Ä lh all! zrate»- s chav nlaßni- »cn@c ck enden MW* % dustt'tll ■SU»! S#S ts M "i| fic � Nr. 26. Sonnabend, 31. Januar 1885. n. Jahrg. ScrlimMMl Orii an für die Interessen der Arbeiter. 4 Da»„»««»« V«.:»biatt"_.. «fäetat tägsich M».«««»«K««ich Tt««»«b FeStaz«.«IwsrmsuMtowi* ffts frei{«*» fsu» oie-teljähr.'ich 4 Mark,««»aÄich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. •swpn««iwttt 4 M»!. Ziaze!« Nr'' Pf Sonr!tagS'Nn'««er«it illuftr. Liilag« 10 Pf. ((imgetttger m d« Vofiirin-.iqSozeiSliste für 1885 iister 3k. 748.) Zl«sertio«»gel>ühr betrögt für bt« 3 g-spalteue Petitzeile oder deren Raum 40 Pf.»rdeittmarv 10 Pf. Bei größere« Aufträge« hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate»erde« bis 4 Ahr Nachmittag» m osr Kxpedttiz«, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie ooa alle« Xxxanceep Bureaus, ohne Erhöhung de» Preise», aagenomme«. WeöaKtion nnb GXpsöMon Wertin SW», KimmerSraße 44. öl) t um' AbiMwesisEmtadsug. ftür den Monat Februar eröffnen wir ein neue» Abonne» "tni auf das /t »Berliner Volksblatt �nit der Gratis-Beilage „Jlluftrirtes Souutagsblatt". 81 ins foouf kostet daffelb« 1 Mark 35 Pf. pro Monat „3 Pt. nrn iJUfwfl»?t<-U,Nnn>,->n mm-hMl nnn frimminrfipn Seit: pro Woche. Bestellungen werden von sämmtlichen ...Ungs-Spedticuren, sowie in der Expeditton, Zimmerstr. 44 "genommen. ka» � Außerhalb nehmen alle Postanstalten Abonnements !> ar,'« Monate Februar und März gegen Zahlung von Mark 67 Pf entgegen. Den neu hinzutretenden Abonnenten wird der bisher er- Ichiencne Theil des fesselnden und interessanten Romans „Gesucht und gefunden" sowie die bisher erschienenen Nummern des „Jllustrirtes Sonntagsblatt." soweii der Vorroth reicht— gegen Vorzeigung der Abonne- dien!?-Quittung gratis und franko verabfolg?. Das„Birttncr Volksblatt" hat fich die Sympathien der arb rtenden Bevölkerung Berlins zu erringen verstand. n. Trotz der überaus große» Anzahl von Zeitungen der verschiedensten Tendenzen, vre in Berlin existtren, hat bisher kein wirkliches Organ de? weist Hakigen Volkes bestanden. Es ist daher Pflicht eines jeden Arbeiters, dieses Organ nach jeder Rich- «ang bin zu unte: stützen. Wir treten sondarnch für einander oin, unser-- bisherigen Leser und Freunde wissen das, mögen ste ihrerst ,ts dafür sorgen, daß daS„Berliner Volksblatt" asw-r neue Freunde und neue Leier gewinne. Der heutigen r>,»�wer liegt ein Bestellzettel bei. Wir bitten, hiervon jwf'otö eigi-bigen Gebrauch zu machen. Wenn jeder bis- Z,%! Abonnent nur einen zweiten wirbt, aber auch w?":ch dafür sorgt, daß derselbe adoanirt so hat er seine getban. yn Wir unsererseits werden nicht nachlassen, jedem berechtigten Wunsch? unserer Abonnenten nachzukommen. Die Redaktton und Expedition des _„Berliner Volksblatt". Das Ä-rbeiterschutzgesetz. Unter den Behörden, die zur Ausführung des Gesetzes bestimmt sind, steht obenan daS Reichsarbeitsamt, welche« b%i Bundesrath einzurichten hat und dessen Sitz in Berlin sein soll. Unter dieser Behörde stehen die Ar- b e i t s ä m t e r, bestehend aus einem ArbeitSrath und aus «achdruck»erbot«. I Ott» 7ü Gesucht uud gefuudeu Roman von Dr. Dux. (Forsetzung.) Siebenundzwanzigstes Kapitel. Am Nachmittage desselben Tage« trafen die übrigen erwarteten Gäste ein. Vier Wagen sausten im Galopp die Rampe hinauf und denselben entstiegen eine Anzahl junger Mädchen, wie frisch aufblühende Rosen, lieblich und anmuthig, wie nur Jugend Und Schönheit sein könven. Unter ihnen befand sich Fräu- lein Cordtlia Rotenburg, die sich heute hätte vervielfältigen können, da sie ihr Penstonat nicht in der Schulstube bei- lammen, sondern eS in den weiten Räumen des Parke» Und Schlosses zu hüten die Aufgabe hatte. Diese Aufgabe war wahrlich nicht leicht, denn da gab *8 tausend Gelegenheiten, irgend etwas zu thun, was nach den strengen Gesetzen de« Käulein Cordelia nicht in den Achten Ton paßte; da gab e« Gemälde zu bewundern, DeubUments, wundervolle indische Teppiche, japanesische Seidentapeten, prachtvolle Krystall-Lüstre«, und nun erst Kar der Anblick durch das Fenster auf den Park hinaus. Die Ausrufe des Entzücken» und der Ueberraschung wollten rein Ende nehmen. Cordelia konnte diese Ausrufe der Ueberraschung nicht waß.grn, so oft sie auch errinnerte, daß e» nicht schicklich J*' Wne Empfindungen so stürmisch zu äußern. Auch Lude, T"che st- nach besten Kräften in der Handhabung ,hreS hnben unterstützte, konnte die Zügel nicht genug Hand. KillJS" �ug-nblick feierlicher Stille trat ein. als Lord Gesellschaft und Bewunderung der jungen Die Begrüßung«ar von Seite« de» Lord eine ebe« Hilfsbeamten, denen die Arbeitskammer im jeweiligen Bezirk zur Seite steht. Die ArbeitSkammer besteht zur Hälfte aus Arbeitgebern, zur Hälfte aus Arbeitern und wirv auf Grund des allgemeinen gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts gewählt. Die Arbeitskammer hat auch die Mit- glieder des Arbeitsamtes vorzuschlagen. Da die Arbeitsämter und Arbeitskammern in Bezirken von 200 000 bis 400 000 Einwohne.» einzurichten sind, so ist damit eine sich über das ganze Reich erstreckende Orga- nisation zu Gunsten der Ardeitsverhältnisse auf durchaus demokratischer Basti geschaffen. Eine solche Einrichtung ist durchaus neu, es ist etwas derartiges noch nicht dagewesen. Was vielleicht an ähnlichen Einrichtungen in anderen Län- der» besteht oder bestanden hat, erreicht, wie wir sehen, lange nicht die Bedeutung der Institutionen, die bei einer Ver- wnklichung des von den Abgeordneten der Arbeiterpartei eingebrachten Gesetzentwurfes geschaffen werden würden. DaS berühmte„Arbeiterparlament" zu Paris vom Jahre 1848, das unter Mitwirkung von Louis Bianc im Luxem bourgpalast tagte, hatte weiter keine Befugnisse, als eben zu diSkutiren; feine Beschlüsse mußten ohne praklischen Werth bleiben. Die französischen Syndikatskammern reichen an Bedeutung auch nicht entfernt an die Arbeitsämter und ArbeitSkammern heran, wenngleich die Leistungen dieser Korporationen die allgemeine Anerkennung wohl verdienen. Bis jetzt hat immer die staatliche Organisation solcher Ein- richtungen gefehlt; man begnügte sich mit„freien" Korpo- ratiomn. In dem vorliegenden Gesetzentwurf aber ist eine völlige staatliche Organisation enthalten. Die Arbeitsämter haben unter Leitung des Reichs- Arbeitsamtes die gewerblichen und iadustiellen Betriebe zu überwachen, wodurch an Stelle der Fabrrken-Jnspektoren, deren Thätigkeit so viel zu wünschen übrig läßt, endlich eine unabhängige und mit den nölhigen Machtmitteln ausge- stattete Behörde tritt, die auch vortrefflich geeignet ist, den unentgeltlichen Arbeitsnachweis zu orgaai- streu. Die Berichte dieser Arbeitsämter, die jährlich er- scheinen müßten, würden sicherlich reichhaltigere« Material bringen, als die Berichte der Fabriken-Jnspektoren. Die ArbeitSkammern haben zunächst die Arbeitsämter in diesen Arbeiten zu unterstützen, dann aber über alle, daS gewerbe- politische Leben berührende Fragen zu verhandeln. Sie haben aus ihrer Mitte Schiedsgerichte zu ernennen, welche ähnlich wie die heute schon bestehenden gewerblichen Schiedsgerichte die Streitigkeiten zwischen Arbdtgeber« und Arbeitnebmern zu schlichten hätten und deren Urtheile vor- läufig vollstreckbar wärm. Ferrer hätten die ArbdtSkam- mern einen Mi» i m a l lo h n festzufetzm, unter dm die Arbeitgeber nicht herabgehen dürfen. Gegen dm letzteren Punkt wird eivgeweudet werden, daß die Löhne nicht will- so feine und elegante, als von Seiten der jungen Damen zeremoniell, nach dem stdsen Muster Cordelia's zugeschnitten; als indessen Killmare zunächst Fräulein von Steinberg die Hand reichte und ihre Hand an seine Lippen führte, als er dann Coroelia und Lude eben so herzlich, als cheva« leresk begrüßte, als er mit einzelnen der jungen Damen, die er ja von Wildenhain her kannte, einzelne Worte wechselte— da löste sich der Bann des Zeremo- niells, und die jungen Damen begannen ein- zwar heimliche, aber außerordentliche lebhafte Diskussion unter sich. „Er ist doch wirklich ein lehr hübscher Mann!" meinte die kleine Adda. „Und reich, unermeßlich reich!" fügte Komtesse Hilde» gard hinzu. Die flammenden, braunen Augen der Baronin Gisela nahmen einen Ausdruck an, der halb wie beleidigter Stolz aussah, als sie bemerkte, daß die Baronesse Helene von Steinberg von ihm sichtlich bevorzugt wurde. Sie beruhigte sich erst, als der Lord sich nun auch an sie mit einigen Worten wendete. Der Vorzug wurde nunmehr auf Rech- nung der Familie Stdnberg geschdebm; und al« sie, nach- dem der Lord sich mit graziöser Verbeugung an eine andere junge Dame wandte, mit der Frage von allen Seiten bestimmt wurde:„Was sagte er zu Dir?" da sagte sie auS tief innerster Ueberzeugung: „Ei ist ein liebenswürdiger Mann!... Ich finde ihn in der That liebenswürdiger als meinen Dragoner-Lieu- Darin stimmten ihr alle ihre Freundinnen bei. Elfriede fügte die Bemerkung hinzu: „Und wie allerliebst ihm da» Lächeln steht! Ich habe gar nicht geglaubt, daß dieser Mann, der immer so ernst aussieht, auch lächeln kann." „In der That," pflichtete Hildegard bei,„er sieht heute ganz anders aus, wie sonst... So sah er nie au», als er uns in Wildenhain besuchte." Die enthusiastischen Lobpreisungen seiner LiebenSwür« digkdt, seines ReichthumS und seines Geschmacks erhöhten kürlich zu bestimmen feien, sondern je nach den geschäftlichen Konjunkturen und durch Angebot von oder Nachfrage nach Arbeitskräften sinken oder steigen. DaS mag im Allgemei- neu zutreffen; indessen muß in solchen Fällen die Arbeits- kammer eben thun, wa« sie kann. Zum Mindesten wird eS ihr gelingen, der Willkür der Unternehmer, die bei der Be- stimmung der Löhne doch auch viel dt im Spiele ist, zu steuern und es wird sich mit einer solchen Bestimmung doch in sehr vielen Fällen ein fester Anhaltspunkt schaffen lassen, der dem Arbeiter gegenüber dem heutigen anarchischen Zu- stand in unseren wirthschaftlichen Verhältnisse» ganz unbe- rechenbare Vortheile bringen dürfte. Aui den Vertretern der Arbeitskammern hätte das ReichS-ArbeitSamt jährlich einen Kongreß, den ArbdtSkam- mertag, einzuberufen, der über allgemeine wirthschaftliche Angelegenheiten zu berathen bätte. Für die Uebertretung der in dem Entwurf enthaltenen Vorschriften sind eine Reihe von Strafbestimmungen ange« setzt, welche die Höhe von 6 Monate» Gcfängniß oder 2000 Mark Geldbuße erreichen. Soweit die Hauptbestimmungen des Entwurfs, den wir in unsrer gestrigen Nummer in seinem Wortlaut abge- druckt haben. Wenn dieser Entwurf Gesetz werden würde, so hätte er zweifellos eine ganz bedeutende Umgestaltung unsrer wirthschaftlichen Verhältnisse zur Folge. Selbstverständlich ? liebt es heute eine Reihe von Mißständen, die von einem olchen Gesetze, daS sich auf dem Boden der Gewerbeord« nung bewegen muß, nicht getroffen werden können, weil sie in der Nawr der herrschenden Produktionsform begrün- det sind. Allein eS bestehen auch eine ganze Menge von Mißständen, die nur aus der Willkür derjenige« entspria» gen, die im wirthschaftlichen Leben als die Stärkeren auf- treten und sich mit dem Ellbogen Raum schaffen. Diese Mißstände können und sollen durch den vorliegenden Ge- setzentwurs erreicht werden und sie würden verschwinden, wenn der Entwurf zum Gesetz würde. Wenn auch die Situation de» Arbeiter» aufs Engste mit den geschäftlichen Konjunkturen zusammenhängt, so würde die Wirkung des Gesetzentwurfs doch zunächst diejenige sein, daß die Stellung des Arbeiters gegenüber dem Arbeitgeber eine weniger ab« hängige wäre. Gestützt auf Arbeitsämter und ArbdtSkam- mern stände der Arbeiter wdt freier und selbstbewußter da, denn heute. Von geradezu unabsehbar wohlthätiger Wirkung aber würden die Bestimmungen des Entwurfs sein, die dahin zielen, die übermäßige Ausnutzung der Arbeitskräfte zu ver- hindern. Die so vielfach durch den Industriebetrieb zer« störte Familie des Arbeiters würde wieder hergestellt und ihm die Annehmlichkeiten einks geordneten Familienlebens wie- sich noch, als man nunmehr eine Promenade durch den Park begann. Die jungen Damcn waren fast außer sich vor Ver» gnügen, nur Cordelia stand eine wahre Todesangst auS, daß hier und da eine von ihren Elevinnen sich allzu vor- laut äußern, oder sonst irgend dnen Verstoß gegen die Ge- setze des Zeremoniells begehen möchte. Auf einem freien Platze in der Nähe einer Gruppe von schattigen Buchen war aus Zweigen ein geräumige« Zelt erbaut und mit einem Dach von Mousselin versehen. In diesem Zelt war eine Mittagstafel hergerichtet und zwar in einer Dekoration, welche ebenso den Reichthum des Be» sitzerS, als den Geschmack und die Umsicht Brand'« doku- mentirte. Unter den Elevinnen entstand, als man sich zur Tafel setzte, beinahe ein kleiner Rangstreit, da jede einen gewissen Neid empfand gegen eine Andere, die dem Platze, welchen der Lord vermuthlich einnehmen würde, näher saß. Man fand eS nicht gerade auffällig, daß Mylord neben Fräulein von Steinberg saß. und daß deren Eltern zu beiden Seiten Platz hatten. Cordelia, Lude und Brand waren auf der andern Seite ihnen gegenüber plazirt. Die Sonne, welche die herrliche Blumenterasse, welche sich in der Nähe de» ZelteS erhob,[hell beleuchte e und im schönsten Schmuck erscheinen ließ, drang hin und wieder glitzernd durch das Laubwerk, und zitternd malten sich die Schatten der Blätter auf dem Battist des Tischgedecks und auf den hellen Gewändern der Gäste ab— waS Alle» dazu beitrug, diesem Mahle einen eigenthümlichen Reiz zu verleihen und die Stimmung fröhlicher zu machen. Die Gesichter leuchteten Heller als die Sonne, und die Scherze und das Lachen waren neckisch wie daS Tändeln deS Sonnenstrahls mit den Blättern des Laubdachs. So sehr auch die Stimmung bei Tafel eine gehobene war, so fröhlich auch Alle» lachte und scherzte, Fräulein Cordelia hatte bisher den Ernst und die Würde der Vor- steherin des Pensionats für Töchter höherer Stände keinen Augenblick verleugnet, da sie ja in ununterbrochener AuS» Übung ihres Beruf» begirffen und hier und da durch einen verstohlenen Blick oder Wink einzugreifen genöthigt war. der erschlossen»erden. Der Hauptvortheil aber läge darin, daß durch die Beschränkung der Arbeitszeit, die Beschrän- kung der Frauenarbeit und die Beseitigung der Kinderarbeit der Verdienst der erwachsenen männlichen Arbeiter steigen und sie in den Stand setzen würde, ihre Familie anständig zu ernähren. Sowie die Industrie nicht mehr vorwiegend die Arbeit der Frauen und Kinder in Anspruch nehmen und die Löhne auf ein Minimum hinabdrücken kann, wird mit den Löhnen auch die Konsumtionsfähigkeit der Massen wieder steigen und dadurch auch die Situation der Arbeiter und der Kleingewerbetreibenden in wesentlichen Punkten erträglicher werden. An Widersachern deS Gesetzentwurfs wird es nicht fehlen und man wird alle möglichen und unmöglichen „Gründe" aufbieten, um denselben zu Fall zu bringen. Ob die Regierung ein« wohlwollende Stellung zu dem- selben einnehmen wird? Schwerlich; die letzten Aeuße- ruvgen des Fürsten Bismarck über Normalarbeitstag und dergl. lassen darauf nicht schließen. Darauf kommt es aber nicht an. Der Entwurf ist als Ausdruck der Gedanken und Hoffnungen aufzufassen, welche die heutige Arbeiterwelt bewegen. Sind diese Ge- danken und Hoffnungen berechtigt, so werden sie durch die öffentlich« Diskussion auch mit der Zeit zur Verwirklichung gebracht werden. Der Verwüstung, welche das gegenwärtige industrielle System an Gesundheit und Kraft unseres Volkes anrichtet, muß auf die eine oder andere Weife gesteuert werden; darüber sollte sich vachgerade Jedermann klar sein. Witisscke Nebersickt. Die Ausfichten für de« verlauf der NeichStagsessio« haben insofern eine andere Gestalt angenommen, als man jetzt die Möglichkeit ins Auge faßt, die Session zu Ostern zu schließen. Bestimmend hierfür find die zahlreich aus dem Hause hervorgetretenen Wünsche, die sich gegen eine Ausdeh- nung der Session in die Sommermonate hinein erklärten und die, wie verlautet, mit den Ansichten in den maßgebenden RegierungSkreiscn zusammentreffen. Man hält es nicht für ausges blossen, in den bis zum Osterfeste noch verbleibenden 8 Arbeitswochen, das vorhandene Pensum einschließlich der noch zu erwartenden Vorlagen, Zolltarifnovelle und Ergänzung des Reichshaushalts 1885/86, zu erledigen. Bedingung wäre aller- dings, daß jede größe Unterbrechung der Plenarsitzungen weg- fällt. Das ist indeß. meint die„Voss. Ztg.", nur unter der Voraussetzung möglich, daß auf den preußischen Landtag ab- solut keine Rückficht genommen wird. Zur Jmpffrage. Zufolge Anordnung des preußischen Ministers der Medizin al>Angelegenhesten müssen die Bezirke- regierungen:c. der Uebersendung der Generalübersicht der Impfungen und Wiederimpfungen pro 1884 auch folgende das Jmpfwesen betreffende Fragen beantworten: Wann wurde das Jmpfgeschäft begonnen, wann beendet? Welcher Art waren die Räumlichkeiten, in welchen die Jmvfung vorgenommen wurde? Waren dieselben Theile einer Privat- wohnung oder lagen sie in öffentlichen Bauten oder Anstalten? Haben Witterungseirflüffe bestanden, welche den Gang des JmpfgeschäftS störten? Haben ansteckende Krankheiten(Schar- lach, Diphtherie, Masern, Rötheln, Rothlauf und Keuchhusten) in der Jmpfperiode geherrscht? Hat ihretwegen die Impfung unterbrochen werden müssen? Ist die Verbreitung dieser Krankheiten durch die Impfung begünstigt, find namentlich bestimmte Fälle dabei stattgehabter Uebertragung bekannt ge- worden? Waren die Jmpfärzte beamtete oder nicht? Sind seitens der Ortspolizeibehördcn die Ämpflisten ordnungsmäßig geführt worden? Mittelst welcher Operation und unter Be- Nutzung welcher Instrumente wurde geimpft? Woher stammte die Lymphe? Konnte dieselbe als rein und unverdächtig be- trachtet werden? Sind nach der Impfung Fälle von Erkrankung bezw. Todesfälle vorgekommen, welche der Impfung zur Last zu legen find? Und wie viele? Sind namentlich beobachtet worden Fälle von starker Entzündung der Haut in der Um- gcbung der Jmpfpastcln, Anschwellung und Entzündung der benachbarten Lymphdrüsen, Entzündung und Eiterung des Unterbautzellgewebes. Rothlauf, Verschwörung der brandigen Beschaffenheit der Jmpfpusteln, Blutvergiftung, chronische