menden »tettÄM«'/ id»ertW it ReaiMI> Nr. 25. Freitag, 30. Januar 1885. n. Jahrg. MiiurMsU Krgan für die Interessen der Arbeiter. 4 je die-. alion�S�. Da»„»«littet»vikSdlA�- in fpät«' M« täglich Msrgnti«cher»ach So»«. m,d fte rissen(W' JS" frei«'» Hau» vienchährlich 4 Mark, m.soaiuch 1,85 Mark. rvZchent-.ch 35 Pf. "tootmement 4 Mark. Ei«?,-lue Nr. 5 Pf. Sonntaa».Nu««er«it rllustr. Bissage 10 Pf. (Eiugetrage» i» der Post�eit«az»prei»liste für 1885 u«t-r Nr. 746.) Avfertloasgebüht beträgt für die 8 gefpaltenc Pehljeile oder der« Raum 40 Pf. UrbeiKWark? 1 Pf. Bei größere» Aufttäge» boher Rabatt nach Uebereinkunft. Jxferate»erde» bis* Ms Nachmittags i» der Expedssio», Berlins�., Zimmerstraßs 44, forsie von alle« A«««!«« Bureaux, ohne Erhöhung de» Preise», angmomAk». Spck' ie ma»? verse» idereni ielbe f\ ! kea i« WeSaStion mrS G-peöUion Wsrttn Kwamerkrage 44. Abimemtllts-EwladWg. „ Süt den Monat Februar eröffnen wir ein neue» Abonne- � auf da» // i..Berliner Volksblatt der GratiS-Beilage „Jllustrirtes Sonntagsblatt". z-„Arn ins tzauS kostet dasselbe 1 Mark 35 Pf. pro Monat o AST- pro Woche. Bestellungen werden von sämmtlichen «wungs- Spediteuren, sowie in der Expedition, Zimmerstr. 44 genommen. % wir Außerhalb nehmen alle Postanstalten Abonnements -% Monate Februar und März gegen Zahlung von )XL ober Ä'ii >er Kaff« Sie gif aran reife pack""Li nd 1�)"% :?»3 efreit � fsj» ri nen viell-täL Habens lcht�V htoerhd� 2 in. Zonale �evruai M«k G? Pf. entgegen. u, Den neu hinzutretenden Abonnenten wird der bisher er« wtNrne Theil deS fesselnden und interessanten RomanS '„Gesucht und gefunden" �•e die bisher erschienenen Nummern deS „Jllustrirtes Sonntagsblatt." r!>>weit der Vorrath reicht— gegen Vorzeigung der Adonne« �-Quittung gratis und franko verabfolgt. Das„Berliner Volksblatt" hat sich die Sympathien der Mitenden Bevölkerung Berlins zu erringen verstanden. Trotz Kr überaus großen Anzahl von Zeitungen der verschiedensten Fttidenzen, die in Berlin eristiren, hat bisher kein wirkliches Crgan de» weillhätigen Volke? bestanden. Es ist daher Nicht eines jeden Arbeiters, dieses Organ nach jeder Rich- hmg hin zu unterstützen. Wir treten solidarisch für einander �r. unsere bisherigen Leser und Freunde wissen das, mögen jUch fie rhrerseits dafür sorgen, daß daS„Berliner Volksblatt" Zmrer neue Freunde und neue Leser gewinne. Der heutigen «5 liegt ein Bestellzettel bei. Wir bitten, hiervon heUn. 1 ergrebigen Gebrauch zu machen. Wenn jeder bis- ivi.s,s."bonnent nur einen zweiten wirbt, aber auch «»M dafür sorgt, daß derselbe abonnirt so hat er seine U gethan. gn., 3%: unsererseits werden nicht nachlassen, jedem berechtigten ""«che unserer Abonnenten nachzukommen. Die Redaktton und Expedition de» �„»«liner Volksvlatt". Das Ärbeiterschutzgesetz. Der Entwurf eine» Arbeiterschutzgesetze», den die Ab- Kevrdaeten der Arbeiierpartei im Reichstage einbringen, liegt uns nunmehr im Wortlaut vor und zwar in Gestalt eine» Antrags zur Abänderung der Gewerbe» o r d n u n g. Der Entwurf lehnt sich vielfach an den An« »MOrnik oetboten.] 75 JeuMeton. Gesucht und gesunde«. Roman von Dr. Dux. sso. 10 lForsetzung.) „Ihr Rath ist wohlgemeint, Herr Brand, und ich er« kenne Ihre Freundlichkeit von ganze« Herzen an, aber«S Seht nicht." „Warum soll e» nicht gehe»? Wie, wenn Sie sich hier am Orte niedergelassen?... Sehen Sie, Herr Doktor, der ganze Spreewald hat keinen Arzt; ist ein Arzt«rsor- derlich, so muß ein solcher au» Falkenberg oder Guben, ülso viele Meilen weit hergeholt werden. Sie könnten also sich die Annehmlichkeit de» Aufenthalt« hier und un» b« Borthess verschaffen, einen geschickten Arzt in der Nähe zu haben. „Sehr schön, lieber Herr Brand, aber meine Praxi» hrer würde eure sehr kleine sei».... Hier im Spree- «ald werden die Leute geboren ohne Arzt, sind krank ohne *#»nh sterben auch schließlich ohne Arzt. Ich wäre wahrhaftig hier eine ziemlich überflüssige Institution." »Nun, so lassen Sie sich meinetwegen in einer der nächsten Städte weder, aber gehe» Sie nicht wieder auf den Posten zurück, der nicht allein aufreibend, sonder«— w,e die Erfahrung lehrt— auch gefährlich iß... Sie Nnb ein viel zu pflichttreuer Arzt und machen e» nicht wie Ihre Kollegen, die sich um Ihre Pattenten gerade fordert" kümmern, al» die Nothwendigkeit»« M nicht, lieber Freund," antwortete m wiederhole Ihnen, es geht nicht; ich muß zurück, und wenn ich hier die glänzendsten Aussichten hätte, ich müßte doch nach BetheSda zurück, sal rni* f"ft ml zweier Patienten wegen, deren Schick- f°l m.r fast«ehr am Herzen liegt, al» mein eigene»." -«LZSSsMxsL trag an, der im Jahre 1877 von der Vertretung der Arbeiterpartei im Reichstage eingebracht und damals nach langen Debatten der Regierung als Material überwiesen worden ist. Von einer Verwendung de» Material» hat man allerdings inzwischen nicht« vernommen. Der erste Artikel des Entwurfs entspricht einer seit langen Jahren und von vielen Seiten erhobenen Forde- rung; er will die Konkurrenz beseitigen, die der freien Arbeit durch die Beschäftigung der Insasse« von Straf- und VersorgungSan st alten erwächst und die jüngst auch noch durch die Arbeit in den sogenannten Ar- beiterkolonien verstärkt worden ist. Der Entwurf untersagt die Herstellung gewerblicher Erzeugnisse in den Straf- und Versorgungianstalten für Privatunternehmer und auch den Verkauf derselben auf Rechnung de» Reichs, eines Staats oder einer Gemeinde. Wenn diese Bestim- mung angenommen und Gesetz werden sollte, so wäre damit gegen einen tiefeingewurzelten und allgemein empfundenen Mißstand kräftige Abhilfe geschaffen. Im Artikel III. wird der Titel VII. der Gewerbeordnung aufgehoben und durch neue Bestimmungen ersetzt, welche da« Vcrhältniß der Arbeitnehmer, einschließlich der Lehrlinge, zu den Arbeitgebern regeln sollen. Es folgt im § 106 der Hauptpunkt des ganzen Entwurfs, der dahin lautet, daß für alle in gewerblichen Unternehmungen de- schäftigten erwachsenen Arbeitnehmer die tägliche Ar- beitSzeit höchstens zehn Stunden, an Sonnabenden höchstens acht Stunden, aus- schließlich der Pausen, währen darf. Bei Arbeiten unter Tag(Bergwerken u. s. w.) darf die tägliche Arbeitszeit a ch t Stunden nicht überschreiten. DaS ist also in aller Form der vielbesprochene Nor- mal-, resp. MaximalarbeiStag, der im Gegen« satz zu den Anttägen des ZenttumS, welches die nähere Ferniulirung dieser Forderung der Regierung überlasse« hat, hier in ganz bestimmter und scharf abgegrenzter Form austritt. ES haben über die Höhe der täglichen Arbeitszeit innerhalb der sozialistischen Fraktion, wie wir hören, ein« gehende und sorgfältige Erörterungen stattgefunden; in- dessen entschied man sich für den zehnstündigen Normalar« beitStag in Rücksicht auf die heutigen gewerblich-industriellen Verhältnisse und um der Forderung, auf der der ganze Entwurf beruht, auch die Aussicht auf Verwirklichung zu eröffnen. Wir sind gespannt, welche Aufnahme diese von unü immer mit Nachdruck vertretene Forderung finden wird, und ob irgend Jemand den Much haben wird, dieselbe für übertrieben zu erklären. Selbstverständlich wird das Manchesterthum, geführt von Richter, Bamberger und Baumbach, das ganze Arsenal seiner verbrauchten und ab- gedroschentn Einwände gegen die staatliche Feststellung der aus weiter Ferne mit äußerster Kraftanstrengung seiner Stimme schrie: „Sie kommen! Sie kommen!" „Entschuldigen Sie mich, lieber Doktor," sagte Brand, „ich muß jetzt auf meinem Posten sein.... Sie find doch auch beim Empfang?" „Gehen Sie, gehen Sie," erwiderte Fritz,„ich komme langsam nach. Natürlich werde ich nicht etmangeln, Lord Killmare, der mir mit so liebenswürdiger Zuvorkommenheit den Aufenthalt hier gestattet hat, zu begrüßen." Es waren zwei Reisewagea, welche die Rampe hinauf« fuhren. Auf dem Bock deS vorderen Wagens saß neben dem Kutscher die steife Gestalt John'S, des Dieners von Lord Killmare. Es war also anzunehmen, daß dieser sich selbst im Wagen befinden würde. Der Schlag wurde geöffnet und heraus stieg in der That Lord Killmare und half bald darauf galant einer Dame aussteigen, in welcher die Diener- schaft des Hauses sofort Frau von Steinberg erkannte. In dem zweiten Wagen saß der Baron von Steinberg allein. Sie traten in das mit Blumen geschmückte Vestibül, dessen beide Hauptpfeiler verbunden waren durch eine ge- walttge Guirlande, über welcher in bunter Schrift ein: „Willkommen unfern Herrn und seinen Gästen!" ange- bracht war. Auf Brand'S Anordnung hatte sich da» ganze Dienstpersonal deS Schlosse» in Chaine in dem Vestibül aufgestellt. Da standen denn die drallen hübschen Spreewälderinnen in ihren kurzen, bauschigen Röcken, den Kopf mit schneeweiß gewaschenen Tüchern geschmückt und mit bunten Bändern aufgeputzt, mit ihren runden, kräftigen Armen, ihren fnschen, gesundheitstrotzenden Gesichter» und klaren, freund- lichen blaßblauen Augen, die dem wendischen Stamm charakteristisch sind— und die Burschen in den kurzen, buntfarbig paSpolirten Jacken, die sich namentlich au». zeichnen durch eine unzählige Anzahl von weißen Metall- knöpfen, ihren Kniehosen und Schuhen mit Schnallen. Die Mädchen hielten jede einen Blumenstraß in de, täglichen Arbeits zeit eröffnen und den Maximalarbeitstag überhaupt bekämpfen. Zentrum und Konservative werden zwar die Phrase„Normalarbeitstag" vielfach ausspielen, werden aber wahrscheinlich gegen die Beschränkung der täg- lichen Arbeitszeit auf zehn Stunden einen Sack voll Ein- wände beibringen. Wir sehen also einer höchst interessanten volkswirthschaftlichen und sozialpolitische» Diskussion ent- gegen, die uns zeigen wird, wie weit der Ge- danke eines Normal-, resp. MaximalarbeitStageS seiner Verwirklichung entgegen gereift ist. Welche positiven Resultate aus dem Ganzen hervorgehen werden, daß läßt sich heute noch nicht absehen. Wie sie aber auch sei» mögen, auf alle Fälle ist diese Anregungeine verdienst- volle und wir stehen seit langer Zeit wieder vor einer positiven, scharf formulirten Forderung, die sich von der nur von„arbetterfreundlichen" Phrasen getragenen Politik de» Zentrums vortheilhaft abhebt. Die folgenden Paragraphen zählen die Ausnahmen auf, welche bei gewissen Gewerbebetrieben, nach der Natur derselben, erforderlich find. Wir wollen bei dieser Gelegen- heit gleich bemerken, baß von den Bestimmungen deS vor- liegenden Entwurfs der Betrieb der Seeschifffahrt, sowie die land- und for st wirth schaftlichen Betrieb« ausgenommen find. Die Antragsteller behalten sich vor, die Regelung der Verhältnisse in diesen Betrieben durch ein besonderes Gesetz, da« noch in dieser Session eingereicht werden soll, vorzunehmen. Wir begnügen uns, da wir den Entwurf im Wort- laute ve> öffentlichen werden, hier nur die wichtigsten Be- stimmungen desselben zu beleuchte». Die gewerblich« Arbeit an Sonn- und Feier- t atzen soll verboten sein, mit Ausnahme der Arbeit i» denjenigen Bettieben, wo sich eine unumgängliche Roth- wendigkeit, an Sonn- und Feiertagen zu arbeiten, heraus- stellt, wie z. B. bei Verkehrianstalten u. s. w. Die Vorlage sagt, wo es erforderlich, für ei» entsprechendes Relais,« resp. Abwechselungssystem. Die Nachtarbeit ist verboten, ausgenommen in denjenigen Betrieben, die ihrer Natur nach eine solche er- forder«, worüber die nach dem Entwurf neu einzusetzenden Behörden(Arbeitsamt u. s. w.) zu entscheiden haben. Für die Vertragiverhältnisse zwischen Arbeitgeber und Arbeiweh ner wird eine Arbeitsordnung eingeführt, die obligatorisch ist und die nicht, wie die bisherige» sogenannten Fabrikordnungen, von der Willkür d«S Arbeit- geberS diktirt wird, sondern die erst von der Arbeitskammer de« Bezirks, in welcher die Arbeiter selbst Sitz und Stimm« haben, genehmigt werden muß. Diese Arbeitsordnung muß die Bestimmungen über Arbeitszeit, Pausen, Lohn- zahlung, Kündigungsfristen u. s. w. enthalten. Hand; die Burschen hatten eine» für die Vorstellung der Städter vielleicht etwas zu großen Strauß vorn an ihrer Jacke befestigt; in den Händen hielten sie die dreispitzigen Hüte, die ebenfalls mit Laub geschmückt waren. Den äußersten Flügel des weiblichen Personals nahm die stattliche HauS» hälterin ein, die sich nicht nur mit der ganzen Fülle ihres sehr umfangreichen Körpers, sondern auch mit dem ganzen Stolze des Bewußtseins, die erste weibliche Dienerschaft des Hause» zu sein, ausbreitete. Den Flügel deS männlichen Personals nahm Paddy, der Obergärtner, ein. „Gestatten Sie mir. Mylord," sagte Brand,„Ihnen in meinem und aller Ihrer Untergebenen Namen unsere Freude über Ihren Besuch auf Ihren Besitzungen auszu- sprechen... Wir alle haben den Tag längst herbeigesehnt, an welchem eS un« gestattet ist, unserm Herrn unsere Er» gebenheit und Treue zu versichern. Die Erfüllung unserer Pflicht wird uns stets vor allen Dingen am Herzen liegen, und fie wird uns leicht werden, da wir sie einem Herrn erfüllen, dem wir gern und von ganzem Herzen dienen." Lord Killmare reichte Brand die Hand und schüttelte dieselbe kräftig. Er war sichtlich gerührt durch Brand'S einfache, treuherzige Versicherung und durch die aufrichtige Freude, mit welcher alle seine Bediensteten ihm diese Ooa- tion brachten. „Ich danke Ihnen aufrichttg. lieber Herr Brand," sagte er,„für Ihr Willkommen und Ihre herzlichen Worte... Von Ihrer Treue in Erfüllung Ihrer Pflichten bin ich überzeugt, auch ohne daß Sie mich dessen versichern. Es ist kanm nöthig, daß ich hinzufüge, lieber Herr Brand, daß ich Ihnen alle Zeit unbedingtes Vertrauen schenke, und daß dasselbe durch nicht« erschüttert werden wird". Dann wandte er sich an die Dienerschaft: „Auch Ihnen Allen danke ich für Ihren freundlichen Empfang! Ich habe so viel Aufmerksamkeit weder er- wartet noch verdient,] da ich bis jetzt noch keine Gelegen« heit hatte, mir Ihr Vertrauen und Ihre Zuneigung zu er« werbe«. Ich hoffe aber, das wird in Zukunft geschehen, meine lieben Leute.... Legen Sie e» mir nicht als eine Gleichgiltigkeit aus, daß ich bisher nicht«ach Stolzenburg kam. Ich war, wie Sie wissen, auf Reisen und meisten» Diese Bestimmung, die wir al» ungemein wichtig er achten, wird endlich dem Verhältniß zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber einen Charakter geben, bei dem die bisherige Willkür seitens deS Unternehmers bei Feststellung des Ar- beitSverhältnifie» bei Weitem nicht mehr den Spielraum hat, wie bisher. Di« Bestimmungen gewähren des Weiteren umfassen den Schutz für die jugendlichen Arbeiter und verbieten die gewerbsmäßige Beschäftigung von Kindern unter 14 Jahre« überhaupt; ferner ist festgesetzt, daß der Lehrvertrag zwischen Weiftet und Lehrling dahin gehe, daß die Lehrzeit nicht mehr als drei und nicht weniger als zwei Jahre be- tragen soll, daß die zur Ausbildung des Lehrlings erforder» liche Zeit nicht durch andere Dienstleistungen unterbrochen werden und daß der Lehrling nicht zu häuslichen Dienst- leistuvgen verwendet werden dürfe. Des Weiteren folgt die Organisation der Behörden welche diese Bestimmungen auszuführen habe». Diese Be- Hörden find, soweit nur irgend möglich, in d e m o- tratischem Geiste organistrt und in der Hauptsache mit Arbeitern selbst besetzt. KolUiseKe Mebersirbt« Die Abschaffung der ärztlichen Minimaltaxe von 1815, welche in Preußen bei dem gerichtlichen Austrage von Honorarfragen als Norm dient, wird neuerdings in verstärktem Maße verlangt, nachdem daS Reichsgesetz, detreffend die Kran- kenveistchcrung der Arbeiter, in Kraft getreten ist.„Durch daS Krankenkassengesetz", schreibt die„Beil. klin. Wochenschrift" alS Ergebniß einer eingehenden Untersuchung, ist dem größten Theile rer Bevölkerung, auf die daS Gros der Aerzte ange. wiesen ist, die Möglichkeit gegeben, sich die ärztliche Hilfe äußerst billig zu verschaffen. Hierdurch entsteht aber für das Einkommen oer Aerzte ein Ausfall, der selbstverständlich ge- deckt werden muß. Stellen auf der einen Seite die Aerzte ihre Leistungen dem befitzlosen Publikum für ein minimales Honorar zur Verfügung, so müffen fie nothgedrungen bei dem besitzenden Theile der Bevölkerung ihre Ansprüche■■ beträchtlich erhöhen- Damit dies mit Erfolg geschehen kann, ist unbedingt geboten, die zur Zeit bestehende Minimaltaxe vom 21. Juni 1815 abzuschaffen. Das Bedenken, daß hierdurch dem kleinen Manne die Beschaffung ärztlicher Hilfe erschwert werde, fällt durch daS Krankenkassen- gesctz fort."