Nr. 13. Freitag, 16. Januar 1885. n. Jahrg. s der ut unten inabend! erlangen dm ihre> lielallard k sofort> ssprach. md zwe iligen i >:ik, doch? lit Lemsel i» treter WJ dm Stab icn die Ä-'K- lern Brgan für die Interessen der Arbeiter. ntlicke he erklÄ schwäche t genug« ,. Die S, ie Fachg«� Das..Berliner BoMblati" "'' preis für 35 Pf. ...-,------------.......................—... Zeilage 10 Pf. (EtAgetragsv in der PostzeiwnZKprÄSirste für 1885 unter Rr. 746.) JvsertiooSgedSH» beträgt für die 8 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Ärbert«mart, i. Hs Bei größere» Aufttäae« hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate«erde« bw 4 Ktzn Nachmittag» i» der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von alle« Amiunem» Bureaux, ohne Erhöhung de» Preise«, angenommen. MeSMtion«G fapedifton Berlin SW, Wmmerstrage 44. durch M i>et- Die Erhöhung des Getreidesolls scheint jetzt für dag deutsche Reich eine beschlossene Sache Si sein. Die Konservativen haben schon länast einen nlrog vorbereitet, den Kornzoll um da» Dreifache au er- mmt niohöhen, sie werden unterstützt von den Agrariern im Lande, värmt düdie gar eine fünffache Erhöhung wünschen. Aber auch da» en kann. Zentrum, in diesem Falle unter Führung de» Abge- Eilt es, �ordneten von Schorlemer-Alst, tritt für Erhöhung dieses DuVZolleS ein. Oberler» Und die R e i ch s r e g i e r u n g? Fürst Bismarck hat �sl�lprochen, der Bundesrath wird zustimmen und die Ange- _ Megenbeit ist erledigt. leiduna tr-r Pai teut�e besonders di? Arbeiterklasse, mag tellcn; dann bei der Gesetzgebung bedanken, daß ein« der her- vorragendsten L-benSmittel vertheuert wird. Man sagt nken z»«allerdings, das Brod sei trotz des Getreidezolles nicht im ichtig msP-eise gestiegen— das ist richtig. Zunächst ist der gegen- ii Gelraflivötlige Zoll ein geringer, dann aber sind die Ernten der letzten Jahre durchweg gute gewesen. So ist das Brod nicht rheurer geworden; es wäre aber ohne den Zoll noch etwas billiger. Bei einigen Mißernten würde die Kehrseite der Medaille schärfer hervortrete». Wir wollen hier aus einer Petition aus Davzig an den Reichstag einen Passus abdrucken, der die Verhältnisse näher beleuchtet. Es heißt da: lgSmit ügend und on. äste v> i beföi 'ffu � fachung derselben würde die wichtigsten Volksinteressen auf das Empfindlichste schädigen. Der Preis nicht nur des vom Auelande eingeführten, sondern auch der viel größeren -Menge des im Jnlande gebauten Getreides würde sich um den Betrag der Zollerhöhung steigern, also um 2 bis 4 M. für den Doppelzentner. Eine Familie, welche jährlich zehn Doppelzentner Getreide braucht, würde dafür mit 20 bis 40 M. mehr als jetzt belastet werden. Um so viel mehr müßte also von dem Verdienste des Ernährers für das tägliche Brod ausgegeben werden oder, wenn das nicht öglich ist, um so viel weniger Brod gegessen, m so viel knapper gelebt werden. Dieser achtheil tritt ein, mag die Ernte gut, mag sie schlecht ge- esen sein, in beiden Fällen muß daS Getreide um den betrag des Zolles höher bezahlt werden, und wenn das ei guten Ernten noch erträglich fein mag, so wirkt bei den �M�theueren Preisen schlechter Ernten die Vertheuerung durch hohe Zölle geradezu erdrückend. Eine solche Belastung nothwendigsten Nahrungsmittels ist für die Ernährung „md damit für das Wohlergehe» des ganzen Volkes im 0«höchsten Grade schädlich. Die Last trifft ganz vorzugS- »ruck verboten.; IeUi�StON. Gesucht und gefuudeu n./ ii Roman von Dr. Dux. (Forsetzung.) „D, Käthchcn wird Dein Geheimniß so gut bewahren ie ich selber." „Schön; wir sprechen morgen weiter darüber.... Adieu jetzt, ich fahre zu der jungen Mutter, natürlich nicht _ rtiin8®er Vater ihres Kindes, sondern als entfernter Ver- ttl. Pol!'' wandter oder dergleichen. Von meinem Verhältniffe zu ihr — ta*.«"(tnem Charakter darf Niemand etwas wissen... ?"eOt0' n5in�®u** Visite an meiner Stelle „Nein, das ist mir nicht möglich!" Oo' Du Dich mit dem Gedanken _.« ,-m.»« d.- 3'it;?- ist-m w«--"»» AS-k.»"?' ... J.. Sie saßen am nächsten Tage eben wieder beim Mittags- Il'ltvM tisch, als eS draußen klingelte. Bald darauf kam das Mäd- chen und überreichte ihrem Herrn einen Brief; die äußere Form, das große, längliche Format, das gelbe, gestempelte Papier, und namentlich das Siegel, kennzeichneten ihn sofort ilS einen Gerichtsbrief. Georg erblaßte, als er dieses Schreiben» ansichtig .. vurde; seine Hand zitterte, als er den Brief dem Dienst- l(ff»äbchen abnahm. ". Mit einem scheuen Blick auf seine Frau suchte er den �sief zu verbergen, indem er ihn unter seine Serviette chob. . Käthchen gab sich in der That den Anschein, als habe ie nichts bemerkt, und doch hatte sie nicht nur den Cha- ak»r des Briefes bereits so gut erkannt, wie ihr Mann, ondern auch gesehen, daß die Adresse an Herrn Amberg, Philippmenstraße Nr. 74 lautete. Obwohl sie in letzter Zeit von ihrem Manne über eme Korrespondenz im Unklaren gehalten.war, wußte sie ». M ll HU* ica fO weise die ärmeren Klassen. Sie find ja weit mehr als die wohlhabenderen, welche in höherem Maße Fleisch und andere theuere Nahrungsmittel genießen können, auf das Brod angewiesen; der Arme verbraucht nicht weniger, sondern mehr Biod als der Reiche. Darum ist jeder Gelreidezoll und zumal ein so hoher, wie der jetzt ver- langte, die schwerste Ungerechtigkeit. Der Haupt- gewinn würde nicht einmal der Reichskasse zufallen, welche nur den Zoll für das ausländische Getreide erhielte, son» dem den größeren Grundbesitzern, welche für das von ihnen verkaufte Getreide so viel höhere Preise erhalten. Zu ihren Gunsten insbesondere also würden die Unbemittelten so schwer belastet und zu den Ausgaben des Reichs würden sie ganz unvertzältnißmäßig hoch herangezogen! Wir lassen uns»icht durch die völlig haltlose Behauptung irre führe», daß daS Ausland den Zoll trage oder daß der Preis deS Arodes nicht durch die Preissteigerung des Getreides ver» theuert werde. Wir wisse», daß wir de» Zoll ganz und voll in dem Preise des Brodes zahlen, welches wir essen." Wie sich aber die Erhöhung de» Getreidezolls mit der Sozial-Reform der ReichSregierung, die doch auf die Ver- besierung der Lage der arbeitenden Klassen, auf die Entlastung des armen Mannes hinzielen soll, zusammenreimt, das ist uns unerfindlich. Mit der einen Hand will man geben, während man mit der anderen Hand nimmt. Ehe noch das Kranken« lassen- und Unfallversicherungsgesetz irgend eine segensreiche Wirkung ausüben k a n n, ehe das A l t e r v e r f o r g u n gS- Gesetz bei der Gesetzgebung eingebracht worden ist, wer- den Pläne geschmiedet, das unentbehrliche Nahrungsmittel drs Volkes durch Zölle zu belasten! Durch derartige Maßnahmen, welche in der Haupt- fache nur den reichen Grundbesitzern zu Gute kommen, wird die Reichsregierung nimmer die Sympathie des arbeitenden Volkes erwerben können. Auch in Frankreich plant man die Erhöhung der Getreidezölle, doch wird es dort bei dem Versuch« bleiben. Energisch hat dort schon das Volk, unterstützt von den Männern der Wissenschaft, seine Stimme erhoben, so daß wir glauben, daß die dortige Gesetzgebung gegen deS Volkes Stimme ihr Votum nicht abgeben wird. Sehr energisch sprechen sich in der wissenschaftlichen Zeitschrift„Revue scientiflque" Professor Dubost und Frederik Passy, der Vorfitzende der Kammerkommission für die Getreide- und Viehzölle, gegen den Getreidezoll aus. Es heißt da: „Der Getreidezoll ist übrigens noch weit gefähr- l r ch e r, als der Viehzoll, nicht blas für die Konsumenten, denen er das Brod vertheuern würde, sondern auch für die doch, daß derselbe mit den Gerichten nichts zu thun habe. Sie war deshalb aufs Höchste überrascht, und ein Blick auf das marmorbleiche Antlitz ihres ManneS erschreckte sie heftig. Georg wagte nicht, sein Auge zu seiner Frau zu erheben. Endlich fühlte Paul Erbarmen mit seinem Bru- der; er kam seiner Angst zur Hülfe, indem er seine Harm- losen Plaudereien wieder aufnahm, und so die Aufmerk» samkeit von dem Gegenstand ablenkte. Georg zog ihn am Rock und gab ihm einen Wink, ihm in das Nebenzimmer zu folgen. Paul gehorchte, nachdem er seiner Schwägerin vorher lächelnd eine gesegnete Mahlzeit gewünscht und ihr herzlich die Hand gedrückt hatte. „Daß der Brief auch gerade in Gegenwart Käthchen» ankommen mußte!" sagte Georg,„ich war so erschrocken! Sie muß«S mir angemerkt haben." „Wenn sie nicht mit Blindheit geschlagen war, so kann ihr nicht entgangen sein, daß Du aussahst wie eine Gips- statue." „Was muß sie von mir denken!.. Ich kann eS kaum bis morgen aushalten, ihr mein Geheimniß zu ent- decken. Sie muß mich für de« undankbarsten, schlechtesten Mann halten!" Mechanisch und mit zitternder Hand öffnete Georg den Brief. In demselben stand, daß die unverehelichte Lisette Müller Herrn Amberg, Philipp inenstr. 74 wohnhaft, al» den Vater ihres am elften Juni dieses Jahres geborenen Sohnes angegeben habe, und daß derselbe morgen Vor» mittag 10 Uhr auf das VormundfchaftS-Gericht geladen werde, um sich über diese Angaben der p. p. Müller zu äußern. „WäS ängstigst Du Dich also?" fragte Paul, nachdem sein Bruder mit flüsternder Stimme und sich häufig mit Seufzen unterbiechmd, den Brief gelesen hatte. „Die ganze Geschichte ist so einfach. Gehe getrost und mache nicht ein so einfältiges Gesicht, wenn Du morgen vor dem Richter stehst und Dein„Ja!" aussprichst und Deinen Namen unter das Protokoll setzest." Produzente», die er dem öffentlichen Unwillen aussktzt und für die er bei einer Mißerndte auch keine Garantie bietet, da eS bei sehr hohen Preisen gar nicht möglich sein würde, eine Hungersteuer aufrecht zu erhalten." Allerdings ist der Getreidezoll für Frankreich, welches viel mehr Getreide einführen muß, als Deutschland, noch verderblicher, als für unser Land, doch halten wir auch für das Deutsche Reich eine Erhöhung des Getreidezolls für schlimm genug.--- Wir haben unS schon wiederholt in diesem Blatte gegen indirekte Steuern und gegen Zölle, die auf noth- «endige Lebensmittel und Volksbedürfnisse gelegt werden, ausgesprochen, da man aber„positive Gegen- vorschlägt" jetzt immer verlangt, so halten wir auch damit nicht zurück, sondern erklären nach wie vor als die einzige, rationelle Besteuerung einer Nation die progressive Einkomme» st euer. Dolitiseke MebersirKt. Ans dem Reichstage. Die„soziale Frage" war es, welche gestern und vorgestern die Verhandlungen des„hohen Hauses" beherrscht«; das Zentrum sowohl, wie die Kouservati- ven wollten ihre, den Wählern gegebenen Versprechungen ein- lösen und ließen von„Arbeitersrcundlichkeit" triefende Reden kalten. Was ist's denn aber, was diese Herren wollen? Die Regierung soll die betreffenden Gesetze vorlegen und Enqueten veranstalten in wie weit Aendcrungen und Reformen noth» wendig sind. Auf diese Weise ist es leicht, arbeiterfreundlich zu sein, aber wir glauben, man hat nun nachgerade Ersah- rungen genug gesammelt, man könnte nun aushören zu reden und thanrästig zu handeln anfangen. Dies, scheint uns, haben auch die Redner der Arbeiterpartei begriffen, indem ste aus« führten, daß ihnen die gestellten Anträge in keiner Weise genügten, sondern daß ste es als Aufgabe der Volks« Vertretung betrachten müßten, positive Gesetzvor- schlage zur Regelung dieser wichtigsten aller Volksaufgaben zu machen. Dem entsprechend wiesen die Abgeordneten der Arbeiterpartei darauf hin, daß der von ihrer Partei vorbereitete Entwurf eines Arbeiterschuvgesetzes ihre Forverungen und Wünsche in dieser Beziehung enthalte und führten aus, daß die Berathung dieses Gesetzes, den Parteien welche jetzt so warm für das Wohl der Arbeiter eintreten, reichlich Gelegen» heit geben werde, ihre tönenden Worte in die That umzu- setzen. Interessant war dabei die Bemerkung, daß die Arbeiter- partet sich den Rath des Herrn Reichskanzlers zu Herzen ae- nommen habe und bereit sei, noch ehe das dritte Dutzend im Reichstag eintreffe, der Regierung und dem Volke laut und deutlich zu sagen was zur Förderung des Volkswohls noth- wendig erscheine. * Zu der erueuteu Anregung des Tabakmonopols seitens der Statthalteiei von Elsaß-Lothringen bemerkt die„Nat.-Lib. Korrespondenz":„Man wird danach kaum zweifeln dürfen, daß muß Dir ja diesen Gefallen er- unglücklich zu machen," seufzte „WaS hilft es, ich weisen, um Dich nicht Georg. Am andern Morgen um zehn Uhr gingen Paul Am- berg mit seinem Bruder Arm in Arm nach dem Stadt» gericht. In dem Portal des großen Gebäudes in der Jüden- straße verabschiedete er sich von ihm, um in einer gegen- überliegenden Weinhandlung seine Rückkunft zu erwarten. Nach einer halben Stunde kam Georg zurück; Paul reichte ihm die Hand und zwar diesmal mit aufrichtiger Herz« lichkeit. „Ich danke Dir, Georg, für den Dienst, welchen Du mir geleistet hast. Sei überzeugt, daß, wenn ich Dir wieder eine Gefälligkeit erweisen kann, ich Dir's nicht ab» schlagen werde."' Sie stießen mit den Gläsern an, aber GeorgL Antlitz heiterte sich nicht auf.,. Zum ersten Male in seinem Leben fühlte er eine Last auf seinem Gewissen; ja, je länger er nachdachte über daS, was er gethan, desto mehr erschien ihm seine That wie ei» Verbrechen._ Fünfzehntes Kapitel. Als die beiden Brüder aus der Weinhandlung de« Rückweg nach Georgs Wohnung antraten, gingen sie An- fang» schweigend neben einander her; Georg in trüben Gedanken versunken, Paul seine Blicke rechts und links auf alles Interessante, auf alles Bemerkenswerthe richtend. Der Eine der beiden Brüder außergewöhnlich schwer» müthig, der Andere außergewöhnlich heiter und guter �%» einer der Anschlagsäulen hielt Paul seinen Bru- �„Bleib' einen Augenblick, Georg Da, hier siehst Du «S mit Riesenlettern: Heute Abend ,m Zirkus Renz, Auf- treten deS Fräulein Eilly.— Das ist die Kunstreiterin, von der ich erzählte, die ich in Danzig sah. WaS meinst Du, gehen wir heute Abend in den Zirku»?" von Seiten der elsaß-lothringischen Landesregierung ein An» trag auf Einführung des Tabakmonopols bei dem Reicks- kanzler bezw. dem Bundesrath in Vorbereitung ist. Es bleibt nur die sthr schwerwiegende Frage, inwiefern man stck in Strasburg bei diesem Antrag des vorherigen Einverständniffes des Reickskanzlers verfichert hat. Wir wollen hoffen, daß hierbei nur eine selbstständige Straßburger Aktion vorliegt. Im gegenwärtigen Reichstag ist das Tabakmonopol ebenso- wenig vurchzubringen wie im verflossenen, und daß es dem Reickskanzler noch einmal nach Reichstagswahlen unter dem Zeichen dieses Projektes gelüstet, möchten wir bezweifeln." Dem Bundesrath ist die schon seit längerer Zeit vorbereitete Zolltarifnovelle zugeqange«. Dieselbe hat vorher den Bundesregierungen zur Begutachtung vorgelegen und ist, nachdem die Leußerung derselben eingegangen, an dm Bundesrath gebracht worden. Der Gesetzentwurf, welcher be- relts auf der morgigen Tagesordnung des Bundesraths fich befindet, besteht aus 3 Paragraphen.§ 2 enthält die auf die Abänderung des Zolltarifs vom 15. Juni 1879 bezüglichen Positionen; eS find zumeist die in der voriqm Sesfion thcils vom Reichstag abgelehnten, theils nicht mehr zur Berathung gekommenen Tarifänderungen, einzelne darunter mit wesent- liehen Modifikationen. Als neu sind zunächst die Getrei- d e z ö l l e zu erwähnen, wobei Roggen mit M. 2, Weizen mit M. 3 angesetzt find; die Holzzölle find für rohes und für unbearbeitetes Holz in gleicher Höhe wie in der vorigen Vor- läge, für bearbeitetes jedoch wesentlich höher angesetzt. Oele haben eine durchgreifende Umgestaltung im Anschluß an die früheren Vorschläge erfahren. Mühlenfabrikate werden von 3 auf 5 M. gesetzt, Damast allgemein bis auf 120 M. Alkomo- dirte Rähfäven und Nähzwime find wesentlich erhöht, die erste und zweite Stufe bei Garn find in eine zusammenge- zogen und auf 5 M. angesetrt. Feuerfeste Steine find auf 50 M., Schmelztiegel auf 2 M. u. s. w. normirt; im Ganzen find es an 20 Positionen. Noch immer gehen dem Reichskanzler Zustimmungs- Adressen aus Anlaß der Reichstagsabstimmung vom 15. Dezember zu: einzelne derselben sollen bis 10,000 Unterschriften trogen. Um eine Vorstellung von der Ausdehnung zu geben, den diese Kundgebungen erreicht haben, genügt es, zu bemerken, daß das Gewicht derselben tageweise annähernd einen Zmtner erreicht.— Es ist nicht ohne Interesse, festzustellen, welche Stände fich vorzugsweise bei diesen Adressen betheiligt haben; man würde daraus vielleicht Rückschlüsse ziehen können auf die sür Bildung unserer Parteim bestimmenden Faktoren. Die„N. A. Zeitung" hofft darüber in Kurzem Näheres mit- theilen zu können. Ueber das Engagement deutscher Offiziere a. D. für China brachte gestern die„Nordd. Allg. Ztg." folgende offi- ziöse Erklärung:„Die chinefische Regierung hat eine Anzahl Deutscher, welche ehemals dem Heere angehört haben, als In« struktoren für ihre Armee engagirt. Die Bedingungen, unter denen diese früheren Militärs in China Stelluno finoen, sollen pekuniär sehr günstige sein, und es ist deshalb nicht zu ver- wundern, daß sie bcr solchen ehemaligen Militärs, welche jetzt als Privatleute in voller Unabhängigkeit leben, Annahme ge- fanden haben. Die Reichiregierung kann dieselben dabei weder fördern noch hindern; solchen Milrtärs aber, welche zum beut« schen Heere noch in dienstlichem oder Reserve-Verhältniß stehen, würde sie infolge der strikten Neutralität, die fie dem sranzöfisch-winefischen Konflilt gegenüber von Anfang an be- wahrt hat, die Äetheiligung an derartigen Geschäften natürlich nicht gestatten." % Ein Kongreß für Gefängnißwesen findet dieses Jahr in Rom statt. Cs soll zugleicp eine Ausstellung von Mo- bellen von Gefängniszellen und Gefängnißmobiliar nebst Ar- dettSerzeugniffen der Gefangenen stattfinden. Das Kornite des Vereins für Gefängnißwesen in der Schweiz, organistrt bereits Theilnahme. Anme'dungen haben vor Ende Februar zu geschehen. Die Schweiz wird vertreten durch Herrn Straf- anstaltsdirektor Dr. Guillaume in Neuenburg. Hessen- Darmstadt. Die Regiervug hat den Standen soeben einen Gesetzentwurf zugehen lassen, der unter Aufhebung des Absatzes 2 im Art. 6 des Gesetzes vom 9. Juni 1879, betr. die Ausführung der deutschen Strafprozeßordnung, be» stimmt: Die Vorschrift des Artikels 6 Abs. 1 des zit. Ges.. wonach der zu einer Freiheitsstrafe Verurtheilte die Kosten seines Unterhalts zu ersetzen hat. kommt aua> bei Vcrdüßung von Zuchthaus- oder Gefängn.ßstrafen zur Anwendung. Das Gesetz soll mit dem 1. April 1895 in Kraft treten. Der auf- zugehende PassuS 2 des Art. 6 laute':„Bei der Verbüßung von Freiheitsstrafen in dem Lande szuchthause oder in den Ge- fängnissen wird angenommen, daß die Sträflinge den Ersatz für die Kosten ihres UnterhalS durch die Arbeit geleistet haben, zu welcher fie in diesen Sirafanstalten angehalten worden." Dem Gesetzentwurf ist eine verhältnißmäßig umfangreiche Mo- tivirung betgegeben. München- Durch Entschließung des Staatsministeriums des Innern vom 26. v. M. wurde, wie die„M. A. Z" mit- theilt, der Schuhmachergeselle Harl Heininger aus Haiback in Oesterreich, welcher vom Landgerichte Augsburg wegen Ver- „Ich bin eigentlich nicht so recht in der Stimmung," sagte Georg kleinmüthrg;„doch, wenn Käthchen will..." „Du beugst Dich förmlich dem Willen Deiner Frau," sagte Paul, indem sie weiter gingen.„Ich habe Dir schon einmal gesagt, Georg, dergleichen thut nicht gut. Du mußt Deiner Frau eine männliche Autorität zeigen, mußt zeigen, daß Du selbstständig handeln kannst, sowohl in Deinen Geschäften, wie in Deinen Vergnügungen." „Bis jetzt bin ich immer am besten dabei weggekommen, wenn ich merne Frau überall hinzuzog." „Nun, wie Du denkst, Georg, wenn Du nicht ohne Deine Frau gehe« kannst, so verzichte ich ganz und gar auf den Besuch des Zirkui." „Das ist mir in der That das Liebste... Ich werde die Zeit lieber benutzen, um endlich mein schwer belastete» Herz vor meiner Frau auszuschütten." „Du Thor, willst Ihr also Alle« sagen?" „Natürlich I Du weißt ja, daß ich niemals beabsich- tigte, ihr diese Geschichte zu verschweigen; Du selbst warst damit einverstanden." „Nun meinetwegen magst Du das; um meinetwegen brauchst Du Dir keine» Zwang aufzuerlegen; aber um Deiner selbst willen möchte ich Dir rathen, die Beichte noch hinau« zu schieben." „Um meiner selbst willen? Siehst Du denn nicht ein, daß ich unglücklich bin, seit ich weiß, daß Käthchen mich be- argwohnt?" „So? Du glaubst also, durch Deine Beichte wäre der Argwohn beseitigt?" � „Gewiß! Käthchen setzt m merne Worte kernen Zweifel." „Wie schlecht kennst Du das weibliche Herz, Georg. Eine Frau, deren Eifersucht einmal erweckt ist, sieht in den allerunschuldigsten Dingen Gespenster, wenn Du Dich auch noch so engelrein darstellst, sie wird hie, und da dennoch einen Flecken an Deiner Tugend bemerken, der sich nicht abwaschen läßt, und wenn Du ihr mit tausend Eiden Deine Unschuld beschwörst, sie wird sich davon nicht überzeugen. drei Wochen Gefängnis Königreiche Bayern auS- breitung des„Sozialdemokrat" zu verurtheilt worden war, aus dem gewiesen. Oesterreich-Ungarn. Zwischen bem Bischof Slroßmayer und der kroatischen Landesregierung schwebt ein Konflikt. Letztere weigert fich, dem Bischöfe die Bewilligung zur Abholzung der Waldungen des Bisthums zu geben, und stützt fich auf die bestehenden Gesetze. Stroßmayer soll nämlich in den großen Waldungen seines bischöflichen Besitzes eine Raubwnthjchaft geführt und daraus den Erlös von mehr als vier Millionen Gulden erzielt haben, die er auf die Erbauung der Diakovarer Kathedrale und zu großartigen Schenkungen verwendete. Die Erhaltung der von ihm errichteten Bauten und die Alimentirung seiner Stiftungen erfordert immer neue Summen, während die bischöf- lichen Kassen leer find. Dieser Ebbe soll durch weitere Deva- stirung der Wälder abgeholfen werden, während die Landes- regierung die Bewilligung dazu v rweigert. Das Agramer Organ Stroßmayer's fühtt laut Klage darüber, daß man Stroßmayer in der Ausübung seiner Rechte(!) behindern wolle. Schweiz. Eine Volksversammlung tagte am 11. Januar in Sasel- ßadt, um über Schutzmittel gegen die herrschende Arbeitslosigkeit zu berathen. Das Präsidium führte der Arbetter Martin und das Wort wurde ergriffen von Bürgin, KreiS Deschwanden, Dr. Feigenwinter, Redakteur Am- stein, Kiefer-Bär, Rudolf Sarafin u. s. w. Schließlich wählte die Versammlung eine Kommisston, in welcher die oerschieden- sten politischm Schattirungen vertreten find, welche weitere Schritte thun soll Frankreich. Wie der„Telepravhe" wissen will, sollen die ollgemeinen Kammerwahlen schon Ende April oder Anfang Mai angeord- net werden. Ferry würde dazu hauptsächlich dadurch bestimmt, daß vorausfichtlich 30 Mitglieder der Kammermehrheit zu Se- natoren gewählt werden und die entsprechende Zahl von Er- satzwahlen stattfinden müßte, wenn die Neuwahlen erst in der zweiten Hälfte dieses Jahres stattfinden. Die veifiühten Wahlen würden eine Auflösung der Kammer zur Folge haben, wenn der Präsident nicht etwa seine Zusttmmung zu einer Kammerauflösung versagt.