überschntir rß%. 27. kenbill-p Sonntag, 1. Fcbinar 1885. II. Jahrg. -T» m '.heU, # % gi >erTiW Lka tjrt®cj|l fm »»«, B ■ bti lung » ontofr/1 K. aU«W' Krgan für die Interessen der Arbeiter. LWNWKt��AWk �__(«mgetrage» m bet Postzeiw»?«?rn»list« für 1885 wtiet Rr. 743.) M ertiov»«ebühr beträgt für die 8 gespaltene PetLzeile ober bereu Raum 40 Pf. IrbetHmoÄ 10 Pf. Bei größere» Aufträge« hoher Rabatt»ach Uebereiukunst. Inserate»erbe» b(# 4 Uhr Nachmittags i» ber Erpedftiou, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie vo» alle» r Bureaux, oh«e(Erhöhung bei Preises, osgenommen. NsSaktton und SXpeüMon Merttn SW, Ktmmerssraßs 44. AbgmemeuisEiiiladnilg. den Monat Februar eröffnen wir ein neues Abonne- m auf das ..Berliner Volksblatt" m d« Gratis-Beilage „Jllustrirtes Sonntagsblatt". ei ins Haus kostet daffelbe 1 Matk 35 Pf. pro Monat 85 von sämmtlichen Z�mmerstr. 44 sb'blio�, o w pro Woche- Bestellungen werden vi Mitzl'�""üi-SpcdUtuien, sowie in der Expedition, rmlung r � Mannen. 3K» Nu'Kr Außerhalb nehmen alle Postanstalten Abonnements l SDjjj �a�aie Februar und März gegen Zahlung ilen. Pf. entgegen. von er« bak& Ui neu hinzutretenben Abonnenten wird der bisher �rne Theil des feffelnden und interessanten Romans .„Gesucht und gefunden" �bie bisher erschienenen Nummern des „Jllustrirtes Sonntagsblatt." Z �eil der Vorrath reicht— gegen Vorzeigung der Abonne« "'�ruitiunfl gratis und franko verabfolzl. Das„Berliner Volkeblatt" hat fich die Sympathien der ?�itcnden Bevölkerung Berlins ,u erringen verstanden. Trotz s1 überaus großen Anzahl von Zeitungen der verschiedensten fftndenzen, die in Berlin eristiren, hat bisher lern wirkliches des werklhätigen Polles bestanden. Es ist daher eineö jeden Ardeiters, dieses Organ nach jeder Rich- hin zu unterstützen. Wir treten solidarisch für einander «Misere bisherigen Leser und Freunde wissen das, mögen Qjb ihrerseits dafür sorgen, daß dal„Berliner�Volksblatt" wög est liegt ein Bestellzettel bei. Wir bitten, hiervon he, ergiebigen Gebrauch zu machen. Wenn jeder bis- »itfL �onnent nur einen zweiten wirbt, aber auch ßssM dafür sorgt, daß derselbe abonnirt so hat er seine i(t(ß' unsererseits werden nicht nachlassen, jedem berechtigten n"d» unserer Abonnenten nachzukommen. Die Redaktion und Expedition des _„Berliner Volksvlatt". Die Kinderarbeit in Amerika. Aul Neiv-Dork, 16. Jan., wird der„Fränk. Tagespost" ichrieben: Der zweite Jahresbericht des Kommissärs für beitistatistik, Pick, wurde heute veröffentlich. Er ist sehr �ifangreich und nimmt fast 1000 Seiten ein. Der Inhalt ««fleht größieniheilS in Zeugenaussage», Briefen„hervor- chgender Sachverständiger" und Auszügen aus verschiedmen te tffta d Wenn er nur et».„Der einen Arzt W Ieuibl'elon. Gesucht und gesunde». Roman von Dr. Dur. (Forsetzung.) gescheuten Arzt hätte," wandte . auS Neustadt, der alle Woche uvW zu ihm reist und von Amberg gewählt ist, wird ihm '"ht viel helfen." k»Weißt Du, Lucie," sagte Fritz, ich habe zwar keine JMe, unfern Onkel Rodenburg zu liebe», der unfern . zu Grunde gehen ließ, ohne ihm die helfende Hand K««ichon; aber hier scheint eS mir Menschenpflicht zu z nicht Bösel mit Bösem zu vergelten... Ich habe „ch einige Wochen zu meiner Verfügung, denn erst im °Men Monat denke ich nach Engtand zurückzukehren; ich «�chte diese Zeit dem alten Rodenburg widmen. Ich bin ..«..'«V• r 44. jjj�Seugt, daß eine rationelle Kur ihn, der ja eigentlich IM. ,ünt oüsgefptochene Krankheit hat, dem Leben sehr bald "ickgebcn würde." | t»Vortrefflich, Fritz l" antwortete Lucie.„Von ganzem '£?« billige ich Deinen Entschluß... Ja. ihue eS, s Q nach Feldau und hilf dem Onkel.... Sieh', ich bni. � üuubu uno yiis or>n. wicy, iur bn*"4# nicht Ursache, ihn zu lieben; aber ich kann e@ lÖohlthätjr Dft9�en' baß ich ihn— nicht wie einen habe, r'- sondern wie einen Vater geliebt h°ßt. de,,' y verdient ei auch nicht, daß man ihn die SSwöA. Is�blt hat, war mehr ein böser Zufall Kttz._ ieine« Charakters Schuld daran, als fein �lAuung liegt mir nichts---- Ich nun8«« gegen ihn, den» das Bs- Brochüren tc. über Kinderarbeit. Nach den Erhebungen de! Kommissärs ist nachgewiesen worden, daß eS im Staate New-Aork 644011 Kinder giebt, für welche der Staat Erziehungsgelder bezahlt, die aber trotzdem während de« letzten Jahres keine Schule besucht haben. Wenn man diese Kmder nicht zwinge, die Schulen zu besuchen, würde der Staat früher oder später gezwungen sein, sie in Armen« Häusern, Niformatorien, Gefängnissen ic. unterzubringen. Die Untersuchungen in Bezug auf die Verbreitung und die üblen Folgen der Kinderarbeit waren gewissermaßen durch allerlei Hindernisse beschränkt, da gerade für die Orte, wo dies abscheuliche System vorherrscht, die Bestimmungen bei Gesetze« nicht ausreichten, um genaue Ermittelungen vorzunehmen. In den New-Iorker Tenementhäaser«, wo bekanntlich hunderte, wenn nicht tausende von Kindern in zartem Lebensalter und von schwächlicher Körperkonstiiution Tag aus, Tag ein in schwerer Arbeit, ohne genügende« Tageslicht, in Stickluft und bei ungenügender Nahrung dahinsiechen, ist den Beamten de» Bureaus fast durchgängig der Zutritt verweigert worden. Man hat ihre Autorität, solche Gebäude zu betreten, erfolgreich zurückgewiesen und die Auslegung bei Gesetzes zu Gunsten der Fabrikanten ist vom General-StaatSanwalt aufrecht erhalten worden. Die Weigerung oder die Vernachlässigung dieser Kläffe von Fabrikanten, die ihnen zugeschickten Formulare auszufüllen, war ebenfalls ein große» Hinderniß für die Erfüllung der Pflichten des Kommissärs. Er hat sich deshalb gezwungen gesehen, fich darauf zu beschränken, Zeugenaussagen ent- gegenzunehmen, statt, in Bezug auf die TenementhauSarbeit, Thaisachen durch eigene Anschauung zu ermitteln. Die Thatsache, daß in den Tevementhäusern New- Nor!« Kinder zur Verarbeitung vo» Tabak verwendet«erden, bildet eines der stärksten und überzeugendsten Argumente zu Gunsten eines strikten, effektvollen Gesetzes gegen die Verwendung von Kindern bei Arbeiten, die einen großen Kraftaufwand erfordern, ungesund sind, gefährliche Folge» für die Moral haben und nur darauf berechnet find, die Habsucht Derjenigen zu fördern, welche durch die Natur bestimmt find, für die Wohlfahrt und die Gesundheit ihrer Kinder zu sorge» und durch den starken Arm bei Gesetzes gezwungen werden sollten, dieselben in jeder Beziehung schulen zu lassen und für ihr körperliche» und moralische« Wohlergehen zu sorgen. Die vorliegenden Zeugenaussagen sollte« die Legislatur umgehend veranlassen, gegen die Fort» bauet dieses UebelS energische Maßregeln zu ergreifen. Aber, die Kinderarbeit wird nicht nur in de» Tenement- Häusern betrieben. E« giebt auch große Fabriken in New-Dork, welche künstliche Feder» herstellen. In vielen Fabriken in Cordt- land- und Chambers Str. arbeiten kleine Mädchen, meistens streben möchte leicht da« Gegentheil bewirken, vielleicht würde er dann gerade uns für Erbschleicher ansehen." „O, denke nicht so klein von Onkel Rodenhurg, Fritz! Wenn Du ihn näher kennen lernen wirst, so lernst Du ihn gewiß auch lieben, wie ich ihn geliebt habe." „Ich kann Ihrem Bruder so ganz unrecht nicht geben," bemerkte Brand.„Jedenfalls würoen die Amberg'S Alle» aufbieten, seine humanen Absichten als Erbschleicherei zu deuten.... Vorsicht wäre deshalb gewiß geboten; den- noch aber billige ich Ihre Absicht von ganzem Herzen, Herr Doktor, sie macht Ihrem Charakter alle Ehre." „Und Ihre Fürsprache," fügte Fiitz lächelnd hinzu, „zeugt nicht weniger von einem Edelmuth Ihrerseits; denn sind Sie nicht auch von ihm mißhandelt worden?" „Ich mache Herrn Rodenburg keine Vorwürfe," ant- wortete Brand;„eS ist, wie Lucie sagt, nichts als die Schwäche seine» Charakters, oder wie Sie erklärten, seine Krankheit, Verleumdung der Amberg'S, denen er ein williges Ohr geliehen hat." „Lord Killmare ist nicht der Mann, der sich durch Ohrenbläserei beeinflussen läßt," sagte Cordelia,„und wenn er Sie erst näher kennt, so wird er Sie nur noch mehr schätzen, davon bin ich überzeugt, wie ja Jedermann« Sie schätzt, der Sie kennt." „Herzlichen Dank für diese gute Meinung, Fräulein Cordelia.... Ich wünschte wohl, daß auch Andere diese theilten." Diese Worte waren begleitet von einem innigen Blick auf Lucie. „Von ganzem Herzen theile ich sie, Herr Brand," flüsterte diese, indem sie erröthend ihr Auge senkte. Cordelia sah sich veranlaßt, ihren Verwandten, den Doktor Rodenburg, noch ein wenig zu instruiren in Bezug auf sein Vorhaben, nach Feldau z i gehen. Sic nahm bei« halb sehr gern seinen Aim; Bian) und Lucie folgten Arm in Arm in einiger Entfernung nach. Was sie mit einander sprachen. Niemand hörte eS; Lucens Seele aber erbebte in stiller Seligkeit, welche sich auf ihrem Antlitze malte und Brand'S Helles Auge hatte nie so freudig gestrahlt, wie an diesem Tage. Wenn auch, was sie sprachen, Nie- die Kinder von Italiener», welche jedoch die Abendschule» besuchen. In Jute- und Hanfspinnereien, Papierschachteln- und Knopffabriten, in Bleistift- und Tapetenfibrikea, sind Knaben und Mädchen beschäftigt, welche wohl sagen, daß sie über 14 Jahre alt sind, denen aber, wenn ihre Körper» kräfte in Betracht gezogen werden, nicht gestattet werden sollte, eine Fabrik zu bettet-n. Sie sind durchgängig klein und schwächlich. Große Sorgfalt wurde an- gewendet, um die thatsächliche DurchschaiitS- Intelligenz der in Fabriken arbeitenden Kinder zu ermitteln. DaS Geräusch und der betäubende Lärm der Maschinen i» den Baumwollen-Spinnereien macht eS nahezu unmöglich, eine Unterredung zu führen.„Da die Spinnereien in CohoeS am Sonnabend um 4 Uhr geschlossen werden," sagt der Kommissär,„benutzte ich die sich mir bietende Ge« legenheU und hielt zwanzig oder mehr der kleinen Arbeiter und Arbeiterinnen auf der Straße'«tu. Ei war ein bitterkalter Tag und der Anblick von' Hunderten dünn und er- bärmlich gekleideter Mädchen und Knaben von acht bis fünfzehn Jahren, die mit dem blechernen Dinnerkessel i» der Hand heimeilten, war genügend, um meine Aufmerk- famkeit und mein Mitleid zu erregen; ihre blasse», perga- meatartigen Gesichtchen, ihre zwerghaften Körper, die zu- fammengekniffenen, sorgenvollen Mienen sprachen überzeu- gender als Worte und bestärkten mich in dem Glauben, daß ein Arbeittsysiem, welches in dem Körper und am Geist menschlicher Wesen— welche dermaleinst die Väter und Mütter kommender Generationen sein sollen— solche Verheerungen anrichtet, nicht allein eine Schmach und eine Schande ist, sondern daß eS, im natürlichen Verlauf der Dinge, eine Gefahr für unsere Wohlfahrt und unsere freien Institutionen in sich birgt. Die Angaben der Kiader bewiesen mir, daß einige von ihnen weder lesen noch schreiben konnten; andere konnten das E>ne, aber nicht da« Andere; Manche von ihnen wußten nicht, in welchem Staate sie wohnen. Hierauf führt der Kommissär an, welcher Art die Gesetzgebung anderer Staaten in Bezug auf die Kinder- arbeit ist. Die beschränkte Machtvollkommenheit de« Kommissär» hat eS ihm nahezu unmöglich gemacht, die Wirkungen der Kinderarbeit auf das Lebensalter der Kinder festzustellen, eS ist dem Kommissär nun klar geworden, daß die Kinder- arbeit in solchem Umfange existirt, daß sie eine große An- zahl Kinder in ihrer körperlichen, geistigen und moralischen Entwicklung behindert. Auf jeden Fall hält der Kommissär eS für die Pflicht de« Staates, gegen dies fchmahoolle System prompt und kräftig einzuschreiten. Ders-lbe zieht dann folgende Schlüsse aus feinen blShecigen Untersuchungen: 1. DaS System der Kinderarbeit existitt im Staate an manchen Orten in seiner allerschlimmsten Form.— 2. Da« wand gehört hatte, auf ihren Gesichtern konnte man eS lesen, als sie sich endlich, nachdem alle Uebrizen längst an dem Kaffeetisch versammelt waren, bei der Gesellschaft ein- fanden._ Achtundzwanzigste« Kapitel. Zur Feier de» Tage» hatte man für den Abend ein Feuerwerk veranstaltet, vor dessen Beginn man noch einige Promenaden unternehmen wollte, und nach dessen Schluß da« große Souper in de» glänzenden Sälen deS Schlosse« stattfinden sollte. Die Promenade erstreckte sich nicht nur durch den weiten Park, sondern bis tief in den Wald hinein, dessen schattige« Laub und erquickender frischer Hauch die Herzen erweiterte und der Freude und Glückseligkeit nur um so empfänglicher machte. Die jungen Mävchen erinnerten sich nicht, je in ihrem Leben einen so schönen Tag gehabt zu haben; und unter den älteren Personen war vielleicht Kor» delia die Einzige, in deren Herzensfreude sich ein Schatte» der Besorgniß milchte, nämlich der Besorgmß um ihre ttede Elevin, Helene von Steinberg. Sie konnte sich nicht so leicht mit dem Gedanke» au«» söhnen, daß ein junges Mädchen, welches sie so sorgfältig vor jeder Annäherung eines Manne» gehütet hatte, nun so plötzlich einem Manne verlobt sein und im Begriff stehen sollte, eine Ehefrau zu werden, ein Schicksal, das ihrem jungfräulichen Gemüth so halb und halb wie ein Frevel erschien. Die Uebmaschungen waren aber für sie noch nicht zu Ende. Man war eben im Begriff, eine Anhöhe zu ersteigen, welche sich in der R-chtung ve» W ildes befand, von wo aus man eine wunderbar schöne Aussicht auf die Land» fchaft des Spreewaldes hatte, die in diesem Augenblicke von der untergehenden Sonne mit dem Purpur de« Abend- rothi beleuchtet wurde. Die jungen Damen waren längst vorausgeeilt und vo» fern hörte man thr freudige» Händeklatschen und die über» raschten„Ah't" und„Oh'S". i Schulzwanggesttz des Staate« erfüllt feine« Zweck nicht und ist ein todler Buchstabe.— 3. Der moralische und geistige Zustand von Kindern, die für Löhne arbeiten, ist von über- au» geringer Qualiiät.— 4. Der sanilätliche Zustand einer großen Anzahl von Fabriken, in denen Kinder arbeiten, ist eine Schmach für die Zivilisation.— 5. Die Maßregeln zum Schutz der Arbeiter gegen Befchädiaung durch Maschi- nerie sind vollkommen unzulänglich und haben sich bisher feiten« der Gesetzgebung keiner genügenden Aufmerksamkeit erfreut.— Am Schluß seine« Berichte« erklärt der Kom» missär, die Lösung der Frage liege in der Handhabung der Gesetzgebung in Bezug auf den Schulzwang, und dethalb wird empfohlen: 1. Daß die Mängel des Schulzwangs- gesetze», wie sie von den Professoren Mac Millan zu Utica und B. B. Snow zu Auburn angedeutet worden sind, durch Amendement« beseitigt werden.— 2. Daß ei« Fabrik- und W e rkst ä t t en- I ns p ekti o n»- aesetz, ähnlich dem von Massachusetts, er- lassen werde, sowie Maßregeln, daß Schulzwang«- gesetz wirksam durchzuführen und eine sanitätliche Einrich- tung von Werkstätten und Fabriken und genügenden Schutz gegen Unfälle zu erzwingen.— 3. Die Beamten, welche diese Maßregeln ausführen, sollten vom lokalen und politi- schen Einfluß vollständig unabhängig sein und mit Bestäti- aung de« Senat« vom Governor au« beiden politischen Parteien ausgewählt und ernannt werden; ihr Amtitermin soll 5 Jahre betragen und sie sollten genügendes Gehalt bekommen, um ihre ganze Zeit ihrem Amte widmen zu können. KolitiBeke MebersieKt. Die arbeiterfreundliche Zentrumspartet läßt in Bezug auf die Erhöbung der Kornzöite durch ihren Moniteur, die „Germania", folgendes verkünden: Da« ganze Land hat ein Jntereffe daran, daß der Landwirthschafl ein erhöhter Schutz ihrer Pioduktion zu Tberl werde. Die bisherigen Getreidezölle haben diesen Schutz nicht geboten und da fie um keinen Deut den Brotpreis erhöhen, so kann der Zoll mäßig erhöht werden, »venn das Erträgniß dieser Erhöhung der Landwirthschafl zu- gewendet wird."— Bekanntlich ist die„Germania" ein sehr frommes Blatt, in ihren Spalten tummeln sich nicht nur die Herren Kapläne, sondern auch die„Hochehrwürden" und „Hochwürdigsten", aus. Man sollte daher meinen, daß ein solches Blatt am allerersten Ursache hätte, der Wahrheit die Ehre zu aeben, aber daran denkt das flamme Blatt garnicht. Unwahr ist es, daß das ganze Land ein Interesse daran hat, daß einem geringen Prozentsatz seiner Bewohner, der ohnehin noch die sicherste Existenz hat, auf Kosten der übergroßen Masse eine besondere Bevorzugung zu Thell wird. Und wenn die jetzigen Getreidezölle den Brotpreis nicht wesenttich erhöht haben, so liegt dies— wie jedes Kind weiß— daran, daß der Aussall der Ernten der letzten Jahre ein verhältnißmäßig günstiger war. Wäre der Zoll nicht gewesen, so würden wir billigeres Brot gehabt haben; der Zoll hat es also dahin gebracht, daß trotz guter Ernte daS Brot nicht billiger geworden ist.