für diesen Zwed feine Fonds exiftirten. Unter diesen Umständen blieb dem Generalkonsulate nichts Anderes übrig, als dem im Kerker Vergeffenen die Mittel zur Heimreise zu gewähren.- Wirklich nette Bustände! Rußland. In der Petersburger Polizei find neuerdings einige wich ige Personalveränderungen zu verzeichnen. So ist der Posten des ermordeten Sudeikin jest endgiltig durch den GensdarmerieKapitän Wilschbisfy aus Charkom besetzt worden, zu deffen Assistenten die Kapitäne Jwanow und Michailom bestimmt wurden. Den speziellen Posten eines Verhörsrichters in allen politischen Fällen erhielt der Gendarmerie Oberft Martinow, dessen Assistent der Oberst Strachow ist. Bei der Stadt hauptmannschaft ist ein besonderer Hath gebildet worden, deffen Spezialaufgabe darin besteht, zu bestimmen, welche Personen aus der Residenz ausgewiesen werden sollen. Dieser Rath, präsidirt von dem Gehilfen des Stadthauptmannes, dem Geheimrath Turtschaninow, hat jest recht viel zu thun, da zahlreiche Ausweisungen stattfinden. So will man wissen, daß unter Anderem alle Studenten, die ihre Eramina nicht be stehen, die Residenz verlassen sollen. Man fürchtet offenbar und vielleicht nicht ganz mit Unrecht daß unter ihnen die Anhänger der Umsturzpartei nicht ganz ohne Erfolg ProVorbereitungen zum Mittagsmahl traf. Aeußerlich fehlte nichts an dem früheren Glück Räthchens; allein der Glanz der früheren Glückseligkeit, das milde Licht innerer Zufriedenheit lag nicht auf diesem Antlig und nicht in diesen schwermüthig blickenden Augen. Warum konnte sie nicht zufrieden sein?... Warum war der fröhliche Muth, der sie selbst in der Zeit äußerster Noth nicht verlassen hatte, verschwunden? Konnte sie nicht sorgenfrei leben? War sie nicht mit so viel Bequemlich feiten umgeben, als sie in der Bescheidenheit ihrer Ansprüche überhaupt bedurfte? War ihr Gatte nicht, nach wie vor, zärtlich, liebevoll, zuvorkommend gegen fie? Ja, Alles das hätte sie wohl glücklich machen können; doch gab es ein Etwas, was sich zwischen ihren Gatten und ihr häusliches Glück gedrängt hatte! bas Das war der Schatten eines Geheimnisses erste Geheimniß, das zwischen ihr und ihrem Gaiten je stattgefunden. | paganda machen könnten. Man erzählt sich ferner in wo welche das unterrichteten Kreisen, daß zwischen dem Stadthauptma merken zur General Greffer, und seinem Gehilfen, Geheimrath Turti baupolizeilich Brojette ein ninow, so ernste Differenzen bestehen, daß fie fich gegenüber die all beim Minister des Innern verklagt hätten. Graf Tolftoi, beim Bezirk hauptet man, ergreife die Partei Turtschaninow's, zu deber Stadtv Erfahrung in Polizeifachen er großes Vertrauen befizt. Amerika. unfererer R nahme der Der unlängst vom Bundessenator Miller im Senate sowie Absch gebrachte Gefeßentwurf zum Schuße der Waldung BBolizei- Präs der öffentlichen Domäne bestimmt u. A., daß die unreservi vom 2. De Ländereien der Vereinigten Staaten, auf welchem fich na Gang des S liche Forsten befinden, sowie alles öffentliche Terrain, weld fälligen Ke von den Geometern als Forstland bezeichnet ist, nicht zur Durch die G äußerung gelangen dürfen. Unter den jeßigen Gefeßen Markthallen Jeder, welcher um öffentliche Ländereien auf Grund Markthallen Agrikultur- oder Mineral- Landgefeße nachsucht, in seinem nachdem wi fuche den Beweis dafür zu erbringen, daß das betreffen lässig erschie Terrain nicht ausschließlich aus Wald besteht und für Agwähnten be fultur- oder Minenzwede werthvoller ist, als wegen des bar ablehnen zu befindlichen Holzbestandes. Dir Bill schlägt die Bildung ein und zweckm Forstkommission vor, deren fünf Mitglieder vom Präfident unmöglich zu ernennen find und je 5000 Dollars Jahresgehalt bezie uns für gä follen. Aufgabe dieser Kommission soll es sein, die Waldung rungen, ab und öffentlichen Forsten in den Ver. Staaten zu besichtigen des neuen zu klassifiziren, auch zu bestimmen, welcher Theil folcher Fe fäglichen G bauernd für klimatische und andere öffentliche Bwede refer den 10. Ja bleiben und welcher Theil wieder ohne Schädigung des öff und Refide lichen Interesses verkauft werden kann. Die Kommission ferner angewiesen sein. Pläne zu entwerfen, aus welchen Lage der öffentlichen Forsten, welche für oben genannte 3 zu referviren find, ersichtlich ist. Solche Waldungen bi T. Die nicht eher für Verkaufszwecke vermessen werden, als bis ist für die dauernden Reservationen festgestellt find. Der Betrieb welche eine Sägemühlen in den öffentlichen Forsten wird verboten. ziemlich une Geldstrafe bis zur Höhe von 1000 Dollars oder eine Gefäng eine bestimm strafe bis zu einem Jahre hat jeder Beftzer oder Agent e fann, nicht Schiffes und jeder Agent einer Eisenbahngesellschaft zu gem des Morgen tigen, der wissentlich Bauholz, das in den Regierungsfor fich die Wo geschlagen ist, zum Transport übernimmt; ferner ist die Winkel des fiszirung des Schiffes, in welchem das Holz transportirt wu frau besichti angedroht. Schließlich bestimmt die Bill, daß die Zollbeam Orte Alles in den Staaten und Territorien vor der Ausstellung von fich dem A laubnißscheinen zur Abfahrt von mit Bauholz beladen Beschauers, Schiffen sich darüber vergewiffern sollen, daß das Holz niden ganzen aus Waldungen, die den Vereinigten Staaten gehören, ftam lebens, und Das Gefeß wird falls es zur Annahme gelangt großer Bedeutung für die Zukunft Nord- Amerikas sein. Kommunales. bas Mittag Der vermiet Witthen sch Miether ei Stipulation Die der Stadtverordneten- Versammlung zu Be Beit gestatt zur Kenntnißnahme, betreffend die Gründe der Einstellu fte den etw Des Weiterbaues der Markthallen in der Dorotheen-, Bimme gehen des S und Lindenstraße zugegangene Vorlage, liegt jegt im Woden ist es g laut vor und zwar wie folgt: Die Herren Stadtverordnet venirende g Dr. Kürten und Genoffen haben in der Sitzung der Sta Räume feft verordneten- Versammlung vom 30. Oktober pr. folgende in den Beit fragen an den Magistrat gerichtet:„ Beitungsnachrichten angegeben Folge, welche in den Thatsachen ihre Bestätigung zu find tritte vermi scheinen, ist der Weiterbau der Markthallen in der Dorother gespannte 2 straße resp. Bimmer- und Lindenstraße durch Polizei. Refolden Miethe ben De ursprünglic Besuch hier Rücksicht a nehmen mü inhibirt worden. Die Unterzeichneten richten deshalb an Magiftrat folgende Anfragen: 1. Jft die oben angefübd Schmidt, b Mittheilung begründet? 2. Wodurch ist das Verbot in der Alve Weiterbaues veranlaßt, beziehentlich motivirt? 3. Welche Schritt richtet, in t hat der Magistrat gethan, um das Hinderniß zu beseitigen Bur Beantwortung Dieser Anfragen theilen mit Stadtverordneten- Versammlung unter Bezugnahme auf Schreiben vom 6. und 20. November pr. nunmehr folg ergebenst mit. Der Weiterbau der vorgenannten drei berungen ü ballen ist von uns eingestellt worden, weil das König ieder Post Polizei Präfidium die Ertheilung der Baukonsense für Kommis sc. felben von einer Reihe von Bedingungen abbängig ma bätten fich auf welche einzugeben wir uns außer Stande sehen. Wäb einzelnen S g. Mi es uns durch unausgesezte mündliche und schriftliche Berba lungen gelungen ist, in Betreff der Mehrzahl dieser Bed rain für da ungen eine Einigung zu erzielen, ist das Königliche Polist heute, au Präfidium bezüglich zweier Punkte, ungeachtet unserer Remben. Nicht stration, bei seiner ursprünglichen Forderung stehen gebliebeschwindet, indem es verlangte, daß 1. die Holzbedachungen durch ungerausgefor hier Play f brennbare Streifen von 4 Meter Breite in einzelne fe ficher getrennte Unterabtheilungen von nicht mehr als 16tädter The Dabsentopf" Quadratmeter zerlegt und 2. die Eingänge in glitt manche Vordergebäuden der Markthallen- Grundstücke durchweg Direktion at 9 Meter Gesammtbreite erweitert würden. Da wir di Forderungen für unbegründet halten und außerdem bestrei pottung, u menuett". daß die thatfächlichen Vorauss zungen, auf Grund deren, gab, die au Rönigliche Polizei- Präsidium fich zur Stellung dieser Das frühere berungen berechtigt glaubte, vorhanden sind, so haben gegen die Verfügung des Königlichen Polizei- Präsidiums, bu meine Liebe, oder glaubtest gar, daß ich irgend einen rath gegen Dich im Schilde führe!" " 1 Wie kannst Du nur annehmen, Georg, daß ich schwarzes Mißtrauen gegen Dich hegte." darfst Du ganz wie der Ansicht Er öff Ha!" Hehr fatal! besorgen, u Er muß m „ Ich ,, Nein, hege kein Mißtrauen gegen mich... liebe Dich, Räthchen, und habe keinen Verrath an uns nicht daran Liebe geübt." Ich will es hoffen, Georg!" Du willst es hoffen? Also bist Du nicht so Gefälligleit .. Du glaubst wohl, daß ich ein Geheim überzeugt?; „ Ja, es, Räthcher forgen." Er na Es wa vor Dir habe?" Wenn Du es hättest, Georg, so würde ich die fache, warum mir Dein Geheimniß verborgen bleiben nicht erforschen wollen, würde Dir keine Vorwürfe ma sondern überzeugt sein, daß nur die Nothwendigkeit dringende Nothwendigkeit, Dich zwang, mir einmal in vorzügl sprach. Da, Herz zu verschließen." " Ja Käthchen, da haft Du Recht! Die Nothwen teit, zwingende Nothwendigkeit, sonst nichts; aber ich einen Ra wirklich fein Geheimniß, Räthchen. Komm, fomm an Georg ben Herz und sage mir, daß Du mich liebst wie früher." Sie schlang ihren Arm um seinen Hals; er bri gelesen, da einen Ruß auf ihre gesenkte Stirn und fab babei sich ängstlic Dort auf dem Schreibtisch lagen einige Briefe, die wäh- schwermüthiger aus, als sie vorher ausgesehen hatte. lag ihm etwas schwer auf dem Herzen. Das war nur die Last seines Geheimnisses, sondern das war fein Gewissen, das ihm unaufhörlich sagte, er begehe Unrecht gegen seine Gattin. Sie wußte, daß Georg ein Geheimniß hatte, und er, obwohl sie ihn ihren Argwohn nie merken ließ, war in ewiger Besorgniß, daß er sich verrathen möchte, und stets vorsichtig, scheu und unsicher ihr gegenüber. Das mußte fie tränken, die liebende, aufopfernde Gattin, tief tränken. rend seiner Abwesenheit angekommen waren. Sie legte dieselben dahin, wo sie ihm sogleich in die Augen fallen mußten, als sie seine Schritte auf der Treppe vernahm. Šie empfing ihn zärtlich und mit milder Freundlichfeit, wie immer, und er erwiderte ihren Gruß mit Innigfeit; bann aber blidte er fie mißtrauisch an. Räthchen! Du hast doch nicht etwa geweint?" fragte er. " Nein, nein, Georg, ich habe nicht geweint!... Wie hätte ich Ursache dazu? Weiß ich nicht, daß Du mich liebst?... So lange ich das weiß, habe ich keinen Grund, betrübt zu sein." ,, Von meiner Liebe darfst Du überzeugt sein, Räthchen; gewiß... Ach, ich fürchtete schon, Du seßtest 8weifel in Es sind einige Briefe angekommen, willst Du fie vor Tische lesen?" fragte Räthchen leise. " Von wem sind sie?" " Ich weiß es nicht; ich las sie nicht.. Seit Schwe Räth Besu „ Von Auch Seufzer. Sie dachte ersucht hat Manne zu Derhängnißr Dein Bruder gesagt, daß es unpassend ist, wenn die Fem mir H Renntniß von der Korrespondenz ihres Mannes siehst Du es ja nicht gerne, wenn ich Deine öffne." Nein, mein Käthchen, ich sehe es nicht gerne. ba Brid bist ja vernünftig und wirst einsehen, daß mein Bruder ganz Unrecht nicht hat. Georg Um e Baul jeden Räthch Es giebt Dinge, welche ein tatt für zw für Frauen zu wissen nicht gut sind; später, später, er in we welche das Lestere uns die Erledigung derselben mit dem Bemerken zur Bedingung gemacht hat, daß es nicht eher in die hauptman th Turli baupolizeiliche Prüfung der vorgelegten drei MarkthallenBrojette eintreten könne auf Grund des§ 128 des Gesetzes gegense über die allgemeine Landes- Verwaltung vom 30. Juli 1883Tolftot, beim Bezirks- Ausschuß die Klage angebracht. Wir übersenden zu def der Stadtverordneten- Versammlung in der Anlage Abschrift fist. unfererer Klage mit ihren sämmtlichen Anlagen mit Ausnahme der Zeichnungen und der Spezifikation derselben eli Senate sowie Abschrift der von uns gegen die Verfügung des Königl. Idung Bolizei- Präsidiums vom 20. Oftober pr. gerichteten Remonstration anreservi vom 2. Dezember pr., in deren Eingang namentlich der fich na Gang des Baugenehmigungs- Verfahrens dargelegt ist, zur ge min, weldfälligen Kenntnißnahme ergebenst. So sehr wir auch die ht zur durch die Einstellung des Weiterbaues der mehrgenannten drei Befegen Markthallen eintretende Verzögerung der Inbetriebseßung des Grund Markthallen- Unternehmens bedauern, so glaubten wir doch feinem nachdem wir in allen Punkten, in denen uns dies irgend zubetreffen läffig erschien, nachgegeben hatten die Erfüllung der er für Awähnten beiden Forderungen des königlichen Polizeipräsidiums des dat ablehnen zu müssen, da dieselbe unseres Erachtens eine sachildung ein und zweckmäßige Herstellung und Ausstattung der Markthallen Biäfidem unmöglich machen würde, außerdem aber die Einräumung von mit bezie uns für gänzlich unbegründet erachteter rolizeilicher Anforde Waldung rungen, abgesehen von der schweren finanziellen Schädigung ichtigen des neuen Unternehmens, von uns auch aus allgemein grundOlcher Fefäglichen Gründen für unstatthaft erachtet worden ist. Berlin, ede refer den 10. Januar 1885. Magistrat hiesiger föniglicher Hauptdes öffe und Reftdensstadt. gez. von Fordenbed." mission welchen annte 3 Lokales. gen di r. Die Besichtigung zu vermiethender Wohnungen als bis ist für die Wohnungssuchenden sowohl, wie für diejenigen, Betrieb welche eine zu vermiethende Wohnung noch innehaben eine oten. ziemlich unerfreuliche Angelegenheit infofen, als gewöhnlich Gefäng eine bestimmte Tageszeit, zu der die Besichtigung stattfinden Agent e fann, nicht angegeben ist. Kaum nachdem der Miether fich zu gen des Morgens aus dem Beit erhoben, ja oft noch früher, stellen rungsfor fich die Wohnungssuchenden ein. Jeder, auch der geheimste ist die Winkel des ganzen Quartiers wird zur Verzweiflung der Hausrtirt wu frau besichtigt, die doch nicht zu jeder Tageszeit und an jedem Bollbeam Drte Alles in jener schönen Ordnung erhalten kann, in der es ng von fich dem Auge des Beschauers, und namentlich des fremden beladen Beschauers, vortheilhaft präsentirt. Und diese Besuche währen Holz niden ganzen Tag, stören die geheimsten Vorgänge des Familiencen, ftam lebens, und respektiren weder die stattfindende Mahlzeit noch gt das Mittagsschläfchen des Hausherrn, bis die Wohnung wiesein. Der vermiethet ist, was aber gegenwärtig bei steigerungsluftigen Witthen schwer hält und darum lange dauert. Freilich ist der Miether einigermaßen im Vortheil, denn die kontraktliche Stipulation, daß er die Besichtigung der Wohnung zu jeder Au Be Beit gestatten müsse, nust praktisch wenig oder nichts, indem Einstellte den etwa mit Gewalt Eindringenden nicht vor dem Ver1, Bimmt gehen des Hausfriedensbruches schüßt. Unter diefen Umstänst im Woden ist es gewiß zweckmäßig, wenn eine dem Miether ton tverordne venirende Beit zur Besichtigung der noch von ihm bewohnten Der Sta Räume feftgesetzt und diese bei den Angeboten der Wohnung in den Beitungen und auf den Plakaten an den Häusern mitolgende achrichten angegeben wird. Es würden dadurch viele unliebsame AufA zu find tritte vermieden und das durch die Kündigung gewöhnlich schon Dorothee gespannte Verhältniß zwischen dem Wirth und dem ausziehenzet Refol den Miether nicht noch unnöthige Weise verbittert werden. Salb an angefüh F mit tuuf rfolg drei 9 ben Der deutsche Konsul in Kamerun, Herr Eduard Schmidt, hat, wie der Voff. 3tg." mitgetheilt wird, an seinen Verbot de in der Alvenslebenstraße 1 wohnenden Vater einen Brief ge = lche Schritt richtet, in dem er mittheilt, daß er den, wie früher gemeldet, beseitigen ursprünglich für den nächsten Monat in Aussicht gestellten Besuch hierselbst nicht ausführen könne, vielmehr davon mit Rücksicht auf die Unruhen in Kamerun vorläufig Abstand nehmen müffe. Troß aller in der Preffe veröffentlichten Schil derungen über die westafrikanischen Verhältnisse liefen fast mit 3 König ieder Post Briefe an ihn ein, in denen europamüde stellenlose Kommis c. um Anftellung in Kamerun bäten. Diese Gesuche se für gig ma hätten fich allmälig so gehäuft, daß eine Beantwortung jedes n. Währe einzelnen Schreibens unmöglich sei. g. Mit dem Abbruch der Baulichkeiten auf dem Terhe Berban fer Bedi rain für das neue Polizei- Präfidialgebäude am Alexanderplat iche Boll ist heute, zunächst nur in beschränktem Maße, begonnen wor erer Nem den. Nicht lange wird es dauern, und das Arbeitshaus vern gebliebe schwindet, welches so häufig den Hohn und Spott der Berliner Durch ungerausgefordert hat. Eine Reminiszenz aus früherer Zeit möge zelne feuter Plas finden. Bald, nachdem im Jahre 1823 das Könighr als 16tädter Theater, welches das unter dem vulgären Namen„ Der ein fenkopf betannte Arbeitshaus zum nächsten Nachbar hatte, glitt mancher Spott auf das Theater hinüber. Die Theaterurchweg Direktion antwortete darauf durch ein Paroli der Selbstver m bestrei pottung, und gab als eins der ersten Stücke„ Die Ochsenmenuett". Damit brach fie gewandt die Schärfe aller Spißen ab beren ab, die aus diesem Namen gegen daffelbe gerichtet wurden. Dieser Das frühere Arbeitshaus hatte den Namen„ Der Ochsentopf" haben diums, bu barfst Du wieder an meiner Rorrespondenz theilnehmen, einen ganz wie es ehemals war, denn ich bin keineswegs ganz der Ansicht meines Bruders in diesem Punkte." Er öffnete einen der Briefe. daß i " Ha!" rief er, vergessen, ganz vergessen! Das ist fehr fatal! Ja, Käthchen, warum erinnertest Du mich denn an uns nicht daran, für Brand die Annonze in die Zeitungen zu besorgen, und an den Gärtner nach Potsdam zu schreiben. Er muß mich ja für ungefällig halten." cht so n Geheim Ja, ja, Du liest die Briefe nicht! Nun weißt Du es, Räthchen, erinnere mich noch heute, ich werde es be= ich bie forgen." Sleiben m ürfe ma endigkeit Gefälligteit gebeten hat." Ich wußte gar nicht, daß Herr Brand Dich um solche Er nahm den zweiten Brief. Es war die Offerte, ein Geschäft zu kaufen, das für inmal ihn vorzüglich paßte und ihm einen großen Nugen vers Nothwen Sprach. Da, Käthchen, den Brief mußt Du lesen, denn ohne ber ich Deinen Rath kann ich ihn nicht beantworten." Schweigend nahm sie den Brief und las, während mm an Georg den britten öffnete. Er hatte nur wenige Seilen Ser br gelesen, da ließ er kleinmüthig die Hand sinken und wandte