— Die Kommission der Arbeitslosen hat Deligirte zum Gemeinderath entsendet, welche gestern von dessen Vorstand empfangen wurden. Die Delegirten verlangten, der Vorstand solle den Seinepräfekten veranlassen, den Ge- meinderath sofort einzuberufen, damit derselbe die Anträge der unbeschäftigten Arbeiter entgegennehme und über diese Anträge beschließe. Der Vorstand hat jedoch beschloffen, es komme ihm nicht zu, einen derartigen Schritt bei dem Präfekten zu thun. Grostbritaunie«. Der„Standard" glaubt, daß die englische Regierung mit der deutschen Regierung in Unterhandlungen eingetreten ist, um ein Uebereinkommen zu Stande zu bringen, wonach keine der beiden Mächte ein Protektorat über die S a m o a- I n- seln übernehmen darf. Unter diesen Umständen erwartet man, daß das Kolonial-Amt es ablehnen wird, dem Ecsuchen der Regierung von Neuseeland um unverzügliche Annexion dieser Inseln Folge zu geben.— Ferner verlangt das Blatt, daß England ebenso prompt vorgehe, wie Fürst Bismarck und erklärt es für lächerlich, mit Deutschland deshalb zu streiten, weil es etwas genommen habe, was England zuerst hätte nehmen können, es aber nicht gethan habe. Nichts sei einer großen Nation unwürdiger, als vage, unpraktische Eifer- süchteleien.„Daily News" meinen, soweit sie sähen, habe die deutsche Kolonialpolitik überall der unverständigen Panik, welche sie zuerst in England erregte, den Boden entzogen. Amerika. Zu dem Attentat auf den Jrländer Phelan wird dem „Standard" aus New-Bork berichtet: Phelan scheint in vielen fenischen Unternehmungen der Hauptführer gewesen zu sein. Man meldet, daß er einer derjenigen war, die mit der Ermor- dung des Kronzeugen Carey beauftragt waren. Die anderen waren Kearny, Syort und O'Donnell. Jeder Einzelne war nach einem besonderen Hafen gewiesen, und wie die Welt jetzt weiß, war eö O'Donnell, dem es gelang, den mörderischen Auftrag auszuführen. Rossa's„United Jrishmen" hat eine Darlegung der Angelegenheit veröffentlicht, in der Phelan mit M'Dermott auf eine Stufe gestellt und behauptet wird, daß chelan zu der Unterredung mit einem Messer versehen erschien. _ ossa beabsichtigt die Einleitung einer fenischen Untersuchung über die Frage von Phelan'S Treue. Er behauptet, daß eng« fische Agenten für die hiesigen Dynamitverschwörungen ver- antwortlich find, und daß fie die Dynamitarden gedungen haben, die alsdann später entdeckt werden sollten. Rossa er- bietet fich, vor irgend einem Ausschuß, den der Kongreß nieder- setzen dürste, die Kowplizität der britischen Polrzei zu be« weisen. „Ich rechne darauf, Paul, daß die Bescheinigung, welche Du mir giebst, sie allein schon überzeugen wird." „Du sollst die Bescheinigung haben, mein guter Junge; aber erwäge folgende»— Du sagst Deiner Frau:„„Ich habe die Vaterschaft eines unehelichen Kindes anerkannt, dessen Vater ich nicht bin; ich habe das aus Gefälligkeit für meiaen Bruder gethan. Sieh', hier ist ein Zettel mei- ne5 Bruder», auf welchem geschrieben steht, daß er der Vater ist, und daß ich durch die Anerkenntniß uur gefällig gewesen bin""... Meinst Du, daß Käthchen Dir alsdann um den Hals fällt und ausruft:„„O, Du guter, edler Mann! Ich habe Mißtrauen gegen Dich gehegt, jetzt bin ich von allem Mißtrauen befreit?!"" Georg senkte traurig da» Gesicht und dachte einige Sekunden nach. Mit einem tiefen Seufzer antwortete er endlich: „Nein, nein, da» wird sie nicht sagen; sie wird mir vielleicht gar einen Borwurf machen und sagen, ich hätte leichtfertig gehandelt." „Da» wird sie ohne Zweifel! Sie wird sogar hinzu« fügen:„„Warum hast Du mich nicht zu Nathe gezogen?"" Sie wird Dir Schreckensgespenster vormalen, wird Dir allerlei mögliche und unmögliche Folgen vorstellm, die Deine Handlung haben könne; sie wird Dir und sich Angst machen, wo gar keine Ursache zur Besorgniß vorhan- den ist." „Darauf muß ich gefaßt sein, Paul; aber ich werde ihr sagen, daß Du versicherst, meine Gefälligkeit könnte durchaus keine schlimmen Folgen haben." „Ich schmeichle mir nicht, bei Deiner liebenswürdigen Frau eine so unantastbare Autorität zu sein, daß sie meiner Versicherung ohne Weitere» Glauben schenkt." „Sie ist aber vernünftigen Vorstellungen zugänglich." „Eine eifersüchtige Frau vernünftigen Vorstellungen zugänglich? Ha, ha! Ich kenne da» aus Erfahrung. Meine Frau ist auch zuweilen eifersüchttg. Alle Gesetze der Logik, aller gesunde Mm schenverstand, alle vernünftige Ueber- legung wird zu Schanden vor der Leidenschaft weiblicher Eifersucht." „Bon Eifersucht ist ja aber hier gar nicht die Rede, Kommuusw. Die Berliner Pferdebahnen. Im Jahre 1884 id in Berlin ca. 80 Millionen Menschen durch die versÄ«* Tramway-Gesellschasten, an 18 Millionen durch Omnibuß Thorwagen und an 10 Millionen auf der Stadt- und 1 bahn im Jnternverkehr befördert; außerdem wurden auf A booten, auf der Stadtbahn im Vorortsverkehr u. f. Millionen Passagiere befördert, so daß von den Berlin* kehrsinstituten, abgesehen von den Droschken, Privatfuhr« Kremsern u. s. w. an 110 Millionen Menschen E* machten, d. h. pro Tag an 300000 Menschen. Uns in* besonders die eine Thatsache, daß die verschiedenen Tram» Gesellschaften gegen das Vorjahr(1883)� 9 000 000 Passagiere mehr aufweisen, obwohl nur eine: neu eröffnet(Spittelmarkt— Rollkrug) und zwei and« längert wurden(Hafenplatz— 5)ausvoigteiplatz bis zum® platz und Weißensee— Alexanderplatz bis RathhauS). j auf allen Linien, auch auf denen der Berliner Pferds Gesellschaft nach Charlottenburg eine Hebung gegen W jähr zu lonstatiren, die durchschnittlich über acht Pro)» trägt, eine Hebung, die, wie gesagt, fast von selbst sondere Aufwendungen der Gejellschast eintrat. zunehmende Benutzung der Pferdebahnen ist an fich ge> erfreulich; bedauerlich aber ist, daß man ein Perke' von so hervorragender Wichtigkeit und Unentdehrlil privaten Ausdeutung überläßt, und somit daS große mühelos von Jahr zu Jahr wachsende Summen uet läßt, welche der Allgemeinheit zu Gute kommen könnte« N o Kalos. Der neue vom Potizeiprästdium dem Magistrat v» Entwurf einer Bauordnung für Berlin, welcher fich v früheren Entwurf formell dadurch unterscheidet, daß b« Minister des Innern mit den im neuen Entwurf ent Bestimmungen fich einverstanden erklärt hat, enthält d nehmen nach theilweise weit strengere resp. die Bebar schränkenden Vorschriften als der frühere Entwurf. R neuen Entwurf wird in Zukunft ein großer Theil der! Ber'iner Grundstücke in einer für den Eigenthümer nutzs den Weise gar nicht umgebaut werden können, und es deshalb diese Eigenthümer ihre vorhandenen alten Bauk so lange wie möglich zu erhatten suchen. Die Berathu« Magistrat wie in der vom Magistrat gebildeten Si Mission über den neuen Entwurf bezwecken nur, die ten Staatsbehörden durch sachliche Erwägungen zur rung einzelner Bestimmungen des Entwurfs im Inte Baulust zu bewegem dagegen fehltjdcr städtischen 'lag der gegenwärtigen Sachlage jedes Mittel, etwaige Ae des Entwurfs fordern zu können. g. Das Terrain des zugeschütteten Grüne« von der Waisenbrücke bis zur Loge zu den 3 Wei zum größten Theil bereits verpachtet und wird als benutzt. Einen großen Tbeil dieser Strecke will ein Unternehmer zu einer künstlichen Eisbahn Herrichten, wie seine anderen Schicksalsgenossen, bisher immer seh wie das zum Gefrieren gegossene Wasser fich in den einsog. Es dürfte fich eizenthümlich ausnehmen, wenn einem natürlichen Wasserlauf auf einer künstlichen fich tummeln wird.— Mit der Durchlegung der straße nach dem Hausvoigteiplatz, welcher im Sommrt griff genommen werden dürfte,.wird ein weiteres f Grünen Grabens verschwinden. An dieser Stelle ist ein großes Stück des Grünen Graben» zu dem Waarenlagerhaus« mit verwendet worden, welch« Grundstücken HauSooizteiplatz 6 und 7 aeaenwiirtti wird. Die Benutzung des zugeschütteten Grünen; als Baugrund ist besser, als man vielleicht anzuneh' Da auch der geforderte Preis für denselben kein. mäßig hoher ist, so dürfte daS ganze Terrain deS. Grabens, soweit es wenigstens freiliegt, in kurzer Zeit' Bildfläche durch seine Bebauung verschwunden sein, u Warnung. Auf dem Artillerie Schießplatz bei 3# den wiederholt Personen betroffen, welche, entgegen � zeilichen Verbot, denselben unbefugter Weise betreten Da auf dem genannten Platze fast zu jeder Jahr»' Tageszeit Schießübungen nicht allein der Artillerie, � früheren Kr auch der Infanterie und Kavallerie stattfinden, so[aS lich leiten zu Nichtbeachtung obigen Verbotes, neben der angedrohten' jare für die Betreffenden die schwersten Gefahren für%«erließ angi Gesundheit nach fich ziehen. Es kann daher im JnW* um sich n Publikums nur auf das Dringendste vor dem Utbej'. hatte der jr des die Grenzen des Platzes bezeichnenden Sicherheit den, heimlil gewarnt werden. g Kollegen hc e- Bei dem jetzt wieder in großem Schwunltt? lebrge Berti lichen Ausschlachte« der Häuser, d. h. dem Änjj! einer bekam zum Abbruch destimmten Gebäude behufs Verkaufs? und in den brauchbaren Baumaterialien, tritt die gewiß allsMr Vertreterin esfirende Erscheinung zu Tage, daß die bei dem AM wonnenen auterbaltenen fttbirtf)? au � f steifen ab> tegeleien fordern ur 23 M.. w mit 26 bis rung für d stcinfabrika nämlich seh und widers und daher Um die Zi brechen zu fahren; de hohen Prei N. Di Aktien-Gesl pots, sowol genauen R Feuerficherl m Schönet soll denselb _ g. Mi Grundstück Bullenwin! ehemaligen hat. Ein i daS Förster bauten Tai Försterei er welcher mit eine Erinrn welche hier stall soll se genommen ten; später jetzt dient i Geschäft. 2 deren Dach Zahl von Grundstück werden, w läßt. Du schickte gest welchen er Niederwall Schul, hat sich nicht u Entfernung hundertmal einen zweit alt. mittelg ficht, und( Augen; fe etwas nach , Z« de lerinnen i Seite nock gericht besck von 12000 Annonce, t von 20000 teur suchte. Noncc ab> Vermittlerin Besitz der I Vermögen setzen verspi Eltern meh erfolgte zw, tigams die Mittlerin T Vergnügun die freundli nung des i verlebte, t zeit, die d Mittelpunkt feiet hatt, wonnenen guterhaltenen Ziegelsteine beinahe zu.., vor ryr zu Paul. Dein Revers muß ja jedes Mißtrauen pflichtet �ha eheliche Treue sofort beseitigen."* meiner ein, „Das denkst Du Drr; erwäge doch einmal,? werde." Deine Frau, wenn Du ihr diesen Schein produt� Sie« ob nicht dabei denkt:„„Ha, mein Georg hat die Georc brachen, er hat ein uneheliches Kind.... Ich 9*] Gemüthssii bat. Uf ersten unlängst angemerkt, daß er ein böseS Gewissen hat, da die Sache nicht länger vertuscht werden kann, r naymevoll mich zu täuschen."". Seitenblick „Paul, wahrhastig, Du erschreckst mich— dal? �deutete: ich gar nicht gedacht. Du meinst also wirklich,' Nückes w könnte an meine Schuld glauben? ,Jch meine nicht, daß sie da« könnte, sondert kläre Dir ausdrücklich, daß sie da« thun wird". Georg blieb plötzlich stehen und sah seine! sehr ernst und vorwurfsvoll an. „Das Alle» sagst Du mir jetzt? O, Paul! unbrüderlich von Drr, daß Du Alles dieses n sagtest. Früher sagtest Du, daß ich bei diese* durchaus nicht« riskirte und jetzt stellst Du mir lichsten Folgen vor." „DaS Alles wird nicht geschehen, wenn D» das heißt, wenn Du schweigst.... Ich denke,„ nicht Ursache hast, mir Vorwürfe zu machen, daS sage. Du solltest lieber erkennen, daß ich liehet Liebe zu Dir, Dich befreien möchte von che« nachtheiligen Folgen." at „Ich muß schweigen, muß diese» Gehei*!� Lebenlang in meiner Brust verschließen," sagte dumpfer Stimme. „DaS ist allerding» nothwendig," versetzte wenn Du auch jetzt noch mit dem Gedanke» ausgesöhnt bist, so wirst Du e» bald sein.-'> thut das Ihrige zur Heilung aller Schmerzen» derung der Gewissenspein... Du bist jetzt aui ein sorgenfteiei Leben zu führen, vielleicht ko*� kurz oder lang wieder zu Wohlstande, wen» sorgenfrei lebt, vergißt man dergleichen«*5 Käthchen wird sehr bald gar nicht mehr dara» sie Dich einmal im Verdacht gehabt hat,"» wo Am Berlin ab. Zu H ihm diese s sei und dc Testament „Natü Ment zu ui den er dari beseitigt, n Testament denkt.... sinn ein R fern zu hal "ir sind ermögenS, ausrufen: schwere: aber ist da. daß em fle, «Deiner Dir „Gott rief gele ,,3Benn ntii ringt, so ringen, da 5te verM jCmnital tadt- uni I :Öen auf A r u. s. t Berlin« riodfuW !?'m nur eum Bei anM ii9 zum® >haui). j rer PfelZ .cht PÄ st%4 i stch fl«« i Be.keW atdehrli« 5 große» amen s» tt könnte» Preisen abgesetzt werben, wie jene, welche ganz neu miß den Ziegeleien bezogen werden. Für die ersteren Ziegelsteine fordern und erhalten die Unternehmer pro Tausend 21 bis 23 M, während neue Ziegelsteine aus den Ziegeleien heute mit 26 bis 28 M. pro Tausend bezahlt werden. Die Erklä- rung für diese auffällige Thatsache giebt der heutigen Ziegel- stemfabrikation kein gutes Zeugniß. Die Bauherrn wiffen nämlich sehr gut, daß die alten Ziegelsteine bedeutend fester und widerstandsfähiger find, als die Ziegelsteine von heute und daher bilden die ersteren stets einen sehr gesuchten Artikel. Um die Ziegelsteine beim Abbruch zu erhalten bezw. ihr Zer- brechen zu verhindern, wird möglichst sorgfällig mit ihnen ver- fahren; der Mehraufwand von Arbeite kräften wird durch den hohen Preis dieser Steine aufgewogen. ... N. Die Direktion der großen Berliner Pferdeeisenbahn- Amen-Gesellschaft unterwirft gegenwärtig ihre sämmtlichen De- pots, sowohl innerhalb der Stadt wie in den Bororten, einer genauen Revifion durch Sachverständige in Bezug auf deren Feuerficherheit, um ähnlichen Katastrophen, wie bei dem Depot in Schöneberg, vorzubeugen. Da wo irgend Mängel gefunden, soll denselben im Laufe des Sommers abgeholfen werden. _ 5 Mit dem Abbruch der alten Baulichkeiten auf dem Grundstück Taubenstraße 23-, dem letzten Grundstück am sog. Bullenwmkel. schw nden die noch übrig gebliebenen Reste der ehemaligen kurfürstlichen Försterei, welche stch hier befunden W- fvf, der zu ihr gehörigen Baulichkeiten, so vaS Försterhaus, ist bereits vor Jahren beim Aufbau der Pracht- bauten Taubenstraße 22 und 23 abgeriffen worden. An die Ennert jetzt nur noch ein inzwischen verbauter Stall, 5»«.' Längsseite direkt an der Straße liegt und so I« r* i"netun,ß a" fck ehemaligen baulichen Zustände abgiebt, welche b,er geherrscht. Der zum Abbruch kommende Förster- stall soll seinerzeit die Wagen und Pferde der Fremden auf- genommen haben, welche die Försterei mit ihrem Besuch beehr. :c"; spoter wurde er in einen Krankensaal umgewandelt und s�t dient er schon seit langer Zeit als Remise für ein Fuhr- geichaft. Das einzige, was die fensterlose Straßenfront, an deren Dach man mit der Hand reichen kann, ziert, ist eine An- j Auefjangef ästen hiesiger Echreiblehrer. Auf dem Grundstück soll letzt ein großes, schönes Gebäude errichtet werden, welches ein hiesiges bedeutendes Bankhaus erbauen KKW Sv, lnittelgroß, von schmachtiger Gestalt, mit regelmäßigem Ge- ficht, und gesunder Gesichtsfarbe, dunkelblonden Haaren, blauen Augen; seine Zahne find vollständig, einer derselben ist aber etwas nach Innen gewachsen. ..j)* dem Treiben der sogenannte« Heirathsvermitt- «rinnen wird der„Ger.-Ztg." von durchaus glaubwürdiger 'P�te. voch ein Fall mitqethetlt, der augenblicklich das Ehe- gencht beschäftigt. Ein Oberkellner, welcher sich des Besitzes von 12000 M. erfreut, fand in einer hiesigen Zeitung eine Annonce, durch welche eine junge Dame mit einem Vermögen von 20 000 M. einen Ehemann, am liebsten einen Restaura- teur suchte. Der Oberkellner gab seine Adreffe auf diese An- nonce ab und erhielt bald darauf den Besuch einer Heiraths- Vermittlerin, einer Frau Blume, welche den Oberkellner in den Besitz der heirathSlustiaen, jungen Dame mit den 20 000 M. ! Vermögen gegen Zahlung einer Provifion von 400 M. zu fetzen versprach. Nachdem die erst 24jährige Schöne, die keine Eltern mehr hatte, dem Oberkellner vorbestellt worden war, erfolgte zwei Tage später die Verlobung und seitens des Bräu- trgams die Auszahlung der 400 M. Provifion an die Ver- mrttlerin Blume. Während nun das verlobte Paar sich allen Vergnügungen hier hingab, bei welchen selbstverständlich auch die freundliche Vermittlerin nicht fehlen durfte und auf Rech- nung des bis über die Ohren verliebten Bräutigams gute Tage verlebte, traf das Brautpaar alle Vorbereitungen zur Hoch- zeit, die denn auch vor einigen Monaten in einem Lokale im Mittelpunkt der Stadt gefeiert wurde. Zu dieser Hochzeits- feier hatte der glückliche Ehegatte auch einige seiner früheren Kollegen geladen, die während der Tafel sich Heim- lichkerten zuflüsterten. Der jungen Ehefrau war das sonder« gistrat vtl er sich v daß be» vurf entf nthält det e Bebaiis lurf. Rm [hell der! mer nutzW und es j ten Bau« Lerathui» ten SpeB ir, die»Z ,en zur im zen ige Aer rüne« 3 Welt d als »ill ein ichten, mer sei in den n, wenn stlichen ig der So mm» teres& stelle ist dem velche* nroätiig KÜm zuneh lein rain des rzer Zeit i sein. itz bei t Jahres', rttllerie, en, so», wrenen zu_ eare benehmen mehrerer Hoch'zeitsgäste nicht entgangen, und sie für verließ angeblich eines leichten Unwohlseins halber die Tafel, im Jnt(% um sich nach einem Nebenzimmer zu verfügen. Inzwischen em hatte der junge Ehemann alles elfahren, was zu der auffallen- Sicherheit»! den, heimlichen Unterhaltung Veranlaffung gegeben. Seine u Kollegen hatten in der ihm eben angetrauten Frau eine leicht- hwnnlZs,? lebige Berliner Dame erkannt, die bis vor kurzem der Aufsicht dem% eurer bekannten Abtheilung des Polizei- Präsidiums unterstellt terkaufß? und in den öffentlichen Balllokalm der Residenz eine ständige ß allsew, Vertreterin war. Der junge Ehemann ging zu seiner Ehefrau, dem � ,u � vor ihr zu haben. Du hast aber auS dieser Geschichte den , I großen Vortheil gezogen, daß Du mich Dir auf ewig ver- pflichtet hast. Ich wiederhole Dir, Georg, daß, wenn Du g«reiner einmal bedarfst, ich Dir den Gegendienst erweisen einmal,,»erbe." tj prodm Sie waren inzwischen zu Hause angekommen. »t die K Georg war nicht so sehr Herr seiner Gefühle, um seine > Ich Eemüthsstimmung vor seiner Frau zu verbergen. Auf den !» hat, u ersten Blick bemerkte diese seine Niedergeschlagenheit. Thell« l kann, � nahmevoll sah sie ihn an, aber sie sagte nichts. Nur einen Seitenblick richtete sie auf ihren Schwager, welcher diese« Mideutete:„Ich Weiß, daß Du der Störenfried unseres Glückes warst". wachsten Morgen reiste Paul Amberg von Berlm ab. Zu Hause fand er einm Brief Emmy'S vor, worin ihm diese schrieb, daß Onkel Rodmburg bedenklich erkrankt sei und daß derselbe den Wunsch geäußert habe, sein Testament zu machen. „Natürlich," so schloß der Brief,„wird er das Testa- ment zu unserm Gunsten machen. Er hat ja Niemanden, den er darin bedenken könnte; Lucie ist beseitigt, Fritz ist beseitigt, nur wäre noch zu verhindern, daß er in seinem Testament an daS dritte Bruderkmd, Martin Rodenburg, dmkt..... Vielleicht, theurer Onkel, findet Dein Scharf- sinn ein Mittel, auch diesen Namen von dem Testamente 'ern zu halten.... Nun noch wenige Tage, Onkel, und ir sind Erben von Felda« und des Rodenburg'schen Vermögens, und dann erst können wir mit vollem Herzen ausrufen: Triumph! Wir haben gesiegt!... ES war schwerer Kampf, den«ir unternahmen, desto größer trauen &— dasj ärklich,' sonder» nrd".