Nr. 19. DiffeenW,. istfüW S ari,» mtittWi :ich bisut! l'trafee 75) i Z-iM» üxaM llZahl p [ammffl die [t, wurde »'S Tersrld)| ein« D beriet K >giltign>*. -s T-r'l ring dri s erfolg«' bereifet� F?eisch!l»l erfchern. m�irch dXetgw außer'»ach So»». u«v Festtag««. Usaneitestepreif W UwärÄ Berlm frr ts5? Harri vierlchShrlich i Mar!, moaaürch 1,36 Mark. wSchcnllich 35 Pf.I mmtlWeJ Pvstabonnnnent i Mark Ewzelse Nr. 5 Pf. Sonntagl'NiuRW««it illustr. Berlage 10 Pf. ar DonW(E.rs'trzg?!,{* her PosizerwagLprerSliste für 1886 unter N». 746.) ---- t# Set»«? Freitag, 23. Januar 1885. n. Jahrg. MiurHoMInll. Krgan für die Interessen der Arbeiter. Das„»erltner«sttSdiatt" WeöaMion txnb KXpeöMon Wertin SWn Mmmerftraße 44, cjenigcn tkonnlcn d taffe gK zrstandiW He ten? atoSt«' sie cutf Ist. b von Abuktei Witts ein und fand die das TerrainL den Stellungen von etwa loooo Aufständische» früh ging die englische, etwa 1200 Mann stjw 7Ü in Karre formirt, gegen den Feind vor. welch«''.i Angriff überging und auf einige Augenblicke"as P-ss 4 Die englischen Truppen schlössen ssch alsbald w'&i und richteten ein verheerendes Feuer gegen den schließlich mit einem Verlust von 1200 Todten.p!, englischen Truppen verloren an Todten 9 OiNZ�zj Oberst Burnaby. und 65 Mann; an Verwundeten � darunter die Lords St. Vincent und Airlie, unv, Dem Obersten Stewart wurde das Pferd gelöst � unverwundet. Die englischen Truppen besetzte» ßi bisher vom Feinde innegehabten Positionen. � wird unverweilt auf Metammch wciter vorrücken- tammeh hat ein Gefecht stattgefunden, in w«m ständische geiödtet wurden. Die englischen Tu keinen Verlust.(?)________ Darlstuevtarlsekes!. Die Subkommisston für die Bcrathung b's stj, subventionsgesetzes hat folgenden An»»? tage zur Annahme empfohlen: =�3 könne, sank wieder in Nicht» zusammen, den»j Worte deuteten klar auf den rückkehrenden „Retten Sie sich, Doktor! schrie Gar« J Sie aus den Klauen de« Tigers!... erwürgt werden 1" „Auch einem kranken und im Kerker getssj sagte Geoffrey, in seiner Geschichte fortfahre�' j nicht ungestraft nahen, noch sterbend erwlWJ: seine Peinige:!" Wie elektrisirt fuhren alle Hörer der Boden empor._ Mit einem gräßlichen Geschrei, eine�.. zähnefletschend, stürzten sie sich auf den„* kulösen Hände Macnaugthon« streckte» sich JjSjl Opfer aus, um fich zu dem gräßlichen ßen, mit dem er ihn erdrosseln wollte.-•ijf melle er zurück, von einem furchtbaren ir" troffen.--— jv/ut' Garrick stand zwischen der wilden 3%�; Opfer. f. «Ihr sollt ihn nicht ermorden!" bruN � den Mann nicht tödten, der die Thränen trocknen wird.— Zurück, sage ich, oder J» Todes 1" Einen Augenblick stutzte die Meute, L/ Wuth stürzte sie sich auf den Doktor un dlger. Der Angriff war so plötzlich, so t daß dte Wärter außer Stande waren, 9 Sie waren durch die anstürmenden Wah denburg getrennt. Zwei Pistolenschüsse$}V*f den Mordlustigen lagen blutend auf dem,. Das erinnerte die Mörder, daß n.w' ihren Händen befanden; ein Theil ve � auf die Wärter._ ff,«*! s Wie ein Knäuel wälzte sich die vii Mit übermenschlicher Kraft, welche" Wre ein Knäuel wälzte sich»ii, Mit übermenschlicher Kraft, welche% verlieh, vertheidigten ssch die* Der Wuth und der Kraft ve« Wähnst" man zu Hoffnur andere n& Otöc�te auch j Lager. der Eh, ersetzlich gewachsen. ebb 3 K 1. Der Reichskanzler wird ermächtigt, die Einrichtung und Unterhaltung von regelmäßigen Postvampfschiff�-Verbin- düngen zwischen Deutschland einerseits und Ostafien, sowie Australien und Asrita andererseits auf eine Dauer bis zu 15 Jahren an geeignete deutsche Unternehmer auf dem Wege der engeren Sudmisfion, einzeln oder zusammen, zu übertragen und in den hierüber abzuschließenden Verträgen Beihilfe bis zum Hächstbetrage von 5 000 000— 5 400 000 M. jährlich aus Reicksmitteln zu bewilligen. � § 2 Die im§ 1 bezeichneten Vertrage müssen die rn der Anlage zusammengestellten 5zauptbedingungen enthalten und bedürfen zu ihrer Gilrigkeit der Genehmigung des Bundes- raths- Die Verträge, sowie die auf Grund derselben geleisteten Zahlungen stnd dem Reichstage bei Vorlage des nächsten Reichshaushalts mitzutheilen. § 3. Die nach§ 1 zu zahlenden Beiträge sind in den Rcichshaushaltsetat einzustellen. Die Hauptbedingungen, auf welche der obige Antrag hrn- weist, find folgende: Die Fahrten auf der ostafiatischen und australischen Linie müsien mindestens von je 4 zu 4 Wochen, die auf der afrikanischen in je einem Monat stattfinden. Die Dampfer dürfen in ihren Personen« wie Güterbeförderungsein- richtungen denen anderer Nationen nicht nachstehen. Sie müffen mindestens eine Fahrgeschwindigkeit von 11'/, Knoten haben. Die einzustellenden neuen Dampfer müsien möglichst aus derrt- schen Werften gebaut sein und vorher von Sachverständigen der Regierung auf ihre Tauglichkeit geprüft werden. Für ungerechlfertigte Verzögerungen treten entsprechende Eubvm- tionsabzüge in Kraft. Die Dampfer führen die deutsche Post- flagge und befördern die Post nebst etwaigen Begleitern un- enigeltlich. Zwölf Monat« nach Abschluß der Verträge haben die Fahrten zu b-.ginnen, für deren regelmäßige Einhaltung sowie die sonstige Erfüllung aller Vertragsverbindlichkeiten die Unternehmer eine Kaution stellen. Erwachsen den Unternehmern aus dem Betriebe dieser Linien dauernd größere Gewinne, so kann die Regierung den Unternehmern größere Leistungen, z.B. auf schnellere oder vermehrte Fahrten u. s. w. auferlegen. Ber- lin, den 21. Januar 1885. — Dem Reichstag ist ein Gesetzentwurf zugegangen' im Gerichtsverfassungsgesetze hinter dem§ 17 folgenden neuen § 17 a einzustellen:„Ein nicht zum deutschen Reich gehöriger Staat, sowie das Oberhaupt eines solchen Staates unterliegen der inländischen Gerichtsbarkeit nicht. Auf Famlliengliedcr des Staatsoberhauptes findet die vorstehende Bestimmung so lange Anwendung, als sie sich in Begleitung deffelben im deutschen Reich aufgehalten. Das Gleiche gilt von den zum Gifolge des Staatsoberhauptes gehörigen Personen und von solchen Bediensteten deffelben, welche nicht Deutsche stnd."— Zur Begründung wird bemerkt:„Es haben Gerichte mehrerer Bundesstaaten in einer Reihe von Fällen den Rechtsweg gegen Nicht zum deutschen Reich gehörige Staaten für statthaft er- achtet und es find unter anderem gegen solche Staaten als Schuldner oder Drittschuldner Arrestbefehle erlaffen worden. Vorgänge dieser Art, durch welche in die Souveränetätsrcchte fremder Mächte eingegriffen wird, find geeignet, die freund- lichen Beziehungen des deutschen Reichs zu denselben zu ge« sährden, und es ericheint daher geboten, tiner Wieder- holung solcher Fälle in wirksamer Weise ent- gegenzutreten. Diesem Bedürfnisie soll der vorlie- gcnde Gesetzentwurf Rechnung tragen. Derselbe' giebt dem im Gerrchtsverfassunksgesetze stillschweigend vorausgesetzten Gedanken Ausdruck, indem er den in den 18 bis 20 bezüglich der Personen mit diplomatischem Charakter gegebenen Vorschriften auch im Verhälmiß zu dem ausländischen Staate selbst und dem Oberhaupte eines solchen formale Geltung verleiht." — Dem Abgeordnetenhause ist die Denkschrift zugegangen, welche die Ucberwcisung des geweiblichen Unter- richtSwescns und der kunstgewerblichen Anstalten vom Kultus- Ministerium an das Handelsministerium damit motioirt, daß der Zusammenhang dieser Anstalten mit dem Gewerbewesen inniger sei als derjenige mit dem Unterrichtswesen. Ferner wird aus den Zusammenhang der gewerblichen und kunst- gewerblichen Produkion mit dem Aussuhrhandel hin- gewiesen. Die Zahl der preußischen Unierrichlsanstalten rc., welche auf das Handelsministerium übergehen, beträgt 53, an welche sich»och die sämmllichen sogenannten Forlbildungs- schulen reihen._ Dommmmw. Et« gerechtes«erlangen der Bewohner Moabits. Wenige Stadttheile Berlins haben in den letzten Jahren ein so rasches Wachsthum an Menschen und Häusern aufzuweisen gehabt, als der Stadibeil Moabit, der bekanntermaßen auch eine überaus fleißige Arbeiterbevölkerung in sich schließt. Es ist eine Thatsache, daß in den letzten 5 Jahren daselbst 100 bis 120 neue Häuser erbaut worden find und die Einwohner- zahl fich um nahezu 10000 vermehrt hat. Die nahe bevor- stehende Eröffnung des Packhofes wird wiederum den Zuzug von Tausenden herbeiführen und in gleichem Verhältniß die d! Tie Schüsse hatten sofort die übrigen Wärter herbei- gerufen. Umsonst! Die Schlüssel vermochten die Schlösser der Thüren nicht zu öffnen. Gcoffrey's Schlauheit hatte diesen Fall vorgesehen. Die Schlüssellöcher waren mit Steinchen verstopft. Wie ein Reese kämpfte Garrick um das Leben deS ManneS, den er retten wollte. Er hatte ihn in den Käfig gelockt, um sich und seine Leidensgenossen an ihm zu rächen; die Erinnerung an die Frau, die er liebte, war stärker gewesen, als die Leidenschaft seine« Wahnsinns. Mit seinem eigenen Leben trat er jetzt für dasjenige deS Arztes ein. Schon näherte sich der ungleiche Kampf seinem Ende, da erst war es den Wärtern gelungen, mit Eisenstangen m- Thüren zu erbrechen. Mrt ihren Lebensvertheidigern hieben sie unter die Angrerfer, daß deren Gliedmaßen unter den wuchtigen Schlagen krachten. Ihre Revolver entluden sich zwischen dem Menschenknauel. Endlich gelang eS ihnen, der Meu- lern Herr zu werden. Aber welch' ein Anblick! Am Boden lagen vier der Mordgenossen in ihrem Blute. Da lag aber auch einer der Wärter todt; der Oberwärter schwer verwundet, nur noch mühsam athmend; Fritz Rodenburg leblos und neben ihm Garrick mit zer- schmettertem Schädel. Bald waren die Meuterer in Ketten gelegt und in ihre Zellen tranSportirt. Das ganze Beamtenpersonal war in Ausregung; von allen Seiten hatten die Schüsse Hilfe herbeigerufen; auch mehrere Aerzte und Krankenwärter waren zur Stelle. Den verwundeten Oberwärter brachte man zue,st weg, weil man für sein Leben noch am meisten Hoffnung hatte. Unzweifelhaft todt war Garrick und der andere Wärter. . Fritz Rodenburg athmete ebenfalls nicht mehr, man brachte ihn auf sein Zimmer. Alle Aerzte der Anstalt, Lager®tfffrf0n' standen tief betrübt an seinem . z'®!!'st«a Opfer seiner Pflichttreue geworden," sagte «TÄXtkf"««■ Baulust steigern. Um so befremdlicher muß eS erscheinen, daß der Magistrat, was doch in gemeindesteuerlichen und in sani- tären Jntereffen längst hätte geschehen sein sollen, noch immer zögert, gerade auf diesen vollreichen und betriebsamen Stadt- theil die allgemeine Kanalisation auszudehnen. In dem Roth- schrei, welcher die auch in unserer Zeitung erwähnte Petrtion deS Moabit« Bezirkevereins an den Magistrat kürzlich ge- langen ließ, ist mit nur zu gutem Grunde hervorgehoben, daß die in Moabit vorhandenen Entwäsierungsiertungen langst nicht mehr ausreichen und zeitgemäß find und daß sich in Folge dessen bereits Uebelstände, wie z. B. die Ent- Wässerung des Krankenhauses in die Spree und an der Stromstraße, geltend machen, wo neuerrrchtete Häuser nicht an die Straßenrohrleitungen anschließen dürfen und bei starkem Regen Uederfluthungen eintreten. Ueberhaupt können Vre Moa- biter Entwäsierungsverhältniffe nur ass vromsonsche angesehen werden, da die Haus- und Straßenabwässcr durch verschiedene Vorfluthkanäle direkt und ungereinigt in die Spree geführt werden. Allein die Existenz deS großen Barackenlazareths m Moabit sollte die städtischen Behörden bewegen, den Anschluß Moabits an die allgemeine Kanalisation zu beschleunigen, da dteles in Zeit einer Epidemie errichtete Institut daran mahnt, welche Gefahren diesen Stadttheil nicht allein, sondern der ganzen Residenz, mit welcher derselbe langst un.d sogar schon vor seiner Jnkommunalisirung rn untrennbarste Verbindung getreten ist, aus der Fortdauer der gegenwärtigen trostlosen Zustände erwachsen können. Abgesehen aber davon wird durch die längere Verzögerung der Kanalisation die Fortentwicklung dieses volkreichen. durch eine große Industrie hervorragenden Stadttheils gehemmt. dessen Einwohner sich rühmen dürfen, ihre Pflichten gegen die Stadtgemeinde niemals vernachlasfigt zuhaben, die nun aber auch mit Fug und Recht wohl An- spruch darauf machen dürfen, daß ihnen nicht länger die Wohl- thaten einer überaus gemeinnützigen Einrichtung vorenthalten werden, deren fich die Bürger anderer Stadtgegenden schon längst elfreuen._ D o b» l e s. „Während in der Wilhelmstraße", so schreibt man der „Voss. Ztg.",„schon feit Jahr und Tag die zum Durchbruch n« forderlichen Grundstücke angekauft, ni-dergerissen und die pro- jektirte Straße bis zum Garten des Kriegsministeriums fertig gestellt worden ist und auf der andern Seite, an der König- gi ätz« Straße, die kostbaren Museen schon in der projektüten Zimmerstraße»verläna«ung stehen, ist zum größten Bedauern der Anwohner und Passanten noch immer nicht abzusehen, wann fich die Staatsbehörde entschließen wird, den erforder- lichen kleinen Zipfel vom Garten des Kriegsministeriums, welcher dem Durchbruch hinderlich im Wege steht, herzugeben. Durch den Durchbruch wüide die Passage am Potsdamer Platz, welche jetzt für Fußgänger wegen der starken Frequenz nur mit Lebensgefahr auszuführen ist, desgleichen die Anhalt- straße, bedeutend entlastet werden, da die meisten Droschken sofort vom Potsdamer Bahnhof durch die Zimmerstraße fahren würden. Die Bewohner des Stadttheils zwischen Anhalter und Potsdamer Bahnhof können jetzt nur auf Umwegen durch d'e ohnehin überlastete Leipziger oder Anhaltstraße nach dem Zentrum gelangen. Dieser Uebelstand wird fich um so fühl- barer machen, wenn die Markthalle in der Zimmerstraße erst fertig ist. Auch verfehlen die kostbaren Museen in der jetzigen Sackgasse vollkommen ihren Zweck; der Besuch derselben wird bis zur Durchführung d-r Straße nur mangelhaft sein, da fie von Vielen in dem versteckten Winkel schwer gefunden werden und Viele den weiten Umweg scheuen. Da der Staat im dies- jährigen Etat zur Uebcrnahme des kunstgewerblichen Museums 300000 Mk. verlangt, so sollte diese Summe erst dann be- willigt werden, wcnn das�Muscum dem Publikum zugänglich gemacht ist." Das Theilstrecken-Uttwesen auf den Pferdebahnlinien— eine andere Bezeichnung verdient die Einrichtung ver Theil- strecken, wie sie jetzt ist, nicht— findet in der„Vss. Ztg." sogar einen Fürsprecher, indem dieselbe stch schreiben läßt: „Obgleich auf allen Pferdebahnlinien unserer Stadt an den Tafeln der Haltestellen auch der B-ginn der Thellstrecken ver- zeichnet ist, glaubt dennoch ein großer Theil des die Pferde- bahn benutzenden Publikums, diese Bezeichnung nicht so genau nehmen zu dürfen und ein Unrecht darin zu erblicken, wenn ein Fahrgast, der kurz vor der betreffenden Haltestelle den Trammarz besteigt, zur Bezahlung des Fahrgeldes auch für diejenige Strecke angehalten wird, welche hier eben ihr Ende erreichen sollte. Die Verwaltung der Großen Berliner Pferde» bahn bat ein volles Recht, die bestimmten Grenzen, die sie in Betreff ihrer Leistungen in Gemeinschaft mit den zuständigen Bihö.den festgestellt hat, fich nicht verrücken zu lassen, und das Publikum würde im Interesse des ganzen Verkehrs gut thun, stch diesen Anordnungen zu fügen. Will jemand auf solche Weise, besonders auf stark frequenttiten Linien, sich einen Platz sichern, dann mag er den so erworbenen Vor- theil auch bezahlen."— Es leuchtet hier wieder, bemerkt die„Staatsbürger Ziitung" mit Recht, nur die Auf- Mr. Thompson, der jüngste Assistenzart, hatte sich. während die Uebrigen sich in Klagen über daS Schicksal deS edlen und pflichttreuen, jungen Mannes ergingen, üb« ihn gebeugt, das Ohr an seine Brust gelegt, um sich noch einmal zu überzeugen, ob er todt sei. Plötzlich erhob er sich. „Er lebt! er athmet!" rief er. Run eilte« auch die anderen Aerzte herbei und: „Er lebt; eS ist noch nicht alle Hoffnung verloren!" hörte man von Vieler Lippen«tonen.