— Die Serren vom Zentrum wissen das sehr genau, aber was thut'S? in guter Theil dieser arbeiterfreundlichen Herren und speziell der Kämpe Echorlemer-Alst, stecken in der Haut eines Groß- grundb�siyers, fie interessiren stch somit natürlich für„die leidende Landwirthschafl" und in solchem Falle heiligt der Zweck das Mittel. Die AnSdehnung deS fpreußisch-russtschen Ausliefe- rungSvertrageS auf da« deutsche Reich scheint beschlossene Sacke zu sein. Die„Nord Allg. Zeit." entnimmt dem„Journal de St. Petersbourg" folgende Bemerkungen über den Charakter der durch Notenaustausch stipulirten Vereinbarung: „Es handelt sich hier um ein zwischen der rusfischcn und der preußischen Regierung unterzeichnetes Protokoll, welches unter dem Gesichtspunkt der Auslieferung gewisse als politisch bezeichnete Verbrechen den gemeinen Verbrechen gleichstellt. Diesem Protokoll soll aber, wiewohl e« VettragSkraft befiyt, ein formgereckt-r Vertrag nachfolgen, dessen Abschluß durch den Umstand verzögert wird, daß er auf das ganze deutsche Reich ausgedehnt werden soll, was die Zustimmung des Parlaments nothwendig macht." Zu dem von der sozialdemokratischen Fraktion im Reichstage eingebrachten Ardeiterschutzgesetz äußerst sich die„Ntt. Ztg.":„Der sozialdemokratische Antrag unterscheidet stch aber grundsätzlich von allen anderen auf diesem Gebiete bisher gemachten Vorschlägen dadurch, daß er eine Organisation von„Arbeitsämtern",„Arbeitskammern", und„Schiedsgerichten" schaffen will, auf welche theilS jetzt den Verwaltungsbehörden übertragene Obliegenheiten zur Ausführung der Gewerbe- ordnung übergehen und die außerdem mehrfach über Dinge zu entlcheiden haben sollen, welche jetzt der fleien Vereinbarung zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeiter— der Antrag Auch Herr und Frau von Steinberg mit ihrer Tochter waren bereits voraus. Lord Killmare war, um für die Arrangements de« Abends noch verschiedenes mit Brand zu besprechen, zurück- geblieben. Brand führte Lucie an dem einen, Cordelia an dem andern Arm, und langsam folgten sie den Vorauseilenden durch die reizenden Waldwege. Cordelia war eben im Begriff, ihre Ansichten über die trübe Zukunft, welche ihr bevorstand, auseinanderzusetzen, ein Thema, was sie unwillkürlich auch auf Lucien'S und Brand'S Schicksal brachte. „ES ist traurig für uns," sagte sie im Laufe ihrer Au«- einandersetzung,„daß wir Zeit unseres Leben« auf uns selbst angewiesen sind... Ich bin ja noch nicht alt und kann für mich sorgen; aber ich werde doch einmal alt«er- den und was wird ans mir?" „Ich bleibe bei Ihnen, Tante," versetzte Lucie,„und wenn Ihre Kräfte nicht mehr ausreichen, Ihren Pflichte« zu genügen, so werde« die meinigen Sie unterstützen." „Gute« Kind," versetzte Cordelia,„Sie sind die Ein- zige von meinen Verwandten, welche mir eine treue Ge- sinnung bewahrt... Es ist unverantwortlich von meinem Vetter Rodenburg, daß er un» so ganz und gar bei Seite setzt, un«, die wir allein ein Anrecht auf sein Vermögen haben, da« un« doch eine glückliche Zukunft gewährleisten könnte. So aber.. ich werß, wie e» kommt, liebe Lucie: er wird ein Testament machen zu Gunsten der Amberg'« und wir... die wir die Berechttgten sind, ich, Sie und Ihre Geschwister.. wir haben das Nachsehen. Wir wer- den darauf angewiesen sein, Zeit unsere« Leben« durch unsere Arbeit unser Dasein kümmerlich zu flrsten. Wir werden auf die Freuden und Genüsse de» Leben» verzrchten müssen bi» an unser Ende." „Ich bin nicht verwöhnt," antwortete Lucie;„ich habe nie an da« Leben große Ansprüche gemacht, und habe mir auf künftige glückliche Tage auch nie Hoffnung ge- macht." Sie erröthete leicht, als sie dies« Worte sprach; sie wann vielleicht nicht ganz die Wahrheit. sagt„Unternehmer" und„Hilfsverfonal"— unterliegen Das Wichtigste hierbei ist, daß die Arbeitskammern die Minimal« höhe des Lohnes festzustellen haben. Mir diesem Vorschlage verlassen die Antragsteller vollständig den Boden der gegen- wättiacn Gesellschaftsordnung und muthen dem Reichstag die Anerkennung des sozialisti chen Prinzips zu. Auf einen Er- folg können fie hierbei selbst nicht rechnen, es kann fich für fie dabei nur um den agitatorischen Zweck handeln. Mit der Fest- stellung deS Lohnes durch eine andere Instanz als den Unter- nehwer. der ihn bezahlen muß, ist die Privatunternehmunz schlechthin unvereinbar." Die Petttion der Stadtverordnete« von Stettin gegen die Erhöhung der Eetretdezölle ist nun doch, trotz der Einsprache des dortigen RegierunaS- Präfidenten, auf einem sehr kurzen und gesetzlich unanfechtbaren Wege an den Reichs- tag gelangt. Die Antragsteller in der Siettiner Stadtverordneten-Versammlung, Dr. Amelung, Kommerzienrath Haker und Dr. Wolff haben stch nämlich entschlossen, die Petition in ihrem Namen und unter Darlegung aller damit verbundenen Vorgänge, der Volksvertretung zu unterbreiten, und ist die- selbe durch den Vertteter Stettins, den Abgeordneten Broemel, dem Reichstage überreicht worden. In der an den Reichstag ge-ichteten Zuschrift wiid dieser Schritt in folgender Weise motivirt:„Die städtischen Behörden find durch das Ein- schreiten des hiestgen Regierungs-Präfidenten verhindert, zur Zeit dem hohen Reichstage gegenüber von ihrem PetitionS- rechte Gebrauch zu machen und da« Verfahren, um die nach unserer Meinung nicht gerechtfertigte Verfügung des Regie- rungS- Präsidenten rückgängig zu machen, wird vorausstchtlich so viel Zeit in Anspruch nehmen, daß die Petition rechtzeitig überhaupt nicht mehr zur Absendung gelangen kann. Wir find durch dies Einschreiten der Auistchtibehörde um so mehr überrascht, als im Jahre 1879 der Oberbürgermeister Hacke in Essen in einem an viele Kommunen gerichteten Schreiben er- klärte, der Herr Reichskanzler sei durchaus damit einverstanden, daß die Kommunen fick zu dem in seinem berühmten Briefe vom 15. Dezember 1878 niedergelegten wirthschaflspolittschen Programme äußerten. Das ist denn auch in einer großen Anzahl von Srädten unbehindert geschehen und keine Behörde hat im Befolgen der von dem Herrn Reichskanzler damals ge- gebenen Anregung etwas Gesetzwidriges gefunden. Es blieb erst unserem Herrn Reaierungs. Präsidenten vorbehalten, jetzt nach sechs Jahren diese Gesetzwidrigkeit festzustellen. Unter diesen Umständen bleibt uns nichts anderes übrig, als per- sönlich und unter aktenmäßiger Darlegung deS ThatbestandeS die vorstehende Petttion direkt abzusenden und den Hoden Reichstag zu bttten: Derselbe wolle jeden Vorschlag zur Er- höhuna der Getreidezölle ablehnen." Wie theuer wird t« Zukunft da« Brodkor« wer» den?" Unter dieser Frage schreibt der„ReichSfleund":„Dr. ttfchlai Batth berechnet Deutschlands Gefleidedcvarf von 1883 biS 1884 auf 138V« Millionen Doppel- Zentner, von denen 303/« Millionen durch Bezug vom Auslande gedeckt werden müßten. Während jetzt die Zollcinnahmen aus Getreide jährlich 20 Millionen Mark betragen, derechnet er die Last, die alles in allem durch die künstliche Preiserhöhung des Getteidebedarfs seit der Einführung der Getreidezölle von 1879 auf die Bevölkerung und zwar vorzugsweise auf die Armen gewälzt wird, auf mindestens 80 Millionen Mark. Die Verdoppelung oder Verdreifachung der Getreidezölle vervielfältigt gleichermaßen diese ungeheuere Eteucrlast für alle Gttreidekonsumenten, deren Mehrzahl Handwerker und Industriearbeiter find. Für ein sechspfündiges Schwarzbrot würde die Steuerlast, wenn der Roggenzoll verdreifacht wird, auf 10—12 Pf., wenn er ver- vierfacht wird, aus 14—16 Pf. steigen. Ein Familie also, die täglich ein sechspfündiges Roggenbrot braucht, würde allein auf das Brot eine Steuerlast im ersteren Falle von 36,50 bis 43,80 M., im letzteren Falle von 51,10—58,40 M. zu tragen haben."— Und trotz dieser großen Last ist es doch fraglich, ob der„leidenden Landwirthschafl" damit endgiltig geholfen wäre; denn der Appetit kommt beim Essen und wer giedt uns die Garantie, daß die Herren Agrarier nach Einführung der gewünschten Erhöhung befriedigt find?— Die Landwirthschafl leidet nicht mehr wie jeder andere Erwerb, und wenn Abhilfe geschaffen werden soll, so müssen andere Mittel angewendet werden. Oesterreich-Ungarn. In Wien streikt die Presse gegen das Parlament, d. h. alle Zeitungen schweigen die Verbandlungen vollständig todt. Anlaß hierzu gab eine bissige Bemerkung des Abgeordneten v. Schönerer über die Zudringlichkeit der Berichterstatter im Abgeordnetenhause und ein Erlaß des Präsidenten des Abge- ordnetenhauses, Smolka, welcher den Berichterstattern den Zu- tritt zu den reservirten Räumen des Hauses verbietet. Wie lange die Einigkeit vorhält, bleibt abzuwarten. Gestern waren selbst die Berichterstatter der amtlichm„Wiener Zeitung" dem Parlament ferngeblieben. Der Ministerpräfi- dent Graf Taaffe steht auf Gerte der Presse und tadelte den Präsidenten Smolka wegen der vorgestttgen Vorgänge, indem er hinzufügte, ein Parlament ohne Presse sei ein Unding. Vielleicht hatte sie doch zuweilen an ein Glück ge- dacht! Sie hatte daran gedacht, daß, wenn Brand auch nicht reich sei, ihr Vermögen vielleicht diesem Mangel einst ab- helfen könne. „Ist denn Reichthum und Wohlstand zum Glück noth- wendig?" flagte Brand.„Derjenige ist glücklich, »elcher mit seinem Loose zufrieden ist; nicht der ist reich, der viel hat, sondern der, welcher wenig bedarf... Es giebt, Fräulein Rodenburg, ein Glück, das höher steht, al» der Reichthum.... das ist daS Glück, ein Herz sein nennen zu können, von dem man verstanden wird, mrt dem man Freude und Leid theile« kann... ein Herz, welches liebt." Diese Worte waren an Cordelia gerichtet; aber Lucie fühlte, daß sie für sie bestimmt waren, und der Purpur, welcher vorhin bereit« ihr Antlitz überzog, bedeckte dasselbe jetzt bi» auf die schlanken Schultern herab. Langsam erhoben sich die langen Wimpern, und ein Blick ihre» sanften Auge« drückte Brand ihre innigste Zu- stimmung au«. Ja, die Liebe ist ein Glück, über welche« man den Reichthum vergißt! Wer daS Glück hat, zu lieben und geliebt zu werden, beneidet den Reichen, den Vornehmen nicht um seinen Reichthum und Rang. Der zustimmende Blick ihre« sanften AugeS that Brand wohl, aber er schloß dennoch seine Worte mit einem tiefen Seufzer. Er empfand, daß das Glück der Liebe allein nicht ausreicht, daß die Liebe den Besitz des geliebten Gegenstandes will. Wie fern stand ihm diese Aussicht. Durfte er jemals wagen, um Lucie anzuhalten? Durfte er sie an sein ungewisse« Schicksal ketten? Wenn er auch in diesem Augenblicke eine Stellung einnahm, welch« ihn zu ernem wohlsituirten Man« machte, so war e« doch immer die Stelle eine« Untergebenen, welche ihm jeden Augenblick genommen werden konnte. Eine Pause de« Schweigens trat ein, in welcher Jeder mit seine» eigenen Gedanke» fich beschäftigte. Schweiz. �_ Aus Lern schreibt man der„Voss. Ztg.":„S-Hr-V* nehm wird die Schweiz im Augenblick durch die BttlegA»«««de einer Differenz mit dem dmachdarten Baden berührt, yj i-,»'p"'0tii Oktober v. I. hatte ein deutscher Sozialdemokrat vom fW* Lf., Thurgau au« sozialistische Schriften nach Konstanz g»« � Ad] und dort verbreitet. Dabei war er Ä'VuTVÄ SB geblickem Fluchtversuch eingesperrt worden. Auf oem � zum Untersuchungsrichter gelang eS ihm, zum zweiten, entfliehen. Diesmal erreichte er die nahe Schweizer G und floh biS nach Emmishofen. Der Gefängnißwärter, a ihn fühtte, und ein Straßenauffeher setzten ihm noch holten ihn ein und, da er ihnen nicht gutwillig nach Kons folgen wollte, bandm fie ihn und transporttrten ihn auf< Handwagen nach Konstanz zurück. Auf eine Besch verde Thurgauer Regierung bezw. des BundrS verfügte das b» Ministerium sogleich die Freilassung deS betreffenden demokraten. Außerdem bestrafle fie die Beamten, welche der Grenzverletzung schuldig gemacht, dm einen durch setzung, den andern durch einen Verweis. Dm Polizl ten wurde eingeschärft, die schweizer Grenze zu respektire» keinerlei Amtshandlungm jmseits derselben vorzuneh� Endlich drückre das badische Ministerium sein Bedauerns dm Vorfall auS� Die Sache hat auf diese Weise P�jirofmete «tadtverordr %% 0« lf �ftaßenkörpe �erkeller, W zuge korrekte und der die Art reichische Regierung im vongm Jahre einen ähnlichen lehandelte." Italien. Nach all' den traurigen Erfahrungen, die der PaB den Regierungen machte, scheint es nunmehr— so wird ' wuuyv yuv uu| ViV|V iCüv»!» m Jrfflntjir;!- V« die Schweiz befliedigende Lösung gefunden� �"rch di und Weise scharf konttastirt, mit der die«h � Mag! ÄTE „Franlf. Ztg." aus Rom peschrieben—, als ob Leo Anficht bekomme, daß er seine Hoffnungen anders stellen V Tie viel und zwar auf— das Volk. Während die soziale FjL� so ziemlich allen souveränen Herrschern Europas dm verleidet, vermeint Se. Heilig'ett in ihr nicht mehr un?> minder entdeckt zu haben, als eine, wenn L letzte, so vielleicht die solideste Grundlage zur%-»(Wanffuri Errichtung seines weltlichen ThroneS. Es hat%■ dNanlaßt(S Tage im Vatikan eine Deputation piemontestscher K-rtb�|it( y, xage rm Jüaman crne-llepuiarron premomestjcher zwva m dir F,„ vorgesprochen und dem„vatikanischen Gefangenen", alS de»? Mdiju., Leo XIII. immer noch qualifizitt, 20000 Lire„Peters überdracht. Mit dieser Deputation, welche der heilige eine gute Stunde lang in seinen Privatgemächem zurii sprach er eingehend über die soziale Frage in dem Sinne, die Kirche allein im Stande sei, fie angemessen zu lösen selbe soziale Frage wurde drei Tage später von dem Eoderrni, der päpstlicher Nobelgardist ist, zum Gegenj eines öffentlichen Vottrags gewählt und unter% nähme auf die katholische Kirche des Breiten entwickelt zergliedert. Es hat sodann der hiesige katholische Arbeit« mit ebm hinauSgegebmem Ladeschreiben alle verwand! nossenschaflm Italiens für den nächsten Oktober zu nationalen Kongresse, auf dem die soziale Frage beratl dm soll, nach Rom einberufen. Alles dies find Sy erhöhter Thätigkett im klerikalen Lager, und da die. von Oben ausgegeben worden ist, könnte fich weht ein Souverän und namentlich die italienische Mo� darauf gefaßt machen, hatte Nüsse zum ÄufknacW' bekommen.— Danach beabsichtigen also die KW in Italien die soziale Frage in den Vordergrund zu und fich zu Kämpfem für das arbeitende Volk aufzusckW — Es läßt fich aber wohl kaum annehmen, daß die Jtrw dem fadenscheinigen Banner der Klerikalen heute now" werden, je mehr die Letzteren die soziale Frage berühren dm. desto eher wird ihn m die U-beiz-ugung komirrtN. da« dieselbe nrcht zur Verwendung für eine höhere 93la®> Papstthums eignet. Die Herren, welche fie zu diesem SV ausnutzen wollen, werden fich gehörig die Finger verbre»' Amerika. °"a° E# der A isÄfl s en. fit auun, %| I auf de »Platz Mi der Beihilfe Men, wci Einigten i choch erfoi sellt werde MWExisi �»ackft wer % betheilil In der Sitzung des Rcp.'äsentantenbauseS vom 27. ist es zwischen dem Abgeordneten Finerty von Chicago Codb von Indiana fast zu Thätlichkeiten gekommen, W sterer die NichtSwürdigketten der Dynamitardm„als Mittel eines tapferm Volkes, das Joch eines grausame» gewissenlosen Unterdrückers abzuschütteln" bezeichnete- Gentleman" antwortete darauf Cobb,„würde solchen nungen Ausdruck geben, am wenigsten ein Mitglied 1>tiF gresses. Sie vetterten nicht getreu Jbre Wähler, schimpfen dieselben." Nur durch das Dazwischentrete� Freunden wurde eine Prügelei vethindert.— Der AWfi Vereinigten Staaten-Flotte in Key West, Florida, mc% nach genauesten Untersuchungen kerne Freibeuter-E; nach Kuba organisttt werde.— In Folge der schlechten in den Vereinigten Staaten kehren viele Einwanderet Europa zurück. Wie der„Timcs"-Korrespondent in PhiW meldet, sind die Rückkehrenden meist Deutsche, Jlaliener.. und Ungarn. Eine starke Auswanderung soll namenllu? der Anthrocithregion von Pmsylvanim stattfinden. Die» gen Z wischend- ckprssagcpreise erleichtem vielen die nach Europa. % «Rfc ««f riÄi rfen; Ä'e ü sck�.npestt Da hörte man rasche Schritte hinter fich. 6' Lord Killmare, welcher fich näherte. j$en{iv;- „Ich suchte Sie ebm, meine Lieben," sagte er in � WARNten terem und herzlichem Tone,„und namentlich Sie, Fr"»1 w f Rodenburg," wandte er sich Cordelia.•» m J»' „Mich?" antworte diese überrascht.„Ich wüßte% daß ich die Ehre einer besonderen Aufmerksamkeit i0; Seiten des Lord Killmare verdient hätte." ��Nteck- T „E« handelt sich hier nicht um eine Ehre, die ich 3;z|%%' unb erweisen will, Fräulein Rodenburg, sondem es Handel' y q nut T hier um eine Bitte, deren Gewähmng mir dringen? Herzen liegt.",>ninfü« 6I' „Ein Mann, wie Sie," antwortete Cordelia«w* sn?fa-, zeremoniellen Verbeugung, hat nur zu befehlen, SJRnj niemal» zu bitten, am allerwenigsten eine Person»' untergeordneter Bedeutung, wie ich bin." „Fräulein Rodenäurg. Sie haben in meinen eine hohe Bedeutung. Warm Sie nicht die Erzrt meiner zukünftigen Kau?.. Danke ich Ihnen nicht weise die vortrefflichen Eigenschaften und den guten 0 ter meiner Helene? Muß ich Sie nicht wie eine r Schwiegermutter achten?" 6vto[«nBUrft „Sie schlagen meine bescheidenen Verdienste''"t Taniie. an. Mylord.".. für „Nicht im mindesten!... Doch nun noch bereit Ihrer Hand liegt«», mein Glück vollkommen z« �;let ebensar „O, Mylord, Sie belieben zu scherzen!""' 1 „Ich spreche im Ernste, Fräulein Rodmburg.-.Mnloti Sie mich an! E« Liebt noch andere Leute auß�r��vßmuth ung." f, Herrn! mit Braut und meinen Schwiegereltern, für welche ich J?f Ach diese " am T »> schaft und Liebe empfinde, um selbst ganz glüa�/®Icht war. sein, will ich auch diese glücklich sehen. Gestatten®' l„Erlauk ich Ihnen zuerst eine Mittheilung mache."~i« sich„ «Sie sind sehr gütig, Mylord... Ich höre!„ � nicht di „Herr Brand ist auch Ihr Freund, wie'ch"ALUVPulte „Ich schätze Herrn Brand sehr hoch, und l». t Angliche Sie, Mylord, vielleicht ausnehmen darf,— höher ff �Mylo, anderen Männer, welche ich kenne." bt»$*n( n Killmare verneigte sich lächelnd und fuhr f«rt: y „In demselben Falle befinde ich mich auch, v* «i Domumtmles. „S-Hr#_ iftanj gw« � hie»rft ro'i1 in � Etastaemeinde zu erstattenden Kosten und nach>« lohn.« sn.-.Pilosterung inklusive des Materials und Ardeils- uf dem M iM�r Hauptstraßen auf 13 M. und für N-b-nstraß-n auf oerten Mi i Roßw, h.J 11 �n Quadratmeter, und daß der Beitrag zu den I Hetzer(W Cl«afitofm�.}r �a�u,n8 neuer Straßen auf 0,20 Mark pro warter, twW| und Jahr, das Ablösungskapital für diese Unter- ihm noch,* j) ,au[ M. pro Quadratmeter festgestellt werde. na» K°AZ Im ß'wöß D, ihn aus ri Z-schverde te das ba> lfenden 6' ;n, welche en durch n Poliz respektiien vorzunl Bedauern �WGWWZ DW. SÄtÄMÄ'tS»» D«.?w"ij»b etroa ptoo-e-1�- a'""r-'"— al ha ; proi MWWWWS "WWWW der PaB - so wir? i Leo as den t nehr und ,% iber Katb»! n". als do> ,Peterspserwandtc»> ober zu$ e berath� sind SyrÄ da die n sich mepZ scke AuffnactfJ die Kl rund zu vermieden werde. vier Millionen Mark Die ver- kJW den Antrag seiner Subkommisfion, welche mit Ver- der Thomas-Parochie berathen hat, hat der Magistrat en, sich für die Theilung der sehr großen Parochie und 'auung einer neuen Kirche für den östlichen Theil der- auf dem seit längerer Zeit schon in Aussicht genommenen (WTfe Platze zu interesfiren. Der Magistrat erklärt sich bereit, rt,; öei der Stadtverordneten-Versammlung die Gewährung ür den Kirchenhau zu de- eite, namentlich von den Jk Beihilfe von etwa 200 OOO M- Ja Zi�agen, wenn auch von anderer S< Mtniaten KreiS-Synoden und von �'einigten KreiS-Synoden Noch erforderlichen sehr der Thomas Gemeinde beträchtlichen Beiträge in Aussicht Ferner soll darauf hingewirkt werden, daß die der neuen Kirchengemeinde sichergestellt wird. .