dabei ich ängstlich nach seiner Frau um. üher." n hatte. as war as war begehe ,, Räthchen, wir bekommen noch heute Besuch." Besuch? Von wem?" " Bon meinem Bruder!" sagte er mit einem tiefen Seufzer. Auch Käthchen feufzte, aber aus anderen Gründen. Du fie nie dachte daran, daß der Prediger es gewesen, welcher Seit Manne zu errichten; Georg aber dachte: Jetzt naht der erhängnißvolle Tag, wo ich einen Schritt thun muß, von Enn die Fem mir Herz und Gewissen sagen, daß ich ihn nicht thun annes Deine gerne.. Brid in Bruder " Georg sah nach der Uhr. Um ein Uhr trifft der Bug ein. Wir können also Baul jeden Augenblid erwarten. Räthchen traf aus dem Grunde Anstalten, den Tisch welche ein tatt für zwei, für drei Personen herrichten zu lassen. Der später, daher erhalten, weil es in einem dem Schlächtergewerk gehört| gen Gebäude befindlich gewesen war, welches einen Ochsenkopf als Schild über der Thür trug. Wohl keine Bezeichnung für ein öffentliches Gebäude dürfte sich länger im Volksmunde erhalten, als jene„ Der Ochsenkopf". a. Der neue vom Polizeipräsidium dem Magistrat vorgelegte Entwurf einer Banordnung für Berlin, welcher fich von dem früheren Entwurf formell dadurch unterscheidet, daß bereits der Minister des Innern mit den im neuen Ent wurf enthaltenen Bestimmungen fich einverstanden erklärt hat, enthält dem Vernehmen nach theilweise weit strengere resp. die Bebauung beschränkendere Vorschriften als der frühere Entwurf. Nach dem neuen Entwurf wird in Bukunft ein großer Theil der älteren Berliner Grundstücke in einer für den Eigenthümer nugbringenden Weise gar nicht umgebaut werden tönnen, und es werden deshalb diese Eigenthümer ihre vorhandenen alten Baulichkeiten so lange wie möglich zu erhalten fuchen. Die Berathungen im Magistrat und in der vom Magistrat gebildeten Spezialkommission über den neuen Entwurf bezwecken, nur die betheiligten Staatsbehörden durch fachliche Erwägungen zur Abänderung einzelner Bestimmungen des Entwurfs im Interesse der Baulust zu bewegen, dagegen fehlt der städtischen Behörde bei der gegenwärtigen Sachlage jedes Mittel, etwaige Aenderungen des Entwurfs fordern zu tönnen. " Arthur's Koufine. In der Themsestadt, schreibt die ,, Volts 3tg." dem klassischen Boden der Pick- Bockets", ist jüngst unter dem Titel„ Vademecum für Diebe" ein ebenso merkwürdiges als amüsantes Büchelchen erschienen. Unter den Hunderten von Diebsrezepten", welche dort zur Erheiterung, wie zur Warnung mitgetheilt werden, verdient eines, das gegenwärtig sehr in der Mode sein soll, besonders signalisirt zu werden. Es führt die Ueberschrift:„ Die Kouftne Arthur's" und lautet: Der Dieb gesellt sich einer jener freundlichen jungen Damen zu, welche gewöhnlich um Mitternacht in Haymarket oder auf Waterloo Place frische Luft schöpfen. Nachdem die stille Gesellschaft gebildet ist, bezeichnet der Chef der neuen Firma feiner Genoffin den ersten besten älteren Herrn, dessen Weste mit einer glänzenden Goldkette geschmückt ift. Die junge Dame" geht geradeaus auf den Bezeichneten zu, hält ihm ihr fein behandschuhtes Händchen vor beide Augen und begleitet diese Prozedur mit den schelmischen Worten: Rathe, wer ich bin! Neunmal in zehn Fällen geht der alte Seladon auf den Leim. ,, Clementine!" iuft er, in der Meis nung, irgend eine ehemalige Flamme vor fich zu haben. ,, Keine Idee!" ,, Also Klara.. oder Sophie?" ,, Du bist auf der Spur. rathe noch einmal!" Und während der arme Tropf mit geschlossenen Augen noch sein bischen Hirn zer martet, um seine galanten Erinnerungen zu sammeln, hat ihm der Dieb mit aller Gemächlichkeit die Uhr aus der Tasche estamotirt. Kaum ist die Beute in Sicherheit, zieht die Komplizin plöglich die hand von der Stirne des Opfers, giebt sich geschickt den Anstrich höchster Verlegenheit und ruft stotternd, während sie das Weite sucht: D, mein Herr! Entschuldigen Sie tausendmal Ich hielt Sie für meinen Koufin Arthur". Achtung, Ihr galanten alten Herren des Kontinents, für den Fall, daß Arthur's Koufine diesseits des Kanals auf Gastrollen erschiene. " " a. Ein ziemlich großer Auflauf fand vorgestern Mittag in der Spandauerstraße dadurch statt, daß ein schwarzbärtiger großer Mann die Straße entlang lief, verfolgt von einem im Gefichte verwundeten und blutigen Manne und einem Gerichtsvollzieher, welche mit Hilfe eines gerade die Straße entlang gehenden Kriminal- Kommissars den Fliehenden wieder ergriffen. Der Verfolgte sollte wegen einer nicht beizutreibenden Schuld auf dem Amtsgericht I den Manifestationseid leisten, er hatte fich aber zu dem vom Gericht anberaumten Termine nicht ein gefunden und der Gerichtsvollzieher war mit einem gericht lichen Haftbefehl gegen den Schuldner versehen worden. An dem gedachten Tage wurde der Schuldner vom Gerichtsvollzieher unter der Assistenz des Gläubigers festgenommen und nach dem Gericht behufs Ableistung des Manifestationseides gebracht. Am Gerichtsgebäude befreite sich der Schuldner aus Den Händen des Gerichtsvollziehers, schlug mit einem harten Gegenstand in das Geficht des neben ihm stehenden Gläubigers nno ergriff die Flucht. Nach seiner Festnahme schien sich aber der Schuldner in seine Situation zu finden, denn er folgte dem Gerichtsvollzieher ohne Widerstreben und er erbot sich, mit dem Gläubiger fich zu einigen. g. Eine erhebliche Wunde am rechten Schenkel brachte fich gestern der bei dem Schlächtermeister B. in der Thaers straße 58 bedienstete Kutscher Gustav B. dadurch bei, daß ihm beim Abheben eines Rinderviertels dasselbe auf den Oberschenkel fiel und ein vorstehender scharfer Knochen dem B. ins Fleisch brang. Die Verlegung war eine so schwere, daß L. nach Anlegung eines Nothverbandes nach dem Städtischen Krankenhause am Friedrichshain überführt werden mußte. a. Gestohlene Dede. Ein vor einigen Tagen dem hie figen Kriminal- Kommissariat wegen verübten Diebstahls vorges führter Mann räumte bei seiner Vernehmung unter Anderem ein, daß er einige Tage vor Weihnachten von einer in der ein, daß er einige Tage vor Weihnachten von einer in der Gast ließ in der That nicht lange auf sich warten; eine Droschke hielt vor der Thür, die behäbige Gestalt des Predigers entstieg derselben; das Dienstmädchen trug ihm feine Reisetasche nach, und nach wenigen Minuten war er bei dem Ehepaare im Zimmer, umarmte seinen Bruder und schüttelte seiner Schwägerin die Hand, so freundschaftlich, so herzlich, und erkundigte sich so theilnahmevoll, wie es ihnen ginge; und mit einer wahren Herzensbefriedigung unterwarf er das Zimmer einer Musterung, durch welche er die Ueberzeugung erhielt, daß es seinem Bruder recht wohl gehe. Dann saßen die Drei bei Tische. Der Prediger plauderte von diesem und jenem, erzählte luftige Geschichten, theilte einige seiner Erlebnisse in Feldau dort mitten in all seinem Reichthum, in seinem Leberseffel mit, machte sich luftig über den alten Misanthropen, der size und sich zu Tode langweile, erkundigte sich dann nach Birkus- Aufführungen, und das in so gewinnender, harmNeuigkeiten in der Residenz, sprach über Theaterstücke und legen und sehr schweigsam gewesen war, bald mit seiner loser Weise, daß er seinen Bruder, der anfangs sehr ver Unterhaltung neu belebte. legen und sehr schweigsam gewesen war, bald mit seiner Räthchen blieb aber von seiner guten Laune un berührt. Es entging ihm nicht, daß sie ihn zwar freundschaft lich, aber nicht verwandtschaftlich behandelte, ja, daß sie zuweilen sich 8wang anthat, ihm nicht eine beleidigende Rälte zu zeigen. ,, Nun, Bruder, schläfft Du ein Stündchen," nahm Georg das Wort, nachdem das Mahl beendet war. ,, Romm' auf mein Zimmer, ich räume Dir gern für heute das Sopha ein. Nach einer Stunde will ich Dich wecken." " ft nicht nöthig, Bruder, fagte Paul, als sie Beide in Georgs Bimmer allein waren; ich werde heute nicht schlafen, ich habe noch einige fleine Angelegenheiten zu be= forgen und noch einen Besuch zu machen diesen Nachmittag. Du ahnst wohl, wo?' Schweigend und unruhevoll fragend, blickte ihn sein Bruder an. Bappel- Allee vor einem Brunnen stehenden Droschte 1. Klaffe oder Chaise eine Decke, auf der einen Seite schwarz, auf der anderen braun und grau gestreift, gestohlen habe. Die Decke ift dem Manne abgenommen worden und wird bei dem Kris minal- Rommiffariat, Simmer Nr. 85, für den noch nicht ers mittelten Bestohlenen verwahrt. a. Eine Frechheit. Ein Kellner B. ist heut wegen Er preffungsversuche verhaftet worden, den er im Thiergarten gegen einen dafelbft spazierenden Herrn verübt hat. B. bettelte diesen Herrn um 50 Pfennige an, und, als der Herr den Bettler abwies, drohte dieser, den Herrn wegen eines gegen ihn( B.) begangenen unftttlichen Attentats zur Anzeige zu bringen, falls er ihm kein Geld gäbe. Der Herr ergriff sofort den Burschen und übergab ihn einem in der Nähe befindlichen Bolizeibeamten, welcher die Verhaftung des B. veranlaßte. g. Ueberfall. Der Schlächtermeister Karl S., Liebigstr. 46 wohnhaft, wurde in der verfloffenen Nacht in der Frankfurter Allee von mehreren Strolchen überfallen und dabei derartig zugerichtet, daß er, aus einer bedeutenden Kopfwunde blutend, die Hilfe der Sanitätswache in der Blumenstraße in Anspruch nehmen mußte. Es ist gelungen, zwei der Rowdies festzus nehmen und fte zur Polizeiwache zu fistiren. N. Ein 13jähriger Langfinger, anscheinend derselbe, welcher bereits zu wiederholten Malen in der Langestraße sein Diebeshandwerk mit Erfolg betrieben hat, ist gestern auf frischer That endlich ertappt und dingfest gemacht worden. Mit der Geschwindigkeit einer Rape war der Bursche die Treppe zu dem Laden eines dort wohnenden Milchhändlers Kothe hinauf und unbemerkt im Laden unter den Ladentisch Sein geftochen in der Abficht, die Ladentaffe zu berauben. verbrecherisches Vorhaben, war noch im legten Augenblick be merkt worden, und konnte so seine Festnahme erfolgen. Auf der Polizeiwache geftand der hoffnungsvolle Bursche ein, schon vor Kurzem mit befferem Erfolg in demselben Laden die Kaffe bestohlen und auch sonst in dortiger Gegend mehrere Diebstähle verübt zu haben. g. Durch ihren eigenen Leichtsinn hat sich vorgestern Abend ein junges Mädchen in die Gefahr gebracht, bei dem Abspringen von einem Wagen der Ringbahn unter einen Omnibus zu gerathen. Das Mädchen war, während der Kondukteur sich in dem Innern des Pferdebahnwagens befand, von dem in der Fahrt begriffenen Wagen abgesprungen und der Länge nach zur Erde gestürzt. In demselben Augenblick fam der Vorgang ereignete fich an der Friedrich- und Karl straßen- Ecke ein Omnibus dahergefahren, dessen Kutscher ea nur mit Aufbietung aller Kraft gelang, durch Bremsen und Pariren das Mädchen vor dem Ueberfahren zu be wahren. N. Ueberfahren wurde gestern Nachmittag 5 Uhr in der Neuen Königstraße vor dem Hause Nc. 6 ein Arbeiter Bersle von einem Arbeitswagen. Derselbe erlitt, da der Wagen ihm direkt über den Leib ging, so schwere innere Verlegungen, daß er sofort nach einem Krankenhause geschafft werden mußte. Der Direktor des Grand Hotel Alexanderplat, Adal bert Dustmann, hat gestern Morgen in der zehnten Stunde durch Selbstmord seinem Leben ein Ende gemacht. Bis zu einer früheren Morgenstunde war der Verstorbene, der fich während seiner Thätigkeit als geschäftlicher und finanzieller Leiter des Hotels großer Beliebtheit erfreute, die Seele einer überaus heiteren Gesellschaft im Festsaale gewesen. Er er klärte beim Abschiede, daß er überhaupt nicht schlafen geben werde, da er verschiedene Arbeiten für die Vorstandsfizung zu erledigen habe. Gegen ein Viertel zehn Uhr ließ er durch den Portier einige Briefe zur post befördern, begab sich sodann in ein, seinem Wohnzimmer benachbartes Badekabinet und feuerte dort den tödtlichen Schuß auf seine Brust ab. . Einen Selbstmord gräßlicher Art hat gestern der Belles alliancestraße wohnende Handschuhmacher S. an sich begangen, indem er sich zuerst vollständig mit Benzin, wie er es zum Reinigen der Handschuhe benußte, begoß, und dann einen Res volver gegen sich abfeuerte, sodaß man die Leiche des S. voll ständig verkohlt vorfand. S., der im besten Mannesalter stand, lebte in gedrückten Verhältnissen und hatte außerdem noch eine frante Frau und drei unmündige Kinder zu ernähren. Uebri gens erregt der Fall in der ganzen Gegend die allergrößte Theilnahme. Nachbarbewohner haben eine Rollette mit guten Resultaten für die Familie veranstaltet, so daß die Hinterblie benen wenigstens vor augenblicklicher Noth geschützt sind. Gerichts- Zeitung. r. Großes Aufsehen erregt unter den hiesigen Aerzten die in Hamburg erfolgte Verurtheilung eines dort praktizirenden Arztes wegen Uebertretung der Hamburgischen Medizinalord nung. Der betreffende Arzt hatte in Hamburger Blättern seine Kuren in der Form angekündigt, daß er radikale Heilung von gewissen Leiden in seinen Annonzen versprach. Der Staatss anwalt erhob gegen ihn auf Grund des erwähnten Ortsgefeßes die Anklage und das Schöffengericht verurtheilte den Angeklagten, indem es in diesen Inseraten eine prahlerische und martt schreierische Ankündigung zur Beförderung der gefährlichen ,, Du erräthst die Ursache meines Besuchs?" fuhr jener fort. " Ist es jetzt schon so weit?" fragte Georg fleinlaut. Es ist so weit.... Ich hoffe, Du hast Dein Versprechen nicht vergessen?" ,, Nein, nein, ich habe es nicht vergessen!" " Und Deiner Frau nichts mitgetheilt?" Ach, es liegt mir schwer auf dem Herzen, daß ich vor ihr ein Geheimniß haben mußte.... Vielleicht wäre es doch besser gewesen, Paul, ich hätte es ihr gesagt." ,, Natürlich, Dir hätte es wohl angestanden, Dich ganz und gar zum willenlosen Werkzeug Deiner Frau zu machen und die Pflichten der Freundschaft und Blutsverwandschaft darüber zu vergessen. Die Sache wird morgen in magst Du es Deiner Frau sagen; ich habe alsdann nichts Richtigkeit gebracht, und wenn Du es durchaus willst, so dagegen." Paul, Du wolltest mir einen Schein geben..."" " Natürlich, einen Schein! Du sollst ihn haben, gewiß sollst Du bescheinigt haben, daß Du die Vaterschaft ledig lich aus Gefälligkeit gegen mich anerkannt, sonst aber keine Verpflichtung gegen Mutter und Kind hast; versteht sich, erhältst Du diesen Schein!" " Und Du hast nichts dawider, wenn ich morgen, nach Berzeihung bitte, dafür, daß ich sie so lange durch meine bem es geschehen, meiner Frau Alles sage, und sie um Berschwiegenheit kränkte?" Meinetwegen thue einen Fußfall, ich habe nichts da gegen; laß' Dir Absolution ertheilen in heißen Rüffen, und leiste als Buße zum hundertsten Male den Schwur ewiger Treue und das Versprechen, auch nie wieder eine Falte Deines Herzens oder Deines Portemonnaies vor ihr zu verbergen." beleidigt. D, Käthchen ist ein Engel, sie wird mir ver Ich muß fie um Verzeihung bitten, denn ich habe sie zeihen!" Natürlich erwarte ich, daß Du ihr ebenfalls Schweis gen auferlegst.. Es kann mir, wie Du wohl einsehen wirst, nicht gleichgiltig sein, wenn alle Welt unsere fleine Personenverwechselung erfährt."( Fortsegung folgt.) I Duacialberei erblickte. Diese Definition ist, wie schon der Diese Definition ist, wie schon der Wortlaut eitennen läßt, einer älteren, nur für Hamburg und fein Ortsgebiet geltenden Gefeßesbestimmung entnommen. Benn bei uns ähnliche Ankündigungen ebenfalls bestraft wer Den könnten, so dürfte alsbald eine große Anzahl von Inses raten aus den Beitungen verschwinden. Es fragt sich, ob nicht bei uns oder in den fleineren Einzelstaaten fich ähnliche Be ftimmungen von lokaler Giltigkeit auffinden ließen, die noch augewendet werden könnten. auch Unter der Anklage der Beleidigung des Polizeilieutenants Herrmann hatte fich heute der Eigenthümer des Hauses Andreasftraße 54, H. Bylicz, vor der 3. Straffammer hieftgen Landgerichts I. zu verantworten. Unterm 22. Auguft v. J. reichte der Angeklagte bei dem Kgl. Polizei- Präsidium eine Beschwerde gegen den Vorstand seines Reviers ein, in welcher er verschiedene Thatsachen mittheilte, u. A. daß Lieutenant Herrmann zu seinem Miether Restaurateur Graßmann fam, um ihm für seine Restauration andere Lokale zu empfehlen, daß derselbe bei Ertheilung des Giftscheins auf sein Bedenken, ob das bewilligte Gift auch ausreichend sein werde zur Vertilgung der Ratten, geantwortet habe: um die Heinen Ratten zu beseitigen, reicht das Gift aus, ob aber auch zur Vertreibung der großen, mag dahingestellt bleiben. Im Uebrigen werde wohl noch Gift übrig bleiben, daß er fich damit selbst vergiften könne." u. dergl. Im Anschluß hieran war in der Beschwerdeschrift gefagt, daß es fich für einen Reviervorstand nicht schicke, den Kommissionär für andere Hausbefizer zu spielen und von einem Reviervorstand mehr Lebensart und Talt zu erwarten gewesen fein würde. Der Angeklagte bat schließlich um Schuß gegen das Verfahren des Polizeilieutenants. Hierdurch erachtete das Polizeipräsidium den Polizeilieutenant Herrmann für beleidigt. Durch die vernommenen Beugen wurde zwar die Richtigkeit der behaupteten Thatsachen im Wesentlichen erwiesen, der Staatsanwalt erachtete aber die dem Polizeioffizier gemachten Vorwürfe für derartig schwere, daß er eine Strafe von einem Monat Gefängniß beantragte. Der Gerichtshof erachtete die Form der Beschwerde für ehrverlegend und verurtheilte deshalb Den Angeklagten zu 100 M. ev. 10 Tagen Haft. Nürnberg. Die Alpenhütte war noch stets von poetischen Reizen umfloffen, und wenn auch das Leben auf der Alm in Wirklichkeit nicht ganz dem Bilde entspricht, welches der Sänger Davon entwirft, so bleibt die Alpenhütte doch immer ein trau tes Plätzchen, ganz wie geschaffen für liebende Paare zum Kosen und Küffen. Das wußte auch Auguft, ein junger Mann, welcher zu dem schönen Fräulein Lina, einer Konfektionsdame mit feurigen Augen und stattlichem Cul de Paris, in heißer Liebe entbrannt war. Sie war seine erste Liebe und er hatte gutem Vernehmen nach gleichfalls auf ihr Herz die erste Hypothet. Deshalb liebte er es, idyllische Orte Drte aufzu suchen, um ihr in stylvoller Weise seine Gefühle zu geftehen. Ein derartiger idyllischer Ort ist die Alpen hütte. Freilich war es in diesem Falle nicht eine solche in den lieblichen Gebirgen des südlichen Tyrol, wo die Kühe das schönste Glockenspiel aufführen und dennoch nie mit dem Teller zum Einsammeln kommen, wo Alpenrofen blühen und frischer Käse duftet, sondern es war nur die Restauration zur Alpenbütte in Nürnberg. Aber der Aufenthalt darin war dem Baare ebenfalls überaus wonnig, denn wenn zwei Verliebte fich in die Augen schauen, ist ihrer Meinung nach die ganze Welt ja nur ein Schäfer- Joyll in Wateau'scher Manier. Er batte ihr eben versichert, daß er fte genau so tief als innig liebe, und fie hatte darauf geantwortet, daß sie nur ihm und feinem Andern auf dieser Welt anzugehören beabsichtige. Sie befiegelten diese Versicherungen mit einem heimlichen Händedruck, der noch durch eine Berührung derbeiderseitigen Fußspißen bekräftigt wurde. Da nahten sich plöglich dem Paare zwet schwankende Gestalten; es waren glückliche Becher, die bereits den geheimnisvollen Mächten des Königs Gambrinus verfallen schienen. Einer der Männer fand das Mädchen reizend und formulirte an daffelbe eine sehr schmeichelhafte aber auch höchst vertrauliche Anrede, welche im Vortrag freilich etwas stockend ausfiel. Der jugendliche Liebhaber war entrüftet, das Mädchen er schrocken und ängstlich. Aber wie über wahre Liebe fiets die Götter ihre schüßende Hand ausstrecken, so fand auch hier das Baar sofort Vertheidiger, welche den Störenfried in seine Schranken zu weisen versuchten. Das war jedoch nicht so leicht. Wenn eine gewiffe Quantität Bier in einem Menschen fich angesammelt hat, ist das Eindringen von Vernunftsgründen nicht mehr möglich. Der Mann schrie: Was? Thr wollt eine Fuchs- Heze hier veranstalten!