--- Fritz Rodenburg lebte, aber fein Zustand gab wenig Hoffnung. m„, Zweiundzwanzigste» Kapitel. Rapr, der Nabob von Äadura, gehörte zu denjenigen rnd, schen Königen, welche sich gänzlich ihr« Rtacht, ja ihrer Autorität entäußert hgtten. In dem Lustschlosse, im eng- lischen Styl erbaut, in dem reizenden Thale Cavery wohnte er mit einer kleinen Hofhaltung, welche zwar für einen Privatmann eine auß« ordentlich glänzende, für einen König fedoch eine sehr einfache genannt werden mußte. Nasir hatte auch den Rest von Scheinregiment, den man den sich freiwillig Unterwerfenden gelassen hatte, von freien Stücken ,n die Hände des englichen Gouvernements gelegt und begnügte sich, ein bloßer englischer Grundbesitzer zu fern. Er gehörte zu den reichsten Fürsten Indiens und stand alS solcher bei semes Gleichen immer noch in hohem An- sehen, obwohl man es ibm sehr verdachte, daß er sich der indischen Lebensweise gänzlich entäußert hatte; ja« hatte schon vor vielen Jahren da« Christenthum angenommen, um sich mit einer Engländerin zu verheirathen. Die Ge- burt seiner Tochter Suleima trennte ihn auf ewig von der geliebten Gattin. Wenige Wochen, nachdem das Kind, die reichste Erbin Indien«, das Licht der Welt erblickt hatte, starb die Mutter in seinen Armen. �_, Bei der britischen Regierung galt Fürst Nasir sowohl wegen seines Reichthum», als auch wegen semeS Ansehens, außerordentlich viel; er war mit dem Gouverneur eng be« freundet, und dieser suchte seine Freundschaft m jeder faffung des— GeldsackeS durch; genau so wie bei d« Gch» Kommerzienräthin, welche des Morgens beim Kaffee äußnt: „Ich begreife gar nicht, warum die Leute über die kleinen Milchbrödchen reden; wenn die Milchbrövchen klein stnd, ißt man einfach zwei!"— In der That sehr einfach, nur mit dem Untnschiede, daß 2 Milchbiödchen daS Doppelte kosten alS einS, woran freilich die Frau Komm«zienräthin nicht denkt.— Freilich hat die Pferdebahn ein formelles Recht, für jeden Schritt über die Theilstrecke hinaus Bezahlung zu fordern; aber daß fie dieses Recht hat und die Art, in der fie es übt, ist durchaus keine vortreffliche Institution. Die Pferdebahn soll unseres ErachtenS in erster Linie für die Bequemlichkeit und Billigkeit des Verkehrs, und eist in zweit« Linie für ihren Geldsack sorgen; durch die Einrichtung der thellstrecken, wie fie gegenwärtig bestehen, wird die Sache aber gerade auf den Kopf gestellt. Mit großer Geschicklichkeit find nämlich auf vielen Linien die Thellstrecken so eingerichtet. daß dabei für die Pferdebahn ein Extraprofit herauskommt, und merkwürdigerweise ist dies gerade auf den Strecken geschehen, welchem dieBorstädte mit weniger bemittel- ten Einwohnern und Arbetterbevölkerung führen. Ein Beispiel für viele: Während man auf der Linie Behrenstraße�Gör- litzer Bahnhof für 10 Pf. bis zur Brandenburgstraße fahren kann, ja während für diese Strecke sogar eine Extratour mit besonderen Wagen eingerichtet ist— lediglich wohl, damit die Pferdebahn Material sparen kann und die Wagen auf der ganzen Strecke nicht so oft abzulassen braucht— müssen die Bewohner der jenseitigen Louisenstadt für die kaum halb so lange Strecke Llndenstraße— HeinrichSplatz 15 Pf. bezahlen. ES kommt dies daher, weil die Thellstrecken augenscheinlich mit feiner Berechnung so gelegt find, daß, wie gesagt, der Pferde- bahngesellschaft noch ein Extraprofitchen erwachst. Es existiren nämlich auf dieser Linie nur drei Zehn-Pfennig-Touren: Behren- straße— Brandenburgfiraße, Kochsttaße-Oranienplatz, Branden- durgstraße-Görlitzer Bahnhof, und zwei Fünfzehn- Pfennig- Touren: Behrcnstraße— Oranienplatz und Charlottenstraße— Görlitzer Bahnhof. Der Aibeiter also, der meist hinter dem Oranienplatz, vom HeinrichSplatz an nach der Peripherie zu wohnt, muß entweder, wenn er seine müden Glieder scbonen will, die ganze Strecke bezahlen, wenn er von dn Gegend Unter den Linden kommt, oder wcnn er in der Gegend der Linden- straße zu thun hat, 15 Pf.- oder er muß auf der einen od« anderen Seite noch eine große Strecke bis zur Brandenburg- straße, oder vom Oranienplatz aus zu Fuß gehen.— Will er abcr die Vottheiie genießen, welche die Pferdebahn doch eigent- lich bieten soll, nun, so mag er sie nach der Theorie d« „Voss. Ztg." und der Frau Kommerzien- Räthin bezahlen.— Und ein anderer Fall; Der Paffagier nach dem Heinrichsplatz befindet fich an der Lindenstraße und hat das Glück, den Wagen bis zur Brandenburgstraße zu treffen, den« natürlich nicht denutzen kann. Nun läuft er hinter diesem Wagen h«, kommt glücklich bis zur Alexandrinenst-ße, da bat ihn d« Wagen ver ganzen Linie Behrenstrahe— Görlitz« Bahnhof ein- geholt; was will er thun? Um nicht auf den nächsten Wagen, der, dank der eingelegten Tour Behrenstraße— Brandenburg- straße, erst nach 6 Minuten kommt, warten zu müssen, steigt er auf und bezahlt für die paar Schritte von der Alexandrinen« straße bis zur Brandenburgstraße 5 Pf. extra!— Angesichts dieser Mißstände, die auf vielen Linien herrschen, können wir in der That nur immer von neuem unser Bedauern darüber aussprechen, daß die Auffichtsbchörde nicht Macht genug zu haben scheint, der Pf-rdebahn- Gesellschaft mehr Sorge für das Publikum und weniger für ihre» Geldsack ans Herz zu legen. N. In gröhter Gefahr ein Opfer des Eissports zu wer- den, schwebte gestern Nachmittag 5 Uhr ein zirka 12 jährig« Knabe auf dem Landwehrkanal. Vom Louisenuf« her, war der bezeichnete Knabe mit anderen Kindern unbefugter Weise auf die Eisdecke des Kanals gegangen, war hierbei ab« aus jj Unvorsichtigkeit in eine neben dem Kahn befindliche offene Stelle gerathen und hineingefallen. Krampfhaft hielt sich daS mit dem Oberkörper aus dem Wasser hervorragende Kind an der Ewdecke fest bis auf die Hilferufe der anderen Kindern ein Schiffer herbeieilte und den vor Schreck und Kälte halb ohnmächtigen Menschen aus sein« gefährlichen Situation be- freite. a. Zwei junge Mädchen L. und K. wurden am 15. v. Mts. nacü dem Polizei- Revier- Bureau unter dem Verdachte, strafbare.Handlungen begangen zu haben, sistirt und daselbst zunächst in der Sistirzelle untergebracht, bis zu ihrer Ueber- jührung nach dem Kriminalkommiffariat am Molkenmarkt. In dieser Zelle überredete die L. das andere Mädchen, das Geld, welches ste bei fich führte, ihr(v« L.) in Verwahrung zu geben, unier dem Vorgeben, daß den Tsstirte« von v« Behörde alles Geld abgenommen und nicht wiedergegeben würde. Die K., welche 10 M. bei fich hatte, schenkte der L. Glauben, und ste übergab der L. die 10 M. zur Verwahrung, nachdem die L. verstchert hatte, daß ste in ihr«; Kleivern einen Versteck hätte, den Niemand entdecken könnte. Die K. wurde hierauf von der L. getrennt, nach dem Kriminalkommiffariat gebracht, daselbst vernommen und sodann wieder auf freien Weise zu kultiviren, indem er jeden auch nur leise auSge- sprochenen Wunsch de« Nabobs«füllte, so daß Nasir da- durch einen viel größeren Einfluß auf die Verhältnisse ganz Indien« ausübte, als die anderen Fürsten, welche eifersüch- tig auf die Erhaltung ihrer Scheinmacht drangen. An diesem Hofe fanden selten glänzende Feste statt.— Nasir lebte mit seiner Tochter Suleima ziemlich zurück- gezogen; die einzige Abwechselung war hier der Besuch einiger Freunde oder die Anwesenheit des Gouverneurs mit seinem Gefolge. Gegenwärtig beherbergte das Schloß zwei Gäste, welch« seit Kurzem hier eingetroffen waren. C'Sriait und Max Strahlenau, weiche, von ihrer Reise nach Großbri» tannicn zurückgekehrt, dem Nabob ihren Besuch gemacht und von diesem dringend eingeladen waren, einige Zeit bei ihm zu verweilen. Die Jagd in der Nähe von Madura war die Herr« lichste und ergiebigste, die man sich denken kann, und Felix und Max fanden jeden Tag die beste Zerstreuung, wenn sie den gefährlichen und interessanten Jagden beiwohnten, von denen sich nur der eine Vorstellung machen kann, der in Indien selbst gewesen ist.——— Nasir saß auf seiner Veranda unter einem Palmen- dache im Dufte würzig« Blumen, welche von England hierher importirt waren, um der Umgebung des Schlosse« ganz das Aussehen eines englischen Herrensitze« zu verleihen. Er las eine englische Zeitung, während hinter ihm zwei Diener in Livrö das Geschäft verrichteten, wa« tn Audh den Fächermädchen üb«tragen war. Sie setzien von Zeit zu Zeit einen mächtigen Palmenwedel in Bewegung, um einen frischen Luftzug auf der Veranda hervorzubringen. Da meldete ein Kammerdiener den.Besuch eine« Fremden. Nasir war gastfreundlich und gewährte jedem Fremden unbedenklich Eintritt. Seine Stirn umdüsterte sich jedoch ein wenig, als et den Eintretenden erblickte, welcher tief gebeugt an d« Thür stehen blieb, den Hut fast bis auf die Erde herabsenkend und die Aufford«ung, näher zu treten, erwartend.(Fortsetzung folgt.) Fuß gesetzt. Indessen war auch die L- freigelassen worden, welche mit den 10 M. verschwand und sich nicht wieder sehen ließ. Auf die von der Betrogenen K. gemachte Anzeige ist gestern die L- ermittelt und zur Haft gekrackt worden. N. Durch einen Kehltritt verunglückte gestern Nach- mittag ein auf dem Neubau Wilsnackerstraße in Moabit de- sckäftigter Stukateur. Beim Herunter steigen vom Gerüst kam derselbe so unglücklich dabei zu Fall, vass er nicht mehr im Stande war, sich von selbst wieder zu erheben. Der Berun- glückte wußte sofort von anderen auf dem Bau befindlichen Arbeitern per Droschke nach dem Barockenlazareth in Moabit geschafft werden. Selbstmord. Auf einem Aborte des Stadtbahnhofs Friedrichstraße hat fich gestern Mittag um 12V« Uhr ein Uhr- machergehilfe erschossen. Der Lebensmüde soll am Vormittag noch mit seinem Bruder in einem in der Mauerstraße belegenen R.staurant gestühstückt haben- Kurz darauf begab er fich nach dem erwähnten Bahnhof, woselbst er die That ausführte. Der Schuß ist sofort tödtlick gewesen. In der Tasche des Unglück- lichen fand man einen Zettel, worin er angiebt, daß Stellen« l o s i g k e i t und Nahrungssorgen ihn zum Selbstmord getrieben hätten. N. I» der Charitee verstorben. Der cm 16. September v. I. von einem Gerüst in dir Oranienstraße 139 gestürzte Maler Carl Wiede ist am gestrigen Tage in Folge des erlitte- nen Bruchs der Wirbelsäule trotz sorgfältigster Pflege ver- storben. N. Zwei Keuermeldungen setzten vorgestern Abend unsere Fcurrwehr in Thäti gleit. Durch den ersten Alarm wurde die- selbe um 5 Uhr nach dem Grundstück Leipflgerstraße 36. Ecke der Charlottenstraße, gerufen. Daselbst halten in dem Sckau- fenster der Gardinenfabrik von Tobler junior Tüll und Gar- dinenstoffe durch Gashitze Feuer gefangen, welches sofort alle im Schaufenster vorhandenen Waaren entzündete. Beim Ein- triffen der ersten Mannschaften war das Schaufenster bereits völlig ausgebrannt und konnte fich die Feuerwehr daher nur auf die Sichelstellung der im Laden befindlichen Gegenstände beschränken, welche Aufräumungsarbeiten zirka eine halbe Stunde in Anspruch nahmen. Der zweite Alarm, der erst gegen V-12 Udr Abends erfolgte, war veranlaßt durch ein Feuer, das in dem Hinterraum der Galanteriewaarenhandlung von B. Hirsch an der Spandaue» Brücke la ausgekommen war. Es handelte fich um einen Fußbodenbrand, dessen Ablöschung nur kurze Zeit in Anspruch nahm._ Gerichts-Keitrmz. kl — y. Ist ein Gnmmischlavch ein gefährliche« Werk» zeug im Sinne des Gesetze»? Diese Frage beschäftigte ustern die 89. Abtheilung des Schöffengerichts tn einer An- .lagesache gegen die verehelichte Ardeiter Friederike Heyde, welche beschuldigt war. ihr eigenes lOjähriges Töchterchen in gesundheitsgefährdender Weise mißbandelt zu haben. Schon seil längerer Zeit hatte es bei den Nachbarn der in der Frie- denstraße wohnenden Angeklagten Aeigernch erregt, daß die- selbe ihr Kind in unnatürlicher Weise bei der geringsten Ver- anlassung zücktigte, wie aus dem entsetzlichen Geschrei des Kin- des, sowie aus dem Umstände, daß man es selten ohne die fichtbaren Spuren dieser Züchtigung erblickte, zur Genüge her- vorging. Aus Veranlassung einer Schwägerin der Angeklagten legte fich die Polizei in's Mittel und der recherchirende Beamte fand so viele belastende AnhalUpunkte, daß obige Anklage erhoben wurde. Der Rücken und die unteren Extremitäten des Kindes waren mit blutunterlaufenen Striemen völlig bedeckt, auch zeigte der Kopf verschiedene Beulen, die nur durch heftige Stöße oder Schläge herbeigeführt sein konnten. Die Angeklagte gestand bei ihrer ersten Vernehmung sofort zu, ihr Kird gezüchtigt zu haben, aber nur wenn dasselbe Strafe verdient habe und keineswegs in einer das gesetzliche Maß überschreitenden Weise. Als Züchti- SungSmUtel piäsentirte fie einen haldmeterlangen, etwa finger- crfen Gummischlauch. Der Staatsanwalt hielt das Jnstrment für ein gefährliches Werkzeug, weil man mit demselben beson- dc.s Kindern leicht sehr gefährliche Verletzungen zufügen rönne und dieser Anficht schloß der G-richtehof fich an, als er der unnatürlichen Mutter eine Gefängnißstrafe von 4 Monaten zu- diktirte. Unter der Anklage de« Landfriedensbruchs standen heute die Arbeiter Obel und Ackermann vor den Schranken der vierten Strafkammer biestgen Landgerichts i. Di- Ange- klagten hatten von dem Schuhmachermeister Emmel. Swine- Münderstraße 140, eine leere Stube abgemiethet und war der nur auf 4 Wochen abgeschlossene Kontrakt von dem Vermiether nicht erneuert worden. Als die Angeklagten aber nicht gutwillig ausziehen wollten, schaffte Emmel die Sachen seiner ge° wesenen Äiether auf den Boden und versagte den Letzteren den Eintritt in die bei ihm innegehabten Räume. Dieser kurze Prozeß veranlaßte die Ehefrau deS Obel am 23. Novem- bcr pr., vor dem Hause Swinemünderstraße 140 tüchtig zu skan- daliren und das fich ansammelnde Publikum gegen ihre hart- herzigen Wirthsleute aufzureizen. Die Menge war nur zu" dereit, gegen die Wirthsleute Partei zu ergreifen, Viele, als fich Emmel gegen Mißhandlungen durch und griffen... Abschließen seiner Kellerthür schützen wollte, nach den auf dem Pflaster liegenden Steinen und bombardirten damit die Fenster- scheibm der Emmel'schen Wohnung. Unter der zusammen- gerotteten Menge befanden fich auch die beiden Angeklagten, welche fich in ihren Wuthausbrüchen gegen Emmel keinen Zwang anthaten. Daß fie aber die Menge zu Gewallthätig« keilen angefeuert oder gar selbst mit Steinen geworfen haben, ist nicht festgestellt worden, weshalb fie auch nur wegen ein- fachen LandfriedensbruchS unter Anklage gestellt wurden. Der Gerichtshof vermtheiite den schon wegen gewaltthäiiger Straf- thalen vo'best'aiie? Obel zu sechs, den Ackeimann zu drei Mo- naten Grfängniß. Arbeiterbewegung, Vereine uuü Versummlungeu. Der Strike der Lenschow und Markert'schen Arbeiter ist in ein neues Stadium eingetreten, welches gerade nicht sehr erfreulich zu nennen ist. ES haben fich dreizehn Arbeiter einer Echönebecker Knopffabrik, trotz Kenntniß des Strikes, bereit gesunden, für den von der Fabrikleitung gestellten Tarif zu arbeiten. Von Seiten der Strikenden ist leine Mühe gescheut worden, dieselben mit den Verhältnissen vertraut zu machen, aber leider vergebene, denn von Seiten des Geschäftsführers des Herrn Bohmann scheint die Zukunft jenen„liebevollm" Kol- legen mit dm rofigsten Farben gemalt zu sein. Die Kommisfion steht der Konkurrmz obiger„Dreizehn" mit aller Ruhe entgegen wenn nur die Masse der Arbeiterschaft auch ferner ihre Unter- stützung nicht einstellt. Leider ist auch nach andcrer Seile hin eine Aenderung eingetreten, welche eine vermehrte Thätigkeit nothwmdig macht. Wie schon gestern kurz angedeutet wurde, hat fich der Str.ke auch auf die Fabrik des H-rrn Procksch, Haidestraße 48, ausgedehnt, da derselbe, wie zu Olnen der Kommisfion gekommen ist, die Vorarbeiten für Lenschow und Markert, übemommm hatte. Der Geist unter den Strikenden b.ider Fabriken ist ein vortrefflicher, umsomebr erregte es die Verwunderung aller Augenzeugen, als gestern, Mittwoch, auf Veranlassung des Geschäftsführers von Lenschow und Mar- kert, genannten Herrn Bohmann's, bei einem Begegnen unserer- seits, ein Führer plötzlich verhaftet wurde, ohne bisher wieder entlassen zu sdn. Ausschreitungen Heien nicht stattgefunden, nur scheint eS, als ob von gewisser Seite so etwaS AehnlicheS wie eine Provozirung geplant wäre. Wir werdm unter jeder Bedingung den von uns aufgenommenen 1 gerechten Kampf zu Ende zu führen bestrebt sein, denn eine Niederlage unsererseits wäre als Niederloge der gesammten Arbetterschaft zu betrachten, da wir nur auf die Unterstützung und Solidarität unserer Kollegen angewiesen find. So lange wir im Stande find, den Hunger nur einigermaßen aus den Familien der Strikenden fern zu halten, wird die Hoffnung auf den Sieg auch stets die Oberband behalten. Also noch- mals, Kollegen, vergeht eure kämpfenden Äeüder nicht! Die Lohnkommisfion der Drechsler und Knopfarbeiter. F. A.: A. Fischer, Michaelkirchplatz 23. z. Der Ardeiter» Beztrksverein der Oranienburger Vorstadt und de» Wedding hielt am Montag, 17. Fanuar, im Vereinslokal, Wedding-Park, Müllerstr. 