Ur. 254. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements= Preis pränum.: Vierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags: Nummer mit illustrirter Sonntags- Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 mt. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post Beitungs- Preisliste 〃 für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts Jahrg. 13. Infertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins: und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Rmt 1, nr. 1508. Telegramm Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. Donnerstag, den 29. Oktober 1896. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3: [ vereine gerichtet angesehen worden, obgleich diese| ficher nicht als großtapitalistische Vereinigungen Mit dem 1. November eröffnen wir ein neues Abonne- angesehen werden können; sie sind vielmehr ihrer Natur nach gegen die Kapitalisten und die kapitalistischen Verment auf den einigungen gerichtet. Aber sie sind gefürchtet und gehaßt, weil sie kleinbürgerlichen die Krämern Kunden entziehen; und daß sie vorzugsweise aus Arbeitern bestehen, zum theil sogar aus sozialdemokratischen Arbeitern, ist ein Grund mehr, sie zu hassen. „ Vorwärks" mit der illustrirten Sonntags- Beilage " Die Neue Welt". Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 2,20 M. für die Monate November- Dezember entgegen.( Eingetragen in der Post- Beitungsliste für 1896 unter Nummer 7277.) Man sieht in diesen Konsumvereinen eine Organisation, die geeignet erscheint, weil sie so und so viel Krämern das Leben erschwert oder unmöglich macht, die soziale Ordnung der Dinge zu untergraben, und das ist Grund genug, ihnen das Leben so fauer als möglich zu machen, ja ihnen die Lebensfähigkeit zu unterbinden. obwohl, da sie keinen selbständigen Gewerbebetrieb dar stellen, durch ihre Errichtung die( im Originale steht: der d. h.) Gemeinde Mitgliedschaft nicht begründet wird; 2. daß Gewerbebetriebe auf grund von§ 7 Biffer 6 der Gewerbe Ordnung mit einer besonderen GemeindeGewerbesteuer, außer ihrer Heranziehung zu den gewöhn lichen Gemeinde- Anlagen, belegt werden können. Bu 2 ist auf das Beispiel der an manchen Orten bereits bestehenden Schankgewerbe Steuer hingewiesen worden. Eine solche befondere Gewerbesteuer würde mit aufsichtsbehörd licher Genehmigung auch auf jeden anderen Erwerbszweig gelegt werden können. Inwieweit von diesen gesetzlichen Befugnissen von seiten der einzelnen Gemeinden Gebrauch zu machen sei, wird sich zunächst nach den örtlichen Verhältnissen zu richten haben. werden sollen. Was insbesondere die Anwendung auf Konsumvereine betrifft, so hat sie zwar der erwähnte Deputationsbericht teinesFrüher hat man Jahrzehnte lang den Arbeitern die wegs ausschließlich oder auch nur vorzugsweise im Auge Bildung von Konsumvereinen als ein auf Selbsthilfe be- gehabt, im Gegentheil ist von dem Vorsitzenden der Deputation ruhendes soziales Heilmittel empfohlen, und zur Zeit in den späteren Verhandlungen der II. Stammer ausdrücklich des Kampfes zwischen Schulze- Delißsch und Laffalle galten die ausgesprochen worden, daß eine befondere Besteuerung Redaktion und Expedition des ,, Vorwärts". Konsumvereine sogar als soziales Allheilmittel, das des gerade der konsumvereine nicht habe empfohlen halb von Lassalle und seinen Anhängern verspottet und Im übrigen scheint aber doch gerade die verhöhnt wurde. Heute aber sehen dieselben Mächte und konturrenz der Konsumvereine von den betroffenen Der Vernichtungsfeldzug gegen Gesellschaftsschichten, die einst glücklich gewesen wären, Gewerbetreibenden am meisten empfunden zu werden, und be hätten Arbeiter Konsumvereine gegründet, in diesen selben sonders im hiesigen Bezirk, in dem der bedeutendste Konsum die Konsumvereine in Sachlen. Bereinigungen eine Gefahr für den Bestand der bürger- verein des Landes ſeinen Siz hat, dürfte sie überDer Vorwärts" hat in seiner Nr. 248 den Erlaß lichen Gesellschaft und bekämpfen sie deshalb. Mit wiegend in Frage kommen. Jedenfalls sind die obigen Rechtsgrunds veröffentlicht, welchen das sächsische Ministerium des Innern welchem Raffinement man dabei zu Werke geht, fäße auf Konsumvereine nicht minder anwend. unter dem 12. Mai d. J. an die Kreishauptmannschaften zeigt der nachstehende Erlaß der Amtshauptmann bar als auf Betriebe anderer Unternehmer. erließ und in welchem es diesen klar machte, daß gegen fchaft zu Zwickau, die, gestützt auf den Erlaß des Bei der besonderen Besteuerung solcher Vereinigungen würde eine besondere Besteuerung der großkapitalistischen Ver- Ministeriums des Innern, diesem die entsprechende Inter- nach Ansicht der Amishauptmannschaft zunächst zu prüfen sein, einigungen und deren Filialen auf dem Gebiete des Detail- pretation giebt und wo der Erlaß des Ministeriums nur inwieweit etwa eine scheinbare Minderung des Reingewinnes, handels mit gewiffen Waarengattungen teine gefeßlichen Be- dunkle Andeutungen nacht, offen ausspricht, was gegen die der wohl in den meisten Orten schon durch die gewöhnliche deuten beständen. Das Ministerium bezog sich dabei auf die Konsumvereine geschehen soll. Besteuerung getroffen wird, dadurch eintritt, daß der Gewinn den Mitgliedern unmittelbar Verhandlungen des sächsischen Landtags im verflossenen Der Erlaß der Zwickauer Amtshauptmannschaft, den durch niedrige Waarenpreise zugeführt wird, Frühjahr, in dem ein solcher Antrag gestellt und angenommen uns eine befreundete Hand in Abschrift auf den Redaktions also in der Jahresbilanz gar nicht zur wurde. Der Zweck des ministeriellen Erlaffes war, die Ge- tisch legte, lautet: Erscheinung tommt. Insofern dürfte eine Sonder meinden darauf aufmerksam zu machen, fie gewissermaßen Die königliche Amtshauptmannschaft fertigt Ihnen hiermit besteuerung schon aus dem Gesichtspunkte der steueranzureizen', im Sinne jener Verhandlungen mit der Abschrift einer Verordnung des königlichen Ministeriums des lichen Gleichmäßigkeit zu rechtfertigen sein. Darüber Besteuerung vorzugehen. Daß die Gemeinden bei solchen Innern vom 12. Mai dieses Jahres zu, welche den Schuß hinaus kommt die Sonderbesteuerung aus dem rein volkswirthMaßregeln hauptsächlich die Konsumvereine ins Auge fassen bes gewerblichen Mittelstandes durch eine beschaftlichen Grunde der Erhaltung eines Standes sollten, ist in der Ministerialverordnung direkt nirgends er- fondere Besteuerung von Filialen und großleistungsfähiger Kleingewerbetreibender in wähnt, obgleich die Feindschaft gegen die Konsumvereine ta pitalistischen Vereinigungen auf dem Ge- Frage. eines der Hauptmotive war, die zu jenem Besteuerungsantrag biete des Detailhandels betrifft. im sächsischen Landtag führten und dies auch offen ausgesprochen wurde. Nichtsdestoweniger ist die ministerielle Verordnung von allen Seiten im Volke und, wie sich zeigen wird, auch Don den Unterbehörden im Lande als hauptsächlich, ja als ausschließlich gegen die KonsumRienzi. 106] Der letzte der römischen Volkstribunen. Roman von Edward Lytton Bulwer. Und Als geeigneter Maßstab für die besondere Besteuerung dürfte sich wohl in den meisten Fällen nur der Umsatz, der Gesammts preis der in einem Jahre oder im Durchschnitt mehrerer Jahre bezogenen oder verkauften Waaren bieten; bei der Bestimmung, welche Steuer von einer gewissen Umsagmenge zu entrichten wäre, würde Rücksicht auf den Nutzen zu nehmen sein, den gut geleitete Geschäfte beim Kleinhandel mit der betreffenden Waarengattung durchschnittlich zu erzielen pflegen. Progression der auch meine früheren Glücksmittel, so unberühmt mein früherer Name war! Euch, o König! bitte ich um Schutz und um Gerechtigkeit!" Eine kühne Rede," sagte Giacomo, Du wirst wohl etwas übertreiben." „ Nicht im geringsten; die Worte wurden durch den Schreiber des Kaisers niedergeschrieben, und jeder Römer, der sie einmal hörte, weiß sie auswendig; einst war jeder Römer einem Könige gleich, und Rienzi behauptete unsere Würde, wie seine eigene." " In dem Berichte der Beschwerde- und Petitions- Deputation der II. Kammer Nr. 180, auf den in dieser Verordnung bezug genommen ist, ist ausgesprochen, 1. daß die Beitragspflicht zu den Gemeindelaften in bezug auf Filialen auswärtiger gewerblicher Unternehmungen nicht von der Gemeinde Mitgliedschaft abhängig ist, daß also solche Filialen anlagenpflichtig gemacht werden können, liens, und ihn selbst mit einer silbernen Krone als den König von Rom und von ganz Italien weihen werde?") ,,, still," unterbrach ihn Angelo ungeduldig, höre Als der muntere Zug langsam vorübergeritten war mich an, und ich will Dir die Sache genau erklären." Als und um die Ecke der Straße verschwand, als fröhliches der Tribun" hier hielt Angelo inne, sab sich im Zimmer Gelächter und das Trampeln der Pferde in der Ent- um, und fuhr darauf mit glühender Wange und er fernung nur noch gehört wurde, zog ein grauer maffiver hobener Stimme fort: ja, der Tribun, er war es, Thurm von der festen Bauart des elften Jahrhunderts die und er wird es wieder sein. Als der Tribun also Blicke der Pagen auf sich. Die düstern Mauern wurden das letzte Mal Rom verließ( Du weißt, daß er nach nur hier und da durch Schießscharten und schmale Deffnungen, seinem Sturz verkleidet dem Jubiläum beiwohnte), reiste er Giacomo, der gerne Streitigkeiten vermied, kannte die welche die Stellen der Fenster vertraten, unterbrochen, und in der Tracht eines Pilgers über Berge und durch Wälder, schwache Seite seines Freundes, und wenn er auch in seinem es war dieses ein schneidender Gegensatz zu dem lebendigen bei Tage und bei Nacht, dem Regen und den Stürmen aus Herzen die Römer für ein eben so unruhiges Gesindel hielt, Treiben umher, zu den glänzenden Kaufmannsläden in der gesezt, in den Höhlen sein Obdach suchender, von dem als man es in ganz Italien finden konnte, sagte er doch Straße, und dem muntern Buge, ber soeben vorbei- man behauptete, er sei das Schooßkind des Luxus gewesen. nur, indem er sich eine Feder vom Mantel blies, geritten war. Diesen Gegensatz schienen die jungen Endlich in Böhmen angelangt, erhielt er durch Bermittelung in etwas ungeduldigem Tone:„ Nun, weiter, entließ ihn Leute unwillkürlich zu fühlen; sie zogen sich zurück und eines in Prag wohnenden Florentiners eine Audienz bei der Kaiser?" sahen einander an. dem Kaiser Karl." " Reineswegs; Rarl fand Gefallen an seinem Benehmen Das ist ein kluger Mann, der Kaiser," sagte Gia- und an feinem Geist und nahm ihn gastfreundschaftlich como, aber geizig genug dabei. Er betreibt die Erobe- auf. Er blieb einige Zeit in Prag und setzte alle Ge rungen, wie einen Handel, und geht nach Lorbeern auf lehrte durch seine Kenntnisse und seine Beredtsamkeit in den Markt, wie mein Bruder, der unter ihm diente, zu Erstaunen." Aber wenn er in Prag so geehrt wurde, wie tam er fagen pflegte." Ich habe aber auch gehört, daß er den Gelehrten sehr denn als Gefangener nach Avignon?" gewogen ist, dabei lebt er mäßig und enthaltsam, und in" Giacomo," sagte Angelo nachdenkend, es giebt Männer, " Erzähle mir doch etwas von jenem seltsamen Mann," Stalien sezt man noch große Hoffnungen auf ihn! Also die wir selten verstehen und nie ergründen können. Und fagte Giacomo, indem er sich wieder an den Tisch sezte. Hienzi trat vor den Kaiser. Wißt, großer Fürst, sagte er, ich habe bemerkt, daß solche Männer besonders ein über" Du bist ein Römer und mußt es wissen." daß ich jener Rienzi bin, dem es der Allmächtige gewährte, großes Butrauen auf ihr eigenes Glück oder auf ihre " Ja," erwiderte Angelo, sich ein Ansehen gebend, ich Rom in Frieden, mit Gerechtigkeit und nach seinen alten eigenen günftigen Kräfte setzen. Dadurch veranlaßt, bin ein Römer, und ich wäre meiner Geburt unwürdig, Freiheiten zu regieren. Ich trat den Gewaltthätigkeiten stürzen sie sich mit scheinbarer Tollkühnheit in die Gefahr, wenn ich nicht schon jetzt wüßte, welche Ehre dem Namen des Adels entgegen, ich stellte Gesetzlichkeit und Ordnung und erheben sich von dieser zur Größe, oder sie versinken Cola di Rienzi gebührt. wieder her. Die Mächtigen verfolgten mich, Neid und Haß zurück in die Dunkelheit. So war es mit Rienzi; da " Ich weiß, woran Du jetzt denkst, Giacomo; Du denkst, baß jener Thurm eine traurige Wohnung ist?" " Und ich danke meinem Geschick, daß es mich nicht hoch genug stellte, um einen so großen Käfig dereinst auch fürchten zu dürfen," erwiderte Giacomo. " Doch es bewohnt ihn jetzt ein Mann," bemerkte Angelo, der von Geburt nicht vornehmer ist, als wir." 11 " „ Aber Deine Mit- Römer sollen ihn ja fast gesteinigt entrissen mir die Regierung. So erhaben Ihr jetzt seid, er der leeren Höflichkeiten eben so überdrüssig war, als haben", murmelte Giacomo. Die Ehre scheint mehr Schläge so daniedergebeugt ich bin, so habe auch ich ein Szepter der Rolle des Pedanten, um so mehr, da er schon die als Geld einzubringen. Kannst Du mir fagen", fuhr der getragen und hätte eine Krone tragen können. Wißt ferner, des Herrschers gespielt hatte, so verließ er freiwillig, Bage im lauteren Tone fort, kannst Du mir sagen, ob es baß ich, wenn auch nicht auf legitimem Wege, mit Euch( obgleich andere behaupten wollen, Start habe ihn dem wahr ist, daß Rienzi zu Prag vor dem Kaiser erschienen verwandt bin; mein Vater war der Sohn Heinrich VII**), päpstlichen Legaten ausgeliefert) den Hof des Kaisers und ift, und ihm prophezeit hat, der vorige Papst und alle Deutscher Könige Blut rollt in meinen Adern, so beschränkt begab sich ohne Waffen, ohne Geld auf den Weg nach Rardinäle würden ermordet, und ein neuer italienischer Bapft gewählt werden, der den Kaiser mit einer goldenen Krone als den Beherrscher Siziliens, Calabriens und ApuAvignon!" *) Eine absurde, durch gewisse Historiker verbreitete Fabel. ** Der Oheim des Kaisers Karl. " Welcher Unsinn!" ( Fortfehung folgt.) Steuer würbe ebensowenig anZgeschlossen sein. wie besondere Zuschläge für Filialen. In dieanfzn- stellenden Regulative werden serner n. a. B e st i m munaen a n f z u n e h in e n sein über das Recht der Gemeinde» behörde zur Einsicht der Geschäftsbücher und vielleicht auch über Hastung der Geschästsleiter bei Hinterziehungen. _ Die königliche Amtshauplmannschaft fordert Sie nun auf, bei Ihrem G e ni e i n d e r a t h e(S t a d t> G e m e i n d e» rathe) zur Erwägung zu stellen, ob und in wie weit eine solche Gewerbesteuer einzuführen oder ob und wie zunächst etwaige Filialen. soweit es nicht geschehen sein solllte, zu den gewöhnlichen Genieinde-Anlagen heranzuziehen wären. Uebcr die Entschließung des Gemeinderaths wollen Sie bei Einreichung des Negulativenlwurfs oder, wenn ein solcher nicht aufgestellt werden sollte, spätestens Ende dieses Jahres unter ausführlicher Darlegung der Gründe oder einschlägenden örtlichen Verhältnisse Anzeige anher erstatten, insbesondere wünscht die königliche Amtshauptmannsehaft darüber unterrichtet zu sein: ob und welche Unternehmungen der hier in Rede stehenden Art in Ihrem Orte den gewerblichen Mittel» stand schädigen und in welchem Maße dies der Fall ist, ob und wie solche Unternehmungen und deren Filialen schon bisher zur Gemeindebesteuerung herangezogen worden sind und ob die versteuerten Beträge dem Uinsange und den Ergebnissen des Geschäftes wirklich entsprechen. . Die erwähnten Verhandlungen des Landtages können hier et»ge>eheii werden. Z w i ck a u, 20. Juli 1396. Die Königliche AintShauptmannschaft. Dieser Erlaß zeigt klar, daß man die k a p i t a l i st i- scheu Großunternehmungen und deren Filialen möglichst in Ruhe zu lassen gedenkt, daß dagegen das ganze Maß der Bedrückung sich gegen die von Arbeitern gegründeten Konsumvereine richtet. Eine sehr lehrreiche Thalsache. Der„Vorwärts' hat bereits in seinem Leitartikel in der Nummer votn 18. Oktober den Beweis geführt, daß das Vorgehen des sächsischen Ministeriums des Innern und der ihm unterstellten Behörden gegen die Konsumvereine im Widerspruch mit den Reichsgesetzen steht. Daß auch die preußische Regierung eine besondere Besteuerung der Konsum- vereine als reichsgesetzlich unzulässig ansieht, ist in jenem Artikel ebenfalls nachgewiesen worden. Ebenso hat die„Soziale Praxis' in ihrer Nr. 4 des VI. Jahrgangs den Nachweis über die Ungesetzlichkeit der sächsischen Regterungsmaßregeln erbracht. Alles das wird die sächsische Regierung und ihre untergebenen Behörden aber nicht ab- halten, auf dem betretenen Wege weiter zu gehen. Es wird also Sache der sozialdemokratischen Fraktion sein, sofort nach Wiederznsammentritt des Reichstages eine Interpellation «inzubringen, durch die die Sachlage klar gestellt wird. Und genügt das nicht, so wird sie durch einen entsprechenden Antrag die Angelegenheit weiter verfolgen. Konstatiren wollen wir zunächst nur, daß es die sächsische Regierung als eine ihrer sozialen Pflichten anzusehen scheint, gesetzlich erlaubte Organisationen, die stch die Arbeiter durch Abdarbnng ihrer sauer verdienten Groschen gründeten, um da- durch ein wenig ihrer erbärmlichen Lebenslage aufzuhelfen, nach Möglichkeit in ihrer Entwickelung zu henimen oder zu unter- drücken. Das geschieht am Ende des 19. Jahrhunderts von der Regierung eines Landes, in dem nach der offi- ziellen Steuerstatistik aus dem Jahre 1894 über 66 pCt. der Steuerzahler ein Einkommen unter 809 M. per Jahr und 80,63 pCt. der Steuerzahler ein Einkommen unter 1100 M. hatten, die sich also insgesammt in einer Lebens- läge befinden, in der ihnen die kleinen Vortheile eines Konsumvereins recht sehr zu statten kommen. Nicht genug, daß man den Arbeiter mit direkten und noch mehr mit in- direkten Steuern bedrückt und aussaugt, nicht genug, daß man ihm sein Wahlrecht zum inhaltlosen Spiel macht, daß man ihm sein Vereins- und Koalitionsrecht aufs äußerste beschneidet und ihm dadurch den Kampf um bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen erschwert oder ganz un- möglich macht, auch das letzte Mittelchen der Selbsthilfe erscheint den sächsischen Staatslenkern Im de siöole als eine bedenkliche Waffe zur Untergrabung der bestehenden Staatsordnung, und so muß auch dieses Mittel dem Arbeiter genommen werden. Warum wurde er auch nicht ein Unternehmer oder Kapitalist, sondern ein moderner Helote, auf dessen Rücken die herrschende Gesellschaft glaubt tanzen zu dürfen. Der Arbeiter muß geschuhriegelt werden, mag er auch Recht und Gesetz auf seiner Seite haben. Wahrlich! Eine größere Kurzsichtigkeit haben selten untergehende Regierungssysteme an den Tag gelegt— man erinnere sich der Bourbonen und Napoleons III.