Hautausschläge, Syphilis? Sind Fälle von Scrophulose, Tuberkulole unter den impfpflicktigen Kindern vorgekommen? Ist deshalb von der Impfung Abstand zu nehmen? Die neueste deutsche Kolonialerwerbung in Sene- pambien ist, wie man der„K. Z." mitthcilt, durch einen Stuttgarter, Fr. Colin, seit Jahren vorbereitet worden; auch soll eine Verständigung mit Frankreich, inmitten dessen Be- fitzungen sich die betreffenden Landstriche befind-n, bereits er- zielt sein. Die neuen Gebiete liegen an der Sangari- Bai zwischen den Ufern der Flüsse Dubrecka und Rio Pongo und schließen die die beiden Flüsse beherrschenden Mvrura-(Rio Am meisten aber verdroß eS sie, daß Fräulein von Steinberg sich heute so ganz ihrer Autorität entzog. Sie war vielleicht die Einzige, welche eL unpassend fand, daß Fräulein von Steinbcrg gerade den Platz neben dem Lord einnahm; für ein junjjeö Mädchen war nach ihrer Ansicht die allzugroße Nähe eines junge« Mannes unpassend. Noch unpassender aber fand sie das Flüstern zwischen dem Lord Killmare und Fräulein Helene, daß sie hin und wieder bemerkte— und geradezu entsetzt war sie, wenn sie bemerkte, daß Fräulein von Steinberg ihr Auge mit dem Ausdruck wahrer Glückseligkeit zu ihm erhob, und daß der Lord zuweilen ihre Hand in der seinigen hielt, ohne daß sie ihm dieselbe entzog. Vergeben» hatte sie ihr« Blicke spielen lassen, um die junge Dame in die rechten Schranken des Anstände» zu weisen; vergebens hatte sie versucht, ihr geheime Winke zu geben— Fräulein von Steinberg entzog sich ihrer Autori- tät sogar so weit, daß sie nicht einmal Cordelia'S Mienen- spiel bemerkte. Sie schien für gar nicht« Auge zu haben, als für ihren Nachbar. Da konnte sich Cordelia nicht länger mäßigen. Sie hatte eben einen lauten Tadel auf den Lippen, al« sich der Baron von Steinberg erhob mit einem vollen Glase in der Linken. Mit ihm zugleich erhoben sich Lord Killmare und Helene von Steinberg, welche einander die Hände gereicht ljatte«. � Steinberg legte seine Rechte auf die ver- schlungenen Hände des Paares und sagte mit lauter Stimme: „Ich habe die Freude, meine lieben und werthen An- wesenden, Ihnen den Lord Killmare und meine Tochter Helene als Verlobte vorzustellen." Wenn eine Bombe durch das Mousselindach' gefallen und mitten zwischen den Champagnerflaschen geplatzt wäre, der Effekt hätte kaum größer sein können, als diese wenigen Worte des Herrn von Steinberg. Eine Minute lang stummes, starres Erstaunen. Pongo-) und Konobomby-(Dubrecka-) Inseln ein. Die Ge- biete umfassen etwa 6000 Olm., find äußerst fruchtbar und werden von einem gesunden, gutmüihigen Menschenschläge bewohnt. Die Temperatur sei erträglich, auf den dem Meere nabe gelegenen Hügeln sogar angenehm, so daß eine Boden- kultur durch Europäer nicht ausgeschloffen erscheint. Die neue Kolonie wird von dem Fü-ffe Dembia durchströmt.— Das klingt sehr verlockend— auffallend ist aber, daß die Franzosen ein solch fruchtbares, inmitt-n ihrer Kolonien belegenes Gebiet, nicht längst für sich in Anspruch aenommen haben; fie hätten das doch schon seit Jahren thun können. Frankfurt a. M- Die hiesige Polizeibehörde hat an die Polwidireklion«u Braunschweig folgende Aufforderung ge- richtet:„Die Polizeibehörde ersuche ich ganz ergebenst, die Redaktionen der dortigen Zeitunpen gefälligst darauf aufmerk- sam machen zu wollen, wie eine jede Veröffentlichung von Nachrichten betreffs der Ermittelung der Mörder des Polizei- raths Dr. Rumpfs oder betreffs der Verhaftung, bezw. Jnter- nirung der in dieser Beziehung verdächtigen Personen geeignet ist, den Erfolg der Untersuchung in empfindlicher Weise zu be- einträchtigen und etwaige Mitschuldige geradezu zu warnen. Eine solche Veröffentlichung würde demgemäß unter Umständen als Beihilfe und Begünstigung des Thäters gemäß§ 257 des R.-St.-G.-B. behandelt werden können. Frankfurt am Main, 25. Januar 1885. Der Polizei- Präsident v. Hergenhahn."— Gleichzeitig berichtet das„Franks. Journ." unterm 28. Januar: „Vom hiesigen Polizei- Präsidium sowohl als auch von der Staatsanwaltschaft ist eine Untersuchung eingeleitet worden, welche den Zweck hat, zu erfahren, wie die eingehenden Miltheilungen über den Fall Rumvff in Berliner und Wiener Blätter gelangen konnten. Das Polizei- Präsidium hat gestern und beute schon zwei hiesige Journa- listen vernommen, wclche aber Beide die Aussage verweigerten. Der eine Vernommene erfuhr, daß man vermuthet, es habe ein mit der Untersuchung betrauter Beamter geplaudert, oder gar Mittheilungen direkt an die Blälter gelangen lassen.— Der Wiener„N- Fr. Pc." wird aus Frankfurt a. M. geschrieben:„Der bei Hockcnheim verhaftete Julius LieSke ist im Gefängnisse stets unter strengster Bewachung; an Händen und Füßen trägt er Fesseln. Seit seiner Anwesenheit in Frankfurt war er nicht zu bewegen, auch nur ein Wort zu sprechen. Für die Personen, welche ibn agnoszirten, hatte er nur ein höbnisches Lächeln. Jede Nacht weckt man ihn mehrere Male plötzlich, um ihn zu einer Aeußerung zu veranlassen, je- doch hatte dies bisher keinen Elfolg. Jnoeß haben sich die Indizien gegen ihn derart gehäuft, daß seine Schuld zweifellos erscheint. Was die Ausführung der Mordthat«»belangt, so wurde festgestellt, daß der Mörder den Dr. Rumpff mit der linken Hand packte und dessen Ueberzieber aufriß, dann mit einem in der rechten Hand gehaltenen Messer von oben nach unten stieß und fich dabei selbst an der linken Hand ver- mundete." Rußland. Eine Depesche meldet die Zeislörung einer rusfisch-ortho- doxen Kirche in Riga durch Brand; der Zerstörung, wird berichtet, sei eine Detonation vorausgegangen. Damit ist der Verdacht nahe gelegt, daß die Zerstörung durch explodirende Stoffe veranlaßt wurde. Nach der Beschreibung ist anzuneh- men, daß die verbrannte Kirche, welche erst in den letzten Mo- naten mit großer Feierlichkeit eingeweiht, die zur Verherrlichung der Stellung des orthodoxen Kul.us in Riga erbaute Käthe- drale war. Hoffentlich gelingt eine vollständige und schnelle Aufhebung deS Verbrechens; denn bei der Art, wie der Kampf gegen das Deutschthum in den Ostseeprovinzen geführt wird, muß man befürchten, daß selbst Thatcn, die auf nihilistische Thaten hindeuten, zur Aufhetzung der Gemüther gegen die Derrtschen benutzt werden. Die Kiewer Unioerfität ist gestern wieder eröffnet worden. Der Kurator deS Lehrbezirks hielt eine Ansprache,, in welcher er dem Bedauern über die Vorfälle, wclche dt« Schließung der Unioerfität hervorgerufen hätten, Ausdruck gab und gleichzeitig die Hoffnung aussprach, daß die Männer der Wissenschaft fich in der Universität künftig aus- schließlich dem Interesse der Wissenschaft hingeben und diese Interessen Ordnung und Ruhe in der Universität einbürgern würden. Großbritannien. Die Engländer lassen sich durch die Dynamitarden in ihren polttischen Ueberzeugungen nicht irre machen und selbst der lonservaiive„Standard" versichert,„daß die jüngsten dia- bolischcn Auischreitnngen gegen die öffentliche Sicherheit" das englische Volk nicht bereiiwilliger machen werden, fich den „Durchsuchungs- und Unterdrückangs-Maßregeln kontinentaler Regierungen" zu unterwerfen.„Mögen alle erdenkbaren Vor- fichtsmaßregeln gegen die Fabrikation, den Verkauf und die Benutzung von gefährlichen Sprengstoffen ergriffen werden; mögen fie als Gifte behandelt und oeren Herstellung mit ähn- lichen Regeln umgeben weiden. Aber laßt uns nicht, als ein Volk, der Vernichtung der Freiheit die Hand bieten, in dem Bestreben, uns gegen dir Verschwörungen derjenigen zu schützen, welche, die gehorsamen Agenten unsichtbarer Tyrannen sind." Aehnlich spricht fich der„Daily Telegraph" aus, ~ Die Bn."« — Die Es war für Brand und Fritz Rodenburg, welche in dieses Geheimniß kurz vorher eingeweiht waren, wahrlich ein ergötzlicher Anblick, das Befremden, ja das starre Eni» setzen auf den Gesichtern aller Anwesenden zu lesen. Cordelia Rodenburg saß wie eine Marmorstatue mit offenem Munde da, als ob sie nicht sicher sei, ob sie wache oder träume. Die Nachricht, daß im nächsten Moment die Welt untergehen würde, hätte sie nicht mehr erschrecken können. Die Zungen der jungen Damen lösten sich zuerst. Ein Mädchenherz ist für GemüthSeindrücke am empfind- lichsten. Wie Lachen und Weinen auf einem Mädchen» gesichte häufig wechseln, so wechseln auch die Gefühle, je nach dem äußeren Anstoß, mit großer Schnelligkeit. Verschwunden waren jetzt Mißgunst und Neid; die Freundschaft für Helene hatte die Oberhand gewonnen. Die Freude war eden eine so allgemeine, als ungeheuchelte, und Helene hatte jetzt einen Sturm von Freundschafts- thränen, Freundschaftsküssen, Glückwünschen und Umar- münzen ihrer Kolleginnen zu ertragen; � andererseits aber auch einen Sturm von Vorwürfen. „Aber, Helene, davon hast Du nichts gesagt!" „Warum hast Du unk das verschwiegen?" „O. da» war nicht hübsch, daß Du nichts davon sagtest!" Etwas Aehnliches mochte auch Cordelia denken. Sie war die Letzte, welche sich zur Begrüßung erhob. Sie that da« mit unenolich vielem Anstände und mit unbeschreib» licher Würde, und al« sie sich endlich zu diesem Schritte der Gratulation bewogen fühlte, da war es, als ob sie sich sagte:„Da das ungeheure Unglück doch einmal hereinge- krochen ist, so kann ich nicht anders, als gute Miene zum bösen Spiel machen." Nachdem sie zunächst einen untadligen Knix vor dem Lord Killmare ausgeführt, umarmte fie Helene, indem sie deren Haupt erst an ihre linke, dann an ihre rechte Seite drückte; dann rang sie nach Worten und... die Worte, welche sie hervorbrachte, waren ein Vorwurf gegen sich selbst, daß so etwas hatte unter ihren Augen geschehen können, ohne daß sie eine Ahnung davon hatte. Die Eii Mnnen ha Jä wurden i n Ue erste i tarnte Ste »-248,213 i)i ihr 1884- J.630 in d dlwerioll welcher zugleich eine Reorganisation und Verstärkung der 9c heimpolizn verlangt; man solle in dieser BezieW nicht sparen, denn„es würde wenigstens 100 000 W roetth sein, auch nur einen einzigen Dinamitarden in«« Augenblick zu ertappen, wo er den Tod unschuldiger 9if länver vor bereitet" Natürlich urtheilcn nicht alle Leute England so über die Explosionen. Jedenfalls ist es ein finniges Beginnen, wenn man darauf ausgebt, alle Jrläiw«"o erwartet es entgelten zu lassen, daß einige ihrer Landsleute zu"i» 0-'afie noch Dynamiiacden gehören. Ein derartiges Vorgehen scheint abn tbatsächlicki stattzufinden; der Londoner Korrespondent W' „Frccman's Journal" behauptet nämlich, daß bereits Demoix strationen gegen die Jrländer, welche in den ärmsten Stall' theilen von London wohnen, stattgefunden baden, und es soll!» 5000 Jrländer im Ostende der Stadt außer Arbeit sein,»dal jede Hoffnung Beichäftigung zu finden.— Hoffmtlich w® man von diesem unfinnigen Beginnen Abstand nehmen, o* damit doch höchstens der entgegengesetzte Zweck erreicht werde« könnte. Amerika. Von Seiten der Regierung des gegenwärtigen Präsident« N" der Vereinigten Staaten hat, wie es scheint, der von El)tnun&»: 3,396 M im Senat eingebrachte Gesetzentwurf zum Schutze gegen W@""" namitverbrechen keine Unterstützung zu erwarten. Man dm dies wenigstens aus dm Erklärungen schließm, welche Sp Avee, Hilfestaatssekretair im Ministerium des Auswärtigen,«« Laufe der Debatte im Senate über die bereits mehrfach& wähnte Resolution Bayards abgegeben hat. Es liege niff der geringste Beweis vor, sagte Mr. Adee, daß Amerika für# Ausschreitungen verantwortlicher sei, als irgend ein ander», Land; eS existire nichts, wofür Rossa'S Partei oerantwortl«! Mben:„ Semacht werden könnte, und es sei nicht bewiesen worden, M!;5tn< Susi e irgend ein völkerrechtliches Gesetz verletzt haben, und B«? Ar Famill desgesetze gebe es nicht, die solche Fälle deckten. Dyna««* Ofen ri Kriegführung sei eine Erfindung der Reuzeit, weshalb fie* bisherigen Gesetze nicht erreichen könnten. Mr. Adee w» ferner varauf hin, daß nichts vorliege, waS zeigen könnte, W Rossa'S Handlungen jemals über Geschwätz hinausgeganz» seien oder daß die aufgebrachten Gelder zum Ankauf Sprengstoffen verwendet würden, die nach England gel««* worden seien; auch lägen keine Beweise vor, daß diese ä'Unwt mittel jemals ins Ausland zur Unterstützung der DuA mitarden gesandt wurden.— Der obengenannte Gesetzentwurfs von 18 M Vera. . Ueber j 54?« folgenden Wortlaut:„Jede Person, welche innerhalb des bieleS der Vereinigten Staaten Explosivstoffe fabrizirt, W NZ % kMthnl. pMn »ununj und Er des dicht Ischl« «eichoiel wach� ob !°°nn es no, gm 3� #3 • t[UVliaiU, e verkauft oder zusammensetzt, in der Absicht, von denselben irgend einem Punkte der Vereinigten Staaten oder eines � deren Landes zur Schädigung oder Zerstörung öffentlichen o?» privaten Eigenthums, zur Beschädigung einer oder mehrer» Personen in den Bereinigten Staaten oder in einem ander? Lande, zu Mord, Todtschlag, mit Einem Worte zur Vern® iung von Menschenleben in den Vereinigten Staaten od« einem anderen Lande Gebrauch zu machen, ferner jede Perse« welche Kenntniß davon hat, daß die Explosivstoffe durch andw Personen zu den bezeichneten Zwecken"gebrauchi zu werden«s stimmt find, macht fich eines Verbrechens schuldig und w» bestraft. In gleicher Weise wird jede Person, welche die W führung der genannten Verbrechen begünstigt oder erntulb# mit denselben Strafen geahndet, wie vre Verbrecher selbst." 2 Wie die„Franks- Ztg." schreibt, hat sich herausgestellt, daß b« Nachricht über die Exerzitien der Anarchisten aus argen Uebm �-.uucye, treibungen beruhen. In dem Lokal des Lehr- und Wehrvere«» g,. ,�ende exerzirten drei Jungen und neun Männer mit einer Flinte, � � «mem anderen etwa BD mit einigen Flinten. Das seien""L fei' m � beiden ersten Kompagnien", während die„dritte Kompagn".{~ und der„Jäger-Verein" nur in der Phantasie der Zeitung»''«D später remke MrwmeMMAckes. — Aus Posen berichten Lemberger Blätter, daß die Nischen Abgeordneten im deutschen Reichstage und preafiiscb!« Landtage gegen den pceußisch-rusfischen Auslieferungs-Verirag auftreten werden. Nach Anficht der Abgeordneten müsse � Vertrag auch dem preußischen Landtage vorgelegt werden, die Bestimmungen des Artikels 33 der Verfassung nicht J« 'ÄS ÄWrn ßCy» ü vre«cinmmungen oes rnrueis oö oer-llerrapung man oilw,& treffen; denn durch den Vertrag würden faktisch dem L«®* 1% o;ifoi)I| neue Lasten, wie Transportkosten für die Auszuliefern� ri� �mer auferlegt. — Dem Vernehmen nach geordnetenhause ein Ulf ..................... Forderungen in ursächlichem Zusammenhange mit der E� j gleich 13»I» Mvrv*u4*kU4i.tii ouiuuiuituy.llltyt mit VIV I«ICsH düng des Polizeiraths Rumpff stehen. Abgesehen von>lch,, Verstärkung deS Frankfurter Polizeipersonals. welche K S„ längst als notwendig erkannt, aber mit Rücksicht auf � r ft tV k a r ,4%<■ f krt««! IW-.' durch die Finanzlage dedingte Selbstdeschränkung der j"etmeih, ct, Verwaltung zurückgestellt war, ist es die finanzielle Sicherst� w ifn(;rt lung der Hinterbliebenen des ermordeten Beamten, welche dzg rung oer Plnieroueoenen oes rrmoroeren«eamren, wer«-* M„.istc, strebt wird, und zwar soll dem Vernehmen nach zu diesem ß«* teg feeiüjSff den Hinterbliebenen das volle Gehalt des gedachten BeaMl�, L J' i'n auf Lebenszeit fortgc zahlt werden.' Hand. Dann aber gewann das gute Herz bei ihr die Ob«!' Sie versuchte mit aller Gewalt die Thränen zurüsk'» 4� zudrängen, die Thränen der Freude und herzlichen The'l Br< nähme, nicht gerade, weil Thränen gegen das Zeremon'�(W.,"s verstoßen hätten, sondern weil dieselben der Farbe ihi? a Wangen außerordentlich gefährlich waren; aber ihr 4% war viel zu weich, um sich gegen diese Gefahr auf Dauer zu sträuben..... und so wünschte sie ihr den« tausendmal Glück, obwohl sie grundsätzlich gegen jede heirathung war. Als nun die Gläser klangen auf das Wohl deS Bra"! paares— wie waren da alle Herzen so weit malte sich der Frohsinn, das Glück, auf ihren Gesichts Nicht nur daS Brautpaar war glücklich. Alle waren ei' .... Alle waren eS in der Liebe und in der Freu«'' schuft-.. Nach aufgehobener Tafel machte man abermals er«� Spaziergang durch den Park und zwar nach dem an S Aufent riet Gera ton, 9« Paai ..Es i .und a sein, <3 »Wor. jr,»Das S&B Doch selben grenzenden Eichenwald, wo vor dem Försterhau'"| der Kaffeetisch servirt war. Die Gesellschaft theilte r unterwegs selbstverständlich in Gruppe«. Cordelia h®% a? f eingesehen, daß es doch schlechterdings unmöglich sei,«iestm Elevinnen hier zusammen zu halten" oder zu beaufsichtig� i Sie hatte fich endlich in das Unvermeidliche geschickt«« sucht," � em; in ihnen die Zügel ein wenig schießen lassen. Sicherlich hätte Cordelia niemal« darin gewilligt, � ist.' »Wen s�iu�ctiiuf ymtc vjüiucuu iiicimuv ourin ßcwiuiu*/ �;iv tneint Einladung des Lord nachzukommen, mit allen junge« Da«' We Wodii einen Besuch auf seinem Gute im Spreewalde zu mach� Wörtlich l wenn dieser Einladung nicht zugleich eine des Herrn«. Anstalten der Frau von Steinberg beigefügt gewesen wäre. �. tad ist.» diesem Umstände und den Bitten Lucie'S hatte sie Rech«" getragen und war der Einladung gefolgt.„ Vielleicht aber hätte sie für ihre Person eine auch unter andern Umständen nicht abgeschlagen, denn' war voll Neuigkeiten, und e« drängte sie, dieselben Brand mitzutheilen. Während sich also ihre Elem««. durch den Park nach allen Richtungen zerstreuten,»«% Qü,»�w Lord Killmare neben seiner Braut, welche ja nach' � sager eigenen Aeußemng sich nichts schöneres denke« konnte, � cy»Daß N«, wisse S an d B«* nichts i-e ft »Siö ltaa« ahlprüfungskommission deS R«IchS- %%%:: KsÄÄtf «n" Kriigtrvereine an der Wahlagitation für UN- ldiaer Eng'»ulalsig zu erklärrn. t Leute>»«.,. Die in AuSstcht genommene Vertagung des -s-w un- Geichs tag es wird kaum vor Mitte Februar stattfinden e Jrlände! � erwartet man die zweite Lesung der Dampfersubventions- ute zu den läge noch vor dieser Vertagung vornehmen zu können. scheint°t>«- KommuuAles. Pe" kw„�e Einschätzung der Klassensteuer, die im November "v � M-gönnen hat. ist für sämmtliche 326 Etadtdezirkeljetzt beendigt. sein.»wurden veranlagt 398,169 Personen, von denen 284,408 ?»mm. und zweite Steuerst ufe gesetzt wurden. Das ge- Zwen, aw?wte Steuersoll deträgt 3,933,798 Mark, davon fallen rcht werden � �,213 Mk. auf die erste und zweite Steuerstufe. Für das i884-8S war die Zahl der Veranlagten 378,505(davon . g.;, 0r in der eisten und zweiten Stufe) mit einem Gesammt- Prästdent» Mersoll von 3.732,531 Mark und einem St-uersoll von , Evmundt' 4396 Mk. für die erste und zwette Stufe. Die Steige- fen Dd' r« D0« 1884-85 auf 1835-86 ist hiernachlfolgende: Mehr an dm«��«/"nnlagte(14,778 in erster und zweiter Stufe), Ge« welche# KMuersoll m.'