-«mi"*"'*»vvw«. nun die erforderlichen Verhandlungen mit e berühren �% bethelligten Körperschaften stattfinden. irtSj- r diesem M ig« verbren' vom 27-®! n Chicago., mmen, m„ds«4 grausamen� nchnete. jSl e solchen tglied Diiy g ok«tes. ....... dem bevorstehenden Abbruch des früheren künsti�nvseS auf dem Alexanderplatz erfahrm wir, daß am Ra'bstot Eonnabend die Uedergabe der Baulichkeiten an die briicka, Baudeputation zum öffentlichen Verkauf behufs Ab- »yf �«i°!gt. Das Arbeitshaus ist von den Miethern bis den Polsterwaarenfabrikant Götschke, geräumt, Wii«'"falls seine Arbeitsräume bis zu dem gedachten % jt"' verlassen muß, widrigenfalls die Räumung der noch °lg-n?-.b°wohnten Lokalitäten auf exekutivischem Wege er- .,7«�'. Horm G. war es angeblich noch nicht möglich, ues Lokal zu beziehen, weil der Einrichtung der erfor- aWten auf dem von ihm in Aussicht genommenen Don. � Ml?! Alexanderplatz mit der Neum Friedrichstraße ver- l�"»"rd. Diese Straiie ist erst bis zur Hälfte fertig, so nut daß ich mich selbst nicht ausnehme. Ich \n.S.et?n band's vortreffliches Herz und sonstige guten Wsschaften kennen gelernt, seine Zuverlässigkeit und »» j,"ert, ich bin deshalb bedacht gewesen, ihn dauemd i � ,?ntm ffe zu fesseln, wenn eS Herm Brand gefällt. ], soine Thätigkeit nicht auf Stolzenburg zu be- sondern daß er dieselbe auch auf meine übrigen 1® auf die Verwaltung meines ganzen Vermögens •e, die ich 3»- Und habe ihn deshalb zum Oberamtmann meiner es Handel LfMacht, mit einer Anstellung auf Lebenszeit, so daß r dringend%Lchm W stehen soll, diese» Verhältniß aufzulösen." jiiiittrt t �tkten den Lord überrascht ao. Brand wollte ihn %% K.d..... d.g.nn Person o" �ayiT wate aber bedeutete ihm durch«inen Wink mit der .-daß it noch fortzufahren wünsche. meinen j J0 umfangreiche und verantwortungsschwere die ErzioW-iy fuhr er dann fort,„muß auch hinlänglich dotirt inen nicht �«ttis�onttich da häufige Reisen zwischen hier und meinen m gute» EhAalb'Z'n Besitzungen nöthig sein werden; ich habe de,- wie eine Brand ein Fixum von viertausend Thalem aus- jEto?' ,ttUt der Bestimmung, daß er seinen Wohnfitz in rdienste'''«t 3wts"immt und den Ertrag von Stolzenburg als «ß s� tl�me für sich behalte; nur mache ich mir au», noch ein«- Jfet, e""9 und meine künftige Gemahlin die Räume hier nen zu maxier. stehen, und daß die Kosten unseres Aufenthalt» !"" a/�den." au« den Erträgen—— venburg...Mylord «n. w m mz glü� /�cht war. �anz neue Hoffnung aufs Höchste über- u unterbrach ihnKillmare,„fiel- '-t" ib!'"'cht den 3W 0®ie s'avon nichts wüßten, und als ob )($'„ P,,st»*•_'®9 mit meiner Unteribbrift bereits auf igte er rn h Sie, Frl >ch wüßte lerksamkeit de» Gutes bestritten ich finde keine Worte, Ihnen für diese ,r<*- r" xauk ersparen wollen,"'/"i' p* Thaz»ick»»**•— sagte Brand.„Ich kann in mit schweigender Dankbarkeit daß die oft hoch beladenen tzcuwagm wieder umkehren müssen,' um abfahren zu können, eine Roth vmdigkeit, welche nicht un- erhebliche Verkehrsstörung im Gefolge haben wirv. ES dürfte daher zweckmäßig sein, schon jetzt die gänzliche Fertigstellung bezw. Durchlegunä der neuen Straße zu beschleunigen, damit die auffahrenden Wagen unbehindert nach der Neuen Friedrich- straße abfahren können. g. Das neue Bahnhofsgebäude in Steglitz naht seiner Vollendung und dürfte bereits im Frühjahr dem öffentlichen Verkehr übergeben werden können. Dem alten BahnhofSge- bärrde gegenüber belegen, wird die neue Wartehalle von 14 eisernen Säulen getragen; ein viertes Geleise führt an der Halle vorüber. Von diesem Perron gelangt man auf einer Treppe zu dem unter dem Bahnkörper Hergestelten Durchgang nach der Aibrcchistraße. Eine zweite Unterführung führt von dem Billetschalter am alten Bahnhofsgebäude nach dem neuen Bahnhofsgebäude, so daß eine Ueberschreitung der Geleise ver- mieden wird und jede Gefahr für die Passagiere ausgeschlossen ist. Mit Beginn des Frühjahrs wird eine neue Straße in der Richtung der Teichstraße nach der Steglitzerstraße in Lichter- felde angelegt werden, so daß für die Bewohner von Steglitz dezw. Lichterfelde eine Abkürzung deS bisherigen Weges von etwa 10 Minuten zu erwarten ist. — Die deutschen Bildhauer werden zur Einsendung von Entwürfen zu einem Denkmal für Martin Luther(daS auf dem Neuen Markt in Berlin aufgestellt werden soll) aufge- fordert. Das spezielle Programm für die Konkurrenz ist vom Vorfitzenden deS Komite(Kammergerichts- Raths Schroeder, Halleschcs Ufer 11) zu erfordern, und sind für die besten Ent- würfe 5 Preise(a 5000, 3000, 2000 und zwei a 1000 Mark) ausgeworfen. Die Arbeiten müssen spätestens bis 1. Oktober d. Js. eingereicht werden. Der Droschkenkutscher Friedrich Helm beging am 28. Januar v. I. sein 25 jäbrigeS Dienstjubiläum, während welcher Zeit er bei dem Droschkendesttzer A. Bölck« getreu seinem Berufe oblag. Es hat nicht an Ovationen aus dem Interessentenkreise gefehlt und allgemeine Anerkennung wurde dem Helm überall gezollt. Am 20. Januar d. I ist der erst 56 Jahre alte Mann zur Ruhe eingegangen. Starb auch nur ein schlichter Mann, so war es doch ein braver Berufs- genösse und ein strebsamer Familienvater. Mag er Frieden und Ruhe finden. Geleimt. Ein Weinhändler aus Frankfurt a. M, der sich Geschäfte halber hier aufhält, besuchte, wie die„Nordd. Allg. Ztg." mittheilt, ein Bierlokal am Schiffbauer Damm, trank dort ein Glas Bier und, um es zu bezahlen, nahm er ein 20-Markstllck aus der Tasche und übergab es dem servi- renden Kellner. Der Kellner sowohl als auch der Wirth selbst erklärten, das 20-Marlstück nicht wechseln zu können, und so ging der Kellner zum benachbarten Materialisten, um sich für die Doppelkrone Kleingeld geben zu lassen. Indessen brachte er von dort den Bescheid, daß der Kaufmann daS 20-Markstück für auksiehende.Forderungen, für Kaffee, Zucker u- f. w., an den Restaurateur an sich behalten habe und auch gleichzeitig die Quittung mllschicke. Trotz aller Reklamationen des Herrn St. hat er sein Geld nicht zurückerhalten können; ihm bleibt nichts weiter übrig, als eine Klage um Herausgabe des Gold- stückes gegen den Materialisten anzustrengen. a. Wieder eine Entführungsgeschichte. Eine der von uns in voriger Woche mitgetheiltc Entführungsgeschichte eines Säuglings, welcher angeblich einer Gräfin in Köln zugetragen werden sollte, ähnliche Entführungsgeschichte ist vor einigen Tagen passirt. Die in einem Hause der Rüdersdorferstraße wohnhaste unverehelichte B. hatte vor einigen Tagen in einer hiesigen Zeitung eine Annonce einrücken lassen, wonach sie be- abfichtigte, ihre am 23. Dezember v. I., also vor 5 Wochen, geborene Tochter zu oerschenken. Vor drei Tagen kam zu ihr eine etwa 40 Jahre alte, anständig gekleidete Frau und wünschte das Kind zu sehen und event. mitzunehmen, um es, wie ste angab, ihrer Herrschaft, welche sehr wohlhabend und kinderlos sei, zu zeigen. Da die Frau daS Kind bald zurückbringen wollte, so gab die B. ihr das Kind mit. Die Unbekannte hat sich aber bis jetzt mit dem Kinde nicht wieder sehen lassen, und die bisherigen Nachforschungen nach Ver Frau und dem Kinde waren erfolglos. N. Ueber eine Mefseraffaire, die sich wiederum in unserem Nachbarorte Rixdorf abspielte, und die mit der an> scheinend lebensgefährlichen Verletzung eines Menschen endigte, wird unS berichtet. Als sich gestern Abend ein in der Prinz- handjerystraße wohnender Kellner R- nach Hause begeben wollte, wurde er plötzlich in der Hermannstraße von drei Per- sonen überfallen und derart mit Messern bearbeitet, daß er be- wußtlos zusammenbrach. Halb ohnmächtig vor Blutverlust wurde der Schwerverletzte erst nach einiger Zeit in dem Haus- flur seines Hauses gefunden und sofort in ärztliche Behandlung gegeben. Man nimmt an, daß R. da? Opfer eines Racheaktes geworden, weil er einem seiner Angreifer den Aufenthalt im Hause, in dem er Vizewirlh ist, verbaten hat. Das Unter- suchungsverfahren ist eingeleitet. x. Ueberfahren wurde gestern Abend ein in Moabst wohnender, anscheinend dem Arbetterstande angehörtger 20jäh- Ihre Güte hinnehmen, und Ihnen daS Versprechen geben, daß, wenn ich so viel Wohlwollen auch niemals wirklich verdienen kann, ich mich doch bestreben werde, mich dessen niemals ganz unwürdig zu zeigen." „ES bedarf Ihrerseits keiner Versicherung, Herr Brand, wir kennen uns.... Und nun reichen Sie mir Ihre Hand; wir wollen Freunde bleiben.... Sie werden mich nach Schottland begleiten; ich werde Sie dort meinen Beamten, Ihren zukünfiigen Untergebenen, vorstellen, Ihnen Kasse, Bücher und Papiere aushändigen; und daß Sie dann Ihre Pflicht thun, daran zweifle ich nicht." „Mylord, auch ich kann nicht umhin, Ihnen zu danken," nahm jetzt Cordelia das Wort.„DaS Glück, daß Sie Herrn Brand bereitet haben, trifft mich auch; meine Freundschaft für ihn läßt mich sein Glück empfinden, als ob es mir selbst widerführe. Herr Brand, ich wünsche nur von ganzem Herzen, daß Ihr Glück unserem fteundschaftlichen Verhältnisse keinen Abbruch thue." „Gewiß niemals, Fräulein Rodenburg; ich denke, Sie kennen mich darin, daß das Glück mich so wenig über- müthig macht, als da» Unglück mich beugt." „Sprechen Sie noch nicht von großem Glück," erwi- derte Killmare mit einer bedeutungsvollen Geste; ich weiß, daß zu Ihrem Glück noch eins fehlt, und dies Eine liegt in der Hand des Fräulein Rodenburg." In meiner Hand, Mylord? Ich wüßte nicht!" „Ich werde es Ihnen sagen.... Hier sind zwei Menschen, welche sich herzlich lieb haben, und welche sehn- lich wünschen, für daS ganze Leben einander anzugehören — Fräulein Lucie und Herr Brand.... Sie vertreten gewissermaßen Mutterstelle an Fräulein Lucie, indem also Herr Brand um die Hand der holden Lucie anhält, bittet er Sie um Ihre gefällige Einwilligung und Ihren Segen .. und ich verbinde meine Bitten mit den ihrigen... Ist da» Paar nicht für einander geschaffen? Wäre es nicht grausam, sie von einander zu trennen?" „O, Mylord!" riefen Lucie und Brand zugleich, in» dem sie jeder seine Hand ergriffen. Lächelnd legte er ihre Hände in einander. rlger junger Mann, RammS M. Derselbe wollte in der Wilhelmsstraße einem ihm entgegenkommenden ArbeitSwage« ausweichen, fiel aber beim Ueberichreiten des Fahrdamms zur Erde und kam unglücklicherweise vor die Räder des Fuhrwerk» zu liegen. Der Verunglückte trug dabei eine anscheinend schwere Verletzung am rechten Fuß davon, in Folge d-ffen er nach einem Krankenhause geschaft werden mußt«. Dem Kutscher soll nach Aussagen von Augenzeugen keine Schuld an diesem Unglücksfall beizumessen sein. N. Zwei durchgehende Pferde'versetzten am gestrigen Tage die Passanten der Landwehrstcaße in Aufregung. Die Thiere, die vor dem Wagen eines Schlächtermeisters B. ge« spannt waren, find aus unbekannter Veranlassung scheu geworden und rasten nun mit dem Fuhrwerk, unbekümmert um die Passanten, die Landwehrstraße entlang. Beinahe am Ende derselben fuhr der Wagen gegen einen Prellstein und schlug um, wodurch die Tbiere zum Stehen kamen. Der auf dem Wagen befindliche Kutscher Hermann B. kann aber dabei so unglücklich unter denselten zu liegen, daß er eine schwere Ver» letzung der Wirbelsäule davontrug. B. mußte sofort nach de« städtischen allgemeinen Krankenhause geschafft werden. N. Auf eine eigenthümliche Weise zog sich gestem Abend ein obdachloser Arbeiter Paul B. eine recht erheblich« Verletzung zu. Derselbe versuchte in der Holzmarklstraße einen Bretterzaun zu überklettern, um hinter demselben zu näch« tigen. Hierbei blieb B. an einem auf dem obersten Brett be» finvlichen scharfen Nagel mit der rechten Hand hängen und zog sich so beim Herunterspringen eine vollständige Zerreißung de» Hand- und Armgelentes zu. Der Verunglückte mußte sofort in ein Krankenhaus geschafft werden. Eine Katastrophe, die leicht die unberechenbarsten Folgen hätte haben können, trug sich am Freitag Nachmittag 4 Uhr in der Panoramastraße, vis-ä-vis dem Panorama zu. Von einem dort bereits bis zum Dachgeschoß aufgeführten Neubau löste sich plötzlich ein 4 Meter langes Dachgestms los und stürzte, einen auf dem Bau beschäftigten Arbeiter L- mit sich reißend, aus der ziemlich beträchtlichen Höhe auf den Bauplatz. Der verunglückte Arbeiter wurde vollständig unter dem Mauer« werk begraben und mit schweren Verletzungen blutüberströmt hervorgezogen. Nachdem ihm an Ort und Stelle der erste Noth- verband angelegt worden, wurde er nach dem katholischen Krankenhause geschafft. Nach der Anficht von Fachleuten soll die Katastrophe dadurch entstanden sein, daß das Mauer- und Balkenwerk sich in Folge des plötzlichen Wetterumschlages qe- löst hatte. Der Verunglückte ist bereits gestern Abend 9 Uhr im Katholischen Krankenhause an den erlittenen Verletzungen erlegen. Als Todesursache wurde ein komplizitter Schädelbruch konstatirt. Sanssouci ist von dem bekannten Restaurateur M�roz übernommen. Projekttrte« Repertoire der Königlichen Schauspiele vom 1. bis 8. Februar. Im O e r n h a u s e. Sonntag, den 1.: Marie, die Tochter des Regiments, Orientalisches Bild; Dienstag, den 3.: Subskctptions- Ball; Mittwoch, den 4.: Fidelio(Herr Niemann); Donnerstag, den 5.: Don Juan (Frl. Fritsch a. G.); Freitag, den 6.: Lohengrin(Herr Nie» mann); Sonnabend, den 7.; Der Trompeter von Säkkingen; Sonntag, den 8.: Undine(Frl. Fritsch a. G.).- I m S ch a u- spielhause. Sonntag, den 1.: Maria Stuart; Montag. dm 2.: Ein Sommernachtetraum; Dimstag, den 3.: Rosenkranz und Güldenstern; Mittwoch, den 4.: Der Damenkrieg, Castor und Pollux; Donnerstag, den 5.; Kabale und Liebe; Freitag, den 6.: Der zerbrochene Krug, Der beste Ton; Sonnabend, den 7.: Die Jäger; Sonntag, den 8. Glück bei Frauen. Bellealliauce-Th eater. In dem dreiaktigen Lustspiel „Hotel Blancmignon', welches heute daselbst zum ersten Male gegebm wird, find von den Gästen des Wallner-TheaterS Frau Carlsen, Frau Schmidt, Frl. Meyer, Odillon, Wemck, und die Herren Kurz, Ottbert, Blemke und Guthery in den Hauptpartien deS Stückes beschäftigt, welche sie schon am Wallner-Tbeater kreirten. Im„Deutschen Theater" geht, wie bereits angekündigt. am Mittwoch, den 4. d. Mi».,„FieSko" zum ersten Mal in Szene. Heute, Sonntag, wird„Der Weg zum Herzen" und morgen, Montag,„Romeo und Julia" gegeben. Im Uebrigm bringt das Repertoire dieser Woche außer den Wiederholungen von„Fiesko" noch„Die Welt, in der man fich langweilt", „Der Weg zum Herzen" und„Pitt und Fox". Zentral-Theater. Der am Dienstag im Zentral-Theater stattfindenden 100- Aufführung des„Walzer-Königs" wird von allen Seiten das regste Interesse entgegengebracht. Die Billet- bestellungen zu dieser Jubiläumsvorstellung erfolgen in solcher Anzahl, als gelle es der Premiere beizuwohnen; bis jetzt hat das Stück von seiner Zugkraft noch nichts eingebüßt. Sosiales uuä Arbeiterbewegung. Die Freiheit der Branntweinvergistnng möchten unsere Reaktionäre nicht beschränkt sehen, obwohl ste sonst für Be» schränkungen aller Art schwärmen. Freilich würde fich ein „Glaubm Sie mir, mein Freund," sagte er,„wenn eS auch geschienen hat, al» kümmere ich mich um die Ge» fühle anderer Herzen nicht, so habe ich doch die Ihrige» längst durchschaut; ich habe von Ihrer Liebe längst ge» wüßt... Es fehlt zu meinem eigenen Glück, daß ich Sie glücklich sehe; und nun, Fräulein Cordelia, ist eL an Ihnen, sprechen Sie zu dem Bunde„Ja" und„Amen". Cordelia hatte keine Bedenken gegen die Heirath. Sie empfand in diesem Augenblick da» Glück der Liebe mit. Sie schloß Lucie in ihre Arme. Sie wollte sprechen, aber sie brachte kein Wort hervor, sondern vermochte nur heftig den Kopf zu schütteln. Dann drückte sie Lucie wieder bald von der rechten, bald von der linken Seite an ihre Brust, ja, in ihrer Freude und ihrer herzlichen Theilnahme vergaß sie sich so weit, daß sie Herrn Brand in die Arme schloß... Und hätte sie nicht der hohe Respekt zurückgehalten, sie hätte in ihrer Freude und ihrem Danke Mylord selbst iu die Arme geschlossen; so aber begnügte sie sich, mit ihren beiden Händen dessen Rechte zu erfassen, sie herzlich und dankbar zu drücken. Wa» für ein Fest war da» l Da» Feuerwerk fand statt in aller Pracht und allem Glanz, welchen Brand vorbereitet hatte. Roch wußte Niemand von dem neuen, großen, über» raschenden Ereignisse. Als man aber beim Souper zusammen saß und Lord Killmare da«„Hoch" auf da» neuverlobte Paar ausbrachte .... da malte sich wieder das Erstaunen auf allen Ge» fichtern, fast noch mehr al« bei Helene'» Verlobung, und nun waren die Herzen der Freude so weit geöffnet, daß da» Glück, welche» die Liebenden empfanden, auf allen Gesichtern zu lesen war. O, das war ein Zusammensei« glücklicher Mensche«! Da» war ein Tag de» Glücks und der Freude, wie es ja deren so wenige im Leben giebt; und daß da» Glück diesmal sein Füllhorn nicht unverdient ausgeschüttet hatte, daß zeigte sich darin, daß eS von Niemandem beneidet »urde.