00) 527 14 O( 250) 4 61849 69 5( 200) 13 817 163 49 116 532 45 941 72 86 2( 200) 75 738 377 35 516 447 59 582 575 61 94 435 89 D) 739( 200 4( 200) 766 790 81 89 1( 250) 89 ( 200) 57 ( 200) 67 7281 7. 920 107 96 801 337 39 888 630 74 70 253 32 695 182 4 0) 850 2 3 46 62 392 70 715 57 296 458 50 73 993 99 81097 7 170 1284 92( 200) 373 90 249 73 96( 200) 221 564 2 86710 9 109 701 0( 300) 101 554 Nr. 30. Donnerstag. 5. Februar 1885. II. Jahrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Intereffen der Arbeiter. Das ,, Berliner Bolfsblatt ein täglich Morgens außer nach Sonne und Fefttagen. Abonnementspreis für Berlin fret in's Haus viertelfährlich 4 Mart, monatlich 1,85 Mart, wöchentlich 35 3f Boabonnement 4 Mart. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags- Nummer mit illuftr. Beilage 10 Bf. ( Eingetragen in der Boßzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Infertionsgebühr beträgt für die 8 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmartt 10. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Jnferate werben bis 4 s Nachmittags in der Erpebition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen unsuces Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berlin SW., Bimmerfraße 44. Allgemeines Stimmrecht für das preußische unseren Lesern einige besonders wichtige Stellen vorAbgeordnetenhaus. zuführen um im Uebrigen den Inhalt des Artikels zu ffizziren. Zunächst macht die„ Elb. 8tg." es den National- Liberalen zum Vorwurf, daß sie gegen den Antrag des Dr. Stern geftimmt haben; wohl hätten sie dies nur aus Opportunität gethan, aber das sei eine unvorsichtige Vor einigen Jahren fanden sich oftmals Petitionen im preußischen Abgeordnetenhause vor, welche die Aufhe= bung der Dreiklassenwahlen und die Ein= fahrung des Allgemeinen gleichen und 276. 886iretten Wahlrechts forderten. Diese Petitionen Stellungnahme" gewesen, da nunmehr die Partei als eine 296 268 $ 6( 200) 5 845 444 hier nicht untersuchen, ob die Motive ganz lautere waren, oder ob die katholischen Priester hofften, an der Hand des Allgemeinen Wahlrechts ihre Herde noch besser regieren ju fönnen. 0) 252 50 431 922 83 57( 20 05( 250) 4 99 88% 512 894 9 250) 578 6 9( 200) 65 50) 207 291 426 825 97299 10 5 168 67( 200) 82 686 74( 20 28 609 2 892 1535 1. Deze in Sie u jeder Sie ber aus. pruchen t, als zulä Ihr bu Derfällt nen Sie of 3 T Branchen Di d. Der Belle- Mian rufsgeno TLO b nicht Schuldigung bethel ent. causa, ces e wegnim en Rebe ist ein 8 der nochmal Redaktion ne abak le. Achtftr. 36 Nachbarf äft. 14 arftraße 1 derob min tr. 2. Eta ureat n( Münd Marten ine Idreffen Bureau ünchen b" bl." zu Die Motive find übrigens auch gleichgiltig, die Forderung ist eine demokratische. Am 26. November 1883 brachte nun auch der demorechts auf die Wahlen in Staat und Gemeinde angesehen worden sei. Genanntes Blatt fährt dann fort: fratische Vertreter von Frankfurt a. M., Dr. Stern, im Reich fallen oder auf die übrigen Wahlen ausgedehnt wer Abgeordnetenhause den Antrag ein auf Einführung des Allgemeinen gleichen und direkten Wahlrechts bei StaatsGemeindewahlen. Der Minister von Bunkamer widerforach auf das Heftigste, obwohl Fürst Bismarck_früher einIpfeme mal das Dreitlassenwahlrecht das elendefte aller Wahleme genannt hatte. Die Konservativen und National Liberalen brachten den Antrag Stern zu Fall. Seit jener Zeit ist in dieser Richtung hin Alles ruhig geblieben. Auch die Piesse hat sich selten mit dieser Frage best äftigt und nur in den Programmen einzelner Pars tien bei den legten Reichstagswahlen wurde der Forburg, wenn auch nur flüchtig, Erwähnung gethan. Blöglich nun ist die Forderung, und zwar an einer merkwürdigen Stelle, aber doch wohl in ernsthafter Gestalt, wieder aufgetaucht. Die Elberfelder Zeitung" vom 2. Februar bringt Die Ausdehnung des allgemeinen Stimmrechts auf Einzelstaats- und Gemeindewahlen in Deutschland ist lediglich eine Frage der Zeit. Sie ist logisch. Entweder das allgemeine Stimmrecht muß auch für das den. Aus bekannten Ursachen wird das Erstere nicht der Fall sein und also das Lettere eintreten. Das allgemeine Stimmrecht zeiat in Deutschland hartnäckige Kinder anarten und löst die ihm auferlegte Aufgabe der politischen Voltserziehung nur langsam; ein besseres Stimmrecht ist trotzdem bisher nicht gefunden worden und dieses Stimmrecht also noch immer das relativ beste." " " 1 Dann meint die Elbf. 3tg.", daß die durch das Dreis flaffenwahlgefeß im preußischen Abgeordnetenhause vorhandene allzu konservative Strömung die radikalere Strömung im Reichstage erzeuge. Das ist ein Fehler, denn es ist Das ist ein Fehler, denn es ist unwahrhaftig!" Man tlage über die systematische Herabseßung des Reichstags"; die in den Enirüstungsadressen geführte Sprache habe allerdings vielfach über das Biel hinausgeschossen. Aber ein die wirkliche Volksmeinung ausdrückender Reichstag würde sich darüber niemals zu beHier sei uns eine Bemerkung erlaubt. Wir pflichten bem leßten Saße um so unbedenklicher bei, als wir auch bie Ueberzeugung haben, daß nach und nach das Bolf immer nämlich einen längeren Leitartikel mit der Ueberschrift: flagen haben. Allgemeines Stimmrecht für das Abge= ordnetenhaus." Suerst glaubten wir einen von Schmähreden gegen diese Forderung stroßenden Artikel vor uns zu haben und wollten das Blatt, da uns solche Schmä- mehr mit dem Allgem. gleichen Wahlrecht vertraut und daß es demgemäß immer mehr seine richtige Meinung gegen diese Forderung vorlag, fo lafen wir den Artikel Sinne der Elberfelderin geschieht? Wir glauben es sicherda fein Anlaß gerade jezt zu einer schmähenden Polemik bei den Wahlen zur Geltung bringen wird. Db dies im und müssen gestehen, daß wir aus der staunenden Verwun- lich nicht! derung gar nicht herausgekommen find. Die genannte Beitung nämlich ist ein nationalliberales Blatt ber vollkommenen Heidelbergerei, zugleich Regierungs- Reichstag auch ist dasselbe in feiner jeßigen Zusammens auch behauptet, daß es in naher Bekanntschaft mit dem Welfenfonds stehe. Leider fehlt uns der Raum, den ganzen Artikel abzuDas preußische Abgeordnetenhaus aber vertritt noch viel weniger die wirkliche Voltsmeinuna, als der jetzige fegung viel zu unbedeutend, als daß es das Volk vertreten könnte; wird es doch auch von den Süddeutschen„ der preußische Provinziallandtag" genannt. Doch hören wir das nationalliberale Blatt zu Ende. Partei des Landtags sollte den Antrag Stern wieder aufnehmen" und fährt dann fort: ,, Wiederkommen wird derselbe; angenommen werden eines Tages auch. Zu befürchten hat sie nichts von ihm; ihre etwaige Einbuße nach links würde nach rechts hin mehr als ersetzt werden. Brächte ihr derselbe aber selbst momen tanen Nachtheil, vor einer Prinzipienfrage müßte diese Erwägung schweigen. Das allgemeine Stimmrecht ist unserer Partei ungünstig. Nicht ausschließlich aber zum Theil auch deshalb, weil man die nationalliberale Partei fälschlich für einen Gegner dieses Stimmrechts hält. Für die Beibehaltung desselben im Reichstage hat sie sich ausgesprochen; trete fie jest auch für seine Erweiterung und Ausdeh. nung ein. Sie wird damit einem Theile ihrer erbittertsten Feinde die Waffe aus der Hand winden." Doch immer noch nicht genug. Das Blatt meint, das deutsche Leben franke an zahlreichen Unwahrheiten; eine folche sei das verschiedene Wahlrecht für Reichstag und Landtag, ja noch mehr, dieser Zustand sei eine Unnatur, die aus dem deutschen Leben fortgebracht werden müsse. „ Frisch und resolut ergreife die nas tion alliberale Partei die Initiative!" So lautet der Schlußsaz. Wir haben wenig nur hinzuzusehen. Unsere Ansichten über die Ausdehnung des allgemeinen gleichen und direkten Wahlrechts auf Staat und Gemeinde find unseren Lesern bekannt. Die Arbeiterpartei hat ja längst schon, ehe andere Parteien daran dachten, die Fahne des allgemeinen Wahls rechts ergriffen, naturnothwendig steht sie auch auf dem Boben der weitesten Ausdehnung desselben. Wunderbar ist nur, daß gerade die national- liberale Partei, die Hauptgegnerin der Arbeiterinteressen, aufgefordert wird, der Arbeiterpartei zu folgen. Aber die nationalliberale Partei wird der Aufforde rung keine Folge leisten, wenn nicht, ja wenn nicht der Artikel der Elberfelder Zeitung" von Berlin aus inspirirt ist. " Politische Uebersicht. Die offiziösen Blätter drohen wieder einmal mit Reichstagsauflösung, diesmal für den Fall einer Ablehnung der Dampfervorlage. Wir glaubenso schreibt die rtf. 8tg."- bis jetzt nicht an die Ablehnung des ganzen Entwurfs; noch viel weniger aber an eine Auflösung des Reichstags wegen der Dampfervorlage. Viel wichtiger als die Dampfersubvention ist der Reichsregierung die Bollvorlage, welche dem Reiche 50-60 Millionen neuer Einnahmen bringen drucken. Wir müssen uns deshalb darauf beschränken, Es verlangt in der That, die nationalliberale Bollvorlage in die Brüche. Vor den lezten Wahlen hat die Redbrud verboten.] 80 " 1 " Feuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dur. ( Forseßung.) Ein Fremder?" fragte Rodenburg. Wer ist's?" Ein junger Mann, der sich Rodenburg nennt und Arzt ist!" Der Kranke schnellte bei diesen Worten empor. Friz Rodenburg, mein Neffe, ist hier?" der die plögliche Erregung seines Herrn für einen Born " Ja, gnädiger Herr!" antwortete der Kammerdiener, nahm... Ich bitte tausendmal um Entschuldigung, daß Doktor erklärte ausdrücklich, daß er Fräulein Amberg nicht gemeldet sein wollte, sondern lediglich zu Ihnen komme und mit Ihnen allein zu sprechen wünsche. mir auch auf, etwas zu sagen; aber ich weiß nicht, ob Herr." 9 es Lassen Sie sich's lieber nicht sagen, Dnkel," bat " Ja, das fagte er, gnädiger Herr; und er fügte noch hinzu, was ich auch Ihnen wörtlich sagen sollte; aber ich weiß nicht, ob es recht ist, wenn ich es Ihnen fage" ,, Sprich immerhin; was fügte er noch hinzu?" " Daß er nicht so gewiffenlos fei, einen Verwandten umkommen zu laffen, wenn er ihm helfen könnte." Ah, der alte Haß, die alte Unverföhnlichkeit!" stöhnte Rodenburg. Er will sagen, er sei nicht so gewiffenlos, wie ich." " Während er diese Worte vor sich hinmurmelte, stand der Kammerbiener da, einer Antwort harrend. Sagen Sie dem Herrn," erklärte Emmy, als Roben burg" schwieg, daß der gnädige Herr Niemanden empfängt, und am wenigsten ihn zu sehen wünsche." Nein, nein, Emmy!" fiel Rodenburg lebhaft ein, weise ihn nicht schroff ab.... Ich will dennoch einen Weg der Versöhnung und Verständigung suchen... Ich will ibn sehen, will ihn sprechen." D, lieber Dntel, Sie wissen, wie schädlich Ihrer Gejebe Aufregung ist. Warum wollen Sie sich diese peinliche Begegnung nicht ersparen?" Emmy. Wer weiß, ob es sich nicht um einen neuen Hohn, oder um eine neue Beleidigung handelt.... Lassen sicht kommt?" Sie sich's nicht sagen." Ich weiß nicht, ob ich es sagen darf..." wiederholte der Diener. Rodenburg hörte Beide nicht. Was trug er Dir auf?" fragte er den Diener. Besten wäre, wenn Sie ihn empfingen. " Ich muß mir diese peinliche Begegnung als Buße auferlegen, Emmy... Wer weiß, ob er in feindlicher AbSagte er nicht, es sei mein eigenes Intereffe, ihn zu empfangen?" Ja, das sagte er!" bestätigte der Diener. " Glaubs wohl; also laß ihn kommen." Emmy erkannte die Gefahr sehr klar. Wenn Friz Rodenburg seinem Onkel gegenüberstand, wenn dem Letteren Gelegenheit gegeben wäre, ihm sein ges glimpflich mit Ihnen verfährt, daß er Mitleid mit Ihrem Bustande hat, daß er Sie nicht grausam quält mit seinen Vorwürfen." " Willst Du das, Kind?" fragte Rodenburg. " Ja, Onkel, das will ich! Ich will noch mehr; ich will ihn vorbereiten darauf, daß Sie geneigt find, ihm das Unrecht, das Sie gegen seinen Vater begingen, abzubitten, daß Sie Alles gut machen wollen.... dann wird Sie diese Begegnung nicht so sehr alteriren, und Ihre so ge= schwächte Gesundheit beeinträchtigen." " Du hast Recht Kind; geh' zu ihm, daß ich ein unglüdlicher, gebeugter alter Mann bin, welcher von ganzem Herzen bereut, seinem Vater und dessen Kindern Unrecht gethan zu haben... Bitte ihn, flehe ihn an, daß er die Hand, welche ich ihm bieten will, nicht zurückstößt... D, Du weißt ja Alles, was Du ihm fagen fannst." „ Ich weiß Alles, Onkel, laffen Sie mich nur Finde ich ihn versöhnlich und zum machen!.. Verzeihen geneigt, dann führe ich ihn hierher; wenn er aber bei der Absicht verharrt, Ihnen wehe zu thun. ,, Auch dann führe ihn hierher, Emmy. Eine kleine Buße muß ich mir schon gefallen lassen; ich habe sie ver,, Gut, gut, Dnfel! Wir werden ja sehen." Damit entfernte sich Emmy. bient." Stolz und aufrecht ging sie über den Korridor nach dem Empfangszimmer, in welchem Friz Rodenburg einer Antwort harrte. Noch hatte sie zwar den Gegner nicht geschlagen, allein man hatte ihr Waffen gegeben, ihn zu bekämpfen... und das war immerhin schon etwas. Er bekämpfen... Er sagte, gnädiger Herr," antwortete der Diener ftotternb, ich sollte Ihnen bestellen, daß es zu Ihrem brochenes Herz, sein geängstigtes Gewissen offen darzulegen durfte wenigstens nicht ohne ihre Erlaubniß seinem Onkel um Ihnen zu helfen." . daß er käme, dann war eine Verständigung, eine Aussöhnung unvermeidlich, und dann war es um sie und ihren Plan zu helfen. Vielleicht will er Ihnen gar ärztlichen Nath " Ah," bemerkte Emmy höhnisch, er kommt, um Ihnen geschehen. ertheilen.... Nun, das wäre ebenso gut, als wenn sich vorsichtig sein, sich gegen die Anordnung des Arztes einer das Lamm dem Wolf anvertraute." ,, Er fagte, es sei zu meinem Besten?" fragte Roden burg, der auch diese höhnische Bemerkung unbeachtet ließ. folchen Aufregung auszusehen? Empfangen Sie meinetwegen den Neffen, wenn Sie nicht anders wollen, aber laffen Sie mich vorher wenigstens ihn bitten, daß er gegenüber treten, und wenn es irgend möglich war, diese Begegnung ganz zu hintertreiben, so würde sie es von war sie überzeugt durchsetzen. Einunddreißigstes Kapitel. da= Frizz war erstaunt, als statt des Kammerdieners, den er erwartete, eine Dame hereintauschte. Sie trat einige Schritte auf ihn zu. Er verneigte sich gebührend, und sie Reichsregierung über die Kornzollfrage wohlweislich geschwiegen. Wer weiß, ob Neuwahlen, welche fich unter der Parole für oder gegen Kornzölle vollziehen, eine der Regierung in with schaftlichen Fragen so gefügige Mehrheit zu Tage fördern würden. Darum liegt im Augenblid nach unserer Ansicht nichts ferrer, wie die Auflösung, was auch immer die Offiziösen vorbringen mögen. Wie aus nachträglichen Enthüllungen über die Kommissionsberathungen hervorgeht, haben übrigens im Verlaufe derselben die Rivalitäten zwischen Hamburg und Bremen eine viel größere Rolle gespielt, als man bisher an genommen hatte. Wenn man eine im Interesse der Gesammt heit liegende Erledigung der Dampferfrage wünscht, wird es nothwendig sein, vorher alle derartigen Hindernisse aus dem Wege zu räumen." zunächst in Verbindung mit den im kaiserlichen Gesundheitsamt ausgearbeiteten Vorschlägen wegen Einrichtung einer erfolgreichen Beaufsichtigung des gesammten Impfgeschäftes einer Sachverständigenkommission zur Begutachtung vorzulegen. Inzwischen hatte der Reichstag bei der am 6. Juni 1883 erfolgten Berathung der Petitionen gegen den Impfzwang den Wunsch ausgesprochen, daß der gegenwärtige phyftologische und pathologische Stand der Impffrage, insbefandere in Bezug auf Die Kautelen, welche geeignet sind, die Impfung mit der größt möglichen Sicherheit zu umgeben, von einer Sachverständigen fommission geprüft, und daß von dieser Kommission Maßregeln zum Zwede einer solchen Sicherung eventuell unter allgemeiner Einführung der Impfung mit animaler Lymphevorgeschlagen werden möchten. Sodann sei auch auf der Zu dem angeblich in Aussicht stehenden Sperrgeset beiführung einer brauchbaren Impfstatistik auf Grund schreibt man: In den Kreisen der Interesserten steht man mit obligatorischer Anzeigepflicht der vorkommenden Bodener großer Spannung Mittheilungen darüber entgegen, ob die frankungen und des Verlaufs derselben an die zuständige ReichsReichsregierung im Anschluß an die Bolltarifnovelle ein Sperrbehörde hinzuwirken. Die Aufgaben der Kommission wurden gefeß nach dem Muster des Gesetzes vom 30. Mai 1879 be mit Rücklicht hierauf erweitert. Die Kommission selbst ist aus antragen wird, wonach die Eingangszölle von Roheisen, Mate Delegirten der hauptsächlich betheiligten Bundesregierungen rial- und Spezerei, Konditorwaaren und anderen Konsumtibi- zusammengesezt, und gleichzeitig durch Zuziehung von drei lien und Petroleum durch Anordnung des Reichskanzlers nach impfgegnerischen Sachverständigen dafür Sorge getragen wor den Beschlüssen der zweiten Lesung der damaligen Solltarif den, daß auch die Einwendungen der Jmpfgegner, so weit te vorlage in Kraft gefeßt werden konnten. Auf Grund dieser auf wissenschaftlicher Grundlage beruhen, zu entsprechender Ermächtigung wurde am 5. Juli 1879 eine Bekanntmachung Würdigung gelangen." Würdigung gelangen." Die Vorlage ist von folgenden erlaffen, demzufolge die bezeichneten Bölle sofort in vorläufige Drucksachen begleitet: I. Protokolle über die Verhandlungen Hebung gesezt wurden. Der Bolltarif selbst wurde am 15. Juli der Kommission zur Berathung der Impfung, nebst Unteranla vollzogen und am 24. Juli publizirt. Wird jetzt ebenso ver gen: 1. Vorlagen für die Verhandlungen der Kommission.; fahren, so würden die Bollerhöhungen auf Branntwein, Wein 2. Denkschrift über die Nothwendigkeit der allgemeinen Ein in Flaschen, Champagner, Chokolade, Kakao, sofort nach Fest führung der Impfung mit Thierlymphe; 3. Tafeln zur Ver stellung derselben in der zweiten Berathung im Reichstage vor- anschaulichung der Wirkungen des Jmpfgesezes; 4. Uebersicht läufig in Hebung gefezt werden. Bezüglich der Zölle von der Bockentodesfälle in den Regierungsbezirken Preußens in Getreide und Holz wurde eine solche Bestimmung nicht geden Jahren 1875 bis 1881 nebst zwei Karten; 5. zwei Karten troffen, hauptsächlich wohl deshalb, weil diese Bölle damals zuzur Beranschaulichung der im deutschen Reich im Jahre 1879 erfi eingeführt wurden und deshalb eine sofortige Hebung derbezw. im Jahre 1882 mit Thierlymphe ausgeführten Impfunselben unthunlich erschien. Dieses Bedenken fällt bei der gen. II. Uebersicht der Ergebnisse des Impfgeschäfts im jepigen Vorlage fort. Zur Zeit ist noch von der Eventualität deutschen Reich für das Jahr 1882 nebst vergleichender Bueiner anderweitigen Regelung der Sperrfrage die Rede. Dar sammenstellung der Impfergebnisse in den Jahren 1876 bis nach würde die Reichsregierung vom Tage der Einbringung der Bolltarifnovelle an die Einfuhr jener Waaren besonders einschreiben und nach erfolgter Beschlußfaffung des Reichstages die Differenz zwischen dem früheren und dem neuen Bollsap nacherheben, d. h. der Novelle zum Bolltarif rückwirkende Kraft geben. Selbstverständlich bedürfte es auch dazu einer gefeß lichen Ermächtigung. Ob der Reichstag eine solche geben wird, ist im Voraus faum festzustellen, aber die Möglichkeit, daß die Bollmacht ertheilt werde, würde schon hinreichen, eine überflürzte Einfuhr der in Rede stehenden Artikel zu verhindern. Ob die Regierung den einen oder anderen Weg einzuschlagen beabfichtigt, wird selbstverständlich nicht eher bekannt werden, bis Die betreffende Vorlage ar den Bundesrath, bezw. den Reichstag gelangt. Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß diesmal von Maßregeln dieser Art überhaupt abgesehen wird, namentlich wenn die Berathung der Vorlage, wie es gewünscht wird, erheblich beschleunigt werden kann, worüber fich freilich zur Beit noch nicht urtheilen läßt. Die Entscheidung darüber, ob die Bolltarifnovelle einer Kommission zur Vorberathung überwiesen wird, liegt in der Hand des Zentrums. In Betreff des Impfwesens ist dem Bundesrathe eine umfangreiche Vorlage zugegangen, die folgendermaßen eins geleitet wird: ,, Die bei der Ausführung des Smpfgesetzes vom 8. April 1874 gemachte Wahrnehmung, daß die Impfung zu meilen mit nachtheiligen Folgen für die Gesundheit der Impflinge verknüpft ist, hat bereits vor mehreren Jahren Anlaß gegeben, nähere Ermittelungen darüber anzuordnen, auf welche Umstände diese Gesundheitsschädigungen zurückzuführen find, sowie in welcher Weise eventuell Abhilfe zu schaffen sein würde. Die im faiserlichen Gesundheitsamt ausgeführten Untersuchun gen lassen in ersterer Hinsicht erkennen, daß die Schuld zum Theil der Auswahl der Lymphe, insbesondere der bisher meist im Gebrauch befindlichen humanisirten Lymphe, sodann aber auch der Außerachtlassung der erforderlichen Rautelen von Seiten der beim In pfgeschäfte betheiligten Personen beizumeffen ist. Das kaiserliche Gesundheitsamt trat daher in eine nähere Erörterung der Frage ein, ob nicht die Impfung mit animaler Lymphe allgemein durchgeführt und eine einheitlich geordnete Ueberwachung der Thätigkeit der Impfärzte ins Leben gerufen werden könnte. Auch die Petitionskommission des Reichstags hatte sich bei Berathung der ihr vorliegenden Bes titionen wegen Aufhebung des Smpfzwanges wiederholt in ähn lichem Sinne ausgesprochen. Der Einführung der Impfung mit animaler Lymphe stellte sich anfangs der Umstand entgegen, daß die geringe Haltbarkeit und unsichere Wirkung derfelben ihre Verwendung zu Maffenimpfungen nicht zuließ. Später erhielt jedoch das faiserliche Gesundheitsamt Kenntniß davon, daß Verfahren gefunden seien, welche diese Bedenken zu beseitigen geeignet scheinen. Die Verfahren wurden geprüft, und auf Ginnd der erhaltenen günftigen Ergebnisse fonnte nunmehr die Impfung mit animaler Lymphe zur allgemeinen Bei der großen Anwendung in Aussicht genommen werden. Tragweite der Sache schien es indeß zweckmäßig, diese Frage erwiderte diese Begrüßung mit einem hochmüthigen Nicken des Kopfes. Eine Minute lang musterte sie ihn vom Ropfe bis zu den Zehen.... und das Resultat dieser Musterung war jedenfalls ein sehr günstiges. Der Plan, den sie schon im Stillen entworfen, um den neuen Feind gebührend zu empfangen und abzuweisen, war durch die Erscheinung des jungen Mannes erheblich erschüttert. , Er ist ein recht hübscher Mann." Las war ihr erster Gebanke, und als sie das scharfe, flare Auge desselben, die Entschlossenheit um feinen feinen Mund, die stolze gerade Haltung bemerkte da dachte sie: Es wird nicht leicht sein, ihn zu besiegen." Blöglich kam ihr ein zweiter Gebante. " Wie? Wenn man anstatt ihn zu bekämpfen, versuchte, ihn zu gewinnen?" Diefer lette Plan hatte etwas für sich und schien ihr, je mehr fie darüber nachdachte, desto plausibler. Sollte es am Ende nicht gar gelingen, ihn zu erobern, für sich zu erobern? Das wäre ein großer Gewinn! Wenn dieser junge Mann ihr die Hand reichte und fagte:„ Fräulein Emmy, wir wollen gemeinschaftliche Sache machen. Ich und meine Schwester wir sind die Erben; Sie sollen meine Frau sein und somit die Mitbefizerin des Rodenburg'schen Vermögens..." Sie hatte anfangs beabsichtigt, ihn stolz und schnöde abzuweisen. Nachdem wie im Fluge diese Erwägungen ihr durch den Kopf gegangen waren, änderte sie plöglich ihre Marime. " Sie find Herr Doktor Rodenburg?" fragte sie in so freundlichem Tone, wie ihr irgend möglich war. " Friz Rodenburg ist mein Name!" antwortete ber junge Mann, ohne durch die Aenderung ihres Wesens sein Benehmen beeinflussen zu lassen. " Ich bitte, Herr Rodenburg," fuhr sie fort, auf einen Sefsel deutend, indem sie selbst auf einem anderen Plaz nehm. Der Onfel beauftragte mich, zuvor einige Worte Gestatten Sie, daß ich mich mit Ihnen zu sprechen.... dieses Auftrages entledige." 1882. Zur Kongofrage. Bezüglich der Verhandlungen zwischen Portugal und der Kongo- Besellschaft erfährt die N. Pr. 3", daß vorgestern Abend spät die Meldung eingetroffen fei, daß das Lisaboner Ministerium die ihm unterbreiteten Vergleichsvorschläge rund abgelehnt habe und auf den weitestgehenden Forderungen bezüglich des west- afrikanischen Küstengebietes am Rongo stehen geblieben sei. Jst Portugal im Stande seinen Widerstand aufrecht zu erhalten, so ist das ganze Kongo: staatsprojekt in Frage gestellt, denn es würde dem Kongostaat dadurch die freie Verbindung mit dem Meere abgeschnitten und der Beschluß der Konferenz über Freiheit des Handels im Rongobeden nur von geringem oder gar keinem praktischen Werthe sein. Der Bundesrath zählt gegenwärtig, nach einer soeben gedruckten Nachweisung, 60 Bevollmächtigte einschließlich der beiden Kommiffare der Landesverwaltung für Elsaß- Lothringen gegen 59 in der Seffton 1883/84. Die Bahl der Stellvertreter beträgt 56 gegen 51 in der vorigen Seffion. Die Verände rungen, welche zum größeren Theile im Herbst 1883/84 ein traten und hauptsächlich Preußen betrafen, find schon früher gemeldet worden. Neuerdings eingetretene Veränderungen betreffen zunächst Sachsen, für welches zu den fünf Stellvertretern ein sechster gekommen ist: Geheimer Regierungsrath v. Ehrenstein. Für das Fürstenthum Walded und Byrmont ist an Stelle des ausgeschiedenen Bevollmächtigten v. Putttamer der neu ernannte Landesdirektor des Fürstenthums, von Saldein, getreten. Für das Fürstenthum Lippe trat Geheimer Ober- Regierungsrath Meyer als Bevollmächtigter ein, an Stelle des Kabinetsministers Eschenburg, welcher ausschied. Ueber die Kämpfe bei Kamerun bringt die ,, Germania" Folgendes: Von dem Vater des bei den Kämpfen am Kamerun verwundeten Matrosen Krüger aus Potsdam find der Berl. Volksztg." einige Schriftstücke zur Verfügung gestellt. Ein Brief, datirt ,, Kamerun, Westafrita, 23. Dezember 1884" be ginnt: Lieber Vater! Du kannst Dir feinen Begriff machen, wie wir jungen Matrosen mang( etwa gleich: unter) den Schwarzen gebauft haben, denn es war uns gesagt und war Befehl, daß alles mit dem Erdboden gleich gemacht werden foll. In Oberschlesien hat der preußisch- russische AusliefeEin mit rungs- Vertrag einen peinlichen Eindruck gemacht. den dortigen Verhältnissen vertrauter Korrespondent des ,, Oberschlesischen Anzeigers" läßt sich diesbezüglich folgendermaßen aus: 3war ist der Grenzbezirk nichts weniger als ein Tummelplay von Nihilisten, Anarchisten und anderen Umstürzlern, aber es sind doch im Laufe der Zeit, seit Erlöschen der Kartell Konvention vom 27. Juli, 8. August 1857, sehr viele Personen aus Rußland nach Preußen übergetreten, um sich der Militärpflicht oder einer Bestrafung au entziehen, und haben sich hier niedergelassen und einen Hausstand begründet. Anderseits find viele preußische Unterthanen, um sich einer Bestrafung wegen " ,, Da Ihr Dnkel wie Sie Herrn Rodenburg nennen mit welchem Rechte ist mir nicht bekannt- Sie beauftragt hat, so muß ich mich fügen und Sie anhören, obgleich es dem Bwed meines Besuches hier sehr fern lag, mit einem Ancern, als meinem Onkel Rodenburg selber zu konferiren... Ich vermuthe, in Ihnen Fräulein Amberg zu sehen?" baben we Feuer def Rampfbeg Bermuude Entschluß liefert aug Monate ftärkt habe g Bankerotts oder eines sonstigen Vergebens zu entziehen, vo hier nach Rusftich- Bolen übergetreten und haben fich dort i der Nähe der Grenze niedergelassen, von wo sie mit Leichtigkeit den Verkehr mit den hier zurückgebliebenen Familienangehörigen das Halin aufrecht erhalten können. Allen diesen Leuten ist beim Be kanntwerden des neuen Auslieferungsvertrages ein gewaltiger Schrenen in die Glieder geschlagen. Allerdings richtet sich der Vertrag in erster Reihe und hauptsächlich gegen die Dynamit helden und Verschwörer, wie dies aus dem Artikel 1 deffelben hervorgeht, der den vertragschließenden Regierungen die Ver pflichtung auferlegt, Personen, welche sich eines Verbrechend oder Vergebens oder einer Vorbereitung zu deren Ausführung gegen das Staatsoberhaupt oder ein Mitglied der beiderseitigen regierenden Häuser schuldig gemacht, ferner solche, welche einen Mord oder einen Mordversuch begangen, endlich die eigentlichen und kam Dynamitarden auf Verlangen auszuliefern. Im Artikelte zu for aber ist bestimmt, daß in allen anderen Fällen, in welchen von Der einen oder der anderen Regierung die Auslieferung wege eines Verbrechens oder Vergebens beantragt wird, weld tud zu b Daß find, zeigt Deputirte in London Worte zu Entrüftung allen wat fich mit d nicht im Artikel 1 erwähnt ist, der Antrag in Erwägung g nommen und demselben, wenn nichts entgegensteht, mit dabnfinn ficht auf die freundnachbarlichen Beziehungen, welche die beiden Länder verbinden, Folge gegeben werden soll. Dieser Artikel Jeder auf unter welchen fich alle Vorgehen subsumiren lassen, ist es, we don den f cher den beiderseitigen Ueberläufern eine große Beklemmung verursacht." Das Leber Frauen u Der Einsch Unterschrift der auf der Post erhobenen Telegramme verrathenesche ben 1100 Conftitutio in einer d de 1.6. Bert Schifffahr entgegen, abtheilung Frankfurt a. M. Die Untersuchung wegen der in de Sache Rumpff erfolgten Veröffentlichungen baudieten ala noch ungestört fort. Bereits find wieder mehrere Journalinen Fort vernommen worden, die theilweise vor dem Untersuchung richter Zeugniß ablegten, nachdem ihre Anonymität dur worden war. Die Vernommenen fonnten indeß ruhig schwören, daß ihre Mittheilungen weder von Justiz Polizeibeamten herstammten und der erste Staatsanwalt Dr. Frehsee, welcher die Untersuchung führt, neigt sich, die Franff. 8tg." erfährt, der sehr berechtigten Ansicht daß durch die zahlreichen Beugen, welche gehört wurden, 5 cine Aus absolute Geheimhaltung des Untersuchungsmaterials ein Dichtlich d der Unmöglichkeit sei. Eine Indiskretion seitens eines Rosja n da das ganze Aftenmaterial im Gefängnißgebäude aufbewa irische Sa wird und nur höheren Beamten zugänglich ist, die sich hie geladen h amten wäre zwar nicht unmöglich, ist aber schwer anzunehm einig ging, bltel Difiziers Begenwar Mehrere 1 Berhaftun würden einem Beitungskorrespondenten eine Mittheilung machen. Verschwiegenheit gegen die letteren ist bei den hiego auf Justizbeamten und Polizeiangestellten Prinzip, weil sie wie daß bei der geringsten Indiskretion hier eine Untersuchu eingeleitet zu werden pflegt.- Bezüglich der vor Tagen von der Frankf. 8tg." gebrachten Nachricht, daß inhaftirte Julius Lieste an Händen und Füßen Feffeln und jede Nacht geweckt werde, um ihn zu Aeußerungen veranlassen; erhielt genannte Beitung von dem Untersuchung richter eine Buschrift, des Inhalts, daß diese Mittheilung ständig aus der Luft gegriffen set. Oesterreich- Ungarn. aus Wien angelangte Sozialisten gegen die Sozialistengele In Brünn fand eine Arbeiterversammlung statt, wo einige abe sprachen. Badorf aus Wien beantragte eine Resolution ge das Sozialistengefeß, die in den für Wien projektirten, verbotenen Versammlungen hätte beschloffen werden solle Namens der Wiener Arbeiterschaft schließe er sich den Beschlü der Brünner Versammlung an. Die Resolution wurde stimmig angenommen; zahlreiche Zustimmungstelegramme vielen Städten Desterreichs liefen ein. Frankreich. Der französische Senat wird heute den Gefeßentwurf die rückfälligen Verbrecher berathen. In der Deputirtenkam brachte der Kriegsminister einen Beseßentwurf über die Re tirung ein. Beaudry d'Afson( reaktionär) begründete fe Interpellation über die landwirthschaftliche Krists und wu während seiner Rede mehrere Male zur Dednung gerufen. von ihm vorgeschlagene dem Kabinet feindliche Tagesordnu wurde abgelehnt. Die Kammer begann hierauf die Berath des Gesezentwurfs, betreffend die Echöhung der Getreide Viehzölle. Langlois sprach gegen, Leroy für denselben. Berathung wird heute fortgesezt.- Réoillon sollte gestern Namen der äußersten Linken einen Antrag einbringen, be Follten 84 fend Bewilligung eines Kredites von 25 Millionen, welche u Die verschiedenen Städte im Verhältniß zu den in denfel lebenden beschäftigungslosen Arbeitern vertheilt werden Ferry ersuchte indeffen diesen Antrag bis zum Donne verschieben, an welchem Tage der Ministerrath sich mit Frage beschäftigen werde. Eine aus Relung auf der Formosa in Paris eingegangene Depesche meldet:„ Gine Diele In 1500 Mann mit 4 Geschüßen bestehende Truppenabtheil Ihat am 25. v. Mt. mehrere befestigte Weife weggenomm welche unsere im Südosten befindlichen Pofitionen bedro und den Bugang zu den Minen beherrschten. Wir haben macht, befinden uns aber auf einer festen Bafis und w einer steil abfallenden und start befestigten Hochfläche Halt die Operationen fortseßen, sobald die Truppen fich ausge " 1 Und wenn ich diese Frage allein meinem Ontel antworten will?" Die werden es Tourbe, b unentgelt Belfe Fo lebren bie felber zei gegen 122 Tenb 1872 Der Schulg in dem 1 Die Babl often be finder ba fliegen if Soulgelt Berliner idule. N. Abend Baffanter Beit ein der benar fragen b welches a Toren bab Herr fet würdig Rebenden und in n in höhe glücklicher N. 2 vorzusetze berbeigefi Deftillati Threr eig flug, He ich nicht bern daß meinige bingunge ferat." M bringen, glaube aber, daß ihm dieselbe nicht genügend " Ich würde diese Ihre Antwort dem Dntel bint würde." ,, Daß er mich also abweisen würde?" Rob Das wäre nicht unmöglich!... Doch Herr " Sie irren sich nicht!" versezte Emmy, welcher der Ton, in burg, ehe wir hiervon sprechen, laffen Sie dem er zu ihr sprach, durchaus nicht gefiel, denn der Ton sprach noch von etwas Anderem sprechen, das hiermit nicht dafür, daß fie einen eben so günstigen Eindruck auf engsten Zusammenhange steht und Ihre Entschließu ihn gemacht habe, als es umgekehrt der Fall war. Wie Ihnen bekannt sein dürfte," segte sie hinzu, ,, hat mein Onkel Rodenburg mich mit der Führung seines Hauswesens betraut, da er ja sonst Niemand zu seiner Pflege und Vertretung hat." Dder vielmehr, da er die, die es aufrichtig mit ihm meinten, aus seiner Nähe getrieben hat." hat gewiß auf meine Frage zu antworten, möglicher Weise änd fönnte." Mein Entschluß in Bezug auf den Zweck mei Besuches steht unerschütterlich fest.... doch lassen hören." об ,, Ohne Zweifel kommen Sie nur, fich über Stand der Dinge hier zu unterrichten, namentlich, sagte Emmy, welche immer noch nicht die Hoffnung auf haben, daß Ihr Onkel beabsichtigt, in seinem Teftam wahr ist, was Sie jedenfalls gerüchtweise schon ge gegeben hatte, daß fie ihn zu bestechen im Stande sein möchte. Wir wollen das dahin gestellt sein lassen, Herr Rodenburg; wir wollen über das Geschehene nicht disputiren, denn dazu habe ich kein Recht. Es würde mir nicht wohl anstehen, die Handlungen beffen zu kritisiren, der mich liebt wie sein Kind..." Sie Und Sie deshalb vermuthlich zur Erbin einsehen wird," seßte Fritz mit spöttischem Lächeln hinzu. haben Recht, mein Fräulein, lassen Sie uns nicht untersuchen, ob Ihre Aussicht auf die Erbschaft eine Folge seine Nichten und seine Neffen zu übergehen. " Den Zwed meines Hierseins würden Sie schw verstehen, mein Fräulein.... .. Ich habe Ihnen schon sagt, daß ich hierüber nicht zu sprechen beabsichtigte; soviel kann ich Ihnen sagen, daß die von Ihnen beutete Absicht mir sehr fern liegt... Rodenburg, und sein Vermögen sind mir so gleichgiltig, wie Sie Herr Amberg." er Das war sehr deutlich gesprochen, zumal Worte begleitete durch ein stolzes Aufstehen von die Zärtlichkeit und Pflege den Zweck hat, die Erbschaft zu erlangen. Ich bitte Sie, fommen Sie auf den Auftrag meines Onkels zurück, dessen Sie vorhin erwähnten." Ihrer Zärtlichkeit und Pflege ist... oder ob umgekehrt, Size. Damit war der Krieg erklärt. Es blieb ihr weiter nichts übrig, als eine feindliche Position einzune " Mein Auftrag lautet dahin, Sie nach Ihrem Begehr zu fragen." und dieselbe zu behaupten. den Kopf zurückwarf, ich sagte Ihnen eben, daß Herr Rodenburg," sagte sie, indem sie hochm diesem Haufe die Stelle der Hausfrau vertrete. nicht nöthig, mir in diesem Hause Beleidigungen 39 fage ,, Und meine Aufnahme oder Abweisung hängt von der lassen. Ihnen, als einem Verwandten des M Antwort ab, die ich Ihnen gebe?" Sie zuckte die Achsel ein wenig. " Ich glaube, ja:" den ich wie einen Bater liebe, will ich die eben g Aeußerung großmüthig nachsehen. Wenn der Swed Hierseins vollkommen verfehlt ist, so haben Sie es fid " gut zum baure se Romobia offenber fagte, S ich nehm doch die Berlang zu laffer die Abi Ich will ärztlichen Kur bes ist, und gute Me ich spred 6 fichtslos Wenn ablehnt und ihn D Schuldig mich fei nung weifen? „ D reuenber lächelnd vo n fich dort in baben werden. Der Widerstand des Feindes war heftig, das entziehen, Feuer deffelben ganz vorzüglich. Unsere Soldaten zeigen große nit Leichtigle Berwundeten." Kampfbegier; unsere Verluste bestehen in 9 Todten und 53 Eine Siegesnachricht ist dies gerade nicht; ift beim Be in gewaltige nangehörigen das haltmachen vor der Hochfläche ist offenbar nicht dem freien liefert zugleich den Beweis, daß auch die Chinesen die letzten ichtet sich Monate gut benugt und auch ihre Truppen auf Formosa verDie Dynam ftalt haben. el 1 deffelben gen die Ver Verbrechen Ausführung beiderseitigen welche einen Im Artikel 2 welchen von ferung wegen bird, welche Erwägung g tate Großbritannien. Daß nicht alle Irländer Freunde von Dynamit- Attentaten find, zeigt folgende Thatsache: Am Sonnabend hielt der irische Deputirte Mr. D'Connor Bowce bei einem literarischen Meeting in London einen Vortrag über die Schriften Thomas Moore's ie eigentlichen und lam in feinen Bemerkungen auch auf die Dynamit- Attenzu sprechen. Mr. Power sagte u. A.:„ Es ist unmöglich, Borte zu finden, um die gemischten Gefühle der Scham und Entrüftung, der Erniedrigung und des Schreckens zum Aus zu bringen, mit denen diese abscheulichen Verbrechen von allen wahren Filändern betrachtet werden. Dem politischen t, mit Rudahnsinn, der dieselben eingiebt, darf nicht gestattet werden, be die beiden mit den nationalen Bestrebungen Irlands zu identifiziren. Diefer Artifel Jeder aufrichtige Freund der Freiheit wendet sich mit Abscheu , ist es, wel on den feigen Verbrechern ab; beren Komplotte können nur Beklemmung der in be gen bauer Journalisten ntersuchung tät durch die bruck Frauen und Kinder zerstören, während sie die eisernen Bande Der Einschränkung und Migregierung um Frland noch fefter eten als je zuvor. So lange diese Verbrechen ungestraft en Fortgang nehmen, fann Stland nicht die Segnungen Lonftitutioneller Freiheit genießen." General Wolseley bat in einer aus Korti von vorgestern Abend 9 Uhr datirten De me verrathen eiche dem Kriegsminister angezeigt, General Earle habe am 1. d. Berti besezt, das vom Feinde geräumt worden sei, der Schifffahrt auf dem Nil stellten sich zwar große Schwierigkeiten abtheilung bis jetzt immer Herr geworden. Amerita. Bruhig Justiz tsanwalt igt fich, Anficht wurden, en Aus New- Yort wird über die näheren Umstände hinIs ein Dichtlich des Attentats auf den Fenier D'Donnovan das Unglück, fich die Unterlippe derart zu durchschneiden, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. N. Eine auscheinend organisirte Diebesbande, die mit einer ganz erstaunlichen Frechheit das Stehlen von ledernen Wagenverdecken betreibt, macht nach den bei der Kriminalpolizei eingelaufenen Anzeigen, seit Kurzem den Nord- Osten Berlins unftcher. Innerhalb der legten 6 Tage find nicht we niger als drei Anzeigen über derartige Diebstähle, die alle untereinander eine große Aehnlichkeit haben, eingelaufen. So wurde am Donnerstag voriger Woche am Nachmittag einem in der Linienftraße wohnenden Fuhrherrn das Verdeck von seiner Kalesche, nachdem fie sauber losgetrennt, gestohlen. Am Sonnabend derselben Woche entwendeten die Diebe sogar das Verdeck von einer in der Dragonerstraße stehenden Droschke, während in den ersten Tagen dieser Woche einem in der neuen Königstraße wohnenden Fuhrherrn die Verdecke zweier auf seinem Gehöft befindlichen Equipagen abgeschnitten und gestohlen wurden. Troß der sofort eingeleiteten umfassenden Recherchen, namentlich auch bei den Verfertigern von Holzschuhen, sogenannten Bantinen, wohl die einzigen Induſtriellen, die dieses Leder verwenden können, war bisher weder das gestohlene Gut noch eine Spur von den frechen Dieben zu er mitteln. N. Eine männliche Leiche wurde gestern Abend an der Waisenbrücke von dem Wasser der Spree angespült and durch einige dort vor Anker liegende Schiffer and Land gezogen. Der Toote, der nach der bereits sehr weit vorgeschrittenen Berwesung zu urtheilen, wohl einige Monate im Waffer ge legen haben mußte, scheint dem Arbeiterstande angehört zu haben. Einem Gerüchte zufolge so der Ertrunkene mit einem seit 2 Monaten verschwundenen Arbeiter der städtischen Gasanstalt identisch sein. Behufs event. Refognoszirung ist die Leiche nach der Morgue geschafft worden. N. Sturz von der Treppe. Der in einem Hause der Alexanderstraße wohnende Bortier B. hatte vorgestern Abend 6 Uhr, im Begriff, die Gasflammen im Treppenhause anzu zünden, das Unglück, feblzutreten und so die ziemlich steile Treppe herabzustürzen. B. erlitt neben äußeren Verlegungen eine Gehirnerschütterung, die seine Aufnahme im städtischen allgemeinen Krankenhause nöthig machte. Ein zweiter Unglücksallgemeinen Krankenhause nöthig machte. Ein zweiter Unglücks anzunehmen geben bat, soll unter dem Vorwande, daß fie Geld für die fall trug fich etwas früher in der Gypsstraße zu. Ein dieselbe e aufbewah irische Sache besteuern wolle, Roffa zu einer Unterredung einmit seinem Gefährt entlang fahrender Kutscher P. ftel durch ie fich hitte geladen haben. Als Roffa mit ihr durch die Chambersstraße eigene Unvorsichtigkeit von seinem Wagen und wurde von dem ittheilunging, blieb fte einen Augenblid hinter demselben zurüd und selben so unglücklich überfahren, daß er einen Schenkelbruch den hief og auf ibn. Die Frau soll die Wittwe eines englischen erlitt. Nach Anlegung eines. Nothverbandes mußte auch er -il fie wife Difiziers und stets in Aufregung gerathen fein, wenn in ihrer sofort nach einem Krankenhause geschafft werden. Unterfud Gegenwart von den Dynamit Verschwörern die Rede war. Mehrere ihrer Freunde hielten fte für geisteskrant; seit ihrer cht, daß Berhaftung ist fte indeffen vollkommen ruhig geworden. vor einige Feffeln fro Berungen terfuchung beilung vo einige lution gege erden folle tt, wo ialistengele ftirten, n Beschli wurde gramme r die Nel abe entwurf tirtentam ündete fel und wud Terufen. G agesordn e Berathu Betreides felben. e geftern igen, bet welche un in benfel erden onner mit Falliten Diele uf der Eine enabtheil eggenom En bedro ir haben iche Salt und we ch ausge Ontel tel bin enügend Derr Ro Sie hiermit tfchließu ife and ved mei laffen über lich, ob hon ge Tefta e fchw en fchon htigte; hnen burg vie Sie al er von f ieb ihr einzun Бобут baß . 