Dienstag, 20. Zannar 1885. n. Jahrg. i diesem nur 20 Verein ?errn X l 19. 5. tenstrahe ?ag - Diisa talieder Buhitt JIU hriftlich« l c VermW ilütlii«! öebensji r Brgan für dir Interessen der Arbeiter. limenb ?era! g Zur Ätfö t i|«ti SfäH Da«„Setiinet VaUSblatt' nrnnent 4 Mart.«m,elne Nr. 5 Pf S (feittgettogeft in der Postzerninosyrergli t. aböBneutetttföt«« 1 Mark. Wöchentlich 35 Pf. t mit illustr. Beilage 10 Pf. ür 1885 unter Nr. 748.) JnsettionSgebüht beträgt für die S gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Ardeittmarit 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate»erden bil 4 Uhß Nachmittag» in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen S&nwnw** Bureaux, ohne Erhöhung de» Preise», angenommen. thsvertraß« NeöaKtton un» OnpeöMon Merttn SV, Mmmerstraste 44. Zanuar, 86. El' die ugniß�» itn. u». . Tai unter P- — Zur Wohnungsfrage. 00KM Gewöhnlich wird angenommen, die sogenannte W o h- ��hungsnoth käme nur in großen Städten vor. _ man weist auf die Ziehtage hin, wo e» mancher armen �M�Wamilie nicht gelingt, überhaupt eine Wohnung zu erlangen, ���Mue stch dann in polizeiliche Schutzhaft begeben muß; man ��entwirft düst-.re Schilderungen von den Peonbrüdern, von der. Logirhäusern, von den Miethikasernen und den Keller- bvN Z«ohnu»gen. iL x ,f]t b,e Wohnunginoth in den großen Städten « Wwnchmal m einer ungemein hohen und Trauer erregenden --- tTBeife vorhanden, aber glaube man nicht, daß die» in großen Städten allein so sei. ?®0.V.®e�tn �ie Konservativen, die Vertreter der ,4�/rt�{ �'�ten blättern fortwährend auf die lUTiv 0 Bohnmignoth tn den großen Städten hin, die sie als eine Svlge der modernen Gesetzgebung, der Freizügigkeit, hinzu- ftellsn versuchen, ja sie weisen darauf hin, um dadurch da» Lohnungselend auf dem Lande, welche» dort nicht geringer st, zu verdecken. Dort müssen die Strohhaufen und Scheunen die so- «nannten Pennen ersetzen und die Arbeiterkolonien mit ten großen Schlafsälen treten an Stelle der städtischen ogirhäuser und Asyle für Obdachlose. Und anstatt der M ethskaseraen und Kellerwohnungen finden wir auf dem Lande zahlreiche Lehmhütten, an denen geöltes Papier die Fensterscheiben ersetzt, in welchen ein fortwährender Torf- rauch herrscht und durch deren Dächer und Wände Wind und Regen eindringen. Wer sie noch nicht gesehen hat, die Häuser und HäuS- .„ ,..en in den Provinzen Ost- und Westpr.ußen, in Posen robstr und zum Theil auch in Schlesien, wer die Hüttchen am � Erzgebirge und im Thüringer Walde noch nicht betreten hat, idistonj?" kann sicb kaum von der WohnungSnoth auf dem Lande ifß der Vinnen Begriff machen. j Aber, so wird uns der Vertheidiger des flachen Landes urch einS� wt gegenrufen, die Leute auf dem Lande leben wenigsten« -.�fu�täjt so zusammengepfercht, wie die in den großen Städten; Oer xW�Beftindheit und Moralität leiden nicht so viel, als bei der a�fllUberfüllung in den einzelnen Häusern. irfl. den ersten Blick scheint dieser Einwurf auf Wahr- C)eit zu beruhen, wenn man aber näher der Sache auf den . prund geht, so hält dieser Einwurf nicht Stich. Was die 3 Tr.>1�$ sundheit betrifft, so finden wir in den ländlichen Woh- Abends, langen noch mehr Unreinlichkeit, als in den städtischen, Allerlei Gethier(Hühner, Ziegen, selbst ein Schwein) theilt : Ria�irüderlich die Wohnung mit den Menschen, und wie gesagt :, zsMben die Menschen, da von einem ordentlichen Ofen selten n» iian>>?ü� �ede ist, fortwährend in athemraubendem Torfqualm W--------------- rschiedtN«� Wtrm! v-r�wn, Ieuitteton. Gesucht und gesunde«. Roman von Dr. Dux. (Forsetzung.) Welche Absicht Geoffrey damit hatte, da» sollte die ss�?,Folge lehren. I W Die Gefangenen hatten dieses Manöver so schlau ge- SW-..Macht, daß es den Wärtern gänzlich entgangen war. ifßM Während die Wärter und Fritz mit ihnen auf dem und abgingen, hatten sie zum Suchen der Stein- auSgei ge- V. ?! � auf» üCiöjjchen immer den Moment benutzt, wo sie ihnen den Rücken ----«andten. »�un gebt Acht!" flüsterte Geoffrey seinen Gefährten u.»Ich werde sorgen, daß die Wärter uns nicht stören. r Spron wird zu uns herein kommen; zwei oder drei Wärter werden ihn begleiten. Wir werden ihn sicher machen, daß sich Niemand rührt, daß Niemand ihm ein Haar krümmt...>. Ich erzähle Euch Geschichten wäh- tend er mit Garrick spricht. Wenn ich sage:„„Der Tiger erwürgt seine Permger!"" dann ist der rechte Moment da. Bei diesen Worten stürzt Ihr Euch Alle auf ihn. Alle zusammen. Die Wärter werden nicht hinhindurchdringen, und bis sie hindurchgedrungen sind, habe ihn erwürgt, dann mögen sie ihn hinaustragen.— an wird uns einige Tage in die Zelle sperren. Was Huts? Wir haben einen Spion umgebracht!... Hört �KhrS, Kanaillen?- Wehe dem Ungehorsamen!" dp,„Aber wenn die anderen Wärter zu Hilfe kommen?" �fragte der Rothhaarige, dessen zerbrochenes Nasenbein ihn �hinderte, wieder an dem Aufenthalt im Freien theil- x>"Dummkopf!" rief Geoffrey,„sagte ich Dir nicht, daß ich dafür sorgen werde, daß die anderen Wärter nicht zu flAc i'owmen? Diejenigen, welche den Doktor begleiten, ,0.lt,!chon zurückhalten, die anderen aber werden � Wetnkommen, dafür werde ich schon sorgen." ii,„Wie war», wenn wir die Wärter, welche mit herein ommen, gl" geM. rte <1 % ommen, gleich mit erwürgten?" sagte Einer. wozu dann noch da« oben angedeutete Eindringen von Wind und Regen sich gesellt. Der ärmere Theil der Landbevölkerung macht deshalb auch ebenso wie der in den Städten einen kläglichen Ein- druck. Besonder» sind Augenkrankheiten, eben durch die un- gesunden Wohnungen erzeugt, auf dem Lande noch viel häufiger, als in den Städten. Was aber nun die Moralität anbelangt, so sei zunächst betont, daß auch die kleinen ländlichen Hüttchen meist zwei bis drei Familien beherbergen, die in völlig ungenirter Weise mit einander verkehren. Daß dem so ist, geht daraus hervor, daß in den über- wiegend ackerbautreibenden Provinzen de» Königreichs Preußen mit geringer Städtebeoölkerung mehr uneheliche Kinder geboren werden, als in den Provinzen mit zahl- reicheren Städten und besser situirter Bevölkerung. So fallen in Hessen-Nassau nur 5,60 uneheliche Kinder auf 100 Geburten, in Rheinland nur 3,27 und in Westfalen gar nur 2,64; in Ostpreußen aber 9,92, in Branden- bürg(ohne Berlin) 10,15 und in Pommern gar 10,50. In Berlin selbst werde» auf 100 Kinder 13,46 unehelich geboren. Daß in großen Städten, besonders in Weltstädten, wie Berlin, da» Verhältniß ungünstig steht, daß dazu auch das WohnungSelend beiträgt, kann nicht geleugnet werden, aber es kommen hier noch viele andere Umstände hinzu, die wir nicht aufzählen wollen und die auf dem platten Lande fehlen, welche ein solches Verhältniß mitbedingen. Auf dem Lande aber wirkt in der That unter der länd- lichen Bevölkerung außer der allgemeinen Roth grade die WohnungSnoth auf die Moralität, wie man aus den oben angegebenen statistischen Notizen ersehen kann. Aber die WohnungSnoth erstreckt sich nicht nur auf die großen Städte und die ärmere Landbevölkerung, sondern ganz Deutschland leidet an einer beständigen Woh- nungsnoth, im Vergleich wenigstens zu Frankreich und Eng- land. In Deutschland kommen nach einer Zählung au8 dem Jahre 1881 im Durchschnitt auf eine englische Quadratmeile 27 Wohngebäude mit 216 Einwohnern, in England 83 Wohngebäude mit 446 Einwohnern und in Frankreich 37 Wohngebäude mit 185 Einwohnern. DaS macht in Deutschland auf das Wohn- gebäude im Durchschnitt 8 Bewohner, in England etwa» über 5, und in Frankreich fällt ein Wohnhaus auf 5 Personen.——— Wie aber kann die Wohnungsfrage zu Gunsten unseres Vaterlandes und besonders zu Gunsten der ärmeren Be- völkerung gelöst werden? Der Vorschlag fand ungetheilten Beifall. „Du hast Recht, Ned!" rief der Rothhaarige entzückt. „Ein paar von Euch stellen sich ihnen entgegen, ich falle ihnen in den Rücken und drücke ihnen von hinten die Kehle zu.... Keiner von denen, die sich zu un» herein« wagen, soll mit dem Leben davonkommen— Keiner I" Die Stimmung der Gefangenen war eine außerordent- lich gehobene. Die Aussicht auf die so lange zuück- gedrängte Rache schien sie mit außerordentlichem Vergnügen zu erfüllen. Der nächste Tag war für die Ausführung bestimmt; heute war es noch nöthig, Garrick die nöthigen Instruktionen zu ertheilen.— Geoffrey und seine Genossen sahen sich am folgenden Tage sehr g« täuscht. Der Doktor Rodenburg erschien nicht. Fritz hatte sich am Morgen dieses Tages zu seinem Chef- arzt begeben und denselben um zwei Tage Urlaub gebeten. Mr. Gefferson konnte ihm seine Bitte nicht abschlagen, wiewohl er ihn ungern auch nur einen Tag in der Anstalt entbehrte. „Ich vermuthe," sagte er,„daß Sie Ihren Pathen, Herrn Habicht, und Ihren Freund, den Grafen M'Donuil zu besuchen beabsichtigen, und ich habe ja versprochen, zu diesem Zwecke Ihnen einen Urlaub nicht zu verweigern." „Ich beabsichtige nicht das Schloß M'Donuil zu be- suchen," antwortete Fritz,„meine Reise ist nicht ohne Be- ziehung zu dem Interesse der Anstalt, Mr. Gefferson. ... Verschiedene Andeutungen, die ich vor einigen Tagen erhielt, haben in mir die leise Hoffnung erweckt, über Miß Elly'S frühere Schicksale und ihre Verwandten Nach- richt zu erhalten....... Ich halte eS für die Pflicht eine» AnstaltSarzteS, das Wohl seiner Patienten im Auge zu haben nicht nur für die Dauer, daß sie Ihier in der Anstalt sind, sondern auch für ihre Lebenszeit.... DaS Schicksal des unglücklichen Mädchens rührt mich tief, so daß ich fühle, ich werde nicht Ruhe haben, bis ich Alles gethan, waS ich zu einer glücklichen Entscheidung ihre« traurigen Looses beitragen kann." ,,,, „Ich will Ihnen auch zu diesem Zwecke den Urlaub nicht verweigern," erwiderte Mr. Gefferson,„wiewohl ich Nur dadurch, daß der allgemeine Wohlstand gehoben wird, nur dadurch, daß die deutsche Nation, ver- treten durch die Gesetzgebung, nicht fortwährend einzelne Klaffen der Bevölkerung bevorzugt, sondern der G e s a m m t» h e i t dient.__ Kotttiscke Nebersickt. Die Petitionskommisston deS Reichstages hat stch mit einer Anzahl Petitionen beschäftigt, von denen einige ein all- gemeineres Interesse beanspruchen können.— Es kommt in der Wahlprüfungskommisfion nicht selten vor, daß durch glaub- würdige Zeugnisse nachgewiesen wird, daß mehr Personen Stimmzettel für einen destimmten Kandidaten abgegeben haben, als stch dann in der Urne vo; finden. Nun liegt eine Petition von 78 Wählern eines Dorfes im Gubener Wahlkreise vor, welche erklären, daß ste bei der letzten Wahl Zettel für Neßler abgegeben haben, trotzdem seien dann nur 50 Stimmen für Neßler konstatirt worden. Sie hätten stch bereits an den Staats- anmalt gewendet, seien aber abgewiesen worden. Die Kommis- fion erachtete die Petition für ungeeignet zur E-örterung im Plenum, weil der Instanzenweg noch nicht erschöpft sei.— Wir sind der Meinung, daß die PelitionSkommisfin alle Ur» fache hat, derartige Petitionen zu berückstchtigen. Es dürfte doch nicht so schwer halten in solchen Fällen festzustellen, ob eine Wahlfälschung vorliegt oder nicht. Und ganz besonders hätte die Staatsanwaltschaft Veranlassung, stch der Sache an- zunehmen, da das Strafgesetzbuch den etwaigen Fälschern schwere Strafen androht. Der deutsche Reichstag soll das Volk rm Kleinen repräsentiren, seine Anflchten und Handlungen sollen im Einklang mit denen des deutschen Volkes sein; ein solches Verhältniß kann aber nur obwalten, wenn seine Mitglieder i aus freiem Antriebe und auf geradem Wege die Mehrzahl der ■ Stimmen auf stch vereinigen. Es liegt sowohl im Interesse der Abgeordneten als auch der Wähler, daß daS Ansehen deS Reichetages durch nichts getrübt wirb und vaher wäre es ge- wiß am Platze, wenn eine gründliche Untersuchung der von den Petenten erwähnten Punkte stattfinden würde. Der polnische Reisende Rogozinski, welcher in neuerer Zelt in der K a mer u n- Af f ai r e so viel genannt wird, hat nach Prioatbriefen, die von ihm in Warschau eingetroffen find, die Abficht, in Afrika eine Dampf-Oelfadrik einzurichten. Die Menge der zu dieser Fabrikation geeigneten Gewächse, so- wie die mangelhafte, durch die dortigen Bewohner geübte Art, das Ocl zu gewinnen, haben ihm den Gedanken dieses Unter- nehmenS, welches bedeutende Vortheile verspricht, aufgedrängt. Die Fabrik soll in der Nähe des Meeresufers errichtet werden. Bevor jedoch Rogozinski dies Projekt realistren wird, beab- stchtigt er. in der ersten Hälfte dieses Jahres seine Heimath, Warschau, zu besuchen(?)— Mittlerweile berichtet ein Privat- Telegramm, daß der Warschauer„Kurier" das Gerücht ver- breitet die deutschen Behörden in Kamerun hätten den Herrn Rogozinski verhastet.(?) Zur Dampfer- Subvention. Von der Deutschen DampfschiffS-Rhederei zu Hamburg ist dem Reichs- Ihnen im Voraus sagen kann, daß Ihre Bemühungen ohne Erfolg sein werden. Wie ich Ihnen bereits erzählte, habe ich ja selbst Schritte gethan, ihre Verwandten zu er- Mitteln; mich trieb dasselbe Pflichtgefühl, was Sie treibt; allein ich habe auch nicht die geringste Spur von ihren Verwandten auffinden können und von dem Geheimniß, da« über ihre Vergangenheit waltet, nichts zu lösen ver» macht." „Ihre Thätigkeit ist hier allzusehr in Anspruch ge» nommen, Mr. Gefferson, als daß Sie Zeit und Mühe opfern dürften für Dinge, welche nicht unmittelbar mit Ihrem Amte und Ihrer Pflicht im Zusammenhange stehen; auch hat Ihr Herz schwerlich so lebhafte Theilnahme ge» fühlt für Miß Elly, wie das meinige, denn unsere An» sichten über ihren Zustand gehen ja auseinander..... Sie halten ihre schmerzvolle Sehnsucht nach Freiheit für Wahnsinn; Sie halten ihre dunklen Erinnerungen an eine glückliche Vergangenheit im Arme einer liebenden Mutter für Ausgeburten einer krankhaften Phantasie...... Ich halte diese Reminiszenzen für wahre Be- gebenheiten und finde ihre Sehnsucht nach Freiheit, nach dem liebenden Herzen der Mutter, so natürlich, daß ei» ganz gesunde» Wesen, da« Jahre lang hier zurückgehalten wurde, seine Gefühle nicht anders äußern konnte. Wie oft habe ich sie in Thränen gefunden; still ergeben weinte sie für sich hin... DaS ist kein Wahnsinn, Mr. Geffer- son, daß sie Jedem, der ihr von Befreiung spricht, em williges Ohr leiht. Wer mag sich darüber wundern! Sie hat ja hier keine anderen Freunde als Wahnsinnige, und der lange Aufenthalt unter Geisteskranken hat sie gewöhnt, deren Reden und Aeußerungen anzuhören, als ob sie von ganz Geistesgesunden und ihr gleich berechtigten Wesen kämen... Zu verwundern ist's nur, daß sie bei dem langen Aufenthalt unter Wahnsinnigen nicht bereits mahn- sinnig geworden ist."„,.,.. „Ich denke, Sie werden sich mit der Zeit schon über» zeugen, daß Ihre Ansicht eine unrichtige ist," erwiderte Gefferson.„Was die Schritte betrifft, welche Sie zu thun beabsichtigen, so kann ich dieselben nur billigen, sie machen Ihrem theilnehmenden Herzen und Ihrem Pflichtgefühl alle tage ein zweites Promemoria, b treffend eine nach Ostasten zu errichtende subventionirte Postdampfschiffslinie überreicht war- den. Es wird in demselben detont, daß der Standpunkt der Reichsregierung in Bezug auf die Ansprüche an die zu sub- ventionirenden Linien seit Mai 1834 ein wesentlich anderer geworden sei. Statt der damals geforderten neuen, auf deutschen Werften, aus deutschem Material gebauten Dampfer, welche mit einer Geschwindigkeit von 13—14 Knoten fahren müßten, habe der Reichskommissar in einer der letzten Sitzungen der Kommitfion erklärt, daß auch ältere, auf auswärtigen Werften gebaute Schiffe mit 11 bis 11V, Knoten Durchschnittsgeschwind, gleit zur Konkurrenz zugelassen werden sollten. Das seien Leistungen, welche die Schiffe der Deutschen Dampfschiffs« Rhederci vollkommen böten, wozu also Schiffe des Nord- deutschen Lloyd nicht berangezogen zu werden brauchten. Nach 12jähriger Arbeit sei eine regelmäßige direkte Verbindung mit Ostafien, China und Jopan hergestellt, die den gestellten An- sprüchen genüge. Der Schluß deS Promemoria tautet:„Bei der in Ausstcht stehenden Ungewißheit möchten wir einem Hohen Reichstage anheimgeben, der Deutschen Dampfschiffs- Rhederei zu Hamburg, welche stch von kleinen Anfängen zu einer regelmäßigen 20tägigen Fahrt nach Ostafien hinaufgear- beitet hat, ferner, und zwar ohne Subvention, zu überlassen, mit dem wachsenden Verkehrsbedürfniß ihre BeförderungS- mittel entsprecheno zu vermehren und das Feld ihrer Thätig- keit zur Förderung deutscher Industrie und deutschen Handels weiter auszubauen." Frankfurt a. M. Schon am Mittwoch, am Tage nach dem Morde des Dr. Rumpff, sollen— so schreibt die„Franks. Ztg."— Kriminal-Polizei- Beamte von Berlin hierher gekommen sein; ein Reisender will in dem Zuge, mit welchem er an dem bezeichneten Tage gekommen, 42 dieser Herren gezählt haben. Hiefigen Einwohnern find fremde Polizeibeamte in den Straßen unserer Stadt aufgefallen.— In Folge der Aufforderung des Herrn Poiiz-ivrästdenten von Hergenhahn find der Polizeibe- Hörde verschiedene Wahrnebmungen, welche zur Au'findung des Mörders des Polizeiraths Dr. Rumpff beitragen können, zuge- gangen. Sehr wichtig erscheint unter Anderem folgende Mit- theilung. Am Tage vor der That, als der Ermordete sein Bureau im Clesern Hofe verlassen hatte, gesellte fich auf dem Heimwege ein Bekannter zu ihm, der jedenfalls in der Nähe des Sachsenlagcrs wohnte, und begleitete ihn nach Hause. Am Gartenthore angelangt, bemerkte der Begleiter, wie ein Mensch aus der nach dem Hinterzarien des Hauses führenden kleinen, hölzernen Thüre trat und eilig das Gartenthor zu gewinnen suchte. Hastig ging er an den beiden Herren vorüber und ver- schwand in der Dunkelheit. Dem Begleiter des Dr. Rumpff kam der Mensch so sehr verdächtig vor, daß er dem Elfteren seine Besorgnisse nicht verhehlte. Herr Dr. Rumpff lächelte darüber, wie er bei Warnungen immer zu lhun pflegt-, verad- schicdete sich und ging in sein Haus. Al- vierundzwanzig Stunden später die Mvrdthat pasfirte, erzählte der Herr dieses Erlebniß seinen Freunden und Bekannten; doch ist es bis heute der Polizeibehörde noch nicht gelungen, den Begleiter des Ermordeten, der möglicherweise über das Signalement des Unbekannten, den man mit der Mordthat in Verbindung bringen zu sollen glaubt, Aufschlüsse geben kann, in Erfahrung zu dringen.— Die telcgraphische Mittheilung der„Münch. N. N." über eine Verhaftung in S t u t t g a r t ist doch richtig. Ein angesehener Kaufmann F. aus Göppingen schreibt, daß er am 14-, Morgens 2'/» Uhr, bei seiner Ankunft in Stuttgart als der„Attenthäter von Frankfurt a. M." angesehen wurde, weil dos vom hiefigen Polizeipräsidium verbeitele Signalement auf ihn„ganz paßte" und er auch zufällig direkt von Frank- furt kam. Obwohl er Paß und alles Nöthige zum Ausweise bei stch hatte und die Polizei bat, seinen Vetter und„Dutzende Bekannte" rufen zu lassen, wurde er doch erst um 8 Uhr entlassen.— In Mainz wurden nach dem„M. A." in ver- gangener Nacht sämmtliche Herbergen revidirt, da man in Frankfurt Anlaß zu der Vermuthung hat. daß der Mörder seinen Rückzug über Mainz genommen. Bisher blieben die Nachforschungen erfolglos. In Wiesbaden ferner wurde gestern Vormittag ein Bewohner Kastels aus gleichem Ver- dachte festgenommen, als er aber sein Alibi nachgewiesen, wieder entlassen. Aus München wird der„Fränk. Tagespost" geschrieben: „Durch die Zeitungen ging jüngst die Notiz, daß vor dem Hause und in ein Zimmer eines Steckwerks über dem Schlafzimmer des Reichstagsabgcordneten V ie reck geschossen worden ist. Ich halte es für die Pflicht der Presse, die AtientatSangst nicht noch durch Sensationsnachrichten zu vermehren. Am Syl- vester fiel zum ersten Mal ein Schuß, bekanntlich ist es einer der beliebtesten Neujahrsscherze, Puloer zu verknallen. Daß am nächsten Tage thatsäcklich ein Rcvolvnkugel im oberen Stockwerk einschlug, ist wodl darauf zurückzuführen, daß in den benachbarten Jsaranlagen fich die edlen Zuhälter zahlreich um- hertreibcn, und ein solches Individuum hat allem Anschein nach die Lumperei verübt. Einen politischen Charakter trägt der Streich selbstverständlich nicht, da hier die politischen Parteiverbältnisse nicht so scharf atzentuirt find, um zu derlei Exzessen Veranlassung zu geben. Der so sehr bekannte Vollmar Ehre. Ich gebe Ihnen also bis übermorgen Urlaub und stelle Ihnen mein Reitpferd zur Verfügung.