— Diese Schlußfolgerung ist ganz unzutreffend; denn erstens tritt der KrankenverficherungSzwang nur bei denen ein, welche Beschäftigung haben, und überläßt es den Arbeits« losen in Krankbeitsfällcn für fich selbst zu sorgen. Und zwei- tenS find auch die sogen, selbstständigen Kleinmeister der Ver- ficherungspflicht nicht unterworfen. Ferner giebt es noch eine Menge Berufszweige, für welche der Verficherungszwang nicht vorhanden ist und die Arbeiter solcher Berufszweige können fich oft nicht an einen sog. Kaffenarzt wenden. Eine Er- höhung der ärztlichen Minimaltaxe würde daher für viele arme Menschen gleichbedeutend sein, mit Verweigerung der ärztlichen Hilfe überhaupt, denn in vielen Fällen orientirt fich der Arzt zunächst über die Zahlungsfähigkeit des Hilfesuchenden, bevor er solche leistet. Es ist nichts Seltenes, daß z. B. hier in Berlin ein vier Treppen wohnender Kranker, von Pontius zu Pilatus, daS beißt von einem Arzt zum anderen und von diesem zum dritten und vierten schicken kann, ohne Hilfe zu erhalten. Vorstchtig öffnet das Dienst- mädchen das Fenster, vorstchtig wird der Bote nach Stand und Wohnung des Kranken gefragt, und— ist eS Zufall oder Berechnung?—„Der Herr Doktor ist nicht zu Hause!"— Wir wollen hiermir keinen Stein auf die Aerzte im Allgemeinen werfen, es giebt unter denselben viele, die überaus menschen- freundlich ihrem Berufe obliegen. Und anderersetts regt fich auch bei vielen Aerzten ernstlich die Existmzftage. Aber eine Erhöbung der Gebühren kann unserer Anficht nack unter keinen Umständen stattfinden, denn die Staatsbürger find nicht um der Aerzte Willen auf der Welt, sondern die Aerzte find der Staatsbürger halber da. Für die anscheinend vorhandene Uebersüllung im ärztlichen Berufsfache und die dadurch angeb- lich hervorgerufene Gefährdung der Existenz, darf der Kranke nicht büßen; es muß in anderer Weise Abhilfe geschaffen wer- den.— Der Arzt ist durchaus nothwendig, es finv heute deren noch viel zu wenig vorhanden; wir kalten den Arzt für noth- wendiger, als den Seelsorger, den Geistlichen; der Geistliche wird aber heute im Staate zum Theil aus dem allgemeinen Eteuersäckel besoldet— warum sollte es nicht möglich sein, daß der Arzt resp. die Aerzte Staatsbeamten werden?— Diese Frage ist nicht neu und wir wollen heute wiederum nur einen Fingerzeig geben, wohin fich schließlich das Arzneiwescn im Staate entwickeln muß. . � ♦ Der Antrag Ackermann auf Revisiön der Gewerbe« ordnung wird von der offiziösen„Nordd. Allg. Zeit." in einem längeren Artikel besprochen. In demselben wird über die For- sehr weit von hier entfernt. Wenn Sie mich auch in Zu- kunft selten hier sehen werden, so werde ich deshalb nicht ermangeln, mich Ihrer stets zu erinnern und mich für meine Untergebenen in Stolzenburg zu interessireo, dafür zu sorgen, daß eS Ihnen gut geht, daß Sie niemals Mangel leiden, und daß Ihre Treue stets die rechte Belohnung finde". Nun näherte fich die HauLhofmeisterin, welche bisher den schlichten Titel Wirthschafterin geführt hatte und, überreichte Ihrem Herrn ein großes Bouquet, das sie in den Händen hielt. Der Gärtner überreichte ein eben solches Frau von Steinberg; dann führte Brand die Angekommenen in den Empfangssalon, und Lord Killmare fand zu seiner Freude Allcs hier so wohnlich, so bequem und vortrefflich vorbe- reitet, daß man wahrlich nicht sagen konnte, in diesem Schlosse sei die Herrschaft nicht anwesend. Jetzt erschien auch Fritz Rodenburg, um den Lord und seine Gäste zu begrüßen. Killmare war hocherfreut, ihn wieder so we,t hergestellt zu sehen, fügte aber die Bitte hinzu, daß Fritz keinesfalls vor Ende des Herbste» sein Hau» verlassen möge, ja, daß er sich hier ganz wie zu Hause betrachten möge. „Ich kann Ihnen gratuliren", bemerkte Herr von Steinberg, der inzwischen seine Umgebung prüfend ge- mustert hatte, sich an Killmare wendend,„zu dem Vertreter, den Sie eingesetzt haben. DaS Wenige, wa» ich bis jeht seit langer Zeit von Stolzenburg gesehen habe, flößt mir eine hohe Achtung von Herrn Drand'S Tüchtigkeit ein; auf den Feldern, duröh welche wir kamen, �gin�en�dw Ar- beiten alle wie am Schnürchen; hier im Hause Alles be- sorgt.... Ich mache Ihnen mein Kompliment, Herr Brand." Brand dankte bescheiden und sagte, daß er fich freue, MylordS Zufriedenheit mit seinen Arrangement» erlangt zu haben. „Nicht nur meine Zufriedenheit," versetzte Lord Kill- mare,„sondern mein Erstaunen haben Sie erregt, lieber Brand. Ich gestehe, daß ich eS nicht erwartet hatte, wiewohl ich, nach dem, was lch von Ihnen weiß, derung der fakultativen Wiedereinführung des BefähigungS- Nachweises für alle handwerksmäßigen Betriebe gesagt:„In Vergleichung mit den Bestimmungen deS geltenden Gewerbe- rechtes wird fich hieraus nicht ein Urtheil über den Umftmg der für die handwerksmäßigen Betriebe beabfichtigten Uingestal« tung gewinnen lassen. Wir möchten nur bemerken, daß der Begriff„handwerksmäßige Betriebe" in der Gewerbe- ordnung bisher keine Definition gefunden hat.— Nach Erwähnung der Forderung, daß an Sonn- und Festtagen Arbeiter in Fabriken und bei Bauten unter Zu« lassung einzelner Ausnahmen nicht beschäftigt werden dürfen, schließt der Artikel mit der Bemerkung:„Abgesehen von letzterem Punkte liegen unserer Meinung nach sehr tiefgreifende Umgestallungen in dem Antrage, und man wird abzuwarten haben, ob die Antragsteller dieselben durch die von ihnen zu liefernde Motivirung zu rechtfertigen vermögen."— Danach gewinnt es den Anschein, als ob man den Antrag Ackermann selbst in reaktionären Kreisen für undurchführbar hält. Das Neueste aus Kamerun. Eine ganze Schwarzen- Jnvafion steht uns bevor. Der Dampfer„Adler" ist mit zwei der aufständischen Häuptlinge und mit dem ebenfalls gefangen genommenen Polen Rogozinky(??) unterwegs und wird Mitte Februar in Hamburg eintreffen. Konsul Schmidt aus Kamerun wird mit dem„König"Bell und dessen Sohn eine Reise nachBerlin machen. Jetzt kreuzen deutsche Kriegsschiffe die Westküste von Afrika ob, vor Kamerun liegt beständig ein Kriegsschiff und die Faktorei hat permanent 50 Matrosen als Besatzung. Den dort ansäsfigen Engländern hat Dr. Buckner mit Ausweisung ge- droht, wenn fie fich nicht ruhig verhalten, und so dürfte der Friede nicht mehr gestört werden.(?)— In der dem Bund-S- rathe zugegangenen Vorlage über Einrichtung einer kaiserlichen Verwaltung in den Gcdietserwerbungen an der westafri- kanischen Küste wird auch der Bau eines Gefängnisses zu Kamerun beantragt. Zur Entwicklung des Handels, des LandbaueS und aller anderen nutzbringenden Be- schäftigungen unter so unentwickelten Völkerschaften wie im Golfe von Guinea, ist, so wird zur Begründung gesagt, an erster Stelle die Einrichtung einer wirk- samen Polizei und angemessenen Etrafrechrspflege nothwendig. Ohne eine solche sei avcs Eigenthum daselbst unficher; als die wirksamste Strafe für die Eingeborenen, die als Naturlinder an die ungebundenste Bewegung gewöhnt find, wird die Freiheitsstrafe dezeichnet. Die Entziehung der Freiheit wirke nicht nur auf die einzelne Persönlichkeit, die davon betroffen wird, sondern auf dessen ganze Familie, und aus den verschiedensten Theilen deS afrikanischen Kontinents würden Fälle mttgetheilt, in denen bei der Festsetzung eines diebischen Negers alle Tage Verwandte desselben ankamen und für denselben allerhand Anerbietungen machten. Diese Strafe allein übe eine dauernde und nachhaltige Wirkung auf die betreffende Bevölkerung aus, und darum sei der dem Bundes- rathe gemachte Vorschlag als ein den Verhältnissen angemrffe- ner zu betrachten.— Der Anfang in Afrika ist gerade nicht verlockend: nachdem Säbel und Flinte bereits zur Anwendung kommen mußtm, nachdem gefangene Neger nach Deutschland unterwegs find,(sollen dieselben vielleicht nach dem Reichs- strafgesetzbuch bestraft werden?) und die deutschen Kriegsschiffe beständig dort kreuzen müssen, soll nun noch das Gefängniß und die nöthige Polizei in Kamerun hergerichtet werden. Wenn nur die Neger nicht davonlaufm und die Arbeit in den Faktoreien den Angestellten überlaffen! Die Konstituirnng des neuen Kongostaates ist— wie verlautet— bisher nur deshalb nicht zu Stande gekommen, weil die portugiesische Regierung noch immer ihre unberechtigten Forderungen hinsichtlich der Kongo-Münduagen nicht aufgeben will. Da nun aber daS zwischen der Assoziation Internationale du Congo und Frankreich getroffene Abkommen, die Vermitt- lung des letzteren Lande? behufs Erlangung eines Zuganges zum Ozean für den neuen Kongostaat zur Voraussetzung hat, wird die Angelegenheit schließlich doch allem Anschein nach gegen Portugal entschieden werden. Die Assoziation beschränkt überdies ihre Ansprüche auf ein bescheidenes Maß, indem fie nur einen Theil des nördlichen Ufers der Kongomündungen und der Meeresküste verlangt. Dieser Forderung zu genügen, wird fich Portugal anscheinend um so mehr genöthigt sehen, als es fich in der That um eine Existenzfrage für den neuen Kongostaat handelt und außerdem die Mächte, welche die Assoziation Internationale du Congo bereits anerkannt haben, die übermäßigen Ansprüche der portugiestschen Regierung ficherlich nicht billigen. Zur Rheinlachskouferenz. Die Aussichten für das Zu- standekommen einer Konvention der Rheinuferstaaten über die RheinlachSfischerei find, wie man dem„Hamb. Conesp." auS Berlin schreibt, doch noch in ziemlich weite i�erne gerückt. Zunächst ist die Fortsetzung der im vorigen Monat begonnenen Berathung einer Kommisfion noch vertagt, weil man unter den betheiligten Regierungen fich über die Vorschläge der gedachten Kommisston noch nicht geeinigt hat. Man hofft indessei', daß es namentlich den Bemühungen der preußischen Regierung gelingen wild, schließlich doch ein günstiges Resultat für alle Interessenten zu erreichen und darüber möglicherweise noch nähere vermuthete, daß Sie Alles thun würden, was in Ihren Kräften stände, um meinen Gästen hier den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen... Uebrigenü müsse« sofort einige Wagen nach Falkenberg geschickt werden; um zwölf Uhr trifft der Zug dort ein, mit welchem ich meine übrigen Gäste erwarte". „Wie viel Wagen sind erforderlich?" fragte Brand. „Schicken Sie drei... vier... fünf... schicken Sie so viel Wagen wie Sie können nach Falkenberg", ant- wartete der Lord.„Ich weiß die Zahl meiner Gäste ni cht ganz genau." Brand entfernte sich, um den erhaltenen Befehl s sofort auszuführen, und gleich darauf erschien die Haushofmeisteriu wieder, welche den Herrschaften ankündigte,-daß das Früh- stück im Gartenpavillon angerichtet sei. Sie war freilich ein wenig verdrießlich darüber, daß sie sich auf dreißig Personen eingerichtet, aber nur Drei zu bewirthen hatte; aber eS waren diese Drei ihr gerade vor Alle» die Liebsten, die fie bewirthen konnte, denn der neue Herr war ja für sie, wie für Alle, auf dem Gute eine Art Meteor, ein Phänomen, und seine Anwesenheit erregte in Stolzenburg so viel Aufsehen, wie die Durchreise eines Souveräns durch eine entfernte Stadt seines Lande», und für Herrn und Frau von Steinberg hatte die alte Dame von jeher eine Passion gehabt, und hatte durch den in den letzte» Jahren eingetretenen Familienhaß sich nur mit Wider- streben nöthigen lassen, ihre Sympathien für dieselben nicht zu äußern. Lord Killmare bot Frau von Steinberg galant de» Arm; Herr von Steinberg folgte mit Rodenburg und Brand, der eben zurückgekehrt war, und so gingen sie durch den Park, dem Pavillon zu. „Unbegreiflich bleibt es mir," sagte, während sie die flromenade entlang gingen, Herr von Steinberg, sich an ord Killmare wendend,„daß Sie diese Besitzung kaufen konnten, ohne sie zu sehen." „Ich hatte von diesen Besitzungen gehört, antwortete der Lord kurz. „Trotz dessen begreife ich nicht, weihalb Sie sie kauften; offenbar haben Sie, Mylord, doch nicht die Ab- l Auskunft in der weiteren Etatsberathung im preußisch«!% ahnll geordnetmhause zu erlangen. Gegen die Erhöhung der«etreidezölle zahlreiche Petitionen eingelaufen, darunter eine aus Lüb� Mftenhei 4591 Unterschriften. Besonders bemerkenswerth find die«9 Umschriften aus den ländlichen Kreisen, u. A. auS dem Lo#* �Oktodei Glogau mit 380 Unterschriften von ländlichen GrundbM � allen. darunter eine Anzahl mittlerer Grundbefitzer, aus Eiifeld»«'Mation auS Loebnitz(Kreis Delitzsch); ferner bäuerliche Petttioneii£"»stlbi zirka 500 Unterschriften auS den Kreisen Lüden, Stuhm i~ ordneten und einigen schlcfischen Dörfern.."ni Düsseldorf. Am 26. d. M. find zwei bisher im MM beiru Arresthause internirt gewesene Personen, die deS Landesoitü» angeschuldigt find, durch einen Polizeikommiffar und S®"Vum o iaA lizeisergeanten nach Leipzig transportirt worden. Es dürft';!".J 1049 wohl um die in unserer MittwochSnummer erwähnten W Personen aus Lüttich resp. Birkenfelv handeln. I Groflbritannieu. J jahiungen, Die Fenieifurcht spukt natürlich in London wieder* M mehr Orten. In allen Regierungsgebäuden werden außerorr� hierrach im liche Vorflchtsmaßregeln getroffen. Der Tower, sow«' Am Jahre Staatsgcmächer des WindforschloffeS bleiben bis auf 0% 1 598 802 3 für Besucher geschloffen. Die Portale des neuen Justul�f Aaft. j\ am Strand werden von der Polizei mit ArguSaugen K#>üd� �icht und wer mit einer Reisetasche oder einem Packet in der Es m%n ri0| das Gebäude betritt, muß fich eine Visttirung gefallen N"»Szahlunc Seit Sonnabend werden dir Dampfboote, welche von Ff �gizahij stone und Dover nach Frankreich abgehen, streng üb«®*%%%& Vier Geheimpolizisten begaben fich nach Dover und Fo% jj; um die ankommenden und abreisenden Paffagiere einer r.'ttilu Musterung zu unterziehen. In anderen Hafenorten,% � lich in ShieldS, werden ähnliche Vor stchtsmaßreaeln beoi� — Das im Tower am Sonnabend als verdächtig veiW' Individuum wurde gestern dem Polizeirichter in Borrkf vorgeführt unter der Anklage, die Explofion im Tower L sacht zu haben. Der Angeklagte nennt fich Jamei Cunningham, scheint etwa 25 Jahre alt zu sein, ist von» lerer Statur, ohne Bart und hat daS Aussehen eines 0! werlers im Sonntagsstaat. Als er am Sonnabend, 01 den übrigen Besuchern deS Towers, nach feinen PetM5. gefragt wurde, nannte er fich James George Gilbert, hast in Scarboroughstreet, Whitechapel, und behaupte!'- � einigen Wochen von Liverpool gekommen zu sein, wo iL den Docks gearbeitet habe. Später sagte er, daß er 30. L Prescottstreet gewohnt habe, wo man ihn als Gilberts 2*% von "«! 5? Ä nhedl i Als man nach seiner Verhaftung in Scarboroughstreet° � digungen einzog, stellte fich heraus, daß er fich Ooft/a ............... Tn Ang.Nagt, flab auch an, vab er 5« lang in Amerika gelebt habe und in dem Schiffe„Adriat" Ueberfahrt nach England unter dem Namen Cunnigham g'L wnäckst"� habe. Ein Telegramm aus Liverpool konstatifte, daß keine iL bej�, 0 tr» nrtrt hont Qfnnof fnnfon im» ffl jn W %% Namens Gilbert in den von dem Angeklagten angeg'f? im„fon(,r. Adressen bekannt sei.— Die Polizei veröffentlicht die v�fä � beschreidung von einem Mann und einer Frau, die find, die Urheber der Explofionen in Westminster zu Beide sollen Amerikaner setn.— Parnell setzt sein' tatorische Propaganda in Irland fort. In einer AnspWf den„Jung Jcland"-Verein in Kork erklärte er, daß nichts anderes als die Wiederherstellung von Grattan s ment befriedigen würde. Am Montag that er den' Spatenstich zu einer neuen Eisenbahn in der Grafschaft und hielt dabei eine Rede, in welcher er die Agitatio», Landliga verherrlichte und gegen Gut? Herren- Tyrann«.