( Er hieß nämlich Fuchs.) Das foll Euch daneben gelingen!" Man drängte ihn aber immer weiter zurüd und er wußte nicht mehr, wie er den Anwesenden imponiren sollte. Da tam ihm ein Gedanke von Schiller: Bum legten Mittel, wenn fein and'res mehr verfangen will, ist uns der Maßkrug gegeben", dachte er und schleuderte mit Wucht einen Mashrug unter die Angreifer. Das war Tell's Geschoß", hätte gleichzeitig der Steinhauer Göz ausrufen können, denn, an der Stirn getroffen, taumelte er zurüd. Der Störer wurde endlich hinausbefördert, die Liebe behauptete das Feld und diese Woche wurde Fuchs noch wegen Körpers verlegung vom Nürnberger Schöffengericht zu fteben Tagen Gefängniß verurtheilt. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. R. Einigkeit macht start! In der Metallschrau ben Fabrit und Fagon dreberei von Bourset und Weiler tam es am 13. d. M. zu einer furzen Arbeitseinstellung. Anlaß dazu gab eine Verordnung der betreffenden Fabril, welche dahin ging, daß die Arbeiter, welche am Montag früh nicht präzise am Plaße seien, eine Strafe von 50 Pf. zu ent ridten bätten. Bugleich wurde ouch ein Abzug von ca. 20 pCt. in Aussicht geftellt. Nach kurzer Berathung legten sämmtliche Arbeiter die Arbeit nieder und wählten eine Kommission, welche die Unterhandlungen mit den Arbeitgebern führen sollte. Den Bemühungen der Kommission gelang es, daß die Arbeit noch an demselben Tage unter folgenden Bedingungen wieder aufgenommen wurde: 1. Die Strafe von 50 Pf. wegen Buspätkommens fällt weg; 2. Die Arbeitszeit wird Sonnabends um eine Stunde gekürzt; 3. Es findet kein Abzug statt, sonbern es wird unter den alten Bedingungen weiter gearbeitet; 4. Die Brinzipale versprechen, keinen Arbeiter zu maßregeln. Dieser Vorgang zeigt wiederum recht deutlich, welche Bedeu tung dem Worte Einigkeit innewohnt und welche Trags weite dem Bestehen eines Vereins beizumessen ist. Wenn der Fachverein der Metallschrauben- und Façondreher nicht vorhanden wäre, dann würde es den Arbeitern nicht möglich geworden sein, ihre Intereffen in der oben geschilderten Weise zu wahren. Der Fachverein bildet den Rüdarat, an welchen fich alle Fachgenoffen anlehnen müssen, wenn überhaupt etwas erreicht werden soll. Und wir wollen hoffen, daß die Kollegen, welche noch nicht Mitglieder des Vereins find, sich dieser Einficht nicht länger verschließen, sondern sobald als möglich der Halbjahr 8766,93 M. An Aufgaben: Unterstügung an 2 Strilende und 1 Gemaßregelten 30 M. Für 5000 Quittungsmarken 35 M. Drucksachen: 3000 Beitragskarten 21 M., 2500 Tarife für Möbel, 1500 für Bauarbeit 45 M., 5000 Flugblätter 25 M., Liften 2c., Instruktionen für Vertrauensmänner 16,50 M., aufammen 107,50 M. Bücher, Beitungen und Broschüren 10 M. Gerichtstoften und Rechtsanwaltsgebühren in Sachen Sander, Schmille- Kiele, Vogts- Rödel, Peters- Marschall, Künzel- Heese, Haufigde, Milis- Müller 124,65 M. Behrgelder an Kommiffionemitglieder und Revisoren 42 M. Behrgeld an die Kassirer auf den Bahlstellen 38 M. Mankogelder an die bilfstaffirer 10,60 M. Gehalt an den Hauptkaffirer für sieben Wochen 210 M. Schreibpapier und Porto 24,20 M. Ein Kautschulstempel für Bahlstelle I. 1,75 M. Gesammtsumme der Ausgaben 633,70 M. Ausgaben bis zur letzten Abrechnung 3961,35 M. Gesammtausgabe seit 1. Juli 4595,05 m. Bilanz: Einnahmen: 8766,93 M. Ausgaben: 4595,05 M. Bestand ult. September 1884= 4171,88 m. Davon bes finden sich auf der Bant 3831,50 M., in Händen Des Hauptkaffirers 340,38 M. Die Rechtsanwaltskosten werden in Bulunft wegfallen und fernerhin ein Kom miffionsmitglied die Wahrung der Interessen vor Gericht über nehmen. Nach Ertheilung der Decharge erfolgte die Neuwahl der Revisionstommiffion, welche fich zusammensett aus den Herren Winter, Klocke, Mente, Leniger, Hilgenbeck und Sacwiz. Herr Kottich wurde als Kaifirer für Zahlstelle III.( BelleHerr Kottich wurde als Kaifirer für Bablstelle III,( Belles Allianceplay) gewählt. Die Regelung der Angelegenheit, betreffend die neue Fabriktordnung in der Piano- Fabril des Herrn A. Grandt, Oranienſtr. 85, wurde, da weder eine Lohnherabseßung noch eine Erhöhung der Arbeitszeit, sondern nur eine Aenderung der Letteren nebst verschiedenen DiktaturParagraphen vorliegt, bis auf eine gelegene Beit vertagt. Bei Besprechung verschiedener Werkstatts- Angelegenheiten ermahnte Herr Rödel, in jeßiger Zeit, wo verschiedene Arbeitgeber Lohnabzugsanwandlungen haben, stets geschloffen vorzugehen und die Kommission stets durch den betr. Delegirten von den Unregelmäßig feiten in Kenntniß zu setzen. Von weiteren Mittheilungen ist hervorzuheben, daß am nächsten Montag bei Keller, Andreasstraße 21 eine von der Kommission einberufene Meisterver fammlung mit der Tagesordnung: Die Nothwendigkeit der Einführung von Minimallohntarifen event. Wahl einer Meistertommiffion zur Begutachtung der von den Gesellen ausgearbeiteten Tarife". Da diese Versammlung allgemeines Intereffe beansprucht, so werden für die Gesellen die Galerien zur Dispofition geftelt werden. Nach dieser Versammlung wird aufs Neue in die Agitation eingetreten werden. Der Arbeiter- Bezirksverein für den Westen Berlins hielt am Montag, den 12. Januar, seine erste diesjährige Vereinsversammlung in Gründers Salon, Schwerinstraße 25, ab, in welcher als eister Bunkt der Tagesordnung Vorstands wahl stand. Gewählt wurden die Herren Görtig als erster, Hoffmann als zweiter Vorsitzender, Dehmichen erster, Labes aweiter Kafftrer, Dörre Schriftführer, Leber Stellvertreter. Als zweiter Buntt stand auf der Tagesordnung Vortrag des Herrn Kreuz: Rückblicke auf die Vergangenheit der Arbeiterbezirksvereine". Referent führte etwa folgendes aus: Den Anstoß zur Gründung der Arbeiter- Bezirksvereine gaben die lesten Stadtverordnetenwahlen. Analog den Bezirksvereinen der Fortschrittspartei, deren Hauptgrundsatz die Selbsthilfe ist und Die bis jetzt nichts für das Wohl der arbeitenden Klaffen gethan haben, sollten die Arbeiterbezirksvereine durch lehrreiche Vorträge das Wissen der Arbeiter erweitern und zur Erzielung einer befferen Vertretung der Arbeiter in der Stadtvertretung hinarbeiten. Daß die Mehrheit der Stadtverordneten noch niemals ein Jntereffe für das Wohl der Arbeiter gehabt hat, beweist die Eimichtung der Arbeiterviertel, Pflaster und Beleuchtung gegenüber den Stadttheilen, wo die beffer ſituirten Klaffen wohnen. Herr Kreuz unterzog dann die Abstimmung im Reichstage vom 15. Dezember einer scharfen Kritik. Bum Schluß ermahnte der Referent noch die Mitglieder, festzuhalten Schluß ermahnte der Referent noch die Mitglieder, festzuhalten an dem Verein und immer mehr Freunde heranzuziehen, damit Der Verein gedeihe und blühe. Reichen Beifall erntete der Referent für feinen Vortrag. Nach Erledigung einiger Fragen schloß der Vorsitzende die Versammlung. 9 Eine gut besuchte Versammlung der Fraiser und Berufsgenossen Berlins tagte am Sonntag in Wohlhaupt's Salon in der Manteuffelstraße. Dieselbe beschäftigte sich mit Stellungnahme gegen die von dem Verein der Prinzipale Von allen Rednern herausgegebene Betriebs Ordnung. unterzog bauptsächlich Herr Schumann dieselbe einer scharfen Kiitit. Seine Ausführungen gipfelten darin: Die Prinzipale wollten mit dieser Betriebs- Ordnung nur das Haftpflichtgeset umgehen. Er forderte die Kollegen auf, dem gegenüber sich fest zu organisiren und einen Verein zu gründen, der die Pflicht bat, alle Schäden und Mängel in den Werkstellen dem FabrikInspektor zu Ohren zu bringen. Es wurde sodann eine Kommission von 7 Mann ernannt, um die Statuten auszuarbeiten und dieselben Sonntag, den 25. d. Mts., einer dort wieder einzuberufenden Versammlung vorzulegen. Es wurde sodann eine dementsprechende Resolution einstimmig angenommen. Der Vorfißende legte noch den Versammelten ans Herz, dafür Sorge zu tragen, daß die nächste Versammlung noch zahlreicher besucht wird. In der Generalversammlung des Vereins zur Wahrung der materiellen Interessen der Drechsler und Be rufsgenossen am Montag, den 12. Januar, erstattete zunächst der Schriftführer den Jahresbericht über die Thätigkeit des Vorstandes. Nachdem Redner in furzen Bügen einen Rückblick auf das vergangene Vereinsjahr und die Verhandlungen in den einzelnen Versammlungen gegeben, erklärte fich die Generalversammlung nach reger Distusfion mit der Thätigkeit des Vorstandes einverstanden. Mit Entrüstung wurde der dem Vorstand des Vereins in jüngster Beit in den öffentlichen Ver sammlungen der Drechsler, Knopfmacher und Berufsgenossen von Seiten des Referenten in diesen Versammlungen gemachte Vorwurf: Der Vorstand des Vereins betrachte die innehabenden Aemter nur als persönliche Domäne" zurüdgewiesen. Die Wahl des Vorstandes ergab folgendes Resultat: es wurden gewählt in geheimer Wahl zum ersten Vorfißenden W. Prause, zum zweiten Borfißenden F. Bindric wiedergewählt, K. Hart mann zum Rendanten, R, Sündermann zum Schriftführer; als Beifizer wurden durch Afflamation gewählt K. Buchmann, F. Hoch, Hänel, Gromoll und E. Hildebrandt, als deren Stell vertreter F. Bidow, Hackeschmidt und Kochlöffel. Unter Verschiedenes wurde auf Antrag beschlossen, die strikenden Knopfmacher aus der Vereinskaffe zu unterstüßen, und der Vorstand beauftragt, die Höhe der Unterstüßungssumme zu bestimmen sowie das Weitere zu veranlassen! Mit dreifachem brausend erwiedertem Hoch auf das weitere Gedeihen des Vereins schließt der Vorfißende die Versammlung. h. Zum Strike der Steinnußknopfarbeiter der Fabrit von Markert( vor dem Stralauer Thor) ist noch mitzutheilen, eingeladen worden war, aber jedes Erscheinen in einer of lichen Versammlung sowie jede Unterhandlung mit der S Tommission entschieden abgelehnt hatte, mit dem Bemerken, er zu weiteren Unterhandlungen nur mit den strikenden beitern Direkt und innerhalb feiner Fabrikräume reit sei. Auch hielt er, auf Befragen durch die D tation, seine Forderung aufrecht, daß die Arb von ihrem Tarif, der bekanntlich ohnehin schon einem( aufi Arbeiten, mit alleinigem Ausschluß der Klogarbeit" fich streckenden) ca. 5 prozentigen Lohnnachlaß gleichkommt, weitete 5 pet. nachlafen müßten, wenn ſite fich mit mein Nr. 12 wollten. Die Markert'sche Forderung wurde jedoch, wie mitgetheilt, in der Dienstags- Versammlung neuerdings d lehnt und die Durchführung des Strifes bis auf's äuß nothgedrungen zum einstimmigen Beschluß erhoben, da f unzweifelhaft auch alle übrigen Knopffabriten eine 10 proje Lohnreduktion eintreten laffen würden. Aus F In der Spiegelrahmenfabrit von Trempenau, E graphisch ge bahnstraße Nr. 13, haben die dort beschäftigten Tischler heute Abent vorgeftrigen Tage die Arbeit eingestellt. Lobndifferenzen den, der Th Maßregelung wurden der Kommission der Tischler als heutigen B der Arbeitseinstellung angegeben. Die Kommission der Rumpff ist wird die Angelegenheit untersuchen, vorläufig versucht die bar vor seir nach Hause jeden Buzug von der Werkstatt fern zu halten. verübt wurd wäre es ve In de über Er Aemtern tommiſſar e Frage besch nachzuweise verein deut schläge und schlossen; d genommen. Der Vorstand des Laufiger Platz- Bezirks- Verein in dem zu fich über das Verbot der am 17. v. M. beabsichtigten Be Leiche gefur versammlung Beschwerde führend an das Polizeipräsidium Doldſtiche, wandt, ist jedoch abschlägig beschieben worden. Der Vor durchbohrt. wird fich numehr an die Reichs- Beschwerde- Kommission we gefunden ho Burg b. Magdeb. Laut§ 9, Abs. 2 des Sozial geseges wurde von der hiefigen Bolizeiverwaltung am Bolizeipräft abend, den 10. d. M., eine Arbeiterversammlung verb lohnung von Der Reichstagsabgeordnete August eine wollte in der Täter noch einen Vortrag halten, und zwar über das Thema:„ Die des deutschen Arbeiterstandes nach den amtlichen" Ber diese Thatso der Fabrit Inspektoren und Vorschläge zu einem Arbeiter geset". Tausende von Arbeitern strömten dem Lokal froßdem es eine Witterung war, wo man so zu sagen Hund hinausjagen möchte. Die Arbeiter mußten aber Heimweg wieder antreten. Man fann fich denken, daß gestern über die Anwesenden nicht gerade in rofiger Laune befanden. Konstanz, 12. Januar. Eine Haupt- und Staats hat fürzlich hier ihren Abschluß gefunden. In der Nacht 15. auf den 16. Oktober v. J., schreibt man der B.- 3." ein Sozialdemokrat Namens Schroff verhaftet, als er beschäftigt war, die verbotene Flugschrift:„ Die Fliegen Die Spinnen" an die Hausthüren anzuschlagen. Der Anwichtig, ein riß sich jedoch mit Gewalt von dem Wächter des Geses und eilte nach der Schweizer Grenze. Unterwegs mu jedoch angehalten. Schußleute lamen hinzu und bemäd fich seiner. Nun ging es in die Stadt zurück und, na ein abermaliger Fluchtversuch Schroff's mißglidt war, aufs Wachtlofal von da ins Gefängniß. Des andern wurde der Gefangene dem Untersuchungsrichter vorg Auf dem Wege dahin bemerkte er, daß die Thür des Als er auf dem Rüc gerichtsgebäudes offen ftand. feiner Belle an der offenstehenden Thür vorbeikam, Gefangene seinem Begleiter einen Stoß, zog die schwert hinter sich ins Schloß und schlug schleunigen Lauf Weg nach der Grenze ein. Am Grenzbach angelangt, mitten hinein und stieg drüben auf Schweizer Boden Land. Hier glaubte er sich in Sicherheit. Er befties alleinstehenden Heuschober und gedachte sich auszuruhen. der Beamte, dem er entsprungen, war ihm gefolgt und mit Hilfe einiger hinzugekommenen schweizer Bürger feine Unterschrifte baftung zu bewerkstelligen, indem er, obwohl Schroff bag Breußif protestirte, behauptete, derselbe habe in Konstanz einen Men bereits in d mit dem Meffer geftochen. Schroff wurde heruntergehof Schluffes Stricken gebunden, auf einen Handwagen geladen Konstanz ins Gefängniß zurückgebracht. Hier saß er Beit bindurch in Untersuchungshaft. Er verstand es ab dem Gefängniß Briefe hinauszuschmuggeln, welche zur hatten, daß der schweizerische Bundesrath bei der ba Landesregierung wegen Territorialverlegung vorstellig Infolge dieser Vorstellung wurde schließlich Schroff freige Er begab sich zunächst nach dem schweizerischen Gre Emmishofen, sodann weiter hinein ins freie Land. So er vor der Bestrafung, wir aber vor einem Konflikt Nachbarrepublik in Gnaden bewahrt. Vermischtes. mil geberische S fei, um aber ist die Petit Wir wollen Kommiffion die Arbeiter Wie Anträgen, n Verfassu berufung de erfolgen mü soll den aus tag entspri werden. Den zugegangen. bas Abgeor die Preußife Bedürfniß vermehren, Bur Partei de titel 1§ 13 Kinder u fchäftigt we Bundesrath und unter b Jabren eine darf die Be La Es war ftor bene Bo wald auf ei Kamerun ein Gebiet geog gen zu unte Heinkehr Unterm Pantoffel. Gar oft gebrauchen wir gefl nicht übersch Worte, ohne uns über deren Ursprung flar zu sein, un ren dürfen wunderbar ist es, wenn man nach der Entstehung so m beschäftigt Redensart forscht, wie weit zurüd man greifen muß, um schule verpfl Ursprung zu ergründen. Eine wohl mit am bau werden, we gehörte Rebensart ist: Unterm Pantoffel stehen" Schulauffich fchwäbische Auguftinermönch Benedict Anselmus bihr genehmi über den Ursprung derselben folgendes: Papft und hatten vor alten Beiten nach langen blutigen R endlich Frieden geschlossen. Bur würdigen Feier be eigniffes wurden Feste und Tourniere angeordnet, zu die Blüte der damaligen Ritterschaft geladen wurde. der Turnierenden sollte entweder des Papstes oder des Farben am Helme tragen. Ein tapferer Ritter Bol ,, mit der eisernen Stirn" genannt, weigerte sich, mit Dieser Beichen in die Schranken zu treten; er wolle, er seiner Frau, nur durch seine Thaten glänzen. Ver flehte ihn Frau Beatrice an, thretwegen eines der Beich Jahren 186 zum aufe zulegen. Als er ihr diese Bitte abschlug, brach fie in aus und behauptete, er liebe fie nicht. Der Ritter bet der Univer das Gegentheil und erbot fic, seine Liebe im Kamp die fürchter scharfer Waffe gegen zwölf Ritter zu beweisen. Die scholle mitge wollte davon nichts wiffen; fie ging in ihre Kemenal Entbehrung ließ den Ritter vor der versperrten Thür stehen. In Polarmeer Augenblid ertönten die Trompeten zum Beginn des Tumen fonnter Halb bewußtlos ergriff der gewaltige Polyphem den ließ ihn na goldgestickten Pantoffel, den seine zürnende Ehehälfte Forschertrieb Haft verloren hatte, und steckte ihn auf seinen Helm. Die zu einer län riefen ihm zu:„ Stellft Du Dich unter den Krummst und durchf die Insel Papstes oder unter das Szepter des Kaisers?" bücher wur Aus dem den Bantoffel!" lautete die Antwort. erfolgten fpiel ging Polyphem als erster Sieger hervor; als Kaisers Schwester den Kampfpreis, eine von ihr mit freunde, der Wir entne stickte Schärve, über die Schulter hängte, redete fie Herr Ritter, Jhr stellt Euch weder unter den Bapt Die M