— Eine Stunde später verließ Fritz Bethesda und ritt das Plateau hinab nach Jnverneß zu. Er hielt sich indeß in der Stadt nicht auf; sein kurzer Urlaub gestattete ihn keine häufigen und langen Rastzeiten. Das Pferd des Mr. Gefferson besaß Kraft und Ausdauer genug, um ihn bis an den Flecken Westinn, der an das Gebiet von Davis- town grenzte, zu tragen. Da hatte vor zwölf Jahren der Sherif gelebt, welcher jenem vornehmen Herrn attestirt hatte, dcß er bei völliger ZurecknungS- und DiSpositiontfähigkeit sein Kind unter dem Namen„Elly" der Anstalt Bethesda überwiesen und in seiner Gegenwart Mr. Garrick beauftragt habe, diese« sein Vorhaben auszuführen. Das Amtshaui lag in der Mitte deS Fleckens auf einem freien Platz, der, wenn er geflastert und nicht mit Bäumen bewachsen wäre, wohl für einen Marktplatz hätte gelten können. An einen der Bäume neb n der Freitteppe, die zu dem AmtShause hinaufführte, band Fritz sein Pferd und betrat die Amtsstube. Zwei Schreiber saßen dort, von denen der eine, ein ganz junger Mann, vielleicht erst ein Neuling in seinem Beruf, der andere schon ziemlich bejahrt war. Dieser trug einen mächtigen, grünen Auzenschirm, der sein faltenreiches Gesicht bis auf den Mund herab beschattete, und über beide Aermel des sehr fadmscheiuigen Rockes hatte er er zum Schutze Leinwandhüllen gestreift, deren Farbe trotz des langen Gebrauch« noch nicht ganz so ver- schössen, ganz unkenntlich war, als die des Rockes, welchen sie schützen sollten. An ihn wcndte sich Roden- bürg. „Mein Herr!" sagte er,„ich wünsche den Sherif zu sprechen." „DaS geht nicht an, Sir!" antwortete der Mann, indem er seinen Kopf tief in den Nacken beugte, um unter dem Schirm hervor den Sprecher ansehen zu können.„Der Herr Sherif ist heute einer Jnventuraufnahme wegen nach Jnverneß gefahren." „DaS bedauereich sehr," erwiderte Fritz,„umso mehr ist ja auch unbehelligt geblieben,«it dem«an als dem Sieger in München ll. doch weil eher ein Hühnchen zu pflücken hätte. Aus Sachse«. In diesem Jahre tritt der sächsische Landtag wieder zusammen und es haben vorher, jedenfalls im August oder September, Ergänzungswahlev dazu statt- zufindcn. Sachsen hat zweijährige Etatsperioden und es scheidet alle zwei Jahre ein Drittel der 80 Abgeordnete der zweiten Kammer aus. Es find in diesem Jahre an Stelle der aus- scheidenden und der mit Tode abgegangenen Kammermitglieder 30 Abgeordnete zu wählen und es kommen dabei 17 Sitze der Könseivativen, 6 der Nationalliberalen, 5 der alten Fortschrittler und 2 der Sozialdemokraten(Liebknecht undPutrrich) in Frage. Franrssich. Der Pariser Nothstand erbellt ziffermäßig aus dem Rück- gang der Verbrauchssteuer. Dieselbe brachte vottges Jahr 139 964 438 Franks gegen 1883 mit 143 618 271 Franks eine Verminderung von 3 653 833 Franks. Die stärkste Verminde- rung weisen die Baumaterialien mit 2 200 000 Franks auf, was den weiteren Rückgang der schon 1883 stark gesunkenen Bau- thätigkeit genuasam kennzeichnet. Die aus Steinen, Holz, Eisen und sonstigen Baustoffen lastende Verbrauchssteuer beträgt etwa 5 Prozent ihres Werthes- Dieses Jahr ist keine Besserung zu erwarten, aber 1886 und noch mehr 1887 zählt man auf eine bedeutende Steigerung der Äauthätigkeit und der Geschäfte überhaupt, wegen der 1889 stattfindenden Weltausstellung. Die wirthschaftlichen Wirkungen der letzteren werden auch einen günstigen Einfluß auf die politische Entwickclung hervorbringen. Wenn die dritte Republik— so meint die„Schles. Ztg."— endgiltig zur Staatsform Frankreichs werden sollte, wird fie es nicht zum geringsten Thcile den zwei Weltausstellungen (1878 und 1889) zu verdanken haben.— Der verwundete Polizeikommissar Ballerich ist seinen Wunden erlegen-— Die Delegirten für die Senatoren wählen im Seincdcvartemcnt baben nachstehendes Programm beschlossen, das die Kandidaten für den Senat gut zu heißen haben: 1) Vollständige Revision der Verfassung durch eine von dem allgemeinen Stimmrecht ernannte konstrtuirende Versammlung; 2) Abschaffung deS Senats; 3) Vollständige Unterordnur g ver vollziehenden Gewalt unter die gesetzgebende Gewalt; 4) Trennung der Kirche vom Staat; 5) Protest gegen die Politik der Eroberungen und Abenteuer; 6) Erwählung des Gerichtspersonals und Ausdeh- nung der Jury aus die korrektionellcn und Zivilprozesse; 7) Rücktritt deS Seinedepartemmts unter das Gemeinrecht, Tren- nung des Generalraths der Seine von dem Pariser Gemeinde- rath, Tezentralistrung der Departements und Autonomie der Gemeinden; 8) Reform des volkswtrlhschaftlichen und sozialen Systems; 9) der erwählte Kandidat muß jährlich über die Er- füllung seines Mandats Rechenschaft ablegen.— In der Kammer wurde der sehr umfangreiche Bericht des Abgeordneten Draux über die Getreidezölle vertheilt. Derselbe deantragt für die Produkte europäischen Ursprungs eine Taxe: für Weizen 3 Frks. per 100 Kg.. 7 Fils, für Mehl, 2 Fils, für Roggen und Gerste, 1,50 Frks. für Hafer.— Für Produkte nichteuropäischen Ursprungs: 6,50 Frks. für Weizen, 10,60 Frks. für Mehl, 5,60 Frks. für Roggen und Gerste und 5,20 Frks. für Hafer.— Die Kammer hat fich bis zum 27. d. M. vertagt. Schweden und Norwegen. Das liberale Ministerium Sverdrup wird dem binnen einigen Wochen zusammentretenden Storching(Landtag) eine Rriye Vorlagen auf dem Gebiete des Heerwesens, der bürger- i ch en Selbstverwaltung und der Arbeitergesetzgebung zugehen lassen- Zu letzterem Zweck soll im Ministerium des Innern eine Kommission gebildet werden, welche Gesetz v or- lagen zur Verbesserung der Arbeiterverhältnisse auSzuaibeiten haben würde. Die Kommisston soll speziell Vor- lagen über Krankenkassen, Verficherungseinrichtungen gegen Unfälle und AlterSverso'-kungekaffen ausarbeiten, sowie auch eventuell Bestimmungen über die gegenseitigen Pflichten und Rechte der Arbeitgeber und Arbeiter, Veranstaltungen zur Ver- befferung der Lage der letztgenannten in ökonomisitier, intellek- tueller und moralischer Beziehung in Vorschlag bringen. Großbritannien« Aus D ü b l i n wird geschrieben, daß der Vizekönig, Lord Spencer, der Generalsekretär für Irland, Mr. Campbell- Bannerman und andere Beamte der irischen Exekutive gegen- wärtig eifrig mit der Prüfung der Frage beschäftigt find, ob eine Erneuerung der Ausnahmegesetze fürJr- land nothwendig sei. In Mullingar lehnte es vor einigen Tagen eine Jury beständig ab, vier Männer wegen eines MordanfalleS gegen drei Soldaten schuldig zu sprechen. Der prästdirende Richter sagte, dies wäre ein unwiderlegliches Ar- gument für die Erneuerung des Verbrcchenverhütungsgesetzes. — D?r irische»ome-liule-Deputirte W. Redmond hielt jüngst in Edinburgh eine Ansprache an die dortigen Jrländer, in deren Verlauf er emphatisch erklärte, daß die irische Partei keine Verbindungen mit Dynamitarden unterhalte. Die irische Partei befitze auch nicht den mindesten Einfluß auf dieselben. Dynamitattentate aber würden fortgesetzt in Eng- als ich vielleicht nicht sobald Gelegenheit habe, ihn wieder aussuchen zu können." „Ich bin ermächtigt, Aufträge und Anliegen entgegen zu nehmen, Sir," fuhr der Schreiber fort, indem er seinen Äugenschirm jetzt etwas lüftete. Fritz sah ein sorgenvolles, aber gutmüthigeS und freund- liches, alteS Gesicht. „Handelt sich's um einen Ehekontrakt?" fuhr er fort; „ich werde das Protokoll aufnehmen und es Ihnen morgen, vom Herrn Sherif unterschrieben, zustellen." Fritz antwortete, daß es sich nicht um einen Ehekontrakt handle. „Oder ein Jnjurienprozeß?" „Ach darum nicht! Ich wünschte nur Auskunft zu erhalten über einen notarielle» Akt, welcher hier vor zwölf Jahren vollzogen wurde." „Vor zwölf Jahren, mein Herr, war noch Mr. MyerS Sherif und der ist längst todt. Sein Nachfolger ist Mr. World." „Es ist mir bekannt, daß der damalige Sherif ge- storben ist," antwortete Fritz, der jetzt den Namen gehört hatte, den er unter dem betreffenden Schriftstücke nicht hatte entziffern können. „Am siebenzehnten Oktober dieses JahreS find e« ge- rade zwölf Jahre, da ist hier auf dem Amt ein Attest aus- gefertigt, nach welchem ein vornehmer Herr sein Kind der Anstalt Bethesda üb-rgiebt und damit einen Förster, Na- mens Garrick, beauftragt. Es werden in dem Schriftstücke noch die Bedingungen angegeben, unter welchen das Kind später reklamirt werden kann." „Möglich, Sir, daß das geschehen ist!" antwortete der Alte.„Darüber aber wird Ihnen Mr. World auch nicht Auskunft geben können.— Uebrigens, mein Herr, ist der- gleichen Amtsgeheimniß, und selbst wenn Mr. MyerS lebte würde er unberechtigten Leuten dergleichen Auskunft nicht ertheilen." „Ich bin kein Unberechtigter, mein Herr," erwiderte Fritz,„ich bin Irrenarzt in Bethesda. Es handelt sich '„darum, die Angehörigen einer jungen Dame z« ermitteln, land verübt werden, so lange Irland durch Baxw#* durch Kettenflrafe und Soldaten, sowie von Mpci* Lord Spencer regiert werde.— In Jnverneß mu#! Grundherren in den schottischen Hochlanden eine PriP* ferenz abgehalten, um auf Veranlassung Sir W nach den Be Streichungs-i Zügen geneh waltungsjabr bis 86 im O auf 7,212,16! die Läge der Kleinbauern in den Hochländen(croft�j stellt, gegen ark höher. im Etat der gleich fast m die gesammtc das laufende hauptsächlich schulen vera 6,022,307 M waltung der sundheitspfle, wägung zu ziehen. Es wurde beschlossen, die__ Crosters bei fich darbietender Gelegenheit zu veiglößes ihnen Kontrakte mit revidirten Pachtzinsen, sowie iW tion für Verbesserungen zu gewähren. Auch f* Regierung angegangen werden, bei der Entwickelt Fischerei- Industrie Beistand zu leisten, die dB Schulabgaden zu ermäßigen und die Auswanderung I muntern. Amerika. Der Senat hat mit 43 gegen 9(demokratische) beschloffen, General Grant auf die Armec-PenfionW jähr 198,3 setzen. Wenn das Repräsentantenhaus oiesem BesdW unt 10,968 stimmt, wird Grant 13,500 Dollars jährlich bis zu* Darunter s Tode erhalten. Der General bezieht außerdem 15 0000 Es find dies aus einem, vor einigen Jahren von seinen Freunden gtM Prastdial-Ge ten Fonds.— In South Bend, Indiana, fanden f«nes neuen ernste Aibeiteiunruhen statt. Dieselben wurden sende Jahr durch strikende Arbeiter, hauptsächlich Polen, veranlaßt!? Polizer-Verw setzten die Eisenhüttenwerke, und zwangen die übrigen� �.lorvern� in die Gebäude zu verlassen. Verschiedene Personen ivM haftet, doch gelang es schließlich dem Mflrtär, die 0*., wi-d-r herzustellen. No.jahr um ?Mameuwrisckes. Die Petitionskommission des Reichst» schloß am Freitag, betreff-nd die Petitionen der um f sttllung und ihren Verdienst gebrachten Beamten der Pj Unfallvelsicherungs-Gesellschaften,Ut zur Tagesordnung, aber schriftlichen Bericht ans I damit die Angelegenheit daselbst öffentlich zur Spm langt. Die 9. Kommisfion des Reichstags begann Freit«? mittag die Berathung des von den polnischen Abge« eingebrachten Gesetzentwurfs betreffs del richtssprache. Artikel 1 dieses Gesetzentwurfs, nw § 186 des Gerichtsverfaffungsgefetzes den Grundsatz hiM> will:„In den der Krone Preußen seit dem Jabre gefallenen polnischen Landestheiien ist die polnische 6* neben der deutschen gleichberechtigt", wurde nach dieistss Debatte mit 9 gegen 4 Stimmen abgelehnt; für de» stimmten die drei polnischen Mitglieder der Kommisse das eine der beiden Mitglieder der Zentrumsfraktion.„ Die won der Reichslegierung angestellten ErmitK» über den angemessensten Ausgangshafcn der Mitteli« Zufahrtslinien für die zu subventionirend«. 2800000 M asiatis che Linie, wobei namentlich Neapel, Trieft,? den Magistr find 2 275 03 °uS der KS« ttuchtungswe Mark. HauSs Brauwalzster tung 7519 6 aus der Am der Krankenk Theils der 2 wen nicht gi beschlüfsen werden. De ist auf 11 85 laufenden E anlagung zu der auszuschr Einkomm der öffentlich der beschlcu« um 4 Woche der Stadtve! Nach de bau, in we und Brindifi in Frage kommen, find nunmehr Wie die„N.-Z." vernimmt, ist die Wahl mit Rückstci-t" Schnelligkeit der Beförderung auf Brindisi gefall� Die Kommission für die(H-rtltng'sche) Ar�f sch u tz g c s e tz g e b u n g hat zum Vorfitzenden Moufang, zu dessen Stellvertreter den Abg. Äcker««?) soweit ste a Grundstücks- angekauften abgezahlt we können. Di % des zu Schriftführern die Abgg. v. Gruden und Papellier f 5°nb0_ Von Seiten des Zentrums wurde angekündigt, daß �"0n mnf hntf nitä her pin-n nnflftrt'nhtrtem rÄefffit?-IfCtU. ©i B -Olm wmu» vt» U/U4.VV UUHCIUIUI�X, 030" j dort aus der Kommisfion einen vollständigen Gesctss vorlegen wolle. Die Kommisston wird daher erst i». 14 Tagen in Arbeit treten können.— Herr Ackerml»? bekannte Freund der Arbeitsbücher, in der Kommisston Arbeiterschutzgeseygebung! Da find wir neugierig, a. Von herauskommen rotrv. � schen Kiesh J am 27. Nov. Kommumw. J lafta Für die nächste Sitzung der Stadtverordnete«»�, nung, daß i lnng steht jruf der T a g e s o r d nung: Verleib� befugt wäre, l. städtischen Stipendiums.— Abbruch der auf den ft? dert fortfahri Grundstücken Alexanderplatz 4 und Alexanderstr. 3 j Männer den dandenen alten Baulichkeiten.— Veräußerung der% schafft haben Grundstücke Auguststr. 8 befindlichen Baulichketten mrnalpolizei des Abbruchs.— Neubau des Feuerwachtgebäudts; und sein Ku Schönebergerstr- 20/21; vorgekommene Abweichung??.»»ich den Die Bauprojekte.— Bewilligung der durch Aufhöhung de?\®a fie feste! vor der sogenannten Kutschersckänke in Treptow enist� Segen wurde Kosten.— Bewilligung von 30000 M. zur PlaniruNg..., Die Ä«M Islg WÄÄ ÄÄf und Elm.».»«» 0,31,1km iimn SMIetum nuftlMnn 6:111, dt« artowlad,«- nungsprüsunaen und Petitionen.(Umwandlung veS?„,.•JJJ platzeS in eine Gartenanlage, geräuschloses Pflaster/ Ncbert würd. westlichen Flügel der Universtiät, BefchäftigungsgesufflL Der Stadthaushaltsetat für Berlin pro 1885/8* jetzt wird, welche dort seit zwölf Jahren zurückgehalten daß sie wirklich wahnsinnig ist." „Ah!" machte der Schreiber und nahm setz?! Augenschinn ganz ab, um den Sprecher desto bess* zu können,„ah, da« ist eine lraurige Geschichte junge» Mädchen zwölf Jahre in einer Irrenanstalt, daß sie geisteskrank ist! Das ist schlimm, sehr schliß Und warum entlassen Sie die Dame nicht?" „Weil fie nach dm Bestimmungen, unter der Anstalt übergeben wurde, nur durch ihre Elteij? jenen Garrick reklamirt werden kann. Garrick selbst wahnsinnig, und die Eltern find unS bekannt."« „Wenn ich Ihnen dienm könnte, Mr... ihr Name, mein Herr?" „Rodenburg, Fritz Rodenburg!"„ „Sehr wohl! Wenn ich Ihnen dienm kön?, Rodenburg, so würde ich es thun, um der jungs?! willen.... O, was es doch für Eltern gi«»' 1 1 vermuthlich find sie todt, sonst wäre gewiß � längst reklamirt." J «Um zu erfahren, ob die Eltern wirklich w habe ich die Reise hierher unternommen." J kam, mußte sich bei mir melden; aber ich eria»„War nicht, Leute gesehen zu haben, denen ich daS »Ich s längst t „Ja, u „Im 5 fragte der( .«Nicht «m Duell v Pferde gestii «Ja, j em Duell v Ja. das n hier war." «War: eme» ander« «Jeden erlauben Si der Tag,< hatte mich< gräbnisse bei ... ganz r Mann begle „Wie, gmdem Int „DaS i war damals des und für am Ende b« „Klein, nuyl, Leute gejeyen zu Häven, denen ich das»roß.»ark, zutrauen könnte, ein Kind gefangen halten zu 11, ReiHttf.w nicht geisteskrank ist." ��Hirschfänger Fritz sah ein�daß diese Nachforschungen� �' ---„..«Also i vergeblich seien. Während aller Tage, die M! x*„Ja, jo terredung mit Garrick verflossen waren, war genau so or danke nicht aus dem Sinn gekommen, daß Lord � daß er eine, dem Verbrechm in irgend einer Beziehung fiä"/.„Weite: schloß nach dieser Richtung hin noch eine 8� J suchen. „Kannten Sie dm Lord Davis, Sir?" Schreiber. fr«/ „Myko, IS? ;fÄ W HfZ Toftcrt)# ZkM'B >nglM ule Sf® ;uc6 M twickelvA He dB dnung I üsch-) S» lenftonälj Beschbß bis ,u! 15 000% nöen fr nach den Beschlüssen der Maglstrais-Kommisfion(sogenannte Strelchungs- Kommission) vom Magistrat in den wesentlichen Zügen genehmigt. Der Etat, welcher im noch laufenden Ver« waltungsjabr mit 47,469,635 M. balanzirte, wird pro 1885 bis 86 im Dtbtnanum auf 43,760,414 M., im Ertraorvinarium auf 7,212,169 M., zusammen auf 50.97 3.08 3 M. festge. stellt, gegen das laufende Etatsjahr also um 3.5 Millionen Mark hoher. Hiermit wird das halbe Hundert der Millionen im Etat der Reichshauptstadt zum ersten Mal eneicht und sogar gleich fast um eine Million überschritten. Die Ausgaben für die gesammte Schulverwaltung betragen 9,942,900 M., gegen das laufende Jahr mehr 499,773 M., welche Mehrausgabe hauptsachlich durch die Eröffnung einer Reihe neuer Gemeinde« schulen veranlaßt wird. Die Armenverwaltung erfordert 6.022,307 M.. 243,259 M. mehr als im Vorjahre Die V-r« waltung der Krankenhäuser und Einrichtungen für die Ge- sundheitspflcge beansprucht 2,404,615 M., gegen das Vor- SLo in Bauverwaliung ist mit 10,968.638 Mark in der Ausgabe angesetzt. ��unter. stehen 6,658,000 Mark im Extraordinarium dies Bauraten für die Erbauung eines neuen Polizei« Prastdial-GebaudtS. eineS nächtlichen Asyls für Obdachlose, s-stSÄfif,.91© ■anlaßt;! Polizei-Verwaltung sind um 208 282 Mark höher angesetzt und SUS der Kammerer-Verwaltung 675 199 Mark, aus dem Er- leuchtungswe en 4385450 Mark, an Miechssteuer 10 850 000 Mark, Haussteuer 3 850 000 Mark, Hundesteuer 285000 Mark, »laumaljfteuer 415 000 Mark. Kapital- und Schulden-Verwal« tut!Ö' 519 649 Mark, aus der Schuwerwaltunfl 1712 472 Mk., aus der Armenverwaltung 744 728 Mai k, aus der Verwaltung Krankenhäuser rc. 337 867 Mark:c. Zur Deckung desjenigen Dherls der Ausgaden, welche durch die angeführten Einnoh- �'deckt werden, muß nach den gefaßten Kommunal- beschtüffcn die städtische Einkommenstcuer ausgeschrieben mZuID K r: laufenden EtaAahr. Nach den bisherigen Resultaten der Ver- y" �.Wochen früher erfolgt als im Vorjahre, wird derselbe �- � �ordneten-Versammlung zur Feststellung zugehen. Nach der Aufstellung des stäviischen Etats für den Hoch- o1"-, r" welchem für Bauten zu Gemeindefchulzwecken rund 2 oOOOOO Nk. aufgenommen find, tritt nun noch die Frage an den Magistrat heran, wie die erforderlichen EchulgrunLstücke, soweit sie angekauft werden müffen, zu beschaffen sind. Der GrundstückS-Erwerbungsfonds ist erschöpft und auf den zuletzt angekauften Schulgrundstücken haften Hypothekenschulden, die abgezahlt werden sollen, mindestens aber nicht vermehrt werden �, können. Die städtischen Behörden werden deshalb beider Fi st- stellung des Stadthaushaltsetats für die Beschaffung ausreichen- er tr k>er Fonds sorgen müffen. Für das Jahr 1885 ist der Ankauf ''' dieselben werden etwa lteichS! r um der n, ans r Sp> A s de' rfs, ws satz Hins lobte Ij: nische v S m onircnl», TriM &P 'S» en M* er icllirtj a'J Mission' dg, rv-» von fünf Echulgrundstücken beantragt', 1% Mill. Mark kosten. _ o k» l e S. a. Von dem Ott der Oberbaumbrücke lagernden stiidti- schen Kieshaufen, welcher zum bestreuen der Brücke dient, war i am 27. Nov. v. I. von drei Männern, auf einem mitgehrach- l ten Wagen eine Fuhre Kies abgefahren worden. Ein in der iA Nähe befindlicher Mann sah dies zwar, aber er war der Met- itenM nung, daß die drei Männer zu der Fortschaffung von Kies ZerUira befugt wären, und deswegen ließ er die Fuhre Kies ungehin- den Pti dert fortfahren. Nachträglich stellte sich heraus, daß die drei str. 3 j Männer den Kies gestohlen und mit ihrem Fuhrwerk fortge- , der% schafft haben. Diese drei Diebe find nunmehr von den Kri- len cht«« minalpolizei ermittelt worden. Der Besitzer des Fuhrwerks räudes" und sein Kutscher, sowie ein Arbeiter S. haben gemeinschaft- ichung�M kich dm Diebstahl ausgeführt. Die beiden Erstercn wurden, mg ba fie feste Wohnungen haben, auf freiem Fuß belassen, da- 5 entf'1, liegen wurde S. zur Haft gebracht. ilanirrsil-, N. Die Recherchen nach dem am Eingange zum Kon- lt-ktaru«? kordia-Theater gestohlenen Bride des Schattenfilhouettisten M Aldo Martini find in einer vollständig unerwarteten Weise > unterbrochen worden. Wohl in~'"~ in hiesigen Blättern erhielt der tegulin tzes. % M unerwarteten______ folge der Veröffentlichungen m..