� englische Mißwirthschaft eiferte. Die Dynamitattentate i" do'n berührte er mit keinem Worte, woraus natürlich, früheren Gelegenheiten, einzelne Blätter wieder Kapita' � ihn schlagen, obwohl Jedermann, der Parnell kennt, tfg»' er die gewaltsamen AuSschrettungen der fenischen Verbru stets verdammt hat. ihr Ä .3!i fcT�nbi Widder Dommunnle?.„ 1 Die Geschäfte der städtischen Gewerbedeputaftou. W ''(Und u Tschunde "Echullerr Mchen" ftt Uni und b durch die neuere Gesetzgebung auf sozialpolitischem GeftL umfangreich geworden, daß der Magistrat nunmehr in F Vorlage der Stadtverordnetenversammlung die VerstärM� Deputation um 7 Mitglieder vorschlägt. Durch die runaen der Gewerbeordnung hat fich die Zahl der Werbedeputation unterstehenden Köiperschaften wesertlv' größert. Die Organisation des gewerblichen Hilfskaff verlangt in hervorragender Weise die Mitarbeit de" tion. Die Krankenkassen, deren Verwaltung die Gen tation zu beaufsichtigen hat, enthalten nach den b. Meldungen 160000 und mehr Mitglieder, d. h. W. pelle der Mitgliederzahl des JahreS 1879. Dabei die Anzahl der neu zu gründenden Kassen in jedem Der zunehmende Umfang der Geschäfte auf dem ftften chwtede # Wlfgeni intfi unschi mitee des Gewerkski ankenvereinS 14 Sitzungen abgehaU' ficht, hier zu wohnen, denn Ihre Besitzungen in Scdo� � fragen c erfordern Ihre Gegenwart daselbst den größten Th'' Mrnliche JahreS hindurch."_ J „Wenn auch; ich werde von Zeit zu Zeit hie»' � ........, ich werde von Zeit zu Zeit hie»_ „Aber man kauft doch doch nicht eine Besitzung-,� wenn sie noch so hübsch ist, zu einem so exorbitant Preise, wenn man sich nur gelegentlich hin und wied«' aufzuhalten gedenkt.", J „Glauben Sie, daß ich die Besitzung zu theuer*" habe?". J ..Jedenfalls, Mylord I Zwar ist nicht zu% daß Stolzenburg mit feinem Zubehör zu den fchö«?� sitzungen des SpreewaldeS gehört. Herr von mein ehemaliger Freund, ist ein Musterwirth, daS�j ihm fein Feind lassen, und ich habe mir dies oft L' wiederholt, während wir durch die Felder und � fuhren. Alles, was man hier sieht, zeugt von«TO und thätiger Hand; aber ich weiß nicht, ob er w einen Käufer gefunden hätte, der ihm einen solchen zahlte." � � „Vielleicht hätte er nicht verkauft, wenn ich>9� einen solchen Preis gezahlt hätte.",. ß) „Da» ist wohl möglich; ich glaube die» soft i> denn er hatte sich von jeher in den Kopf geft«'# Stolzenburg in der Familie bleiben müsse; er wahren Widerwillen dagegen, es jemals in andern v zu wissen.". J Die Diskussion wurde hier unterbrochen. beim Pavillon angekommen und nahmen am JPrW tische Platz. Die HauShofmeisterin und der ihr Mögliche» geleistet; die Speisen waren, von der> I Pastete herab bis zu den Lamm-KotelettS, vorzug.� reitet. Alle« war geschmackvoll servirt. Der_ r welcher bei der Tafel aufwartete, bekundete durch'Lh» nehmen, daß er seine Erfahrungen in eine« hoch? lichen Hause gemacht hatte._•„ hn Die Weine waren exquisit, vom dunklen Kap« bis zum hellfunkelnden Johannisberger. Die U"* />** bot* äfnfoT llttt � WObtttch Me», i m Geri Vssernd 'to UNtl 'ehen vei an der FrühstückStafel bewegte fich Anfangs& Her, bial auf „Er ®uf den Cie hätt wem höi Kill er sich. erhob er dann Fi an und 'ch haöe Gespart/ . D- UNMt, I andeutet dabei« « ihm Herzen Pauset enthalt ,.,U kauften so hohe d'ese F den Aus ich ged< neS, was ihnen während ihre» kurzen Aufenthalts *01 1 ähnliche gesteigerte Thätigkeit erfordert da, JmrungS- _?''en.nu,�) eS yaben beispielsweise im abgelaufenen Quanal find#«wa 30 JnnungSversammlungen stattgefunden, bei welchen die ii Lübei!» Anwesenheit eines Abgeordneten der Gemeindedehorde erforder- nd diell«»>ch war. Auch die Generalien der Gewerbedeputatwn weisen .m Landlw mt Ottoder 1879 eine Vermehrung um da« Vierfache nach. lUndd-ßi-Z«us allen diesen Gründen soll die Vermehrung der Gewerbe« Eisfeld% MUion um 7 Mitglieder dergestalt vorgenommen werden, etttion-n Z°°° dieselbe demnächst au! 8 Magistratsmitgliedern, 10 Stadt- Stuhm i- verordneten und 10 Bürgerdeputirten bestehen soll. ..»".�ach dem so eben vollendeten Abschluß der Spar- im hi# Me betrug das Guthaben der Sparer am 31. Dezember 1883 — litt I r*-"'——- 'falle« l«p Auszahlungen ganzer Guthaben t von K? a-v .l« huiijii vyuigiuien rm Laufe des Jahres mit ein«|4®I WHaffe wird demnächst nicht Unwesen t. at,.«s« �»fsen-Kuratorium« vom verflossenen Sonnabend wceder 91»hedliche Anzahl neuer Vorschlage beschlofftN worden. sollen fünf neue Annahmestellen in der Frredrechstadt, KZ ss» sr®? 'Sä' ittfi 1** V' I"*• I— jj—------—,,----, itetim« Dorotheenftadt, eine in Alt-Cölln, eine im Werder, üi»(„ k"aidouer Viertel, zwei im Tcmpelhofcr Revier und h7rTitct'' HWifr. m �uisenstadt eingerichtet werden. Auch werden noch ,,, L,»s bit rr.5?OIf4lQfle für das Stralauer Revier, die Königstadt, .L n- �Nienburger und die Rosenthaler Vorstadt vorbereitet. wo er du,�, iflbertlz* street«fiS 2% K o k» l e s. litbl j•?»»SWWieh'fojiale Korrespondenzblatt „Anri-it' ,net neuesten Nummer folgende Bekan drt in c. �' Der Vorstand der christlich-soziaien Parier imnn"Jtlnet l'vten Sitzung beschlossen, daß unsere Mitglieder anaegi� im» n; Hofprediger Stöcker." Damit ist also die Spaltung ie verküJ ha,."«m Schliddern. Das primitivste aller Eisvergnügen, itter zur so«cht an der Tagesordnung ist, das keines Appa- J* fein;'->,»,? und nur sehr geringen Raumes— die gcftorene Gosse T. Jti' i �Uot Mfiw �of« it nfaraä Vf}ni*r* öJ ysi ihm— dedari, wiro von der Jugend unseres Vater- auf die mannigfachste Att benannt; die Namen find Mieden, die Sache bleibt dieselbe. In den Provinzen Menburg, Pommern und bei Magdeburg sagt man Mddern", in der G-gend von �Hannover, Kassel. Artern, lgitattoil % pausen, Mühlbausen l Th., Osterode a. H.„Schurren", lnnst. S.> In»,'»"usril,-wn*v«wuuicn i. A-y.»«v-, Landstriche der durch die Städte Sangerhauien. Merse- d Hettstedt, ÄscherSleben, Quedlinburg, Halberstadt, Alt- eneleben und Klöye bezeichnet wird,„Schlickern"; ferner Zeiy, WcißenfelS und östlich davon der Elbe zu, bei Dom- ■t-vh w S'Mdb, Torgau und Liebenwerda„Schusseln", in der Dresdener lt, legend und südlich davon„Tschinnern" oder„Tschindern", serbni j Hchundern", in und um Kölden„Echliffern", in Querfuit »Lchullern", in Eckattsberga„Schorlen", bei Heiligenstadt >'«chtn", bei Jüterbog und Wittenberg„Echluttem", � und bei Freibuig a d. U.„Schollern" und„Schorren". ntatio»� Golha heißt es Schubern", in der Gegend von . M-hic«'(Schlesien)„Schindern" oder nach anderm W 0jmmm m Sömmerda die Bezeichnungen„Glännern", in Halle und tS'fletst)„Glandcrn", in der Nahe von Bremen und im Meinischen„Glitschen", in Neuhaldensleben„Gliffern", in ?uunschweig„Gltseckcn". in Schwerin i. M.„Glatschen"; «ae.n ganz besonderen Ausdruck aber haben die Kinder von .rsm;„Ich gehe schumelen".— Man steht, die Namen find Mils von der Natur de« Dahingleitens über die glatte Fläche, 15)«"�» Uleilg von dem dabei entstehenden Geräusch entlehnt. , fiafl Zwei Fälle von Lynch-Jnstiz find in diesen Tagen zur das Bf)«mntniß der Gerichte gelangt und haben den unberufenen , y Richtern, die fich auch gleich zu unberufenen Vollziehern des hier f' tzung, g itant Pj wied® ttnburg aufgefallen war; namentlich wurden dabei hundert magcn an Brand gerichtet, die dieser mit der ihm eigen- chfirnlichen Sicherheit und Bestimmtheit beantwortete, und wodurch er auf'« Glänzendste dokumentirte, daß ihm von Allem, wo» seiner Verwaltung unterstellt war, auch nicht n*•* t)Ct0 uer u leuZj da« f' oft % Ichen r ihi" � &> •IV rn loch er? jvq '» "0 »vu»|VUI�V BOC v.'. da« Geringste entging, daß er überall ordnend und vrr> stßernd eingriffe, und daß sein Blick das große Gebiet, das 'bt unterstellt war, völlig, bis auf daS Kleinste, zu über- 'ehe» vermochte. Herr von Steinberg aber lenkte da» Gespräch noch ein- oial auf den abgebrochenen Gegenstand. „Erzählen Sie, Mylord." sagte er,„wie kamen Sie auf den Gedanken, Stolzenburg zu kaufen?.. Sie sagten, Sie hätten von den Vorzügen der Besitzung gehört? Von Wem hörten Sie davon?" Killmare schwieg erst eine Weile, al« besinne er sich. Er hatte den Blick vor sich niedergesenkt. Endlich erhob er langsam den Kopf, sah erst Herrn v. Steinberg und dann Frau von Steinberg, endlich Brand und Rodenburg an und sagte dann: „Ich will e« Ihnen sagen und muß e» Ihnen sagen; »h habe mir die Antwort vi« auf diesen Augenblick auf« gespart." Der Ton seiner Stimme klang so feierlich; in seiner »nm er ernsten Miene lag ein besonderer Ausdruck, welcher andeutete, daß er etwa» sehr Wichtige« zu sagen habe: dabei war sein Benehmen doch ein wemg befangen, al« ob ihm schwer werde, da« zu sagen, wa« er auf dem Herzen habe. _«Ihr Fräulein Tochter Helene," fuhr er nach einer Pause fort,„äußerte einst, daß sie keinen schöneren Auf- enthalt kenne, al« den in Stolzenburg." „Und auf die Empfehlung meiner Tochter Helene tauften Sie da« Gut, ohne e« zu sehen, und zahlten einen so hohen Prei«?" v t"Itäulein Helene," fuhr Lord Killmare fort, ohne auf kZ, Vc A sru antworten,„klagte auch, daß sie leider jetzt irh, v l tn Stolzenburg meiden müsse; und da habe ch gedacht: dann werde ich e« kaufen, damit Fräulein felbstgefällten UrtheilS machten, Strafe eingettagen. In einer Wohnung fällt ein Kind und bricht den Arm. In das Weh« klagen des atmen Kleinen mischen fich die Jammerrufe der Mutter, die erschreckten Nachbarn laufen zusammen und al« der Vater das todtenbleiche Kind in ein Tuch gewickelt herau«« bringt, um schnell mit ihm zur Klinik zu fahren, da steht es für die Zuschauer fest: vier ist ein Radenvater, der sein Kind mißhandelt hat, und fie stürzen über ihn her und richten ihn entsetzlich zu. Der zweite Fall ist nicht minder drastisch. Da« Dienstmädchen einer Familie wird an zwei hintereinander fol« Senden Tagen von einem Fremden behelligt, der in Abwesen- eit der Herrschaft in anscheinend unlauterer Abficht in die Wobnung zu dringen versucht. Sie macht davon Anzeige. Und als am darauffolgenden Tage ein Fremder, der seine ehrliche Abficht sehr wohl nachweisen konnte, am dritten Tage fich einstellt, da läßt man ihn erst in die Wobnung und sällt dann ebenfalls über ihn ganz jämmerlich her, so daß er lange krank gewesen. In dem letzten Falle blieb man, trotzdem da« herbeiellende Dienstmädchen et Hätte, es sei gar nicht der Rechte, doch beim Schlagen. Man hatte fich einmal auf diese Lynch- justiz eingerichtet. Da« find zwei Fälle, in denen die Schnellig« keit, mit welcher man leider in gewissen Klassen in Berlin immer dabei ist, zuzuschlagen, Unschuldige getroffen hat. Aber die sehr seltenen Fälle, in denen abgefaßte Verbrecher e>ne solche Lynchjustiz über fich ergeben lassen müssen, kommen fast nie zur Kenntniß der Gerichtshöfe. Es kann diese Unsitte, den Ucbelthäter erst zu schlagen— und wie zu schlagen!— und ihn dann der Polizei zu übergeben, nicht genug gerügt werden. Leider kann ein Theil der Preffe von der Mitschulv nicht ganz freigesprochen werden. Jahrelang hat eine ganze Anzahl Zeitungen kritiklos die gedankenlosen Berichte von Re- pottern veröffentlicht, in denen die Meldung von der Verhaf« tung eines attrapitten Diebe» mit den Worten schloß;„Er wurde der Polizei übergeben, nachdem selbstverständlich vo her Lynchjustiz an ihm geübt worden." Warum„selbstoeritänd- lich"? Eeldstoersländlich ist nur, daß Nümand für ein Per» gehen zweimal gesttaft werden darf, am allerwenigsten daS erst« Mal von Unberufenen, die, zufällig hinzukommend, lediglich ihre Rauflust befriedigen und oft ein viel größeres Unrecht be» gehen, als derjenige, auf den fie dlitid einschlagen. Dieselben Leute, die in Volksversammlungen dem Redner, der gegen die Prügelstrafe spricht, begeistert zujubeln, scheuen fich nicht und destnnen fich oft nicht, fie ohne Spur von Berechtigung aus- zuüben. Es kann nickt entschieden genug gegen diesen Unfug protestirt werden. Leider find die Verüder der Eingangs ge» schilderten Rohheiten allzu gnädig davon gekommen. Es find ihnen mildernde Umstände bewilligt worden und mit Ausnahm« eines Falle« haben fie verhältnißmäßig geringe Geldstrafen zu zahlen. Jedenfalls hat, wie die„Nat.-Ztg." mit Recht betont, aber die Presse wohl die Pflicht, das„Selbstverständlich" in der Verbindung mit Akten der Lynchjustiz fortan auszumerzen. Dem schwindelhaften Treibe« einer jungen„Dame" die ältere Herren vermittelst Annonzen in hiefigen Zeitungen zur H-rgabe von Darlehen bestimmte, dürfte durch eine An« zeige bei der Königlichen Staatsanwaltschaft nunmehr ein Ende gemacht sein. Unter dem Vorgeben, in großer Bedrängniß fich zu befinden, bat das aus guter, früher wohlhabender Fa- milie stammende, kaum 29 Jahr alte Fräulein in ihren An- nonzen um Darlehen von 100 bis 200 Mark. Es fanden fich auch immer woblhadende Männer, welche der sehr gewandt auftretenden, gebildeten Dame die erbetenen Darlehen vor- streckten. In solchen Fällen pflegte fich da« aus der äugen- blicklichen Gelsnoth gerissene Fräulein auch einige Zeitlang die Huldigungen der Darlehnsgeber geiallm zu lassen, bis das geborgte Geld verbraucht, und fie mit einer neuen Anleihe hervorkam. Wurde ihr diese abgeschlagen, brach fie sofott die freundlichen Beziehungen zu den Darlehnsgebern ab. Einem solchen hatte das Dämchrn vorgeredet, daß die Möbel in ihrer komfortabel eingerichteten Wohnung ihr Eigentdum seien, und auch dem ihr zur Unterschrist vorgelegten Schuldschein die Be- merkung hinzugefügt, daß Niemandem Pfand- oder Eigen- thumSrechte an den Möbeln zuständen. Als der Darlehnsgeber die Rückgabe der dargeliehenen Gelviumme forderte und man- gel« erhaltener Zahlung klagbar wurde, fiel schließlich nach er- strittenem Erkenntniß die Zwangsvollstreckung fruchtlos aus, da die Möbel auf Leihkontrakt entnommen und nicht bezahlt waren. gebracht. Diesen BetrugSfall hat der Gläubiger zur Anzeige >. In vezug auf die Verhaftung de« Inhabers eine« in der Potsdamerstraße befindlichen Seilergefchäft« er- halten wir folgende Mittheilungen: Derselbe betrieb gemeinschaftlich mit seinem Bruder diese» Geschäft und beide halten in Echöneberg ihre Fabrik, die fich in weiteren Kreisen seit Jahren eines nicht ungünstigen Renommee's erfteut hat. In letzter Zeit haben die beiden Brüder in Folge von Geld- Verlegenheiten und ungünstiger Gcschäftkonjukturen an ein biestgeS sogenannte«„RamschhauS"(diese Bezeichnung wird in der Geschäftswelt denjenigen gegeben, welche vorwiegend GelegenheitS-Waarenkäufe bei Kaufleuten machen, die fich in Geldnöthen befinden) einen großm Theil der von ihnen kcedtt« weise angekauften Waaren und auch Theile ihres Geschäft«- Helene so oft und so lange hier verweilen kann, al« e« ihr gefällt." Frau von Steinberg und ihr Mann sahen den Sprecher erstaunt und erwartungsvoll an. „Sie wundern sich," fuhr Killmare fort,„daß ich auf den Gedanken kam; ich hätte da« Fünffache gezahlt, um die Besitzung zu erlangen und de« Fräulein Helene von Stein- berg einen Wunsch zu erfüllen... Herr Baron l Gnädige Frau! E« ist nicht meine Art, viele Worte zu ma- chen...... Ich bitte, geben Sie mir Ihre Tochter zur Frau." Da« war kurz und bündig, fast zu kurz und zu bündig für die erstaunten Hörer. Sie waren von dem so plötzlichen, so unerwarteten HeirathSantrag dermaßen betroffen, daß Keiner von ihnen antworten konnte. E« entstand eine Pause, während welcher Lord Killmare, eine Antwort erwartend, fast ängstlich sein Auge bald auf den Baron, bald auf die Baronin heftete. Je länger die Pause währte, desto höher schien seine Angst zu steigen. Endlich sagte er: „Ich liebe Ihre Tochter, und ich würde sehr Unglück- lich sein, wenn Sie mir ihre Hand verweigerten." „Mylord," sagte jetzt Frau von Steinberg,„ver- zeihen Sie, daß ich so lange mit einer Antwort zurück- gehalten; aber gestatten Sie mir, Ihnen zuerst mein Er« staunen darüber auszudrücken, daß Sie meine Tochter lieben. So viel ich weiß, sahen Sie dieselbe nur zweimal; ein- mal bei eine« zufälligen Zusammentteffen in Potsdam und später einmal in Wildenhain, und beide Male nur ganz kurze Zeit... Ich habe bi» jetzt nur von einer ganz flüchtigen Bekanntschaft gewußt." „Ich habe Ihr Fräulein Tochter schon geliebt, al« ich sie da« erste Mal in Potsdam sah," war die Antwort. „Schon da stand e» in meinem Herzen fest, keine Andere heirathen zu können." „Ihr Antrag ehrt nn» außerordentlich! nahm jetzt Herr von Steinberg da« Wort.