unter den Raisrr, Jhr bedürft Niemandes Schuß; mag fein Mann zu überwinden, aber unter dem Ba steht Ihr doch!" Dieses Wort wurde bald im ganzen bekannt, und es zeigte fich da mit einem Male, daß toffel mehrUnterthanen habe, alsKrummftab undSzepter au th Fud bet die 64 strifenden Vorarbeiter die Verheiratheten pro Mann 10, deutschland wird gemeldet, daß dort von einer Reifluffes ist die Unverheiratheten 8 Mart pro Woche erhielten. In der nächsten Woche hofft die Kommission, vorausgesetzt, daß die eines weiter Stellen tan Nach Südo Wafferfläche des von Si Fluth den mach Kamer unfreiwillige erst nach St nebenstelle die erbetene Berabfolgung einer Anzahl voortstundigen markstücken in Gold mit dem Bemerken abgelehnt worde Drganisation beitreten, denn: Einigkeit macht start! Unterstüßungsbeiträge so wie bisher einlaufen, die Unter- daß die Verausgabung dieser Stücke nicht mehr stattfi t. Die erste diesjährige Delegirten Versammlung der Tischler fand am Dienstag Abend Alte Jakobstraße 37 unter zahlreichfter Betheiligung statt, welcher zunächst der Hauptfaffirer, Herr Rödel, die Abrechnung des Generalunterstügungs Fonds der Tischler für die Zeit vom 17. November bis Ende Dezember 1884 unterbreitete. Der Kaffenbericht weist auf an Einnahmen: Bablstelle I 387,20 m., 3. II 440,95 M., 3. II a 168,80 M., 3. III 146,10 m., 8. IIIa 138,40 M., 3. IV 230,50 M., B. V 145,10., 8. VI 153,20 M., Binsen des Kapitals 31,50 M. Insgesammt 1841,75 M. Einnahmen bis zu letter Abrechnung 6925,18 M. Gesammt- Einnahme im ftüßungsquote auf je 12, beziehungsweise 10 Matt erhöhen zu fönnen. dürfe, Reichsbant und Post vielmehr strengftens ange Auch wird dann die Unterstügung ebenso den 25 seien, alle eingehenden Fünfmarkstüde in Gold einaubali Meilen unte stritenden Polirern zu Theil werden. Bu befferem Verständniß der in der Dienstags- Versammlung der Strifenden einstimmig gefaßten Resolution, den strikenden Arbeitern und Herrn Markert ausschließ wie Die Nachricht flingt, welche unte Berliner Korrespondent des Königsb. Hart. 3tg. Inde bem wil etwa 4000 S gewahrt mo bie wir bereits nicht unwahrscheinlich. Es war schon längst die Rebe berengt fich gestern mitgetheilt und wonach alle Verhandlungen zwischen daß diese kleinen Münzen, an die fich unser Vertebr nichte lich auf die Kommission übetragen wurden, set noch bemerkt, lange genug dauern, ehe die legte dieser Münzen in die on gänzlich Gerade weil die golonotone, Kommission sowohl brieflich, als durch zwei Deputirte, der Fünfmarkstücke so klein und für den Verkehr unprattich paumes bie Kommssion angehörende Mitglieder seiner Fabik persönlich find fie mit Vorliebe in Sparbüchsen c. afservirt worden daß Herr Markert zu jener Dienstags- Versammlung von der gewöhnen konnte, eingezogen werden sollten. lichen Raffen zurückgewandert ist. Verantwortlicher Redakteur R. Cronheim in Berlin. Drud und Verlag von Mar Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Sierzu eine B innert die B t. einer öff it der St Bemerken, strikenden brikräume h die D Die Arb einem( auf beit" fi hkommt, Beilage zum Berliner Volksblatt. it ihm ein Nr. 12. och, wie erdings auf's äuß oben, da i e 10 proje Politische Uebersicht. Aus Frankfurt a. M. wird vom gestrigen Abend telebenau, G graphisch gemeldet: Ter Polizeirath Rumpff hier ist en Tischler heute Abend vor seinem Hause ermordet aufgefunden worDifferenzen den, der Thäter ist noch nicht ermittelt. Eine Depesche vom ler als heutigen Bormittag berichtet: Die Ermordung des Polizeiraths on der Rumpff ist mittelst zweier Dolchstiche erfolgt, und zwar unmittel rsucht die bar vor seinem Hause. Derselbe war Abends um 7% Uhr nach Hause gegangen; der Mörder hatte allem Anscheine nach 3- Verein in dem zur Behausung gehörigen Vorgarten, wo auch die gten Ver Leiche gefunden wurde, auf der Lauer gestanden. Die beiden ipräsidium Doldstiche, in Folge deren der Tod erfolgte, haben das Herz Der Vor durchbohrt. Da eine Beraubung des Ermordeten nicht stattisston we gefunden hat, so wird angenommen, daß der Mord aus Rache verübt wurde. Von dem Thäter fehlt noch jede Epur. Das Sozial Polizeipräsidium hat auf die Ermittelung deffelben eine Be gam Tobnung von 3000 Mart ausgefeßt. Da bis jest weder die ung vet bäter noch der Grund der That bekannt geworden sind, so te in de wäre es verfiübt, schon heute irgend welche Reflexionen an a:„ Die hen" Be diese Thatsache zu knüpfen. verb Arbeiter m Lokal fagen ten aber Parlamentarisches. In der Petitions- Kommiffion des Reichstags ist nken, daß gestern über die Petitionen, welche den Erlaß eines Gesezes über Errichtung Don Arbeitsnachweiseefanden. Aemtern verlangen, berathen worden. Der Regierunge Staats tommiffar erklärte, daß die Regierung fich ernstlich mit der Der Nach Frage beschäftige, wie den Arbeitssuchern Arbeitsgelegenheit B.- 3." nachzuweisen set; der Handelsminister habe sich an den Zentralals er verein deutscher Industrieller gewendet, um geeignete Rathe Fliegeschläge und Vorschläge zu erhalten. Die Angelegenheit ist sehr Ar Der Am wichtig, eine Bentralisirung für ganz Deutschland aber ausge es Gefes schloffen; die Berufsgenossenschaften find vorerst in Aussicht egs wu genommen. In der Debatte war man einig, daß eine gefeg b bemäd geberische Initiative gemäß der Petition nicht wohl möglich und, nei, um aber eine Verhandlung in dem Plenum berbeizuführen, ft war, ist die Petition dem Reichskanzler als Material überwiesen. ndern Wir wollen hoffen, daß das Plenum anders denkt, wie die ter vorg Kommission und sich daher für gefeßliche Regelung dieser für ür des die Arbeiter wichtigen Frage ausspricht. Rüd itam, mu eschwert Lauf elangt, r Boden r befties uruben. olgt und Wie der Köln. 3tg." gemeldet wird, ist die Rede von Anträgen, welche auf eine Aenderung der preußischen Verfassung insofern hinauslaufen würden, daß die Einberufung des Landtags nicht mehr spätestens Mitte Januar erfolgen müffe. Durch eine Abänderung dieser Bestimmung soll den aus dem Nebeneinandertagen von Reichstag und Landtag entspringenden Uebelständen einigermaßen vorgebeugt werden. Donnerstag, den 15 Januar 1885. mindestens drei Stunden täglich genießen. Artikel 2. Hinter § 136 mit folgender neuer Artikel eingefügt:§ 136a. Berheirathete Frauen dürfen in Fabriken weber an Sonn- und Festtagen, noch zur Nachtzeit zwischen 81/2 Uhr Abends und 52 Uhr Morgens beschäftigt werden. Sie müssen mindestens 12 Stunde vor dem Eintritt der Mittags pause enilaffen werden, so daß diese Pause für sie wenigstens 1/2 Stunden beträgt. An Sonnabenden und den Vorabenden der Fesitoge müssen verheirathete Frauen 3 Stunden vor Schluß der Arbeitszeit, spätestens aber um 5% Uhr Abends entlaffen werden. Wöchnerinnen dürfen während 3 Wochen nach ihrer Entbindung nicht beschäftigt werden.- Dbgleich uns diese geringen Forderungen nicht genügen, so stehen wir denselben dennoch sympathisch gegenüber. Mit einer Ausnahme in Betreff der Beschäftigung von Kindern im Alter von 12 bis 14 Jahren können wir uns aber durchaus nicht einvers standen erklären; eine solche Bestimmung wäre eine bedenkliche Lücke, sie gleicht einer Hinterthür, aus der die Gesezesüber treter unbehelligt entweichen könnten. Außerdem ist es uns auffällig, daß der genannte Antrag nur von Fabriken spricht; wir halten die Kinderarbeit auf dem Lande für ebenso schädlich und erwarten vom Reichstag, daß er die Beschäftigung von Kindern überall und ohne Ausnahme verbietet. Parlamentsberichte. Deutscher Neichstag. 24. Sizung vom 14. Januar, 1 Uhr. Am Tische des Bundesrathes v. Boetticher, Boffe, Lohmann u. A. Auf der Tagesordnung steht zuerst die Berathung der Anträge v. Hertling und Lohren wegen Ausdehnung des Arbeiterschußes. Der Antrag v. Hertling lautet: Die verbündeten Regierungen aufzufordern, womöglich noch in dieser Session dem Reichstage einen Gesezentwurf, betreffend die weitere Ausbildung der Arbeiterschußgebung, vorzulegen, in welchem 1. die Arbeit an Sonn- und Feiertagen, vorbehaltlich einzelner genau zu bestimmen der Ausnahmen, verboten, 2. die Kinder- und Frauenarbeit in Berlin eingeschränkt, 3. die Marimalarbeitszeit erwachsener männlicher Arbeiter geregelt wird." Abg. 2ohren will dem§ 135 der Gewerbeordnung folgenden Busas geben: ,, Weibliche Personen dürfen in Fabriken weder an Sonn- und Festtagen noch zur Nachtzeit zwischen 8 einhalb Uhr Abends und 5 einhalb ühr Morgens beschäftigt werden." Inzwischen ist von den Abgg. Kropatscheck, v. Göler und von Kleist Rego w ein weiterer Antrag eingegangen, der auf Vorschlag des Abg. v. Kleist Rezom sofort mit zur Diskussion gestellt wird; er lautet: II. Jahrgang. Bum Antrag v. Hertling liegen bereits zwei Abänderungsanträge vor: 1. vom Abgeordneten Stöcker: die Reichsregierung zu ersuchen, dieselbe wolle dem Reichstag, möglichst noch im Laufe dieser Seffion, einen von den Fabrifinspektoren zu erstattenden amtlichen Bericht vorlegen, welcher die Dauer der Arbeitszeit in den verschiedenen Bezirken und Betrieben darlegt, mit besonderer Hervorhebung solcher Verhältnisse, in denen die Zahl der Arbeitsstunden den Durchschnitt übers steigt." 2. Vom Abg. Dr. Buhl: die verbündeten Regierungen zu ersuchen, bezüglich der in Bergwerken, Salinen, Aufberei tungsanstalten, Brüchen und Gruben, in Fabriken und Hüttenwerten, beim Eisenbahn- und Binnendampfschifffahrtsbetriebe, auf Werften und bei Bauten beschäftigten Personen von Neuem Erhebungen anzuordnen: I. wie weit die Sonn- und Feiertagsarbeit in den genannten Betrieben einzuschränken ist, II. ob bei der Frauen- und Kinderarbeit Unzuträglichkeiten zu Tage treten, inwieweit deren Arbeitszeit mit Rücksicht auf die allgemeinen Erwerbsverhältnisse eingeschränkt werden kann, und ob die Beschäftigung der Frauen in den Betrieben während der Nacht zu verbieten ist, III. über die Arbeitszeit erwachsener männlicher Arbeiter, insbesondere darüber, ob die gefeßliche Regelung einer Marimalarbeitszeit überhaupt nothwendig erscheint, und ob und inwieweit site den Interessen der Betriebsunternehmer und der Arbeiter entspricht. Bei diesen Erhebungen sollen insbesondere Betriebsunternehmer, Arbeiter und die Fabrikinspektoren vernommen werden." Abg. v. Hertling: Damit Sie erkennen, welche Wandlungen die Anfichten auf sozialpolitischem Gebiete in neuerer Beit erfahren haben, erinnere ich Sie daran, daß die Forde rungen, die wir heute bestimmt und präzis stellen, genau dieselben sind, welche wir bereits im Jahre 1877 in Form eines Antrags des Grafen Galen zum Schuß der arbeitenden Bevölkerung gestellt hatten. Unser Antrag erfuhr damals im Hause schärfsten Widerspruch und schroffe Abweisung. Ein Reoner der Majoritätsparteien sagte fogar, er verstände die Sprache nicht, die unsere Redner sprechen. Im Jahre 1878 brachte dann die Regierung in Form einer Vorlage eine kleine Abschlagszahlung auf unsere Wünsche. Gleichwohl machte man uns damals den Vorwurf des Zusammengehens mit den Sozialdemokraten. Später trat dann der große Umschwung ein, als von maßgebender Seite der Schuß der Arbeiter als Hauptgrundlage der inneren Politik bezeichnet wurde. Vor genau 3 Jahren brachte ich dann die bekannte Interpellation ein, welche in allen Punkten genau meinem heutigen Antrage entsprach. Die Antwort des Reichskanzlers damals war zwar nicht unfreundlich, aber fie ließ doch deutlich erkennen, daß das, was er seinerseits unter Sozialreform verstand, weit abwich von dem, was wir darunter verstehen. Er gab uns auch keine bindende Busage, daß unsere Wünsche erfüllt werden würden. ohne daß die Fabrikgesetzgebung weiter ausgebildet worden wäre. Die vorige Legislaturperiode stand unter dem Zeichen der Sozialreform; die diesjährige scheint vorzugsweise unter dem Beichen der Konialpolitik stehen zu sollen. Die Form unseres Antrages läßt deutlich erkennen, daß wir auch jezt noch gern bereit sind, mit der Regierung da Hand in Hand zu gehen, wo ihre Maßnahmen uns richtig erscheinen. Es ist ein verhängnißvoller Ferthum, wenn man glaubt, es handle fich bet unsern Vorschlägen um Maßregeln bloßer politischer Zwed mäßigkeit, um Wohlthaten, die man den arbeitenden Klaffen spenden oder nach Gutoünten auch vorenthalten könne. Nein, es handelt sich hier um Rechte, um den Schutz von Rechten, die ein gemeinsames Gut Aller, also auch der Arbeiter find! ( Sehr richtig!) Wenn es sich schon bei der Arbeiterversicherung um die bestimmte Rechtsfrage gehandelt hat, daß die Lasten der Versicherung dahin gelegt wurden, wo sie allein gerechterweise zu tragen sind, so liegen meinen heutigen Forderungen noch viel mehr Fragen des Rechtsschußes zu Grunde. Es ist ja der innerste Kern der sozialen Frage, daß bei aller äußer lichen Freiheit des Arbeitsvertrags der Arbeiter auf die Ge staltung Des Arbeitsverhältniffes gar teinen Einfluß hat, baß seine rechtliche Freiheit thn nicht schüßt vor thatsächlicher Abhängigkeit von dem Unter Dem Abgeordnetenhause ist eine mit 50 000 rger seine Unterschriften bedeckte Petition um Erweiterung der Schroff bag Preußischen Klassen Lotterie, welche dem Hause Seitdem find drei Jahre vergangen, Klassen- Lotterie, einen Men bereits in der vorigen Seffion eingereicht worden, aber wegen ntergehof Schluffes der Seffton zurückgegeben worden war, abermals hen zugegangen. Die Betition bittet unter Anführung von Gründen, aß er das Abgeordnetenhaus wolle die Staatsregierung auffordern, des ab die Preußischen Lotterieloofe in allernächster Beit auf eine dem Iche zu Bedürfniß entsprechende Anzahl von etwa 200 000 Stück zu vermehren, um den Lotteriemucher zu beseitigen. orftellig der bab Zur Fabritgesetzgebung hat die konservative coff freige Partei des Reichstages folgenden Antrag eingebracht: Arhen Gre titel 1§ 135 der Gewerbeordnung erhält folgende Fassung: nd. So Kinder unter 14 Jahren dürfen in Fabriken nicht beonflitt mil schäftigt werden( gegenwärtig 6 Stunden täglich), doch hat der Bundesrath die Befugniß, für bestimmte Fabrikationszweige und unter bestimmten Bedingungen für Kinder von 12 bis 14 Jabren eine Ausnahme(!) zu machen. In letterem Falle darf die Beschäftigung von Kindern die Dauer von 6 Stunden wir gel nicht überschreiten. Sunge Leute zwischen 14 und 16 Jahu sein, un ren dürfen in Fabriken nicht länger als 10 Stunden täglich ung so me beschäftigt werden. Kinder, welche zum Besuche der Bolts muß, um schule verpflichtet sind, dürfen in Fabriken nur dann beschäftigt am häu werden, wenn fie in der Volksschule oder in einer von der stehen" Schulaufsichtsbehörde genehmigten Schule und nach einem von Imus b ihr genehmigten Lehrplane einen regelmäßigen Unterricht von pft und tigen Ra Feier be net, zu We wurde. oder bes tter Bol fich, mit wolle, en. Berg der Beich fie in Th Land und Leute am Kamerun. Es war am 23. Ottober 1872, als der leider zu früh verftorbene Zoologe und Reisende Reinhold Buchholz aus Greifs wald auf einem englischen Küstendampfer in die Mündung des Kamerun einlief, von wo aus er in dem noch wenig bekannten Gebiet geographische, ethnographische und zoologische Forschun gen zu unternehmen beabsichtigte. Buchholz war nach seiner Heinkehr von der zweiten deutschen Nordpolfahrt in den Jabren 1869 und 70 unter Führung von Karl Koldemen zum außerordentlichen Profeffor ber Boologie an Ritter bet der Universität Greifswald ernannt worden. Er hatte im Ramp die fürchterliche Fahrt der Hansamänner auf der Eid1. Die scholle mitgemacht, und wenn auch die schweren Leiden und Kemena Entbehrungen des 200tägigen steuerlosen Umbertreibens im en. In Polarmeer für eine kurze Beit seine eiserne Willenskraft lähdes Tumen konnten, so daß er an einem nervösen Tieffinn erkrankte, em den ließ ihn nach der in der Heimath erfolgten Genesung der Shehälfte Forschertrieb nicht ruhen. Aus eigenen Mitteln rüstete er sich Im. Die zu einer längeren Reise nach dem äquatorialen Westafrika aus, Krummit und durchforschte speziell das Kamerun- Gebiet, Gakun und die Insel Fernando Po. Seine regelmäßig geführten Tagebücher wurden nach seinem leider kurz nach der Heimkehr erfolgten Tode, am 17. April 1876, von seinem Jugendfreunde, dem Elberfelder Pastor Heinersdorf, herausgegeben. Wir entnehmen denselben die nachfolgende Schilderung: re?" 6 dem r; als ' mit or dete fie Go en Papft hut; th Fud Die Mündung des Kamerun macht mehr den Eindruck eines weiten Meeresarmes als eines Flusses. An manchen = dem Stellen fann man selbst bei klarem Wetter fein Ufer erkennen. n ganzen Nach Südosten hin besonders breitet sich eine unbegrenzte , daß der Wasserfläche aus, welche die Mündung eines der Hauptzuflüffe, zepter au des von Süden kommenden Quaqua, ist. Das Fahrwasser des aufa ld. Aulusses ist sehr schwierig, größere Schiffe fönnen nur mit der iner Reiluth den Fluß hinaufgehen, und nur unter Führung eines nzahl voortstundigen Lootsen. Die Lagos", welche den Reisenden ehnt word mehr ftat ens ange 3tg wie ben Artikel 1.§ 135 der Gewerbeordnung erhält nachstehende Fassung: Kinder unter 14 Jahren dürfen in Fabriken nicht Faffung: Kinder unter 14 Jahren dürfen in Fabriten nicht beschäftigt werden. Doch hat der Bundesrath die Befugniß, für bestimmte Fabrikationszweige und unter bestimmten Be dingungen für Kinder von 12 bis zu 14 Jabreen eine Ausnahme zu machen. In letterem Falle darf die Beschäftigung von Kindern die Dauer von sechs Stunden nicht überschreiten. Junge Leute zwischen 14 und 16 Jahren dürfen in Fabriken nicht länger als zehn Stunden täglich beschäftigt werden. Kinder, welche zum Besuche der Volksschule verpflichtet find, dürfen in Fabriken nur dann beschäftigt werden, wenn sie in der Volksschule oder in einer von der Schulaufsichtsbehörde genehmigten Schule und nach einem von ihr genehmigten Lehrplane einen regelmäßigen Unterricht von mindestens drei Stunden täglich genießen." Artikel 2. Hinter§ 136 wird folgender neuer Parapraph eingefügt.