■' ih seine« Paul!. ieseS« i dieses t mir nn D«| denke,„j %% von t»en»"Ls gelesen hatte, und ihn wieder Ibt auf�k'Wenn mich mein----- LK zusammenfaltete. Leichtsinn auch von Amt und Brod so wird er mich doch nicht um daS Vermögen daS entschädigt mich genügend für AlleS!" die inzwischen von einer Ohnmacht sich erholt hatte, um hier das Geständniß zu empfangen, daß sie früher einmal sehr leicht gelebt habe und überhaupt leinen Pfennig Vermögen besitze. Zu dem ganzen Schwindel will sie von der Vermittlerin Blume überredet worden sein. Die Enthüllungen über das Vorleben seiner mittellosen Frau hatten eine derartige Wirkung auf den betrogenen Ehemann ausgeübt, daß er sofort die Gesellschaft ver- ließ. WenigeMinuten später war auch die junge Frau verschwunden und bald nachher die 25 Personen starke Hochzeitsgesellschaft. Die davongegangenen Eheleute haben die gemiethete Wohnung nicht bezogen, dagegen hat der Ehemann sofort die Klage auf Trennung der Ehe beim Landgericht l angestrengt. Die Haupt- Urheberin des Betruges, Frau Blume, ist unmittelbar nach der Hochzeit spurlos aus Berlin verschwunden. a. Wegen Aufruhrs find heut acht Perso neu von der Kriminal-Polizei zur Hast gebracht worden, welche Massenverhaftung folgender bedauerlicher Vorgang oer- anlaßt hat; Schon seit längerer Zeit hat die Polizei Kenntniß von dem jeder Beschreibung spottenden Unwesen, welches all- nächtlich die Prostituirten und ihre Zuhälter(sog.«Louis) in der Langenstraße verüben, und es ist deshalb seit Kurzem vor den berüchtiqsten Häusern dieser Straße ein Schutzmannsrosten aufgestellt worden, welcher die Festnahme von Ruhestörern ver- anlassen sollte. Hierdurch machte sich dieser Beamte bei den „Louis", welche in einem Schanklokal der genannten Straße regelmäßig zusammenkommen und eine Vereinigung unter dem Namen„Aihletenklub" bilden, verhaßt, und die Louis planten einen plötzlichen geneinsamen Uebeifall des Postens» um an diesem durch Mißhandlungen ihr Müthchen zu kühlen. Inder Nacht vom 12. zum 13. d. M. um 1 IV- Ubr wurde dieser Plan ausgeführt; eine Horde von„Louis" und sonstigen Strolchen in einer Stärke von mehr als ICO Mann stürtte plötzlich auf den Beamten zu, umringte ihn, und die RLvels- führer, darunter der„Arbeiter" Casbaum, warfen den Beamten zu Boden, schlugen auf ihn und versuchten ihm sein Seiten- gewehr zu entreißen. Dies aber gelang innen nicht, denn der Schutzmann hielt krampfhaft seinen Säber fest und dieser konnte ihm nicht entrissen werden. Auf die Hilferufe deS Schutzaranns kamen zwei Revierwächter hinzu, welche aber keinen der Strolche festzunehmen vermochten, da ihnen die- jenigen, welche sie ergriffen, von 20 anderen Händen wieder entl.ffrn wurden. Nachdem die Strolche die geplante Miß- Handlung des Schutzmanns zur Ausführung gebracht hotten, zerstreuten sie sich. Die von ver Kriminalpolizei am folgenden Tage aufgenommenen Nachforschungen führten zur Festnahme von 8 an der Zusammenrottung bethciligten Strolchen, wo- runter der Haupträdelsführer Casbaum sich befindet. Cas- bäum hat eingeräumt, daß der Ueberfall des Schutzmanns von sämmtlichen an dem Ueberfall Betheiligten geplant gewesen war. Die Verletzungen des Überfallenen ScvutzmanneS sind glücklicher Weise keine bedenklichen.— Schließlich wollen wir noch bemerken, daß das Verbrechen deS Aufruhrs nach§ 115 des Strafgesetzbuchs, Abs. 2 gegen die Rädelsführer mit Zucht- haus bestraft wird. Es ist erstaunlich, woran die Langfinger sich wagen. Im Vestibül des Konkordiatheaters in der Frtedrichstraße hing ein lebensgroßes Bilv deS einen dort auftretenden Artisten, eines Silhouettenzeichners. Das Bild batte eine Höhe von 80 Zentimeter und 50 Zentimeter Breite und einen werthvollen, breiten, in Gold gehaltenen Rahmen. Vielleicht hat der letztere eine besondere Anziehungskraft ausgeübt, genug, das befestigte Bild ist unter den Augen des Portiers fortgestohlen worden und spurlos verschwunden. Die Diebstähle im Moabiter Justizpalaste scheinen nachgerade überhand nehmen zu wollen. Zu den in den jüng- sten Tagen bereits gemeldeten hat stch schon wieder ein neuer gesellt. Während eines Prozesses, der Montag und Dienstag das Schwurgericht am Landgericht ll. beschäfligre, wurde einem Zeugen aus dem Zeugenzimmer ein seidener Regenschirm mit Elsenbeinknauf entwendet. Der Zeuge hatte nur auf eine Se- künde das Zeugenzimmer verlassen und während dieser kurzen Zeit den Schirm auf den Tisch gelegt; als er zurückkam, war der Schirm fort. Daß stch ein Zeuge vergriffen hat, haben die eingeleiteten Recherchen widerlegt; es ist daher nur anzunehmen, daß stch ein Unbetheiligter in das Zeugenzimmer geschlichen und irgend eine Gelegenheit zum Diebstahle abgewartet hat. Die öftere Wiederkehr solcher Fälle dürfte dazu führen, daß eine strengere Kontrole in Bezug auf die Besucher der Eitzungssäle und Korridore geübt wird. N. Verschollen ist seit vorigen Eonnabend ein in der Heckmann'schen Fabrik in der Köpnickerstraße beschäftigter Ar- beiter Christian Börnert aus Britz. Derselbe ist am Sonn- abend Abend in der Nähe genannter Fabrik zum letzten Male in Gesellschaft von zwei Mannspersonen gesehen worden. Von hier ab fehlt jede Spur und schwebt die Familie deshalb in größter Besorgniß, da angenommen wird, daß Börnert ein Unglück zugestoßen ist. Der Vermißte, 55 Jahr alt, ist von mittlerer Statur, hat dunkles Haupthaar und gleichfarbigen Schnurrbart und trug einen schwarzen Uederzieher. Börnert hatte den Wochenlohn bei stch und war außerdem im Besitz einer Taschenuhr. Alle, welche über den Verbleib des Ver- �Sechzehntes Kapitel. Bereits seit drei Monaten war Fritz Rodenburg in Bethesda thätig und mit jedem Tage gewann er mehr das Vertrauen des Chefarztes und auch zum Theil der Kranken selber. Der Besuch des Arzte« ist bei Irren in der Regel ein unangenehmes Ereigniß. Fritz dagegen war wegen seines außerordentlich gewandten und taktvollen Benehmens, das er der Krankheit eines Jeden anzupassen verstand, Ihnen Allen wie ein angenehmer Gast. Er disputirte eben so ernsthaft mit Catharina von Medieis und sprach mit ihr über Hugenotten-Edikte, als ob er ihr Minister sei. Dem Religionsreformator, der die Religion der Brü- derlichkeit erfunden und von dem großen Geiste selbst inspirirt sein wollte, ja, der auch über übernatürliche Mächte verfügte, hörte er mit größter Aufmerksamkeit zu, und machte ihm in zwar bescheidener, aber bestimmter Weise be- greiflich, daß das Alles keine neuen Ideen, sondern schon längst da gewesene seien, und eben sein Eingehen auf die fixe Idee macht die Kranken oft stutzig und an sich selbst zweifelhast, was immerhin schon als ein Symptom der Besserung betrachtet werden kann. Am meisten aber gewann et durch diese Methode da» Vertrauen der Patienten, so daß diese selbst sich«ach der Stunde seines Besuches sehnten. Fritz Rodenburg seinerseits verwandte alle Zeit und alle Mühe auf seinen neuen Beruf; unverdrossen widmete er sich früh und spät der weder angenehmen noch dank- baren Aufgabe, des Lebens Nachtseiten zu studiren und einen Lichtstrahl in den traurig verfinsterten Geist fallen zu lassen. Mr. Gefferson schätzte ihn deshalb außerordentlich und be» vorzugte ihn vor allen übrigen Assistenzärzten dadurch, daß er ihn häufig zu einer Privatbesprechung einladen ließ, und eine solche fand auch heute statt, während sie in dem Wohnzimmer Mr. Gefferson'« bei einem Glase Wein saßen und über die Vorzüge oder Nachtheile dieser und jener Einrichtung sprachen, die Irrenhäuser im Allgemeinen und da» von Bethesda insbesondere bis auf die kleinsten Detail» be- mißten etwas wiffen, werden geblten, der Polizei oder der Frau Börnert direkte Mittheilung zu mackien. K U-ber eine Eisenbahn» Katastrophe in Nassen- Haide, erfahren wir das Nachfolgende: Der von Stralsunv gestern früh 8 Udr 22 Minuten abgelassene Güterzug, hatte gestern Abend 7 Uhr beinahe die zwischen Oranienburg und Grüneberg belegene Station Naffcnhaide erreicht, als plötzlich aus bisher noch absolut unaufgeklärter Veranlassung die Ma- schine und der aus 7 Wagen bestehende Train entgleiste. Der in einem der vordersten Wagen befindliche Packmeister Richter wurde sofort getödtet, während der Zugführer und ein anderer Beamter anscheinend lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Aerztliche Hilfe war von Oranienburg sofort zur Stelle. Nach Anlegung von Notverbänden mußten die beiden Verunglück- ten, da sie nicht weiter transportfähig waren, nach Oranienburg überführt und dort in weitere ärztliche Behandlung ge- geben werden. Der getödtete Packmeister Richter, ein sehr pflichtgetreuer und tüchtiger Beamter, hinterläßt eine Frau und zwei Kinder im Alter von 3 resp. 1 Jahr. Obwohl sofort nach Bekanntwerden der Katastrophe 15 Arbeiter von der Stettiner und 30 Arbeiter von der Märkischen Eisenbahn an die Unglücksstelle abgesandt worden, so war es doch nicht möglich die Geleise wieder frei zu machen. Ueber die Entstehung der Entgleisung war etwas Bestimmtes bisher noch nicht zu er» Mitteln. Festgestellt soll sein, daß die Weichen sowohl in Grüneberg, wie in Oranienburg vollständig richtig gestanden haben. Die weitere Untersuchung ist eingeleitet, und hat stch zu diesem Zweck eine Untersuchungskommisfion bereits gestern früh an den Ort der Katastrophe begeben. Ein schwerer Unglücksfall hat den im benachbarten Lanle(Kreis Bernau) in stiller Zurückgezogenheit lebenden Oberstlieutenant a. D M. in der Nacht vom 13. bis 14. d. Mts. betroffen. Der alte Herr machte sich um 10 Uhr von Biesenthal aus auf den Nachhauseweg und hatte ungefähr auf der Hälfte des Weges das Unglück, auf der dunklen Chaussee zu Falle zu kommen und htervci einen Beinbruch zu erleiden. Ohne sich von der Stelle rühren zu können, hat der Bedauernswerihe die ganze Nacht aus der menschenleeren Chaussee zubringen müssen, erst beim Tagesanbruch kam die erste Person, die Brodsrau, des Weges, welche schleunigst auS Lanke Hilfe requirirte, worauf der Verunglückte in seine Woh« nung geschafft wmde. Eine Giftmischerin. Ein Dienstmädchen in Charlotten- bürg hat eine Reihe von Giftmordversuchen gegen die Tochter ihrer Dienstherrschaft begangen. Die Giftmischerin will die That deshalb ausgeführt haben, weil sie glaubte, daß mit Be- seitigung der Tochter ihre Stellung in der Familie eine bessere werden würde. Sie versetzte die für die Tochter bestimmten Speisen und Getränte mit großen Mengen von Phosphor, welchen fie von Zündhölzchen abgeschabt hatte. Die infolge- dessen stch einstellende dauernde Kränklichkeit ihres Kindes machte endlich den Verdacht in den Eltern rege, dasselbe könne vergiftet sein, was stch denn auch durch Untersuchung der Speisen bestätigte. Am Montag fand die Verhaftung deS Dienstmädchens statt, welches bei den ersten Vernehmungen ihre Abstcht bereits eingestanden und die einzelnen Versuche zugegeben hat. Eine Wahre Selbstmord� Epidemie scheint über Berlin hereingebrochen zu sein. Die Fälle, in denen auS oft in ge- heimnißvolles Dunkel gehüllten Gründen Lebensmüde die Hand an stch legen, mehren stch in erschieckender Weise. Oft haben wir an einem Tage Kenntniß von 3 oder 4 solchen Ereignissen erhalten. Der letzte Fall ereignete sich im Eisendnhnloupe. Bei der Ankunft des am Mittwoch Abend 11 Uhr auf dem Echlefischen Bahnhof eintreffenden Personenzuges wurde in einem Koupe zweiter Klasse die Leiche eines jungen ManneS mit blondem Bart, dessen Persönlichkeit nicht sogleich festge- stellt werden konnte, am Boden zwischen den Kissen liegend vorgefunden. Ein leeres Fläschchen, welches der Äerstoroene noch umklammert hielt, zeigte, daß er stch durch Gift den Tod gegeben. Es ergab sich, daß er in Breslau eingestiegen und erst von Frankfurt ab allein im Koupe geblieben war. Die Leiche wurde alsbald auf Anordnung der Polizei nach dem ObduktionShause geschafft. g. Der Selbstmord des Baumeisters Stürmer in seiner Zelle deS Untersuchungsgerichts zu Moabit zeigt, wie durchaus notwendig zur Verhinderung ähnlicher Vorgänge die Entfer- nung aller Gegenstände ist, welche den Jnhaftlrren den Selbst- mord durch Erstechen, Erhängen rc. möglich machen. Dasselbe Verfahren, welches in dieser Beziehung in den Gefängnissen geübt wird, könnte sehr leicht auch in dem Untersuchungsgericht beobachtet werden. Stürmer hat stch, wie gemeldet wurde, er- hängt; wie wir hinzufügen können, mittelst seiner Hosenträger, Ausgeschlossen ist ja ein Selbstmord auch in einer Gefänaniß- zelle nicht, wie die unnatürlichen Todesrnten in den Gefängnissen beweisen Aber ihre Ausführung wird hier sehr erschwert und mancher Sträfling, der später ein ordentlicher Mensch ge- worden, hätte sich das Leben genommen, wenn ihm hierzu nicht durch Entblößung aller Mittel die Möglichkeit benommen wor- den wäre. trachteten und gegenseitig ihre Erfahrungen durch Mitthei- lung ihrer Ansichten zu ergänzen suchten. Sie kamen zuletzt auf einzelne Kranke zu sprechen und Fritz versäumte bei solchen Gelegenheiten nie, derjenigen Kranken zu erwähnen, welche nach wie vor sein besondere« �nttrche erregt hatten. Es waren die» Mrß. Forster und „Ich muß lobend anerkennen," sagte der Chefarzt,„daß Sie diesen Kranken eine besondere Sorgfalt widmen; in- dessen beklage ich Sie zugleich, denn hier haben Sie am wenigsten Aussicht auf Erfolg." „Ich meinerseits," antwortete Fritz,„glaube, daß hier ein Erfolg am leichtesten zu erzielen ist. Für mich kommt eL zunächst nur darauf an, zu wissen, ob diese beide« Pa- tienten überhaupt wahnsinnig sind, oder nicht... Sind sie es, dann dürfte«S nicht schwer sein, den Ursprung der Krankheit zu erforschen, und da fie periodisch unstreitig vollkommen gesund sind, so ist die größte Hoffnung auf ihre Genesung vorhanden... Sind sie aber überhaupt nicht wahnsinnig, nun so ist doch diese Entdeckung für Beide ein großer Gewinn und darf ebenfalls als ein Erfolg angesehen werden.",„ „Von Mrß. Forster bin ich überzeugt, daß.sie nicht wahnsinnig ist; dagegen ist es Miß Elly unstreitig, und zwar ist sie unheilbar wahnsinnig." „Erlauben Sie, Herr Direktor, daß ich hierin gerade umgekehrter Ansicht bin; ich glaube vielmehr, daß Mrß. Forster in der That geisteskrank ist, dagegen Miß Ell? völlig gesund, und wo sie hie und da Spuren von Geistes» Zerrüttung zeigen mag, so ist die« wohl nur ihrem langen Aufenthalt in der Anstalt und ihrem steten Verkehr mit Irren zuzuschreiben." �, „Ich wundere mich, H-rr Rodenburg. Sie, einen Arzt von so scharfem Verstände, drese Ansicht aussprechen zu hören... Haben Sie an Mrß. Forster auch nur die leiseste Spur einer GeisteSzenüttung bemerlt?" (Fortsetzung folgt.) ;- Ein graufiger Fund wurde am Sonnabend Nachmittag auf dem Hofe des früheren Amtshauses in Steglis gemacht. Ein sogenannter Naturforscher" untersuchte mit seinem Hafen Die Müllgrube nach irgendwelchen Abgängen, und dabei förderte er die Leiche eines neugeborenen Kindes zu Tage. Es liegt unzweifelhaft ein Kindesmord vor; denn wie fich schon auf den ersten Blick zeigte, und wie die gestern stattgehabte Obduktion ergab, war der Schädel des Kindes eingedrückt, und auch an der Kehle zeigten sich Spuren einer würgenden Hand. Die Untersuchung ist natürlich sofort eingeleitet worden. Louisenstädtisches Theater. Da die Direktion des Louisenstädtischen Theaters fich diesen Winter vollauf mit Novitäten versehen, dieselben aber bisher wegen des längeren Gastspiels der Zwerge nicht hat fönnen zur Aufführung gelangen laffen, so müffen sie nun schnell wegen der Kürze der Zeit auf einander folgen. So geht am Sonnabend schon wieder eine neue Gesangspose, betitelt:„ Papa Kiekebusch" von Ehly in Szene. Das bereits seit mehreren Jahren im Alhambratheater engagirte Mitglied Herr Theod. Bez hat am Sonnabend, den 17. Januar fein Benefiz. Es gelangt zur Aufführung das Schauspiel: Mutter segen", oder die neue Fanchon. Dieser Hinweis dürfte wohl genügen, um dem allgemein beliebten Benefizianten ein volles Haus zu sichern. DieHauptrollen be finden sich in Händen der Damen Bez, Carlsen, Milbis, Vallier und der Herren Bez, von Bohlen, Gericke und Sees feld. Central Theater. Fräulein Anna Grünfeld, die vortreff liche Soubrette des Central Theaters, welche in der luftigen Gesangs poffe Der Walzer- König", deren 83. Aufführung heute stattfindet, durch ihren stets frischen Humor und reizenden Gesangsvortrag wesentlich zu dem außerordentlichen Erfolge der Novität beiträgt, bat soeben von Herrn Dir. Ernst, der die Verdienste seiner Mitglieder zu schäßen weiß, eine be deutende Gagenzulage erhalten. Gerichts- Zeitung. -y. Nach der Bescheerung. Am Abende des 21. Dezbr. vorigen Jahres fand in dem Rother'schen Lokale in der Teltowerstraße die Weihnachtsbescheerung für die armen Rinder jenes Bezirkes statt. Unter den zu Bescheerenden befanden sich auch die Kutscher Karl Lewin'schen Kinder, die, wie üblich, von thren Eltern begleitet wurden. Der feierliche Alt war eben zu Ende und die Beschenkten schickten fich an, nach Hause zu gehen, da betrat noch ein armes Weib mit vier Kindern neben und hinter sich den Saal, es wandte fich an den Vorstand und bat, daß doch auch den Kindern ihrer in bedrängter Lage befindlichen Schwester, denn das seien ihre Begleiter, von den Gaben der Wohlthätigen etwas zu Gute fommen. Sofort drängte fich das Lewin'sche Ehepaar, welches Ohrenzeuge dieses Gesuches war, vor und erklärte, daß die Bittstellerin, welche ihnen bekannt sei, feineswegs in hilfsbedürftiger Lage fich bes finde, der Vorstand nahm indessen von dieser Einmischung teine Notiz, sondern versprach der Bittstellerin eine nachträgliche Bescheerung am folgenden Tage. Hierüber wurde Lewin bermaßen von Neid beseelt, daß er der fich entfernenden Frau auf den Flur folgte und derselben hier ohne alle Veranlassung einen Schlag ins Gesicht verfeßte. Als die entrüsteten Augenzeugen den rohen Patron kurzer Hand vor die Thür warfen, da wandte fich sein Groll gegen die unfreiwillige Urheberin dieses Schimpfes, gegen jene arme Frau und er und seine Ehehälfte faßten an der Großbeerenstraßen Ede Posto, um die ahnungslos des Weges kommende noch weiter zu mißhandeln. Dies haben fie allerdings gründlich und zwar gemeinschaftlich besorgt, es bekam ihnen aber schlecht, denn zunächst wurden fte arretirt und gestern diktirte die 91ste Abtheilung des Schöffen gerichts dem Ehemanne eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten, Der Frau Lewin eine solche von einer Woche zu. einen Knippel und schlug damit trop der Warnung Timmers, fich und sein Haus nicht unglücklich zu machen, derart auf das Frauenzimmer ein, daß dasselbe alsbald mit Geheul durch die Hausthür entfloh. Luther machte nun dem Timmer Vorwürfe. Dieser verwahrte fich dagegen, meinte, seine Mittel hätten stets geholfen, bezahlte seine Beche und fuhr mit Freymath ab, inSem er die vor dem Dorf wartende Beyer mit auf den Wagen nahm und fte mit 4 M. entschädigte. nahm und fie mit 4 M. entschädigte. Auf die gegen die Drei Komplizen in erwähnter Art erhobene Anklage hatte das Schöffengericht zu Küstrin auf Freisprechung erkannt, indem es der Angabe Timmers, daß es sich nur um einen„ Spaß" und nicht um Erreichung eines rechtswidrigen Vermögensvortheils gehandelt habe, Glauben schenkte. Die Straffammer zu Landsberg, bei welcher der Staatsanwalt Berufung einlegte, nahm indeß das Gegentheil an, und zwar umſomehr, als Zimmer und Freymuth geständlich das Heilen von allerlei Krankheiten des Viches durch Sympathie" und„ Besprechung" gewerbsmäßig gegen Entgelt betreiben, und zwar durch Sympathie" in der Weise, daß sie einen von religiösen Formeln verbrämten Spruch auf ein Stück Papier schreiben, barin Haare von dem tranten Vieh einwickeln und legterem dann das Papier zu freffen geben. Heilmethoden, mit denen fie sich auf einem Gebiet bewegen, das dem hier in Rede stehenden nahe genug verwandt ift. Sonach wurden Timmer und Freymuth wegen versuchten Betruges zu je vier Wochen, die Beyer wegen Beihilfe zu zehn Tagen Gefängniß verurtheilt. Sie legten hiergegen Reviston ein. Timmer, ein noch ganz junger Mann, fuchte im Audienstermin vor dem Kammergericht auch hier die Sache lediglich als Spaß darzustellen. Das Kammergericht fand diesen Einwand für begründet und verwies die Sache zur nochmaligen Verhandlung in die Vorinstanz zurück. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. t. Die öffentliche Generalversammlung der Metallarbeiter Berlins, welche am Mittwoch Abend unter dem Vorfis des Herrn Rogan in Sanssouci tagte, nahm als ersten Bunti der reichhaltigen und wichtigen Tagesordnung den Kaffenbericht für das leztverfloffene Quartal entgegen, den Herr Möhring in Vertretung des Kassirers Herrn Nezband erstattete. Wenn irgend etwas geeignet ist, den bedauerlichen Rückgang der einft so stattlichen Bewegung flar vor Augen zu führen, so ist es dieser Abrechnungsbericht vom Generalunterstüßungsfonds. Angesichts dieser traurigen Thatsache verdienen die von verschiedenen Seiten an die Metallarbeiter gerichteten Mahnungen doch wieder regelmäßig und allgemein zum Genes ralfonds beizusteuern, die ernſtefte Beachtung, um so mehr, als gerade jeßt erhöhte Anforderungen an denselben gestellt werden. Nach Erledigung dieses Punktes erstattete der Me tallarbeiter Herr Krohm Bericht über den Kongreß zu Gera, am Schluffe desselben folgenden Antrag stellend: Die heute den 14. Januar 1885 tagende Generalversammlung der Metallarbeiter Berlins beschließt, eine Kommission von 15 Berfonen zu wählen, welche beauftragt ist, in den verschiedenen Metallarbeiter- Fachvereinen Berlins und Umgegend den Beis tritt zu der durch den Kongreß zu Gera gegründeten Vereinis gung der Metallarbeiter Deutschlands zu veranlassen, zuvor aber den Ausschuß dieser Vereinigung zu ersuchen, definitiven Beschluß zu fassen resp. denselben mitzutheilen, bis zu welcher Höhe das diesjährige Gehalt des ersten Vorsitzenden und ersten Kassirers normirt werden soll." Gegen diesen Antrag war Herr Goerdi, welcher es nicht für zweckmäßig hielt, daß die Feantragte Rommission, welche nothwendig aus Veriretern aller Branchen zusammengesetzt sein müsse, aus der in Rede stehenden Versammlung gewählt werde; es sei erforderlich, daß zu diesem Brede eine allgemeine große Versammlung Herr Krohm sämmtlicher Metallarbeiter einberufen werde. glaubt jedoch, daß diese Angelegenheit rasch erledigt und allen Schwierigkeiten dadurch begegnet werden könne, daß er den verschiedensten Branchen angehörende Personen für die Kommission vorschlug, die Ergänzung derselben zur vollen Bahl der Versammlung überlassend. Diese entschied sich denn auch im Sinne des Herrn Krohm und nahm den gestellten Antrag in vorstehender Form bei der erfolgten Abstimmung an. Bei der Wahl der für die Kommiffion vorgeschlagenen Personen stellten fich indeß derartige Schwierigkeiten heraus, daß fich Herr Krohm veranlaßt sab, seinen gestellten Antrag wieder zurückzuziehen und die Versammlung votirte nun mehr im Sinne des Herrn Görcki, daß eine große Metallarbeiterver sammlung einberufen werden möge, in welcher alle Branchen vertreten sind, und daß aus dieser Versammlung heraus die Kommissionswahl vorgenommen werden möge. Hieran schloß fich die Neuwahl der gesammten Lohnkommission und fiel die Wahl auf die Herren Möhring, Schäfer, Fröhlich, Groß, Thielide, Kliping, Eidelsberg, Täsche, Rogan. Lepterer wies mit Entschiedenheit die Verdächtigung, daß bei der legten großen Abrechnung vom Mai 400 M. unterschlagen worden seien, zurückt und beantragte, in dieser Angelegenheit eine Kommission von 3 Mitgliedern zu wählen, welche sämmtliche Beläge noch einmal gründlich zu prüfen und einer Generalversammlung sodann Bericht zu erstatten habe. Dieser Antrag gelangte zur Annahme, eine Wahl jedoch erfolgte, so viel wir übersehen fonnten, nicht. Die Strifenden der Lenschow u. Mackett'schen und der Joseph'schen Fabrik fanten warme Vertreter und Befürworter, und faßte die Generalversammlung folgende Resolution: Die heute ze. Versammlung erklärt sich mit den Lenschow u. Markert'schen und den Joseph'schen strikenden Arbeitern solidarisch und verpflichtet sich, dieselben moralisch und materiell mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu unterstüßen." Auch wurde die weitere Unterstüßung von drei Holyfchen Schnittarbeitern beschloffen. nug, und doch nimmt es bei weitem nicht den Rang ein der Sängerwelt, der ihm gebührt, weil eben die Kräfte zu f vertheilt find in fleine ,, Vereinchen", die so gut wie nichts be deuten. Eine dankenswerthe Aufgabe ist es daher, dieselbe möglichst zu größeren Chören zusammenzubringen, und m darf annehmen, daß die Sache im besten Gang ist, da s mehrere Vereinigungen dieser Art stattgefunden haben. wir hören, ergreift bierzu ein weiterer Verein die Initia indem er hiermit Sänger und Sangesfreunde( paffive alieder) sowie ganze Vereine, fich ihm anzuschliegen einla Dieser Verein tagt Mittwochs von 9-11 Uhr bei Lehm Nr. 13 Alexandrinenstraße 32. Der Verein besteht seit 1860, er if Sängerfreisen wohl renommirt, wie auch sein Dirigent tüchtig bekannt ist. Eine Mitglieder Versammlung des Fachvereins Nadler, Siebmacher und Berufsgen. Berlins findet Sonnabe Den 17. Januar, Abends 8 Uhr, im Lokale Arminhallen, S mandantenstr. 20 statt. T.- D.: 1. Vorstandswahl. 2. schiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. Um pünktlches scheinen wird gebeten. Eine Generalversammlung der Central- Kra und Sterbetaffe der Fabrit- und Handarbeiter( be Geschlechts) Dresden( örtliche Verwaltung Berlin) find Sonntag Vormittag 10 Uhr in Nieft's Salon, Kommand ftraße 71/72 statt, mit der Tagesordnung: 1) Kaffenb 2) Wahl der Delegirten zur Generalversammlung. 3) schiedenes. Alle wahlberechtigten Mitglieder, welche 21. Lebensjahr überschritten haben, werden hierdurch auf dert, zahlreich in der Versammlung zu erscheinen. Der Fachverein der Rohrleger hielt am Sonntag Lokal von Wolf u. Krüger in der Staligerstraße wieder Versammlung ab. Nachdem das Protokoll verlesen und Raffirer Kaffenbericht erstattet worden war, bielt Hen länder einen längeren Vortrag: Reisestizzen aus Amerika." Dem Vortrage folgte eine furze Diskussion, wurde eine Tellersammlung für die Wittwe eines verfto Kollegen veranstaltet, worauf die Versammlung gefd wurde. " 1 Vermischtes. N 11 Ueber bringt die H Es bro des Herrn regung in u Umstände ü ordentlich er Abend um ( Clefern Hof geradezu vom Dienst Todesröchel breite, nur i am lebhaftef ihre legten S Diese Zeit ve Wünschen fi chen holen a und für den 1 Geschäftsleut Vereine, V Diese Zeit fi während des all machen in zwei um ( Gärtnerweg Dr. Rumpff zweibundert Mord auf d Umständen verübt, und 9 Uhr wird mädchen erzä Vorgarten b storben. In erst um halb der Mörder? Ueber diefe Die erste Fra Bermu hung um diefelbe Rumpff, wil merkt haben, schwanden. Rumpff bedr Attentats auf auch mitgethe Schutzmaßreg mann des A Ueber unsere Vornamen hielt im Verein Ham fcher Staatsbeamten Herr Profeffor Dr. Genthe, der D des Wilhelmsgymnaftums zu Hamburg einen sehr interes Vortrag, dem der Hamburgische Korrespondent" folgend nimmt: Das Verständniß und der Gebrauch unserer namen ist leider sehr in Berwirrung gerathen. Wir sch 3. B. nicht nur J. F. Meyer, sondern sprechen nun fchon so. Daraus folgert sich die Gefahr, daß in nicht allzu Beit die Familiennamen völlig überwiegen werden und find es erst 360 Jahre, seitdem es durch das Anwachs Verkehrs nothwendig wurde, die Vornamen durch Hinzuf eines Familiennamens im Intereffe einer befferen Personal scheidung zu ergänzen. Die Familiennamen wurden ur lich vom Vater genommen, so z. B. daß mit Ludolfsen, sen, Matthäi, Ludovici die Söhne des Ludolf, Matthäu bezeichnet wurden; sodann auch von dem Wohnort d treffenden, wie in Konrad auf der Mauer, Arnold am B Heinrich Thormählen(-mühlen), Kellinghusen( hausen) ferner von der Landschaft, aus welcher der Einzelne ge von seinem Stand, seinem Werkzeug, den Wochentagen Endlich hat auch der Volkswiz Spott- und Spitznamen Langbein, Krummbein, Ungnad, Wohlwill, Effegern, Sau Supus, Hafenfrat, Pimpernelle und tausend andere erf beren sich kein Mensch erwehren kann, falls er nicht schl bei den zuständigen Behörden um eine offizielle Alend tiger Weise oder Vertauschung seines Namens einkommen will. Sachenlager aber ist es mit den Vornamen, für welche die Kinder fest, als an Eltern verantwortlich machen können und die darum mi Polizei Präfi ficht, Umficht und Vorsicht gewählt werden sollten nicht unbekan die alten Griechen und Römer, und selbst die Sta Der Untersuch Chinesen nehmen Bedacht darauf, ihren Kindern mit des Ermorce lage eines Vornamens gleichsam einen Schmud mit au wohner zu ve Lebensweg zu geben. Der Tag der Namensverleihung galt Bluticche vor lich bei den alten Germanen für ein Feft und dem, der den aufgegeben. verleihen durfte, widerfuhr eine hohe Ehre, für die er fid hafte Epätigt Geschenke, aus denen sich die jetzige Sitte der Pathenge niffare zum entwickelte, erkenntlich zu zeigen pflegte. Der Borras auglich ihrer sprach nun über die Bedeutung der altdeutschen Vornaus von N von denen wir jetzt noch etwa 7000 verschiebene fennen trachten. Die aber fast alle für den modernen Gebrauch wie leider so Geringste ve aus unserer alten Sprache und Sitte verloren gegangen unter Bublife Schuld daran hat hauptsächlich die römische Kirche, die al burchsucht, all 13. Jahrhundert durch den gesteigerten Verkehr der Geb von Familiennamen fich immer mehr einbürgerte, die in dem u. A. und Nonnen dazu wang, lateinische Namen verrathsprozes nehmen; lateinische Vornamen galten als gehvor dem Rei Deutsche als Teufelewert; später haben ja auch die anarchistischen diesen Glaubensunfinn so weit getrieben, daß sie sich war wesentlic Gum zu feinem sprüche und Pfalmanfänge als Vornamen beilegten. Stall so weit, daß fich gute deutsche Familien nach dem lichkeit Name beliche Meinung hebräische, britische, afrikanische, griechische Namen, ohne ihre Bedeutung zu fennen so z. B. ohne zu wiffen Benugung die Chatharina, die Reine; Eulalia, die Wohlredende; Helen Leipziger Reto Männerfangende; Therese, die Jägerin; Sophie, die es einmal de beit; Eusebius, deberecht: Barbara( Barble), Die Bar würdigkeit ab Ursula, das Bärchen; Margarethe, die Betle; Baula, die ob das Th Morig, der Sohn eines Mauren; Bortia- bie Schweine ben rechtfertig ift. Die Gelehrten legten fich griechische und lateini bor den Rich Kriegsleute alte Helben- und die Weltmänner fra Namen bei; durch diese unverständige Sitte ist den heutiges Vornamenregister mit tlaffischen, teltischen wie in Olga und Wanda mit slavischen Lauten übe worden. Dazu kommen dann um das Kauberwäli zu machen die in letzter Zeit üblich gewordenen namen aus den beliebtesten Dpern, Romanen und wie die unzähligen Greichen"," lsen" u. f. 2. b Soll es so bleiben? Mögen," so schließt der Red Fremden, die unter uns weilen, ihre Rinder rubig John Henri, Ines u. f. w. taufen, für deutsche Kinder zi Deutsche Namen und ihrer, die finnvoll, schön und würden wir uns wahrlich nicht zu schämen haben!" Eine wunderbare Herengeschichte, in der auch der Scharfrichter eine Hauptrolle spielt, gelangte am Montag in der Revistonsinstanz vor dem Straffenat des Kammergerichts zur Verhandlung. Angeklagt des versuchten Betruges resp. der Beihilfe dazu sind der Scharftichtereibefizer August Zimmer zu Küftrin, deffen Gehilfe Christian Freymuth und die unverebelichte Anna Beyer zu Drewig bei Rüstrin. Der von der Straffammer zu Landsberg a. W. festgestellte Thatbestand ist nach der G.- 8." folgender: Der Gastwirth Luther in GroßRammin hat im vorigen Jahre mehrfache Krankheitserscheinungen unter feinen Rüben bemerkt, und der um Nath befragte Zimmer erklärte die Thiere für, bebert". Er behauptete auch, daß er, wenn er Haare von dem Vieh hätte, sehen könnte, ob Fütterung oder böse Menschen schuld an der Krankheit haben; auch müsse er die Haare zur Prüfung an den Scharfrichterverein zu Wiesbaden schicken. Freymuth holte hierauf Haare von Luthers sämmtlichem Vieh, besuchte dann bald darauf den Luther in Gemeinschaft mit Timmer und mußte bei dieser Gelegenheit mit dem Vieh ,, Sympathie machen." Als nun trozdem wieder eine Rub frant wurde, las Timmer dem Luther einen angeb lich vom Scharfrichterverein aus Wiesbaden erhaltenen Brief ver, wonach ein altes Weib aus Kammin schuld an der Viehtrantheit sei" er würde dem Luther das alte Weib bringen; bas fofte aber 100 M. und ein Geschenk für den Gehilfen. Luther versprach beides. Nun engagirte Freymuth die dicht bei Rüstrin wohnende, unter fittenpolizeilicher Kontrole stehende Beyer und versprach ihr 10 M., wenn fie in Kammin die Rolle der Here spielen wolle. Sie wurde dahin instruirt, daß fie eine Müge auffeße und ein recht herenmäßiges Ansehen und Gebaren annehme, dann aber in der zur Beschwörung bestimmten Nacht, sobald Licht an ein bestimmtes Fenster der Luther'schen Wohnung gefeßt würde, an dieses Fenster trete und fich dem Luther als Here zeige. Sie folle sich dabei die Haare recht wild in das Geficht streichen und sagen, fie fei die Here; fie wolle es aber in ihrem Leben nicht wieder thun. Bweimal tam es wegen Behinderung Luthers, oder weil die Beugen, welche derselbe eingeladen hatte, nicht erschienen wa ren, nicht zu der verabredeten Beschwörung; endlich aber fand Dieselbe doch in einer Nacht des Februar vorigen Jahres statt, nachdem Luther noch schnell seinen Nachbar Siewert als Beugen des schauerlichen Aftes herbeigeholt hatte. Man begab sich nun in die gute Stube". Timmer erhielt auf sein Ansuchen drei Lichter und drei Flaschen als Leuchter dazu, zündete die Lichter an und las nun gemeinschaftlich mit Frenmuth aus mitgebrachten Büchern. Timmer fragte sodann den Freymuth: „ st Dein Buch abgelaufen?" Diefer erwiderte: Ja!" wo rauf Timmer in beschwörendem Zone zweimal rief: ,, Geist, ich sage Dir, tritt herein!" Die Beyer ließ hierauf draußen an bem bestimmten Fenster wimmende Töne laut werden, zeigte fich aber noch nicht, und erst als Timmer mit verstärkter Stimme tief: Satan, ich sage Dir zum dritten Mal, tritt herein!" tam fte und zwar entgegen ihrer Instruktion, wo nach fie fich, sobald sie sich am Fenster zeigte, wieder entfernen follte, direkt zur Thür herein und gab auf Timmers Frage: Weib, was treibt Dich hierher?" sur Antwort: Der Geist treibt mich hierher; ich habe keine Ruhe, ich bitte um Vergebung!" Lutber und seine Frau schimpften nun auf die vermeintlichehere, weshalb diefe ihr Vieh behert habe, da sie ihr doch nichts gethan hatten, und als fte fodann Bweifel äußerten, ob man es, die Beyer die Beyer ist nämlich von sehr großer Gestalt, nicht etwa mit einem Herer statt mit einer Here zu thun habe, überzeugte fie Timmer alsbald durch den Augenschein von der Weiblichkeit der unheimlichen Erscheinung. Auf Luthers Frage, wer und woher fte sei, gab fte zur Antwort:" Ich bin aus Sumatra von jenseits der Warthe und heiße Beyer." Nun ging aber dem Luther, war doch die Person und das Renommé der ein Licht auf; Beyer nur zu sehr in der Gegend bekannt, er erkannte, weffen Geistes Kind er vor sich habe, ergriff schnell Berantwortlicher Redakteur N. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Die Zentral- Kranken- und Sterbekasse der deutschen Wagenbauer, Filiale Berlin, bielt am Sonntag Nachmittag 3 Uhr in den Sälen der Gratweil'schen Bierhallen ihre ordent liche General- Versammlung ab. Bunächst erstattete Herr Seehaus Kaffenbericht über das 4. Quartal: Die Einnahmen bes trugen, inkl. Kaffenüberschuß vom 8. Quartal, 4101 Mark 86 Bf. und überstiegen dieselben fämmtliche Ausgaben um 1695 Mt. 66 Bf., wovon 1000 Mt. Der Hauptkaffe überfandt und 695 Mt. 66 Bf. am Drte behalten wurden. Alsdann erfuchte der Bevollmächtigte die Versammlung, Vorschläge zur Wahl von mehreren Bezirkskaffirern zu machen. Die Wahl fiel auf die Herren Wienbrad, Gramisch, Grad und Nebel. Hierauf theilte Herr Döring im Namen der Kommiffion mit, daß das diesjährige Wintervergnügen in Form eines Wiener Maskenballes am Sonnabend, den 7. Februar, in dem venovirten Lokale des Herrn Fiebig in der Großen Frankfurterstr. stattfindet, und ersuchte die Mitglieder, da das Lokal sowohl stattfindet, und ersuchte die Mitglieder, da das Lokal sowohl an der Ringbahn, wie an der Neuen Berliner Pferdeeisenbahn läge, auch per Omnibus über Alexanderplat oder Moltenmarkt läge, auch per Omnibus über Alexanderplat oder Moltenmarkt bequem zu erreichen sei, fich möglichst zahlreich zu betheiligen. bequem zu erreichen sei, fich möglichst zahlreich zu betheiligen. gab furgen Bericht über die und Tie Ro " hof." Schon Attentates ge für unwahr, der und Geno mußte aber fr es sei schon m Reden über Horsch auch a Rumpff ins G In dem Urthe Daß ein At fchloffen geme dagegen ist fü bazu dienen so lizeibeamten i tlagten wurde urtheilt, die in lange nach der Für jede Jahreszeit Unterhaltung, Anregung zu In einem that, tommt di sowie Anleitung zur nüglichen Beschäftigung für Stin Alters zu bieten, das ist eine dankenswerthe aber au Leider sind ja bum auch auf rige Aufgabe und doch ist diese gelöst durch eine Jahren alle vierzehn Tage erscheinende Beitschrift in Der Niederwal marchistische V Literarisches. aud nan Ausstattung, die in allen Familien, wo fie gaftlich auf der Niederwal men worden, Nugen stiftete. Dieselbe bringt regelmaaß, mag man charakteristischen Bildern aus der Naturgeschichte und ab, mag man fein widelung der Bahlstelle Berlin im verfloffenen Halbjahr, bei fachste Anregung zum Spiel im Freien und im bagen find. ist neben dem der nüßlichen Beschäftigung ein beassen, und vor Raum gelaffen. Durch Wort und Bild bietet jebe en, und vor für Knaben und Mädchen Anleitung zu Arbeiten hat sein mag soweit sie von Kindern ausführbar sind und nusbring welcher die Mitgliederzahl von 272 auf 1120 geftiegen sei und fonstatirte, daß dieselbe trop der Schwierigkeiten, welche den freien Kaffen vielfach bereitet würden, glänzender denn je emporgeblüht ſet und schloß die Versammlung mit einem Hoch auf die gedeihliche Fortentwickelung der Kaffe, in welches die Versammlung dreimal fräftig einftimmte. nannt werden können und selbe find so Der Jahreszeit anpassen. aller ba gewählt, Die Zeitschrift führt ben Der Jugend Spiel und Beschäftigung." Das S Bein Motiv wit Mannhei und Kölner Männergejangverein hier errungen haben, ist noch foftet 1,50 M., Bestellungen nimmt jebe Badhe in Zu den großartigen Erfolgen, die der Straßburger das Verdienst, die Sänger Berlins aus ihrer Gleichgiltigkeit gerüttelt zu haben, hinzuzurechnen. Man hat eingesehen, daß nur Das Vierher gelangte Bostanstalt an. Die Leipziger Lehrmittel- Anstalt Ostar Schneider in Leipzig sendet Probe- Nummern machen wollen. Sämmtliche in buge werden b folde Chöre, wie vorgenannte, für die Deffentlichkeit Bedeu- gratis, worauf wir Eltern und Lehrer besonders aufelt und die tung haben. Zweifellos hat auch Berlin Stimmmaterial geHierzu eine B Rang ein Cräfte zu f Die nichts b er, diefelbe und m ift, da fa haben. te Initia ( paffive gen einla Beilage zum Berliner Volksblatt. bei Lehm Nr. 13. 360, er i Dirigent choereins t Sonnabe hallen, ahl. 2. Politische Uebersicht. Ueber die Ermordung des Polizeirath's Dr. Rumpff ünftiches bringt die Frankf. Btg." folgenden Artikel: ral- Kra ter( be n) find mmand Kaffenb ng. 3) welche urch auf Sonnta e wieder fen und elt Her naus Tuffton, versto g gef in Ham der Di Id " Es braucht nicht gefagt zu werden, daß die Ermordung des Herrn Dr. Rumpff eine ungeheure und schmerzliche Aufregung in unserer Stadt hervorgerufen hat. So wenig nähere Umstände über die grauftge That auch bekannt sind, so außer ordentlich erscheint doch der Fall Herr Rumpf verließ gestern Abend um etwa balb 8 Uhr sein Bureau im Polizeipräsidium ( Clefern Hof) und ging gegen seine sonstige Gewohnheit geradezu nach Hause. Um 8 Uhr etwa wurde er bereits von Dienstmädchen hart vor seiner Wohnung im legten Todesröcheln gefunden. Allerdings ist im Sachfenlager, eine breite, nur dünn bewohnte Straße, der Verkehr wenia lebhaft; am lebhaftesten aber in der 3 it von 7-8 Uhr. Wie über all machen die Briefträger und Beitungsträger in dieser Zeit ihre legten Bestellungen. Die Megger gehen gewöhnlich um diese Beit von Haus zu Haus, um die Hausfrauen nach ihren Wünschen für den folgenden Tag zu fragen. Die Dienstmäd chen holen aus den Spezereiläden, was noch für das Nachteffen und für den nächsten Morgen gebraucht wird. Die Beamten und Geschäftsleute kommen nach Hause, Herren und Damen eilen in die Vereine, Versammlungen, Kränzchen 2c. Kurz, gerade um Diese Zeit sind meistens mehr Leute auf der Straße, als sonst während des ganzen Tages. Das Sachsenlager mündet dazu in zwei um die fragliche Zeit mindestens ebenso belebte Straßen ( Gärtnerweg und Grüneburgweg); das Haus, in welchem Herr Dr. Rumpff wohnie, liegt von dem breiten Gärtnerweg etwa r interes zweibundert Schritte entfernt. Und unter all diesen für einen folgend Mord auf der Straße höchst ungünstigen und gefährlichen unferer Umständen wie man meinen soute wird das Verbrechen Wir sch verübt, und Niemand steht, Niemand hört etwas, ja noch um mun fchon 9 Uhr wird in dem gegenüber liegenden Hause vom Dienstht allzu mädchen erzählt, Herr Polizeirath Rumpff habe, als er seinen En- un Vorgarten betreten, einen Schlaganfall erlitten und set geAnwach storben. In diesem gegenüber liegenden Hause erfuhr man h hinzuf erft um halb 12 Uhr, daß der Mord stattgefunden. Wer ist Personal der Mörder? Aus welch n Gründen ist der Mod geschehen? rden ur Ueber diese Frage wird heute überall lebhaft verhandelt. Ueber dolffen, Die erste Frage haben wir bis jetzt auch nicht einmal eine Raithäu Vermuthung aussprechen hören. Ein Polizeibeamter, der etwa nort um dieselbe Zeit das Polizei- Präfidium verließ, wie Herr Dr. Co am B Rumpff, will in der Nähe des Clesern Hofs dret Männer be( hausen) merkt haben, die ihm auch scheinbar folgten und dann ver schwanden. Seit langer Beit gingen Gerüchte um, daß Dr. zelne geb entagen Rumpff bedroht sei und er sich in jedem Augenblicke eines pignamen Attentats auf ihn gewältigen fönne. Diese Gerüchte sind ihm ern, Sau auch mitgetheilt worden, und man hat ihm wiederholt gerathen, Schutzmaßregeln zu treffen, fich namentlich von einem Schuß ndere erf mann des Abends heim geleiten zu lassen. Aber in fast hef= nicht schli lle end tiger Weise wies er alle Ratbschläge ab. Trosdem war das Sach enlager während der Nacht von Schußleuten stärker be will. ie Kinder fest, als andere Straßen, wahrscheinlich auf Anordnung des Darum m Bolizei- Präsidiums, welchem die erwähnten Gerüchte jedenfalls follten nicht unbekannt geblieben sind. Gestern