------- Gestohlene Ende vergangener Woche ernen anonymen, von zarter Hand geschriebenen Brief, in welchem die Adsenderin den fraglichen Diebstahl zugestand und die Rücksendung versprach, wenn ihr Straflosigkeit zuge- sichert würde. Um sein Portrait wieder zu erhalten, würde Herr Martini zu letzterem gerne seine Einwilligung geben, wenn die Dame durch ihre Anonymität eine Antwort nicht unmöglich gemacht hätte. Vielleicht tragen diese Zeilen dazu hei, damit die Dame aus ihrer Anonymität heraustritt. N. Ei« beklagenswerther Unfall ereignete sich gestem im Königlichen Schlöffe nach Beendigung der Ordensfestlich- leiten. Ein bei dem Ordensfest interimistisch beschäftigter Lohn« lakai Ech. hatte bei dem Treppenheruntergehen das Unglück, fehl zu treten und derart herabzustürzen, daß er einen Bruch deS Fußes erlitt. Der Verunglückte mußte nach der König- liehen Klinik geschafft werden. g. Die in der Kastanien-Allee 31 wohnhafte 77 Jahre alte Almosenempfängeria Amalie Barnrck fiel am Sonn- abend Mittag gegen 1 Uhr vor dem Hause Blumenstraße 77 so unglücklich zur Erde, I-aß sich dieselbe einen Armbruch und eine nicht unbedeutende Verletzung über dem linken Auge zu- zog. Nach Anlegen von Notbverdänden in der nahebelegenen Sanitätswache wurde die p. B. nach dem Srädtischen Kranken- Hause überfühtt.— Auf äbnliche Weise verunglückte am Nach- mittag gegen 4 Uhr desselben Tages ein anscheinend dem Ar- besterstande angehöriger Mann in der Rttterstraße. Derselbe wurde vor dem Hause Nr. 64 anscheinend von einem Krampf- anfall überrascht und kam in Folge dessen so unglücklich zu Fall, daß er eine stark blutende Wunde an der linken Schläfe erlitt, und bewußtlos liegen blieb. Er wurde in den Flur des ge« dachten Hauses getragen und sodann ein Herlgehilfe herbei- gerufen, welchem es nach Anlegung eines Verbandes gelang, den Mann wieder zum Bewußtsein zurückzudringen. N. Zwei Mal„Groß Fener" Zwei große Brände be- schästigten im Laufe des gestrigen Nachmittags beinahe a tempo unsere Feuerwehr im vollsten Maße. Auf dem Grundstück Slydelstraße 30 war Nachmittags gegen 4 Uhr auf bisher noch nicht ermittelte Werse in den Bodenräumlichleiten ein Feuer ausgekommen, das beim Eintreffen der ersten Spritzen nicht nur sämmtliche Speichenäume, sondern auch den Fahr- stuhl in Brand gesetzt batte. Das entfesselte Element griff bei dem herrschenden starken Winde mit einer solchen Vehemenz um sich, daß, obwohl seitens der �Mannschaften zwei Dampfspritzen und mehrere große Hanfdruckspritzen gegen den Brand- hecrd in Thätigkeit gesetzt wurden, doch fast der ganze Dach- stuhl eingeäschert wurde. Erst nach dreistündiger ununter- brochirrer Thätigkeit konnten die Lösch- und ÄufräumungS- arbeiten als beendet betrachtet werden; während die Mannschaften hier noch in voller Thätigkeit waren, gelangte die zweite Meldung„Groß Feuer" von dem Grundstück Zeughof- stroße 9 an und rückten daher sofort alle eben entbehrlichen Mannschaften, Dampfspntzen und Rettungsapparate unter Kommando des Oberleiter den der Feuerwehr nach diesem Grund« stück ah. Auf dem Grundstück befindet sich, und zwar in einem besonderen auf dem Hofe belegenen mehrstöckigen Fabrikgebäude, die Pianoforlefabrik von L. Neufeldt Gegen o'A Uhr Nachmittags hatten auf dem Hofe spielende Kinder in dem mit Bretter angefüllten Kellerräumlichkeiten einen ver- dächtigen Feuerschein wahrgenommen, der zu einer sofortigen Alarmirunä der Feuerwehr Veranlassung gab. Beim Eintreffen der ersten Spritzen hatte fich das Feuer vom Keller bereit? auf die Parterre- Etage erstreckt und hier unter den vorhandenen fer« tigen Instrumenten einen ganz bedeutenden'Echaden angerichtet. Unter andern soll hier ein auf zirka 4500 M geschätzter Flügel fast vollständig vernichtet sein. Obwohl seitens der Feuerwehr von mehreren Seiten ein en masse Angriff ausgeführt wurde, konnte doch nicht verhindert werden, daß auch die in der ersten Etage belegenen Wcrkstattsräume theilweise in Mitleidenschaft gezogen wurden. Besonders verdient bei Rettung der fertigen Jnstiumente machte fich der in der dritten Etage des brennen- den Hauses wohnende Werkführer Drews, der dabei einem Gerüchte zu Folge nicht unerhebliche Brandwunden erlitten haben soll. Erst nach 2'/- stündiger Arbeit war es dem euer- gischen und todesmuthigen Vordringen der Feuerwehr möglich die Macht des entfesselten Elementes zu brechen. Die Neu- feldt'sche Fabrik war bereits im vorigen Jahre von einem Schadenfeuer heimgesucht wordcn, doch toll daS diesmalige be« deutend größer gewesen sein. Ein Stillstand der Fabrik wird, wie unS geschrieben wird, nicht eintreten. Ein geringfügiger Gardinenbrand fand noch in derselben Zeit in dem Hause Alexandrinenstr 51 statt, welcher theilweise daS Mobiliar in Mitteidenschaft gezogen hatte. Die Feuerwehr hatte zirka eine Stunde mit den Lösch- und Abräumungsarbeiten daselbst zu thun._ Genekts-Zeitung. 7- Ein netter Sohn. Aus der Untersuchungshaft, in der er fich seit der Neujahrsnacht befindet, wurde vorgestern der 90. Abtheilung des Schöffengerichts der Hutmacker Emil Eon« rad Lautenschläger vorgefüh«, um fich wegen eines Aktes von kaum glaublicher Rohheit, begangen gegen die leiblichen Eltern und gegen den Bruder, zu verantworten. Wie der als Zeuge vernommene 66 jährige ehrwürdige Vater deS Angeklagten thrä« ncnden Auges erzählte, war der letztere, der einem sogenannten Pfeifenllub angehörte, in der Neujahrsnacht in angetrunkenem „Ich sah ihn, glaube ich, einige Male hier! Er ist jetzt längst tobt, nicht wahr?" „Ja, ungefähr ebenfalls seit zwölf Jahren!" „Im Duell gefallen, wenn ich mich recht erinnere?" fragte der Schreiber. „Nicht im Duell," erwidert Fritz,„doch halte er ein Duell vor. Auf dem Wege dorthin ist er mit dem Pferde gestürzt und hat den Hals gebrochen." .»Ja, ja, richtig! Man sprach hier davon. Es war ein Duell mit dem Grafen FerguS M'Donuil....... I Ja, das war kurz nach der Zeit, als er das letzte Mal ter wet? hier war." e Eiters �»War Lord Davis allein hier, oder in Begleitung t wirb- ra- s ir fchli«1 e«•'" iz.«pro svavlS o rrick eine» anderen Manne»?" in« i x M B klich „Jedenfalls allein; er kam immer allein.... doch erlauben Sre... ich besinne mich eben, es war gerade ä, aar; ä it gräbnrsse beizuwohnen, als Lord Davis hier eintrat: nein • 0an5 er nicht allein, ein anderer Mann begleitete ihn." «Wie sah dieser Mann aus?« fragte Fritz mit stei- gendem Interesse. „Da« weiß ich nicht!" antwortete der Schreiber.„Ich war damals so tief betrübt über den Verlust meine» Kin- j de« und fürchtete auch, daß dieser Besuch den Herrn Sherif öm®n�e bestimmen möchte, meine Beurlaubung zu wider- ich jn| rufen, daß ich vor Trauer und Besorgniß gar nicht so ge- -r-der, t Bau auf den Begleiter achten konnte." „War es ein kleiner, schmächtiger Mann?" Mf'i,„Klein, schmächtig?... Nein, im Gegentheil, er war lafr stark und robust, trug eine schottische Mütze mit einer j Lederstiefeln und an der Seite einen aS zu .et!ah au» wie ein Förster?" m"3a, lo, ganz recht I Jetzt erinnere ich nu, �"Ja, lo, ganz recht! Jetzt erinnere ich mich, er sah Är„Wetter, mein Herr!" .1„Mylord nannte ihn, wenn ich nicht irre, Pitt." fr(# Fritz Rodenburg hörte mit großem Interesse zu. Die Beschreibung paßte auf Garrick genau, ja, auch der Vor- name Pitt stimmre mit dem seinigen überein. Lord Davis war mit Garrick bei dem Sherif Myers gewesen, demselben Sherif, welcher jene» Protoll ausgefertigt hatte. DaS war ein Anhalt. „Erzählen Sie weiter, Sir!" bat er dringend. „Weiter weiß ich darüber nichts, mein Herr," ant» wortete der Schreiber,„denn Mr. MyerS war so gütig, mich trotz des Besuche« zu beurlauben, ich brauchte nicht hier zu bleiben, um da» Protokoll zu schreiben; ich habe nichts von der stattgefundenen Verhandlung erfahren." „Hörten Sie nicht wenigstens den Zunamen des Be- gleiters von Mylord?" „Nein!" „Erinnern Sie sich nicht, den Namen Garrick gehört zu haben?" „Meinen Sie den Garrick," fragte hier der jüngere Schreiber, sich nach Rodenburg umdrehend,„der Förster de» Lords in den Wäldern von Glenmoristan war?" „Den meine ich allerdings! Kennen Sie ihn?" „Ich kenne ihn nicht, Sire, aber ich hörte von ihm. Ich war damals noch ein Knabe; wenn Sie den meinen, so kann der wohl vor zwölf Jahren schwerlich hier gewesen sein; e» ist, wenn ich mich recht erinnere, länger als zwölf Jahre her, daß dieser in Jnverneß vor den Assisen stand, deS Kindesmordes beschuldigt." „Da irren Sie!" sagte Fritz. Das war nicht vor zwölf Jahren oder länger, sondern erst vor elf Jahren." „Kann auch sein! Ich war damals noch ein Schul- bube, das weiß ich wohl, aber wie alt ich war, dessen er- innere ich mich nicht genau; ich weiß nur, daß in unserem Hause viel von der Geschichte gesprochen wurde. Die Frau de» Försters war mit meiner Mutter befreundet und hielt sich, als sie von ihrem Manne ging, wohl länger als eine Woche bei uns auf." „Lebt Ihre Mutter?" „Die lebt," antwortete der junge Manu,. Einser gegenwärtig hier; denn sehen Sie, ich muß fit ton Zustande nach Hause gekommen, worüber er ihm gelinde Vor- Haltungen machte. Hierüber gerieth der Angeklagte dermaßen in Wurh, daß er unter den gemeinsten Schimpfworten auf seinen Vater losstürzte, ihn an die Gurgel faßte und würgte, ihn ins Gesicht schlug und wieverholt gegen die Wand stieß. Auf die Hilferufe des Mißhandelten eilte seine Frau herbei, aber auch diele erhielt von dem verwahrlosten Hohne sofort einen Schlag inS Geficht. Nunmehr eilte der Bruder den be» drängten Eltern zur Hilfe, worauf der Angeklagte ein Beil ergriff und damit einen Schlag gegen den Kopf des Bruder? führte, wodurch demselben eine erhebliche Verletzung zu-- gefügt wurde. Inzwischen hatten Hausbewohner von dem Lärm in der Loschen Wohnung aufgeschreckt, polizeiliche Hilfe requiritt und durch daS Erscheinen der Schutzleute, wurde der widerlichen Szene ein Ende gemacht. Auf Antrag des empörten Vaters wurde der Unhold in Haft genommen und zur«ericht- liehen Verantwortung gezogen. Im Verhandlungstermine be- wies der Angeklagte wiederum, daß jeder Funke von kindlichem Gefühl in ihm erstickt war, er hotte nicht nur kern Wort, um den fichtlich bekümmerten Vater um Verzeihung zu dttten, son- der« er versuchte noch, deffen eidliche Aussage als wabrhelts» widrig hinzustellen. Der G richtshof hielt gegen diesen Muster- söhn eine exemplarische Strafe am Platze und diltitte ihm eine dreimonatliche Gefängnißstrafe zu, aber weder das Urtheil, noch die ihm von dem Vorfitzenden gehaltene strenge Strafpredigt schien auf den Angeklagten den geringsten Eindruck zu machen. Frtedberg, 14. Jan. In der Privatklagesache des Major» a- D. und Reichstags ab geordneten Hinze gegen den Rechtsanwalt Jockel und den verantwortlichen Redakteur deS „Oberheffifchen Anzeigers" Bindernagel, hier, stand gestern vor dem Schössengerichte Termin an. Herr Hinze hat Klage erbo» ben auf Grund zweier von Herrn Jöckel unterzeichneter Ar- tikel, welche in dem unter der verantwortlichen Redaktion de» Mitangeklagten Bindernagel herausgegebenen„Oberhessischen Anzeiger" erschienen waren. In diesen Artikeln ist dem Kläger der Vorwurf gemacht worden, daß derselbe in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Regiments- Beklerdnngs- Kommisston mit einem Mrlitärlieferanten in Verbindung getreten und denselben um ein namhaftes Darlehen ersucht habe, daß dieser die Hin« gäbe des Darlehens abgelehnt und kurze Zeit darauf bei AuS« fchreibung von Lieferungen solche nicht erhalten habe, daß end- tich, nachdem diese Thatsache bekannt geworden, Herr Hinze durch Anzeige verschiedener Kameraden genöthigt worden sei. seine Entlassung zu nehmen. Die Beklagten hatten dieser Klage gegenüber den Beweis der Wahrheit angetreten und sich über- dies darauf berufen, daß fie nach§ 193 deS Strafgesetzbuch» straflos feien, da sie lediglich in Wahrnehmung berech- tigtcr Interessen gehandelt hätten. In der VerHand- lung waren als Zeugen Oberst und RegimentS-Komman- deur von Struenfee, Major Karl von Koppelow, Major Adalbert von Oesfeld, Major Schnell von Schnellenbühl, Zahlmeister Collignon und Kaufmann LouiS Ritgen, sämmtlich von Frankfurt am Main, geladen. Zeuge Rttgen erklärte, der Zahlmeister Collignon habe am 13. Januar 1883 bei ihm um ein Darlehen von 2000 Mark für Herrn Hinze nachgesucht, er bade dasselbe jedoch sofott abgelehnt. Er sei seit mehreren Jahren Lieferant für das 81. Infanterie-Regiment gewesen, Herr Hinze zur damaligen Zeit Vorfitzender der Regiments- Beklcidungskommiffion. Zur Zeit seiner Anfrage war keine Lieferung ausgeschrieben. Einige Zeit darauf aber sei eine Lie- ferung ausgeschrieben und er, wie gewöhnlich, aufgefordert worden, Proben und Preise einzusenden; einen Auftrag habe er jedoch nicht erhalten, weder damals noch nachher. Später sei er auch nach der Entlassung deS Herrn Hinze nicht einmal zur Abgabe von Proben aufgefordert worden. Mit Herrn Hinze persönlich habe er überhaupt nie gesprochen. Nach der Vergebung der Lieferung im Februar 1883 habe ihm der da- malrge Premierlieutenant, jetzige Hauptmann Metzel, mit dem er persönlich bekannt war, gelegentlich erzählt, daß er(Metzel) von Herrn Hinze das Geld, das dieser ihm schuldig gewesen Si, zurückerhalten habe, worauf er(Zeuge) seiner Verwunderung usdruck gegeben und erzählt habe, daß Herr Hinze von ihm ein Darlehen zu erhalten versucht habe. Bei dieser oder einer anderen Gelegenheit könne er vielleicht auch des Umstandes Erwähnung aethan haben, daß er eine Lieferung nicht mehr erhalten, mit dem Hinzufügen: „Es scheint, daß meine Muster jetzt nichts mehr taugen." Zahlmeister Collignon bekundete, daß nach Einsendung der Muster Herr Hinze dieselben durchgesehen, zwei Proben eine» Glogauer Hauses und zwei solche des Herrn Ritzen für die besten erklärt und mit einem Zeichen versehen habe. Herr Hinze sei darauf abkommandirt worden nnd habe ihm vor seiner Ad- reise gesagt, daß er diese Zeichen gemacht habe, und ihn ge- beten, den Mitgliedern der Kommission von dieser seiner An- ficht Mitlheilung zu machen. Bei der Vergebung der Lieferung war Herr Hinze überhaupt nicht anwesend und hat bei der Beschlußfassung darüber nicht mitgewirkt, vielmehr hat der Kommission He r Major Goldermann prästditt. Auf besonderes Befragen bestätigt Zeuge, daß die Beschlüsse der Kommission dem Regimentskommandeur zur Bestätigung meinem Einkommen erhalten. Seit mein Vater gestorben ist, bin ich der Ernährer meiner Mutter und einer kleinen Schwester. In Jnverneß aber ist Alles sehr theuer; mit zwanzig Schillingen die Woche ließ sich's nicht bestreiten. Meine Mutter bewohnt deshalb eine kleine Wohnung draußen nahe an der Chaussee; Sie müssen dort bei un- serem Hause vorbeikommen, Herr Doktor." „Mein Freund," sagte Fritz,„Sie würden mich sehr verbinden, wenn Sie die Güte hätten, mich Ihrer Mutter vorzustellen." Der junge Mann sah sehr verlegen aus. „Es wäre mir eine große Ehre, Herr Doktor, Sie be- wirthen zu können, aber ich fürchte, unsere Haushaltung ist allzu bescheiden." „Seien Sie darüber unbesorgt; ich bin an einen sehr bescheidenen Haushalt gewöhnt und hege keine großen Er« Wartungen von einer Wirthschast, welche mit zwanzig Schillingen die Woche erhalten wird... Ich zolle Ihnen meine ganze Hochachtung für die kindliche Aufopferung, welche Sie Ihrer Mutter darbringen... Ich wiederhole also meine Bitte, haben Sie die Güte, mich Ihrer Mutter ""'"fsEBcnn e9 der Herr wünscht, Naydor," legte sich der alte Schreiber ins Mittel,„so wäre e» unhöflich von Ihnen, wenn Sie eS abschlügen. Sie hören ja, daß der Herr Doktor mit einer bescheidenen Aufnahme zufrieden ist und keine hohen Erwartungen hegt von Ihrer Hau»- lichkeit. Es weiß ja Jeder, daß die Schreiber d-S Amt«» nicht auf Rosen gebettet sind.... Für den Fall, daß Sie belieben sollten, Herr Doktor,"�- wandte er sich an diesen,„bei mir abzusteigen, „O nein, ich danke Ihnen," unterbrach rhn Frrtz leb- hast:„es liegt mir daran, die Mutter des Herrn Naydor kenne» zu lernen, und aus diesem Grunde würde ich eine Tasse Schee dort vorziehen." Fritz hatte sich bemüht, seine Aufregung zu verbergen und eine Ruhe zu heucheln, die ihm sehr fremd war. Er fürchtete, daß er hier vor der Auflösung eines großen Ge- heimnisses stand, eines Geheimnisse», da« für ihn größere» Interesse hatte, als er selbst bi» jetzt zugegeben hatte.(F. f. »orßelfflt unb eist noch d«ssm Entscheidun« die Lieferunge« vergebtn weiden. Auf die weitere, von Seiten der Bellaglen gestellte Frage, wober ei käme, daß Herr Ritgen keine Lieferungen erhatten habe, da doch Herr Hinze selbst mehrere von seinen Proben ali die besten bezeichnet habe, beruft fich Zeuge auf seine Verpflichtung zur Amtsvnschwiegenheit. Zeug« erklärt endlich, daß die Proben des Glogauer HauseS billiger «IS die des Herrn Ritgen gewesen seien. Bezüglich des Dar« lehinS bemerkt Zeuge, daß er lediglich an Herrn Ritgen einen Brief geschrieben, und daß von irgend welchem Hinweise auf die Eigerschast deS Herrn Hinze als Vorfitzender der Kom misfivn nicht die Rede gewesen sei. Major Schnell von Schnellendühl deponirt, daß er zu der kritischen Zeit überhaupt gar nicht mehr beim Regiment gewesen, vielmehr bereits nach Wetzlar versetzt gewesen sei. Er habe, wann wisse er nicht, von Gerüchten Kenntniß erhalten, welche mit der Ent- lassung deS Herrn Hinze aus vcm Mrlitärverdande zusammen- (g hangen hätten; Genaueres sei ihm nichts bekannt. Auf be« anderes Befragen seitens des Dr. Jockel giebt Zeuge zu, am 4. November 183t einen Brief geschrieben zu haben, tn welchem er diese Gerüchte fast mit denselben Worten erzählt, wie die- selben in dem inkriminirten Artikel gebraucht find. Als Zeuge könne er aber nur bestätigen, daß er irgend welche postrive Angaben zu machen außer Stande sei. Die Zeugen Major von Lelsfeld und von Koppelow, beide damals im Regiment, erklären, daß fie von den angeblichen Gerüchten zum eisten Male Kenntniß erhalten hätten, nachdem Herr Hinze bereits se nen Abschied erhalten habe, auch ihnen insbesondere davon, daß Herr Hinze auf Andrängen seiner Kameraden seine Ent- laffung genommen, nichts bekannt sei. Oberst von Etruensce erklärt, Herr Hinze habe seinen Abschied auf Grund eines ärztlichen Attestes genommen; derselbe war längere Zeit be- reits krank und mußte deswegen von der Theilnahme an einem Manöver dispenfirt werden- Auf Befragen seitens der be- klagten Partei, od die Dienstentlassung mst dem Ritgen'schen Darlehen in Verbindung gestanden habe, erklärt Zeuge, daß er gemäß§ 53 der Strafprozeßordnung das Zeugniß verweigert. Auf Grund dieser Leweisaufnahme beantragte nunmehr der llägerische Vertreter, Herr Dr. Geiger, die beiden Verklagten wegen Belei- digung im Sinne des§ 186 des Strafgesetzbuchs zu verur- thetlen und zwar Bindernagel zu dreimal 20 Mark und Dr. Jockel zu dreimal 150 M. Geldstrafe. Er führte aus, daß von einer Beleidigung wider besseres Wissen im Sinne des § 187 auch nach seiner Annahme nicht die Rede sei, da die fraglichen Beschuldigungen offenbar auf Grund von Mitthei- lungen Dritter ausgesprochen seien, welche die Beschuldigten allerdings ohne ordnungsmäßige Prüfung für wahr gehalten haben. Dagegen liege eine strafdale Handlung vor, da von den behaupteten Thatsachen auch nichts sich als wahr heraus- gestellt habe. Insbesondere sei der direkte Gegenbeweis gegen die Behauptung erbracht, daß Herr Hinze in seiner Eigenschaft als Vorfitzender der Militär-Bekleidunes Kommisfion das frag- liche Darlehen erbeten, und von der Gewährung desselben die wettere Zuwendung von Lieferungen abhängig gemacht habe. Es sei vielmehr erwiesen, daß er bei den Lieferungen gar nicht betheiligt gewesen, und es sei sehr wohl möglich, daß die Kom- «usfion sogar auf seine Empfehlung die theilweise Gewährung der Lieserungen beschlossen, diese aber von dem Obersten nicht bestätigt worden. Unter den Schutz des§ 193 könnten fich die Verklagten nicht stellen, da hier berechtigte Interessen nicht als vorhanden angenommen werken könnten, wenn bei Gele- gescheit einer politischen Wahl Parteigänger mit grundlosen persönlichen Verdächtigungen angegriffen werden. Die Er- regung im Wahlkampfe müsse zwar als strafmildernd in Betracht gezogen werden; nichts desto weniger müsse gegen Herrn Jöckel eine empfindlichere Strafe auSge- sprachen werden, da dieser als Anwalt fich der Tragwette seiner Handlungen bewußt sei, derselbe ferner als Landtagsabgeordneter besonders berufen sei, den Anstand im Wahlkampfe aufrecht zu erhalten, und es ihm alS Führer einer politischen Pattei am wenigsten angestanden hätte, einen politischen Gegner persönlich anzugreifen. Endlich sei aber besonders straferschwerend der Umstand, daß in einer ge- radezu bedauerlichen Weise seitens des Dr. Jöckel dieser mtt der Veröffentlichung der ibm längst bekannten angeblichen Thst- Sachen gewartet habe bis zur Stichwahl. Es sei darauf adge- ehen gewesen, durch die persönlichen Verdächtigungen deS iaodidaten die Gegenpartei in eine Nothlage zu bringen. Wenn es den Beklagten in Wahrhett darum zu thun gewesen wäre, einen persönlich nicht würdigen Kandidaten zu beseitigen, so hätten fie die Verpflichtung gehabt, sofort, nachdem ihnen die angeblichen Thatsachen bekannt geworoen, also bei der ersten Wahl, mtt ihrer Kenntniß hervorzutreten, als es der Partei des Klägers möglich gewesm wäre, einen anderen Kan- didaten aufzustellen. Gerade der Umstand, daß fie bis zur Stichwahl gewartet haben, beweise, daß eS ihnen nicht um die Sache, sondern um persönliche Verdächtigung zu thun gewesen sei. Der Vertreter der Verklagten, Rechtsanwalt Windecker, füyrte aus, daß der Beweis der Wahrheit gelungen sei, und beront namentlich, daß die Verweigerung deS Zeugnisses seitens deS Obersten von Ssruen- see darlege, daß d ai Verfahren Hinze's die Billigung seiner Kameraden nicktgefunden habe und Veranlassung zur Einreichung sei- nes Abschiedes gewesen sei. Jedenfalls aber käme den Verklagten der§ 193 zu Statten, und es stünde nament- lich der politischen Parteirichtung des Klägers nicht zu, die An- wendbartett dieser gesetzlichen Bestimmung zu bestreiten. Denn wenn diese Bestimmung den Beklagten nicht zu Gute kommen würde, so würde es im politischen Leben nicht möglich sein, die Person des Gegenkandidaten überhaupt anzugretten. Nach einer Schlußausführung deS Herrn Jöckel selbst, der namentlich dar- auf hinwies, daß er»u der ganzen Erklärung nur durch ein Mari'est der deutsch frnfinwgen Partei gereizt worden sei, zog fich das Gericht zu einer etwa einviertelstündigen Beralhung zu- rück, worauf der Vorfitzende daS Urtheil dabin verkündete, daß der Kläger abzuweisen sei. Es stünde den Beklagten der§ 193 zur Seite, da dieselben durch eine Veröffentlichung deS Wahl- komitees der deutjch- freifinnigen Partei zur Erwiderung veran- laßt gewesen seien und nicht nur die Berechtigung, sondern die Berpstichtung gehabt hätten, ihnen bekannt gewordene That- fachen zu veröffentlichen, welche den Kandidaten der gegnerischen Partei als ungeeignet erscheinen ließen, die höchste Würde zu bekleiden, welche das deutsche Volk zu vergeben hätte. Im Uebrigen hätte die Beweisaufnahme ergeben, daß allerdings Herr Hinze ein Darlehen nachgesucht habe, und daß eS ibm verweigert worden ser, ebenso daß späterhin der Ritgen eine Lieferung nicht mehr erhalten habe. Die Zeugnißverweigerung des Obersten von Struensee lasse eine andere Deutung nicht zu, alS daß wegen dieser Sache Herr Hinze den Abschied habe nehmen wüffen, und könnte daber insofern der Beweis der Wahrheit im Allgemeinen als geführt erachtet werden.