— als dies seitens der sächsischen Staatslenker geschieht. Die Früchte dieser Kurzsichtigkeit werden nicht ausbleiben. Vie Sozislliflenhstz in(gätttnaux* Paris, 27. Oktober. Am Vorabend des Zusammentritts der Kammer hat Sozialisten- tödter B a r t h o u einen Ordnungsstreich ersten Ranges vollbracht. Um der schwankenden Regierungsmehrheit zu zeigen, daß er im Kampfe gegen den Sozialismus vor keiner Gewaltthat zurück- scheut, hat er mit Hilfe der Polizei und des Ordnnngskliingels von Cnrmaux einen brutalen Ueberfall gegen die sozialistischen Abgeordneten und die Vertreter der sozialistischen Geineinderäthe, der gewerkschaftlichen und politischen Organisationen veranstaltet. die von Aldi nach Carmaux aus Einladung der dortigen Organi- sation gekommen waren, um die Eröffnung der Arbeiter-Glas- Hütte zu feiern. Schon vorgestern in Albi hakte die Polizei versucht, die Einweihuugsfeier durch Provokation zu stören. Doch der saubere Plan war gescheitert an der Disziplin der Sozialisten und der sympathischen Haltung der Bevölkerung. Desto energischer und umfassender waren die provokatorischen Maßnahmen in Carmaux. Die um Ressvguier sich schaarenden Monarchisten und Opportunisten. die in einem„progresstftisch-republikanischen Zirkel" organisirt sind, hatten am Tage vor der Ankunft der sozialistischen Abgeordneten und Delegirten einen hetzenden Aufruf von nn- erhörter Heftigkeit anschlagen lassen. Sie, die Spießgesellen des AuShungerers von Carmaux. forderten die arbeitende Bevölke- rung auf, gegen die„Verräther, die verkappten Juden" k. zu demonstriren. die durch die Errichtung der Glashütte in Albi die Carmauxer Arbeiter„beraubt, deni Hunger preisgegeben" hätten! Sie spekulirten damit auf die Entfachung des bereits erloschenen Grolles eines Theiles der Carmauxer Bevölkerung gegen die Verlegung der Glashütte von Carmaux nach Albi- Die Ordnungssippe fand willige Werkzeuge in den ehemaligen Streik- brechern, die im vorjährigen Ausstand Resssguier's Bedingungen angenommen hatten. Wie in Lille, vertheilten die Hetzer un- entgeltlich Pfeifen und wohl auch, wie sich gezeigt hat, weniger harmlose Waffen. Der Streich war so trefflich organisirt. daß das offiziöse Havas-Bureau tags zuvor nach Paris depeschirte: Man befürchte(?) in Carmaux schwere Zwischenfälle. Nachdem alles nuter den wohlwollenden Augen der Polizei organisirt worden war, trat diese in Thätigkeit, um für die„Ausrecht- erhaltung der Ordnung" zu sorgen. Carmaux hat einen sozialistischen Gemeinderath: um un- gehindert den Uebersall bewerkstelligen zu können, wurde daher der Gemeinderath durch den Spezial- Kommissar seiner Polizeibefugnisse ent- h oben. Gendarmen zu Fuß und zu Pferde, ver» kleidete Polizei- Agenten wurden massenhast nach Carmaux zusammengezogen, als ob der Belagerungszustand über die Stadt verhängt worden wäre. Run konnte sich der Spektakel programminäßig abwickeln... Das wesentliche über die provokatorischen Brutalitäten habe ich Ihnen bereits telegraphisch gemeldet. Bei der Ankunft in Carmaux wurden die sozialistischen Gäste von Resssguier's Leute» mit Pfeifen und theilweise mit Steiiiwiirfen aufgenommen. Tie berittene Gendarmerie griff die den Angekommenen sympathische Arbeitermasse von hinten an. ohne sie erst, wie das Gesetz verlangt, zum Auseinandergehen aus- gefordert zu haben.?llt und Jung. Männer, Frauen und Kinder wurden niedergeritten. Nach einer Drahtmeldung soll ein junger Arbeiter gelödlet worden sein. Im Lokal der Bergarbeiler-Gewerkschast, wo eine Versammlung stattfinden sollte, verhinderte das pfeifende Ordnnngsgesindel die Redner am Sprechen. Ein Ordnungsheld begann gar mit einem D o l ch m e s s e r in der Lust herumzufuchteln. Es gelang jedoch, die Ruhestörrr zur Thür hinauszuwerfen und Janrös begann unter stürmischem Beifall eine feurige Ansprache. Da stürzten Gendarmen, Gewehr in der Hand, in das Versammlungslokal und trieben die Menge auseinander, trotzdem die Versammlung vom überwachenden Polizeikommissar nicht aufgelöst worden war.... Barthou's Herzenswunsch ist aber unerfüllt geblieben. Die disziplinirte Arbeiterschaft ließ sich nicht provoziren. Und wenn die Bourgeoispresse nun ein Jnbelgeschrei erhebt über die„Ans- pfeifung des Slbgeordnelen von Carmaux", so verwechselt sie eben wissentlich Jaurss' Wähler mit dem unter Resssguier's Gebot flehenden Ordunngsgesindel. Wie jene denken, das zeigt derJaurös gegebene Austrag,„durch eine Interpellation alle von den Behörden begangeneu Ungesetzlichkeiten und Gewallthatenzur Kenntniß des arbeitenden und republikanischen Frankreichs zu bringen". Diese Resolution wurde von Jaurös' Wählern am Ausgange einer ungestört verlaufenen Versammlung im Lokal des Carmauxer Arbeiter-Bildungsvereins mit Akklamalion angenommen. Welches auch der Ausgang der Interpellation sein mag, eins ist sicher: für die auf frischer That ertappte Regierung wird sich die Ministerbank in eine Armeusiinderbank verwandeln. ** Herold's Telegraphenbureau versendet heute folgendeDepesche: Carnianx, 28. Okt. Bei der Abfahrt der sozialistischen Abgeordneten I a n r ö s, V i l l e g r a n d und Genossen erschollen seitens der bürgerlichen Republikaner Todesrufe auf dieselben. Der Abgeordnete Ernest Roche wurde durch einen Stein, welchen ein Republikaner geschleudert hatte, schwer verletzt.— Mebevficszk. Berlin, 23. Oktober. Ter letzte Herostraten-Strcich des Fürsten Bismarck hat auch die blindesten Anhänger des„Alt-Reichskanzlers" stutzig gemacht. Das Schlimmste, was römischer Haß den „treulosen Punieru"(Karthagern) nachsagte,— die schmählichsten Ränke, die jemals der„welschen Tücke" eines Mazarin oder Ludwig XIV. von deutschen Patrioten in die Schuhe geschoben worden sind, verblassen vorder Treulosigkeit und dem verlogenen Ränkespiel, deren der „Teutscheste der Teutschen", der„größte aller Staats- männer" sich selber und die von ihm geleitete„nationale Politik" des„Landes der Treue" bezichtigt hat. Man steht hier in der That vor einem psychologischen Räthsel. Der Grimm über den Verlust seines Hausmeier- Postens und der Groll auf seine Nachfolger haben sich in das Hirn und Herz dieses vom Größenwahn erfaßten Menschen so tief eingesressen, daß unzweifelhaft normales Denken und Fühlen bei ihm nicht mehr stattfindet. Es giebt einen Paroxismus der Rachsucht, der den von ihm Befallenen, wenn der Gegenstand des Zorns unerreichbar ist, zum Selbstmord treibt. Ein ähnlicher Seelenvorgang scheint sich in Bismarck ab- gespielt zu haben. Was kann es Caprivi schckden, daß Bismarck sich als Staatsmann ohne Treu und Glauben denunzirt? Es kann sogar nur die umgekehrte Wirkung haben, und den Nachfolger, durch den Kontrast mit seinem unehrlichen Vorgänger, nur in der öffentliche» Achtung heben. Das einzige Opfer dieser„Enthüllung" ist der Enthüller selbst. Doch nein— nicht das einzige. Auch der Ruf des Deutschen Reichs— wir sagen absichtlich nicht: Deutschlands— leidet, denn daß ein Mann mit der politischen Moral des Fürsten Bismarck über ein Vierteljahrhundert an der Spitze Preußens und des Deutschen Reiches hat stehen können, ist jedenfalls nicht Bis- marck's Schuld. Für uns bietet die neueste Enthüllung nichts Neues— wir haben von dem„Redakteur" der Emser Depesche nie besseres erwartet. Die Anhänger und Söldlinge Bismarck's drehen und winden sich erbärmlich, um aus der Schlinge dieser Enthüllungen herauszukommen. Es geht aber nicht, der Strick ist zu gut gedreht— und von Bismarck so gut gedreht.— Während die Presse aller anderen Länder sich mit den Bismarck'schen„Enthüllungen" beschäftigt, bleibt die russische stumm. Der„Post", also einem Bismarck- festen Blatt, wird von ihrem„Mitarbeiter für russische Angelegenheiten" geschrieben: Zu der Meldung der„Hamburger Nachrichten" über das deutsch-russische Abkommen schweigen die russischen Blätter und erwähnen diese Angelegenheit auch nicht einmal in den Tele- grammeu. Es beruht diese Zurückhaltung offenbar auf einer irkularvorschrift der Ober-Preßverwaltung. olche Zirkulare an die hauptstädtischen Blätter sind stets ganz kurz und enthalten nur das Verbot, über eine bestimmt verzeichnete Angelegenheit zu berichten. Die „Hamburger Nachrichten" werden sonst in der russischen Presse sehr oft zitirt. Daraus erhellt, daß der russischen Regierung mit den Enthüllungen ihres getreuesteu Bismarck kein Gefallen geschehe» ist. Zugleich ist dieses Schweigen eine B e st ä t i» g u n g dessen, was Bismarck in seiner blinden Wuth aus- geplaudert hat. Erwähnt sei zum Schluß, daß Caprivi schon vor fast vier Jahren—- am 23. November 1892— im Reichstage erklärt hat: „Man hat der jetzigen Regierung den Vorwurf gemacht, wir hätten den Draht zerrissen, der uns mit Rußland verbunden hätte. Dem widerspreche ich ganz bestimmt. Wir haben alle Sorgfalt darauf ver- wendet, diesen Draht zuerhalten; wir wünschen nur nicht. daß er uns den Strom aus denjenigen Leitungen ninimt, die uns mit Oesterreich-Ungarn und Italien verbinden,. Das war deutlich. Und soweit Caprivi in Frage kommt, hat er damals schon den neuesten Streich Bismarck's parirt und auf den Urheber zurückfallen lassen. Tie Ernennung des ehemaligen Kolonial- direktors Kayser zum Seuatspräsidenten des Reichs- gerichts ist nun vollzogen. Mit recht regt die öffentliche Meinung sich über diese Ernennung ans. Herr Kayser ist zwar Jurist und es würde ihm auch möglich sein, sich bald in die richterlichen Funktionen einzuarbeiten. Auch gegen die moralischen Qualifikationen des Herrn läßt sich nichts Begründetes einwenden, denn, so wenig geschickt er sich auch als Leiter des Kolonialiveseus gezeigt hat. Ehrenrühriges hat er sich nicht zu Schulden kommen lassen. Allein zum Richteramt und gar zu einem der obersten Richterämter des Teutschen Reiches genügt es doch wahrhaftig nicht, daß einer Jura studirt und sich keiner unehrenhaften Handlung schuldig gemacht hat. Solcher Leute haben wir — leider!— hunderttausend in Deutschland. Zum Richteramt aber, wenn es nicht entweiht werden soll, gehört unserer Meinung nach eine Eigenschaft, die in unserer Zeit ziemlich selten ist, und die Herr Kayser nicht in dem erforderlichen Maße besitzt, Festigkeit und Selbständigkeit des Charakters. Die Beichte, welche Herr Kayser in der letzten Sitzung des Kolonialraths abgelegt hat, zeigt, daß ihm jene Festigkeit und Selbständigkeit fehlt und daß er selber sich diese Eigenschaften nicht zutraut. Und mit gntem Grunde nicht zutraut, denn hätte er sie, so wäre er entweder noch heute Direktor des Kolonialwesens, oder er wäre es nie geworden.— Der„Vorwärts" und Bismarck oder geprellte Tennnzianten. Wir erwähnten bereits, daß verschiedene patriotische Zeitungen sich bemüht haben, de» Fürsten Bismarck zu einer Klage gegen uns zu bestimmen. Wie lvir seitdem erfahren haben, sind auch bei dem Fürsten Bismarck persönlich Schritte in dieser Richtung gemacht worden. Die„Hamburger Nachrichten" schreiben heute an der Spitze des Blattes: „In den Blättern wird die Frage erörtert, ob nicht gegen den„Vorwärts" wegen seiner Jnvektiven gegen den Fürsten Bismarck eine Beleidigungsklage erhoben werden solle. Wie wir erfahre», hat der Fürst, als in diesem Sinne angefragt wurde,.geantwortet: Nein, den» wenn er öffentlich sagen wolle, was er über die Hintermänner des„Vorwäris" denke, würde er sich auch einer I n j u r i e n k l a g e aussetzen." Hätten die Herren Derniuzianten uns vorher von den beabsichtigten Schritten in Kenntniß gesetzt, so würden wir ihnen den Metzgergang erspart haben. Fürst Bismarck wird sich, seit er seine Gegner nicht einfach erdrücken kann, wohl hüten, politische Klagen anzustrengen, gegen welche der Beweis der Wahrheit angetreten werden kann. Eine faule Aus- rede ist es, zu behanpten, er würde sich,_ wenn er seine Meinung über uns sagte, selber einer Injurien- klage aussetzen. Das wird er nicht. Unsere„Hinter- männer"— das heißt: der vierte Theil der Gesammt- Wählerschaft Deutschlands, und wir persönlich haben— und hatten allezeit— für den Fürsten Bismarck ein solches Maaß von— Nichtachtung, daß er für uns nicht verklag»- sähig wäre, auch wenn wir den Appell an das Gericht im politischen Kampf— außer allenfalls, wo es sich um die Feststellung von Thatsachen handelt—, nicht prinzipiell verurtheilten. Also w i r klagen nicht wieder; wohl aber sind wir jederzeit in der Lage, zu beweisen, daß, was wir je gegen den Fürsten Bismarck gesagt haben, der Wahrheit entspridzt, und nur ein kleiner Theil der Wahr- h e i t i st.— Tos Tuell und die fromme». Die evangelischen Provinzialsynoden erlassen allgemein jetzt Resolutionen gegen das Duell, in denen das Duell für eine„Sünde" erklärt wird, aber das geistliche Vorgehen gegen diese Sünde so glimpflich formulirt wird, daß es furchtbar ab- sticht gegen die Intoleranz, welche gegen die Sünden, die in den unteren Volksschichten vorkommen, ßehandhabt wird. Die westpreußische Proviuzialsynode kann nicht umhin, auch ihre theoretische Erklärung gegen das Duell zu verknüpfen mit einer Beschönigung desselben und einem Verlangen nach weiteren reaktionären Forderungen, die unseres Erachten» nicht weniger sündhaft sind als das Duell. Ihre Resolution erklärt, „daß das Duell wider Gottes heiliges Wort und Gebot und daher Sünde ist, daß die jetzigen Bestimmung e n zum Schutz der beleidigten Ehre nicht aus- reichen und ihre Verschärfung auf gesetzlichem Wege zu er- streben ist." Für das letztere Verlangen dürste es nicht an Ent- gegenkommen in allen reaktionären Parteien fehlen; daS Duell selbst aber dürste von den zahmen frommen Be- schlüssen ebensowenig zurückgedrängt werden, wie die Sonntagsheiligung den Vergnügungen der„höheren" Klassen Abbruch thun dürfte. Der zum Rechtsspruch erhobene Satz vom zweierlei Recht gilt eben auch von der„Sünde"; es kommt auch darauf an, von wem sie begangen wird. Die Arbeit im eigenen Gärtchen entheiligt den Sonntag, das edle Waidwerk mag indeß gepflegt werden und die Klänge des Jagdhorns sich mit dem Schalle der Kirchenglocken in schönster Harmonie vermischen.— Deutsches Reich. — Der preußische Landtag ist durch königliche Ver- Ordnung auf den 20. November einberufen. Wir werden also wieder das Schauspiel des Zufammentagens unserer beiden wichtigsten Parlamente mit den üblichen Folgen der seltenen Beschlußfähigkeit erleben.— — Zum deutschen Gesandten in China wurde der Legalionsrath Dr. Freiherr von Heyking, früderer General- kousul für Egypie», ernannt. Egypten scheint ein Borbereiluiigs« selb für unsere Diplomatie zu werden. Außer dem neuen Ge- sandten in China ist auch der neuernannte Chef unserer Kolonialverwaltung früher in Egypten thätig gewesen.