Morgen begab sich ie Sta Der Untersuchungsrichter Herr Dr. Fabricius in die Behausung des Ermordeten, um den Thatbestand festzustellen und die Be wohner zu vernehmen. Eine mit einem Brette bedeckte kleine Bluticche vor dem Hause bezeichnet den Ort, wo er seinen Geist aufgegeben. Die Polizei entwickelt seit vorgestern eine fieberpie er fibhafte Thätigkeit. Noch in der Nacht wurden die PolizeikomBathenge niffare zum Bräsidenten beschieden und ihnen Weisungen be er Borra züglich ihrer Nachforschungen gegeben. Fortgesezt wird das then Vorn aus von Neugierigen belagert, welche fich den Thatort beene fennen trachten. Die Polizei läßt über ihre Muthmaßungen nicht das leider jo Geringfte verlauten. Noch am vorgestrigen Abend wurder: unter Buhilfenahme von Laternen die benachbarten Gärten mit d mit au ing galt Der ben gegangen 21 rche, die all durchsucht, allein ohne jedes Resultat." Der Geb Namen " Tie Roff 3tg." bringt ebenfalls einen längeren Artikel, te, die in dem u. A. bemerkt wird: Man erinnert sich des Hoch verrathsprozesses, der Ende 1881 gegen Breuder und Genossen als ache vor dem Reichsgericht verhand. It wurde; die Entdeckung der bie Banarchistischen Verbindungen, die dabei zur Aburtheilung kamen, fte sich war wesentlich das Werk Rumpff's geweſen, der sich dabei, um zu feinem Biele zu gelangen, einer fragwürdigen Persön vem lichkeit Namens Horsch als Agenten bedient hatte. Die öffenttamen beliche Meinung war damals der Ansicht, daß Rumpf in der au wissen Benutzung dieſes Spions zu weit gegangen set, und auch das bie, Die es einmal dem als Beugen auftretenden Horsch die Glaub de; Helen Leipziger Reichsgericht neigte derselben einigermaßen zu, indem Die Bar würdigkeit absprach und ferner in seinem Urtheil aussprach: aula, die ob das Thun dieses Horsch sich aus ethischen GrünSchweine ben rechtfertigen läßt, oder ob es sich verbietet, das gehört lateinif vor den Richterstuhl der Moral, nicht vor diesen Gerichtstner fran ist denn ischen und ten über uberwäl und f. 2. be Hebne Schon in jenem Prozeß spielte der Blan eines Attentates gegen Rumpff eine Rolle. Horsch erklärte es zwar für unwahr, daß er durch Beschimpfung des Rumpff die Breuber und Genoffen zu einem solchen Attentat provozirt habe, mufte aber später auf Vorhalten des Präsidenten eingestehen, es sei schon möglich, daß er die Angeklagten durch gehäfftge ordenen Reben über den Polizeirath gereizt habe. Bekanntlich war Horsch auch an der Herbeischaffung von Chemikalien, die Herrn Rumpff ins Geficht gefprigt werden sollten, persönlich bethetligt. In dem Urtheil des Reichsgerichts hieß es über diesen Punkt: Daß ein Attentat auf Polizeirath Dr. Rumpff bereits beschloffen gewesen ist, hält der Gerichtshof nicht für erwiesen; bagegen ist für erwiesen erachtet worden, daß die Chemikalien bazu dienen sollten, dem Polizeirath Rumpff und anderen Bolizeibeamten in die Augen gefprigt zu werden." Die Angeflagten wurden damals zu 2/ 2jähriger Buchthausstrafe ver urtheilt, die inzwischen verbüßt worden ist; Horsch starb nicht er Red ig John nder zie ben!" n und d gung zumange nach der Verhandlung des Prozesses." für Kind aber aud cine brift in In einem zweiten ausführlichen Artikel über die Mordthat, tommt die Frantf. Beita. zu folgender Schlußfolgerung: Leider sind ja anarchistische Attentate gegen Leben und Eigenbum auch auf deutschem Boden nichts Undentbares mehr. marchistische Verbrecherthum eine politische Bafts nicht hat, aftlich auf der Niederwaldprozeß in Leipzig hat klar dargethan, daß das regelmäßig b, die Freitag den 16 Januar 1885. Berbaftungen solcher Personen vorgenommen worden sein, deten Legitimationen nicht für genügend befunden wurden. Anarchist Marovsky, in dem man den legten Komplizen in den Stuttgart, 10. Januar. Der in Mühlhausen verhaftete Straßburger und Stuttgarter Mordssenen gefunden zu haben glaubte, mußte M ngels genügender Beweise wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Laut der ,, Neckarzeitung" wird Marovsky, der fich auch zum Nihilismus bekennt, der Theilnahme an einem nihilistischen Verbrechen verdächtig, seitens der russischen Regierung gesucht. Die dritte Seffion der 15. Legislaturperiode des preuß. Landtages wurde heute Mittag von dem Minister des Innern, v. Buttkammer, mit dem Verlesen folgender Thromede eröffnet: Erlauchte, edle und geehrte Herren von beiden Häusern des Landtages! Seine Majestät der Kaiser und König haben mich mit der Eröffnung des Landtages der Monarchie zu beauftragen gerubt. Die Finanzlage des Staates ist an sich eine befriedigende. Das letzte abgeschlossene Rechnungsjahr hat bei fast allen wichtigen Einnahmezweigen, namentlich auch wiederum bei der Verwaltung der Staatseisenbahnen, günstige Resultate und insgefammt einen Ueberschuß von mehr als 20 Millionen Mark ergeben, welcher gemäß den gefeßlichen Bestimmungen über die Verwendung der Jahresüberschüsse der Eisenbahnverwaltung bis auf einen geringen verfügbar gebliebenen Betrag zur Tilgung der Staateisenbahn- Kapitalschuld zu ver wenden gewesen ist. Auch das laufende Jahr läßt nach den bisherigen Wahrnehmungen einen günstigen Abschluß hoffen und einen zu gleicher Verwendung tommenden Verwaltungsüberschuß erwarten. Dementsprechend find Die Einnahmen für das nächste Jahr erfreulicher Weise wiederum in dem Maße höher zu veranschlagen, daß ste zur vollen Deckung des in der bisherigen Weise streng geprüften, aber nirgends unwirthschaftlich beschränkten Ausgabebedarfs hinreichen würden, wenn dem letteren nicht eine Erhöhung des Matrikularbeitrages für das Reich um mehr als 24 Millionen Mart hinzuträte. Schon seit längerer Beit weift eine Reite großer und anders als mit neuen Einnahmen vom Reich nicht zu befriedigender Bedürfnisse, namentlich die dringend wünschenswerthe Erleichterung des Druckes der Kommunal- und Schullasten, wie die Verbefferung der Beamtenbesoldungen, auf die Nothwendigkeit der Eröffnung neuer Einnahmequellen des Reiches hin. Der inzwischen hervorgetretene eigene Mehrbedarf des Reiches giebt eine neue Mahnung hierzu, welche, so hofft die Staatsregierung, bald allieitig beachtet werden und in naber Belt wieder zu einer Ermäßigung unseres Matrikularbeitrages auf die für das laufende Jahr festgestellte Summe führen wird. Inzwischen muß von der höheren Bedarfssumme ausgegangen werden und, wenn auch ein Theil derselben noch in den ordent lichen Einnahmen des Staates Dedung finden kann, in der Hauptsache zur Deckung derselben eine außerordentliche Einnahme in Aussicht genommen werden. Die demgemäß aufgestellten Entwürfe des Staatshaushaltsetats für das nächste Jahr und eines Gesetzes wegen Aufnahme einer Anleihe zur entsprechenden Ergänzung der nächstjährigen Einnahmen des Staates werden Ihnen alsbald zugehen. Der durch die Gesetzgebung des Reiches herbeigeführte Aufschwung der Gewerb thätigkeit macht sich in einer allmälig fortschreitenden Entwickelung des Volkswohlstandes bemerkbar. bie Nur landwirthschaf liche Bevölkerung entb: ht bisher des ihr gebührenden Antheils an den Wohlthaten dieser Entwidelung. Troß der im Ganzen gesegneten Ernte lastet ein Druck auf der Landwirthschaft. Gegenüber den gestiegenen Produktionskosten und den erhösten öffentlichen Lasten, welche auf diesem wichtigen Erwerbszweige ruhen, ist eine denselben entsprechende Steigerung der Preise der hauptsächlichsten Erzeugnisse nicht eingetreten, dieselben stehen vielmehr niedriger wie feit vielen Jahren. Der Absatz im Bereiche der landwirthschaftlichen technischen Nebengewerbe ſtockt und es find Die Preise für Zucker und Spiritus auf ein Niveau herabgefunken, welches den Betrieb nicht nur nicht mehr lohnend, sondern verlusſtb: ingend macht, Es wird ein Gegenstand unausgesetzter Fürsorge der Regierung Seiner Majeſtät sein, so viel an ihr ist, die Ursachen dieser schweren Krisis aufzuklären und durch ihre Maßnahmen nach Möglichkeit Abhülfe zu erstreben. Die in der lezten Session nicht erledigten Ges gentwürfe zur Um geſtaltung der direkten persönlichen Steuern und Einführung einer Kapitalrentensteuer find unter sorgfältiger Prüfung der bei ihrer Vorberathung im Landtage hervorges fretenen Bedenten und Abänderungsvorschläge zum Theil anderweit redigirt worden und werden Ihnen von Neuem vor II. Jahrgang. mich namens der Staatsregierung der Hoffnung hin, daß es gelingen wird, die gewichtigen Aufgaben dieser neuen Session unter Ther patriotischen Mitwirkung einer gedeihlichen Erledi gung entgegenzuführen. Im Auftrage Sr. Majestät des Kaisers und Königs erkläre ich den Landtag der Monarchie für eröffnet. Zu der Thronrede bemerkt die Voff. Zeit.":" Daß das Defizit mehr als 20 Millionen Mart betragen würde, war schon seit einiger Zeit bekannt, und auch der Ursprung des felben, die Erhöhung der Matrikularbeiträge für das Reich, fonnte nicht verborgen bleiben. Da eine Deckung des Fehl betrags durch neue Einnahmen des Reichs, die von der Staatsregierung für die Bulunft erhofft werden, für das nächste Etatsfahr nicht zu erwarten ist, muß eine Anleihe aushelfen. Der " Druck auf der Landwirthschaft" spielt wie im Reiche so auch in Preußen eine Rolle. Nur so erklärt es sich, daß die heutige Thronrede auf die Bucker- und Spirituskrifte eingeht, der nach Möglichkeit abzuhelfen zunächst Sorge der Organe des Reiches ist. Dem Streite, ob wirklich die früheren Steuergeset- Entwürfe wieder vorgelegt werden sollen, ist durch die obige Ankündigung Derselben ein Ende gemacht; ebenso kann die in Aussicht gestellte Erwerbung einiger weiterer Privatbahnen, mit denen die Verträge bereits abgeschlossen sind, nicht überraschen. Die Weiterführung der Verwaltungsgesetzgebung scheint für die nächste Session nicht über Hessen- Nassau binausrücken zu sollen. Der betreffende Gesegentwurf unterliegt bekanntlich gegenwär tig der Berathung des Staatsraths, der sich vielleicht auch noch mit den vom theinischen Provinziallandtage bereits vor berathenen Gefeßen üher hypothekenwesen und Konsolidation im Gebiete des franzöftschen Rechts und in Hohenzollern bes schäftigen wird. Damit ist das von der Thronrede angekün diate Programm für die heute eröffnete Landtagsseffton er schöpft. Daß der firchenpolitischen Lage nicht mit einer Silbe Erwähnung geschehen ist, ist vielleicht das Bezeichnendste an der ganzen Rede." Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 25. Sizung vom 15. Januar, 1 Uhr. Am Tische des Bundesrathes Fürst v. Bismarck, v. Schelling, Geh. Räthe Lohmann und Boffe. Der Abg. Delbrück zeigt seine Ernennung zum außerordentlichen Profeffor an; die Geschäftsordnungskommission wird prüfen, ob in Folge deffen sein Mandat erloschen ist. Auf Grund der Anträge der Abgg. Liebknecht, Grillen berger und Viereck werden die gegen die Abg. Auer, Bebel, Dick, Frohme, Viereck und v. Vollmar schwebenden Strafvers fahren für die Dauer der Session fistirt. Darauf wird die geftecn abgebrochene Berathung über die fozialpolitischen Anträge der Abgg. v. Herte ling, Lohren, Kropatscheck, Buhl und Stöder fortgefeßt. Abg. Baumbach: Ich will nur kurz die Stellung meiner Partei zu den vorliegenden Fragen charakterisiren und zugleich den Wunsch aussprechen, daß auch die Vertreter der Regierung und ihren Standpunkt flar legen, schon domit wir wiffen, ob der Reichskanzler noch heute seine frühere Stellung zu diesen Dingen inne hat; damals verhielt er fich zum Nor malarbeitstag wesentlich ablehnend. Innerhalb meiner Bartet ist eine Alenderung ihrer Anschauungen nicht ein getreten. Von jeher hat gerade fte Fragen des Arbeiter schutes im engeren Sinne zur Sprache gebracht, aber unsere Anträge wurden bisher vom Bundesrathe nicht berücksichtigt. Diese Anträge auf Arbeiterschuß gingen also gerade aus den Reihen des vielbescholtenen, als herzlos geltenden Manchesterthums hervor, eine Phrase, von der man immerhin bei Wahl agitationen, aber nicht bier im Hause Gebrauch machen möge. Wir halten an unseren Anschauungen fest; wir sind noch heute gegen die Einführung der Arbeitsbücher, verwerfen jedes System polizeilicher Bevormundung und wollen staatliche Hilfe staatlichen Schuß, staatliche Gesezgebung nur so weit eintreten laſſen, als die Kraft des Einzelnen nicht ausreicht. Bugleich bekämpfen wir den Irrthum, als sei es durch Gewerbegesetzge bung möglich, neue Lebensverhältnisse zu schaffen. Sie foll die vorhandenen regeln, nicht neue schaffen. Die modernen Verkehrsverhältnisse lassen sich nicht in enge Gesezesparagraphen einzwängen; das zeigte z. B. der fehlgeschlagene Versuch, in der Provinz Sachsen die puritanisch: Sonntagsheiligung einzuführen. Im übrigen stehen wir den vorliegenden Anträgen feineswegs prinzipell ablehnend gegenüber; wir wünschen ihre tommissarische Berathung, obwohl der Hertling'sche wegen seiner unbestimmten, allgemeinen Faffung keine rechte Basis für posttive Verhandlungen bietet. Ich bedauere, daß nicht zugleich mit ihm auch das in Aussicht gestellte sozialdemo tratische Arbeiterschutzgesetz Dorliegt, und wünsche, daß die Herren sich mit ihrer Arbeit etwas beeilen. Freilich werden sie auch hier die Erfahrung machen daß es leichter ist solche Fragen agitatorisch, als legislatorisch zu behandeln. Die Kommission wird darauf zu sehen haben, daß sie in ihrem Bestreben, für die Wohlfahrt der Arbeiter zu forgen, nicht zu Resulaten komme, die das Gegentheil find, und die zu einer erheblichen Beschränkung der freien Bewe gung im Gewerbeverkehr führen. Die Fragen sind nicht so einfach zu regeln, wie es den Anschein hat. Die gewiß der Humanität entsprechenden Vorschriften, z. B. daß für jugendliche Arbeiter stets eine Anzahl täglicher Arbeitspausen eintreten, während welcher sie die Fabrik derlassen müssen, hat in der Praris manche Unzuträglichkeiten im Gefolge gehabt. Denten Sie an die ungünstige Witterung zur Winterszeit, wo die jugendlichen Arbeiter beffer in der Fabrit als außerhalb aufgehoben find, an die Verhältnisse in Großstädten, wo die Arbeitspausen lediglich zum Besuch von Schant.okalen benugt werden und so nach dem Bericht der Fabrifinspektoren der Entfittlichung der jugendlichen Arbeiter Vorschub leisten und ihrer förperlichen Entwickelung schädlicher find, als die Fabrikarbeit. Daß die Frauenarbeit in neuerer Beit sehr zugenommen habe, muß ich bestreiten, eher ist das Gegentheil der Fall. Den tonservativerseits gemachten Vorschlag, die Hausindustrie gegenüber der Fabritarbeit zu fördern, halte ich für bedenklich. In den Fas brifen ist viel mehr Gelegenheit, einen wirtjamen Arbeiterschut auszuüben, als in den Wohnungen. Die Sonntagsfrage ift ferner nicht allein vom chriftlich- religiösen Standpunkte zu be handeln, sondern wesentlich von dem Gefichtspunkte, daß der Arbeiter am Sonntag der Erholung bedarf, um nachher mit mehr Freudigkeit und Eifer arbeiten zu können. Die Frage müßte aber nicht für die Fabrikarbeiter allein, sondern, wenn überhaupt, dann für alle gewerblichen und sonstigen Arbeiter werden. Ein Normalarbeitstag ferner wird von den Antrags stellern selbst nicht verlangt, sondern nur ein Marimalarbeitsgelegt werden mit dem Wunsche und der Hoffnung, daß die damit vor Allem beabsichtigten baldigen weiteren Befreiungen der wenig begüterten Bevölkerungsklassen von dem Drucke der Direkten Steuer nicht minder wie die sonstigen steuerpolitischen Biele derselben nunmehr erreicht werden mögen. Behufs erhöhter Nutbarteit des mit gedeihlichem Erfolge durchgeführten Staatseisenbahn Systems hat die Regierung auf den Erwerb einiger weiterer Privateisenbahnen für den Staat Bedacht genommen, als das zweckmäßigste Mittel zur Lösung der Schwierigkeiten, welche die besonderen Verhältnisse der betreffenden Gesellschaften zum Staate der wünschenswerthen Vereinfachung der Verwaltung entgegenstellen. Die verein barten Verträge werden Ihnen vorgelegt und wegen Verwendung der durch den Abschluß derselben bereitstehenden Mittel für die Ausführung von Meliorationsbahnen Vorschläge gemacht werden. Die Verbesserung der vaterländischen Waffer ftragen schreitet erfolgreich fort und wird in planmäßiger Weise ihrem Abschlusse entgegengeführt. Nachdem in der vorigen Session des Landtages unter Ihrer Mitwirkung für die Provinz Hannover eine Kreis- und Provinzialordnung auf der Grundlage der neuen Verwaltungsgefeggebung zu Stande gekommen und damit der erste Schritt zur Uebertragung der legteren auf die Provinzen, in denen ste noch fehlen, geschehen ist, erscheint die weitere Durchführung der Reform der inneren Verwaltung als eine wichtige gefeggeberische Aufgabe. Von denjenigen Provinzen, welche hier in Frage tommen, ist die te und B, mag man über seine Entstehung und Natur denken, wie Provinz Heffen- Nassau wegen der Verschiedenheit ihrer fomim Haugen sind. im bebe tet jebe en, und vor allen Dingen verleihe man so feiger Frevelthat beiten aller nusbringe ählt, ba ührt ben Hüte man sich, dem berechtigten Affekte, den ein abscheulicher Mord hervorrufen muß, die Bügel schießen zu So unerhört die Chat sein mag, fie ist und bleibt ein gemeines Verbrechen und ein Motiv wird ihr diesen Charakter nehmen können." Mannheim, 14. Januar. In Folge der aus Frankfurt icht den Schein einer politischen Attion. Proving selbst, wie auch gegenüber den übrigen Theilen Der Monarchie einer Reorganisation am dringendsten bedürftig. Es werden Ihnen daber, um dieselbe herbeizuführen, dürftig. Es werden Ihnen daher, um dieselbe herbeizuführen, Entroürfe einer neuen Kreis- und Provinzialordnung für diese Proving vorgelegt werden. Es werden Ihnen ferner Gesetzentwürfe zugeben, durch welche die bewährten Grundsäße der altpreußischen Gesetzgebung über die wirthschaftliche Zusammenaltpreußischen Gesetzgebung über die wirthschaftliche Zusammen zollernschen Lande unter Berücksichtigung der besonderen Verund auf die hohenDas Bierher gelangten Nachricht über die Ermordung des Polizei legung der in vermengter Lage befindlichen Grundstücke auf chhhandlu the Rumpff ist die hiesige Polizei in vollster Thätigkeit. Instalt Sämmtliche in der Richtung von Frankfurt hier einlaufenden te Reisenden aufs Peinlichste verhört. Es sollen mehrfache nmern ge werben bei der Einfahrt fofort von Polizeibeamten um bältnisse dieser Landestheile ausgedehnt werden sollen. Meine tag. Nur der lettere ist auch überhaupt diskutabel. Ein Nor ders au und die Wagen einzeln von einem Kommissär revidirt, Herren! Indem ich Sie im Namen Sr. Majestät begrüße, malarbeitstag wäre nur möglich Hand in Hand mit einem 31 eine lade ich Sie ein, Ihre Arbeiten wieder aufzunehmen und gebe Normalarbeitslohn, und dieser wieder nur, wenn man auch einen Normalarbeitsmenschen einführen könnte, den es natürlich nicht giebt. Aber auch der Marimalarbeitstag bietet sehr ers hebliche Schwierigkeiten; er wird sich besonders in Beiten, wo viel Arbeit in einzelnen Industriezweigen ist, wie z. B. um Die Weihnachtszeit, schwer durchführen lassen. Ich hoffe, daß die Kommiffion bei ihren Beralhungen vor Allem den eigentlichen Arbeiterschutz, den Schutz gegen Krankheit und Unfall im Auge behalten wird. Die Unfallsverhütung ist viel wichtitiger, wie die Unfallsversicherung. Ich wünsche, daß es den Arbeiten der Kommission gelingen möge, den sozialen Frieden zu fördern; ich wünschte aber auch, daß diese arbeiterfreundliche Stimmung, welche die Herren auf der Rechten und die Nationalliberalen heute zeigen, auch dauerhaft sei; daß sie namentlich dann hervortreten möge, wenn wir uns demnächst mit der Frage der Erhöhung der Getreidezölle zu beschäftigen haben werden.