--------- ärtiaen. mehrfach» «'fiS -in ander« antw> >mden, und B. DynaiB >ald sie d Adee w» önnte, M rsgegariz« nkauf% nd gesai» diese G-l> der DnA Kb-lÄ : eines«JJ lichen odtl r mehrew m anders ir Vernll» aaten oda de rrch andm werden d' und a- i die A«t ermutbv !;%* SÄ Nx ompagn« Zestunp' �s�8l7�Mk� m'2G1 �(m�r d" ersten und zweiten D o K s l e s. st.. �ber Kohlenvergiftungen wird der„Voss. Ztg." ge- foii. k»Die in Jhr-r Abendnummer vom Mittwoch ent- Zuschrift, betreffend„die unaufgeklärte Vergiftung Tinn Familie", dürfte berechtigten Widerspruch herausfordern. tstS». s?, u>ird der Vorwurf gemacht, einem unserer gefähr- ffn Sunde, den„bei scharf auf dem Schornstein stehender iC».? letzterem fich ansammclndm Steinkohlengasen", Ä i..?°l>lenoxizd, Gelegenheit zu geben, uns heimlich »ikN.!Ä indem er es durch kleine Undichthciten, an der lädirten Stelle, an der herausge- Süsnen Ofenklappe, hindurchläßt. Es hat sich im ein branstiger Dunst, ja selbst ein leichter den i �'eigl", und„wäre statt Torf Steinkohle gebrannt wor- lv-s-n» �äre.ohne Frage" Kolenoxwdvergiftung die Folge ge- «rnd.t/lv gesehen zunächst von der Frage, ob Rauch, od Kohlen- ' m W beobachten, daß nicht der Oten allein Fugen hat; im SiW c die Einführungsstelle deS eisernen Ofenrohres in den ist wohl die wundeste, weil die Erwärmung und Er- Und o? Ofenrohrs, des Ofens, ferner jede Veränderung bi*,.jchlltterung des Fußbodens nothwendig diese Stelle un- „r��achen und die Verbindung lockern müssen, und so würde, tverin? sb der Ofen eine Klappe hat oder nicht, Kohlenoxyd, iWl, vorhanden und dazu gewillt wäre, eintreten können. Ü" rst aber bei normalen Anlagen— und solche können fwr in Betracht kommen, unmöglich. Es kann und wird jLvfts zu Beginn der Heizperiode öfter vorkommen, daß sich y � in einem Zimmer zeigt, obschon nicht in diesem, sondern 3 Treppen tiefer gelegenen Zimmer Feuer angemacht ».M war; die Schornsteinwände find noch kalt, eS fehlt der Kder erwärmten Lust. In wenigen Minuten entzündet daS aufgegebene Brennmaterial zur hellen Flamme, »Meuchen hört auf, die Luft im Schornstein geräth in Jagende Bewegung— der Ofen zieht, und das Uebel rst yben. Rauch, das erste Produkt der eingeleiteten Veibren- «Vö, ist aber nicht Kohlcnoxydgas; er ist mehr lästig als ge- (jllch. Das heimtückische Kohlenoxyd dagegen entsteht erst in 2% späteren Stadium der Verbrennung, wenn den glühenden len, gleichviel ob Stein- oder Braunkohle, auch Torf, die Verbrennung nothwendige Luft abgeschnitten wird, was sckiNdgerem Maße bei Schluß der sogenannten hermetisch , Wullen Thüren, namentlich aber Verschluß der Kommuni- ß die Nüst' in Aiwm Schornstein, also der Klappe, der Fall ist. Während k ireußische« rs-Vertras müsse»g erden «i �ujuumcui, ui|ü vet ovtzllppr, vci �yuu ifi. Falle nicht nur keine Gase aus dem Ofen in daS — �treten können, vielmehr durch den nicht unter- e Bf' und b-,>,Zug im Schornstein und durch die Fugen des Ofens , B' ftcin hindurch Zimmerluft in den Ofen und den Schorn« nicht i«' d!lb°t, gesogen wird, findet in letzterem Falle das reichlich ge- besa.�hlenoxrid den einzigen Ausweg durch die Ofenfugen in iHeDlgjmmtr. Im Schornstein wird es bei normalen Verhältnissen icm L#' liefern«» r| ¥'4 ÄS welche iesem i Beaint� \ �|S'u finden sein, zumal es spezifisch leicht ist. Da« Verschwin- M,,'Rubrik Kohlenoxydvergiftungen aus den Polizeiberichten U"Schaffung derKlappen, die eine so großeMengeOpfer gefordert fft der Beweis für die Richtigkeit des Gesagten, S! leih? Gb't auch für den Ünwerth der Klappen und die Äe- Ii,,.ssung des Verbotes derselben. Auch der den Klappen �Uprochrne Werth für den Heizeffekt ist hinfällig. Man „% die Größe des Ofens entsprechend dem Wärmebevürfniß, .fwleide stets Rostfeuerung, schränke den aus feuerfesten Etei- zfB isolirt von den Kachelwandungen hergestellten Ofen auf dl zulässige Minimum ein, und alle Ansprüche der Oekonomie, d» Hfizrffektcs und namentlich auch betreffs der Haltbarkeit �«Ofens werden erfüllt sein, gleichviel ob Steinkohle oder j'n Aufenthalt hier, einherging, und ihr die Schönheiten 1 Gewächshäuser zeigte, und die Schwiegereltern da» n rurü-t' JS* Paar begleiteten, um sich an ihrem Glück zu freuen, »en The# Brand, Lucie, Cordelia und Fritz Rodenburg zu- eremoniell �Men langsam durch die breiten Kiesgänge dahin, und -•*"»Mio begann nun ihr Herz auszuschütten. ,,E« ist wahrhaft empörend, lieber Herr Brand," sagte »Und auch für Sie, Herr Vetter, muß es sehr schmerz» sein, zu sehen, wie diese Amberg'S meinen Vetter Osburg umstricken.... Nun ist er krank; er soll sehr sein!..." Kraut'»Woran leidet er?" unterbrach sie Fritz. . n#»Das weiß ich nicht! Er kränkelt ja fest lange; Beftchter» Un* schwäche, Kummer, Lebensüberdruß, wer weiß«aS wren c9!(;A-... Waldow, der Obergärtner, welcher uns neu- , Freu««; SR, Jn Wildenhain besuchte, hat eS uns erzählt.— Mein panb1 � s'ch lktzt völlig ab, und läßt sich von Nie- irbe ihrtf K A % mehr sehen und sprechen." n an df*'»Doch jedenfalls von seinem Arzte?" fragte Fritz. ufterbfli# Stuf.»®1 hatte anfänglich gar keinen Arzt und auf eine bellte r top»0' dieserhalb hatte er geäußert, er wünsch« gar nicht % h> zu leben," erzählte Lucie. sei ih� dies,"s Herrn Amberg'S Bitten hat er endlich einen von .sstcbtigeB'%,rT empfohlenen Arzt konsultirt, und zwar einen Arzt, schickt u"» sy»?? rn Neustadt wohnt und ihn jede Wrche einmal be- Eordelia fort. p c t. illiat ist»»-�enn das Leiden ein nur einigermaßen bedenkliches ierm ire. R-chnu'i wfft, daß Herrn ein Arzt immer m Feldau anwe- ää'ä ä n P Sar nichts ue®!ei,et9enefun8 meine« Vetters Rodenburg Elevin"*! H ft'n&t* M/n dem Manne doch nicht zutrauen, une ,rk was immer gefeuert wird. Miethskontraktliche Bestimmungen über Verwendung eines bestimmten Brennstoffes find nicht allein unnütz, sondern friedstörend im Verhältniß zwischen Wirth und Miether, und der Uebel größtes läge in den Kon- sequenzen der proponirten Polizeiordnung gegen Steinkohlen- feuerung. Der Ofenklappe aber ist ihr Recht geschehen, fie hat ihr Schicksal reichlich verdient. N. Eine weithin hörbare Detonation versetzte gestern Abend gegen 7 Uhr die Bewohner des Hauses Fürstenwalder- straße 8 in Aufregung. Im Keller des genannten Hauses war um die angegebene Zeit auf bisher noch nicht aufgeklärte Weise eine Gasexvlofion erfolgt, die neben einer Beschädigung des Mauerwerks eine Inbrandsetzung des Kellerraumes veranlaßt hatte. Beim Eintreffen der Feuerwehr schlugen bereits helle Flammen zum Fenster heraus und mußte in Folge dessen eine große tzanddruckspritze in Thätigkeit gesetzt werden. Eine ge- ringfügige Explosion fand etwa V- Stunde später in einem Droguen-Geschäft der kleinen Frankfurterstraße 13 statt. Beim Abfüllen von Aether war jedenfalls durch Unvorfichtigkeit des betrauten Lehrlings eine Explofion erfolgt, durch welche der Lehrling einige Brandwunden im Geficht davontrug. Die Feuerwehr kam selbst nicht in Thätigkeit. a. Gestohlene Sache«. In der Nacht vom 22. zum 23. d- Mts. traf ein Nachtwächter in der Hasenhaide zwei Männer, von denm einer einen Sack auf dem Rücken trug, in welchem fich zwei Paar neue Damensttefeln, drei neue Haarbesen und vier Pfund Butter befanden, die in verschiedenen Geschäften der Louisenstabt gestohlen worden find- Die Diebe wurden verhaftet und befinden sich in der Untersuchungshaft zu Moabit. Die Bestohlenen konnten bis jetzt nicht ermittelt werden, da die Verhafteten die Bestohlenen nicht näher bezeichnen wollen. Die unbekannten Eigenthümer der Waaren können dieselben auf dem Kriminalkommissariat rekognosziren. Ferner befinden fich seil dem 25. d. Mts. im Kriminalkommiffarrat Zimmer 876 zwei gelblich braune Pferdedecken, an beiden Endseiten mit roth-blauen breiten und einem schmalen blauen Streifen ver- sehen, welche auS einem Diebstahl herrühren dürften und zu denen fich ein Eigenthümer bisher nicht gemeldet hat. a. Verhaftet. Der bei dem Schlächtermeister C. in Fried- richsberg beschäftigte Ecklächtergeselle W. wurde vor einigen Tagen von seinem Meister beauftragt, mehrere Geschäftsforde- rungen von Berliner Kunden im Gesammtbetrage von ca. 100 M. einzuziehen. W. kam diesem Austrage nach, unter- schlug aber die eingezogenen Summen und vergeudete sie in hiesigen Vergnügungslokalen. Gestern wurde er festgenommen und zur Hast gebracht. Er räumte die begangenen Unter- schlagungen ein, entschuldigte aber seine That damit, daß er in Folge eines Streits mit seinem Meister aus Rache die That begangen habe. n. Beim Verlassen eines Omnibusses zog sich gestern Nachmittag ein Handlungsgehilse P. eine anscheinend nicht unerhebliche Knieverletzung zu. Derselbe, im Begriff, an der Kurfürsten- und Potsdamcrstraße Ecke das Gefährt zu ver- lassen, fiel so unglücklich aus den Straßendamm, daß er-nicht im Stande war, fich allein wieder zu erbeben. Der Verun- glückte wurde per Droschke nach seiner Behausung geschafft, woselbst er fich in ärztliche Behandlung geben mußte. GerirKts- Rettung. Wegen Freiheitsberaubung und Bedrohung mit einem Verbrechen hatten fich gestern der schon vielfach wegen gewaltthätiger Sttafhandlungen vorbestrafte Zimmergeselle Friedrich Hermann Mansie, der gegenwärtig eine ihm wegen Körperverletzung zudiktirte 18 monatliche Gesängnißstrafe ver- büßt, der Arbeitshursche Adolph Karl Bardich und der Arbeiter Otto Kothe vor der vierten Strafkammer hiesigen Landgerichts l zu verantworten. Die drei Angeklagten wohnten bis zum 1. Oktober v. I. in dem Hause Wrietzenerstr. 19, in welchem der Kaufmann Igen sein Komtoir inne hat. Zwischen demLetzteren und dem ersten Angeklagten haben vielfach Differenzen stattgefunden, in deren Verfolg dieser Jenem am 20. September v. I. eine heftige Ohrfeige applizirt hatte. Bei dem qu. Vorfalle war eine Frau Berghauer zugegen, die dem Igen fast täglich ihren Besuch machte. Manske sprach bereits b« dieser Gelegenheit die Drohung gegen Frau Berghauer aus, es mit ihr ebenso zu machen, wenn fie es wagen sollte, gegen ihn Zeugniß ab- zulegen. Als am Spätnachmittage Frau Berghauer dem Igen wieder ihren Besuch gemacht, veranlaßte Manske die beiden Mitangeklagten, mit ihm zusammen gegen Igen und die Berg- Hauer eine drohende Haltung einzunehmen. Die drei Angeklagten entfernten sich bis zum Abend nicht nur nicht vom Hausstur, sondern fie donnerten heftig an die Komtoirthür mit den wie- derholt ausgesprochenen Drohungen, Beide todtzuschlagen, wenn fie herauskämen. Dadurch waren beide gezwungen, bis um 11 Uhr im Komtoir zu verbleiden, zu welcher Zeit der herbei- gerufene Nachtwächter ihnen seinen Betstand gewährte. Nach den Aussagen der Damnifikaten muß ihre Situation während der fünf Stunden eine hochpeinliche gewesen sein. Der Gerichts- Hof belegte die Hauptangellagten mit einer Zusatzstrafe von schaft bezweckt weiter nichts, als sein Erbe zu er« schleichen... Hat er nicht Alle, die ihm im Wege standen, verdrängt? Hat er Sie nicht verdrängt?" „Mich keineswegs!" widersprach Fritz.„Ich habe auf daS Erbtheil meines Onkels Rodenburg verzichtet; und wenn ich verhungern müßt«, ich würde von ihm ein Ge- schenk oder seine Erbschaft nicht annehmen." „Aber Lucie hat er verdrängt, und Brand und auch den alten Ehrlich. Waldow hat mir erzählt, daß auch Ehrlich und der Prediger Wilhelmi meinen Vetter nicht mehr besuchen dürfen." „Was kann da» Alles für einen Zweck haben?" fragte Fritz. „Keinen andern als den," antwortete Kordelia:„mein Vetter soll ein Testament machen und darin Herrn Amberg zum Universalerben einsetze n." „Meinetwegen mag er eS thun!" bemerkte Fritz trocken;„ich kann ohne sein Geld leben, und für Lucie sorgt bis jetzt Ihre Güte, Fräulein Rodenburg; und später— nun da bin ich im Stande, für unS Beide zu sorgen." m l „Aber Sie haben noch einen jüngere« Bruder, welcher immerhin so viel Anrecht an daS Erbe hat, wie ich, und dem jedenfalls ein Therl zufallen müßte." „Wer weiß, ob mein Bruder Martin noch am Leben ist; fast zweifle ich daran, denn seit fünf Jahren haben wir keine Nachricht von ihm." „Sie können wirklich so ruhig zusehen, daß das Ver- mögen eines Rodenburg nicht an die noch lebenden Roden» bürg'«, sondern an einen der Familie ganz fern stehenden Mann kommt?" „Dem kann ich allerdings ganz ruhig zusehen!... Um Ihretwillen, Fräulein Rodenburg, nur bedaure ich eS! Ihnen hätte ich zur Sicherung Ihres Alters wohl den Be- sitz des Vermögens gern gegönnt, und um Ihretwegen müßte man versuchen, das Projekt des Erbschleichers zu vereiteln." „Freilich ja, ich bin ja eigentlich die nächste Erbin; nicht etwa, weil ich dazu berechtigt wäre durch Verwandt- 6 Monaten und verurthellte Bardich zu 7, den Kothe zu 14 Tagen Gefängniß. Skatspieler und Schnarcher- Heiliger, dem Himmel entstiegener Schlaf, wie groß finv Deine Segnungen! Gar wohl weiß der arme aeplagte Mensch dieselben zu würdigen, wenn er nach des TageS Last und Mühe fich erschöpft in Morpheus' Arme wirft und dort aller der Leiden vergißt, deren eS auf unserer Welt so viele giebt. Keine Sorge quält den süß Schlummernden, für ihn giebt es leinen um den ZinS mahnenden Hauswirth, für ihn keinen Exekutor; keine keifmde Frau und keine plärrenden Kinder beunruhigen ihn, gestrenge Vorgesetzte und neidische Kollegen existiren nicht; dagegen zaubert ihm der Traumgott ein friedliches angenehmes Dasein vor. das er, durch keine Unbill gestört, dahinlebt. O wunder« schöne Stunden, die nur zu schnell vergehen, um der nackten Wirklichkeit Platz zu machen! Gern wird ein Jeder daher den Müden schlummern lassen und ihn nicht böswillig dem wohlthätigen Schlafe entreißen! Einen Umstand aber giebt es, der den Menschen jede Rücksicht auf einen Schläfer ver- gessen lassen kann und ihn veranlaßt, ohne Erbarmen den- selben Morpheus' Armen zu entreißen: wenn nämlich der Schlafende jene unheimlichen Töne erschallen läßt, welche die Zuhörer vermuthen lassen, daß sich mindestens ein Dutzend Holzhauer in der Nähe postirt haben, die fich aus Leibeskräften abmühen, irgend einen besonders dicken Baumstamm durchzu- sägen. Durch Mark und Bein dringen die Töne, die der Schläfer unbewußt von fich giebt, und jagen der ganzen Nach- barschaft Entsetzen ein: den Schläfer zu wecken ist das einzige Rettungsmittel! Welch' große Unannehmlichkeiten aber manchmal ein allzu vernehmbares Schnarchen hervorrufen kann, lehrt der fol- gende Fall. In einer Restauration in der Nähe des Königsplatzes in Leipzig hatte fich eines Abends ein gemüthltcher„Skat" zusammen- gefunden. Man hatte schon eine ziemliche Weile„gedroschen", trotzdem aber, wie es bei echten Skatspielern Sitte und Ge- brauch ist, die löbliche Abficht, vorläufig noch lange nicht auf- zuhören. Eben sagte der eine der Spreler, der Arbeiter B., ein„Null ouvert" an. Mit der größten Aufmerksamkeit betrachteten die beiden Gegenspieler B.'s aufgedecktes Blatt, als auf einmal ihre Aufmerksamkeit durch langgezogene urlräftige Schnarchtöne auf empfindliche Weise gestört wurde. Erschreckt und entrüstet sahen die Spieler auf. Am andem Tische saß der Unglückselige; den Kopf auf den Trsch gelegt, war er tief in holden Schlaf versunkm und ahnte nicht, welch Unheil er soeben angestiftet.„Emst," rief B. mit Donnerstimme dem Schläfer zu.„schnarche nicht so, man kann ja dabei gar nicht spielen!" Jnveß Ernst war weit davon entfernt, diese äußerst einleuchtende Rede zu vernehmen, er schnarchte weiter, so daß es fich anhörte, als durchsägte er soeben einen Eichenblock von mindestens zwei Meter durchmesser. Das war den Skat- spielern doch zu arg, und laut machten fie ihrem Unmuthe über den Störer ihrer bisherigen idyllischen Ruhe Luft.„Na, Herr SB.," meinte die anwesende Kellnerin,„wecken Sie ihn doch auf?" SB war entzückt über die Findigkeit des Mäd- chens; daS war allerdings wohl ein Mittel, um das störende Geräusch aufhören zu lassen. Schleunigst trat er an den Stuhl des Schläfers, des Dimstmannes L-, heran, schüttelte ihn hin und her, zupfte auch ein wenig an dem schönen Schnurrbarte desselben und stehe da, der Erfolg blieb auch nicht auS. L. fuhr nämlich plötzlich vom Stuhle empor und gab ein sehr deutliches Zeichen seines Erwachens dadurch, daß er den B. anschrie:„Du bockiger H..., ich kann schlafen, wenn ich will!" Der gerade nicht schmeichelhafte Ausdruck des L. gab Veranlassung zu einigen Erörterungen, an welche fich Beleivi- gungen und schließlich Prügel knüpften, Die Sache kam aber auch vor das Gericht. B. hatte den L- mit den Füßen ge- stoßen und dieser jenen beleidigt; wenn aber auch die Thät- lichleiten B.'s die Beleidigungen L.'s in den Augen deS Gerichts etwas überwogen, so fand dasselbe doch keine Ver- anlaffung zur Strafe, legte aber jeder Partei die Hälfte der Kosten auf. jWaW und Arbeiterbewegung. Der Nothstand unter den Pariser Arbeitern erfährt eine vortreffliche Beleuchtung durch-folgende Prioatmittheilung der„Voss. Ztg.": Während des jetzigen Nothstandes, welcher durch die Kälte noch mehr gesteigert wird, werden die Pariser Zentraldallen mehr als gewöhnlich zur Zufluchtstätte zahlreicher Unglücklichen. Jede Nacht greift die Polizei dort 40 bis 50 derselben auf, welche unter den weiten Hallen zu nächtigen suchen, oder schon genächtigt haben. Sie müssen dann die Nacht auf der Polizeiwache zubringen, werden aber am Morgen ent» lassen, sofern fie nicht zu den bestraften oder sonst von den Be- Hörden gesuchten Personen gehören. Der größere Theil jedoch dürfte den Augen der Polizei entgehen, denn die wetten Hallen bieten in ihren vielen Ecken und Winkeln, unter, zwischen und neben den zahlreichen Verkaufsständen viele solcher Plätzchen, wo ein Mensch fich verbergen kann. Etwas Stroh, ein paar Säcke und alte Fetzen finden fich auch, um die Lagerstatt etwas zu schaft, sondern durch andere Beziehungen... welche die Menschen fester und inniger an einander knüpfen, als die Verwandtschaft." Obwohl alle ihre Zuhörer wußten, daß Rodenburg in seinem Leben nicht daran gedacht hatte, Cordelia zu hei» rathen, hätten sie eS doch für einen Frevel gehalten, ihre Illusion zu zerstören; vielmehr gab man ihr von allen Seiten bereitwilligst zu, daß diese Beziehungen zwischen ge» wissen Personen mehr als Verwandtschaft berechtigten, sich gegenseitig zu beerben; da aber Sucre bemerkte, daß Brand ein mitleidiges Lächeln unterdrückte, und mit Fritz einen Blick wechselte, so suchte sie auS Mitgefühl für ihre Tante von diesem Thema abzubrechen, damit sie sich nicht weiter kompromittire. „Der alte Waldow," erzählte sie, war außer sich über die Verwüstung, welche man auf dem Gute anrichtet... Der ganze schöne Blumengarten wird umgearbeitet zu einem Gemüsegarten." „Schändlich l" sagte Brand.