34 en fag es Ma ben g Bwed es fid Kommunales. Die Ferliner Gemeindeschulen. In diesem Jahre werden es 15 Jabre, seitdem durch Gemeindebeschluß festgesezt wurde, daß der Unterricht in den Berliner Kommunalschulen mentgeltlich ertheilt werden sollte. In wie überraschender Belle fich seitdem die Volksschule das Terrain errungen bat, lebren die Frequenzübersichten des legten Dezenniums. Diefelben tend Der zeigen, daß im Jahre 1872 53 973, im Jahre 1883 dagegen 122 098 Rinder unentgeltlichen Unterricht genossen, wäh 1872 33 993 Rinder, im Jahre 1883 dagegen 34 646 Rin schulgeldpflichtig waren. Es ist damit also festgestellt, daß in dem 11jährigen Beitraume von Ende 1872 bis Ende 1883 Die Bahl der schulgeldzahlenden nur um 653, die Bahl der auf fosten der Stadt unentgeltlich Unterricht empfangenden Schullinder dagegen um 68 125, also um mehr als das Doppelte ge fliegen ist. Ende 1873 zahlten noch 39 unter 100 Kindern Sulgeld, Ende 1883 nur 22; mehr als dret Viertel der Kinder erhalten jest ihre Bildung in der VolksBerliner Igule. Lokales. N. Ein bisfiges Pferd fügte gestern Abend gegen 1/28 Uhr vor dem Hause Dresdenerstr. 82/83 einer vorübergehenden Frau, anscheinend nicht unerhebliche Bißwunden im Geficht zu. Das Pferd, das vor einen Rollwagen der Firma D. und Co. gespannt war, war so dicht an das Trottoir herangetreten, daß es, obwohl es mit einem Maulforb versehen war, die vorübergehende Frau in der bezeichneten Weise erfaffen konnte. Die Berunglückte mußte sofort zu einem in der Nähe wohnenden Heilgehilfen geschafft werden, der ihr einen Nothverband anlegte. Polizei Bericht. Am 3. d. M. Vormittags wollte ein Herr am Halleschen Thor einen in der Fahrt befindlichen Pferdebahnwagen besteigen, glitt dabei aus und erlitt durch den Fall eine schwere Verlegung, anscheinend einen Beinbruch, so daß er mittelst Droschke nach seiner Wohnung in der Teltowerstraße gebracht werden mußte. Um dieselbe Zeit wurde ein Arbeiter in feiner Wohnung in der Steinmeßstraße und ein Dienstmädchen in der Mauerstraße in seinem Schlafzimmer erhängt vorgefunden. Beide Leichen wurden nach dem Dbduktionshause geschafft. An demselben Tage Nachmittags wurde an der Stralauerbrücke die völlig verweste Leiche eines etwa 40 Jahre alten Mannes aus der Spree gezogen und ebenfalls nach dem Obduktionshause geschafft. ebenfalls nach dem Obduktionshause geschafft. Einige Zeit später entstand in einer Küche im Seitenflügel des Hauses Borsigstr. 11 Feuer, welches die ganze Einrichtung derselben zerstörte. Die Feuerwehr war zur Stelle und löschte das Feuer in kurzer Zeit. Gerichts- Zeitung. Ein Unglücksfall mittels Ueberfahrens durch einen Postwagen gelangte gestern vor der ersten Straffammer hies den Postillon Gustav Hegener erhobene Anklage lautet auf ganz verlierend, zu Boden fiel und mit ihren Beinen unter die Räder des Postwagens gerieth. Da der Angeklagte, der von diesem ganzen Vorgang nichts gemerkt hatte, in derselben Gangart weiter fubr, erlitt Frau Meyer durch das Hinüber rollen der Hinterräder über ihre Beine ziemlich erhebliche Vers legungen, deren Heilung fieben volle Wochen in Anspruch nahm. Der Angeklagte wurde insoweit hierfür verantwortlich gemacht, als er dem Verbote zuwider zu schnell um die Ecke gefahren ist, und dadurch das Schleudern des Wagens veranlaßt hat. Der Gerichtshof erachtete die Fahrlässigkeit für teine sehr er hebliche und verurtheilte den Angeklagten trop der schweren Folgen nur zu einer Geldstrafe von 50 W., der im Unver mögensfall 5 Tage Gefängniß substituirt wurden. Einen Beitrag zum Segen der Berufungsinstanz lieferte wiederum die Verhandlung einer Diebstahlsantlage, welche heute gegen die verehelichte Bahnbeamte Hermine Auguste Louise Härter vor der fünften Straffammer hiesigen Landges richts I verhandelt wurde. Am 28 Mai v. J. gleich nach Einnahme des Mittagsmahls vermißte Frau Bortofthändler Altmann, deren Ehemann auf der Görliger Eisenbahn als Bremser angestellt ist, aus ihrem im Bett versteckten Geldbeutel ein 3wanzigmarkstück, das einzige Goldgeld, welches fich nebst 42 harten Thalern in demselben befunden hatte. Die Angeklagte, mit der fte früher in einem freundschaftlichen Verkehr gestanden hat, war außer ihrem Manne und ihren Kindern die einzige Berson, welche sich am Vormittag in der Wohnstube ohne Auf ficht aufgehalten. Der Verdacht lenkte fich umsomehr auf die Angeklagte, als einige Beit darauf Frau Altmann ihre 11jährige Tochter Anna bei einem Diebstahl von 15 Pfg. abfaßte und diese ihrer Mutter verficherte, von Frau H. zu dieser That angestiftet worden zu sein. Die Anzeige erstattete fte erst im August v. J., nachdem sie von Frau H. wegen der Bezichti gung derselben im Wege der Privatflage belangt worden war. Das hiesige Schöffengericht hat die Angeklagte zu einer Woche Gefängniß verurtheilt, indem es namentlich der Anna Altmann vollen Glauben schenkte. In der Berufungsinstanz gelang es dem Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. F. Friedmann, die Glaubwürdigkeit des Kindes, das überführt wurde, schon öfter seine Mutter bestohlen und die Beträge für Naschwaaren ausgegeben zu haben, total zu erschüttern. Da sonach die Möglichkeit nicht ausgeschloffen ist, daß sowohl die Kinder als auch der Ehemann die 20 Mart an fich genommen haben können, zog der Gerichtshof es vor, die Angeklagte dem Antrage des Vertheidigers gemäß als nicht überführt freizusprechen. " " Das Scheiteln" in Oberbayern vor dem Schwurge richt. Kammerfensterln! Ach, wie poetisch! Der Mond sendet fein mildes Licht herab, würziger Duft steigt von den Triften empor, da lehnt der Jüngling die Leiter an und klettert wie ein zweiter Romeo empor zu seiner Julia und jest wird gleich Es der füße Dialog beginnen: Du willst schon gehn? war die Nachtigall und nicht die Lerche." In der Regel flingt Der Dialog freilich etwas anders, es heißt: Gehst weg vom Fenster, du Lump, du miserabler, oder i renn dir' Meffer eini." Ach, wie poetisch ist doch die Welt und namentlich das Bauernvolt! Ein nettes Menschenkind fist vor uns auf der Anklagebant; wenn man an Seelenwanderung glauben dürfte, mijte man wahrhaftig annehmen, der 22 jährige Dienstinecht Georg Weiß von Langenpreifting sei früher einmal ein Mops gewesen. Und dennoch hat das harte Herz die Liebe auch gefühlt!"" Weiß ist seinem Aeußern nach ein ganz miserabler Knirps und daß auch sein seelisches Leren teinen besonders hohen Aufflug nimmt, möge man daraus ersehen, daß er schon megen Körperlegung, verbotenen Meffertragens, groben Unfugs und Ruheſtörung bestraft wurde. Am Sonntag, den 13. Jult vorigen Jahres, Abends 9 Uhr, trafen auf dem Heimwege von dem Wirthshaus zu Grünbach der Dienstknecht Wagenbauer und Weiß mit dem von Tittenfofen kommenden Dienstknecht Jakob Arzberger von Wartenberg zusammen. Die drei gingen zusammen bis zum Wagenbauer'schen Anwesen in Singolding, woselbst fich Arzberger an das Kammerfenster der Bauerstochter Theres Wagenbauer begab. Mathias Wagenbauer und Weiß bewarfen hierauf den Arzberger mit Holzscheiten. Ach, wie zart, wie Loetisch! Arzberger unterbrach nun das süße Zwiegespräch, das er mit seiner Liebsten geführt hatte und versezte dem Weiß zwei oder brei Stockschläge. Natürlich griff nun der Knirps nach seinem im Griffe feststehenden Messer und brachte dem Arzberger mehrere Stiche und Schnitte bei. In Folge des großen Blutverlustes trat bei Arzberger Erschöpfung, später Eiterung und Blutvergiftung ein und am 19. Juli war Arzberger eine Leiche. Der Angeklagte vom Präsidenten befragt, ob er auf die Anstörrigen Nein, ich hab' nichts zu fagen": später aber besann er fich eines Andern. Der Präsident N. Von der Humanität der Berliner gab am gestrigen Baffanten der Frankfurter Allee trafen um die angegebene Beit ein ca. 9jähriges Mädchen laut weinend und llagend in der benannten Straße an. Das Kind theilte auf das Befragen der Vorübergehenden mit, daß es ein Behnmarkfüd, figen Landgerichts I. zur richterlichen Beurtheilung. Die gegen welches zum Einkauf mehrerer Gegenstände bestimmt war, vers loren habe. Ein zufällig des Weges fommender fein gekleideter fahrlässige Körperverlegung mit Uebertretung der Berufspflicht. Herr fette sofort, da die Angaben des Kindes ihm glaub In der Mittagsstunde des 25. August v. J. fuhr der Ange- flage etwas zu erwidern habe, antwortete erst mit einem windig erschienen, durch eine Gabe von 3 Mart bei den um flagte mit seinem Postpacketwagen aus der großen in die kleine Stehenden Passanten eine mildthätige Sammlung ins Werk Kurstraße, und zwar in schnellem Trabe. Auf dem außer gewöhnlich schmalen Trottoir stand gerade Frau Schneider in Höhe von etwas über 12 Mart in die Schürze des über- meister Meyer. Bei dem schnellen Umbiegen des Wagens glücklichen Kindes, welches freudeftrahlend davoneilte. schleuderte dieser gegen die Rinnsteinschwelle und stieß dabei N. Durch die Unfitte, gesprungene Biergläser den Gästen die Frau Meyer an, welche durch diese plögliche unsanfte vorzusetzen, ist gestern Abend ein bedauerlicher Unglücksfall Berührung ihr Gleichgewicht verlor und gegen den dicht herbeigeführt worden. In einer in der Königstraße belegenen bei ihr stehenden Kaufmann Bartsch fiel. Impu.fto trat Deftillation hatte ein daselbst sich aufhaltender Hausdiener L. Derselbe zurück, infolgedessen Frau Meyer den Halt Ihrer eigenen Unflugheit zuzuschreiben.... Wären Sie seinem Teftament eine hervorragende Stellung einnehmen flug, Herr Rodenburg, Sie würden begriffen haben, daß ließe." ich nicht beabsichtige, Ihnen eine Gegnerin zu sein, sondern daß ich nicht abgeneigt war, Ihr Interesse an das meinige zu knüpfen. bingungen.. fcherzt." Natürlich unter gewissen BeSo haben Sie sich diese Aussicht verAh, glaubten Sie, mein Fräulein, daß ich mich so gut zum Intriguiren qualifiaire wie Sie selbst?... Bebaure sehr, daß ich dieser hohen Meinung von meinem Romödiantentalent nicht entſpreche. offenherzig find, laffen Sie es mich auch sein. Da Sie aber . Ich gleichgiltig; ich nehme von meinem Onkel keine Wohlthaten an doch die Pflicht, den Bruder meines Vaters nicht sterben u laffen, trieb mich hierher. Ich wiederhole, nicht das Verlangen, sein Wohlwollen zu gewinnen, am wenigsten die Absicht, mit Ihnen gemeinschaftliche Sache zu machen. Ich will entweder meinen Onkel sprechen, will ihm meinen Kur des Arztes sagen, der ihm von Ihrem Dntel empfohlen ärztlichen Rath geben, will ihm meine Meinung über die ift, ute Meinung habe.... Berzeihen Sie, mein Fräulein, ich spreche offen." ablehnt?" ,, Darauf würde ich verzichten! Sein Vermögen, mein Fräuein, will ich Ihnen überlassen. Sie haben es verdient durch die Mühe, welche Sie sich um den Besitz gegeben haben, und Sie verdienen es auch als equivalent für die Angst, welche Sie unaufhörlich und auch in diesem Augenblick ausstehen, es nicht zu verlieren." " Sie find impertinent, mein Herr!" rief Emmy auffahrend und Bornesröthe bedeckte ihre Stirn. Sie verspotten und ver höhnen mich, statt mir bittend zu nahen.... Sie glauben mit Hohn und Troß zu Ihrem Ziele zu kommen. " D, Sie sollen fehen, daß vorläufig ich Herrin in diesem Hause bin! Ich wiederhole Ihnen, Sie haben es fich allein zuzuschreiben, wenn man Ihnen hier die Thüre weist." ,, Da mein Onkel Rodenburg zur Zeit noch lebt," antwortete Frib sehr gelassen, so denke ich er ist der Herr hier, wenn Sie auch nebenbei die Herrin sein mögen. Um Ihre Gunft habe ich mich nicht beworben, und Ihre Gunst verloren zu haben nun, diesen Verlust werde ich hoffent lich ertragen.... Ich füge hinzu, mein Fräulein, meine Seit ist gemessen; ich habe bem Rammerbiener den Auftrag gegeben, mich meinem Onkel zu melden, und ihn aufzufordern, daß er mich empfängt. Ich erwarte die Antwort; erfolgt diese nicht sogleich, so verlasse ich dieses Haus, ohne Sie in die unangenehme Nothwendigkeit zu verseßen, von fichtslos flingt So offen," ergänzte Emmy schnippisch, daß es rückdoch es ist vielleicht beffer so.. Wenn nun aber Onkel Rodenburg Ihren ärztlichen Rath Ihrem Rechte als Herrin Gebrauch zu machen." und ihn seinem Schicksal überlassen. Dann werde ich ihm gleichgiltig den Rücken wenden mich keiner Pflichtverlegung schuldig zu machen." ,, Sie werden Bescheid erhalten, Herr Doktor Rodenburg!" damit rauschte sie zur Thür hinaus. fragte ihn: Du mirst wissen, daß Der Arzberger gestorben ist? Warum ist er geftorben? Angell.: Weil ich ihn gestochen hab. Der Angeklagte sprach sehr undeutlich und faul, so daß der Vorsitzende ihn in drastischer Weise ermahnte: Da geh in die Mitte des Saales und mach Dein Maul auf, Du bist Keiner von denen, die nicht reden können. Erzähle den Vorfall. Der Angeklagte fährt fort so nun in der Ecke der Chaiselongue, wohl weil er wünschte, feinem Neffen gegenüber nicht so frant zu erscheinen, wie er wirklich war, oder weil er glaubte, in dieser Stellung besser mit ihm sprechen zu können. Statt des erwarteten Neffen erschien Emmy. " Du fommst allein?" fragte er erstaunt. " Ich habe es nicht über mich gewinnen können, Dntel, ihn herzuführen, ohne Sie nochmals um Ihre Ein willigung dazu gefragt zu haben, und ohne Ihnen vorher noch einmal dies an's Herz zu legen: ersparen Sie sich den Auftritt, der Ihnen bevorsteht, wenn Sie Ihren Neffen empfangen. " Ein Auftritt stände mir bevor?" Ja, lieber Dntel, ein Auftritt, der sich sehr wenig unterscheidet von dem Anfall eines Räubers und Mörs bers Welchen 8wed glauben Sie, daß Ihr Reffe hat?" ,, Vielleicht will er mich zur Rebe stellen über das, was ich seiner Schwester that." Bah, wenn's weiter nichts wäre!... Nein, Dntel, es handelt sich darum, Ihnen ein Pistol auf die Brust zu feßen und zu sagen: Du darfst nicht frei über Dein Bermögen schalten; gieb uns unsern Antheil heraus, und dann ftirb, oder lebe, wie Du willst." In dieser Weise sprach er zu Dir?" Schuldigkeit gethan, und nur darum ist es mir ja zu thun, so daß Friß das zorngeröthete Antlig sah, und mit einem fönne und fordern werde." " Wenn er Ihnen aber seine Hand zur Verföhweisen?" In derselben wandte sie noch einmal den Kopf zurück, vernichtenden Blicke sagte fie: " Sie werden sehen, der letzte Versuch der Rodenburgnung bieten würde, würden Sie seine Hand zurück schen Erben ist eben so vergeblich, als alle früheren... Adieu, mein Herr!" Das würde ich nicht! Es wäre unchristlich, dem Bereuenben nicht zu verzeihen." Die Folge dieser Aussöhnung," bemerkte Emmy lächelnd, würde natürlich sein, daß der Onkel Sie in Sie ging ohne Weiteres in das Krankenzimmer zurück, wo ihr Dntel mit fieberhafter Spannung seinen Neffen erwartete. Er hatte sich von seinem Lager aufgerichtet und saß In dieser und in keiner anderen Weise!".. Weißt Du, es kommt mir vor, lieber Dnkel, als befinde er sich in einer Geldverlegenheit. Vielleicht hat er den 8wed, Brand, seinem zukünftigen Schwager eine Summe zur Verfügung zu stellen; er sprach von einigen tausend Thalern, die er nothwendig haben müsse, die er mit Recht fordern Das führte ihn also hierher?!" rief Rodenburg ent " Das und nichts anderes führte ihn hierher." " Du hast Recht, Kind, dann will ich ihn nicht sehen, dann darf ich ihn nicht sehen... Nein, die Wunde würde nur um so heftiger bluten... Er soll sich nicht vergebens an mich gewandt haben; aber sehen will ich ihn nicht. ( Fortsetzung folgt.) täuscht. % 10 Eng Nr. 3 Die f aus Schleften sich ebenfalls für die Zuweisung zu einer schles aus Schleften sich ebenfalls für die Zuweisung zu einer schles ftüßten Frauen die Mehrheit, im Durchschnitt 41 Frauen a fischen Genossenschaft für die Baumwoll- und Leinenfabrikation 24 Männer, was sich aus der großen Bahl hilfloser Witt erklärten. Am 20. Januar wegen Errichtung einer Reichs und alter Jungfern erklärt. Von tausend Unterstügten f Berufsgenossenschaft für Papier- Verarbeitung( Buntpapiers 227 in Batis geboren, 706 in der Brovinz und 67 im fabritation, Tapetenfabrikation, Lithographie, Kunstdruckerei, lande. In Paris tommen auf 1000 Einwohner 80 Auslände Buchbinderet, Kartonnage.)- Am 22. Januar wegen Er- Von 165 000 Ausländern werden 8200 durch die Armen- B richtung einer Reichs- Berufsgenossenschaft für die Tabaksverwaltung unterstügt. Unter 1000 unterstügten Arme arbeitung, wobei die Betheiligten aus Baden für die Errichtung arbeitung, wobei die Betheiligten aus Baden für die Errichtung zählt man 407 Deutsche, 356 Belgier, 72 Hollie einer besonderen südwestdeutschen Tabaks- Berufsgenossenschaft der( und Luxemburger), 51 Italiener und stimmten. Am 23. Januar wurde die Errichtung länder. Fast alle sonstigen Nationalitäten find pe einer Reichs Berufsgenossenschaft für die gesammte ten, Türken und Nordamerikaner ausgenommen. Unter Bekleidungs Industrie mit Ausnahme der Schuh Deutschen sind die Armen demnach jedenfalls am zahlreiche macherei, welche eine besondere Reichs Berufs Denn man zählt 32 000 Deutsche, 46 000 Belgier, 22 noffenschaft zu bilden beantragte, befchloffen. Am 28. Jan. Italiener nnd 11 000 Engländer. Auch unter den von desgleichen die Errichtung einer Reichs- Berufsgenossenschaft einen unterstügten Armen find die Deutschen verhältnism für die Glasindustrie, wobei die Industriellen aus dem Saar- am zahlreichsten. De Vorstand des Unterstüßunge verein gebiet für die Vereinigung der dortigen Glas- und Borzellan-( St. Vincenz- Konferenz), einer übrigens nur wenige m fabriken zu einer besonderen Berufsgenossenschaft stimmten. zählenden Pfarrei, zeigte fürzlich in seiner Liste unter 27 unt Am 29. Januar wurde endlich über die Errichtung einer ReichsBerufsgenossenschaft für die Spiritus, Sprit, Breßhefe, stüßten Famil en nicht weniger als 10 Deutsche. In with Berliner Stärke und Alkohol- Effigfabrikation, sowie die Molkereien leute in Paris schlechter, als diejenigen aller anderen Nation Umgegend Beschluß gefaßt.-Am 30. Januar fagte in Leipzig die Ge- und der Einheimischen. Diese einfache Thatsache dürfte ir aus f neralversammlung der Wollen- Industriellen des ganzen Reiches, nügen, um dringend vor dem Zuzug nach Paris zu warm lagerungs an welcher 200 Personen mit 6600 Stimmen Theil nahmen. Neben diesen unterstüßten Familien giebt es noch eine groberhängt Der von dem Zentralverein deutscher Wollenwaarenfabrikanten Der von dem Zentralverein deutscher Wollenwaaren fabrikanten Bahl Alleinstehender, Dienstboten, Erzieherinnen, Handlung ausgegangene Antrag auf Errichtung einer Reichs Berufsgehilfen, Handwerker 2c., welche fich in der übelsten Lage genossenschaft für die gesammte Wollenindustrie hatte freilich finden, aber keine Unterstützung der städtischen Armenverwalt Die Majorität unter den Anwesenden; indessen beschlossen die erhalten können. Wollenindustriellen aus dem Königreich Sachsen mit 1200 Stimmen gegen 400 Stimmen und die Wollenindustriellen aus Rheinland und Westfalen ebenfalls mit 1200 Stimmen, erstere, daß fie der allgemeinen fächsischen Tertilgenossenschaft bettreten, leptere, daß fte eine besondere Wollenindustrie- Genoffenschaft bilden wollten. In gleicher Weise beschlossen die Wolleninduftriellen von Elsaß Lothringen einstimmig, der Elsaß- Lothringenschen Tortilgenossenschaft beizutreten. leise und unverständlich au murmeln, daß der Voifigende noch mal ihn ermahnen muß: Mach das Maul auf, die Herren müffen Alles verstehen." Nun erzählt Weiß endlich ziemlich deutlich, er habe, als Arzberger am Kammerfenster stand, mit Holzscheiten nach ihm geworfen, Arzberger sei dann auf ihn losgegangen und habe auf ihn eingebauen, worauf er gefagt babe:„ ör' auf, sonst ftech' ich zu." Darauf erwiderte Arz berger: Macht nichts; wenn ich bin bin, bin ich hin; es muß auch einmal sein." Er( Weiß) habe dann das Meffer gezogen und zugestochen. Präfident: Der Arzberger hat einen Rausch gehabt, Du hättest demselben ausweichen sollen, warum haft Du das nicht getban?