( Sehr gut! links.) Es ist eigenthümlich, daß, während wir uns hier mit arbeiterfreundlichen Vorschlägen befchäf tigen, der andere Faktor der Gefeßgebung, der Bundesrath, über Erhöhung der Getreidezölle beräth, welche für die Arbeiter gewiß sehr bedeutungsvoll ist, aber nicht im freundlichen Sinne. Wir wünschen also die kommissarische Berathung der Anträge; wahren uns aber dabei ausdrücklich den Standpunkt, daß wir die Legislatur nur da eintreten laffen wollen, wo die Kräfte des Einzelnen ungenügend sind; daß wir keine polizeiliche Be vormundung und keine gewaltsame Einschränkung der Entwickelung des gewerblichen Lebens wollen. Reichstanzler Fürst v. Bismard: Ich hatte nicht geglaubt, daß bei dieser Gelegenheit die Frage der Getreidezölle von dem Herrn Vorrebner in die Diskussion gezogen und in der Art uno Weise gekennzeichnet werden würde, wie es am Schluß seiner Rede geschehen ist. Ich habe ihm darauf nur in Kurzem zu erwidern, daß die verbündeten Regierungen, wenn sie Ihnen Vorlagen wegen Erhöhung der Getreidezölle machen, dabei eben von den arbeiterfreundlichen Gesinnungen, von denen fie beseelt find, geleitet werden. Diese Vorlagen find gemacht, einmal im Intereffe der Arbeiter, die bei der Landwirthschaft thätig und die vom Gedeihen derselben abhängig find ich glaube, daß in feinem einzigen Gewerbe mehr Arbeiter betheiligt find, als in der Landwirthschaft, dann aber auch im Intereffe aller Geschäfte, die überhaupt Arbeit und Brot geben; fie alle werden gedeihen. Es ist ein altes Sprichwort: Hat der Bauer Geld, so bat's die ganze Welt. Retten Sie die Landwirthschaft vor Dürftigkeit, vor der Nothwendigkeit, ihre Intenfität, ihre Arbeiterzahl zu vermindern und immer mehr Arbeiter nach den Städten hineinzuwerfen, die auf dem Lande thr Brot nicht finden können, weil es nicht mehr lohnt, die Landwirthschaft in dem Umfange zu betreiben, wie bisher; erbalten Sie den Landwirthen und dem großen Grundbefiß, also der Majorität ich meine nicht den Großgrundbesis, sondern die große Maffe des Grundbeftges, den bäuerlichen sowohl wie den ausgedehnten die Kauffähigkeit, von der allein die übrigen Arbeiter leben, und Sie werden die ganze Industrie und die ganze Arbeiterbevölkerung dadurch unterftügen und ihr Gelegenheit zu dauerndem Verdienste geben. Thun Sie das Gegentheil wie der Herr Vorredner es zu meinem Bedauern am Schlusse seiner Rede geihan hat, die sonst viel Ansprechendes für mich hatte-, faffen Sie es von der Seite auf, so tommen Sie dahin, durch Verarmung der Landwirthschaft die Industrie zu schädigen, weil ihr die Abnehmer fehlen. Wird die Industrie geschädigt, so ist der erste, der darunter leidet, der industrielle Arbeiter, weil ihm die Henne, die ihm die Eier legt, stirbt oder ausgeschlachtet wird. Es giebt keine größere Kalamität für die Arbeiter, als den Niedergang der Industrie überhaupt, mag er herbeigeführt fein auf welche Weise man will. Ich bin mit dem Herrn Vorredner über die Unmöglichkeit eines Normal arbeitstages ganz einverstanden. Ich will darauf nicht eingeben, weil ich wiederholen müßte, was der Heir Abg. Dr. Buhl gestern gesagt hat. Was der Herr Vorredner, ehe er auf die Irrthümer seiner Partei über Getreidezölle gerieth, auch seinerseits gesagt hat, das will ich nicht hier wiederholen, sondern nur in furzen Säßen zusammenfassen. Ein Marimal arbeitstag hat die Gefahr, daß nun ein jeder Arbeitgeber sich berechtigt hält, bis auf das Maximum heraufzugehen, auch der, welcher es früher nicht gethan. Wenn es heißt: 14 Stunden treten muß. Die Konkurrenz im Inlande kann durch allge= meine Bestimmungen beschränkt werden; aber die Spiße unserer Industrie ist die Exportindufirie; lassen Sie die Exportinduftrie tonfurrenzunfähig werden mit dem Auslande, und unsere ganze Industrie wird darunter leiden; die Möglichleit, die Arbeiter zu beschäftigen, wird sofort erheblich zurückgehen, wenn die Erportindustrie geschädigt und nicht mehr mit dem bisherigen Eifolce zu arbeiten im Stande ist. Das sind Klippen, Scylla und Charybdis auf der einen und auf der anderen Selte; ein allgemeines Rezept bet jedem Sturm, bet jedem Wetter zwischen Scylla und Charybdis richtig durchzufahren, wird keiner geben können. Es ist ganz unmöglich, das in genereller Weise zu reglementiren. Es ist überhaupt, wie ich schon vor einigen Wochen oder Monaten von dieser Stelle bemerkt habe, eine ganz außerordentlich gefährliche und ich glaube undankbare Aufgabe, die Fluffton zu nähren, daß sich ein allgemeiner Nor malarbeitstag überhaupt festlegen läßt. Die Fiktion, die der Herr Vorredner auch schon berührte, daß Arbeit Arbeit sei, gleichviel, wie viel werth fie ist, welchen Ertrag, welchen Lohn fie bringt, daß da gleiche Bezahlung, gleicher Lohn, gleiche Arbeitszeit nothwendig sein sollen, das ist ein Frrthum, und es würte in der Praxis sofort sich mit dem größten Schaden für unsere Wohlfahrt bestrafen, wenn wir uns diesem Irrthum bingeben wollten. Ich bedauere, daß der Antrag Hertling in diefer Richtung überhaupt gestellt ist; er macht den Eindruck, als ob er darauf berechnet wäre, den Arbeitern zu sagen: wir alle, die ihn unterzeichnen, haben die Ueberzeugung, daß bier zu helfen ist, und die Regierung soll es machen, in zwei Monaten soll sie ein Gefeß derart vorlegen; sie kann es, sonst würben wir es ihr nicht zumuthen; es liegt also blos an ihrem bösen Willen wie einer der polnischen Herren schon gestern fagte:, Cherchez le chancelier!", der ist allein schuldig, daß den Arbeitern diese Wohlthat, die ihnen zu gewähren in der Hand der Regierung lag, nicht längst gewährt ist. Durch Ihren Antrag tündigen Sie öffentlich an: Die Regierung fann das leisten! Das ist Ihre Ueberzeugung. Können Sie diese Ueberzeugung rechtfertigen, dann ist es wirklich eine Härte gegen die Regierung und eine Lieblosigkeit gegen Ihr Vaterland, daß Sie das Rezept, mit deffen Kenntniß Sie der Regierung diese Bumuthung stellen, nicht offenfundig hergeben. Sie haben ja das Recht der Initiative der Geseßgebung; so schlagen Sie uns durch ein Gesetz vor, wie das ungefähr zu machen sei. Mein Latein ist dabei zu Ende, ich gestehe aufrichtig, daß ich nicht weiß, wie diese Schwierigkeiten, die Sie in wenigen Monaten in dieser Seffion für überwindbar halten und deren Lösung Sie von der Regierung verlangenwie die gelöst werden sollen; ich bitte Sie auf das Dringendste darum, unterrichten Sie mich, wie das zu machen ist, und wenn Sie das nicht vollständig in den Wind geredet haben wollen, so legen Sie in diesen acht Tagen noch einen Gefeßentwurf hier vor, der das verwirklicht, was Sie von der Regierung wollen, wenigstens in der Skizze oberflächlich andeutet, wie diese Schwierigkeiten, die ich anführe, zu umgehen sein würden. So kommt mir die Sache vor, wie ich wohl von Souverainen gehört habe, die sagten:„ Mein Wille ist, daß jeder in meinem Staate glücklich, zufrieden, frei und gehorsam sei; wie das zu machen ist, das ist die Sache der Schreiber von Ministern; darum habe ich mich als Fürst nicht zu bekümmern." Das ist ungefähr die Stellung, die das Bentrum mit diesem Antrage einnimmt. Wir Schreiber von Ministern sollen uns etwas ausdenken, was Sie selbst nicht wissen.( Bewegung im Ben ausdenken, was Sie selbst nicht wiffen.( Bewegung im Ben trum.) Können Sie die Möglichleit schaffen, daß ein Normalsagen wir arbeitstag in einer für Alle annehmbaren Länge sagen wir 10 Stunden- geschaffen werde, ohne daß der Arbeiter an Lohn verliert und ohne daß eine Industrie leistungsunfähig wird: dann thun Sie es. Aber wenn Sie diese Aufgabe für Deuschland allein erfüllt haben, dann haben Sie noch das Wenigste gethan; es sei denn, daß Sie Deutschland mit einer chinesischen Mouer umgeben könnten, und daß wir uns in Ronsumtion und Produktion gegenseitig vollständig genügten, die Nation in allen ihren Ständen und Abtheilungen. Das ist aber nicht der Fall. Die ganze Sache wäre nur dann ausführbar, wenn wir durch ein Abkommen mit der ganzen Welt so, wie der General- Postmeister einen Weltpostverein geflifiet hat, einen Weltarbeitstagsverein" herstellen könnten zugleich mit einem Weltlohnfagverein, der Amerika, England und alle die Indu strien haben, kurz alle Welt umfaßte, und daß auch keiner fich unterstände, seinen Beamten und seinen Aufsichtsbeamten oder diese ihren Arbeitern zu gestatten, im Intereffe der Konkurrenz von diesem Saße im mindesten abzuweichen. Daß das nicht möglich ist in der Welt, in der wir leben, das wer den Sie selbst mir zugeben. Wenn wir aber allein auf diese Bahn uns begeben werden, dann haben wir auch und allein die Folgen unseres Experiments zu tragen, und ich glaube nicht, daß es uns gelingen wird, auch nur einen einzigen unserer Nachbarn zur Nachfolge zu bewegen. Diejenigen, die es gethan haben, haben es nur an scheinend möglich machen können. Nicht überall wird das Befolgen der Geseze so genau überwacht wie bei uns, und in Folge deffen ist nicht überall dieselbe Gewissenhaftigkeit vorhanden. Der Marimalarbeitstag ist thatsächlich nirgends durchgeführt, angeblich noch am Genauesten in der Schweiz. Daß er auch dort umgangen wird und toto die umgangen wird, daß von den kontrolirenden Beamten überall die Unmöglichkeit eingeseben wird, das gegebene Versprechen zu balten, das ist Ihnen Allen bekannt und ist hier von den Rednern auch schon gesagt worden. Wir, die verbündeten Regierungen, wollen aber feine Versprechungen geben, die wir nicht glauben halten zu fönnen; je mehr wir von dem dringenden Wunsch beseelt sind, für die arbeitenden Klaffen nicht blos, sondern für alle Nothleidende und den unteren Steuerklaffen Angehörige durch den Staat zu thun, was irgend in den Kräften und der Möglichkeit des Staates ist, um so weniger werden wir uns dazu hergeben, nach Popularität zu baschen dadurch, daß wir Dinge vers fprechen, die wir nicht für realisir bar balten.( Bravo! rechts.) was ich für einen ungeheuerlichen Arbeitstag und für unzulässig halte dürften nicht überschritten werden, so oder wird auch der Arbeitgeber, der bisher nur 10 12 Stunden arbeiten ließ, fich sagen: bis 14 Stunden kann ich gefeßlich geben! Darin liegt die Gefahr für eine Marimalbestimmung. Ein Normalarbeitstag, wenn er sich erreichen ließe, wäre ja außerordentlich wünschenswerth. Wer empfindet nicht das Bedürfniß zu helfen, wenn er den Arbeiter gegen den Schluß des Arbeitstages müde und ruhebedürftig nach Hause kommen fieht, wenn er ihn mißmüthig, unter der Bu mutbung von Ueberstunden erbittert darüber findet, daß ihm die Nube nicht gestattet ist, die ihm lieber wäre als das Geld, was er für die Ueberstunden noch verdient, der müßte kein Herz im Leibe haben, der nicht den dringenden Wunsch hätte, dem Arbeiter aus dieser Nothlage herauszuhelfen. Wie dies aber gemacht werden soll,-ja, da hoffe ich, daß, menn es dabin fommt, daß die Regierung sich mit den Arbeitern beschäftigt, die Herren, welche den Antrag auf Normalarbeitstag gestellt haben, auch ihrerseits die Leitung der Thätig teit der Regierung dabei übernehmen werden; denn die Herren, welche diesen Antrag gestellt haben, wiffen offenbar ein Mittel, wie es zu machen sei( Heiterkeit); fonft würden sie den Antrag doch nicht gestellt haben.( beiter feit.) Sie würden der Regierung einen außerordentliche Ge fallen thun, wenn sie über die Art, wie das zu machen ist, fich näher aussprechen und die Weisheit, in deren Besitz fte bisher find und in deren Befis fie den Antrag gestellt haben, der Regierung mittheilen wollten, damit wir uns danach richten fönnten. Wir würden sehr dankbar sein. Bisher stoßen wir uns immer an dem ersten Sap. Den will ich kurz nur resumiren, und zwar dahin, daß ein Normalarbeitstag nothwendig einen Normallohnfat bedingt; sonst laufen wir Gefahr, daß, wenn Sie den Arbeitstag um durchschnittlich 20 pCt. herunterseßen, der Lohnsat unaufhaltsam, ohne daß die Regierung es hindern kann, allmälig oder schnell ebenfalls um 20 pCt. fällt. Wer soll nun diesen Ausfall tragen? wer ersezt das? Wollen Sie das aus Staatsmitteln dem Arbeiter erfeßen, was er durch Lohnverminderung erleidet? Der Arbeiter hat in den meisten Fällen jest gerade so viel, wie er bei seinen Bedürfnissen braucht; sinft der Lohn, so hat er weniger. Also das muß ihm auf irgend eine Weise ersegt werden. Wollen Sie es dem Arbeiter auferlegen, wie ich aus dem Tenor der Rede des Herrn von Hertling schließe, so ist es möglich, daß eine Anzahl Industrien das tragen fönnen, ob fie es tragen wollen, ob fte fich nicht zurückziehen, ob nicht dadurch, wie ich vorhin sagte, der Tod der eierlegenden Henne eintritt, die Arbeit absolut auf das hört, und der Arbeiter gar keine Arbeit mehr findet, ist eine Frage, die kann durch Enqueten ermittelt werden, und ich bin gegen feine Enquete. Vergegenwärtigen Sie sich doch, daß sich im Augenblick in der Umgebung von Paris Beitunge nachrichten nach 300 000 brodlose Arbeiter fonzentriren, weil die franzöfliche Industrie fich nicht mehr in der Lage befindet, ist auch klar, daß von der Gefeßgebung ein Mehreres fte zu beschäftigen. Rönnte es mit irgendwelchem Gewinn ge geschehen muß. Das Verbot der Sonntagsarbeit muß fchehen daß fich irgend ein Fabrikant aufopfert und mit gefeßlich ausgesprochen werden, allerdings unter Bulaffung von Verlust arbeitet, das erwarten Sie doch wohl selber nicht Ausnahmen. In den Wertstätten mag Sonntags= tönnte also die Industrie in Paris und in Frankreich mit Gearbeit stattfinden tönnen, dafern nur lärmender Bewinn betrieben werden, so würden diese 300 000 Leute Arbeit baben, fie würden vielleicht fümmerlich und im Schweiß ihres trieb, der öffentliches Aergerniß erregen tönnte, vermieden wird. Angesichts Brod haben und es vielleicht mit einer gewiffen Nur der Fabritbetrieb, der ohne öffentlich Anstoß zu verursachen, nicht statifinden kann, sollte ganz untersagt werden. Verbitterung genießen, aber sie würden überhaupt Brod haben. Ich kann deshalb erklären, daß mir den auf diese Frage beWas jezt darauß werden soll, das weiß ich noch nicht. Also auch nach der Seite liegt ein Extrem, dem man nicht zu nahezüglichen Theil des Hertling'schen Antrages unter ftüßen werden. refchloffen Auch einer Beschränkung der Frauenarbeit flimmen wiraffen in d Dieselbe indeffen ganz ausschließen zu wollen, wäre einraten habe ding, denn sie entspricht der Entwickelung unserer Indu Dieselben, d Was soll aus den 250 000 Frauen, die jest in Fabriken München g schäftigt find, werden, wenn wir fie plöglich von der Fab iberalen ge arbeit ausschließen? Sie würden entweder Hungers ich allerding oder der Prostitution verfallen. Aber es kann allerdings auch der jezt noch ohne Schaden die Frauenarbeit eingeschränkt w Sigungen und in diesem Sinne find die Vorschläge gehalten, welche bemokratische v. Göler Ihnen gestern empfohlen hat. Bezüglich der Kirbeiter, so arbeit in der Fabrik wünscht der eine Theil, daß dieselbe Marr und vom 14. Lebensfahre ab verstattet sein solle, aber der Bunich erinnere rath soll ausnahmsweise die Verwendung der Kinder aud die Sozialde einem früheren Lebensalter zulaffen dürfen. Der andere uns ist fie will die bisherige Altersgrenze für die Berechtigung zur Ffür das Unf arbeit beibehalten wiffen, aber auch er räumt dem Bundesgestimmt( das Recht ein, Ausnahmen zuzulaffen- hier im Sinne einer var.) Was schränkung jener Berechtigung. Beide Forderungen lomaus Furcht, im Grunde auf Eins hinaus; Kinder sollen nur ausna glaube ich, B h weise zur Fabrikarbeit verwendet werden. Ich möchte übrbeitern zu b davon erinnern, daß in einigen Betrieben, so in den Sum fte zum reten und Stickereien meiner sächsischen Heimath, Kinder gearbeiterschut unentbehrlich sind. Hier giebt es Arbeit, die nur von Schuß der f kleinen zarten Fingern der Kinder verrichtet werden kann. Aber das pa die Kinderarbeit verbieten, hieße unsere heimische Indus wir davon e Konkurrenz der Schweiz zum Opfer bringen, die allescheidet uns auch das Verbot der Kinderarbeit hat, aber Dispensation Schäden be demselben zuläßt.( Sehr wahr! rechts.) Im Uebrigen daß nach d diese Betriebe mit gar feiner Gefahr verbunden. Aseine Verthe liegen die Dinge bei der Fabrikation musikalischer Instrus seine Anträg wie dieselbe im Voigtlande betrieben wird. Hier zirkulite Ordnung, fo Verwirklichu eine Petition, die Altersgrenze für die Berechtigung zur arbeit beim 10. Lebensjahr beginnen zu laffen. Geg Etappe!) W Der Forderung einer Marimalarbeitszeit verhalt ganz andere Demokratische mich nicht rein ablehnend, ich behaupte nur, daß diefe Handwerker, die Landwirthschaft und die Hausindustri feien eine H anwendbar sei. Anders liegt die Sache bei den F etwas Rozta Wenn Fälle einer 13, 15, ja einer 16 stündigen Arbeits seien die Pa Von dem, w gestern vorgebracht find, auch wohl zu den Ausnahmen gift noch viel so könnte für die Fabriken, wenn auch nicht für alle ing Nationallib Die Wahlen Weise, die Arbeitszeit auf ein Maß zurückgeführt werde nicht mehr zu einer Schädigung der Arbeitskraft führt bloß zu wün Schuß der nationalen Industrie muß ein Schuß der natio Wenn die E Arbeit zur Sette treten. Nur vor einem übergroßen mus warne ich bei Reformen auf diesem Gebiete. We hoffen, seitde die Industrie fonkurrenzunfähig machen, so fördern wir wahrlich nicht das Interesse der Arbeiter. Die Wahrheit meine, zwei nach dem alten Spruch auch hier wieder einmal in der demokraten Gehen wir deshalb den goldenen Mittelweg. Während der Rede des Abg. Ackermann verläßt der tangler den Saal. Di felben Stand bas Rönig Sozialdemok mittel in Gi Eigenthum t und der legt Abg. von Schorlemer. Alst: Aus den geht hervor, daß alle Parteien der Ansicht sind, daß m henden Verh mehr blos negativ fich verhalten dürfe, sondern auführung beru die bestehenden Verhältnisse Rücksicht nehmen müße befit kommer Abgeordnete Lohren hat es auffällig gefunden, ziemlich alig Abgeordnete von Hertling nicht gleich mit einen Bebel behau lifirten Entwurf betreffs des Normalarbeitstages ja und nein. getreten ist; uns war es auffällig, daß der Abg. Lo ist, um den nicht au Sonntagsruhe nur für die Frauen, nicht der Ueberlast Männer haben wollte. Wenn er meinte, daß ohne die Sm anderen tagsarbeit die Fabriken ihren regelmäßigen Fortgang besig den stä haben könnten, so versteht es fich ja von selbst, daß Eigenthum, e beiten zum Betrieb der Maschinen nothwendig vorgen Daffelbe heute werden müssen, aber die Gesundheit und Kraft der steht uns höher als der Fortgang einer Fabrit und beara ieber G verschiedener winn, der daraus gezogen würde. Mit dem Ende des Meersching fe fampfs wird nicht, wie Lobren meint, die Sozialdem Hinter Ihne auf die katholischen Wähler Einfluß gewinnen, fonde Sozialdemokr ist gerade mit dem Kirchenstreit gestiegen, wie Frat Recht haben Belgien beweisen, wo die Anarchisten und Kommuni mehr umstürz genommen haben. Herrn v. Göler bemerke ich fernet, foll, tritt für Frage der Sonntagsruhe schon spruchreif ist, so lange polution, die zehn Gebote haben. Herr Schumacher meinte, die Kir könne nicht helfen. Das haben wir auch gar nicht behührer von S aber wo die chriftlichgläubige Befinnung fehlt, tan oder die Mill Andere nichts helfen. Er fennt ferner feinen Dottrinäre u aud raisonniren u montanen Nationalökonomen, das kann man den Sozialdemokraten nicht verlangen; ich nenne bereit sind, f aber Thomas von Aquino( Gelächter bei den mich auch de demokraten.) Sie lachen? Das zeigt, daß Sie den die Armee ci nicht kennen. Wir verlangen ferner nicht den 3 ift. Biffernm Sonntagsheiligung, sondern nur Sonntagsruhe. Das in der Armee Herrn Baumbach und erinnere ihn an den durch den Sch meine, m fampf herbeigeführten 3wang, der uns Katholiken die sehen. Dieser tag heiligung unmöglich macht. Mit dem Marimala tann nach me bezweden wir nur, daß die Arbeitskraft des Arbeitgeschehen. V über Gebühr ausgebeutet werde; der Reichskanzler schnträge zu p in dieser Frage auf hoch deutschfreifinnigem eingeben sein zu stehen. Er hat uns dann Mangel an Vaterlandei fagt mir nicht geworfen. Was ist jest nicht alles Mangel an Baterla au gewähren, ( Sehr richtig!), namentlich wenn es gilt, dem Zentrum Beifall im Be soll Abg. St anzuhängen! Der Reichskanzler sagte dann, wir so Vorlage machen. Das ist er ja so gewöhnt bei seinen gensatz zum S und Ministern; da geht das oft in 24 Stunden; es tages für eine auch danach!( Große Heiterkeit.) Uebrigens haben Sozialpolitik; die Konserrativen Anträge gestellt. Ich habe aus ja beständig, Des Reichskanzlers im Ganzen den Eindrud gewondes Normalat während früher eine arbeiterfreundliche Strömu mit der Arbei herrschte, jest mehr eine tapitalfreundliche Ström Untersuchung getreten ist. Es scheint, als ob man jezt die Sozial füllung der be ten in milderem Lichte betrachte, weil man glaubt, müssen wir de anders geworden. Es macht sich auch seit der Verftät Distuffton ste Feststellung e nur innerhalb ser Partei durch die Wahlen ein Entgegenkommen g felbe geltend, und der Reichskanzler selbst hat ja tung der Fa D stehe den Sozialdemokraten sympathisch gegenüber. und der Schn treten der Sozialdemokraten ist dadurch ein selbstber festes geworden, und sie sind seitdem auch viel schärf gefommen, al das Bentrum vorgegangen. Das leptere ist natür gefeßlich firirt zwischen uns und der Sozialdemokratie ist der denkba fahren laffen, Unterschied, und es hat mich mit ungeheurer Heiter schäftigen, wi als die ,, Norddeutsche Allgemeine" von einem Bündnis schränkung de Dinge von ihr und uns sprach. Niemand wird mehr dagegen als die Sozialdemokraten selbst( Sehr richtig! be überhaupt te zialdemokraten.) Der Reichskanzler bat felbft gefagt die Hausarbe die ,, Norddeutsche mit Nugen lese. Nach seinen erst treten wir ich bas gar nicht bezweifeln.