„Und dieser VandalismuS wird lediglich durch die Habsucht der Amberg's, welche den Ertrag deS Gutes zu vermehren suchen, verübt." „Andererseits aber," fügte Lucie hinzu,„ist die Be» wirthschaftung eine sehr mangelhafte.... durch die Ver» kümmerung der Arbeitslöhne, welche man aus Sparsamkeit«- rücksichten hat eintreten lasse», fehlt es an Arbeitern, und namentlich jetzt zur Erntezeil stellt sich dieser Mangel heraus, so daß sich ein erheblicher Verlust zeigen wird." „Das geschieht dem alten Rodenburg ganz recht," sagte Brand.„Warum entäußert er fich ganz seiner Autorität? Warum zieht er sich von aller Thätigkert zurück, und kon» trolirt und beaufsichtigt nicht selbst? Warum überläßt er das Alles einem Manne, dem er unter allen Umständen mißtrauen mußte?... Es ist eine unverzeihliche Schwäche Rodenburg'S, daß er sich ganz in Amberg's Hände begiebt." „In dieser Beziehung möchte ich meinen Onkel in Schutz nehmen," bemerkte Fritz;„vielleicht ist seine Krank- heit schuld daran.... Die Hypochondrie macht den Menschen lebensüberdrüssig, gleichgiltig gegen Alles, was ihn umgiebt... Nach meiner Ansicht könnte diesem Uebel am ersten em Arzt abhelfen."(Fortsetzung folgt.) vtldefftln. Auch Bretter und körbe müssen dazu herhalten, um gegen die Kälte zu schützen. Die armen Leute legen fich auch dicht nebeneinander, um fich etwaS warm zu halten- Früh aufstehen müssen fie ohnedies, denn auf den Hallen beginnt das Tagewerk für die meisten schon um 4 oder 5 Uhr. Aber dann! fängt auch die Gelegenheit an, ein paar Kupfermünzen zu verdienen. Die amtlich bestellten Lastträger haben nur ein ausschließliches Recht auf die Besorgung verpackt ankommender Maaren, welche in Säcken, geschlossenen Körben rc. sich befinden. Die anderen Verkäufer, namentlich die Gärtner und Bauern, können fich von Jedem helfen lassen, wenn fie Jemand brauchen. Hunderte von armen Schluckern verdienen fich durch Hilfeleistungen so viel, um den Tag über den Hunger stillen zu können. Andere erbetteln einigt SouS von den Händlerinnen oder den Marktbesuchern. Än 5—6 Uhr ab, ja früher, erscheinen auch die Suppenhändler auf den Hallen. Sie fahren große Kessel mit heißer Suppe herbei, welche mit Fleisch und Gemüse gekocht ist. Eelbstverständlrch stnd es die Reste, welche fie am vorigen Abend den Händlern um ein Billiges abgekauft haben. Aber trotzdem steht die daraus gekochte Suppe durch- aus rein und sogar einladend aus. Und, was die Hauptsache ist, die etwa einen halben Liter baltende kleine Kugelschüssel davon kostet nur 10 Centimes(8 Pfennige) und enthält viel gekochtes Gemüse und hin und wieder einige kleine Fleisch- fetzen, ist daher recht nahrhaft. Freilich auf Bequemlichkeit darf man dabei keine Ansprüche machen; die Suppe muß stehend, in der einen Hand die Schüssel, in der andern den Löffel, eingenommen werden. Sogar auch Großbetrieb giebt es hierin; in einer benachbarten Gaffe kocht ein Gewerb- treibender täglich über 1000 Liter dieser Suppe und fährt fie dann in den Kesseln unter die Hallen. Auch viele der zahllosm auf den Hallen beschäftigten Lauf- u. Schlächterburschen, Gehilfen und Arbeitsleute aller Art lassen fich das billige Gericht wohlschmecken. In der Umgebung der Hallen befinden fich noch zahlreiche sehr alte und enge Gaffen oder auch Gäßchen mit alten schmutzigen und dunklen Häusern. Viele Mselben find zu billigen Nackt- Herbergen eingerichtet. Die sM schmalen Betten stehen sehr eng nebeneinander, oft bis zu 20 in einem Zimmer. Die Wäsche wird alle vierzehn Tage gewechselt, die Gäste der einzelnm Betten aber fast jede Rächt. Der Andrang ist jetzt so stark, daß viele abgewiesen werden müssen und fich oft für die folgende Rächt emschreiden lassen. Für daS Nachtlager werden 30 Zentimes(25 Pfennig) entrichtet. Während der Cholerazeit kamen in dieser Stadtgegend viele Erkrankungen vor. Die Polizei ließ diese Herbergen reinigen und auslüften, die Zahl der in dm einzelnen Zimmern untergebrachten Betten vermindern. Doch konnte dies natürlich nicht lange anhalten- Gegenüber dem Andrang der Gäste konnten die Wirthe nicht widerstehen. Sie haben ihre B-tten wieder alle aufgestellt, vielfach auch noch vermehrt. Besser eine solche Unterkunft als � �Russische Streiks. In Rußland brechen in rascher Auf- einanderfolge Streiks von drohender Schärfe aus. Ueber einige liegen jetzt ausführliche Berichte vor. So über die Ar- beitSeinstellung in der Wosnessenski'schen Manufaktur(an der Ptoskau-Jaroslawer-Eisenbahn), welche der frühere Befitzer, Lepeschkin, an eine Gesellschaft verkauft hat. Dieses industrielle Elabiiffement, das zu den größtm Baumwollspinnereien Ruß- londs gehört, beschäftigt an 2000 Arbeiter, die aus der nächstm Umgegmd herstammen. Beim Herbst- Engagement wurde die Arbeitszeit auf sechs Tage in der Woche festgesetzt und den Arbeitern ein entsprechender Verdienst garantirt. Di« Arbeit- geber fanden es jedoch für gut, die Arbeitszeit zu beschränken und statt sechs fünf Tage arbeiten zu lassen. Begründet wurde diele Verfügung des Direktoriums durch dm flauen Geschäfts- verkehr, durch den Mangel an Nachfrage nach den Erzcugniffcn der Baumwollenindustrie, durch eine Ueberproduktion. Die Ar- bciter trugen der Situation Rechnung, und obschon fie den Nach- theil zu schätzen wußten, der rbnen dadurch mtstand, daß ste in ihrem Verdienst um ein Sechstel geschmälert wurden, ver- hieltm fie fich doch ruhig. Da kam eine neue Verordnung, die die Arbeitszeit auf vier Tage normirte und den Verdienst der Arbeiter aufs Aeußerste reduzirte. Jetzt kam eS zu Streitigkeiten zwischen letzteren und dem Direktor der Fabrik, einem Engländer, der überhaupt sein rusfisches Personal nicht zu be- handeln wußte. Nach ver Behauptung des Direktors soll er mißhandelt und ein Theil der Fabrik von den Unzufriedenen zerstört worden sein. Er eitte nach Moskau, um Hilfe zu holen; inzwischen stellten die Arbeiter die Arbeit gänzlich ein und die Unruhen nahmen größere Dimenfionen an. Fürst Dolgoruckow, der Moskauer General- Gouverneur, sandte einen Vermittler ab, den Moskauer Zivil-Gouverneur Perstljew und um ihm eine größere Autorität zu verleihen, gab er ihm ein Kommando von zweihundert Kosaken in voller Rüstung mit. Die ganze Expedition begab fich mittels Extrazuges nach der Fabrik. Die Arbeiter traten dem Zivit- Gouverneur ruhig entgegm, wie überhaupt lonstatirt wurde, daß fie sich gar keine Ausschreitungen zu schulden kommen ließen, in sachlicher Weise erklärten fie den Thatbeftand, beriefen fich auf die getroffenen Stipulationen und verlangten die Jnne- Haltung derselben seitens des Direktoriums; sechs Tage Ar- deitszeit oder Auszahlung des vollen Lohnes bis zur verob- redeten Frist. Zu bemerkm ist, daß die Arbeiterbevölkerung in den meisten Fabriken eine fluktuirende ist und fich aus dem Bauernstände rekrutirt; gewöhnlich werden die Engagements für ein halbes Jahr getroffen, vom Herbst bis Ostern, was auch in dem Verhältniß der Arbeiter zu ver in Rede stehenden Fabrik der Fall war. Der Abgesandte des Fürsten Dolgnukow, der Chef des Kommandos, hatte aber den Befehl, Ruhe zu stiften, und verschmähte deshalb weitere Unlerhand- lungen. Er ließ einen Haufen von 115 Mann ins Moskauer Grfängniß abführen, eSkortirt von einer 700 Mann starken Truppenmacht. Nicht ohne Verluste von beiden Seiten konnte der Widerstand der Arbliter gebrochen werden, die, im Bewußt- sein ihres guten Rechts, den Bajonetten Trotz boten- Natürlich wurden fie von der Uebermacht überwältigt, nachgegeben aber haben fie doch nicht; die Verwaltung mußte dem berechtigten Verlangen der Strikenden volle Rechnung tragen und die früheren Bedingungen, sechs Tage Arbeitszeit in der Woche mit den einmal ausbedungenen Löhnen gewähren. Bedauerlich ist, daß der Vertragsbruch der Verwaltung ein namenloses Unglück über diese Arbeite, kolonie herbeigeführt hat, von der viele Personen ihrer Existenz beraubt, zahlreiche andere arg verstümmelt oder getödtet find- Die Oeffentlichkeit in Rußland ist entrüstet über die Hallung der Moskauer Manufaktur- Gesellschaft, die durch ihr wortbrüchiges, gesetzloses Vorgehen die traurigen Vorgänge verschuldet hat, und Katkow, der ein- flußreiche Panslawist, giebt diesem Gefühle Ausdruck, indem er die Bestrafung der Fabrikberren verlangt, als der eigentlichen U> Heber der Revolten.— Ueber die jüngsten, in Orechow- Sujew im Polrowskischen Bezirke des Gouvernements Wladimir am 19. d. M. ftattgefundenen Arbeiterkrawalle be» richten die Moskauer Blätter folgendes: Am Morgen des 19. Januar versammelten fich etwa dreihundert Arbeiter der Manufakturfabrik Sawwa Morosoff Sohn u. Co. vor dem Komptoir der Fabrik und verlangten den Fadrikoerwalter Gckorin zu sehen. Als dieser zu der Menge nicht hinauskam, stürzte fich dieselbe in das Komptoir und zertrümmerte hier, da ste daselbst Niewanden fand, Alles, waS ihr unter die Hände kam. Vom Komptoir begab fich die Menge, welche unterdessen auf mehr als tausend Arberter anwuchs, in die Wohnung des Fabrikverwalters, zertrümmerte dort alles und raubte dreihundert Rudel. Von der Wobnung des Verwalters stürzte die Menge zu dem Fabrik-Hauptkomptoir. Die Ein- richtungsstücke wurden zertrümmert und die Gelder geraubt. Die Stürmenden erbrachen das Vorrathsmagazin und warfen aus demselben alle Nahrungsmittel auf die Gasse, vre Fässer mit Oel, Petroleum u. dergl. wurden zertrümmert und der Inhalt derselben in die Kloaken gegossen. Von hier be» gaben fich die Arbeiter in die Fabrik selbst und zwangen da- selbst auch die übrigen Arbeiter, die Ardett einzustellen und fich an dem Zerstömngs werke zu betheiligen.(Die Fabrik be- schäftigt 17 000 Arbeiter.) Nun wurden die Maschinen zer- brachen, die Riemen zerschnitten, die Gasrohre abgedreht, die Waaren zerstört, kurz Alles wurde verdorben, vernichtet oder geraubt und fortgeschleppt. Das Zerstöiungswerk dauerte von 7 Uhr früh ungehindert bis 4 Uhr Nachmittag?, bis endlich auS Wladimir eine Kommisfion und eine Stunde später zwei Bataillone Militär herbeieilten. Das Reichspostamt veröffentlicht in Betreff der Unzu- ILsfigkeit der Bezeichnung„Poitopflichtige Dienstsache" bei den portopflichtig unftankirlen Briefen der O r t s k r a n k e n- lassen folgende Bescheidung:„Das ReichSgesrtz vom 15. Juni 1883, betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter, enthält keine ausreichenden Anhaltspunkte, nach welchen es gerecht- fertigt sein würde, die Ortskrankcnkaffen, welche in Gemäßbeit des bezeichneten Gesetzes errichtet werden, als öffentliche Be- Hörden anzusehen. Di« betreffenden Kassen, beziehungsweise die Vorstände derselben find demgemäß nicht für berechtigt zu erachten, die von ihnen ausgehenden portopflichtigen unfran- kirten Briefe mit der Bezeichnung„Poitopflichtige Dienstsache" abzusenden." Ttschlerlöhne in Dresden. Eine Kommisfion, welche der Fachverein der Tischler gewählt hatte zur Ausarbeitung einer Lohnstatistik, erzielte folgendes Resultat. In 328 Weil- stellen und Fabriken arbetten 2085 Gehilfen und 178 Lehrlinge(Werkstellen ohne Gehilfen find ganz ausgeschlossen) mit einem Durchschnittsverdienst von 14,75 Mt. pro Woche. Da- von erzielten 731, welche auf Pianoforte arbetten, 17 Mt, 267 auf Maschinenbau 15 Ml., 1087, auf Bau-, gute und andere Möbel u- s. w. 11,75 Mt, wahrlich kein benetdens- werther Verdienst in einer Stadl wie Dresden. Die Arbeits- zeit, welche selten unter 10 Stunden beträgt, wird wenig inne gehalten, und namentlich bei den letzteren bis zu 15 Stunden auch Sonntags gearbeitet. k. In der uchbinderbranche und den damit der- wandten Industriezweige» hat fich trotz eifrigster Be- mühungen für die Gründung einer Unfallversicherung s- Genossenschaft für Buchbindereien rc. kein günstiges Resultat erzielen lassen. Gemeldet haben fich nur ca. 70 Arbeitgeber mit ca. 3000 Arbeitem, weshalb man auf die Be- antragung einer Generalversammlung verzichten zu müssen geglaubt hat. Das bei dieser Gelegenheit gesammelte Material will man dem Reichsoerficherungsamt zur Verwerthung über weisen. RegenSbnrg, 28. Jan. Wie groß die A r b e i t S l o s i g- teil auch in hiesiger Stadt ist, konnte man am besten bei dem letzten Schneefall sehen. Am frühen Morgen umlagerten Hunderle von Arbeitern beiderlei Geschlechts das Rmhhaus, damit fie mit Schneeschaufcln einige Mark verdienen könnten; doch nur der kleinste Theil konnte beftiedigt werden. Nun haben wir seit 14 Tagen strenge Kälrc und da kann man fich leicht.denken, daß es in mancher Arbeiterfamilie traurig aus- steht. Von einem Sparen im Sommer kann keine Rede sein, find doch die..rbeitslöhne hier so niedrig, wie in keiner andern Stadt Bayerns. Der Magistrat hat zwar den Durchschnitts- lohn für Männer auf 1,70 M. normirl, aber mit Recht be- hauvtet ein hiefiges Blatt, daß dieser Lohnsatz viel zu hoch ge- griffen sei. Verdienen dock die Tagearbeiter bei dem fürst- lichen Echloßbau nur 1,20 M. bis 1,50 M.— Lese ich heute im hiesigen„Anzeiger", daß der früheren Kooperator Koller von Niedermünstcr, jetziger Misstonär in Afirka, eine größere Sendung Kleider und Spielsachen für die armen schwarzen Heidenkinder bekommen hatte, in einer anderen Zeitung hnßt es, daß in Regen die Kinder nackt um den Ofen stehen, weil die arme Mutter denselben nicht das Nothwendigfte anschaffen kann. Das scheint uns etwas ur praktisch zu sein; nach dem heißen Klima schickt man die Kleider, damit die Heidcnkinder ihre Unschuld zudecken können und im christlich-kathollschcn bayerischm Wald laufen die Kinder bei 15 Grad Kälte nackt herum._(Frank. Tagespost). SpezialdiSkusston, in welcher alle Redner ohne Aucn'-liw! Ueberzeugung Ausdruck gaben, daß angefich». jetzt vorherrschenden 16—18 stündigen täglichen wOß zeit die Einführung eines gesetzlich geregelten■ stündigen Maximalarbeitages durchaus nothwendig � auch sehr wohl möglich sei, unter Hinweis � daß diese Einrichtung nicht allein für Gesellen und sondern auch für die Meister insofern von Vortheil sein M als durch fie die schädigende Schleuderkonkucrenz beseurgt � den würde. Die Versammlung gab in einer einstimmig? faßten Resolution ihrem Einverständniß mit den AusiilhiM des Referenten, sowie ihrem Willen Ausdruck, mit' Kräften darauf hinzuwirken, baß auch im BäckergewiM Besserstellung des Gesellenstandes eintrete, und wäblti Kommisfion zur Ausarbeitung einer Petition an den und den Reichskanzler, beircffend die Einführung'W �■ malarbettstages und Beschränkung der Sonntagsarbem Der Bezirksverein des werkthätigen Voile» Schönhauser Vorstadt hielr am Dienstag, 27. Januar. regelmäßige Versemmiung in Meister'? Lokal, S&onO-y Allee 161, ab. Auf der TageSordrrung stand: 1. Vortag.. Herrn Stadtv. Herold. 2. Verschiedenes und Fraß* Der Vorsitzende Herr FrÜgge machte zu seinem tieistw dauern der Versammlung bekannt, daß der Referent iwr schienen sei, und wurde zum zweiten Punkt(Versag. geschritten. Es wurde zunächst ein Antrag gestellt, den p. den Knopfmachern von Lenschow und Markeit eine u. stützung von 15 Mark zu bewilligen, der Antrag rvurKj stimmig angenommen. Es wurde ferner in Anregung ß'% bei t-i Stadtvertretung um Errichtung eine, Santta»�. im Schönhauserthorbrzirl zu petilioniren. Nächste Vwr lung am 10. Februar. Kranken- und Begräbnißkasse der Berliner% schmtde»nd Berufsgenosscn,(lokale E H- Nr. 72) nahmescheine zur Mitgliedschaft find in Empfang zu bei den Kollegen Herren G. Heimcke, Alerandrinenstras W. Haspcl, Admira'.str. 35, Fr. Ptaszynski. Neanderstr. 1% Die Statuten und Quitttungsbücher find gegen Rückst� Aufnahmescheine am Sonnabend, den 31. Januar un»�« abend, den 7. Februar im Restaurant Löskow, Prinzertl� jedesmal von 8 Uhr Abends ab entgegen zu nehmen Generalverfammluna findet am Montag, den 9- Z Rr. 2i . ,, Der hlief fich Kahre 18l #8% Iemunen BS �stalten r,<*■ bringt r°th Wflert pomn iftanl i km ßeticli ollen «dz Und war. k Abends 8 Ubr im Restaurant Rieft, Kommandantenstr.'L statt, zu welcher jedoch nuc Kollegen zugelassen werden»� die fich bis zu: Eröffnung der Versammlung mindest� Aufnahmescheinen versehen haben. Schlosser und Berufsgenossen! Laut.... Kommisston fäll! die regelmäßige Delegirtenversammiutt»> Woche auS(wegen der zw.i aufeinanlkr gefolgte, r®on Louisen stadt) d-c Zent.Ql Kra„r«n. und Sl°rb.eaff'. � zq u. s. w. macht bekannt, daß für obigen Bezirk noch e-ni t»? Zahlstelle in der Skalitzerstraße 140 bei Klinke einqeliw� woselbst alle Sonnabend von 8—10 Uhr die Beiträße i»� pfang genommen werden. Ferner findet die näcdstk? gliederoersammlrmg Sonntag, den 15. Februar, Porwu 10 Uhr, in Conrads Salon, Waffkrtvorstiaße 68, statt, g, Tischler-Verein. Kotlbuserstr. Nr. 4 a, Abends 8« Vortrrg des Herrn Dr. Pick. «a « treten. � es nochi Üblich d To I Der heutige« Nnmmer liegt für unsere aus�> Abonnenten die Nummer 9 des„Jllustnrtes S blatt" bei. «MI 4. Klasse 171. Köingl. Preuss. Lotterie. Ziehmia vom SO. Januar 1888. fcit««wlnue über ftlO Mark find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. (Ohne Gewähr.) 647 .. 