176, eine Versamm- lung ab. Zum 1. Punkt der Tagesordnung: Vortrag, sprach Herr Zigarrenarbeiter Lasle über„die g e- gen wärt ige politische Situation." Er kam zu- nächst auf die neugegründete„demokratische Partei" zu sprechen, die er als ein todtgeborenes Kind bezeichnete und deren Programm nur ein von der Arbeiterpartei geborgtes sei. Auf d e einzelnen Punkte des Programms eingehend, bemerkte Referent, daß die Arbeiter schon seit langer Zeit für die meisten Punkte eingetreten find und wenn die Herren Phill ps und Lenzmann, die Gründer der demokratischen Parrei, fich nicht ent- schließen konnten, die Sezesston mitzumachen, müssen fie doch wohl den Verfall der Deutsch-Frcrfinnigen Partei voraus- 8-sehen haben und hätten besser gethan, fich einer mehr links ehenden Partei anzuschließen, ehe fie die Gründung einer neuen Partei unternahmen, welche, wie in der konstrtuirenden Versammlung erklärt wurde, das in Norddeutschland sein sollte, was die„Volkspartei" in Süddeutschland ist, und auch bei allen Wahlen für die Kandidaten der Deutsch- Freifinnigen eintreten würde. Referent hofft jedoch, daß d'e deutschen Arbeiter fich nicht durch eine Partei werden fangen lassen, deren Existenz eben so unberechtigt ist, wie viele ihrer Vorgängerinnen und daß übeihaupt in Zukunft die ganzen Witt l- Parteien von der politischen Bildfläche verschwinden werden und es nur noch zwei Parteien giebt, die Partei der Regie- rung und die Partei der arbeitenden Ktusse.— Auf die Situation der letzten Tage übergehend, kommt Referent sodann auf die Verhandlungen im Reichstage über Arbeiter- fragen und indirekte Steuern zu sprechen und de- merkt dabei, daß gerade die Konservativen und Ulti amontanen, worunter die meisten Großgrundbcfitzer find, für die Erhöhung der Kornzölle eintraten, wodurch das Brot unbedingt theurer weiden muß und der arme Mann, als größter Brorkonsument, also auch die meisten Kornzölle bezahlt, die Vertreter der Arbeiter haben fich aber entschieden gegen jede indirekte Steuer ausgesprochen. Die Erhöhung der Kornzölle sei nur ein Expe- rimcnt, um den Großgruntbefitzern die Taschen zu füllen, denn der kleine Bauer arbeite doch stets ohne besonderen Nutzen.— Auf die Aus Wanderungsfrage übergehend, bespricht Referent sodann die Nothlage der Auswanderer und gedenkt dabei des Ausspruchs des Reichskanzlers im Reichs- tage, daß der deutsche Arbeiter sein Vaterland nicht verlasse, ohne dazu gezwungen zu werden. Der deutsche Arbeiter verläßt sein Vaterland aber nur dann, wenn er hier sein Auskommen nicht mehr find t, was heutzutage bei dem mangelhaften Schutz der nationalen Arbeit, durch die Jmportation von billigen aus- wärtigen Arbeitern leider nur zu häufig der Fall ist.— Durch die gegenstitige Erhöhung der Zölle der verschiedenen Staaten muß ein Zollkrieg entstehen, welcher den Nationen niemals zum Vortheil gereichen kann und die Volksvertreter müssen es fich zur Aufgabe machen, gegen Zollerhöhungen entschieden zu opponiren.— Noch Beendigvng des mit großem Beifall auf- genomm-nen Vortrages entwickelte fich eine Diskuifion, in welcher seitens der Herren Bernsteil', Schulz und Woyack noch einige Punkte des Vortrages näher beleuchtet wurden.— Zum 2. Punkt der Tagesordnung(Besprechung über die Abhaltung eines StifiungS- Festes) wurve auf die vielfach erfolgten Verbote der Ver- gr.ügungen der Aibcitcr-Bcznksvereine hingiwiesen und daS beabfichiigte Stiftungsfest nach längerer Diskusston a b- gelehnt.— Nach Euediguna des F r a g e k a st e n s nahm Herr Laske noch einmal das Wort, um klarzulegen, wie das Vertrauen der Wähler in Süddeutschlonv von den Vertretern der Voikspa-tei, welche jetzt offen ihr Einv.rständniß mit den Deutsch-FreifinnPeu erklären, bei den letzten Rcichstazsivahlen gemißbraucht worden ist, eb-nso im 5. Berliner Reichstags- Wahlkreise, dess n Berireter, HerrBaumb'.ch(deutsch-freisinnig), fich gegen den Normalarbeitstag erkiStt hat Zum Schluß fübrre Herr Laske noch aus, daß man jetzt auch in Amerika billigere Aibeitskräfte imponire, gerade wie man es in Deutsch- laud mit billigeicn Italienern, Polen u. A. ihut, und daß die Arbeiter stets und ständig nach Gleichberechti müssen.— Die n ä ch st e Versammlung Montag, den 2. Februar, in demselben LoW« wird in derselben Herr Dr. Canitz einen Per „N a t u r h e i l m e t h o d e" halten. Ein zahlrcil der Mitglieder ist erwünscht. a. Der Arbeiter-vezirksverein„Laufitzer V am Mittwoch eine General-Ve-iammlung in der U'- Die Tagesordnung lautete: 1. Borstandswabl, 2. K 3. Verschiedenes und Fcagekasten. Der Vor ätzt ad! Rückblick von der Thätigkeit des Vereins im vetflois« und erwähnte v. A. eine Petition an die Stadt!' Versammlung, betreffend die Errichtuna von San auf Kosten der Statt, worauf der Arbeiter- Bezirks! gende Antwort erhielt:„Die Petition vom 7 Rooi treffend die Errichtung von Sanität- wachen auf, Stadt, ist, weil sie den Jv.stanzenzua noch nicht(Mj aus diesem formellen G-unde zur Erörterung im P Stadtvcrordnrten-Veriammlung ungeeignet. Es ai« anheimgegeben, den Beschert des Magistrats auf die dorthin erngereichte Petition abzuwarten. Das B» Stadtveroldneten-Bersammlung."— Aus dem 3� beriefet ist folgendes hervo. zuHeben: Die Gesammt-» betragen 415,80 Mk Die Ausgaben veitheilen ß*. 1) Für Vorträge 104,25 Mk, 2) Fnserale und Säule 92,80 Mk., 3) Drucksachen und Vcrelnsufenfilien@ 4) Allgemeine Ausgaben 49,50 Mk-, michin belräzh fammt-AuSgabc 412,60 Mk., bleibt Bestand 3,20 dem die Revisoren den Jahresbericht guigcheißrn, Kasfirer Decharge ertheilt.— In den Borstand«jj Sende Herren wieder- resp. neugewählt: G. Schub tzender: F Felgentreff, 2. Vorfitzender: Kaulbarii,/ führer: W. Arndt, 2. Schnfrfübrer; C. Scholz,> C Schulz II, 2. Kasfirer. Zu Revisoren wurde» Herren Schulz III, Müller. Kerkow. Zu Beifitzeru* 2 lt 19 verliu. der Ctnl « »orlage übe tag diesem a durch welchei ßrunzlelle B Willigen Irl Reich? ka . durch mästen iiß wt der Pul ''Gerücht ist: lasse durch durch das zr wachsen ist Borwürfe ge Berlin. Komitee für viv ovv«* v-u- u.{ Hfj ä f n- Schenk, Euchan, Dreske. Zum 3. Punkt(Verschieden� � b! die Herren Zubeil, Scholz und Körtel das Wort. ersuchte den neuen Vorstand durch eine Petition bei» dahin zu wirken, daß die Pferdebahn schienen ß» Platz verlegt werden, da dieselben, weil fie die Fus schneiden, für die Schulkinder höchst gefährlich find, dieselben bei ungünstigem Wetter einen befferen und. Weg am Laufitzer Platz zu schaffen. Von den» Rednern wurde den Mitgliedern des Vereins a empfohlen, dahin zu wirken, daß der Verein an, immer stärker weide. Von einem Stiftungsfest i% worden, da dasselbe doch nicht genehmigt würde, ein Familienfest gefeiert werden soll. Nach Erledig Fragen schloß der Vorsitzende mit einem dretmalM den Verein die Versammlung um 11 Uhr. Nackr Sitzung am 4. Februar. An alle Buchbinder und verwandten Ber«� .... erläßt die Leitung des Kariellveiband.s(Korrespond. Paul Vogel, Stuttgart, Weißendurgstr. 6, II) betreffs Abhaltung eines allgemeinen Kongresses, i April und die folgenden Tage zu Offenbach i-"" i Gründung eines Zentralverbandes stattfinden soll-,, deS Zentral- Verbandes der Vereine der Budjto* d feuiller, Etuis- und Kartonnagenarbeiter, Liniirer& fettige Unteistützung in ihren Bestrebungen zos und geistigen Besserstellung der Mitglieder. Di-sts. erreicht weiden durch: a) Regelung der Ret'«1 und Einrichtung einer Arbeilslosenunterstützuva taihete Mitglieder! b) Unlemützurg solcher Mit«' für ihre Thälizkeit für den Verbanv besagter Folge getroffener Maßnahmen durch denselben oü bemeikt dazr Worte zulve Abnetzung für das Per oukt der Ar Minrniidt w verletzender' die Majoriic wird von de tournalen, Direltorfrag dem Auftufl kennzeichnet Politik und der AuSganl den Samme Wasser auf leib n soll, u Ueber bringt die„ Kk.l:„In o rung das de begleitet hat. t>nd Niemar *» sich um t «eier und i »an aber de Dolch und! Kir Gerte, Schwerte üb B-ifaffer de 4. Klasse 171. Königl. Preutz. Lotterie. Ziehung vom??. Januar 1885. g!ut die Gewinne Uber 1*10 Blort sind den betreffenden Nummeril In Parenthese beigefügt. (Ohne Gewähr.) 33 55 76[300] 124 49 96 207[300] 351 75 425 37 536 40 91 611 712 66 811 27 67 60 907 28 44 1083 85 107 43 87 272 91 11600] 382 86 408 1300] 16 26(5601 31 604 6 60 83 606 19 88 714 IG 54]55>0] 868 963-4046 63 90 173 80 201 17 324 36 95 402 16 78 523[3000] 637 73[300] 83 85 94 730[300] 44(3001 95 813»182 96 258 70 74 80[3000] 348 64 95 97 416 502 12 52 638[300] 45 722 99 949 72 4000 121 257 303 7 493[550] 663 76(5601 691 99 731 60 812 87 95 99 918 64 60 76 87 «00%%�« 844 904 7 73 429 � �50 �7 91 609 17 64 708 40 71 72 76[560] 94[550] , l'l'M?. 110 248 320 98 469(3001 66 91 532 660[300] 90 95 722 846 SM«« t»« ajs il MWWUMMMUI »svigr gerroneoer wea�naymen ourep venieivcn M den; c) Gewährung von unentgclllichem Recktsschi»«it um so[ lichen Streitfällen: d) Regelung der ArdeilSzeti M ytzn Jahn beitelobnes; e) Beseitiguna der Stückarbeit Ivlfi Indem fie Äff® Äife fei Voi ständen der Kartellvereine und sonst darui» � biieflich zugeschickt. j Die Cevtral- Krank««- und Begräbntßkasss�j und uerufsgtnossen(E. H. Nr. 64,„Hoffnung Sonntag, den 25., Vorm. 10V, Uhr, Alte � eine Versammlung ab. Tagesordnung: 1.,| Kassenbeiichl pro 4. Quartal 1884. 2 Wahl � j welches die in kürzester Zeit statifinvende Generös »u leiten Hab 3. Verschiedenes.— Bei der �% Tagesordnung ist eine recht zablreiche Betheilig� I tzstirreichts� Mitglieder erwünscht.(Siehe Inserat.) � Ä Die « WMA.tz.MN«MW g"'«>' 84 633 92[3000] 720 822 14 55 85 952 56 71 4 70r.0Bll®J Mußnohme< i"' tern. öie be erfüllt find. die ganze gr und Veisaw! und Meinur ihnen verwe bilden. Ma Ge etzrs wer Regierung, i »ein kann; 628 1550] 41 815 85 S-Uff WM....., ,M 50037 1300] 146 88 1300] 235 818 47 62 67 616 50/ÄI 78 808 28[löu-i] 51'.«23 48 5 1 028 40 63 274 Wj"' m 87 98 613 66 1300] 164 72[550] 705 73 853 66 49 06(3000) IM--------- 796 800[300] 78 419 21 1550] 54031 62 126 4�.r,( � uvo oo r»o uiv. ro oau t- m 55019[3001 51 73 79 311 46 430.39 93 503 10«UI 11500] 66 840 80 90 93 965 83 85 56041 64 131 35 4V« 40 41 66 451 518 39 49 656 69 711 88 837[550] 67%, [550] 75[550] 77 13000] 109 21 37 41 83 263 352 411% 714 31 876 973 99 5H017 63[1500] 76 159 90 327 41 1300] 89 656[3000] 742 65(300] 820 29 99 947 59006 442 61 515 68 1550] 627 77 815 18 11500) 21 49 64 78 f ««»107 86[300] 215 18[550] 302 42 43 51 82 424 635 78 708 54 81 89 842 900 5«1135 207 31 85 91 623 45 62 790 831 34 72[300] 78[300] yio � ja [300] 129[300] 92(3000] 222 84 98 347 449 66 582$, «»017[550] 283 93 330 45 98 448 80 624 29 37 69 8? :300| 909 19 35 74« 4058 59 154 82 90[300] 227[3 lieb für neuerer Zeit hingegeben h Dm [15001 407 94 1300) 608 701 71 813 920(30001 68 «5181 274 365 441 43 5% 26 44[300] 642 49 59 l� 807 42 62 Ü6 913 öS 82 Ä dOiCXi 3 37 MO] 73 H? 15 49(30001 56 62 464 67]550] 74 76 500[»Wl 6 891[300] 948 68 94«7048[5501 55[550] 67 168%$ 614 63 75 678 89 773 815 1550] 60 905«N002& 35 99 250 376 410 19[1500] 31 50(3001 54 58 78 f 43 832[550] 72 78[5501 90 973(1500)«»008 174 95 0° 392 411 89 91 680 16000) 839 74.,zz8 70066 80 117 68 243 52 320[300] 55 92 404 M W 916 31 33 40(5501 68 02(15000] 63 71027 137 41 iV rnWirn# MHKWsMMÄ MsWMKUMW 54 62 96 822 947 63 1300] 92 83003 86(300) 144 0 8«n# s wtf«' [1600] 727 42 48 864 69 74 77 947 78, 85032 147 346[5501 64 61 407[1500] 27 38 53 I 807(550] 15 49 62(60001 56 96 8Ö092 102 10 35,' gjmrnwimmg# 25002 108 73 78 253 300 „. 99.400 11 554 602 37 43 62 69 769 WWWMK MMWWMMMASKNK [15001 503 40 »A'7W.M4UU'732#19�6%�% pblT? 323 29 39 69 65 76 94 412 65 524 44 53 6% 725 6 ' ,i1 183[3001 95 227 90 549 72 74 94 619 714 17[300] 43 826 29[1500U ronrn 71 r�mi 7?i iqa oaa«qq äa Am qq ßcn 719 33,o [300] 71(3001 73 196 264 339 44 407 93 665 719 Ä gO 88221 36 47(1500( 342 424 93 567 82 85 648 63 fgoj 837 47(3000] 61 7S 944 80 84 89267 336 691 f ««054 66 68 84 102 13[550] 72 313 86 9%,%' 840(550) 98(1500] 91122 29 66 86 87 222 87�; 63 635(6601 .,____ 854[5501 56 76 992[30o,. 76 419[30! j 40 66 634 560 45 48[3000] GÄ 710 970 76(16001 87 90 11600]«»073 101 16 (3000) 970 76(16001 87 643 603(1500] 15 60 747. 146 64 398 408[1600] 28 61 3 4 99[3001 6'; Die Bei pkrend, daß Scheu öffentl Golvalen dei steht, kann I Malen eine( falls in das£ Urlaubs, «otdelle ab üblichen Tai zubringt, di, h.s»lecht. scheint aus Liste der stät dann schicdenen i gelegien Url< der Nacht sti mernden Kril MorgendS p treffen. Feh größte Aufre »on Polizis in alle öss Tölfern tel und Ftldai find, macht Flüchtlings «ähnlich wi> gefunden. Z Zivilist verd v-r den Roy Soldaten an �U. D«m! indische So) völkerung[i, Jagd zu mm ches er für 9 einrn Anlfee iiflfÄV' sorgt, daß de ihr Geld«oc SHCalteui«. i.»-Im. D,»- m- Vnl« wn S.-IW«w,«««..j. ;rcd)tlff uns en neu Lotck! i. aiorM zahlreich«' Beilage zum Berliner Bolksblatt. 0(1 Stadt n San' Freitag, dm 23 Januar 1885. II. Jahrgang. 7 9(0# ;n auf S CS aut diel Das A im 3� isam'nt'W Icn stcb. a nd SS»� nfilien KoMiseKe UebersieKt. Berlin. Es ist das Gerücht veihieitet, daß gleichzeitig * t der Erbringung der jetzt noch im BundcSrath befindlichen »vorläge über die ErhShurg einer Anzahl ZSlle in den Reichs- «ag diesem auch«in sog. Sperrges.tz vorgelegt wervcn würde, durch welches die beabstchtigten ZollerKödungen. so weit ste In mzielle Bedeutung haben, provisorisch schon vor ihrem end- ailiigen Jrleasttrete.r eingeführt würden; der Zweck wäre, eine die Reichikasse schädigende Spekulation zu verhindern, welche , durch wafienhaften Import der im Zoll zu erhöhenden Waaren »or der Publikation der Zolltarifnovelle erfolgen könnte. Das Gerücht ist mchr unglaubwürdig, da im Jahre 1879 der Reichs. raste durch das Unierlaffen einer derartigen Maßregel resp. durch das, zu späte Ergreifen bi rsclben erheblicher Nachtheil er« «achsen ist und der Finanzverwaltung deshalb begründete Vorwürfe gemacht wurden. mi-v«» ü" m OffiüöZ wird ein Aufruf verbreitet, welchen ein un«.?a I Komitee für eine Ehrengabe zum 7(>sten GeburiStag des � �(lö erlaff.n hat. An der Lp tze des Komitees " stehen die berden Präfidenten deS Landtags. Die„Germania" b-uneikt dazu:„Ueber den Aufruf brauchen wir nicht viel Worie zulverlie«n Durchaus sachliche Gründe un.