„Seien Sie überzeugt, daß ich ohne Bedenken ein freudige«„Ja" sprechen würde; allein ich habe traurige Erfahrungen gemacht, wie Sie viel- leicht bereit« auch wissen.... Ich habe einmal gegen die Herzensneigung meiner Tochter Ludmilla eine Heirath inventar» zu unverhältnißmäßig geringen Preisen verkaust und den Erlös aus diesen Verschleuderungen verbraucht. Die Brüder stellten sodann ihr« Zahlungen ein, und auf die An- zeige der Konkursgläubiger ist gegen die Brüder von der Staatsanwaltschaft ein Ettafvet fahren wegen betrügerischen Bankerutts eingeleitet worden- Auch find gegen diese beiden Brüder Beschuldigungen wegen Wechselfälschungen erhoben worden. Um eine Verdunkelung des Sachverhalts zu ver« hindern, ist einer der beiden Beschuldigten vor einigen Tagen zur Haft gebracht worden, während der andere durch die Flucht seiner Festnahme fich entzogen zu haben scheint. N. Zum Raubmord in der Pallisadenstraße. Seitens der Kriminalpolizei wurde heute früh 9 Uhr eine genaue Lokal» befichtigung des in dem Hause Pallisadenstraße 99 belegenen Aderkast'schen Grünkramkellcrs vorgenommen. Die weiteren von der Behörde eingeleiteten Recherchen dürften ziemlich AuS- ficht auf Erfolg haben. Man glaubt nicht fehl zu gehen, in dem Thäter einen der A.'fchen Familie bekannten jungen Mann zu vermuthen. Es sprechen dafür die Tvatsachen, daß der Thäter mit den Ortsverhältniffen, sowie mit der Abwesenheit der A.'schen Eheleute vertraut war. Der 12jährige Sohn der A.'schen Eheleute war auch im Laufe des gestrigen Vormittag» noch nickt vernehmungsfähig. Eue Gefahr für das Leben desselben ist nach ärztlichem Gutachten nicht vothanden. N. Ein zweiter großer Brand innerhalb 48 Stunden führte gestern früh gegen 7 Uhr die gesummte Löschbereitschaft mit Dampfspritzen, Rettung?- und Utenstlien wagen nach dem Grundstück Dresdenerstraße 76. Das Grundstück enthält außer dem Hauptgebäude an der St aßenfront, zwei g-oße Quer- §ebäude, in denen Fabrikanlagen unteraebra.ht find, und die urch große Höfe von einander getrennt werden. Auf dem zweiten Hofe b-finden fich in einem desonderen G'däude Stall und Lagerräumlichkeiten des dort wohnenden Polsterwaarenhändler« B- Um die angegebene Zeit entstand plötzlich dadurch, daß dem Kutscher beim Putzen des Pferdes angeblich die Laterne umgefallen, ein Feuer, das bei den viel vorhandenen leicht brennbaren Gegenständen, die Fourage, Werg tc. mit einer ganz kolossalen Vehemenz um fich griff Nur mit Mühe ge- lang e» dem Kutscher, die Pferde und fich in Sicherheit zu bringen. Beim Eintreffen der Mannschaften der 1. 2. 3. und 5. Kompagnie standen bereits die erwähnten Räume vollständig in Flammen, so daß sogleich 2 Dampfspritzen und 2 große Handdruckspritzen zur Bekämpfung des Feuers in Thätigkeit gesetzt weiden mußten. Erst nach 1'/, stündiger Thätigkeit und nachdem der größte Theil des Werglagers ein Raub der E lammen geworden, gelang es den Mannschaften des Feuer» err zu werden. Die AufcäumungSarbeiten werden vorruS- sichtlich noch die Vormittagsstunden in Anspruch nehmen. Die betheiligten Verficherungsgesellschaften waren in der allgemeinen Auflegung nicht zu ermitteln. GeritdtS-Rettung. Jugendliche Bettler vor Gericht. Peinliche Bilder waren es, welche fich kürzlich im Verhandlungssaale des Bezirks- gerichtS Alsergrund in Wien darboten, Bilder tiefsten Elend». Da wurde zunächst ein kleiner Knabe in den Saal gerufen: er heißt Franz Karbo, ist 14 Jahre alt und schon s-chs Mal wegen Betteln?, zuletzt mit drei Wochen strengen Arrests be- straft.„Warum bettelst du denn, statt zu arbeiten?" fragt ihn der Richter Dt. Bürger.„Jetzt im Winter kann ich nicht arbeiten," lautet die im halb trotzi,!en, halb weinerlichen Tone abgegel ene Antwott— Richter; Warum kannst du im Winter nicht arbeiten?— Angel!.: Man nimmt mich zu keiner Arbeit, weil ich zu klein und so schwach bin.— Richter: DaS ist wohl wahr, du bist klein und scheinst auch schwächlich zu sein; wo hast du denn deine Eltern?— Angekl.: In Jnzersdorf, bei denen darf ich aber blos schlafen; der Vater hat gesagt; „Schlaf'n darfst z'Haus, aber's Essen mußt du dir selber suchen." Der Richter spricht den Knaben frei mit der Begrün- dung, daß angcfichts der schwächlichen Konstitution des Häftlings nicht behauptet werden lön e, er bettle aus Hang zum Müßiggang«: eS müsse, sagte der Richter, in diesem und in anderen äbn'ichen Fäll-n der Mangel an entsprechenden öffent- lichen Wohlthätlgketts-Anstallen beklagt weiden. Dem Knaben folgte ein Mädchen, die vierzehnjährige Anna Kudlaczek, nach. Sie wurde wegen Bettelns arretirt und hat bei der Polizei fich einen falschen Namen beigelegt. Richter: Wo find denn Ihre Eltern?— Angekl.: Das weiß ich nicht. — Richter: Smd Sie schon bestraft worden?— Angekl.: Noch niemals; angehalten haben's mich schon auf der Gassen in der Nacht, weil ich keinen Unterstand hatte, und da haben 's mich zwa Nächt' bei der Polizei schlafen lass'n.— Richter: Und warum haben Sie fich denn einen falschen Namen bei- gelegt?— Angekl: Weil ich mich vor dem Schub jetzt im Winter gefürchtet Hab'.— Richter: Warum kommen Sie denn nach Wien?— Angekl.: Ich hält' soll'n am Montag in einen Dienst in der Viktoriagass'n eintreten, und wie ich mir so die Häuser anschau, haben's mich arretirt.— Auch hier spricht der Richter mit der gleichen Begründung wie im ersten Falle die verweigert, und das hatte den Verlust meiner Tochter zur Folge. Wenn ich jetzt gegen die Neigung meiner Tochter Helme eine Heirath beschließen sollte,... wer weiß, ob nicht dann neuer Gram über uns käme 1" „Da» ist auch meine Antwott," fügte Frau von Stein- berg hinzu.„Auch ich würde von Herzen„I," sagen.. Nicht Ihr Rang, Ihr Reichthum, Mylord, würde mir dabei maßgebend fem, sondem die Ehrenhaftigkeit Ihrer Gesin- nuvgen, die ich während Jh e« kurzen Aufenthalts in unserem Hause kennen und hochschätzen gelernt habe; allein ohne der Neigung meiner Tochter sich:» zu sein, können wir Ihnen das„Jawort" nicht geben. „Fräulein Helene ist damit einverstanden," erklärte der Lord, wieder mit derselben Kürze und Bündigkeit, welche die beiden Ehegatten schon einmal so überrasch hatte, und die fie jetzt fast noch mehr überraschte. „Sie haben Helene Ihre L ebe erklärt?" fragte die Baronin in höchster Verwunderung. „Ja wohl! Ich habe sie gefragt, ob ich bei Ihnen um ihre Hand anhalten dürfe. Die Komtesse Helene hat mir die Erlaubniß ertheilt." „Mein Gott, wann? Davon wissen wir gar nichts!" „O, ich war noch einige Male in Wildenhain," er- widerte-Killmare.„Fräulein Rodenburg, die Inhaberin de» Pensionats, ist eine sehr liebenswürdige Dame und hat mir gestattet, sie häufig»u befuchm. Dort sah ich Fräulein Helene, fleilich nur auf Augenblicke.— Es bedurfte ja für mich keiner langen Zeit; mein Entschluß stand fest... DaS letzte Mal, als ich dort war, fragte ich sie, und in Folge ihrer Antwort reiste ich sofort zu Ihnen." „Ah, nun begreife ich I" rief die Baronin,„woher daS Fräulein Cordelia Rodenburg in den Besuch meiner Tochter hier willigte... Ja, wenn die Sachen so stehen, Mylord, dann ist'S etwas anderes; dann sage ich von Herzen„Ja und Amen!" „Und ich desgleichen," fügte Herr von Steinberg hinzu.„Ihr Charakter ist mir eine Bürgschaft für da« Glück meines KindeS." (Fortsetzung folgt.) AnaMaate frei und verurtheilt fie bloS wegen Falschmeldung zu 24 Stunden Arrest. Caroline Suchy, ein bildhübsches, wenn auch schwächlich und verwahrlost aussehendes Mädchen, das gleichfalls 14 Jahre zähst, tritt jetzt vor den Richtertisch; eine Frau, welche heftig schluchzt, hat mit ihr den Verhandlunassaal betreten.„Wer find den Sie?" fragt der Richter die Begleiterin des KindeS. —„Ich bin die Mutter."—„Dann dürfen Sie der VerHand- lung anwohnen; verhalten Sie sich aber ruhig." Mit einer stinverstimme beantwortete das Mädchen die Fragen deS Richters. Sie wurde auf dem Albrechtsplatze arrettrt, weil fie aebettett hat, und in ihrem Befitze fand man einige zierlich ge- schriebene Bettelbriefe an„Ihre Excellenz" die Frau Baronin Schnapper.— Richter: Woher Haft du denn diese Briefe?— Anackl.: Di« habe ich zu Hause geschrieben.— Richter: In wessen Auftrag?— Angckl.: Niemand hat mir den Austrag gegeben. Ich selbst Hab' fie geschrieben-— Richter: Hast du die Schule besucht?— Angekl.: Ja, bis zu meinem 13- Jahre. — Richter! Warum bettelst du denn, schämst du dich denn nicht?— Angell.: Ich had' ja nur die Gesuche ge- schrieben.— Die Frau im Auditorium will nun etwas sprechen. Der Richter bemerkt ihr jedoch, daß sie jetzt schweigen möge, es werde ihr wahrscheinlich gleich Gelegenheit geboten werden, das Wort zu nehmen.— Der staatsanwaltschaftliche Funktionär, Kommifiär Weffely, verschafft der alten Frau hierzu die Gelegenheit, indem er gegen fie die Anklage erhebt, selbst gebettelt und daS Kind zum Betteln verleitet zu haben.—„Ach, mein Gott, kaiserlicher Herr Rath," betbeuert die Aste,„ich kann ja gar nichts dafür; ich bin ja krank und schwach, Hab' vier Kinder, und die da tauf ihre Tochter deutend) wollt' ich g'rad' gestern ins Kloster bringen."— Richter- WaS find Sie denn eigentlich?— Angekb: Bedienerin, kaiserlicher Herr Rath.— Richter: Und wo bedienen Sie und wen?— Angekl.: Das ist's ja eben, kaiserlicher Herr Rath; ich Hab' jetzt keine Bedienung, aber meine andere Tochter verdient 4 st. wöchentlich.— Der Richter beendet auch diese Verhandlung mit einer Freisprechung.„Sie können Ihre Tochter gleich mitnehmen."—„Ich küff' d' Hand, kaiserlicher Herr Ratb, ich gib's glei' ins Kloster." Mutter und Tochter beeilen fich, den Verhandlungssaal zu verlassen. Ei« höchst interessanter Fall von SonntagSentheili- gnng gelangte gestern gegen den Kasflrer Friedrich Sell und den Viehhändler Hermann Fischer vor der sechsten Strafkam« mer hiefigen Landgerichts i. in der Berufungsinstanz zur Ver- Handlung. Am 27. Juli v. I., an einem Sonntage um acht Uhr früh, befichtigte der Angeklagte Sell 30 Stück dem Mitangeklagten Fischer gehörige Hammel und ttat später im Nestau« rationSlokal des Viehhof? während des Gottesdienstes mit dem Eigenthümer wegen des Ankaufs dieser Hammel in Unterhand« lung. Der Kauf wurde darauf auch abgelchlossen. Hierdurch sollen nun beide Angeklagte gegen die Verordnungen aus den Jahren 1844, 1853 und 1881, betreffend die Heilighaltung deS Sonntags, verstoßen haben. Das Schöffengericht erkannte auf Freisprechung der Angeklagten. Hiergegen legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein, und beantragte der im Termin fungirende Vertreter derselben eine Strafe von je 10 M. ev. je 2 Tage Haft. Namentlich führte er aus, daß nach den gedachten Verordnungen an Sonntagen während der Kirchzeit jeder Gewerbe- und Marktverkehr unsersagt sei. Der Gerichtshof erkannte indeß auf Verwerfung der Berufung, also auf Bestätiguug der Freisprechung der Angeklagten, da die Verordnung vom Jahre 1844 nichts enthält, was mit der vorliegenden Sache zu schaffen hätte und die 1831er Verordnung nur den Beginn veS Schlachtoiehmarkts auf dem Viehhofe regelt. ES könne fich also nur fragen, ob die Angeklagten gegen die Verordnung vom Jahre 1863 verstoßen haben. In derselben werde auch der nicht öffentliche Verkehr getroffen, wenn durch denselben die Sonntagsruhe nach Außen hin gestört werde. Aus der ganzen Fassung der Verordnung gehe aber hervor, daß ein Eingreifen in das interne Verhalten des Publikums verhütet werden soll und daß nur bezweckt werde, daS religiöse Gefühl des Publikums zu schonen. Ties sei aber vorliegend nach keiner Richtung hin verletzt worden. Iosi»w unä Arbeiterbewegung. „Ueberproduktion" in Deutschland. Soeben wird die von dem General-Eekretariat des deutschm Handelstags her« ausgegebene, alljährlich auf Grund der Handelskammerberichtc erscheinende insttuktive Darstellung des Ganges von Handel und Verkehr für daS Jahr 1883 veröffentticht. Dieser Publikation pflegt das unmittelbare, aktuelle Interesse einigermaßen abzugehen, weil fie fich— wie eS bei dieser Arbeit nicht anders sein rann— auf einen Zeitraum bezieht, der bereits ein Jahr zurück liegt; fie ist in d«r Veurtheilung deffelben aber darum desto objektiver und zuverläsfiger. Dem Gesammturthell über daS Jahr 1883 entnehmen wir folgendes:„Wir fassen die aus der Mehrzahl der Berichte herauSllingenden Klagen über Absatzerschwernisse, schlechte Preise, mangelnden Verdienst nicht in dem Maße trübe auf, wie dies von Einzelnen geschieht. Vielmehr berückstchtigen wir, daß Diejenigen, deren Geschäfte in flottem und hochlohnendem Betriebe stehen, nicht immer das Bedürfniß empfinden, diese Thatsache in ihrem vollen Um- fange sogleich zur Kenntniß der Behörden und— bei der Publizität der Berichte— zugleich auch der Ge- schäftSwelt zu bringen, während die Unzuträglich. ketten und Mißstände in Handel und Wandel gewohn- hettSmäßig in Aller Mund« find. Gleichwohl befestigt fich in unS die Ueberzeugung, daß die Großindustrie in vielen Branchen bereits an der Grenze rentabler Fabrikatton ange- kommen, daß der durchschnittlich« Handelsnutzen in wetterem Rückgänge begriffen ist und daß eben so die Fottexistenz der bestehenden, wie die Neubegründung gewerblicher Betriebe ver- mehrten Schwierigketten begegnet. Alle in den Berichtm her- vortretenden Klagen erscheinen in der Hauptsache als Smnp- tome der, wenn noch nicht vorhavdenen, so in kürzester Frist bevorstehenden Ueberproduktion. Eine weitere Ver- mehrung der Produktion kann der deutsche Markt nicht mehr aufnehmen. Es bleibt nur der Ausweg des Exports, und selbst dieser wird schon jetzt von vielen Industriezweigen nur erzwungen durch den Selbstkosten nahe kommende, kaum rentabel zu nennende Preise. Diese Geschäftslage ist eingetteten trotz, ja wohl zum Theil wegen der bewunoernswerthen Fortschritte der aroßindustriellen Technil, der großartigen Ausdehnung deS Verkehrswesens, der Erwetterung und Vervollkommnung der industriellm Pro- duktton. Kein ErwerbSzweig ist hiervon unberührt: am besten sind selbstredend diejenigen daran, welche je« weilig die größten Fortschritte in der FabrikationS- oder Handwertstechnik ihren Konkurrenten im In- und Auslände gegenüber aufzuweisen haben, wahrend die unter dem DurchschnittSniveau Zurückgebliebenen über kurz oder lang der Konkurrenz erliegen müssen."— Wir nehmen von dem Zugeständniß mit Freuden Kenntniß, daß unsere Roth nicht daraus entsteht, daß wtt nicht genug zu schaffen ver- mögen, um. alle Bedürfnisse reichlich zu befriedigen.