( Große Heiterkeit) Mat Herr Schuma aber nicht mehr recht, wer ist Leser und wer ift Aut als religions. Heiterkeit.) Wir werden darum die Anträge, die ein Verdikt ge Abgeordneten Bebel angekündigt find, nicht' mind solcher Mann fahren läßt. Abg. Ackermann: Als im Jahre 1882 vom Abg. v. Hertling eine Interpellation eingebracht war, welche sich in derselben Richtung erging, wie der jett von ihm gestellte An trag, gab der Herr Reichskanzler die Erklärung ab, daß er die Biele, welche Herr v. Hertling aufgestellt, awar für gerecht fertigt halte, aber nicht beurtheilen fönne, ob Alles, was als wünschenswerth bezeichnet werde, auch ausführbar sei. Dazu bedürfe es einer Prüfung dieser Fragen durch die zu bildenden forporativen Verbände, und zugleich versprach er, das einschlägige Material im nächsten Frühjahr uns vorzulegen. In zwischen hat sich allseitig die Erkenntnis Bahn gebrochen, daß die Sonntagsheiligung, wie fie ein Gebot des Christenthums ist, auch aus sanitären Gründen zu erfireben sei. Nicht den puritanischen englischen Sonntag wollen wir bei uns einführen. puritanischen englischen Sonntag wollen wir bei uns einführen. Den städtischen Arbeitern soll die Gelegenheit nicht benommen prüfen, und was gut ist und unserm Program Stellung zur werden, am Sonntag mit der Eisenbahn hinaus ins Freie zu fahren. Was wir herbeizuführen wünschen, ist der alte deutsche Sonntag, den unsere Dichter, wie Eichendorf, Ubland so schön befungen haben. Wer die schwere Laft der Wochenarbeit getragen hat, dem foll am Sonntag wenigstens verstattet sein, Gottes Wort zu hören und sich seiner so nun To Familie zu widmen. Liegt die Sache auch nicht. ein unterſtügen. Ein Krankenkassen- und Invaliden und Bennions- Gefet Gegensatz zu Wir verlangen auch den Schuß für die nicht blos in Brovinzen die Arbeiter. So hoch ich auch das Kapital anschlage, Ebenso sehen der vaterländischen Produktion liegt, das nationale welches der Arbeiter mit seiner Kraft, Gesundheit bemokratie ger Leben einsetzt, steht uns höher. Die Anträge, die denn etwa bie werden, werden nichts helfen, wenn man nicht Gesinnung und die gefegnete Wirksamkeit der Sti Kirche trum nicht gef bedauerlich, da herstellt. Das Sozialistengeset hat das Entgegenge Abgeordneten wirkt von dem, was man damit beabsichtigt hatte. tung ist eine tief demoralisirende. Wie reimt es wurde 1872 beb men, daß man regierungsseitig, als man das Geset weistündigen wollte, hier und in der Presse die Sozialdemokraten hatte die Bes tisch mit den Anarchisten und ebenso verwerflich und daß nachher bei den Wahlen fonservative unb liberale Regierungsbeamte Bündnisse mit den Sozialb Beitraum vom nmen wir gefchloffen haben? Solche Widersprüche geben gefährliche als eine Art Dogma hingeftellt. Nach solchen Phan: aftereien, wa Baffen in die Hand der Sozialdemokraten. Die Sozialdemo wäre ein raten haben nie ihre Stellung verleugnet; find heute noch erer Indiefelben, die sie früher waren. Wenn Herr v. Vollmar in Fabriten München gesagt hat, zwischen ihm und den National n der Fa iberalen gebe es verwandte Gesichtspunkte, so glaube ungers ich allerdings, wo der Nationalliberalismus blüht, da wächst fe allerdings auch der sozialdemokratische Weizen. Wenn in früheren chränkt w Sigungen hier im Hause behauptet worden ist, die sozialen, welche demokratischen Abgeordneten feien allein die Vertreter der ich der Arbeiter, so ist das weder thatsächlich noch historisch; schon vor - dieselbe Marr und Lassalle ist in dieser Richtung gearbeitet worden, er der Bunich erinnere an die Gesellenvereine. In Fluß gebracht haben tinder aud die Sozialdemokraten die Reform gleichfalls nicht; auch von er andere uns ist fie angeregt und find Vorschläge gemacht worden, und ung zur Ffür das Unfallgeses haben die Sozialdemokraten nicht einmal em Bundesgestimmt( Abg. Bebel ruft: Weil es uns nicht gut genug Sinne einer war.) Was wir aber auf diesem Gebiete thun, thun wir nicht ungen lomaus Furcht, sondern aus Pflichtgefühl. Alle Parteien find, Alle Parteien find, tur ausnaglaube ich, hier im Hause in gleicher Weise bemüht, den Ar möchte übbeitern zu helfen; die Lage der Arbeiter ist viel zu traurig, in den Sum fte zum Konkurrenzspiel für die Parteien zu machen. Sum Kinder ge Arbeiterschuß, den wir verlangen, gehört vor Allem auch der e nur von Schutz der freien Ausübung des Wahlrechts für die Arbeiter. den tann. Aber das paßt nicht in unsere heutigen Anträge; deshalb reden Se Indus wir davon ein anderes Mal. Wir wollen, und das unterdie allescheidet uns von den Sozialdemokraten, die wirthschaftlichen pensation Schäden beffern und dabei den Grundsatz aufrechterhalten, Uebrigen daß nach dem Gottesgeseß das Eigenthum unantastbar und nden. Afeine Vertheilung eine gerechte ist. Wenn Herr Bebel sagt, Ser Inftru feine Anträge bewegten sich auf dem Boden der bürgerlichen r zirkulirt Ordnung, so find fie doch nur eine Etappe auf dem Wege zur Berwirklichung feiner Pläne.( Abg. Bebel: Ja wohl; nur eine gung zur Etappe!) Wenn immer gesagt wird, die Sozialdemokraten seien verhalt ganz andere Leute geworden, so erinnere ich an das sozial maß diefe Demokratische Wahlflugblatt, wo es hieß, die Konservativen sindustri feien eine Hand voll Krautjunker, die nichts gelernt hätten, als den F etwas Rokiäuscherei und Volteschlagen; die Nationalliberalen Arbeits seien die Partei der politischen Charakteriofigkeit und Heuchelei. Von dem, was noch noch tommt, will ich garnicht reden, das nahmen g ift noch viel schlimmer. r alle ing Darauf antworteten dann aber die Nationalliberalen Blätter" in Hannover am 10. November, hrt werde Die Wahlen der sozialdemokratischen Abgeordneten seien nicht aft führt bloß zu wünschen, sondern sogar thatkräftig zu unterstüßen. 3 der natio Wenn die Sozialdemokraten in Hannover noch nicht auf dem großen felben Standpunkt ständen wie die anderen, so sei das noch zu lete. hoffen, seitdem das soziale Königthum proklamirt worden. Ich Wahrheine, zwei Dinge haben in der Sozialdemokratie leinen Platz, Königthum und das Eigenthum. al in der demokraten find Republikaner und müssen es sein. Die Die Sozial Sozialdemokraten streben die Verwandlung der Arbeitsmittel in Eigenthum der Gesellschaft an, ste müssen daher das Eigenthum fonfiszizen bis zum legten Spaten des Landmanns und der legten Nadel des Schneiders. Ihre Kritik der beste henden Verhältnisse hat ja viel Verlockendes, aber in der Ausführung beruht Ihre Schwäche. Wenn Sie erft an den Kleinen müße befit tommen, da werden Sie sterblich sein, oder es wird eine unden, ziemlich allgemeine Sterblichkeit eintreten. Wenn der Abg. Et einen Bebel behauptet, die Bauern gehören uns, so sage ich darauf itstages ja und nein. Ja, wenn das nicht geschieht, was nothwendig Abg. Lo ist, um den kleinen Grundbesitz vor Expropriation in Folge nicht au der Ueberlastung durch Steuern und Schulden zu bewahren. ohne die Sm anderen Falle werden Sie gerade am ländlichen GrundFortgang befit den stärksten Widerstand baben. Der Mensch liebt das Ibit, daß Eigenthum, er ist für das Eigenthum gleichsam geboren. Wenn ig vorgen daffelbe heute abgeschafft wird, so wird es nach einigen Jah aft We dern wir erläßt der den A , daß ma ndern au Dil rit und been wieder Eigrnihümer geben. Die Ausführung Ihres Pro durch welche das Volk belogen und betrogen wird, muß Klarheit allerdings nöthig erscheinen, und wir find sehr neugierig, wie das sozialdemokratische Arbeiterschußgesez aussehen wird. Der Normalarbeitstag ist wie das Familienleben eine natüre liche Ordnung, auf deren gefeßliche Sicherung die Regierung durchaus Bedacht nehmen muß. Tausende von Arbeitern folgen den sozialdemokratischen Arbeiterführern, nur weil sie glauben, legtere ständen den Arbeitern nahe; nehmen ste wahr, daß diese den Umsturz planen, so werden fle fich Don ihnen zurückziehen. Es ist ein Segen des Sozialistengesetes, Daß Die müfte Agitation un= möglich gemacht worden ist; die Sozialdemokraten find magvoll geworden, das haben wir bei den legten Wahlen gesehen. Diejenigen Arbeiter, welche Vaterland und Königthum lieb haben, welche dem internationalen Schwindel abhold sind, von den Umstürzlern loszulösen, ist die Aufgabe unserer Sozialpolitit, die gar nicht beffer als durch Ausdehnung der Arbeiterschutzgesetzgebung vorwäris schreiten tann. Sum 3mede der Herbeiführung eines Normalarbeitstages für die einzelnen Be triebe halten wir aber einen Bericht unserer Fabrifinspektoren über die bezüglichen Verhältnisse einstimmig für nöthig, und dieser Bericht wird viel eher erstattet sein, als die Resultate der Buhlschen Enqueten vorliegen fönnten. Abg. Grohe( Volkspartei): Bei der vorgerückten Tageszeit beschränke ich mich auf eine kurze Erklärung. Meine poli tischen Freunde und ich begrüßen es, daß durch Einführung eines Normalarbeitages, sowie Beschränkung der Frauen und Kinderarbeit, eine Befferung in die Arbeiterverhältnisse ges bracht werden soll. Die in Tausenden von Fällen gewiffenlose Ausbeutung der Arbeitskraft durch Arbeitgeber bedarf einer genauen Begrenzung, damit auf der einen Seite die Gesundheit der Arbeiter nicht länger Noth leidet und auf der anderen Seite der Willkür dieser Arbeit geber ein Biel gesezt wird. Ist es ja schon häuftg genug vorgekommen, daß Arbeiter, die zu ermüdet waren, um dem Befehl ihres Arbeitgebers, längere Tagesschichten zu machen", nachkommen zu können, einfach deshalb fortgejagt wurden. Obgleich wir der Ansicht sind, daß zur Einführung des Normalarbeitstages eine intenationale Berständigung gesucht werden sollte, wollen wir die Einführung derselben bei uns deshalb doch nicht dovon abhängig gemacht wissen, sondern wünschen die Einführung in kürzester Frist, soweit natürlicherweise dies in einem einzelnen Staate möglich sein wird. Wir gehen jedoch dabei von der Voraussetzung aus, daß alle Ausnahmen, die sich bei jedem Betrieb ergeben werden, im Voraus bestimmt werden müssen und nicht in jedem einzelnen Falle die Erlaubniß der Behörde dazu erwirkt werden muß. Die Beschränkung der Frauen und Kinderarbeit ist eine absolute Nothwendigkeit. Die förperliche Entwickelung der Arbeiterkinder nimmt von Jahr zu Jahr ab; die Folgen dieser anstrengenden Kinderarbeit find an den kränklichen, verfümmerten Gestalten deutlich sichtbar. Ebenso verhält es fich mit den Frauen. Die Thätigkeit der Frau soll auf ihr Haus beschränkt bleiben, bleiben, fie soll ihre Häuslichkeit verstehen, ihre Kinder erziehen und ihrem Manne ein glückliches Familienleben schaffen. Statt deffen ist fie in vielen Fällen gezwungen, selbst mit in Fabriken zu arbeiten, um die nöthigen Mittel zur Führung der Haushaltung aufzubringen. Dies geschieht dann immer auf Kosten der Häuslichkeit, des Familienlebens, ja sehr häufig auf Kosten der Moralität. Dies steht der Arbeiter auch selbst ein, denn wir finden, daß fast auf allen Plägen, auf welchen Der Arbeiter genug verdient, um seine Familie anstän dig ernähren zu tönnen, febr wenig Frauenund Kinderarbeit stattfindet. Auch aus diesem Grunde wünschen wir baldige Einführung des Normalarbeitstages, sowie Beschränkung der Frauen und Kinderarbeit, damit die Ende des Agramms fezt Engel voraus, aber keine Menschen mit Arbeitgeber gezwungen werden, höhere Löhne zu bewilli Sozialdem man N aud verschiedener Arbeitskraft, mit Leidenschaften und Ehrgeiz. Hinter Ihnen stehen die Anarchisten, und wenn die fond Sozialdemokratie Recht hat, warum sollen die Anarchisten nicht e Feat Recht haben? An dem Tage, wo die Sozialdemokratie nicht auch ommuni mehr umstürzen tann, sondern aufbauen, regieren und strafen fernet, soll, tritt für sie die Gefahr und Verlegenheit ein. Die Refo lange volution, die Sie machen, wird Sie verschlingen, wie alle die Kir Führer von Revolutionen. Die Gefahr, die in der Verbreitung nicht beb ber sozialdemokratischen Lehren liegt, ist groß, denn die 600 000 ehlt, tan oder die Million Sozioldemokraten, die wir haben, sind keine feinen Dottrinäre und feine Philister, die hinter dem Glase Bier raisonniren und sich beschweren, sondern thatkräftige Leute, die h nenne bereit sind, für ihre Swede ihr Leben einzuseßen. Ich kann bei den mich auch dem nicht verschließen, daß die Sozialdemokratie in Sie den die Armee eind ingen wird, wenn sie nicht schon eingedrungen Den 8 ft. Biffernmäßig muß ein Theil der Sozialdemokraten schon he. Das in der Armee gedient haben oder wird in dieselbe eintreten. urch den Ich meine, man thut gut, diesen Dingen Ilar ins Angesicht zu olifen die fehen. Dieser Gefahr muß entgegengewirkt werden, und es Rarimala lann nach meiner Ueberzeugung nur auf chriftlicher Grundlage es Arbeit geschehen. Von diesem Gesichtspuntte aus bitte ich Sie, unsere angler fchei Anträge zu prüfen. Zum Schlusse bitte ich Sie noch, daß Ste nigem eingeben sein mögen des schönen Wortes des großen Pitt: terlandsfagt mir nicht, das Parlament sei ohnmächtig; um Schuß au gewähren, muß das Parlament hoch mächtig sein.( Lebhafter in Baterla n Bentrum Beifall im Zentrum.) wir foll Abg. Stöder( Siegen): Ich halte in theilweisem Ges bei seinen gensatz zum Abg. v. Hertling die Frage des Marimalarbeitsden; es tages für eine der allerwichtigsten in Bezug auf die ganze baben Sozialpolitik; auch aus sozialdemokratischen Kreifen tönt uns e aus ja beständig, nicht bloß während der Wahlagitation die Frage d gewondes Normalarbeitstages entgegen. Wenn unsere Beschäftigung Strömu mit der Arbeitergefeßgebung, wie es doch die Absicht ist, die e Ström Untersuchung der Ansprüche der Arbeitermelt und die Erle Sosial füllung der berechtigten unter diesen Ansprüchen bezweckt, dann 1 glaubt, müffen wir den Normalarbeitstag in die Mitte der ganzen ammen Feststellung eines Normalarbeitstages allerdings denkbar, aber nur innerhalb der einzelnen Betriebe und nicht ohne Mitwir tung der Fabritgenossenschaften. Ist doch auch in England und der Schweiz die Arbeiterbewegung erst relativ zur Ruhe iel schärf gefommen, als der Normalarbeitstag in irgend einer Form t natür gefeßlich firit war; auch bei uns wird sie die Forderung nicht er Dentba fahren laffen, und sie wird uns zwingen, uns damit zu be Weiter! häftigen, wir mögen wollen oder nicht. Sonntagsruhe, Bes Bündnis schränkung der Frauen-, Abschaffung der Kinderarbeit, sind Dinge von höchster Bedeutung, aber der Sonntag ist tabe überhaupt kein Arbeitstag, die Arbeit der Frauen ist die Hausarbeit; mit der Frage des Normalarbeitstages ft ge erft treten wir an den Arbeiter und die Werktagsarbeit heran. gefagt Ma Herr Schumacher, der sich in unserem Barlamentsalmanach ift Auto als religionslos" bezeichnet, hat gestern der Sonntagsarbeit t mind solcher Mann in solcher Weise dem Sonntag sein Recht widerfahren läßt. Herr v. Schorlemer hat sehr zu Unrecht unsere Unfa Stellung zur Sonntagsruhe tritiftrt und in eine Art von Geses Gegensatz zu der des Zentrums gebracht; es find doch sicherlich nicht bloß in den östlichen, sondern auch in den westlichen Brovinzen die Grundbefizer mit der Sonntagsfeier brouillirt! Ebenso sehen wir Konservative die Gefährlichkeit der Sozialbemokratie gerade so gut ein, wie das Zentrum; und find er Verftät Distusfion stellen. Für uns Konservative ist die gesetzliche nüber. g D elbstberou agegen ogramm für die ichlage tionale nbheit nicht bie e, die denn etwa Wahlbündnisse zwischen Sozialdemokraten und BenDer Stir bedauerlich, daß das Arbeiterschußgefeß der sozialdemokratischen ntgegeng bgeordneten uns noch nicht vorliegt; die Herren haben auf frum nicht geschloffen worden?- Es ist übrigens ungemein batte eimt es nofraten diesem Gebiete ein sehr großes Schuldkonto. Im ,, Volksstaat" wurde 1872 behauptet, daß die Entwickelung des Volfsstaates zum hatte die Beschränkung der menschlichen Thätigkeit auf den 3 Geset weistündigen Normalarbeitstag führen müßte, und Most perflich Beitraum vom achtzehnten bis zum achtundzwanzigsten Jahre tive und Sosialb gen, m Arbeiter in den Stand zu seßen, seine Familie anständig ernähren zu können. Mit dem Buhlschen Antrage fönnen wir uns nicht befreunden, da durch Annahme desselben die ganze Angelegenheit auf die lange Bant geschoben wird und am Ende dem Arbeiter doch nichts nußen würde, ebenso können wir nicht für den Kropatscheck'schen Antrag stimmen, weil darin ein Normalarbeitstag für jugendliche Arbeiter verlangt wird, ohne die Ausnahmen, die fich in jedem Betriebe ergeben wer den, zu berücksichtigen. Wir stehen deshalb auf dem Standpunkt des Hertlingschen Antrages und werden dementsprechend auch stimmen. Darauf wird die weitere Debatte um 5% Uhr bis Freis tags auf der Tagesordnung. tag 1 Uhr vertagt. Außerdem steht noch der Etat des ReichsHerrenhaus. 1. Sigung vom 15. Januar 1885, 1 Uhr. Am Regierungstische: Ministerpräsident Fürst von Bismarck, Friedberg. Das Mitglied des Hauses Herzog von Ratibor übernimmt als Präsident der vorangegangenen Seffion, auf Grund des§ 1 der Geschäftsordnung, den Vorfis, eröffnet die Sigung mit einem dreimaligen Hoch auf den Kaiser, und beruft zu provisorischen Schriftführern die Herren Theune, v. d. Osten, v. Wiedebach und v. Lotichius. In das Haus find neu berufen die Herren Kammergerichts Präftdent Dehlschläger, General Graf Neidhardt v. Gneisenau, Graf Eulenburg- Praffen, Dreßler, v. Katte, v. Reinersdorf, Frhr. v. Wendt, Graf v. Nedern. Der Namensaufruf ergiebt die Anwesenheit von 99 Mit gliedern; da zur Beschlußfähigkeit nach der Geschäftsordnung bie Minimalzahl von 60 erforderlich ist, so kann sofort in die Erledigung der Geschäfte eingetreten werden. Auf der Tagesordnung steht die Konstituirung des Hauses; v. Kleist Reta w schlägt vor, zum ersten Präsidenten den Herzog von Ratibor und zum ersten Vize- Präsidenten den Grafen von Arnim- Boizenburg per Aftlamation zu wählen; v. Bernuth schließt sich diesem Vorschlag an, bittet aber, auch Herrn Geh. Juftigrath Dr. Befeler per Attlamation zum zweiten Vize- Präftoenten zu wählen. v. Kleist Rebow: Dem legteren Vorschlage des Herrn v. Bernuth widerspreche ich. v. Bernuth: Da mir von jener Seite das Entgegen Tommen nicht bewiesen worden ist, so widerspreche ich auch der Attlamationswahl der beiden ersten Präsidenten. Es muß nunmehr die Wahl durch Stimmzettel erfolgen. Bei dem Wahlgange für den ersten Präsidenten werden 101 Stimmzettel abgegeben; es fallen auf den Herzog v. Ratibor 95 Stimmen, fe eine auf Herzog v. Ujest, Graf Brühl, v; Tettau, Graf Arnim Boizen burg; 2 Stimmzettel find ungültig. Herzog v. Ratibor: Ich nehme die auf mich ge fallene Wahl mit Dank an und werde mich bemühen, auch Diesmal das in mich gesette Vertrauen zu rechtfertigen. Ich bitte nur, die mir wiederholt bewiesene Nachtcht und Unterstügung Ihrerseits mir auch in dieser Session gewähren zu wollen. Bum ersten Vizepräsidenten wird Graf von Arnim- Boizenburg mit 89 von 101 Stimmen gewählt; 9 Stimmen fallen auf Graf Brühl, 1 auf v. Tettau, 2 Bettel find unbeschrieben. Graf v. Arnim nimmt die Wahl mit aufrichtigstem Danke an. Bei der Wahl zum zweiten Vizepräsidenten werben 101 Stimmzettel abgegeben; Prof. Dr. Beseler er hält 55, v. Tettau 27, Graf Brühl 17, Fthr. v. Landsberg- Steinfurt 1 Stimme; 1 Bettel ist unbeschrieben. Prof. Beseler nimmt die Wahl an. Su Schriftführern wählt das Haus auf Vorschlag des Herrn v. Tettau die Herren Dieße, 2otichius, v. Neumann, v. d. Often, v. Schöning, Theune, v. Wiedebach und Graf v. Bieten- Schwerin per Afflamation. Schluß 3 Uhr. Nächste Sigung Freitag 2 Uhr.( Ge schäftliche Mittheilungen; Wahl eines Mitgliedes der Staatss schuldenkommission.) Abgeordnetenhaus. 1. Sigung vom 15. Januar. 1½ Uhr. Am Ministertische v. Buttkamer. Das Haus ist gut befeßt, der Abg. Dr. Loewe( Bochum) ist auf seinem Play. Als Präsident der früheren Session übernimmt Herr v. Köller der Geschäftsordnung gemäß den Vorfiz mit folgenden Worten: Laffen Sie es unser erstes Geschäft sein, von der Treue und Ergebenheit Beugniß abzulegen, von der die Verhandlungen dieses Hauses stets getragen sind und, so Gott will, immer getragen sein sollen: Se. Majestät der deutsche Kaiser, König von Preußen lebe hoch!