> keineswegs Abnergung gkg.n den leitenden Staatsmann find bestimmend für das Verhalten gegenüber diesem Ausruf. Er ist das Pro- dukt der Adreffcnbewegung, die, von der gouvernementulen Ältmorirät wachgerufen, sich großentheils in beschimpfender und verletzender Weise ohne Rücklicht aus sachliche Gründe gegen die Majoritar der Volksvertretung gewendet hat. Roch jetzt wird von den vevchiedensten Zettungen, sogar Unterhaliungs. jonrnalen, ausdrücklich dir Ehrengabe-Sammlung mit der Dnrltoifrage verquickt. Selbst wenn diese politische Tendenz dem Aufrufe fihlte, wä e die Stellung zu demselben schon ge- kennzeichnet durch den gegenwärtigen Stand unserer inneren Politik und der lirchenpolriischen Situation. Endlich aber ist dm Ausgang der Bewegung nicht zu ermeffen. welche fich an den Sammelruf knüpfen wird; es hat allen Anschein, daß ste »vaffer auf die trocken stehenden gouvernementalen Mühlen leiten soll, und wer bat Lust, hierbei mitzuhelfen?" Ueber das in Oesterreich geplavte Sozialistengesetz bringt die„Voff. Ztg." folgenden höchst deachteirswerlhen Ar- tik>l:„In den Motiven, mit welchen die östeneichische Regie- rung das dem Abgeoidnetenhause vv'gelegte Soziulistengesetz vrgleitet hat, stellt sie fich auf d'N Slandpuvkt der Rothwehr, und Niemand wird bestreiten, daß dieser Siondpunkt, wenn rs sich um die Vertheidiarrng der Gcsill chaft gegen die Kam- Mrrer und Stellmacher handelt, seine Beiechiigung hat. Wie »an aber denjenigen nennen würde, der zur Abwehr des mit Dolch und Dynamit bewaffneten MöldeiS statt zum Schwerte zur Gerte greift, oder gar, um fich zu schützen, mit einem Schwerte über einen Unbewaffneten bersällt. so muß man die V-rfaffer des österreichischen Sozialistengesetzes nennen, und «it um so größerem Recht, als die Erfahrungen der letzten zehn Jahre an ihnen spurlos voiübergegangen find. Indem ste sozialistische Bestrebungen mit den anarchistischen Äenttfiziren, treffen ste Hunderttausende von tüchtigen Arbet« tern. die beinahe ohne Ausnahme von sozialistischen Ideen «rsüllt sind, ebenso hart wie die schlimmsten Anarchisten. Für die ganze große Klaffe wird mit einem Federzuge das Vereins- «nd Veisammlungsrecht aufgehoben, dos Recht, ihre Anfichten «nd Meinungen durch die Preffe zu verbreiten, lasfirt und ihnen verwehrt, wirthschaflliche und Hilfszenoffenschaflen zu bilden. Man wende nicht ein, die vernünftige Anwendung deS labt l"'M ��tzes werde vor solchen Exzessen schützen. Es gkbt keine rJUalDt« Begier ung, welche den Mißbrauch von Ausnahmegesetzen hin- 1 AM dern kann; auch die edelste, die mächtigste ist dazu nicht im " Ii Stande, Zur Rechtfertigung ihrer Vorlage beruft sich die isterretchische Reg'eiung ferner auf die deutschen Ausnahme- gesetze. Die thalscichlichen Erfolge, welche die deutsche Regie- rung mit dem Soriatistengesetz erzielt hat, können, meinen wir, kaum zur Nachahmung einer gleichen gesetzlichen Maßnahme ermulhigen- Sind doch Viele, die fich uriplüng. lich für das deutsche Sozialistengesetz erwärmten, in neuerer Zeit recht gründlich des Jirthums, dem ste fich früher hingegeben haben, inne geworden. Die Prozeffe des Jahres ' 3.20. r®J lUlbatV; icholzh 1 lurKen Lort-, on bei® men a® ie Fol ch stnv, a unv den as anj in an 'fest i' vürde, Erlevil. imalig�. Rä# aBel« ireffes, % litrn r " SD ist® Reistl itzurfl MiW er Ve' cn aü titsscbui, Mm » rm m straff*1 m ienM ;r,, nligu� a I woei i ? 40' 1 Das Werbedrpot)u Harderwyk. (Schluß.) Die Vethäliniffe gerade in dieser Beziehung find so cm- pbrend, daß es durchaus nothwendig ist, dieselben einmal ohne Scheu öffentlich zu beleuchten. Während nämlich den anderen Soldaten der B'surd der Wstthshäuser bis 10 Uhr Abends freisteht, kann der Glückliche, welcher Urlaub erhält, in den Gast- Walen eine Stunve länger vetweilen. Dann aber muß er gleich- falls in das Quartier zmück'ehren— es sei denn, daß«'6 vorzieht, Ben Urlaubs- Pvß in einem der vom Staate konzesstonirten Bordelle abzugeben, wo er nun, nach Entrichtung der üblichen Taxe, die Nacht in den Armen einer jener Sirenen zubringt, bk aus den Hafenstädten, selbst als für Matrosen schlecht, entfernt word>n find. Schlag 11 Uhr er- vauf der Kasernen-Wache ein Polizist, welcher die v, Beurlaubten in Empfang nimmt, und fich dann in Begleitung einer Patrouille in die ver- schfedenen öffentlichen Häuser begt.bt, um die dort nieder- gelegen UrlaubSpäffe mit jener Liste zu vergleichen. Während der Nacht find die Bordcll-Wirthi für die bei ihnen schlom- mernden Kneger velantwoitiich. dafür, daß die Leute des Morgends pünklfch bei der Reoeille wieder in der Kaserne ein- treffen. Fehlt bei dieser Vifitalron ein Mann, so herrscht die - ÄftÄ"ÄS In alle offen! licken lofale, es wird nach den umliegenden Dörfern lel-graphirt, das ganze Heer von Gensdarmen und F.ldaäedtern, welche um Halderwyk herum stationirt find, macht fich auf die Beine, da auf die Ergreifung des Flüchtlings steiS ein PrerS von 10 Gulden gesetzt ist. Ge- »ähnlich wird der„Deserteur" betrunken in einer Gosse vor- gefunden. Den genannten Preis kann fich übrigens auch jeder Zivilist verdien'n, wenn er«inen Angkwoibenen festnimmt, «r den Rcyon der Stadt übelschreitet, oder wenn er einen Soldaten anaiebt, der ein dem Militär verbolenes Lotal be- Dem Mann wird der Preis von seinem Traktament ??kie»ogen, und außerdem trifft ihn eine schwere Et'afe, die Derartige Fälle nie unter vierzehn Tagen strengen �messen wird. Es bedarf wohl ketner näheren wie hoch unter solchen Umständen der «Äiflrnnft£ W* tn*,tt Aichlung der bürgerlichen Be- �u«ung steht. Er ist ein Siück Wild, auf das Alle 5�? berechtigt find, und an dem Handgeld, wel- 4»....?Bri«ttzuna seines Kö pers erhält, glaubt J-der haben. Es ist aber auch daiür ge- ceuangewmbenen die Gelegenheit nicht fehlt, Harderwyk los zu werden. Alles ist auffal- P, wSä 1878 haben hinlänglich dargetban, daß es damals in Deutsch- land noch k.ine Anarchrsterpariei gegeben bat, de-en Existenz man heute leider nicht bistieiten kann. Wenn dieselbe noch immer viel bedeutungsloser ist als die Terroristen in Rußland, so verdanken wir dies nicht zum geringsten Thcile dem allge- meinen Wahlrechte, welches den einfichtigeren Arbertern Vre Ausficht eröffnete— ob mit oder ohne Grund, ist ganz indrffe- rent- auf der Tribüne des Reichetags ihre Klagen verlaut- baren, ihre Forderungen stellen und zur Verwirklichung der- selben beitrogen zu können. In Oesterreich wird der Arberter durch das Sozialistenßescy rechtlos, seine materielle Lage rst wenig hoffnungsvoll, es wüßte also mit wunderbaren Dingen zugehen, wenn das Sozialistengesetz in Oesterreich nicht gerade dahin führen sollte, der Anarchiftenpaitei neue Rekruten zuzu« führen." Mannheim, 22. Januar. Das Frankfurter Polizei-Prä- sidium hat ein zweit, s, angeblich von einem Frankfurter Bürger Herrührendes Signalement deS Mörders an die Polizeibehörden versendet, welches auf den in Hockenheim Velhafteten paffen soll. Die Indizien für die Schuld des Letzteren, welcher jede Auskunft o-.r weigert, häufen fich. Der Schnitt in seiner Hand soll Durch die Selbstverwundung beim Waffengedrauch herbei- geführt sein. Htestge und Frankfurter Blätter wurden im In- lercffe der Untersuchung bebördlichelserts elsucht, keine Details zu vnöffentlichen. MMmeutsderiekte. Deutscher Reichstag. 31. Sitzung vom 22. Januar, I Uhr. Am Tische des Bundesrathes Stephan. Ohne Debaltc genehmigt das HauS in dritter Berathung den deutsch- griechischen Handelsvertrag und tritt sodann in die erste Berathung des Postsparlassen- Gesetzes ein- Abg. Ackermann: Meine Fraktionegenoffen, nament- lich meine sächstfchen Landsleuts in der Fraktion, können der Vorlage nur sehr bedingt zustimmrn. Ich erinnere zunächst daran, daß wir es hier zu tbun haben mit einer Abänderung der Verfassung. Die Post ist nach der Verfassung bestimmt zu einer ernhculich organifirten und verwalteten Verkehrsanstalt. Das Sammeln von Ersparnissen ist aber wever Gegenstand der Verkehrsanstallen, noch läßt es fich etwa unter das dem Reick, ja ebenfalls zugewiesene Bankrecht unterbringen', denn die Sparkassen treiben keine Bankgeschäfte. Wenn nun freilich der Bundesrath die Verfassungsfrage nicht gestellt hat, und die Mehrhut des HauseS die Voilage annimmt, dann ist ja eine Debaite über die hier voihanvene Abänderung der Verfassung übelflüfstg; immerhin ergiebt fich aber, daß wir es hier mit eurer schwerwiegenden, die Kompetenzen des Reiche? berühien- den Frage zu lhun haben. Tie hohe Entw'ckelung seines EpaUassenwesens veroanit Deutschland hauptsächlich den Ge- munde,,; diese haben, ohne Unterstützung vom Reick oder Staat zu verlangen, die Spark.ffen gegründet und zur Vlüihe gebracht lediglich zu humanen Zwecken und zu Nutz und Frommen der Äesammiheit. Unter allen vorhandenen Spar« lassen überwiegen denn aueb die der Gemeinden bei weitem: in Preußen giebt eS neben 890 Gemeindc-Sparkassen nur 117 Vereins- und Privat-Sparlassen; in Bairrn nur eine einzige Privatspartaffe wben 278 der Gemeinden; auch in Sachsen ist das System der Gcmeinvcverwattuna fast ausschließlich aner- lannt, unv in Baden giebt es 90 Sparkassen mit Gemeinde- büigschaft und nur 13 ohne solche. Nun hat das System der Geineindeipai lassen fich b sber vorzüglich bewährt; die Beamten kommen dabei in nähere Beziehungen zu den Sparern. Die Organisation der Gemcindespaikassen paßt fich allenthalben den besonderen örtlichen Verhäuniffen an. was bei den Postspar- u-ssen niemals möglich sein wicv. Der in den Motiaen ver Vorlage den Gemeindekaffen gemachte Vorwurf, dieselben dienten mehr dem Nutzen ves Mittelstandes als dem der keraen L-ute. ist völlig unbegründet; die Kassen dienen viel- mehr den Interessen deider Kategorieen gleichmäßig. In Preußen und Sachsen besteht die Hälfte aller Sparer aus solchen. deren Guthaben die Summe von 150 Marl nicht lend theuer und schl-cht, das elendeste Getränk wird zu fabel- hasten Preisen vcrichäalt. Ebenso unverhältnißmäßig theuer ist daS Essen in allen Lokalen, und oft ungenießbar. Es befindet fich in Harderwyk eine Armee von lüverlichen Werbsbiloern aller A:t, die unter dem Dickmantel als Sängerinnen, Kellne- rinnen rc. der Prostitution fröhnen. Mehr oder weniger hul- digen auch die Frauen der Logementhalter und dieDienstdolen derselben der Venus vulgivaga, und in den meisten Fällen weiß der Hausherr darum. Abend für Abend herrscht in der Stavt ein wildes, wüstes Treiben. Lärmende und betrunkene Soldaten ziehen durch die Siraßen, von einer Kneipe tn die andere; überall ertönt schrille Mufik und Heiseier Gesang; da- zwischen entstehen Schlägereien, es erfolgen Arrelirungen; einen Augenb.ick ist Ruhe, dann bricht las Getöse um so ärger los- Um Verwundungen zu verhüten, soll lein Soldat ein M.sser bei fich führen— eine weise Volfichte Maßregel; als od nicht ein zerbrockenes Glas oder ein handfestes Stuhlbein ebenso ge- sähriiÄe Waffen liefern! So lebt der junge Soldat in einem wilden Taumel, bis der Tag der Emsch ffung kommt, der immer ein Sonnabend ist- Schon am Abend vorher find alle T upven eine Elunve früher konfignirt. Am Tage ist mehre.« Male Appell gewesen, wo die Mannschaften ihre Sachen vorzeigen müssen- Diese R.viston ist nicht übelflüistg, da das Verkaufen der MontirungSstücke durchaus nicht selten geichtebt. Bei dem letzten Apell, der von dem Kommandeur des Werbe-Depots selbst abgehalten wird, sehen die jungen Mannschaften diesen zum ersten und einzigsten Mal in einer diensttichen Funktion. Sonst bemerkt man von seiner Anwesen- hert durchaus nichts. Der Kommandeur des Werbe-DepotS ist ein holländi cher Stabs Offizier, aewöhnlich ein Oberst-Lieute- nant oder Oberst. Er hat in der Kaserne ein Bureau, dem ein Lieutenant als Adjutant vo. steht; diesem find als Gehilfen und Schreiber mehrere Unteroffiziere beigegeben. Da der Kom- mandeur selber nur wenige Augenblicke täglich aus dem Büreau ericheint, um Rapporte entg-genzunehmen, Strafen zu ver- hängen rc, so ruht die ganze Arbeitslast auf den Schultern seines Adjutanten. Dieser überläßt wieder daS Meiste den Unte, oifizieren, unter denen fich gewöhnlrch ein sehr befähigter Mensch befindet der auch eigentlich die Seele des ganzen Betriedes ist. Er ve kehrt mie allen Werbern, mit allen Logementhalte n, unv es hängt von ihm ob, ob die Papiere der Rekrulen genügend befunden werden. Daher ist er in panz Harderwyk eine angeseten« Person, um dessen Gunst es fich zu buhlen veilohnt. Wre er in Folge seiner SpiachkenniN'sse im Deuischen, Französtichen. Englischen»c. die Atieste deurlheilt, ist maßgebend, unv dreses Uetheil soll wieder adhändig sein von de» Banknoten, welche man zwischen übelsteigt- Auf die kleinen Einlagen unter 600 Marl kommen in Preußen und Sachsen 3,4 Millionen Einleger; auf die großen nur 0,9 Millionen. Im ganzen Reich giebt es etwa sechs Millionen Sparer; dabei kommen im Durchschnitt auf ein Spa-kassenbuch 630 M. In Sachsen gehören 26 pCt. der ganzen Bevölkerung zu den klein-n Ein« legern, d. h. relativ 4 mal so viel wie in England, dem Muster- lande der Postsparkassen. Die Sparkasse in München hatte 1882 26»Ct. ihrer Einlagen von Dienstboten. 