(Forts, folgt.) Lorgkbcn ffßcn die ScknapSpest gegen ihren eigmen Geld-- deute! richten und da wäre eS sehr unpraltisch, noch länger S aktisches Christenihum zu treiben. Ader allmählich find die esteuerungS- und«onsumverhältniffe deS Branntweins doch geradezu skandalöse bei unS geworden. Die Branntweinsteuer beträgt pro Kopf in Norwegen 1,60; in Frankreich 2,20; in Schweden 3,34; in Belgien 3,60; in Dämmark 3,74; in Rußland 8,12; in England 9,10; in den Niederlanden 9,18; in Deutschland aber nur— 0,98 Mark. Wit diesem geringen Steuerertrage stehen die Quantitäten, die in Deutschland und speziell inNoiddmtschlandkonsumirt werden, imschärfstenKontrast. Zm deutschen Norden kommen, nach den Angaben des Abg. Buhl, nicht weniger als 9 Liter jährlich auf den Kopf der Bevölkerung, während fich im brandyfreundlichen England nur 3 Liter, in Frankreich 5 und selbst im halbbarbarischen Rußland nur 6 Ltter pro Kopf ergeben- Frankreich zieht auS der Besteuerung deS Alkohols jährlich 246 Millionen Mark Einnahmen; England 520 Millionen; Rußland gar 900 Millionen; die Bereinigten Staaten ergeben 991, und sogar die kleinen Niederlande 47 Millionen. Selbst die konservative „Schief. Ztg." bemerkt hierzu:„Wie nehmen fich diesen Ziffern gegenüber die winzigen 36 Millionen aus, welche unser großes Deutschland aus dem Nationalgist an Steuern bezieht! Von dem furchtbaren Elend, welches der über alles Maß billige Schnaps in unserem Vaterlande anrichtet, ist an dieser Stelle oft genug geredet worden. Mit wahrer Beschämung gedenken wir noch der etwa vor Jahresfrist von unS veröffentlichten Zuschrift aus Elsaß-Lothringen, in der eS hieß, daß nichts den Fluch aufwiegen könne, den Deutschland durch den billigen Branntwein über das erorberte Land gebracht habe." Und Fürst Hatzfeld äußerte neulich:„Ich erlebe es vielfach, daß von den Arbeitern der beiden Zuckerfabriken meines HeimathsorteS (Trachenberg bei Breslau) oft schon früh am Morgen Leute trunken zu sehen find, die während der Nachtarbeit die Brannt- Weinschenken aufgesucht haben. Und als Amtsvorstcher habe ich die Erfahrung gemacht, daß Schulkinder im Alter von 9 bis 10 Jahren fich gegenseitig mit Brannlwein trunken gemacht haben, um fich, wie fie sagten, ein Vergnügen zu bereiten. ES hat nichts g> Holsen, daß die Genehmigung zur Errichtung von SchnopSschänken von der Bedürfnißfrage abhängig gemacht ist. In einem kleinen Dörfchen der Laufitz kommt auf je 55 Einwohner eine Schnapsschänke." Trotz alledem bleibt der Brannt- wein so gut wie steuerfrei. Uebrigens will es uns scheinen, als ob die Betheiligten mit ihrem Widerstand eine sehr kurz« fichtige Jntereffrnpolitik verfolgten; wird heute die Branntwein- steuer nicht reformi't, so wird es später geschehen, aber um so gründlicher und rückfichtsloser. Ueber die Lage der Holzarbeiter in Berlin geht uns folgender Bericht zu: Die verschiedenen Kategorien der Holz- arbeiter, welche an Holzbeardeitungs- Maschinen thätig st od, theilen fich in 2 Gruppen. Ersten? Akkordarbeiter, darunter find zu verstehen: Blocksägeschneider, Walzenschneider, Fournierschneider, Hobelmaschinenarbeiter, Spundmaschinen« arbester. Vollgabeschneider und ein Theil der Bandsägenschneider. Diese haben durchaus kein Brdürfniß, ihre Arbestszeit zu ver- kürzen. Die Forderungen der Arbeiter um höhere Löhne wären ihnen aber sehr erwünscht, da fie alsdann ebenfalls fich dem Drucke gegen die Arbeitgeber anschließen könnten. Gerade obige Arbeiter hältm am ehesten die Pflicht, einzutreten für ihre Mitmenschen. Sie fühlen das Bevürfniß aber weniger, weil ihre Arbeft nicht gefährlich ist, die Ar- betten fich durch TranSport-Walzm von selbst weiter bewegen, sodaß ihnen nur eine betreffende Wartung der Maschinen obliegt.— Zweitens. Kehlmaschinenarbeiter find halb im Lohn und halb im Akkord beschäftigt Diese Berufsbranche ist erst seit 1878 recht zur Ausdehnung gekommen, waS vor 1878 nicht gelingen wollte, da man da mehr Bogen-Aibeit als gerade Arbeit fadrizirte. Die Maschinen find zum Thell auch wehr in geschloffenen Räumen unter- gebracht, die zu verarbeitenden Holzstücke transportiren fich durch Vorrichtungen von selbst und arbeiten je nach Bedarf gleich von 4 Seilen. Vorher genannte Arbeiter find ebenfalls höchst indifferent, es liegt dies Ihdlweise in der Absonderung der verschiedenen Branchen.— Der eigentliche und gefährlichste Beruf aller Berufsbranchen ist der der Tisch fraiser, Bockfraiser, KreiS sägen schneide!. Band sä gen- schneide!, Desonpirer oder Männer, die an Schneide- Maschinen beschäftigt find, um Holzstücke zu durch- lochen. Die in der letzten Gruppe beschäftigten Arbeiter find zuV, in ungeheizten schlecht vent ilirten Räumen und in sogenannten Schuppen untergebracht. Diese Albeiter haben die zu verarbeilcndrn Holzstücke zu zergliedern oder durch Faeoncisen die Stücken zu verschönern, je nach dem von Tischlern oder Bauherren gegebenen Zeichnungen, fie ar- besten mit ihren Händen unmUtelbar vor den betreffenden Werkzeugen, welche in einer Minute 3000—4000 Umdiehungei machen. Betrachtet man fich eine im Gange befindliche Maschs so glaubt man, fie steht still, und gerade diese Ardeiter, weis eine Verkürzung der Arbe tszest voriges Jahr herbei zu führe« wünschten, um denArbeitermit mehrR-che undUkmrlegung leineo gefahrvollen Beruf nachgehen zu laffen, find von den Arbeit- Sebern mit einer verschä.fen Betriebsordnung als WeihnachlSge- henk bedacht worden, so daß auch endlich die Indifferente« einsehen müßten, daß eine Verbindung sein muß. um so ser« Lage in unserem gefahr- und oft lodtbringenden Beruf ff mildern, und zwar so, daß Zuftiedenheit und Ruhe zwis-te« Arbeitgeber und Arbeitnehmer wieder statifindm kann. Sonntag Lormsttag 11 Ubr findet Statuten lerathung##0 und wird um zahlreichen Besuch gebeten. f L Klaffe 171. König!. Preuß. Lotterie. Zlehling vom Sl. Januar 1885. Nur We«etvlnne üb-r»10 Mar! find den dctreffenben Nummrrl» in Parenthese beigefügt. (Ohne Gewädr.l 69 r5B01 886 422(6601 31 62 70 666 62[1500] 87 636(3001 720 819 [3001 37 929 1026 32 166 225 36 68 816 442 667 89 92 623 91 702 9 29 (300 813 70 73 920 58(3001«070 118 29(1500] 32 226 29 471 548 79 85 636(5601 47 67 707 98 869 92 936 75 8002 70 73 164[3001 233(3001 39 63 79(1500] 322 605 15 69[6601 666 713 890 902 18 38 4 078 81(300] 125 30 1300) 243 74 372 76 410 35 610 768 68 74(30001 893 5014 40 223(16001 48 80 98 300 18 21 46 65 61 83(3001 87 91 439 74 717 63 829 31(15001 941 6001 78 130(1500! 34 49 62 88 225 34 56 62 68 348 49 70 98[1500] 676 93 800 39 72 910 160001 93 13001 7066 210 64 338 411 46[5601 62 79 94 526 50 75 88 614 38 93 879 912 8017 54 42 44 62 94 193 333 60 67 475 83[3oOI 633 634 37 75 1300] 705 829 32[3-10] 51 56 87 908[1600]«163 69 82 221 84 818 13000] 24 39 40 67 463 606 37 70 666 730 1300) 809 XO036 67 58 81 108 23 86 97 288 355 64 420 32 39 81 632 827 99 910 25 11053[15001 115 269 95 300 21 35[3001 49 420(1500) 26 66 606[660] 67 619 60[30001 86 713 31 32 70 98 840 89 13000] 1»132 42 373 428 87 88 97 541 68 80 620 29 717 41 9 2 63 72 91 93 1 3006 48 80(3001 III 22 39[660] 226 70 76 324 41 458 549 661(300] 716 27 69 803 84 86 87 902 6 27 38 49 85 1 4021(3001 86 129 42 90 290 3(8 25 34 52[300] 97 418 82 807 91 99 643 710 41 76 868 96 916 15082 53 106 26 27 256 96 397 463 664 715[6501 46 882 953 74 [300] 89 10025 92 96 150 99[1500] 214 130001 311 594 13000] 638 93 5 92 96 150 99[1500] 214 130001 311 594 1300. 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Königliche« Overukau»: Beut«: Marie, oder die Tochter de» Regiments. Morgen: Keine Vorstellung. ffftttifllicht««chausvieihau»: fwute: Maria Stuart. Morgen: Ein SommeinachtStraum._ Deutsche« Theater: Heute: Der Weg zum Herzen. Morgen: Romeo und Julia. ptelleallianee-Theater: Heute: Hotel Blancmignon. Morgen: Dieselbe Vorstellung. - Kiedrich-«sthelmfttdtische, Theater: fecute: GaSparone. Morgen: Dieselbe Vorstellung. All« Jakobstraße 90. freute: Der Walzer-König. Morgen: Dieselbe Borstellung. : Ad. Emst. Direllion Anton Anno. Heute: Dir Ehestands-Jnvalidm. Hierauf: Die Echulresterin. Morgen: Dieselbe Voistellung. Wauiaua-Lveretten-Theatee: Heut«: Der Fcldprediger. Morgen: Dieselbe Voistellung «-»«„euvaotrlche» Theater? Heute: Erstes Gastspiel deS berübmten Antispiritisten und Gedankenlesers Mr. JameS Conridge. Vorher: Papa Kiekebusch. Morgen: König Lear. vstead-Theater: Haut«: Im Lande der Freiheit. Morgen: Die Schulreiterin. Uaserm Rauchklub. 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Druck und Verlag von Max BadtNH in Berlw Beuthsiraße 2. Hierzu eine Sofien." i 1 ii llel »rehunge« IHajtSii* er, weUX zu süh«« ÄS k rta&W 'rentl« rm so uw Beruf(« Beilage zum Berliner Bolksblatt. -?SRr. 27. rNN. Hing A« statt« Sonntag, den 1 Februar 1885. II. Jahrgang. W KsrIsmnitsdmkZ-.tr. Putt- Deutscher Reichst« g. �,39. Sitzung vom 31. Januar, il u Hr. _ Am Tische des Bundesrats v.-boewcker. v. SZ&SZ 5" «MZMZ gftts über Berlin. Hamburg und Altona auS der Ge,ammt. m .2 62 6» m «1 i 56[18 i # Stf. »2 75 228 00) 92 J! Ä i s; �fi,ttunflpjuftQndeis mit der Haltung der svzialdemolratischcn iMn2t\T'*. �rändert hat fich nur die Stillung der Regierungen °ks Herrn Reichskanzlers gegenüber der Sozialdemokratie. Laben einen schlagenden Beweis für diese Behauptung in deff'lben gelegentlich des Diätenantrags. Damals er von dem bereatigten Kern der Forderungen der So» rokratie, er drückte den Wunsch nach einer Vermebrung ertrcter derselben auS, um kennen zu lernen, wai dieselben ßMten vermögen. Diesem Wunsche find wir nachgekommen. 3% baden ihm klar und deutlich auseinandergesetzt, welche Merungen wir an das Reich und die Eesellschaft haben. >» d dieselben einmal erfüllt, so werden wir aus dieser Grund- weiterbauend bald andere Forderungen zu stellen in der sein. Der Herr Reichskarzler hat mit voller Brrechti- ibag— und ich freue mich darüber, daß er es gethan hat— ■Klärt, die Sozimdemokraten seien die Urheber seiner Sozial- Als ich aber in einer Berliner Versammlung dafielbe nämlich, daß die Forderungen der Sozialdemokratie fyfLw Regierungslreisen als berechtigt anerkannt wü-den, da WM die Versammlung aufgelöst DaS geschah also nur, illltl Siebt.*9 ausgesprochen hatte. Der Ausfall der Wahlen IiIOtb SoiiJf' den besten Beweis für die Wirkungslosigkeit drS — Hann«, �sefetzes und des über verschiedene Bezirke ver- IßflCß, bic w Jitiren Belagerungszustandes. Von den 9 Eitzen, non S* Anfli,, �oziaidemokraltie am 28. Oktober gleich beim ersten oo.jj/"oberle, kommen fünf auf BelagerungSbezirkk, OO. rigz, lf>t die Wahlkreise Berlin IV. Hamburg l und II, Altona ~o�p' in Berlin VI fehlten uns ja nur wenige ■o� on der absoluten Majorilät, so daß auch dieser rauett 018 sofort von UNS erobert gelten konnte. Unsere , ltzvas».» gerade in den Bezirken deS kleinen Belage- hfin am meisten zugenommen. Nach der Bebaup- Fheji ��nlstrift betheil, gt fich der anarchistisch gestnnte die v..�.5°Zsaldemokraltt gar nicht an den Wahlen, aber dem ni.i t*cn Regierungen hätten auch uns gegenüber an lisch..?,°°m Bundeerathssische ausgesprochenen parlamenta- Äotiii». Absätze festhalten müssen, keinem Redner andere r, �nfich.«"�"Zuschieben, als er selbst ausspricht, und unseren fftr,"y deinen glauben müssen, daß wir mit den Anarchisten _J__ �1 filauh,« lQmmen6Qnß haben. Wollten Sie aber uns nicht die»nn Hütten doch die Herren, deren Aufgabe eS ist, das r�ch'strschen Blätter zu lesen, bei der Lektüre gefunden, griff.'" anarchiftischm Blättern Niemand heftiger ange- «Iso7?.�"d, als wir Sozialdemokraten. Wie die Regierung tairfr.Ti?�ler von einer anarchistischen Gruppe der Sozial- Stff»2, sp"chrn kann, ist mir unfaßbar. Der Fall Reins- %' 5*r. letzthin m Leipzig gespiell hat, bcweistsauch klar, daß ''fofm o Behauptung, dost wir mit den Anarchisten in .Zusammen bang stehen, vollständig berechtigt ist. iW'i �"ren, wir beklagen diese Vorgänge seitens der anar- (in, lchkN Partei ebenso tief und ousrichtig wie irgend «!»j!i°"�re Partei in diesem Hause. Wir hoben wiederholt d,» nT- und ich tfcye las biermrt ebenfalls wieler: wir weisen ,l y*' bie»u'"ch 1« konservativen und naticnallideralen Presse. >a»ii»s�>vifl,„ schisten uns an die Rockschöße zu hängen, zurück. Wir . W?�Lob«. daß die vielgerühmte erziehliche Wirkung, die Sie Marken nt »ress� Hiit v,"ü"' daß die vielgerühmte erziehllche--- de»„ m Ausnahmegesetz erreichen wollten, vre ist, dre fich in C ,i°?�chislischen Attentaten zeigt. Das ist die Wirkung des DWrnLci �iucinahiu jClßl. iftz viv aüihui H , �ssustengesetzes. Die verbündeten Regierungen und rurch .tllettfct die Polizei fördern den Anarchismus und machen daß fie an die Stelle, die sie als am meisten vom um vnmn# gu uiuu,.»». vw««,- iuum; bei den Sozial- Sa,«. Das beweist eine Gerichtsverhandlung in der Die schweizer Richter haben fich vielleicht von ihrem sj�Aierrus' durchseucht bezeichnet, ihre Polizei hinschickt d,'�Anarchisten zu mackm.(Sehr wahr) 8« n-n M »•>»*——-T-T-------—--:■•• u Ferner ist festgestellt, daß Polizeiagenten in Zürich iKa on*,"L. cn\- 1 r. in.. m- r< MMW» VWlVSse fr ä ZK%% ra Und in einem Briefe vom 25. Januar 1854 heißt es:„Ter unangenelmste Bundesgenosse unserer Gegner ist der weit- erlernte Ehrgeiz unserer Polizeibeamten, Verschwörungen zu eiildecken, und die Resultate dieser Bemühungen seien, die bead- fichtigten und v-rhrnderten Verbrechen in einer Weise aufzu« puyen, daß man den eingeschüchterten Gemüthern in bcnga- tischem Feuer eines ununterbrochenen RetterS der Krone und der Gesellschaft aus haarstlSubenden Gefahren erscheint." DaS war früher die Meinung deS herm Reichskanzlers; ich hoffe, daß er fie noch jetzt haben wird, und wünsche nur, daß leine Organe fie vertreten. Die Denkschrift behauptet ferner, daß die sozialdemokratische Partei in Berlin anläßlich der kommunalen Wahlen eine Agitation eingeleitet hat, und daß dabei die ganze Sladtmit einem sogenanntenNetz von Arbeitervereinen überzogen worden ist, die aber thatsächlich demokralische Tendenzen haben. Als einer der Vertreter von Berlin darf ich diese Ausfühiung wohl näher berühren. Bei den kommunalen Wahlen in Berlin brach fich unter der arbeitenden Bevölkerung die Auffaffung Bobn, daß eS dem Interesse der Arbeiter entsvreche, fich an diesen Wahlen zu detheiligen. Ich muß der Regierung voll- ständig darin Recht geben: etwas Legaleres ist doch kaum zu denken. Daß nun die Arbeiterpartei nach einigen Erfolgen bei den kommunalen Wahlen auf diesem Boden weitere Erfolge er- ringen zu können hoffr— Sie wissen ja, der Appetit kommt beim Essen—, und daß man zu dem Zweck eine Bereinsorga- nisation ins Leben gerufen hat, daS weid.-n alle verstehen und gerechtfertigt finden, die da wissen, auf welche Weise es noth- wendig ist, seine Ueberzeugungen in gröseie Massen hineinzu- trogen, und daß man, um etwas zu erreichen, überhaupt orga- nifircn muß. Und nun wird für die verbündeten Regierungen der Umstand, daß fich Arberterbezirksverrine gebildet haben, deren Bestrebungen auf gesetzlichem Wege nicht zu bindern, deren Ziele und Zwecke durch die Statuten genau festgestellt und zur Kenntniß der Polizeibehörde gekommen sind, zur Auf- fordcrung, die Verlängerung des Belagerungszustandes über Berlin zu beschließen. Da ist ein Widerspruch, der jeder inneren Bmchiigung vollkommen entbehrt. Die Regierung behauptet, daß die Bläiter der Anarchisten deutscher Zunge,„Freiheit" und„Rebell", in größeren Mengen in Berlin verbreittt wer- den. Aber ich kann Folgendes beweisen, waS die Regierungen, glaube ick, selbst wissen; die„Freiheit" kommt kaum in 100 Exemplaren hieiher. Ich glaube kaum zu viel zu bebaupten, daß die einzigen Leser die Herren auf den verschiedenen Polizei« Piäfidien find, die da meinen, einen Zusammenhang zwischen Anaichisten und Sozialdemokratie herausfinden zu müssen. Der„Rebell" aber ersch.lnt seit Jahr und Tag übcrbaupt nicht wehr. In der Denkschrift wird dann behauptet, daß, nachdem man in Folge des gemäßigteren Auftretens der Sozial- demvkratu der den Wahlen die Zügel etwas lockerer gelassen, sofort eine Agitation Platz gegriffen habe, die in ganz bedenk- licher Weise die öffentliche Sicherheit und Ruhe gestört habe. Es habe Jemand aufgesordert, in die Kleideriäden zu gehen und neue Anzüge zu holen. Ein Redner habe gesagt, jetzt würde in den Schulen das Bewußtsein der Standesunter- schiede in den Kindern wachgerufen und dieselben würden ge- lehrt, wie die Völker fich auf Kommando ihrer Macht- Haber gegenseitig zu vernichten ballen. Warum ist denn von den Rednern, die in so bedenklicher Weise aufgereizt haben, auch nicht ein einziger ver« haftet oder in den Anklagezustand versetzt worden? Wo haben denn die Polizcideamten ihre Augen, wenn bei ihrer Anwesenheit dergleichen Tinge gesprochen werden können, die geradezu eine Auffsrderung zum Verbrechen find? ES macht einen eigentbümlichen Eindruck, wenn diese Dinge, die fich direkt unter den Augen der Polizei, ohne daß dieselbe eine Acnderuna schafft, abspielen, hier als Rechlfertigung für die weitere Verlängeiuna so einschneidender Maßregeln gesührt werden. Eine der Auflösungen von Versammlungen, auf welche die Tenlschiist weiter sich dciuft, hat deswegen stattgefundm, weil ich, nachdem ich üder die Stellung der Regierung im All- Sesprochen, die Worte gebraucht: eine Reibe anderer wirlh- hastlicher Fragen zu fördern, wird im nächsten Reichstage eine ganz besondere Aufgabe der Vertreter der Arbeiter sein. (hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Eine andere Ver- sammlung wurde, als jemand daran erinnerte, daß man durch die Denunziation, man sei Sozialdemokrat, von Weib und Kind gerissen werden könne, sofort aufgelöst. Ein anderes Mal fand die Auflösung statt, weil ein Redner dahin zu wirken aufforderte, daß der Kandidat der Arbellerpartei anstatt mit 24100 mit 30000 Stimmen aus der Urne hervorgehe,(hört! hört! Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Einmal wurde eine Versammlung aufgelöst, weil davon gesprochen wurde, daß, wenn die Arberter in ihrer Majorität politisch in- dissrrent wären und sich nicht organistrt hätten, um eine bessere soziale Lage herbeizusühren, die Zahl der Proletarier jedenfalls eine noch viel größere sein würde. Damll aber dieser ernsten Frage auch der Humor nicht fehle, möchte ich von einer Auf- lösuna Ihnen mrttherlen, die der überwachende Beamte mll den Worten motivirt, daß ibm nun der Spaß schon lange genug gedauert habe.