- im Gegenthell, daß wird von allen Dingen vrel zu viel haben. Aber leugnen wir doch auch der HandelStag nicht, daß ein großer Tbeil deS VolleS fich nicht menschenwürbig zu kleiden und zu nähren vermag, daß vor den gefüllten Magazinm die hungrigen und bedürftigen Arbeiter stehen, welche dm Reichthum zwar haben schaffm helfen, welche aber nichts von ihm bekommm. DaS deussche Volk„vermag nichts mehr aufzunehmen", sagt to obige Bericht 0 ja, tausmde vermögen ihre Bedürfnisse nicht zu stillen und würdm gern noch„mehr aufnehmen"— aber fie haben die Mittel nicht dazu. Darum verlangen wir eine Verbesserung deS Einkommens der großen Maffe; dann werden die Produtte ihren Absatz finden, und durch ihr Anwachsen das Glück aller vermehren, während fie jetzt bei dem fehlendm Absatz nur Bankerotte und Arbeiterentlassungen herbeiführen. Zu viel Güter und daneben zu viel Entbehrung an allem Röthigen— diesen Widerspruch, an dem unser wmhschaftliches Leben zu Grunde geht, wollen wir besettigen. Arbeitsnoth. In B a s e l ist die Roth unter den Ar- bestem groß. Em kantonales Hilfskomitee, welches eine En- qucte darüber anstellen sollte, beschloß zunächst, die Zahl der beschäftigungslosen Arbeiter festzustellen. Wie dem„Bund" nun gemeldet wird, meldeten fich in der Zett vom 18. biS 21. Januar 325 Personen ohne Arbeit, von denen 263 ver- heirathet, 19 Wittwer, 1 geschieden und 47 ledigen Standes find. DaS Total der von der Ardeitslofigkeit betroffenen Per- sonen(Männer, Frauen und Kinder) beträgt 1223. Es ist indessm auS verschiedenen Gründen anzunehmen, daß diese Ziffer erheblich unter der Wirklichkeit bleibt. In das königliche Leihamt zu Berlin wurden 1884 etwas über 288000 Pfänder gebracht, welche mit rund 5552000 M. beliehen werden konnten. Ja derselben Zeit wurden fast eben so viele Gegenstände eingelöst oder versteigert oder aufs Neue in Versatz gegeben; sodaß fich die Gesammt- summe aller Versatz- und EinlösungSgeschäfte auf mehr als 572000 mit einem Kapitalumsatz von beinahe 11 100000 M. beläuft. Trotzdem dieser Kapitalumsatz den des Vorjahres um ca. 460000 M. übertraf, verminderte fich dennoch der Durchschnittsbetrag der gewährten Darlehne von 19.74 M. auf 19 29 M., also um 45 Pf. DaS giebt mancherlei zu denken. Es muß fich nämlich der Werth der verpfändeten Objekte nicht unbettächtlich vermindert haben, was entweder daher rühren kann, daß die„kleinsten" Leute noch mehr daS LeihhauS haben benützen müssen, als früher— oder daher, daß der duichschnttt» liehe Wohlstand zurückgeht, daß man keine so werthoollen Sachen zu versetzen hat.— Wer aber find die Pfandgeber? Darüber giebt uns so zu sagen eine Probezusammenstellung aus 3000 während deS Oktobers abgeschlossenen Leihgeschäften eine recht gute Auskunft. DaS größte Kontingent der Geldsuchenden stellen die Handwerker, ein- schließlich derGesellen; dann folgenunmit- t e l b a r an der«Gerne rb e- undH and e l t r e i b e n d e, sowie die Gehllfen; in dritter Linie erscheinen die Wittwen und unverheiratheten weiblichm Personen. Ihnen folgen die Tage- und Fabrikarbeiter, denen sich unmit- telbar Beamte aller Art(Staats-, Kommunal-, Eisenbahn-) anschließen. In einer ziemlich wetten Entfernung stehen alsdann Vre verschiedensten K ü n st l e r, ihnen zunächst gruppiren fich die ominösen Rückkaufshändler und Kommissionäre. Hart an ihnen halten fich Gelehrte(Professoren, Aerzte, Lehrer und Literaten). Dann folgen Studirende. Sie längsten unmittel- dar vor den Rentiers, während die Militärs ganz zuletzt mtt einer verschwindenden Zahl erscheinen. DaS meiste Geld erhalten natürlich die Rentiers auf ihre Pfänder, daS g e- ringst« die Tage- und Fabrikarbeite r." Natür- lich, was haben fie auch groß zu versetzen. Und wenn fie der Zahl nach nicht in erster Linie stehen, so rührt das zweifellos daher, daß ein großer Theil der gewöhnlichen Arbeiter nicht einmal mehr etwas hat, um eS auf daS Leihamt zu tragen. Zur freien Konkurrenz. Wie schrecklich die Eisenbahn- krifis in den Vereinigten Staaten während der letzten zwölf Monate war, beweist die Liste der Eisenbahnen, die im Jahre 1884 in die Hände deS Sequesters geriethen- Darnach find 40 Eisenbahn-Linien mit mehr als 12 000 Meilen Länge, über 410 Millionen Prioritäten und 309 Millionen Aktien-Kapital bankerott. Im Verhältniß zu den Gesammt-Linien der Vereinigten Staaten macht es 9 pCt. der Länge der Linien, fast 12 pCt. der Prioritäten und 9 pCt. des Aktien- Kapitals aller dortigen Eisenbahnen aus. Sachverständige behaupten, daß die Zahl der bankerotten Bahnen fich in diesem Jahre noch vermehren wird. Dielinternationale Stahlschienen-Konvention zwischen den deutschen, belgischen und englischen Unternehmern ist am 26. Januar auf ein Jahr verlängert worden. Berlin. In der letzten Zeit haben fich zahlreiche Arbeiter der städtischen Straßenreinigung zum fteiwilligen Beitritt zur Gemeindelranken Versicherung gemel- det. Wie wir erfahren, vermag nach genauer Prüfung der Sachlage die Gewerbedeputation deS Magistrats nicht diese Personen als Mitglieder aufzunehmen, da dieselben nicht abso- lut verficherungSpflichtig find, weil fie unter keine der Katego- rien des§ 1 oes ReichSgesetzeS vom 15. Juni 1883 fallen. Ebensowenig können dieselben der Verficherungspflicht durch Ortsstatut unterworfen werden, da die§§ 2 und 3 des Ges-tzeS nicht auf fie zutreffen. Da also die§§1,2 und 3 des aN zogenen Gesetzes auf diese Arbetter nicht Bezug nehmen, selben aber auch nicht nach§ 4, Absatz 2 als Dienstboten" trachtet werden können, so steht ihnen auch nicht die gung deS Beitritts zur Gemeindekrankenverficherung zn- r„ eriheilen diesen Arbeitern den Rath, fich einer der in bestehenden zahlreichen„Eingeschriebenen Hilfskassen schließen, die ihnen mindestens dasselbe leisten, waS sie� der Gemeindekrankenverficherung zu erwarten berechtigt w®». Güstebiese t« der Mark. Hier soll eine freiwillige C krankenkaffe eingerichtet werden. Veranlassung giebt der- stand, daß fich hier 400 bis 500 Arbeiter und Fischer berw-' welche einen Theil des Jahres auswärts find und nur°— übergehende Arbeit haben, deshalb von der staatlich eingwe- ten Krankenkasse keinen Gebrauch warben dürfen, Leuten soll Gelegenheit geboten werden, fich gegen Kram� fälle in der Heimath zu verfichern. Behufs Gründung wp solchen Kasse fand am Montag vor acht Tagen Hierselbst w dem Vorsitz des Herrn Kaufmann Zoepke eine Versamrn« statt, zu welcher fich über 100 Personen eingefunden M Es wurde beschlossen, schleunigst Statuten zu entwerfen% Der 9 dieselben der königlichen Regierung zur Genehmigung:'y'.'m legen, damit die Kasse möglichst mit dem 1. April d.■ Kraft treten könne. vraunschweig, 27. Januar. Hier hat eine von 1000 Personen besuchte Versammlung stattgefunden, wellb<' für die Einführung eines allgemeinen Schiedsgerichts Braunschweig aussprach. Hauptredner war der s o z i a l i st> � Reichstagsabgeordnete für Braunschweig-Bla� bürg, Herr Bios. Schon ftüher war aus Fachnn»� kreisen der hiefige Stadtmagistrat um Errichtung eines* werbe-SchiedsgerichtS angegangen worden. D>e Antwochj' diese Petition wurde der gestrigen Versammlung unterdN* Des Magistrat hält, wie man der„Magdeb. Ztg." meldet,? , Dem »jes avcagmrar pari, wre man oer„wcagoeo. Zig. gegenwärtigen Zeitpunkt nicht für geeignet zur Errichtung? �: Gewerbegerichts; es sei rathsam, abzuwarten, wie fio la a. JnnungsschiedSgerichte bewähren würden. Auch hätten üe �/°»en, hiefigen Innungen— zwei ausgenommen— durch ihre� z�utzl i tteter(in einer ftüheren Versammlung) für Innung�,-, gerichte und gegen ein allgemeines Schiedsgericht sprochen. J Elberfeld, 27. Januar. Der Streik der Bandwükrl. Firma Echniewind u. Schmidt, welcher thatsächlich 3 Wochen zu Ungunsten der Arbeiter entschieden war, tst JJI förmlich zu Ende; biS auf ungefähr 35 Arbeiter, welche lerweile anderweitige Beschäftigung gefunden haben, habe» Streikenden alle die Arbeit wieder aufgenommen. Parte, 27. Januar. Nach dem vom HandelstribunÄ statteten Jahresbericht betrug die Zahl der 1884 Bankerotte 2362 gegen 1902 im Vorjahr, eine Zunahm� 24 Prozent, welche die herrschende' GeschäftskrifiS vollen Ernste erkennen läßt. i,¥ 1%"« toi un0 Vereine«uü Versammlungen.. br. Die Konstitniruna der nationale« kaufmänni?«nz und Kranken- und Sterbetasse, E. H..K. in Berlin, fanL Mittwoch in einer von etwa 120 Mitgliedern besuchten � sammlung(Kommandantenstr. 72) statt. Der Vorfitzrnde,� Joachimson mache« etwa 30 Städte namhaft, aus welche». uschriften mit der Mittheilung, daß die Gründung�, „............. AuS den WNM gingen die folgenden Herren hervor: Joachimson und Filialen in Ausficht stehe, zugegangen. y myvi» v»v| v�vkvvi» cy vvvvi» tfvtvv*«».,»> v ,» �- alS 1. und 2. Vorfitzender, Auerbach und Schreier aiil[ 2. Schriftführer, C. Chemnitz als Kaffenführer, Hintze,% Krisch und Kropasch als Brifitzer. Außerdem wurden- � männer gewählt, und zu Revisoren die Herren Lie?»� Friedländer und Hirschmann. Die Geschästsordnun»""'toi vom Polizei- Präfidium genehmigte Statut».u.dcrr angenommen. Die Erledigung der übrigen'Punkte der \ r........ Ul 4. Klasse 171. König!. Preuss. Lotterie. Zilhung vom es. Januar 18«6. HUT M» E«wwn« über 810 Mark find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. (Ohne Gewähr.» 61 156 209 418 20 69 60 68 95 606 26 29 30 44 913 17 22 40 62 74 60 1003 77 82 115 37 206 9 29 326 7* 463[300] 32 61 1300] 508 24 80 629 69 86 724 31 95 861[550] 65 8068 78 145 87 219 I3U0OI 32 300 444 508 30 72 653 791 827 916 26 59 1300) 72 3089[300] 122[300] 32[300] 33 46 80 13000] 244[3000] 81[1500] 86 327[300] 456 626 674 752 16 27 56 861 60 991[800] 4076 316 22 430[550] 32 76 90 641[3000] 73 90[300] 696 721 91 906 6028[6000] 47 66 116 20 213 63[3001 309 23(3001 28[660] 413 33 86 97 678 83 622 69 86 722 35 82 95(3001 809 35 43 49 60 903 47 61 62 15501 6002(560111 65(300) III 47(1600] 293 94 312(15001 23 28 57 424 39 97 11500] 603 16[30001 18 616 97 740 810 28 86 981 82 7008 58 65 126 39 216 33 552 62[5601 622[300] 40 724 29 75 808 9 31 115001 69 I3000Ä 917 79 80 H020 31 92 139 246 69 300[16001 1 4(560] 6(3001 61 418[300] 41 511 18 94 646[300] 711 62 64(1500) 813 39 910 300) 64»023[5501 26 90 219 78 86 361 464 67 84[300] 97 631[550] 75 [16000(6 77 80 764 936 77 80(30001 W54 1550] 118[15001 99 232 61 89 365 88 89[650] 405[3001 29 46 577 613 706 21 50 52 68 72 911 11904 98[30 000) 123 241[300] 63 347 48 436 62 514 40 67[300] 71 87 620 87 725 38 1550) 48 49 825 55 71[300] 921 87 12042 43[300] 153 60 202 25 61 83 312 21 90 411 85 613 49 617 846 78 81 905 15[550] 99[3001 131X6 18 21 83 220 326 406 20 36 630 76 624 67 774 814 44 82 1550) 919 35 47 1 4000 12 46 88 98 177 227(30001 36 52 78 85 402 16 27 87 606 76 705 77[3000] 82 940 54 15030[550] 77 118 34 60 71 227 364 83 474 536 85(550](168 77 891 911 29[1500] 92 96 1 8134 47 58[550] 215 306 18 4o5 42 588 92 99 665 728 76[3001 826 34 61 17082 107 20 217 38 59 323[300] 60 405 20[300] 37 69 60 521 720 867 920 62 86[5501 92 1 8147 67 201 79 836 76[1500] 84 87 430 36 40 71 661 601 720 28 43 832 40 76 83 965 18052 53 116 42 60 202 28 40 342 52 80 85 821 «0030 67[300] 88[300] 122 36 45 214 37 77[300] 383 437 41 57 84 618 35 609 27 31 95 97 753 87 98804 9ol 26 62«1040 1300) WM«» 84 100 43 54 280 3o2 449[1600] 58 83 88 562 615 92[300 13001 46 75 928 62««072[3000] 91 129 130001 75 202 352 45 62[550] 811 12 27 3001 62 421 i oltona 9ß [3001 33 93 689 16601 95 615 45 50[3001 75 78 88 868 904 78«»208 26 93 96 336 58 420[3001 24(300) 507 41 69 605 17[150001 63 67 712 32 Ordnung wurde dem Vorstande überwiesen.— wurde darauf hingewiesen, daß eS für jede» Mitg»'� Leichtes sein werde, der neugegründeten Kasse einige neu» glieder zuzuführen. w Eine Mitgliederversammlung der zentralifirien KA und Sterdekasse der Drechsler und BcnufSgenoffen findet am 1. Februar, Vormittags 10'/, Uhr, im Herm Lamprecht, Kottbuserstraße 4a, statt. Tages- 1) Besprechung über die auß-rordentliche Generalvers«�,M zu Nauenburg a. E. 2) Wahl der Delegiiten zu% Quittungsbuch legitimirt. Pflicht eines jeden Mitgl� es, pünktlich zu erscheinen. 66 103[550] 44 64 76 2(6� 10 92 648 49 51 65 82 N-S) 717 27 47 64 69 841 942 67 40061 (300) 90 326 42 66 403 87 13000) 530 1ÖVUJ%7\J OCO 16'"V IVO Ol[OVVVJ UOV i7ü VtO ti» OX UO U* TA« 907 49[3000] 47058 112 265 310 11 66 73 77[3000] 86 WS/J 645 66 800 48 902(3001 13 21(3001 4) 48020 128 40 61%; 418 92 688 636 40[15001 742 93 94 896 941 76 4»051 130[*" 386 466 58 83 T 12(300] 67 662 77 923 62 98 50049[300] 166 Ig................. _____.... 98 314 479 663 618[550] 821 39 49(*%( 51007[300] 69 74 92 143 297 311 1550) 24 76 90 435 42 553 f.] 79 856 902 81 86[300] 87 5«033 91 101 206 97 328 35 440%, 637 93 750 806 40 61 88(300] 918 36 66 6 3000 36 75 417 49� jt 66 75 627 66 739 46 47[300] 89 868 70 54003 110 29 53 � 13000] 443 66 70 96 586 624 43 70 709 61 95[300] 859 »5018 53 69 91 154 247 64 328 498 619 83 86 91 97 683 7% 89 5 0007 59 I 88(15001 807 17 87 946 13000] 84 L............. [15# 91[300] 364 466 533(3001 600 18 68[1500] 719 63 86& 65[5601 950 62 83 57030 102 201[550] 23 419 61 97 523 86.fi A.± 7P.51 RA R fiA CUR KUA1R A7 tiQ 1AQ fQTWWA 7Q Oll&R4 44 �53 55 803 6 66 945 58016 67 jö 169[30001 78 211 354 1300] 511 661 73 75 714[3001 49 62 99 842 130001 83 84 86 9% 67 5»011 46 60 193 219 310 84 458 628 29 63 600 8 716 39 837 41 919 63 85[1500] �. BUMSKSIKÄRM 9 89[3000] 749 78 861 62 900 47[300]««183 237 67 96 420%, 506 23 41 81 612 24 41 43[3001 60 62[300] 720 61 71 806 Ig [550] 51 915[1500] 76«3162 94 224 49 444 97 668 638 41% 73 829 J30001 64 906 42«1052 102 61 268 93 317 27 28 32 41 "M acht n>, Bei! in B «best stall Nicht übe, 14 biS 16 schäftigt n Kürzei »ertragschi [§ 106 darf die S vor Morg Mrgens beendet sei � In dl 410 25[1500] 590 602 25 764 812 21 919[300] 49 «5005 23 64 K 2 97 286 346 52 63 463 82 599 662 «8035 153 206 57[3000] 319 406[300] 503 7 9 40 58[300]... 87 92 93 718 25 89 806 19 47 53 13000) 69 985[550]»?l21 59[300] 96 346 69 426 41 626 709 823 26(5501 48 56 94. 61- z! 45 121 38 218 81 334 413 25 33 75 726(3001 72 77 1300) V.Ä «»027 113 53 205 40[1500] 322 42[560] 88 91 462 71 99 � ..-g ,73 86 713 iß 77 867 926[550] 4 gO' 75[660] 77 96 6 38 69 70 16501 86 87(30001 90 94 828 89 97 973 92«4007[3000] 202 73 448 74 96 532 46 676 813 35 46 51 67 83 971 74■ «5062 77 171[5601 86 223 42 47 315 74 403 64 507[6501 10 60 611 72 764 810 28 49 M-------------- M MMf|----- <8 49------------ 8038 91 147[1500] 64[300] 71 249 76 343 59 611 85 725 79 806 29 933 40«»032 34 105 269 304 22 417 23 41 89 90 549 64 604 12[300] 30 [550] 96 763 71 95 805 96 80075 94(560) 222 47[660] 420 572[300] 94 704 80 808 33 53 62 (650 63 946 68 31040 71 Iii 37 99 220[550] 302 51 94 46» 531 47 (300] 48 64 95 663 716 903[300( 29 51 66 80[1500] 3«086 223 468 604 13 96 655 712(550] 22 83 92 873(15001 916 41 65(5601 75 33136 275 92[3001 366 66(1500] 411 27 67 94 612 18[300] 63 87 711 56 78 818 85 87 99 939 3 4031[300] 107 11 39 252 62 399[650] 461 86 646 88 682[3001 7ll 912 74 35034 160 96 226 349 417 579 92 758[300] 64 802 13000] 40 913 42 77 80168 76 91 332[550] 64(300] 62 423[550] 503 25 46 666 747 83 800 4 29 906 15 91»7000(15001 10 20 94 103 211[3001 70 320[550] 48 97 96 a« � M Mü! 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Druck und Verlag von Max vading in Berlin£W„ B«'thstraße 2. Hierzu eine Vetl�' 3 deS nehmen,# Ä# S5-- SÄ.S Beilage zum Berliner Bolksblatt. S�Mr. 25. cher Heft'1' mV nur«», ch eingen-' rfen. Dl'> n Krank! iindund ierscldst w Versamm! mden ha. ntwcrfen H Freitag, den 30. Januar 1885. n. Jahrgang. dos Ärbeiierschutzgesetz. Aberd h-t die sozialdemokratisch!: Fraktion Reichstags folgenden Antrag eingebracht: des Der R< Antrag. „n bemTm" �(((6 ätag wolle beschließen, folgen» tgung eo?'m@tftgentlout| seine Zustimmung zu er« :pril d. o l'neuen: Jt,._ Gesetz, ,e von-Z'»reffend die Abänderung der Titel I. IT, vn, IX, x ® Cchlußbestimmungen der Gewerbeordnung für aeig-vla.le' Fach-°Ä unl«%! " melWt'J .ichtung«? wie fiü hätten fis ich ihre! nungssa� nicht w ndwirk� J welch'■■ en, habk» stribunal. 884 erl i un ahme ists in da» deutsche Reich. o..r*'* Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher d«s w U ö n i g von Preußen:c. verordnen im Namen l>,i w> nach erfolgter Zustimmung des Bundesraths und � Reichstags, was folgt: r. Artikel I. Titel I der Gewerbeordnung wird folgendes hinzu- fmäun! ;n, fi' etuchten fitzend« welche» tindung.s, n W-Ä lnd Stevs? :r alS l itze,% Snc55,. � In Straf- und Versorgungs- und BcschäftigungS- ». galten, welche aus öffentlichen Mitteln unterhalten oder z>.?nutzt werden, ist gewerbliche Arbeil nur sür den eigenen if, den Bedarf bcs Reichs, eines Staats oder der Ge- Rvtn gestattet. Die Arbeit für Privatunternehmer oder die Geltung geweidlicher Erzeu5niffe zum Verkauf für eigene T?v.ung, sur Rechnung des Reichs, eines Staats oder der viernden ist untersagt. . Artikeln. �r 6 14 der Gewerbeordnung wird aufgehoben und durch e Bestimmungen ersetzt; 14. Wer den selbstständigen Betrieb eines stehenden ....»es anfängt, muß der für den Ort, wo solches geschieht, um* n Dundesgesetzen zuständigen Behörde Anzeige davon nirvTal'. Diese Anzeige liegt auch Demjenigen od, welcher W ja eines Gewerbes im Umherziehen(Titel III) be- od»*• eigene Rechnung oder sür Rechnung anderer Austrage andcrerZlein Gewerbe betreiben will, hat bei »tsnung des Gewerbebetriebs die Betriebsstätte deffelben, so- >'eben späteren Wechsel der Betriebsstätte spätestens am JfJe feines Eintritts der zuständigen Bebörde seines Wohn- 'und dem Arbeitsamt seines Bezilks(§ 133) anzugeben. �.