- Angeklagter: Ich hab' nicht fönnen. Bräsident: Einem Besoffenen weicht sprüch wörtlich ein Fuder Heu aus. Was bedeutet überhaupt das Scheiteln"? Es ist das bei Euch so eine Unfitte. Angefl.: Wenn wir Einen nicht aufkommen, d. h. zum Madl gehen laffen wollen, so wird er„ g'scheitelt"- Präs.: Du solist schon früher gedroht haben, daß Du das thun wirst. Der Angeklagte nerreint das; auch die Frage, ob er betrunken war, verneint er. Die Beugen sagen, daß Araberger einen ,, Mordsrausch" ges habt habe, daß mit 1 einhalb Schuh langen Scheitel geworfen wurde und daß dieses sogenannte ,, Scheiteln" in der Gegend als Spott angesehen ist. Weiß hätte dem Arzberger leicht ausweis chen und fortlaufen können; derselbe habe allerdings auch geblutet und eine Kopfwunde davongetragen. Therese Wagen bauer, die Geliebte Arzberger's, sagt ebenfalls, Acsberger habe einen Rausch gehabt, das habe sie am Lallen( Bungenschlag) erfannt. Die Beugin Barbara Winkler von Singoloing fand früh Morgens den Arzberger voll Blut in einem Ader liegen. Sie habe es Weiß gesagt, der darüber sehr erschrocken war und ausrief: Das hab' ich nicht ge Das hab' ich nicht ge glaubt, daß es so weit gefehlt ist." Gendarm Troft bezeugte, das Scheiteln ist auf dem Lande eine große Schmach für den Beloffenen, Aizberger fonnte fich das nicht gefallen laffen; Weiß sei als Raufbold bekannt, er will nichts, arbeiten und vagirt immer herum, er ist, furz gesagt, ein lüders licher Kerl. Jhm( Troft) babe Arzberger den Vorfall im Krankenhause der Anklage gemäß erzählt. Gendarm Meier transportirte den Angeklagten nach Erding und fragte ihn unterwegs, warum er fich vor Arzberger hingestellt habe und nicht fortgelaufen sei, worauf Weiß sagte: Ja, davorlaufen häu' ich schon fönnen, aber mögen habe ich nicht. Dr. Simet, praft. Arst in Wartenberg, sagte, als Arzberger ins Krankenhaus gebracht worden, bot er den Anblick eines akuten Blutarmen. Der Verlegte habe alle stärkenden Mittel, als Wein u. f. w., bis zum 18. Juli erbrochen; es trat ein so hoch gradiger Verfall der Kräfte ein, daß der Tod am 19. erfolgte. Dr. Henkel war bei Sektion der Leiche betheiligt, er sagt, die Wunde der rechten Seite sei die Hauptwunde, der Körper war sehr blutleer. Die Sektion ergab nur wenig, einen fogenannten Eiterherd; die Verlegung war nicht absolut tödtlich, der Tod trat in Folge vollständiger Erschöpfung ein; der Berlegte ist zweifellos an Blutzerfegung gestorben; die Wunben waren übrigens mit großer Kraft beigebracht. Auch Herr Medizinalrath Dr. Laval erklärte, daß keine der Verlegungen absolut tödlich war. Auch er habe die Anficht der Blutzerfegung. Jedenfalls set der Verlegte an zu großem Blutverlust und Entkräftung gestorben. Wenn ein Verwundeter wie Arz berger 12 Stur den ohne Hilfe gelassen wird, muß er verbluten, das heißt so viel Blut verlieren, um den Bustand zu erreichen, in welchem diefer in das Krankenhaus verbracht wurde. Der Tod ist in Folge der Verlegungen und der dann eingetretenen Umstände erfolgt. Nach dem Nachmittags 2 Uhr verfündeten Wahrspruch der Geschworenen wurde Weiß unter Ausschluß mildern der Umstände eines Verbrechens der Körperverlegung für schuldig erkannt und zu 3 Jahre 4 Monate Gefängniß vers urtheilt. " Soziales und Arbeiterbewegung. F Aus Sachsen schreibt man der Volk- 8tg." von wohlunterrichteter Seite: Wie es scheint, werden wir schon in furzer Zeit, wenn das Wetter so günstig bleibt, eine Anzahl von Arbeitseinstellungen haben. Besonders in den Kreifen der Bauhandwerker in den größeren Städten macht fich fast gleichmäßig eine Bewegung zu Gunsten höherer Löhne geltend. Auch die Ziegelarbeiter in der Nähe von Dresden regen fich wieder, wohi um die im Vorjahre erlittene Scharte auszuweßen. Die Tischler, die gegenwärtig mit an der Spige der Fachvereine bewegung marschtrer, verhalten sich noch ruhig, doch spricht man davon, daß auch in ihrem Gewerbe die Lohnbewegung ihren Anfang genommen habe. So fand vor einigen Tagen in Dresden eine große Tischlerversammlung stait, in welcher über die Lage der Tischler und verwandten Berufs genoffen verhandelt werden sollte, doch wurde dieselbe mitten in den Berathungen auf Grund des Sozialistengesetes polizeiVereine und Versammlungen. Ever Sabu brachte daf ber ergriffe Bolizeirath bemfelben fimmt als famofe Toerber Sch über d Libe " Berfügung Bezüg baben, ba tagsfelf Offern aus Reichsverw delommen nung der Arbeiter 31 dampfer Gegenfage Annahme 3 t. Eine allgemeine Droschkentutscher- Versamml fand in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch im grost Bist Saale des Handwerkervereins, Sophienstraße, stait. Schütte machte zunächst die Mittheilung, daß das Statut nationalen Kranten- und Sterbelasse der Droschkenkutsche verwandten Berufsgenossen, nachdem dasselbe dreimal der anfragen hörde eingereicht worden war, am 31. Dezember vor. die behördliche Genehmigung erhalten habe. Diefelbe if eingeschriebene Hilfskaffe Nr. 75 in das Register eingetrag und eben fonnte, erfolgte die Verlesung desselben und wies Herr Da das Statut in der Zwischenzeit noch nicht gedrudt darauf hin, daß, obgleich der Versicherungszwang Droschkentutscher noch nicht ausgesprochen sei, dies do furz oder larg geschehen werde, und da eine freie Hiiftaffe gr Bortheile für die Versicherten biete, als eine Detskaffe, fo f schließen. Aufnahmen finden täglich statt im Vereinsbur Pflicht eines Jeden, sich der nationalen Krantentaffe Bankstraße 6. Das Eintrittsgelb beträgt 1 M, die än Untersuchung 75 Pfg., der Wochenbeitrag 35 Bfg. Krankengelo beträgt pro Woche infl. Sonntag. 12,80 Falle der Erwerbsfähigkeit pro Tag 60 Pfa. Außerdem find alle bei öffentlichem oder Privatfuhrwesen bedienfi Personen im Alter von 16-60 Jahren. Die Versammlu beschloß in einer angenommenen Resolution einstimmig zu forgen, daß sich sämmtliche Kollegen der nationalen an lich aufgelöst. In dem Briefkasten des Erzgebirgischen währt die Kasse Bandagen, Brillen sc. Aufnahmebered " Volksfreundes" äußert sich ein Maschinenst der über die jeßige schlechte Lage dieser Industrie. Es heißt da, daß der Ma schinenftider gegenwärtig bei den mangelhaften und schlechten Mustern nicht bestehen lann, wenn er reell dastehen wolle. Im Durchschnitt könnten in der That kaum 20 pCt. der Stider Gegen feiner je aller Enis fyftematisch langerdien Wege nach als bie e Bertrag, fit Leiber Reich fan archiften, 1 bafil Kran einen eben auskömmlichen Sticklohn erzielen; die andern 80 fentasse anschließen. Die konstituirende Generalversammlun pot. aber fönnten taum fich, noch viel weniger ihre Familie erhalten. Um dies zu beweisen fährt das Eingesandt" wört lich fort: Mit den Mittel- und besseren Muftein werden 10 pCt. von deutscher Konfektion und 10 pCt. von der Export Rommiffionslohnarbeit beschäftigt. Auf zweireihig 4/4 Rapp_werden die Mittel und befferen Muster mit 2.40, 2.60 Mart, die geringen Muster werden, weil mehr Garn aufgeht, mit 2.80 Mart bezahlt. Dovon muß der Sticker seine Diffsarbeiter be zahlen und sämmtliches Material bestreiten, und ebenso muß er noch für fehlerhafte Arbeit aufkommen. Von den geringen Mustern bringt der Sticker nicht mehr als 120-140 Stiche von einem Faden. Auf 1000 Stiche müssen 7-8 Faden vers arbeitet werden, so daß von 1000 Stichen nicht mehr als 40, 50 oder 60 Pf. reiner Stidlohn bleibt. Bei diesem Lohne kann kein Familienvater bestehen." So werden unsere seitherigen Angaben über die schlechten wirthschaftlichen Bustände in verschiedenen Gegenden des König reichs auch hier wieder lediglich bestätigt. Zur Krankenversicherung. In der Oberlausts hatte der Gemeinderath von Seifhennersdorf beschlossen, den Krankenverficherungszwang auch auf die Hausindustrie auszudehnen, welche einen sehr erheblichen Theil der Einwohnerschaft des Industrieborfes beschäftigt. Nachdem aber das Geses in Kraft getreten ist, stellt es sich heraus, daß dadurch den Arbeitgebern bei der Kontrole faft unüberwindliche Schwierigkeiten bereitet und den Arbeitern, deren Jahresverdienst in der Hausweberei weit hinter dem Durchschnittsarbeitslohne zurückbleibt, schwer aufzubringende Kosten verursacht werden. Der Gemeinderath möchte nun gern den gefaßten Beschluß wieder rückgängig machen, bedarf aber dazu der Genehmigung der Regierungs behörde. Der Bezirksausschuß der Amts hauptmannschaft Bitlau erblickt jedoch in der Aufhebung der jungen Einrichtung, die anderen Industriedörfern zur Nachahmung empfohlen war, ein böses Beispiel und es ist deshalb der Versuch in Vorschlag gebracht, für die Arbeiter der Hausindustrie eine Kranken versicherung mit Beihilfe aus den Mitteln des Bezirks durchzuführen. Aber auch darüber ist es noch zu feinem Beschluffe gekommen, weil sich auch gegen diese Regelung zahlreiche Einwände erheben laffen. Wir wiesen neulich auf das ungefegliche Vorgehen vieler Arbeitgeber bin, welche ihren Arbeitern mehr als der Beiträge zu den Orts-, Betriebs- oder Ges meindetrantentassen abnehmen. Auch von Seiten der Behörden fängt man jest an gegen diese Schamlosigkeiten vorzugehen. So erläßt der fürstliche Landrath" v. Holleben in Rudolfiadt folgende Bekanntmachung: Die Arbeitgeber find nach dem Geſetz, betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter vom 15. Juni 1883 berechtigt, nur/ der für ihre krankenversiche rungspflichtigen, einer Orts- oder Betriebskrankenkasse oder der Gemeindefrantenversicherung angehörenden Arbeiter gezahlten Raffenbeiträge bei der Lohnzahlung zu kürzen,/ der Beiträge hat unter allen Umständen Der Arbeitgeber selbst ริน tragen. Troßdem find Klagen darüber laut geworden, daß den franke.verficherungspflichtigen Arbeitern Die Bahlung des ganzen Beitrags seitens der Arbeitgeber angesonnen und sogar die Annahme der Arbeiter von der Ueber nahme dieser Verpflichtung abhängig gemacht wird. Ich mache deshalb darauf anfmerksam, daß nach§ 80 des ange zogenen Gefeßes derartige Verträge und Uebereinkünfte recht lich vollständig wirkungslos find, und außerdem der Arbeitgeber in diesem Falle nach§ 82 des Gesezes in eine Geld. ftrafe bis zu 300 Mart genommen wird. Gleichzeitig werden die Polizeibehörden des Bezirks angewiesen, zu ihrer Kenntniß tommende Fälle der vorgedachten Ait sofort bei der Staats anwaltschaft zur Anzeige zu bringen, Damit eine Iriminelle Bestrafung herbeigeführt werden tann." - Die Krankenversicherung der Arbeiter in der Stadt Bosen hat sich, nachdem das Krankenversicherungsgeset in Kraft ge treten ist, sehr verschiedenartig gestaltet und erfolgt gegenwärtig in 40 verschiedenen Kaffen. Da giebt es zunächst unter den auf Grund des Gesezes neu entstandenen Kaffen acht Drtstrantentafen. fieben gemeinsame Ortskrankenkassen, eine Gemeinde Krankenversicherung; dann ferner schon längere Zeit bestehende Kaffen, deren Statut den Bestimmungen des Kran tentafengefeges entsprechend abgeändert worden find: sieben Betriebs bezw. Werkstätten- Krankenkassen, eine Bau- KrankenLaffe, amel Innunge- Krankenkaffen, eine auf Grund landrecht licher Vorschriften errichtete Krankenkasse und 13 verschiedene zugelaffene eingeschtlebene Hilfekaffen. Zur Unfallversicherung. Die Generalversammlungen behufs Bildung der Berufsgenossenschaften reihen sich in rascher Folge aneinander. Wir registriren folgende: findet am 20. Februar im Saale des Handwerkervereins fa Staff Z. Der Arbeiter- Bezirks- Verein der Oranienbu Vorstadt und des Wedding hielt am 2. Februar in fe Vereinslokal, Weddingpart", Müllerstraße 178, eine Gen versammlung ab, auf deren Tagesordnung stand: 1) bericht, 2) Vortrag, 3) Verschiedenes, 4) Fragetasten. dem seitens des Kafftrers der Kaffenbericht vorgetragen Herr Jakoben als Revisor die Richtigkeit desselben konf hatte, wurde dem Kaistrer die Decharge ertheilt. 2. Punkt der Tagesordnung hielt Herr Dr. Canis fehr ausführlichen Vortrag über die Naturheilmetbol Er schilderte besonders die jetzt bestehenden Heilverfahren, Allopathie und die Homöopathie, wo noch der bedeutende heimmittelschwindel, die Sympathie, das Streichen, Bespre u. bgl. hinzukommen, wobei man nur auf die Dummheit Leichtgläubigkeit des Publikums spekulirt und möglich Geld zu verdienen sucht. Die Heilkraft liege aber nicht in Medizin oder dergleichen, sondern im menschlichen Organi selber und kann man auch nur die Krankheit durch vernünf Nahrungsweise und Beförderung der Ausscheidungen des pers wieder beseitigen. Als Hauptmittel hierzu ist Vincenz Priesnig im Jahre 1825 in Anwendung geb Wafferheilverfahren zu betrachten, woraus fich in später Durch die gewonnenen Erfahrungen das sogenannte oder Naturheilverfahren entwidelte, welches aber mit menten durchaus nichts zu thun hat, denn wenn gesunde Körper die zumeist giftigen Medikamente verträgt, so darf fie der trante erst recht nicht bekommen. führt fodann die verschiedenen Krankheitserscheinungen deren Heilung durch die Naturheilmethode vor Augen Das Unterstügungswohnfiz Gefeß wird belannilich von den ländlichen Behörden oft umgangen. Einen der schlimmsten Fälle theilt der zu Glogau erscheinende Stadt- u. Landbote" aus Schleften mit. Derselbe schreibt: Der§ 28 des Reichsaefeßes vom 6. Juni 1870 über den Unterstützungswohnfiz bestimmt: Jeder hilfe bedürftige Deutsche muß vorläufig von demjenigen Ortsarmenverbande unterstüßt werden, in deffen Bezut er sich bei dem Eintritt der Hilfsbedürftigkeit befindet. Die vorlässige Unterfügung erfolgt vorbebaltlich des Anspruchs auf Erstattung der Kosten, beziehungsweise auf Uebernahme des Hilfsbedürftigen gegen den hierzu verpflichteten Ditsarmenverband." So flar und bestimmt diese Bestimmung ist, so wird sie, wie aus zahlreichen Fällen bekannt, vielfach zu umgehen gesucht und es bedarf bin und wieder sehr ener gifcher Verfügungen und Strafandrohungen der Aufsichte, behörden, um den Abschiebungsversuchen, durch welche nas mentlich ländliche Lokalbehörden sich der Verpflichtung aus § 28 des allg. Gesezes gegen Unglüdliche fyftematisch zu ent ziehen bestrebt find, entgegenzutreten. Anfangs dieser Woche, als die Temperatur noch cine als die Temperatur noch cine äußerst niedrige war, wurde in einem Dorfe unseres Kreises ein vollständig unbekleideter und augenscheinlich tranfer Mensch aufgeaiiffen. Der Gemeinde Vorstand, rathlos, was hier zu thun fel, zumal die Wohnftäten des Dites sämmtlich kaum ten befcheirensten räumlichen Ansprüchen der Bewohner genügen, resolvirte fich furz, wickelte den Kranten in wollene Decken, bettete ihn auf eine Schütte Stroh und fuhr denselben nach der Kreisstadt. Hier wurde den Krankenbegleitern flargelegt, daß der Kreis weder eine Anstalt, noch die Verpflichtung aur Uebernahme des Kranken habe und daß die Gemeinde den Kranten vorläufig felbft in Pflege und man ihn deshalb wieder mit zurücknehmen müsse. Was nun? den Kranten wieder zurückbringen, das fehlte noch. Vor dem Thore der Stadt wurde der Kranke sorgfältig vom Wagen gehoben, an den Chauffeerand gebettet und seinem Schicksal überlaffen; froh, der Sorge ledig zu sein, fuhren die biederen Dorfbewohner ihrer Heimath zu. Der Kranke raffte fich auf und gelangte deffelben Abends nach dem anderen Drle W. unseres Kreises. Wohl oder übel mukte man dort denselben über Nacht beherbergen; des anderen Lages aber wurde der Unglückliche wieder nach dem Landrathsamte der Kreisstadt gebracht, wo dann wiederum nach langen Belehrungen die Verhandlung damit endete, daß der Kranke wieder naco W. zuidgebracht werden mußte. Dies geschah dern auch; aber man ließ orgsamer Weise den Kran ten ohne Bewachung und ließ auch, um ihn seiner Freiheit nicht zu berauben, die Thüre seiner Belle offen. Die Folge davon war, daß der Kranke, zur Erleichterung des bekümmerten Gemeindevorstehers, am anderen Morgen verschwunden war. Gestern nun wurde derselbe Kranke zum dritten Male Am 19. Januar wegen Errichtung einer Reichs- Berufsgenossenschaft für die Flachs, Hanf, Jute und sonstige Baft faser Industrie, wobei die Betheiligten aus dem Königreich Sachfen mit geringer Majorität ihre Vereinigung mit einer fächsischen Textil- Genossenschaft beschloffen und die Betheiligten Das terben. gierung als welde fle thaten geft Frant eine Ronfr Beste. D nachbarten Sachfenlag fich etw este mit lagte er 3 gabe. Nie Straße: Sie mich 11 berufener gegen ber thn tein B belaften, Leugnen, Mittheilun Des Sachfe gewiffer Attentate Danz macht zum Schluß seines mit großem Beifall aufgenomme Vortrages noch eine Anzobl geheilter Personen als Belf 8 der Durchführbarkeit des Naturheilverfahrens namhaft. 3. Punkt( Verschiedenes) wurde eine am Sonntag ,, bruar, zu arrangirende Herrenparthie nach beschloffen. Ferner wurde ein Antrag angenommen freitenden Knopfmachern aus der Vereinstafe Borschuß von 15 M. zu gewähren. Sobann wurde no schloffen, die nächste ordentliche Versammlung ausfalle laffen und eine außerordentliche öffentliche fammlung abzuhalten, in welcher der Stadtverordnete Friz Gördi einen Vortrag zugefaat bat.- Der Fragela enthielt mehrere Fragen, welche theils beantwortet, zurückgelegt wurden, da ste den Vortrag betrafen. B the früh polize welcher die gum erften Hamburg verfahren berichtet. Ueber und verhül Appenzeller berüber, to Wiefenabh den Mittag wie ein D Das ist nu der Nähe Rheinthal in feiner alte Mont Die Werkstatt- Delegirten Versammlung der Schlo funten; n welche am Dienstag, den 3. d. Mts., in der Kommandant Straße bei Niefts stattfand, beschäftigte fich hauptsächli inneren Angelegenheiten. Der Leiter der Bewegung, C. Mie dem Blicke mismuthia förmige F mächtigen In B die schwei Das urall blat von Don Werde Smmer gr einer weite theilte mit, daß nunmehr das Marten Quittungsverfahren geführt sei, und bekomme von jest ab ein jeder Kollege welcher zum General Unterstügunge- Fonds b.ifteuert, feinen Namen lautende Karte, auf welcher für die entricht ftellen Inhabern abgeftempelt werden. Die Bahistellen- nh dabei, das Beiträge Quittungs Marken geklebt find, die von den 3 müssen in Zukunft die einkaifirten Beiträge in einer( von Geschäftsordnung noch näher zu bezeichnenden) feftgefe Beit an die Haupttasse regelmäßig abliefern, damit faffiier in Zukunft nur noch von den Zahistellen Inbab Saupilasfirer freie Zeit übrig bleibt. Auch soll der ha Geider in Empfang nehmen, ebenso auch nur an diefe Ma wurde beschloffen, die Bahlstellen zu vermehren und berer jegt 10. Die Zahlstellen find folgende: 1. Bet Pirch, Breslauerstr. 13. 2. Bei Herrn D. Alter, Dieffenb ſtraße 11 v. III. 3. Bet Herin Klint, Fürbringerfir. Bei Herrn Köckeriß, Bülowstr. 38. 5. Bei Herrn Armorb Karlfir. 17. 6. Bei Herrn Marts, Grenzftr. 10. 7. Bei Hille, Stralsunderstr. 16 a. 8. Bei Herrn Kluge, Mu ausgeben, damit die Kontrole eine leichtere iſt. Fea 28 well wieder von einem anderen Drte aus nach dem Landrathsamte straße 22 v. I. 9. Bei Herrn Wilhelm, Wilhelmstr. 94, überführt Welches Ende die geftrigen Verhandlungen genommen, haben wir bis jest nicht erfayren fönnen. Vielleicht ist der Unglückliche endlich glücklich durch den Tod allen Unbequemlichkeiten entrüdt worden. Die sehnte Bahlstelle fonnte noch nicht besetzt werden, der Straße, in welcher die Zahlstelle errichtet werden soll, Deligitier anwesend war. An Stelle eines ausgefchied Kommiffione Mitgliedes wurde Herr Rogatt gewählt. legten Buntt Verschiedenes" wurde der Leiter der Bewe auf einige Werkstätten aufmerksam gemacht, in welchem Dreizehnten Bezirk giebt es die meisten unterstüßten Armen, derselbe die Sache zu untersuchen und wenn nöthig, die Arbeitsverhältniß ein sehr trauriges sein soll, und verf Die Pariser Armen Verwaltung unterfügt jet 47000 Familien mit 123 000 Röpfen, was ungefähr 5,43 Prozent der auf 2270 000 Seelen angefesten Bevölkerung ausmacht. Im nämlich 12,37 Brozent, die wenigsten dagegen im achten und neunten Bezirk mit 1,65 Prozent. Ueberall bilden die unterVerantwortlicher Redakteur R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Bading in beiter aus solchen Werkstätten zu einer der nächsten lungen persönlich einzuladen. Schluß 12 Uhr. Berlin SW., Beuthstraße 2. Verfa Hieran eine Bellag Der Alvier gefchloffen ganze Für feinen gro Personen Heller ertennt be wunderbar dünner, je man gegen eine furze Sier in einer fu Wagen be taften auf Bierbe m erfegen die wettergebr ersten Blic oronet por ftrengunge faftens un ber dem Frauen a ofer Witto ritügten f 67 im Au 30 Auslände Armen- B en Arme 72 polli 10 Eng find perin . Unter de zahlreichfie gier, 22 00 Den von Va rhältnißmi Bunge vere Denige Arme nter 27 unt Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. 