10 68 85 143 81 2C0[300] 32 98 332 70 438(6501 609 16 21 84(550] 716 30[1500] 37 842 62(1500] 03 81 84 942 81 1001 (560] 8 50 62 98 169 88 241 73 90 333(3001 433 66 612 46 70 652 85 776 867[16001 907 16[30o] 81 2216 307 99[3001 476[300] 646 6' 9 18 21 64 66(3001 89 709 848 60 68 91 950 65[6501 87(30000) 26(5501 63(6601 99 104[5601 50 238(1500) 97 366 94[300001 428 (15001 82 86 95 610(3001 13 28 770 83 98 8Ö1 33 96[3001 923 65 4063 80 92 104 39 81[16001 302 37 532 39 60[3001 644 711[560] 26 85 805 [1500] 61 62 80 9, 914 23 69 92 5041 101 28 202[300] 55 336[30001 535 612 65 87 710 21 839 46 63 966«024 133 247 67 96 308 469 85 500 42 682[1500] 715 809 K9 98 7022 32 55 86 102 91 240 61 63 86[550] 333 67 408 69 649 71 77 91 92 98 778 81 96 800 19 96 970 8040 55 144 86 239 68 74 75[3001 80 347 92 431[3000] 535 92 608 13 54[3001 67 704 36(650) 930(16001 öllodOl 9011 13 67 69 112 14 27 223 69 401 96(5501 513 47 84[3001 647 67 83 724 25 32 56 63[550! 68 919 26[3000] 69 82 19046 130 31 48 212 50 334 63[3000] 87 407 16 26 35(300) 37 88 562 92[1500) 611[3001 12 79 87 703 14 28 86 94 801 33 931 32 88 11021 27 87 97 127 373 95 481 84 500[3000] 17 47 99 715 52 58 830 934 1 2017 18 100 4 18 77[300| 246 48 348 407 69 80 94 559 77 652 Iav56[3 65 643 84 761 72[1500| 817 60 916 ITOoO 72 104 27 35 74 293 303 402 4 600 17 808 11 81 926' 1H010 41 48[550] 54 83 86 106 219 486 99 522 47[5501 74 668[300! 731 50 72 «»ä» m*» m,«sflÄ» »awan.« sm# smwnttm»asm» s 71 331 13001 75 85 90 42813000) 34 5!5 605 771 92*49 fr) 98 24012 93 m« g U m/h'* 41- 00"«->» 68»" 9(3001_________________ 560[15001 23 79 667 73 767[300] 985 »«132(550) 55 347[300] 633 80 629 65 69[16001 89 90 700 5 14 44 68 72 915 21 45 64»1076 79 91 136 65 89 91 238 319(3000) 37 401 37 611 61 8o 90 629 87 93(3001 724 66 884 915 48 87»2121[3001 94 202 4 14 89 301 418 94(1600) 511 659 708 27 88 94(5501 831 71 91* liPiiiii [300] 55 449 59 74 577 82 91[300] 666 97 7,41 82*13 18 69 43 51 53 70 96 216 18 40 316 28 735 69(5501 75[5501 839 45002 23 r~ 39 59 84 807 I 361 84 437( 47007 44 72 103 44 201|3UU( 67 346 49 02 41» YB<27 fer l?1 nordan fatal, ein. 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Verantwortlicher Redakteur R. Crouhetm in Berlin. Druck und Verlag von Mar Badtng w Berlm SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine ujnabntf l'Ä xefltlten iweis„. :nb Lehrlw il s«n � wstimM� Slus'ühl« k. mi>° oibett u Volkes* Sti , VoiW* rent Lerscb% LT& Zanita< ilc Wc littet tr. 72). unfttfl® letftr. RitckaÄ ir unD9% Stirjfli�ji i| Beschluß fÄ m Beilage zum Berliner BolNlatt. Rr. 26. Sonnabend, den 31. Januar 1885. n. Jahrgang. RolitiseK« AebersieKt. ... Der Arbeitsverdienst der Gefangenen in Preußen stch nach einer Aufstellung des Justizministeriums, im saht« 1883/84 überhaupt auf 1 614434 M.; davon betrugen % Anlhnle der Gefangenen 487 180, von dem R'st wurden �8289 M. an die Staatskasse abgeführt und 588 965 M. zu Femunerationen der Gefängnihbeamten und zur Unterstützung für Kinder von verstorbenen Justizbermten verwandt- Beim •wtmfletimn des Innern ist für 1885/86 eine Einnahme von *51» 3JI. aus den Straf-, Bcfferungs- und Gefangenen- «Walten und an Arbestsveidienst in Ausficht genommen. .. Düsseldorf, 29. Januar. Das„Düsseldorfer Vollsblati" ."W über die zwei Personen, welche, des Landesver- 7°lhes angeklagt, nach Leipzig transportirt worden find, �'gendes Nähere. Die eine dieser Personen, welche dm ganzen »ommer in Düsseldorf inhastirt war und hier viele Verhöre dü m � stundenlang währten, ist ein franzöfischer Ingenieur, k'ififestigungm gezeichnet und Pläne gemacht hat, und an- MwartS verhaftet wurde. Gegen ihn wurde die Untersuchung in Düsseldorf geführt, weil stch hier ein vom Reichs- Micht bestelltei Untersuchungsrichter befindet, was nicht ber °llen Landgerichten der Fall ist. Die zweite Person gehört »ii. m Komplot, welches hier in Düffeldorf entdeckt wurde, ""0 worin ein Unteroffizier(Divifionsschreiber) mit verwickelt Dieser wurde zu acht Jahren Zuchthaus verurtheilt, ein iti» Gehöriger, am Fürstenwall wohnhast gewesener Franzose, r flüchtig und der dritte, derselbe, der jetzt nach Leipzig ge- Mcht wurde, ist später verhaftet worden. Nach einer anderm �"Nheilung sind die beiden nach Leipzig transportirtm Per- ein Kaufmann aus Lüttich und ein Geschäftsmann aus Menfttd.— Ferner berichtet man der„Franks. Zeit." aus Iffeldorf:„Die dem Reichsgericht eingelieferten, des Landes- »«tathä Beschuldigten, Janssens und Knipper, wurden im m hier verhaftet, ebenso ein Divifionsschreiber. Festungs- 91*?i°bilmachungsvläne find bei ihnen gefunden worden. A< 5, 1 % Wer' in Sicht, welches man für dasjenige von South .,,Qnl> head hielt. Um sich jedoch über das Feuer �tfttgewiffern, ließ der Kapitän das Schiff über den Mern Bug legen. Während der Wendung lothete man lie»-n Wasscttiefe. Das Schiff blieb über denselben Bua W'�s wan stcher wähnte, das neue Feuer von South WIMM mm »ett� 1 lehnt, da zur Annahme eine Majorität von V, der abgegebenen Stimmen erforderlich ist. Für die Ausführung des rn dem Vertrage vorgesehenen Planes war Piäfident Arthur in seiner jüngsten Botschaft an den Kongreß besonders warm eingetreten; allein im Kongreß und im Lande hat stch von Anfang an leb- haste Oppofition dagegen geltend gemacht, indem man vor Allem betonte, daß die Vereinigten Staaten für ein derartiges Unternehmen im Auslande kern Geld verausgaben dürsten, dasselbe vielmehr dem Privatkapital überlassen sollten. Ein strikles Festhalten an der Monroe-Dok-rin wird sonach in erster Linie für den ablehnenden Senatsbeschluß maßgebend gewesen sein._ SJ*"WIUO_______ WW»______ WWW � W �geblich wurde ein Divifionsgeneral im Zusammenhange mit �Angelegenheit entlassen." »«.�iiglich des aus Riga i« Rußland gemeldeten ?tchevbrandes wird nunmehr konstatitt, daß der Brand M in Riga, sondern in Jakobstadt, einem kleinem Städtchen ,? onga, stattfand. Das angebliche anarchistische Attentat auf W Kirche in Riga, schrumpft somit wiederlin sein Nichts zu- WlNen. sn/nM inflit* hnrfi fttünbltA mtl ben ßiftnbcrtt. svren. Man sollte doch einmal gründlich mtt den Erfindern, er Attentatsgeschichten austäumen! ' aris, 30. Jan. Ein Telegramm der„Agence Havas" 'hanghai vom heutigen Tage meldet, eS sei dort das ,--,1 von einem bei Matsu zwischen chinestschen und stau- Mchen Schiffen stattgehabten ersten Zusammentreffm ver- «eitet. Genauere Einzelheiten fehlen noch. Egypten. Neuesten Nachrichtrn aus dem Sudan zufolge, ist es dem «eneral Wolseley gelungen, bereits mit Gordon in Verbindung «tteten. Bei dem vor Chartum belegenen Orte Metammeh es nochmals zu kleineren Gefechten gekommen, in welchen Vlleblich die Engländer Sieger blieben, doch verloren sie eine cWfl Todte und hatten zahlreiche Verwundete; unter letzteren rw1 stch auch der Oberst Stewart. Nach einem Tele- teft%Zvv Uw«um vei v�icwuu. yium cmciu C? des„Daily Telegraph" kam es am 27. d. M. wieder» tun,!? Gefecht mit den Truppen des Mahdi, welche intn.TMlaacn wurden. Die englischen Truppen besetzten SÄ baS bisher im Befitz des Mahdi gewesene Dorf Warag. Ort wffbänger des Mahdi zogen fich in der Richtung auf den «trti zurück. Amerika.„ t Im Senat der Vereinigten Staaten von Amerika ist es fflfttt zur Abstimmung über einen mit Nicaragua abge- rfwssknen Vertrag gekommen, durch welchen die Regierung Jt Nordamerikaniscken Union das Recht erlangen sollte, einen ""Mal, eine Eisenbahn und eine Telegraphenlinie über nicara» jUanischeS Gebiet vom Golf von Mexiko bis zum Stillen Meere herzustellen. 32 Senatoren stimmten für, 23 gegen Ratifikation des Vettrages. Die Ratifilatton ist daher abge- . Eine Strandung auf Longsand. Das Schiff„Deike Rickmers", Kapt. W. ReentS, aus Geestemünde, verließ am 23. Dezember 1884 8 Uhr Morgens M einer Besatzung von 25 Mann die Rhede von Bremer- saven, um von dort in Ballast nach Cardiff und später von Werem Platze mit Kohlen nach Singapore abzugehen. Um ü'/j Uhr Vormittags ging der Lootse bei der Auß-ntonne der Miser von Bord und die„Deike Rickmers" eilte bei frischer MO, Brise und bedeckter Luft mit etwa 8 Knoten Fahrt ihrem �Üimmungsotte entgegen. Nachdem das Außenfeurr chiff MW war, steuerte man mit WNW-Kurs längs der Küste J Sicht der Feuer weiter. Das letzte Feuer, Mes passtrt wurde, war das von Texel. Dasselbe Mte man 24. Dezember um 7'/« Uhr Morgens in der iNm verschwindend in DSD'AD. Jetzt wurde die Brise ?stfer und die Lust bezog fich mehr und mehr. An Bord %,.Deike Rickmers" nahm man die letzte Peilung von Texel �» Abgangsort an und setzte von dort aus den Kurs 5 See- Men frei vom Nord Hinder-Feuerschiff nach dem Kanal. Von i»'genanntem Abfahrtsorte wurde stündlich gelothet, die er- »Rltencn Lotbungen wurden mit den in der Karte verzeichneten �glichen. Am Mittage des 24. Dezember war der Schiffsort M Besteck 52° 40' N. 3° 47' D. Nachmittag» nahmen und Seegang mehr und mehr zu, die Lust wurde trübcr »5b bedrckter. Um 10 Uhr Abends sprang der Wind nach '■üj. um und schwankte dann zwischen NW. und N., begleitet .,n schweren Schneeböen und Regen. Bramsegel und Außen- »Pver wurden daher festgemacht. Am 25. Dezember 2 Uhr Morgens kam in NW. ca. 3 Seemeilen entfernt ein Blink- MMmentoberiMe. Deutscher Reichstag. 38. S i tz u n g vom 30. I a n u a r, 1 Uhr. Am Tische des Bundesrathes v. Boetticher, Lucius, v. Schelling und Kommissarien. In die Kommission für die Dampfersubvention find an Stelle von Meier und Wocrmann die Abgg. v. Fischer kUlm) und Zeitz(Meiningen), beide der nationalliberalen Fraktion angehörig, eingetreten. Ab», v. Hammer st ein begründet seine Interpellation, welche Staatssekretär v. Schelling zu beantworten fich bereit erklärt hat: „Haben die verbündeten Regierungen von dem Bruch der „Deutichen Grundlreditbank" in Gotha und von dem seitens der Generalversammlung dieser Aktiengesellschaft unter dem 23. November 1884 beschlossenen Sanirungsplan Kenntniß? Was gedenken die verbündeten Regierungen zu thun, um a) gegenüber einem von der Verwaltung der„Deutschen Grundkreditbank" bei der herzoglich sächsischen Regierung zu Gotha beantragten sogen. Kuratoren gesetz daS Interesse der Pfandbriefbefitzer zu schützen? K) die Äiederkebr ähnlicher Vorkommnisse, wie fie jeyt bei der„Deutschen Grundkredit- dank" in Gotha zu Tage getreten find, in Zukunft möglichst zu verhüten?" Abg. v. Hammerstein: Die Deutsche Grundkredit- bank in Gotha hat fich 1867 mit einem nominellen Kapital von 15 Millionen konstituirt, von denen 10'A Millionen that- sächlich eingezahlt find. Sie hat das Recht auf Ausgabe von Pfandbriefen im 20 fachen Betrage des Grundkapitals erwor- den und außerdem ein solches auf Emisfion von Prämien- Pfandbriefen. Auf G>und ihrer Konzesston Hai fie 77'/- Mil- lion Mark 5proz., 13'/- Million 4>/,proz. und 9'/, Million 4 proz. Pfandbriefe ausgegeben. Von den Städten ist unter Anderen Berlin mit 35 Müiionen, Hannover mil 19 Millionen Mark an den Hypotheken bctheiligt, während die länd- lichen Hypotheken zumeist in den östlichen Provinzen plazirt find. Bis zum Jahre 1877 hat die Bank im Durchschnitt eine Dividende von 8'/- pCt. gegeben, erst von da ab ist fie gesunken, zunächst auf 6, dann auf 4 pCt., und erst 1883 hat man keine Dividende mehr gezahlt. Die Bank hatte also ganz gute Geschäfte gemacht. Ader das Bestreben, diese Geschäfte noch besser darzustellen als fie wirklrch waren, ist der nächst- liegende Grund zu der mißlichen Lage, in die fie gerathen ist. Die Verwaltung hat es unterlassen, dabei die unstcheren ZinS- rückstände und den Reservefonds genügend zu berückstchtigen. Durch den Umstand sodann, daß bei der Belethuna selbst nicht mit der gehörigen Vorficht verfahren worden, ist als- bald eine Reihe von Hypotheken ausgefallen. AIS letzte und nicht geringste Ursache für den Verfall deS Instituts zeigt fich endlich die geringe Vorausficht bei Emisfion der Pfano- driefe. Abgesehen von dem DiSagio von 2'/, Millionen ist die Möglichkeit des Herabgehens des Zinfußes, wie es seit orerzehn Jahren eingetreten, außer Acht gelassen worden. An dem aku- ten Defizit find aber allein die Mißstände in der Verwaltung schuld. Im Mai vorigen Jahres hat nun der Vorstand er- klärt, daß der finanzielle Ruin unvermeidlich sei, wenn in der alten Weise fortgewitthschaftel werde. ES wurde deshalb ein« Veittauenskommiision eingesetzt mit dem Auftrage, die Lage der Bank zu prüfen und ver Generalversammlung geeignete Vorschläge zu machen. Diese konstatirte ein Kapitaldefizit von vereinigen, um der schnellen Ausführung der Manöver hin- dernd entgegen zu treten. Um das Unglück voll zu machen, brach auch noch die Marsschote. Selbstverständlich ging mit Aufbringen der schweren Kette ebenfalls wieder Zeit verloren. So lange die Mannschaft unter der Leitung der Offiziere auf dem Großdeck ohne Unterbrechung angestrengt arbeitete — die Offiziere sollen ihren Leuten daS höchste Lob zuer- kennen— hatte der Kapitain auf Achterdeck die Wacht über« nommen. Um 5 Uhr Morgens peilte man dasselbe Blinkfeuer (South Sand Head) in WNW., nach Schätzung 3 See- meilen entfernt. Mit Westlurs wurde das Feuerschiff dann passtrt und um 5'/- Uhr in NOzN. gepeilt. Der Wind war unterdeffen zum vollen Sturme angewachsen, dabei dicke schmierig« Lust und Schneegestöber. Um 6 Uhr gerieth das Schiff plötzlich auf Grund, es stieß gleich schwer auf und arbeitete gewaltig. Sämmtliche Segel wurden sofort back geholt, das Schiff blieb aber festfitzen. 20 Minuten später klarte die Luft etwas ab und man erblickte in NW. ein rothes Drehfeuer, welches man anfänglich für die„Varne" hielt. Als eS bald darauf nock mehr aufklatte, erwies fich daS Feuer als das von Gunfleet Feuerschiff, zugleich kam in SSO. das Feuer von Kentish Knock in Sicht. Während des Tages wurde alles Mögliche gethan, um das Schiff wieder abzubringen, Ballast geworfen, Warpanker ausgebracht rc., jedoch vergeblich. AIS um 10 Uhr Morgens die Fluth einsetzte, wurden die vollen Obermaresegel, Fock und Großsegel back beigesetzt, um so zu versuchen, daS Schiff vom Sande frei zu bringen. Die„Deike R'ckmers" fing jetzt an furchtbar zu stoßen und wurde leck. Der Wind nahm Nachmittags mit Schneegestöber mehr und mehr zu, so daß die See stch heftig am Schiff brach. Jetzt versuchte man, mit alle Mann die Pumpen lenz zu halten, was sich aber als nutzlos erwies, da das Wasser schnell im Schiffe stieg— um 8 Uhr Abends standen bereit» 14 Fuß Wasser im Raum. Um 5 Uhr Nachmittags legte fich das Schiff so schwer nach Steuerbord über, daß man stch genöthigt sah, die Stengen zu kappen, um das Kentern zu verhüten. Das Kappen der Stengen war mit großen Schwierigketten ver- Kunden; namentlich eine Bramstenge wollte, gehalten durch die Bramwanten, gar nicht über Bnrd, bis schließlich ein Matrose mit einem Beile nach oben lief und mit Todesgefahr— die Stenge drohte jeden Augenblick herabzustürzen und den Muthigen zu zerschmettern— die Bramwanten kappte. Selbst als die Stengen gekappt waren, blieb daS Schiff schwer nach Steuerbord Überhängen und arbeitete in dieser Lage während der ganzen Nacht vom 25. zum 26. Dezember ganz fürchterlich. An Bord der„Deike RickmerS" wurden während der Nacht Sianalfcuer abgebrannt, um die Mannschaften der umliegenden Feuerschiffe auf daS in Roth befindllche Schiff aufmerksam zu machen- Man machte die Böte fertig, um rund 5'/- Millionen, also die Hälfte de? Aktienkapitals, und ein Einnahmedefizit von'/- Million; ihr Sanirungsplan ging dahin, den Zinsfuß sowohl der 5 als auch der 4'/- proz. Pfandbriefe auf 4 pCt. zu reduziren. Daraus würde ein Gewinn von 845000 Mark erwachsen, welcher nach Deckung deS Defizits von einer halben Million noch 345 000 Mar! übrig ließe. Ein Konkurs, der sonst unvermeidlich wäre, würde ein viel nachtheiligeres Resultat ergeben. Die Generalversammlung ging auf diesen Vorschlag nicht ein. sondern erlieZ am 28. November eine Bekanntmachung, welche einen anderen Sanirungsplan vorschlug. Erstens sollen darnach sämmtliche Pfandbriefe, die 5, 4'/- und 4prozentigen, auf einen Zinsgenuß von 3'/, pCt. reduzitt werden. Dann soll ein Reserve« fonds von20vCt. angesammelt werden, und aus den Uebcrschüssen 4 pCt. den Attionären und das verbleibende 1 pCt. zu*/< den Pfandbriefgläubigern und'/« noch den Aktionären zukommen. Der Termin für den Abschluß der fteiwilligen Konvettirung wurde auf den 31. Januar festgesetzt. Anderenfalls müßte der Konkurs eröffnet werden, bei dem die Pfandbriefgläubiger noch weniger gut fahren würden. Es ist klar, daß bei diesem Sa- nirungsplan die Interessen der Aktionäre denen der Pfand« brüfgläubiger vorangesetzt werden. Es fällt auch auf, daß die Generalversammlung fich an die Vorschläge der von ihr ein» gesetzten VertrauenSkommisfion nicht gebunden und die Kon- vertirung nicht auf 4 pCt, sondern auf 3'/- pCt., also unter dem normalen Zinsfuß, festgestellt hat. Wie kommt die Gene« ralversammlung dazu, den Pfandbriefgläubigern vorzuschlagen. in diesen Plan zu willigen, obgleich eine Aenderung in den Personen ver Verwaltung nicht eintritt? Es ist doch ein anomaler Zustand, daß die weithin über das ganze Reich sich ausdehnenden Interessen der Pfandbriefgläudiger von der Ge- setzgebung eines kleinen Einzelstaates abhängig und ihr gegen- über völlig wehrlos find. Deshalb habe ich an die verbündeten Regierungen die Frage gerichtet, was fie zu thun gedenken, um gegenüber dem von der Verwattung der Bank bei der herzoglich sächfischen Regierung zu Gotha beantragten Gesetze das Jnter« effc der Pfanvbriesdestyer zu schützen. Ich wünsche, daß meine Interpellation zur Beschleunigung der gesetzlichen Regelung dieser wichtigen Materie Anregung gegeben habe. Eiaatssekretär«.Schelling: Die finanzielle Nolhlage, in welche die deutsche Grundkreditoank gerathen ist, namentlich aber die Vorschläge, welche zur Beseitigung derselben von der Generalversammlung gemacht worden find, find geeignet, zahl- reiche Interessen in allen Theilen Deutschlands in Mitleiden« schaft zu ziehen. Diese Vorgänge haben daher nicht versehlen können, die ernste Aufmerksamkeit der betheiligten Regierungen auf stch zu ziehen. Wenn nun der Herr Vorredner nach ver Art seiner Interpellation und seiner Aeußerungen von den ver» kündeten Regierungen ein unmtttelbares Eingreifen von Reichs wegen erwartet, so bedauere ich, erwidern zu müssen, daß daß Rerch keine Handhabe befitzt, die Interessen der Pfandbriekbe- fitzer zu schützen. Allerdings enthält die Verfassung im Arti» kel 4 Nr. 4 die allgemeine Bestimmung über das Pfandwesen. daß es unter die Aufstcht und die Gesetzgebung des Reichs ge» stellt ist. Von dieser gesetzgebenden Besugniß ist aber in Be- zug auf die Hypothekenbanken kein Gebrauch gemacht. DaS Verbältniß dieser Banken ist von Reichs wegen nicht geregelt. die Aufficht über dieselben also nicht möglich, die Landesgesetz- gebung hat deshalb insoweit ihre frei verfügende Gewalt beibehalten. Wenn also die Verwaltung der Gothaer Bank fich an die Landesvertretung mit der Bitte um Erlaß eines Gesetzes gewendet hat, so ist die herzoglich sächstsche Regierung in oer Prüfung unbehindert, ob fie stch zur Vorlegung eines solchen Gesetzentwurfs verstehen will, und welche Gestalt desselben fie vertreten zu können glaubt: das Reich ist nicht in der Lage, sei es fördernd, sei es hem- mend einzugreifen. Was nun den zweiten Punkt der Jnter« pellation betrifft, so erinnere ich daran, daß die verbündeten Regierungen bemüht gewesen find, die Reichsgesetzgebung nach der angedeuteten Richtung in Fluß zu bringen. 1879 und 1880 ist dem Reichstag ein Gesetzentwurf, betreffend da« Faust« Pfandrecht an Pfandbriefen, vorgelegt worden, er ist aber beide Male nicht über die Kommtsston hinausgekommen. Dessen un« geachtet geben die verbündeten Regierungen die R