«ußerdem hat, wer Verstcherungm für eine Mobiliar- oder a�Vbiliar-Feuerverficherungsanstalt als Agent oder Unter- iZ?'«ermitteln will, hei Uebernahme der Agenluc, und Der- welcher dieses Geschäft wieder aufgiebt, oder welchem �rftcherungsanstalt den Auftrag wieder entzieht, innerhalb »ächsten acht Tage der zuständigen Behörde seines Wohn- davon Anzeige zu machen. Artikel m. . Der Titel VII der Gewerdeordnung wird aufgehoben und den v �«lach folgende Bestimmungen ersetzt: "ML � Titel VII. ans en �. Verbältnisse des Hilfspersonals ein- e der TaSs'�ließlich der Lehrlinge. Dauer und Rege- !Im Sihdf lung ihrer Beschäftigung. 'sA Ritgliid� Die Festsetzung der Verhältniffe zwischen den Un re nerle � gx�nn oder ihren Bevollmächtigten einerseitj-"" ÖUrA su" Hilfspersonal andererseits ist. vori rtcnKr� frej„ �sges-tz�begründeten Beschtänkungen, Lok� � Mchrfnf� Hilfspersonal ist in der Wahl der Untemehmer un- n.rJ lOG- Die Arbeitszeit für alle in gewerblichen Unter» verß II A n,i- Arbeitszeit für alle in gewerblichen Hungen beschäftigten über 16 Jahre alten Hilfspersonen täglich höchstens zehn Stunden, an Sonnabendm höch» Stunden, ausschließlich der Pausen währen. .v Ber Arbellen unter Tag(in Bergwerken, Salinen k.) in Betrieben, in denen ununterbrochen Tag- und Nacht- »svest staltfindet, darf die tägliche Arbeitsschicht acht Stunden Vicht überschreiten. Jugendliche Hilfspersonen im Alter von 14 bis 16 Jahren dürfen täglich nicht über 8 Stunden be- lchästigt werden. Kürzere Arbeitsschichten find der steten Vereinbarung beider vertragschließenden Theile übcrlaffen. ..§ 106 a. In der Zeit vom 1. April bis 30 September darf die Arbeitsschicht für Betriebe nach§ 106 Absatz 1 nicht Morgens 6 Uhr, vom 1. Oktober bis 31. März nicht vor Morgens 7 Uhr beginnen und muß spätestens Abends 7 Uhr vtendet sein. ~n der ArbeitSschicht müssen Pausen von mindestens zwei „-.-nden eintreten. Die Arbeitsstunden find nach der öffent» dchen Uhr zu richten und find dem Arbeitsamt des Bezirks Azuzeigen. , Das Arbeitsamt ist befugt, unter Zustimmung der Arbeits- Mmer(§ 134), für Betriebe wo dteS im Interesse aller Be- Mligten liegt, den Beginn der Arbeitsschicht während der Sommerzeit eine Stunde früher zu gestatten, in welchem Falle r» Arbeitsschicht eine Stunde früher zu endigen hat. Ferner Kvn das Arbeitsamt unter Zustimmung der Kammern die ?ttkü jung der Pausen bis auf eine Stunde gewähren, um fö!hen entsprechend �eren Arbeitsschicht herbeizu- ., Das Arbeitsamt ist ferner befugt, eine Verlängerung der " fitzlichen Arbeitsschicht um höchstens zwei Stunden täglich und M. höchstens drei Wochen ausnahmsweise zu gestatten, wenn »reigniffe oder Unglückssälle den regelmäßigen Betrieb "vierbrochen haben. w,.Für Hilfspersonen, die während der Mittagpause ihre Kohnung nicht erreichen können und daS Mittagessen in der Betriebsstätte einzunehmen gezwungen find, ist der Unternehmer Jlpssichtet, außerhalb der ÄrdettSräume und in der kalten stelle Lokalitäten unentgeltlich zur Verfügung zu -.§ 107. An Sonn- und Festtagen ist die gewerbliche Ar- iT verboten. Ausgenommen hiervon ist die Beschästigung 1 0.*-. nlv?et,tte8* und Transpottanstalten soweit fle den noth- 74 s- L N?Nen Bettteb derselben betrifft, bei Gaftwiithschafttn aller M tzfientlichm Erholungs- und Vergnügungsanstalten, sowie bt0ch!?itn Unternehmer und Hilfspersonen wegen Verabredung«' Vereinigungen zum Behufe der Erlangung günsttgerel i- und Arbettsbedingungen, insbesondere mittelst EinsteW Arbeit oder Entlassung der Hllfspersonen find aufgehob?- Der§ 154 wird aufgehoben. Hinter§ 153 folgt: § 154. Unternehmer und HUfSpersonen könn«� Förderung ibrer Interessen in Vereinigungen zusaa Insoweit diese Vereinigungen den Zweck haben, d.t< und Arbeftsoerhältnisse zu regeln, Fachschulen und Bibü zur Förderung der gewerblichen und geistigen AuS'. ihrer Mitglieder inS Lebm zu rufen; Untelstüyungilapl Arbeitslose und Jnvalidm oder Erwerbs- Genoffmschu!�.. Nutzen ihrer Mitglieder zu bilden, find dieselben von Versammlungs- und Verstcherungssteiheit beschränkendes setzeSvorschristen besteit. Auf ihren Antrag find solchen Vereinigungen Korpolou rechte zu ertheilen. _ Schlußbestimmuug. Dieses Gesetz trftt mft dem 1. Juli 1886 in Kraft i Alle diesem Gesetze entgegenstehenden BestimmuniP! Reichs« und Landesgesetze find aufgehoben. Urkundlich k. Gegeben ic._ Karwmeutsbnirkte. Deutscher Reichstag. 37. Sitzungvom 29. Januar, lUhr-� Am Tische des Bundesrathes v. Boetticker, v.W. (Bevollmächtigter für Elsaß-Lothringen) und Kommiss� " rathung des von dem Abgeordneten doch nich Phrase is und Beif Antoine i an; er iß überlasse er auch n leidend w blätter al ist übettri »Rorddeu waren pri Ee wurde blatt" hä, Iffi" I Religion politische i Honen zu res eine auSgi 5%; nschei, Stalthalte «°It. wie doch nicht werden d »°n, Dem »«hängt Wstand. Paragrapl >hn und v die ÄufhebuJ* eo»", (an* Die erste Berathung eingebrachten GesetzmtwurfS, betreffend Diktatm paragraphea in der Verfassung der ReichSb fortgesetzt. Abg. v. Hammer st ein: Herr Kable hat st»,, unwillig darüber gezeigt, daß wir, wenn wir überhaupt von Elsaß-Lothringen hörlen, dann nicht einmal de«- aufmerksam folgten. Ich will nicht mit ihm darüber' ob seine Anficht über das Quantum, das wir von von• zutrifft; jedenfalls hätte er aber unter dem Material% Antrag etwaS mehr sichten und nicht Dinge hier sollen, die vielleicht in den Landesausschuß, niemals/ den Reichstag gehören.(Sehr richtig!) Dabei bez-vcaU, was er uns sagte, nur den Nachweis, daß der Di!l% graph mißbraucht worden sei. Dieser Nachweis ist» lungen, vielmehr durch Herrn v. Puttkammer völlig gemacht; aber selbst wmn er gelungen wäre, so wärt Nock nichts zu Gunsten d-S Antrages festgestellt.'2 Möglichkeit des MißbrauchS eines Diklaturparagraphm! überzeugt, der einm solchen Paragraphen beschließt, um ein Mißbrauch vor, so ist das noch lange kein Ben die Nothwendigkeft deS Paragraphen, sondern gegen die Art, wie er gehandhabt würde! � wenn Sie dm Mißbrauch gefunden zu Jh glaubten, so hättm Sie nicht die 9% des Paragraphen beantragen, sondern sich an den den müssen mit der Bitte, den Statthalter v. ManleW t Die Beseitigung des Dikiaturparagrapd«? j aller Mächt«. A zuberufm.._.. gleichbedeutend mit der Entfesselung__________ Zusammenwachsen des Elsaß mit Deutschland entaepe» Daß aber dieS Zusammenwachsen ungestört vor nicht nur eine Forderung der deutschen Polittk,«S M die Erhaltung deS europäischen Friedens von größter# tung. Wenn es heute dem Deutschen Reiche gelunlW mit der französtschm Republik ein FreundschaftSverbal« f. zufrellen, so war das nur möglich, weil die zeitige Wf, Regierung eingesehen hat, daß die Interessen Franst«?, anderen Gebieten besser verfolgt werden können als der Revanchepolftik; und weil die zeftige franzöfisib�{, rung die Kraft bat, dieser ihrer Einficht entsprechend?.� wärtige Polftik Frankreichs zu leiten. Je mehr ad»?D> tation DeroulsdeS und Genossen im Elsaß an Bodtt�Ä je�mehr auS Elsaß das Echo:„Rettet Euere#/; Brüder von der deutschen Gewaltherrschaft!" zurückschaW auf beiden Seiten die Revanchepolitik angefacht 0% weniger wird die ftanzöfische Regierung die Macht den von ihr al! richtig erkannten Weg auch ferner ry folgen. ES handelt stch also hier um große nationale) i essen. Schon die einfache Thatsache einer Annahme v«: träges Kable durch den Reichstag würde das AnWr; deutschen Regierung gegenüber dem Auslände schwäomllt bitte Sie daher, den Antrag auch nicht erst an die Ko% zu verweisen, sondern ihn sofort von vorn herein (Lebhofier Beifall rechts.)•, Abg. G uerber: Ich war hierher gekomme�« ganzen Unschuld meines HerzmS; nach der gestrigen Regieiungivertreters mußte ich aber fast glauben,"4 Catilina auszusehen.(Heiterkeit.) Mich selbst haben! die Schilderungen von den großen Gefahren, von d% meiner Heimalh die öffentliche Sicherheit bedroht sein r griffen. Ich dachte im Ernst darüber nach, ob nicht � vielleicht etwas Wahres daran wäre. Erst heute MorS�z legte ich mir, daß unS gestern Abend bei dem goldenen des Gases, der da von oben herunterleuchtete(Hefter leftä Seifenblasen vorgemacht wordm find, die beim Tag«L ihr Nichts zerfallen mußten. Eine politische franzöMt-> schaft, die in Elsaß-Lothringen aaftirt, giebt eS nicht, wenigstens noch nichts davon gehört, und wenn f". existtrt oder eristirt hätte, so hat sie doch jedenfalls% geringsten Einfluß gewonnen. Die vergeblichen*j} einiger Fremder, unsere Bevölkerung aufzureizen. W ebenfalls den Diltaluiparagraphen nicht rechtfertigen- wenig gefährlich war das Kablösche Progamm<,vrotejJk action"(mit dem Protestiren zugleich handeln) und uu st sammle Presse hatte gleichfalls nicht die geringste deS Publikums stch zu schuldm kommen lassen. 918*5, i lich und still bei uns zu Land«; nur die Regierung � regelmäßig zu gewissen Zeiten durck iraend welche AssLV nahe Gefahr für die Ordnung fn Elsaß-Lothringen daS politische Gewissen deS Herrn Antoine ist ja nug vom Staatsanwalt erforscht wordm; und wenn �i trotz alledem nichts anhaben konnte, so muß Herr Am � ein gänzlich unschuldiger Mmsch sein. Wohl aber daran, daß zu der Zeit, wo der UntersuchungSrifl»' suchung über Haussuchung bei Antoine votti»» � Aktenmaterial zu gewinnen für den Staotsan � nicht für das Publikum!—, daß zu dieser J> 4 gefundenen Akten stückr in der„Norddeutschen_, meinen Zeitung" veröffentlicht wurden!(Hört, W'W ttum.) DaS war ein Eingriff in die hnligsicn gleichwohl ließ die Regierung cS ruhig geschehen; es höhere Instanz, die es inhibirt hätte. Wenn ich das � mft dem stch die Regierung Herrn Antoine gegenüber hat, vergleiche mit dem Unrecht, daS Herr Antoine gethan hat, dann kommt mft Herr Antoine wie ew, digeS Ktnd vor.(Hefterkeit.) Man hält ihm einige_ vor, zum Theil solche in Schriftstücken, dft er selbst net hat, zum Theil solche, die er nach franzöfiscken gebraucht haben loll. Man sollte es mit französtsche» etzung mungt« rf bredung«' einft* aufgeholt n könnni -H RS hränkend» it Korpor� in Kl-st- 'timmung" 1% vneten«•; Uufh» ist fie eine derartige, daß wir fie nicht ertragen können. Sie M dann nicht hinein in dm Rechtsstaat, fie repräsentirt dann M Zustand der legitimen Gewalt, ein Zustand, der als sip vcii ouiuinu icuuimtii vytwuu, cm omumv, vci ms iWthelf wohl hingehen mag, der aber auf längere Zeit stch Rechtsdewußtsein nicht vereinbaren läßt. Der Herr gTrjtang hat es gerügt, daß Herr Kabl« gestern diesen Zu- Mo alz �e Ungerechtigkeit bezeichnet hat; IJL 1*4 Jacht 1% :# üben, habe>� von d 'S.. ! Moi< TA tn »J rser S'j) m das N- iii T>US eine ungerewugreu oczellun« ya», ich sage nur. es „ü.tan Zustand, welcher der Garantien des Rechts entbehrt it"® der in kontreten Fällen sehr leicht zur Willkür und zur „.Gerechtigkeit führen kann. Das Beispiel der VarficherunaS« öttellschasttn beweist uns, wie der Diktaturparagraph eingreifen tann. Herr v. Putrkamer erklärte, es habe die Gefahr nahe Zllegm, daß franzöfische Agenten unter der Firma der Ver- ilcherungsbeamten Politik getrieben hätten. Aber dieselbe Ge- tahr kann stch bei jedem anderen Erwerbszweig ergeben, und könnte jeder HandlungSreisende, jeder Kolptorteur ausae- Wiesen werden, weil die Möglichkeit vorliegt, daß auch sie agstiren. DaS würde also dazu führen, dem Stattbaltcr die Möglichkeit zu gewähren, jeden ErwerbSzweig zu unterbinden. Nicht einmal eine ordentliche Kommunalvertretung ist jetzt, wie uns durch die Ausführungen der elsässtschen Abgeordneten bewiesen ist, möglich, und auch das ist ein Zustand, der stch nicht verträgt mit unseren Rechtsanschauungen. WaS die Preffe betrifft, so wünsche ich, daß unser Preßgesetz, wie mangelhaft daffelbe auch sein mag, auf die Aeichslande übertragen würde; so würde am bestm die dor- «ge Preffe vor französischen Zuständm bewahrt werden. Wenn nun, wie Herr Kable erzählt hat, ein Blatt verboten ist auf Grur.d deS Sozialistengesetzes, obschon daffelbe nie einen Ar- «kel sozialdemokratischer Tendenz gebracht, so liegt hier ein Mißbrauck vor, gegen die auch den Beseitigung des Diktatur- Paragraphen nicht schützen würde. Es ist die Frage aufge- warfen worden, ob überhaupt der Diktaturparcmraph den Elatt- valter ermächtigt, ein Blatt noch vor seinem Entstehen zu ver- bieten. Die Gesetzlichkeit eines solchen Verbots kann meines ErachtenS nicht angezweifelt werden, da§ 10 des Gesetzes vom vtahre 1879 denselben ermächtigt, alle Maßregeln zu ergreifen, welche er im Jntereffe der öffentlichen Sicherhett für nothwen- .mg erachtet. Aber daß eine solche Bestimmung existitt, das m ein Zustand, den ich für nicht gerechtfertigt erachte. hen v. Puttkamer hat das Verbot der Antoineschen Zeitung noch vor ihrem Erscheinen damit gerechtfertigt, baß man das Blatt nicht habe aufkommen laffen, Werl die erste Nummer doch verholen wäre; man hätte den �erausgeb-r vor unnützen Kosten bewahren wollen. Diese karte Rücksichtnahme verstehe ich nicht. Ich kann das Verbot Wer Zeitung, die noch nicht inS Leben getreten ist, nicht MerS auffassen als einen Alt, der darauf berechnet ist, eine Aerson in Acht und Bann zu thun. Auch mein nationaler Standpunkt veranlaßt mich, dem Kable'schen Antrag zuzustim- Ich halte den Diktaturparagraphen für eine politische Unklugkeit. Herr v. Puttkamer hat unS eine Menge That- angeführt, die beweisen, daß eine franzosenfteundliche ' t in' ze____________________ W Aber er wird mir zugeben müffen, daß diese Bestre- flch. geltend gemacht haben ttotz deS Drktaturpara- äugeln. düngen eaphen. Agitation in den Reichslanden besteht, daß sich Vereine an �„Grenze gebildet haben, die mit ftanzöstschen�Vereinen tteb- . V?an" macht"im" Elsaß'mit demselben..dieselben Währungen wie wir in Deutschland mit dem SoMrstengesetz. hM ifl mehr unklug, alS Agitationen durch Gesetze ver- werden wegen ohnmächtig bleiben.(Zischen rechts, Beifall bei den Elsaß- Abg. Böttcher: Ich bedauere, der Aufforderung des Herrn Vorredners nicht zustimmen zu können. Wenn mtt juristischem Formalismus in dieser Sache etwas zu machen wäre, wenn man stch auch hier einfach, wie das Herr Lenz- mann und Herr Kabl6 gelhan, auf den Boden einer prinzipiellen Rechtsfrage stellen könnte, so wäre ein solches Verhalten vielleicht ohne Bedenken. Aber wir können nicht übersehen, daß wir hier uns exzeptionellen Verbältniffen gegenüber be- finden. Wir find alle Zeit unparteiisch und mtt warmen Herzen für die konstitutionelle Entwickelung der Reichslande unv für eine selbstständige Verwaltung derselben einge- treten.