— — Als Antwort auf die Denunziation des Rabbi Maybaum wird uns»on einem Genossen ein Er- lebniß milgetheilt, das das Gegeittheil der Meinung jenes Herrn beweist und jedenfalls zur Nachachlung empfohlen werden kann. Unser Gewährsmann machte vergangene Woche eine Reise nach dem Harz, wo er in einer Versamnilung reden sollte. Im Konpee hatte er zwei Reisegenoffen, oie sich lebhast über den„Fall Levy" unterhielten. Der eine derselben, ein Maschinenfabrikant, äußerte sich in ähnlicher Weise wie Rabbi Maybaum dahin, daß die immer zunehmende Unlust zur Arbeit und die Sucht nach einem mühelosen und genußreichen Leben an solchen Begebenheiten schuld trage. Die immer nachdrücklicher verlangte Verkürzung der Arbeitszeit und dt« vielen Streit» feien an diesem Uebel schuld, weil sie eine Genußsucht und Verrohung der Jugend herbeiführen. Unser Genosse hörte diese Unterhaltung eine Weile init an, bis es ihm doch zu bunt wurde und er deni Fabrikanten gelegentlich einer Aeußerung zurief:.Sie sprechen da ein großes Wort gelassen aus!" Nun wurde die Unterhaltung lebhafter und interessanter, Man sprach über die Ursachen der Verbrechen, unsere gegen- wärligen Schutzzustände, über den Achtstundenlng, höhere Löhne, wie über nllgemeiue ökonomische Verhöllnisse, über die sich der Fabrikant ziemlich gut unterrichtet zeigte. Er gab schließlich zu. daß viele solcher Forderungen berechtigt seien. Als unser Genosse die Folgen der Verkürzung der Arbeitszeit und der höheren Löhne treffend auseinandersetzte, hatte auch hiergegen der Fabrikant nichts mehr einzuwenden und wünschte nur,„daß auch dieArbeiter so denken möchten." Auf die Einwendung:„Ich bin ja selbst Arbeiter und kenne die Verhältnisse aus eigener Erfahrung." rief nun der Fabrikant „Ja, wenn sie alle so denken und handeln würden wie Sie, dann wären wir alle einverstanden."—„Ja, ich muß aber bc merken, ich bin— Sozialdemokrat und agitire für unsere Ideen!" war die Antwort. Was war die Folge?— Der Fabrikant sprach seine Freude darüber aus, einmal eine» „richtigen Sozialdemokraten" vor sich zu haben, bedauerte, daß leine Tour und damit die Unterhaltung zu Ende war und»ahm Abschied in bester Freundschaft. Wir möchten Herrn Maybaum empfehlen, sich in gleicher Weise unterrichten und von seinen Jrrthümern kuriren zu lassen. — Ueber die Personalien des jüngst viel genannten Berichterstatters v. Lützoiv wird der „Frankfurter Zeitung" von kundiger Seile folgendes mitgetheilt „Karl v. Lützow entstammt einer allen mecklenburgische A d e l s f a m i l i e. Sei» Vater war Kommandeur des Meckleir burgischen Grenadier-Regiments, seine Mutter ist eine geborene Gräfin Seydewiy, eine Schwester der durch ihre Schönheit und golanlen Abenteuer bekannten beiden Gräfinnen Seydewitz, die als Hofdamen der Prinzessin Karl von Preußen in de» sechziger »»d siebziger Jahren eine große Rolle am Berliner Hofe spielte» Er ist im Kadettenkorps erzogen, war dann O s s i z i e i im Grenadier-Regiment Nr. 8S und wurde später ins Infanterie Regiment Nr. 85 versetzt. Tort wurde er mit schlichten Abschied entlassen, später indessen beim 96. Regiment in Alienburg wieder angestellt. Dort heirathete er ein Fräulein Vellair, der es gelungen war, in die Altenbnrger Hof- gesellschast eingeführt zu werden, thalsächlich hieß sie Frau Kuntze und war eine Tochter des bekannten Taschenspielers Bellachini Da er sie als Offizier nicht öffentlich heirathen konnte so ließ er sich mit ihr heimlich in Helgoland traue» und trat dann später, nachdem er noch vorübergehend dem 34. Regiment angehört halte, zu den Landwehroffizieren über. In Berlin ver suchte er sich als Journalist eine Existenz zu gründe», und den mannigfachen Beziehungen seiner Frau gelang es, ihm eine Stellung im Wolff'schen Bureau zu verschaffen. Dort wurde er indeffen wegen Indiskretion entlassen und gründete dann selbst ein kleines Nachrichten- Bureau. Durch seinen Namen, seine sehr gewandten Manieren und dadurch, daß er fast immer in Uniform ging, gelang es ihm, selbst »n gute» und einflußreichen Kreisen Eingang zu finden, bis er »m Jahre 1890 in der.Kreuz-Zeitung" als rusfi scher Spion denunzirt und als Landwehroffizie entlassen wurde. Seitdem schlug er sich kümmerlich durch, seine Frau hatte ihm eine» anderen Herr» vorgezogen, und alle, die>h» kannten, waren sehr überrascht, ihn vor Jahr und Tag als Angestellten der politischen Polizei i Berlin wieder zu treffe», zu welcher Stellung er auf grund seuier Vergangenheit und seines unzuverlässigen Charakters so ungeeignet wie möglich erschien." Dieser Ehrenmann, der in der neuesten Jntrigue gegen den Staatssekretär von Marschall eine so hervorragende Rolle spielt, wurde auf freien Fuß gelassen, während der jugendliche Larsen, der allem Anscheine nach blos als Werkzeug des von Lützow gehandelt hat, i» Untersuchungshaft gezogen wurde und dort jede Aussag« verweigert haben soll.— — Der Eto lper Bern st einprozeß. Der viert Strafsenat des Reichsgerichts verhandelte heute über den bekannten Stolper Bern st einprozeß Das Landgericht in Stolp hatte am 15. Mai den Bernstein waaren» Fabrikanten Edmund Westphal von der Anklage der wissentlich falschen Anschuldigung und Verleumdung des Geheimen Komnierzienraths Becker in Königsberg und verschiedener Staatsbeamten freigesprochen. Hierzu hatte» der Staatsanwalt und der Nebenkläger. «onnnerzienrath Becker. R e v i s i o n e i n g e l e g t. Der Re ichs a n w alt, sowie der Vertreter des Nebenklägers Jnstizrath M u n k e l- Berlin, beantragten die Auf Hebung des Urtheils und Verweisung der Sache an ein andere? Gericht. Der Verlheidiger Dr. Sello- Berlin beantragt« dagegen die Verwerfung der Re vifron, da der Z 183 des Reichs-Strafgesetzbuches verkannt sei und die erhobene Prozeßbeschwerde der Begründung entbehre. ... Stuttgart, 27. Oktober.(„Franks. Ztg.") Aus der Heu iigen Sitzung der E t- u- r k o m m i s s i o n des Land. tage? ist mitzutheilen: Artikel 4 des Einkommensteuer-Gesetzes wird mst verschiedenen redaktionellen Aenderungen angenommen. nur dte m demselben vorgeschlagene Steuerfreiheit der «ön,g,n>Wittwe wird abgelehnt. Angenommen werden außerdem Anträge auf Steuerbefreiung der in öffentlicher Verwaltung stehenden Unterrichts. und Erziehungsanstalten, sowie der für solche Anstalten bestimmte» Stiftungen mit Ausnahme derjenigen Stiftungen und Anstalten, die ausschließlich oder vorzugsweise zum Vortheil von Augehörigen bestimmter Familien dienen. Weitere Anträge auf Steuerbefreiung von Anstalten, Stiftungen und Vereinen für gotteSdienstliche Zwicke. Wohlthätigkeitszwecke oder Zwecke der Kunst und Wissenschaft werden abgelehnt.-- — W i ß m a n n'S Austritt roird nun allgemein zugegeben.— aus dem Kolonialdienst Oesterreich-Ungarn. B a d e n i's Program m. Im Bndgetausschuß x.®taf Badem nach matten Interpellationen der Liberalen und der entschiedenen Erklärung der Jungczechen, gegen das Budget zu stimmen, um zu erklären, daß er kein parlamentarischer Minister sei und kein Programm be- sitze. Er sagte: Die Regierung könne sich nicht die wenigen kurzen Schlag- warte irgend eines Parteiprogrammes aneignen, ebensowenig könne sie mich mit der unbedingten Gefolgschaft einzelner Parteien rechne»!. Um so weniger könne sie gewiffe extreme Losungsworte oder völlig unrealisirbare Forderungen zu de» ihrigen machen. Die Regierung stehe unbedingt auf dem Boden der Verfassung uiid gehe absolut nicht mit der Absicht einer Verfassungsänderung um. In Schul- und kirchenpolitischen Fragen lehne sie jede extreme Richtung ab. Die Anbahnung des nationale» Friedens mnffe der Negierung als wichtigstes Pro« dlem gelten, und hierbei sei die Anwendung einseitiger Maß- nahmen ausgeschlossen. Der Ministerpräsident drückte den Wunsch nach einem Waffenstillstand beider Volksstämme Böhmens aus, wobei die Regierung nicht erst auf die hervorragende Bedeutung des deutschen Bolksstammes '» Böhme» besonders hinzuweisen brauche. Hieraus sti zu entnehmen. daß die so sehr gefürchtelen Abmachungen mit den Jungczechen keine erhebliche» Dimenstonen erreicht hätten. Die Regierung empfehle zur Verhinderung oder Milderung alles dessen, was die Parteien. Nationen und Konsessionen trennt, die Festhaltung und Fortbildung d es Einigenden, damit nicht an- vesichts der sozialen Ausgab« und sozialer Gefahren die fortschreitende Zeitgeschichte alle in dem Stadium der Uneinigkeit und Zerfahrenheit, trotz der vielfach rechtzeitigen Warnungszeichen. überrasche.— Wien, 28. Oktober. Das Abgeordnetenhaus er- ledigte heute den Rest des H e i m a t h s g e s e tz e s.— Wien, 23. Oktober. Der Jungczechenklub beschloß mit 30 gegen 3 Stimmen, den Abgeordneten Vasaty wegen seiner gegen den' Klub gerichteten Handlungsweise als nicht mehr zur Partei gehörig zu betrachten. Wien, 27. Oktober. Der Wiener Gemeinderath beschloß in seiner heutigen Sitzung den Bau eigener st ä d t i s ch e r Gaswerke; die antiliberale Mehrheit stimmte geschlossen dafür. Die Sitzung war sehr bewegt.— Ungarn. Budapest, 23. Oktober. Nach den bisher bekannt gewordenen Wahlergebnissen sind gewählt: 76 Liberale, je 2 Kandidaten der Nationalen Partei und der Kossuth-Partei, ein Kandidat der Ugron-Parte» und«in Parteiloser.— Schweiz. Basel, 27. Oktober.(Eig. Bericht.) Die am letzten Sonntag vor sich gegangenen Nationalrathswahlen haben im Großen und Ganzen ivenig Veränderung gebracht. Es war das vorauszu- sehen. Immerhin kann behauptet werden, daß sich bei dieser Wahl ein starker Zug nach links bemerkbar gemacht. Die Volks abstiuunung am 4. Oktober war bereits ei» gutes Vorzeichen für die gestrigen Wahle». Mit Stolz kann die schweizerisch Sozialdemokratie auf den 23. Oktober zurückblicken. Zum ersten Mal tritt ei» richtiger Sozialdemokrat in das schweizerische Parlament ein. Dem fortschrittlichen Basel gebührt der Ruhm, mit den alten Vorurtheile» gebrochen'und eine» Sozialdemokraten zu seinem Vertreter gewählt zu haben. Von 147 Wahlen sind 141 zu stände gekomme». Davon entfallen au die Radikaldemokralen 94. auf die Liberalkonservativen 13, au die Ultramontanen 33 und auf die Sozialdemokraten 1, wenn man V o ge ls a n g e r, der nicht mehr auf der sozialdemo> kralischen Liste figurirt, abrechnet. I» 6 Wahlkreisen sind Stichwahlen vorzunehmen, wobei auch 3 Sozialdemokraten de theiligt sind, und zwar kommt in Zürich der alte Greulich mit einem Literaten und Demokraten in die Stichwahl. Es ist gute Aussicht vorhanden, daß Genosse Greulich am nächste» Sonntag in der Stichwahl gewählt wird, denn er ist seinem bürger. liehen Gegenkandidaten um etliche hundert Stimmen voraus. Sogar in A p p e n z e l l- A n ß e r r o h d e» kommt die Sozialdemokratie mit dem Freisinn in die Stichwahl. Zum ersten Mal wurde hier ein Sozialdemokrat Genosse Dr. Hertz— aufgestellt, der 1760 St. aus sich vereinigte. Auch in Neuen bürg, wo die Sozialdemo- kratie selbständig in den Wahlkampf eingetreten, kommt Genosse Sandoz, der 2100 Stinunen auf sich vereinigte, mit einen, Liberalkonservative» in die Stichwahl. In Bern giebt eine Stichwahl zwischen einem Radikale» und Liberal- Kon servativen, in L u z e r n solche zwischen einem Radikalen und Ultramontane», in Niedwalden stehen sich ein katholisch- kon servativer und ei» protestantisch-konservativer Kandidat gegenüber. Neu in die Bnndesbehörde treten bis jetzt 15 ein und zwar 16 Radikaldemokraten, 2 Ultramontane, 2 Liberal- Ko» servative und 1 Sozialdemokrat. Außer dem gewählten sozialdemokratischen Nationalrath hat die Sozialdemokratie auch einen bedeutenden Stimmenzuwachs zu verzeichnen. In Basel selbst hat die Zahl der sozialdemokratischen Stimmen um 33 pCt. zugeuoiumen, auch in Zürich und Bern hat die Sozialdemokratie bedeutende» Zuwachs erhalte». Leider mangelte es in Bern a» einer einheitlichen Aktion bei unseren Genossen, weshalb es den bürgerlichen Parteien ein leichtes war, das Feld zu behaupten. Die Berner Genosse» können aus diesem Wahlkampf eine gute Lehre ziehe», sie haben nun gesehen, daß nur die bürgerlichen Parteien Gewinn aus ihrer Trennung gezogen. Nun ist doch einmal ein Anfang gemacht und hoffentlich ist die Thäligkeit Wullschleger's in der Bundesversammlung dazu angelha», die bisherigen Vorurtheile, die das sonst so fortschrittliche Schweizer volk der Sozialdemokratie entgegengebracht, zu beseitige», der selben neue Anhänger zu werben und die Zahl der sozialdema kratischen Vertreter im schweizerischen Parlamente zu vermehren. Zürich, 26. Oktober.(Eig. Bericht.) Das Sparkassen g e s e tz im Kanton Zürich ist mit 29 775 Nein gegen 19 63l Ja ver- worse». Das Technikumsgesetz ist mit 31 924 gegen 15 547 Stimmen angenommen worden.— Im eidgeu«'s fischen Budget für 1897 betragen die Militärausgaben 23 136000 Fr. gegen 23 160 000 Fr. für 1396 und 36 152 000 für 1392; seil dem letzten Jahre haben sie sich um fast 40 pCt. vermindert, womit die Schweizerische Eidgenoffenschast der einzige Staat der Welt ist.— Frankreich. Aus PariS wird 6. ä. 28. Oktober telegraphirt: „La Presse" meldet, daß Frankreich, Deutschland U n d R u ß l a n d sich darin geeinigt hätte». England zu veranlasse», die Räumung Egyptens ehestens vorzunehmen. So das Telegramm. Die„Presse" ist ei» ganz obskures, einflußloses Blatt; und die angebliche Nacbricht nur in diese Form gekleidete Kannegießerei. Gerüchte dieser Art zirknliren allerdings seit dem Zarenbesuch in Frankreich; und ähnliches wird auch zweifellos von russischer und französischer Seite ge plant. Aber daß die deutsche Regierung sich zu einer der- artigen Rolle hergebe, ist doch nicht anzunehmen.— Paris, 27. Oktober.(Eig. Ber.) I» der gestrigen Er> öffnungssitzung des Pariser GemeinderatheS holte sich der zarenschwärmerische Opportunist, namens Kattat, mit einem Antrag, die Bureanwahlen durch Einzelabstimmung vor- zunehmen, eine ivohlverdienle Niederlage. Der Antrug war gegen de» Genossen L a n d r i n gerichtet, der bekanntlich gegen die Zarenfeier protestirt hatte. Er wurde aber, wenn auch im zweiten Wahlgang, mit 40 Stimmen wieder a l S B i z e- räsident gewählt. Danach habe» für ihn außer den Sozialisten auch mehrere Radikale gestimmt.— — DasZuchtpolizeigericht in Tunis verurtheilte den Redakteur des Blattes„Petite Tnnisie", Cronxet, wegen Be- leidigung des Königs Humbert von Italien zu 50 Frks. Geld- büße. Der Gerichtshof hat dem Angeklagten im Hinblick auf die Zeitungspolemiken anläßlich des ilalienisch-tunestjchen Vertrages mildernde Umstände zugebilligt. Belgien. - Der Prozeß gegen den»vooruit" in Gent. Aus den weiter eingelaufenen Berichten, die in bezug ans die Prozeßverhandlunge» selbst nichts bringen, waS ,vir nicht chon gestern in unserem Telegramm mitgethellt hätten, entnehmen wir dem Wortlaut der Anklagepunkle: t. Den Angeklagte» wird zur Last gelegt, an dem Lohn ver- schiedener Arbeiter Abzüge vorgeuominen zu haben. 2. Die Arbeiterin»«» nicht in gesetzlicher Weise bezahlt zu haben. 3. Ihne» Arbeitsbedingungen auferlegt zu haben, die sie an der freien Verfügung über ihren Lohn hinderten. Der Staatsanwalt stützte sich in seiner Anklagerede Haupt- ächlich auf das Argument, daß der Lohnüberschuß(sur salaire) auch Lohn sei. Er sucht nachzuweisen, daß der Lohn eine doppelte Grundlage habe: die Stundenarbeit für das Lohnminimum, und die Stückarbeit für den Lohnüberschuß. Dieser Lohnüberschuß war den Arbeiterinnen geschuldet. Er ist überzeugt, daß eine Reisekasse überhaupt nicht bestehe. Er will aber auch mit seiner Ueberzeugung nicht zurückhalten, daß durchaus keine einzige un« ehrenhaft« Handlung jemandem vorgeworfen werden könne und daß niemand aus persönlichem Interesse gehandelt habe. Anseele: Die Staatsanwaltschaft will den Nachweis er« bringen, daß wir Vorspiegelunge» anwenden, um uns rein zu waschen. DieganzeGeschichte des„Vooruit" widerspricht dieser Verdächtigiliig. Der Staatsanwalt bezieht sich häufig auf den Bericht der Fabrik- inspektoren, aber diese sprechen nirgends von einer Zurückhaltung der Löhne, sondern von einer Aufbewahrung derselben. Der „Vooruit" hat keinen Centime von diesem Gelbe angerührt. Das Geld bleibt in der Kasse der Arbeiterinne», welche von ihnen selbst verwaltet wird. Es ist also keine Spur von Betrug oder Schädigung nachzuweisen. Wäre es auch nicht lächerlich, daß wir uns ver Lohuhinterziehung von einigen hundert Franken schuldig machen, während wir jährlich 6- 3000 Franken an Lohn»lehr bezahlen, als unsere Konkurrenten! Nach Recht und Billigkeit müssen wir freigesprochen werden. Eine Privatdepesche meldet uns den Urtheilsspruch: „Ter Gerichtshof verurtheilt Anseele und Foucaert zu 90 Franken eventuell 13 Tagen Gesängniß. van Beveren, Seffers und Vangysegnem zu den gleichen, vorläufig aber aus grund des Gesetzes der bedingten Berurtheilung nicht vollstreck- baren Strafen. Beerblock wird zu 45 Franken eventuell 9 Tagen verurtheilt. Pankoek wurde freigesprochen." Brüssel, 27. Oktober.(Eig. Ber.) Der Gemeinderath hat am Montag über den Antrag der sozialistischen Genleinderäth« entschieden. Er hat mit 21 gegen 17 Stimmen das Prinzip des Minimallohues für Gemeindearbeiten angenomme». Der von den Sozialisten vorgeschlagene Minimallohn von 4 Franks wurde mit 26 gegen 17 Stimmen verworfen.— England. London, 28. Oktober. Der chinesische Arzt Sun Dat Sen wird die hiesige chinesische Gesandtschaft wegen illoyaler Verhaftung gerichtlich verfolgen.