bei mir den Eindruck hinterlassen, als ob er die Vorlage a limine zurückzuweisen nicht gesonnen sei. Was mich bestimmt, g'eich nach'dm daS Wort zu nebmcn, das ist der Umstand, daß seine Ausführungen eine Reihe von Mißver- ständniffen enthalten, die ich nicht gern in der weitem Dis- kusston wieder erscheinen sehen möchte. Ich hätte eigentlich voraussetzen dürfen, daß ein Redner, der über dieses Gesetz in der Generalviskusfion spricht, es fich genauer ansteht, als wie es der Herr Vorredner nach seinen Ausführungen gethan zu haben scheint. Der Herr Vorredner hat seine Unzufriedenheit mit der Vorlage vor- nehmlich damit begründet, daß er gemeint bat, ein Gesetz, welches die Unfallverficherung auf weitere Kreise ausvehne, müsse auch schon im gegenwärtigen Stadium unserer zozial- politischen Gesetzgebung vor allen Dingen Bedacht darauf nehmen, daß die fundamentalen Fehler des Unfallverficherungs- gefetzcs koirigirt würden, und er hat als solche fundamentalen Fehler des Unfallverficherungsgeseyes bezeichnet einmal, daß nicht alle Arbeiter von der Unfallverficherung betroffen wer- den, unv zweitens, daß die Arbeiter immer noch zu Beiträgen zu der Krankenverficherung herangezogen werden. Nun steht doch soviel fest, daß die Krankenversicherung mit der Unfall- Versicherung, wie der Herr Abg. Frhr. v. Wendt schon ganz richtig ausgeführt hat, zunächst nichts zu thun hat, und daß die Krankenversicherung in dieses Gesetz überhaupt blos hin- eingekommen ist, weil man den Arbeitem, auf welche dieses Gesetz fich bezieht, auch die Wohlthaten der Krankenverstcherung insoweit zuwenden wollte, als sie derselben bisher noch nicht theilhaftig geworden find. Was aber den anderen Punkt anlangt, daß nicht alle Arbeiter gleichzeitig von der Unfallverficherung erfaßt find, so ist ja darüber in früherer Zeit schon so außerordentlich viel gesprochen und dabei nachgewiesen worden, daß es vorsichtig und zweckmäßig sei, schrittweise vorzugehen unv die dringenderen Bedürfnisse zunächst zu befriedigen. Wenn der Herr Vorredner zur Bc- gründung dieses Vorwurfs noch besonders darauf Bezug ge- nommen hat, daß das Unfallverficherungsgcsetz nur eine be- stimmte Kategorie von Bauhandwerkern erfaßt, und daß andere Kategorien dieser Handwerker nicht obligaiorisch unter die Unfallversicherung fallen, so kann ich ihn in dieser Beziehung beruhigen; denn vor Kurzem hat der Bundcsrath auf Grund der ihm im 8 1 des Unfallverficherungsgesetzes beigelegten Bc- fugnitz beschlossen, daß die Maler, Tüncher, Berputzer, Gypser, Siuckateure, Bauklcmpner, Baugläser, sowie die mit der An- diingung, Abnahme, Beilegung und Reparatur von Blitz- ableitern befaßten Personen versicherungspflichtig sein sollen. Damit ist also diesem Wunsche Rechnung getragen. Ebenso mache ich darauf aufmerksam, daß, wenn er es als einen Miß- stand dezeichnet, daß Betriebe, in denen mindestens zehn Per- sonen beschäftigt sind unfallverficherungspflichtig sind, während Betriebe mit einer Arbeiterzahl von weniger als zehn Personen nicht als Fabriken gelten und deshalb nicht unter den§ 1 des Unfallverficherungsgesctzes fallen, daß auch hier, wo nach der Na- tur des Betriebes einBedürfniß vorliegt, dasReichverstcherungsamt auf Grund deS§ 1 Alinea 5 solche Betriebe der Verstcherungs- vflicht unterwerfen kann.(Sehr richtig! rechts.) Allerdings ist im§ 3 des Entwurfes der§ 78 des Unfall-Versicherungsgesetzes von der Geltung für die im Staatsdienst beschäftigten Arbeiter ausgenommen, dagegen ist aber ausdrücklich im§ 9 des Entwurfes gesagt:„Vorschriften der AuiführungSbehördrn Verstcheaten zur Verhütung über vas in den Betrieben von den von Unfällen zu beobachtende Verhalten find, sofern fie Straf- bestimmungen enthalten sollen, vor dem Erlaß mindestens drei Vertretern der Arbeiter zur Berathung und gutachtlichen Aeußerung vorzulegen." Es ist also hier vollständig kongruent mit den Vorschriften des Unfall-Verficherungsgesetzcs auch die Betheiligung der Arbeiter bei der Begutachtung der Unfall- Verhütungsoorschriften gewährleistet. Es ist unmöglich, solche Vorschriften, welche die Sicherheit des Eisenbahnbetriebes im Auge baden, erst von der Zustimmung oder Nichtzustimmung eines ArbeiterauSfchusses adbängig zu machen. Dann, meine .Herren, ist ein weiterer Jrithum ocs Herrn Abgeordneten der, daß er gemeint hat, es sollten nach diesem Entwurf die Ar- beiter, welche Beisitzer der Schiedsgerichte werden, nicht gewählt, sondern ernannt werden. Gerade das Gcgentheil ist der Fall. ES steht allerdings in dem§ 6:„Die im§ 47 Abs. 3 a.a.O. bezeichneten Beisitzer werden von der Aueführungsbehörde er- nannl." Das fird aber diejenigen Beisttzer, welche aus dem Aibeitgeberstandc, welche in diesem Falle die Staatsbehörde ist, in oaS Schiedsgericht zu berufen find, es bezieht fich aber diese Vorschrift nicht auf diejenigen Mitglieder des Schieds- gerichts, die dem Arbeiterstande angehören- Es besteht gar keine Schwierigkeit, die— um es kurz zu bezeichnen— den Transportgeweiben angehörenden Arbeiter der Wohlthaten der Krankenverstcherung theilhaftig zu machen; wir brauchen zu diesem Zwecke keine anderen Organisationen, als fie das Kranken- verficherungsgesetz in Aussicht nimmt und es hat eben weiter nichts bcduifl, als des einen§ 15 dieser Vorlage, der, wenn er Ihre Zustimmung erhält, die Sicherheit dafür geben wird, daß die Aibeiter unter die Krankenverstcherung fallen. Dank der hingebenden und eifrigen Arbeit des ReichsverficherunflSamtes, welche ich mich verpflichtet halte, schon in diesem Stadium auch hier anzunkenmn, ist es gelungen, die Vorarbeiten für die Durchführung des Unfallverficherungsgesetzes so zu fördern, daß wir uns der Hoynung hingeben lönnen, daß mit dem 1. Oktober d. I die Unfallverficherung im ganzm Reiche in Kiaft treten wird- M. H., ich sehe nach dem, was mir bisher über den Fortgang der Organisation berichtet worden ist, mit großem Vertrauen der envgiltigen Gestaltung der Unfallvcrstcheruag entgegen, und ich glaube, daß auch die daran geknüpften Bc- sorgniffe und namentlich das Bedenken des Herrn Abg. Kräcker, daß der Arbeiter von dem, was ihm auf Grund dieser Gesetze zu Theil wird, niemals befriedigt sein könne, sehr bald beseitigt werden, wenn nur erst die ersten Fälle da sein werden, in denen dem Arbeiter zur eigenen Anschauung ge- bracht wird, welche Wohlthaten ihm dies Gesetz zugewendet hat.(Bravo!) Abg. Gebhard(nat.): Meine politischen Freunde halten den von der Regierung mit dieser Vorlage eingeschlagenen Weg für richtig. Was im Einzelnen das Veibältniß dieses Entwurfes zur Krankenkassen-Gesetzzebung betrifft, so fragt es fich, od nicht für die im Eisenbahnbetrieb beschäftigten Aibeiter, die bisher schon mit Rückficht auf die desondere Gefährlichkeit ihreö Berufes im Hafipflichtgesctz besondere Begünstigungen genoffen, die Karrenzzeit von 13 Wochen auf einen geringeren Zeitraum reduztrt weiden könnte. Dies wird um io eher möglich sein, als der Eisenbahndetrieb größtentheils in den Händen deS Staates liegt, der ja größere Lasten tragen kann als der Privatunranehtner. Ilm Vit Frage näher zu prüfen, wünschen wir statistisches Material darüber zu erhalten, in. wie viel höhcrem Maße die Bahnarbeiter Be- triebsunfäUen ausgesetzt find als Arbeiter in anderen Industrie- zweigen. Ein fernerer von uns vertretener Wunsch ist die Ausdehnung der obligatorischen Unfallverficherung auf die bei der Seeschiffiahrt beschäftigten Personen-(Zustimmung) Staatsjekretair v. Boetticher- Die Vorarbeiten zur Ausdehnung der Unfallverficherung auf die Seeschifffahrt find von den Regierungen bereits in Angriff genommen, und nur mit Rückstcht auf die ganz besonderen Verhältnisse der See- schifier erstreckt fich die gegenwärtige Vorlage noch nicht auf dieselben. Ich habe zwar nichts dagegen, daß fich die Kom- Der Ei \ m 28 Mit H« in de 'igten A Abg. ßenügende ünfallverficl «uf den der misfion mit dieser Frage beschäftigt, würde diese UntersueW aber für ziemlich gegenstandslos halten, weil Ihnen rMd» scheinlich in nicht zu ferner Zeit eine bezügliche besondere M läge zugehen wird, welche dem auch von mir anerkannten 8" dürfniß, die Seeschiffer in die Unfallversicherung auftimchm* entspricht.(Beifall) Abg. Schräder: Ich freue mich zu hören, raß" eine Einbeziehung der Seeleute in das UnfallverficherungSgexk Dkn der s in Erwägung aezcgen ist. Allerdings werden hier ganz besoi» M sreundl dere V-rhällnisse, die weiten Reisen, welche die Schiffe maifck» fWer wert« u. s. w., zu berücksichtigen und die ganze Angelegenheit ein« sorgsamen Prüfung zu unterziehen sein. Was nun die di>' bmge Ausführung des Unfallverficherungsgesctzes betrifft, 1» glaube ich, daß wir keineswegs lereits so weit vorgescdrinen find, als der Herr Staaissekcelär aagedcuict hat. Bisher»> doch nur festgestellt worden, aus weichen Gliedern die Beim» genoffensckaften bestehen sollen. Aber auch hier ergeben größere Sch Gierigkeiten, als man erwart-t hatte. Eines JN wenigstens ziemlich sicher, daß wir mehr Berufsgenossenschastc« erhalten werden, als angenommen wurde; die Zahl 20 sicher überschritten werden. Im Uebrigcn kann ich meinen 0? scheidenen Zweifel daran nicht velhehlen, ob der Weg, den ml zur Weiterfübrung der Unfallverficherung betreten, zweckinM sein wirb. Bei der Feststellung der Entschädigung werden in diesen Betrieben Arbeiter mit betheiligt sein, aber Verfahren wird hier weniger unparteiisch eischeiirM da die Ardeiter den Berufsgcnoffenschasten gegenüber tV freiere Stellung einnehmen, als wenn fie, wie hier, mit r# vorgesetzten Behörden zu Rathe fitzen sollen. Daß bei jf Vorschriften über die Unfallverhütung praktisch erfahrene»'! beiter in größerer Zahl zu Rathe gezogen werden, halte aß. ich für wünschenswerth. Die Eisenbahnardeiter standen j; unter dem Haftpflichtgesetz entschieden günstiger als jetzt.& erhalten nur den einen großen Vortheil, daß die Entscheid»* 1 eine leichtere ist. Nur ein Theil von Ersenbabnarbeitern»» günstiger gestellt, die Kategorie, welche der§ 2 betrifft,* größere Theil aber findet fich, wie ich wiederholen muß,*! hauvtschwi! »ernsten Br ber Gemein mr die erstl «rankheit. »ast erlang »»bekannte Mm kam ttaft eine Ut zieht, »nfimg an �.»och, n Men Sp «ilcht ml * wollen. K N der sch �.Ischen i groxere xyen aoer nnoci nffl, wre rcy ivreoeryoren mutz,' einer ungünstigeren Lage. Hier also sollte ein Ausgleich C I n « i# �5 Unfall. schaffen werden. Wenn wir das verlangen, so bitten wir/ gleich, daß auch die noch schlechter gestellten Eis/ bahnbeamten in die Wohlthaten dieses Gesetzes geschlossen werden. Jedenfalls wünsche ich, daß Kommisfion auf diesen Punkt besondere Rückstcht nä% Die Landesveificherungsämter werden eine praiW Bedeutung erst erhalten, wenn fie für Staatsbetrieb und™ die landwirthschaftlichcn Arleiter zuständig werden. Wir gl/ ben aber, daß dieselben in ihrer jetzigen Koi.struktion unbra»/ bar find. Noch einen Punkt möchte ich berühren. Warm» man noch nicht weiter gegangen mit der Ausdehnung des setzes? Jetzt bleibt nur ein kleiner Tbetl von Ardeilern un/' sichert; fast nur die Handw-rker. Auch von diesen ist/ Theil bereits einbezogen, die Bauhandwerker. Warum W man das Gesetz nicht einfach auch auf den Rest auSgedeh/ Man sollte das Gesetz in zwei Theile zerlegen und in b« einen die Staatsbetriebe und in dem anderen die jetzt au! nommenen Handwerksbftriebe bebandeln. Zum Schluß ich dem Wunsche noch Ausdruck geben, daß die Berathung � in ähnlicher Weise abgeschnitten werde wie das vorige% Wir hatten uns die größte Mühe gegeben, das Gesetz bei/ ersten Lesung in der Kommission nach Kräften zu verbeM Aber in der zweiten Lesung war unsere Mühe umsonst. standen einem fertigen Kompromiß gegenüber, und so ist Gesetz damals in einer Form zu Stande gekommen, ßeiOv große Mängel enthält.(Beifall.), Staatssekretair v. B oettich er: Meine Herren,% den letzten Wunsch deS Herrn Vorredners anlangt, daß nt® wieder, wie im vergangenen Jahre, fich die Herren zweiten Lesung ernem Kompromiß« grg.nQbrr drnndeN ten, so kann ich ja zur Befriedigung des Wunsches 2% JÄ." Mmsänd, M 5� m K Ni-hn 3 jf.n l # ttmn, denn das Kompromiß ist nicht mit der Regierung abfst' schloffen, sondern es ist unter verschiedenen Fraktionen viel''»Uichffi' Hauses vereinbart, und diese Fraktionen traten nachher/ i f 1» Ä schloffen in die zweite Berathung. Meine Herren, der H/ Vorredner bat nun am Ende seiner Ausernandersetzungen i' meint, es zeige fich. wie fehlerhaft es gewesen sei, früher»j* einen Theil der arbeitenden Bevölkerung von den Wohlth»/ der Unfallverficherung erfassen zu tassen; jetzt sei man,»F, dem man einmal die und zwar in der Hauptsache für' Großindustrie zugeschnittenen Grundlagen angenommen% in die Nothwendigkert gesetzt, entweder diese Grundlagen� mögen nun paffen oder nicht, auch bei der Ausdehnung zu«/ Wendung zu bringen oder etwas ganz anderes zu schaffen. Herren, ich bin nicht der Meinung, daß eine solche NothwenT keit vorliege. Wir haben es hier jetzt mit einem neuen von Arbeitern zu thun, und ebenso, wie Sie aus demEntfl»/ über die Unfallversicherung der landwirthschastlichen Arb/. ersehen, daß die verbündeten Regielungen dort rückstchtlich/ Konstruktion der Unfallverficherung sehr erheblich von% nne früher adoptirten Prinzipien abgegangen find, ich sage, bem neu wie dort ist auch hier bei diesem Gesetz gar kein HindeM r,*,; vorhanden, daß, wenn Sie der Meinung find, daß auf vss>- z-ba Arbeiter, auf diese Klassen von Arbeitern die Organrsalr�i Jonsberai I, in toto oder im Einzelnes �vrleaun fcrtnget Nun 8' «e eben sine fruch wie wir sie ftüher akzcptirt haben, m toto oder im Btitzw*«otUaun nicht paffe, Sie dann beschließen, eine andere Organisation äufttmttl machen. Ich würde darin auch gar kein so großes Ung/.I knyabibc sehen. Wir find— und ich glaube nicht, daß der Reichi'/l kion demnächst zu einer anderen Urberzeuqung kommen wird''«i, wir find schon durch die Nothwendigkeit, die landwirthsch�'»tlchlnit? lichen Arbeiter in die UnfaUveificherung einzubeziehen./% y welche drr Organismus, den wir in dem Geseye vom 6. d™' utviLut unt iit uem uuiu v. v, vorigen Jahres adoptirt haben, nicht paßt, wir find J'falloct S dm hierdurch in der Nothwendigkeit, von den dort angenomm«»!?! im 5�"' Grundlagen abzuweichen. Wir find allerdings nach'•Jjj gut btt licher Ueberlegung zu der Ueberzeugung gekommen,.« die Unfallverficherung der Beamten sich am ve». auf dienstpragmatisckcm Wege bewerkstelligen läßt, und /L bereits in dieser Beziehung ein worvcn. Die Abficht, die Beamten, ipezitll also in W* von den Wohlthaten der Uni?. Uckhscha. Falle die Eisenbahnbeamten, vvn vrn-lvoyuyarcn on verficherung auszuschließen, ist niemals bei den vcrbün?� L« verncyerung auszuiwiregcn, m niemals oer oen vcrou>>-j'� Ntigen Regierungen vorhanden gewesen. Meine Herren, nun ha' ja»aß �e! Cy»*.*. CT).*.. vaN««mV« S» � a ICi, W„„_________»x... S*t11* irfiM.1•' Herr Vorredner und das ist der zwettc�Punkt, zu den»„ noch ern paar Worte bemerken möchte— bezüglich der Lo»%, verficherungsämter ausgeführt, daß jetzr, wo nach diefenr. fffct» imh nnrh hont AWftf N#, der landwirthschaftlichen Arbeiter die Landesverficherungsaw7 sehr viel mehr in den Vordergrund treten, als wie dies« � dem Unfallve.sicherungsgesttze vom Juli v. I. der Fall A,, um so ernstlicher zu prüfen sei, od dieses Institut nicht»%* Haupt eine gewisse Gefahr in fich hege. Nun,& ß Herren, ich kann nicht finden, daß der Herr Vorredner»Ä seine Ausführungen�diese Gefahr als eine besonders vjin��, nachgewiesen hat. Er hat gesagt, wolle man die Land»„j sicher ungsämter bestehen laßen, rcsp. den KreiS ihrer Komo'� erweftern, so komme man je länger j- mehr in die PaA� iv«.vuiiisv•«»»•» iv jj v vii vvv-v-n■_«i| die Entscheidungen der Landes oerfichtrungsämter in Diott» � treten mit den Entscheidungen des ReichsoeificherungsaM'"! � d-ide koordinirt seien, also daS Reichsverstcherungsan't" Einfluß auf die Entscheidungen der Landesverficherungsa � und noch weniger eine Korrektur derselben bade. Nun- y P1! K Lahres! 5» finde i» diese, suv �ven vei Ab. Arbeite! Herren, daS ist auch nach dem UnfalloerficherungSgesetz' der Fall, auch nach diesem kann in ein unv derselben V':i tfaa, uuiw"uw vwmu wnn in cm uno octiciutx* � eine verschiedenartige Enrscheidung der Landesversicheru � amtcr und des ReichSverficherungsamts eintreten. Nun,\i Herren, ich beschränke mich auf diese Ausführungen, mir eine nähere Besprechung und resp. Widerlegung der W.m deS Herrn VonednerS für die Berathung in der KoM> verbehalte. ZU verbl »aS um »en be d-S rhei »nders ««setz, y � Erfahrungen über die bisherige Wirlsamkeit des fallverficherungsgesetzes noch fehlen, um dieses ohne Weiteres «.Ina �tr der Beschäftigten nach umfangreichsten Er- fclm«x?'.QUf die Landwirthschast, zu übertragen. Eine «�» m"��eit liegt in der Zu,iehung auch der kleinen und k- r Ja?