(Widerspruch von Seiten des Abgeordneten Simonis.) Noch niemals hat ein erobertes Land in so kurzer Zeit eine so ausgedehnte Selbstverwaltung erhalten wie Elsaß- Lothringen. Auch in Bezug auf partikularistische Neigungen haben wir demselben weitgehende Konzessionen gemacht, invem wir ihm eine eigene Landes Verwaltung gegeben haben. Wenn wir dieselbe noch nicht weiter ausgestattet haben, so gebe ich zu bedenken, wie kurz die Z-tt ist, die seit der Okkupation hinter uns liegt. Im Landesausschuß können die Herren frei von der Leber reden wie hier; ich verweise Sie nur auf die Rede, die Baron Zorn v. Bulach kürzlich dort gehalten hat. Werter zu gehen in dieser Richtung, dazu bedürfte es doch eines anderen Verhaltens seitens der Elsaß-Lothringer, und am aller- wenigsten war die Rede des Herrn Kabls dazu angethan, uns zu einem solchen Schritte zu ermuthigen. Es ist ein grund- verschiedener Standpunkt, auf welchem wir und auf welchem Sie(die Elsaß-Lothrmger) stehen. So lange in den Reichs- landen noch, wie wir das gestern erst gehört haben, eine Partei deS Protestes besteht, des Protestes gegen die Vereinigung mit Deutschland, werden Sie wohl begreifen, daß wir Ihren Wünschen nicht Rechnung tragen können. Ich habe die feste Ueberzeugung, daß keine Nation ein er- obertes Land so schonend behandelt haben würde, wie das von unS mit Elsaß-Lothringen geschehen ist. Wir waren demselben gegenüber in der glücklichen Lage, daß wir noch deutsche Ele- mente vorfanden, an welche wir anknüpfen konnten, und dieses Bemühen ist uns auch gelungen. Ich weiß nicht, ob Herrn v. Puttkamers Urtheil über die geringen Spuren einer Ger- manistrung richtig ist, aber wir können die Hoffnung nicht auf- geben, daß uns endlich, wenn wir mtt derselben Schonung fortfahren, eine vollständige Verschmelzung gelingen wird. Aber erst wenn diese Verschmelzung erfolgt ist, erst dann kann der Diltaturparagraph beseitigt werden. Herrn Lenzmann gegenüber bemerke ich, daß die Annexion der Reichslande in erster Linie erfolgt ist, weil unsere Sicherhett dieselbe geboten. Von dieser Basts der Sicherhett des Reiches will diese ganze Frage in erster Linie behandelt sein. Herr Guerber hat gemeint, daß Alles, was Herr v. Puttkamer vor- getragen, flch bestreiten laffe. Ich jalS Deutscher möchte nicht gering von diesen Ausführungen denken, dagegen frage ich: was ist uns gegen den Diktaturparagraphen vorgetragen? Die Herren Elsaffer und auch Herr Lenzmann haben das Verbot der französischen Versicherungsgesellschaft angezogen, aber wir haben ja gehört, daß daffelbe erfolgt ist nicht auf Grund deS Tiktaturparagraph n, sondern auf Grund aller französischer Ge- setze. So bleibt nur übrig die Unterdrückung einiger Zeitungen, von denen das Verbot der„Preffe" auch Herr Guerber nicht zu rechtfertigen versucht hat. Von der„Union" hat er einge- räumt, daß dieselbe einmal einen scharfen Arrilel gegen Luther gebracht habe. Für mich würde in Anbetracht der scharfen konfessionellen Gegensätze im Elsaß ein solcher Artikel schon ausreichend sein für ein Verbot. Die Unterdrückung des „OdilienblatteS", das ich aus früheren Jahren als ein Volks- blatt im guten Sinne des Wortes kannte, hat mich Anfangs Wunder genommen. Aber meine Therlnahme hat sich ver- mindert, als mir nachträglich mitgethettr wurde, daß das Blatt im letzten Jahre den konfessionellen Frieden in arger Weise gefährdet habe. Das Urtheil des Herrn Guerber über dieses Blatt wird sicher nicht allgemein getheilt. Die Zustim- mung zu dem Antrage würde im Auslande so aufgefaßt werden können, als ob wir Elsaß-Lothringen nicht unter allen Um- ständen festhalten wollten. Weil wir eine solche Auf- fassung nicht aufkommen zu lassen wünschen, deshalb ersuchen wir Sie. mtt großer Majorität gegen den Antrag zu stimmen. (Beifall.) Abg. Zorn v. Bulach: Herr v. Puttkamer hat sehr wenig für die Aufrechterhaltung deS Diktaturparagraphen vorgebracht. Die Zitate von Aeußerungen der Herren Antoine und Dolfus konnten allerdings auf wenig über Elsaß-Lothringen Unter- richtete Eindruck machen. Aber Herr v. Putikamer hat ja selbst zugeben müssen, daß keine Bevölkerung im Ganzen ruhiger sein kann, wie die ,n Elsaß-Lothringen. Unter dem Drucke des Paragraphen stehen ja übrigens auch die dor- tigen Deutschen. Die Briefe, von denen gesprochen worden ist, find zudem bei uns nur wenig be- lannt- Nicht 200 Personen in Elsaß« Lothringen haben den Brief von DolfuS gelesen, die detreffenden franzö- fischen Zeitungen haben bei uns nicht 500 Abonnenten. Denn unter der ganzen Bevölkerung von 1 600000 Einwohnern giebt es kaum 300 000, die französtsch lesen können. Nach der Er- oberung hatten Sie leichtes Spiel, durch Ihre Politik haben Sie stch unS entfremdet. Seit 15 Jahren datirt die Annexion und es muß schwer sein für einen Vertreter der Regierung, zu sagen, wir können die Diktatur noch nicht entbehren. Sie haben die Macht und können die Diktatur noch auf weitere 15 Jahre probiren, Sie werden aber denselben Erfolg haben. Abg. Frhr. v. Stauffenberg: Gegen die Aeuße- rungen des Abg. Bötticher bemerke ich, daß innerhalb der ungeheuren Mehrheit des Reichstages und des Volkes selbst- verständlich gar nicht daran gedacht werden kann, das Verhältniß zwischen dem Reicksland und dem Deutschen Reich« zu ändern. Aus der Einverleibung erwachsen natürlich gegen das Land auch Pflichten. Der§ 10 ist noch ein Bestandtheil der Gesetze, welche 1871, 1877, 1879 über die Verfassung deS Elsaß gemacht worden find. Wenn eine Aenderung gemacht werden soll, so müffen Sie viel tiefer greifen; und auch die Antrag- stellcr haben früher ihr Anträge auf noch ganz andere Be- stimmungen dieses Gesetzes ausgedehnt, als allein auf diesen Paragraphen, deffen Bezeichnung als„Diktaturparapraph" übrigens ungerechtfertigt ist. Die gestrigen Mittheilungen des Unterstaatssekretärs haben ja allgemein Eindruck gemacht; und es ist sehr bedauerlich, daß ein Reichstagsabgeordneter eine solche Sprache gefühlt hat, wie der Abgeordnete für Metz. Aber wäre eS noch im Jahre 1877 möglich gewesen, daß ein Abge- ordnetet in Elsaß auf Grund eines solchen Programms gewählt worden wäre, wie das deS Herrn Antoine war? Ich verneine das. Die allgemeinen Klagen der elsässtschen Abgeordneten kann ich in keiner Weise substantittt finden. Wir find ja über diese Dinge nur wenig unterrichtet und auf Zeitungsnachrichten angewiesen. Zwei Tbatsachen bleiben aber bestehen: daS elsässer Volk ist seiner Natur nach ruhig, gesetzlich und loyal. Es müssen also besondere Ursachen sem, welche seit 1877 den ganz unleugbaren Umschwung in der Bevölkerung veranlaßt haben. Ich will die Verwaltung nicht tadeln, einfach weil[unS die vollständige Kenntniß der Dinge fehlt: aber daß dieser§ 10 gewissermaßen der Hort und daS Schiboleth des Deutschthums im Elsaß sei, diese Auffassung muß zurückgewiesen werden. Ich ersehne die Zeit, daß wir dem Elsaß die volle Freihett gewähren können, deren es würdig ist. Der§ 10 ist nun neuerdings gegen drei Blätter, die „Union", das„Odllienblatt" und das„Echo" angewendet worden. Im deutschen Jntereffe ist die Beendigung dieses Provisoriums drinaend wünschenswerth; fie ist aber nur möglich, wenn man die Gesetze revidirt, welche die verfaffungSmährge Stellung des Landes ordnen, und dabei würde es auch erreichbar sein, den § 10 zu beseitigen. Durch den Antrag, den§ 10 zum Gegenstande einer gesonderten Abstimmung hier im Reichstage zu machen, wird aber in der Sache nicht das Geringste erreicht, wie wir auch stimmen,§ 10 bleibt vorerst bestehen. Abg. W i n d t h o r st: Die Zentrumspartei hat zu allen Zeiten sich dafür erklärt, daß dieser Ausnahmeparagraph weg« fallen müffe. Die Ausführungen für das Fortbestehen des- selbm haben auf mich wenig Eindruck gemacht. Es bleibt nur das Eine übrig, daß der Paragraph auf die Preffe Anwendung finven müsse. Daß die Stimmung im Lande das Gesetz nicht entbehren lasse, ist lein Grund. Stimmungen faßt man nicht in Gesetze. Will man neue Landestheile innerlich einigen, so muß man fie vor Allem merken laffen, daß fie vollbürtige Brüder geworden find; unv wenn selbst jetzt im Elsaß die vollste Gerechtigkeit geübt wird, so wird fie doch als solche nicht empfunden, so lange fie nicht auf Gesetz, sondern auf Willkür gegründet ist. Wir werden aber in unseren Zu- ständen nicht eher gesunven, bis die ganze Polttik nach außen und nach innen wieder nach den zehn Geboten Gottes eingerichtet wird.(Beifall im Zentrum). Die Elsaß-Lothringer müffen sich in die neuen Verhältnisse schicken; wir aber, die wir glücklicher find als fie, weil wir die Sieger waren, sollten ihnen bald eine feste Rechtsbasis für ihre Existenz geben. Die Diskussion wird geschlossen. Abg. von Jazd- z e w s k i konstatirt. daß den polnischen Abgeordneten durch den Schluß der Debatte das Wort entzogen sei. Sic werden für den Antrag Kabis stimmen. Dasselbe thut Abg. Heine für die Sozialdemokraten. Als Schlußredner erklärt Abg. Winterer noch einmal, daß der Dikraturparagraph eine viel schlimmere Ausnahmsmaß- regel sei als sogar das Sozialistengesetz. Die Elsässer find keine Verschwörer, eben weil ihre Politik eine solche der zehn Gebote GotteS ist. Wenn der Dikraturparagraph daS alles zuläßt, was man auf Grund desselben gethan hat, wo in der ganzen zivilifirtenWelt besteht denn ein ähnlichesKautschukgesetz? Zustände wie bei uns hat höchstens in Rußland der Nihilismus geschaffen. Helfen Sie uns aus der jetzigen Rechtsunstcherheit heraus! Die Regierung hat soviel Machtmittel, daß sie den Diktatur- Paragraphen nicht braucht. Zum Schluß erkläre ich, idaß wir, da der Abg. v. Stauffenberg eine allgemeine Revision unseres Organisationsgesetzes in Aussicht gestellt hat, unseren Antrag jetzt zurückziehen.(Beifall.) Eine Abstimmung über den Antrag findet nunmehr nicht statt. Der Nachtragsetat betr. das Botschaftsgebäude in Rom wird auch in dritter Lesung bewilligt. Der Präsident theill zum Schluß noch mtt. daß die Abgg. W o e r m a n n und Meier aus der Kommission für die Dampfersubvention ausgeschieden find. Schluß 5 Uhr. Nächste Sitzung Freitag 1 Uhr.(Interpellation tzammerstein, Unfallversicherung.) Abgeordnetenhaus. 11. Sitzung vom 29. Januar 1885, 11 Uhr. Am Ministertisch v. Puttkamer, Lucius, v. Scholz und Kommissarien. Eingegangen ist ein Antrag der Abgg. Frhr. v. Zedlitz und Schmidt(Sagan) auf Annahme eines Gesetzentwurfs betr. die Penfionirung der VoikSschullehrer. ., Die Etatsberathung wird fortgesetzt und zunächst daS Extraordinarium der Domarnen- und der Forstverwaltung ohne Debatte bewilligt. Tri Titel 9„Zur Förderung der Land- und Forstwirth- schaft im Eifelge biete, zweite Rate 200000 M., sprechen die Abgg. Bröckmann, Knebel und Mooren der Regierung ihren Dank für die Berückfichtigung aus, welche jenem in ver letzten Zeit so hart mttgenommenen LandeStheile jetzt zu Theil werde. Ter Titel wird bewilligt. In Titel 10 werden zur Beschaffung eines Fuhrwerls behufs Wahrnehmung der ambulatorischen Klinik der Thier- arzneischule in Hannover 3600 M. gefordert. Die Kommission empfiehlt die Ablehnung deS TUelS; der Abg. o. Minnigerode beantragt die unveränderte Annahme. Der Tttel wird entgegen dem KommisfionSantcage gegen die Stimmen der Freisinnigen, der Polen und deS Gros des Zentrums bewilligt. Bei Titel 12„Zur Förderung genossenschaftlicher und kommunaler Flußregulirungen 500,000 M." erklärt auf eine Anfrage des Abg. Grafen v. P o s a d o w s k y der Minister Lucius, daß die Verhandlungen behufS Bildung einer Ge- noffenschaft zur Regulirung der Bartsch dem Abschluß nahe find und einen günstigen Erfolg versprechen. Abg. E n n e c c e r u s wünscht, daß die Posttion möglichst bald ins Ordinarium übernommen werde. Minister Lucius: Diese Frage ist von untergeordneter Bedeutung; die Hauptsache ist, daß der Fonds überhaupt da ist, und tch wünsche nichts sehnlicher, als daß er regelmäßig bewilligt und in Zukunft vielleicht noch verstärkt werde. (Beifall.) Der Titel wird bewilligt. Als neuen Tttel 13 beantragen die Abgeordneten von Rrffelmann und Gen. folgenden Zusatz zum Extraordinarium: „Zur Ausführung von Vorarbetten zum Zwecke von Reguli- rungen rm Ueberichwemmungsgebiete der unteren Oder sowie zur versuchsweisen Vornahme umfassender Baggerungen 130,000 M." Abg. von Risselmann betont, daß trotz der aner- kannten Noihwendigkett der Regulirung der Oder bisher noch keine Maßnahmen dazu getroffen find. Er bittet, dieselben nunmehr m Angriff zu nehmen. Geht noch ein Jahr bis zur Vornahme der Vorarbeiten hin, so gehen inzwischen Vermögen verloren. UnterstaatSsekretar Mein eck«: Es handelt sich bei dem Antrage nicht nur um die 130000 M.. hinter diesen stehen präsumtiv mehrere Milliontti(sehr richtig! rechts), denn eine Stromstrecke von fast vier Meilen ist zu regulieren. Zu den Vorarbeiten allein haben wir ja Fonds im Ordinarium; der Antrag des Abg. v. Riffelmann verlangt aber auch den Beginn der Ausführung, ehe noch die Voranschläge fertig- gestellt find. Abg. v. Neuntann beklagt diese schroffe Antwort deS RegierungSkommissarS und bittet daS Haus, dem Antrage sein Wohlwollen zuzuwenden. Nach Annahme des Antrages müffe D-r Antrag wird der Budgetkommisston überwiesen. ��.����denverwaltung. Das Extraordinarium der Berg-, Hütten- und Salinen- Verwaltung wird ohne Debatte bewilligt, ebenso die Spezial- «tats der a l l g e m e i n e n Fi n a n z v e r w a l t u n g, des Herrenhauses und des Hauses der Abgeord- n e r e n» Es folgt der Etat deS Ministeriums Innern. Die Einnahmen werden ohne Debatte genehmigt, von den dauernden Ausgaben Kap. 83, Ministerium. Bei Kap. 90„Landrärhliche Behörden" führt Abgeordneter ÄÄ erscheinen. . Minister v. Puttkamer: Der Abgeordnete v. Huene verkennt doch einigermaßen den Charakter derjenigen periodischen Zettungen, welche er Kreisblätter nennt. ES find zum großen Theil reine Privatunterneh- dcs ebenso 1 mungen. die keineswegs in organischem Zusammen« hange mit dem LandrathSamt stehen, wenn fie auch regel- müßig zur Publikation der Anzeigen und Bekanntmachungen des Landrathsamts benutzt werden. DaS Kapitel wird hierauf bewilligt, ebenso Kap. 91 unv 92„Polizeiverwaltung in Berlin und Polizeiverwaltung in den Provinzen". Um 3Vi Uhr wird die Fortsetzung der EtatSberathung auf Freitag 11 Uhr vertagt. Auf der Tagesordnung steht außerdem noch die dritte Berathung des Kommunalsteuernoth« «esetzeS._ MMmeMnsekes. — Im Reichstage steht gelegentlich des Rechenschafts-- berichts der Regierung über die Handhabung deS kleinen Be- lagerungSzustandeS für die nächsten Tage eine intereffante De« harte bevor. Von der sozialdemokratischen Fraktion ist— wie ein hiefiges Blatt schreibt— Herr Paul Singer als Redner bestimmt worden. — In der gestem Abend abgehaltenen Sitzung der DampfersubvcntionS-Kommission wurde zunächst die Abstimmung über die§§ 2 und 4 der Anlagen zu den Anträgen der Subkommisfion vorgenommen. Diese Para- graphen wurden unter Ablehnung der Zentrumsanttäge angenommen. Die Abstimmung über das Ganze der Anlagen ergab eine Majorität der Gesammtheit der Stimmen gegen die 4 Stimmen der Deutschfreistnnigen. Dem- nächst trat die Kommisfion wiederum in die Berathung der eigentlichen Anträge der Subkommisfion ein, und zwar zunächst der dazu gestellten Abänderungsanträge. Der Antrag deS Zentrums, einen§ 4 einzuschieben, nach welchem das Ge- setz erst gleichzeitig mit einem Gesetz über eine prozentuale Börsensteuer in Kraft treten soll, wurde gegen die Stimmen des Zentrum? abgelehnt. Sodann handelte es stch um den Antrag der Sozraldemokraten:„Mitglieder deS Reichs» tags dürfen bei Strafe des Verlustes ihres Mandats weder als Eigenthümer noch alS Theilhaber an einer der subventio- nttten Dampferlinien betheiligt sein, noch dürfen fie dem Ver« waltungS- oder Auffichtsrath einer subventionirten Post- dampfschifffahrts- Gesellschaft angehören." Der Antrag wurde nach längerer DiSkusfion mit zehn gegen acht Stimmen angenommen, zwei Mitglieder haben sich der Abstimmung enthalten. Es lag ferner ein Antrag des Zentrums vor, welcher bezweckt, die einzelnen Linien in Bezug auf die Höhe der Subvention einzeln mit der Maßgabe zu fixiren, daß die einzelnen Beträge nicht übertragbar sein sollen. Der Generalpostmeister Dr. Stephan erklärte die Speziali- firung für unannehmbar. Nach sehr langer Debatte wurde der Antrag abgelehnt. Bei der Abstimmung über§ 1 der An- träge der Subkommisfion wird die afrikanische Linie mit einer Stimme Majorität abgelehnt, der ganze Paragraph nur vor- behaltlich der Abänderung der Summe mit einer Stimme Majorität angenommen.