28 pCt. von Handwerkern und Arbeitern; auf die einzelne Dienstbotenein« läge kamen im Durchschnitt 126 M.. auf die eines Arbeiters 127 M. In Württemberg waren 49 pCt. der Einlagen von Dienstboten mit je 54 M.; 33 pCt. von Arbeitern mit je 65 pCt. im Durchschnitt. Ja Sachsen war der DulchschnitiSbetrag der Einsogen der kleinen Leute noch wesentlich geringer; die größte Sparkasse dort, Dresden, nimmt nur Einlagen an bis zur Höhe von 600 M.; der Durchschnittsbetrag des einzelnen Guthabens ist 182 M. In Leipzig, der zweitgrößten Spar- kasse, waren'/« aller Einleger aus dem Dienstboten- und Ar» beile-stande. Der fernere Vorwurf der Motive gegen die Gemeinde» Sparkassen, daß ste wegen der wenigen Annahmestellen den ärme» ren Klaffen nicht genug zugänglich seien, ist offenbar, seitdem das System der Sparmal ken mehr und mehr Platz greift, gänzlich gegenstandslos; seitdem nehmen denn auch die Einlagen der kleinen Leute noch mehr und mehr zu. Im Deutschen Reich find 1891 Eparmarken zu 5 und 10 Pfg. bereits im Betrage von 1 300000 Mark verausgabt. In Sachsen wird in allen Werkstätten, Volksschulen, Fabriken in dieser Weise gespart; ieder dritte Einwohner Sachsens ist jetzt Inhaber eines Spar- kassenbuches. Die Motive bemängeln ferner bei den Gemeinde« spalkaffen, daß die Uebertragbarkeit der Einlagen im Wege der Vereinbarung nickt ,u«Neichen sei. Auch dieser Vorwurf ist unbegründet; in Rheinland, Westphalen, und dem Königreich Sachsen ist die Uedertragbarleit bereils eingeführt; es wiro davon aber ein außerordentlich geringer Gebrauch gemacht; in Sachsen haben es nur 0,7 pCt. der Sparer gethan; in Berlin sollen seit Einführung der Uebertiagbarkeit überhaupt nur Z Fälle ihrer Anwendung vorgekommen sein. Es wird dann ge« sagt, daß die Gemeinden die Vermiitelung der Post in Bezug aus die ihnen von dieser angebotene Verwaltung der Spalkaffen nicht angenommen haben. Die Bedingungen der Post waren aber thatsächlich unannehmbare. Während gegen- wältig die säcbstscben G-meind n die Verwaltung ihrer Svar- kassen nur 3,10 Millionen Mail kostet. hätte die Post den Gemeinden für diese Verwailung 10,19 Millionen Mail ab- genommen. Sic Motive suchen die Befürchtung zu widerlegen. daß die Postiparkassen die bestehenden Kommunalsparkaffen fchävigen würden. Letzteres würde allerdings der Fall fein, wenigstens, wenn die Postsparkassen mit den Privilegien der Vorlage ausgestattet weiden. Im Auslande hat man ähnliche Erfahrungen gemacht. Vielleicht werden die großen Gemeinde- sparkaffen durch die Konkurrenz der Post parkassen unbeiührt bleiben. Gerade die mittleren und kleineren aber werden ganz ficher zu Grunde gehen, und gerade diese letzteren baden in neuester Zeit um 30 vCt. zugenommen. In Sachsen find fer- ner 284 Millionen Mark oder 70 pCt. des gesammten Spar« gulhabens seitens der Svaikassen in Hypotheken angelegt. Wenn nun ein kleiner GutSbesttzer eine Hyooihik brauchte, so ging er zum Bürgermeister, und fie wurde ihm von diesem, welcher seine persönlichen Belhältnifle genau kannte, aus den kleinen Gemeindesoarkassen gewährt. Auch in Preußen find 73 pCt. der sämmtlichen Sparkassen den lokalen Kredildedürfniffen zu- gewandt. Das wir» anders werden mit Einführung der Post- sparkaffen. Dann fließt das Guthaben an die Staatskasse, und der Hypothekenverkehr wird ganz empfindlich darunter leiden. So oft ist ferner geklagt worden über die gegenwär- tige Ueber lastung der Gemeinden. Durch die Postsparkassen werden Sie den Gemeinden aber noch die Voitheile entziehen, die sie bisher auS den Ueberschüssen ihrer Sparkassen gehabt haben. Das ist ein großer Schaven, der für die Gemeinden au« der Vorlage resuitiren würde. Es giebt nun ja Gegen- «'i-n»ät ÄPÄÄ/Är fei ernlagen für Rechnung der einzelnen Gemeinden anzunehmen, um den Leuten daS Sparen zu erleichtern. Will man di« die Papiere gelegt hat. Es soll daher vorkommen, daß Leute mit echten Attesten abgewiesen, andere mit gefälschten Pa- pieren anstandslos angenommen werden. Daß hier wirklich Unterschleife der gröbsten Art gewöhnlich find, steht man auS dem Aufwand dieser Herren Unteroffiziere, deren offizielles Ein- kommen läßlich 15 bis 20 Groschen det'äqt. Ob auch die Oifi.iere in solchen Nebenaeschäften verwickelt fiav, läßt fich weniger beurtheilen; jedenfalls aber üben st- eine merkwüldtg« Nachiässtgkeit; es liegt ihnen auoenscheinlich nur daran, daß der Form genügt wird; welcher Art die Rekruten und ihre Papiere find, ist ihnen in der Thai gl-ickgiltig. Es müßte doch em wahres Wunder sein, wenn von all diesen Umtriebm, Vre in Harderwyk j-deS Kind kennt, gerade die Offiziere nichiS erfahren. Vermuchlich handeln ste nach höheren Instruktionen, und vermeiden bei Annahme der Rekiuten nur DaS, was ihre Regierung mit fremden Staaten in Konflikt dringen würde, lassen aber im Uebrigen„Fünf gerade" sein, weil es sonst bald an dem nöihigen Menschen. Material fehlen wüßte. Am Tage der Einschiffung entfaltet fich eln seltsames Schauspiel. Schon am Abend vorher ist es in der Stadt viel ruhiger gewesen; manche Logementhalter und Kneipwirthe baden, auS Furcht vor den von ihnen geprellten und ausge- fogenen Soldaten, ihre Lokale garnicht zu öffnen gewagt; einzelne unternehmen sogar kleinere Reisen für diesen Tag, um ihre werthe Person in Sicherheit zu brin'en. Am folgenden Morgen triit dann das Detachement der Aa« geworbenen, 200 bis 400 Mann stark, an; es wird zwischen den Bayonetten der Mannschaften deS Werbe-DepotS zum Bahnhof gebracht, und sofort in einen becert- stehenden Exira-Zug gepackt. Die KoupöS»erben von Außen sorgfällig verschlossen, Brot und käse liegt für die Insassen auf den Bänken bereit, Niemand darf und kann den Zug bis Amsterdam verlassen. Hrer steht auf dem Bahnhof schon ein staikcs Piquet Scesoloaten, welches die Ankömmlinge bis an das Schiff eskoitirt. Sobald der letzte „Coloniaal" an Bord ist, wirb die Planke weggezogen, und das Schiff geht sofort unter Dampf; ein Entrinnen ist nicht mehr möglich. Während der ganzen fast stebenwöchentlicken Reise, wo der Soldat übrigens gut vei pflegt wird, aber schlecht logirt ist, darf Niemand das Sch ff verlassen; nur von Weitem können die Passagiere das rege Treiben im Hafen von Soutbarrpton beobaedten, nur von Ferne den berauschen- den Anblick von Neapel genießen; in Port Said umweht fie der erste Haueb orievtalifchen L bens; tn Suez und Aden laufen fie Flüchte von dm weißgekleideten schmutzigen Arabern, die zu ihnen an Bord kommen— bis die glüne Insel Java Alle aufnimmt, um nur Wenige wieder zurück- k.hren zu lassen.--- Postspaikaffm überhaupt einführen, so wird im Gesetz destimmt werden müssen, dast erstens der Zinsfutz von 3 auf 2'/- pCt. herabgesetzt wird; datz zweitens die Marimaleinlogen nur höchstens 300 Mar! statt 800 Marl betragen dürfen; und daß endlich auch sonst die Postsparkassen in keiner Weise gegenüber den Gemeinde- sparkassen pnvilegirt find. Eine Schädigung der Gemeinde- sparkassen wäre ein« solche für das ganze Land. lZustimmung bei der Reichspartei.) Abg. Kalle: Es find vielerlei Bedrnken, die gegen die Vorlage vorgebracht werden. In Bezug auf das Bedenken, od die Vorlage mit der Verfassung vereinbar ist, genügt für mich, daß fie von verschiedenen rechltkundigen Männern im Bundes- ralh geprüft ist, und daß diese fich für dieselbe ausgesprochen haben. Was das konstitutionelle Bedenken, die Furctt vor allzugroßer Stärkung der Staatsgewalt durch die Postspar- lassen betrifft, so verweise ich darauf hin, daß dieselben ans dem klaistscken Lande des seif governement kommen: ich halte dieses Bedenken für nicht erheblich. Wichtiger ist die Befürchtung, daß der Staat in Zeiten wirthschafilicher oder politischer Krisen in Verlegenheit gerathen könnte. Die Erfahrungen, die in den Kriegsjahren 1866 und 1870/71 gemacht worden find, beweisen aber, daß dieselbe nicht begründet. JnPreußm fanden imJahrel366 r»... �* s t VLJW 1 1 C bei dcn�Spar lassen Rückzahlungen nur in unbedeutendem Umfange statt; nur die Einnahmrn waren geringer- und 1870 wuchs sogar das Guthaben. In Frankfurt a. M. erfolgten 1866 nur 10 pCt. mehr Rückzahlungen als Einzahlungen. In Wien wurden sogar 2 Millionen Gulden mehr ein- als zurückgezahlt. In ganz Frankreich ging 1870/1871 das Guthaben um 22 pCt. jwrück. Diese Zahlen müssen ficher beruhigend wirken. Gerade die kleineren Leute find eben am Weniostcn ängstlich und be- wahnn am ehesten das Vertrauen. Jedenfalls ist aber in dieser Hinficht die größte Vorficht geboten. Man wird na- mentlich durch zweckmäßige Anlage der Kapitalien und zweck- mäßige Einrichtung der Kündigungsfristen dieser Gefahr vorbeugen müssen; und nach dieser Richtung enthält der uns vorlregende Entwurf entschiedene Vorzüge gegenüber dem eng« Irschen und franzöfischen Gesetz. Endlich wird eingewendet, daß die Postsparkassen die bestehenden Sparinstitute schädigen würden. Meine politischen Freunde und ich erkennen das Verdienst der bestehenden Sparkassen voll und ganz an, insbesondere den hoben Werth, den fie gehabt haben und noch haben für die Befriedigung deS lokalen Kredits. Ich stimme vollständig dem Referenten auf dem Hannöver'schen Svarkaffentage bei, daß die Geschichte unserer Sparkassen ein Ehrenblatt in der Geschichte des deutschen Volkes sei. Wir wollen deshalb alle Bedenken nach dieser Seite ernstlich prüfen, umsomehr, als manche meiner Freunde dieselben für so schwerwiegend er- achten, daß fie die ganze Vorlage deshalb mit wenig günstigen Augen ansehen. Die bestehenden Sparkassen genügen dem Zwecke, den arbeitenden Klassen das Eparen zu ermöglichen, nicht vollkommen. Es bestehen fceilich 3000 Sparkassen in ganz Deutschland, und die Einlagen in dieselben betragen 3 Milliarden Mark. Aber es fehlt ein gleichmäßiges, großes Netz von Sparkassen; während das Sparkasscnwesen in Sachsen, Hessen, Hannooer, im Rheinland und Westfalen, in den Bc- zirken Oppeln und Lieanitz reich ausgebildet ist, kommt im Osten nur auf 60 000 Einwohner eine Sparkasse. Und dar- unter giebt es Kassen, die nur ein- odrr zweimal wöchentlich geössent find, und die täglich geöffneten haben zum großen Theil Mittagsstunden. Auch die verschiedrne Einrichtung der verschiedenen Kassen erschwert das Eparen. Diese Mängel find übrigens nicht von der Regierung zuerst zur Sprache gebracht worden. Schon auf den deutschen Sparkassentagen find fie wiederholt ausgesprochen und Abänderungen angeregt worden. Ich freue mich, daß neuerdings auch vieles geschehen ist, um Besserungen herbeizuführen; ich denke namentlich an die Pfennig« sparkassen. In meinem Wahlkreise allein find 61 Pfennig- sparkassen eingerichtet worden. Den bestehenden M ßständen aber gründlich Abhilfe zu schaffen, dazu find nur die Postspar- lassen im Stande, namentlich auch in Hinficht der Uebertrag- barkcit der Einlagen. Daß die Postsparkaffen den Bedürfnissen gerade des kleinen Mannes entsprechen, beweist der Umstand, daß im erst-n Jahre des Bestehens derselben in Holland ein Drittel der Einlagen unter 1 Gulden und in Oesterreich 90 Prozent unter �Gulden betrug. Ter Rückgang der bestehenden Sparkassen nach Errichtung der Postsparkassen m England hatte nur seinen Grund in der Veriottctheit der zur Zeit dort vorbandencn Prioallparkassen; in Frankreich ist eine solche Schädigung nicht eingetreten. Wir wünschen ober eine Verbesserung der Vorlage im Sinne der an uns herangetre- tenen Wünsche der Vertreter der bestehenden Sparkassen. ES möge in der Kommisfion namentlich die Frage des Zinsfußes, der Maximaleinlage, der Belehnung von S. uldverschreibungen erwogen werden. Es soll auch dafür Sorge getragen werden, daß nicht mehr Geld als nothwenvig nach der Zentralstelle fließe; einkmöglichst großer Betrag soll den Sparkassen, welche die nöthigen Garantien bieten, verbleiben. In diesem Sinne bitte ich die Vorlage an eine Kommisfion zu verweisen und hoffe, daß das deutsche Reich, das auf dem Gebiete des Arbeiter- Versicherungswesens die Führung Überrommen hat. nun auch auf dem Gebiete des SparkassenwesenS seine Pflicht erfülle. Staatssekretär Stephan: Die Vorlage ist lediglich auf- zufassen als ein Ausfluß der Sozialpolitik, welche in der Aller- höchsten Botschaft angekündigt worden ist. Alle, welche diesem Banner folgen, werden fich auch mit dieser Vorlage befreunden müss n. Dieselbe ist zu betrachten als ein wichtiges Glied in der Kette von Maßregeln, welche von der Regierung zu Gunsten der nicht besitzenden Klassen getroffen sind. Daß auch das Sparen ein wichtiger Faktor ist zur Hebung der wirthschastlichen Verhält- wisse, bedarf nicht der Erwähnung, auch nicht der moralische Werth, welcher demselben zuzuschreiben ist; es ist aber auch ein Element staatscrhaltender Kraft und die Aufgabe einer weisen Politik, den Eparfinn zu fördern. Nun sollen zu diesem Zwecke die Organismen in Thätigleit gesetzt werden, welche das Reich in sein n Verkehrkanstalten befitzt. Wir haben im Reichspostgcdiet 15 000 Postanstalten, Privatsparkassen find jetzt 3000 vorhanden; nehmen Sie unsere Vorlage an, so würden fich die Sparkassen mit einem Schlage um 12 000 vermehren. Es käme sodann eine Eparanstalt auf 4500 Einwohner und 40 Quadrat-Kilometer. Der Herr Vorredner hatte Ihnen ein lebendiges Vild entworfen, wie ungleich die Sparkassen jetzt vertheilt find. Für die Landbevölkerung find dieselben ge- radezu als unbrauchbar zu bezeichnen. Die Postsparkassen da- gegen werden an jedem Tage zugänglich sein und in der besten Tageezeit. Die Post ist ausgerüstet mit sachkundigen Be« amtcn. Wenn bemerkt worden ist, daß die Postbeamten der Bevölkerung nicht so nahe stehen, wie die Gemeinde- beamten, und daß fie öster wechseln, so muß ich das als einen Vorzug bezeichnen. Es liegt im Jnteresse der Sparer, daß die Beamten nicht einen so tiefen Einblick in ihre Verhältnisse bekommen. Das ist nicht angenehm, zumal, wo es fich um Veranlagung zur Steuer handelt. Die Post befitzt vorzügliche Kasseneinrichtungen für den Sparkassendicnst, fie hat einen guten Kontrolapparat, der für das Sparkassenwesen kostenfrei zur Verfügung gestellt wird, und darüber hinaus bietet fie den Vortheil einer einheitlichen Organisation, der die Uebertraabarkeit der Sparkassenbücher in erster Linie ermög- licht; gerade das ist ein wesentliches Moment Durch die Ge- staltung unseres wirthschastlichen LebenS ist die arbeitend« Bevölkerung mehr und mehr eine flultuirende geworden. Wenn die Erntezeit herannaht, wenn in der Provinz Sachsen die Zuckerlampagn« beginnt, wenn Tunnelbautcn gemacht, Me- liorationearbeiten veranstaltet, Eisenbahnen gebaut werden, ziehen die Albeitcr von einem Ende Deutschlands zum anderen. Da ist es wichtig, daß die Sparkass-nbücher übertragbar wer- den. Daß die Uebertraaung in Sachsen nur in gerrngem Maße in Anwendung gekommen ist, beweist doch nrch nicht, daß das Bedürfniß derselben überhaupt nicht existirt. In Ena- land betrugen die Uebertragungen 1862 4 pCt. 1868 19 pEt. Frankreich hat Postsparkassen seit dem Jahre 1881. Die lieber« iragungen machten 1883 5,58 pCt. aus, und der Wertb dersel- den belief fich auf 3,44 pC'. der Einlagen. Vergessen Sie übrigens nicht, daß Sie nach Annahme der Vorlage neben der großen Zahl fester Annahmestellen 20 000 mobile in unseren Landdriefträgern erhalten, die togtäglich einmal und nach den neuesten Anordnungen jetzt schon vielfach zweimal bis in daS letzte Wohnhaus kommen. Wenn denselben die Annahme von Postanweisungen und die Einziehung von Zeitungsgeldern übertragen werden konnte, so werden fie auck milder Annahme von Eparaeldern betraut werden können. Der Befähigung der Post zur Übernahme deS Sparkassenwesens entspricht der Er« folg, der in anderen Ländern mit den Postiparkassen gemacht ist. In England find seit 1862 41 768000 Lftr. in den Postsparkassen angelegt, in Italien seit 1874 140 000000 Fr., in Frankreich seit 1882 105000000 Fr., in Oesterreich 14 000 000 st., in Belgien 52 500 000 Fr., in Holland 3 500 000 fl. Aehnlich find die Eifabrungen in anderen Ländern, und diesen Thalsachen entsprechend und in der Uebcrzeugung, daß dirselben nicht Konkurrenten der Privatsparkassen, sondern lediglich Mitarbeiter derselben werden würden, haben auch die Sparkaffentage ihre Beschlüsse gefaßt; nur von Sachsen auS ist Widerspruch gegen die Postsparkassen erhoben worden. In Sachsen find jetzt 178 Sparkasstn vorhanden, aber nach Ein- führung der Postsparkassen würde die Zahl derselben auf 500 bis 600 erhöht werden, und wenn die Einzahlungen bei den P-.ivZtsparkassen hier schon eine bedeutende Höhe erreicht haben — 226,825,000 M.