§ 136a. Verheirathete Frauen dürfen in Fabriken weder an Sonn- und Festtagen, noch zur Nachtzeit zwischen 8 Uhr Abends und 5% Uhr Morgens beschäftigt werden. Sie müssen mindestens 1 Stunde vor dem Eintritt der Mit tagspause entlassen werden, so daß diese Pause für sie wenigstens 1 Stunde beträgt. An Sonnabenden und den Vorabenden der Festtage müssen verheirathete Frauen 3 Stunden vor Schluß der Arbeitszeit, spätestens aber um 5%, Uhr Abends entlassen werden. Wöchnerinnen dürfen während 3 Wochen nach ihrer Entbindung nicht beschäftigt werden. Stämme ftreben jedoch aus einem Gemirr von undurchdrings lichem meterhohem Wurzelwert zu beträchtlicher Höhe em por. Shr eisenhartes Hola liefert zum Bauen sehr geschäßte Pfähle. Als die Lagos" kurz vor Sonnenuntergang um 6 Uhr Abends gegenüber König Bell's Stadt vor Anker ging, zeigte sich das linke Ufer als eine etwa 50 Fuß hohe steil abfallende Kieswand, auf welcher zahlreiche Kokospalmin und üppig belaubte Bananen stehen. Ueberall, wo man im tropischen Afrika die herrlichen Riesenblätter der Bananen sieht, zeigen sie die Nähe menschlicher Wohnungen an. Vom Dampfer aus waren nur das Missionshaus in Bethel und die direkt am Flußufer erbauten, von starten Pallisaden umgebenen Waarenmagazine der Fattoreibefizer zu sehen. Die Wohnungen der Europäer liegen nicht am Lande, sondern auf im Strom anfernden sogenannten Hults". Buchholz hatte auf der Fahrt die Bekanntschaft eines jungen Deutschen gemacht, der sich ihm als Herr Johs. Thormählen, Geschäftsführer der Firma C. Woermann aus Hamburg im Kamerun- Gebiet, vorstellte. Mit größter Liebenswürdigkeit lud Herr Thormählen den Reisenden ein, bei ihm auf seiner Hult Quartier au nehmen. Die Woermann'sche Hult ist ein abgetateltes altes russisches Kriegsschiff von etwa 600 Tons. Das ganze Deck ist mit einem dichten Dach von Balmblättern versehen, welches sowohl Echup gegen die brennende Sonne, als gegen die fropischen Regengüffe bietet. Auf dem Hinterded trägt sie ein Kleines Blankenhaus, welches die Wohn- und Schlafräume Kleines Plankenhaus, welches die Wohn- und Schlafräume enthält. Der Aufenthalt auf der Hull ist bei weitem gefunder, als eine Wohnung am Lande, weil die frische Seebrise un ausgesezt das ganze Jahr hindurch sich Vormittags erhebt und bis Sonnenuntergang dauert. In den Abend- und Frühstunden wird diese westliche Luftströmung vom östlichen Landwind abgelöst, so daß eine eine regelmäßige Ventilation entsteht. Buchholz fand an Bord der Hulk ein reges Leben. Außer Herrn Thormählen wohnten dort noch 2 junge deutsche Kaufleute, ferner ein Kapitän, ein Steuermann und ein Bimmermann, lauter deutsche Landsleute, und ein Diener und Arbeiterpersonal von etwa 60 Negern. Die meisten der felben find nicht Kamerun- Leute, sondern Kru- Neger, startbeinküste( 8° weftl. Länge von Greenwich) zu Hause find. Sie find an der ganzen Westküste Afrika's als Arbeiter thätig. Wenn sie so viel erworben haben, daß sie eine Frau faufen und sich niederlassen können, fehren sie in ihre Heimath zurück. genügsamen mach Kamerun bringen sollte, hatte an der Mündung einen unfreiwilligen Aufenthalt, indem fte auf Grund gerieth, und erst nach Stunden wieder flott gemacht werden konnte. 3wet einzubali teilen unterhalb der kleinen Drtschaften am linken Flußufer, gebaute, gefunde Leute, welche beim Rap Palmas an der Elfen Eflingt, welche unter dem Namen Kamerun zusammengefaßt werden, ebDerengt fich die Mündung bedeutend, bleibt jedoch immer noch ertebr nicht etwa 4000 Meter breit. Nirgends, so weit das Auge reicht, Indes Bewahrt man Spuren menschlicher Wohnpläge, die Üfer find Die en in die on gänzlich unbewohnbaren Mangrovesümpfen umsäumt. Das eil die goue, blaffe Grün des zu den Rhizophoren gehörenden Kamerun- Negern besteht eine heftige nationale Abneigung. Ein nprattifo virt worden Baumes bietet feinen anmuthigen Anblick. Aus der Ferne er innert die Belaubung in etwas an unsere Weiden, die schlanken eine Bel Kru- Neger hat die größte Freude, wenn er die Ertappung und Bestrafung der faulen und diebischen Kamerun- Neger wegen irgend einer Ungerechtigkeit herbeiführen kann. 3war find die Kru Neger auch nicht frei von Diebsgelüften, aber Das ist eine Raffen- Eigenthümlichkeit der Neger überhaupt. Der Diebstahl gilt, wie bei den Spartanern, nur dann für schimpflich, wenn er mißlingt. Er wird von den eingeborenen Häuptlingen streng, bestraft, nicht selten wird der Uebelthäter sogar zur Sklaverei verurtheilt. An jedem Morgen famen einige der Kamerun- Häuptlinge mit einer Menge von Begleitern und Sklaven an Bord der Hult, um unter lebhaften Gesten und schrecklichem Lärm und Geschrei ihre mitgebrachten Produkte gegen europäische Waaren einzutauschen. Einer von ihnen war mit einer viel zu engen, alten preußischen Offiziersuniform bekleidet und gewährte einen überaus komisch n Anblick. Die Drtschaften, welche von den Europäern unter dem Namen Kameruns zusammengefaßt werden, heißen bei den Eingeborenen Dualla, und sie selbst nennen sich Dualla- Neger. Es sind etwa zwölf Dörfer mit ungefähr 20 000 Bewohnern, jedes von einem Häuptling regiert, welcher feiner Stadt" auch den Namen giebt. Es giebt da König Bell's Stadt, König Aqua's Stadt, Rönig Dido's Stadt, König Joss' Stadt, und wie fte alle heißen. Die angesehensten Könige find Bell und Aqua. Die Bekanntschaft Bell's machte Buchholz zuerst, da er nur mit deffen Unterstügung hoffen konnte, in das Innere des Landes einzubringen. Nicht weit vom Ufer, versteckt im Schatten eines herrlichen Wäldchens von Bananen, Kokospalmen und Mangobäumen, liegen die außerordentlich zierlich gebauten Hütten von König Bell's Stadt, weitläufige Straßen und Pläge bildend. Die Häuser sind sehr langgestreckt, der rechteckige Unterbau ist etwa vier Fuß hoch aus Lehm heraestellt, die eigentlichen Hütten bestehen aus zierlich geflochtentn Balmstielmatten, deren Dächer aus dachziegelartig ineinandergeschobenen Blättern einer Flederpalme selbst bei den heftigsten tropischen Regen güffen vollkommen Schuß gewähren. Alles hat einen Anstrich von gewiffer Wohlhabenheit, welchen die Kamerun- Leute dem Handel verdanken. König Bell's Residenz zeichnet sich durch größere Dimensionen vor den anderen Häusern aus. Als die Gesellschaft, bestehend aus den Herren Buchholz, Thormählen und anderen Deutschen von der Hull, fich dem ,, Königspalaste" näherte, erfuhr man, daß König Bell gerade ein großes„ Palaver"( Rathsversammlung) abhalte. Die Bell- Leute hatten nämlich einen Unterthan des Königs Joss getödtet, und da fich die Sache nicht durch Bezahlung in Weibern, dem werth vollsten Bests, abmachen ließ, so drohte ein Krieg zwis schen den beiden Stämmen auszubrechen. Auf dem weiten Plat vor Bell's Wohnung tauerten die Krieger, mit langen Gewehren, Lanzen und Meffern bewaffnet, an der Seite saßen Frage lösen kann. Auch wenn die Gesetzgebung Alles gethan hat, was fie thun tann, wird noch immer viel auf die Initia tive der Arbeitgeber ankommen. Was die Gesetzgebung leisten fann und soll, ist durch meine heutigen Forderungen wesentlich bezeichnet. Darum nehmen Sie meinen Antrag an; erklären Eie damit, daß es Ihr Wille ist, Wandel zu schaffen, wo es Noth thut; und vereinigen Sie sich mit uns, um auch die Reichsregierung zu wirksamen Maßregeln zu veranlaffen, ehe Reichsregierung zu wirksamen Maßregeln zu veranlassen, che es zu spät ist.( Lebhafter Beifall.) Abg. Lohren: Das Verlangen nach einem Normalarbeitstage tann berechtigt erscheinen, da er in Nordamerika, England und der Schweiz bereits eingeführt ist. Welche Ers fahrungen aber hat man in diesen Ländern damit gemacht? Das Grundgesetz der Union und alle Spezialgefeße der Eingelflaaten enthalten die Klaufel, taß der gefeßliche Normal arbeitstag nur dann Giftigkeit hat, wenn feine ander weitigen Verabredungen zwischen den Arbeitern und Arbeitgebern getroffen find. Diese werden aber natürlich überall getroffen, und der Normalarbeitstag steht nur auf dem Papier, er gilt selbst für die Werkstätten der Regierung nicht. Was soll auch ein solches Gesez nügen, wenn über 300 000 Arbeiter arbeitslos find, und diejenigen, die Arbeit haben, naturlich Alles unterschreiben, was ihnen vorgelegt wird, blos um Arbeit zu behalten? Wenn man wissen will, wie die ge= seglichen Bestimmungen in der Schweiz eingehalten werden, so braucht man nur nach Zürich zu gehen und einen Blick in die dortigen Fabriken zu werfen. Es wird ja dort auch öffentlich ausgesprochen, daß der elfstündige Arbeitstag für viele Ge werbetreibende nicht eingehalten werden kann, so daß die Behörden verpflichtet sind, Ausnahmen stattfinden zu lassen. Es geht nicht überall mit einem allgemein durchgeführten Normalarbeitstage; diese Forderung fann nach meinem Dafürhalten nur durch Spezialgesete geregelt werden nach Anhörung der betreffenden Kreise, und die genauen Erfahrungen der einzelnen Gewerbe und Industrien werden wir leicht gewinnen, sobald erst einmal die Unfallberufsgenossenschaften in Thätigkeit getreten find. Das sind die berufenen Organe, uns hier eine Antwort zu geben. Man kann in der Feststellung des Normalarbeitstages teinen Schritt thun, ohne Gefahr zu laufen, ihn wieder rüd wärts thun zu müssen. Was dem gegenüber die beiden erften Punkte des Antrags Hertling betrifft, so läßt sich in Betreff der Sonntagsarbeit und der Nachtarbeit der Frauen mit absoluter Sicherheit vorgehen. Wer da nicht weiß, was er zu thun hat, wird es auch nicht wissen, wenn er die Intereffen kreise der Berufsgenossenschaften gehört hat. Die Mißstände freise der Berufsgenossenschaften gehört bat. Die Mißstände auf diesem Gebiete abzustellen, dazu bedarf es feiner weiteren Enquete. Die Frauenarbeit am Sonntag ist absolut unnük. Der Sonntag dient nur der Reparatur der bewegenden Maschinen, welche nicht durch Frauen, sondern nur durch Männer geschieht, die Frauen werden ja auch nur dazu benutzt, diese Gegenstände zu pußen. Wenn die Fabrik dazu eine männliche Kraft berugt, die 25 Pfennige mehr foftet, so wird fie dabei auch nicht zu Grunde gehen. Mein Antrag will deshalb, daß weibliche Personen an Sonn- und Festtagen unter feinen Umständen beschäftigt werden dürfen. Für die Kontrole dieser Beftimmung sind die Unfallberufsgenossenschaften die besten und vollkommensten Organe. Wenn nun auch ein solches absolutes Verbot der Frauenarbeit an Sonn- und Festtagen nur eine Ileine Wohlthat für die Arbeiter zu sein scheint, so ist es doch ein sicherer Schritt vorwärts auf dem Wege der Sozialreform. Für den weiteren Schritt, auch die Sonntagearbeit der Männer zu verbieten, fehlt mir das nöthige Material; ich glaube auch, dag ohne dieselbe viele Fabriken einen rubigen Fortgang nicht haben können. Von dem Antrag Kropatiched unterscheidet sich haben können. der meinige insofern, als jener die Arbeit der Frauen auch während des Tages beschränken und die Kinderarbeit ganz ver bieten will. Er greift damit tief ein in die Arbeit aller InDuftrien und in den Wochenverdienst der Arbeiter, namentlich der Wittwen und der Arbeiter mit großer Kinderzahl, und ſcheint mir deshalb zu weit zu geben; es iſt dringend noth. wendig, in der Beschränkung der Arbeitsgelegenheit vorsichtig wendig, in der Beschränkung der Arbeitsgelegenheit vorsichtig zu sein. Dieselben Bedenken habe ich gegenüber dem Antrag Bubl, der gleichfalls nicht genug begrenzt ift. Bei der Be schränkung der Arbeit muß man nur von Uebelständen ausnehmer, daß er die Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkte hinnehmen muß, wie fie liegen, günstig oder ungünstig, und daß er so vielfach in seinen allgemeinsten Rechten verkümmert und dadurch entwürdigt wird. Hier muß die Gesetzgebung einschreiten zum Schuße derer, die sich nicht selbst schüßen können. Gegenüber dem widerstrebenden Eigennus müssen die Forde rungen der Gerechtigkeit zur Geltung gelangen. Es fehlt ja nicht an wohlwollenden Unternehmern, welche ihre Pflichten gegen die Arbeiter vollkommen erfüllen und erkennen, daß ihnen der Arbeiter als völlig ebenbürtige Persönlichkeit gegen übersteht. Aber diese Anschauung bildet leider bei den Unternehmern noch nicht die Regel, noch empfindet man in der breiten Maffe der Unternehmer nicht das Gefühl der Pflicht, für den Arbeiter auskömmlich zu sorgen. Sie sehen dies an bem Widerstand, auf welchen bei vielen Unternehmern die Durchführung der Versicherungsgesetzgebung stößt. Die Herren wollen vielfach nur solche Arbeiter annehmen, welche freien Kaffen angehören, um so der Beitragspflicht an die Bwangskaffen zu entgehen. Aus den Berichten der FabrikInspektoren tönnen Sie sehr traurige Vorkommnisse dieser Art entnehmen. Im Posener Bezirk hatte ein Bigarren fabrikant durch seine Arbeiter den Abort reinigen lassen und für die ihm dadurch entgehende Arbeitszeit so lange einen monatlichen Beitrag von 10 Pfennigen von jedem Arbeiter er hoben, bis die Polizei ihn an seine Verpflichtungen erinnerte. ( hört! bört!) Die Gesezgebung muß das fehlende Pflichtbewußtsein in den Unternehmerkreisen ersegen durch Furcht vor Strafe. Die Frage der Sonntagsheiligung nun tann nur dann wirksam geregelt werden, wenn man den Sonntag in seiner ganzen ursprünglichen Bedeutung auffaßt. Wer auf diesem Standpunkt steht, dem wird in der That die Entscheidung der Frage leicht, was wichtiger sei: das Recht des Arbeiters auf ben Sonntag, oder der Mehrgewinn, den der Unternehmer aus ber Sonntagsarbeit zieht. Bisher mangelt es, wie die Berichte Der Fabrikinspektoren erkennen laffen, in Deutschland an jeder Einheit in den Vorschriften über die Sonntagsheiligung und in der Handhabung dieser Vorschriften. Wohlwollende Unters nehmer, welche gegenwärtig schon ihren Arbeitern den Sonntag freigeben, werden dadurch in ihrer Konkurrenz mit denjenigen Unternehmern, die das nicht thun, erheblich geschädigt. Schon deshalb ist eine einheitliche gesetzliche Regelung der Sonntagsfrage dringend erforderlich. Dem zweiten Theil unseres Antrages sodann liegt der wichtige Gesichtspunkt des Schutzes der Arbeiterfamilie zu Grunde. Die Familie ist der Grund- und Eckstein des Staats und der Gesellschaft; an der Gesundheit der Familie hängt die Gesundheit unserer gesammten Zustände; keine äußere Macht, tein glänzender Reichthum, fein blühender Handel kann jemals den Schaden erfegen, der entsteht, wenn die Familie in welten Kreisen dahinftecht!( Sehr wahr!) Das Schlimmste an den gegenwärtigen sozialen Verhältnissen ist aber, daß fie mehr und mehr zur Auflösung des Familien lebens führen. Die verheirathete Frau, die Gattin, die Mutter ist vollkommen aus der Fabrit zu entfernen. Nur dann tann für die Kinder auskömmlich gesorgt, nur dann dem von der Arbeit heimkehrenden Manne ein wohnliches und gaftliches Heim gewahrt bleiben. Der Nationalökonom Brentano in Straßburg steht in diesen Dingen völlig auf der Bafts meines Antrages, und was z. B. in der Schweiz bezüglich der Beseitigung der Frauen- und Kinderarbeit möglich war, ist auch bei uns durchführbar. Die physische Gesundheit der Arbeiter familie muß uns wichtiger sein, als der etwaige Mehrgewinn des Unternehmers. Wenn eine Industrie blüht, dabei aber den düstern Hintergrund abgehärmter Kinder hat, die niemals eine Jugend hatten, und abgehärmter Frauen, deren Loos härter als das der antiken Sklaven ist, so tann ich solche Blüthe nur eine scheinbare nennen.( Sehr richtig!) Aus den Berichten der Fabrik Inspektoren geht in erschreckender Weise hervor, daß mehr und mehr die Arbeit der Männer durch die billigere Frauen und Kinderarbeit Ift es nicht verdrängt wird. die reine Unnatur, wenn nicht der Mann Frau und Kind, sondern diese den Mann ernähren? Der dritte Punkt meines Antrages, die Frage der Marimalarbeitszeit, ist ja bedeutend schwieriger zu lösen, und es fommen auch hier Zweckmäßigkeitsfragen in Betracht. So viel aber ist festzuhalten, daß jede wucherische Ausgehen, die klar zu Tage liegen; und dies ist nur der Fall bei der Sonntags und Nachtarbeit der Frauen, und wie aus den beutung der Arbeitskraft auch des Erwachsenen durch die GeBerichten der Fabrik- Inspektoren hervorgeht, ist die Ausbeutung feggebung verhindert werden soll. Der Reichetangler hat von der Nachtarbeit der Frauen gerade im raschen Steigen be einer durchschnittlich 9 bis 10stündigen Arbeitszeit gesprochen, nach den Berichten der Fabrikinspektoren ist dieselbe aber z. B. griffen. Dieses Uebel vergrößert sich namentlich in den Fabriken im Regierungsbezirk Düsseldorf 13, in Aachen und Trier zwichnell, welche die meisten Frauen beschäftigen; das sind die schen 13 und 15 Stunden, in Oberfranken sogar 16 stündig. Textilindustrie, die Spinnereien, die Tabats- und Bigarren Täuschen wir uns doch nicht darüber, daß in weiten Kreisen fabriten, die Stärke- und Zuckerfabriken. Ist die Frauenarbeit überhaupt ein Uebel, das der moderne Fortschritt der Technik der arbeitenden Klaffen eine steigende Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhältnissen Plas greift. Viel ist ja für den Ar gebracht hat, so muß man die Frauenarbeit zur Nacht als der beiter schon durch die Kranien und Unfallversicherung ge Uebel größtes bezeichnen; und es ist nothwendig, jest, wo es noch Zeit ist, dieser sozialen Gefahr ein Biel zu setzen. Von schehen;(?) aber wichtiger noch als die Fürsorge für den kranten Arbeiter ist es, dem gefunden Arbeiter ein menschenwürdiges der Nachtarbeit der Frauen sollten Ausnahmen überhaupt nicht gestattet werden. Dieses absolute Verbot mag extrem Dasein zu ermöglichen, und die Arbeiterfamilie ihrem großen menschheitlichen Beruf ungestört zu erhalten. Ich glaube flingen, aber für alle Diejenigen, die, wie ich, Gelegenheit gezwar nicht, daß allein die Staatsgefeßgebung die soziale habt haben, zu jeder Stunde der Nacht in diese Fabriken hineinV die Weiber eng aneinander geschmiegt. König Bell, ein her fulisch gebauter Neger, schritt heftig gestikulirend auf und nieder, und hielt eine große Rede, welche die Versammlung Seine Kleidung in aufmerksamem Schweigen anhörte. war ebenso einfach wie geschmackvoll, nur ein Streifen Beug um die Hüften, der von Männern und Frauen ganz gleich getragen wird. Als die Ankömmlinge die Versammlung durch schritten hatten, stellte Herr Thormählen den Reisenden dem der deutsche Kaiser habe ihn Könige vor, indem er sagte, hierhergesandt, um alle hier lebenden Thiere tennen zu lernen. Handel wolle derselbe nicht treiben. Diese Versicherung schien Dem Rönige sehr angenehm zu sein. Der Handel mit dem Innern wird von ihm, als Hauptquelle seiner Wohlhab nheit, als sein alleiniges Monopol betrachtet und