( Die Anwesenden stimmen dreimal begeistert in den Ruf ein.) Bu provisorischen Schriftführern werden die Abgg. Boht, Sachse, Graf Schmifing- Kerßenbrock und Vopelius berufen. In das Haus sind bereits 284 Mitglieder eingetreten, dasselbe ist also beschlußfähig. Die Ausloosung der Mitglieder in die Abtheilungen wird vom Büreau nach der Sigung vollzogen, und die Konstituirung der Abtheilungen morgen vor der Plenars fizung erfolgen. Schluß 14 Uhr. Nächste Sigung Freitag 12 Uhr. ( Wahl des Präsidenten und Schriftführer.) Lokales. Das ist das Werliner Leben, wie es weint und lacht wer denkt nicht an jenen unsterblichen Vers, wenn er den folgenden Bericht liest, den wir einem gestrigen Abendblatte entnehmen: 8wei Studenten hatten sich vor etlichen Wochen im Brälaten" einen kleinen Affen gekauft und gingen mit demselben in später Abendstunde seelenvergnügt nach Hause. In der Landsbergerstraße trafen fte zwei Damen und ,, ulften" dieselben an. Da näherten fich aber zwei Herren, welche in einiger Entfernung hinter den Damen bergingen und stellten die Studiosen wegen ihres Benehmens zur Rede; es entstand ein Wortwechsel, der sogar zu einer veritablen Schlägerei auße artete, indem fich die Streitenden gegenseitig mit Stöcken und Schirmen traktitten. Bald erschienen mehrere Schußleute und fiftirten die Kämpfer. Auf dem Polizeibureau stellte es fich heraus, daß die beiden Herren, welche die Damen von der läftigen Gesellschaft befreien wollten, deren Ehemänner waren. Die Polizeibehörde hatte nun gegen die Studenten wegen groben Unfugs durch Mandat eine Haft von je sechs Wochen verhängt, wogegen aber die richterliche Entscheidung beantragt wurde. In der heute vor dem Schöffen gericht beim hiesigen Amtsgericht I stattgefundenen Ver handlung nahmen sich die Rechtsanwälte Sello und Binner ihrer Klienten sehr warm an und wiesen darauf hin, Daß die ganze Zukunft derselben vernichtet würde, wenn die Haftstrafe bestätigt würde. Das Schöffengericht faßte auch die Affaire milder auf und erkannte nur auf eine Geldstrafe von 15 beziehungsweise 10 Mart. Ganz entschieden hatte die Bos lizeibehörde mit ihrem Strafmandat vollkommen Recht, und uns erscheint die Milde des Schöffengerichts in diesem Falle recht übel angebracht. Wenn sich gebildete junge Leute einen ,, fleinen Affen faufen," wie es in dem Bericht heißt, so sollten fte erst recht für die Folgen deffelben verantwortlich gemacht werden, denn es ist durchaus unerfindlich, weshalb gerade Studenten mehr berechtigt sein sollten, fich Affen zu faufen," als junge Leute anderer Stände. Ob fernerhin eine Geldstrafe von 15 bezw. 10 Mart eine genügende Buße für das Anulken" anständiger Frauen ist, laffen wir dahingestellt. Soviel aber ist sicher, daß, wenn ein paar Arbeiter sich einen ähnlichen Schers" geleistet hätten, der kleine Affe" fich in finnlose Betrunkenheit und das Anulken" fich in rohes Anrempein verwandelt hätten. * " * t. Das Wachsthum Berlins. Wenn auch zur Zeit von einem Wohnungsmangel in Berlin noch kaum die Rede sein tann, so muß ein solcher doch bei fortdauernden gleichen Verhältnissen in nicht zu ferner Zeit über Berlin hereinbrechen. Seit 25 Jahren hat sich die Bevölkerungsdichtigkeit, wie die Statistik nachweist, mehr als verdoppelt, indem der für den Einzelnen vorhanden gewesene Raum von 121 auf 53% Qua dratmeter zusammengeschrumpft ist. Noch im Jahre 1875 waren Häuser mit weniger als 50 Personen bedeutend in der Ueberzahl, iegt sind sie weit unter die Hälfte des Gesammts bestandes herabgegangen. Die Durchschnitts Bewohnerzahl eines Hauses beträgt jest 60-61. Die Zunahme der bebauten Grundstücke in den letzten 12 Jahren, bis 1. Oktober 1884, bea tzug nach statistischen Aufzeichnungen zusammen 4910, welche bei der durchschnittlichen Einwohnerzahl von 60 per Haus Raum für 294 600 Personen schuf, schuf, wäh rend die Bevölkerung innerhalb der gleichen Zeit um 497 765 zunahm. Das Mehr der Bevölkerungszunahme von 103 165 hätte nach dem obigen Durchschnitte eine weitere Zunahme von bebauten Grundstücken um 1710 aufgewogen. Diese Bahlen beweisen, daß die Bau hätigkeit mit der Bevölke rungszunahme nicht gleichen Schritt gehalten hat und daß in Folge der Zunahme der Bevölkerung und des naturgemäßen Strebens, dem dichten Busammenwohnen nach Möglichkeit zu entgehen, an Selle der jegt noch immer leerstehenden Woh nungen in nicht allzuferner Zeit ein Wohnungsmangel treten wird. In demselben Verhältnisse, in welchem sich Berlin dem selben nähert, müssen auch die Wohnungsmiethen fich erhöhen, und diese fortschreitende Steigerung beweisen schon jetzt ebens falls die statistischen Aufzeichnungen Reporterphantasien. Nach einer vor einigen Tagen in den Beitungen enthaltenen Nachricht sollte ein junger feinges fleideter Mann, welcher in den Nachtstunden des 7. d. Mts. ,, bezecht" über den Blaz gegangen und dort jungen Damen gegenüber Allotria getrieben, ein schreckliches Ende gefunden haben, indem er von einem Wagen überfahren und sofort getödtet worden sei. Der Kopf sollte beinahe vom Rumpf getrennt gewesen und die Leiche nach der Morgue geschafft worden sein. Der ganze Vorfall ist erdichtet. An dem be zeichneten Tage ist in jener Gegend Niemand überfahren worden. Ein betrügerischer Kanarienvogelhändler treibt hier seit einigen Tagen sein Unwesen. Am Montag früh trat der selbe in die im Hause Landsbergeeftr. 32 belegene Werkstatt, und bot Kanarienhähne zum Kauf an. Er offerirte diefelben zum Preise von 4 und 5 Mart. Einer der in der Werkstatt beschäftigten Arbeiter kaufte einen Vogel zum Preise von 3 Mart. Der Händler erklärte nunmehr, daß er noch einen Hahn zur Probe balaffen wolle, wenn man ihm eine Mart an zahlen würde. Er wollte sich dann den reftirenden Betrag in orei Wochen abholen. Man ging auf diesen Handel ein, und der Vogelhändler entfernte fich mit dem Gelde. Nach kaum zwei Stunden starb jedoch der eine Vogel und kurz darauf der andere. Der Händler hatte seine Adresse angegeben, das nach wohnte er im Gasthof zum Grünen Baum" in der Krausenstraße. Hier logirte er jedoch nicht, ebensowenig im Gasthof zur Goldenen Traube," wo, wie die Geschädigten in Erfahrung brachten, ein Vogelhändler abgestiegen sein sollte. Die Händler tommen gewöhnlich zu zweien, der Eine trägt den großen Kasten mit hunderten von Vögeln. Der Andere, der das eigentliche Geschäft macht, ist mittelgroß, kräftig ge " baut, hat röthlich blondes Haar und einen ftarten Schnurrbart. Beide Betrüger geben fich als Harzer Vogelhändler aus. " der Gehilfenschaft ausgeübt zu haben, welche sonst am öffent lichen Leben ihrer Kollegen nur seltener Antheil zu nehmen pflegt. Nächst einem Referate des Kollegen Nicolas über Lohnbewegungen, war nämlich in der Versammlungs- Anzeige zum zweiten Punkte der Tagesordnung als Thema angekündigt worden: Das Interesse der gesammten Gehilfenschaft an der Buſammenſegung des Vorstandes der Ortskranken- und Sterbe kaffe und an der Belegung des erledigten Kaffenrendantenpostens". Daher der starke Besuch der Versammlung und die ungewöhnliche Spannung der Theilnehmer vor Beginn des Meetings auf die Dinge, die da kommen würden. Auch soll, wie mir belehrt wurden, vielfach die Befürchtung geheat worden sein, daß in der bevorstehenden Diskussion nur allzusehr das Pers Der Meineidsprozeß gegen den Baumeister Schmidt und die separirte Voß aus der Wallner- Theaterstraße, welcher mit der Verurtheilung des Echmidt zu einer dreijährigen und der Voß zu einer sechsjährigen Buchthausstrafe seinen vorläu figen Abschluß fand, wird nach der Ger.- 8tg." noch ein Nach spiel vor dem Strafrichter finden. In den beiden Ehescheibungsprozessen, welche sowohl Frau Baumeister Schmidt gegen ihren Ehemann als Herr Voß gegen seine Ehefrau anstrengte, hat eine Anzahl Beugen Aussagen gemacht, die nicht allein im Widerspruch mit dem Thatbestande waren, sondern, wie die gegen Schmidt und die Voß später eingeleitete Untersuchung ergab, wiffentlich falsch abgegeben wurden. Gegen diese Persönliche fich in den Vordergrund drängen könne, die Geister sonen ist auf Antrag der föniglichen Staatsanwaltschaft die Untersuchung wegen wiffentlichen Meineids eingeleitet worden. Polizei- Bericht. Am 14. d. M. früh verunglückte der Kutscher Barsch auf dem städtischen Central- Bichhof dadurch, daß er beim Aufladen eines Rinderviertels ausglitt, wobei ihm bie Laft auf den linken Oberschenkel fiel und eine 5 Centimeter lange und 1 Centimeter tiefe Fleischwunde zufügte. Derselbe mußte fich nach dem städtischen Krankenhause im Friedrichshain begeben. An demselben Tage Vormittags erhängte fich ein Mann in seiner in der Veteranenstraße belegenen Werkstatt. Am Mittag deffelben Tages wurde der Schlächtergeselle Thon, Saarbrüderstraße 33 wohnhaft, bei einer Schlägerei mit dem Kutscher Lüty durch einen Stoß oder Stich in das rechte Auge derartig verlegt, daß er bewußtlos zusammenbrach und nach der Wache des 15. Polizei- Reviers und von dort aus mittelst Droschte nach der Charitee gebracht werden mußte. An dem selben Tage Abends entstand in einer Wohnung des Hauses Lügowplay 10. Feuer, durch welches mehrere Möbelstücke vernichtet wurden. Dasselbe wurde vor dem Eintreffen der Feuerwehr von Hausbewohnein gelöscht. Gerichts- Zeitung. Verurtheilung von Duellanten, Marburg, 7. Januar. Vor der Straffammer gelangte ein Pistolenduell zweier hiesiger Studenten zur Aburtheilung. Die seitens der Staatsanwalts schaft gestellte Anklage richtete fich gegen den Kand. Med. Clemens Engelfing aus Altenberge bei Münster i. W., und den Stud. Rer. Nat. Mar Kühnast aus Guben. Die Veranlaffung zu diesem Duell war eine Schlägermenfur des Angeschuldigten Engelfing, die am 15. November zu Odershausen stattgefunden hatte, und bei welcher sich der Angeklagte Kühnaft erlaubte, über das Verhalten seines Gegners zu lachen, in Folge deffen ließ Engelfing an lesteren eine Herausforderung ergehen, die dieser annahm. Die Bedingungen waren Pistolen, einmaliger Kugelwechsel, 10 Schritte Distanz und ohne Zielen. Am 18. November früh gegen 7 Uhr wurde der Kampf ausgefochten und endete damit, daß der Fordernde durch den ersten Schuß seines Gegners lebensgefährlich in den Kehlkopf getroffen wurde. Durch eine glücklich ausgeführte Operation bes Herrn Geheimraths Roser, Direktor der chirurgischen Klinik hierselbst, welcher den Verlegten in Behandlung hatte, wurde bie Lebensgefahr beseitigt. Der Strafantrag der Staatsanwalt schaft lautete für Engelfing 5 Monate und für Kühnast 6 Monate Feftungshaft, während der Gerichtshof ersteren zu 5 und Letteren zu 4 Monaten Feftungshaft, sowie in solidaris Bei scher Haftbarkeit zur Tragung der Kosten verurtheilte. berartig milden Strafen ist es natürlich kein Wunder, wenn Die Duellfeuche immer größere Dimensionen annimmt. Man sollte die Duelle in derselben Weise bestrafen, wie Todschlag. Wie wenig solche milden Strafen abschrecken, geht wohl recht deutlich daraus hervor, daß in Rönigsberg am Sonnabend schon wieder ein Pistolenduell zwischen zwei Studirenden statt fand, bei welchem dem einen der linke Arm zerschmettert wurde. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. h. Die allgemeine öffentliche Tapezierer- VerfammIung am Mittwoch Abend unter dem Vorsize des Herrn Sander im Restaurant Feuerstein, war sehr zahlreich besucht. Die Tagesordnung schien durch ihren theilweise ungewöhnlichen Inhalt eine ganz besondere Anziehungskraft auch auf die Kreise Theater. Königliches Obernbane: Heute: Der Trompeter von Säktingen. Königliches Schauspielhaus: Heute: Nathan der Weise. Deutsches Theater: Heute: Der Weg zum Herzen. Bellealliance- Theater: Heute: Der Raub der Sabinerinnen, Schwank in 4 Atten von Franz und Paul Schönthan. Renes Friedrich- Wilhelmftädtisches Theater: Heute: Gasparone. Central- Theater: Alte Ralobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Heute: Der Walzer- König. Refidenz- Theater: Direktion Anton Anno. Heute: Der Klub. Pariser Lebensbild in 3 Akten von E. Gondinet. Walhalla Operetten- Theater: Heute: Der Feloprediger. Soulfenftädtisches Theater: Okend- Theater: Heute: Jenny Waldmann. Heute: Der Galcerenstlave. Heute: Der Kompagnon. Heute: Sulfurina. Wallner Theater: Bittoria- Theater: Alhambra- Theater. Heute: Die Galloschen des Glücks. Werkzeug, verlaufen 74 für Tischler, ist wegen Todesfall zu Tegelerstr. 2, v. 3 Tr. Auch Sonntags von 9 Uhr ab. Brust 35, Keule 40 Pf. allzu heftig aufeinanderplagen möchten. Diese Befürchtung hat fich indeffen erfreulicher Weise als unbegründet erwiesen und der gegenseitige Meinungsaustausch, der Vielen ein Bedürfniß gewesen zu sein scheint, und eine Herzenserleichterung verschafft haben mag, hat, obschon dabei an Vorwürfen, Indiskretionen und Anschuldigungen hinüber und herüber gerade fein Mangel zu verspüren war, schließlich doch dem Geiste der Friedfertigkeit und des kollegialischen Busammenhaltens zum fiegreichen Durchbruch verholfen. Der endliche Triumph Dieses Geistes über persönlichen hader und kleinliche Reibereien war ohne Zweifel zum nicht geringen Theile dem Bewußtsein zu verdanken, daß das ganze Tapezierergewerk nabe vor einer großen allgemeinen Lohnbewegung der Gehilfenschaft steht, bei welcher Einigkeit die erste aller Vorbedingungen des Erfolges ist. Nach dem bereits Gesagten unterlassen wir alles weitere Eingehen auf die Einzelheiten der Verhandlungen, indem wir uns auf die Mittheilung beschränken, daß zum ersten Buntt der Tagesordnung, betreffend den Nicolas'schen Vortrag über die Lohnbewegung, folgende Resolution zur einstimmigen Annahme gelangte:„ Die heutige Versammlung der Berliner Tapezierer 2c. erklärt, daß fie fich dazu verpflichtet, die Agitation der Lohnkommission energisch zu unterstüßen, und zvar erstens durch Ansammlung von Geldern für den Generalunters stügungsfonds, zweitens durch männliches Eintreten für die zur Beit festzusezenden Forderungen der gesammten Gehilfenschaft drittens, durch Bethätigung des Strebens, den besseren Theil der Meister und Prinzipale in deren eigenem Interesse für die Durchführung eines einheitlichen Lohn, Stück und Beit- Tarifs zu gewinnen." Zu dem bereits erwähnten zweiten Punkt der Tagesordnung führte Herr Sander als Referent unter dem Beifall der Mehrzahl der Versammelten, aber auch unter theilweisem Widerspruch einzelner Theilnehmer aus, die Gehilfenschaft sei berechtigt, von den zur Zeit gewählten Vorstandēmitgliedern der Drts- Krankenkasse zu erwarten, daß fie auch über bie engen Grenzen ihrer Kaffenobliegenheiten hinaus, die Inters effen des Berliner Tapezierergewerks und das materielle Wohl der gesammten Gehilfenschaft zu sorgen beftret, und die For derungen derselben energisch und thatkräftig zu unterstüßen bemüht find. Nach den in der Diskussion abgegebenen Erflärungen aller betreffenden Redner, ja aller Redner überhaupt, nun an auch der mehr steht zu erwarten, daß von indifferent gebliebene ber Wir find der Meinung, daß man sich liebez den Kopf zerbrechen solle, wie man die zu viel bezahlten vier Mil den armen Konsumenten zuwenden könne, die gewi unter dem vertheuernden 8wischenhandel leiden, als die befiger unserer Umgegend. Der Verein der Einsetzer hält Sonntag, den 18 nuar, im Vereinslokal, Holzmaitiste. 8, feine regelmäßig sammlung ab. Tagesordnung: 1. Festsetzung einer lichen Versammlung. 2. Verschiedenes. 3. Fragetaf Neue Mitglieder weiden aufgenommen. Gäste willkom Vermischtes. Aus Chartow berichtet man dem Jushnyi Kr folgendem Ueberfall im Eisenbahnwaggon: Herr K. Agent einer Königsberge: Getreidefirma, trat fürzlich Station Wodjaaja aus die Reise nach Petersburg an. unerwartet trat an denselben ein ihm unbekannter Her und bot ihm seine guten Dienste an, um ihn, Kraton einem Waggon 2. Stlaffe unterzubringen. Als Krako Differenz für die 2. Klaffe nachzahlen diefen Waggon trat und dem Kondukteur eröffnete, daß möchte, Er hat Rr. 14 seint täg Berlin fret Bostabonne Der heu Auch Seitdem in ausgiebig Krakowski firickte fich aus, schlief aber nicht. meitte er in dem Waggon einige schlafende Baf beträchtliche Summe Geldes bei sich und nahm daher vor, wach zu bleiben. Plößlich hörte er, daß d dukteur die Schläfer weckte, die sich dann, es waren ih auf Krakowski warfen und ihn zu würgen versuchten fowski, ein starter Mann, wehrte die Räuber erfolg und ging auf die Plattform hinaus. Die Räuber folg dorthin und versuchten ihn in den Waggon zurückzuze ihnen auch schließlich gelang. Man warf ihn zu Boden auf ihn und schon schien es, als sollte er unterliegen. Inde blatt bei. stopfte ihm den Mund mit einem Tuche. Einer der Räuber Abonnenten es ihm, ein Bein freizubekommen, mit dem er ein Waggo einstieß. Da der Bug in diesem Moment gerade in ein barmen eilten herbei, denen die frechen Räuber erklä station einlief, wurde man dort auf den Lärm aufmerksam bätten eben einen Gauner und Taschendieb festgent Der Chef der Halbftation behielt Herrn Kratometi be auch Vorschl zurück und die Räuber reiften unbebelligt weiter. Bezug auf mehr nahm der Gendarm in die Sache Einblid wären, wen ohne viel Schwierigkeit ließ fich nachweisen, derselben be Herr Kratonsti eine befannte, ehrenhafte Perfön So ha ist. Am anderen Tage wurde der schwer mish Borschlag ge Ausländer nach Charkow gebracht. Ueber Alles wurde durch seine S Protokoll aufgenommen. Was ergiebt sich aus diesem die Wieder Daß pflichtvergessene, verbrecherische Eisenbahnbeamte leinen S Konbukteure, in deren Waggons Ueberfälle ausgeführt Eisenbahnräubern unter einer Decke spielen. Würde man Unseren ohne Weiteres forijagen- die Eisenbahnräubereien würd Aug. Stg." aufhören. feitdem mit nochmals üb Zunäch reicher und Den Amerikanern braucht nicht bange zu sein in Masse an den Verein zur Wahrung der Inter- den. Der„ Sechsläufige" spielt in der Union noch im effen der Berliner Tapezierer anschließen und es sich angelegen sein laffen wird, die Lohnbewegung so thatkräftig als möglich zu fördern. In Betreff der letteren wurde in der Versammlung die erfreuliche Wahrnehmung konstatirt, daß die Beiträge zum Generalunterstügungsfonds in den letzten 14 Tagen weit reichlicher, als bisher, gefloffen sind und der Fonds bereits einen erheblichen Umfang erreicht hat, während der genannte Verein unter der erergischen Leitung seines iezigen Vorfizenden, Herrn Wildberger, immer thätiger aufblüht. ms. Die Vertheuerung der Milch. Im Verein der Milch intereffenten hieit am Dienstag Abend Herr Ingenieur Helm einen Vortrag über das Thema: Wie kann der Milchproduzent des Absatzgebietes Berlin die Milch höher ver wertben? Wir wünschen, daß die Milch konsumenten mit ebenso viel Eifer einmal die Frage untersuchten, wie sie ihre b " so beliebte Heinsten Ein So mö baß die Abso Beuten einig Menn mächtige Rolle. In einem sensationellen Scheidung zu großen 2 der jüngst in San Franzisko vor tem Richter Sulliva völkerung fü handelt wurde, kam es vor, daß eine Frau Showon, Beuge abgehört wurde, den Revolver aus der Tasche versudte, als der abhö.ende Advokat einige ihren Ch verdächtigende Bemerkungen machte. Man fiel ihr i Arm, aber nun stürzte ihr Sohn auf den Advokaten und nur durch die Dazwischenkunft des Sohnes Legteren, der den Angreifer auf der Stelle zuschießen drohte, wenn er einen Revolver ziehe, recht rasch eine blutige That verhindert. Darauf befabl der und übergeb Niemanden mehr in das Gerichtslokal zu laffen, es von der Polizei, nach förperlicher Untersuchung des Gintolchen Schr den, bezeugt, daß er keine Waffen an fich trage. Der Bellinzustellen. in diesem Scheidungsprozeß ist ein falifornischer Kröfu gewesene Senator Sharon; die Klägerin, Mis Sarab Milch billiger bekommen fönnten. Herr Helm wies nach, hill, behauptet, er habe sie geheirathet und dann ver daß bei den täglich in Berlin verbrauchten 300 000 Litern Milch im Zwischenhandel 12000 M, pro Tag verdient werden, also vier Millionen Mart im Jahre erspart werden fönnten, und er forderte die Milchproduzenten auf, durch eine bessere Organi sation des Absages diese vier Millionen zu verdienen; auch machte er eine Reihe von Vorschlägen nach dieser Richtung. Maitresse gehabt haben. Aber der Richter Sullivan en zu Gunsten der Klägerin und verurtheilte den Betiapte bie Hälfte des in die eheliche Gütergemeinschaft fallende mögens" es wird auf zehn Millionen Dollars veran herauszuzahlen. Sharon hat appellit. Hauptziehung Preußische Loose: Heute bis 31. Januar. 1 Original 150 Mart, 72 Mart. Antheile, 30 Mt., 116 15 Mk., 132 7,50 Mt., 164 4 Mt. Und da beste Beweis bezüglich ein Führen 3tg." nochm nationalliber Beitung nen Leser sich ni brauchen. Die ,, befonders u das Bedürf Leute fich Schaden tri oder Liter f daß der Ar Rachdrud verbot Borchardt Gebr., 1. Geschäft Friedrichstraße 61, Telephon 3 werde " 2. Central- Kranken- u. Begräbnißkaffe für Frauen 2c. E. H.( Offenbach a/ M.) Verwaltungsstelle Berlin. Hauptversammlung. Sonntag, den 18. Januar 1885, Nachmittags 3 Uhr, KommandantenStraße 77/79. in Gratweil's Bierhallen, ( Unterer Saal.) Tagesordnung: Kassenbericht. Bericht des Kontroleurs. Wahl des Gesammt. Borstandes. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Mitglieder- Versammlung 73 des Vereins zur Wahrung der Interessen der Klavier- Arbeiter. Sonnabend, den 17. Januar, Abends 8% Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße Tagesordnung: Nr. 77/79. 1. Bericht über die Thätigkeit des Vorstandes. einigen sind " Königstr. 1, Ecke Burgstr. ,, 48 Kleine und große Vereinszimmer auch Sonntags zu haben. Mauerstraße 86. Notizkalender. In Folge fortgesetter starter Nach frag dem im Verlage von Wörlein u. Comp. in Nür erscheinenden Deutschen 13 64 Das finnig fei, i ift schon ihren geistig eingeschlagen ihr bisher o Handwerker- und Arbeiter- Notizkalend und Ihre s pro 1885 gefagt: hat sich die Verlagshandlung zur Veranstaltung einer hier behalter Auflage entschloffen und ist frische Sendung in finden."" pedition des Berliner Volksblatt" eingetroffen. Det des gut gebundenen, reichhaltig ausgestat Taschenkalenders, der eine Reihe von wichtigen Gese Tabellen c. enthält, ist 50 f. b Und langen, gla sei oder nich fie in dief machen?" Mr. Sie bab Selbstunterrich meinen Rur trauen auch betrifft, so Fabrifen. Die Kollegen der betreffenden Werkstation and dazu einfachen und doppelten kaufmännits vor einem eingeladen.) 72 75 Kalbfleisch, Adalbertstr. 80 i. Steller, General Versammlung 3. Vereinsangelegenheiten und Fragekasten. Gäste willkommen. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Im Anschluß an die Warnung des Vorstands des Fachvereins der Arbeiter in Gas, Wasser und Dampf- Armaturen des Vereins der Sattler und Fachgen. bemerke ich, daß die in meiner Fabrit beanspruchte Arbeitszeit Sonabend, den 17. Jan., Abends 8% Uhr, Kommandantenin Gratweil's Bierhallen, traße 77/79. Tages- Ordnung: 1. Jahresbericht und Abrechnung. 2. Wahl des GesammtBorstandes und der Revisoren. 3. Verschiedenes. 69 Der Vorstand. nicht länger als 10 Stunden pro Tag ist. Bernhard Joseph, Bethanien- Ufer 6. Die Nr. 12 der humoristischen Blätter Der wahre Jacob" in erschienen und in der Exped. d. ,, Berl. Voltsbl." zu haben C. unstreitig ei baß ich Buchführung bai felb und Darstellung eines neuen abgekürzten System bis jetzt den doppelten Buchmethode. zur Von Schmidt, Lehrer d. Handelswissens Preis Mk. 1,50. Bu beziehen durch die Expedition des Berl. Bolloblatt Zimmerstraße 44. Verantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Bading in Berlin SW. Beuthstraße 2. mir lieb, gäben, die bie Kranken wenig. Sie gebracht, ein finn geradez Ich fo in die Anst