(? D. Red.)— LccdS, 23. Oktober. Der Staatssekretär des Krieges, Marquis of Lansdowne, hielt gestern Abend hier eine Rede, in welcher er sich gegen ei» gesondertes Vorgehen zun, Zwecke der Entthronung des Sultans aussprach. Wenn England eine solche aben- teuerliche Politik verfolgte, so würde der Kriegs- Etat um Millionen überschritten und die Frage der Einrichtung e i n e s Z>v a n g s- M i l i t ä r d i e n st e s erwogen werden müssen. Die Regierung verlasse sich auf das europäische Konzert, welches sicher eine Lösung finden werde. In betreff der Nil-Expedition sagte der Staatssekretär, würde es ein großer Fehler sei», zur Zeit weiter vorzugehe» aus die Gefahr hin, die erlangten Erfolge einzubüßen.— Italic». Nom, 26. Oktober.(Eig. Ber.) Wenn die lange Zeit hin- durch fortgesetzten großen Unterschlagilugen in der Stadt- Verwaltung von Palermo jetzt, da sie nicht länger verheiuilickst werden konnte», berechtigtes Aufsehen erregen, so bilden sie doch in der italienischen Siädteverwallung keineswegs eine» isolirten Fall. Nicht inlr in Sizilien leidet fast jede größere Gemeinde an ähnlichen Mißbräuchen der regierenden Oligarchien, auch die volkreichste Stadt des Festlandes, Neapel, liegt in den Banden eines bis jetzt nnentwirrten Netzes von betrügerische» Uebervortheilunge» der Sladtkasse durch Beamte und sonstige Beauftragte der Gemeinde. I», allgemeinen darf ma» sagen, daß die Unehrlichkeit in der städtische» Verwaltung, besonders im Süden des Landes die Regel bildet und jedenfalls weit stärker hervortritt als in der freilich gleichfalls nicht tadelfreien Staats- Verwaltung. Äber die Staatsverwaltung ist an der Verderbniß in der Gemeindeverwaltung mitschuldig, da sie sich, besonders durch den Einflnß der Parlaments- Abgeordneten, welche mit den städtischen Oligarchien zusammenhängen, bisher von einer ernstlichen Kontrolle der städtischen Verwaltung hat abHallen lassen. Erst neuerdings ist mit einer solchen Kon- trolle in Sizilien durch das sär die Insel eingesetzte Landes- Ministerium ei» Anfang gemacht worden. I» Neapel waren bei der Diskussion einer Interpellation, welche aus Anlaß eines Bürgermeisterwechsels über den Gang der städtischen Verwaltung eingebracht worden war, der Interpellant und der neue Bürger- meiiler völlig einig darüber, daß die Verwalter vieler städtischer Aemter und besonders die Verwalter des städtischen Bauanucs herkömmlicherweise die Stadtkasse um große Summen be- trügen. Für Arbeiten im städtischen Bauwesen, die niemals ausgeführt, sondern nur beschlossen ivaren, haben oft die näui- liche» Summen bezahlt werde» müssen, als ob sie zur Aus- fädruiig gelaugt wäre»; ganz gewöhnlich ist, daß die Unter- nehincr städtischer Bauten der Stadtkasse Arbeitslöhne für eine weit größere Anzahl von Arbeitern anrechnen, als wirklich beschäftigt worden sind. Jede Kontrolle wird unendlich erschwert durch die Anhäufung mehrerer Aemter in der Hand eines einzige» und durch den verschwörungsartige» Zu- saminenhang zwischen den betrügerischen Beamten und Unter- nehmer». Bezeichnena ist auch, daß aus dem Amte, bei welchem gesimdene Gegenstände abzuliefern sind, die werthvolleren Fundstücke regelmäßig zu verschwinden pflegen. Der neue Bürger« meister von Neapel versprach mit großer Strenge gegen die schuldige» Gemeindebeanuen vorgehe» zu wollen; ob er damit durchdringen wird, ist iiideß sehr fraglich. Ein Anfang ist gemacht worden; der Direktor der städtischen Bauten wurde vom Amte suspendirt. Derselbe trug, wie bezeichnender Weise fast alle Hauptpersonen der italienischen Rorrnplionsskandale, den Titel„Kommeudatore", d. h Ordensritter erster Klaffe.— Spanien. Madrid, 28. Oktober. Eine amtliche Depesche au? Manila berichtet über«ine auf den Sulu-Jnseln entdeckte Ber- s ch w ö r u n g. Acht Soldaten wurden erschossen. Der Gouver- neur hat eine Bürgerwehr(oomxxAnio localo) bewaffnet. Bon Manila sind Truppe» dorthin abgegangen. Nun hat Spanien also de» drille» Kolonialkrieg. AuS allen Wunden blutend, muß die Erschöpfung bald eintreten.— Madrid, 28. Oktober. Amtlich wird aus Manila gemeldet, daß General Jaramillo eine Truppe von etwa 1000 Ansstaudischen am linken User des Pansipit geschlagen hat. 60 Anfrührer sind in dem Kampfe gefallen, die Spanier hatten zwei Ber- ivundete.— Madrid, 27. Oktober. I» Kürze werden 20 000 Mann nach Kuba eingeschifft werden. Spanien wird so von Truppen bald ganz entblößt sei» und was das traurigste ist, die wenigsten, die aus die Schlackitfelber am mexikanische» Golf und Srillen Ozean entsandt werden, werden die heimathlichen Gefilde wieder» ehe».— Portugal. — Kolonialbarbarei. Eine amtliche Depesche auS Loanda meldet, daß Eingeborene von Bendo, welche«ine Expedition von Regierungsträger», die»ach Cuando(?) bestimmt war. an- gegriffen halten, von der Expedition bestraft wurden. Wählend des Hefligen Kampfes, der mehrere Tage dauerte, wurden 24 Dörfer mit 200 Hütte» in Brand gesteckt; serner wurde» die Saaten zerstört und ungefähr 100 Neger getövtet und viele Neger ver- wundet. Rnhland. P-terSburg, 23. Oktober.(Köln. Ztg.) Erst nachträglich wird eine nierlwürdige Tafelrede bekannt, die der Kommandirende des Kiewer Militärbezirks, General Dragomirow, jüngst beim Tschernikower Kirchcnseste in Erwiderung eines srühercn Trink- sprucheS des Bischofs Antoni ausbracbte, der ihm gegolten halte. „Ich habe den Toast,— sagte der General— den Ew. Eminenz ausgebracht, nicht erwartet; es ist dies ein T o a st auf den Vertreter der Faust, das heißt der phyüscben Kraft; ich muß aber hinzufügen, daß sich Ew. Eminenz nicht geirrt hat; wir, die Vertreter der physischen Kraft, bringe» sie Aus Italien. Bei den Stadtraths Wahlen in San Remo eroberten die Sozialisten von 30 Sigen 24. Für eine flare, wahrheitsgetreue Beantwortung wird seitens des Vorstandes Sorge getragen werden. gur Anwendung und vergießen unser Blut, weil wir, der Worte Aus München. Der Magistrat hat in seiner Sigung und den Gesellen beeinträchtige. In dieser Veranlassung werden des göttlichen Lehrers eingedent, unser Leben für unsere Nächsten am Dienstag den Antrag unseres Genossen Birt, betreffend Sie um eine gefällige Mittheilung bis zum 10. November ersucht, opfern. Und ungeachtet des ganzen großen Unterschiedes zwischen Vornahme der Gemeindewahlen an einem Sonntage und eine ob sich trotz der erst furzen Geltungsdauer der in Rede stehenden dem Militär- und dem geistlichen Stande besteht doch eine Aehn gleichlautende Petition des demokratischen Vereins wie vor Verordnung schon jetzt nachtheilige Wirkungen der Bestimmungen lichkeit und ein moralischer Zusammenhang zwischen auszusehen war einstimmig abgelehnt, obwohl der Referent gezeigt haben, worin dieselben bestehen, und ob insbesondere ihnen: der eine tämpft gegen einen äußeren, der ausdrücklich bemerkte, daß eigentliche gesetzliche Hinderniffe dem Umstände zu tage getreten sind, welche die Klage über eine andere gegen einen inneren Feind, beide Stände Antrage nicht entgegenstehen. Unsere Genossen werden nun schwere wirthschaftliche Schädigung des Bäckergewerbes und das aber lassen ihr Leben für ihre Nächsten. Es ist wahr, Ihr ver- gerade die Forderung der Sonntagswahlen bei den heurigen Schwinden des guten Einvernehmens zwischen den Meistern gießt kein Blut, euer Reich ist kein irdisches Reich; wir aber Gemeindewahlen mit um so größerem Nachdruck betonen. und den Gesellen als begründet erscheinen lassen." müssen dies thun, weil es, nach den Worten des Erlösers, auch Krieger auf dieser Erde geben muß. Aber in der Zeit gemeinsamer Gefahr vereinigen wir uns mit Euch und führen einen Kampf gegen unfern Feind für den Glauben und das Vaterland, Ihr mit geistlichen Mitteln, wir mit physischen. So möge denn unsere Geistlichkeit gedeihen und jener heilige Heldenmuth nicht schwinden, der und solche Kampfgenoffen schafft, wie den hl. Theodosius." Besonderes Verständniß des christlichen Gedankens kann man diefem schneidigen Trintspruche nicht nachrühmen. Um die barte Nothwendigkeit des Krieges, in dem man, um dem einen„ Nächsten" zu nußen, den anderen Nächsten" todtschlagen muß, ein religiöses Mäntelchen zu legen, hat einen leisen Beigeschmack von Heuchelei, besonders wenn es sich, wie bei Rußland, nur um Eroberungstriege handelt. Türkei. Eine Bande von makedonischen Auf ständischen unter dem Führer Talis hatte bei Goryga ein längeres Gefecht mit türkischen Truppen. Wie verlautet, wurden 90 Soldaten von ihnen getödtet und 8 gefangen genommen. Zatis beabsichtigt, die Gefangenen gegen die in Monastir in Haft befindlichen Aufständischen, welche einer grausamen Behandlung ausgesetzt sein sollen, auszutauschen. Polizeiliches, Gerichtliches ze. " In Lübeck nahm eine äußerst stark besuchte Volts. gedacht war, sollte das Volksblatt für alle" die streikende Personal des Thiel'schen Emaillewertes erDurch einen Artikel, worin des heiligen Rockes" in Trier versammlung einstimmig eine Resolution an, worin das Gebräuche der katholischen Kirche verächtlich gemacht haben. Das sucht wird, das Streitkomitee zu beauftragen, beim GewerbeGericht erkannte jedoch auf Freisprechung des angeklagten gericht die nöthigen Schritte zur Einberufung des EinigungsRedakteurs, Genossen Mannigel. amtes zu thun. Weiter wird in der Resolution das Gewerbein gericht ersucht, dahin zu wirken, daß die Leitung des ArbeitsDie Sächsische Arbeiter Zeitung" Dresden soll den in Rauschwitz bei Plauen i. S. ansässigen nachweises der Metallindustriellen Lübecks ihm unterstellt wird. Rittergutsbesitzer Klopfer und dessen Sohn beleidigt haben und zwar durch einen Artikel über Gesindeverhältnisse. Beide Be- gegen den übertriebenen Angaben bürgerlicher Blätter mittheilt, leidigte" haben beim Amtsgericht in Plauen Klage eingereicht im ganzen 80 männliche und 65 weibliche Personen, während und dieses hat auch die Klage angenommen. Der verantwort das Personal beim Ansbruch des Streits über 300 Köpfe betrug. liche Redakteur der Sächs. Arb.- 3tg." hat jedoch, gestützt auf Bei dem Ausstand handelt es sich nicht um Lobnforderungen, eine Entscheidung des Oberlandesgerichts, das Plauensche Gericht sondern lediglich um die Wahrung des Koalitionsrechts. als unzuständig abgelehnt. Zuzug von Metallarbeitern aller Branchen ist von Lübeck " Auf dem Werke arbeiten, wie der Lübecker Volksbote" ent fäulen eine Empfehlung zum Abonnement auf die Sächsische Die Dresdener Polizei hat auf den Plafat- fernzuhalten. Arbeiter- Zeitung" übertleben lassen, weil auf dem Plakat leitung beschäftigten italienischen Erdarbeiter die ArIn Gevelsberg in Westfalen haben die an der Wasserder Verleger nicht angegeben war. Bei anderen Geschäftsbeit eingestellt, weil ihnen nach ihrer Ansicht zu viel Abzüge vom empfehlungen genügt der Polizei der Drucker. Gegen die Maß- Tagelohn gemacht worden sind. regel wird Beschwerde geführt werden. Die = Der angebliche Brief von Mary ist, worauf uns Eine neue Schmälerung des Versammlungsrechts hat die ein Korrespondent aufmerksam macht, wahrscheinlich Amtshauptmannschaft Dresden Altstadt etablirt. In identisch mit dem gefälschten Mary- Brief, der im zweiten Jahr einer Versammlung in der Rothen Schänke in Döhlen hatte der gefrigen Parteiverfammlungen. gang 1884 der Neuen Zeit" G. 558, erwähnt ist. überwachende Beamte nicht zugelassen, daß die Versamm- Die für den ersten Wahlkreis nach Stabernack's Es heißt dort in einem Artikel über die Wiener Preß- lung auf 5 Minuten vertagt werde. Auf die dagegen 2otal, Inselstraße 10, einberufene Versammlung wurde, wie torruption von H. Mandl:" Der Schriftsteller Hahn in erhobene Beschwerde entschied die Amtshauptmannschaft: fchon an anderer Stelle mitgetheilt ist, aus baupolizeilichen Wien fabrizirte für die" Vorstadt- Zeitung" jenen Brief Nach§ 2 des Vereinsgesetzes vom 22. November 1850 find Gründen verboten. Den Genoffen, welche sich zahlreich einvon Karl Marx über das anarchistische Raubattentat an Beit anzuzeigen. Diese Bestimmung, welche es dem überwachen tober, nach den Arminhallen eine neue Versammlung einberufen öffentliche Versammlungen der Polizeibehörde mit Angabe der fanden, wurde mitgetheilt, daß bereits für Freitag, den 30. OtMerstallinger, auf welches Schriftstück sich während der den Beamten ermöglichen soll, sich seine Dienstgeschäfte der Zeit ist, in welcher die Tagesordnung erledigt wird. Prozeßverhandlung sogar der Staatsanwalt berief." nach einzutheilen, würde mun umgangen werden, wenn es jeder Unser Wiener Bruderorgan wird jene Prozeßberichte Versammlung freistände, sich selbst auf beliebige Zeit zu verbrauerei war gut besucht. Die Wahlen ergaben folgendes Die Versammlung des zweiten Wahlkreises in der Bockja wohl nachsehen können. tagen." Wir sind begierig, ob die höhere Behörde diesen selts Resultat: Als Vertrauensmann wurde Genosse Schlichting, samen Entscheid aufheben wird. als Stellvertreter Genosse Werner gewählt. In die PreßDer Redakteur der Volksstimme" in Burg fommission wurden die Genossen Knüpfer und Koblenzer, städt i. S., Genosse Fröhlich, wurde vom dortigen Schöffen- in die Lokalkommission die Genossen Mews und Lachmann gericht wegen Beleidigung des Amtsrichters Kraner in Döbeln belegirt. Die Berichterstattung über den Parteitag wurde einer zu 3 Monaten Gefängniß und wegen Vergehens gegen§ 184 weiteren, demnächst einzuberufenden Parteiversammlung überdes Straf- Gesetzbuchs zu 100 M Geldstrafe oder 20 Tagen Haft laffen. verurtheilt. Der Margarine Fabrikant Mohr in AltonaBahrenfeld hat wegen Beleidigung" weiter Strafantrag gestellt: gegen die Sächsische Arbeiter Zeitung und die Leipziger Voltszeitung". Partei- Nachrichten. = Im Wahlkreise Brandenburg Westhavelland wird heute entschieden, ob der Kreis abermals durch einen Angehörigen der Ausbeuter- Parteien im Reichstag vertreten werden soll oder durch den Kandidaten der Sozialdemokratie, der einzigen Partei, auf die allein noch seine Hoffnung sehen kann, wer in den unhaltbaren Zuständen des politischen, wirthschaftlichen und so: zialen Lebens gründlich Wandel geschaffen wissen will. Dem arbeitenden Bolte, das für uns allein in betracht kommt, kann die Wahl nicht schwer fallen, welchem Kandidaten es seine Stimme geben foll. " " " " Die Versammlung im dritten Wahlkreis war von zirka 400 Personen besucht. Zum Vertrauensmann wurde Friz wiedergewählt, zu Mitgliedern der Lokalkommission wurden Hinze und Mahle und in die Preßkommission Hoch und Pohl gewählt. In der Versammlung des vierten Wahlkreises wurden folgende Wahlen vollzogen: Bertrauenspersonen: Wengels und Thielke für den Often, Gutschte und Erbe für den Südosten. Lokal- Kommission: Blume und Faber für den Diten, Jäche I, Pahlte und Menzel für den Südosten. Breßfommission: Wilh. Schulz und Paul Hoffmann. gitationskommission für die Provinz Brandenburg: Base wis und Weise. -Es ist Rechtsgrundfah, daß durch Verbüßung einer Strafe das Vergehen, wofür die Strafe ausgesprochen wurde, Was hat es von dem Kandidaten der Ronservativen gefähnt ist. Die fächsische Polizei aber fümmert sich und Antisemiten, dem Landrath v. 2oebell, zu er- barum nicht, sondern sie leitet aus der wegen politischer Vergehen warten? Er wird im Reichstag als gefügiger Diener des herr- erlittenen Bestrafung einer Person die Befugniß her, dieser die schenden Regimes fizen, jeder neuen Belastung des Boltes, politischen Rechte zu schmälern. So hat wieder der Stadtrath jeder neuen Verkümmerung der ohnehin nur in winzigem in Limbach unterm 24. Oktober eine Versammlung des Arbeiter Maße vorhandenen Rechte der unteren Klassen seine Stimme Wahlvereins mit der Begründung verboten, der in Aussicht gegeben; wo immer es gilt, auf politischem oder wirthschaftlichem nommene Referent Rosenom aus Chemnitz habe wegen Die Versammlung des fünften Wahlkreises, die im ,, Alten Gebiete, die Intereffen des arbeitenden Boltes wahrzu- Vergehens gegen§ 131 des Straf- Gesetzbuchs eine Gefängnißstrafe Schüßenhaus" tagte, war sehr gut besucht. Als Vertrauensnehmen, da wird der Landrath v. Loebell auf der Seite derer erlitten und es sei mit Rücksicht auf die Erfahrungen, die bisher männer wurden die Genossen Reul und Mager, in die stehen, deren politische, wirthschaftliche und soziale Vorrechte anderwärts bei seinem öffentlichen Auftreten und während seiner Breßfommission die Genossen Siepmann und Roth gerade abgeschafft werden müssen, wenn die Intereffen des Zeitung des Beobachters" gemacht worden sind," zu befürchten, gewählt. Die Versammlung sprach sich im allgemeinen befriedigend arbeitenden Voltes zur Geltung kommen sollen. daß er das Referat in der angemeldeten Versammlung dazu über die Arbeiten des Parteitages aus. Und was hat das arbeitende Wolt von dem Raufmann benutzen werde, um Gesezesübertretungen zu begehen oder doch Die Versammlung im sechsten Wahlkreis war gut von BIell, dem