(Heiterkeit). Die Praxis bei diesen Per- boten von Versammlungen ist eine ganz eigenlhümliche. Ich kann auch in diesem Falle auf mich exemplifiziren. Während man in der einen Hälfte meines Wahlkreises— ich darf von diesem Wahlkreis mit größerem Recht das Beiwort „mein" gebrauchen, als einer der Herren, der ein solches Recht i» Anspruch nahm, weil er einmal in einem solchen Wahlkreis kanvrlirt hatte— Versammlungen, die regelrecht angemeldet worden, gestattete, hat man demselben Anmelverund demselben Referenten in dem anderen Tbeile deS Wahlkreises die Ver- sammlungen nickt erlaubt, vielleicht, weil man geglaubt bat, daß in dieser Gegend die Stimmung für die konservative Sache besser sei. Wer hier in Berlin sozialdemokrati- scken Versammlungen beigewohnt hat, der wird mir, mag er einer Partei angehören, welcher er wolle, bestätigen müssen, daß es in denselben mit Ruhe und Anstand herge- gangen ist, und diese Versammlungen werden nun als so un- geheuer staatSgefährlich hingestellt. Nun möchte ick hinweisen auf die von anderen Parteien gehaltenen Versammlungen, wie die in Elbing, wo Konservative gegen Konservative ihre Meinung gegcnsellig zum Ausdruck dringen wollten, wo fie berathen wollten, wen fie aus ibren Reihen für den besten Vertreter im Reichstage hielten. In dieser in Elbing adge- haltenen konservativen Versammlung mußte der Aufruhrpara- graph verlesen werden, es mußte sogar Militär requirirt wer- den, aber der kleine Belagerungszustand ist über Elbing noch nicht verhängt worden, wahrscheinlich weit ein Herr v. Putt- kamer dabei betheiligt war. Ferner hatten wir in Berlin eine Reihe von Versammlungen gehabt, die, obwohl nicht von unserer Partei berufen oder etwa von unS gestört, doch die Anwendung des Sozialistengesetzes hätten nothwendig machen müssen. Wenn in konservativen Versammlungen aufgefordert wurde, ev masse sich in andere Versammlungen zu begeben, um deren Vergnügen zu stören, so war das einfach eine Auf- forderung zum Bürgerkrieg. Was ist es denn anders, wenn in einer konservativen Versammlung, die zu dem Zwecke einbe- rufm war. dem Reichskanzler die Entrüstung über den ReichstagSbesckluß vom 15. Dezember auszusprechen, cS offen bedauert wurde, daß der Abg. von Vollmar und der Abg Richter nicht an einem Strick ausgehängt worden find? hier wäre doch das Einschreiten der Behörden am Platze gewesen. Dem gegenüber betrachten Sie doch die Sozialdemo« kraten, welche Ruhe in den Versammlungen geherrscht bat, und wie fie auch gegnerischen Ansichten Gehör schenkten. Nun bin ich noch in der Lage, über die Versammlung zu berichten, auf Grund deren der Stadtverordnete Ewald ausgewiesen wurde, wobei ich mich durchaus auf Augen- und Ohrenzeugen stütze. Es handelt sich um eine Versammlung, in der daS Wahlresultat proklamirt werden sollte. Es ist erklärlich, daß der Saal bei dem Interesse, daS unsere Partei an allen öffent- liehen Dingen nimmt, vollständig gefüllt war, und es war Aufgabt der dazu bestellten Ordner, die polizeilichen Anord« nungen zur Dmchsührung zu bringen. Die Zusammenstellung des Wahlresultats dauerte etwas längere Zeit, und entstand diejenige Unruhe, die erklärlich ist beim Zusammenströmen von vielen Tausenden ohne Beschäftigung. Da wandte fich der in jener Versammlung anwesende Abg. Auer an den über« wachenden Beamten mit der Frage, ob es nicht besser sei, der Versammlung mitzuthellen, daß daS Wahlresultat noch nicht festgestellt sei, und fie zur Ruhe aufzufordern. Der Beamte gab dazu seine Erlaubniß. Als aver Abg. Auer das Wort zur Ge« schäftsordnung erhielt, um diese Millheilung zu wachen, da wurde die Versammlung auf Grund des§ 9 des Sozialisten« gesetzes aufgelöst. Nun denken Sie sich die Situation, ein dichtgedrängtes Lokal, eine Unzahl von Leuten in der erklär« lichen Erregung, daS Resultat dessen, was fie den Tag über durchgeführt, zu erfahren, eine solche Versammlung rn der Weise provokatorisch aufgelöst— da kann man doch nur den höchsten Grad von Bewunderung über die Mäßigung aus« sprechen, die in jener Versammlung geherrscht hat. Es war gerade der Stadtverordnete Ewald, der dem überwachenden Beamten den Ausweg durch die Menge bahnte, eS waren die Mitglieder des BureauS sowohl wie die anwesmden Reichs« tagsabgeordneten und der Vorsitzende Ewald, die den Beamten schützten vor der Mißbilligung, die sich in etwaS nachdrücklicher Weise geltend machen wollte, und zum Dank dafür, daß der Stadtverordnete Ewald seine Person eingesetzt hat, dem Ver« treter des Gesetzes und der Ordnung Hilfe zu schaffen, wird er am nächsten Tage aus Berlin ausgewiesen, weil angeblich in jener Versammlung ein Angriff gegen die Polizeideamten gemacht sein sollte. DaS find Gründe, für die man in Berlin ausgewiesen wird! Was die RechtfertigurrgSschrist über die Organisation, die Ver» dreitung verbotener Schriften und Versammlungen bemerkt, stellt nichts weiter klar, als die vollständige Nutzlosigkeit der ganzen Gesetzgebung. In derselben wird bemerkt, daß in Berlin der Boden für bedenkliche Störungen der Ruhe und öffent- lichen Sicherheit bereits vorbereitet sei. Wenn das der Fall wäre, waS ich auf das Entschiedenste b< streite, so darf nicht oft genug ausgesprochen werden, daß nur die Ausnahmegesetzgebung Derartiges möglich macht. Ich kann mich für diese meine Auffassung auf einen Zeugen berufen, den Sie gewiß akzeptiren werden. Graf v. Moltle sagt in seinem Buche über die Polen in Betreff der Ausnahmegesetze:„Vielleicht liegt eS in dem Charakter keines Volkes so sehr alS im polnischen, seinen Un« muth in Reden verrauchen zu lassen. AlS nun aber eine über- trieben« strenge Zensur jeden geschriebenen Gedanken, und zahl« reiche Agenten der Polizei jede Rede bewachten, alS die Polen fich von Spionen überall umgeben saben oder umgeben glaub- tcn, da drängte man sie recht eigentlich auf geHerme Einver- ständnisse hin, und weil fie selbst das Unschuldige nickt öffent« lick äußern durften, so thaten fie das Schuldige ins« geheim." Diese Auffassung des Grafen Moirke trifft noch heute zu. Menschlich erklärlich ist es, daß Leute, die im Bewußtsein ihres Rechtes und ihrer staatsbürgerlichen Pflicht fich zur Mitwirkung am öffentlichen Leben organifiren, der Möglichkeit beraudl, dieS öffentlich zu thun, im Geheimen diese Dinge beratben. DaS Eine steht fest, daß trotz aller Be- drückongm die sozialdemokratische Idee fich fiegrerch bebauptet. Die 600000 Grimmen, die bei den letzten Wahlen für die Sozialdemokratie abgegeben find, sprechen deutlich dafür, und diese Stimmen werden sich in nickt zu langer Zeit verdoppeln. Wir könnten uns deshalb die Dinge gefallen lassen, wenn es nur unser Wunsch wäre, möglichst zahlreich hier vertreten zu sein. Aber das ist unser Standpunkt nicht. Wir werden stets eine Gesetzgebung bekämpfen, welche ihre Spitze gegen hundert» tausende von braven, fleißigen Mitbürgern richxt, deren Leben und Blut das Vaterland verlangt, wenn eS sich in Noch befindet, eine Gesetzgebung gegen Personen, deren fleißigen Händen der Wohlstand deS Handels, der Industrie, des Hand« werks verdankt wird. Wir werden, soweit unsere Kräfte reichen, nicht gestatten, daß ste weiter zu Deutschen zweiter Klasse degradirt werden. Das ist unsere Stellung zur Ausnahme- Gesetzgebung, und die Regierungen und der Herr Reichskanzler sollten endlich ein- sehen, das ihre sozialreformatorilchen Plane in einem ganz sonderbaren Lichte erscheinen müssen. Die Arbeiter können kein Vertrauen zu einer Regierung haben, welche in der einen Hand schöne Versprechungen bringt und in der anderen die Geißel eines namenloses Elend verbreitenven Ausnahmegesetzes schwingt. Eist mit der vollen Freiheit der Diskusston, mll der vollen Berechtigung in die Vcrhältmfic einzugreisen, kann fich das Vertrauen finden, daß die sozialreformatorischen Vorschläge der Regierung eines that iächlichen Hintergrundes nicht ent« behren. Sollen also die Zustande, welche die Denkschrift de« klagt, beseitigt werden, so muß vor Allem daS Ausnahmegesetz abgeschafft werden. Mit kurzen Worten möchte ich noch deS Standpunktes der anderen Parteien Erwähnung thun. Die Verlängerung des Sozialistengesetzes hat doch etwas gezeiligt, was in diesem Augenblick nicht unausgesprochen bleiben darf. Jene Adkommandnten aus der deutsch- freisinnigen Partei find ebenso verantwortlich zu machen für die Zustände, die sich unter der Herrschaft dieses Gesetzes entwickelt baden, wie die Konservativen und Nationallideralen, deren begeisterter Zustimmung dieses Gesetz fich ja von vornherein erfreut hat. Wir sind überzeugt, daß jeder denkende Mensch fich heute mit der Sozialdemokratie abzufinden hat, wir wissen, daß jeder denkende Mensch sagen muß: das, waS ste will, ist berechtigt und muß eingeführt werden, wenn nicht Zustände fich entwickeln sollen, die wir alle gleichmäßig zu beklagen und zu fürchten haben. Meine Herren, wir haben Anträge zu der vorliegenden Denkschrift für heute nicht zu stellen, wir wissen, daß die vernichtendste Kritik derselben in den thatsächlichcn Verhältnissen derjenigen Bezirke liegt, über die die Maßregel verhängt ist.(Berfall bei den Sozialdemo- kraten.) Minister des Innern v. P u t t k a m e r: Mein« Herren, ich knüpfe an eine der Schlusäußerungen des Herrn Bor- redners an. Er sagte unter lebhafter Schilderung der Uebel- stände, welche seiner Meinung nach die Folgen de» von ihm so lebhaft angegriffenen Gesetzes seien, daß seine Par.ei fich die weitere Enlwickclung der Verhältnisse auf dem Boden dieses Gesetzes ja sehr gefallen lassen könne; seiner Meinung jiod) habe taS eiptrlltifie Jnteilsse bei der Be- seitigung der AtiknalmimoPefteln ur.d bei dem Ver« zichten auf dieselbe die Rckiewn?. Meine Heilen, ich stehe diesem Dilti m gegenüber gar nicht in einem so diametralen und unversöhnlichen Gegensatz. Gewiß, die Regierung hat ein Jntcreffe an der Beseitigung dieser Gesetze und sie wünscht lebhaft die Möglichkeit herbei, auf fie �verzichten zu können. Schaffen Sic nur erst, meine Herren, den thatsächlichen Boden für die Möglichkeit eines solchen Verzichtes, dann wird fich der Horizont für Sie in größerem Maße aufklären, wie das bisher möglich gewesen ist. Der Herr Redner hat seine Argumentation gegen die Begründung des Belagerungszustandes eigentlich in dem Satze konstruirt, daß er sagte: die Regierung darf sich nickt auf die allgemeine Lage der Dinge innerhalb deS ganzen Gebiets deS deutschen Reichs zur Motivirung ihrer Maßregel berufen; sondern fie muß nachweisen, daß in den betreffenden Bezirken, die von den Ausnahmcmaßrcgeln des§ 28 getroffen find und anscheinend einstweilen noch getroffen bleiben, diese Nothwcndigkeit vorliegt. Meine Herren, diese Auffassung ist nur mit einer großen Einschränkung zu akzeptiren. Wenn überhaupt— und darüber streiten wir ja heute noch nicht; wenigstens ich kann das von meinem Sland- punkte aus nicht akzeptiren,— wenn überhaupt nach der Ge- sammiloge der Verhältniffe des öffentlichen Lebens in Deutsch- land die Möglichkeit eines Verzichts auf das Gesetz vom Oktober 1873 noch nicht gekommen ist, wenn die Regierungen noch der Meinung find, daß die außerordentlichen Vollmachten, die durch die Vertreter der Nation in dieser Beziehung ihnen in die Hand gelegt worden find, noch nicht entbehrt werden kön« nen,— dann folgt von selbst nicht nur die Möglichkeit, son- dcrn die Pflicht der Regierungm, zu erwägen, in welchen Hauptzentren fich die Gefahren, um deren Vorbeugung und Befcittgung es fich in diesem Gesetze handelt, derart verdichten und in Folge der Größe der Interessen, die hier zu vertreten find, vermehren, daß die Nothwendigkeit der über das gewöhn» liche Maß hinausgehenden Vollmachten, welche§ 28 an die Hand giebt, noch vorliegt, und dies, meine Herren, ist der ganze Inhalt— wenn Sie wollen— der Motivirung, welche in der Denkschrift enthalten ist. Wir können nicht anerkennen, daß die besonderen Schutzmaßregeln, welche der tz 28 an die Hand giebt, in Berlin und den Orten, in denen fie überhaupt außer» dem noch verhängt find, bereits entbehrlich wären. Nun wird man mir allerdings einwenden können: das Gesetz hat die Sozial- demokratie nicht in ihrer Macht und in ihrer Krastenrwickelung schwächen können. Ja, meine Herren, ich habe in dieser Be- zichung schon in früheren Verhandlungen Veranlassung nehmen müssen, jene Motive richtig zu stellen, auf welchen überhaupt diese ganze Gesetzgebung beruht. Ich verweise die Herren auf die bei der ersten Vorlage des Gesetzentwurfs gegebene Be- gründung, in welcher ausdrücklich bekundet wird, daß daran überhaupt nicht gedacht werden könne, die Existenz der Sozial» demokratie überhaupt auszulöschen oder fie in die engsten Grenzen zurückzuführen, sondern daß das Gesetz nur die Tendenz haben könne, erstens, wenn möglich, fie auch dem Umfange nach einzudämmen, vor allen Dingen aber den Versuch zu machen, diejenigen Schichten der Bevölkerung, welche ihrer ganzen Bildungsstufe und wirtbschaftlichen Lage nach am meisten den Verführungen revolutionärer Agitatoren ausgesetzt find, von diesen Einflüssen zu emanzipiren und fie vor dem Gifte zu retten, welches entschieden durch die sozialdemokratische Agi- tation in ihre Reihen getragen wird. Und, meine Herren, daß dies in einem hohen Grade erreicht ist, das ist meiner Anficht nach ganz unzmeifelhast und notorisch, und ich behaupte, daß gerade die Haltung der parlamentarischen Sozialdemokratie, wenn ich fie so rennen darf, hiervon den allerdeutlichsten Beweis und hierzu t en allervolllommendsten Belag liefert. Hier möchte ich zurückkommen auf ein Wort, welches der Herr Vorredner allerdings nur so ganz andeutungsweise und beiläufig fallen ließ; er sprach mit einer gewissen Ironie von der soi-disant erziehlichen Wirkung dieses Gesetzes. Meine Herren, darin liegt gerade der Kern der Sache- Ick behaupte und glaube, daß die öffentliche Meinung mir darin beitreten wird, dieses Gesetz mit seinen, wie ich ja vollkommen anerkenne, drakonischen Bestimmungen hat aller- Vings, und zwar auf die Sozialdemokratie selbst einen er- ziehenden Einfluß geübt. Meine Herren, die deutsche So- zialdcmokratie, wie fie fick heute darstellt, und wie wir fie kennen gelernt haben— die älteren Mitglieder dieses hohen Hauses, die auch an den stüheren Sesfionen Theil genommen baden, werden eine lebhafte Erinnerung daran haben—, meine Henen, wenn man die Haltung von heute und die Haltung von damals— ich spreche so vom Anfang der fiebziger Jahre — in diesem hohen Hause mit einander vergleicht, so wird man allerdings erstaunen über die große Veränderung, die in derselben vorgegangen ist. Nun, meine Herren, worauf beruht denn diese Veränderung? Der Herr Vorredner hat vorhin mit großer Emphase gesagt: weder unser Procramm, noch unsere Haltung ist eine andere geworden. DaS Programm, von dem wissen wir bisher herzlich wenig; denn wenn die GcsetzeSvor- läge, die Sie in den letzten Tagen eingebracht haben, Ihre ganze Weisheit ist, dann muß ich sagen, hätten Sie fich ruhig auf die Seite der Rechten setzen können, auf der alle die Sachen von Arbeiterschutz und dergleichen, die Ihrerseits gebracht werden, die vollste Sympathie haben. Daß Sie sogar noch das An- hängsel gemacht haben mit den Arbeiter kammern und der Be- stimmung eines Minimalarteitslohnes, das wird von Jeder- mann als eine solche Utopie erachtet werden, daß darüber die Diskusfion nickt scbr ernsthaft wird gemeint sein können. Also ich sage, Ihr Programm— das ist ja gerade die Kunst einiger der Herren Chefs dieser Bewegung— Ihr Programm, wenn Sie überhaupt«ins haben, verhüllen Sie vor der Oeffentlickkeit, und ich glaube auch, vor Ihren eigenen Wählern auf das Sorgfältigste.(Sehr richtig! rechts.) Denn wenn Sie eS ganz und voll und unverhüllt der Nation zeigen würden, so würden Sie unter dem allgemeinen Widerwillen sofort zu- sammenbrechen(oh! links), ja, gewiß, und von der Bühne verschwinden.(Zuruf links.) Aber, meine Herren, was die Haltung betrifft, so widerspreche ich dem Herrn Vorredner darin, daß er beobachtet, fie sei unverändert. Ich habe ja schon eben nachgewiesen, daß daS keineswegs der Fall ist, sondern daß wir eine sehr große Veränderung wahr- nehmen, und wenn Sie fragen: worauf ist diese Verände- rung zurückzuführen? so werde ich, natürlich nicht ohne Ihren Widerspruch, die Behauptung aufstellen dürfen, fie ist zurückzuführen wesentlich auf die Wirkung deS Sozialistmge» sctzks.