—, so beweist doch der Durchschnitt der auf jedes Sparkassenbuch fallenden Beträge und die Höhe der jährlichen Einzahlungen, daß hier in Sachsen die Sparkassen vielfach von den bemittelten Klassen zu Kapitalanlagen benutzt werden. Herr Ackermann hat gewünscht, daß gleiches Wetter und gleicher Wind für beide Kassenarten eintreten, und des- halb auch den Prioaikassen die Portofreiheit bewilligt werde» möge. Aber das Gesetz ergiebt doch, daß die Vortheile ganz auf Seiten der Prioatsparkaffen liegen. Denn welche Privatsparkasse schreibt ein so geringes Maximum und einen so niedrigen Zinsfuß vor als die Postsparkassen? Daß nach Einführung der Postiparkassen in England Privat- sparkassen eingegangen find, ist richtig, aber der Gnind für diese Erscheinung ist doch nur in den ganz besonderen Verhält- nissen jener englischen Kassen zu suchen. Es waren in den meisten Fällen sogenannte»mstee-Banken, denen die Anlehnung an die Kommunaloerbände fehlte. Es ist sodann auch hervor- gehoben rvorden, daß im Falle eines Krieges die Postspa.kassen einer besonderen Gefährdung ausgesetzt wären. Auch hier gebe ich die Thatsache zu, aber dieselbe hat doch nicht die kontinen- talen Straten abgehalten, zu der wohlthätigen Einrichtung der Postsparkassen überzugehen. Auch find ja, wie das Geietz an- giebt, besondere Schutzmaßregeln für diesen Fall vorgesehen, ein Theil der Gelder wird in leicht flüsfig zu machenden Wech- sein angelegt werden. Es ist dann auf eine Bemerkung von Lette angespielt worden, daß die Zentralisa ion in einer Hand ein Unglück sei, aber diese Behauptung trifft ja hier nicht zu. Die den Sparkassen zufließinden Gelter bilden bei uns nur einen Durchgangsposten, fie werden auf Verlangen an die Landes- Regierungen und an die Kommunalverbande zu LandeSkulturzwccken abgegeben werden. Auch die Behauptung, daß den Gemeinde- und Kreissparkassen durch die Postsparlossen eine gefährliche Konkurrenz bereitet werde, halte ick für unbegründet. Wir werden in der Kam- misston weitere Nachweisungen darüber geben, daß beide Arten von Kossiir neben einander best.hen und fich sehr wohl mit einander vertragen können, im Gegentheil, daß jene Privat« sparkassen aus der Einführung der Postsparkossen nur eine Stärkung erfahren. Nach stedenjährlger ernster Prüfung und Studien, die wir in allen europäischen Ländern haben anstellen lassen, legen wir Ihnen die Frucht derselben in diesem Gesetz vor, das ausgearbeitet worden, eist nachdem wir uns überzeugt, daß cS nach keiner Seite hin nochlheilig fein werde, ll-berdies sind ja gerade füi die Prioatsparkaffen besondere Echotzmaßregeln getroffen, die ich vorhin bereits erwähnte. Was die Verwaltung betrifft, so wird dieselbe dem Reichc-Jnoalidenronds übertragen werden. Damit sind alle konst tuiiorrellen Garantien für die richtige Führung derselben gegeben, und zugleich bekundet die bisherige Geschäftsführung des Reichs-Jnvalidcnfonds, daß auch für die Postsparkcsseii in dieser Beziehung nichts zu be- sorgen ist. Ueberschüsse will das Reich mst den Postiparkassen für stch nicht erzielen, dieselben sollen nur den Sparern zu Gute kommen. Tie Reichiregierung wird zufrieden sein, wenn ein Gesetz zu Stande kommt, das fie für segensreich erachtet für das Vaterland, insbesondere für die unbemittelten Klaffen unserer Bevölkerung.(Bestall.) Abg. Schcn k(deutsch-freifinnig): Der Spaifinn wird ja am besten gefördert durch Vermehrung der Spargelcgenheit. Soweit die Vorlaoe hierauf abzielt, stehe ich durchaus auf dem Boden derselben. Wenn aber den Postanstalten noch weitere Funktionen gegeben werden, wenn sie die Gelder ver- walten und anlegen sollen, so ist das doch sehr bedenklich. Wir stehen hier noch auf demselben Standpunkte, den der General-Postmeister Stephan im Jahre 1878 einnahm, wo er ebenfalls solche erweiterten Aufgaben der Post nicht für zu- träglich hiell. Das Sparkassenwesen in Deutschland hat sich allgemein bedeutend gehoben; es haben sich Eparkassenver- verbände, darunter z. B. ein„Deutscher Sparkassenverband", gebildet; Pfennigspar lassen sind eingerichtet worven. Diese Sparkassen jetzt du ch eine Konkurrenz zu schädigen, ist bedenk- lich. Wenn vielleicht auch einige wenige der vorhandenen Gemeindesparkassen ihre eigentlichen Aufgaben vergessen haben und mehr auf die Ansammlung großer Kapitalien bedacht warm als auf Spareinlagen des kleinen Mannes, so verschwin- den diese Fälle doch gegenüber der ganzen großartigen Eni- Wickelung unseres Spar kaffcnwesms vollständig. Die Post sollte, statt die Gelder zu verwalten, vielmehr dieselben nur an- nehmen dürfen und fie dann den bellehendm kommunalen Sparkassen übermiiteln. Es ist ferner nicht akzeptabel für uns, daß, wie es die Vorlage will, die Postsparkaffeneinlagen an einer Stelle zentralisirt werden. Tie Zentralsülle kmn über die Verwendung der Gelder im Interesse der einzelnm Lan- destheile nicht richtig entscheiden. Es soll zwar ein Theil an die Landesregierungen überwiesen werden, aber das wird wohl nur in seltenen Fällen geschehen. Es ist sehr fraglich, ob die Anlage der Gelder wirklich im Interesse der kleineren Leute crfolgm kann. Eine solche Zentralbehörde wird fich nicht gern mit vielen kleineren Geschäften abgeben, sondern lieber größere zu machen suchen. Das ist unser schwerwiegendstes Bedenken. Bei irgend welchen Krisen, schlechten Konjurkiurm u. f. w. werden die Kündigungen der Gelder so zahlreich sein, daß das Reich vielleicht nicht allen Ansprüchen zugleich wird genügen können. Wenn dann daS Reich von dem ihm nach dem Gesetz zustehenden Recht der Verlängerung der Kündigungsfrist Gr- brauch macht, so wird wieder der Sparer geschädigt werden. Mit einer kommissarischm Berathung der Vorlage bin ich ein- verstanden. Abg. Günther(Sachsen):(Auf der Journalisten- tribüne schwer verständlich.) Es handelt fich hier nicht um speziell sächfiiche, sondern um allgemein deutsche Interessen; oder auch von diesem Standpunkt werden die Vortheile, die die Vorlage gewähren kann, durch die Nachtheile derselben über- wogen. Ich bin durchaus kein Gegner drr Ausdehnung des staatlichen Einflusses im wirthschastlichen Leben; ich stehe völlig auf dem Boden d bitte, die Vorlage einer Kommission zu überweise�, hauptsächlich darauf ihr Augenmerk zu richten habest?'' Der Geset es zu einer Verständigung mit der Post und den bürgerlichen taffen kommt. in erster Leim Abg. v. Helldorff: Meine Partei veikeststt �kurz zur unvi großen sozialen Werth der Postsparkassen; fie erk-rm>»athung seiden einen großen Fortschritt im Interesse der»est»' Eil folgt 1 Indessen muß das Gesetz noch mehrfach abgeände»'die Zusamm namentlich in dem Sinne, daß ver kleine Kredit für rheinis mann nicht erschütlert werde. Auch in Bezug am> Abg. R i der Einlagen trifft die Vorlage wohl nicht vas SJ hoffe, die Kommisfionsberathungen wrrden dahin st wir uns über eine brauchbare Fassung der Vorlage (Beifall rechts.) Ada. Dr. Windthorst: Auch bei meinest find lebhafte Bedenken gegen die Vorlage geäußen es scheint sogar, daß die Bedenken überwiegen. Dingen bietet die Vorlage verfassungsrechtliche Sch� fie erweitert die Kompetenz des Reichs, und jidfl Staat wird berechtigt sein, ein solches Gesetz, als faffung widersprechend, bei stch nicht zur Ausführung Zwar gehört das Postwesen zur Kompetenz des R handelt stch's aber nicht um eine Posteinrichtu um Verstaatlichung des ganzen Sparwesens. ferner schwere sozrale Bedenken vor; es handelt st» zentration der E sparnisse der ganzen Nation; d« Sparkassen würden allmälig aufhören und alle die große Zentralstelle Berlin fließen. Man soll einzelnen Adern in einem Körper blutleer machest Blut in einem einzigen Gesäß des Körpers sam> unzweifelhaft würde der gesammte Kreoitnerkehr du läge beeinflußt werden Mit vollem Recht wünschen aus Sachsen n-cht, daß das sächsische Kapital nach Konzentration des Kapitals in einer Hand, Direltü alle Gefahren, die das hat, zuiammengerechnct, die Vortheile der Vorlage auf. Es wird ein H« Unifikalion deS Reichs, für die Beseitigung der C geschaffen; das ist ein wichtiges politisches Bedenkest lieh der Vorlage im Einzelnen behalten wir UstLl jeaener Jnreil natürlich die Hand frei und find für kommissarischc� w (Beifall im Zentrum) J....... Etaatssek.etär Stephan: Bei dem VoiJ man niemals klar; bei ihm geräth man stetl i.is er ist der Vater aller Hindernisse.(Wideisp uch w Auf seine Verfassungsbedenken erwidere ich, daß r. im Bundesrath die Zustimmung der verbündeten erhalten hat. Wenn der Abg. Windthorst von crtss tigten Verstaatlichung des, weiß ich nickt, welches die .. das der ch in schreien iegriffSauffass keit des E gen Zwang der Zr läit eine sol Verfassung de, mn die dm irklich eine orhandensein Prinzipiell w relt der Zuläs führlichen Krit Redner nockm bringung des ein Bedürfniß gends berausg fich auck auf> gesetzgebung e Konsequenz ge und der Parz, Minister welche sioc ü stützt fich bei! rungen. Der Eigenthümlich die Auffaffunk Stammes wer y fchen. Nicht An keinem Punkte der Vorlage oder der Mollve iß Mäßigkeit der die in§ 1 sei Auf Zusamme Enreignung is bestehenden V wäßigkeit der iwiz. aummvui» vv» Namentlich nie ganzen Sparkassenwesen«� Wege zur Ar; : Quelle für seine B � eingeschlagene! �-. orn*»i— j— 1 1........ m& �aioritätsbil! WWWWWWW. MWWWWMW___....< � nen wir nicht de» entschiedensten Widerspruch stoßen, und nicht dag ganze Ge von Seiten Preußens. Daß die jetzt bestehenden� ähnlicher Ten nicht aufhören würden, ist schon von anderen%'L Fläche und d mir selbst nachgewiesen. Von der Absicht der Umf?! leiten, welche lieber führung des gesamm'en kleinen Kapitals Regierung kei steht auch nirgends in der Vorlage etwas. Ein gericht hat fie! streben würde auch für die Gesunvhest des Reicks aber die abstn Staaten sehr nachtheilig werden, und wir 1#%, lagen wirthsch einer solchen Maßregel nie unsere Zi.stimmuw/ fw/füt die ländii Gesetz verfolgt keine andere Tendenz, als b'c, Petenten Auto arbeitenden Klassen zu fördern..ü Abg. K n Abg. Stolle(Sozialdemokrat): Wir halten bringung niitz'ich, das Sparen künstlich zu erzeugen, wie ei �flusses des A will. Bis jetzt ist noch nicht das geringste �"ge vorenth ment gegen die Gem-indespaikaffen erhoben«Mauunger, d bat diese Vorlage außer der wirthschastlichen noch ,.r«�le des Ent Seite, die eben der Abg. Windthorst schon hervorM�chaftlichen V Man sollte lieber für deffere A.beitelöbne folgen, ,1,«er in den fr Man sollte lieber für bessere Arbeitslöhne sorgen. in den fr zu gründen, man sollte lieber v" �men egunc »**,»««Mit' v V* 4 v- ni-f.., I,«'s Gemeinden helfen, wie man es auch bei EinfubruNÜ.�nketreten|e, tmifs verheißen hat; man soll aber nicht die G'A�Z�M�Uwirl tansS verbeißen yar; man zoll aier nicht weiter schädigen. Indem man ihnen die Spalk«�.» �st wei ujcuci icuauiHfiT, invcrn rnwn lyncn uic.-n. nimmt. Em Hauptoortheil der bisherigen jßkfabt über K S n— SU„..„l____ L-t__ OTW ir UKluyc uoer fie den kleinen Leuten Kredit gegeben haben. Wa ß�guf. mit dem großen Zentcalfonds geschehen, ta J Abg. B< spareinlagcn zusammenfli ßen werden? Dre � � jj das Gesetz ka gewaltiger Kapitalien m einer Hand_ ist ferner e»I� Verhältni WMKWM-c- einfach abzulehnen; dann weiß das Jahre Vorlage es ist. Abg. Windthorst: Ich begreife nicht, wie sekcetär sich mit solcher LeidenschafllichkeU gegen konnte; und ich weiß nicht, od überhaupt ein ommisston empfehle der Haltung bei Bevölkerung dem Gesetz, i der Städte g & SSÄsLss« wissen der Regierung nahestehenden Bläitern, oMtzl m(t bm � anzugreifen, ansteckt. Ich w'rde angegriffen, oom Peiltn a gesagt habe, wcs die Redner vor mir doch rheinisch, sprochen haben. Haben die Herren Ackermann># gliedern eben nicht dieselben Hindernisse bereitet? Und finv»' s ausgesprochen um die Bedenken gegen eine Sache nach allen Ol'., ß ziallandtag h, vorzukehren? Deranige Angriffe werden mick'f.ß! tion beschräni Vorlagen der Regierung zu kriiist en. �1 bungen im 9 man übrigens in solcher Weise nicht. Der Re�.,,cS nf*« 61« kielt nicht beruhigen, weil eine Vorlage der verbün gJ finance seien rungen vorliegt. Sollen wir, menn s-N zW um gegebener verfassungsmäßige Reckte der Einzelstaoten werden, hier dazu stillschweigen? Sollen sere Stimme erheben, wenn von der 9% Eisenbahn darüber hinweggefahren wird? De' f" tage wird die Konzentration der Ersparnisse stw dieselbe nicht beabsichtigt wird; und was vas t»- werden wie ja sehen. Daß ein solches Kapital u» ken muß, weiß Jeder, der die Entwtckclung b«* i folgt und die Bedeutung des Kapitals kennt. � fall im Zentrum.), r ,u!f..— n Staatssekretär Stephan: Ich bin vt«> W landtog zu b Parlament, um unangenehm berührt zu werden- �.,1»uch keinen l eine von mir eingebrachte Borlage B, denken 6'° � angeführte B und ebenso wenig kann ei mich irritieen, wen v. Los zum- die mir tauer geworden ist, den Beifall einiger � Z olles andere, findet. Ob fie auch den des HauseS nicht fi" uz?»' ßKaneberathun wird fich später zeigen. Wenn mild„kJ- i Tustizmi genehm betübten könnte, so wäre„�.„Hdvot die Wohlthat, die durch diese Vorlage � erwiesen werden soll, aus den Einwänden, ü» vortheilhaft f muß ober, be wichtiges Wo Zentrum) Abg. v. »isten der Rh rrährend die gendem Maß, Ordnung da Herren schleck gehört haben, ihm sollte vorenthalten bleiben- merke ich, eS ist ein alter Satz im parlameo pn» daß man dem Gegner kein« anderen Motwc� die er selbst ausgesprochen hat- Herr � ausdrücklich den Regierungen dre Abficht» bis Sparkassenwesen� untergeschoben. unv � alle Kapitalien aus diesem Unternehmen einigen- sAba. Windthorst: DaS habe Daß ich mrch Vagegen namens der %?' pl'C und wird un fördert werde Abg. B Abg. Reichel fc: v- setzm muß, werden€He gewiß begreiflich finden.(Bei- ch �«5 Die Vorlage wird einer Kommission von 21 Mitgliedern 0tn- �i?M>-rwiesen. wirdd�fl Schluß 5 Uhr. Nächste Sitzung Freitag 12 Uhr. e kleinen 0 ,eife bühcl Abgeordnetenhaus. auern ß. Sitzung vom 22. Januar 1885, 11 Uhr. cfttlg> im Am Ministertische LuciuS, Friedberg und Kom» ü beiwtisi"''«lflarien. en baden M � Der Gesetzentwurf, betreffend die Vertretung deS Fiskus md den« in bürgerlichen Rcchtsstreitigkeiten der Justizoerwaltu'-g, wird ..mi. erster Lesung von den Abgg. Günther und Roeren i>>tllem> ffkurz zur unveränderten Annahme empfohlen; die zweite Be- .sie erM"..ratoung wird im Plenum stattfinden. >e der Bt' Es folgt die erste Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend abgeandtu die Zusammenlegung der Grundstücke im Ge'tungsgediete lredit rheinischen Rechts. iezug ar>>� Abg. Reichensperger lOlpe): Das vorliegende das Gesetz, das der Rheinprovinz aufgezwungen werden soll, stellt dahin M. sich in schreienden Gegensatz zu der den Rheinländern eigenen orlage vi�JÖcgriffSauffcffung von der Unantastbarkeit und Unverletzlich- keit des E genthums. Beneficia non obtruduntur; der schroffe l««inen � Zwang der Zufammenlegung, wie er hier beabsichtigt ist, ent- ! geäußen'hält eine solche Verurtheilung der bisherigen freien Agrar- wiegen, �versaffuiig der Rheinlande, daß man billig fragen muß. ob lche Echvi�denn vre durch diese Verfaffung herbeigesübrten M'ßstände und jeder,«irii'ch eine so rudikale Veränderung rechtfertigen; das ", Vorhandensein solcher Mißstände kann ich nicht bezeugen. Wnnzipiell widerspricht die rheinische Provinzialv-rfaffung Vi- (Ii rfl1 Zulassigkeit des ganzen Gesetze». Nach einer sehr aus- führlichen Kritik der Einzelbestimmungen des Entwurfs erklärt Redner nochmals, daß er die Verfassungsmäßigleit der Ein- dringung des Gesetzentwurfs auf das Entschiedenste bezweifle; ein Bedtirfniß dazu habe sich auf dem linken Rheinvfer nir- gends herausgestellt. Die Arrondirung des Grundbesitzes ließe sich auch auf andere Weise, z. B. durch eine verbesserte Wege- ge.etzgebung erreichen. Der Zwang der Vorlage führe in seiner Konsequenz geradeSwegs zum Verbot auch des Wiederverkaufs und der Parzellirung. lZustimmung im Zentrum.) Minister Dr. Lucius: Die Vorlage ist eine solche, me Auffassung des Eigenthumsbegriffs seitens des sächsischen -setz, als isührun« des R-i inrichtunl esens. ndelt st» tion; di v alle 8« !an soll mache» cS sama» ckehr dur wünsch«» chnet, ein He g der Bednrk» SiammkS wcniger zäh und fest ausgeprägt sei als die des fränki- vn}>!a tn- Bevormundung, sondern Geltendmachung über- wir uns iffarisch«� m Vor«! stetä in«' 'p:uch i«- daß dn ndeten P von«'% enwesewl iie SefS Ilotlve ist' im V.>»� v nicht zufl lehendc»' tecen% der Un.