Kandidaten der Liberalen, zu hoffen? Bestens zu solchen geneigt zu machen". Weiter paßte dem Stadtrath Männern und Frauen besucht. Nach einem Bericht des Ver falls schillernde Phrasen, hinter denen nichts anderes steckt als der Tagesordnungspunkt Verschiedenes" nicht. Die Gegenstände trauensmannes Klose und nach Ertheilung der Decharge werden die Absicht, die Sonderinteressen des besitzenden Bürgerthums nach der Tagesordnung müßten so speziell angegeben werden, daß die die auf der Tagesordnung stehenden Wahlen vorgenommen. Als wie vor aufrecht zu erhalten und die Ansprüche der nach Frei- Polizei erkennen kann, worüber verhandelt wird. Vertrauensmann der Schönhauser Vorstadt wird Genosse heit und Gerechtigkeit dürftenden Voltsmassen abzuwehren. Klose, für die Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen Ge Haben die Konservativen in gewissem Sinne noch etwas Jdeales nosse Brinkmann, für Wedding und Oranienburger Borstadt in ihrem Programm die Anhänglichkeit an Monarchie und Genosse Eugen Ernst, für Moabit wird Genosse Greschte Kirche so ist bei dem im Grunde der Dinge gottesAls Revisoren werden die Genossen Hänisch, gewählt. Zur Bewegung der Lithographen, Steindrucker und was chowski und Freythaler gewählt. Ein Antrag, daß leugnerischen und anarchischen Liberalismus weiter nichts als der Mammonismus, der Goldhunger die Wurzel und Der Geist unter sämmtlichen Berufsgenossen Berlins. Triebfeder all seiner Ideen und Handlungen in der Gegen: Ausständigen ist ausgezeichnet. Zu den vom Streit betroffenen Philharmonie, Kroll und Konzerthaus nicht mehr boykottirt werden wart. Der Liberalismus der Gegenwart hat kein Ideal mehr, Firmen sind noch einige hinzugekommen, weil sich dort die sollen, wird angenommen. In die Lokalkommission werden die gemeinste Ausbeutung der Massen ist ihm Selbstzweck ge Kollegen und Kolleginnen nicht dazu hergaben, die Arbeiten für brunnen- Rosenthaler Vorstadt Wizel, für Wedding- Oranienfür die Schönhauser Vorstadt Genosse Schulz, für Gesund= worden. Sein Kampf gegen die Konservativen ist nur der Ausfluß des die Ringfabrikanten zu machen. Insgesammt streiken bis zur burger Vorstadt Freythaler, für Moabit wird, trotzdem Neides darüber, daß den Großgrundbesitzern ein größerer Futtertrog Stunde rund 3000 Arbeiter und Arbeiterinnen, Klingelbolle vorgeschlagen, Genosse Weise gewählt. angewiefen ist, als dem befizenden Bürgerthum. Mäften wollen und zwar bei folgenden Firmen: Kuzner u. Berger, Prager und fich beide auf Kosten des arbeitenden Boltes, aber am schofelsten Loida, Wendisch, Ettler, Mathes, Friedberg u. Silberstein, zu Preßkommissions Mitgliedern werden fich beide auf Kosten des arbeitenden Volkes, aber am ſchofelſten gebärdet sich dabei doch der im Krämergeist verstickte Liberalismus, Schäfer u. Scheibe, W. Böhme, Barnick, Büttner u. Co., Wunsch gewählt Helbig und Dornbusch. u. Lange, Heymann u. Schmit, Littauer u. Boysen, Aberlee, Gewerkschaftliches. der den Herrn im Staate spielen möchte, es aber nur zum 2. Sagelberg, Radice, Weyland u. Bauchwiß, Priester u. Eyck, Depeschen und lehte Nachrichten. widerlichen, von niemand ernst genommenen Parvenu bringt. Mag das arbeitende Bolt Brandenburg- Westhavellands Gronk u. Aaron, P. Hagelberg, Eugel, Walther Peck, Stent, Werner u. Schumann, Meyfel, Desterreich u. Hartmann, Licht- Glückstadt, 27. Ottober.( W. Z. B.) Der Fährbetrieb Mann für Mann auf dem Poſten ſein, um der ganzen Ausdruckerei beutergesellschaft, den Konservativen wie den Liberalen, heute Daß die Fabrikanten in arger Bedrängniß sind, geht daraus zunächst zur Vermittlung von Personen- und Gepäckverkehr, beutergesellschaft, den Konservativen wie den Liberalen, beute druckerei Dienstbach, Sala, Hobenstein u. Lange, Frommholz. zwischen Karolinenfoog und Tönning Hafen ist bis auf weiteres, durch die Wahl des Sozialdemokraten Peus den Beweis zu geben, daß es mündig geworden ist, daß die Macht jener Aus- hervor, daß bei einer Firma das taufmännische Personal wieder aufgenommen. Arbeiten gezwungen ist, der Steindrucker zu verrichten; beuterparteien auch in diesem Kreise gebrochen ist. Leipzig, 28. Oftober.( W. T. B.) An stelle des am Ueber die Situation wurde uns aus Brandenburg gestern gebei einer zweiten Firma zieht man dazu die Arbeitsburschen 1. Oktober d. J. in den Ruhestand getretenen Reichs= schrieben: Unsere Parteigenoffen ziehen in aller Frühe voll beran; der Chef einer dritten müht sich selber mit dem Stein- gerichtsraths meves wurde dem Leipziger Tageblatt" Begeisterung mit Flugblättern über Land, ohne zu fragen: schleifen ab. Es wird den Fabrikanten bald flar werden, daß zufolge der Präsident des Landgerichts zu Gleiwiß, wer entschädigt uns für den Arbeitsverlust? Unsere Gegner fie beffer thun, unfere minimalen Forderungen zu bewilligen, als elf, ernannt. fich durch Verweigerung derselben Schaden über Schaden zu beWien, 28. Oktober.( W. T. B.) Bei der Landtags- Wahl haben Dienstleute, und die Ausläufer ihrer eigenen Geschäfte, reiten. Die Konjunktur ist äußerst günstig. Zuzug ist streng in Zwettl, dem früheren Wahlkreise Schönerer's, unterlag aber keine Spur von Begeisterung. Die Freifinnigen flagen: deffen Parteigenoffe Döz gegen den christlich- sozialen Kandidaten Wir haben nur Offiziere und Unteroffiziere, die Wannschaften fernzuhalten. Die Lohnkummission. J. A.: Schöpke. fehlen uns." Und das ist wahr. Es ist nicht unmöglich, Achtung, Zimmerer! Die Differenzen bei dem Zimmer- Hofbauer. Wien, 28. Oktober.( W. T. B.) Abgeordnetenhaus. Die daß wir beim ersten Ansturm siegen, denn das Auftreten des meister mais in Schöneberg sind bis auf weiteres beiAbgeordneten Pernerstorfer und Kronawetter brachten Freisinns efelt jeden halbwegs anständigen Menschen an. Heute, gelegt. Die ohntommission. eine Interpellation wegen der ohne richterlichen Befehl erfolgten Berhaftung des Paters Sto ia now sti ein. gestellt ist. Brünn, 28. Oktober.( B. H.) Die Theilnehmer einer Arbeiterversammlung zogen gestern Nacht vor das Fabrikgebäude des Reichstags- Abgeordneten Wanniek und demonstrirten gegen deffen Haltung in der Heimathsgesetz- Debatte. Behn Personen mußten(?) verhaftet werden, darunter der Arbeiterführer(?) Dr. Czech. Budapest, 28. Oktober.( B. H.) Im Bergwerksdistrikt Teremi revoltiren Bergarbeiter und stürmten das Direktors gebäude. Militär ist dorthin abgegangen. Mit den Wahlen stehen diefe Unruhen nicht in Zusammenhang. Sebenic( Dalmatien), 28. Oktober.( B. H.) Ein Boot des österreichischen Kriegsschiffes Schwarzenberg", mit einem Schiffs lieutenant und 18 Schiffsjungen benannt, tippte infolge eines heftigen Sturmes im Kanal St. Antonia um, wobei 2 Schiffs= am legten Tage vor der Wahl, spricht Eugen Richter hier, ver- Achtung, Töpfer! Die am Sonntag inserirte, und am muthlich um den schlechten Eindruck zu verwischen, den die Agitations- Donnerstag, den 29. Oktober, abends 6 Uhr, in Schöneberg, weise seines Genossen Goldschmidt hier hinterlaffen hat. Die Grunewaldstr. 10 bei Obst stattfindende öffentliche Ver Stimmung auf dem Lande ist vorzüglich, dafür haben die fammlung der Töpfer von Schöneberg, Wilmersbehördlchen Organe gesorgt, denn die Landleute nehmen an: borf, Schmargendorf, Friedenau und des Pots der Beus darf nicht sprechen, weil der Landrath aufdamer vierels bringe ich hierdurch nochmals in Grinnerung und ersuche um lebhafteste Betheiligung. Der Vertrauensmann. So wollen wir denn hoffen, daß heute Brandenburg- West- Die Hamburger Bäcker sind mit ihrer Forderung auf havelland von der Partei des internationalen Proletariats er- Abschaffung von Kost und Logis beim Meister von der Junung obert wird und nach geschlagener Wahlschlacht das rothe Banner abgewiesen worden. In welcher Weise die Innung das„ behoch aufgerichtet weht, dem arbeitenden Bolt zum Ruhme, dem gründet", geht aus dem Beschluß hervor, den eine öffentliche Gegner zum Truz. Versammlung der Bäckergesellen faßte und welcher u. a. Die gebühre se Antwort auf die Auflösung einer Verfolgendermaßen lautet: Die Versammlung protestirt dagegen, fammlung, wo teichstags- Abgeordneter Wilhelm Stolle daß 1. die Innungsführer die Gesellen als unredlich bezeichnen, aus Gesau über die Gewerbegerichts- Wahlen sprechen und aus diesem Grunde die Forderung ablehnen; 2. die sollte, gab die Bevölkerung GI a uch a u's i. S. Bei der Wahl Innung sich als diejenige bezeichnet, die für das Wohl jungen ertranfen. fiegten in der Klasse der Arbeitervertreter die Kandidaten der Gesellen besorgt ist; 3. die an der Spige der Gesellenschaft Marseille, 28. Oktober.( 2. T. B.) Die heute aus der Sozialdemokraten mit 885 Stimmen über die Hirsch- Dunckerianer, Stehenden bei ihren Kollegen verdächtigt werden. Die Versamm. Madagaskar hier eingetroffenen Blätter melden, die Königin die nur 11 Stimmen bekamen; auch in der Klasse der Unter- lung hält an dem einmal gefaßten Beschluß bezüglich der Forde- habe, begleitet von dem General Voyron und einer starken nehmervertreter siegte die sozialdemokratische Lifte mit großer rung von Koft und Logis außer dem Hause fest und überweist Gstorte am 15. September Tananarivo verlassen, um sich in Mehrheit. Unsere Kandidaten erhielten 70, die Gegner nur diese Angelegenheit dem Verband, der mit geeigneten Vorschlägen die Umgebung zu begeben. Die Eskorte hatte einen Busammen84 Stimmen. Die Auflösung der erwähnten Versammlung hatte an die Kollegen heranzutreten hat. stoß mit den Fahavalos, welche etwa 30 Toote verloren; ihre Ursache darin, daß der Referent gegen eine ungerechtfertigte In der Versammlung wurde noch folgendes Echreiben ver- die Begleitung verlor an Todten 8 senegalische Tirailleurs; Einschränkung der Redefreiheit seitens des überwachenden Polizei lesen, das die Polizeibehörde an den Vorstand der 5 Tirailleurs und 4 Marinesoldaten wurden verwundet. Wachtmeisters Schürer Widerspruch erhob. Derfelbe Beamte Hamburger Mitgliedschaft des Bäckerverbandes gesandt hat:„ Es London, 28. Oktober.( W. T. B.) Nach einer Meldung hatte übrigens den Wirth zu bestimmen gesucht, sein Lokal nicht ist behauptet worden, daß die seit dem 1. Juli d. J. in Geltung des Daily Telegraph" aus Kairo find unter den Mann zu dieser Versammlung herzugeben. Der Wirth blieb aber feinem stehende Verordnung vom 4. März 1896, betreffend den Be- schaften des North Stafforshire Regiments gegebenen Worte treu. Weiter hat der genannte Polizeibeamte trieb von Bäckereien und Konditoreien, das Bäckergewerbe, feit dessen Rückkehr nach Kairo 126 Fälle von Erkrankungen an Die Entfernung zweier Frauen aus der Versammlung verlangt, und insbesondere die kleineren Meister wirthschaftlich schädige g a strischem Fieber vorgekommen; in den letzten drei obwohl das sächsische Gesetz eine solche Vorschrift nicht enthält. und das bisherige gute Einvernehmen zwischen den Meistern Tagen sind fünf von den Erkrankten gestorben. Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berliu. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage. 9 Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 254. Lokales. Donnerstag, den 29. Oktober 1896. 13. Jahrg. Warum Die Abhaltung von Privatfestlichkeiten mi. Lanz wird am Vorabend des Todtensonntags im frommen Berlin polizei licherseits nicht resp. beschränkt gestattet werden. Für die Nacht vom 21. zum 22. November wird die polizeiliche Erlaubniß für Abhaltung von Festlichkeiten in öffentlichen Lokalen nicht ertheilt; etwa getroffene Veranstaltungen müssen um 12 Uhr nachts beendet sein. erfuchen, mit allem Nachdruck bei dem königl. Polizeipräsidium Sehr mißfallen hat sicher zwei Kriminalbeamten eine Dame, die darauf zu drängen, daß die gegenwärtige Einrichtung der Kriminal- mit einer Bigarette im Munde in Begleitung einer Freundin Polizei und des Nachtwachdienstes einer eingehenden Prüfung und und zweier Herren die Elsasserstraße entlang ging. Die Rauchende Die Parteibersammlung, die zu gestern Abend nach erforderlichenfalls einer Verbesserung unterzogen werde, wie sie wurde von den Beamten angehalten, welche die Namen beider Stabernac's Salon, Inselstr. 10, einberufen wurde, ist plößlich dem Sicherheitsbedürfnisse der Berliner Bürgerschaft und den Damen notirten. Der eine der Herren, der erst seit 14 Tagen von der Polizei verboten worden. Das Verbot wurde mit der außerordentlich hohen Aufwendungen der Gemeinde für Polizei- aus dem Auslande zurückgekehrt ist, sprach über das polizeiliche Motivirung erlaffen, daß das Lokal, welches bislang gefahrlos zwecke entspricht." Die Verurtheilung zu zwei Monaten Ge- Rauchverbot seine Verwunderung aus und bemühte sich, Er zu vielen Bersammlungen benutzt worden ist, den baupolizeilichen fängniß, die ein tüchtiger Richter am vorigen Freitag gegen den fundigungen darüber einzuziehen, ob vielleicht das Rauchen einer Anforderungen nicht entspreche. Es versteht sich, daß eine so Gemeint evertreter Reteran in Nixdorf wegen einer im Gemeinde- Dame unter den Unfugparagraphen fällt und als Erregung forgfältige Fürsorge für Leib und Leben sozialdemokratischer Ver- rath begangenen Kritisirung der dortigen Gendarmerie ausge- öffentlichen Aergernisses angesehen werden kann. sammlungsbesucher unfern Vertrauensmann sofort zu entsprechen- sprochen hat, wird die Berliner Stadtverordneten hoffentlich recht- follte das fein grober Unfug sein in der Hauptstadt eines Landes, den Maßnahmen veranlaßt hat. Die für gestern verbotene Ver- zeitig über ihre Befugnisse in polizeilichen Dingen aufklären. wo Polizei und Staatsanwaltschaft in Streitaufrufen dasselbe fammlung findet am Freitag Abend in den ArminVerbrechen sehen? Und offen gestanden, uns freut es immer, hallen, Kommandantenstr. 20, statt. Und noch ein Beweis für die Aufmerksamkeit der Polizei. wenn nicht allein Arbeiter, sondern auch brave Bürgersleute Die hier erscheinende Märkische Volkszeitung" hatte das PolizeiDie städtische Schul Deputation, welche am Mittwoch präsidium vor kurzem gebeten, ihr die zur Veröffentlichung be- einmal den Werth polizeilicher Ueberwachung am eigenen Leibe erfahren. unter Vorsitz des Bürgermeisters Kirschner eine Sigung abhielt, stimmten friminalpolizeilichen Mittheilungen ebenso wie den beschäftigte sich in längerer Berathung mit der Frage der gefeß übrigen Zeitungen mittheilen zu wollen. Dies Gefuch wurde gelichen Regelung der Schulversäumniß- Strafen. Die nehmigt. Einige Tage darauf wurde das Blatt, wie es gestern Deputation hat beschlossen, bei dem Magistrat den diesbezüglichen mittheilte, mit folgendem Schreiben überrascht: Antrag des Bürgermeisters Kirschner zu befürworten, wonach die Durch Schreiben vom 23. Oktober ds. Js. ist die Redaktion städtischen Behörden bei der Aufsichtsbehörde beantragen mögen: benachrichtigt worden, daß ihrem Wunsche, die zur Veröffentdas Schulverfäumnißwesen durch ein Spezialgesetz zu ordnen, lichung bestimmten kriminalpolizeilichen Mittheilungen zugestellt zu dabei als Grundfaz aufzustellen, daß der unregelmäßige erhalten, stattgegeben werden soll. Diese Zusage wird Schulbesuch nicht als Uebertretung im Strafverfahren polizei hier mit zurückgezogen, da aus dem höchst gehässigen Mittel zu einem neuen Umbau des Opernhauses sollen, gerichtlich oder gerichtlich zu bestrafen, sondern auf einen regel Artikel in der zweiten Beilage zu Nr. 248 vom 25. Oktober einem Lokalblatte zufolge, in dieser Session vom Landtage vers mäßigen Schulbesuch durch Zwangsmaßregeln der Schul- d. J. sich klar ergiebt, daß die Redaktion es darauf abgefehen langt werden. verwaltungs- und Schulaufsichtsbehörden hinzuwirken sei, daß hat, die Berliner Kriminalpolizei in der öffentlichen Meinung demgemäß die unteren Schulverwaltungsbeziehungsweise herabzusehen und ihr das Vertrauen der Bevölkerung Schulaufsichts. Behörden, in den Städten die Schulzu entziehen. G. Pückler." Deputationen oder Abtheilungen derselben mit Zwangs- Das derart behandelte Blatt meint, daß diefer Boykott Befugniß auszustatten, und daß endlich die Anwendung wirte wie ein Freipaß für Mordbuben. Das veröffentlichte der Zwangsbefugnisse der Schulbehörden in gleicher Weise, wie Schreiben beweist aufs neue, daß der Vorwärts" und mit ihm dies bezüglich der Zwangsbefugnisse der politischen Verwaltungs- die übergroße Mehrheit der Berliner Bevölkerung die Stellung der behörden in den§§ 132 ff. des Landes- Verwaltungsgesetzes ge- Polizei allgemeinen Interessen gegenüber stets richtig ein schehen, unter die Rechtskontrolle der Verwaltungsgerichte zu geschäzt hat. stellen seien. Nur falls sich eine derartige gefegliche Regelung nicht ermöglichen lassen sollte bezw. für die Zwischenzeit, würde es sich empfehlen, für Berlin das bisherige Verfahren beizu behalten, dasselbe aber hinsichtlich einiger Einzelheiten, insbesondere zum Zwecke der Beschleunigung des Verfahrens, zu verbessern. " = fagte, gemeint haben