(Zuruf links- lächerlich! Zuruf rechis) Meine Herren, dieses Gesetz hat Sie in die gesetzlichen Bahnen zurückge- zwängt, Sie find dazu gedrängt und gezwungen worden, fich in eine förmliche und in den Formen der bürgerlichen Gesell- schaft bewegende Diskusfion zurückzubegeben, in welcher Ihnen keinesweas wohl war. Das, meine Herren, ist der Kern der Sache und wenn wir auf diesem Wege fortschreiten, so halte ich es gar nicht für unmöglich, daß das. was wir jetzt Sozial- demokratie nennen, fick in einigen Jahren umwandeln wird in eine radikale Bourgcoispartei, vielleicht rn den äußersten lmlen Flügel des jetzigen Freisinns. Dann werden vre Herren zwar immer höchst unbequem sein; denn wir find, das gebe rch zu, selbstverständlich in allen politischen Zielen diametral entgegen- gesetzter Meinung wie Sie. Aber Sie werden dann doch das Recht erwolben haben, in die Reihe der disluttrenden und hier legitim vertretenen.Parteien im Hause zurückzukehren, und glauben Sie nickt, daß das den verbündeten Regie, ungen irgendwie im Grunde zum Schmerz oder Druck gereichen_ wild. Die verbündeten Regierungen werden sich aufrichtig fteuen dann mit ihnen einmal funditus alle diejenigen Probleme in aller Ruhe zu diskutiren, als deren Träger Sie fick hrer aufstellen. Wenn Sie sagen, daß Sie die einzigen Vertreter der Interessen der Arbeiter find, so hat sich schon durch die ganze Entwickelung unserer Gesetz- ebung volllommen deutlich gezeigt, daß Sie mit dieser Be- .auptung fich vollkommen im Jrrthum befinden. Die verbün- Veten Regierungen mit ihren sozralreformatorischen Bestrebungen und Gisetzgedungseniwürfen, rn deren Zustandekommen ihnen Gott sei Dan! der größte Theil der Nation folgt, find es, welche daS wahre Wohl des Arbeiters auf dem Herzen tragen, und Sie hoben erst durch die That und in der Zukunft zu beweisen, daß dasjenige, waS Sie behaupten, nämlich, daß Ihnen die legitime Führerschaft über die Arbettermassen zu- kommt, in der That eine innere Berechtigung bat, was ich bisher noch in vollem Maße bezweifeln muß. Nun hat der der Herr Vorredner gesagt, es wäre doch in der That zu hart, daß in dieser Denkschrift noch immer wieder die Rede sei von einem inneren Zusammenhange zwischen der sogenannten gc- mäßigten Sozialdemokratie und den Anarchisten. Ich habe schon bei früheren Anlässen Gelegenheit gehabt, meine Herren, diesen zwiefachen Strom innerhalb der großen geistigen Be- wegung, die Sie wesentlich vertreten, zu kennzeichnen, und ich habe auch schon nachgewiesen, daß der Ausgangspunkt der beiden Parteien ein vollkommen gemeinschaftlicher ist, und daß nur die historische Entwickelung fie in zw?i große— wie ich rollkommen anerkenne— in ihren tbatsäcklichen Bestrebungen sehr verschiedene Ströme geleitet hat. Ich behaupte nur daS Eine: die parlamentarische Sozialdemokratie kämpft, wenn sie fortwährend diese Behauptungen aufstellt, nur mit halb offenem Vifir(oho! links)- Sie baden ganz unzweifelhaft dte Brücken, die fie an die wirtliche Sozialrevolution geknüpft haben, noch nickt hinter fich abgebrochen;— ich wäre in der Lage, Ihnen dafür die Beläge zu geben aus Ihrem eigenen Preßorgan, das Sie als Ihren Moniteur anerkennen und für dessen Aeußerungen Sie, wie Sie auch nie abgeleugnet haben, offiziell verantwortlich find. Es sollte mich sehr freuen, wenn mehr und mehr dieser früher bestandene, und, wie ich glaube, noch nicht ganz verloren gegangene Zusammenhang in der �hat, in der Wahrheit, nickt dlos in den Aeußerungen fich lösen sollte; aber so lange Sie in Ihrer Presse fortfahren, verhüllt und unverhüllt mit der Revolution zu drohen, so lange Sie die sozialreformatorischen Pläne der Regierung in der Person Seiner Majestät deS Kaisers beleidigen, wie ich Ihnen nach- weism könnte, so lange die schrecklichen Ereignisse der neuesten Tage von Ihnen nur mit einem sehr starken Vorbehatt der Mißbilligung degleitet werden, so lange, muß ich sagen, wird es mir schwer— weiter will ich nicht gehen,— zu glauben, daß Sie mtt vollem Bewußsein bereits in der Lage find, sagen zu können: wir find eine wirklich reformatorische und keine re- volutionäre Partei. Wenn Sie erst in der Lage sein werden, das nicht nur zu behaupten, sondern vor aller Welt, vor diesem Hause, vor der Nation und vor Ihrem eigenen Gewissen mit Kraft und Nachdruck vicht nur, sondern auch mit innerer Wahrheit bezeugen zu können, dann, meine Henen, werden wir anders mrt ihnen reden können, wie wir das heute leider noch nicht in der Lage find. Und nun, glaube ich, die Behauptung, meine Herren, die ich auch heute zu meinem Erstaunen aus den Aeußerungen des Herrn Redners habe wieder hören müssen, der Anarchismus sei die Frucht nicht etwa der Sozialdemo- kratie, sondern d«S Sozialistengesetzes—(gewiß! links)— ja, da haben wir's wieder—...(Heiterkeit rechts). Meine Herren, vergißt man denn ganz die traurigen Ausgangspunkte der ganzen legislatorischen Bewegung, mit der wir es zu thun haben?— ich will an diese Sachen nicht weiter erinnern,— cntfinnen fich die Herren gar nicht mehr, daß Sie jedenfalls in der Vergangenheit in Ihrer eigenen Partei die anarchisti- schen Elemente selbst als Brüder und als Gesinnungsgenossen beherbergt haben?(Zuruf links: Christlich- sozial!) und daß die Strömungen, welche stch jetzt auseinandergespalten, in einem gemeinschaftlichen Bette dahingeflossen find? Ich muß also die Behauptung, als wenn die leider nothwcndige Gesetzgebung des JahreS 1873 der Ursprung und die Quelle der anarchistischen Bewegungen gewesen ist, mit aller Entschiedenheit zurück- weisen. Nun komme ich auf eine Behauptung des Herrn Vorredners, die allerdings auch mit der Denkschrift in keinem unmittelbaren Znsammenhange steht, aber da fie wieder vorge- bracht ist in Anknüpfung an ftühcre Muster, so muß ich ihr doch widersprechen. Er sprach davon, daß die Regierung mit- verantwortlich sei durch daS Ges-tz sowie anderweitig für das Emporschießen der anarchistischen Bewegungen, das gehe schon deutlich hervor und würde bewiesen durch gewisse Vorkommnisse in der Schweiz, da sei irgend ein Spion— ein gewisser Weiß — als im Solde der Polizei stehend entlarvt worden. Meine Herren, das führt mich ganz kurz auf die hier so oft schon ge- machte und, wie ich glaube, stets mit vollem Nachdruck und Erfolg widerlegte Behauptung der Herren Gegner, daß es ein unsittliches Verhalten von Seiten der Regierung sei, wenn fie fich zweifelhafter Organe bediene, um dem Verbrechen, sei es auf diesem oder jenem Gebiete, entgegenzutreten. Meine Herren, wenn Sie das zum Axiom erheben wollen, dann bitte ich Sie, sagen Sie mir doch gefälligst, wie die Polizei über- Haupt für die öffentliche Sicherheit einstehen und wirken soll. Ich habe schon häufig— und thue es heute wieder— die Grenzlinie bezeichnet, innerhalb deren ich die Staatsgewalt für berechtigt und auch für verpflichtet halte, da, wo fie keine anderen Mittel hat, fich auch unlauterer Charaktere zu bedienen, um der Begehung und Wiederholung von Verbrechen vorzubeugen. Meine Herren, das, was man Polizeispionage nennt, ist gewiß kein erfreulicher Zustand unseres sozialen Lebens; aber, daß bis zu einem gewissen Grade die Nothwendigkeit derselben nickt geleugnet werden kann, um daS Verbrechen— auch das politische — in seinen Schlupfwinkeln aufzusuchen und zu verhindern, das kann niemand leugnen, der im praktischen Leben steht und der fick nicht mit einem Idealismus begnügt, der im Leben keine Wurzeln hat. Für mich ist die Grenze des Erlaubten, daß es absolut unfittlich und verwerflich ist, Verbrechen zu provoziren,(Ruf: daS haben Sie gethan!) um damit andere in die Falle zu locken.(Ruf! das ist geschehen!) Meine Herren, hiervon weiß die Regierung fich völlig frei, und ich erwarte— ich will nicht einmal sagen, den Beweis— sondern die Behauptung, daß jemals so etwas bei uns geschehen sei. Meine Herren, der Zeuge Horsch, von dem hier früher so viel die Rede war, hat leider blutige Früchte getragen, aber leider nicht in dem Sinne, daß man dem unglücklichen Manne, der unter dem Dolch des Mörders seiner Äerufsrreue zum Ovfer gefallen ist, einen moralischen Vorwurf machen könnte, daß er sich dieses ManneS bedient hat. Rein, er hat nur seine Schuldigkeit damit gethan, und wenn gesagt wurde: der Zeuge Horsch ist«in ganz entsetzliches Beispiel dafür, wie weit fich die Staatsgewalt auf diesem Gebiete verirren kann, das Reichsgericht selbst hat ihn für unglaublich erklärt, so sage ich, das find zwei vollständig von einander zu trennende Fragen. Ich würde als Richter dem Zeugen Horsch auch keine Glaub- «ürdiqkeit beigemessen haben. Aber folgt daraus nicht, daß man fich in solchem Falle dieses Mannes zu b-dienen hat und muß, um den scheußlichsten Verbrechen, die die Menschheit je- mals besudelt haben, auf die Spur zu kommen?(Sehr richtig! rechts.) Ich verdenke eS ja der Partei des Herrn Vorredners viel weniger, daß fie auf diese Dinge so großen Werth legt, alS einer gewissen anderen Partei, die früher hier in diesem Hause, wie ich behaupte, mit den Dolch geschärft hat sür den unglücklichen Polizeirath Rumpff, der ihn nachher niedergestreckt hat. Nun, meine Herren, ich will nur noch auf einige Epezialsachen eingehen, welche der Herr Vorredner in Bezug auf die hiefigen Berliner Verhältnisse und die hier stattfindende Handhabung des Gesetzes angeführt hat; was die Auflösung von Versammlungen betrifft, so glaube ich, ist s..i" äs""?,; «b foch in der Regel die Akten zur Hand habe, in der Lage, über die Berechtigung oder Nichtberechtigung emer solchen Auflosung im einzelnen Falle abzuurtheilen. 2W» Das hängt nicht nm von dem geschriebenen bestände ab, der nachher unter die Augen„.. wird, sondern das hängt von dem ganzen Zusammenhang un» tdalsächlichen Fortgänge des Evezialvorfalles selbst ad, um ick glaube, man muß dem betreffenden Polizeibeamten, der« solchem Falle fich vielleicht durch die Physiognomie der sammlung, der er fich gegenüber befand, genölhigt sah, Auflösung auszusprechen, bis zum Beweise des l',0/".seinen und gros Vn Präsident tauchten Aui « gelösten V< M d-n einzsl lisung für un schwere: lugen b Ken Spitzel M» rief ne den Glauben schenken, daß die Auflösung nicht aus ftiook* fcn auftreteo Gründen geschehen ist. Ich muß übrigens sagen, daß an«rfl Men kann nur wenig zahlreiche Beschwerden in dieser Beziehung Hera»'»toger schein getreten find. Der Herr Vorredner sagte schlankweg,«eiu> UWt ausger man gegen die sozialistischen Versammlungen so rigoros v» Wen aufgelc fahre, warum denn nicht gegen die anderer Parteien?% Mtftrtigt. einfach deshalb, weil ein solches Verfahren durch das Gesck«nl ein Ret verboten ist. Will der Herr Vorredner die Regierung geradezu tohre das Vol zu einem Einbruch in die bestehende Gesetzgebung vrovozirea�ysen, Daß in anderen Versammlungen weder die Polizei noch t)< diese Thaifrage löst fich»» itvtm cuijuncn uuu je|iuu' Beschaffenheit des Falles. Wenn dann der Herr Voneda« verfall rechts. meint, es sei in sozialdemokratischen Versammlungen» Abg. Fr klasfischer Ruhe hergegangen, so befindet er fich da*«Wung de: einem gewaltigen Jrrthum. Ich will ihn nur an w•"'Ben, in, Versammlung'.erinnern, an dte berühmte Versammlung sj jtotolui Brandenburg, wo auf eine wahrhaft bestialische Weise du» j die Sozialdemokraten die Versammlungen ruhiger Bürger f* stört worden find und es schließlich auch zum Blutvergiff gekommen ist, lediglich durch die Schuld der Agitation.(H? hört! rechts. Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) r nun will ich noch �ommen auf den Fall mtt dem Stadü ordneten Herrn Ewald, zu dessen Gunsten hier ja eine Lai gebrochen wurde. Wenn der Herr Vorredner da sagte, eS i in der That unerhört, daß man einen Berliner Stadtoeror neten, dessen Verhalten bei den betreffenden Versammlung� den höchsten Grad von Bewunderung erregte, Herrn Ew� auswies, weil er fich demüht habe, die Polizeibeamten, die Versammlung zu überwachen gehabt haben, vor licken Insulten zu schützen, so muß ich sagen, daß nach meto* Berichten, die ich bis zum Beweis des GegenthcUs für D» richtigeren halte, die Sache gerade umgekchrt liegt,(ob! bei den Sozialdemokraten)— gerade umgeleh� liegt! Herr Ewald hat durch sein provokatorisches � halten bei jeder Gelegenheit seiner Zett die Maßregel W* sein Haupt heraufbeschworen und es ist dem Hß] Polizeipräsidenten, der die persönlichen Verhältniffe VKto Herrn kennt, sehr schwer geworden, diese Maßregel gtfj ihn zu verhängen, weil er fich sagte, daß es in der vr, einen sehr harten Anschein gewinnen müsse; aber wen*? in einer Versammlung, deren Vorfitzender Herr Ewald � soweit kommt, daß die überwachenden Polizeideamten trotzs? von ihnen entwickelten Energie in Lebensgefahr gerathen,? fie thatsächlich gemißhandelt werden, dann glaube ich, hali, Herr Polizeiprästdent unter allen Umständen die Pflicht,�. Beispiel zu statuiren, und daS ist der Grund, weshalb ßS Herrn Ewald die Ausweisung hat verfügt werden müssen- jSnter Ma fj«scholl ar i sfeuffi *»ss ÄS ,' fofiale' * iQmCn*' S«. s» _ r,, des Vorsitzenden, g Eeinig« zu thun, um einen Tumult niederzuhalten. Das Herr Ewald nicht nur versäumt,»andern er bat noch O«l" Feuer gegossen, wie daS durch Thatsachen bewiesen f— mögen mrt dem Kopf schütteln wie Sir wollen, ich laNN nur sagen, was in den Akten steht, und was mir die rerar� —imenhan Steden, als 'ringen. e zu b( ein g< ito. wog« wortlichen Organe berichtet haben. Es würde fich ja und! eine Untersuchung knüpfen lassen, aber soweit mir die%«Cju st vorlieat. kann ick nur saaen: bif Maüreael. die der vorliegt, kann ich nur sagen: die Maßregel, die der �lcnn, präfident getroffen hat, war eine traurige Nothwendlgi� ö« j.., aber eine Nothwendigkeit war fie. Ich möchte g zum Schluß doch noch auf eine derjenigen Aeußerungen,' i% �e" fh, der Herr Vorredner im Anfang seiner Ausführungen gema�l hat zurückkommen, die ja auch wieder darauf birecknet ist,- 3 Regierung in ihrer Gesammtheit in ein gewisses schwanker Licht zu stellen. Es ist auch schon von Herren aus and Parteien der Versuch gemacht worden, ich meine die Be« kungen, die fich an die Aeußerung des Herrn ReickSkanx geleg-ntlich der Debatte über die Gewährung von Diäten' die ReichstagSmitglieder geknüpft haben. Meine Herren,-� Herr Reichskanzler hat in dieser viel besprochenen AeußeE' auch nicht mit einer einzigen Silbe, wie es auch ganz unWJL lich war, angedeutet, daß er den gemeingefährlichen Cvar>-�. des sozialrevolutionären Theils der Sozialdemokratie verka�r ''"......~ auf»2 k°nr «a Ü haben meiner Ansicht nach weiter keine T>nden, gehabt,* zu prcklamiren, daß seiner Meinung nach die Sozialdemok«� parlamentarisch sich bisher impotent gezeigt ihm ganz erwünscht sein würde, wenn die dte Nothwendigkeit versetzt würden- Ende sagte er: ich möchte Ihnen gern Mitglieder mehr wünschen—, hier vor sammelten lesetz hätte und dol Herren einmal, U1 den< Vertretern der Nation mit deni°'--> . ten Reformvorschlägen aufzutreten, die Sie%™tn w seits im Schooße bergen. Aber davon ist denn doch wohl■' j"Mi '§ lung innerhalb des'Deutschen Reiches auf dem hier besprach� ��nen, jeifit fe- weil 1 •te, _______________________________ L„________ WW damit schließen, daß ich noch einmal sage: die weitere Enm�, IV»*-»»M» vvDv VW�VI». VUUWU l|* VWU»*vv7. u» Rede gewesen, daß der Herr Reichskanzler eine Sympathie �. derjenigen Richtung ausgesprochen haben sollte, die heute auf dieser Tribüne zur Erscheinung gekommen ist.—' Gebiete der sozialdemokratischen Bewegung hängt, bis zu einem hohen Grade allerdings von den Eni, der Herren Parteigenossen des Herrn Vorredners ab- e&afi-g oer yerren Parieigenoyen oes«yerrn'�orreoners ao- Sie fich mehr und mehr den praktischen Bedürfnissen zuwen°�i,g� � � K den Sie bisher doch nicht in genügendem Maße verleih � wenn Sie mehr und mehr thatkräftig fich betheiligen Lösung der Aufgaben, die der deutsche Reichstag zu hat, wenn Sie mehr und mehr den revolutionären Cbaral�ü. aus� haben, abstreifen,— dann, meine Herren, wird die 9�"«* Westn. digkeit dieser AuSnahmemaßregel al§_ des Fortbestehens• find wir bis jetzt nicht.(Zuruf bei den Eozialvemokr° �. Nein!) Sie haben bis jetzt nicht genügende Garantien„j%«*, �-• gegeben, daß Sie keine revolutionäre Partei sein wollen, � et Angeböi bis dieser Augenblick eingetreten sein wird, werden Zweigen ß (v»n«m nahmSvollmachten, die uns in die Hand gelegt find, zichten können.(Lebhafter Beifall rechts.). �«�""Uigung Abg. v. K ö l l e r(kons.): Es ist sehr bezeicknenv, r diesmal nicht Herr Bebel oder Liebknecht von den Sozial � Zu herhalt« kraten zum Redner gewählt ist, sondem Herr Singer, vnu jU m gemäßigte Richtung vertritt; der fich auch während dt*, den c immer nur als Kandidat der„Arbeiterpartei" bezeichne g pv meinen Be Der Arbeiterpartei als solcher kommen ja auch wir i'M Nnten H entgegen, wo fich die Wünsche der Arbeiter auf"�sönli Wege realistren lassen.(Zwischenruf:„Komzölle!") Sie doch nicht immer Bemerkunam, Herr Kayser, Vre m« best her gehören!(Abg. Kayser:„DaS ist unverfroren! o® fJoi � wie tt nicht gerufen!") Ich spreche allerdings immer unverftorc'»�.triech bade ich schon wiederholt gesagt; und ich werde hier che B bringen, waS ich für angemessen halte, ob auch der AW nen cn dickm Kopf dazu schüttelt!(Stürmische Heiter- •v, mn.Bßttl6t Unruhe Zwischenrufe der Sozialdemolraten. �.V/äfident v. Wevell-PieSdoiff«lklärt den vom Redner ae- xä' ää Ä f« Ä für ungesetzlich Hieifen, hätten sie sich sofort geeigneten- Gcgenthm. gj« beschweren und nicht hier nachträglich mit Ihren Voiwür» aus ftivol« ?aß an mm ung hna"' [weg, wen» S« das Gese« ng gerad«» orovozire»! dafür lao» atfrage, um je nach«J t Voned«« -gen mit>5 sich da' ir an eim mmlung* Weise dw» Bürgers- .lutoergics« »tion.(0* aten.) Ui< n Stadl i eine 8 agte, es Stabtorti fammlunff», errn EwA nten, mel» vor peis� nach meiw» eil- für lft ?;k1| tniffe Viei- er tveifj Swald>-5 ten trotzt? wathen, g" ick. hat Z Pflich« Shalb 0i& trti+t i�0u�.tteo können, von denen man nicht mehr kon- »ren kann, ob sie irgendwo begründet find. Herr F scheint die Fälle, die er vortrug, ja ganz ge- Sstil!.°u�gewählt zu haben; in dm mir bekannten ausgelöster Versammlungen war aber die Auflösung stets � echlferligt. Einmal war eine Auflösung mit R-cht erfolgt, e>n Redner sich!, h a m ner gesagt hatte, die theologische Wiffenschaft SP � Volk irre. Dagegen wird z. B. der Abg. Singer M, daß er überall, wo er die Forderungen der Arbeiter 2 ünd gemäßigt vertrat, ganz ungestört in den Versamm- mm."m. Tausenden von Sozialdemokraten bat sprechen ktofoll rechts t'ne Versammlung aufgelöst worden. »,,°,�g. F r o h m e: Der Herr Vorredner hat sich, um die iJPwng der sozialdemokratischen Versammlungen zu recht- ammf11' in wenig glücklicher Weise lediglich auf solche Ver- Srlftew bezogen, in welchen die Provokationen von noto- C™ �p-heln ausgegangen find. In einer dieser Versamm- nef nach der Auflösung ein den Arbeitern als Spitzel JJWer Mann:„Waffen her! Blut muß fließen!" und dar- L,"icholl aus der Versammlung allerdings der Ruf:„Haut [iui?.pchel! Hinaus mit ihm!" In Berlin hatte sich die Po- im l?"0ß daran gewöhnt, mit zweierlei Maß zu messen. Als ' �November 1884 im Buggenhagenschen Saale ein Pickenbach anlisemitische Reden hielt und die »ick? sü- nichtswürdig erklärte, die sich nicht voll «Ii» der Bekämpfung des Judenthums hingebe und nicht »i,, ü-n gesetzlichen Mitteln die Austreibunp der Juden als wJ�Tpke, da hörte man nichts davon, daß die Polizei auf- L? bitte(Lachen rechts), im Gegentheil, die Polizei stellte fciL"Ken diesen Versammluv gen direkt auf die Seite der vi, � u"*» war bemüht, sie zu schützen und zu fördern. Wie »esu. erziehlich im Sinne deS Ministers das Sozialisten- iz flßeroittt hat, das haben die Wahlen bewiesen und werden «.a�wer beweisen. Wenn wir aber erst durch das Gesetz zu im,!" Arbeit hier im Reichstage, zur Stellung von Initiativ- »on.?? oeranlaßt sein sollen— ja weiß man denn nichts !»eist'w Arbeiterschutzgesetz von 1877, von der von uns �.