— Ge- gen dieses Urtheil hat der Kläger Berufung angemeldet. Arbeitnbemgung, Uereiue und Persnmmlrmze». «• Die öffentliche Generalversammlung der Zimmer- leute Berlins und Umgegend, welche am Sonntag Vormit- tag unter Voifiv des Hrn. Kliem in Kellers großem Saale, Andreasstr. 21 tagte, imponirte gerade nicht durch dre Zahl der Theilnehmer an derselben, trotzdem daS hochwichtige Thema: „Der Lohnsatz für diesen Sommer" auf der Tagesordnung stand. Herr Eiegwaldt hatte es übernommen, über diesen Punkt zu referiren und spiegelle fich in seinem Referate die ganze gewerkschaftliche Misere der Ziaimerleute und Wunsch nach einer endlichen Besserung wieder, in welchen die Versammlung voll und ganz mtt einstimmst, über das„wie?" fich aber noch sehr im Unklaren befindend. Dem Antrage Weiß, in diesem Sommer 45 Pf. pro Stunde Arbeitslohn zu verlangen, trat Herr Marzian entschieden entgegen, unter Hinweis darauf, daß die Zimmerleute noch lange nicht in der Lage wären, einen derartigen Beschluß durchzuführen. Er be- fürwortete daher, von einer Mehrfoiderung für diesen Sommer Abstand zu nehmen, vielmehr dm alten Lohnsatz getreulich fest- zuhalten und bei den Baugeweiksmeisteru vorstellig zu werdm, ihnen die Lage der Zimmergesellm vor Augm zu führen und auf die Einstellung der Ueber stunden und der SonntagSarbeit zu dringen. Auch wurde der Wunsch geäußert, so'ort Sammlungen zu eröffnen, um diejenigen Kolle- gm. die unter 40 Pfg. per Stunde ucdeiten, zu bewegen, die Arbett einzustellen und dieselben sodann unterstützen zu können. Doch wies Herr Kliem auf das Nützliche des Unternehmens, jetzt schon die Sammlungen zum Generalfsnvs beginnen zu wollen, hin, hielt vielmehr den Anfang des März, entgegen den Anschauungm des Herrn Marzian, welcher die zweite Hälfte des Februar im Auge hatte, für den frühesten Termin zum Be- ginn der Sammlungen. Wer gehalten sei, unrer 40 Pfg. pro Stunde zu arbeiten, solle nur der Kommisston Anzeige davon machen und diese werde schon Abhilfe treffen. Viel richtiger und im Interesse der Allgemeinheit sei, daß im Winter erne kürzere Arbeitszeit bemeffen werde, als im Sommer, und zwar im Winter 8 Stunden und im Sommer 10 Stunden und werde die Kommisston dieserhalb mit den Meistern in Verhandlung treten. Das Resultat der Debatten über diesen Punkt war die Annahme einer Resolution, dahingehend, daß jeder Zimmermann mor aUsch verpflichtet sei, an dem mit den Baugewerksmeistem vereinbarten Tarif von 40 Pfg. pro Stunde festzuhalten und die Ueber stunden und die Sonntagsarbeit zu vermeiden.— Ein zehnstündiger Arbeitstag sei, wie Herr Kliem meinte, in Berlin anerkannt. Keinem vernünftigen Menschen würde eS einfallen, einen elfstündigen Arbeitstag einführen zu wollen. Alles, was über zehn Stunden täglich gearbeitet werde, sei als Ueberstunde zu erachten. Im Anschluß hieran kam ein Unter stützungsgesuch der Strikekommisston der Knopfmacher zur Erörterung und wurden nach längeren, durch obwaltende Meinungs»erschiedenhei!en hervorgerufene Debatten den Stri- kenden schließlich 300 M. aus dem GeneraifondS bewilligt. Als zweiter Punkt der Tagesordnung beschäftrgte daS Meister- organ. die„Baugewerks-Zeitung", die Vemmmlung speziell durch zwei Artikel; welche die Absicht der Meister durchblicken lassen,„Gesellen-Ausschüffe zu bilden, da ein Friede»wischen Meistern und Gesellen nicht zu erzielen sei, da die Letzteren zu sehr an ihren„Führern" hingen und diese Alles ver» ettelten. Herr Klein erklärte fich mit den Gesellen- Ausschüssen einverstanden, wenn dieselben auS der All- gemeinheit hervorgingen und das Vertrauen Aller besäßen. Allem Anscheine nach sollten die Ausschüsse aber nur aus sogenannten„Äücklingsgesellen" zusammengesetzt werden, und warnte Herr Kliem, stck auf keine Weise betören zu lassen. Da fich während dessen der Saal bedenklich entleert hatte, wur- den die Verhandlungen über diesen Gegenstand bis auf später vertagt. Als zum Schluß noch einmal die„Angelegenheit Marzian", zu dessen Ehrenrettung von befteundeter Seite Extra- Blälter in der Versammlung vertheitt worden waren, von geg- nerischer Sette aufs Tapet gebracht wurde, entstand eine der- artige Unruhe, daß fich der Vorfitzende bewogen fühlte, die Versammlung schleunigst zu schließen. Die Versammlung der Fabrik- und Bauarbeiter am Sonntag verfiel dem Geschick der polizeilichen Auslösung. AlS R-ferent sprach Herr Rennthaler über die Bestiebungen des Fachvereins und die Stellung der Arbeiter zu d. mselben. Redner führte aus, daß die Hauptaufgabe des FachvereinS darin bestehe, die materielle Lage der gesammten arbeitenden Bevölke- rung zu heben, insbesondere die der mehr wie alle gewerblichen Arbeiter gedrückten Fabrik- und Bauarbeiter. Ein gesetzlich normirt.r Maximalarbeitstag sei unbedingt nöthig. Wir wür- den aber wohl noch lange warten können, ehe der Normal- arbeitStag mit kürzerer, höchstens 9— O'/zstündiger Arbeitszeit eingeführt werden wird, wenn wir Ardeiler nicht immer und immer wieder unsere Stimmen erheben, damit diese unsere in- hallschwerste Forderung mehr und mehr ihrer Verwirklichung entgegengefübrt wird. Im weiteren Verlaufe seines Vortrages vermtheilte Redner die Ausbeutung der arbeitenden Bevölkerung durch die furchtbare Konkurenz der Frauen- und Kinderarbeit in den Fabriken. Der Vortrag schloß mit einem kräftigen Appell an die Fabrik- und Bauarberter, kollegialischer zu handeln, und dem Fachverein beizutreten, damit derselbe auch in den 4. Klasse 171. Königl. Preuß. Lotterie. Ziehimg vom 19. Januar 1885. «in We«ewinne über!ilO Mark sind den betteffendeu Nummer» in Pnrenlhese beigefügt. lOhne Gewäbr.i 84 117[1500] 30 345 65 98[550] 41" 50 63 94 517 24 607[550] 91 788 923 69 76[1600] 1006 37 87 194[550] 288 306 14 17 19 90 404 43 49 57 90 575 635 713 49 70 828 984[1500] 99 2023 25 fÖÖOJ 33 80 119 24 50 67 277[550] 80[300] 88 351 97 503[ISOOT 38[550] 73 86 643 49 [300] 734 11600] 70 816 34 78[6501 93[160(11 909 92 3015[300] 23 78 � � � KfK 7ü8__ 88«119[1600] 25 79[3000] 92 249[300] 362 74 98 690 924 29 42 86 «000 23 38 136[5601 84 215 83 380 97 4 U 50 94 520 80 660 65[300] 70 88 70: 74 82 84 MB 84 933 95 7007 9 29 93 195 206 302 10 89 400 27 34 780 865 73 98 930 61[300] 88 96 8060 67 85 89 100 43 69 80 252[300] 359[3000] 66 75 94 497(3001 507 41[1500] 64 610 65 82 732 69 807 25 48 64 71 74 977 98 0033[3001 64 103 36[300] 38[15001 69 ---------"8[1500] 366 520 39 49[300] 61 620 37[300] 700 66 74 75(5501 263 68 850 6S 940 90 91 10129 202 36 60 69 91 311 43 47 60 62 418 65 531 651 53 62 82 92 746 867 90 914 I 1 144 81[3001 96 243 367 615[3001 ,39 80 893 941 89 158018[300] 73 82 136 310 18 72 458 563 82 1300] 616 32 88[3"0] 772 811 911 61 13091 140 204 71 323 67 94 99 438 78 648 49 15001 64 714 45 93 98 841 49 50 81 967 14022 150 219 22 32 58 448 503 58 743 54 74 838 925 43 61 85 15017 121 222 38 43 61 75 92 333 45 75 80 418[1500] 57 517 23 25 33 43 51(300) 62 71 622 24 756 886 1 6003 84 112 32 74 205 23 307 49 433(5501 553 1300] 657 726 41 98 872[550] 952 56 1 7038 46 184 85 214 1550] 300 71 438[1500] 632 47 62[300] 839 40[3000] 61[300] 52 57 18003 73.84 148 238 55 56 305[300] 55 91 13001 413 55 89 520[300] 42 09 62 70 73[3001 763 849 70 130001 94 947 1 9028 126 27 98 99 243 53 310 73 88(1500) 403 41 50 67 89 541 55 654 55 724 31 38 98 800 (300] 43 90 934 43 47 54 •46030 107[300] 81 260 386 432 46 603 740 830 56 70 020 21 91 137[300] 39 57 319 25 88 409 27 41 1350] 59 520 24 90 96[1500] 632 79 J487%%513QB 87 78 88 461 75 582[300] NWMMMMWMMKs ilödo] toßl6601 69 402 92 605 31 61 684 763 820 53 65 f300' 919 33 ,!*•»,!%. JOJP? J-Wl 303[1500] 81 83 598 610 37 90[1500] 722 40 1 72 82 11500] 44lMW»WW * Stand gesetzt werde, die Interessen der Branche voll uns ist zu vertreten. Nachdem die Herren Ahlfeldt, Kunkel, Steins der Vorfitzende Hildebrand gesprochen, erhielt Herr Lasli* Wort, welcher sich deS längeren über die ArbetterfreuirdirtS der einzelnen Parteien im Reichstage»erbreitete. Als W» zum Schluß aussührte, unsere Aufgabe muß es sein, tii» oeiter zur Er kenntniß zu bringen, daß wir von jener M nichts zu ermatten haben, erkiätte der überwachende BiZ' die Versammlung für aufgelöst, nachdem dieselbe ändert« Stunden getagt hatte.— Allen Fabrik- und Bauarde»_______ gleichzeitig zur Nachricht, daß der Verein Zahlstellen ettw hat, in welchen Beiträge entgegengenommen und neue#■Jf T* t glieder aufgenommen werden Die Zahlstellen befinden fit Norden bei Herrn Loreny. Siraßburgerstr. 32, im SLv Herrn Bartsch, Oppelner str. 35 in und bei Herrn Hildebus Britzerstr. 44, Hof I. Die nächste Versammlung des findet am Montag, den 2 Februar im kleine« Saale des H6 Keller, Andreasstr. 21 statt. In der zahlreich besuchten Versammlung W# eins zur Wabrüi g der Interessen der Klavierarbeittr, am Sonnabend bei Gratweil staltfand, erstattete Herr I.$ einen sehr eingehenden Bericht über die Thätiakeit und' Leistungen des Vereins und des Vorstandes während del» floffenen Jahres. Von den Arbeitseinstellungen, welche öjj ungerechtfertigter Lohnreduktionen in zwei Fabriken statign- den haben, hat besonders die in der Rößner'schcn Fadl»' deutende Geldopfer erfordert: 1026 Mark sind an stn-z Mitglieder des Vereins gezahlt worden. Die Benutzun»� Arbeitsnachweises hat nicht nur settens der Koliv sondern auch settens der Fabrikanten zugenommen: von'. Arbettsuchenden find 88 plazitt worden. Von den denm der Verein Rechtsschutz gewährt hat, ist�nif einem Falle der Prozeß(in zweiter Instanz) v«� worden. Die Kosten, welche der Rechtsschutz vcrM hat(60 Mark), find durch den Gewinn, welchen Vbf treffenden Mitglieder gehabt, reichlich aufgewogen w« einem Mitgliede find dadurch fünfzig Mark worden. AuS dem durch die Ueberfchüffe bei den veranfil Vergnügungen gebildeten Unterstützungsfonds find an v gehend arbeitsunfähig gewesene Kollegen 448 Mark worden. Der gegenwattige Bestand dieses Fonds. 259 Mark. Die Mitgliederzahl ist gewachsen; fie beträgt g» wältig 421. In der Diskusston über den Bettcht wurde vi hingewiesen, daß ein strengeres Vorgehen gegen die Mttgli welche die vom Vereine festgesetzte Arbeitszeit nicht inn(W Krön Segnen w von 1000 raths Rai Kreisen di selbst wer hätte, den wir kein brechen( «ennen tr England, AnarchiSr ei heißt, setzes in nach Hab« Ueb, aus S tb einige kü Beispiele Üens wir bung ein kausmänn boten ein dasselbe c fein, wei wird bat Man wir Sinne je läge ein nothwrndig sei. Es folgte"dann eine eingehende Besp� zu zieher �.• xx H�eth'schen Fabrik Schleswi der bedauerlichen Verhältnisse in der w» anwesenden Arbeiter dieser Fabrik gaben zu, daß es eiAl regelte Arbeitszeit in ihrer Fabrik nicht gebe, daß je nach»? bald übermäßig lange, mitunter auch die Nächte hindutf" den ganzen Sonntag, bald nnr wenige Stunden am gearbeitet werde. Den Schluß der zum Theil sehr e> Debatten machte eine versöhnliche Ansprache des Herrn A an die Kollegen aus ver genannten Fabrik, in der er« darlegte, daß das, waS von ihnen gefordert werde, � ihrem eigenen Interesse gefordert werde. Schließlich'* noch der Bitte um Unterstützung der Knopfmacher FM geben: eS wurde beschlossen, daß schon am Montag für!>« in den einzelnen Fabriken Sammlungen veranstaltet� sollen. Zum Kapitel der Arbeitslosigkeit. Am 304 Abend wurden in Hamburg auf der Schiffswerft uiW schinenfabrik von Blohm u. Boß auf Eteinwärder 43 alle Schiffbauer, abgelobnl und entlassen. In kürzest� dürften noch mehrere folgen, da es an Bestellungen voui!? mangelt. Zirka 600 Mann find jetzt noch auf der Fads» schäfrigt, während schon über das Doppelte dort beschäfiif wesen find. Auf der Reiberstieg Schiffswerfts und MaM fadrtk(A.-G.) liegen die Arbettsoerkältniffe noch viel hier mögen im Ga-zen vielleicht 300-400 Mann � stehen, während dort über 1600 Mann gearbeitet Hab««'. Vorhelm Mit dem Strontianit Bergbau wird � immer schlechter. Nachdem tn voriger Woche eine Lol von schle hat man hier die i „Kolonie! zivilifirtei tüchtigen schleswta Bei den dungm e bängigker Gemeimr tischen V und Kraf vor der Südamer welche b- mtt einig wie oft Gunsten welcher s< dasjenige Bedinam mit ein?! Jahren, nicht Wi können. weil er d setzung von 15 pCt. bekannt gemacht, wurde in dieser? �e Kart auf allen Schächten einer größeren Anzahl von Arbeiter' j. kündigt. Die Volksversammlung, mit der Tagesordnung r z Kolonisation und daS�Arbeiterschutzgesetz", Referent049 73 84 87 213 41 370[560] 401 538 57 69 642 43 Ä 930 1300! 6 1 096 115 29 65 80 222 65 308 92 428 98 5(0[� 80 764 71 86 99 816[300] 02 907 14 67«)iO07 64(1500)_ 10 15 67 77 81 13001 441 529 68 618 20 769 87 899 907 13001 ä «■mnaa 20 67 94 742 91 839 70 965 76„„„ c... 65003 118 79 222 13000] 80 98 303[300] 11 50( 4 79 83» 647 52 69 789 813(SOOf 53 80 903 6 8 40 53 66163 86 ______________________________ 23 75 408 9 43 644 46 93[560] 720 55 823[300] 84 80 L Vj «»116 34 82 224 50 335 418 25 31 70 75 130001 780 I.WI& „»«067 208[300] 368 419 538 68 16501 775 983»lO� lW 300[3001 439 508 34 61 705[5501 812 70 73 81 936 66 MZz A 1 AI 9(11«tu firuvil Q1 Ql'4.1 4V70 09Q Oft QO 73006(Br»0] Aus noch tmv Mörders eS, als hl Rechen r Polizeirer thetlten fi Spuien den Lokal Der Herr tag, den Polizmai hallend, gehend t den Un wichtigen Frankmrl von Herg Jemand i haben«i guter Ep außethalt fretgelaffc abend Al vn haftet, geschloffei sich dann Mörder] fürt neig von elnci Zeit gani ##:###% 611 60 709 833 916 1300] 33 77 81 8.4008[300] 49 16501 224 321 54 80 426 690 Col 28 99 700 78 93....«jOtf Ä *o036 70 88J300i 145 234 58 91 322 74 83 � 77 84 625 61 81 752 957 86094 146 217(3001 23 56% 81 563 600 17(30001 76 93 732 82 818 70 928 93 Seil 87 329 80 88 441 85 96(550) 660 78 1300] 784 817 67 � 8*8012 56[30 000] 80 110 22( 6 11506] 233 97 326 37 78 5,4 541 613 30 60 831 36 90 921 8»031 164 76 94 IM 5? 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M. drängt fick den maßgebenden Kreisen die Erwägung auf, daß ein Komnli,e des Verbrechers, selbst wenn er aus diesem oder jenem Grunde die Absicht hätte, den Thäter zu nennen, dies nicht wagen dürfte, weil «ir kein Gesetz haben, das dem Theilhader an einem Per- brechen Straflosigkeit zuflmert, wenn er oie Thäter rcumüthig nennen würde. Ein Gesetz, wonach Kronzeugen, gleichwie in England, straffrei ausgehen, ist angesichts der Ausbreitung des Anarchismus darum als wünschenswerth erkannt worden. Wie .„*,?' bie Frage der Einbringung eines solchen Ge- setzes in Regterungski eisen lebhaft erörtert." Dem Anscheine nach. haben wir eS mit einer Zeitungsente zu thun. Ueber Begründung von Äolonteu wird der„Vosi.Ztg." «us Schleswig-Holstein geschrieben;„Es scheint, daß emrge kühne Unternehmer unserer Piovinz dem hanseatischen Beispiele der Begründung von Kolonien folgen wollen, wenig- stens wird die etwas mysteriös gehaltene Notiz von der Ecwer- bung eines überseeischen Grundbesitzes für KolonisationS- und kaufmännische Zwecks so eifrig verbreitet, daß man sie als Bor- boten eines spekulativen Unternehmens betrachten muß. Zeit, daffelbe eingehender zu prüfen, wird noch genug vorhanden sein, wenn der Schleier des Geheimnisses gelüftet ist; man am» dann sehen, um welche Beglückungen es sich handelt. Man wird dann auch sehen, ob es ein Versuch im Kleinen im Emne jenes famosen Systems sein wird,„welches als Unter- läge ein Strick �.and gewinnt und dann Auswanderer herbei 1"%; �0n Altona abgesehen, hat der Handel Schleswrg-Holsteins nur wenig überseeische Verbindungen und von Ic-leswig-bolsternilchen Faktoreien in fremden Welltheilen hat man nre etwas gehört. Auch wird es sehr schwer halten, hrer die tüchtigen Etemcnte der Auswanderer zu bewegen, die „Kolontkn oder„Ansiedelungen" in mehr oder weniger un« )'°ii'.stltcn Ländern zu besiedeln. Der Ueberschuß unserer tüchtigen Kräfte geht nach den Vereinigten Staaten, wo der schleswig. holsteinische Bauer ausgezeichnet vorwärts kommt. Ber den billigen Landpreisen und den günstigen Bahnverbin- düngen gelangt er dort sehr schnell zu wirthschaftlichcr Unab- bangigkert, er genießt alle Vorzüge eines großen und freien Gemeinwesens und bleibt im Grunde unter denselben iltma- tischen Verhältnissen, die er hier gewohnt ist und die Dauer und Kraft seiner Arbeit bedingen. Früher hat die Regierung vor der Auswanduung nach den deutschen Ansiedelungen in Südamerika gewarnt und eS liegen Erfahrungen genug vor, welche deweiten, daß sie daran nicht unrecht gethan hat. Leute mit einigem Vermögen sind nicht viele dorthin gegangen, doch wie oft haben die armen Arbeiter als„Kulturvünger" zu Gunsten fremder Rechnung dienen müssen. Der Auswanderer, welcher seine wirthschaflliche Lage verbessern will, wird immer dasjenige Land aufsuchen, welches ihm die besten und sichersten Bedingungen für das Fortkommen gewährt; der Mann, welcher mit einsm kleinen Vermögen auswandert, um in einigen Jahren zu Wohlstand zu gelangen, ist nicht in der Lage und nicht Willens, Experimente zu machen, die total mißglücken können. Ein großer Handelsherr kann solche Versuche wagen, weil er dabei nur immer einen Bruchtheil seines Kapitals auf eine Karte setzen wird, der auswandernde Ackerbauer kann eS nicht. Darum fürchten wir auch nicht so sehr, daß er fich da- zu hergeben wird, das Opfer irgend welcher transatlantischen Gründungen zu werden, die nickt immer durch„nationalen" Schimmer bester weiden. Etwas Vorsicht in dieser Zeit über- schäumender kolonialer Begeisterung ist aber immerhin am Platze." Aus Frankfurt a. M. schreibt man: Die Polizei hält noch immer eifrige Nachforschungen nach den Spuren des Mörders de» Paltzelraths Rumpff. Großes Aufsehen erregte es, als heute(18) Morgen ca. 30 Schutzleute, sämmtlich mit Rechen und anderen Gärtnerwerkzeugcn versehen, fich vom Polizeirevieibureau nach dem Sachsenlager begaben. Dort vcr- thetlün sie fich in die benachbarten Gärien, um nach etwaigen Spuren oder foitgeworfenen G-genstäirden zu fahnden. In den Lokalblättern findet fich folgende Annonce:„Aufforderung! Der Herr,— angeblich mit dunklem Vollbart,— welcher Mon- tag. den 12. d M, Abends gegen 8 Uhr, in Gesellschaft dcS Polizeirath Dr. Rumvff gewesen, und mit demselben fich unter- hauend, vom Eschenheimer Thorr nach dem Sachsenlager gehend bemerkt worden ist, wird hierdurch dringend ersucht, den Unterzeichneten behufs einer für die Untersuchung wichtigen Ermittelung gefälligst ungesäumt aufsuchen zu wollen. Frankfurt a. M., den 17. Januar 1885. Der Polizeivrästdcnt von Hergenhahn."