30. Politische Webersicht. Die sichere Quelle! Bor Kurzem schrieb das, f a mose" In with Berliner Tageblatt": Aus sicherer Quelle erfahren wir, ferer Land Daß der fleine Belagerungszustand über Frankfurt a. M. und eren Nation Umgegend vehängt werden wird." Einige Tage später: ,, Wie he dürfte wir aus sicherer Quelle erfahren, wird der kleine Be zu warnlagerungszustand über Frankfurt a. M. und Umgegend nicht eine groethängt werden."- Bezüglich des Frankfurter Attentats Handlung brachte daffelbe Blatt aus sicherer Quelle die Nachricht, daß der ergriffene Schuhmacher Lieste bestimmt der Mörder des enverpal olizeiraths Dr. Rumpff sei. Aus sicherer Quelle wird demselben Blatte jegt berichtet, daß der Lieste noch nicht be fimmt als der Mörder betrachtet werde.- Tableau! Eine famose„ fichere Quelle" muß diesem Blatte zur Berfügung stehen! ten Lage Jen. erfammi 9 Event Bezüglich des Schlusses der Reichstagssession soll sich im groft Bismard Abgeordneten gegenüber dahin ausgesprochen stait. aben, daß er den dringenden Wunsch hege, die Reichs. tagsfeffion nicht wieder, wie in früheren Jahren, über B Statut Offern auszudehnen, und Staatsminister v. Boetticher hat auf nfutide mal der Anfragen von Abgeordneten erklärt, daß man innerhalb der vor. Jab eichsverwaltung an diesem Gedanken festhält. Zum Zustan icfelbe ift delommen des Postsparkassengesetes hat man wenig Vertrauen eingetrage Drudt wa Herr Sh ng über und eben so wenig bat es den Anschein, als ob die Ausdehhung der Unfallversicherung auf land- und forstwirthschaftliche Arbeiter zur Erledigung gelangen wird. Bezüglich der Post dampfer Vorlage wird jedoch angenommen, daß dieselbe im doch Gegensaße zum Kommissionsbeschluß in diitter Lesung zur Annahme gelangt. iftaffe gr affe, fo fe entaffe an ereinsbur Die är Bfg. 12,80 ußerdem bmebered bedienfi Berfammi mmig bafil Kran malen Derfammlun vereins f ntenburg ar in fein ine Bene 1) Staf ften. getragen Sen tonf t. nig netbol erfahren, Deutende Befpred immbeit möglichst Drganis 9 vernünf nicht in gen des ift bas ng gebr Später te fom mit bil wenn mente mmen. ungen Augen genomme als Belf haft. 8 agi mch notaffe mmen, rbe nod ausfallen iche B ordnete Fragela ortet, B the er Schlo mandant tfächlich C. Mie erfahren College ert, et e e entricht den B Ten- Inbo mer( von feftgele Damit ber Ha nnba Diefe Ma ift. F unb Bet Dieffenb tftr. 28 Armorb 7. Bei e, Mul . 94,8 en, well en foll Befchied wäbit. Bewe welchem nb veri g, die 1 Verf ellage Gegen den Auslieferungsvertrag mit Rußland in feiner jetzigen Gestalt wendet sich der Westf. Merkur" mit aller Enischiedenheit. Soll- fo meint das Blatt- jest systematisch die preußische Polizei der russischen Despotie Handangerdienste leisten müssen? Sollen die Gräber auf dem Wege nach Sibirien ihre anklagende Stimme auch gegen uns, Bertrag, wie er jest zwischen Preußen und Rußland besteht, it leider nichts zu ändern. Aber die Ausdehnung auf das Reich fann und muß das Volf hintertreiben. Nur die Anchiften, und Niemand sonst, darf den Ruffen preisgegeben etben. Und natürlich nicht etwa die von der russischen Reung als solche bezeichneten, sondern nur diejenigen, gegen thaten welche fte den Beweis der Mitschuld an nihilistischen Greuelgeführt hat." Frankfurt a. M. Das Frankf. Journal" berichtet über Ronfrontation des im Klapperfeld Gefängnisse fizenden Lieste Derselbe wurde nämlich in einem dem Gefängniß benachbarten Polizeibureau den erschienenen Bewohnern des Sachfenlagers vorgestellt, damit man festzustellen vermöge, ob fich etwa in jener Straße vor Begehung der That gezeigt gabe. Niemand aber vermochte ihn zu refognosziren, was den este mit großer Befriedigung zu erfüllen schien. Höhnisch lagte er zu dem mitvorgeladenen Briefträger der genannten Straße: Betrachten Sie mich nur ganz genau, vielleicht haben mich doch schon gefehen!" Liesle, deffen angeblich hierher Sie berufener Bruder ihn lediglich rekognoszirte, ohne ihn gegen der Mittheilung verschiedener Blätter: ent irgendwie zu belaften, scheint mit Sicherheit darauf zu rechnen, daß gegen ihn fein Beweis erbracht werden könne und beharrt bei seinem Leugnen, bezw. bei jeder Auskunftsverweigerung. Neueren Mittheilungen zu Folge soll die Person, welche den Bewohnern bes Sachfenlager vorgestellt wurde, nicht Lieske, sondern ein gewiffer Nau gewesen sein, welcher der Betheiligung an dem Attentate beschuldigt wird. Danzig, 3. Februar. Die Danz. 8tg." wurde heute früh polizeilich tonfiszirt. Den Grund dieser Maßregel, von berichtet. Donnerstag, den 5. Februar 1885. Budapest( Ungarn). Bweitausend Arbeiter hielten heute eine Versammlung in musterhafter Ordnung ab. Sie beschloffen eine Betition an den Reichstag um gefeßlichen Schuß für Gesundheit und Leben der Arbeiter, sowie um ein Gesetz bebufs Versorgung der Hinterbliebenen Verunglückter. Frankreich. II. Jahrgang. rechtigt ist. Es giebt aber doch ehrenvolle Ausnahmen: in Berlin Königsberg und anderswo wird noch eine Anzahl von Telegra phiſtinnen beschäftigt, die zum Theil 10, 11 Jahre und darüber alle Strapazen desDienstes, auch des Nachtdienstes und der Bedienung der schweren Apparate, vollkommen gut ertragen und sich durch Zuverlässigkeit und Pflichttreue die volle Zufriedenheit ihrer Borgesezten erworben haben. Diese Vorgesezten wagen aber gar nicht, fich für die armen Mädchen zu verwenden, weil sie wissen, daß bei ihrem hohen Chef die weiblichen Beamten nun einmal nicht in Gunst stehen. So haben denn diese Damen nach 10 und mehr Dienstfahren noch keine definitive Anstel lung mit Penfionsberechtigung erlangt, sondern stehen nach wie vor auf ihrem färglichen Diätensas. Was wird nun aus solch einem armen Mädchen, das den besten Theil ihrer Ar beitskraft dem Reichsdienste geopfert hat, wenn es durch Krant beit oder irgend einen Bufall arbeitsunfähig wird? Es steht ohne jeden Rechtsanspruch da, lediglich angewiesen auf eine von der Gnade der oberen Behörde etwa zu gewährende Unterſtügung, die im besten Falle durchaus unzulänglich ist. Der Redner legt diese hilf- und rechtlose Lage der weiblichen Bes amten dem Herrn Staatssekretair ans Herz und hofft von sets ner Humanität und seinem Rechtsgefühl, daß er in Anerken nung des Sages gleiche Pflichten, gleiche Rechte" auch den Telegraphistinnen feste Anstellung und Penstonsberechtigung gewähren wird. Ueber die Rede, welche der Deputirte Langlois gestern in der französischen Kammer gegen die Erhöhung der Getreide und Viehzölle gehalten hat, theilt der Voff. Btg." ein Bariser Brivattelegramm heute folgendes mit: In der begonnenen Debatte über die Zollerhöhungen führte Langlois aus, Frankreich müffe durchschnittlich 13 Millionen Doppelzentner Getreide jährlich laufen, die durch den Zoll vertheuert wären. Der Boll werde der ungeheuern Mehrheit der Landwirthe, die blos drei hektare befigen und Getreide taufen müssen, schädlich sein, denen mit vier Heftaren, die ihre Ernte selbst verbrauchen, weder schaden noch nüßen, und blos den 800 000 Guts befizern mit mehr als 4 hektaren Vortheil bringen, nennens werthen aber auch nur den Großgrundbesitzern. Die hunderttausend Pächter würden augenblicklich etwas gewinnen, doch nur bis zur Erneuerung ihrer Pacht; dann würden fie thren Gewinn in Gestalt erhöhten Pachtzinses dem Be figer abzugeben haben. Redner hofft, die Kammer werde die Borlage verwerfen." Admiral Courbet's legtes Gefecht vor Relung wird ungünstig beurtheilt. Man bemerkt, daß die Nach richt eift am 30. Januar telegraphirt wurde, trostem das Gefecht am 25. stattgefunden hat, daß ferner Courbet bloß 1500 Mann ins Feuer schicken fonnte und daß die Chinesen von ihrem Hochplateau nicht verdrängt wurden. Das Unternehmen gegen Formosa erscheint immer zwed- und aussich: Bloser. Quäftor Margaine verweigerte den Arbeiterabgesandten den Eintritt ins Palais Bourbon( Abgeordnetenhaus), wohin fte von der äußersten Linten zu einer gemeinsamen Berathung einberufen waren. Die Gruppe protestirte gegen Margaine's Verfügung. Der Betrag einer Sammlung für die Vers wundeten der Februar Revolution, 1,450,000 Francs, ist aus den Staatskaffen spurlos verschwunden. Auf Betreiben der ehemaligen Verwundeten, die nie einen Bfennig erhalten haben, ist ist ein Untersuchungsausschuß für diese seltsame Angelegenheit eingefegt worden. Großbritannien. Dem Kriegsministerium ist eine aus Kairo von gestern datirte Depesche zugegangen, Inhalts deren ein Trupp Husaren und eine Abtheilung egyptischer Soldaten in der Richtung nach Handub ausgesendet wurde, um eine Rekognozirung vorzunehmen. Die Truppe brannte ein bei Handub befind liches Lager des Feindes nieder, wurde auf dem Rückvege aber von einer starken feindlichen Macht angegriffen; es werden 8 Husaren und 3 egyptische Soldaten vermißt, ein Egypter ist verwundet. Gestern Abend ist in Whitechapel( London) ein Individuum verhaftet worden, das bei den jüngsten Dynamitattentaten betheiligt sein und auch zu dem verhafteten John Gilbert Cunningham in Beziehung stehen soll. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 41. Sigung vom 4. Febrarr, 1 Uhr Am Tische des Bundesrathes v. Boetticher, Bron fart v. Schellendorff, Stephan, v. Burchard und Kommiffarien. Die zweite Berathung des Etats der Posts und Te legraphenverwaltung wird fortgesezt. Bei Tit. 32 der Ausgaben( Postpraktikanten u. 1. m.) bringt Abg. Dr. Möller die traurige Lage der noch im Reichsdienst stehenden Telegraphiſtinnen zur Sprache. Leider hat Staatssekretär Stephan durch Aufstellung des Grundjages, welcher die Danz. Beitung" seit Beendigung der Konfliktszeit überhaupt keine weiblichen Beamten im Poft- und Telegraphen zum ersten Male betroffen wird, soll eine Korrespondenz aus Hamburg bilden, welche über ein dort eingeleitetes Straf verfahren wegen Majestätsbeleidigung gegen Dr. Töppen Winterfahrt durch Graubünden. Von Alfred Meißner. Ueber dem Bodenseegebiete liegt der Nebel weiß, eintönig und verhüllt dem Blide die mächtige Sentiskette. Selbst die berüber, taum daß man erkennen fann, was Wald, was Wiesenabhang. Schon seit Wochen dringt die Sonne selbst in den Mittagsstunden nicht durch diesen Vorhang und ist nur wie ein Delfled auf einem weißen Bogen Papier zu sehen. Das ist nun einmal die unselige Eigenschaft des Winters in der Nähe großer, ausgedehnter Wafferflächen. Bis in das Rheinthal bringt das Nebelmeer. Das alte schwarze Feldkirch in seiner Felsenge ist ganz in einer wüsten Dunstschicht ver funten; wie ein Felsenriff aus einem Binnensee taucht die alte Montfort'sche Schattenburg empor und entzieht sich sofort Naßtälte dringt durch die dicksten Kleider und mißmuthig schaut der Reisende aus der Coupéede auf die ein förmige Fläche, die ihn rechts und links mit tannenbewaldeten mächtigen Bergen einschließt. dem Blicke. In Buchs ist man in einem weiten, weiten Bogen auf Die schweizer Seite gekommen. Es hellt sich ein wenig auf. Das uralte Städtchen Werdenberg und der mächtige Würfel dabei, das Stammschloß der ehemaligen Grafen dieses Namens, blat von der Höhe herab; hier saß der Sage nach jener Graf von Werdenberg, der die Prinzessin von Portugal heirathete. Immer großartiger wird die Gegend. Man befindet sich in einer weiten Thalebene, die von zwei ungeheuren Höhenzügen, der Alvierkette einerseits, den drei Schwestern andererseits, ein gefchloffen ist. Vaduz mit seinem Schlosse erscheint, über das ganze Fürstenthum Liechtenstein geht der Blid. Ragaz mit feinen großartigen Neubauten liegt verwaist da, taum ein paar Personen in dem im Sommer so besuchten Kurorte. Man erkennt den Felseinschnitt der Tamina, an dessen Ende das wunderbare Bad Pfäffers liegt. dünner, je höher man den Rhein hinaufkommt, und so gelangt Heller und heller wird es, die Bodenseenebel werden man gegen zehn bei Sonnenschein nach Landguert, das, nur eine furze Strede von der alten Bischofsstadt Chur entfernt, in einer fumpfigen Ebene daliegt. Hier beginnt unsere Reise. So lange es anging, ist der Wagen benügt worden, jetzt hat man den sechefißigen Kutsch taften auf die Rufen eines starken Schlittens gesezt. Vier Pferde werden vorgespannt. Andere gewöhnliche Schlitten erfeßen die Beiwagen. Der Kondukteur ist ein Fünfziger, sein wettergebräuntes Geficht ist das eines alten Kondottiere. Beim ersten Blick traut man ihm Besonnenheit und Muth zu. Anffrengungen und Gefahren sind ihm wohlbekannte Dinge. Er dienst mehr anzustellen, die ohnehin so geringe Erwerbsfähig feit des weiblichen Geschlechts in beklagenswerther Weise bes schränkt, obwohl seine Berufung auf die schwache Gesundheit eines großen Theiles unserer weiblichen Jugend nicht unbe Wiewohl der Reisende im leichten offenen Schlitten weniger Gefahr läuft, firebt doch alles, in den großen Kutschlaften au fommen. Der eine schlüpft in seinen Fußsad, der andere zieht feine Faufthandschuhe und Pelzstiefel an. Der Kutscher figt schon auf dem hohen Bocke, der Kondukteur schwingt sich schon ihm nach, und fort geht es. Die Kufen knirschen auf dem noch spärlichen Schnee. Die schnurgerade Straße führt vorerst durch ein ödes, verwüstetes, mit Geröll und magerem Gebüsch bedecktes Gelände, man gelangt nach Grüsch. Die Landschaft, bisher fast schnee frei, erhält hier ihr weißes Kleid. Hobe Felsterraffen steigen empor, hier und dort klebt das legte Trümmerstück einer Burg am Felsen. Die Straße tritt zwischen enge Felswände ein. Ein Waffer fall, der über eine ungeheure Wand platt berabgeht, ist ganz erglast. Ueber deren schwarzbraune Felsen hängt ein ungeheurer Mantel durchfichtigen Krystalls, von dem Diamant Fransen herabhängen. Sie bligen eben in der Mittagssonne. Einzelne Wellen haben sich in flafterlange Glassäulen verwandelt, die von Wurzeln und niederbangenden Baumästen umrankt find und jest triefen und funkeln. Je höher wir steigen, desto höher liegt der Schnee. Die Straße ist bewundernswürdig, ein früherer Maulthier- und Saumroßsteig, hoch und gefahrvoll über Wildbächen und Felsabstürzen gezogen, ist jest zur Kunststraße geworden, auf der Armeen ohne Hindernis marschiren könnten. Wie lange ift's doch her, daß Albrecht von Haller schrieb: Ueber die Alpen geht fein Rad!" Unfern Jenatsch begegnet uns die von Davos tommende Post wir fönnen im vollen Laufe aneinander fahren. Klosters, ein ansehnliches Dorf, der Hauptort des Prättigau, wird gegen 4 Uhr erreicht. Wie es doch Menschen giebt, Die es in solcher Gegend, wo der Winter fast drei Viertel des Jahres währt, aushalten! Die mit Schindeln belleideten Häuser drängen fich aneinander, wie um es wärmer zu haben, aber wie sollen die kleinen Fenster, die dem Manne an der Arbeitsbant Licht geben wollen, ihren Zweck erfüllen? Im Sommer allerdings, wenn ringsum alles grün ist und das Bich auf den Matten weidet, mag es hier schön fein doch wie lange währt der Sommer! Jezt ist alles weiß; dräuend bliden die schwarzen Felsgrate auf den weiten Thalgrund nieder von der Ferne schauen die Vermundgletscher in falter Majestät herüber. Vor dem Gasthause, das zugleich Poft ift, halten die Schlitten. Die Pferde rauchen förmlich, der Boftknecht wirft ihnen die Decke über und führt sie in den Stall. Kein Hausfnecht erscheint, der Wirth begrüßt uns, man muß sich selbst aus dem Wagen helfen. Außer ein paar Sperlingen, die auf dem Brunnen saßen, der eine merkwürdige Stalatiitenbildung aus einem Fuftersack gefallen, ist kein Bewohner von Klofters auf der Straße. Dronet vorsichtig das leichtere Gepäck auf der Höhe des Kutsch zeigt, und die jest heranflattern, einige Rörner aufzupiden, die fastens und bringt das schwerere auf einem Schlitten unter, der dem Hauptschlitten angehängt wird. Direktor im Reichspostamt Fischer: Die Damen, die mit 3 Mark Diäten angestellt sind, haben bereits eine Auf befferung ihrer Einfünfte erfahren; denn zu Anfang beträgt der Diätensas nur 2 Mart. Daß fie feine Aussicht auf Pensionirung haben, wird den Damen von vornherein mitgetheilt; fte wiffen also, woran fie find, wenn fie fich anftellen laffen. Abg. Dr. Möller: Es ist nicht Aufgabe der Post, fich möglichst billige Arbeitskräfte zu verschaffen, namentlich beute zur Beit der regierungsseitig proflamiiten Arbeiterfreundlichkeit. Auch handelt es sich hier weniger um den Diätenfat, als um die Forderung der Gerechtigkeit, Damen, die mehr als zehn Jahre lang treu im Dienste waren, auch angemessen etatsmäßig anzustellen und zu penfioniren. Der Titel wird bewilligt. Bei Titel 34( Posthilfsstellen) wünscht Abg. v. Vollmar eine Aufbesserung der betr. Diätensäge im Interesse des Dienstes und namentlich, um Defraudationen seltener zu machen. Auch möge man lieber weniger Hilfsbeamte und mehr etatsmäßige anstellen. Direttor Fischer rechtfertigt das bisherige Verfahren Lage der Posthilfsbeamten durchaus nicht unsicher und als den bestehenden Borschriften entsprechend. Auch sei die dürftig. Abg. v. Vollmar hält seine Meinung aufrecht; die guten Einnahmen der Post, die wesentlich durch die zahlreichen Unter- und Hilfsbeamten erzielt würden, müßten billigerweise auch diesen Beamten angemessen zu Gute tommen. Der Titel 34 und der Rest des Ordinariums wird be willigt. 