eifersüchtig g hütet. Er sagte dem Reisenden seine Unterfiügung zur Erfor chung der Thierwelt zu, und entließ dann die Anfömmlinge mit einem Händedruck, weil die Versammlung noch nicht beenbet war. Am 27. Dttober unternahm Buchholz eine Fahrt an das gegenüberliegende sumpfige Ufer, um die Fauna der Mangrove fümpfe fennen zu lernen. Die zahllosen Stämme find, in der Nähe betrachtet, wie auf hohe Stelzen gestellt. Das Wurzelmert erhebt sich 4-5 Fuß boch aus dem schlammigen Boden, fodaß man dazwischen durchkriechen könnte. Alles ist verwachsen mit zahllosen Verzweigungen, unentwinbare größere und Kleinere Auswüchse springen überall hervor, bald wie Säulen, bald wie schwanke Taue, die sich von einer Pflanze zur andern spannen. Dazwischen fliegen schreiend Waffervögel aller Art umber, wühlend und schnappend im Schlamm nach gröBeren und fleineren Krabbenarten und einem sonderbaren hüpfenden Fisch mit hervorgequollenen Augen, den man faft für einen Frosch hätte halten können, und in den Baumkronen wiegt fich der graue, rothgeschwänzte Papagei in unzählbaren Schwärmen. An einzelnen trockenen, sandigen Uferstellen stehen Dazwischen prachtvolle Fastenkräuter, und die dunkelfarbigen Mangrovestämme find bis zu den fabifarbigen Wipfeln von bunt blühenden Schlingpflanzen umrankt. Der Streit zwischen den Bell- und den Joss Leuten nahm unterdeß troß aller Versuche der Europäer, speziell des Herrn Thormählen, die Differenz zu schlichten, immer größere Ausdehnung an. Bei den zum Ausgleich an Bord der Hulk abgehaltenen Busammenfünften tamen die Könige bart anein ander und der Ausbruch von Thätlichkeiten war nicht zurückzuhalten. Mit wildem Geschrei und mistönenden Gesängen fanden herausfordernde Aufzüge und kriegerische Demons Große mit strationen zu Wasser und zu Lande statt. etwa 60 Negern bemannte Kriegskanoes, welche in strammem Takt von den aufrechtstehenden Männern gerudert wurden, manövrirten im Strom. Sie führten phantastische bunte Flaggen mit dem Namen des betreffenden Königs und Am Strande zogen die beseinen wunderlichen Emblemen. waffneten Krieger im Gänsemarsch, soviele das Dorf zu stellen vermochte, hinter einander her, um dem Feinde die Kriegsmacht recht imposant darzustellen. In ihrer Ausrüstung boten fie den wunderlichsten Anblick dar. Ein dunkelbrauner nur 3. B. mit einer alten muskulöser Kerl ein preußischen Pickelhaube bekleidet, anderer trug einen mächtigen Reiterpallasch an weißem Lederzeug um den nackten Leib. Ihre Hauptwaffe ist ein langes Gewehr und ein Eine war | am Son Verbot d tem sein. uenarbeit en nach zugehen und fich zu überzeugen, wie Frauen und Mädchen abgebung muß härmt, abgearbeitet, schläfrig und zusammenbrechend dastehen, fürden hen find, giebt es da kein Extrem mehr, sondern nur eine Pflicht. In ben überwiegend katholischen Bezirken mögen die Verhältniße etwas günstiger stehen, aber wenn erst die religiöse Frage zu rücktreten wird, und die Leute auf die Frage des täglichen Brotes hingewiesen sein werden, werden Sie teine Gewalt uenarbeit mehr über dieselben haben.( Ruf aus dem Zentrum: Warten ereffe der Ste nur ab!) Warten Sie ab, aber tommen Sie auch für Frauenarb die Folgen auf. Es wird Niemand behaupten wollen, daß be eiter de der Durchführung meines Antrages die Spinnereien, Webe ufrieden be reien, Bigarrenfabriken, die Nürnberger Spielwaarenfabriken ehenden G Grunde gehen müßten. Nur Habsucht und herzlose Willfärg es ist, w find es, die auf Frauenarbeit zur Nachtzeit reflektiren. Jeber Arbeiter Industrielle weiß, daß diese Nachtarbeit nur verlangt wird, um sich bei de Konkurrenz zu machen und die Preise drücken zu fönnen Polonais, Wollen wir dulden, daß solche Mißstände, solche soziale Berng und ha brechen auch nur 6 Monate weiter fortgehen? Dann dürftancelier. man sich nicht wundern, wenn die Arbeiter zu unserer Sozial Abg. Bu reform überhaupt kein Vertrauen haben. Wie sollte auch ein Recht der Arbeiter, dessen Frau und Töchter während der Nacht arbeite eit höher f müffen, Begeisterung dafür empfinden, daß für ihn gesorgt i fel en bezie im Falle er verunglüdt. Das absolute Verbot der Nachoretisch we arbeit der Frauen, wie ich es wünsche, wird nun von meine angeeigne Fraktion nicht gutgeheißen; diese will hier dieselbreisbildung Ausnahmen zulaffen, wie fte§ 139 der Gewerbeordnung fs Weltmart jugendliche Arbeiter und Kinder zuläßt, namentlich also in Berken, daß zug auf Fabriken mit ununterbrochenem Feuerbetrieb, ar der Sonn Fabriken, deren Betrieb auf bestimmte Jahreszeiten beschränhen freien ist u. dergl. Die Kontrole über die Durchführung der vründen. J mir beantragten Bestimmungen, welche am awedmäßigsten dn muß, wo Unfallberufungsgenossenschaften übertragen wird, wird elbst der her leichte und fichere sein; denn, da jede übermäßige Arbeitsen Industri eine Vermehrung der Unfälle zur Folge hat, so werden icht durchgef Genoffenschaften mit besonderer Sorgfalt darüber wachen, dnzelnen Fäl das Gefeß nicht übertreten wird; und durch Vermittelung Lage der Berufsgenossenschaften kommen die einzelnen Fälle auch quete bean leichtesten und sichersten zur Kenntniß des Reichsversicherungerden wir n amtes. n. Im üb Abg. v. Göler: Die Anträge des Abg. v. Hertling flar geb faffen die sozialpolitische Frage an der Wurzel, und mit n Arbeitern Frauenfrage treffen wir fie unmittelbar in das Herz. Es Fabrikarb meine feste Ueberzeugung, daß alle unsere Forderungen verbot der C Sonntagsruhe, Normal- Arbeitstag u. f. w. mehr oder wenigele, und dan bedeutungslos find, wenn wir nicht vorber die Frauenarbeit für die frage gelöst haben. wirken. Denn nur auf Grund der Wiederie( im Bent starkung des Familienlebens wird es möglich sein, eine sozialnden verb Reform aufzubauen. Ich bin auch der Meinung, daß anten Sie Staat allein nicht im Stande ist, auf diesem Gebiete zu helftenft erweis der fittliche Theil der Aufgabe ist nur durch andere Strangere Beit zu lösen. Ganz besonders haben die Fabrikanten mitente einzufa Auf dem Kongreß der inneren Mission babe Better ein, mit Freuden aus dem Munde chriftlicher Fabrikanchgeführt gehört, wie viel auf dem Gebiete von diesen mag feiner G nern schon geschehen ist, die ohne Furcht der Furcht der beit betrifft furrenz Erleichterungen, ösung dieser wie wir sie heute verlan endig die ihren Arbeitern schon längst gewährt haben. Ich theile war heißt e Ansicht nicht, daß die Frauenarbeitsfrage für alle Frauenhlechtert hä gleich geregelt werde. Aber ich schlage vor, das wenigritte, die Die verheiratheten Frauen weder an Sonn- und Fefttagen zur Nachtzeit zwischen 8 einhalb Uhr Abends und 5 einhalten in der Uhr Morgens in den Fabriken beschäftigt werden. In eines Jahren b indem ich wünsche, daß diese Frauen mindestens eine halbhtlich. D Stunde vor dem Eintritt der Mittagspause und an Sonpettoren, abenden und Vorabenden der Festtage 3 Stunden vor Schlu bis 14 J gen die D er in zwei laffen werden. Wenn es der Frau ermöglicht ist, dass in der go freundlich und heimisch herzurichten, so wird der Mann ag zweiten Punkte gehe ich sodann weiter als der Antrag Lobtenir bie Bah Häuslichkeit ist das beste Mittel gegen die Trunksucht. Gerichtige zu auf meine Busazbestimmung lege ich deshalb den gronderarbeit Werth. In Bezug auf die Kinderarbeit geht unsere Fot nach Be nicht beschäftigt werden dürfen. Da aber gewiffe Berufszwichtigen rung dahin, daß Kinder unter 14 Jahren in den Fabrile Fabrik ve der Kinderarbeit durchaus bedürfen, so fügen wir hinzu, it dem 13 der Bundesrath befugt sein soll, für bestimmte Fabrikation beit bringe zweige für Kinder von 12-14 Jahren eine Ausnahme zuen, daß w träge einer Kommission zur Vorberathung überwiesen werbrigens, de und ich schlage eine starke Kommission von 28 Mann vor, auf diesem Gebiete die Ansichten noch vielfach gehen, und ich wünsche, daß möglichst alle Richtungen in selben vertreten find.( Beifall rechts.) gen wird, indern Gel beer als die ier werden ch glaube Abg. Cegielski: Die Sonntagsruhe ist für den egen den S beiter ein Aequivalent der menschlichen Freuden, auf die err Lohren während der harten Arbeit in der Woche verzichten itens der Auch er muß einen Tag haben, wo er sich und seiner Fam leben kann, und überdies sollte auch aus Gesundheitsrückfi die Sonntagsarbeit unterbleiben. Stetige Arbeit ohne und fürchte, einer Be erren Lo lend verg Diligung gemeinen träftig gebaute Leute mit wenig Bartwuchs. Farbe ist dunkelbraun, wie gebrannter Staffee, doch ge fte be es viele Albinos mit ganz bellem Teint und bellblonderden soll. Wollhaar. Die Frauen find viel fleiner als die Männer. en auf die schneiden ihr Haar ganz turz ab und tragen für gewöhnlichtet sind. auch nur einen bunten Lendenschurz. Bei festlichen Gelegeleitigt, so der frei mü heiten behängen fie fich mit Perlen, Glöckchen, Ringen, pürde finder und Armbändern, welche bei den heftigen Tanzbewegun Berdacht for laut Klappern. Ein besonderer Schmudgegenstand find u flaschenförmige Kalebasse enthält das Pulver, und eine Tasche scheiden sie sich mit Sicherheit dadurch, daß fie fich sorgforderung Die Kugeln, welche meist nicht aus Blei aegoffen sind, sondern durch gehackte Metallstücke und kleine Steine ersetzt werden. Das einzige Uniformstüd, welches ziemlich allgemein und gleich mäßig vertreten ist, bildet eine eigenartige, sogenannte Kriegstappe aus Biegenfell. alle Ibis über das Knie reichende Baumwollstrümpfe, in beas Lob red etonen, ba natürlich ohne Schuhe getanzt wird, sodaß sehr bald ann, in wi braunen Füße durchkommen. Alle Dualla- Reger tätowiren pieweit die im Geficht und auf der Brust. Von den Krunegern forderung icht zuglei Augenwimpern ausreißen. Als Grund für Sonst würd ebenso schmerzhafte als unfinnige Operation geben fie en müssen die Wimpern verschatteten das Auge und hinderten Die in Eng scharfen Sehen. die Arb Sie find von einer ganz auffalle Handelswuth beseffen. Jeder Gegenstand ihres B Roalitionsre hinwirken, ist ihnen feil, selbst die Frauen find Raufobjekt, freilich theuerste, welches sie befizen. Alle Männer vom König Frage, ob zum Sklaven treiben Handel, und es hat sich dadurch Handgemenge herbeizuführen, sondern fle halten sich in ugg und solche Antipathie gegen den Feldbau und jede andere een, bält, eine Feldarbeit zu verrichten. Deshalb find aud beitsgelegen Lebensmittel an der Kamerunküste theuer und oft ga rüfen wer zu haben. Das Streben nach Wohlhabenheit beherrschrbeitstage Kamerun Leute. Die Frauen müssen von ihren Eltern end würde einen Betrag von 900-1200 Mark gekauft werden, und Arbeit in dann freies Eigenthum des Mannes. Wenn fie aud ihren Männern nicht gerade schlecht behandelt werden, Die Kriegführung selbst, zu welcher phantastische Tänze und Gesänge die Einleitung bilden, ist jedenfalls die meit würdigste, die man sich vorstellen kann. Die Parteien gehen nicht etwa gegen einander vor und suchen eine Entscheidung im un lichfter Entfernung von einander und decken fich durch Häuser und Büsche so gut fie tönnen. Will ein Tapferer sein Gewehr abfeuern, so wendet er das Geficht ab, wirft sich nach dem Schuß platt zur Erde und reißt dann schleunigst aus. Wehe aber einem wehrlosen Einwohner eines feindlichen Dorfes, der dem Kriegszug in die Hände fällt! Ein besonders vom Könige angestellter Kopfabschneider enthauptet ihn sofort, ine Haupt während sich der Siegerkönig" wie ein Rasender geberdet. ihre Stellung doch eine elende, besonders wenn fie teine Rieser Frag ewiffe Bra Unter scheußlichen Tänzen und wahnsinnigem Gebrüll wird haben, deren Bests als ein großes Glück gilt. Der Mann der Kopf vom Könige selbst im Dorfe umbergetragen, und zur berechtigt, seine finderlose Frau den Eltern wiederzugeben aber das Feier große Gelage angestellt, die in rasendem Taumel endigen. fein Gelo zurückzuverlangen. Natürlich ist bei solcher Kriegführung kein Ende der Feind 10 ann, was chränktem seligkeiten abzuschen. Nach monatelangem Schießen belief fich ben und find vollkommen rechtlos. Der Preis für einen fällen, wo in dem Kriege zwischen Bell- und Jossstadt der Verlust nur auf etwa 20 Mann, obschon König Bell sogar ein Geschüs befigt, das nicht selten zur Erhöhung des Effekts losgebrannt wurde. Endlich wurde der Streit durch Vermittelung der europäischen Kaufleute wieder beigelegt und dadurch wenigstens für einige Zeit Ruhe geschaffen. Da es während des Krieges für den Reisenden keine Möglichkeit des Vordringens ins Innere gab, mußte er sich in Geduld faffen, und sich mit Studien über die DuallaNeger begnügen. Die Männer des Stammes find im All ven beträgt etwa 1 Lftr. Sie wohnen in besonderen Diritt also und werden nicht hart behandelt, nur ihr Leben ist in der Der Leistung der launischen und leidenschaftlichen Herren manchmal ich die auc wenig sicher. Bu mancherlei Zwecken werden Menschen dem Zentri veranstaltet, und speziell beim Tode eines Häuptlings günstiger geben. Sie werden von den Eingeborenen, Nigger" gentegelung und der freie Neger hält diesen Ausdruck auf ihn felbft Der Kanzler man ihm die Seelen einiger Stlaven mit auf den wendet für das beleidigendste Schimpfwort. ( Schluß folgt.) Beg ter der 2 tädchen abge ung muß seine Kräfte untergraben. Daß Ausnahmen zufen find, wo die Fortführung des industriellen Betriebes afteben, fürden am Sonntag unbedingt erforderlich, ist selbstverständlich. Pflicht. In Verbot der Sonntagsarbeit mag den Arbeitgebern unVerhältniße tem sein. Wünschenswerth ist auch eine Beschränkung der se Frage zuenarbeit während der Schwangerschaft sowie in den ersten des täglichen en nach der Entbindung. Einem absoluten Verbot der Teine Gewall uenarbeit sollte nicht das Wort geredet werden, schon im um: Warten ereffe der Arbeiter nicht, die in ihrer Existenz vielfach auf Sie auch für Frauenarbeit mit angewiesen sind. Auch die polnischen ollen, daß be eiter denn nicht nur die Geistlichkeit und der Adel sind reien, Webe ufrieden bei uns fühlen die Härte der jeßt zu Recht enfabriken ehenden Geseze, und sie fühlen auch, daß nur die RegieLoſe Willt es ist, welche sich der Werbefferung derselben zu Gunsten iren. Jeder Arbeiter widersetzt. Wenn also der Herr Reichskanzler ngt wird, um sich bei der Erwähnung Rogozinstis sagen konnte: cherzes zu fönnen Polonais, so werden die polnischen Arbeiter, wenn sie foziale Berng und hart behandelt werden, immer sagen: cherzes le Dann dürfencelier. ferer Sozial Abg. Buhl: Wenn Herr von Hertling behauptet, daß ollte auch ein Recht der Arbeiter bezüglich der Frauen und der Kinderlacht arbeite eit höher steht als der Gewinn, welchen der Arbeitgeber aus n gesorgt fel en bezieht, so bin ich erstaunt, daß Herr v. Hertling, der der Nachoretisch wenigstens über diese Frage weitgehende Kenntniffe n von meine angeeignet hat, sich in einem so großen Frrthum über die er dieselbreisbildung befindet, die doch in erster Linie von der Lage eordnung fs Weltmarktes abhängig ist. Bur Sache selbst kann ich be also in Berken, daß ich selbst in meinem Hause ein fanatischer Anhänbetrieb, ar der Sonntagsruhe bin und auch wünsche, daß die Arbeiter en beschrähen freien Sonntag befommen, aus sozialen und religiösen ung der vründen. Ich glaube aber, daß zuvor gründlich geprüft wer näßigsten on muß, wo und inwieweit Misstände vorliegen. Hat doch , wird elbst der Herr Abg. v. Hertling anerkannt, daß für eine Reibe ge Arbeitsen Industriezweigen ein absolutes Verbot der Sonntagsarbeit o werden icht durchgeführt werden kann. Es müssen also zuerst die wachen, dnzelnen Fälle flargestellt werden, in welchen eine Verbesserung mittelung Lage der Arbeiter möglich ist, und deshalb haben wir eine Fälle auch quete beantragt. Sind die einzelnen Fälle klargestellt, so versicherungerden wir mit Vergnügen für einen derartigen Antrag stimn. Im übrigen ist der Antrag des Abg. v. Hertling nicht . v. Hertlinz klar gehalten. Während er in dem Alinea 1 und 3 von und mit n Arbeitern überhaupt spricht, bezieht sich Alinea 2 nur auf Derz. Es Fabrikarbeiter. Es erhebt fich also die Frage, ob man das Derungen bot der Sonntagsarbeit generell für alle Arbeiter aussprechen oder wenigele, und dann müßte fich doch die Frage erheben, ob Sie dasselbe Frauenarbeit für die Landwirthschaft ausgedehnt wiffen wollen. Wenn Der Wiederle( im Bentrum) es der Landwirthschaft unter allen Um, eine sozialnden verbieten wollen, Sonntagsarbeit vorzunehmen, so ung, daß enten Sie derselben unter Umständen einen recht schlechten iete zu helferienſt erweisen. Es kann vorkommen, daß der Landwirth andere Strangere Zeit wegen schlechten Wetters verhindert wird, seine anten mitente einzufahren. Tritt dann plöglich am Sonntag gutes fon babe Better ein, so kann er, wenn das Sonntagsverbot streng Fabrifanarchgeführt wird, den guten Tag nicht benutzen, um den Ers diefen Mag feiner Ernte zu retten. Was die Frauen- und KinderDer beil betrifft, so liegt uns nichts mehr am Herzen, als die ösung dieser Frage. Aber hier gerade zeigt sich, wie nothte verlan endig die von uns erhobene Forderung einer Enquete ist. Ich theile war heißt es, daß in dieser Beziehung sich die Bustände_ver= le Frauenhlechtert hätten, dem widersprechen indeffen die großen Fort a wenig Festtagen notte, die thatsächlich bei uns gemacht sind. In England und 5 einhalten in der Textilindustrie 1850 noch 120 000 Kinder unter En. In ein Jahren beschäftigt. Auch im Gladbacher Industriekreise Ens eine halbechtlich. Dagegen besagen die jüngsten Berichte der Fabrikntrag Lobur die Bahl derselben in den fünfziger Jahren noch sehr bes nd an Sommpettoren, daß in Preußen nur 4000 Kinder im Alter von en vor r Mann Schlu bis 14 Jahren in Fabriken beschäftigt sind. In Sachsen Abends en gen die Dinge allerdings etwas ungünftiger, insofern als ist, daß er in zwei Bezirken allein so viel Kinder beschäftigt find, 3 in der ganzen preußischen Monarchie. Der Kleist'sche Anne angen ag scheint mir übrigens für diese Frage nicht das tsucht. Gerichtige zu treffen. Eine einschneidende Regelung der b den arbeit würde doch allein darin bestehen, daß unsere Fort nach Beendigung der Schulzeit Kindern der Eintritt in den Fabrie Fabrik verstattet wird. Allerdings würde alsdann zu be Berufszwecksichtigen sein, daß bei uns in Batern die Schulzeit bereits wir hinzu, it dem 13. Jahre beendet ist. Der Regelung der Kinder= Fabrikation beit bringen wir volle Sympathie entgegen, und wir wün snahme zuen, daß wir durch die Enquete dazu kommen, die schulpflich piesen werbrigens, daß Kinderarbeit nicht so sehr von Arbeitgebern befolle seine Kraft daran segen, auch eine Assoziation der Staaten in diesem Sinne herbeizuführen. Der Vorschlag_klingt_verführerisch, aber die Erfahrungen der Schweiz sind auch geeignet, das Gefährliche deffelben zu zeigen. Wenn ein Land innerhalb seiner Grenzen die Bestimmungen über seinen Normalarbeitstag nicht durchführen kann, so würde sich noch schwieriger eine internationale Konvention über diese Frage gestalten. Wie sollte gegen das vertragswidrige Vorgehen eines der Mitkontrahenten vorgegangen werden können? Die Forderung eines Normalarbeitstages ist übrigens nicht neu. 1869 ist die selbe hier vom sozialdemokratischen Abg. Herrn v. Schweißer geftellt worden, und damals erklärte der Vertreter der Regierung, Michaelis. trop aller wohlwollenden Haltung zu derfelben, daß zuerst eine Prüfung nöthig sei. Seitdem find zwar 15 Jahre vergangen, aber wir find bezüglich dieser Frage an Erfahrung nicht so reich geworden. Das wir jest von einer Prüfung derselben absehen fönnten. Ich mache übrigens darauf aufmerksam, daß Herr Robbertus, einer Ihrer( rechts) Vorgänger den Normallohn als ein nothwendiges Korrelat des Normalarbeitstages bezeichnet hat. Ich betone, daß meine Partei an Arbeiterfreundlichkeit hinter feiner Partei zurücksteht. Aber ehe fte weitere Schritte zu Gunsten derselben thut, wünscht sie die Regierung zu einer Prüfung zu veranlassen, ob die Vorschläge, die hier gemacht sind, wirklich im Nugen der Arbeiter liegen. Von diesem Gefichtspunkt aus bitte ich unseren Antrag anzunehmen.