— Nack anderen Berichten hätte stch schon Jemand gemeldet, der den Mörder kurz nach der Tbal gesehen haben will u- s. w. Bis jetzt scheint man indeß noch nicht auf guter Spur zu sein. Nur soviel steht fest, daß eine Reihe außerhalb Frankfurts als verdächtig Verhafteter bereits wieder k�aetllsscn wurde. In Frankfurt a. M. selbst wurde Sonn- Abend nach Abgang deS letzten ZugeS noch ein Mann �vaftet, der mit dem Revolver sich den Zugang zu dem bereits geschlossenen Wartesaal der Main-Ncckar-Bahn erzwang, um r!"n. dort schlafen zu legen. Daß dieser Verhaftete der t+««iJe �' W Mellich nicht anzunehmen.— In Frank- stlk! rrergt man mehr und mehr der Ansteht zu, daß der Mord von einem sog.„Louis" verübt wurde, da auf diese in letzterer Zeit ganz besonders gefahndet wurde. o»& Ä* �britauuieu« Die anhaltende Arbeitslosigkeit im Lande ver- utsacht jetzt, wo die Strenge de« Winters fich fühlbar macht. eine gewisse Gahrung unter den Tausenden von beschäftigungs- losen Personen in London wre in den größeren Provinzial« städten. In Biimigham versammelten fich vorgestern mehrere Tausend drodlose Handwerker und Arbeiter auf einem Brach- selbe in Aston, um zu erwägen, wre rhrer traurigen Lage ab- geholfen werden könne. Alsdann zogen die Demonstranten nach dem Stadthause, um sich die Rathschlage des Bürger« Meisters zu erbitten. Auf dem Wege dahin wurde der Versuch gemacht, einige Bäckerläden zu stürmen- Vor dem Stadt- hause wurde eine Deputation zu dem Büigermerster entsandt, welche ihn dringend bat, schleunigst Maßregeln zur Linderung ves Elends unter den beschäftigungslosen Einwohnern der «ladt zu ergreifen. Der Bürgermeister zuckte die Achseln und vl'ilf bie Befürchtung, daß das einzige Mittel zur Abwehr dcs Elends ein Wiederaufschwung des Handels sei, der indeß ßpch weiter Ferne zu sein scheine. Schließlich versprach er Schritte zur Bildung eines Hilfsfonds thun zu wollen. Dieses Berfprecyen schien die Dcmonstranten zu befriedigen und sie gingen streblich auseinander.— Gestern durchzogen die De- monstranten zu Tausenden die Hauptstraßen der Stadt, und 2- tun�,iUa� 6ue ihren Reihen Rufe, wie„Wir wollen Arbcit.„Dres wird ihnen zeigen, ob Elend existirt l" aber im Ganzen genommen verlief die Kundgebung ruhig. Nsi-«. China hat den Krieg mit Frankr>ich in Tonkin aufge- Kommen; es rüstet fich sitzt allem Anschein nach, noch immer ohne Kriegserklärung, auch zur See handelnd aufzutreten. Ein Telegramm der„Agence HaoaS" aus Shanghar von gestern meldet, es seien am Eonnabei.d 12 chinesische Schiffe ausge- laufen, und man glaube, dieselben würden nach Fatschu gehen, um dort Truppen an Bord zu nehmen und dann zu versuchen, dieselben in Formosa zu landen. ES würde sich hierbei um einen Entsatz des von Admirai Courbet eingeschlossenen Kelung handeln. Londoner„Standard" hatte schon vor einigen Tagen eine Depesche aus Shanghai ongekündiat, daß die chinesische Flotte zu diesem Zwecke die Anker lichten werde. Nach einer Mittheilung des„Celestial Empire" vom 10. v. M. wird die Flotte von einem deutschen Vi»e-Avm!ral kommandirt, der unter den Befehlen des chinefi chen Mmirals Woh steht und unter dem Namen Ouan Li Tcheng bekannt ist. Iarwmentarisckes. — Die Reichstagskommlsfion, betr. Abänderung der Strafprozeßordnung, hat ein schnelles Ende gefun- den. Nach beendeter ku-zer Beraihung der Anträge Munkel- Reich- nsperger wegen Wiedereinführung der Berufs- instanz ist eine Resolution von der Rechten und den National- liberalen— die Linke und das Zentrum waren wegen der Ab- geordnetenhaussitzung nur schwach besetzt— angenommen werden, wonach es inopportun fei, daß fich das Haus ebenfalls mit diesem Antrage beschäfiige, nachdem die Reichsregierung einen diesbezüglichen Gesetzcnr-vurf ausarbeiten lasse und es wurde an diese Resolution der Wunsch geknüpft, daß der d esbezügliche Entwurf dem Reichstage bald vorgelegt werden ,n08C— Bezüglich der Mittheilung der„National-Zeitung", daß die Regierung Brindisi als Ausgangspunkt ver sub- ventionirlen Dampferlinien gewählt habe, wird offiziös bemerkt, daß nichts beschlossen sei, auch nichts beschlossen werde, bevor das Gesetz fertig sei. K»rl»me«tsberiMe. Deutscher Reichst««. 28. S i tz u n g vom 19. Ja nuar, 2 Uhr. Am Tische des BundeSrathes Bronsart von Echellendorff v. Hönisch u. A. Eingegangen ist ein Gesetzentwurf, betreffend eine Ergan- zung des Gerichtsvelfassungsg-setzes. Die Beraihung des Militär et ats wird fortgesetzt: z»r Diskussion steht der außerordentliche Etat des Extraorvt- nariums. Die bereits mehrfach vom Reichstage abgelehnte For- dcrung von 289 000 M. für die Enicklung einer Unter- osfizier- Vorschule in Neu-Breisach ist in den vorliegenden EtatSentwurs von Neuem aufgenommen wor- den; wiederum beantragt die Budgetkommisston die Stiel« chuna. Abg. v. M a s s 0 w befürwortet die Annahme des Titels. Vor drei Jahren handelte eS sich bei demselben nicht blos um die Unterosfizierschule, sondern um die Errichtung eines Mili« tairknaben- Erziehungsinstituts. verbunden mit Unteroffizier- Vorschule. Die allgemeinen Einwände gegen das Institut der Untcrosfizier- Vorschulen sind ja schon oft widerlegt worden; ich rekapitulire nur, daß der definitiven Aufnahme in die Schule eine zweimonatliche Probedrenstzeit vorangeht, nach welcher erst die Entscheidung fällt, ob Neigung und Beruf zum Soldatenstande in dem Zögling vorhanden find; jedem Zögling, bei dem das nicht zutrifft, steht eS frei, die Anstalt wieder zu verlassen. Auch der fernere Einwand, daß die Vor- bildung in den Unteroffizier- Vorschulen einseilig sei und auf vre Verwendung des Zöglings im Zivildienste keine Rücksicht nehme, ist nicht strchhaltig, das Statut der Weilburger Vor- schule besagt ausdrücklich das Gegentheil. Eine große Zahl von Zöglingen ist nachher allerdings nur in subalternen Stellen verwendbar, aber es haben auch ganz hervorragende Soldatm und Beamte, so z. B. ein Generallieutenant und zwei General- Majors unserer Armee ihren ersten Unterricht in einer derarti- gen Vorschule empfangen. Von Einseitigkeit der Vorbildung kann also nicht die Rede sein. Zudem ist die Einrichtung einer dritten Vorschule absolutes Bedürsniß, die beiden vorhandenen in Annaburg und Weilburg genügen nicht entfernt dem jähr- lichen Bedarf. Dem Norhbrhelf der sogenannten Wander- unterosfiziere sollte auch endlich ein Ende gemacht werden; in diesen erhalten die Regimenter oft nicht gerade das erwünsch- teste Material, ganz abgesehen von den sonstigen Nachtheilen, die eine solche Wanderung mit fich bringt und deren Wirkung stch öfters in traurigen Exzessen Luft gemacht hat. Wir wissen ja überdies alle, daß Frankreich stch unsere Erfahrungen auf diesem Gebiete zu Nutzen gemacht und 6 Unterofstzlerschulen eingerichtet hat. Die ManquementS find ja im Abnehmen, aber immerhin find über 2500 Stellen noch unbesetzt. Ein gutes Unterojfizierkorps ist eine der festesten Stützen der Armee, und diesen wichtigen Faktor zu heben, wird auch die dritte Unterosfizierschule berufen sein. Neu-Breisach eignet sich für dieselbe in ganz hervorragender Weise und defindet fich zudem in einer Notdlage, von der unS eine Petition des Magistrats ausführlich Kennlniß gegegen hat. Wir würden eine nationale Pflicht erfüllen, wenn wir auf diese Weise den Elsäffern, die ja doch geborene Eotdatm find, und zugleich der Bedrängniß eines Theiles der Bevölkerung von Elsaß- Lothringen entxegenlommen.(Beifall rechts.) Abg. Hermes: Ich bestceite, daß politische Momente bei dieser Frage in Betracht kommen. Herr v. Kamele hat seiner Z-it ausdrücklich in Abrede gestellt, daß irgend ein poli« tische» Moment für die Wahl von Neu-Bceisach in Frage stände, und unS dm Stalthalter von Manteuffel angeführt, der für die Vorschule lediglich militärische Rücksichten geltend gemacht habe; die Wahl dieses Ortes wäre nur aus dem Grunde rälhlich erschienen, weil man dort der verschiedenen vorhandenen Kasernen wegen am billigsten fortkommen würde. Die diesmaligen Verhandlungen in der Kommisston lassen mich nicht vermuthen, daß der gegenwärtige Kriegsminister auf einem anderen Standpunkte steht. Herr von Massow erklärt eine dritte Unterosfizierschule im Interesse der Ver- mehrung des lUteroffizierkorvs für nothwenvig- Schon früher hat aber die Verwaltung selbst ausgeführt, daß es sieb vor- wiegend um die Verbesserung der Qualität der Unter- offiziere handele. Ferner rst früher schon wiederholt auf die Abnahme'des Manquements hingewiesen worden. Eert der letzten Debatte über diesen Gegenstand hat fich die Zahl der Manquements von 3000 auf 2000 vermindert; und vaS Ordi- narium ist bereits um 500 000 Mark in Folge der Einstellung von etwa 1000 neuen Unteroffizieren gesiream. Die Unter- osfizierschule als solche liefert endlich überhaupt keine Ver- stärkuna des Uirterosfizierkorps' sie liefert nur Eleven an die Unteeossizierschule, uno eine Vermehrung der letzteren ist gar nicht gefordert. Keine einzige Position des Mrlitäeetats ist so geeignet, unserem Sparsamkeitsgesühl neue Nahrung zu geben, wie diese. Es handelt fich ja in Wirktichkeit nickt um einen einmaligen Posten, seine Annahme zieht eine wesentliche Er- höhung des Ordinariums nach sich, die mindestens 150000 M. jährlich beträgt. ES kommen also eigentlich nickt nur die 289 000 M. in Frage, sondern der jährliche Aufwand von 150 000 Mark repräsentirt vielmehr ein Kapital von etwa 4 Millionen.(Widerspruch rechts.) Unter den jetzigen Ver- hältniffen lehnen wir auch für dieses Jahr die Position ab. (Beifall links.) Abg. B ü r k l i n: Die Nationalliberalen werden heute wie früher für die Forderung stimmen; gegenüber den dunklen und doch so durchsichtigen Drohungen, weiche die Sozialdemo- kraten jetzt immer am Schlüsse ihrer Reden andeuten, halten wir es für unsere Pflicht, die jungen Leute schon vor dem Ein- tritt in das militärpflichtige Alter vor sozialdemokratischen Be- strebungen in Schutz zu nehmen.(Oh, oh! links,) Die Vor- schule soll zunächst die Qualität der Unteroffiziere heben, doch ist auch ein Einfluß aus die Quantität nicht wegzuleugnen. Von Gewicht für uns ist aber besonders die beabsichtigte Ver- legung der Anstalt nach Elsaß Lorhringen; die Wahl des Ortes steht in zweiter Linie. Für die Elsasser, geborene Krieger und geübt im Waffenhandwerk, ist die Heranbildung eines tüchtigen Stammes einheimischer Unteroffiziere von größtem Werth; die Ausbildung der Mannschaften vollzieht stch leichter und rascher, Mißverständnisse werden vermieden und die Versöhnung der Gegensätze wird gefördert. Aus diesen Gründen stimmen wir auch bei der jetzigen Finanzlage für die Position. Abg. W i n d t h 0 r st: Die Gründe für und gegen diese Position sind ausführlich schon in den früheren Jahren er- örtert worden. Es ist deshalb nicht verwunderlich, daß auch in der beuligen Debatte nichts Neues vorgebeacht wird. Für meine Partei kann ich bemerken, daß, wenn wir überzeugt wären, daß die Uirterosffzierschule nur von Söhnen aus Elsaß- Lotdringen besucht würde, wir vielleicht in Erwägung ziehen würden, die Forderung zu bewilligen. Aber zur Versöhnung Mischen dm deutsch und französisch gesinnten Elementen in Elsaß-Lothrrngen kann eS doch siehe:(Ich nicht dienen, wenn wir unsere Söhne dahin schicken. Man sollte übrigens doch nicht ohne weiteres glauben, eine solche Versöhnung mit lo kleinen Mitteln herbeiführen zu können. Auf diese Frage will ich übrigens nicht weiter eingehen. Für mich und meine Partei rst maßgebend die finanzielle Lage des Reichs, die sehr betrübend ist, so betrübend, daß wir glauben, für ein derartiges Experiment nicht ohne Weiteres 100000 Tbaler bewilligen zu können. Ich komme eben aus dem Preußischen Abge- ordnetenhause her und habe dort gehört, wie viel drin- gende Forderungen unbefriedigt bleiben müssen, weil kein Geld für die Erfüllung derselben vorhanden ist. Wir können die Klagen der Lehrer nicht stillen, nicht den von Steuern bedrückten Kommunen beisprrngen- Wir wünschen die Noih nicht zu vermehren durch Bewilligung von Summen, die recht gut verschoben werden können. Auch im nächsten Jahre noch kann in dieser Frage Rath geschafft werden, wenn unsere Finanzen fich günstiger gestaltet haben. Abg. Graf v. M 0 l t k e: Es läßt stch kaum noch etwas über die Sache sagen, ich will nur noch wenige Bemerkungen machen. Der Herr Vorredner hat gegen die Sache angeführt. daß, so oft die Vorlage erfolgt ist. sie abgelehnt worden ist. Ja, meine Herren, so oft ste abgelehnt worden ist, ist sie von der Regierung wieder in Anregung gebracht worden. Es han- delt stch abgesehen von allen volilischen Rücksichten darum, fehlende 2000 oder mehr Unterosfiziere zu beschaffen. Es ist durchaus wünschenswerth, ein so vortreffliches Material wie die elsässtsche Bevölkerung ist, für den Unterosfizierstand. der nächst dem Osfizierkorps daS wichtigste Elemement sür die Tüch- ttgk-it der Armee ist. In Breisach, das früher eine sehr viel stärkere Garnison gehabt hat, laufen die dringendsten Klagen können, und ich glaube, daß die Vorlage in ökonomischer wie in mrlrtarischer Beziehung empfohlen werden kann. Ich bitte Sie die Positron anzunehmen.(Mehrseitiger Beifall.) Abg. B a u m b a ch: Trotzdem eine so hohe Autorität. wre der Herr Vorredner unstreitig auf militärischem Gebiete ist. fich für die Bewilligung dieser Forderung ausgesprochen hat. muß ich dieselbe gleichwohl ablehnen, denn dieselbe hat doch nicht nur eine militärische, sondern auch eine finanzielle Seite. die ,u betonen wir alle Veranlassung haben. Auch Herr Graf Moltke hat uns nicht beweisen können, daß die Forderuna nothwendia sei, und selbst über die Nützlichkeit derselben be- stehen erhebliche Zwerfel. Ich selbst habe früher für diese For- derung gestimmt, aber ich kann mich trotzdem nicht entschließen, jetzt wiederum für dieselbe einzutreten. Der Abg. Windhorst erzählte, daß er eben im preußischen Landtage gehört, wie schlecht die Finanzlage dort sei. Auch ich habe soeben in der Budgetkommrsston des Reichstags vernommen, daß wichtige Aufgaben des Reichs ebenfalls der ungünstigen Finanzen wegen zurückgestellt werden mußten. Der Herr Staatssekretär im Reichspostamt hatte 125 000 M. zur Aufbesserung der Gehälter der Postsekretäre gefordert, aber die Forderung ist vom Bun« desrath abgelehnt worden. Wer will es uns verargen, wenn wir aus denselben Gründen auch hier„Nein" sagen. Durch die Betonung nationaler Gesichtspunkte dürfen mir uns nicht beirren lassen. Wie sollte sonst irgend ein Abstrich am Etat möglich sein. Läßt fich doch einer jeden Position eine nationale Seite abgewinnen Wir treiben übrigens in diesem Augen- blicke auch nationale Politik, und vielleicht noch in einem höheren Sinne als jene Herren(rechts.) Denn nationale PolrM ist es doch entschieden, wenn wir den nationalen Steuerzahler vor unnöthigen AuMben bewahren-(Beifall links) Kriegsminister Bronsart v. S ch e l l e n d 0 r f f: Ich will die Erklärung vorwegschicken, daß ich die Bewilligung der Forderung für ein dringendes und nofhwer.dlges Bebürf» nrß halte- Das ergiebt fich übrigens auch sedon aus der Wiedereinbringung derselben Forderung, die ja früher bereits von Ihnen abgelehnt wurde. Herr v. Mas s o w sagte, er hätte es lieber gesehen, wenn wir Vre frühere Forderung unverändert wieder erngebrackt, al>o auch das Knabenerziehungsinstitut wieder mitverlangt hätten. Daß das nicht geschehen ist, ist keine Rücksicht, die von Seiten der ver- bündeten Regierungen gegenüber dem Reichstage beobachtet worden ist. Es ist übrigens damals auch im Reichstage gesagt worden, daß für die Vorschlage der Regierung eine günstigere Position vorhanden sein würde, wenn nur die Forderung für eine Unteroffiziervoischule erhoben werden wüide, und ich glaube, daß der Reichstag bei jener damals gegebenen Erklärung stehen bleibt. Ich will nicht noch einmal alle die Voribetle hervor- heben, welche nach her Ansicht der verbündeten Regierungen mit d«r Begründung einer NnteroffizierSschule verbunden find, aber ich kann mir dock nicht versagen, auf ewige Punkte ein- zugehen, die von den Rednern heute geltend gemacht find. Der Herr Abg. Hermes hat darauf hingewiesen, daß der Standpunkt meines AmtsoorgängcrS in dieser Frage ein anderer gewesen sei. ES ist mir nicht erinnerlich, was derselbe gesagt W, ich für mich kann nur erklären, daß. wenn die Elsaß-Lolhringer alle Pflichten, welche die Zugehörigkeit zum Reich ihnen aufer- legt, zu tragen haben, fie eben den Anspruch auf Berück- fichtiaung ihrer Interessen so gut haben, wie irgend eine märkische Stadt. Es könnte ja sein, daß meine persönliche Neigung mich dazu treiben würde, dieser letzteren irgendwie einen Vorthcil zuzuwenden, aber daS kann mich doch nicht ab- bringen, auck einer elsässtschen Stadt gerecht zu werden. Der Plan, in Neu Breisach eine Unterosfizierschule zu gründen, wird begünstigt durch den Umstand, daß besondere Ein- richtungen für dieselbe dort nicht zu treffen find; es empfiehlt sich also auck im fiskalischen Interesse, die Schule dorthin zu verlegen. Es ist ein Erfahrungssatz, daß der Militärdienst ein Mittel abgiebt für das innerliche Zusammenwachsen von Bölkerschaften.