könne. Dein dem er nichts Näheres Nunmehr ist die Sache In der Angelegenheit des ausgewiesenen Anarchisten Großmann erhalten wir von Herrn Gustav Landauer folgende dem Vorwärts" zuBuschrift: Ein bürgerliches Blatt soll folgemeinen Freund Stefan Großmann als Spigel verdächtigt haben. Es wird daher höchste Zeit, das folgende festzustellen: Die Notiz im Lokal- Anzeiger" vom Montag Abend, die Großmann in Verbindung mit einem von der Polizei erhaltenen anonymen Brief brachte, ging von der Polizei aus. Die Ermäßigung der Pferdebahn Fahrpreise, die mit Polizeiberichterstatter ist aber ein großer Irrthum pafsirt: er Brief mit der Chiffre ABC gefragt, Beginn des Winter Fahrplans( 21. Oktober) auf vielen Linien Großmann hat auf dem Haupt Bostamt nicht nach dem ist vielmehr der Großen( und der Neuen) Pferdebahn- Gesellschaft eingetreten sofort beim Betreten des Schalterraumes verhaftet worden. ist, ist mit Genugthuung von der Berliner Bevölkerung begrüßt Großmann konnte schon deswegen nicht nach diesem Schreiben worden, hat aber doch nicht alle, die die Pierdebahn benutzen müssen, gleichmäßig befriedigt, weil sie nicht alle gleichmäßig fragen, weil weder er noch irgend einer seiner Freunde den be Der Berein zur Befferung der Strafgefangenen" ist berücksichtigt hat. Die Berlängerung der Theilſtrecken ist auf wußten anonymen Brief geschrieben noch irgend von ihm gewußt 1995( in Klammern für 1894) von 3543( 8431) Erwachsenen, manchen Linien recht erheblich, wird aber in ihrer Wirkung dar bat. Noch bevor die Notiz im„ Lokal- Anzeiger" erschien, die uns 912( 987) Jugendlichen, zusammen 4455( 4368) Strafentlassenen durch wieder abgeschwächt, daß die 3 ah I der Theilſtrecken ver- die Augen öffnete, besannen wir uns stundenlang in größter Er. um Beschäftigung gebeten worden und hat 2680( 2630) Er- ringert worden ist. Greifen wir als Beispiel die Ringbahn heraus. regung, was Herr Polizeikommissar Boesel mit seinen verfteckten wachsene, 848( 877) Jugendliche, zusammen 3528( 3507) Straf- Hier gab es im Sommer 24 Theilpunkte, jetzt giebt es nur noch 16. Fragen nach einem Briefe, von entlassene in Arbeit bringen können. Auf je 100 Hilfesuchende Vom Schönhauser Thor z. B., das jetzt kein Theilpunkt mehr ist, lar: Großmann ist das Opfer einer niederträchtigen famen 79( 80) Untergebrachte, speziell bei den Erwachsenen nur fuhr man bisher für 10 Pfennige einerseits bis Strausberger Privatrache geworden. Es giebt einen Menschen in Berlin, der 76( 77), bei den Jugendlichen jedoch 93( 94). Der Prozentsaz play, andererseits bis Karl- und Friedrichstraßen- Ecke, jetzt da aus ganz privaten Gründen Veranlassung hat, Großmann zu der Untergebrachten ist, bei den Jugendlichen wie bei den gegen einerseits( Rofenthaler Thor beginnend) bis Andreasplay, hassen; dieser war-- außer Großmanns allernächsten Freunden Erwachsenen, gegen 1894 etwas zurückgegangen, doch hat andererseits( Prenzlauer Thor beginnend) bis Karlsplay. Das es sich auch diesmal wieder gezeigt, daß die Jugendlichen, in ist ja auch schon ein Gewinn, aber wenn das Schönhauser Thor Hauptpostamt ging, um nach postlagernden Briefen zu fragen, der Einzige, der wußte, daß Großmann fast täglich auf das befferen wie in schlechteren Jahren, stets viel leichter unter für die Ringbahn Theilpunkt geblieben wäre für andere die er aus Wien erwartete; aber nicht unter einer Chiffre, zubringen sind als die Erwachsenen vermuthlich weil sie Linien ist es noch heute Theilpunkt so müßte man jetzt von billiger als diese sind. Von den Untergebrachten des Jahres 1895 hier aus für 10 Pfennige mindestens bis Breslauerstraße( ein sondern unter seinem vollen Namen. Darauf baute der Hallunke feinen Plan. Er der eine ähnliche Schrift wie Großmann waren früher: Beamte 73, Kaufleute, Buchhalter, Verkäufer 2c. 772, wegen des Schlesischen Bahnhofes wichtiger Puntt!) bezw. bis hat, der überdies Großmann's Handschrift tannte- schrieb den Handwerker 802, Kutscher, Hausdiener 2c. 317, Arbeiter 1564; Reichstagsplay kommen. Nebenbei bemerkt: beide Theilpunkte hat, der überdies Großmann's Handschrift kannte bagegen erhielten Beschäftigung: als Kaufleute 2c. 80, Hand- Breslauerstraße und Reichstagsplay, sind jetzt ebenfalls beseitigt. anonymen Brief an die Polizei, in dem er Dinge schrieb, die unbedingt auf Großmann deuten mußten. Ob er damit werfer 167, Rutscher 2C. 115, Arbeiter 3166( nämlich: Es ist überhaupt merkwürdig, daß man mehrfach gerade solche Punkte bewirken wollte, Großmann als Verräther hinzustellen oder aber Fabritarbeiter 119, Erd und Ziegelei Arbeiter 336, beseitigt hat, an denen sich große Verkehrswege( mit vielbefahrenen seine Verhaftung und Ausweisung zu veranlassen, ist mir nicht Landarbeiter, Knechte und Hofgänger 2711). Das Be Pferdebahnlinien) kreuzen, wo alfo eventuell auch umgestiegen fireben, die Strafentlaffenen aus Berlin heraus- und als wird. Solange noch nicht der 10 Pf.- Tarif für das ganze Bahn- ganz sicher. Das letztere hat er jedenfalls erreicht. Ich nenne Landarbeiter unterzubringen, hat im Berichtsjahre noch mehr als net oder wenigstens für das Stadtgebiet eingeführt ist, kann das den Namen dessen, den ich im dringendsten Verdacht habe, den sonst vorgeherrscht. Daraus erklärt es sich auch, daß in den Publikum nur dadurch vor Uebervortheilung geschützt werden, Schurkenstreich verübt zu haben, nicht, da der Beweis vorerst Provinzen das Interesse für den Verein, wie der Bericht mit daß auch die 3 a hl der Theilstrecken möglichst groß ist. Wenn auf den anonymen Brief selbst würde die Beweistette schließen. nur subjektiver Natur ist und auf Judizien beruht. Ein Blick Befriedigung konstatirt, wächst. Für die Strafentlassenen ihre Zahl im Gegentheil noch verringert und die durch Verergiebt sich daraus freilich der Uebelstand, daß sie gerade längerung der Strecken zugestandene Fahrpreis- Ermäßigung auf Ich habe darum gestern mündlich an die Polizei das Ersuchen in der Zeit der schlimmsten Arbeitslosigkeit, im Januar und diese Weise für viele abgeschwächt oder völlig aufgehoben wird, gerichtet, den anonymen Brief sehen zu dürfen; ich werde es heute schriftlich wiederholen, da ich bisher nichts ausgerichtet habe. Februar, auch bei dem Verein nur wenig Hilfe finden. so muß dagegen aufs Entschiedenste protestert werden. Zum Beispiel tamen 1895 auf je 100 erwachsene HilfeDaß Stefan Großmann von diesem Brief nichts gewußt hat, suchende im Januar nur 50, im Februar Februar 49 Unter- Noch mehr Kasernen! Daß die Brüsewiße ganz Deutsch- und daß er ein reiner, makelloser, untadelhafter Charakter ist, gebrachte. Den Gönnern", die sich der Verein in den Provinzen land zu einer Wachtstube machen möchten, ist erklärlich; daß aber das steht fest. Ich ersuche Sie daher, den wahren Sacherwirbt, dürfte es zumeist nicht überhaupt darauf ankommen, daß die Zivilisten um mehr Kasernen petitioniren, müßte immerhin verhalt Ihren Lesern mitzutheilen. Hochachtungsvoll Gustav Strafentlaffenen untergebracht werden, sondern nur darauf, daß Wunder nehmen, wenn nicht bekannt wäre, daß die Raffgier Landauer. In der Angelegenheit haben wir redaktionell zur Orientirung fie selber billige Arbeiter bekommen. Aus dem Bericht über 1895 unsere Profitwütheriche und namentlich die Berliner Hauswirthe ist schließlich noch zu erwähnen, daß der Verein bemüht ist, für zu allen möglichen Dingen treibt. Im Norden soll der Gyer- nur zu bemerken, daß das Blatt, welches die gestern von uns feine Schüßlinge auch in seelsorgerischer Beziehung Hilfe zu zierplatz an der Schönhauser Allee vom Fiskus als Bauland erwähnte Nachricht brachte, die„ Germania" ist. Wenn wir schaffen. Deshalb werden z. B. Statholiten möglichst an Orte ge- verkauft werden. Das könnte aber von wegen der Konkurrenz nicht irren, fand sich die Verdächtigung auch in anderen bürgerbracht, wo eine katholische Gemeinde ift. Die Gewährung eines dem Profit der Grundeigenthümer in der Gegend Schaden zu- lichen Blättern. angemeffenen Arbeitslobnes würde den Strafentlassenen wahr- fügen und darum haben sie an den Kriegsminister eine Petition Aus der jetzt vollendeten Abrechnung des Betriebes des Juhalts gerichtet, daß der Platz mit Kasernen bebaut werden der elektrischen Sundbahn in der Gewerbe Ausstellung geht scheinlich angenehmer sein. möge. Man meint, daß die Hausbesitzer gern dem Militärfists hervor, daß insgesammt 2 495 207 zahlende Personen in Der schnorrende Arbeitsausschus. Der Arbeitsein Opfer bringen würden, um nur nicht mit den Miethen 153 Betriebstagen befördert wurden. Zur Bewältigung dieses ausschuß der Berliner Gewerbe- Ausstellung hat, wie bürger- heruntergehen zu brauchen. In den Händen von solchen Leuten Verkehrs waren 68 000 3üge zu ein bis drei Wagen in Abständen liche Blätter melden, dem Oberbürgermeister Belle ein Gesuch ruht das Wohl und Wehe der meisten Kommunen! von 8 bis 14 Minuten erforderlich. Jeder Bug beförderte unterbreitet, das die ausbedungene Wiederherstellung des Geländes der Gewerbe- Ausstellung als Park zum Gegenstand hat. Der Der freifinnige Stadtverordnete Langenbucher hat gestern fomit ca. 86 Personen. Ausschuß bittet darin den Magistrat, auch bei den Stadt- unter reger Antheilnahme seiner Fraktionskollegen den 80. Geverordneten dahin zu wirken, daß er von dieser Pflicht entburtstag begangen. Dr. Otto Loewenstein, der Besizer der beiden Firmen Karl Heymanns Verlag und Buchdruckerei Julius Sittenfeld, ist der Bossischen Zeitung" zufolge am Mittwoch gestorben. " bunden werde. Dem Magiftrat, der durch Gewährung einer Bei- Der Vortrags- 3yklus über Elektrotechnik, welcher heute hilfe von 300 000 M. und Hergabe des Treptower Parkes schon sein Abend in der alten Urania beginnt, dürfte für Berlin inWohlwollen bekundet, erwüchsen durch die erforderlichen sofern eine Neuerung bedeuten, als unseres Wissens bisher eine solche Die Gleisaulagen vom Schloßplate über die Kurfürsten Wiederherstellungsarbeiten weit weniger Rosten als dem Reihe zusammenhängender, für ein Laienpublikum berechneter brücke und durch die Königstraße sind soweit fertig gestellt, daß Ausschusse, und die Garantiefondszeichner hätte ohnehin Borträge über diesen Gegenstand bei uns noch nicht gehalten die Abnahme derselben voraussichtlich am Sonnabend, den 31. d. M. der Opfer genug gebracht. Die Ausstellung habe viele worden ist. Andere Städte, z. B. Frankfurt a. M. und Wien, erfolgen wird. hundert Millionen Fremde nach Berlin gelockt, welche sind Berlin hierin mit gutem Beispiel vorangegangen. In der Todtgefahren wurde Dienstag Abend um 11 Uhr der Millionen von Mark hier verausgabt hätten. Ehe der Magistrat österreichischen Hauptstadt hatte der elektrotechnische Verein die Klavierspieler Hornig aus der Invalidenstr. 106. Hornig gerieth dem Gesuche näher tritt, ist den Petenten anheimgestellt Sache im vorigen Jahre in die Hand genommen; die Vorträge, vor dem Hause Chauffeestr. 28 unter einen Omnibus und wurde worden, nachträglich noch mitzutheilen, wie hoch sich die Kosten an denen auch unsere Urania durch Stellung von Apparaten und bewußtlos von einem Schuhmann des 8. Reviers in ein Krankender Wiederherstellung stellen würden. Entsendung des ihr angehörigen Dr. Spies betheiligt war, haus gebracht. Hier starb er bereits um 12 Uhr. Nach der kaum mißzuverstehenden Abweisung, die ein ähn- batten einen ganz außerordentlichen Erfolg. Es wäre sehr zu licher Antrag erst in der legten Stadtverordnetenfißung erfahren wünschen, daß ihnen ein solcher auch hier beschieden wäre, da es hat, läßt sich das Benehmen des Arbeitsausschusses wohl am fich zweifellos um eine Darbietung handelt, welche über die erste besten mit einem Worte, das der deutschen Sprache fehlt, Anregung, die sich solche Experimentalvorträge sonst als Ziel zu dem jüdischen Ausdruck Chutzpe" bezeichnen. Wir erwarten, stellen pflegen, hinausgeht. daß die Stadtverordneten Versammlung auch der zweiten Anbohrung widerstehen wird, und möchten daher dem Arbeits- Die Uebernahme der zweiten Privat- Fortbildungsschule in ausschuß, der von Uneigennüßigkeit und Opfermuth überquoll der Ackerstraße in nädtische Verwaltung will die Schuldeputation folange ihm diese Tugenden nichts tofteten, den Vorschlag machen, den städtischen Behörden empfehlen. ,, Gestippt" wurde gestern angeblich der Maurer H., welcher sich gegen 5 Uhr nachmittags auf dem Polizeibureau am Büschingplatz melcete. H. batte in einer Gastwirthschaft in der Mehnerstraße geweilt, welche bezeichnenderweise die Inschrift: " Bum letzten Heller", trägt und dort ist sein Geld auch bis auf ben letzten Seller alle geworden. S. bezeichnete eine Frau und den letzten Heller alle geworden. H. bezeichnete eine Frau und zwei Männer als diejenigen, welche seine Tasche um 11 M. erleichterten und veranlaßte deren Verhaftung. Zwei Stunden später wurde das gesammte Lokal polizeilich geräumt und die anwesenden Gäste, 18 an der Zahl, nach der Polizeiwache ge bracht. Von den Siftirten wurden fünf Personen in Haft bes halten. Dumme Jungen. Ein schlimmer Unfug wird seit längerer Strecke sind aus den Zügen heraus mit Steinen Fensterscheiben Zeit auf der Wannseebahn getrieben. Vielen Anwohnern der eingeworfen worden. Die Ermittelungen, die auf grund zahl. daß wahrscheinlich Lehrlinge und Schüler den Unfug mit den bereicher Beschwerden angestellt worden sind, haben ergeben, fannten Gummischleudern verrichten." auch ferner feinen so oft in die Welt hinauspofaunten Der Verein zur Speisung armer Kinder und NothGrundsäßen treu zu bleiben. Was fann es einem leidender hat im Winter 1895/96 in 190 Gemeindeschulen tägKühnemann, dem Ritter des rothen Aolerordens IV. Klasse, lich 8-10 000 Kindern zweites, den nüchtern zur Schule dem Kommerzienrath und Ehrenmann, der allen gegen fommenden auch erstes Frühstück gereicht und in den Volts, theiligen Versicherungen zum Troß so manches schöne Ge- Kindergärten den Kindern warmes Mittagessen, sowie am Nach schäft durch die Ausstellung gemacht hat, denn viel verschlagen, mittag Milch und Brot gegeben. Er veröffentlicht jeßt, wie wenn er den kleinen von den Seinen, die etwa wirklich durch die alljährlich einen Aufruf, in dem auf den stetig von Jahr zu Garantiefondszeichnung in Schwulitäten fommen, mit einigen Jahr wachsenden Andrang der Armen" hingewiefen und wegen Behntausenden aus eigener Tasche unter die Arme greift? der in diesem Jahre in sicherer Aussicht stehenden bedeutend Er hat doch so manche Tausend Mark zum Zweck der Arbeiter vermehrten Anforderung" um reichliche Geldspenden, sowie um Inebelung locker zu machen gewußt! Schämt der Mann sich Besuch eines nächstens zu veranstaltenden Bazars gebeten wird. wirklich nicht, zu schnorren? Es giebt Vereine, die es für rathsamer halten, zu erklären, es zuläßt, nächstens in der Stadtverordneten- Versammlung einige viel Geld reinfriegen will, der muß freilich mit der vollen Wahr- Karl Tornack, welcher seit seiner im Februar d. J. erfolgten Unsere Polizei wird sich, soweit das Strafgesetz dies werde von Jahr zu Jahr besser, auch wenns nicht so ist. Wer Der berüchtigte Sparkassenbuchfälscher Modelltischler Annehmlichkeiten fagen lassen müssen. Die Stadtverordneten heit herausrücken. Entweichung aus der Jrrenanstalt Herzberge Betrügereien und uastein und Genossen haben folgenden dringlichen Antrag in der Die Tüchtigkeit zweier Kriminalbeamten hat sich allem Diebstäble in ganz Deutschland verübte, ist in der Wohnung Stadtverordneten Versammlung eingebracht: Die Stadt bösen Gerede zum Troß wieder einmal bewährt und zwar in feiner Geliebten, der unverehelichten M., Gitschinerstraße 54, verordneten- Bersammlung wolle beschließen, den Magistrat zu einem Fall, über den ein hiesiges Lokalblatt folgendes berichtet: bingfest gemacht worden. " Gerichts- Beifung. # Boltowsti anwesend. Die Angeklagten bestreiten sämmtlich, sich des Landfriedensbruchs oder der Körperverlegung schuldig gemacht aber dabei in gutem Glauben gehandelt haben. zu haben, sie geben zu, das Vereinsgesetz verlegt zu haben, wollen Versammlungen. Su der Angelegenheit des verhafteten Steuererhebers Boa wird berichtet: Bor etwa zwei Jahren hatte B., der verheirathet und finderlos ist, das Unglück, eine größere Summe von den einkassirten Geldern zu verlieren und er mußte, um den Die Dienstwohnungen der Militärs und ihre Heran: Fehlbetrag zu decken, bei Bekannten eine Anleihe machen. Statt zichung bei der Veranlagung zur Gemeinde- Grundftener jedoch seiner vorgesetzten Behörde und seiner Frau Mittheilung betrifft eine prinzipielle Entscheidung, die gestern der II. Senat In München begann am Mittwoch vor dem Landgericht hiervon zu machen, verdeckte er die eingegangene Schuld durch des Ober- Verwaltungsgerichts gefällt hat. Es handelte die Verhandlung des großen Haberer Prozesses. AnEntnahme des Betrages von den einkaffirten Dienstgeldern, um, sich