1700 000 M. für Post- und Telegraphenbauten in Köln werden bewilligt, 80 000 M. für ein neues Postgebäude in Weißenfels abgelehnt. Den Anträgen der Budgetkommission entsprechen werden ferner noch die Forderungen für neue Poftgebäude bezw. die für die Erwerbung von Grundstücken zu Postzwecken bezüglich folgender Orte gestrichen: Küstrin in Höhe von 88 850 M.; Stettin 100 000 M.; Celle 90 000 M.; Bingen 70 000 M. Kreuznach 94 000 M.; Wismar 108 400 D.;" Berlin 281 500 Mart und Stralsund 175 100 M. Die übrigen Bofitionen werden nach den Anträgen der Kommission, d. h. theilweise mit erheblichen Abstrichen, bewilligt und die betr. Petitionen durch die gefaßten Beschlüsse erledigt. Die einmaligen Ausgaben des Etats des Aus wärtigen Amts beantragt die Budgetkommission unverfürst zu be willigen, und das Haus genehmigt demgemäß obne Debatte 30 000 M. als Subvention für die zoologische Station des Profeffors Dohrn in Neapel und 47 200 M. für Reparaturen am Botschaftshotel in Paris. Die zur Errichtung einer Sommerresidenz in Therapia für Wir treteten in die niedrigen Gastzimmer ein, von denen das eine zugleich als Wohnstube dient. Die Wände sind mit dem Holze des Arvenbaumes getäfelt. Der gewaltige Dfen strahlt eine freundliche Wärme aus; wir treten sofort an ihn heran, um uns vom Froste einigermaßen zu erholen. Es duftet nach Bratwürften; auch Kaffee und Warmbier, Wachs holder und Cognac fann man haben. An einem langen Tische, Der faft die ganze Breite der Stube einnimmt, figen mehrere Gäste. Einer derselben erzählt von einem Unglücke, daß sich auf der Paßhöhe gegen das Schlapinatthal hin zugetragen. Dort, wo der Weg eine plögliche Wendung macht und ein schwarzer Steinhaufen aus dem Schnee hervorragt, wurden die armen Weiber mit Körben auf dem Rücken erfroren gefunden. Sie wollten mit Schmuggelwaaren nach Gaschuren ins Defter reichische. Die Sache erwedt wenig Interesse, und der Erzähler stopft fich eine frische Pfeife. Nun ist wieder eingespannt. Welch wackere Pferde! Thre Augen find so lebhaft, fte bewegen die Ohren und haben die Nüstern weit geöffnet. Sie wissen, daß sie ein hartes Stück Weges zu bewältigen haben. Und so ist's in der That. Jest in gewaltigen Windungen, jest in furzem Zickzack geht die Straße die Klosterser Stüs hinan, den waldigen Guwwall, welcher Prättigau vom Davos frennt. Endlich, endlich ist man auf der Höhe. Es dunkelt bereits, aber der Mond ist aufgegangen. Ein ungeheurer Thallefsel, um den herum raube, graue und zerriffene Bergriefen einen Wall bilden, liegt vor uns. Manche dieser Bergrtesen find breit und wuchtig, andere, wie das Jacobshorn, phantastisch zugespigt. Auf dem unteren Theile der Berge liegen Wälder mit mächtigen Einriffen. Die Tannen dort haben einen ewigen Kampf mit den Elementen zu bestehen, fte bewahren noch ihre starre Haltung, aber ihre Reihen find gelichtet. Manche Wände bieten das trostlose Bild völliger Verbeerung. Am Eingange liegt ein See, der neun Monate im Jahre, sage neun Monate, zugefroren ist. Weit, weit zerstreut, wohl auf eine halbe Stunde Weges, liegen die Häuser von Davos. Palastartige Hotels glänzen mit hundert erleuchteten Fenstern. Hier bringt eine Krankenfolonie, die vielleicht mehr als tausend Personen zählt, den Winter zu und hofft von der Hochgebirgsluft Befferung. Schrecklicher Frithum, von gewiffenloser Reklame genährt! Man behauptet, die dünne Luft erleichtere den Athmungs prozeß, in Wahrheit zeigt sich das Gegentheil. Die Lunge muß in diesen Regionen, um die gleiche Menge Sauerstoff zu er halten, schneller athmen als in den tiefen Regionen, und das greift die geschwächte Lunge verderblich an. Doch genug von diesem entsetzlichen Drte, über den gelaffen zu schreiben ich nicht im Stande wäre... ( Schluß folgt.) die Botschaft in Konstantinopel, abzüglich de« Erlöse« für da« alte, ehemals preuhische GesandtschastSgrundstück, als erste Rate geforderten 60 750 M beantragt Abg. v. Franken st ein auS Sparsawkeitsrückstchten zu streichen. Geb. Legationiratb H u m b e r t tritt für diese Postiion ein. Schon vor fünf Jahren hat der Sultan dem Deutschen Kaiser das schönste Grundstück am Bosporus im Werthc von 650,000 M. bchufs Errichtung einer Eommerrefidenz für die Botschaft zum Geschenk gemacht Man kann dies Grundstück um so weniger noch länger unbebaut liegen lassen, als gerade gegenwärtig besonders günstige Anerbietungen für die Bau- ausführung gemacht gemacht find, der Bau auch im Interesse des diplomatischen Geschäftsverkehrs nothwendig ist. Abg. v. K ö l l e r wird mit Rückstcht auf diese Erklärungen Sr die Forderung stimmen, die darauf gegen die Stimmen S Zentrums bewilligt wird. Dasselbe geschieht in Be« zug auf die restirenden Posten aus dem Etat des Reichsschatz- amteS, der Reichsschuld und der Reichsdruckerei, den Fehlbe- trag aus dem Etatsjahr 1883/84. Die Etats der Zinsen aus belegten ReichSgeldern, der außerordentlichen Zuschüsse und der Matrikularbeiträge sowie endlich das Etatsaesrtz werden vorbehaltlich der definitiven Feststellung der Ziffem nach den Vorschlägen der Budgetkommisfion bewilligt. Damit ist die zweite Berathung des Etats beendigt, soweit nicht die Ziffern desselben durch den Nachtragsetat, der nunmehr zur Berathung kommt, verändert werden. Dieser Nachtragsetat enthält folgende Forderungen: 96 000 Mk. fortdauernde Ausgaben für Gouverneur, Konsul, Kommissare zc. in Kamerun, Togo und Angra Pequena; 152 000 Mk. für Dicnstgcbäude an diesen Orten; 295 750 Mk. für den Neubau des statistischen Amts des Reichs und 10 000 Mk. zur Verlegung des Kulmer Kadettenhaufts nach Stolp in Pommern. Abg. Richter: Ein ganz besonderer Werth ist darauf zu legen, daß von der Kommissto» die Pofitionen sorgsam ge- prüft werd-n, welche fich auf die Kolonien beziehen, weniger um der kleinen Detailfragen willen. Eine Prüfung der Ge- häller, welche für die Beamten angesetzt find, mag stattfinden. Aber wenn man Jemandem zumuthet, in diese ungesunden und einsamen Gegenden zu gehen, dem muß ein besseres Ein- kommen zugestchert werden, als es für analoge Stellungen in zivllifirten Orten bewilligt wird. Ueberhaupt find diejenigen, welche fich in jene Gegenden begeben, unserer besonderen Fürsorge werth, und es empfiehlt fich deshalb wohl, daß die Unfallvcrstcherung auch auf die Firmen in den Kolonien ausgedehnt würde. Es giebt keinen gefährlicheren Betrieb als den kaufmännischen Betrieb in jenen Gegenden, und die Fürsorge der betreffenden Firmen für dienigen, welche in ihrem Dienste dort zu Grunde gehen, und ihre Hinterblie- denen ist auch nicht so ausgedehnt, als es wohl wünschenswerth wäre. Eine andere Detailfrage, die aber auch weniger in den Vordergrund tritt, bezieht fich darauf, ob nicht zu viel Beamte gefordert werden. Auch diese Detailfrage wollen wir nicht in den Vordergrund rücken: die Hauptfrage ist für uns folgende: es handelt fich hier nicht wie bei dem Dampfboot um eine Sache, sondern um Anstellung von Beamten, welche mit ge- wissen Befugnissen auszustatten find. Hierbei muß die ge« sammte Stellung dieser Kolonien im Verhältniß zu Deutsch- land zur Sprache kommen, insbesondere das Maß ihrer Selbstständigkeit. Diese hängt mit der Kostenfrage zu- sammen; von Selbstverwaltung kann immer nur soweit die Rede sein, als man selbst etwas bezahlt.— Wenn das Reich alles bezahlen soll, würde dort auch die Selbstverwaltung der Kolonien ausgeschlossen sein. Inzwischen haben fich die Kasten des Ret aeS für die neuen Kolonien schon ganz artig summirt; die Kosten find eiaentlich dos einzig Greifbar»,«aS wir von den neuen Erwerbungen bis jetzt haben(Sehr richtig I links), während die größeren Vortheile für die kommerzielle Entwickelung nur ZukunstS- mufit find. Zu den 62,000 Mark Unterhaltungskosten des Dampfschiffes in Kamerun kommen hier noch für 96,000 Mk. Gehälter; zu dem Extraordinarium von 180,000 M. für daS Kameruner Schiff kommen hier Landbauten für 150,000 Mark. Außerdem behält man fich vor, die sächlichen und vermischten Ausgaben aus allgemeinen Titeln dcS Etats des Auswärtigen Amtes zu bestreiten, und vorfichtig wird in den Motiven nrch darauf hingewiesen, daß die Möglichkeit nicht auSge- schloffen sei, über die geforderten Beträge hinaus noch an- dere Forderungen demnächst zu erheben. Wir waren außer- dem überrascht, neulich beim Marineetat zu erfahren, daß schon jetzt die Mehrkosten für die Marine in Folge der nerien kolonialen Erwerbungen fich auf drei Millionen Mark jährlich beziffern. Solchen Summen gegenüber ist es doppelt wichtig klarzustellen, wie weit die Kolonien selbst zu den Kosten Heranzuziehen find. Wir halten allerdings einen kaiserlichen Beamten in jeder Kolonie zur Wahrung der Auto- rität des Reiches für nothwendig, damit ist aber noch nicht gesagt, daß das Gehalt für diesen Kommissar und die ander- weitig erwachsenden Kosten vom Reiche selbst zu tragen find. Selbst wenn man fich auf die Analogie mit konsularischen Stellungen beschränkt, so bleibt doch hervorzuheben, daß auch die Handeltreibenden Konsularschutz nicht umsonst haben, son- dern dafür 408000 M. Konsulatsgebühren bezahlen. Die benachbarten ftanzöfischen und englischen Kolonien in Afrika bringen erhebliche Summen für sich allein auf. Die franzö- fische Kolonie Gabun 421 000 Francs, die englische Sierra Leone hat eine Einnahme von 66000, die englische Kolonie Gambia von 27 000, die englische Goldkllste von 105 000 Lstrl. Zudem find des Kolonien im eigentlichen Sinne deS Wortes. Der Herr Reichskanzler hat uns aber verstchert, daß wir solche Kolonien nicht anstreben, sondern, wie er fich ausdrückte, die materielle Entwicklung der Kolonien ebenso, wie fie entstanden, der Thätigkeit und dem UnternehmungSgeiste der Handeltreibenden überlassen werden soll. Auf Grund dieser Erklärunam haben wir eine gewisse Geneigtheit für die Kolonialpolitik zu erkennen gegeben- Daraus wird eS erklärlich, daß wir noch scharf danach ftagen müssen, ob jene Reserven auch inne gehalten werden. Als Muster für die kolonialen Verbältnisse, wie er fie fich denke, führte ber Herr Reichskanzler im Juni die Nordküste der Insel Börnes an. Neulich hat aber Herr Woermann ausgeführt, von einer Souverainetät eines Kaufmanns könne in Kamerun keine Rede sein, da dort auch noch andere Kaufleute angefiedelt seien. Wenn er ein« Souve- ränetät über Engländer ausüben wolle, so wäre das einfach lächerlich. Dann wäre aber doch ein Souverainetätsverhält- niß, wie es fich der Reichskanzler dmkt, unmöglich, denn über- all wird ein Engländer in den Kolonien im Wege sein. Ein Handelsmonopol kann ja überhaupt Niemandem ertheilt wer- den, ohne Retorstonen anderer Staaten in ihren Kolonim gegen die Deutschen hervorzurufm. Die Kaufleute denken auch gar nicht daran, die Regierung selbst zu übernehmen. Die kaufmännischen Firmen in Kamerun wollen zukünftig die Kosten für Einrichtung deS Gebiets übernehmen und die- selben durch Ausfuhrzölle decken. Diese müßten aber vor unserer Bewilligung fixirt werden. Man könnte ja die Baukosten vorschußweise zu Last der Gebiete gewähren. Es find doch nur wenige fürstliche Kauf. Häuser, die den ganzen Vortheil in den drei westafrilanischen Kolonien haben, nur 6 Firmen. Eine Auswanderung in jene Fiebergegenden aber ist ja, wie die Herren selbst sagen, ganz ausgeschlossen. Herr Woermann behauptet, daß die Auf wen- düngen Deutschlands nicht blos den Faktoreien in den Kolo- nien, sondern allen deutschen Faftoreren in ganz Westafrika Sm Vortheil gereichen. Da nun die 6 Firmen in den deut- en Kolonien auch Faktoreien in ausländischen Kolonien Westafrikas haben, vielleicht dort den größten Theil ihres Ge- schäfies abwickeln, so ist ihr Vortheil auS ihrer durch den Schutz gehobenen Stellung um so größer. Ich glaube auch, man sollte mtt der Heranziehung dieser Fttmen nrcht zu ängst- lich sein- Der Korrespondent der„Kölnischen Zeitung" von Westaftika— in den Zahlen wird die Zeitung wohl vie Wahr- heit sagen(Heiterkeit)— verficherte, daß er im deutschen Togo- gebiete in Lohme die Handelsbücher der kaufmännischen Firma selbst eingesehen habe. Der Exvort derselben beziffere sich auf jährlich 720- bis 960,000 Mark. 2 pCt. Ausfuhrzoll würde also schon hinreichen, um die hier verlangten 18000 Mark Gehälter für das Togogcbiet zu decken. Der Abg. Woermann selbst hat Ausfuhrzölle vorgeschlagen. Aber mit Einfuhrzöllen würde man doch mehr Geld aufbringm können. Die Engländer und Franzosen, welch« doch wissen, wie es gemacht wird, haben überall Einfuhrzölle auf Gewehre, Pulver, Tabak und Brannt- wein. Daß der Verkauf von Gewehren und Pulver seine zwei Seiten bat, haben wir soeben erfahren. Wäre die Schießfertig- kett der Neger in Kamerun ebenso gut wie ihre Gewehre ge- wesen, so würden wir dort noch mehr Opfer zu beklagen gehabt haben. Dann sehe ich auch nicht ein, warum die Neger den Schnaps so wohlfeil bekommen sollen.(Heiterkeit.) Ueber 20 Jahre haben in Kamerun Faktoreien bestanden; ebenso zwei Misstonsstationen. Was letztere zioilistrt haben, hat der Brannt- wein vielleicht wieder verdorben. Wie weit trotz langjähriger deutscher Ansiedelungen die Stämme noch in der Zivilisation zurück find, zeigt, daß man den Negerkönigen ausdrücklich in dem Erwerbungsvertrag daS Zugeständniß hat machen müssen, die Sklaverei gewissermaßen als deutsches Grund: echt für fie für die erste Zeit noch bestehen zu lassen, als Landes- gewohnheit, wie eS in dem Vertrage heißt. Wir hier sollen allerlei Steuern erhöhen. Man würde das nicht begreifen, wenn es nicht geschehen sollte, damit die Neger und Hotten- totten, statt zu jenen Kosten beizutragen, ihren Branntwein billiger kaufen. Abgesehen auch von der Finanzfrage, werden fich die Aufgaben des Reiches gegenüber diesen neuen Erwer- Hungen nur in dem Maße beschränken lassen, wie fich in diesen schon ein Stamm deutscher Anfiedler vorfindet. Es ist letzteres nur in sehr geringem Maße der Fall. In Kamerun sollen nur 20 Deutsche wohnen. Ich glaube kaum, daß in Angra Pequena, in einem Gebiet mit der Längenausdehnung von 150 Meilen, selbst nur 20 Deutsche wohnen. Im neubritannischen Insel- archipel find nur 18 Weiße, darunter 10 Deutsche, und in Neu-Guinea wohnt, soweit ich bisher erfahren konnte, über- Haupt kein Deutscher.(Hört! hört!) Wenn man allerdings Tausende von Quadratmeilen erwirbt, in denen im Ganzen kaum 1000 Deutsche wohnen und außerdem die Auswanderung in jene Gegenden verschlossen ifi, so ist die Fähigkeit dieser Kolonien, selbst eS zu etwas zu bringen, sehr beschränkt. Daraus ziehe ich nur den Schluß, daß, wenn noch wettere Erwerbungen beabstchtigt werden, man in stärkerem Maße seine Aufmerksamkeit solchen Gebieten zuwenden möge, wo eine größere Anzahl Deutscher beretts angestedelt ist. Andernfalls treibt man trotz aller guten Vor- sätzessund Verficherungen doch in das französtsche KolonisationS- system hinein, in Koloniegründungen, die nur durch staatliche Auswendungen, Anfiedelung von Beamten und Garnisonen einen gewissen Werth erhalten. Von einer solchen Kolonial- Politik, haben meine Freunde im Juni und auch später er- klärt, wollen wir nichts wissen. Unser Einverständniß haben wir nur so weit erklärt, als die Verficherungen des Reichs- kanzlers eine andere Art von Kolonialpolitik ankündigten. (Beifall.) KommiffariuS zum BundeSrath, Gebeimer Legationsrath v. Kusserow: Ich beschränke mich lediglich auf die Frage, ob dem Reiche für seine neuen Kolonien über das Maß hinaus, welches dem Programm des Herrn Reichskanzlers ent- spricht, Kosten zugemuthet werden. DieseFiage möchte ich verneinen und zwar auS dem einfachen Grunde, daß wenn diese— wie dieS ja wohl nach den Bestrebungen anderer Personen nicht Zweifel- Haft sein kann— bcgehrenSwerthen Gebiete, in denen der deutsche Handel eine gewisse Bedeutung erhalten hat, in den Befitz anderer Nationen übergegangen wären, daß Reich die augenblicklich noch bestehende Lücke durch Ernennung von Kon- sularbeamten hätte ausfüllen müssen. Diese Konsularbeamten würden gerade so viel Kosten erfordert haben, als jetzt für die Anstellung von Beamten verlangt werden, welche unter einen anderen Titel dorthin gehen werden. Abg. Woermann(nat.-lib): Es handelt fich beute hier lediglich um die Aufbringung der Kosten für die noth- wendigsten Verwaltungsorgane. Der Abg. Richter meint nun, daß die Kosten für diese Einrichtung der Kolonien dem Handel überlassen werden sollen. Der Handel ist allerdings in der Lage, die Kosten zu tragen. Heute handelt es fich aber nur darum, wie überhaupt die Verhältnisse dort eingerichtet werden sollen; und gerade damit reguläre, ordentliche Zustände möglichst bald herbeigeführt werden können, bitte ich Sie, die geforderten Summen heute schon zu bewilligen und fie nicht erst einer Kommisfionsberathung zu überweisen. Der Abgeordnete Richter hat nun von Eelbstregierung gesprochen und gemeint, die Kaufleute würden wohl im Stande sein, die Verwaltung und Regierung selbst zu führen. Das ist etwas, was ich nicht in allen Fällen für mög- lich halt«. In Kamerun, wo außer deutschen bereits sechs englische Firmen existiren, ist es unmöglich, weil man nicht in der Lage ist, diese zur Zahlung von Steuern und Abgaben heranzuziehen; wollten Sie das, so würden Sie immer den Schutz einer zivtlifirten Regierung dabei nöthig haben. Wo aber die Abgaben nicht bloß von Deutschen, sondern auch von englischen Frrmen bezahlt werden sollm, da ist die Einrichtung einer regulären Verwaltung nöthig. Die Verwaltungskosten werden auch nicht übermäßig groß werden" und der Handel wird fie zahlen können. Zunächst ist eS aber am richtigsten, durch Exportzölle die Kosten zu decken, gerade deshalb, um die Anstellung eines großen Heeres von Beamten zu vermeiden. Wie der Export jetzt stattfindet, wo der Handel Tauschhandel ist, ist es das Einfachste, Exportzölle zu erheben, indem man die Waare nach Gewicht pro Zentner besteuert. Der Handel wird übrigens noch mehr als zwei Prozent, die auf die Dauer nicht genügen werden, zahlen können. Eingangszölle, zum Beispiel auf Schnaps, einzuführen, mag richtig sein, wenn der Tauschhandel einem Handel gegen Geld Play gemacht hat. Dann wird natürlich das jetzt vorgeschlagene System, Exportzölle auf Produkte zu erheben, nicht mehr ganz vurchführdar sein; dann wird eS nöthig und möglich sein, Importzölle zu erheben, well fich hoffentlich auch der Gesammthandel, die GesammtauSfuhr und die Gesammt- einfuhr bedeutend geboben haben wird. Wenn den Ein- gedormen in der ersten Zeit von deutschet Seite die Viel« weiderei verboten worden wäre, dann würden die Fälle von Krieg, Empörung u. s. w. in sehr viel schärferem Maße ein- treten, und wenn man dm Negern das SchnapStrinken ver- bieten wollte, so würde man auf die Schwierigkeit stoßen, wo man die Grenze ziehen solle. Wollten wir aber heute aus Philanthropie für die Neger den Schnapshandel nach Afrika verbieten, so würden wir eirnn günstigen Zweig des deutschen Exporthandels bedeutend schädigen. Sollen wir also dem gegenüber aus reiner Liebe zu den Negern, die doch noch nicht so lange unsere Brüder find(Heiterkeit), einm großen Geschäftszweig unterbinden'( Der Schaden, der den Negern durch den EchnapS zugefügt wird, ist auch nicht so groß. Ich meine, daß es, wo man Zivilisation schaffen will, hier und da eines scharfen Reizmittels dedarf, und daß scharfe Reizmittel der Zivilisation wenig schaden.(Heiterkeit.) An fich find aber die Handelskolonien keineswegs von so untergeordneter Bedeutung- Sie dringen allerdings nur den nächst rnteressirenden Personen V o r t h e i l. Wenn Deutschland auf diesem Wege weiter vorwärts schreitet, so werden bei unS mehr Arbeiter beschäftigt werden können und wir werden weniger für neue AuswandcrungSplätze zu sorgm haben als jetzt. Die Handelskolonien beschönigen auch jetzt schon eine große Anzahl von Personm, etwa 250 bis 300, an der Westküste Afrikas, und in 10 oder noch weniger wird der Handel nach Äftika fich verzehnfacht haben. alsdann 3000—5000 Menschen dort Beschäftigung fln' wird Deutschland insofern einen großen Voitheil daraus» weil die dort beschäftigten Personen zum großen Theu Uebcrschuß der Bevölkerung darstellen. Nach Afrika gehe» Techniker und Beamte, die alle eine gute Schulb'.lvM«' noffen haben. Wenn diese Personen, die hier zu.Taus«>m nach Beschäftigung suchen, dort eine Beschäftigung ftob®/! gereicht das wohl zum Segen von Deutschland. Wenn Ig Richter aber über die Nützlichkeit der Anstellung der sonen selbst etwa? gesagt hat, so möchte ich daraus weisen, daß der Gouverneur und Generalkonsul Kamerun zugleich als Grneralkonsill für die ganze W«!,. bestimmt ist. Es wird notbwendrg sein, daß derselbe Kanzler hat, welcher die juristischen Fälle beurtheilt un! � spricht, und es wird auch nothwendig sein, diesen deiben r sonen einen Sekretär zu geben. Die Gehälter find meina� ficht nach mit Rückstcht auf das ungünstige und schlechtes nicht zu hoch,(hört! hört!) Sie rufen hört! hört! JAmg deshalb bemerken, daß gerade in Bezug auf diesen Punkt � fach übertrieben wird. Der Prozmtsay der Sterbejälle 0* den Angestellten meiner Firma beträgt etwa 3 bis 4 9% Gegen die Ausdehnung des Haftpflichtgesetzes auch% Angestellten an der westafnkanischen Küste werden K, treffenden Kaufleute nur wenig einzuwmden haben. Die,»? summe der Kosten ist übrigens in keiner Weise höher all � was für Konsularvertretunaen an vielen anderen Platzt langt und bewilligt ist. Ich erinnere nur an die iW'üS in China und an Gesandtschaftm an Plätzen, wo der Deutschlands weder jetzt noch in der Zukunft die baben wird wie der Handel Deutschlands an der«estaftlkfl®!, Küste. Ich bitte Sie deshalb, die Forderung schon Kommisston anzunehmen, damit desto eher geordnete niffe eintreten mögen, wie das auch Herr Richter wünscht-», mit desto eher die Kaufleute zu einem Beitrag zu diesen% herangezogen werden können.(Beifall bei den Ww\ Abg. Stolle(Sozialdemokrat): Die Kolonialpo!'� über den für ste vom Reichskanzler anfänglich bezeichneten � men bereits weit hinausgegangen. Für eine Kolonialpolit«? englischem Muster, von der Herr Woermann sprach, köirne-J uns aber keineswegs erwärmen. Alle Reichthümer,% kl land durch seine Kolonien erwirbt, fallen lediglich den 9�5 »u, während der englische Arbeiter auch nicht Vortheil davon �gehabt hat. Auch Frankreich hat in den w........... hat M 3 und Tonlin ursprünglich stur in beschränktem Maße Politik treiben wollen, ist dann aber gleichwohl zu äußttjL-j spieligen Expeditionen genöthiat und sogar zu einem mit China gedrängt worden. Auch im Einzelnen hat v«» läge für uns Bedenken. Wir haben kein Material, urtheilcn zu können, od die für die Kolonialdeamte« 7, schlagenen Gehätter den Verhältnissen entsprechen und" j, nicht viel zu hoch find. Am wenigsten können wir für ein Gefängniß in Kamerun geforderten 10 000 gen. Wollen Sie denn Ihre große deutsche Kolonw',., mit der Errichtung von Gefängnissen anfangen? Nach welchen Gesetzen wollen Sie überhaupt Bestrafung eintreten lassen? Wir find d-m ganzen Reich v-rants� dafür, daß die von unS bewilligten Ausgaben nothweM zweckmäßig find. Deshalb ist zum Mindesten eine KomM'li berathung dieses Nachtragsetats unbedingt erforderlich.. KommiffariuS deS Bandesraths, kaiserlicher Geheim� gationsrath v. Kusserow: Meine Herren! Ich mir, noch einmal das Wort zu nehmen, um gegen die stellung deS Herrn Vorredners Verwahrung einzulegen, ich zugegeben hätte, diese Vorlagen überschritten bereu' von dem Herrn Reichskanzler hier verkündigte gramm. Das ist nicht der Fall. Dann möchte ich dem, Vorredner noch auf die Bemerkung antworten, daß wü 1°, sere Kolonialpolitik gleich mit einem Kriege hätten des müssen. Er ist im Jrrthum, menn er glaubt, daß W, um überhaupt nicht. Abg. Richter: Ich habe mich keineswegs gegen teressen ves Handelsstandes erklärt oder HandelskolonreM zipiell als etwas schlechtes bezeichnet. Im Gegentheil, U der letzte, der den Werth des überseeischen Handels unten f Ader gegenwärtig handelt es fich um eine Uedertreibung deutung der Handelskolonien in Westaftika, wenn m&Zt ausspricht, als ob von der Zukunft der dortigen Faktore� Wohl und Wehe unserer gesammten Arbeiter abhängt-# Woermann selbst meint, daß gegenwärti5 an der ganze®> küste, also einschließlich der nicht deutschen Kolonien, bis 350 Deutsche beschäftigt seien; in den"j, Kolonien also wobl höchstens 100. Da ist?