(Sehr wahr! rechts� Wir haben mit diesem Satze auch bereits genügend Erfahrungen in Elsaß- Lothringen gemacht. Die alten Soldaten in Elsaß- Lothringen, welche die militärische schule Deutschlands ganz durchgemacht, bilden einen wesentlichen Faktor für die Verschmelzung von Teutschland und Elsaß- Lothrmgen dessen Söhne übrigens gerade für die Armee eine große Be. gabung an den Tag legen. Es wird vielleicht nicht möglich sein, die Vorschule ganz mit jungen Elsaß-Lothringern zu be- setzen, aber bis zu einem gewissen Grade wird fich das doch erreichen lassen. Meldet fich doch auch jetzt schon für den Mi- litärdienst eine große Anzahl Freiwilliger aus den Reichslande«. Es handelt fich indessen bei der Schule um eine deutsche Ein- richtung, zu der auck Baden und die andern Bundesstaaten ein Kontingent von Schülern stellen werden. Den Wünschen der Neu-Breisacher in einer anderen Weise entgegenzukommen, wie das hier im Hause angedeutet wurde, wird für die Militär- Verwaltung nicht möglich sein. Man hat die Bedürfnißfrage bestritten unter Hinweis auf die Abnahme der Manquements an Unteroffizieren. Diese Abnahme ist allerdings vorhanden, aber fie muß nicht lediglich unter dem Gefichtspunkt der Zahl, sondern auch der Qualität bcurtheilt werden. Allerdings find die Manquements herobzegangen, aber die Abnahme ist nicht in allen Provinzen und Ländern gleich gewesen. Vielfach haben auf dieselbe die sogenannten Wanderunteroffiziere eingewirkt, für unsere Armee gerade kein wünschenswerthes Element des Unterosfirierstandes. Ueberdies hängt die Abnahme zusammen mit der Erscheinung, daß in den letzten Jahren die Zahl der über das zwölfte Jahr hinausdienenden Unlerosfizieie fich ver- mehrt hat, in einem einzigen Jabre um 187. Das ist im All- gemeinen für die Armee kcin Vortbeil. Wir haben deshalb auch, um den Uebertritt von Unteroffizieren mit zwölfjähriger Dienstzeit in Zivilstcllungen zu erleichtern, eine Position in den diesjährigen Etat eingestellt. Des weiteren soll überall«in Stellenverzeichniß bekannt gemacht werden, in welchen die Stellen im Zivildienst, wel-t-e Unteroffizieren zugänglich find, bekannt gemacht werden. Wird die Abficht der Militärverwal- tung erreicht, dann wird auch das Manquement an Unteroffi- zieren wieder steigen. Herr Abg. Hermes hat nun zwar ge- meint, daß durch die Unterosfiziervorschule Unteroffiziere selbst noch nicht gewonnen werden, allein die Erfahrungen, die wir mit den Unteroifizieroorschulen gemacht haben, widersprechen dieser Brhaupiung. Ein zweiter Gesichtspunkt sodann, der für uns bei dieser Frcge in Betracht kommt, die Qualität der Unteroffiziere, ist für die Armee von großem Jnter- esse, insbesondere wegen de? knappen Offizieretats, den wir im Vergleich mit den Armeen anderer Staaten haben. Uns liegt jetzt eine vierjährige Erfahrung vor über die jungen Leute die aus Unteroffizierschulen in die Armee eingetreten find. Aus der Unteroffizierschule wurden wegen Unbrauchbar- keit entlassen im Jahre 1881 9 pCt., 1882 8,4 pCt., 1883 5 9 pCt., 1884 2,2 pCt. Die Verringerung der Entlassungen von Unterotsiz'erschüiern ist dem Zufluß zuzuschreiben, wi chen die Unteroffizierschulen auS den Vorschulen erhalten. Es ist ja ganz klar, daß unter den Leuten, die erst mit dem 17. Jahre in eine Militärerziehungsanstalt eintreten, fich eine Masse ge- scheiterter Elemente befindet. Wird auch bei der Aufnahme von Schülern die größte Vorsicht angewandt, so kann doch nicht verhindert werden, daß auch Zöglinge Aufnahme finden, welche bereits in anderen Stellungen Schiffbruch gelitten Hab. m. Wird doch auch von einer ganzen Anzahl von Eltern die Untcroffizierschule als eine Art Korrektionsanstalt für un- gerathene Söbne angesehen- Mit Festungsgefängniß wurden von Unterosfizierschülern bestraft im Jahre 1882/3 115, 1883/4 84. Die Entlassung von bereits eingestellten Schülern der Unteroffizierschulen, die sich später als nicht tauglich für den Dienst erwiesen, ist in derselben Zeit von 10 pCt. auf 6,7 pCt. heruntergegangen. Im Ganzen haben 75 pCt. von denen, die aus der Unteroffizierschule hervorgegangen find, allen Erwartungen entsprochen, 25 pCt. haben sich als ganz vorzüg- lich erwiesen, 9 pEt. befinden fich jetzt bereits, kurze Zeit nach ihrer Einstellung in die Armee, in besonderen Dienststellungen. Die Einrichtung von Unterosfizierschulen wird ja ficher ohne Geldkostcn nicht abgehen, ich kann aber nur sagen, daß die Summe, die Sie bewilligen, gut angelegt sein wird im Jnter- esse der Armee.(Beifall.) Abg. Wind thorst: Ich bedauere zu hören, daß den Neu-Br-isachern in einer andern Weise nicht geholfen werden kann. Es ist schwer, mit den Herren vom Fach über eine solche Frage zu diskutiren. Aber wenn zu französischen Zeiten dort em Artillerie-Regiment untergebracht werden konnte, wird eS uns vielleicht auch möglich sein, ein Bataillon oder einige Batterien dorthin zu verlegen. Ein wesentlicher Grund für mich ist, daß ich keine künstliche Wanderung nach Elsaß-Lotd- ringen befördern will. Ich habe die Uebcrzcugung, daß für Vre nächste Zukunft die Schule mit Elsaß-Lothringern nicht besetzt werden wird. Daß das gemeinsllme Zusammendienen im Heere den Verschmelzungsprozeß zwischen Deutschland und Elsaß be- günstigt, ist richtig, ab r dazu ist die Schule nicht erforderlich und auch nicht von Einfluß. Ich wiederhole nochmals: die finanzielle Loge legt uns die Erwägung nahe, welche Forde- rungen zu bewilligen und weiche zu unterlassen find, und diese Forderung gehört gewiß zu denen, wilche füglich zurückgesetzt werden können, nicht für immer, aber doch wenigstens für das nächste Jahr. DieieS unser Verhalten kann keiner Mißdeutung unterliegen. Wir baden andere große Forderungen— so die für die Truppendislokationen— ohne weiteres auch jetzt be« willigt, weil wir fie für begründet und im Interesse der Lan- desvertheidtgung für geboten hielten. Das trifft aus die vor« liegende Summe nicht zu. und darum stimmen wir gegen die Bewilligung derselben.(Beifall im Zentrum.) Abg. v. Fischer(Ulm): Auch ich bin ein Freund der Sparsamkeit und ick glaube, daß jeder der Herren, die heute aus Gründen der Sparsamkeit der Vorlage entgegentraten, uns ihre innere Herzensmcinung ausgesprochen haben. Aber ich muß %%%%;&% 5%%#. iLb»! im Stnlnim«nd II;».) 34«I-»d< daran. daß es Ihre H-rzensm-inuug rst. aber rch spreche die Warnung aus, vaß dieser Glaube nicht überall un Lande desteht und namentlich in der reichsländischcn Bevölkerung nicht ungetheilt vorbanden ist. Meine Herren, eS wird sehr vielfach in Elsatz-Lothnngen die Abstimmung über daartige, das dortige Land bclriffende Fragen als ein Maßstab für die Festig- keit des EntschlussrS, jene Lande festzuhalten und.für die Festigkeit des Glaubens betrachtet, daß wir sie auch werden festhalten können.(Lachen im Zentrum. Oho! links. Leb- hafte Zustimmung seitens der Rechten und Nationalliberalen.) Ich sah diesen Widerspruch voraus, hielt mich aber zu dieser �itcheitung verpflichtet, weil ich mir wohl schmeicheln darf, die Stimmung eines großen Theiles des Volles zu kennen. (Widerspruch im Zentrum.) Der Abg. Windthorst hat gegen die Vorlagt außer Rücksichten der Sparsamkeit auch noch die Befürchtung, daß man die Schule in Neu-Bceisach überwiegend mit nicht-elfäsfischen, ja sogar überwiegend mit altpceußischen Zöglingen zu bevölkern suchen werde. Diese Befürchtung thcile ich nicht, weil ich der Kriegsverwaltung zutraue, daß fie den polstischen Zweck jener Eckulc zu erreichen auch ernsthaft an- streben und am allerwenigsten daran denken wird, fie mit alt- preußischen Elementen zu bevölkern. Und wenn man dazu käme, Zöglinge aus den an Elsaß grenzenden Gebieten, aus Baden, aus der bayerischen Pfalz u. s. w. dorthin zu schicken, so wäre das durchaus kein Fehler; denn diese Element« ver- mischen fich sehr leicht und sehr gut mit einander.(Sehr richtig!) Aber auch die Befürchtung des Abg. Windthorst theile ich nicht, daß man im Ellaß vergebens nach Zöglingen für die Schule suchen werde. Im Gcgeniheil, ein guter Theil der Abneigung der Protestprrtel gegen die Ünterosfizierschule entspringt der Furcht, daß sehr viele Elsäffer in sie eintreten werden(Sehr richtig!). Und sollte schließlich an solchen noch etwa Mangel sein, dann werde ich unseren verehrten Abgeordneten Windthorst bitten, daß er in den ihm politisch näher stehenden Kreisen dafür wirke, dieser Schule Freunde zu machen, dann wird fie noch mehr öesucht werden. (Beifall und Heiterkeit. Abgeordneter Windthoist: Ich bitte um das Wort!) Die Sache läßt sich nicht ausschließlich vom militärischen und noch viel weniger auSschlirßlich vom finan- ziellen Standpunkt aus beurthcilen. Es handelt sich hier um ein Stück nationaler Frage und deshalb sollten wir, denen es ernst damit ist, uns diese Lande zu erhalten— und ich glaube, es ist uns Allen ernst— bei Entscheidung der vorliegenden Frage uns nicht von kleinen finanziellen Erwägungen leiten lassen, sondern von großen nationalen GefichtSpunkten, und der Forderung zustimmen.(Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Richter: Es scheint unter unseren Kollegen Herren zu geben, die ein Bedürfniß empfinden, überall nalio- nale Fragen zu schaffen. Sie lieben es, dadurch auf«inen Standpunkt zu steigen, wo fie Manchem größer erscheinen, als es der Fall wäre, wenn fie sachlich sprachen. B s zur Rede des Abg. v. Fischer ist die Erörterung heute sachlich und ruhig gewesen; in Herrn v. Fischer aber ist Herr v. Treitschke wieder auferstanden(Heiterkeit); obwohl Herr v. Treitschke, wenn man auf diese Art von Beredtsamkeit Welch legen will, fchon viel besser dasselbe gesagt hat, wie heute Herr von Fischer. Charakteristisch ist nur der Beifall, den dieser Herr heute bei der nationall'beralen Partei gefunden hat, wäh- rend damals angesichts der Rede des Herrn v. Treitschke grade die hervonagendsten Führer jener Partei, v. Bennigsen und v. Benda, sich in schärfster Weise dagegen verwahrten, daß reine Nützlichkeitsstagen in der von Herrn v. Treitschke belieb- ten Weise behandelt würden. Herr v. Fischer hat über die im Lande herrschende Stimmung gesprochen. Wir haben keinen Grund, irgend einen von uns für besser unterrichtet über die Stimmung des Landes zu hallen, als wir es selbst find; zu- mal in dieser Frage, die seit vier Jahren bereits daS Land be- schäfligt. Der Redner weiß doch wohl, daß diese Position hier wahrscheinlich nicht Annahme finden wird; und gerade deshalb hätie er hier alles vermeiden müssen, was in Frankreich Anlaß geben könnte, aus einem Majoritätsbeschluß des Hauses zu folgern, als ob die Mehrheit des Reichstages Elsaß- Lothringen nicht festhalten wolle. Der einfachste Patriotismus fordert das!(Sehr richtig!) Aber es liegt auch nichts ferner von uns, als daß wir Elsaß-Lothringen aufgeben wollten. Heute, in einer Sitzung, wo wir große Kasernen für Straßburg, theure FortS für Metz bewilligen, da soll man uns nicht kommen und sagen, man werde im Lande denken, daß wir Eliaß-Lothringen nicht behaupten wollen. Wir haben, ohne ein Wort zu ver- lieren, Dutzende von Millionen für die Festhaltung der Reichs- lande bewilligt; wir haben dort aus militärischen Gründen ein Eisenbahnnetz hergestellt, wie es sonst kaum in Deutschland be- steht; wir haben die Universität Straßburg begründet und unterhalten fie, abweichend von unseren sonstigen Einrichtun- gen, aus Reichsmitteln. Wir haben bei nicht günstiger Finanz- läge den Kaiserpalast für Straßburg votirt, lediglich well die Summe einmal gefordert war und damit aus der Nichtbewil- ligung keine falschen Schlußfolgerungen gezogen werden könnten. Aber man soll uns doch nicht kommen und nun die Bedeutung dieser Unteroffizierschule zu der Höbe eines Kaiser palastes hinaufschrauben und von nationalen Fragen zu sprechen. Aus der Bewilligung oder Ablehnung der heutigen Pvfition kann man keinen Rückschluß ziehen auf die Entschlossenheit deS Landes, Elsaß fest zu halten. Derartiges weise ich na- mens meiner Freunde entschieden zurück. Mag eS dem pcrfön- lichen Bedürfmß deS VonednerS entsprechen, solche Reden zu halten, der Sache entspricht eS nicht!(Beifall links.) Herr Bürklin hat die sozialistische Frage mit dieser Sache verdunden. Aber von seinem Standpunkt auS müßte man fast jede größere Stadt mit irgend einer Schule bedenken, wo die Jugend schon vom 15. Jahre an fürs Militär erzogen wird; die 40 oder 100 Zöglinge, die jährlich in diese eine Schule von Neu-Brei- fach eintreten, können die sozialistische Gefahr, wenn fie über- Haupt für die Armee besteht, nicht nennenswerth veningern. Die Loslösung von der Familie und der übrigen Bevölkerung trägt bei der Erziehung nicht immer die Früchte, die fich Manche davon versprechen. Die Regierung hat selbst diese Frage früher anders angesehen als heute; das beweist die be- kannte Rede deS Marschalls Manteuffel, in der er schilderte, wie viel Briefe er an das Kriegsministerium habe schreiben müssen, um dort für das Projekt dieser Schule in Neu-Breisach Boden zu gewinnen. Auch ich lege wie der Gras Moltke den höchsten Werth auf ein tüchtiges Unterosfizierkoips; die Schwierigkeiten, die Manquements aus- zufüllen, haben fich aber ganz erheblich verringert. Im Jahre 1874 hatten wir noch 8000 Manquements; heute beträgt trotz der erhöhten etatsmäßigen Zffer der Unteroifi�ierc, welche 51,000 ist, die Zahl der Manquements nur 2000. Die Unteroffizierschüler, welche daS Rckrutenlebm nie selbst durchgemacht haben, werden fich, wenn fie später in die Armee kommen, viel eher dazu verleiten lassen, die Soldaten zu mißhandeln, als diejenigen Unteroffiziere, welche auS der Truppe selbst hervor- gegangen find. Den Werth der allgemeinen Dienstpflicht für odü Zusammenwachsen der Bevölkerung verkenne ich auch keineswegs; es war auS diesem Gefichtspunkt durchaus richtig, dies« Dienstpflicht für Elsaß-Lothrirgen gleich nach der Er- werdung einzuführen. Ader dieser Gistchtspunkt paßt nicht auf die Unterojfizierschüler, welche nicht wie die gedienten Sol- daten in ihre Heimath zurückkehren und dort bestehende Vor- urtheile zu beseitigen helfen, sondern welche später garnicht im Elsaß bleiben und der elsässtschen Bevölkerung dadurch ent> ftemdet werden. Deshalb bitte ich das HauS, auch dies- mal bei den früheren Beschlüssen stehen zu bleiben.(Beisall linlS.) Abg. Windthorst: Die Rede deS Herrn v. Fischer war w/sentlich persönlich. Er hat nicht undeutlich zu verstehen ge- geben, daß er glaube, meine eigentlichen Motive seien nicht die, welche ich auSgcsprowen habe. Seitdem Herr v. Fischer nicht im Hause, ist im Reichstag der Satz fest angenommen, daß man Abgeordneten nicht Motive unterschiebt, die sie nickt aus- sprechen. Was er mir hat unterschieben wollen, w'.r übrigens grundfalsch; und ich weise seine Jnfinuationen zurück; ich glaube nicht, daß in Deutschland Jemand ist, der die Errungenschaft der Erwerbung Elsaß-Lothringen S nicht ausrecht erkalten will Meine Freunde haben ihre Adstcht, das Elsaß frstzuhalten, oft und durch zahlreiche Bewilligungen von Bahnen FortS rc. zu Vinnen aegeben. Da sollte doch nicht so ein Bürgermerster auS Augsburg hierher kommen mrt Jnfinuationen. die absolut unbegründet find. In diesem Jahre ist unser Etat mW# daß man für eln kostspieliges Experiment, wie die v? Neu- Breisach, 400,000 Mark ausgeben könnte.(* im Zentrum.) Kriegsminister Bronsart von Schellen� Die Aufgabe der Unteroffizierschule soll sein, die jung«' zur Anhänglichkeit an das Deutsche Reich zu erzieh«. die Bemerkung des Abg. Windthorst, die fich gegen ei«- lich gemachte Einwanderung nach dem Elsaß richtete,« ich, daß die Frage der Einwanderung nur in minimal«- hier zur Geltung kommt; daS Zusammenwachsen der alt»- und der elsäffer Bevölkerung würde durch die EiniW» einiger Badenser, Wiirttemderger u. s. w. allerdings wesentlich gefördert werden. Daß das Zusammenleben« deutschen und elsässtschen Kinder in ver Vorschule a» die Verschmelzung der beiden Elemente nicht ei« würde, darin widerspreche ich dem Abg. Windth» das Allerbestimmteste. Im Uebrigen entnehme ff Schlußworten des Abg. Windthorst, daß die Ab» der Vorschule seinerseits nur für dieses Jahr j solle. Das wird für den Fall, daß wir wider mein j und Wünschen die Zustimmung deS Reichstags Jahre nicht finden, für die verbündeten Regierungen: eine Aufforderung sein, in dem nächsten Jahre mit d fition wiederzukommen. Der Abg. Richter ist auf' des Freiherrn von Manteuffel und die große Zahl vonj zu sprechen gekommen, die dieser geschrieben habe, frühere Kriegsminister mit der Forderung der Vom Neu-Breisach hervorgetreten. In dieser Lage befinde« b kommandirenden Generale. Wenn ich solchen Wüns� enrgegenkame, dann.würde ich hier bei meinem größten Schwierigkeiten begegnen. Ich muß mich bi und das wird auch mein Amisvorgänger gefühlt habt Uebrigen die Sache unter demselben Gesichtspunkt v�! trachtet hat. Abg. Rickter meinte ferner, es sei im, der Arme« nicht zwickmäßig, sondern sogar nachth man solche Institute hätte, weil die darin au' Leute das Leben der Soldaten auS eigener nicht kennen lernten. ES ist ihm offenbar die Ost der Unteroffizierschulen nicht gegenwärtig. Der den Unteroffizierschulen ist ganz so eingerichtet tvitj Truppentheilen. Die jungen Leute werden dort als! ausgebildet und empfinden die Schwierigkeit, Rekrut) gerade so wie jeder andere junge Mann, und es best deshalb auch in der ganzen Armee nicht, daß diese Lt geneigt sein sollten, Mißhandlungen vorzunehmen. Dfl gehende Bildung derselben wird im Gegentheil den haben, daß fie auch auf dem Gebtete der SelbstdehA stärker find. Wenn der Abg. Richter stch von der? solcher Institute für das Zusammenwachsen der altdemf? der elsässtschen Bevölkerung nicht viel verspricht, so M sollte wirklich nicht, wenn ein clsässtscher Knabe dum? ches militärisches Bildungsinstitut hindurchgeht, da»?« altdeutsches Regiment übertritt und vielleicht gar Pj gungsbmchHflt wild, die partikulare Gefinnu tg an ff* hem Maße abgestreift werden?(Bestall rechts.).m Abg. Saltler: Wenn der Abgeordnete Ä! Aeußerungcn des Herrn von Bennigsen und von B>" hinweisen zu können, daß politische Motive für die der Unteroffi, iervorschule nicht vorliegen, so befand Jrrlhum.(Redner verliest darauf bezügliche Sl-üe« Reden v. Bennigsens und v. Bendas.) Der Abg. Wini' lokale Gründe liegen vor, da die elsässtschen A> selbst für die Forderung nicht eingetreten; dem gegL weise ich darauf, daß lokale Petionen vorliegen. Der Al hat im Jahre 1882 mit solcher Wärme und so dma« den Gründen für die Unteroffiziervorschule in Ni> gesprochen, daß Herr v. Bennigsen erklärte, daß et nicht» mehr hinzuzusetzen bad«. und Ab-. Nickelt auf da? Bestimmteste in Aussicht, daß er im bereit sein würde, dem Kriegsminister die dewilligen. Wenn ein so vorzüglicher Fi fich, ein Jahr vorher verpffichtet, eine solche Fm bewilligen, so müssen doch zwingende Gründe vow ich kann Sie nur bitten, nach den früheren Aeus" Abg. Rickert für die Bewilligung zu stimmen. Abg. Windthorst: Ich chabe nicht im nächsten Jahre der Forderung zustimmen rv. werde es können, wenn ich mich überzeuge, daß � auS Eisaß Lothringern und nicht auS Berlinern best Abg. Rickert: Der Abg. Sattler hat in eine«!, den Unterschied zwischen meinen Reden im Iahte heute nicht beachtet. Der Emt hat heute ein adsoll» Geficht als damals. Heute stehen wir vor einem D Uebrigen habe ich damals ebenso wie Herr v. Benw Henn v. Treitschke mich gewendet, der von großen, Interessen in dieser Sache sprach. Die Frage ist% pielle und ich würde unter anderen Umständen, unv Finanzlage es gestattet, wie im Jahre 1882 für dstZ gung gestimmt haben. Damals haben wir dem K%( in Aussicht gestellt, daß wir im nächsten Jahre für W-j stimmen würden, wenn er fie verändert einbringen«5 habe meine Pflicht 1883 erfüllt. Ich finde es ab.'l% zweckmäßig, daß die KriegSoerwaltung heute unter stj Finanzoerhältmffen trotz des mehrmaligen«r- Votums von Seiten des Reichstages die Vortage n�j bringt. Für mich ist es immer ein Grund mehr, Wj abzulehnen, wmn die Regierung, obwohl die klärt hat, fie wolle dieselbe nicht, dennoch sie wieder. Der Kriegsminister hat sogar erklärt, er werde, falls heute abgelehnt wird, im nächsten Jabre wieder ka« wird aber im nächsten Jahre dieselbe Majorität wst den. Aus allen diesen Gründen werde ich heut« f«* läge nicht stimmen. Darauf wird die Diskusston geschloffen und Reihe persönlicher Bemerkungen die F o r d e r u nix Stimmen der Nutionalllberalen und der beiden Rechten abgelehnt. ,,r Die für die Ergänzung der Befestig�,! Elsaß-Lothringen geforderte erste Rate lionen Mark wird auf V/t Millionen herabß'Ll Forderung von 2 855415 Mark zur Erwefterung si erwerbung von Artillerie-Echießplätzenu ä Marl vermindert, die geforderten eisten Rate« Bauraten zum Neubau von KasernementS in B e r>> J Danzi g, Rathenow, Naumburg a®'. tibor gestrichen._ Zum Neubau und zur Ausstattung einer Käst' f Battaillon Infanterie in HaderSleben Rate 260000 M. gefordert. Die Kommisston% Bewilligung; Abg. Gottburgsen befürrvo«!» esse der Stadt Apenrade die Streichung. No* jß kusston, an welcher fich die Abgeordneten Graf v Junggreen sowie der Bundeikommissar OL Schulz betheiligten, wird der Titel gegen die Nationalliberalen, Deutschfreifinnigen, Volkspal» i zialdemokraten bewilligt._ sill j Gestricken werden ferner die erste ste l sernement in Schleswig und nach kurzer � gzst«? erste Baurate für ein Kasern.ement für»...j., Kassel; im Uebrigen wird daS Kapitel b"'1»a fl Sckluß 6 Uhr. Nächste Sitzung Die»ss (Griechischer Handelsvertrag. Marineetat.) Abgeordnetenhaus.. � nv �3. Sitzung vom 19. Ja"« art(lf y DaS Abgeordnetenhaus trat heute in die �$ deS Gesetzentwurfs betreffend dm weiteren i tllenf! >ie jun»!'