um Prozesse zwischen dem Reichs Militärfiskus und den geklagt sind ca. 50 Leute aus der Gegend von Sauerlach und sobald er diese abliefern mußte, den Fehlbetrag wieder zu leihen. Magistraten von Berlin und Altona. Der Kriegsminister hielt Deisenhofen wegen Landfriedensbruchs, unter ihnen der So wuchs die Summe lawinenartig an, umso mehr, als B. in die Sachen für prinzipiell so wichtig, daß er einen Kommissar, Bürgermeister von Sauerlach. Die Berhandlung wird drei Lehter Zeit hochgradig nervös war und toftspielige Ber- den Geheimen Kriegsrath Dr. Mielke, zur Verhandlung Tage in Anspruch nehmen. Es handelt sich um ein streuungen suchte. Der Fehlbetrag erreichte schließlich die Höhe entfandte. Nach der Urtheilsbegründung der Sach Treiben, das gerade vor einem Jahr, in der Nacht zum von über 4000. verhalt ist Nebensache bezieht sich§ 24 Absatz 2 des 27. Ditober 1895, stattfand. Die gepflogenen Recherchen nach Erhängt hat sich der Schuhmacher Schumann in der neuen Kommunalabgaben Gefeßes, der die auf feinem den Theilnehmern blieben anfangs ohne Erfolg, bis im FrühLandsberger Allee 53. Die That soll aus Sorgen um die Zu- aufhebt, nicht auf die Militärpersonen des aktiven Buchdrucker Murr, der die Habererplakate gedruckt hatte, besonderen Rechtstitel beruhenden Steuerfreiheiten der Beamten jahr 1896 auf grund einer Denunziation der Münchener tunft begangen worden sein. Aus dem Polizeibericht vom 28. Oftober. Borgeffern frei von der Gemeinde- Grundsteuer, wenn sie zu Gebäuden gehörten, Treiben wußte. Hierauf wurden zahlreiche Berhaftungen vor Dienstes. Dienstwohnungen der Offiziere seien demnach dann verhaftet wurde. Dieser verrieth dann alles, was er von dem Abend versuchte die dreißigjährige Bertha H. aus Liebesgram in bie zum öffentlichen Dienste oder Gebrauche bestimmt sind, und wenn genommen, und der größte Theil der Berhafteten legte alsbald ihrer Wohnung in der Kleinen Alexanderstraße sich mit Schwein- fie unmittelbar diesem Zwecke dienten. Ob dies der Fall sei ein offenes Geständniß ab. d furter Grün zu vergiften. Die auf ihr Geschrei herbeigeeillen oder nicht, wäre jedesmal besonders zu beurtheilen. Ganz offen Nachbarn flößten ihr Milch ein und beseitigten badurch jede bar gehörten dazu Räume, in denen höhere Offiziere ihrer DienstLebensgefahr. Gestern früh wurde im Hippodrom ein etwa pflicht genügten, und solche, die sie nothwendig zur Repräsentation dreißig Jahre alter Mann mit einer Schußwunde in der Schläfe brauchten und zu deren Unterhaltung sie im Gehalt oder extra todt aufgefunden und nach dem Schauhause gebracht. Es entschädigt würden. Auch Wohnungen in der Kaserne, die die hielt am 26. Oftober Otto Grundmann einen beifällig auf. Im Deutschen Holzarbeiter- Verband( Bahlstelle Moabit) liegt unzweifelhaft Selbstmord vor. Nach den vorgefundenen Difiziere innehaben, um die Mannschaft zu überwachen, feien genommenen Bortrag. Unter Vereins- Angelegenheiten wurde die Papieren handelt es sich anscheinend um einen in Beiß geborenen dazu zu zählen. Etwas anderes sei es aber, wenn, wie in dem Wahl der Beitragssammler vollzogen und für diese Posten die Weber Paul R. Auf dem Grundstück der Algemeinen einen Falle, der fommandirende General in Altona im Kom- Mitglieder Steinert und Fröhlich gewählt. Nachdem Elektrizitäts- Gesellschaft in der Brunnenstraße( Berliner Lager- mandanturgebäude wohne. hof) stürzten die in dem neu erbauten Schmiedegebäude mit der tationsräume von der Grundsteuer frei, so doch nicht seine Wohn- auf die Werkstatt von Gring u. Koppe, früher Gring u. Krause, Eeien die Dienst- und Repräsen- noch einige interne Angelegenheiten geregelt und der Vorsitzende Anbringung eines Drahtnetes unter dem Glasdache befchäftigten räume. Es möge ja für ihn bequemer sein, dort zu wohnen, wo aufmerksam gemacht hatte, erfolgte der Schluß der Versammlung. Arbeiter Wilhelm Riebe und Eduard Billhardt infolge Brechens er dienstlich zu thun habe, nothwendig sei es indessen nicht. eines Rüstbalkens etwa drei Meter tief hinab und Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag Abend 9 Uhr bis 10% Uhr: Süd: litten schwere Verlegungen. Riebe, welcher einen Splitter- ziehung zur Gemeinde Grundsteuer von der Steuer freizu- Grundsäge für die Kunst des öffentlichen Rebens. Lehre vom Aufbau eine s Dagegen feien alle die Wohnungen bei der Heran- oft schule, Waldemarstr. 14: Rede- lebung( Die wichtigften technischen bruch des linken Armes davongetragen hatte, wurde in die Charitee it ellen, die attive Mannschaften vom Feldwebel a befchichte( Alte Geschichte. Urzeit. Entstehung der Religionen. Orientalische Vortrages). Herr Heinrich Schulz. Nordschule, Brunnenstraße 25: übergeführt, während der anscheinend innerlich schwer verletzte wärt3 inne hatten. Denn für diese müsse auf jeden Fall ein Bölter. Griechen und Römer). Herr Dr. T. Binn. Billhardt nach seiner Wohnung gebracht wurde. Abends Unterkommen beschafft werden, wenn nicht in der Kaserne, so im Die Schulräume stud zur Benutzung der Bibliothek und des reichen Zeitwurde der 19jährige Schriftsetzer Felix S. in der Wohnung seiner Wege der Quartiersleistung. Deshalb sei auch die Wohnung schriftenmater gegen von s the abundan geöffnet. Eltern in der Stralsunderstraße an einer Thürklinke hängend vor von der Grundsteuer und den Nebenabgaben frei, die im mann, Bajewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten gefunden und durch einen zum Deffnen der Wohnung herbei. Kommandanturgebäude des III. Armeekorps der dort als gerufenen Schloffer aus seiner Lebensgefahr befreit und ins Leben Registrator stationirte Feldwebel bewohne, aber nicht die des zurückgerufen. Vor dem Hause Chauffeestr. 29 lief abends ein Portiers im selben Gebäude, da der Portier Militär be a mter etwa 45 Jahre alter Mann gegen einen vorüberfahrenden und nicht ein aktiver Militär sei. Omnibus der Linie Chausseestraße- Hallesches Thor, gerieth unter die Räder und trug anscheinend schwere innere Verletzungen davon, so daß seine Ueberführung in die Charitee erforderlich wurde. Ans deu Nachbarorten. er U Arbeiter- Sängerbund Berlins Umgegend. Borsigender Ad. Neuan Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. im Vereinstatender sind zu richten an Karl Stiller, Kleine FrankfurterArbeiter Raucherbund Berlins und Umgegend. Aenderungen ftraße Nr. 7, 1 r. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Alle Buschriften, den Bund betreffend, sind zu richten an Hermann Jahn, Echönhauser Allee 177 c. Bereins junger Kaufleute, Beuthstr. 20: Vortrag des Herrn Kanig über: Berliner Naturheilverein 2. Heute, abends 8% Uhr, im Saale des Die Geschlechtskrankheiten des Mannes und die Folgen jugendlicher Sünden. ( Nur für Herren.) bet Hofmann, Prinz- Handjernstraße, Ede Lessingstraße: Bersammlung. Barbier und Friseurgehilfen Risdorfs. Heute, abends 10% Uhr, Vermischtes. Das Fleisch von sogenannten ,, nüchternen" Kälbern darf in Berlin nicht eingeführt werden. Die Bezugsquellen für derartiges Fleisch befinden sich besonders in Mecklenburg und Schleswig- Holstein. Der Fleischschaubeamte Kottke hatte wiederholt bemerkt, daß der Schlächtermeister Schwarz Fleisch aus An die Parteigenoffen von Friedrichsfelde und Im Schleswig bezog. Er revidirte bei Schwarz, als soeben wieder gegend! Wir bringen hiermit die für unseren Ort in betracht eine Sendung bei ihm eingetroffen war. Bei der tommende politische Organisation in Erinnerung. Es genügt Untersuchung des Fleisches stellte sich heraus, daß ein Theil nicht, daß man bei der Wahl seine Stimme abgiebt; Pflicht eines davon von so jungen Stälbern herrührte, daß es den Anjeden tlassenbewußten Proletariers ist es, der Organisation an- forderungen, welche die Berliner Polizei an daffelbe ſtellt, nicht wird der Neuen Freien Bresse" berichtet: Gelegentlich des Friedrich Nietzsche auf dem Hohentwiel. Aus München zugehören und für sie zu wirken. Die Gelegenheit hierzu bietet genügte. Gegen Schwarz wie gegen den Lieferanten, ben 52. Geburtstages von Friedrich Nietzsche durchläuft eine Notiz der Arbeiter- Bildungsverein für Friedrichsfelde und Umgegend. Schlächtermeister Schaumburg in Schleswig, wurde Anklage 52. Geburtstages von Friedrich Nietzsche durchläuft eine Notiz Da es Aufgabe des Vereins ist, seine Mitglieder in politischer wegen Bergehens gegen das Nahrungsmittel- Gesetz erhoben. Die Zeitungen, daß der Philosoph in dumpfes Brüten verfallen und wissenschaftlicher Beziehung zu belehren, fo follte es Pflicht Im gestrigen Termine von der siebenten Straffammer des sei und seine vier Wände nicht verlaffe. Nun fand ich aber jedes Genossen sein, sich dem Verein anzuschließen. Die Ver- Landgerichts I konnte fammlungen finden jeden Sonntag nach dem 1. unb 15. des werden, da Schwarz inzwischen verstorben ist. Der erstgenannte, benten, als Poesie und Fremdenbücher. Friedrich Nietzsche." nur gegen Schaumburg verhandelt im Fremdenbuche des Wirthshauses auf dem Hohentwiel folgenden Eintrag:" Ich kann mir keinen größeren Gegensab Monats im Lokale des Herrn Schulz, Prinzen- Allee 6, statt. der wegen zu weiter Entfernung vom persönlichen Erscheinen denken, als Poesie und Fremdenbücher. Friedrich Nietzsche." Der Arbeiter- Bildungsverein für Friedrichsfelde und Umgegend. entbunden war, hatte bei seiner kommiffarischen Bernehmung Elisabeth Förster- Nietzsche.- Karl Schulze, Krantenwärter bei Weit meinem Bruder hier anwesend am 18. September 1896. J. A. J. Guder. angegeben, daß das von ihm gelieferte Fleisch nicht von un Die Parteigenoffen von Rummelsburg werden auf die geborenen, sondern von Kälbern herrühre, welche vier bis fünf Nietzsche's."( Danach folgt noch der Eintrag: Dr. Mündler, am Sonntag daselbst stattfindende Kreisversammlung aufmerksam Tage alt waren. Derartiges Fleisch werde in Schleswig- Holstein tann demnach kaum einem Zweifel unterliegen, daß wir hier den Zürich, der jedoch wahrscheinlich nur zufällig dahintersteht.) Es gemacht, in welcher die Berichterstattung des Vertrauensmannes, allgemein gegessen, wie er durch eine Bescheinigung des dortigen die Neuwahl desselben, sowie die Neuwahl der Lokalkommission Kreis- Phyfitus beweisen könne. Der Kreis- Thierarzt Waßmann Philosophen Nietzsche vor uns haben, nicht blos der Name, sonerfolgen soll. Alles Nähere wird im Inserat bekannt gegeben. gab dies zu, c3 läge eben in den dortigen wirthschaftlichen Ver- dern auch der Spruch und der Krankenwärter deuten darauf hin, Aus Rixdorf. Wegen Vornahme unfittlicher Handlungen hältnissen. Nach hiesigen Grundfäßen dürfe ganz junges Kalb- Nießsche ist also noch im ftande, größere Reisen zu machen und Gedanken aufzuzeichnen. an dem 5jährigen Töchterchen seines Schlafwirthes wurde der fleisch nicht feilgehalten werden. Wenn der Genuß deffelben auch Berlinerstraße 105 wohnhafte Arbeiter Sch. in Haft genommen. Nahrungsstoff und sei deshalb zu verwerfen. Es solle eigentlich ganz Chikago in Aufregung. Ein dort ansässiger deutscher Arzt, nicht gesundheitsschädlich sei, so enthalte es doch zu wenig Ein Verbrechen, ebenso entsehlich wie räthselhaft, hält Wegen eines gleichen Bergehens wurde der 16jährige Lehrling ein Kalb unter 14 Tagen nicht gefchlachtet werden. Der Staats- Dr. Carl F. Nig, hat seine Gattin, mit der er in unglücklichster eines in der Steinmetzstraße wohnhaften Lederfabrikanten ver anwalt beantragte eine Geldstrafe von 30 M., der Gerichtshof Ghe lebte, getödtet, während des Todestampfes feines Opfers haftet, auf Anordnung des Amtsgerichts aber wieder entlassen. tam aber aus dem Grunde zu einem freisprechenden Urtheil, weil wissenschaftliche Beobachtungen gemacht und diese nieders Seit einiger Zeit war die 11jährige Tochter eines in der Kopfstraße wohnhaften Ehepaares verschwunden und alle Nach dem Angeklagten nicht nachzuweisen sei, daß er wider besseres geschrieben. Als ihn nach Entdeckung der That die Polizei festforschungen nach dem Kinde waren erfolglos. In einer der letzten Wissen gehandelt habe. nehmen wollte, fette er durch einen Revolverschuß auch seinem Nächte wurde das Mädchen von der Berliner Polizei aufgegriffen Leben ein Ziel. Judeß hat er sich nicht nur für den Todesund bei der Vernehmung stellte es sich heraus, daß die kleine fich kampf seines Opfers interessirt; bevor er sich selbst tödtete, hat seit ihrem Verschwinden aus dem Elternhause der Prostitution er, um sich zu vergewissern, daß er die That bei flarem Berstand ergeben hat. Das verwahrlofte Kind ist vorläufig den Eltern begangen, den eigenen Puls gefühlt und in seinen Notizen den wieder zugeführt worden. selben als unverändert und ruhig bezeichnet. " Witterungsübersicht vom 28. Oftober 1896. Barometers ftand in mm, d. Meeressp. Windstärke ( Z1-1 BBLIB 2221 28etter sdnsibilt Temperatur awwlawropeanach Gelfius ( 50.= 4° R.) Die Gesellschaft deutscher Zahnärzte" sieht auf dem Standpunkte, daß alle diejenigen, welche die Bahnheilkunde betreiben, ohne Staatsexamen gemacht zu haben, als Kurpfuscher zu betrachten find. Als das zehnjährige Stiftungsfest des genannten Vereins stattfand, erstattete ein Vorstandsmitglied, der praktische Zahnarzt Arthur Richter, Bericht Griechische Räuberromantik, Aus Konstantinopel wird Kunst und Wissenschaft. über dessen Thätigkeit. Es wurde darin erwähnt, daß es berichtet: Wie nunmehr festgestellt ist, war die vor einigen Zagen gelungen sei, einen Zahntechnifer, welcher das hiesige Staats- erfolgte Entgleisung eines Militärzuges auf der Strecke NischRenaissance! welches volltönende Wort. Ein prächtiger Examen nicht gemacht habe und gelernter Schlächter fei, sich Saloniki durch griechische Räuber veranlaßt. Titel, dachte die Lustspielfirma Schönthan und Koppel- aber trotz dessen um eine Stelle als Lehrer bei der fönigl. ZahnEllfeld, und so nannten sie ihren neuen Schwant, der am flinik beworben habe, welches möglicherweise seine spätere ErDienstag im Berliner Theater zum höchsten Ergößen des nennung zum Professor zur Folge haben könne, bei der Behörde zu Publikums aufgeführt wurde, Renaissance". Mit dem groß- fennzeichnen und dessen Anstellung zu hintertreiben. Diese zügigen Geist der Renaissance, der die Kraftnaturen und eine Mittheilung mußte der Zahntechnifer Mannschardt auf sich beprächtige Kunstblüthe schuf, hat allerdings Schönthan's Luft- ziehen, da er thatsächlich in seiner Jugend einige Jahre in einer spielchen nichts zu schaffen. Wer die Firma kennt, weiß, daß er Schlächterei thätig gewesen war. Als Abwehr schrieb und ver- Stationen. hierin nichts Großes zu befürchten hat. In neuester Zeit ist Vers- öffentlichte er eine Broschüre betitelt:„ Offenes nothgedrungenes flingtlang ein wenig modisch; also machen wir in Versklingklang; Grwiderungsschreiben an den praktischen Zahnarzt Arthur das foftet nicht viel und dem Publikum dünft es, wie etwas Richter." Der Inhalt dieser Druckschrift enthielt schwere BeHöheres. Wenn man die Dinge noch dazu ins Renaissancekostüm leidigungen des Bahnarztes Richter sowie der Mitglieder der Swinemünde steckt, reizend! Also thaten denn die Autoren. Die gelangweilte Gesellschaft deutscher Zahnärzte. Mannschardt wies Manuschardt wies nach, Hamburg Wittwe wird zur römischen Marchesa, die im Sabinergebirge in daß er sich niemals um einen Lehrerposten bei der königlichen Berlin nonnenhafter Abgeschiedenheit träumt; ihr tröstender Galan zum Klinik beworben hatte, wohl aber sei er vor einigen Jahren Wiesbaden feurigen, lebens und kunsttrunkenen Maler und Dichter; ihr wegen seiner besonderen Fachkenntnisse ohne sein Buthun für München Söhnchen, das dem Kammerkäßchen nachläuft, wird zum jugend- den Poften in Aussicht genommen gewesen. Wegen der Wien. muthigen Feuerkopf; und in allen dreien erwacht das neue Leben, Beleidigungen wurde gegen ihn Strafantrag gestellt und die Haparanda die Liebe. Renaissance!" Das Publikum ift glücklich, es nimmt Sache vor der vierten Straffammer des Landgerichts I ver- Petersburg. einen Konditor Aufbau für Architektur und flatscht in handelt. Der Gerichtshof verkannte nicht, daß der Angeklagte Sort.. die Hände zu Schönthan's Süßigkeiten. Besonders wenn sich in Wahrnehmung berechtigter Jnteressen befunden, wegen Aberdeen. der Marchesa eigener Sohn zwischen der Mutter Wittwe und der beleidigenden Form und Absicht sei aber auf 100 m. und Paris. dem fremden Maler den unfreiwilligen Kuppler abgiebt, was Beschlagnahme der Broschüre erkannt worden. ebenso zart empfunden, als höchst komisch ist. Gute Rollen, leichte, spielerische Verse, was wollen die Schauspieler mehr? dessen Vorgeschichte wir gestern mitgetheilt haben, wird aus bei mäßigen südöstlichen Winden; teine oder unerhebliche Nieders Ueber den Prozeß wegen Landfriedensbruchs u. f. w., Wetter- Prognose für Donnerstag, den 29. Oktober 1896. Beitweise heiter, vielfach woltig, am Tage etwas wärmer So gut geht es ihnen felten, als es im Lustspiel Renaissance" e ferit vom Mittwoch berichtet: Unter großem Andrang schläge. ging. Sie sind ja alle so sympathisch; der stolze Maler, der alles des Bublifums begann heute Vormittag vor dem Schwurgericht Berliner Wetterbureau. fann( Herr Sommerstorff), die edle Marchesa, die wie ein die Verhandlung gegen den Schmiedemeister Rajewics und Ge Gänschen wieder zu liebeln anfängt( Frl. Pospis chill); der nossen aus Opalenia wegen Landfriedensbruchs, vorsätzlicher Briefkasten der Redaktion. liebenswürdig- drollige Nichtsnuß, der Junker Bittorino, der von Frau Körperverlegung mittels gefährlicher Werkzeuge und Verlegung Schloffer Bartel. Wir bestätigen Ihnen auf Wunsch, daß Prasch Grevenberg mit munterster Beweglichkeit gespielt des Vereinsgefeyes. Den Vorsiz führt Ober- Landesgerichtsrath Sie mit der genannten Person nicht identisch sind. wurde, und sogar der treusbrave schlichte Pater Bentivoglio, für Dr. Rohde Posen, die Anklage vertritt der erste Staatsanwalt A. K. 1000. Der Name des" armen" Offiziers ist uns den Herr Pohl sein reises Rönnen einsetzte. Gliemann, die Vertheidigung führen die Rechtsanwälte Wolinski. unbekannt. Posen, Dr. Pöppel- Driesen, Elfus und Urbach- Meserit. Im Auf- Stettin. E. W. 2,50 Mart erhalten. Betrag der trage des Regierungspräsidenten wohnt der Regierungsaffessor Expedition und dem Parteifonds überwiesen. Dr. Machatius I- Bosen der Verhandlung bei, ferner sind der Oberlandesgerichts Präsident Dr. Gryczewski und der Oberstaatsanwalt Müller- Bofen sowie der Landtags- Abgeordnete Graf id Die Polizeizenfur ist tapfer an der Arbeit. Polizei lich verboten ist dem Friedrich Wilhelmstädti schen Theater das Volksstück aus dem Berliner Leben, Der Lodvogel" von May Kreger. Was ist in dem Stück polizeiwidriges enthalten? Strickwoll- Refter, Zephyr, Rockwolle| Frdl. möbl. Schlafstelle, Reichen zu Partiepreis. Holzmarktstr. 