§§ 2 und 3 werden ebenfalls angenommen. Schluß der Sitzung und der ersten Lesung 11 Uhr. Der Abg. Nobbe wurde zum Berichterstatter ernannt. Nächste Sitzung Freitag Abend. f; o K a l e s. n Rixdorf fanden am 28. d. 95118. bei den Arbeitern L- Bunk und tz. Naumann Haussuchungen nach verbotenen Schriften statt- Es wurde nichts von Belang ge- funden. b. Sine schöne Bescheerung. freilich nicht zum ersten Male, wurde gestern Morgen dem Waterloo-Ufer am Halle- schen Thore zu Theil. DaS große Sammelrohr der Kanali- sation platzte, und daS ganze, für die Rieselfelder destimmte Schmutzwafier begann die Straße in einen Schlammsee zu verwandeln, der höher und höher stieg, bis er an die Vor- glirtm heranreichte. Die Bewohner der Straße waren abge- sperrt, wer durchaus durchmußte, kletterte an den Gittem der Vorgärten entlang. Selbst Wagen zögerten, fich in dieses Schlammbad hineinzuwagen, und nur einige Droschken mit Fahrgästen jagden mit Todesverachtung hindurch. Unter dem Quai weg suchtm fich die Schmutzmassen einen Ausweg nach dem Kanal. Erst nach einigen Stunven verlief fich die Hoch- flltth, nachdem der Zufluß abgesperrt worden war. a. Vorsicht. Vor einigen Tagen erhielt ein Scheeren« schleifer vcn einem Herrn in der Genthinersttaße ein Taschen- Messer zum schleifen, welches der Schleifer nach 10 Minuten geschliffen wieder zurückbrachte. Für seine Arbeit verlangte er 2 95t. 50 Pf., welchen Bettag der Herr in Folge der Drohung daS Messer zurückzubehalten, auch zahlte. Der Herr will jedoch eine Bestrafung des Schleifers wegen der geschehenen Ueber- »ortheilung herbeiführen und hat zu diesem Zwecke den Men- schen nach der Polizeiwache fistiren lassen, woselbst dessen Per- sönlichkeit festgestellt worden ist. ES ist dem Publikum daher anzurathen, solchen herumstreifenden Handwerkern keine Ardett vor der Abmachung eines bestimmten Preises zu geben. g. Das unvorsichtige Umgehen mit giftigen Tinte« hat wiederum einen bedauerlichen Unfall zur Folge gehabt. Der Lehrling eines EngroS- Geschäfts in der Kronensttaße hatte Anfangs dieser Woche ein Schriftstück mtt Hektographentinte angefertigt und die Feder hinter das Ohr gesteckt. AlS er darauf das Schriftstück auf den Apparat legen wollte, entfiel ihm die Feder und drang mit der Spitze ziemlich tief in das Fleisch des rechten Zeigefingers. Der junge Mann beachtete den Vorfall nicht weiter, bis er am folgenden Tage einen heftigen Schmerz empfand und nun einm Wundarzt konsultrrte. Der Arzt machte in dm inzwischm auch stark angeschwollenm Finger einen 2 Zentimeter langen und tiefen Schnttt und spritzte die Wunde mit einer scharfen Flüsfigkeit aus; eine Amputation des Fingers scheint jetzt ausgeschloffen. Nette Schlafbursche«. Vor 14 Tagen erschienen in der Wohnung der Frau Behrend, Teltowerstraße 3, zwei anständig gekleidete junge Männer, um zwei daselbst zu vermiethende Schlafstellen zu befichtigen. Frau B. wurde sehr bald mit dm jungen Leuten, die eben erst zugereist sein wollten, über dm MiethSpreis einig, worauf beide es fich in dem neuen Quartier bequem machten. Unter dem Vorgeben, ihre Koffer von der Bahn abholen zu wollen, entfernte stch bald darauf der eine, während der zweite in der B'schen Wohnung zurückblieb. Kaum hatte Frau B. auf wenige Minuten ihre Wohnung ver- lassen, als der Zurückgebliebene aus einem unverschloffmm Spinde stch dm neuen Anzug eines Schlossergesellen aneignete unv fich auf Nimmerwiedersehen empfahl. Erst nach mehreren Tagen gelang eS der Kriminalpolizei, den gestohlenen Anzug bei einem Trödler zu ermitteln. Der Bestohlene mußte den An- zug zurückkaufen. Wenige Tage später befichtigten dieselbm Männer bei dem Maler Herrn Grübler, Langestr.29, wiederum zwei annonzirte Schlafstellen, wo fie unter demselben Vorgeben, von außerhalb zu kommen, das Quartier mietheten. Beide baten hierauf die allein anwesende Frau G-, die Koffer vom Bahnhofe abzuholen. Frau G. war aber ängstlich, die Wohnung den ganz fremden Männern allein zu überlassm, und lehnte das Gesuch ab. Nunmehr bequemte fich der ältere von beiden, angeblich die Sachen allein vom Bahnhofe abzu- holen, während der andere in der Wohnung zurückblieb. Schon nach kurzer Zell bat der Zurückgebliebene um den Schlüssel zu dem auf dem Treppenflur belegmen AnstandSort. Als der junge Mann nach längerer Pause nicht wieder zurückkehrte, stellte fich heraus, daß er das Weite gesucht, nachdem er den komplettm, einem Malergehilfen gehörigen, in einem unver- schlossenen Spinde aufbewahrten Anzug über den eigenen An- zug übergezogen und als Beute mitgenommen hatte. Die von dem Diebstahl sofort benachrichttgte Kriminalpolizei konnte nur feststellen, daß bei diesem Diebstahle dieselben Personen thätig gewesen, welche den Diebstahl in der Tettowerstraße ausgeführt. Die Ergreifung der beiden Spitzbuben sollte vier Tage später bei einem dritten Diebstahl erfolgen, der in ganz ähnlicher Manier bei einer Wittwe in der Prenzlauerstraße von beiden geplant war. Hier fanden die wiederum von außerhalb zugereisten Handwerker ein in der gemietheten Schlafstelle be- findliches Garderobenspind verschlossen, welches fie in äugen- blicklicher Abwesenheit der Wirthin gewaltsam erbrachen und daraus abermals einen guten Herrenanzug als Beute mit- nahmen. Auf der nun mit aller erdenklrchen Eile berwerk- stelligten Flucht, liefen fie beide auf der Straße der zurück- kehrenden Wirthin in die Finger. Die Frau übersah sofort die Situation und bewi kte, wie die„Germ. Ztg." erzahlt, die Festnahme der beiden Diebe. Auf dem Molkenmarkt entpuppten sich beide als die„Ardeiter" Sch. und. L-, Söhne zweier achtbaren hiefigen Familien. Die Eltern haben fich inzwischm berett erklärt, den angerichteten Schaden den Bestohlenm zu ersetzen. a. Verhaftet. Zwei bereits bestrafte Arbeitsburschen, Mar Helbig und Gustav Metike, wurden gestem Nachmittag zur Feststellung ihrer Persönlichkeiten zur Wache deS 63. Polizei- RevierS ststirt, weil ste stch vagabondirmd in der Steglitzer« straße umhergetriebm halten. Auf dem Wege zur Wache ließ Helbig eine goldene Damenuhr mit Talmikette auf den Bürger- steig fallen, sie von dem Beamten aufgehobm wurde. Bei dem Mettke wurden ein seidmeS HalStnch und ein Notizbuch gefunden. Da Beide über den Erwerb dieser Sachen unglaub- würdige Angadm machten, so erfolgte ihre Verhaftung wegen Verdacht des Diebstahls. N. Unglücksfälle Eine in der Wienerstraße 39 wohnende 70 jährig« Frau W. wurde vorgestern Nachmittag beim Pasfiren der Oranienstraße von einem unbekannten Mann derart ange« rannt, daß fie zur Erde stürzte und fich einen Schenkelbruch zuzog.— Ein auf einem Umbau auf dem Askanischen Platz beschäftigter Tischler R. verletzte fich beim Abhobeln eineS Brettes derart an der linken Hand, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte.— Ein Tischler Paul K. hatte in der vorvergangenen Nacht daS Unglück, in einem Tanzlokal in der Frankfurtersttaße derart auszugleiten, daß er einen Knöchelbruch erlitt, der seine sofortige Uebersührung nach dem städtischen Krankenhause nöthig machte.— Eine unbekannte Dame stürzte vorgestern Abend in der Papenstraße in Folge eines Ohn- machtsanfalleS zur Erde, wobei fie fich anscheinend nicht un- erhebliche äußere Verletzungen zuzog. Die Vervnglückte mußte in einer Droschke nach der Königlichen Charttee geschafft werden._ Vemue uuü Wersammluugeu. h. Eine öffentliche allgemeine Echuhmacher-Versamm- lung, welche von der Lohnkommission einberufen wor- den und von ca. 450 bis 500 Theilnehmern besucht war, tagte am 26. d. M. in Keller's Etablissement, Andreaistraße 21, unter dem Vorsitze deS Herrn Pladeck. Dieselbe beschäftigte fich mit einer Diskusfion über die Hebung der bekannten Miß« stände und gesunkenen Lohnverhältniffe deS Schuhmacher- gewerbes. Referent Herr R. Baginski empfahl hauptsächlich den allgemeinen Anschluß an eine stteng auf dem Boden des VereinsgesctzeS fich bewegende Organisation und die Erstrebung des gesetzlichen MoximalarbeitslageS. An der lebhaften DiS- kusfion beiheiligten fich besonders die Herren Koerdel, Konrad, Pladeck, Papke u. a.— Einer der hier nicht genannten Redner drang hauptsächlich auf Herbeiführung eines boiii Schutzzolls gegen den jetzigen Massenimport von W# aber wertbloser Schundwaare aus Bödmen, während»Ul übrigen Redner im Sinne des Referenten spra««'- Herr Papke betonte dabei namentlich, daß es eine Haupts gäbe der GewerkschastSorganisatwn sein müsse, die Samla» Polizeibehörde zu einer scharfen Kontrole über die oft schal» verhaften Arbeitsräume in den Schuhma che» kellern und bei der Hausindustrie zu veranlag. Das Arbetten in solchen gesundheitsschädlichen und den W sctzesbestimmungen nicht im Entferntesten entsprechenden Lokalitäten dürfe nicht geduldet werden. Dann werde bald Zahl der gänzlich ungeeigneten Arbeitsstellen des Kleinbetrieb», die steh der Konttole über die Einhaltung der Arbeitszeit fad völlig entziehen, fich verringern und die der großen Weik>t«w zunehmen. Die kleineren Meister, welche mit dem großindustnea xroduzirenden Großkapital unmöglich konkurriren können, ten fich affoziiren und große Werkstätten errichten, welche au unumgängliche Vorbedingung einer wirklichen Hebung ja verrotteten Schuhmachergewerbsverhältniffe zu bclrachw seien. Auf die Aufforderung deS Herrn Vorsitzenden g Anschluß an den Zentral-UnterstützungSverein der deulw» Schuhmacher, der jetzt auch in Berlin durch eine bereits M llch zahlreiche Mitgliedschaft vertreten ist, traten wieder ÜW 30 neue Mitglieder diesem Verein bei. Laut Mittheilung � Borsttzenden hält der Verein resp. dessen Berliner schast am Montag, den 2. k. M., bei Teichert, Neue straße 32, eine Mitgliederversammlung ab, zu der Gäste# kommen find. Ortskranken»«nd Sterbekasse der Möbelpoli� Die Zahlstellen für die Krankenkasse befinden sich: Fitr, Christinenstr. 36 im Restaurant von Harendt. Für O.:**1 dreasstr. 44 im Restaurant von Wirfing. Für S, und% Manteuffelstt. 27 im Restaurant von Moritz. Sonnabck Abends von 8—10 Uhr weiden die Beiträge in obengenan� Lokalen entgegengenommen, an allen anderen Tagen bei? Rendanten Carl Neumeister, Pallisadenstr. 34, v. Iii. An? düngen für die Kasse nimmt der Äendant entgegen. Der N- Zahltag ist am 31. Januar, und machen wir die ringest� denen Mitglieder darauf aufmerksam, daß die Beiträge K 31. Januar laufend gerechnet werden und die Säumigen � zahlen müssen. Der provisorische Vorstand. Die Freie Organisation junger Kanfleute vinanW, am Frettag, den 30. d. Mts., Abends 8'/- Uhr, in 9% Salon, Kommandantenstraße 72, eine Versammlung,'l% die Nothwendigkett von Reformen im kaufmännischen Lehrlw� wesen verhandelt werden soll. Gäste find willkommen.■, Der Allgemeine Arends'sche Stenographen-Btn' eröffnet wieder unentgettliche UnterrichlSkurse in der Areschen Stenographie und zwar: Montag, den 2. Febr., Belle-Alliancestr. 5 bei Rothacker! Mittwoch, den 4. Febr., Naunynstt. 44, Restaurant Pohl. Donnerstag, den 5. Febr., Etallschreiberstraße 54a, Gemein , Schule 2 Treppen; Montag, den 9. Febr., Dorotheenstr. 33, Restaurant Zabn.. Mittwoch, den 11. Febr.. Neue Friedrichstr. 20, 2. Schloßk< Mittwoch, den 11. Febr., Charlottenstr. 95, Restaurant H? Anfang 8V, Uhr Abends. Die Lehrmittel find()£. Unkosten betragen 1 Mark. 8 Tage nach Beginn der% finden Theilnehmer auch noch Berückfichtiguna zur AufnatZ Am Eonnabend, den 31. Januar, feiert der Verein sein Stiftungsfest und zugleich dasjenige des Bestehens der Are»,, schen Schule in der Berliner Ressource, Kommandantenfir. Abends 8 Uhr, und verspricht dasselbe ein glänzendes den. Billcts find noch bei den Herren Schulz, straße 74, III, und Ploeger, Alexandrinenstt. 37 a, Hof IIL'r haben._ Briefkasten der JicduiUioa.„„ Zwei weitgereiste Handwerksbnrschen Sie find% im Unrecht. Die sogenannten zwölf Apostel, welche aw% werk der Marienkirche zu Lübeck Mittags erscheinen,»-»? dem angeblichen Chiistusbilde vorüberzuziehen, find nicht zwölf an der Zahl und zweitens keine Apostel. stellen diese Figuren die neun Kurfürsten dar, welche Kaiser ihre Reverenz machen, und der Letzte, der an., rückschaudernde JudaS Jscharioth, ist nur ein Diener, der tiefere Verbeugung macht. Goldfischfreundin. Die Fische dürfen keine A kommen, davon werden fie eben krank. Füttern Sit* Ameiseneier, so werden fie stch wohl erholen. Mehrere Arbeiter. Die sogenannte„Ricardo'sche% ist der von dem Nalionalökonomen David Ricardo aufgfyi Satz, daß der Kapitalgewinn fich durch NiedrtghaltunS Ärbeitslodnes erhöhen müsse. 0 F. T. Franzstr. Sie gebrauchen am betten gar � Fremdwörter. Une beaute de diable— eine TeufelSsch-�F — ist ein häßliches, aber geistreiches Geficht. Weitere Ar bedeutung Hai der Ausdruck nicht., J Rhetndrüder. Der Loreleofelsen ist 132 Meter ho« liegt zwischen St. Goar und Oberhausm._ J A. S. Papierkorb. Sie müssen stch das Betreffende 5 unserer Expedition abholen. Frankozusendungen finden 1 nach außerhalb statt., U Alter Abonnent. Das Wort„Sahl" stammt au» � althochdeutschen sal= VereinigungShaus, auS einem ei»� Raum bestehend. Es ist dasselbe Stammwort, daS del», der Bedeutung großer Prachtraum" gebiäuchlichm movr Worte Saal zu Grunde liegt. «wi fottie Theater. «inigliche« Oberaha««: Oeute: Der Prophet.______ Königliche»«chansptelhan«: fcfiitr Niel Lärmen um Nichts._ Deutsche« Theater: Heute; Der Richter von Zalamea.__ ------ ��lliance-Theater: Heute: Der Raub der Sabinerinnen, Schwank in 4 Asten von Franz und Paul Schönchan._ Reue« Friedrich.«ilhelmstädtischt« Theater: Heute: GaSparone.__ «eutral-Theater:__ Alle Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Heute: Der Walzer-König.__ "~«efideaz-Theater: Direstion Anton Anno. Heut«: Die EbestandS-Jnvaliden. Hierauf: Die Schuttetterin. '" Walhalla-Operetten-Theater: Heute: Der Feldprediger._ Louiseustädtische« Theater: Heute; Pava Kiekebusch.__ ------------- �nd-Theater: te: Im Lande der Freihett-_ Wullner-Theater: te: Klein Geld. Viktoria-Theater: ... Isurina.___ Alhamdra-Theater. e: 800000 Mark. Arbettsmnkt. Das Arbeitsnachweise-Bureau des Vereins zur Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter befindet fich Slalitzerstraße 18 bei Stramm._ 187 Weber. Tüchtige Gesellen verlangt Kautzsch, Rügener-Straße Nr. 5. in._ 189 General Versammlung des Vereins der Sattler und Fachgen. Eonnabend, den 31. Januar, w Gratweil's Bierhallen, �5"%� Tages- Ordnung: 1. Jahresbericht und Abrechnung. 2. Wahl des gesammten Vorstandes und der Revisoren. 3. VeischiedeneS. 185 Der Vorstand. Fraiser und Berufsgenossen. Sonntag, den 1. Februar, Vormittags 11 Uhr, öffentliche Versammlung Manteuffelstraße 9(W o h l h a u p t's Salon). Tagesordnung: Die Grünvung eines Fachoereins. 124 Die Kommisfion. Zur vünktlichen Besorgung deS„Berliner Volksblatt", so- wie sämmtt icher anderer Zeitungen, empfiehlt fich 181 J. Höyer, Friedenstr. 100. Verantwortlicher Redakteur«. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin SW. Beuchstraße 2. Außerordentl. Mitglieder-VersamuM de« Verein« zur Wahrung der Interessen der ver»� Maurer am Sonntag, den 1. Februar, Vormittags IU\* bei E ch effer, Jnselstr. 10. Näheres an den Eäulen.�> Mitglieder-BersammlunK des Vereins zur Wahrung der Jutereil der Klavier-Arbeiter.. � Sonnabend, den 31. Januar, Abends 8'/, Uhr, G r a t w e i l' schen Bierhallen. Tagesordnung:}■ f J und Diskusfion. 2. Besprechung über die Verhältnisse i»! Vianofabcik. Die beiressenden Kollegen find einge�W� Veretnsangelegenheiten und Fragekasten.— Gäste willw�, 188_______ Der Vorn5> Arb.-Dts.-Vnnil f. d. GsteiiKtB Freitag, den 30. Januar, AbendS 8'/> Versammlung 4 in Keller's Lokal, Andreasstr. 21- � TageS- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Neuwahl vs F gnügungs-KomiteeS und der Konlrolleure. 3. Verl«, 4. Flogelosten.„at dff Neue Mitglieder werden aufgenommen.—®0!Z|? Mitglieder eingeführt, haben Zuttttt.— Um zahlre»* scheinen der Mitglieder wird gebeten. 179____ Der SogSsz Kalbfleisch, Eine fidl. Schlafstelle f. Herren Britzerstc. 1, 4 Tr.'•