-' erzieh», gegen n« richtete,« mmimalil' , der alt!» : Einn-a» rllerdingt ninleben« »rschule ad WindÄ Jahrj er meifl; itagS in $ % vi Eisenbahnm für den Staat. Di« Entwürfe bezwecken den Ankauf der Echleäwiglchen, der Münster-Enscheder und der tzalle-Sorau-Gubener Kahn, sowie die Uedernahme der Ver- waltung und des Betrieds der Braunschweigischen Eisenbahn auf den preußischen Staat. Di« Entwürfe werden nach kurzer Debatte an eine Kommisfion verwiesen. Namens der Forischrlttspartei erklärte der Abg. Büchtemann, daß fie den Entwürfen günstig gegenüberstehe und die prinzipielle Frage, ob Staa><- oder Privatbahnsystem, als gegenstandslos nicht wieder aufwerfen werde. Alsdann trat das Haus in die erste Berathung des Etats für 1885/86 Der Finanznrinister v. Scholz gab das übliche Finanzexpose, in welchem er zugleich auf die beiden vorhergehend? n Etats zurück* gnff. Während das Etatsjahc 1333/84 einen Ueberschuß von iO Millionen Mark ergeben habe, die fast ganz zur Tilgung der Eisenbahnkapitalschuld verwendet wurden, werde das lau« sende Jahr nur noch etwa 10 Millionen Mark Ueberschuß brrngen in Folge des Ausfalles an Rübenzuckerstcuer, der für Preußen allein 14 Millionen betrage. Bemerkenswert h erscheinen die Mitthcilungcn über die Stet- gerung der Einnahmen auS der Forst- Verwaltung und die rapide Verminderung ver Einnahme an Gerichtskosten fl-tztere in zwei Etatsjahcen um 11 Millionen Mark). Der Etat 1835/86 zeige in Folge der Mindereinnahmen deS Reichs ß" Suef", und Tabaksteuer ebenfalls ein minder günstiges Bild. An der Erhöhung der Matrikularbeiträge, die jetzt un- erwarteter Weise nolhwendia geworden, nehme Preußen mit etwa 24 Millionen Mark theil, von denen 22 Millionen im Wege der Anleihe aufgebracht werden müßten. Zum Schluß 2. Minister der Hoffnung Ausdruck, daß die Politik der Regierung trotz der Oppo tion zum Segen des Vaterlandes gereichen werde. Der Abg. Rickeri unternahm die erste Kritik dieser Ausführungen, die fich nur lose an die Zahlen anknüpfte, vtelinehr alsbald auf das weite Gebiet der Steuer- und Wirth» fchaftspolitlk überging. Der Redner bemerkte, der Finanzminister könne auf den vorliegenden Etat nicht stolz sein: wie er denn auch dresmal in einem wesentlich gedämpfteren Ton gesprochen habe, als früher. Von der Hoffnung und Befriedigung, mit v« der Frnanzminister früher auf die Reichswirthschaftspolitik ijabe, fd tcenig mehr zu bemerken. Dicse Politik habe vollstandrg Fiasko gemacht, das Tabakmonopol werde wohl wreder vorgeschlagen werden, da man so vorstchtig an der "L f 3 ucker. und Spirituosensteuer vorübergehe. Redner ZGWZZMZ cigie den Etat gegen den Angriff Rickerts und forderte u. Ä. die Regrerung auf, noch in dieser Sesfion einen Gesetzent- wurf zur Befferstellung der Lage der cmeritirten Lehrer einzu- dr.ngen- Andernfalls werde er einen solchen Entwurf selbst vorlegen. Tre Weiterberathung wurde schließlich auf morgen vertagt. I o k K l e s. Mit der Eröffnung und Inbetriebnahme der stadtischen Zentralmarkthalle in der Neuen Friedrichstraße wird es vorläufig nichts werden. Ganz abges-hen davon, daß die Maurerarbeiten an der zu errichtenden Anschlußbahn wegen des Gefrierens des Mörtels wieder eingestellt werden mußlen, so beabsichtigt der Magistrat, wie aus seiner gegen das Poli- zei- Präsidium beim Bezirksausschuß in Sachen des inhibirtcn Weitcrbaus der Markthallen in der Dorotheenstraße resp. Zimmer- und Lindenstraße erhobenen Klage hervorgeht, die Zentralmarkthalle nicht eher dem Betrieb zu übergebrn, als bis sämmtliche 4 Markthallen fertiggestellt find. Der bezüg- iube PaffuS der Klage lautet:„Die für den Großhandel mit Lebensmitteln, vorzugsweise aber auch für die Aufhebung der Wochenmärkte des Alexanderplatzes und Neuen Marktes de- stimrnte, mit der Eisenbahn verbundene, eine Fläche von 11 000 Quadratmeter bedeckende Zentralmarkthalle in der Neuen Friedrichstraße ist mit einem Kostenaufwand von ca. 5 Millionen Mark für Grunderwerb und Baukosten nahezu fertiggestellt. Ihre Eröffnung und Inbetriebnahme konnte und darf nicht eher«folgen, als bis diejenigen, vorzugsweise dem Detailverkehr dienenden Markthallen der inneren Stadt, welche bestimmt find, den Wochenverkehr des Dönhofsplatzes, «enidarmenmarktes, Halleschen-, Potsdamer- vielleicht auch des Oranienburger Thorcs aufzunehmen, fertig gestellt und dem «e.riebe übergeben sein werden. Denn die theilweise Schließung von nur ein oder zwei Wochenmärlten ist aus zwingenden Gründen nrcht thunlrch." WaS nun den gegenwärtigen Stand der Arbeiten an der Zentralmarkthalle und der Anschlußbahn betrifft, so ist erste bereits soweit fertiggestellt, daß demnächst mit der Legung des auS kleinen quadralförmigen Platten de- stehenden steinernen Fußbodens begonnen werden kann. So« dann erfolgt die Einrichtung der diveisen Lokalitäten ,c, welche in dem Markthallcnbau ihren Platz erhalten sollen. Die seit »orgestern eingestellten Arbeiten an der Anschlußbahn werden noch eine geraume Zelt in Anspruch nehmen, obgleich die Vogen nahezu fertiggestellt sind, und die eisernen Brücken« bauten über der Kaiser Wilhelm- und der Rochstcaße nur noch fehlen, um die Fertigstellung dieser beiden verlängerten Via- dukle herbeizuführen- g. Von dem hohen Rntze« der Berliner Sanität«- wachen, deren baldige Vermehrung im Interesse der dilsede- bürstigen Menschheit liegen würde, liefert die bisherige Thälig- der I. Berliner Sanrtälswache in der Brüderstraße einen hrnreichenden Beweis. Diese Wache ist gegründet und eröffnet worden im April 1872 und befindet fich seitdem in ununter- mochener Wirksamkeit- Es sind in der genannten Zeit 6875 iur. Behandlung gekommen, und zwar betrafen 3252 s ie�62 äußere Krankheiten und 161 geburtshilfliche Fälle. �'�swache selbst fanden 4077 Fülle ihre Er- {rnteu??bttnd bei den 2798 Fällen ein Besuch des Arztes E.rrankten stattfand. Im Jahre 1884 wurden vt, davon wurden 499 in der Wache und währt und wieviel Menschenleben fie innerhalb ihres 13 jährigen Bestehens geretiet hat. g.«Also doch!"- so sagten fich wohl am Sonntag Mor- gen viele Pächter künstlicher Eisbahnen, als fie nach fortwäh. renden Enttäuschungen endlich in der Lage waren, ihre Eis- bahnen dem Publikum zu eröffnen. Tag und Nacht hatte man seit dem am Freitag eingetretenen Frost gegoffen und daß dieses Mal die Ausdauer belohnt werden sollte, zeigte den Eis- dahnpächtern die reiche Einnahme, welche fie vorgestern ein« streichen konnten. Die trübe Stimmung, welche fich ihrer bereits vemächiigt hatte, ist wieder gänzlich vergessen und nun hoffen !>?an' bestimmt auf ein längeres Anhalten des gegenwärtigen '�lltvetterS. Wie stark es aber auch in den letzten Nächten jJ/E"n, hat. beweisen nicht nur die gänzlich zugefrorenen Ge «äff»in der nächsten Umgebung von Bnlin, sondern die vvf""h die Spree im Mittelpunkte Berlins selbst. IT"! �a"" bereits vorgestern mit einer starken Eisdecke Mögen und auf der Spree konnte man an den Uferein» faffungen große Flächm gefroren sehen. Recht unangmehm für die Paffanten wehte am Sonntag der scharfe und kalte Ostwind, welcher die Nasen röihete und Einem die Kälte bis ins Mark trieb. Allem Anschein nach beginnt jetzt erst der eigentliche Winter und so stehen uns noch all' die Freuden und Leiden bevor, an die wir bald nicht mehr gedacht hätten. g. Im Berliner Omnibusverkehr besteht immer noch eine Einrichtung, die endlich abgestellt werden müßte, um die Wünsche deS Publikums zu berückfichtigen. Ist der Omnibus in seinem Innern besetzt, so«steigen männliche Paffagiere das Ob-rd-ck, wenn es ihre Zeit nicht gestattet, auf einen anderen Omnibus der betreffenden Linie zu warten, in welchem fie einen freien Platz vermutben- Leert fich nun unten der OmnibuS, so muß der Tcckpaffagier noch einmal das Fahrgeld entrichten, will er im Innern des Omnibus Platz«ehmen. Bei der Pferdeeisenbahn ist ein derartiges MißverHältniß nicht zu ver. zeichnen. Hier kann der Passagier unbehindert„oben" od« „unten" Platz suchen, der Preis ist derselbe. Wenn etwa ern« gewendet werden sollte, daß ja die ganze Tour im Innern eiveS Omnibus 20 Pf. kostet, während der Preis für dieselbe auf dem Verdeck nur 10 Pf- beträgt, so könnte das Wechseln des Platzes einfach nur auf Theilstrecken statthast sein oder der Passagier, weicher vom Verdeck fich nach dem Innern begeben will, zahlt außerhalb der Theilstrecke die Differenz von 10 Pf. nach. Mit einer Aenderung in diesem Sinne würde dem Om- nrbusverkehr ficher gedient sein. -. Ein bedeutender Einbruchsdiebstahl ist gestern Mrt« tag in der Wohnung des Postsekrelärs Sch-, Friedcnstraße 12, verübt worden. Während der Abwesenheit des Bestohlenen versuchten Diebe die Eingangsihür zu der im Parterre- Geschoß belegenen Wohnung mittelst Nachschlüssels zu öffnen und da ihnen dies nicht gelang, so erbrachen fie die Thür mit einem Brecheisen. In der Wohnung selbst wurden einige Schränke erbrochen und daraus nur Werthpapiere gestohlen, und zwar 2 Stück Eisenbahn- Aktien Owang- Domdrowo- 400 Mark Nr. 0737684; fünf Stück Sproz. serbische StaatS.Eisenbahn- Obligationen a 400 Mark Nr. 119035—9; fieben Srück 5 proz. serbi'che Rente a 400 Mark, Nr. 60170—6; eine 5 proz. Rumä- nische amortifirte Rente a 4000 Mark, Nr. 053111; ein Kau- tionsempfangschein über 300 Thaler und zwei andere über 600 und 1500 Thaler. Die Diebe sind bis jetzt nicht ermittelt. N. Eine Mefseraffaire, die mit den lebensgefährlichen Verletzung eines Menschen endete, spielte fich am Sonntag Abend in der Grünstraßc resp. in den angrenzenden Straßen ab. Mehrere Schlächtergesellen, die in der dort gelegenen Herberge zu verkebren pflegten, waren auS nicht bekannt ge- wornener Veranlassung in einen Wortstceit gerathen, der bald zu Tbätlichkeiten überging, in deffen weiteren Verlauf einer der Kombattanten, der Schlächtergeselle Müller, von seinen Gegnern einen derartigen Messerstich ins Genick erhielt, daß er blutüberströmt zusammenbrach. Der Verwundete wurde nach dem 27. Polizei-Revür geschafft und von dort, nachdem ihm ein Nothveiband angelegt worden, nach einem Kranken- Hause überführt. Die Messerhelden sollen noch nicht er« mittelt sein- Einen blutigen Abschluß fand am Sonnabend Abend eine Liebesgeschichte, die fich theilweise in der Druckeret deS „Berliner Volksblatt" abgespielt hatte. Die daselbst be- schäftiate Bogenfängerin Emma GerieS hatte längere Zeit mit dem Viehtreiber Böhm ein LiebeSverhältniß unterhalten. Sie schien jedoch dieses Verhältniß abbrechen zu wollen und knüpfte mit dem ebenfalls in der Druckerei deS„Berliner Volksblatt" beschäftigten Punklirer Karp neue Beziehungen an. Es war nun schon einige Tage vorher zwischen den beiden Neben- buhlern zu ziemlich erregten Auseinandersetzungen gekommen, da keiner von Beiden von dem Mädchen lassen wollte. Am Sonnabend Nachmittag ließ fich Karp seinen Lohn schon vor der bestimmten Zeit auszahlen und verwandte denselbe tdeil- weise zum Ankauf eines Revolvers. Am Abend kam Böhm auf den Hof der Druckerei, um seiner Braut Vorwürfe über ihr Verhalten zu machen. Auch Karp erschien bald darauf und schoß im Laufe deS Gesprächs zweimal auf seineu Rioalen. Ein Schuß traf denselben in den Hals, der andere in den Rücken. Di« Verletzungen sollen sehr schwer sein, und es er- scheint zweifelhaft, ob der Verwundete überhaupt am Leben erhalten werden kann. Karp, der nach der That entfloh, wurde am Sonntag vei haftet. Ebenso wurde die Fraueneperson in Untersuchungshaft genommen. Grnckts-Zeitung. Eine die Geschäftspraxt« etnzelner Armeelieferanten illustrirende Verhandlung fand gestern vor der dritten Strafkammer hiesigen Landgerichts l statt. Die erhobene An- krage lautet« auf Bestechung und Beleidigung des Sergeanten im 2. Garderegtment zu Fuß, Roman und richtete fich gegen den Kaufmann I. Weiß aus Duisburg. Auf Grund einer Verfügung des Kriegsministeriums ist feit dem Jahre 1884 für die einzelnen Regimenter eine neue Art von Submisfionen der verschiedenen Bedarfsartikel eingeführt worden, wonach eine Anzahl liesnungsfähiger Häuser zunächst zur Einrerchung von Proben und, wenn diese für gut befunden worden, zur Angabe ihrer Preise aufgefordert werden. Die Proben müssen so beschaffen sein, daß der Einsender nicht erkenntlich wird und die Ertheilung des Zuschlages erfolgt ohne Rückficht auf die Person, lediglich nach Ausfall der Proben an den Mindest« fordernden. Der Angeklagte, welcher berciis für eine größere Anzahl von Regimentern die Lieferunzen für Leder üdertragen erhalten halte, bewarb fich im Februar v. I. auch um die Lieferung für das 2. Garderegiment zu Fuß. Schon vor der Ausschreibung hatte er dem Regiments-Zahlmeister Arnhold seinen Besuch gemacht, demselben die Vortheile auseinander- gesetzt, die für das Regiment aus der Uebertragung der Liefe- rungen an ihn erwachsen würden und ihn um sein Wohl- wollen ersucht, dabei auch von Dankbarkeit gesprochen. Der Zahlmeister erklärte dem Angeklagten, daß er auf die Zuerthei- lur.g der Lieferungen gar keinen Einfluß Hab- und wies daher jeden Dank zurück. Einige Tage vor dem zum 22. festgesetzten SubmrsstonStermin stattete der Angeklagte auch dem Präses der BekleidungS-Kommisfion, Oberstlreutenant v. Loßderg seinen Besuch ab, bei welchem er darauf hinwies, wie leicht es für die Regimentshandwerker, welche bei der Beurtheilung der eingegangenen Proben hinzugezogen zu werden pflegen, fei, aus denselben auf den Einsender zu schließen, so daß fie auf diese Weise gewisse Lieferanten zu bevorzugen vermögen. Dieses Bedenken leuchtete dem Oberstlieutenant v- L.«in und er zog zur Beurtheilung der eingegangenen Lederproben einen Gerber aus dem Regiment hinzu. Bei der Eudmisfion selbst erhielt der Angeklagte den Zuschlag für zwei Ledersorten; für Brandsohlleder wurde der Zuschlag einem anderen Lieferanten er, heilt. Noch an demselben 22. Februar ließ der Angeklagte den Regimentsschuhmacher Sergeanten Roman zu fich entbieten und soll bei dieser Gelegenheit versucht haben, auf denselben einzuwirken, wobei er gleichzeitig mehrfach auf dessen geringes Gehalt Anspielungen machte. Roman, der diese Zusammen« kunft als einen BestechungSversuch des Angeklagten aufgefaßt hat, machte in den ersten Tagen des März er. dem Oberstlieutenant v. Löhberg Mittheilung hiervon mit dem Hinzu« fügen, daß derselbe eine zweite Annäherung nicht wieder ver- suchen werde. Oderstlieutcnant v. Löhberg, welcher auS sekreten Mittheilungen des Kriegsministeriums Kenntniß davon hatte, daß schon mehrfach BestechungSversuche in der A-mee vorge- kommen seien, ging nach Lage der Sache auf dieserr Fall nrcht weiter ein und belobte den Beamten ob seines Verhaltens. Am 22. April fand die Abnahme der ersten Lieferung von Leder ftitens des Angeklagten statt. deren W-ith etwa 12 000 Mark betrug. Auch bei dieser Gelegenheit hatte fich der Angeklagte hier eingefunden und dem Annahmeakt beige- wohnt. Von sämmtlichm Häuten ist nur eine beanstandet wor- den, während Roman als zugezogener Sachverständiger bei 16 Häuten ganz unerhebliche Mängel herausgefunden hatte. Oberstlieutenant v. Löhberg erklärte dem Angeklagten nach der Abnahme des Leders, er werde Probeveisuche mitven Stiefeln aus dem gelieferten Leder ausführen lassen und, wen« fich diese bewährten, eine weitere L-derbestellung machen. Am Abend des genannten Tages ließ der Angeklagte den Sergean« ten Roman aus seiner Wohnung holen, um mtt ihm noch einige GlaS Bier zu trinken, bevor er die Rückreise nach dem Rhein antrete. Nack der Bekundung des Roman hat ihm der Angeklagte gleich beim Eintiitt in daS Lokal einige zusammen» gekniffte Geloschein« zugesteckt und er hat sich nachher über» zeugt, daß es 250 Merk in Banknoten resp. Rrichskaffenscheinen waren. Roman hat einige Tage darauf diese? Geld mtt der Anzeige, daß ihn der Angeklagte damit habe bestechen wollen, dem Zahlmeister Arnhold abgeliefert und dabei angegebm, daß er die Meldung an den Oderstlieutenant von Löhberg sofort habe machen wollen, daß er denselben aber mehrmals nicht an- getroffen habe. Unmittelbar nach dieser Anzeige«hielt Oberst- lieutenant v. Loßberg Kenntniß von derselben. Gleichzeitig er» theilte ihm der Regimentskommandeur den heiklen Auftrag, dm Zahlmeister Arnold direkt zu interpelliren, ob der Ange« klagte auch ihm gegenüber einen Besteckungsversuch gemacht habe. Nach der erblichen Bekundung des Oberstlieutenant v. L. hätte der Zahlmeister dem Sinne nach geantwortet, der Ange« klagte habe ihm bei seinem Besuche eine P-ovifion von 10 pCt. geboten, die er aber ausgeschlagen habe. Er habe dann noch seinem Erstaunen Ausdruck gegeben, daß dann ja mit den 250 Mark., die der Angekiagte an Roman gegeben, von dm vom Fiskus gezahlten Preise 12 pCt. abgingen, worauf der Zahl« meister diese Berechnung geprüft und für richtig befunden habe. Zahlmeister Arnhold bekundete da- gegen eidlich, daß hier ein Mißverständniß ob- walten müsse; der Angeklagte habe ihm kein Ge« schenk angeboten oder gewährt, sondern nur in allgemeinen Redensarten von seinem Dank und davon gesprochen, daß der Staat bei einer Lieferung durch ihn mindestens 10 pCt. gewinnen werde. Infolge der Anzeige deS Roman und der ver» meintlichen Erklärung des Zahlmeisters Arnhold beantragte Oberstlieutenant v. L., den Angeklagten von den ferneren Lie» femngen auszuschließen und eine neue Submisfion auSschreibm zu dürfen. Später soll bierauf eine Verfügung des Kriegs» Ministeriums an sämmtlicheRegiments- Bekleivungs-Kommisfionm ergangen sein, den Angeklagten wegen versuchter Bestechung künftig von all n Lieferungen auszuschließen. Obgleich sowohl die ganze Untersuchung gegen den Angeklagten beim Militair äußerst sekret behandelt und auch die betr. Verfügung in sehr sekreter Weise verbreitet wurde, erhielt der Angeklagte im August v. I. auf der Frankfurter Messe durch einen anderen Armee» lieferanten doch Mittheiluug von diesen Dingen, er war wie aus den Wolken gefallen und sandte unter denr 3. August ein längeres Rechtferttgungs'chreiben an den Oberstlieutenant v. L.» in welchem er jeden Bestechungsversuch zurückwies. Richtig sei, daß er zweimal mit Roman zusammengetroffen sei. DaS erste Mal habe er nur um Auskunft gebeten, warum ihm nicht der Zuschlag für daS Brandsvhileder ertheilt sei und gesprächsweise habe er an die Ausführungen des Abg. Eugen Richter über die Thätigkeit der Militärhandweiker angeknüft und ge- fragt, od durch die im Reichstage angenommene Resolution daS En.kommen der Militärhandweiker geschmälert worden sei. Bei der weiteren ganz harmlosen Begegnung mit Roman habe ihn dieser erzählt, daß er in Folge eines Gefälligkeits- Akzepts 400 Mark aufzubringen habe. Nur um ihn aus dieser Verlegenheit zu helfen, habe er ihm die Summe von 250 Mark, die er gerade bei fich führte, gegeben und wenn Roman jetzt von einem Bestechungsversuch spreche, so müsse er annehmen, daß eine schändliche Jntrigue gegen ihn gesponnen sei. Nunmehr stellten die Militärbehörden den Strafantrag. Der Angeklagte behauptete die Wahrheit der in seinem Briefe gegebenen Darstellung und deutete an, daß die Jntrigue gegm ihn wohl von dem fiüberen Lieferanten Becker ausgegangen sein werde.— Sergeant Roman stellte eidlich die Sachdarstellung des Ang-llogten in Abrede und bestritt, weder Schulden noch einen Wechsel in der Hand gehabt zu haben. Dem Becker habe er Mittheilungen über die Vorfälle mrt dem Angeklagten nicht gemacht.— Stadtsoldat tzilker, der früher Regimentshandwerker beim 3. Garde-Rcgiment war, bekundete, daß Becker ihn und den Schuhmachermeister, wenn sie einzelne Leder von ihm hol- ten, stets aufgefordert habe, dafür zu sorgen, daß er auch die Lieferung für dieses Regiment erhalte. Ec habe für diesen Fall eine anständige Vergütung versprochen.— Nachdem noch ein Zahlmeister begutachtet, daß die vom Angeklagten gelieferten Leder stets von der besten Qualität waren, plaidüte Staats» anmalt Dr. Stephan auf Schuldig wegen beider Vergehen und beantragte wegen der Beleidiguug drei Wochen, wegen der Bestechung dagegen sechs Monate Gefängniß und ein Jahr Ehrvellust. Der Vertheidiger Rechtsanwalt Thelen beanspruchte bezüglich der Beleidigung den Schuß des§ 193 für seinen Klienten und führte bezüglich der Bestechung aus, daß, selbst wenn die Aussage deS Roman auf Wahihell beruhen sollte, die 250 Mark nickt gegeben sein können für eine von demselben zu begebende pflichtwidrige Handlung. Roman sei aber in hohem Maße interesstrt.— Der Gerichtshof lprach den Ange» klagten von der Anklage der Beleidigung frei, verurtheilte ihn dagegen wegen Bestechung zu sechs Wochen Gefängniß, indem er dem Roman vollen Glauben schenkte und annahm, daß deiselbe bei Abnahme der Leder pflichtwidrig verfahren sollte._ Arbeiterbewegung» Vereine unÜ Versammlungen. Von Herrn Bernhard Jostph erhalten wir das folgende Schreiben. Wir geben demselben Raum, weil wir von der Anficht ausgehen, daß man auch den Gegner bören soll.