��be zur Verficherung und in der Verpflichtung to! zur Tragung der Kosten des Heilverfahrens Elsten 13 Wochen der durch den Unfall herbeigeführten . Mlhcfl. In dem Augenblick, wo dieser Entwurf Gesetzes- um», wild dadurch den Gemeinden eine ihnen bisher mJ* i' Last auferlegt, die sehr leicht zu einer drückenden !ann- �uch sonst legt der Entwurf der Landwirth- »»ix« Reihe neuer und nicht unbedenklicher Ver- W qv!n?m auf; trotz aller dieser Bedenken aber haben wir an tf�chberathung der Vorlage, welche einen nach Millionen E« fl Theil unserer Bevölkerung in Mitleiden- M Zieht, das aio&te Jntereffe und befürworten die Ueder- e>!ung an eine Kommisston. tBeifall.) Echleßlich bitten wir wenn das Gesetz zu Stande gekommen ist, der pol- &»? Sprache bei den Anmeldungen und beim schriftlichen �lehr mit den Behörden die weiteste Zulassung nicht versagen « wollen. Ibg. v. Ow(Reichsrartei): Auch wir wollen den Zweck !?, Vorlage, die Ausdehnung der Unfalloerstcherung auf die mit»""r forstwiithschaftlichen Arbeiter, in Uehereinstimmung b».,«!1 Won vor mehreren Jahren ausgesprochenen Anficht des »w Gen Landwiithschaftsiaths. Dennoch erkennen wir die Tendenz bei der Berathung >e- WL, rT"" mj%i\ von Anträgen gleicher Ten - Unfallgesetzks für die industriellen Arbeiter als toj ßeiechifeiiigt an, denn eine direkte Ausdehnung ttersuchM ���ltwurf wird darauf einstimmig an eine Kommisfion "-n Mv'"N 28 Mitgliedern verwiesen. ndae M- W folgt die erste Berathung deS Gesetzentwurfs, betreffend unten B-.Ausdehnung der Unfallversicherung auf szunthinkil.«le in der Land- und Forstwirthschaft beschaf- "glen Arbeiter. sa«°li».Abg. v.©czaniecki: Die polnischen Abgeordneten rungWI?jett der sozialpolitischen Reformgesetzgebung im Allgemeinen an, besei» M steundlich gegenüber und wünschen ihre Ausdehnung auf sse mach« unw« wertere Kreise der Bevölkerung; sie glauben indes, daß nhelt eW �'m-......-•-.....""- rt die bli' S&g Bisher s ie Berufs' rgeben ß» Eines>f> ssenschaM ,1 20 fflit» meinen f» ÄrM »erden au» aber � lüdet eitt mit ihn» i 6eito lhrene � halte oul anden? jetzt. 9 atscheidW litern tu» etrifft, i muß," Sgleich f en wirf en etzes � daß& >3 Wir gk* unbtau* Warum/ g Wg ern unr? i"'ßg (atuin lsgedeh»! nd in d« jetzt aus hluß hung Ag tv, ren, l??! daß nu es» ANS obr inen dieses lachher der Heß surigen i'' früher m- Lohltho'� ian, nuj be für8" men >lagei rste �•uungen dieses Gesetzes auf die Land- und Forstwirihschaft Un l'J'r unpraktisch gewesen und hätte umfassende Organi- Zuwanderungen nöthig gemacht. An Gründen für die Möglichkeit der gegenwärtigen Vorlage führen die Motive Vicht geringere Unfallgefahr, den Mangel jeder Haftpflicht, Jw} den des bestehenden ungenügenden Haftpflichtgesetzes, uwerisch hervorragende Bedeutung der landwirth- MfNichen Arbeiter an; alle diese Gründe sprechen nur z>. bre Ausdehnung selbst, nicht für die Dringlichkeit. >» wird die Kommisfion die ungeheuer wichtige Frage �Piusen haben, ob nicht vor der Ausdehnung der Unfallver- iT/ing die Ausdehnung des Krankenkasicngesetzes zu erfolgen J;, Die Motive beantworten die Frage mit Nein und vcr- » sen auf die Möglichkeit, statutarisch die Ausdehnurg des z/tenkassengesetzeS auf die land- und foistwirthschaftlichen /e> er anzuordnen. Indessen ist von dieser Fakuliät bis jetzt i,; nn ganz verschiedener Gebrauch gemacht worden. Auch /matriarchalische Verhältniß zwischen Arbeiter und Arbeit« r" auf dem Lande, worauf die Motive verweisen, ist leider mehr im Verschwinden begriffen, und die Naiural- s?vhschast bat in Deutschland fast ganz aufgehört- j'W jjjj Nichtausdehnung deS Krankenverflcherungs- erglebt sich die Schwierigkeit, für die ersten Uzehn Wochen die Kosten des Heilverfahrens aufzubringen. .>>« Vorlage verlangt, daß die Gemeinden diese Kosten tragen Min. Der landwirthschaftliche Arbeiter steht dabei nicht Jfechter, als der industrielle; der Arbeilaeher sogar besser, gi ihm die Beitragsoflicht der industriellen Arbeitgeber A?,. obliegt. Zwingende Gründe aber sprechen gegen diese uiMung der Last auf die Gemeinden. Zunächst dieselben zuMgfflen Gründe, welche uns zur Ablehnung deS Reichs- führten; daS Bedenken vor der Hineintragung eines die».Tuchen Prinzips in die Gesetzgebung; dann aber auch vx,/, �rechte Wirkung, welche eine solche Bestimmung nach Na»» vm Richtungen ausüben würde. Wir meinen dem- n,.,»' daß dieser Theil des Entwurfes ganz fallen gelassen HUi,»"8 sollte, zumal er das Provisorium nur verlängern Hi»■ Das Korrektere wäre jedenfalls, den Arbeitgebern ''oren Organen, den BerufSgenoffenschaften die Auf- der Mittel aufzuerlegen. Ein großer Vorzug des ist die nur fakultative Zulassung der Genossen- .., bedenklich dagegen die Bifugniß der letzteren, die « /hrenklassen festzusetzen. Mit der Vertretung der Arbeiter cO wir einverstanden, obwohl gerade bei der Landwirthschast � Aibeiterinteressen auch ohne eine solche Vertretung nicht Unger gewahrt sein würden. Wir beantragen die Ver- Wung an eine Kommisfion von 28 Mitgliedern, vielleicht an 'ic eben beschlossene, und wünschen, daß die Kommisstonsaibeit wie fruchtbare sein, das Resultat einen weiteren Baustein zu ,e"i neuen sozialpolitischen Gebäude liefern möge!(Bei- 'all rechts.) o Abg. v. Wendt: Wir find ebenfalls für eine Kommis- MSberathung des Entwurfs. Im Allgemeinen liefert die Vorlegung desselben den erfreulichen Beweis, daß die an das Zustandekommen des Unfallgesetzes geknüpften Hoffnungen sich /wahi hellet haben. Wären die Schwierigkeiten der Organi» Won nicht relativ leicht zu überwinden gewesen, so hätte sich Reichsregierung zu dieser Ausdehnung nicht sogleich Wchloffen. An und für fich ist eS wünschenswerth, »M der Landwirthschast alle die Vortheile der �i'iallversicherung zuzuführen. Aber die Materie ist ,„r j/. durchaus schwere, und auch der.Herr Vorredner, 1� i,.. Allgemeinen gewiß ein warmer Anhänger der Vorlage, jui' M dieselbe unversehens zerstückelt. Beim Großgrund. fiJl6«äre eS verhältnißmäßig leicht, Bestimmungen zu Wen, welche ohne Weiteres die Ausdehnung der /stehenden Unfall- und Krankenverficherung auf die land- /'rhschaftlichen Arbeiter möglich macht. In den Theilen MnWlandS, wo der mlltlere und kleine Grundbesttz fast aus- �»eßlich vorkommt, wäre es nicht möglich, derartige Bestim- vWflen einzuführen. Man hat bloS als Thatsache hingestellt, sx° die Verhältnisse in Bezug auf die Unfalloerstcherung so s??ierig nicht seien, man hat das nachzuweisen i, /erlassen. Die einzelnen Bestimmungen des Ge- ".»r» bestätigen meine Anficht vollkommen. Die ganze des Gesetzes ist eine unfichere. Es ist möglich, stets zu sagen, wer ist Arbeitgeber und wer Wie steht es mit dem, der den größten Theil des Arbeiter ist, aber dann, wenn er fich Zeit nimmt, sein ----- gan)5 u versehen, dazu einen Arbeiter zur Ei ist schwer, die Grenze zwischen selbststän- Leuten in der Landwirthschast auch, daß�es nicht schon ly «C ulT um � t Enta»� AtbdJ ichtlichdZ von� ge, ebcl'h W •ssS, »Z Reichst wird � »irthsch� inv m wmme»� nach r r| CT u dem° :r LantZ, ieseM M/« t'Z Eii'VJ m C«»"« SR"'"" "ff/'#'(äff/" Arbeiter ist. aber dann, wenn er jtch Zeit nimmt, sein , M«'"/ Hilf-! eigenes Land zu versehen, dazu einen Arbeiter zur ' mir1* annimmt? Ei ist schw". die Grenze zwischen selbststän- M ÄsU?» unselbstständigen %: WAMW eben desselben an die Kommisfion, welcher der tmm Bei diesem Gesetz aber muß fich die öffentliche Meinung der Sache annehmen, denn die Arbeitgeber werden fich sträuben, eine Entschädigungspflicht anzuerkennen, die ihnen vollständig neu auferlegt wird. Was die Turchsührbarkeit des Gesetzes betrifft, so ist zu beachten, daß dasselbe so weit ausgedehnt werden soll, daß der, der fast das ganze Jahr Arbeitnehmer ist, dann, wenn er einmal zur Erntezeit selbst Arbeiter de- schäftigt, Arbeitgeber wird. Was die Frage der Organisation detrifft, so wäre es zweckmäßig, die Provinzialoertretungen mit der Einrichtung des Unfallwesens zu betrauen. Die Unterabtheilung in Sektionen wird allerdings durchgeführt werden müssen. In wie weit wir die Gemeinden heranziehen könnten, wird auch in der Kommisfion besonderer Prüfung bedürfen. Sodann müssen Kautelen für die richtige Regelung der Gefahrenklassen geschaffen werden. Wenn auch die kleineren Betriebe in dem Gesetze bleiben, so fürchte ich, daß die größe- ren auf die mindere Gefährlichkeit derselben bei der Bildung der Gefahrenklassen nicht gebührende Rücksicht nehmen werden. Die Berufung der Arbeiter zu Schiedsrichtern und zur Untersuchung der Unfälle scheint mir eine sehr angreifbare Bestimmung zu sein, und empfehle ich dieselbe der besonderen Prüfung der Kommisfion. Die Reichsgarantie endlich, die wir auch in dem vorigen Gesetzentwürfe hätten missen können, ist hier noch mehr entbehrlich. Die weitere Berathung wird um 5 Uhr bis Sonnabend 11 Uhr vertagt. Außerdem steht auf der TageS- ordnung der Rechenschaftsbericht über die Ausführung deS Sozialistengesetzes(kleiner Belagerungszustand). Abgeordnetenhaus. 12. Sitzung vom 30. Januar 1885, 11% Uhr. Am Ministertisch v. Puttkamer, und viele Kom- missare. Der erste Gegenstand der Tagesordnung ist die dritte Berathung des Gesetz-Entwurfs betreffend die Vertretung des Fiskus in bürgerlichen Rechts st reitigkeiten der Justizverwaltung. Der Gesetz< Entwurf wird ohne Diskusston a n g e« nommen. Es folgt die dritte Berathung deS Kommunal- steuer-Nothgesetzes. Zur Gen-rap Diskussion ergreift das Wort der Abgeord- nele Schmidt(Sagan, freik/, um noch einmal die Frage wegen der Kommunalsteuerfreiheit der Eisenbahnen zu beleuch- ten. Er wendet fich dabei gegen die Ausführungen deS Abg. v. Tievemann(Bomst), welcher bei der ersten Berathung be- kanntlich diese Befreiung befürwortet hatte. Der Fiskus stehe in dieser Beziehung mit den Privatbahnen auf völlig gleicher Linie, und dieses Faktum könne nicht so ohne Weiteres weg- gewischt werden. Es mache keinen Unterschied, ob ein Unter- nehmen aus der Hand einer Privatperson in die Hände einer juristischen Person übergehe, man würde, wollte man einen solchen Unterschied statuiren, an dem Fundament der ganzen Kommunalbesteuerung rütteln. Vereinige man sich dahin, daß das Unrecht gut gemacht werde, über die Modalitäten der Besteuerung werde man stch bals verständigen. Abg. v. Tievemann(Bomst, frei/) erklärt, daß er sich die Widerlegung der Ausführungen des Vorredners bis dahin vorbebalte, wo das Herrenhaus über die Vorlage Beschluß gefaßt haben werde. Abg. Zelle(dfr.) konstatirte den Zwiespalt in derjenigen Partei, welche so gern die Vaterschaft für dieses Gesetz für fich in Anspruch nehme. Die Diskusston wird geschlossen und der Gesetz-Entwurf angenommen. Darauf wird die Berathung des Etats des Ministe- riums des Innern fortgesetzt. Zu den Kapiteln 91 und 92 der dauernden Ausgab e n liegt ein Antrag des Abg. v. E y n e r n(nü vor, welcher die Staatsregierung auffordert, in der nächsten Session einen Gesetzentwurf vorzulegen, der auf eine gerechtere Vet« theilung der Kosten der örtlichen Polizeiverwaltung Bedacht nimmt. Der Antragsteller verweist darauf, daß er denselben Antrag bereits im vorigen Jahre gestellt habe, daß derselbe der Gemeindekommisston überwiesen, aber nicht zur Erledigung gelangt sei. In Berlin würden die persönlichen Kosten der Polizeiverwaltung vom Staate getragen, während die kleineren Provinzralstädte die Kosten der Polizeiverwaltung allein ragen müßten. Dies sei ein schreiendes Mißverhältniß, welches nicht weiter bestehen bleiben könne, denn er halte es für durchaus undurchführbar, daß die Steuerzahler im Allgemeinen beitragen sollen zur Unterhaltung der Polizei in den großen Siädten; es sei dies eine Unterhaltung der Großen auf Kosten der Kleinen. Ehe dieses Mißverständniß nicht be- festigt sei, eher werde man nicht zu einer Erleichterung der Kommunallasten gelangen. Er bitte, seinen Antrag wiederum an die Gemeindekomm sflon zu verweisen. Abg. v. Minnigerode(kons.): Die Sache liege doch etwas anders, als der Vorredner dargestellt habe. An der Entwickelung der großen Städte habe der Staat ein großes Interesse und eS sei i othwendig, daß der Staat in die Ordnung unmittelbar hineingreife und daraus folge, daß er auch mit seinen Mitteln zur Unterhaltung der Polizei beitrage, damit er in der Lage sei, seine Autorstät kräftig aufrecht zu erhalten. Er bedauere, daß in einer großen Zahl von Städten die königliche Polizeiverwaltung aufgehoben worden sei. Er er- kenne aber die Mißverhältnisse an und sei mit der lieber« Weisung des Antrages an die Gcmeindekommisfion einver- standen. Abg. Dr. Langerhans(dfr.) ist ebenfalls mit der Ucberweisung deS Antrages an die Kommisfion einver- standen. Er hätte gewünscht, daß die Vorredner für die Aus- Hebung der königlichen Polizei überhaupt plädirt hätten, und verweise darauf, wie die einzelnen Zweige der Polizeiverwaltung welche zum Betspiel der Stadt Berlin übertragen seien, fich seit der Zeit gehoben hätten. Die Straßen Berlins seien unter der Verwaltung des FiSkuS fast unpasfirbar gewesen und man betrachte dieselben einmal jetzt, nachdem fie in die Verwaltung der Stadt übergegangen seien. Er würde eine Reform dahin wünschen, daß der Staat nur die Sicherheitspolizei für fich behalte. Wenn der Antragsteller meine, es sei hier eine Begünstigung der großen Städte auf Kosten der kleinen, so verweise er darauf, daß Berlin ca. ein Sechstel der gesammten Staats- einkommensteuer aufbringe. Abg. Dr. Windthor st(Zentrum) ist der Anficht, daß die Polizei nicht ein Ausfluß der königlichen Gewalt sei. Der Grund zur wahren bürgerlichen Freihest liege in der Selbst- ständigkeit der Kommunen, und wenn dieselben die Polizei nicht haben, sei die Selbstständigkeit in der That nicht weit her. In Berlin würde er die Polizei am liebsten der Stadt übertragen, es sei dies ober absolut unzulässtg. Die Sicherheitspolizei müsse hier in der Hand der Regierung liegen, denn einmal sei hier der Sitz der Regierung und des Landesherrn, für dessen genügende Sicherheit die Regierung Sorge tragen müsse. Abg. Zelle weist ebenfalls die Ausführungen des Abg. v. Erz nein zurück. Bau-, Wohlfahrts-, Marktpolrzei, daS seien Dinge, die man weit besser in die Verwaltung der Kommunen legen würde. Die Berliner Verwaltung würde gern weit mehr bezahlen, wenn man ihr noch mehr Zweige der Wohlfahrts- polizei übertragen wollte. Wenn darauf verwiesen worden, daß Berlin nur 100 Prozent Kommunalsteuer zahle, so erwidere er, daß dies in der hohen Einschätzung der Berliner seinen Grund habe. Würden die Berliner fich so einschätzen, wie die Be- wohner der westlichen Städte, so würden wir hier auf minde- stenS 300 Prozent kommen.(Beifall.) Abg. v. Minnigerode weist Windthorst gegenüber noch einmal darauf hin, daß die Polizei stets ein Ausfluß der. königlichen Gewalt gewesen sei. Abg. Dr. Windthorst, erwidert, die historische Ent» Wicklung beweise, daß die Freiheit der Gemeinden älter sei, als der Absolutismus und älter als die königliche Gewalt. Abg. Lauen st ein(nl.) ist mit Windthorst darin ein» verstanden, daß eS besser sei, den Städten die Polizeiverwal- tung so viel als möglich zu belassen. Abg. v. Eqnern erwidert Windthorst, daß zur Zeit, als derselbe noch in Hannover Einfluß hatte, die königliche Polizei in Hannover, Göttingen, Celle und Harburg bestand. Er (Redner) habe übrigens in seinem Antrage zu der Frage gar keine Stellung genommen; ihm sei es gleichqiltig, ob lönig- liche ob städtische Polizei. Er wolle aber nicht für Berlin bezahlen, weil er nicht in Berlin wohne- Das Zugeständniß Zelle'S nehme er gern hin, er hoff-, die Kommission werde da- für sorgen, daß die Stadt mehr Zweige der Polizeiverwaltung erhalte, dann aber auch mehr bezahle. Die Diskusston wird geschlossen, der Antrag v. Eynern an die Gemeinde- Kommission gewiesen. Bei Kap. 96(Strafanstalts- Verwaltung) bringt Abg. S e y f f a r d t(Krefeld) die Vagabondenfrage zur Sprache. Er ist der Anficht, daß nur durch Schaffung geschloffener Armenverbände deren Leistungsfähigkeit gehoben werden könne. Er empfiehlt die Beschlüsse des deutschen Vereins für Armenpflege und Wohlthätigkett der Erwägung deS Ministers, um auf Grund derselben die ihm zu Gebote stehende Gesetzgebungs» initiative zu ergreifen. Minister des Innern v. Puttkamer dankt dem Vor» rebner für die gegebene Anregung. Er habe den Beschlüssen dieses Vereins die allergrößte Aüfmerksamleit zugewendet und Anordnungen getroffen, daß dieselben für die Gesetzgebung nutzbar gemacht werden. Der Minister hebt sodann insbesondere die Thätigkeit der Verpflegungsstationen und der Ar- beiteilolonien hervor und konstatirt, daß stch diese Einrichtungen bis jefet außerordentlich bewährt haben, und daß er gern bereit sei, diese auf spezifisch christlicher Grundlage beruhenden Institutionen nach Kräften zu fördern. Abg. Büchtemann konstatirt aus der Kriminalstatistik. daß eine erfreuliche Abnahme der Vagabondage schon vor Ein» richtung der Humanitären Institutionen, von denen der Minister gesprochen, angebahnt sei. Minister v. Puttkamer erwidert, daß der Grund hier- für in der neuen Wirthschaftspolitik zu suchen sei- Abg. Büchteman stellt dirs in Abrede. Wenn stch die Verhältnisse in den Jahren 1880, 1881, 1882 einigermaßen gebessert hätten, so sei dies zurückzuführen auf den größeren Be» darf des Auslandes. Der Etat wurde darauf in den dauernden Ausgaben ge» nehmigt, desgleichen debattelos der Etat des Kriegsministeriums, Bei dem Etat der Bauverwallung spricht Abg. Berger (Witten) den Wunsch aus, daß unsere Staatsarchitekten mehr auf Reisen geschickt werden möchten,'als dies bisher der Fall gewesen. Abg. ReichenSperger(Köln) bittet um Veröffent» lichuna der Attachüberichte. Geheimer Rath Schulz erwidert, daß diese Berichte bereits veröffentlicht würden, soweit deren Umfang dies ge- statte. Abg. Berger(Witten) spricht für Gleichstellung der Land- und Wassei-Baumeister mit den Eisenbahn-Baumeistern hinstcktltch ihrer Gchaitsbezüge. Der Etat selbst wird genehmigt. Die Berathung des Etats für Handel und Gewerbe wird von der Tagesordnung abgesetzt. Nächste Sitzung Dienstag 11 Uhr. Tagesordnung: Verstaatlichungsvorlage, Berichte und Gesetzentwurf betr. Aenderuna des rheinischen Htzpoihekemechts. Schluß 2% Uhr._ M o k K l e jöi. g. Wie stark das Eis, namentlich in der Umgebung Berlins, während des letzten Frostes