-'.ausgegangenen Anregung der Roth wendigkeit des Fabrik- jJOeiwrats? Wo waren sie denn, die Herren Konservativen W» alen• Ich will Jhnm eine Wahrheit sagen: Sie Lc, erst von uns, den Sozialdemokraten, gelernt, waS eS soziale Reform machen. So lange die Sozialdemokratie NV-samentarischen Leben steht, ist gerade sie es gewesen, die wjosttiven Vorschlägen zur Hebung des ÄrdeiterwohlS her- und Sie haben sich diesen Forderungen gegenüber zum �ablehnend, zum Theil feindlich verhalten. Glauben Sie »ß die große Masse des Volkes ein so kurzes Gedächtnis) §1 Sie sich hier im Reichstag hinstellen und die unerbörte tieit aussprechen können, als hätten wir uns garnicht um Maßregeln gekümmert? Das nenne ich eine Fälschung �.öffentlichen Meinung, eine Fälschung de« Volksbewußtseins. N das Urtheil deS Herrn Ministers über die Frage unseres �sl>Mmenbangs mit dem Anarchismus ist so lange nicht viel Heden, als er sich weigert, die Belege für seine Behauptung Ebringen. Die Nothwendigkeit für die Polizei, sich der e zu bedienen, bestreiten wir gar nicht. Mag sich'die ..........imri ein ganzes Heer von Spionen halten! Was wir nicht die oeror- v im, wogegen daS öffentliche Gewissen sich auflehnt, das ist ) ja und Weise, wie die Polizei ihre Spitzel benutzt, Ver- » die Sa? schaffen, um dann die 9I"S- der$o% Dienft�illegeln damit zu deweisen. V thwendigl� ber j- preußischen Polizei stehende möchte V? öhnfjj- Oer Srfim.l, SRrnTfnmntinnen vtt gerungen,#le;. � »Ä'r sckwanken� ms ande? die Be ieichskaN! n Diäten' räch den-, ffÄ ien IcgU'�, lie Auflö'Oj tzenven,% die Nothwendigkeit der Aus- Vielleicht ist ihm der im de Spion Weiß bekannt, Schweiz Proklamationen verbreitet hat, welche Herren,-. i Aeußen»» tie verkaA lau auf% atanschmnA ßerungen i Vorsia ÄM und da« g n einmal, den ,5 wohl F* de««' M trage weit beff'res Verlangen; laß sie betteln gehn, „_____...... Parodie schließt mit , Worten, welche dieser Bericht nicht wieder- st-" Dieses unerhört brutale Gedicht hat »ffentiil'�W-be Polizeispion Friedemann in Zürich sti beklamirt, um der preußischen Polizei zur Verfolgung ':tn hi�etnolraten nicht nur, sondern auch zum Vorgehen »est« ro d)weiz Stoff zu liefern. Ein anderer Polizeiagent, SÄ WÄ|ÄÄ h sick dieselbe korrespondirt. Der Polizeisvton Wolff, Äer tn Hamburg erhängte, ist gleichfalls in ahn- 0«iel(j? S thatig gewesen. Mag doch die Polizei spioniren S«stii/°w.u. aber fie soll nicht Verbrechen großziehen und heben �» �in bringen, daß anarchistische Verbrechen ge- % N' weil die Polizei anarchistische Verbrechen braucht! Bei �8 m, des Sozialistengesetzes erklärte Fürst Bismarck «ie s?.„örücklich. das Gesetz solle loyal gehandhabt werden. %« 9r(�cn stch aber die Thatsachen zu diesem Versprechen? Sä sn fyßt die Ausführung des Gesetzes in den Händen �m�lizeikommissars Engel, der gegen die in seinen Bereich Sozialdemokraten nicht nur mit den unerhörtesten sondern auch mit thätlichm Angriffen vorgeht. ch wohl»ick n,Sie nicht sofort gestehen, bringe ich Sie ins Zuchthaus!" ympathie K'(«tstia enn®te nicht gestehen, sperre ich Sie inS Gefängniß!" ie heute»n eine Frau gerichtet, find Ausdrücke dieses Herrn, die — Ich% v«« Amtsmißbrauch unerhörtester Art dokumentiren. für welchen ltere En�Sw«?� den Staatsanwalt vergeblich suchen würde. Einem bespro»�»eh�wsenen. schwächlichen Menschen sagte er bei der Ver- i»s«� ung: Sie lügen daS Blaue vom Himmel herunter", oockle er ihn, warf ihn hinaus und behielt dabei ein icka�n vrm Recke des Man. es in der Hand.— Dieselben »««." Und wegen der willkürlichen Verbote von Versamm- l««.?»u führen. In der Denkschrift vermisse ich ganz die bittest« über die Zahl der erfolgten Ausweisungen. Nach tO Ermittelungen find aus Berlin und Umgegend zirka M Ullä OOA Im. /XI_________ a f"__ Ifi i ab. fen zuwen� m ükbi.«� Hamburg-Altona 220, im Ganzen aus sämmtlichen diesen-" sst�en Belagerungszustandes 587 Personen aus- lestehens � Slip Zurücknahmen von Ausweisungen find dagegen in i der Serien haben' Sie dergestalt dem Elend, '' das 19, m Hamburg 23,! in Leipzigs 1 erfolgt." Gegen ilvemok-üA �geh���dmn, da» ist.die�Menschenliebe, von der Sie dem Hunger, ist Ihr prak- '3:3 MUWSMM Errichtung ■tfti; MMMWWN nacktesten persönlichen Interessen . der Sozialdemokraten an der SÄ -rAbgeo� ilicher ffhr««tuarluyerwetse kommt va ein mag- äußert st» ,ö. gepaart mit Streberthum zum Durch- �.stehen- Mi? �»diätesten Weise. Im Uebrigen möge es sich gesagt sein lassen, die Volksmasse hat kein so kurzes Gedächtniß, um nicht zu wissen, wie die Regierung noch vor wenigen Jahren zur Frage der sozialen Reform stand, wie wir jetzt mit ihren Reformen nur eine kleine Abschlags- zahlung auf unsere langjährigen Forderungen erhalten. Fahren Sie nur so fort, diese Politik wird Sie nicht dahin führen, eines Tages sagen zu können: Wir find Sieger geblieben! Die Sozialdemolraten werden weiter kämpfen im Bunde mit den Tbatsachen. Das thaten wir bisher, und darin lag das ganze Geheimniß unserer Erfolge; wir werden eS femer thun, und so werden wir auch Herren werden über daS große uns zugefügte Unrecht.(Beifall bei dm Eozialdemo- raten.) Minister v. Putt kamer: Ich will mir nur Dasjenige herausgreifen, waS ich der Beleuchtung ganz besonders noth- wendig erachte. Zuerst hat der Herr Vorredner— und das sollte er fich einigermaßen für die Zukunft merken— ein ganz ungewöhnliches Maß von Unkenntnih der Gesetze an den Tag gelegt, wenn er der hiestgen Polizei aus Vorgängen, auf die ich gleich mit zwei Wortm kommen werde, dm Vorwurf macht, fie messe mit zweierlei Maß gegenüber der Eozialistenpartei einerseits und gegenüber anderen Parteien andererseits, und fich zum Beweise dafür darauf beruft, daß irgend eine Ver- sammlung, wo ein Herr Pickenbach antisemitische Aeußerungen gemacht habe, nicht von der Polizei aufgelöst worden ist. Ja, meine Herren, kennt denn der Herr Vorredner gar nicht daS preußische Gesetz über die Verhinderung deS VersammlungS- rechts? Wir dürfen allerdings— insofern will ich ihm dem Wortlaute nach Recht geben— nicht nach einem Maße messen, sondern find nach dem Gesetze gezwungen, diejenigen Ver- sammlungm, welche von der sozialdemokratischen Partei arrangirt find, nach einem anderen Gesichtspunkte zu beurtheilm als die Versammlungen anderer Parteien. Ich muß nun aber wieder zurückkommen auf die immer wiederkehrmde Behauptung, daß die preußische Polizei fich zur Gewohnheit mache, axems provo» cateurs— ich nenne den französischen Ausdruck, weil er gebräuchlicher ist— zu benutzen, um der Eozialdemo- Iratie, namentlich in der Schweiz, entgegenzutretm. Ich setze nochmals dieser Behauptung das formellste Dementi und die formellste Negative gegenüber. Alle die Thatsachen, welche der Herr Abgeordnete angeführt hat, find für mich unbeglaubigt; ich kenne nickt einmal die meisten der Namen, von denen die Rede war. Der einzige, von dem ich etwas weiß, ist der be- kannte Weiß, den der Herr Redner auch in die Diskusston gc- zogen hat, und über den ein amtlicher Bericht vorliegt. Der Mann ist allerdings nach dem Bericht des hiestgen Herrn Polizeipräsidenten in die Schweiz geschickt worden, um dort Ermittelungen vorzunehmen; der Herr Polizeiprästdent sagt, wohl in der Vorausficht, daß hier möglicherweise Vorwürfe er- Hoden werden würden, in seinem Bericht ausdrücklich: Ich brauche wohl als selbstverständlich kaum noch anzuführen, daß mir jeder Auftrag an den Mann, irgendwie in dem Sinne vorzugehen, Verbrechen zu provoziren, ferngelegen hat, daß er einen solchen Auftrag nicht erhallen hat und nicht erhalten konnte. Also die Summe der sittlichen Entrüstung, die von der Tribüne über die preußische Polizei ausgegossen wurde, ist für mich durchvus beweisunkrästig, und ich bleibe bei der Behauptung stehen, die ja auch ganz selbstverständlich ist, daß innerhalb der preußi- scüen dieses Snftitut der agents provocateurs durchaus verpönt ist und nirgends angewendet wird. Nun war in der Rede des Herrn Abgeordneten wieder die in meinen Augen wirklich für die össentliche Sicherheit außer- ordentlich bedenkliche Tendenz vorherrschend, die Personen ein- zelner Beamten, die nicht in der Lage find, fich hier zu ver- theidigen, in die Diskussion zu ziehen und dadurch gegen diese Personen Stimmungen hervorzurufen, die dann, wie die letzten Thatsachen bewiesen haben, in der That sehr gefährlich find. Ich kenne den Mann, dem in Altona die Leitung eines TheileS der Ortspolizei übertragen ist, den Polizeikommiffar Engel ebenfalls, und ich gebe ihm hier ganz öffentlich daS Zeugniß eines durchaus braven und zuverläsfigen Beamten, und ich protestire dagegen, daß hier mit unkontrolirbaren An- gaben der Versuch gemacht wird, seinen Beamtenruf zu unter- graben. Das ist eine Pflicht für mich, und ich werde nicht müde werden, diese Pflicht auszuüben. Wenn nun der Herr Abgeordnete mir vorwirft, meine Behauptung, die sozial- demokratische Partei habe noch immer nicht reinen Tisch ge- macht mit dem Anarchismus, sei in Ermangelung von Beweis- Material unsudstanziirt, so zwingt er mich geradezu, dem Hause eine Mittheilung zu machen, die in der That geeignet ist, ein recht grelles Schlaglicht auf die Strömungen zu werfen, die immer noch in den Reihen der Herren von jener Seite erstehen. Ich will aber gleich im Voraus dem Herrn die Waffe aus der Hand winden, daß er die Verantwortung für diese Dinge ablehnt. Ich konstatire hier, bevor ich das betreffende Schriftstück verlese, ausdrücklich, daß die parlamentarische Sozialdemokratie— nicht Mos die im anarchistischen Fahrwasser schwimmende— den„Sozial- demokrat", welcher in Zürich erscheint, offiziell zu dem Moni- teur ihrer Partei gemacht hat; fie ist also jedenfalls für die wichtigeren Kundgebungen— ich will die Konzesfion machen, daß eS auf einen einzelnen Satz nicht ankommt—, aber für die wichtigeren Kundgebungen dieses offiziellen Organs, welche? von der sozialdemokratischen Parteileitung kontrolirt wird, mitverantwortlich ist. Jedem Versuch, diese Verantwort« lichkeit abzulehnen, muß ich in entschiedener Weise entgegen« treten. Dies vorausgeschickt, will ich den Herren nun mit- theilen, wie dieses offizielle Organ jener Partei den graum- haften Mord in Frankfurt seinerseits beurtheilt. Es ist dies um so interessanter, als der„Sozialdemokrat" in seiner Nr. 4, welche diese Äittheilung enthält, ausdrücklich sagt, daS fei eine Korrespondenz, die ihm aus Berlin zugehe,— vielleicht wissen die Herren den Autor des Artikels, da er aus Berlin ist, zu nennen ich kenne ihn natürlich nicht, und werde mich auch jeder Andeutung enthalten, obgleich ich meine besondere Vermuthung darüber habe. Also der„Sozialdemokrat" sagt folgendes: Das Telegramm, welches die Ermordung des berüchtigten Polizeiraths Rumpff in Frankfurt meldet, hat in den hiesigen offiziellen Kreisen und auch im Reichstage ein ungeheures Auf- sehen erregt. Dieses Ereigniß giebt der Polizeikomödie, welche fich im Prozeß Reinsdorf enthüllt hat, einen ttagischen Hinter- grund und Abschluß, welcher den Herren von der Polizei äußerst fatal ist. Denn daß dieses Ereigniß auf politische Motive zurückzuführen ist, und daß bei der Polizeilomödie, die in dem Prozeß Reinsdorf gipfelte, der Polizeirath Rumpff hinter den Koulissen eine sehr hervorragende Rolle gespielt, kann nicht dem mindesten Zweifel unterliegen, und wird keinem Zweifel unter- zogen. Als die Nachricht von dem Niederwalddenkmal be- kannt wurde, beobachtete die deutsche Polizei, und waS drum und dran hängt, eine wahrhaft philosophische Gemüihsruhe, die von der jetzigen Auftegung seltsam absticht. Unv doch handelte es sich damals um das Leben deS deutschen Kaisers und einiger Dutzend Fürsten und sonsttger Hochwürdenträger, während es fich jetzt dlos um das Leben eines fimpeln Poli- zeirathS handelt, der von seinen eigenen Patronen und Spieß- gesellen alles, nur nicht geachtet wurde. Die Antwort lautet — und fie ward früher schon einmal unter ähnlichen Verhalt« nissen gegeben: DaS eine— nämlich daS Niederwald- Attentat— war ein faleches, das andere ist ein wahres Attentat. ES giebt eben zweierlei Attentate: die nachgemachten und die echten. Das Niederwaldattentat war ein nackgemachteS, eine Polizeikomödie, und an Polizei- rath Rumvss ist ein echtes Attentat verübt worden. Der Gönner, Macher und Brotgeber deS„Zeugen Horsck". der Heckevater der agents provocateurs, der mit dem anarchistischen Feuer gespielt und anarchistisches Wasser auf die Mühlen der Bismarckschen Reaftion geleitet, ist von dem anarchistischen Feuer verbrannt, von dem anarchistischen Wasser weggeschwemmt worden. Das ist Logik der Thatsachen, NemestS, oder wie man sonst es nennen mag. Was seiner Zeit von dem Mörder des irischen Polizeischufts Carey gesagt ward, daS gilt auch von dem Mörder des Frankfurter PoltzeirathS Rumpff: man mag über die Thatsachm urtheilen wie man will, fie vom moralischen und politischen Standpunkt noch so sehr vemrtheilen, ein menschliches Interesse kann auch der strengste Beurtheiker der That dem Thater nicht versagen, und der strengste Beurtheiler, gehöre er an welcher Partei er wolle, wird fich innerlich sagen müssen: Hier liegt kein gemeiner Mord vor, sondern ein Ast wilder Gerechtigkeit(hön! hört! rechts)' und der Mensch, gegen welchen er fich richtet, war est» moralisch Verworfener, war ein Verbrecher, der, wenn über- Haupt Strafe verdient sein kann, die schwerste Strafe verdient hat... Herr v. Puttkamer mag fich daS hinter die Ohren schreiben. Nun, meine Herren, was enthält dieser Arttlel alleS? Zunächst die frechste Verhöhnung der kaiserlichen Majestät selbst. Denn wenn das Attmtat des Niederwaldes eine Po- lizeikomödie genannt ist, ein Attentat, welches in seinem tra- gischen Abschluß drei Todesurtheile mit fich geführt bat, dann fehlt für mich jeder Maßstab der Kritik für solche Meinungs- äußerung. Er enthält ferner eine verwerfliche Verhöhnung der deutschen Justiz, und— was in diesem Augenblick für mich die Hauptsache ist— er enthält die wahrhaft empörende Be- schimpfung eines Mannes, der in der Ausübung seines Be- rufs unter dem Dolch des Mörders verblutet ist(sehr wahr! rechts), eines Mannes, meine Herren, den ich die Ehre gehabt habe, in öffentlicher Reichstags sttzung zu vettheidigen gegen Angriffe, von denen ich annehmen muß, wie ich schon vorhin sagte, daß fie den Dolch mit geschliffen baben, der ihn ge- troffen hat,— eines Mannes, für dessen Hinterbliebene die königliche preußische StaatSregierung eine eklatante nationale Dotation wird verlangen müssen, damit endlich einmal klar wird, daß, wenn der König nicht seine Beamten vor dem Dolch des Meuchelmörders bewahren kann, er doch dafür sorgen wird, daß die BerufStreue an den Hin« terbliebenen wenigstens geehrt wird.(Lebhaftes Bravo rechts.) Wenn Sie mich zwingen das hier öffentlich vor dem Tribunal der Nation zur Sprache zu bringen, dann ist eS Ihre Schuld. Ich weise auch jeden Versuch Jhrcrfeits ab, diesen Artikel von fich abzulehnen; der bleibt an Ihnen hängen, und es wird von mir jeder Versuch, die vernichtende moralische Wirkung, die er für Sie haben muß, von fich abzuwenden— vielleicht von jener Tribüne aus— zurückzuweisen sein. Dies Blatt ist Ihr offizielles Organ; Sie find jedenfalls für die prägnanten Auslassungen— und ich denke, zu denselben ae« hört der Artikel— verantwortlich, und Sie find vor der Na« tion hiermit von mir angeklagt, daß Sie den Dolch geschärst haben, der den Polizeirath Rumpff in die Grube gebracht hat. (Lebhaftes Bravo rechts.) Abg. Richter: Wir haben im Allgemeinen kein Be- dürfniß, bei dieser Gelegenheit in die Debatte einzugreifen. Ich möchte auch nur auf einige Aeußerungen, die gefallen find, einige Worte erwidern. Der Abg. v. Köller meinte, eS sei ein gerechtfettigter Grund zur Auflösung einer Sozialistenversamm- lung, daß heftige Reden gegen die freifinnige Partei geschleu- dert wurden. Dann müßten aber fast alle Versammlungen seines Parteigenossen Stöcker aufgelöst werden. Dann war von einer sozialistischen Tivoliversammlung die Rede. Es hat auch eine solche von konservativer Seite fiatt« gefunden, in der ein Redner den christlichen Wunsch aussprach, mich und einen anderen meiner Kollegen aufzuhängen, an einem Stricke hochzuziehen. Wenn eine öhn- liche Aeußerung in einer sozialistischen Versammlung geschehen wäre I Ich verlange etwa nicht, daß eine Auflösung hätte er« folgen sollen; es gehörte zum Entrüstungssturm vom 15. Dezember auch dieses als charakteristisches Merkmal-(Heiterkeit) Der Abgeoidnete Singer sprach davon, daß unter Anderem die abkommandirten Mitglieder der freistnnigen Partei ver« antwortlich für die Verlängerung des Sozialistengesetzes seien. Ein Blick auf die Abstimmungsliste würde ihm klar gemacht haben, daß, wenn selbst alle Mitglieder meiner Partei bis auf de» letzten Echweikranken anwesend gewesen wären und gegen das Gesetz gestimmt hätten, dasselbe trotzdem zwar nicht mit 32, aber mit 20 Stimmen Mehrheit angenommen worden wäre. ES haben überhaupt von 100 Mitgliedern unserer Partei nur 12 bei der Abstimmung gefehlt, und von diesen fehlenden würden einzelne noch, nach meiner Kenntniß, für daS Sozia- listengesetz gestimmt oder mit Freunden des Sozialistengesetzes fich adgepaart haben. Abgesehen davon nun, daß die Präsenz unserer Partei aus dem Abstimmungsergebniß ebenso wenig wie die Präsenz einer anderen Partei von Einfluß gewesen ist, haben aber auch Abkommandirungen an die Fehlenden weder im Auftrage des Parteivorstandes noch des geschastS- führenden Ausschusses stattgefunden. Abg. Liebknecht: Wir schieben von uns die Verantwortung für den Mord des Rumpff auf diejenigen zurück, welche derartige Verbrechen in Deutschland überhaupt erst möglich gemacht haben. Vor dem Sozialistengesetze dachte man niemals an solche Verbrechen.