„Die No. 11 und 12 vom 14. und 15. Januar er. Ihres geschätzten Blattes", so heißt eS in dem Schreiben,«enthalten mehrere Berichte über die in meiner Fabrik erfolgte Arbeitseinstellung. Ich erlaube mir hiermit Sie um Veröffentlichung nachstehender Zellen ergebenst zu bitten. Die zum Betriebe meiner Maschi- nen erforderliche Dampfkeaft wied mir von dem Besitzer deS Grundstückes jfür 10 Stunden pro Tag gegen entsprechende Vergütung geliefert, und zwar arbeitet die Maschine im Som« wer Vormittags von 6-12, Nachmittags von �6 Mr. im Winter Vormittags von 7-12, NachmtttagS von 1-7 Uhrmit je einhalbstündiger Unterbrechung für Frühsttick und Vesper Um diese Kraft zu verwerthen, entschloß rch mich, die hiS dahin 9'/- stündige Arbeitszeit entsprechend dem Gange der Maschine auf 10 Stunden zu erhöhen, in welchem Verfahren ich durch» aus keine Härte erblicken konnte, da die gleiche Arbeitszeit in sämmtiichen Fabriken meiner Branche und fast ausnahmslos in allen Metallwaarenfabriken Berlins besteht. Es involvicte diese Maßregel allerdings eine Verkürzung der Mittagspause, die ich von vornherein im Jntereffe meiner Arbeiter bidauertc. Als nun dieselben bei mir darüber vorstellig wurden, suchte ich fie zu vermeiden, indem ich eine Veränderung im Gange der Maschine anstrebte, derartig, daß fie Nackwi tagS um 1 /, Uhr zu arbeiten anfangen und anstatt dessen die Vesperzert fort- fallen sollte. Leider stieß ich in diesem Bemühen bei meinen Mitmiethern auf Widerstand. Um nun dem WunAe derPe» tenten zu entsprechen, traf ich. folgende Maßregel: Die be mir beschäftigten Arbeiter find in drei Kategorien einzutheilen 1. Die Zusammensetzer, welche, weil fie der Dampskraft nicht bedürfen, vom Gange der Maschine unabhängig find. Diesen gewährte ich die l'/- stündige Mätagspause. hingegen sollte die Vesperzeit fortfallen. 2 Die Arbeiter zur Bedienung der W«r!zeugmaschinen, welche sämmtlich unverheiraiheie, im jugend' lichen Alier stehende Leute find, und welchen eine einstündige Mittagszeit genügt. In der That hat denn auch die größere Zahl derselben und gerade diejenigen, welche am längsten bei mir beschäfligt find, die Arbeit fortgesetzt, während fie nieder- gelegt wurde von einigen jugendlichen Arbeitern. 3. Die Dre- her, welche mit Dampfkraft arbeiten.— Ein Theil derseiben wohnt so entfernt, daß er gar nicht nach Hause geht, sondern die Mittagszeit in der Fabrik zubringt; ein anderer Theil ißt in nahe gelegenen Restaurationen oder wohnt so nahe, daß er ohne besondere Unzuträglichkeitm die vorgeschriebene Zeit inne halten kann. Um den dann noch Uebrigbleibenden es zu er- yuittu vuimi. v».................................... zrr möglichen, das Mittagsmahl in ihrer Familie einzunehmen, welchen Wunsch ich ja selber als berechtigt anerkennen mußte, t AA � I JL— i W a /*• 4- ftthXfi 44# hatte ich mich bereit erklärt, mit den Einzelnen zu unter- W"'"................ �andeln und die Mittagspause je nach Bedürfniß um eine viertel ooder halbe Stunde zu verlängern. Ich schließe meine Darstellung, indem ich an ein größere?, unparteiisch denkendes Publikum appellire, damit es entscheide, ob hier Grund zu einem Sttike völlige. Hochachtungsvoll Bernhard Joseph." b. Die neueste Versammlung der stritende« Stein» mtßknopfarbetter der Markert'schen Fabrik fand am Sonn- tag, den 18. d. M, Vormittags im Lokal von Bellin vor dem Echlefischen Thor unter Leitung des Drechslers Julius Müller, deS Vorfitzenden der Strikekommisfion, statt. Die Sinkenden, ca. 100 Mann, wie es hieß, waren vollzählig in der Vrrsamm- lung erschienen. Unter Anderem gelangte em von Herrn Mar- Krt an die Strikenden gerichtetes Schreiben zur Verlesung, in welchem er dieselben auffordert, am 19. d. M, entweder die Arbeit zu dem bekannten, von ihm vorgelegten Tarif in seiner Fabrik wieder aufzunehmen, oder fich als entlasten zu betrach- ten. Wie man fick erinnert, kommt dieser Tarif einer Lohn- «duttion von ca. 45 Prozent unter dem bis Neujahr giltig ge- wesenen Tarif gleich, wogegen der von den Arbeitern der Fa- brik aufgestellte Tarif, zu welchem fie die Arbeit fortsetzen würden, gegenüber den vor der Arbeitsein- stellung gezahlten Akkordlöhnen ebenfalls einen PreiSnach- laß. aber nur von ca. 5 Prozent enthält. Der R'ferent der Versammlung, machte den Strikenden Mittheilung von der nun erzielten, fast ausnahmslosen Betbeiligung aller hi-figen Gewerkschaften und Korporationen der Arbeiter an der Unter- stützung des Etetnnußknopfmacher-Strikes, außerdem verlas er einen aus Köln a. Rd- an ihn resp. die Kommisfion hierher- gelangten Brief der Kölnischen Knopfmacher. Dieselben bitten — im Einverständniß mit mehreren großen Fabrikanten der Branche, zum Theil im Austrage derselben— die hiestge Strikekommisfion um baldigste genaue Aufschlüsse über die beimMarkeit'schenStrikein Betracht kommenden Lodnreduktionm, indem fie zugleich erklären, daß jene Fabrikanten unter gewissen Voraussetzungen fest entschlossen sein würden, die strikenden Ber- linerKnovfarbiiterdkrMarkelt'fchen Fabrik energisch und nachhaltig zu unterstützen, da fie sich als Fabrikanten und ebensowenig ihre Arbeiter mit den versuchten Berliner Lohnreduttionen und den .. beiter mit den versuchten �,. dadurch ermöglichten Preisherabsetzungen der Fabrikate emver- standen sein könnten Nach kurzer Diskussion, in welcher sich abermals sämmtliche Redner ganz entschieden gegen die Wieder- aufnähme der Arbeit unter den jetzigen Bedingungen des Herrn Markert aussprachen, wurde in der darauf mittelst Stimmzettel vorgenommenen geheimen Abstimmung mit Stimmeneinheit beschloffen,„dm gerechten Kampf um die Ex stenz nicht nur der Berliner Knopfarbeiter, sondern gewissermaßen aller deutschen Lnopfmacher bis zum endlichm unausbleiblichen S ige konse- aumt durchzuführen, im festen Vertrauen auf daS Solidarität- aefühl der gesammtcn deutschen Arbeiterwelt". Schließlich berichtigen wir noch gleich hier und auf spezielles Ansuchen deS Herrn Julius Müller eine am Scklusse der vorigen Woche durch mehrere hiestge TageSblätter gegangene, auf starker Uebertreibung durch einen Berichte' statter bcruhmde Notiz. Derselben zufolge hätten, als Herr Müller am vorigen Donnerstag(den 15. d. M.) die Patrouillen der Strikenden unweit der Markert'schen Fabrik kontroliren wollte, berittene Schutzleute eine„Hetzjagd" auf ihn(Hrn. Müller) angestellt und seien ferner die Patrouillen der Strikenden durch Schutz- «änner zu Fuß und zu Pferde aus der unmittelbaren Nähe der Fabrik„vertrieben" und„bis nach dem Markgrafendamm zurückgedrängt" worden. Das vorstehende Jagd- und Gefechts- bild, so intenssant es fich auch ausnebmen möge, sei, so ver- stchert uns Herr Müller, sensationell aufgebauscht. Wahr daran sei nur, daß auf Anordnung der Polizei die Auf- stellung von Beobachterposten in der nächsten Umgebung der Fabrik verboten und den betreffenden Arbeitern befohlen worden, ihre Positionen zu verlassm. Ades das geschah in voller Ordnung. Bon einer„Hetzjagd" der berittenen Schutzleute auf ihn sei «bensowenig die Rede gewesen. Die Schutzleute seien nur längere Zeit neben ihm hergeritten und hätten fick, wie es schien, ab- sichtlich laut in allerlei absonderlichen Redensarten geäußert. Die Zentral» Kranken»«nd Sterbekasse der Fabrik- «nb Handarbeiter, b G., eingeschriebene Hilfslasse, Sitz Dresden, Filiale Berlin, hielt am Sonntag, den 18. d. M-, Vorm. 10 Uhr eine von ca. 200 Mitgliedern besuchte Ver- sammlung in Niest's Salon, Kommandantenstr. 72 ab. Der Kasfirer, Herr Dölkel, thellte die bis vir. Dezember stattgehabten Einnahmen und Ausgaben, sowie den verbleibmden Bestand mit; dann bekundete einer Ver Revisoren, im Namen seiner beiden Kollegen, daß das vom Kasfirer publizirte Resultat von ihnen für richtig befunden worden ist. Im zweiten Punkt wurde der Vorstand ersucht, die Mißstände, die fich in dem bisherigen Geschäftsgang befinden, auszurotten, was er ver- sprach und wofür er besonders die männlichen Mitglieder um ihren Beistand ersuchte- Alsdann wurden 20Delegirte gewählt, welche versprachen, bei der Gcneral-Versammlung die Wünsche, betreffs verschiedener Abänderungen resp. Verbesserungen in unserer Filiale, ihrer Wähler, voll und ganz zur Geltung zu dringen. Den Mitgliedern nochmals zur Beachtung, daß in folgenden Zahlstellen jeden Sonnabend Abend von 8—10 Uhr Lerträge entrichtet sowie Aufnahmen vollzogen werden können: 1. Prinzenstr. 93, bei Heilgans. 2. Andrcasstr. 3, bei Stange. 3. Adalbertstr. 74, bei Kauna. 4. Ackerstr. 25, bei Herzog. 5. P ritzwalke str. 14(Moabit), bei Ohst. 6. Weißenburanstr- 7, bei May. 7. Chaussestt. 78, Ecke der Boyenstc., bei Müller- 8. Weinstr. 23, bei Hebel. 9. Laufitzerstr- 52, Ecke der Ska- litzerstr., bei Riesche. 10. Maliendorferstr. 11, bei Busse. 11. Magdeburgerstr. 16, bei Hildebrandt. Die Krankmeldung eines Mitglieds hat beim Bevollmächtigten R. Denzig, Zossener- straße 36, Hof 3 Trp. Sprechst. Wochentags von 12—1 Uhr, Sonntags von 11—1 Uhr Mittags, zu geschehen. Bei schritt- lieher Krankmeldung ist das Mitgliedsbuch einzusenden nebst ganz genauer Angabe der Wohnung sowie Beifügung einer 10 Pfg.-Marke für portofreie Zustellung des Krankenscheines. Das Krankengeld ist beim Kasfirer Herrn Oskar Vöikel in Empfang zunehmen. Derselbe wohnt Wrang« lstr. 93 vorn 3 Tr. Sprechstr 6'/-—?'/, Uhr AbendSjjjWS TW«»« di-SjährG"Generalversammlung der Schlosser und Verufsgrnosseu fand unter sehr zahlreicher Betheiligurg(ca. 800 Personen) am Sonntag Vormittag unter Vorfitz des Herrn Prtzoldt in der„Urania", Wrangelstr 9—10 statt. Herr Mietbe, Vorfitzender der Lohnkommisston der Schlosser, sprach über den ersten Punkt der Tagesordnung: „Rückblicke auf die Lohnbewegung". Derselbe war in der Lage zu lonstatiren, daß die Bewegung in erfreulichem Wachsthum begriffen sei. Durch die Initiative des Fackvereins der Schlosser ins Leben gerufen, haben fich bereits über hundert Werk- statten mtt zusammen 1200 Arbeitern an der Lohnbewegung betheiligt und fanden in den 5 Monaten des Bestehens 7 General- Versammlungen, 2 Delegirtenversammlungen und 11 Kommisfionsfitzungen statt, ein Beweis, daß die Lohntommitfion mit Eifer und Energie ihrer Bestimmung obgelegen. Außerdem fanden 4 Ergänzungswahlen statt. Auch die Bethciligung der Kollegen ist eine recht erfreuliche zu nennen, sodaß der Gencralunterstützungsfonds zu einer solchen Höhe angewachsen ist, daß die Kommisfion Gemaßregelte voll und ganz zu unterstützen im Stande ist. Angesichts dieser That- fachen sprach Herr Miethe die Hoffnung aus, daß auch im neuen Jahre derselde gute Geist die Kollegen beseelen und die Bewegung noch mehr wachsen und gedeihen möge. In dem- selben Sinne sprachen fich mehrere Redner aus und führte die Diskussion schließlich auf das Gebiet der allgemeinen Loge, und wurde in Folge drssen der Antrag eingebtacht, eine Petition an den Reichstag zu richten um Abschaffung der Sonntagsarbeit und Einführung eines NormalarbeitstageS. Der Antragsteller gcrielh bei Motivirung dieses seines AnttageS zu sehr in politrsches Fahr- wasser, sodaß trotz der Warnung des Vorsitzenden die schließ- liche polizeiliche Auflösung herbeigeführt wurde. Die Versamm- lung konnte demzufolge den zweiten Punkt der Tagesordnung: „Können wir unsere Forderungen schon in diesem Jahre durch- führen?" nicht erledigen und findet deshalb am nächsten Sonntag wiederum eine öffentliche Versammlung in demselben Lokale mit der gleichen Tagesordnung statt. t Die Hauptversammlung der Zentral-Kranken- und Begrädnitzkasse für Frauen und Mädchen, E. H.(Offen- dach a. M. Verwaltungsstelle Berlin) fand am Sonntag Nach- mittag in den unteren Sälen der Gratweil'schen Bierhallen, Kommandantenstr. 77/79 statt. Herr Rickter gab zunächst eine allgemeine Ueberficht über die Verhältnisse der Kasse, woraus zu entnehmen, daß die Kaffe in Deutschland 80 Ver wal- tungs stellen und 16 000 Mitglieder bat. Davon entfallen auf Berlin allein 4270 Mitgluder der Reservefonds beträgt 20 000 Mk. das Betriebskapital 16000 Mk. Der Kassenbericht dcS Herrn Schneider weist per 4. Quartal 1884 auf an Einnahmen 7278 Mk., an Ausgaben 932,40 Mk. Bestand 6345,60 Mk.; davon nach Offenbach an die Zentralstelle gesandt 6000 Mk., bleiben 345,60 Mk. Hiervon verzinslich angelegt 300 Mk., bleibt Bestand 45,60 Mk. Außerdem hat die Verwaltungsstelle Berlin bei der Zentral- stelle Offenbach a. M. ein Guthaben von 146,60 Mark. Nach erlheilter Decharge fand die Neuwahl des Gesammt- Vorstandes statt und wurde zum Vorfitzenden Herr Richter, zum Kasfirer Herr Schneiver, zum Kontroleur Herr Möhring wiedergewählt, ferner zu Beisitzern Frau Prin, Frau Wurche, Frau Schneider, Frau Schiesel, Frau Letding, Frau Meier, Frau Bick, Frau Bartram. Ferner beschloß die Versammlung, die Verwaltuni Frankfurt o. Berlin zu beauftragen, bei der ta® stattbabenden Generalversammlung" böhung der wöchenll'chen Krankenunterstützung oon(j Mark, sowie eine Medizinalentschädigung für arm Rr. l j Mitglieder in Höhe von 3 Mark pro Wochx zu beaM Barmen, 16. Januar. Gestirn baden bei d!» bürgermeister Verhandlungen einer Deputation der ß» Arbeiter der Firma Püitmann u. Co. mit Verve Firma stattgefunden, deren Ergebniß war, daß den Durchschnittsarbeitern und den Puffern der im Ii gezahlte! Lohn angeboten und von einer Probezeit Den Trambouleuren wurde schon r: r.ommen wurde._____________________________ der Firma der geforderte Lohn bewilligt. Bei einer OT kunst der streikenden Arbeiter Nachmittags wurde seitens R und Durchschnittsarbeiter erklärt, daß fie auf die Pw der Firma einzugeben gewillt seien; die Puffer erkläs« daß fie mit einem solchen Lohne nicht bestehen lönnteiO ihrer Forderung festhielten. Nunmehr wurde auch f übrigen Aebeiteen beschlossen, die Arbeit nicht eher w# zunehmen, als bis für alle Arbeiter der gefordettc» zugesagt sei.— Der vor etwa 10 Wochen erfolgte 6® Arbeiter von der Firma Schniewind u. Sckmidt ebeilt«' nicht beendet. Das Komitee der striken den Ai beiter(äff Aufruf, in dem es heißt:„Unterliegen wir, so steht meine Lohnreduktion in Ausficht." Der Fachv-rew der Tischler hält seine f Generaloersammluna am Mittwoch, den 21. d.% Grünstc. 28, ab. Tagesordnung: 1. Bericht des W und der Arbeitsvermiitler pro IV. Quartal 1884.® Arbeitövermittler. Bericht des VergnügungS-Komii«� Vorstandsmitgliedes und eines Mitgliedes in die zur Ausarbeitung einer Berufestatistik. 2. Bericht'! «scheutt! Benin ft Pcstadom brrgs Kommisfion und Vorlegung des Fragebogens K « Verschiedenes. Cffi orbeituna der Berufeftatistik. 3. buch legitimirt. Aufnahme neuer Mitglied Maskenball am 24. d. M. im Schützenhause läthig und in der Versammlung jc. zu haben,.. Billets zu ermäßigten Preisen zum Panoptikum, Ayr* Gauverein Berliner Bildhauer. Heule 9 Hl' Vortrag des Herrn Sckwennhagen über„Die Kunst kämplerin des Menschheitsideals." Deutscher Senefelder Bund, Mitgliedschaft Al>xandciftraf.e 31 Dienstag, den 20. d. Ml»., Ab (Restaurant Weick): Geschäftliche Mütheilungen. neuer Mitglieder., Die General-Versammlung des BezirksvettU sitzer Platz findet morgen M'.ttwock, Abends Ö'/t Uhr, a strafe 9 und 10(Urania) statt. Tagesordnung: 1- Vorstandes, 2. Kaffenbenckt, 3. Verschiedenes und ifw Zchlrciches und pünkiliches Erscheinen ist nothwendiK Louisevstädtischer Bezirksverein„Bor Wärtsr wock, den 21. Januar, Abends 8 Uhr, in KM Wafferthorstraße 68, General-Versammlung. Togfiu 1. Bericht des Vorstandes(Kassenbericht u. f. w-).-ja res Herrn Bursche. Thema:„Rousseau". 3. DU%3 Vorstandswahl und Siatutenänderung. 5. VtrsctP,! Frage kästen. Es ist Pflockt eines jrdm Mitglied scheinen. Zuttitt ist nur Miigliedern gegen VorTO Quittungsbuches, sowie Jedem, der fich neu aufned� will, gestattet._ Der Ko ÄeiMaftea äee lUda&tion- S- A. 2092. Wenn Sie vorher keine VeuinM troffen hoben, so kommen die ortsüblichen Preise �1 dung, die bei einer ev. Klage durch den SachoerstäM gestellt werden.* ®.4o«o,6®»r e" M verlangen. _ N. A D. 136. Der Wlrth ist im Unrecht, Sache so verhält, wie Sie dieselbe darstellen., W. L. Teltow Die Bestimmungen, die für gebend find, kennen wir nicht.. G. R. Waldheim in Sachse«. In Bezug a»! Ihnen angeregten Punkt find nur die allgemeine» gesetzlichen Bestimmungen maßgebend.„ O. 23 Wenn es fich um die nothwendigstÄ bedürfniffe handelt, ja. Was die Armendirektion■ müssen die Eltern ev. vergüten. J A. H. N. 100 Bülowstrahe. Das find»»et � schiedene Pflanzensorten, die miteinander garnickl' haben. ,< Abonnent G Sebastianstraße. 1. Januar 9 Wenn Jemand zum Vorsitzenden gewählt ist, J ;d9 i" !i Anläs Besprechun Einrichtung nun in eil hoben, wo! Einrichtung sind, daß wer die E stände au wud sich s schwerden damit noi worden ist Angclegenl gar so ein sie ihre D der wände wohl hm Privaiunte triedslapitc die Ver>va Passagiere, eine Decke aus Huma Maßregel. In bi überhaupt wem erfrei man hört, dehandelt i daß die Z Gerade so Wenn wi, großherzog Jahren vo Waggons fach Linier Klassen ei kommen, di die Bedürf und höchst mag der% diesem U kommt. E abzuhelfen Aktionäre wahrschein! gewöhnt u verboten find in jeder Buchhandlung. Theater. Königliche» Operuha«»: Heut«: Der fliegende Holländer._ Kornnttaie» eajausptema«»: Heute: Die Geier-Wally. «eatfetje* Theater: Heute: Der Weg zum Herzen._ oeuealltauee-Theater: Heute: Der Raub der Sabmerinnen, Schwank in 4 Akten von Franz und Paul Sckönthan._ «««-» KrteSruh» Wtthelm'tädttsches Xhenter: Heute: Gasvarone. «eatrat-Theater: Atte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Heute: Der Walzer-König. Rcstdeuz'Theater: Direktion Anton Anno. Heut«: Die EhestandS-Jnvaliden. 'Waldalla-Operetteu-Thcater: Heute: Der Feldprediger. «suifeustädtts cht» Theater: Heute: Papa Ktekedusch. Oftend-Theater: Heute: Der Galeerensklave- Heute: Klein Geld. W.llner. Theater: Heute: Eulfurina- Vtttoria-Theater: Heute: Muttersegen. Alhambra-Theater. Am 20. d. M.. Abends 8V- Uhr, findet lm Lokal Mauer- straße?ir. 86, 105 die Prüfung der Schüler des Fachvereins der Schneider im Zuschneiden i, wozu die Mitglieder, sowie die Herren, welche Interesse __ L,„ l»„*4.} J-.1 444 64-�4««— an haben, eingeladen werden. Der Vorstand. Reichert. Arb.-Ktz.-Vtreill f. d. Osten Kerlins. Dienstag, den 20. Januar, Abends 8'/, Uhr, General- Versammlung in Keller's Lokal, Andreasstr. 21. ,_____ Tagesordnung: 80 1. Rückblicke auf die Tdätigkeit des Vereins. 2. Kassen- bericht der Revisoren. 3. Wahl des Gesammt-Vorstandes. 4. Verschiedenes. 5. Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen.— Zur Ausübung der Kontrole ist die Mitgliedskarte vorzuzeigen. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung wird um zahlreiches Erscheinen der Mit- glieder gebeten. Der Vorstand. Fachvereln der Tischler. Mittwoch, den 21. Januar, AbendS 8 einhalb Uhr, in Jordan'S Salon, Neue Grünstraße 28, General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und der Arbeits- virmittler pro IV. Quartal 1884. 2. Wahlen. 3. Bericht der HerbeigS-Kommisfion und Vorlegung d«S statistischen Frage- bogenS- 4. Verschiedenes. 102 Der Vorstand. Arbeiter- Bezirksverein Glückauf. Dienstag, den 20. d. MtS., Abends 8 Uhr, Mitglieder-Verf ammluna in den„Industrie hallen," Mariannenstraße 31-° TageS-Ordnung: 112 Der Vorstand 32. LoliisenMt. ßksirks».„Nowil Nachdruck verbc «7(J Mittwock, den 21. Januar, Abends 8 Uhr, in U'f Saal, Wasscrthorsttaße 68, ,J| General Berfamm" �. Tagesordnung: A 1. Bericht des Vorstandes(Kassenbericht u. f- Ät trag des Herrn Bursche. Thema:„Rousseau." 4. Vorstandswahl und Statutenänderung. 5 und Feagekasten. Es ist Pflicht eine« jeden Mitgl'� scheinen. Zuttitt ist nur Mitgliedern gegm$0% Quittungsbuches, sowie Jedem, der fich neu oufw� will, gestattet. � 104 Der Jv- dem! sansti An.li glückl der 9 lieber Verein zur Wahrung der Juteb der Maler Berlins, j Dienstag, dm 20. d. M., Abends 8V, Uhr, Alte 3"' General-Versammlu� T-'D.: Wahl eines Vorsitzenden. Verschieden� Arb.-Bz.-V. Laufitzer m Mittwoch, den 21. Januar. Abends 8V. � straße 9 u. 10(Urania). General'Verfiammlu� Tagesordnung: � 1. Vorstandswahl. 2. Kassenbericht. 8. Vett Fragckastm. DS- Der gesetzs. WaFimalarbS und seine Bedeutung für die Von Wilhelm Lieflättder». ».... Preis 15 Pfg. � Zu beziehm durch die Expcdttwn deS ,Pcl Zimmcrstraße 44. Obwo Bureaustun ältere Kol Verletzung j das Bureai junge Schr sein Pferd mit seinem welche auf erzählte ih Bureau, c Westinn,! der Zeit, d großer Str „ Aber kurz und- Elly und Schritte n° wohnte, la sehr kleines Die a! im Schatte Verantwortticher Redakteur«. Cronhei« in Berlin. Druck und Verlag van Max Babing w Berlin SW, Veuthstraße 2.