gefroren, erhellt am besten daraus, daß noch gestern auf der Havel uns hinter Spandau und bei Saatwinkel etwas tollkühne Personen auf der auf einigen Stellen bereits stark überschwemmten Eisdecke große Strecken gelaufen find. An einzelnen Stellen war daS Eis 6 und 8 Zoll stark und noch heute zählte man mehrere Zoll. Die Spree in Berlin dagegen zeigt fast gar kein Eis mehr, denn hier haben die letzten zwei Tage genügt, die ohnehin nicht stark gewesene Eisdecke zu schmelzen. Auf den Eisbahnen ist natürlich alles verödet und nur noch einzelne Fahnen zeugen von der Herrlichkeit, welche hier noch vor wenigen Tagen ge- herrscht hat. Der letzte starke Frost hatte eine ganze Anzahl von WassersportSleuten veranlaßt, fich Schlittenyachten bauen zu lassen, um damit die Gewässer auf der Oberspree und Havel zu befahren, Aufträge, welche jetzt wieder, soweit noch möglich gewesen, rückgängig gemacht worden find. Nach dem wahren Frühlingswetter, weiches wir jetzt haben, ist cs sehr zweifel- hast, daß noch einmal eine so grimmige Kälte eintritt, wie wir fie gehabt. N. Ein frecher Diebstahl wurde beim gestrigen Wochen- markt auf dem Alexanderplatz ausgeführt. Einer daselbst ein- kaufenden Bürgersfrau wurde der Korb, in welchem stch Fleisch- waaren und sonstige Einkäufe befanden, von einem vorüber- gehenden Strolch vom Arme gerissen, worauf der Dieb mit seiner Beute im Gedränge der Marktbesucher verschwand. Als die Frau stch von ihrem erste« Schreck erholt hatte und fie die Verfolgung des Dieber veranlassen wollte, war eS leider zu spät, da der Maiktgauner inzwischen entkommen war. n Brutaler Ueberfall. Ein Akt großer Rohheit wurde heute früh an einem in der Dorotheenstraße 60 wohnenden Schneidermeister E. ausgeübt. Derselbe besuchte heute früh gegen 6 Uhr ein der Miltelstraße 2 belegenes Kaffeelokal von H. und wurde, als er dasselbe wieder verließ, plötzlich von einem ihm folgenden unbekannt gebliebenen Mann auS dem Hinterhalt überfallen und zu Boden gerissen. Nicht genug hiermit verletzte der Attentäter mit einem Stiefelabsatz das rechte Auge deS E. derart, daß er mittelst Droschke nach der in der Brüdeistraße belegenen Sanitätswache geschafft werden mußte. Nach dem ihm hier die erste ärztliche Hilfe zu Thell geworden, wurde unter polizeilichem Beistand die Aushebung des Eingangs erwähnten Kaffeelokals und die Sistiruna sämmtlicher Insassen zur Wache veranlaßt. Ein geringfügiger Wortwechsel seitenS deS angegriffenen E. und des Attentäters soll die Ursache zu diesem Ueberfall gewesen sein. Nach AuS- age der vernommenen Augenzeugen, will keiner den rohen Patron, welcher gleich nach der That verschwunden war. ge- kannt haben. E. bezeichnet den Angreifer als eine ca. 25#. rissen mittelgroße stärkere Persönlichkeit, welche mit einem hellen Anzug und kleinem niedrigen Hut bekleidet ge- wesen war. Im„Deutschen Tbeater" find die Proben zum„Fiesko" bereits dem Abschluß nahe. Inzwischen find jedoch nach der letzten außerordentlich zahlreich desuchten Aufführung von „Romeo und Julia" aus dem Publikum so vielfache Gesuche um Wiederholung dieser Vorstellung eingelaufen, daß die Direktion fich entschlossen bat, denselben Folge zu geben Da SS S sSnÄ'-Ä2- l!""---. n.ch-w».l _. Polizetbcrtcht. Am 27. d. M. Nachmittags war der Arbeiter Hahne, Reinickendorferstraße 13 wohnhaft, damit de- schaftigt, alte Eisenbahnschwellen nach dem Hofe deS HauseS Kielerstraße 19 zu tragen. Er glitt dabei aus und fiel und erlitt durch die Eisenbahnschwelle eine Quetschung des KopfeS und einen Schädelbruch, so daß er nach dem Augusta- Hospital gebracht werden mußte.— Am 29. d. M. früh vergiftete fich in der Mariendorferstraße eine Frau mittelst Zuckersäure. Die Leiche wurde nach dem Obduktionshause geschafft.— Um die- selbe Zeit brach in der Vronzewaarenfabiik von Angerhausen und Lüdtke, Waffe, thorstr. 10—11, Feuer aus, durch welches ein Theil des Fußbodens und der Balkenlage zeistört wurde. — Einige Zeit später entstand in einem Pferdestalle des Grundstücks Dresdenerstr 76 dadurch Feuer, daß ein Pferd beim Putzen mit dem Schweife die Etalllampe von der Wand riß und daS brennende Oel fich über das Lagersttoh ergoß. DaS Feuer griff so schnell um fich, daß in kurzer Zeit das ganze aus Fachwerk bestehende Gebäude in Flammen stand und ganz niederbrannte. Die Feuerwehr war zur Stelle und längere Zeit in Thätigkeit. GericMs- Rettung. y. DeS FliegenstöckerS Rache. Haufirm. Mufiziren, Betteln K. ist strenge vei boten, so lautet ein Schild auf dem Flur eines Hauses am Kronprinzen-Ufer und d-r Portier deS- selben hat ein wachsames Auge darauf, daß das Verbot strenge befolgt wird, denn so will es die Hausbefitzerin Fräulein B. eine ältere alleinstehende Dame. Am Vormittage des 19. Eeptbr. v. I. bemerkte der Portier, wie ein Händler mit Fliegenstöcken unter souverainer Nichtachtung des erwähnten Schildes durch den Flur nach dem Hofe eilte, woselbst er gleich darauf sein kräftiges Ausruferorgan zum Himmel tönm ließ. Natürlich schritt der Portier schleunigst verweisend ein, eS kam zwischen Beiden aber zu einem Wortgefecht und als der Händler nothgedrungen das Haus verlassm mußte, that er eS mit der Drohung, daß man an ihn dmken solle. Einige Tage darauf bemerkte der Portier den Händler wiederum auf dem Hausflur und schon schickte er fich an, seine Loge zu verlassm, um den hartnäckigen Ein- dringling fortzuweisen, als er bemerkte, daß dieser fich bereits aus freien Stücken wieder entfernt hatte. Bald darauf wurde er durch überaus heftiges Klingeln zu seiner, in der ersten Etage wohnen Herrin gerufen. Er eilte hinauf und wurde Augen- zeuge einer tragikomischen Szene, deren Schauplatz das Boudoir deS Fräuleins war. Zu den Lieblingen der Dame gehörte eine große weiße Angorakatze, ein wahres Prachtexemplar ihrer Gattung und diesem Thier, welches sich kurz vorher auf dem Flure aufgehalten, war von ruchloser Hand übel mitgespiell worden. Ueber und über mit einer zähen klebrigen Masse— es war ausgezeichneter Fliegenleim— beschmiert, suchte fich die arme Mies durch Anschmiegen an die Seidenrobe ihrer Herrin oder an die Möbel von der Klebmasse zu befreien und ihre Henin sah wehklagend und rathlos diesem vergeblichen Bemühen ihres Lieblings zu. Eist durch eine energische und andauernde Behandlung mrt Terpentin und Benzin konnte das Thier wieder in eine revräsentable Verfaffung gebracht werden. Die Wohnung des Fräuleins aber wurde einer längeren Lüftung unterworfen, bevor es gelang, den durch die angewandten Che- mikalien zurückgebliebenen penetranten Geruch zu vertreiben. Natürlich dachte der Portier sofort an den Händler, als eS galt, den Anstifter dieses Bubenstückes zu erforschen und dieser, der Arbeiter JuliuS Koch, hatte pestern unter der Anklage der Sachbeschädigung vor der 96. Abtheilung deS Schöffengerichts zu erscheinen. Er hoffte, stch durch einfaches Ableugnen aus der Schlinge zu ziehen, die Beweisaufnahme erbrachte gegen ihn aber so viele Belastungsmomente, daß der Gerichtshof oie Ueber- zeugung von seiner Schuld gewann. In Anbetracht, daß der nichtswürdigen Handlungsweise des Angeklagten die ge- meinsten Motive zu Grunde lagen, hält der Gerichtshof eine energische Sühne am Platze und erkennt auf 8 Tage Ge- fängniß.--- Vereine unü Versammlung eu. In der am Montag stattgefnndene« General« Versammlung der Berliner Kistenmacher referirte Herr Tischlermeister Mitan über die Zentralisation der Kistenmacher Deutschland?. Redner kritifirte die heutigen schlechten wirth- schaftlichen Verhältnisse und forderte zum Schluß seines mit sehr große Beifall aufgenommenen Vortrags allem Kisten- macher Berlins auf, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln für die Organisation zu wirken. In der Diskusfion sprachen fich alle Redner für die Organisation über Deutsch- land aus und wurde eine Resolution von Herrn Wahrmann gestellt, eine Kommisfion zu wählen, welche die Angelegenheit regeln und der späteren Generalversammlung Bericht erstatten solle. Die Resolution wurde einstimmig angenommen und folgende Herren in die Kommisston gewählt: Simon, Heinrich Müller, Otto Schalle, Ernst Schulz, August Wahrman, Schern ich und Hascheck. Zum Schluß der Versammlung erstattet Herr Leichnitz noch Bericht über die Einnahme und Verwen- dung der freiwilligen Unterstützung für die Herren Asolf Schulz und Junker, ferner wurde noch ein Antrag gestellt, eine Petition an den Hoben Reichstag um Einführung des NormalarbeitStageS zu schicken, welcher einstimmig angenommen wurde. Schluß der Versammlung 11 Uhr. Dt« Mitgliedern der Zentral-Kranken« und Sterbe- Kasse der deutschen Wagenbauer, welche in den nachbe- nannten Stadltheilen wohnen, zur gefälligen Nachricht, daß die Zahlstelle für den Halle'schen Thorbezirk fich befindet bei dem Schlosser Herrn Wtenbrack, Nostizstr. 5, IV- Beiträge werden jeden Sonnabend von 3'/- bis 9'/» Uhr Abends tn der Destillation deS Herrn R. Fremke, Belle- Älliance- und Gneisenaustraßen-Ecke entgegen genommen. Die Zahlstelle für den Prenzlauer Thorbezirk ist bei dem Stellmacher Herrn Graack Mariendurgerstr. 25, v. U.; Beiträge werden in der Destilla- tion des Herrn Lehmann, Friedenstr. 106, Ecke Prenzlauer Allee, jeden Sonnabend von 3'/,— 9V2 Uhr Abends entgegen genommen. Die Zahlstelle Friedricksberg defindet fich beim Stellmacher Herrn Nebel, Straße 32. Beiträge werden in der Wohnung Abends entgegengenommen. Den Berufsgenossen, welche der Kasse noch beirretm wollen, theilen wir noch mit, daß Anmel- düngen in sämmtlichen Zablstellenen, die ättere find, erfolgen können, also: SO. 0. Matihees, Kottbuserstr. 10a, Hof pari., SW. H. Hoffmann, Blumenthalstr. 6 v. 4 Tr., NW. H. Junge. Borfigfir. 24 v. 4 Tr., N. H. Pritskow, GerichtSstt. 63, Hof 2 Tr., sowie beim Kasfirer Herrn Ecehaus, Memelerstr. 34, v. 2 Tr. Das Eintrittsgeld beträgt: 1 Mark nebst 20 Pf. für Mitglied? buch und Statut. Der Bettrag pro Woche: 1. Klasse 25 Pf., 2. Klasse 30 Pf.. 3. Klaffe 35 Pf. Krankengeld wird gezahlt: 1. Klasse 9,55, 2. Klaffe 11,55, 3. Kl. 13,50 M. und außerdem wird an arbettsfähige Kranke freier Arzt und Medizin gewährt. Beerdigungsgeld wird gezahlt: 1. Kl 60, 2. Kl. 70, 3. Kl. 80 Mark. Aufnahmebcrcchtigr find alle beim Wagendau beschäftigte Arbeiter, sowie Berufsgenoffen, als Stellmacher, Schmiede, Schloffer, Sattler und Lackierer, welche im Lefitz der bürgerlichen Ehrenrechte find, ihren GesundheitS- Ustand nachweisen und das 40. Lebensjahr nicht uberschnV »laben. Gleichzeitig mache ich noch auf den am Eonneb» den 7. Februar, in Fiebig's neu erbautem Salon, Gc. i# furter straße 27—28, stattfindenden Wiener Maekenb-ll st merksam. I. A.: Der Bevollmächtigte. E. Drewitz, straße 61. J Die Holzfraiser wollen einen Fachverein glündm � soll am Sonntag Etatutenberarhung stattfinden. 3"* Sonntagsnummer hoffen wir noch Näheres bringen zu lörna, bis jetzt ist uns der Ort der Versammlung nicht bekam.t? geben. Der Beruf der Fraiser ist ein sehr gefährlicher, W* lich nehmen alle Kollegen an dem Fach verein Theil, Zweck Besserung der Arbeitsverhältnisse ist..» _ Fachverein der Möbelpolirer f. geschw- Arbe» Montag, den 2. Februar, Abends 8 Uhr, VersamwM Mariannenstr. 31/32. T-O-: 1. Antrag deS Vorsts 2. Antrag Müsch. 3. Vortrag des Herrn Dr. Stalin f Gesundheitspflege(2. Zyklus). 4. Verschiedenes und F" kästen- Die Mitglieder werden gebeten, recht zahlreich Z» v scheinen. Gäste willkommen. Die noch Beiträge schul&ew« MUglieder werden ersucht, die Betträge vom vorigen OT'J entrichten, da sonst ihre Uebertragung in die neue MW� liste nicht erfolgen kann. Der Verein zur Wahrung der Interessen der ZiW und Berufsgenoffen hält am Montag, den 2 l Abends 8V, Uhr, Ädalbertstr. 21. eine Versammlung T.-L.:„Vereins-Angclegenhetten" Neue Mitglieder aufgenommen.— Der Verein veranstaltet heute, SonnaWJ in Baumdach's Kasino, Prinzenstraße 94, einen Wiener Ball- Alle Freunde und Bekannte des Vereins find eingeladen. Billets find zu haben bei den Herren Gun> Eolmsstr. 12, Stügelmaicr, Gitschinerstt. 93, Lakur, 0%## straße 203, Schräge, Grünauerstraße 11, und Lerche, tWI straße 35. U Für die Mitglieder der Allgemeinen Kranken»? Sterbekasse der Metallarbeiter, die vor dem Hallischen> Potsdamer Thor, sowie in Tempelhof und Schöneberg 3# findet am Sonntag den 1. Februar, Vorm. 10 Uhr bei% acker, Teltoweistr. 3(Glashalle) eine Versammlung P, Tagesordnung: Wahl der Lrtsverwaltung für den betreffs Bezirk. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich und p' zu erscheinen.... k. Der Fachverein der Tischler hält am Montag,� 2. k. Mts. in Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28, eine cur, ordentliche Generalversammlung ab, mit der Tagcsord!" 1. Bericht der Kommisston zur Ausarbeitung einer statistik. Vorlegung des statistischen Fragebogens. 2.—„ der Herbergs- Kommisfion. 3. Antrag der Mitglieder? Norden Berlins, betreffend eine Theilung der Vereinsbidliolr 4. Verschiedenes. Quittungsbuch legitimirt. Neue Mitgl� werden aufgenommen. Die nächste Vereinsversammlunll? Norden Berlins findet am Mittwoch, den 4. k. 3# Vettin's Salon, Veteranenftr. 19, statt. Rr. 2' UÄ '«toawiti (0 86* öeitu Ä bei Sch effer, Jnselstr. 10. Näheres an den Säulen. Briefkasten der Fiedaktion. L. M. Wienerstr. Wenn Sie körperlich tauglich P*i müssen Sie Ihre drei Jahre abdienen. bii -I ■ÄS Äs' »5 überaus Menzen. 1 ui Theater. «Sntgliche« Odernhant: Heute: Der Freischütz. Heute:_ Phädra. Königliche« Tchausvielhau»: Deutsche» Theater: Heute: Die große Glocke._ -------- �llealliance-Theater: Heute: Der Raub der Sabinerinnen, Schwan! in 4 Akten von Franz und Paul Schönthan.__ -«e«e» Friedrich««ilhelmstädtische» Theater: Heute: GaSparone.___ ----«eutral-Tbeattr:~~ Ufte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Heute: Der Walzer-König. Direktion Anton Anno. beute: Di« Ebestands-Jnvalidm. Hierauf: Die Schulreiterin. � Walballa-Operetten.Tlzeatkr: Heute: Der Feldprediger. iioutsenftädttsche« Theater: Heute: Erstes Gastspiel deS berühmten Antisplritisten und Gedankenlesers Mr. JameS Conridge. Vorher: Papa Kiekebusch.____ Ottend-Zheater: Heut«: Im Lande der Freihett._ ' Wallnec- Theater: Heute: Klein Geld. Heut«: Sulsurina- Viktoria. Theater: Heute: Alhambra-Theater. 800000 Mark.__ Am 27. Januar, früh 4 Uhr. entschlief unser Mann. Vater und Großvater, der Maurer August Kubsch.— Die Beerdigung findet Sonntag, den 1. Februar, Mittag? 12 Uhr, von der Leichenhalle deS St. ThomaS-KirchhofeS aus statt. 193_ Die Hinterbliebenen. Allen meinen Freunden und Bekannten empfehle ich bei pünktlicher Besorgung das Berliner VolkSblatt, sowie sämmt- »che tn Berlin erscheinenden Zeitungen. Max Kirsch, 195 Admiralstraße 25. Meinen geehrten Fieunden uud Bekannten empfehle mein Schuh- u. Stiefetwaaren-Lager. 184 L. Zaake, Küstriner Platz 8. Reparaturen schnell und billig. Arbeiterbezirksverein der Oranienburger Vorstadt und des Wedding. Montag, den 2. Februar er.. Abends 8 Uhr, General- Versammlung im Wedding. Park, Müllerstraße 178. T.-O-: 1. Kassenbericht. 2. Vortrag des Herrn Dr. Canitz über„Naturheilmethode." 3. Verschiedenes. 4. Fragetasten. Das Quittungsbuch dient als Legttimation- Gäste können durch Mitglieder eingefühlt werden. Zu zahlreichem Besuch ladet ein 199_ Der Vorstand. Der Fachv. d- Marmor- u. Granitarb. hält am Sonntag, den 1. Februar, Vormittags 10'/- Uhr, seine Mitglieder-Verfammlung in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48a ab und bittet alle Mitglieder und Kollegen um recht zahlreiches Erscheinen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. 192_ Der Vorstand. Versammlung der Mitglieder der Central-Kranken- u. Sterbe-Kasse der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter, (Oertliche Verwaltungsstelle Berlin L.— Hallesches Thor—) Sonntag, den I.Februar, Vormittags 10 Uhr, bei Roth» acker, Belle-Alliancestraße Nr. 5. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung. 2 Wahl des Bevollmächtigten und eines Revisors. 3. Wahl eines VertrauenS-ArzteS. 4. Verschiedenes. Für die Orts-Verwaltung: 200_ I. A.: C. Böhm- Für die Mitglieder der Ctntral-Kmkeu- und SUrWafe der Drechsler und verw. Berufsgenossen (Male Berlin) findet am Sonntag, den 1. Februar, Vormittags 10 Uhr, im Lokale Sanssouci, Kottouseistraße 4a, eine allgemeine Mitglieder-Versammlung statt mtt der Tagesordnung: 1. Die bevorstehende General- Versammlung unserer Krankenkasse zu Naumburg a/S. ebruar 1885. 2. Wahl der Delegirten zu der- am 15 selben. scheinen. 201 icht eines jeden Mitgliedes ist eS, pünktlich zu er- uittungsbuch legitimirt. Im Auftrage des Zentral-VorstandeS: Der Ausschuß. Elegante i Masken-GarderoM Fr. Panknin flt Oranienftrahe 178*• t- 175 Ecke Ädalbertstr.__ 4 Allen Freunden und Genoffen empfehle meine Cigarren und Rauch-Tabake. Lotterie- Loose und Antheüe. 131_ M. Meyer, O. Fruchtstr. 36*� Kalbfleisch, 2 Brüder suchen ein möbl. Zimmer, separat, mit kl� Arbettsraum, zum 1. März. Offerten mtt Preis an die% dieses Blattes.____ y j Eine ftdl. Schlafstelle f. Hernn Britzerstr. 1, 4 Tr. l. 1 Franz Rohleders's Bureau «NS für Arbeiter- Angelegenhetten, Statistik Nenhanse»(MÜNidl wird ab 1. Februar a. c. wieder eröffnet.... Einfachen Anfragen beliebe man 100 Pfg. in Marke»™ zulegen._ Sämmtliche deutsche Arbeiter-Fachvereine wollen umgehend Name«, Mitgltederzahl, Vorstand«» Adresse« mittheilen an Fr. Rohleder's Bureau ________ Neuhausen-München. �/\ Die Nr. 13 der humoristischen Blätter „Der wahre Jaeob" iü erschienen und in der Erved. d.„Berk. Volksbl." zu b»?? Soeben eischien: Aas Llend der'Ahitosophie. Antwort auf Proudhon«„Philosophie deS Elends". Von Karl Marx. Mit einem Vorwort von Friedrich Engels. P rela lüark»,50. Zu beziehen durch die Expedttion Zimmerstroße 4T a Au«! jtteben ibeitsstat Mangreie «efieht grö Sender( en gros. GEBRÜDER LAMM en detail Sfl p Mte di feg iurffckgebl e fey JQiie auc nxi Oranienstrasse Mo. 64. GefchastsEröfsnung. Von heute ab befindet sich unser Leinen- Waaren, Wäsche-, Kleiderstoff- und Konfektions- Keschcist nur Hrunienstruße Ar. 64- Verantwortticher Redakteur R. Crouheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing tn Beilin SW. Beuthstraße 2. habe Im de Kb die pS löhnt ih mir �«mhei