( Beifall.) zeit viel fürzer, der Arbeitslohn viel höher, in einzelnen Bran chen bis zu 75 pCt. höher ist? Wir wollen endlich einmal nachholen, was uns England, die Schweiz und Frankreich be reits zuvorgethan haben, und darum bitte ich, nehmen Sie den Antrag von Hertling an!( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Hierauf wird die weitere Berathung um 434 Uhr auf Donnerstag 2 Uhr vertagt. Außerdem sollen noch drei dringliche Anträge auf Siftirung von Strafverfahren gegen eine Anzahl sozialistischer Abgeordneter erledigt werden. Lokales. Seitens der Schlächtermeister wird über eine gewiffe Unsicherheit geflagt, welche auf dem Viehhofe herrscht. In der letzten Monatsversammlung der Fleischer innung wurde zur Sprache gebracht, daß einem Schächtermeister in zwei Wochen zwei Schweine gestohlen worden find, und daß fich die Diebstähle häufig wiederholen. Die Jnnung beschloß das her, die Direktion zu ersuchen, mehr Wächter anzustellen. Da aber andererseits der Schlächter kein Recht hat, über den Ver schluß der Hallen und Ställe Bestimmungen zu treffen, so machte sich die Meinung geltend, daß die Viehhofsverwaltung den durch Diebstahl zugefügten Schaden zu erseßen habe, und es wurde beschlossen, auf Kosten der Innung einen aus diesem Grunde anzuftrengenden Prozeß gegen die Verwaltung zu führen. Die vor den Polizeiwachen aufgeftellten TransparentLaternen, welche früher bekanntlich sich vielfach in einem Bustande befanden, daß ihre Aufschriften beim besten Willen nicht zu enträthseln waren, erfreuen sich seit einiger Zeit eines an gemeffeneren Daseins, was darauf zurückzuführen ist, daß in Folge neueren Abkommens mit der städtischen Verwaltung ihre Reinigung regelmäßig durch die mit der Reinigung der Straßenlaternen beauftragten Personen bewirkt wird. So erfreulich dies zwar für die zahlreichen Personen ist, denen diese Laternen als Wegweiser dienen, um sich polizeilichen Beistand und Schuß zu suchen, so erfüllen diese Transparent- Laternen ihren 8wed immer noch nicht in der Weise, wie es wünschenswerth wäre, und zwar daselbst nicht, weil dieselben sich zu wenig von den zahlreichen vor Gea schäftslotalen, Schantstätten 2c. angebrachten Laternen unter scheiden. Mit den hiesigen lokalen Verhältnissen nicht ver traute Personen werden hierdurch häufig irregeleitet und er letden zum mindesten Zeitverluste, die unter Umständen, wo es sich um eilige Fälle handelt, recht folgenschwer sein können. Der Zweck dieser Laternen ließe sich unseres Erachtens sehr leicht erreichen, wenn die Behörde, ähnlich wie es die Postbe hörde bei den Rohrpost- Anstalten mit Erfolg eingeführt hat, für die Glasscheiben dieser Laternen eine weithin sichtbare Farbe wählte und die Anwendung dieser Farbe fich allein vorbehielte. Bekanntlich ist durch Polizeiverordnung die Ana wendung einer bestimmten rothgelben Farbe bei den Plakaten an den Anschlagsäulen den amtlichen Publikationen vorbehal ten, und ist das Publikum bereits daran gewöhnt, dadurch auf folche aufmerksam zu werden. Die Einbrecher entfalten in der legten Beit eine ganz außerordentliche Rührigkeit. Kein Tag, an dem nicht ein großer Einbruchsdiebstahl bekannt wird, während im Allge meinen fleinere Vergehen gegen das Eigenthum gar nicht zur Kenntniß der Polizei gebracht werden. Soweit die Erzählungen über solche Vorkommnisse ein Urtheil zulassen, liegt es wohl vielfach in der Hand der Wirthe, selbst den Einbrüchen bet Nachtzeit wenigstens einigermaßen vorzubeugen. Es müßten zunächst an jedem Abend vor Thoresschluß die Treppen bis auf die Böden nach Personen revidirt werden, die sich etwa eingeschlichen haben und es müßte ferner unmittelbar nach dem Verlöschen des Gases auch die Hausthür geschlossen werden. In der jetzt allgemein beobachteten Praxis pflegt durch den Hauswirth das Gas abgedreht zu werden und dem Nachtwächter überlassen zu bleiben, das Haus zu schließen. Hier durch entsteht eine längere Bwischenzeit, in welcher das im Hause herrschende Dunkel das unbeobachtete Einschleichen von Geftndel ermöglicht. Abg. Schumacher( Sozialdemokrat): Es könnte befremdlich erscheinen, weshalb die Anregung zur heutigen De batte nicht von uns, sondern von den Ultramontanen und Konservativen ausgegangen ist. Herr v. Hertling hat sogar gesagt, daß man gerade, um den sozialistischen Phantasien ein Ende zu machen, mit solchen Vorschlägen hervortreten müsse. Das ist nur theilweise richtig. Herr von Hertling spricht z. B. von den Phantaften eines Karl Marr, während dieser doch einer der größten Forscher in der Volkswirthschaft war und alles andere eher als Phantaflegebilde geschaffen hat. Er spricht klar und deutlich aus: wir haben keinen Rahmen fix und fertig, wo die Menschheit in die irdische Glückseligkeit hineingezwängt werden soll. Um unsere Ziele zu verwirklichen, bedarf es der Arbeit von Generationen, der gemeinsamen Arbeit aller Nationen. Kein Beschluß von Parteien, fein Dekret von Ministern fann jene Verwirklichung herbeiführen. Wenn wir uns auch über die eingebrachten Anträge freuen, so müssen wir uns doch dagegen verwahren, als ob gerade die ultramontane Partei zuerst die Einführung der Normal- Arbeitszeit, die Einschränkung der Frauen und Kinderarbeit auf thre Fahne geschrieben hätte. Während Namen Nationalökonomen Don wie Roscher aller längst Welt bekannt maren, haben wir wenigstens von ultramontanen Forschern nichts gewußt. Daß die Kirche allein allen Uebeln abhelfen könne, bestreiten wir entschieden. Moralpredigten fönnen hier gar nichts helfen. Ist doch auch die alte Behauptung, daß die Sozialdemokratie in fatholischen Gegenden teinen Boden finde, mehr und mehr als unbegründet erkannt worden. Gerade im katholischen Rheinland ist die Proletarifirung der Maffen weiter als in den evangelischen Gegenden dieser Landschaft vorgeschritten. In Krefeld zahlt man die allerschlechtesten Arbeitslöhne. 1848 wurde dort zwischen Fabrikanten und Arbeitern ein Lohntarif vereinbart. Heute stehen die Lohnfäße 15 pCt. unter jenem Tarif. Ebenso herrscht die übertriebene Ausdehnung der Arbeitszeit bis auf 15 und 16 Stun den gerade in dem von dem Üllramontanismus gänzlich beherrschten Regierungsbezirke Trier. Wir schieben diese Verhältnisse nicht der ultramontanen Partei in die Schuhe, sondern wollen nur beweisen, daß die Kirche auch nicht die Wünschelruthe hat, mit der alle Uebel aus der Welt geschafft werden können. Darum find wir auch immer für die Forde rungen des Normalarbeitstages, der Beschränkung der Frauenund Kinderarbeit und der Abschaffung der Sonntagsarbeit eingetreten. Die vom Vorredner dagegen vorgebrachten Klagen find die nämlichen, welche man immer gehört hat, wenn die Arbeiter etwas erkämpfen wollen, dieselben, welche auch in der Schweiz vorgebracht wurden, dieselben, welche auch z. B. die Solinger Handelskammer vorträgt, die fich in voriger Woche mit dem Antrag Hertling beschäftigt hat. Die Handelskammer leugnet u. A. das Bedürfniß für einen Marimalarbeitstag und verkennt damit die Lage der Dinge im eigenen Bezirk vollständig. Nach Erhebungen, welche s. 3. der Landrath Melbeck für einen 7jähr. Beitraum der Krankheiten der Arbeiter, namentlich der Schleifer, anstellen ließ, find mehr als 77 pSt. der Arbeiter an der Schwindsucht zu Grunde gegangen. Bei solchen Zuständen muß doch die Regierung die Macht haben, einzugreifen, in die Schleifereien einzudringen, die Ventilation zu beaufsichtigen! Der eine Fabrikinspektor mit seinen Assistenten reicht für den großen Regierungsbezirk Düsseldorf bei weitem nicht aus. Vor einem Jahre war er in Solingen und revidirte auch ein Etablissement, in dem kein Ventilator in Thätigkeit war; aber er hat das gar nicht wahrgenommen, weil er an demselben Tage noch mehr Etablissements befichtigen mußte, und noch heute wird dort ohne Ventilator gearbeitet. Gleichwohl sagt die Handelskammer: Die im Antrage v. Hertling angeregten Fragen haben uns im Augenblick nicht zu beschäftigen! Ganz ähnlich steht es im Wupperthal; in Barmen- Elberfeld konnte vor sieben Jahren bei der Militäraushebung nur der flebente Wann genommen werden, nur ein hebung nur der siebente Wann genommen werden, nur ein Siebentel der Pflichtigen wurde für tauglich befunden, die Strapazen des Felddienstes oder des Ererzterplages zu er tragen. Ueber die dortigen Verhältniffe äußerte fich einmal ein gewiß nicht sozialistisch gefinnter Mann in einer öffentlichen Vorlesung in Elberfeld: Seitdem die Maschinenindustrie zu ihrer heutigen Ausdehnung gelangt ist, find Hunderttausende an Leib und Seele, an Geist und Sitte zu Grunde gegangen, durch elende Wohnungen, durch verpestete AtmoSphäre, durch Hunger und Krankheit." Und wenn man auch noch nicht auf allen Seiten für die Feststellung eines Normalarbeitstages ist, so hat doch die Macht der Verhältnisse auf alle Parteien den Bwang ausgeübt, daß sie die Gesetzgebung zum Eingreifen mit oder ohne Enquete veranlassen wollen. Weit davon entfernt, behaupten zu wollen, daß durch den Normalarbeitetag, alle gesellschaftlichen Uebel ausgerottet würden, sagen wir doch er soll ein Bollwerk bilden gegen die geistige und förperliche Berrüttung der Massen. Deshalb und aus feinem anderen Grunde stimmen wir für die Anträge v. Hertling. Wir haben uns niemals Phantasien auf diesem Gebiete hingegeben. Solche sind uns vielmehr vorwiegend in der ultramontanen Presse zu Geficht gekommen. Wenn früher nach den Gründen der wirthschaftlichen Krists gefragt wurde, so hieß es in solchen Drganen: ja, daran ist der Kulturkampf, oder die Aera Delbrück- Bleichröder Camphausen schuld. Aber an die Entwickelung der Großindustrie, der Mas schinenwirthschaft, an die nivellirende Wirkung des Geldmarktes dachte man dort in den ultramontanen Blättern damals nie! Hätte man daran gedacht, man hätte es auch ausgesprochen und ficherlich nicht wider befferes Wiffen verschwiegen. Bloßes BurückBlaze; in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts hat man Diejenigen, welche für Reformen in Frankreich plaidirten, auch ausgelacht, und die Reformen find doch gekommen. Wir sind unfererseits allerdings nicht in der Lage, der Geschichte eine gen Kinder von der Fabrikarbeit zu befreien. Ich bemerke ehrt wird, als vielmehr die Eltern darauf drängen, ihren tann vor, indern Gelegenheit zum Verdienst zu geben.(?) Noch wichauseinand tungen in her werden wir humanitäre Bestrebungen gern unterfiügen. ch glaube aber, daß sowohl gegen den Antrag v. Kleist, wie ft für den egen den Antrag Lohren praflische Gesichtspunkte sprechen. , auf die err Lohren hat die Nachtarbeit der Frauen eine Ausbeutung erzichten m itens der Arbeitgeber genannt. Auch ich wünsche, daß wir ungen in beer als die Kinderarbeit ist die Frage der Frauenarbeit; auch heitsrüdi einer Beseitigung der Frauenarbeit tommen fönnten, it ohne Unt fürchte, daß eine Dnrchführung der Forderungen der artwuchs. erren Lohren und v. Kleist v. Kleist in Arbeiterkreisen das lend vergrößern würde, insbesondere, wenn die Bes Ditigung der Frauenarbeit in einer so kurzen Frist, e. Doch gie fte der Abg. Lohren angegeben hat, durchgeführt durchgeführt Sen auf die Betheiligung der Frauen an den Schichten einge Männer. für gewöhnlichtet find. Würde jegt die Nachtarbeit der Frauen plößlich ichen Geleeseitigt, so würde die Folge sein, daß auch eine Anzahl ViänSer frei würden, für die fich nicht so rasch neue Beschäftigung Ringen, oürde finden lassen. Ich betone nochmals, daß ich nicht in den anzbewegunde anzbewegu Berdacht kommen will, als ob ich der Nachtarbeit der Frauen and find w as Lob reden wollte, nur möchte ich bezüglich dieser Frage pfe, in be etonen, daß erst die von uns gewünschte Enquete feſtitellen fehr bald ann, in wieweit die erhobenen Forderungen berechtigt find, in r tätowiren pieweit die verderbliche Nachtarbeit beseitigt werden tann. Die unegern werden. unte = fich forgforderung des Normalarbeitstages wird, wie Sie annehmen, Den nd für Sonst würden hier noch weitgehende Ausnahmen gemacht wer geben fie en müssen. Wie steht übrigens hier die prinzipielle Frage? hinderten Die in England 1876 angestellte Enquete hat ergeben, daß es nz auffalle für die Arbeiter am besten ist, wenn sie unter Benugung ihres ibres Roalitionsrechtes selbst so weit auf eine abgeiürzte Arbeitszeit Be ft, freilich hinwirken, als ihnen dieselbe wünschenswerth erscheint. Die vom König Frage, ob die Arbeiter immer so start sein wer= ch dadurch solche eine um Forderung aus eigener andere traft und mit Hilfe des Koalitionsrechts durchzuseßen, u für schim viro immer abhängig sein von der auf oder abfteigenden Arfind auch beitsgelegenheit. Hier übrigens kann ich nur erklären, daß wir oft gar rüfen werden, in wie weit dem Verlangen nach einem Normal beherrscht rbeitstage Folge gegeben werden kann oder nicht. Entscheiren Eltern hend würde auch für diese Frage sein, ob durch intensivere ben, und Arbeit in einer fürzeren Arbeitszeit daffelbe geleistet werden fte auch ann, was in einer längeren Arbeitszeit geleistet wird. In werden, fo Der Mann fe teine Rieser Frage spielt die in der Schweiz angestellte Untersuchung weisen der auf Reform gerichteten Wünsche ist heute nicht mehr am für einen erm ine Hauptrolle. Es hat sich bei derselben ergeben, daß für ewife Branchen fich jene Behauptung allerdings bestätigt. derzugeben Aber das bejahende Resultat hat sich doch nur in recht bechränktem Maße feststellen lassen, vielleicht nur in solchen egszügen Fällen, wo früher eine ungebührlich lange Arbeitszeit bestand. Marschroute vorzuschreiben, aber die anderen Parteien können nderen Ditt also in vielen Fällen thatsächlich eine Beeinträchtigung ist in der Der Leistung ein durch die Verkürzung der Arbeitszeit, so erhebt Menfchen dem Zentrum erhobene Frage: Wer trägt den Ausfall? Bei mandmal äuptlings p Weg genan ich die auch vom Herrn Reichskanzler früher einmal gegenüber günstiger Konjunktur sicher der Arbeitgeber, bei schlech Regelung diefer wichtigen Frage verlangt und gefagt, Selbstmord im Gefängniß. Ein hiesiger Privatbaumeister, der in einer vor dem Sch vurgericht am Landgericht II gestern stattgefundenen Verhandlung wegen Beihilfe zum be trügerischen Bankerutt unter Ausschluß mildernder Umstände zu einem Jahre Zuchthaus und mehrjährigem Ehrverlust ver urtheilt war, hat sich in der Nacht von gestern auf heute in seiner Belle erhängt. Er war nach der Verkündigung des Ur theils mit einem der übrigen Angeklagten durch Beschluß des Gerichtshofes wegen Fluchtverdachts sofort im Gerichtssaal verhaftet und abgeführt worden. N. 3wet jener Marktdiebinnen, die, wie schon wiederholt berichtet, ihr Unwesen auf den Wochenmärkten trieben, find endlich am geftrigen Tage auf dem Dranienburgerthor Marit in flagranti ergriffen worden. Dieselben hatten an einem der dortigen Fleischstände im günstigen Moment ein mehrere Pfund schweres Stück Schweinefleisch gestohlen und versuchten damit die Flucht zu ergreifen. Von dem Bestohlenen war jes doch noch rechtzeitig das verbrecherische Treiben der Diebinnen entdeckt worden und konnte so thre Uebergabe an einen Schußmann erfolgen. Polizei- Bericht. Am 12. d. M. Abends fiel der Arbeiter Markgraff, Greifswalderstraße 65 wohnhaft, in Folge Ausgleitens zur Erde und brach dabei das rechte Bein, so daß er mittelst Droichte nach der Charitee gebracht werden mußte. Am 13. d. M., Nachmittags, gerieth der Kammarbeiter Kluge in der Kammfabril von Kröner, Küstrinerplaz 9, beim Auf legen des Treibriemens auf die Dampfwelle mit dem rechten Arm zwischen Welle und Riemen und erlitt hierbei so schwere Verlegungen, daß er mittelst Droschte nach Bethanien gebracht werden mußte. An demselben Tage, Abends, wurde ein Mann in seiner Stralauerstraße belegenen Wohnung erhängt vorgefunden. Die Leiche wurde nach dem Dbduktionshause geschafft. Um dieselbe Beit wurde in einem Kupee II. Klasse des von Posen auf dem Schlesischen Bahnhofe eingetroffenen Personenzuges ein etwa 35 Jahre alter unbekannter Mann todt aufgefunden. Derselbe hatte nach Angabe des Schaffners in Fürstenwalde den Bug bestiegen und sich allein im Kupee befunden. Bei dem Verstorbenen wurde eine Flasche mit Kleefalz- Auflösung vorgefunden, und ist daher anzunehmen, daß derselbe sich vergiftet hat. Die Leiche wurde zur weiteren Feststellung der Todesursache nach dem Dbduktionshause ge schafft. Gerichts- Zeitung. Der vereidete Matler der Berliner Börse, Gidon