� pitalS«' Gin Jr » Reich«' legcnet Intelligenz liege in dem System des Entwurfs Cwl» f Provinziallanvtag habe sich einstimmig für die Der Mäßigkeit der Vorlage ausg/tprochen, die Majorität auch für i festgesetzten Modalitäten, unter denen der Antrag auf Zusammenlegung zulässig ist. Von einer zwangsweisen Enteignung ist nicht die Rede, wenn auch der Eingriff in die begehenden Verbältniffe ein sehr radikaler ist. Die Vnsassungs- Mäßigkeit der Vorlage ist von keinem Mitaliede der Regierung, namentlich nicht vom Jusiizminister bezweifelt worden. Andere Wege zur Anondirung des Grundbesiyes als die im Enrwurf «lugeschlagenen, versprechen einen gleicben Erfolg nicht. Die Majorttätsbildung süc den Antrag auf Zusammenlegung kön- nen wir nicht nach der Kopfzahl eintreten laffen, sonst bliebe das ganze Gesetz ein todler Buchstabe, wie es einem Gesetze ähnlicher Tendenz in Bayern ergangen ist; sie muh nach der Fläche und dem Katastralreinertrag erfolgen. Die Schwierig fcilen, welche dem Entwürfe entgegenstehen, werden von der Regierung keineswegs verkannt, und das rheinische Oberlandes- gericht hat sich allerdings gegen die Vorlage ausgesprochen; ______ aber die abstrakt erwägenden Juristen können bei solchen Vor- ujjirlK� lagen wirthschaftlicher Natur, die ein reines Wohlfahrtsintereffe -nun/ die ländliche Bevölkerung haben, nichi die einzigen kom- x�e Ol# Petenten Autoriläten sein. , Abg. Knebel dankt der Staatsregierung für die Ein- r halten ff ij bringung der Vorlage, welche wesentlich in Folge des Ein- wie«s Wusses des Abgeordneten Reichensverger den Rheinlanden so :e st'chh� lange vorenthalten geblieben sei. Der Umschwung in den An- den iÄ schauungen der interesstrten Bevöikerungskreise bezüglich der n noch«��Zi«le des Entwurfs könne am schlagendsten bei dem landwirth- r hervorsff-schaftlichen Verein für Rheinpreußen beobachtet werden, wel- sorg«"-..Ljsb'w in den fünfziger Jahren noch fast ganz gegrn die Zu- -her den uffsammenleguna, im letzten Jahre aber einstimmig für dieselbe änsäh>u»Ü'.»fflßetreten sei. Wer es mit den rheinischen Bauern gut meine, di- Grwe?0 müsse mitwirken dahin, daß der Entwurf baldigst und in -mnlkaff�».¥lchst weitem Umfange Gesetz werde; der rapide Fort- 4. bet Parzellirung beschwör« eine täglich wachsende »"IüHMM..... i Abg. B a ch echi: Das Eintreten deS Vorredners für ir Was iZ Gksayr über die rationelle Bewirthschaftung deS Bodens ?.®«irtsSii Abg. Bachem: Das Eintreten des Vorredners für ;*,r iisi�das Gesetz kann Niemand Wunder nehmen, denn es liegt hier l"™ i«in Verhäliniß vor, wie des Vaters zum Kinde; Herr Knebel Jahre lang für das Zustandetommen der Vorlage >ewilkt.. Ich beantrage,_b:e Vorlage einer besonderen Sommisston von 21 Mitgliedern zu überweisen und > empfehle derselben die möglichste Vorficht und Zurück- ,_}e d!> Haltung bei der Berathung. In der landwirthschastlichcn ?.'�n Bevölkerung der Rheinprovinz besteht leine Sehnsucht nach K«S«n rpt ern ern, mi® s-n. oW dem Gesetz, auf dem Provinziallandtag sind es die Vertreter der Städte gewesen, welche dem Eniwurf zur Annahme ver- halfen. Auffällig war es mir, daß die„Kölnische Zeitung" in einem Artikel das Gesetz befürwortete, der zum Theil wörtlich mit den Motiven der Vorlage übereinstimmt; es sollte also von Berlin aus für den Entwurf Stimmung gemacht werden. Der rheinische Bauernveiein hat sich mit seinen 16000 Mit» _„-u.. tzlledern ebenso wie das Oberlandesgericht gegen die Vorlage .? rwirm a.U?ß,f'";0Cb rungen im gegenwärtigen Augenblicke könnten leicht verhäng: nißwll werden; die Regierung stehe demnach auch den Steuer reformprojekten auf diesem Gebiete kühl gegenüber.(Beifall rechts.) Dasselbe gelte in etwas geringerem Umfange von der Spiritusindustrie. Die Speitpreise seien heute niedriger als vor 25 Jahren; die Produkiion habe sich in den letzten 30 Jahren verdreifacht. Die technischen landwirthschafilichen Gewerbe müßten also mit besonderer Vorsicht behandelt, und jede Eystemänderung vor der Hand peihoncesziit werden. Abg. D t r i ch l e t drückt sein Erstaunen darüber aus, daß der Minister ohne unmittelbaren Anlaß fich so eingehend über die Lage der Landwirthschaft geäußert habe. Die ganze Reihe seiner danlenkwertben Mirtherlungen habe leider nur einen akademischen Werth, da diese Fragen endgiltig nickt hier, sondern im Reichstage entschieden werden Wenn der Minister habe darthun wollen, daß die Gesetzgebung eine Industrie zur Biüibe bringen könne, so habe er Recht; aber damil werde das Elend nicht aus der Welt geschaft, welches jetzt, seitdem das Bonistkateons- in ein Prämiensystem sich verwandelt habe, über die Zuckerindustrie hereinbreche. Die Liberalen hätten die Krise schon vor 2 Jahren vorausgesagt; die maßgebenden Kreise hätten aber hartnäckig ihre Augen verschlossen und die Ucberschceilung des richtigen Maßes ruhig mit angesehen. Die Zuckerindustrie Deutschlands könne gerade durch das belobte Prämiensystem zum größten Schaden kommen, wenn es England einfallen sollte, dieses System zu adoptiren; eine daraus gerichtete Bewegung mache sich in England längst sehr bemerkbar. Die Getreideprnse seien relativ in den letzten fünf Jahren recht hoch gewesen und könn- ten als Beweis für die Unrentabilität des Lörrerbaues nicht ins Feld geführt werden. Die 24 Millionen Defizit seien im Wesentlichen ein Produkt der künstlichen Blülhe der Zucker- industrie. Auf eine Anfrage des Abg. Büchtemann erwidert der Minister, daß die Erhebungen Über die ländlichen Roth standsverhällniffe w vuce dem in den nächsten Tagen eischei- nenven landwirthschafilichen Verwaltungsbericht für 1832, 1883 und 1884 einverleibt werden sollen. Von den Erhebungen selbst wird dem H-use eine genügende Anzahl von Exemplaren zugehen. Eine Reihe von Titeln des Domainenetats wird hierauf bewilligt. Um 4 Uhr vertagt das HauS die weitere Etatberathung auf Freitag 11 Uhr.______ D o K» t e s. e- Die in neuerer Zeit in der Nähe Berlins verübten Etiidruchsdiebstahle laffen darauf schießen, daß unsere Herren Einbrecher, veranlaßt durch die scharfe Aufsicht der Berliner Kiiminalpolizei, ihr Glück in den nahe belegenen Städten ver- suchen. Zu diesen in den letzten Tagen veeübten Einbeüchen gehört ein sehr bedeutender bei dem Rentner Sckmoll i n S ch w e d t a. O., bei welchem nach einer den Polizei- behörden zugegangenen Mittheilung bei dieser Gelegenheit folgende Objekte gestohlen worden find: 6950 M. in baarem Geide, eine goldene Remontoiruhr mit goldener Vordeikupsel und langer, schwerer, aus langen Schaken gebildeter Kette, eine goldene Damenuhr, zwei Kapselringe, von denen der eine mit braunen Granatsteinen versehen ist, ein goldener Trau- ring, ein goldenes Halsgeschmeide mit braunen Granatsteinen, ferner zwei Schuldscheine über je 234 M. auf den Namen Küster, ein Schuldschein über 48 Mark auf den Namen Lvppnow und ein Schuldschein auf den Namen Aßmann lau- tend. Vielleicht gelingt es, den Thäter bei Verkauf der ent- bestrafte Kaufmann Schüler zur Haft gebracht worden. Schüler ist in folgender eigenthümlicher Weise in den Besitz der Bank« noten gelangt. Der hiesige Kaufmann I. kam mit seinem Freunde, dem Optiker R, am Neujahesiage 1884 in den Reichshallen am Dönhofsvlatz zusammen. Bei dieser Zusammenkunft übergab I. dem K. stehen Dollarnoten— zwei 100-Dollar« noten, eine 50-Dollarnote, zwei 10 Dollarnoten und zwei 5-Dollarnoten— der südamerikanischen Unionsstaaten Georgia und Alabama und der vereinigten Südstaaten, um diese Pa- piere, welche I. dem K. gegenüber ausdrücklich für werthloS erklärte, seinen Kindern zum Spielen mitzunehmen. K. nahm diese Noten mit, zeigte sie seiner Frau und seinen Kindern, wobei er ihre Werthlostgkeit betonte, und verschloß sie, um etwaigen Mißbrauch zu verhüten, in seinem Schreib« pult. Mehrere Monate später zeigte Frau K. diese Noten ihrer Nichte, der Tochter eines Produkienhändlers, welche eine der Noten mitnahm, um fie ihrem kleinen Bruder zum Spielen zu geben. Ihr älterer Bruder, ein junger Mann, nahm aber dem kleinen Bruder die Note ab und brachte sie dem ihm bekannten Kaufmann Schüler, welcher gleichfalls die Note für werthlos erklärte, nichtsdestoweniger aber den Ueber- dringer überredete, ihm die übrigen 6 Noten von seinem Onkel zu verschaffen. Dies gelang auch dem Neffen unter dem Vor- aeben, die Noten Kindern zum Spielen geben zu wollen, und Schüler gelangte so in den Besitz dir Noten. An sechs Stellen, durchweg in Cigarrengeschäften, hat Schüler diese Not.n als echt verausgabt, resp. in deutsches Geld umgewechselt, wobei er sich der tziife eines mit ihm zusammenwohnenden jungen Mannes bediente. Die beiden jungen Leute, die dem Schüler bei der Veiausaabung der Noten behilflich gewesen, sind, da sie in gutem Glauben gehandelt zu haben scheinen, nach ihrer Sistirung wieder auf freien Fuß gesetzt worden. N. Sensationeller Selbstmord. Größtes Aufsehen dürfte die Kunde von dem am Dienstag Abend verübten Selbstmord eines der größten Federviehhändler Berlins, eines in der Langestraß« wohnenden Herrn W. erregen. Derselbe verließ am genannten Tage Berlin, angeblich um eine Ge- schäftsreis? nach Scheldhorn zu machen, von ver er jedoch nicht wieder zurückkehlte. W. hat fich dort nach seiner Ankunft ver» listet, nachdem er zuvor in einem Briefe Abschied von den Steinen genommen. Der Lebensmüde hinterläßt einen Sohn im Alter von 14 Jahren und eine Tochter von 17 Jahren. Die sofort von der unseligen That in Kenntniß gesetzte Frau W. ist nach Schildhorn bereits abgereist, um die Leiche ihres Mannes dort bestatten zu lassen. N. Feuer auf der Rousseau-Jnsel. Ein Heller Feuer- schein, der in der vorvergangecen Nacht gegen 11 Uhr von der Rouffeau Insel her aufleuchtete, setzte um die angegebene Zeit die Adjazenten der Thiergartenstraße und Umgegend in große Aufregung. Auf bikher noch unaufgeklärte Weise war in einer zur Eisbahn an der Rouffeau Insel gehörigen Erfrischungsbude ein Feuer ausgekommen, das bei seiner Entdeckung durch den dort angestellten Peivatwächler bereits ganz bedeutende Dirnen« firmen angenommen haste. Ehe eine Alarmirung der Feuer- wehr möglich war, war die ganze Bude in fich zusammen- gebrochen, so daß die weitere Ablöschung nun werter keine Schwierigkeiten mehr machte. Die Bude gehörte dem an der Rousseau-Jnsel mit der Oekonomie betrauten Restaurateur Apel; der angerichtete Schaden wird auf zirka 1500 Mark angegeben. Im Bellc-Allian ce-Theater findet Morgen die hundertste Aufführung des Schönthan'schen Schwankes„Der Raub der Sabinerinnen" statt. Vom Wallner- Theater wirken Frl. Wernk, Roche und Löffler, sowie die Herren Guihery, Niedt und Goeschle, von. der hiesigen Bühne Frl. Fröhlich und die Herren Dorn und Straßmann mit. Im„Deutsche« Theater" wird am Sonntag Frau Nie- mann außer der„Margarethe" in den„Hagestolzen" auch vor- der noch die„Marianne" in den„Geschwistern" spielen. Den Schluß des Abends bildet„Ein Hui." Polizei-Bericht. Am 21. d. Mts.. Mittags, erschoß fich auf dem Abort des Bahnhofes Friedrichsstraße ein Mann mittelst Revolvers. Die Leiche wurde nach dem ObduktionS- hause geschafft.— Als am Nachmittage deffelben Tages die in der Paffementenfabrik von Keßler, Alte J ikobsstraße 120, beschäftigte Arbeiterin Röoer von der im Betriebe befindlichen Welle eine ihr entfallene Wollsträhne aufzunehmen versuchte, gerieth fie dabei mit d-r linken Hand rnS Getriebe und wurde ihr der Daumen abgerissen. Nach Anlegung eines Nothver- bandeS wurde sie nach Bethanien gebracht.— Um dieselbe Zeit fiel ein Herr beim Schlittschulaufen an der Rouffeau Insel und brach den rechten Unterfch-nkel. Er wurde mitteist Droschke nach seiner Wohnung in Charlottenburg gebracht.— Am 21. d. M. Abends wurde ein unbekannter, dem Arbeiterstande an- gehörender Mann von etwa 30 Jahren, am Domkirchhofe in der Müllerstraße völlig erstarrt auf dem Bürgersteige liegend, aufgefunden und nach d-r Charit« gebracht.— Am 21. d. M- fanden zwei unbedeutende Brände statt, und zwar Markgrafen- straße 39/40 und Leipziaerstraße 36, wo die Holzbekleidung und zum Thell der Inhalt der Schaufenster, und Spandauer- brücke la, wo der Fußboden vor einem Ofen in Brand ge- rathen war.— In der Nacht zum 22. d. M. entstand auS noch nicht ermittelter Veranlassung in der Restaurationsbude auf der Eisbahn an der RouffeawJnsel Feuer und brannt« dieselbe ganz nieder._ Gerirkts Leitung. Darmstadt, 19. Januar. Heute gelangte vor der Straf- kammer des Landgerichts die Berufung in Sachen deS wegm Beleidigung des Schutzmanns Stein zu 14 Tagen Gefängniß verurtdeilten Redalteurs der sozialistischen„Darmst. freien Presse". Adam Leißler, zur Verhandlung, die damit endigte, daß die Strafe für den durch Rechtsanwatt Scköoler verthei- digten Angeklagten auf eine Woche Gefängniß ermäßigt wurde. Dortmund» 20. Januar. Gestern und heute hatte daS Schiourgericht über eine reche schwätz- That zu befinden. Es handelt sich um den Lustmoed, begangen in der Nacht vom 2. zum 3. Juni v. I.(vom Pstngstmontaa zum Pfinastvimstag) an der Dienstmagd Anna Höt e aus Rhynern. Beschuldigt dieses Verbrechens betrat die Antiagebank der am 6. April 1856 in Kieselbach bei Eisenoch geborene und bislang bei dem O-konom Scyulze- Bergstraße i« Oderbergstraße bei Werl in Dienst stehende Viebhüter Wilh. Sauerbrei. Der verkommene Geselle ist schon mehrfach und zwar fast ausschließlich wegen Diebstahls voibestrafi, und sein Aeußeres läßt auch auf eine reckte Di-besnatur leicht schließen, dagegen sollte man ihn kaum eines solchen Verbrechens, wie ihm hier zur Last gelegt, für sähig halten,:?or allem schon deshalb nicht. weil er ein kleiner, unscheinbarer Mensch mit ganz veiklüppelten Füßen und da- durch bedingtem sehr schweefälligem Gang ist, wenngleich er sich sonst einer ziemlich kräftigen körperlichen Konstitution erfreut- Da in der Vrrhandlung Sachen zur Sprache kommen, welche vre gut« Sitte zu verletzen geeignet find, wurde die OeffenUichkeit ausgeschlossen. Eine Hauptrolle spielt in der ganzen Verhand- lung auch wieder der sogenannte„rothe Heinrich, der seit jenen Tagen die die Untersuchung leitenden Richter und Ge- richtsbeamten in so ausreichendem Maße beschäftigt hat und der fast durch die gesammte Preffe gewandert, aber trotzdem bis hruie nicht aufgefunden ist. Der Angeklagte gestand be- kanntlich gleich nach seiner Verhaftung die That zu. behauptete aber auch gleich nachher, in einem gewissen„rothen Heinrich" einen Mrtthäter gehabt zu haben. Die heutigen Angaben in dieser Beziehung wie im allgemeinen find folgende: Die Anna Hätte habe am Tage vor Pfingsten (31. Mai) den gemeenschaftlech innegehabten Dienst bei Schulze- Bergstraße verlaffen und sich nach Rbynern begeben. Am zweiten Pfingsttage sei sie zurückgekommen, um stck zu«kundigen, ob ihr« Stelle noch offen sei und um die- selbe esent. wiedereinzunehmen. Damit sei eS aber nichts gewesen und habe fie nun beabsichtigt, sich wieder nach Rhynern zu begeben. Auf ihr Bitten habe er sich entschloffen, fie bis Werl, wo fie Hobe übernachten wollen, zu begleiten und ihr sich einen Augenblick hingeseet, um darnach zu sehen, während das Mädchen schon weiter gegangen sei. In diesem Augen- blick sei ein Mann vorbeigekommen, den er sofort als dm „rothcn Heinrich" erkannt, mit dem er im Jahre 1831 zu- sa—— v—------- auch mitgehen, und sei derselbe dann schon dem Mädchen ge- folgt. Einige Minuten später sei dann auch er weiteraegangm. Eine kmze Strecke weiter sei er wieder mit dem„rothm Heinrich" zusammengetroffen, worauf dieser ihm mitgetheilt, er habe das Mädchen geschändet und es liege im Graben. Er habe zugesehen und dann das gleiche Verbrechen begangen. Nach- dem hätten fie beschloffen, das Mädchen zu törten, damit es nichts verratde, und jetzt sei daffelbe von ihn-n beiden gemein- schaftlich erwürgt und die Leiche in ein Kornfeld geschleppt wor« den. Durch dieBeweisaufnahmeund besonders durch den Befund an Ort und Stelle und an der Leiche ergiebt stch nun unzweifelhaft, daß nur einer die That verübt haben kann. Vor Allem aber kann der von dem Angeklagten bezeichnete„rothe Heinrich", der mit ihm thatsächlich zu dieser Zeit zusammen gewesen ist, der fich ober nachträglich als ein gewiffer Heinrich Muhrmann aus Eickel bei Bochum entpuppt hat und mehrere Jahre unter dem fal- schen Namen H. Maaß und als unveiheirathet die Welt durch- fochten, weil er steckbrieflich verfolgt worden, während er wirk- lich verheirathet war, der Mitthäler nicht sein, was fich schon daraus ergiebt, daß derselbe bereits im Juli 1382 im Kranken- Hause zu Kastrop gestorben ist. Diese Mittheilung hat den An- eklogten in der Voruntersuchung auch sehr rcrb.