> elne wunderbare Vorstellung, wenn man gla diese Kolonien den ganzen Ueberschuß unserer rung, sei es anch nur der gebildeten, aufnehmen �, Selbst wenn die Zahl wirklich in zehn Jahren von � 3500 steigen sollte, würde das noch nicht erheblich ins fallen� Zunächst giebt es immer noch für die meisten* y und Beamten in Deutschland bessere Stellen, als(tt- J Westaftika; und was die Arbeiter betrifft, die dortbA Jj so zeigen die Verträge, welche z. B. die belgische M..'/ mit jungen Kommis abgeschlossen hat, daß für die i?» Arbeiterschutzgesetze wohl am Platze und daß die Leute dauern find, vie so völlig in die Hände der Arbengt'A geben find. Drei bis vier Prozent dieser Personen sterben>« Das ist allerdings ein sehr hoheS Kontingent. Wie viele � � des Todes mitbringen, wenn fie zurückkehren, das ist nicht», a Bezüglich der zivilisatorischen Wirkung des Branntwein j anderer Meinung als Herr Woermann. Wenn nian. � hat, daß der Branntwein in unserem kalten Klima Arbeit unentbehrlich sei, so trifft daS doch für daS#< Afrika nicht zu. Auch find die Neger nicht dasjewS# unsere Branntweinindustrie noch retten kann, zumal J*.. der dort verkauft wird, nicht zur feinsten Sorte geh®' haben übrigens noch keine bestimmten Angaben ÜD'W halten, was dorthin exportirt wird. Puloer unO.!> machen es nicht; auch der Flitterkram hat auf die D»®(J Wirkung Nur in dem Maße, wie es gelingen wu W Artikel dorthin auszuführen, die wirklich in jenen dauernd bezahlt werden, wird jener Handel für m« j Bedeutung gewinnen können. Ich freue mich, daß ij Erklärungen des Herrn Woermann hervorgeht, daß esstrten Kreise die Kosten, die in Frage kommen, ganz trag-, Herr Woermann meinte dann, daß die Aufgabe des �' nur in der Begutachtung zu bestehen habe. Das ist® f ganz richtig; im Gegentheil war eine Organisation ligten Kausteute mindestens auf dem Gebiete deS 9®, Handels u. s. w. inS Äuge gefaßt. Schließlich wird � nialpolitik um so wenig« ehrgeizig sein, je mehr*®. lonien bereits deutsche Bevölkerung vorhanden ist;®- Herr Woermann sagt-„Wenn man nur solch« Platz' iger Jafo muß man doch nicht unter allen Umständen Kolonien haben. en. Wenn ein Stamm deutscher Ansiedler nicht da ist, wenn die finden, Sache nicht aus sich selbst herauswächst, dann verzichten wir aus ziehen lieber auf solche Kolonien, weil wir ihre Nachtheile für größer Theil behalten, als ihre Vortheile.( Beifall links.) gehen n Abg. v. Benda erklärt sich für die Berathung der Vorbildung lage in der Budgetkommission. Taufende Wenn der Darauf bi Tonful Abg. Woermann: Wenn wir auf den Erwerb von finden, Kolonien bedacht sein sollen, wo etwas anderes als Spiri tuoſen, Pulver, Gewehre und Tabat verkauft werden könne, fo erwidere ich, daß heute schon über 50 pet. des deutschen Exports aus zum Theil recht guten Manufakturwaaren besteben ben die Kameruner haben für Muster u. dergl. einen feinen Wefit und guten Geschmack, daß ferner Eichen- und Messingfelbe eine waaren in ziemlichen Quantitäten dorthin ausgeführt werden. und Red Ich weiß nicht recht, welches Intereffe Herr Richter an der beiden Frage bat, was meine Firma mit der Insel Nicol machen will. meiner Sch versichere ihm, daß sie billig zu verkaufen ist, ganz besonlechte Kliders, wenn Herr Nichter darauf reflektiren sollte, dort zu wohIch mönen.( beiterfeit rechts, Au! links.) Puntt vi auf Die Vorlage wird darauf der Budgetkommission efälle unüberwiesen und die Sigung sodann um 5 Uhr bis Donners 4 Broj tag 1 Uhr verlagt. Tagesordnung: Neft der heutigen und Wahlprüfungen. Den bie b Die Tot Der als b Blasen e Ronful Der Hand Bebeut fritani jest te Be ünscht teſen Rofes Nation alpoliti neten fönnen politil no Die G Den Nabo gering t in T Se Roloni außerft nem R at bie al, um nten vo und ob r aber b M. bewill onialpolit ( Seiterte fungen rantwor wendig ommif Tich. ebeimer Sch erl die W Tegen, bereits Colonial Dem H wir ja en begin er Gefch en. J a bera egten S = Subie nete R geordn echte v Unte Bor Herm niemals erun bab t entbe e erlau iebt gen bie lonien Sell, id unterf ung ber man fid aftoreien ingt. angen , nut deut ft es laubt, er Bev ten tönn on 350 ins Gen en Techn gerabe rtbin ge Affojia Fation eitgeber Ceute au ben fab ele den icht zu fo weins bi man g ta bei b as Alim Bienige gehört. ob Abgeordnetenhaus. 14. Sigung vom 4. Februar 1885, 11 Uhr. Am Ministertisch v. Goßler und Kommiffarien. Eingegangen ist der Verwaltungsbericht der Staatsschulbenkommiffion für 1883/84. Auf der Tagesordnung steht die erste Berathung des Antrages v. 3edlig und Schmidt( Sagan) auf Annahme eines Gefeßentwurfs betr. die Pensionirung ber Boltsschullehrer. Abg. Schmidt- Sagan( tons.): Schon in den Jahren 1867 bis 1870 wurde vom Hause mehrfach ein VolksschullehrerBenfionsgesetz verlangt, demnächst hat man ein allgemeines stehen bekanntlich solche Schwierigkeiten entgegen, daß die Beit seines Bustandekommens noch nicht abzusehen ist. Des halb haben wir uns entschlossen, aus eigener Initiative einen Entwurf vorzulegen, der bis zum Erlaß des Schuldotationsgefeges die dringendsten Nothflände beseitigen soll. Im Einelnen schließt sich unser Antrag wesentlich dem Beamtenpenfonsgesetz an, es sollen die Volksschullehrer den Subaltern beamten so weit wie möglich gleichgestellt werden. Dadurch, daß die Pensionen bis zur Höhe von 1200 Mark von der Staatstaffe übernommen werden, wie wir dies verlangen, glauben wir den bisher vom Hause geäußerten Wünschen und auch den Intentionen der Staatsregierung am meisten zu entprechen; auch gebührende Rücksicht auf die vorhandene starte Belastung der Gemeinden zu nehmen. Wir bitten um wohlwollende Prüfung unseres Entwurfes.( Beifall rechts.) Entwurfs einverstanden, die Benftonslast müsse aber wenigftens zum Theil den Gemeinden verbleiben, damit die Lehrer nicht in völlige Abhängigkeit vom Staate geriethen. Abg. Hänel( disch. freis.): Daß der Antrag auf die Wahlen berechnet ist, liegt auf der band; weshalb hätte man es wohl sonst vermieden, uns zur Mitunterzeichnung aufzuforbern, uns, die wir diese Fragen von allem Anfang an in Fluß erhalten haben, uns, die wir zuerst ein umfassendes Unterrichtsgeses zu Stande zu bringen hofften, ein Traum, der durch den Kulturfampf vernichtet worden ist, die wir in immer wiederbolten Refolutionen zulegt wenigstens ein Pensionsgesetz für bie Lehrer verlangten! Jegt kommen die Freikonservativen, die fest führende Fraktion, und legen einen formulirten Die Schule Besezentwurf mit derselben Tendenz vor. soll der Gemeinde bleiben; denn bleiben; denn kommunale tommunale Selbstverwaltung ohne verantwortliches Tragen der Laften ist einfach Unfinn, dafür lieber gar keine Selbstverwaltung!( Sehr richtig! links und im Zentrum.) Unter diesen Vorbehalten wün schen auch wir, daß der Antrag in Bälde Gesez werde!( Beis fall links.) Dienstag am Hallischen Thor einen Pferdebahnwagen von dec Borderseite besteigen wollte, fehl und brach den Fuß gerade über dem Knöchel. a. Wegen des Raubmordverfuchs gegen den Knaben Adercast in der Pallisadenstraße ist gestern der vorgeftern von der Kriminalpolizei festgenommene Gürtler Zwiebler zur Untersuchungshaft nach Moabit gebracht. Bugleich mit ihm wurden dahin gebracht: die gleichfalls von der Kriminalpolizet festgenommene Braut des Zwiebler, unverebel. Linke aus Frie brichsberg, und ein mit Zwiebler befreundet gewesenen Ars beiter" wegen Begünstigung resp. Hehlerei. Ein dritter Kom plize des Zwiebler, welcher den Namen Lehmann führen soll, ( deffen Verhaftung von einem hiesigen Blatt gemeldet worden) ist von der Kriminalpolizei noch nicht ermittelt worden. Das Belastungsmaterial gegen 3miebler hat sich seit gestern in Folge der weiteren Nachforschungen der Kriminalpolizei we sentlich vermehrt. Nicht nur der Knabe Adercast, ein Haus Diener und ein Briefträger haben den Zwiebler refognoszirt, sondern auch eine gegenüber dem Thatort wohnende Schant wirthin hat den Zwiebler als diejenige Person wiedererkannt, welche am 28. v. M. früh gegen 6 Uhr in threm Lotal fich aufgehalten und, nachdem die Adercast'schen Eheleute mit set. ihrem Fuhrwert sich entfernt hatten, fortgegangen fel. Auch ist bei einem Ehepaar, mit welchem Zwiebler verkehrt hat, der Hammer gefunden worden, mit welchem er auf den Knaben geschlagen hat. Der Hammer ist von mittler Größe und wohl geeignet, einen 12jährigen Knaben mit wenigen Schlägen auf Den Kopf zu tödten. Die geraubten 300 M. hat Zwiebler zum größten Theil in Gemeinschaft mit seiner Braut vergeudet, und dieser auch für einen Theil des Geldes Garderobenstüde gekauft. Auch erscheint es zweifellos, daß die Braut über den Ursprung des Geldes Kenntniß gehabt hat. Dagegen scheint die Mutter des Bwiebler in gar feiner Beziehung zu der That geftanden zu haben. Dieselbe hat übrigens, wie wir in Bezug auf unsere gestrige Notiz berichtigend bemerken, früher nicht in dem Hause der That, sondern in der Nähe dieses Hauses gewohnt. Abg. Enneccerus( nat.- lib.): Der Vorwurf, daß unser Vorgehen ein blos auf die Wahlen berechnetes sei, ist berartig, daß man darüber nicht einmal recht in Entrüftung gerathen tann, haben doch gerade die Nationalliberalen und aulegt noch Herr von Bennigsen auf diesem Gebiet wiederholt Die Initiative ergriffen! Wir fordern die Regierung auf, so fort mit uns in die Arbeit einzutreten, und wir hoffen, daß diese Arbeit schon in dieser Seffton Frucht tragen, nicht bloße Anregung bleiben werbe, die man nach den Wahlen vielleicht vergist.( Beifall links.) Abg. Rickert: Prinzipiell wäre es gewiß richtiger, wenn die Regierung auf dem in Rede stehenden Gebiete nach den so vielfach aus dem Hause gekommenen Anregungen mit einem Gesezentwurf an uns gekommen wäre; da dieses gleich wohl nicht geschehen ist, und es sich um eine wirkliche Nothlage, um ein dringendes Bedürfniß handelt, so halte ich nunmehr auch das Haus für legitimirt, die geseggeberische Initiative zu ergreifen. Ich hoffe mit den Antragstellern, daß es der Kommission gelingen möge, noch in dieser Seffton den entscheidenden Schrift zur endlichen Beseitigung dieser Nothlage mit der Regierung zu thun. Die Diskussion wird geschloffen und der Gesezentwurf auf Antrag des Abg. Schorlemer Alft einer besonderen Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen. Es folgt die Berathung des folgenden Antrags Lassen: Die tönigliche Staatsregierung zu ersuchen: Die Ge fammtgröße der im Kreise Sonderburg, besonders in der Stadt Sonderburg, in Düppel und Umgegend im Jahre 1864 entstandenen, noch nicht bezahlten Kriegsschäden auf Grundlage des darüber in jener Beit gesammelten Attenmaterials zu ermitteln, dann auch die weiteren nothwendigen Schritte zu veranlassen, um die Ansprüche auf Ersatz aus Staatsmitteln zu befriedigen, welche den in Betracht kommenden Bewohnern, sei es auf Grund gesezlicher Bestimmungen oder aus völkerrechtlichen und Billig teitsrüdfichten zustehen." Nachdem der Antragsteller Abg. Lassen seinen Antrag begründet, bantragt Abg. Graf Baudissin den Uebergang zur TagesOrdnung. Die Majorität entscheidet sich im Sinne des Antrages des Abg. Grafen Baudiffin. Hierauf setzt das Haus die Etatsberathung fort. Das Extraordinarium des Etats des Ministeriums des Innern wird ohne erhebliche Debatte unverändert bewilligt. g. Wahrscheinlich auf eine Beraubung hatten es drei Individuen abgesehen, welche vorgeftern am hellen Tage einen Kutscher der Moabiter Aktien- Brauerei- Gesellschaft auf dem Wege von Spandau nach Charlottenburg in der Nähe von Haselhorft überfielen und ihn nicht übel zurichteten. Die drei Personen hatten den Kutscher, welcher die Chauffee mit einem Brauereimagen entlang gefahren fam, gefragt, ob fte nicht fönnten die Fahrt auf dem Wagen mitmachen. Da dem Rutscher die drei Gesellen sofort verdächtig vorlamen, so schlug er das Gesuch rundweg ab und hieb auf die Pferde ein, um so bald als möglich aus dem Bereich der Wegelagerer zu tommen. In diesem Augenblice aber war auch schon einer der drei Strolche den Pferden in die Bügel gefallen, wodurch der Wagen zum Stehen fam, während der zweite Strolch von hinten und der dritte von vorn aus auf den Wagen sprangen. Die beiden legteren fielen nun über den Kutscher her und es entstand ein Ringen auf Tod und Leben, wobei sich der Bier futscher, ein fräftiger, unerschrockener Mensch, nach Leibesträf ten zur Wehre feste. Es gelang ihm, einen der Strolche vom Wagen zu stoßen, während er den zweiten Tampfunfähig machte und ihn auf dem Wagen feffelte. Der dritte hatte sich aus dem Staube gemacht. Sodann konnte er die Fahrt uns gehindert bis Charlottenburg fortseßen, wo er den Vorfall zur Kenntniß der Polizeibehörde brachte und den gefeffelten Strolch auslieferte. Der Kutscher hatte bei dem Ueberfall außer einer nicht unerheblichen Wunde am Kopfe und einem schweren, schmerzhaften Schlag am Arm einen Theil des rechten Daumens eingebüßt, welchen ihm einer der Wegelagerer abgebiffen hatte. Der Kutscher ist jetzt dienstunfähig und seine Kundschaft wird durch einen Stellvertreter versorgt. Abg. Reichensperger( Röln, Bentr.): Es muß auch auf dem Gebiete der Penfionirung justitia distributiva herrschen; hilft man den Volksschullehrern, so muß man auch zahlreichen anderen, in ähnlicher Lage befindlichen Beamtentategorien belfen. Die daraus für die Staatstaffe, also für die Steuerabler entstehende Mehrbelastung ist außerordentlich groß. In folchen Fragen der Mehrbelastung der Staatsfinanzen sollte doch das Haus, altem Brauch gemäß, den Vortritt der Regietung überlaffen. Die Belastung des Steuerzahlers wird jedenfalls viel größer sein, als die Antragsteller meinen( Widerspruch rechts). Wollen Sie( nach rechts) diese Mehrbelastung aus Ihren Mitteln tragen?( Heiterkeit.) Ich wünschte übrigens, Bum Extraordinarium des landwirthschaftlichen Etats daß wieder den D: densgenossenschaften der Schulbrüder und hatten die Abgg. v. Riffelmann u. Gen. einen Antrag einSchulschwestern volle Wirksamkeit gestattet wird.( Seiter gebracht, der die Einstellung eines neuen Titels zur Ausleit rechts und lints.) Selbst in dem antiklerikalen führung von Vorarbeiten zum Bwede von Regulirungen im frankreich und auch in England hat man ihnen Ueberschwemmungsgebiete der unteren Dder, sowie zur vers Blanzende Anerkennung zu Theil werden laffen suchsweisen Vornahme umfassender Baggerungen 130 000 M." müfen. Ich verlange für die Drden tein Privileg, sondern bezweckte. Der Antrag ist von der Budgetkommission vorberathen puntte ernstlich zu erwägen. Wenn uns hier entgegengefom worden; fte empfiehlt die Ablehnung desselben und die Annahme men wird, so wird am wenigsten das Zentrum sich der beffe folgender Resolution: fall im Bentrum.) en Dotirung der Staats- Bollsschullehrer widersetzen.( BeiAbg. Graf Limburg- Stirum( frei- tons.): Meine Freunde find wesentlich mit dem Antrag einverstanden. Die Verfügung zu stellen." aus dem Antrag für den Etat entstehende Mehrbelastung wird ( Beifall rechts.) Die Staatsregierung zu ersuchen, zur Ausführung von Vorarbeiten zum Zwecke von Regulirungen im Ueberschwemmungsgebiet der unteren Oder im Etat für 1886/87 Mittel zur mungsgebiet der unteren Dder im Etat für 1886/87 Mittel zur haus darf sehr wohl da, wo es nöthig ist, Mehrausgaben ver langen; meine Partei wird in der Budgetkommiffion auch an die Vermehrung der Einnahmen denken.( Hört! Hört!) Ich fionsanträge genehmigt. bitte, den Antrag an die Unterrichtskommission zu verweisen. Abg. Windthorst: Die Schwierigkeiten einer Verwirklichung des Antrages find sehr groß. Wollen Sie wirk tuf rechts: Geld ist Geld! Heiterkeit.) So wichtig übrigens Die Benfionirung ist, noch wichtiger ist die Besoldungsfrage. ift, beffer besolden wollen, dann ist die Koalition, die den heutigen Antrag unterstützt hat, gewiß auch schon einig über und links.) Sie find heute leider aus Barteirücksichten vorgegangen; aber gleichwohl nehmen Sie mit Unrecht die Priorität für fich in Anspruch; die Priorität in dieser Frage ge Bisher haben wir etwas Derartiges noch nicht gehört. Wir galoppiren in immer neue Ausgaben hinein, ohne zu fragen, dieſen Galopp mitmachen können. Nach dem Antrage sollen Die erhöhten Benfionen aus der Staatstafe gezahlt werden, und die Antragsteller rühmen es als einen Vorzug ihres Antrags, daß damit die Gemeinden entlastet werden. Das läugne ich; was die Abg. v. Risselmann beklagt das Schicksal seines Antrages, ist aber sehr erfreut, daß die Kommiffion wenigstens die Resolution vorgeschlagen hat. Nach unerheblicher weiterer Debatte werden die KommisDas Extraordinarium der Gestütverwaltung wird ohne Distuffton bewilligt. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Schluß 3½ Uhr. Nächste Sigung Freitag 11 Uhr. ( Dritte Berathung der Verstaatlichungs. Vorlagen, Sekundär bahn- Vorlage, Etat.) Kommunales. Die städtischen Werke. Will man einen vollen Ueberblick über die Finanzverhältnisse und die Finanzverwaltung Berlins gewinnen, so muß man auch die Etats der Werte mit ins Auge faffen. Da ergiebt sich denn, daß die Einnahmen und Ausgaben der Werte einen recht großen Betrag aufweisen und bis zu drei Fünfteln des Betrags der Einnahmen und Ausgaben des Stadthaushaltsetats ansteigen. Die Zahlen der Einnahme find nämlich folgende. Einnahme: Gaswerte 13 608 300 Mt., Wafferwerte 4 647 340 Mt., Rana lisationswerte 8 932 590 r., Bentral Bichhof 1 688 600 Mr., lisationswerte 8 932 590 M., Bentral Bichhof 1688 600 Mt., Bentral Schlachthof und Fleischschau 307 910 mt. Es ergiebt fich damit eine Gesammt Einnahme von 29 738 240 m., von ber 26 411 923 Mt. auf das Drdinarium, 3326 317 Mt.( bei Es ergiebt Vereine und Versammlungen. h. Die schließlich polizeilich aufgelöste allgemeine öffentliche Generalversammlung der Metallarbriter, welche die neue Lohnkommission zum Dienstag Abend in das Konzert lofall, Sanssouci" einberufen hatte, war nur mäßig, von ca. 450 Theilnehmern, besucht, die gewiffermaßen als der Stamm der betreffenden Organisation zu betrachten sind. Bur Leitung der Versammlung wurde herr Netband, der ehemalige Rafftrer der Lohnkommisfion gewählt, welcher einige Monate durch Krankheit von der Theilnahme an der Bewegung abgehalten war Buerst erstattete, als Mitglied der in der vorlegten Generals Versammlung( Mitte Januar) gewählten Spezial- Revistons Kommission, Herr Spiller einen ausführlichen Bericht über die von der Kommiffton angestellten sorgfältigen Untersuchungen in Betreff der vor etwa 8 Wochen beim hiesigen Polizeipräft dium unter fingirten Namen eingelaufenen Denunziation, nach welcher, wie die zwei, Eals E. Schubert und F. Karl hier aber unauffindbaren unterzeichnenden, hier aber und unter diesen Namen ganz unbekannten Denunzianten an gaben, vierhundert Mark und einige kleinere Beträge vom Kassirer Netband im Einverständniß mit der Lohnkom mission nicht verrechnet, sondern zu unbekannten Zwecken oder im eigenen Nußen verwendet worden sein sollten. Referent Spiller erklärte und wies nach, daß die fragliche Verdächtigung als jedes thatsächlichen Grundes entbehrend befunden wurde und lediglich als ein Ausfluß verächtlicher, vermuthlich vers legten Eigeninteressen entspringender Denunziationswuth fich charakteristre. Nach dem Befunde der Spezial- Revistons- Kom mission haben die früheren( bekanntlich polizeilich ausgewiesenen) Führer der Bewegung und Mitglieder der Kommission, die Herren Lücke und Cunow, die betreffenden Beträge, wie die Originalquittungen ausweisen, zugeführt erhalten. Ebenso un begründet war, wie Herr Spiller noch mittheilte, das von bös williger Seite zum Zweck der Verdächtigung in Um lauf gefeßte Gerücht, der ebenfalls ausgewiesene KlempnerDhlerich babe aus dem Generalfonds Unterstüßungen erhalten. Nachdem hierauf die übrigen Mitglieder der Spezialrevistonskommission die Angaben des Referenten als genau dem Befund entsprechend bestätigt und die an der darauffolgenden furzen Diskussion fich betheiligenden Redner mit dem Bericht einverstanden sich ers tlärt hatten, ertheilte die Versammlung Herrn Nezband als vormaligem Kaffirer Decharge und brachte, der Aufforderung des Herrn Spiller gemäß auf beide unschuldig Verdächtigte, die Herren Nezband und Rojan, demonstrative Hochrufe aus. Hum zweiten Punkt der Tagesordnung theilte Herr Rojan mit, daß feit Neujahr in bisher beftrenommirten Fabriken zahlreiche Lohnreduktionen von 10 bis 33% pet. stattgefunden und daß man fich für das kommende Frühjahr auf neue Stürme und Kämpfe gefaßt zu machen habe. Unzweifelhaft sei hieran nur der Um stand schuld, daß den Fabrikanten die Schwächung, welche bieOrganisation der betreffenden Metallarbeitertreise erlitten, nichts weniger als unbekannt sein könnte. Es wäre daher für die Berliner Metallarbeiter die höchste Beit, sich endlich wieder aufzuraffen und, wie früher, einmüthig zusammenzuschaaren.