Heymann hatte sich heute vor der ersten Straftammer hiesigen Landgerichts I wegen Vergehens gegen Art. 69 des Handels gesetzbuchs und gegen§ 5 zu Art. 9 des preußischen Einfüh rungsgeseges zu verantworten. Der Angeklagte ist als Maller für eine Anzahl von Stammattien ausländischer Eisenbahnen und rumänischer Fonds bestellt. Um aber auch Ultimogeschäfte mafeln zu können, engagirte er den Kaufmann Wielisch als seinen Gehilfen, der in seinem Auftrage Ultimogeschäfte vermittelte, und zwar in der Weise, daß er für jedes Engage ment zugleich ein zweites Deckengagement einging, so daß für feinen Auftraggeber nur die Kourtage abftel. Nur in dem es auch nicht. Bezüglich der Sonntagsarbeit fann ich nur Falle, in welchem sich im Laufe des Engagements die Insol aus meiner eigenen Erfahrung noch anführen, daß Diejenigen, venz eines der Kontrahenten ergeben würde, war der Angedie alle Sonn- und Feiertage arbeiten, gerade die allerärmsten flegte persönlich verantwortlich. Nach Art. 69 des Handels ift Arbeiter waren, folche, die nicht einmal genügend Kleidung gesetzbuchs Maklern untersagt, Handelsgeschäfte für hatten, um ſpaziren gehen zu können. Die Gründe gegen eigene Rechnung zu machen, und erachtet die Anklagebehörde die von Wielisch für Rechnung ftichhaltig; wie sollen wir denn die Konkurrenz mit England des Angeklagten gemachten Ultimogeschäfte als solche eigenen uf den er der Arbeiter. Man hat wohl eine internationale die Abschaffung der Sonntagsarbeit sind ganz und gar nicht Rigger" es aber den ibn felbft er Kanzler, der auf auswärtigem Gebiete so Großes geleistet, nicht aufnehmen können, wo doch notorisch die Arbeits- Handelsgeschäfte, deren Bahl auf mindestens 500 angenommen. wurde. Ms Sachverständige wurden im Termin Geb. Koms| merzienrath Arndt, der Bankdirektor Alexander und der Börsentommiffar Schwarz vernommen, und begutachteten dieselben, daß in den Kreisen der Makler derartige Geschäfte als nicht unter den Art. 69 fallend erachtet werden. Staatsanwalt Rigell erachtete die Absicht des Angeklagten, nur Matierge schäfte zu machen, gegenüber der Thatsache, daß er formell als Selbsttontrahent auftreten mußte, als belanglos und beantragte, denselben wegen 500 selbstständiger Handlungen zum niedrigfien Strafmaße von 75 Matt für jeden Fall zu verurtheilen. Juftizrath Leffe plaidirt in erster Linie für Freisprechung seines Manbanten, da demselben nach dem Resultat der Beweisauf nahme der Dolus gefehlt hat, eventuell führt er aus, daß nur eine selbstständige That vorliegen würde, weil der Betrieb dieser Ultimogeschäfte nur aus eigenem Willen hervorgegangen ist. Der Gerichtshof qualifizirte die vom Angeklag fen durch seinen Bevollmächtigten gemachten Geschäfte, wenn auch nur beabsichtigt war, die Maklerprovision zu verdienen, als eigene. Er nahm aber nicht 500 selbstständige Strafthaten als fonsumirt an, weil in dem Engagement des Wielisch nur ein Entschluß dokumentirt set und dieser nur einen generellen Auftrag erhalten hatte. Die Annahme mehrerer selbstständiger Strafthaten würde aber auch in Folge der Faffung des Artikel 69 ausgeschloffen sein, weil dieser den Betrieb eigener Handelsgeschäfte, also eine Mehrzahl derselben, verbiete. Mit Rücksicht auf den Umfang dieser Geschäfte wurde die Strafe auf 1000 Matt eventuell 100 Tage Gefängniß bemessen. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. Die soziale Frage und der Kaufmanstand. Aus laufmännischen Kreisen erhalten wir folgende Buschrift: Wenn bislang die Arbeiterfrag e" als der integrirende Theil der sozialen Frage" betrachtet wurde, so muß man nach den Bewegungen, die sich seit einiger Zeit auch in anderen Kreisen, als in denen der eigentlichen Arbeiter in verstärktem Maße Tundgaben, zu der Erkenntniß kommen, daß die soziale Frage" nicht mehr eine Frage der industriellen Arbeiter allein, sondern eine solche der gesammten Lohnarbeiterschaft ist. Man muß zu gleicher Zeit dann auch die Nothwendigkeit erkennen, daß in bem Bestreben von Staat und Gesellschaft die materielle und fittliche Stellung der arbeitenden Klaffen zu heben, auch andere Stände, als die industriellen Arbeiter, einbegriffen werden müssen, daß auch die sogenannten gebildeten Proletarier einen Anspruch darauf haben, an der sozialen Reform" und an ihren Vortheilen Theil zu nehmen. Wir möchten von den vielen Berufszweigen, welche den Schutz der Gesetzs gebung, ebenso wie die industriellen Arbeiter bedürfen, beute nur einen Stand erwähnen, weil es gerade berjenige ift, aus welchem in den lezten Jahren die meisten Klagen und Beschwerden an die Deffentlichkeit gedrungen find Den Kaufmannsstand. Gerade in dem Augenblick, wo von Seiten der Reichsregierung sowie einzelnen Parteien Gefeßent mütfe vorbereitet werden, welche von den Motiven ausgehen, den gegen Lohn Beschäftigten gegenüber der Macht des Kapi tals den Schuß des Gesezes zu gewähren, zu derselben Zeit, in der, wenn auch nur vorläufig akademisch, die Vortheile und Die Nothwendigkeit eines gefeßlich figirten Magimalarbeitstages erörtert werden, muß es billig erscheinen, die Aufmerksamkeit Der Reichsregierung und der Gefeßgeber auf die Lage der gebildeten" Arbeiter, insbesondere auf die der Handlungsgehilfen binzulenken. Der Grundgedanke des von der Arbeiterpartei dem Reichstage vorzulegenden Arbeiterschußgefeßes ist, die Ars beitskraft der Lohn- und Fabrikat beiter gegen übermäßige Ausnüßung derselben dadurch zu schüßen, daß das Gesetz eine längere Arbeitszeit als 58 Stunden für die Woche als unzulässig erklärt und mit Recht, weil man fie als mit der Gesundheit für unvereinbar erklärt, woneken noch fittliche Motive hinzukommen. Wenn man nun es im allge meinen Intereffe für schädlich erklärt, daß der erwachsene indufirielle Arbeiter nicht länger, als wie die eben angegebene Stundenzahl beschäftigt werden darf, so muß es als billig erscheinen, daß man aus genau denselben Gründen, dem laufmännischen Arbeiter, welchem nicht einmal die schon jetzt vorHeute: Aida. Theater. Rönigliches Dyerahans: Königliches Schauspielhaus: Heute: Rosenkranz und Güldenftern Deutsches Theater: Heute: Frau Susanne. Beute: Bellealliance- Theater: Der Raub der Sabinerinnen, Schwank in 4 Atten Don Franz und Paul Schönthan. Nemes Friedrich Wilhelmstädtisches Theater: Heute: Gasparone. Central- Theater: Mite Salobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Heute: Der Walzer- König. Refidenz- Theater: Direktion Anton Anno. Heute: Der Klub. Pariser Lebensbild in 3 Aften von E. Gondinet. Walhalla- Operetten- Theater: Heute: Der Feldprediger. Conisenstadtisches Theater: Heute: Jenny Waldmann. Oftend- Theater: Heute: Der Prinz von Monte Fiasco. Heute: Der Kompagnon. Wallner Theater: Bittoria Theater: Heute: Sulfurina. Alhambra Theater. Heute: Die Galloschen des Glücks. • General- Versammlung des Vereins der Sattler und Fachgen. Sonabend den 17. Jan., Abends 8% Uhr, in Gratweil's Bierhallen, stommandantenstraße Tagesordnung: Nr. 77/79. 1. Jahresbericht und Abrechnung. 2. Wahl des Gesammt Forstandes und der Revisoren. 3. Verschiedenes. 69 Der Vorstand. Gr. öffentl. Versammlung handenen Bestimmungen der Gewerbeordnung über die Bes schäftigung der jugendlichen Arbeiter zur Seite stehen, ein gleiches Recht zugesteht. Und vielleicht noch in erhöhtem Maße, weil es erwiesen ist, daß das Prinzip, eine Arbeitskraft so viel wie möglich auszunüßen, nirgends so zur Geltung gekommen ist als im Kaufmannsstand. Wir wissen Fälle, welche nicht etwa vereinzelt dastehen, daß junge Leute von 18 Jahren im Handel 130 Stunden in der Woche beschäftigt werden. Hier fann ebenso wie bezüglich der industriellen Arbeiter nur tie Gefeßgebung fördernd einwirken; dies erscheint im Kaufmannsstande um so notbwendiger, weil fich auf keinem Gebiete das Spiel der freien Konkurrenz so breit macht, als gerade hier. Wir freuen uns, daß sich innerhalb der jungen Kaufleute mehr oder minder die Erkenntniß bereits Bahn ge brochen hat, daß es mit der sogenannten freien Uebereinkunft, welche man ihnen von gewiffer Seite immer als den Weg bezeichnet hat, welchen sie zu wählen hätten, um ihre Lage zu verbeffern, nichts ist, daß das Prinzip des Gehenlaffen?, welches Das Manchesterthum als heilig erklärt, niemals gesicherte Bustände auch für sie herbeiführen kann. Diese Erkenntniß be deutet schon viel, und wir zweifeln auch nicht, wenn dieselbe allgemein bei den Berufsgenossen geworden sein wird, daß sich die Handlungsgehilfen bald ebenso wie die Arbeiter von den das öde Manchesterthum predigenden liberalen Parteien, beren Stimmvich, nicht wie Herr Eugen Richter fich feiner Beit ausdrückte, deren Avantgarde fie bilden, abwenden werden. Aber noch eins tommt hinzu: daß die Handlungsgehilfen, ebenso wie die anderen gebildeten Proletarier, den unberechtigten Stolz, der ihnen noch vielfach anhaftet, abwerfen, nämlich den, fich gewißlermaßen als Ar beiter 1. Klaffe zu betrachten. Sie fönnen nur etwas erreichen, wenn fie fich mit den übrigen Arbeitern eins fühlen, gleichwie Unding ist und nie etwas zu Stande bringen wird, so werden eine Handwerkerbewegung, isolirt von der Arbeiterbewegung, ein auch die Handlungsgehilfen nur, indem fie fich mit den Arbeitern solidarisch erklären, ihre Lage verbessern können. Dazu war den Arbeitern im Kaufmannsstande vor Erlaß des Krankenlaffengefeßes die Gelegenheit gegeben, welche sie leider ebenso, wie die landwirthschaftlichen Arbeiter, unbenügt haben vorübergehen laffen. Möge wenigstens das in Aussicht stehende Alterversorgungsgesetz die Arbeiter aller Kategorien vereinigt finden laffen. h. Im Unterstüßungsverein der Buchbinder und ver wandten Berufsgenossen wurde in der besonders gut besuchten Generalversammlung am 12. d. M. bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75, unter dem Vorfize des Herrn Jost zunächst der Rechnungsbericht über das vierte Quartal des verflossenen Jahres erstattet. Aus demselben ging unter Anderem hervor, daß dem Verein zur Zeit noch immer nahe an 800, regelmäßig ihre Beiträge zahlende Mitglieder angehören, während die Zahl der in die Listen eingetragenen Mitglieder fich auf nahezu 1500 beläuft. Die hieran sich anschließende Abrechnung über das jüngste Stiftungsfest des Vereins wies einen Reinertrag von 112,75 Mark für die Vereinskaffe auf. Den größten Theil der bis lang nach Mitternacht fich hinziehenden Verhandlungen der Versammlung nahm die Erledigung eines Antrages der Vertrauensmänner Versammlung und des Vorstandes auf Ausschluß des seitherigen Vereinsmitgliedes Herrn P. Jahn aus dem Verein und die durch den anläßlich dieses Antrags erfolgten Rücktritt des Genannten von der Redaktion des hiesigen Buchbinder Fachorgans erforderliche Wahl eines Redakteurs in Anspruch. Die Motive zu dem von der Versammlung mit allen gegen 4 Stimmen angenommenen Ausschlußantrag entziehen sichtheils als innere Vereinsangelegenheiten berührend, theils aus anderen Gründen vorläufig der genaueren öffentlichen Mittheilung. Bum übrigen Theile beziehen sie fich auf eine Reihe von Mighelligkeiten und persönlichen Swiftigkeiten im Verein, welche, wie behauptet und dargethan wurde, der Ausgeschloffene hervorgerufen und wodurch er die Bwecke des Vereins beein trächtigt habe. Bu dessen Nachfolger in der Redaktion des Fachorgans wurde einstimmig Herr Rohmann gewählt. Die Fachorgans wurde einstimmig Herr Rohmann gewählt. Die Wahl einer Breßkommiffion mußte wegen zu vorgerückter Beit vertagt werden. Schließlich bewilligte die Versammlung noch den strifenden Knopfmachern der Fabrik von Lenchnow und Markert einen Zuschuß zu ihrem Generalunterſtüßungsfonds in der Höhe von 50 M. und einem älteren Vereinsmitgliede, das durch die bekannte Verlegung der Mappenfabrikation Bergmayer u. Brandeis in das Buchthaus von Brand gleichfalls vorläufig erwerbelos ist, eine wöchentliche ftügung von 10. auf unbestimmte Beit. Nr. 13 Ueber den weiteren Verlauf des Strits der A der B. Joseph'schen Fabrit geht uns von gut untem Sette folgendes Nähere zu. Nachdem am Sonnabend die Arbeitseinstellung wegen der bekannten Verlängerun Arbeitszeit erfolgt war, übergaben die Sirifenden ihre legenheit den Händen des Fachveteins der Metallarb Gas, Waffer- und Dampf- Armaturen, der sich sofort bafter Weise für die Sache der Kollegen aussprach. am Sonntag Morgen begaben sich der erste und zweite figende des Vereins zum Zwecke des nochmaligen Be eines gütlichen Vergleichs zu dem Chef der Fabrik, doch leider die fast zweistündige Unterhandlung mit demfelb feinem Resultat. Hierauf begaben sich die Vertreter de vereins zu den in gespannter Erwartung barrenden Stri zurück. Aus dem Bericht der Ersteren entnahmen die mit großer Entrüftung, daß die Unterhandlungen haup an der Aufreizung des Chefs von anderer Seite ge seien. Ein gewisser Herr hatte sich den Arbeitern ge zuerst den Anschein gegeben, als vertrete er vor Herrn erscheint to ihren Standpunkt. Nach Entgegennahme des Berid Berlin fre tlärten die Strifenden abermals in namentlicher Abfti Bostabonn an ihrer Forderung festzuhalten, und haben sämmtliche R die fich mit Wort und Unterschrift für die Sache ertiä Versprechen gehalten, mit Ausnahme der drei schwäche beiter Wienecke, Rose und Huth, die indifferent genug dieses auf Ehre gegebene Versprechen zu brechen. Die den blicken in dem festen Vertrauen, daß die Fachg ihnen die Durchführung ihrer gerechten Sache durch re entgegen. theiligung und Unterfügung ermöglichen werden, der! Gemeinnütiges. Di ( cheint jest ju sein. D Behandlung naffer Stiefel. Um nasse Stiefel zu tntrag vor daß fte weder hart noch eng dabei werden, nimmt möhen, sie n Strümpfe, die man mit Heu verstopft und erwärmt bbie gar eine bringt man dann in die durchnäßten Stiefel. Eilt es, brdneten vo tüchtig, so daß man die Hand faum daranhalten fannen trun derholt man, so oft als nöthig, dies Verfahren. DuBolles ein. Manipulation wird die Feuchtigkeit aus dem Oberle Und di den Sohlen gezogen und es bleiben die Stiefel genau gesprochen, wie früher, wenn fie auch noch so naß waren. Die g warmen Strümpfe laffe man aber über Nacht in den egenheit ist Niemals darf man aber die durchnäßte Fußbekleidung warmen Ofen oder gar an den warmen Herd stellen; werden fie leicht brüchig. Das d ich dann b vorragendft Was haben wir beim Essen und Trinken zu allerdings, achten? Bunächst wähle man paffende und richtig Preise gesti Nahrungsmittel, verbundem mit zweckmäßigem Getr wärtige Bol find ferner pflanzliche und thierische Nahrungsmitte legten Jahr möglichst zusammen zu genießen und erstere genügend nicht the Man genieße hiervon eine hinreichende Menge und noch etwas Getränk; zuviel schadet und auch zu wenig davon. 2 Kehrseite de förperliche oder geistige Arbeit Säfte und Kräfte ve Wir n muß mehr effen und auch umgekehrt. Sodann beförd den Reichst die Verdaulichkeit und Verdauung durch tüchtiges und behüte die Verdauungsorgane vor Krankheit durch näher beleu handeln gegen vorstehende Punkte. Es ist unumgängli„ Scho daß man beim Effen die Verdauung durch Trinken un Rilogramm daß man ferner darauf Acht giebt, daß nicht Knoforderte Ve Gräten u. f. w. in den Magen gelangen, deren Einm leicht nachtheilig werden könnte. Briefkaften der Redaktion. fachung der bas Empfin vom Ausla Menge des P. S. Berlin N. Ueber die betreffende Berben Betrag ift uns fein Bericht zugegangen und persönlich fon für den Do doch unmöglich in allen Versammlungen anwesend sein Doppelzent P. Gr. Spandau. Die Kaffe muß freilich dem 40 M. mel versicherungsgeseze angepakt werden. H. G. Nach den heutigen Gefeßen steh: ihm nur balmüßte also auf Armenunterſtüßung zu. Wie diese ist, dürfte hintägliche Br bekannt sein. Hauptziehung Preußische Loose: 16. Jan.- 31. Jau. Original 150 Mart, 72 Mark. Antheile, 30 Mt., 116 15 Mr., 15 Mr., 132 7,50 Mt., 164 4 Mt. nöglich ist, m fo v Nachtheil t wefen fein, Betrag bes ei guten E heueren P ohohe Bö es nothwe nd damit Borchardt Gebr., 1. Geschäft Friedrichstraße 61, Telephon chien G 12. des Fach" 1 Königstr. 1, Ecke Burgstr. Bruft 35, Keule 40 Pf lachbruck verbo Im Anschluß an die Warnung des Borstands he a Kalbfleisch, balbertir. 80.3 vereins der Arbeiter in Gas-, Wasser- und Dampf- Armaturen bemerke ich, daß die in meiner Fabrit beanspruchte Arbeitszeit nicht länger als 10 Stunden pro Tag ist. [ 70 6. Soeben erschienen: Bernhard Joſeph, Bethanien- Ufer Der gesetzl. Maximalarbeits Notizkalender. In Folge fortgesetter starter Nachfrage nach dem im Verlage von Wörlein u. Comp. in Nürnberg erscheinenden Deutschen Handwerker- und Arbeiter- Notizkalender pro 1885 hot fich die Verlagshandlung zur Veranstaltung einer neuen Auflage entschloffen und ist frische Sendung in der Erpedition des Berliner Voltsblatt" eingetroffen. Der Preis bes gut gebundenen, reichhaltig ausgestatteten, Taschenkalenders, der eine Reihe von wichtigen Gefeßen und Tabellen 2c. enthält, ist 50 Pf. Selbstunterricht in der einfachen und doppelten kaufmännischen Buchführung und Darstellung eines neuen abgekürzten Systems zur doppelten Buchmethode. Von d. Zimmerleute Berlins u. Umgegend. C. Schmidt, Lehrer d. Handelswissenschaft. Sonntag, d. 18. Jan. cr., Vorm. 10 Uhr, in Keller's Salon", Andreasstraße 21 71 ( Großer Saal) Um recht zahlreiches Erscheinen bittet bringend Die Kommission. Preis Mk. 1,50. Bu beziehen durch die Expedition des Berl. Volksblatt" Zimmerstraße 44. und seine Bedeutung für die Arbeit Von Wilhelm Liefländer. Preis 15 Bfg. Bu beziehen durch die Expedition des Berl. Boll Simmerstraße 44. Drucksachen = aller aller Art, namentlich „ D, K bie ich felb Schö Adieu jept, als der V vandter ob nd meiner der, Geo nachen?" " 1 Nein Nun, bei Lifette's allerliebftes Mie daß ich Kä Sie f und Circulaire, Rechnungs- und Quittunisch, als e formulare, Adreßkarten, Prospecte, prem, bas Courante, Brochüren, Statuten und Bapier, un Quittungsbücher, Marken, wurde; fe Is einen( Georg Mit e fämmtliche Formulare für Krankenhäbchen ab kaffen etc. werden prompt und preiswerth angefertigt. Buchdruckerei Brief zu hob. Räthch ie nichts after bes ondern au MAX BADING Philippine Beuthstrasse 2. Verantwortlicher Redakteur R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW. Beuthstraße 2. eine Korr