üfft, und er atte nun nachträglich versucht, noch einen anderen„rothen einrich" zu konstruirm, damit natürlich noch weniger Glück gehabt.— Für diese Sache find zwei Tage angesetzt und wird demnach die Verhandlung morgen früh weitergeführt. lNach einem der„V. Ztg." vorliegenden Telegramm ist Eauerbrei vom Schwurgericht zum Tode verurthellt worden.) Arbeiterbewegung, Vereine Versammlungen. Der Louisenstädtische vezirksverein„Vorwärts" hielt am Mittwoch den 21. Januar seine statutenmäßige General- Versammlung ab. Der Kasfirer Herr Bennewitz erstattete zu- nächst den»affenbericht: Die Gcsammteinnabme des Vereins- iahres bet-ug 277,55 M., die Ausgaben 248,85 M.. bleibt Be- stand 28,'0 M. Hierauf gab Herr Kirchner einen Rückblick über die Thätigkeit des Vereins während seines einjährigen Bestehens. 8m Anschluß hieran wies der Vorfiyende, Herr Krause, auf die chwierigkeiten hin, mit welchen der Verein unter den gegen- wältigen Vcrhältmssen zu rechnen hat, und forderte die Mit- glirder zu recht reger Betheiliguna an den Versammlungen auf. Der Vortrag fiel auS, da der R-fcrent am Erscheinen verhin- dert war. Es wurde hierauf zur Neuwahl des Vorstandes ge- schritten und gingen folgende Herren aus derselben hervor: Krause, 1. Vorsttzender, Pampel, 2. Vorfitzender. Kirchner, 1. Schriftfübrer, Freitag, 2. Schriftführer, Sünde, mann, 1. Kasfirer, Stein, 2. Kasfirer, Balkow, Franke, Schäfer als Ersatzmänner. Zu Revisoren wurden die Herren Strelow und Zänker gewählt. Die vom Vorstande geplante Statutenänve- rung, über welche Herr Hicketbier in der vorhergehenden Versammlung bereits Bericht erstattet hatte, wurde einstimmig an- der hiestgen Union(Eisen-Jndustrie) beschSstigt. Wegen der letzten Reichstagswadl bin ich emlaffen worden. Um Arbeit S suchen, da ich Familienvater von 5 Kindern bin, so begab mich heute nach Stahlwerk Hösch, wo ich mit dem Bemerken abgewiesen wurde, ich solle mich nunmehr auch an Herm Lenz» mann, den ich gewählt habe, wenden, der würde mir Arbeit geben. Auf der Union find mit mir gleichzeitig 30 Mann entlassen, die nun brotlos find. Damit Sie fick nun ein Bild von den hiefigen Zuständen auf den sog.„liberalen Werken" hier machen, bitte ich dieses Vorkommniß mit Ihren werthcn Herren Kollegen zu besprechen und wenn thunlich im Reicks- tage zur Sprache bringen zu wollen, damit doch einmal die hiefigen Liberalen erkannt werden- Können Sie in dieser Sache nicht? für uns tbun? Hochachtungsvoll Emst Höcker." Die„Drmokr. Blätter" fügen hinzu: Die in dem Sckr iben miigeiheilte Arbeiter- Entlastung aus politischen Motiven steht nicht vereinzelt da. Was in den Wahlkreisen Dortmund und Bochum die Großindustriellen ihren Arbeitern vor der Wahl ohne Scheu und Scham androhlen, daß fie die nicht nach ihren Wünschen Wählenden entlassen würden, daS haben fie nach der Wahl alS warnendes Beispiel für die Zukunft in ausgiebigem Maße in Szene gesetzt und die Verwendung ge- kennzeichneter Stimmzettel hat dabei ihren Zweck durchaus er« füllt. Noch vor Kurzem bat fich ein Arbeiter P. Felsen in Dortmund selbst entleibt, lediglich weil er, wegen seiner poli- tischen Gefinnung von seiner Fabrik entlassen, vergeblich fich bemühte, anderswo Arbeit zu finden. Ueberall stieß man ihn mit den herzlosen Worten, er solle bei Lenzmann Arbe't suchen, zurück, bis endlich die Verzweiflung und die herzerbarmende Noth seiner Familie den Unglücklichen, der zu stolz war, um Almolen zu erflehen, in den freiwilligen Tod trieb. In einem hinterlaffenen Briefe hat er diese Gründe»um Selbstmord auS- drücklich als die einzigen angegeben. Solche Vvikommniffe werfen allerdings ein eigenlhümliches Licht auf die Ergeben- heitsadreffen, die auS den Ardeiterkreisen deS industriellen Westfalens an den Reichekanzler gerichtet sind, und aus denen dieser nach dem an Herm Baare gerichteten Telegramm auf ein rührendes Einvemebmen zwischen Arbeitgebern und Ar- beitnehmern schließt. Wie diese Adressen zu Stande gekommen ..............." 1 Dortmund und mit Aibeiterunterschriften versehen find, weiß in und Bochum jedes Kind- Schlosser und Berufsgenossen. Sonntag, den 25. d. M., Vormittags 9'/» Ubr, findcr im Lokal„Urania", Wrangel- straße 9— 10, eine öffentliche General-Versammlung der Schlosser und Berufsgenoffen Berlins statt. Tagesordnung: 1. Unser Programm. 2. Können wir unsere Forderungen schon in diesem Jahre praktisch durchführen? 3. Verstärkung der Kom- miifion um drei Mann. 4. Verschiedenes. Um recht zahlreiche Beih-iligung ersucht die Lobn-Kommisfion. Der Fachveretn der Nähmaschinenarbeiter und Be- rufsgeuoffe« hält am Sonnabend, den 24. d. Mts., AbcnVS 8'/, Uhr, in Feuerstiin' _.,,'S Restaurant, Alte Jakobstcaße 75,�«ine Abendunterhaltung für Herren und Damen ab, verbunden mit einem Vortrag des Herm Bisckof über das Meer, unter Vor- führung von Nebcldildern. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich mit ihren Damen zu erscheinen. genommm.�. D i e h i e si g e F i k i a l e der Z e n t r a l- kranken- und Begradnißkasse der Buchbinder und verwandten Geschäftszweige Deutschlands hatte am I.Lk- tober 750 Mitglieder. Die Kranken erhielten in Summa Mark 6935,11 Unterstützung im Jahre 1884. Die ganze Jabresein- nahme betrug Mark 12 230,50 und die entsprechende Ausgabt Aus Dortmund, dem Wahlkreise dei Abgeordneten Lenz- mann, geht dem letzteren folgendes Schreiben eines Arbeiters zu, welches für die dortigen Zustände so dezeichnend»st. daß wir nicht unierlassen können, es vollständig zu vtl öffentlichen: Ich war 5 Jahre in der Adjustage bei Lbermeist.r Horn auf VmmsMes. „Ach so l" Ein ungarischer Gussbefitzer fuhr mittels Eisendahn nach Hause. Am StationSplatze erwartete ihn sein Kutscher Ferenz mir dem Wagen. Unterwegs entwickelte fich folgendes Gesvräch:«Alles in Ordnung zu Haus?"—„AlleS intOrdnung, Gnod.n Herr Baron!"—(Nach einer Weile) F-renz:„Karo ist krepirt!— Gutsherr:„Earo? Mein Lreblingihund? Warum ist krepirt?— Ferenz:„Weil viel brateneS Pferdefleisch g'freffen hat."— Baron: zu „Wie kommt Hund zu brateneS Pferdefleisch Fereiiz:„Weil acht Pferd' verbrennt."— Baron:„Acht Pierd' verbrennt?! Wie ist daS g'fcheh'n?"— Ferenz:„Wie Schloß i» abbrennt."— Baron:„lseen! Mein Schloß abbrennt s Wie is Unglück g'schehen?"— Ferenz:„Weil bei Aufdahrung von Schwiegermutter brennende Kerzen umgefallen sein."— Baron:„Himmel! Is denn Schwiegermutter gestorb'n?"— Ferenz:„Hat Schlag troffen, weil gnädige Frau Gemahlin mit Husarenrrlrmerster durchgegangen is." Die Gebrüder Freiherren von Rothschild in Frank- fnrt a. M- haben jüngst ihr Einkommen zum Zweck der Be- fteuerung angegeben, und zwar hat der jüngere Bruder nach dieser Angabe das größere Einkommen, denn er ist für daS laufende Jahr mit einem solchen von 4788000 Mk. euigeschätzt. Während Baron Willy Rothschild diese Summe angegeben hat, wird von Baro« I Earli ein Einkommen von 4560000 Nach diesen für die Bestenerung angegebenen Z' Baron Willy an jedem Tage dt« ganz nette EW 13 120 M. haben,— eine Summe, mit der eine tr1 Jahr recht angenehm leben kann. Für jede Stuntt fich das Einkommen des Barons Wlly Rothschild für jede Minute auf 9 Mark und demnach l Sekunde auf 16 Pf. Das letztere klingt am sehr hoch,— aber das Jahr hat eben 31 536 000® Wenn Baron Rothschild vierzig Jahie der ständigkest für sein Leben rechnet und wenn eine volle Million auSgiebr, dann würde l'1 [Jl beiden Brüder, Zins auf Zins gerechnet,'« nem Tode ungefähr vierhundert Millionen hinterlassen alS er feiner Zeit von seinem 2W* .... Bei solchen Ziffern schwindeln einem die alS wenn man an die Entfernungen der Sterne von» oder die Unendlichkeft des Raums oder der Zeit df®" Neueste Mckriekte«. Rom, Donnerstag, 22. Januar. In GigiAfkflafconTOsm Dorfe des Aosta-Tbales, wurden 2 Perlonea tEn> Schneelawine»erschüttet. In Frasfino(Distrilt yT— find 30 verschüttete Leichen vurch Solvaten zu Taß'k worden. l Petersburg, Donnerstag, 22 Januar. gäbe des in Moskau erschetnmven Blattes (Leuchte) ist auf Grund des Preßreglements vom � 1882 wegen seiner schävlichen Tendenz gänM ffbonnenten d worden. llatt" bei. Sie kündigen. Briefkasten der Keäasttioa. ®. B. Martinickenfelde. Weil Sie nicht j„ einctt, 1. Dezember in die freie Hilfekaffe eingetreten find, �gierunaen für bis zum 1. Dezember V.J. in der Zroangskaffe bUifc�o ooö Ma>» austretm. so müssen Sie vor dem � gehält« und 3 f. Anonyme Anfraaen bleiben unberü»'«� H. Orantenstr. 1l)S. Wenden Hochschule für Mufik und lassen Sie Ihren e..ta8j.'st prüfen. Kolontfalton. k. P. Bgr. 100. Bei relativer Stimmenmeiä�der Verhältnis die Mehrzahl der abgegebenen Stimmen llberhaus� hat, sollen vl lut« mindeftens eine über die Hälfte. Sie ruf eivem Ge dem von Ihnen angeführten Falle Unrecht haben- jR«*; aebbtt R. K. Ehristin-nstrahe. Sie seben als». �Hfi�det Zeitu�gsredaklion eben so wenig allwissend ist, � gjet, � '"Giftige Leserin. Eine„Blumensprache" kSn�"w°hner ml jeder Buch band lang laufen. Sie lä�t fich nicht jJ1' 1---""— orurzcher Bear Ihre Fragen sind f« Äf�ögen. wer Worten erklären. A. B. Möckernstr halten, daß man nicht darauf antworten kanm ß��P'fingeißflraf ■-' sie»Aä«'-■ wissen, wann eine Sache vnjäbrt, wenn man fie"�»gnißordnun Wenn die Polizei oder der Staatsanwalt Jem»»? Will man eines Vergehens oder Verbrechens fuckt und ihn Zuführen? D kann, so wird«in Steckbrief erlassen und �Maßstäbe mefi Bedarf erneuert. Von einer Verjährung ist van», Das dürs «ine Rede. Art Gest Laudma«« i« Ludwigsburg. Die®�IZinscb Ameisen auf Rasenplätzen geschieht durch BestrcUln? y/ mit Salz, das bei sehr trockenem Wetter»ö« gössen wird, damit«» tüchtig in den Boden e'ndAAünrg sein, Kutzled. Ihre Frage war dimdau« nicht-i'., tzennen. korb gewandert. Sie werden fich aber j Od« will müssen, bis wir Erkundigungen über vir ,ach Willkür i haben.».z�ald der l-t»ie machen, wir wollen aber seben, was fich thun Ia!>l.� n der Heimat wird in einer der nächsten Stadtverordneter-Sitz���-�aussahrcr. entschieden werden. Auaenblickiich stnd die Mewun� Blieben noch gethellt. ad 3. Diese Frage werden wir 1-übrig, für die einem längeren Artikel bebandeln. Hier gestattet Raum nicht, eine ausreichende Antwort zu geben- Thearei. Freitag, den 23. Januar 1885. «Sutgliche» Operuhaa«: Heute: Die Walküre. Königliche« SchauspteitzauS: Heute: Die vier Temperamente. Deutsches Theater: Heute: Der Hüttenbefitz«. Bellealliauce-Theater? Heute: Dn Raub d« Sabinerinnen, Schwank in 4 Akten von Franz und Paul Hchönchan. 3*rtt« Friedrich.«iUsUmstädtische» Theater: Heute: GaSparone. Sevtral-Theater: Alt» Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Heute: Der Walzer-König. Äestden,�? heater: Direktion Anton Anno. Heute: Die Ehestands- Jnvalidm. 'Walballa-Operettew-Theater: Heute: D« Feldpredign._ -r. senstitdtij»es Tbeater: Heute: Papa Kielebusch. Oftevd-Theater: Heute: Der Goldbau«.__ W.uner«Th«lt»: Heute: Klein Geld. Heute: Eulwrina. »rttaria-Theater: Heute: Muttersegen. AUiambra-Tiicalcr. Versammlung der Mitglieder der Zentralkranken- und Sterbekasse der Tischler und anderer gew. Arbeiter. (Oertliche Verwaltung Beilin E.) Sonntag, dm 25. Januar, Bormittags 10 Uhr, Müllerstraße 178. Wichtige Tagesordnung._ 124 Aröeiterinneu-Mrlammlung betreffend die Beschtänkuog der Fauenarbeit. 115 Fceiiag. den 23 Januar, Abends 8 Ubr, im Eiskeller, Chauffeestr. 88. Referemin: Frau Gutllaume-Schack. Facliver. k. Schlosser u. Berulsg. Sonnabend, d. 24. d. Mis., Abends 8V, Uhr, Komman- danienstr. 77/79. Tagesordnung: 1. Wahl des Vorstandes und Wahl der 3 Revisoren laut Statut. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verlesuna des Zülulars Nr. 1:„An Die Vorstände der Metellarbeiten V«eine Deutschlands". 4. Verschiedenes und Fragekasten. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist eS zu er- scheinen. Siatutendück« legitimnen. 123 Arbeiter-Bezirksverein v, 15» u. 20. Communal- W ahlbezirk. 120 Ordentliche Mchgliedcn Versammlung am Sonntag, den 25. d. M-, Vorwiitags 10 Uhr, bei Dtio, Avalbntstraße 21. Tagesordnung; Vortrag Des Herrn W. Liefländ« über Süd- Amnrka. Verich�edenes. F agekarten. Der Vorstand. Danksagung. Allen Denen, die durch ihre Theilnahme bei dn Bnrdi- gung unseres Sohnes und Bruder?, G o t t f r. B o r ch, demselben die letzte Ehre«wiesen, ganz besonders dem Fabrikbefitz« Herrn Pule-, so»ie dessen ganzem Fabuks-Personal und dem Herm tredig« Kirens lür ferne trostreichen Worte am Sarge des ntjchlafmen, sagen jvir Hiermit unfein tiefgefühlten Dank. Klein Lubolz bei Lübb-n. Die trauerndm Eltnn und Geschwister. 121_ Frmil e Boich-_ ditlt schöllt Wchnvllg im Preise vou 315 At. ist umzug»haibtr sofort zu der« miethe«. Näheres bei Frau E t t n e r,«otibufer�. 18,". Bekanntmachung. Die zu Sonnabend, dm 24. d. M., von He«n Liste- mann in der„Urania", Wrangelstr. 9—10, arrangirte Theater-Vorstellung kann, da der Saal irrihürnlich schon früher vergeben war. nicht slatifinden. Dieselbe findet desbalb am Montag, den 26. d M., statt. Die zu Sonnabend gelösten BilletS behalten ihre Gilligkeit. Wmhher, Restauratenr, 119__ Wrangelstr. 9/10. "Ä" J Wilhelm"AN-- SW. Zimmer-Straße Nr. 45, SW. 101 neben der Expedition des„Berliner Popsblatt", empfiehlt fich allen Freunden und Bekannten. Einem geehrten Publikum empfehle mein vairischbier-Lokal Reichhaltigen kalten und ff»; stück- sowie Mtttagstisch von 12- 2. mit»ier 50 Pf. sowie rerchhalligen Abendtisch. Zu Königsderger Fleck i Portion 25 Pf. haben die pr ousgereichi, sc ichritt, den thut, n ibcud»ertoten. 126 Achtungsvoll JO M Herrmann Ich habe meine �estaurateur, Ckalitzer- Strafte� - 1-.Ah, C ..Was führt i «sagte �r"m� «och ewige Tage in der Woche zu vergeben- dts 3 Uhr stnd alle drei Säle zu haben. �ben zu näh Gnaden 109 KommanDamcnftr.-l/'-�/RSHett haben.' „Ich hol schast den B, „Das g, �/Caler. �anderes, bot Paul ,st�arhti!ei1'-einer demüth tmpTiinii nw zu aurn»tuler.»"11': ijf Macker sowie Oel-Austrich als auch Tapeztruagea*"»s,., billig« Bkdienuna. ��«'° näher. Berlin SW., Bergmann- empfiiblt fich zu allen Maler- Kalbfleisch. K'&T" Ein schwarzer Pudel hat fich angefunden Wal� Allm meinen Freunden und B c k a n n Weiß- u.Bairisch Bier Bnlwn VolkiblaU liegt auS- � Nothnagel. N«"' � 1289 >. zOrmicht mit der 20 k Langsam orderung un "(atz, welch- wies. „Sprech- „Meine „Lassen ben. Sie prechen Si wünscht die I Soeben erschien: AasLlmdderIHMZ ar— 4 �«w#. i f(ßy f»**# cn f• i»« ml hi£ Antwort auf ProudhonS„Phllojophit Von Karl Mar** Mit einem Vorwort von Frievri« n Zvorwori von»rrru---,„ P rei# Mark ni(t� ■«E« ge, onbetn dem naden deS -.O. nie hristenthu» rheirathen ftJhre Gefells erbaut. Jh' Zu beziehen durch die Expedition Zm#' BeramworUrcher Stedakleur«. Vrouhetm in Berlin. Druck und Vniag von Max vadw« w v«lm SW. veuthftraß« 2.