(Ruf rechts: Hövel!) Wer wagt es, uns Hödel an die Rockschöße zu hängen? Freilich hat man auf die Attentate von Hödel und Nobiling das Sozia- listengesetz begründet, man hat dann eingestehen müssen, daß es eine Verleumdung gewesen ist, Hödel und Nobiling al» Sozialdemokraten zu bezeichnen. Cessante causa cessat effectus- man hätte daher das Sozialistengesetz aufheben müssen. Da man eS nicht gethan hat. so folgt, daß man es überhaupt nur aus allgemeinen reaktionären Zwecken erlassen. Ich habe früher emmal gesaat, Ihr Sozialistengesetz sei pro nihilo und, so weit es doch wirksam würde, pro nihiiismo. Daß es pro mkilo ge- wesen, haben Sie uns gegegenüber jetzt eingesehen, daß eS pro nibiliswo ist, hat das Frankfurter Attentat gezeigt.(Sehr richtig bei den Sozialdemokraten.) Durch den Druck, der in Folge des Sozialistengesetzes auf dem ganzen Volke lastet, werden Leidenschaften erzeugt, die mit Nothwendigkeit einige exaltirte Köpfe zum Verbrechen treiben. Das haben wir Ihnen von Anfang an vorausgesagt- jetzt ist es eingetroffen. Sie wollen auf uns die Schuld schieden, wir schleudein die Anklage auf Sie selbst zurück. Sit allein tragen die Schuld. Man wirft uns in einen Topf mit den Anarchisten. Anarchismus ist aber das genaue Gegen- theil des Sozialismus, Anarchismus heißt die Abwesenheit ver Regierung und des Staates. ES ist das die logische Konsequenz der freihandlerischen Bourgeoisanschauungen, welche ja mit ihrem Grundsatz der fretm Konkurrenz die gesellschaftliche Anarchie berettS herbeigeführt haben. Der rusfische Kommisfions- rath. spatere Großrevolutionär Bakunin, hat zuerst Anarchiz. muS und Sozialismus zu verquicken versucht. Wäre das Sozialistengesetz nicht erlassen worden, so wäre Most ruhig hier geblieben, er wäre gar nicht auf den Gedanken gekommen. Propaganda der That machen zu wollen und die„Freiheit" herauszugeben. Erst in« dem man unsere äußere Organisation zerstörte, unS Preß, und Versammlungsfreiheit nahm, ist das möglich geworben. Lesen durchaus nicht mit derselben Heftigkeit behandelt; und warum man mich mehr haßt, als den Fürsten Bismarck, daS ist klar. Ich und meine politischen Freunde hier im Hause find die Feinde jmer Anarchisten; und Fürst Bismarck und Sie UFää'Ä ää&ä% Zeichen dafür ist, daß der ganze Organismus krank ist, so ist auch das Sozial iskuftesttz«uck tiv Ausfluß deS Itanftn Gesell- schafts« und StaaiskörvttS. Wir wiffcn, vas wir eS nicht los werden; wir haben unS darauf eingerichtet, und wir haben keine Ursache, Ihnen die Handhabung des Gesetzes leichter zu machen. Sie sagen immer, Sie wollten nicht die Sozialdemo- kalte tödten, sondern nur ihre Ausschreitungen vei hindern. Halten Sie doch nicht so hinter vem Berg! Nicht wir, nein, Sie kämpfen mit verdecktem Vifir. Gestehen Sie es doch offen. Sie haben uns todt machen wollen: nun sehen Sie stch ge- täuscht. Machen Sie nur, was Sie wollen; wir werden doch immer bleiben, was wir find. Nun sagen Sie: die Sozial» demokraten haben fich doch etwas unter dem Sozialistengesetz gebcffert. Wir nahmen aber vor Erlaß deS Gcs-tzes bereits genau dieselbe Haltung ein, wie heute; schon damals haben wir posttive Anträge gestellt, haben ein Arbeiterschutz- gesetz eingebracht. Nicht wir haben unsere Taktik geändert, sondern der Reichstag. Früher behandelte man unS wie Ad- geordnete zweiter Klosse; allmählich find die Köpfe klarer ge» worden; man fleht ein, daß wir mit oder ohne hohe obrig- keitliche Erlaubniß fortexiftiren: man hat fich darein gefunden und behandelt unS nun kollegialisch, wie fichs gehört. Den» jenigen von uns, welche wünschen, daß die Dinge fich orga- nisch und friedlich weiter entwickeln, machen Sie, Herr von Puttkamer. durch Ihre Taklik unsere Aufgabe außerordentlich schwer. Wenn Sie Ihre Polizeiwirthschaft noch weiter treiben, was wird die Folge sein? Es wird Ihnen dann vielleicht ge- lingen, daS Sozialistengesetz so zu verschärfen, daß wir nicht mehr„darauf pfeifen" können, daß wir gezwungen find, unse- ren Wählern zu erklären:„Es ist uns unmöglich, auf dem Boden der heutigen Staatsordnung unsere Agitation zu treiben; wir geben die Zügel aus der Hand; sehe Jeder zu, wie er fertig wird!" Lassen Sie es erst dabin kommen, dann, ja dann haben Sie den Nihilismus, aber richtig!(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. L e n z m a n n: Wir treten für die Wiederherstellung deS gemeinen Recdts ein, wo wir können; auch wir haben schwer unter dem Sozialistengesetz und den damit verbundenen Uebergriffen der Poltzei zu leiden gehabt. Die pädagogische Wirkung des Sozialistengesetzes auf die Polizei war im höchsten Grade korrumpi'.rnd. Konservative Versammlungen wogt die Polizei allerdings nicht aufzulösen.(Unruhe.) Ich bin selbst ein Märtyrer des Eoziolistengesctzes gewesen; auch bei mir hat man Haussuchungen gehalten, weil ich, um mich zu informiren, Abonnent des„Sazialdemok.at" bin, ebenso wie der Minister v. Puttkamer. Offenbar verlieren die Behörden stets die Ob- jektiviiät, wo es fich um sozialdemokratische Dinge handelt. DaS bat fich auch in einem anderen Falle gezeigt, wo, ols ich einmal nach Elberfeld kam, und der bekannte, jetzt angeblich verschwundene Polizeikommissar Gottschalk an den Bürgermeister telephonirte:„Der berüchtigte Sozialdemokrat Lenzmann ist da. Was soll geschehen?" Zum Glück hatten wir das Telephon abgefaßt.(Heiterkeit.) Solche Verwirrung der Anschauungen ist bei den Behörden in Folge des Sozialistengesetzes entstanden. Abg. Richter: Ich könnte auch von einer Haussuchung erzählen, die bei dem Sekretär stattgefunden, welcher für unser Wahlbureau den„Sozialdemokat" hält. Auch dieser hat mit dem Sozialismus nichts gemein. Wir lesen dm„Sozial- demokat" aus demselbm Grunde, wie der Minister v. Pütt- kamer, um uns über die Sozialisten Partei zu orientirm. Da wir dies aus inländischen Blättern nicht können, müssen wir ein ausländisches lesm. ES wird kein Mitglied der reisinnigen Partei wieder für die Verläng e- rung deSSozialistengesetzeS stimmen(hört, hört! bei den Sozialdemokraten); wenigstens würde ich sonst der Partei nicht ferner angehören. Warum ein Theil unserer Mitglieder im Mai v. I. anders gestimmt hat, ist damals hier erklärt worden. mmmrar findet am Dienstag, den 3. Februar, im Louisen städti- schen Konz�rt Hause. Alte Jakobsttaße 37, statt, zu wel- r u? v•» u* v.» p>-, � � cher wir alle Metallarbeiter einladen. TageS-Ordnung: 1 Der Strike der Kollegen der B. Joseph'schen Fabrik. 2. VerschrcdeneS. Der Vorstand und die Fachkommisfion des FachvereinS der Metallarbeiter in Gas-, Waffer- und Dampf- Armaturen. 210_ R. W u rche. Hroße öffentliche General-Versammlung der Metallarb. Berlins Z tigen Tagesordnung wegen ist es nöthlg. daß Jeder pünkllich erscheint. 216 iTnterstDtzuiigsv.<1. Buchbinder und verwandten Berufsgenoffen. Montag, den�Februar. Sitte Jakobstraße 75, Tagesordnung: 1. Wie gestaltet fich unsere Organisation? 2. Antrag des Vorstandes, die Vereinssttzungen alle vierzehn Tage abzuhalten. 3. Verschiedene Anträge. 4. Verschiedenes und Fragekastm._ 211 zur Bezirksverein d. arbeitenden Bevölkerung des SW. Berlins. Berfsrmmlung am Montag, den 2. Februar, Abend» 8 Uhr, in Rieft'S A" WMl T» aMtou,. v. Wahlkreis. irtt verein des werkthätigen Volks im 29.. 80. und Kommunai-Wahlbezirk 214 Dienstag. Pen 3. �tbruar, Abends 8 Uhr, Versammlung �oUe s Restaurant. Lmienstt. 30. T.-L.: Vourag d-S - Rosmtkal. Möbl. Zimmer, sep. Eing.. Kassa 20 M., Brunnenstr. 143, v. Ui. Die Debatte wird geschlossen. Persönlich bemerkt Abg. Singer: Herr von Puttkamer hat erklärt, daß er auf Grund deS ihm vorliegenden amtlichen Berichts über die Versammlung in der Norddeutschen Brauerei die Aueweisung des Stadtverordneten Ewald als berechtigt ansehen müsse. Ich habe meinen Bericht von Augenzeugen, von den Abgeordneten Auer und Frohme erhalten, und danach muß ich sagen, daß der Herr Minister falsch untenichtet ist. Herr von Köller hat de- hauptet, daß ich in einer Versammlung auf seine Anfrage, ob ich mick zu dem Gotbaischen Programm bekenne, mit meiner Antwort zurückgehalten habe. Ich habe damals bereits mit einem deutlichen„Ja" geantwortet; im Ukbrigen kann ich mich auf ein Attest berufen, dessen Verlesung mir der Herr Präfident gestatten wird.(Der Prästdent erklärt, daß dies im Rahmen einer persönlichen Bemerkung nicht möglich sei). Nun gut, so will ich ei klären, daß mir hier durch ein Schreiben res Polizeiprästdiums. das Herrn v. Köller und den anderen Herren zur Verfügung steht, bescheinigt ist, daß ich der sozialdemokratischen Partei angehöre.(Große Heiterkeit.) Herr v. Keller hat sodann gesagt, daß ich in einer Versammlung auf Tivoli auf Herrn Liebermann v. Sonnen- berg geschimpft habe. Ich habe, als von diesem Henn ein Hoch auf das deutsche Vaterland ausgebracht wurde, bemerkt, daß das deutsche Vaterland fich vielleicht vor dem Hoch eines Mannes bedanken werde, der seine Aufgabe darin suche, die deutschen Bürger unter einander zu verhetzen. Meinem Haus- suchungsgenossen Richier erkläre ich, daß Herr Kämpffer in einem Briefe erklärt hat, es werde auf sein Erscheinen bei der Abstimmung über das Sozial stengesetz kein Werth gelegt. Abg. K a y s e r: Abg. v. Köller hat fich heute sogar mit meinem Kopf beschäftigt. Nun, von dem Kopf des Herrn von Köller zu reden hat man keinen Grund, der genirt Niemand. Mit seiner unverfrorenen Logik hat er alsdann aus Vorgängen in einer Leipziger Versammlung den Schluß gezogen, daß ich zur Anarchistenpartei eehöre. Die Thalsache ist, daß in jener Versammlung nach mir ein Buchdrucker das Wort ergriff, um von der Kommune in so unbestimmten Ausdrücken zu reden, daß ich Anfangs glaubte, er meine die Leipziger Kommune. Er hat alsdann aber die Pariser Kommune verherrlicht, und alS ich gegen diese Erklärung mich wenden wollte, wurde mir durch d n die Versammlung auflösenden Polizeibeamten das Wort abgeschnitten. Das nennt Herr v. Köller Zusammenge- Hörigkeit mit der Anarchrster.portei. Abg. Grillenberg er bestreitet Herrn v. Köller daS Recht, ihm Vorschriften über guten Ton zu geben. Als er vom Präsidenten zur Ordnung gerufen sei, habe er snur das Wort„Tivoli" geruf-n. Abg. v. Köller bleibt dabei, daß Herr Singer erst in der betriffenden Versammlung aus die dritte Anfrage er- klärt habe, daß er auf den. Gothaischen Programm stehe. Henn Kayser bemerke er, daß eine unverftorene Logik besser als eine eingefrorene sei.(Heiterkeit.) Abg. Richter: Herr Abg. Singer hatte bemerkt, daß die Abkommandirten der freistnnigen Partei für die Verlängerung des Sozialisten- Gesetzes verantwort- lich seien. Ich habe ihm darauf nachgewiesen, daß, wenn sämmtliche Fehlenden der Partei zugegen gewesen wären und gegen das Gesetz gestimmt hätten, auch dann das Sozralistengesetz mit 20 Stimmen Majorität angenommen worden wäre. Herr Singer bat stch nunmehr auf den Abg. Kaempffer berufen, der auch bei der Abstimmung zugegen gewesen ist. Er hat gegen daS Sozialistengesetz gestimmt. Im Uebrigen bat weder der Abg. Kaempffer noch überhaupt ein Mitglied unserer Partei vom Parteivo: stände die Aufforderung erhalten, bei der Abstimmung über da» Sozialistengesetz nicht zu erscheinen. Damit ist der Gegenstand erl-digt; dem Gesetz ist tof die Vorlage des Berichts Genüge geschehen., J Schluß 5 Uhr. Nächste Sitzung Dienstag 1 (Etat). Nr. Vereint unil itesammlimge«. Sonntag 1. Februar, Vormittags 10'/, Uhr, Konzerthaus, Leipziger str. 48, eine große Verjav mlung w» licher Jmpfgegner Berlins statt, zu welcher V»» wie Herren oller Bevölkerungskreise eingeladen find.-Wf Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. med. C. Sturm uv» Berechtigung der Impfung. 2. Konstituirrwa H ~---—'' rinn» Vntflfln&SW Vereins der Jmpfgegner. Statutenvorlage. Kranken»| �,----------..... (Filiale Berlrn) findet am Sonntag, den 1. Februar,% ------""" KottbickM mittags 10 Uhr, im Lokal« Sanssouci, Cottbus Nr. 4a, eine allgemeine Mitglieder- Versammlung■. mit der Tagesordnung: 1. Die bevorstehende Gene'. V e rsamm lun g unserer Krankenkasse zu Naumburg* am 15. Februar 1885. 2. Wahl der Delegtrten 1»'? selben- Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, pünktlich J" scheinen. Quittung? buch legitimirl. I Arbeiter-Bezirktverein der Oranienburger Ctf" und de» Weddtug. Montag, den 2. Februir er., 8 Uhr, General- Versammlung im Wedoing Park, straß« Nr. 178. Tages- Ordnung: 1. Kassenbericht. 2. trag des Herrn Dr. Canitz über„Naturheilmet?� 3. Verschiedenes. 4. Fragetastcn. DaS Quittungsduch als Legitimation. Gäste können durch Mitglieder eii werden. Heute Vormittag, 10 Uhr, findet eine Tischler sammlung IN Kellers Saal, Andrea-stiaße 21, statt. J",, selben wird Tischler G. Rödel über„Die Feinde und unserer Minimallohntarife" sprechen. Ferner sollen noch � Vertrauensmänner für den Osten gewählt werden. ,-- 1----"--------- Versammlung der„Freien Bereinigung der Grav�! eleure und verwandicn Berufsgenossen" Moniag, Ziseleure und_—...... � Februar, Abends 3'/, Uhr, im Restaurant Sahm, An nenn-. Tagesordnung: 1. Geschäftliches und Slufaahme neutt � gliever. 2. Besprechung und Beschlußfassung über die theks-Ordnung. 3. Unser kunstgewerbitchcS Äeblet Funktionen der AusstellungS-Kommisfion. 4. Verschiß Bericht deS Nachweisedureaus. Unentgeltl. Stellenverm»«� jeden Abend von 8",— 9'/, Uhr im Veceinslokal. Im Unterstützungsverein der Buchbinder«ndJ 'st in der m und 5 W wohl SMg noä t'gt» Mi Emissär wandten Berufsgenoffen findet am Montag die Versammlung statt, bei welcher Gelegenheit auf die OiWI" 34 Organisation hingewiesen wird. Es ist ein zahlreich� d fiHh Ylnr Sn.»r4>e« rtriC � scheinen um so mehr erwünscht, als fich der Verein vi» Lohnbewegung befindet. Allen Stuckatcuren und verwandten BerufsgenoL Nachvcht, daz am Monlag, den 2. Februar, AbcnW# im Lokale des Herrn Nentwich, Neue Giünstroße 14 ein der Berliner Stuckateure seine Sitzurg abhält, in die neue Polizei-Verordnung(betreff» Abfallen von StuckvA zur Berathung steht. Gleichzeitig theilen wir mit, daJL� Versammlungen jeven Montag nach dem Ersten jeten stattfinden, und werden daselbu und beim Kaifirer Straßburgerstraße 28, immer neue Mitgliever aufgeno� Gäste find ebenfalls willkommen. 1(| Die Mitglteder-Bersammlung des Arbeiter-*"� Verein»„Glückauf" findet erst am Dienstag.*> Februar, in einem noch näher zu destimmenden Lolaie en gros. CigaiTeil- U. l iliulli-IIiMillllllg FRITZ GOERCZI. af Berlin SO., Admiralstraße 40(frühere„Aude."), Import echter Havanna, Lager aller Sorten Hauch- und Schnupftabake, � Reich assorttrte» Lager echt türkischer, russischer«nd amerikanischer Cigarretten«nd Tabake. Echt Nordhäuser Kautadale. j|| ................................................................... sSl S Volksversammlung om Sonntag, den 1. Februar, Vormittag» 10 Uhr, im großen Saale des Echützenhauses, Linienstr. 3—5._ 198 Fachverein der Tischler. Montag, den 2. Februar, Abends 8'/, Uhr, in I o r» d a n' S Salon, Neue Grünstraße 28, Außerordentliche General-Vers ammluna. Tagesordnung: 1. Bericht der statistischen Kommisfion. 2. Bericht der Herbergs-Kommisfion. 3. Antrag wegen Theilung der Bibirothek. 4. Verschiedenes. Quittungsbuch legitimirt. 197 Der Vorstand. Montag, den 2. Februar, Abend? 8 Uhr, findet bei Kell er' s(oberer Saal), Andrtassttaße21, eine außerordentl. Versammlung des Vereins zur Wahrung d. materiellen Interessen der Fabrik- und Bauarbeiter statt. Tagesordnung: 1. Die Hauptaufgaben des Verein» in diesem Jahre. Referent: Herr Hildebrand. 2. Gcschäft- licheS und Verschiedenes.— Die Mitglieder werden darauf aufmerksam gemacht, daß in der Versammlung die Statuten- bücher gegen die Vereirskarte umgetauscht werden. Um recht zahlreichen Besuch btttet 183 Der Vorstand. Unterstützunasv. deutscher SchuhwaE (Filiale Berlin), Mttglieder-Versammlung am MontiK _ tngam Monuw» Februar, Abends 8'/- Uhr, bei Teichert, Neue Grünst?�» T.-O.: Vorstandswahl und Vottrag. Mitgliedsbuch legd"; Zteue Mitglieder werden aufgenommen. �. 206_ Der proo. VorMs M viedl Wreten.' Allen Interessenten zur Mrtthcilung, daß das-j, Statut der Allgem. Kranken- und gräbnißkaffe der Buchbinder und ve� Berufsgenoffen die behördliche Genehmigung gefunden hat. Anmel zum Beitritt nehmen entgegen: T h. Evert, Holzmarl�Ki Nr. 62, Hof Ii., Fr. Freudenreich, Sebastianstw� z Hof I., P. Linke, Wilhelmstr. 3, Hof rechts Ii. «an, Wir bitten die Herren Schneidermeister höflichst; pfangnabme der ArüHzaHrs- und Sommer-KoNektiop Hochachrungsooll Jacobi u. AdaMi Spandauerfir. 49�___ m Da{ feit 1 Piano(hoch), 20 Thl., Oranienstr- 2, IV. r. GUt Am 10. Februar fei, Ziehung der vierten Knnsfgewerbe-LoUerie des Architekten-Vereins xu Berlin. llanptgew.: 10,000, 3000, S a 1OO0, 4 a 500 Jl* ■C Loose k 1 Mark, auf 10 Loose 1 Freilos» empfiehlt und versendet p-ompt nach auswärts| Carl Heintze, r Bankgeschäft, Berlin W., Unter den Ulnden\ Bei ch shay» k-Giro- Con to.— Telegramm- Adr.: Lotteriehau k Berlik D t(,0e nach fei um « Hi« Her» wel. I « Brüt> Verantwortlicher Redakteur«. Crouheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Badiug in Berlin SW. Beuthstraße 2.