60, H. I. 1Tr. Bücklerstr. 51 v. III r. möbl. Schlafft. f. 2 Herrn. 11826 Möblirtes Zimmer, 2 Herrn, sep. Eing., bei Frau Hogreve, Sfaligerstraße 65, v. 1 r., zu befehen v. 4 Uhr an. Schlafft. verm. Pücklerstr. 4 H. r. R. Grunwald. Schlafft., vorn heraus, monatl. 6 M., bergerstr. 63a, Wwe. Schröder.[ 1101b fofort. Wollinerstr. 67, 8 Tr. L. 11206 Elifabethstr. 65a, v. 3 Tr. r., möbl. Möbl. Stube, sep. E., f. 1 od. 2 H. zu Bimmer für 2 Herren, 10.[ 11286 verm. Adalbertstr. 20, v. 3 Tr., Hofmann. Möbl. Schlafft. zu verm. Oranienftraße 21, 3 Tr. b. Weißig. 11146 Frol. Schlafft., vorn, 10 M. m. Kaffee. Alexandrinenstr. 123, IV., Eichhoff. Schlafft., sep., b. Derda, Louisen- Ufer 7. Arbeitsmarkt. Tüchtige Parquettischler MAF Möbl. Schlafft. für 2 Herren. verlangt Kampmeyer, Holsteiner 11346 Admiralfir. 19, v. 1 2c. I. 11156 Ufer 13. Schlafft., beff., f. 2 S. verni. Wagner, Marienburgerstr. 16 4 2r. 11166 759 SSW 3 heiter 759 762 761 SSW SW SW 4 1 3 wolkenlos woltig bedeckt 763 766 752 Still N halb bedeckt Nebel woltig 758 NNW heiter 754 28 woltig 760 SSD woltenlos NN., Hamburg. Ihre Einsendung in Sachen Maybaum's deckt sich mit einer schon früher von uns veröffentlich ten Stimme aus Parteifreifen. Arbeiterin sucht Köpnickerstr. 88 a, Tücht. Dirigent f. Dienstag fuch Dampf- Waschanstalt. 1124b Gesangverein. Meld. bei P. Heuschke, 1131b Rüdersdorferstr. 10 v. 2 Zr. Tüchtige Hornknopf- Fraiser verlangen Lenschow u. Markert, 22 Stralauer Allee. Rartonarbeiterinnen, geübt, verlangt M. Wolff, Neue Friedrichstraße 48. Kräft. Burschen z. Regelaufsehen verl. Keller, Koppenstr. 29, Tunnel.[ 1130b Karton Arbeiterinnen, geübte, auch junge Lehrmädchen verlangt Theodor Poy, Grüner Weg 2. 1118b* Ginpacker u. Vergolderin, Wienerstr. 9., Einfallerin auf bessere Artikel finden sofort gute und dauernde Beschäftigung, auch nach Neujahr Beschäftigung. Filzschuh- Fabrit Simon n. Co., Neue Königstraße 89. Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Offend- Theater.| Urania. Grosse Frankfurterstr. 132. Direktion: Carl Weik. Der deutsche Michel. Theater.Der deutsche Michel. Der deutsche Michel. Donnerstag, den 29. Oktober. Sonntag, den 1. November, nachm.: Opernhaus. Fidelio. Schauspielhaus. Der Graf von Caftanar. Meister Gert Westfaler. Deutsches Theater. Morituri. Berliner Theater. Renaissance. Residenz- Theater. Der Stellver treter.( Le Remplaçant.) Vorher: Opus I. Tenning- Theater. Anna's Traum. Theater des Westens. Treue. Neues Theater. Bocksprünge. Vorher: Treptows Abschied. Schiller- Theater. Der Sohn der Wildniß. Zentral- Theater. Eine wilde Sache. Thalia- Theater. Prima Ballerina. ( Maison Tamponin.) Belle Alliance Theater. Mamfell Vielliebchen. Volks Theater. Ein vorsichtiger Mann. Zum Schluß: Bladderas dank. Theater Unter den Linden. Der Bumpmajor. Die Bajadere. Ostend Theater. Der deutsche Michel. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Tilli. Alexanderplat- Theater. Nathan der Weise. Baufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Ipollo- Theater. Spezialitäten- Bor ftellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Donnerstag, abends 8 Uhr: Der Sohn der Wildnis. Freitag, abends 8 Uhr: Ein Ehrenwort. Dorf und Stadt. Alcazar. Variété und SpezialitätenTheater I. Ranges. Dresdenerstrasse No. 52 53. City- Passage Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. abends Wissenschaftl. Theater hr. Sternwarte Invalidenstr. 57-62 Thalia- Theater W. Noack's Theater ( vormals: Adolph Ernst- Theater) Dresdenerstr. 72/73. Direktion: W. Hasemann, fönigl. preuß. Kommissionsrath. Prima Ballerina Brunnenstr. 16. Täglich( außer Sonnabend): Konzert, Theater- Vorstellung. Auftr. von Spezialitäten. Rünler 1. Ranges. Neu! Neu! Neu! Lehrt. Stadtbahnhof täglich geöffnet von 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 Pf. Im Theater- Saale täglich 8 Uhr abends Vorträge mit Experimenten und großen Lichtbildern ausgestattet. Näheres die Tagesanschläge. 9.30 Passage- Panopticum. Annenstr. No. 42/43. Direktion: Rich. Winkler. Vornehmster Familienaufenthalt. Letzte Woche des sensationellen OktoberProgramms. The 3 Bollini. Adelaide 1. Little Erich. Geschw. Pauli. Lotte Sieger. Herm. Wehling. Mr. Gilton und Miss Marguerite. Entree 30 Pf. Anfang 8 Uhr. Freikarten haben Wochentags Giltigkeit. 500 ( Maison Tamponin). Baudeville in 3 Aften von Blum und Toché, bearb. v. Hugo Wittmann. Mufit von Karl Weinberger. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag, i. November, nachm. 3 Uhr: Bei bis zur Hälfte ermäßigten Preisen: Gebildete Menschen. Feen- Palast en Burgstrasse 22. Direktion: Winkler& Fröbel. Gruppen Figuren Nur noch bis Sonnabend Schreckenskammer. Wirkliche Fahrt a. d. Golf v. Neapel. enim( Riesen- Illusion.) Blaue Grotte von Capri Fürstensaal. Berlin. Berühmtheiten. Castan's Circus Busch. Panopticum ( Bahnhof Börse.) Donnerstag, 29. Oktober 1896, Abends 71/2 Uhr: Grosse Parade- Vorstellung. Sensationeller Erfolg! Die Jagd nach dem Glück. Neue Einlagen: Skioptische Darstellungen. Außerdem: Die Troika, dress. brei. u. ger. v. Serrn Foottit- Burghardt. 8 ruff. Rapphengste u. 3 ruff. Fuchshengste als Thurmspringer, dress. u. vorgef. v. Dir. Busch. Austr. d. Hrn. Eugen Salamonski. Durch Feld und Flur, ungarische Reitpiece ber Geschw. Rochez. Auftr. des Giger! Clowns Mr. Alf. Daniels. Speziali Friedrich Wilhelmstädt. Theater täten 1. Ranges. Chausseestr. 25/26. Dir. Max Samst. Tilli. Bustspiel in 4 Aften von Francis Stahl. Anfang 8 Uhr. Billets an der Theaterkasse und im " Invalidendant", Unter d. Linden 24. Freitag: Deborah. Schauspiel in 5 Aften von S. H. Mosental. Marg. Pix a. G. Sonntag, den 1. November 1895. Klassiker Vorstellung zu Abonnements: preisen. Die Räuber. Trauerspiel in 5 Aften von Friedrich von Schiller. Alexanderplatz- Theater. Nathan der Weise. Dramatisches Gedicht in 5 Aften von Gotth. Ephraim Lessing. Wohlthätigkeits- Vorstellung Anfang 1/28 Uhr. Freitag: Pikante Novität. Ohue littlichen Halt. Sittenbild aus dem Berliner Leben von Wilhelm Friedhold. Sonntag, den 1. November 1896: Auf allgemeines Verlangen: Schneewittchen und die sieben Zwerge. Zaubermärchen in 8 Bildern von Georg Zimmermann. Central- Theater. Alte Jakobstr. 30. Direttion: Richard Schultz. Emil Thomas a. G. Donnerstag, den 29. Oktober: Bum 40. Male: Eine wilde Sache. Große burleste Ausstattungspoffe mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von W. Manuftädt und J. Freund. Musik von J. Einödshofer. Anfang 4,8 Uhr. Morgen: Eine wilde Sache. Achtung! Volks- Theater 34 Reichenbergerstrasse 34. Pferdebahn- Haltestelle: Kottbuser Thor. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Achtung! Ein vorsichtiger Mann. Seit 20 Jahren die tomischste Posse, welche Berlin je gesehen hat. Um 9/ hr: Gemischter Theil. Alles neu für Berlin. Zum Schluffe: Pladderadautz, Entree 50 Pf. bis 3 M. Familien- Wochenbillets Entree 10 St.3. Parquet 10 St. 6 M. Dem geehrten Publikum zur ge fälligen Nachricht, daß die Bekannts machungen des Volts: Theaters nur durch die Zeitungen erfolgen, nicht durch Säulenanschläge. Morgen: Die Jagd nach dem Glück. Sonntag, 1. Novbr., nachu. 4 Uhr Millennium, Bilder aus Ungarn. ( 1 Kind unter 10 Jahren frei): Nenes Klubhaus 72 Kommandanten- Straße 72. Sonnabend, 21. und 28. Nov., Sowie Sonnabend, 5. Decbr. Saal frei. 11036 Neu! Die wunderbaren indischen Neu! Neu! Pygmäen Neu! Neu! Ur Australier ( Kannibalen). Cösliner Hof, 1 Cöslinersir. 8. Jeden Mittwoch und Sonntag: Theater- u. Spezialitäten- Vorstellung. 1: Entree frei. Anfang Mittwoch 8 Uhr, Sonntag 5 Uhr. Saal( 1000 Pers.) an Vereine u. zu Festlichkeiten zu vergeb. 2 heizb. Regelb. 23 onio Saal ( tausend Personen) zu allen Verfammlungen und an Vereine. Die beiden heizb. Kegelbahnen sind Sonnabends u. Sonntags noch z. vergeb. Cösliner Hof, Cöslinerstraße 8. basid as Schluss der Saison am 31. d. 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Verſammlung der Maurer Berlins und Umgeg. Zages Drdnung: Tages Ordnung: Bericht von der Brandenburger Konferenz. Be- Bumplum in D.- Wilmersdorf. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 1. Die Uebergriffe der Firma Strauchi'sche Aktiengesellschaft und der Firma richt und Neuwahl der Vertrauenspersonen. Wahl von Mitgliedern zur Lokal- und Preskommission. find. Energisch muß Protest gegen das Verfahren der oben genannten Firmen eingelegt werden! Kollegen! Wahrt Berichterstattung der Delegirten vom Parteitage. Diskussion. Kollegen! Die Tagesordnung ist wichtig genug und erfordert, daß alle Berliner Maurer vertreten Eure heiligsten Güter und erscheint Mann für Mann! 208/14 Achtung! Parteigenossen! Die für Mittwoch nach Stabernad's Salon, Inselstraße 10, einberufene Versammlung wurde polizeilich verboten, weil das Lokal den baupolizeilichen Vorschriften nicht entsprechen soll. Wir ersuchen deshalb, in oben bekannt gegebener Bersammlung zahlreich zu erscheinen. Der Vertrauensmann. Achtung! Achtung! Genossinnen und Genossen! Am Donnerstag, den 29. Oktober, abends 8 1hr, in den ,, Arminhallen", Kommandantenstraße Nr. 20: Volksversammlung. Zages Ordnung: Achtung Steinarbeiter. Am Dienstag, den 27. Oftober, verstarb an der Berufskrankheit unser Kollege und tüchtiger Mitkämpfer unserer Organisation Jakob Scherz im Alter von 37 Jahren. Die Beerdigung findet am Freitag, den 30. d. M., nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Birkenstr. 49, aus statt. Um rege Betheiligung ersucht 11226 Der Vertrauensmann. Franz Fischer. Danksagung. Die Lohnkommission der Maurer Berlins. 131/20 Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Bahlstelle Berlin.) Morgen, Freitag, abends 8 1hr, bei Brochnow, Sebastianstraße 39: Komb. Sigung der Ortsverwaltung und der Werkstatt- Kontrollkommission. 78/10 Zentralverein der Bildhauer. Donnerstag, 29. Oktbr., abends 8 Uhr, Annenstr. 16 bei Protz, Steinbildhauer- Abend. Wegen wichtiger Besprechungen ist eine rege Betheiligung nothwendig. 20/5 Der Vorstand. 1. Berichterstattung der Delegirtimen vom Gothaer Parteita g. die schönen Strangſpenden bei der Verein der graphischen Arbeiter u. Arbeiterinnen Deutsglands. 2. Rechnungslegung der Vertrauensperson. 3. Wahl einer Vertrauensperson. Um zahlreichen Besuch dieser Versammlung bittet Die Einberuferin: Frau Ottilie Gerndt. 1/5 Für die rege Betheiligung sowie für Beerdigung meines Sohnes, des Bierfahrers Gustav Dreyer, sage ich allen Kollegen, Freunden und Betannten, sowie der Direktion der Achtung! Genoffinnen und Genossen! Brauerei Bichelsdorf und dem Gefang4 Deffentliche sozialdemokrat. Partei- Versammlung für den Kreis Nieder- Barnim am Sonntag, den 1. November, vormittags 11 Uhr, im Lokal des Herrn Piatkowsky, Rummelsburg, Hauptstraße Nr. 83. Tages Ordnung: 1. Berichterstattung vom Parteitag in Gotha. Referent ReichstagsAbgeordneter Arthur Stadthagen. 2. Diskussion. 3. Bericht und Abrechnung des Vertrauensmannes von Rummelsburg. 4. Wahl des Vertrauensmannes. 5. Wahl der Revisoren. 6. Bericht der Lokalkommission. 7. Wahl der Lokalkommission. 222/2 Der wichtigen Tagesordnung halber ist es Ehrenpflicht der Genoffen und Genossinnen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vertrauensmann. Adhtung! Rixdorf. Achtung! Heute, Donnerstag, den 29. Oktober, abends 8 Uhr, im Variété- Theater, Hermannstrasse 20: Groke sozialdemokrat. Partei- Bersammlung für Männer und Frauen. Zages Ordnung: 1. Berichterstattung über den Gothaer Parteitag. 2. Bericht über die Parteifpedition. 3. Bericht und Neuwahl des Vertrauensmannes, der Revi foren, der Lokalkommission, der Gendarmerie- Ueberwachungskommission. Zur Deckung der Unkosten wird ein Entree von 10 Pf. erhoben. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist es Pflicht aller Genossen und Genofsinnen, in dieser Versammlung zu erscheinen. 202/4 Der Vertrauensmann. Metallarbeiter Donnerstag, den 29. Oktober, abends 8 Uhr, in Wernan's Festfälen, Schwedterstraße Nr. 23-24: Oeffentl. Versammlung Tages Ordnung: Die neuesten Maßnahmen der Berliner Metallindustriellen und unsere Aufgaben in der Zukunft. Zu dieser Versammlung sind besonders die Kollegen folgender Werk ftätten eingeladen: F. F. A. Schulz, Fehrbellinerstraße 47; Wilke, Fehrbellinerstraße 14; Sielaff, 3ionstirchstr. 39; Mothmann, Auklamerstr. 38; Eckert, Brunnenstraße; Veit, Brunnenstr. 45; Rösemann, Raftanien- Allee Nr. 26; illerscheidt& Kasbaum, Schönhauser Allee 44; Hartung, Eisengießerei und Maschinenfabrik Aktiengesellschaft. 116/14 Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Näther, N., Anklamerstr. 44. Lithographen, Steindrucker, Lichtdrucker, Schleifer, Präger u. Prägerinnen, Anlegerinnen, Formftecher, Tapetendrucker und verwandte Berufsgenossen, Arbeiter und Arbeiterinnen des graphischen Gewerbes Berlins! Freitag, den 30. Oktober, abends 8 Uhr: Große öffentliche Versammlung in Keller's Fettsälen, Koppenstr. 29. Tagesordnung: 1. Bericht der Lohnkommission über den Stand unserer Bewegung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Tellersammlung findet nicht statt. Wir ersuchen die Kollegen und Kolleginnen überall dafür zu agitiren, daß diese Versammlung gut besucht wird. Kollegen und Kolleginnen! Beweist immer wieder durch Euer zahlreiches Erscheinen, mit welchem großen Interesse Ihr diesen Prinzipienkampf verfolgt. Um pünktliches Erscheinen ersucht 96/9 Der Einberufer: H. Friedewald. Achtung! Steinarbeiter. Achtung! Freitag, den 30. Oktober, abends 8 Uhr, im Lokal ,, Englischer Garten", Alexanderstrasse No. 27 c: Große öffentliche Versammlung. Lages Drdnung: 1. Bericht der Revisoren. 2. Wahl eines zweiten Bertrauensmannes. 1121b 3. Verschiedenes. Um recht zahlreichen und pünktlichen Befuch aller Kollegen ersucht Franz Fischer, Vertrauensmann der Steinarbeiter Berlins und Umgeg., Stephanstraße 46. verein Schildhorn meinen herzlichsten Dant. Wilh. Dreyer. Herrnhut i. Schles. Danklagung. [ 1123b Allen Theilnehmern bei der Beerdigung meines lieben Mannes Albert Kluge meinen herzlichsten Dant. Wwe. Marie Kluge. Mehr Licht! ( Filiale Berlin.) Donnerstag, den 29. Oktober, nachm. 4 Uhr: Vertrauensmänner- Sihung Annenstr. 16( oberer Saal). Ein großer Posten Die Verwaltung. Betten, Bettstellen und Matratzen ist auch einzeln pottbillig zu verkaufen. Verkaufszeit 9-1 vormittags 96/10 [ 2248* Berlin, Rosenthalerstr. 37, Hof geradezu. Weniger Petroleum! Fast kein Zerspringen! Keine Explosion! Patentkugelcylinder X- Strahl BENTEEL D.R.P. Ne76356. ( D. R.-P. Nr. 76 356.) Preisgekrönt Dresden 1896. Ueberall erhältlich. 10 Freunden, Bekannten und Genossen hierdurch die Mittheilung, daß ich das Lokal von Joseph Wiedemann, O. Blumenstr. 38, Empfehle träftigen Grützner& Winter, Glashüttenwerke, DEUBEN Bez. Dresden 73. Möbel- Verkauf Frühtücks-, Mittags- und Abendtisch zu zivilen Preisen. Neu! Fran- bes Möbelspeichers Rosenthaler Strasse 13. zösisches Billard. 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