( Stürmische Zustimmungsrufe und Beifall.) Anläßlich einer eingelaufenen Anfrage erstattete sodann Herr Nesband noch kurz Bericht über den bekannten Strife der Arbeiter in der Joseph'schen Gas- und Wafferarmaturenfabrik und Drechsler Julius Müller über die befannie Strifefttuation in der Steinnußknopfbranche. Algemein wurde zur Veranstaltung von Sammlungen in den Werkstätten zu Gunsten der Strikenden aufgefordert und warm empfohlen, fich ihre Unterstüßung recht angelegen sein zu laffen. In der Diskussion über diesen Gegenstand erfolgte noch um 1/12 Uhr die polizeiliche Auflösung auf Grund des Sozia liftengesetes, als Buchbinder Michelsen von der Nothwendigkeit sprach, der foalisirten Kapitalmacht der Fabrikanten eine ge schloffene Drganisation der Arbeiter gegenüberzustellen." der Kanalisations- Verwaltung) tommen. Rechnet man bierzu ergeben fich( Ordinarium der Einnahme 45 633 478 M., Extraordinarium 5 340 720 Mt., zusammen 50 974 201 Mr.) im Ganzen als Endsumme aller Etats: Ordinarium 72 045 401 Mart, Extraordinarium 8 667 040 Mt., zusammen 80 712 441 Mart. Die Gesammt Ausgabe stellt sich ebenfalls auf 80 712 441 m., wovon 10 538 486 Mt. im Extraordinarium. Mit dieser Endsumme geht der Etat der Stadt Berlin, obwohl noch nicht alle Etats, wie namentlich die Etats der Stiftungen und Institute, mitgerechnet sind, über die Etats recht bedeutender Staaten hinaus. lo start reagiren, denn das zeigt mir, daß ich dem Achilles auf ergeben sich( Ordinarium der Einnahme 45 633 478 m., die Ferse trat( Große Heiterkeit). Der Antrag arbeitet der Trennung der Schule von der Gemeinde vor( Widerspruch rechts), das ist die unausbleibliche Konsequenz und man soll die Schule nicht von der Familie und der Gemeinde los lösen.( Ruf rechts: Wollen wir auch nicht!) Das sind die legten Regungen Ihres Gewiffens( Heiterkeit), wer das Geld siebt, hat die Macht, und das würde in Zukunft der Staat fein. Troß alledem wünsche ich, daß etwas Brauchbares aus dem Antrage heraus käme; wir wollen beffere Besoldung und beffere Benftonirung der Lehrer, aber der Geldbeutel ist augen blicklich im Reiche und in Preußen recht Inapp! Abg. Kropatiched( fons.): Agitatorisch ist der Chas die Lehrerwelt für die bevorstehenden Wahlen zu taptiviren; ratter des Antrages nicht, am allerwenigften darauf berechnet, und hat nicht Herr Windthorst, dieser abgesagte Feind aller aufbekenden Agitation( Heiterkeit), nicht in wirklich agitatoris schem Sinne von den Wittwen gesprochen, welche die Konverfion der 4/ proz. Staatsanleihe dem Hungertode preisgeben würde? Bünschen der Lehrer allzu konnivent entgegen; wir normiren die Minimalpenfion auf nur 450 Mart, während die Lehrer thren Anspruch bis 750, ja bis 800 Mart erhoben haben! Wir tonnen aber folchen Forderungen ihrer Unerfüllbarkeit wegen die Köpfe der Baukanten nicht genügend geschüßt. Der Name durchaus nicht nachgeben; und auch bei 450 Mart haben indeffen die Lehrer feinen Grund zu flagen. Mit diesem Mi- sowie die zweier anderer Betheiligten wurden polizeilich festnimum werden unsere Lehrer gleichzeitig ebenso gut gestellt wie diejenigen in anderen deutschen Staaten mit günstigeren Ben al ber über da nd கு Dauer wird, en Lan Die Bu af au bie agen w Syn ift bo n ber Inne ird die in b und In Berlin bestehen z. 3. noch immer 15 Grundstücke, welche die Freihausberechtigung, d. h. die Befreiung von den jetzt Realsteuern haben. Der Magiftrat beabsichtigt feßt diese BeRealsteuern haben. rechtigung abzulösen und hat der Stadtverordneten Versammlung eine entsprechende Vorlage gemacht. Lokales. ( Sehr gut! rechts.) Unser Antrag kommt keineswegs den sonen, welche fich vor einigen Tagen in einem Restaurations tommiffton zu überweisen. lofal in der Schwedterstraße mit Schläger- Mensuren befaßte, wurde daselbst von der Revierpolizei aufgehoben. Die Stu denten bedienten fich hierbei geschliffener Schläger, auch waren eines Bautanten, welcher aus mehreren Wunden stark blutete, gestellt. Ronirungsverhältnissen. Ich bitte, den Antrag der Unterrichts- Pferdebahnen ist immerhin gefährlicher, als das von der Rück b. Das Aufspringen auf den Vorder- Perron der Der verantwortliche Redakteur des Deutschen Tages Abg. v. Stablewati erklärt sich mit der Tendenz des blattes", Hauptmann a. D. W. Grothe, trat, als er am Der Bezirksverein des wertthätigen Volkes im 29., 30. und 31. Wahlbezirk hielt am Dienstag, den 3. Februar, in Golle's Lokal seine Versammlung ab. Auf der Tagesord nung ftand ein Vortrag über Die Stellung der Arbeiter bezirksvereine gegenüber dem Arbeiterschußgeset". An der Diskussion betheiligten fich die Herren Engler, Gutsche und Steindorff, ersterer befürwortete einen achtstündigen Marimalarbeitstag, während Herr Gutsche die anwesenden Gäfte bittet, fich dem Bezirksvereine anzuschließen, um so zu zeigen, daß auch fie auf die vom Referenten angeführten For berungen bestehen. Herr Steindorff verbreitete fich des Näheren über die Forderungen der Regelung der Buch hausarbeit und des Submissionswesens. Schließlich gelangte fols gende Resolution einstimmig zur Annahme: Die heute in Golle's Restaurant tagende Versammlung des Bezirksvereins des werkthätigen Volkes im 29., 30. und 31. Wahlbezirk" spricht dem Referenten ihren Dant aus und erklärt sich mit dem von den Abgeordneten der Arbeiter eirgebrachten Arbeiter fchuggefeßentwurf identisch, hegt auch den Wunsch, daß dieser Unter Ver Entwurf zum Gesez erhoben werden möge."- Unter Ver= fchiedenem theilte der Vorfigende mit, daß jezt der Bescheid auf die in Folge Verbotes einer Versamms lung des Bezirksvereins( am 10. Dezember vor. Jahres mit der einfachen Tagesordnung: Vorstandswahl) eingereichte Beschwerde vom Minifter v. Buttfamer eingegangen sei und das Verbot darin für gerechtfertigt erklärt werde. Nach Kenntnißnahme von der Herausgabe eines Hauswirthschaftlichen Rathgebers" seitens des Herrn de Neve empfiehlt Herr Tübbede den Vereinsmitgliedern, da der Bezug in größeren Partien fich bil liger ftellt, Bestellungen auf denselben bei dem Vereinslaffirer E. Franke, Linienftr. 9, zu machen. Der Vorsitzende theilt dann noch den Vorstandsbeschluß, am Sonntag, den 8. Februar, eine Herrenparthie zu veranstalten( Treffpunkt: Dranienburger Thor, Morgens 8 Uhr) mit und bittet die Mitglieder, fich recht zahlreich an derselben zu betheiligen. Mit der ferneren Mittheilung, daß die nächste Vereinsfigung am Mittwoch, den 18. Februar, ebenfalls bei Golle stattfindet und ein Vortrag über fommunale Angelegenheiten gehalten werden wird, schließt der Voifigende die sehr gut besuchte Versammlung. Eine große öffentliche Versammlung der Drechsler, Knopfarbeiter und Berufsgenossen findet Donnerstag, den 5. Februar, Abends 8 Uhr, in der Urania", Wrangelftr. 9/10 statt mit der Tagesordnung: Der Strike in der SteinnußInopfbranche. Alle Gewerksgenoffen find dazu dringend eingeladen. Gäfte haben Zutritt. * Den Steindruckern Berlins and Deutschlands hiermit die Mittheilung, daß die Kollegen der Firma Friedberg und Silberstein sich genöthigt sehen, die Arbeit in 14 Tagen einzustellen, in Folge einer Forderung, welche zu erfüllen wir uns außer Stande fühlen. Nach der neuesten Fabrit Ordnung" soll die Arbeitszeit im Winter von Morgens 8 bis Abends 7 Uhr stattfinden, das zwischen 1 Stunde Pause für Mittag und Vesper, und im Sommer von Morgens 7 Uhr bis Abends 6 Uhr ebenfalls 1 Stunde Bause täglich, also mithin eine längere Arbeitszeit von täglich 1 Stunde, dagegen der Aufenthalt in der Fabrit fich um eine ganze Stunde verlängert, und troßdem nicht einmal die Frühstückszeit gewährt wird. Außerdem soll nicht einmal die Frühstücszeit gewährt wird. Außerdem soll noch in kürzester Zeit eine Lohnreduktion eintreten. Eine öffentliche Tischlerversammlung, welche am Sonntag, den 1. Februar in Keller's Salon, Andreasstraße 21, tagte, hatte auf ihrer Tagesordnung die nothwendige Durchführung der Minimal- Lohn- Tarife und deren Gegner. Der Referent, Herr Gustav Rödel, führte aus, daß es durch Aufstellung solcher Tagesordnung den Anschein habe, als wäre eine große Anzahl Gegner der Lohntarife vorhanden. Dies sei aber nicht der Fall. Troßdem müsse man aber die Gegner, welche noch vorhanden find, zu überzeugen suchen, daß die bal dige Durchführung der Tarife zum Vortheil für jeden Tischler sei, denn es sei bei vielen noch eine falsche Auffaffung über die Tarife vorhanden; viele Arbeitgeber, welche jest schon höhere Breise für ihre Arbeit zahlen, glauben fte wären berechtigt, jetzt Abzüge zu machen. Die Arbeiter müßten aber darauf ftets Acht haben, daß fie fich das nicht gefallen laffen. Redner giebt dann einen Rückblick auf die vorjährige Bewegung und die dadurch erzielten Errungenschaften. Zur richtigen Durchführung der Tarife sei es unbedingt nöthig, daß fich alle Werk. stellen der Bewegung anschließen, hauptsächlich diejenigen, die noch bedeutend unter dem Tarif arbeiten. Nachdem sich hierauf noch mehrere Redner in demselben Sinne ausgesprochen und von Herrn John auf die Wichtigkeit der Einbaltung ber 9/2 ftündigen Arbeitszeit hingewiesen war, nahm die von zila 1500 Personen besuchte Versammlung folgende Resolution einstimmig an: Die heute in Keller's Lokal tagende Versammlung der Berliner Tischler beschließt, in Erwägung, daß die Durchführung der Minimallohntarife nur dann möglich ist, wenn eine allgemeine Betheiligung aller Werkstätten eintritt, mit allen Kräften für die Bewegung einzutreten und in allen Branchen Der Tischlerei für die Betheiligung aller Kollegen Sorge zu tragen. Die Versammelten verpflichten fich, in allen Werkstätten für die Wahl von Delegirten zu arbeiten und in jeder Woche ihre Beifteuer an den Unterstügungsfonds abzuführen." Hierauf wurde die Versammlung nach einem Schlußwort des Referenten und nach dem noch mehrere Vertrauensleute gewählt waren vom Vorfißenden Herrn Künzel geschlossen. Der Verein zur Wahrung der materiellen Interessen der Fabrit- und Bauarbeiter in Berlin tagte am Montag, den 2. b. M. in Keller's Etablissement, Andreasstr. 21. Herr Hildebrandt bielt einen Vortrag über das Thema: Die Hauptaufgaben des Vereins in diesem Jahr. Derselbe wurde mit vielem Beifall aufgenommen. An der Diskussion betheiligten fich mehrere Herren in recht reger Weise. Die nächste Mitgliederversammlung findet Sonntag, den 8. März d. J., Vor mittags 10 Uhr im oberen Saal des Herrn Keller, Andreasftraße 21, statt. Mitgliederversammlung der Zentral- Kranken- und Sterbetaffe der Töpfer und Berufsgenossen Deutschlands ( E. H.-K. 39). Sonntag, den 8. Februar d. J., Vormittags 10 Uhr, bei Seefeld, Grenadierstraße 33. Tag.- Crdn.: 1. Be sprechung über die Generalversammlung, welche am 23. April in Berlin stattfinden soll. 2) Wahl der Delegirten zu derfelben. Quittungsbuch legitimirt. Theater. Rönigliches Opernhaus: Heute: Don Juan. Königliches Schauspielhaus: Heute: Rabale und Liebe. Deutsches Theater: Heute: Der Weg zum Herzen. Bellealliance- Theater: Heute: Hotel Blancmignon. Sute: Gasparone. Rames Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Central Theater: Alte Jakobftraße 30. Direktor: Ad. Ernk. Beute: Der Walzer- König. Renbenz- Theater: Direktion Anton Anno. Kollegen! Wir glauben im Interesse der Gesammt heit zu handeln, wenn wir unter diesen Verhältnissen, heit zu handeln, wenn wir unter diesen Verhältnissen, welche ja ohnehin schon sehr trüber Natur find, nicht weiter arbeiten, wenigftens gebietet uns das Pflichtgefühl, nicht nur unser Intereffe, sondern auch das Eure zu wahren und bitten wir Euch daher, uns in dieser Ehrenfache zur Seite zu fteben. Kollegen! Laßt auch uns einmal beweisen, daß wir einig find und gewillt, für einander einzustehen. Dieses kann in erster Linie schon dadurch geschehen, daß fein Rollege in dieser Anstalt die Arbeit aufnimmt, was wir von einem jeden aufrichtigen Manne als selbstverständlich vorausseßen. Üleber unsere weiteren Schritte werdet Ihr in fürzester Zeit Nachricht bekommen und bitten wir auch dann Eurer Pflicht zu gedenken. Arbeiterfreundliche Blätter werden höflichst gebeten, diefes möglichst zu verbreiten. Sämmtliche Kollegen Der Lurus- Papierfabrik von Friedberg und Silberstein. J. A. Linsener, Sebastianstr. 39. eute: Die Eheftands Invaliden. Hierauf: Die Schulreiterin. Walhalla- Operetten- Theater: eute: Der Feldprediger. Poulsenstädtisches Theater: Heute: Bankerott Oftend- Theater: Ballner Theater: Deute: Jm Lande der Freiheit. Bute: Der Registrator auf Reifen. Bittoria- Theater: Alhambra- Theater. ute: Sulfurina. Beute: 300 000 Mart. Gesangverein Norddeutsche Schleife". Jeden Donnerstag Abend von 9-11 Uhr Uebungsstunde im Louisenstädtischen Theater- Restaurant, Dresdenerstraße. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Von Herrn Joseph erhalten wir folgendes Schreiben: Die vorgestrige Nummer Thres geschäßten Blattes brachte wiederum einen Bericht über die Zustände in meiner Fabril, ber mich veranlaßt, nochmals an Ihre Güte appelliren und um Veröffentlichung folgender Beilen zu bitten. Der Strike in meiner Fabrik ist thatsächlich beendet,(?) denn es find sämmt liche Stellen befeßt. Db die neuen Arbeiter leistungsfähig sind, darüber steht denen ein Urtheil nicht zu, welche, abgesehen von einigen Ausnahmen, thre jezige Fertigkeit erst unter Leitung meiner Meister erlangt haben, am allerwenigsten aber denen, die es nur meiner Nachficht zu verdanken haben, wenn fie wegen mangelhafter Leistungen nicht früher entlassen worden sind. Es ist natürlich, daß die neuen Kräfte im Anfang nicht so eingearbeitet waren wie die alten, heute sind sie es aber bereits und in furzem werden fie die früheren übertreffen. Ich habe es ftets für meine Pflicht gehalten, auch älteren oder durch Krankheit beruntergekommenen Leuten eine ihren Kräften entsprechende Beschäftigung und Gelegenheit zum Erwerb ihres Lebensunterhalts zu geben. Wenn solche Arbeiter als abgenußt und verbraucht" bezeichnet werden, so ist dies hart und charakterifirt das Treiben der Anstifter der Bewegung. Hoch achtungsvoll Bernhard Joseph. Wir glauben faum, daß die Sache so günstig liegt, wie fte von Herrn Joseph dargestellt wird, wir hielten uns jedoch trosdem für verpflichtet, obiges Schreiben zur Kenntniß der Strikenden zu bringen. Ein gutes Piano, 20 Thlr., z. vert. Dranienstr. 2, IV r. 237 Elegante Masken- Garderobe Fr. Panknin Oranienstraße 178 v. 2. Etage, 228 Ede Adalbertstr. Gemeinnütiges. Einiges über Trunksucht. Trunksucht nennt man die Angewöhnung an maßlosen Alkoholgenug. Der Alkoholmis brauch witt fehr schädlich auf Leber, Gehirn und Rückenmatt, ferner auf Mund, Rachen und Magen. Die Schleimhäute dieser 3 legten Drgane verfallen, in Folge des Reizes, den der Alkohol auf denselben ausübt, einem chronischen( bleibenden) Katarrh, in Folge dessen die Ernährung abnimmt und sein Kräftezustand herunterkommt. der Vorsicht hierbei sich durch ein unaufhaltbar langjan Tode führendes Uebel, der Lungenschwindsucht sich straft. her ist es nöthig, daß man nicht nur unreine, schädliche, dern auch gar zu heiße oder zu talte Luft von der Lunge hält, beim Athmen vor dem zu raschen Wechsel warmer falter Luft schüßt, bei stattgehabtem Athmen in warmer dann nicht durch den offnen Mund, sondern durch die athmet, oder fich eines Tuchs oder eines Respirators bebin Man darf den Blutzufluß zu den Lungen durch zu anbalte des Turnen, Tanzen, Steigen u. s. w. steigern. Auch f Erkältung nach großer Erhigung ruft nicht selten Lunge frankheiten hervor. Der Zimmt und sein Nußen in der Medizin. Simmtrinde befigt ein ätherisches Del und Gerbsäure, wodu fte die Verdauung befördert, den Blutumlauf beschleunigt gleichzeitig die Ausscheidung des Darmkanals beschräntt, stopfend wirkt. Neben seiner Verwerthung als angene Gewürz bei Bereitung von Speisen und Getränken witb halb der Bimmt in Form einer Tinttur oder eines Deles Heilzwecken gebraucht. Hauptsächlich wird die Tinttur g Gebärmutterblutungen, Wehenschwäche, ferner gegen Erbre Magenkrampf und Koliten angewendet; man giebt 20 bis Tropfen mehrmals am Tage auf Bucer. Simmtwaffer Bimmtsyrup sezt man zur Verbefferung des Geschmades deren Arzeneien zu. Statt der Zimmitinktur tann man von Bimmtöl Gebrauch machen; man giebt 1 bis 3 Tro auf Zucker. Die Erweiterung der Gefichts blutadern, besonders an Nase und Wange, machen das Lafter offenkundig, wenn es nicht schon durch die Abnahme der Jntelligenz, der Arbeitsluft und der Kräfte bekannt geworden ist. Die Behandlung der Trunksucht besteht in strenger Bucht, und wo diese nicht zu Hause durchgeführt werden kann, da thut man am besten, den Kranken- denn als solcher ist der Trunk- denn als solcher ist der Trunkfüchtige anzusehen in eine Heilanstalt zu geben. Die gegen Trunksucht in den Beitungen empfohlenen Mittel find sämmtHumbug. lich Schutz der Lungen vor Krankheit. Jedermann wird wohl schon bekannt sein, ein wie wichtiges Organ die Lunge ist und daher hat man dieselbe mit Recht sorgfältig vor schädlichen Einwirkungen zu hüten, da gerade eine Nichtbeachtung Arbeitsmarkt. Verfahren, um Stoffen die Farbe wieder zu gebe Man nimmt zu diesem Zwede Salmiatgeist, den man Hälfte mit Waffer misch, und bestreicht damit wollene und fei Stoffe, welche Flecken bekommen haben. Ist dies geschehen nimmt man ein Stückchen Zeug von demselben Stoffe, man schon in Bereitschaft halien muß, und reibt den ben Fleck, bis er troden ist, worauf die Farbe zurückgekehrt wird. Will man es aufplätten, so darf dies nicht sogleich schehen. Lederarbeiter auf gewaltte Sattlertresors, aber nur solche, finden dauernde Beschäftigung bei 240 H. Adam jr., Budowerstraße 7. 1 Stepperin auf Porte- tresors verlangt H. Adam jr., Budowerstraße 7. Zum Stengel- und Tabakschneiden 239 empfiehlt fich 236 H. Güthling, Frankfurter Allee 166. Allen Freunden und Gönnern, sowie einer geehrten Nach barschaft empfehle mein 235 Qel, Sicht- und Seifengeschäft, Nr. фетиз Berlin f Bokabon In de Har von Die Salepwurzel und ihr großer Werth für Kin Rindern, die abgezehrt, schlecht genährt und durch Dur oder andere Ausleerungen erschöpft sind, giebt man Salep und mit gesundem Blute anzufüllen, ohne daß nachthe 28 bes außerordentlichem Erfolge, um sie schnell wieder herzuft preußischen fähr folgen Nebenwirkungen entstehen. Der Salep ist start aber mildnährend und eignet sich daher vor Allem für den rei Körper eines Kindes am besten. Es empfiehlt sich daber Mutter, ihrem Kinde täglich einen Theelöffel fein gepu Salepwurzel unter die Milch, Fleischbrühe oder Suppe lo zu lassen, worauf zu achten ist, daß das Quantum Salep tüchtig mit einem Löffel Waffer zu einem Brei verrührt und es nun erst mit seiner Buthat tochen läßt. Verfahren, um Riffe an Kacheln von Oefen u auszubessern. Wenn sich an den Kacheln der Kachelöfen oder selbst lose Fugen eingestellt haben und so den Bufam hang derselben unterbrechen, so mache man aus reinem und Waffer einen diden Zeig und verschmiere damit, man mit einem Lappen nachwischt. Gleich darauf beftaube die Stelle mit Gips und wische mit einem Tuche hinte sowie Bürsten, Besen und Geschirrhandlung, sämmtliche Artikel zu den billigsten Preisen. Karl Rißner, 25. Oppelnerstraße 25. Arbeiter- Bezirksverein v. 15, u. 20. 234 Communal- Wahlbezirk. Mitglieder- Versammlung heute Abend 8 Uhr, im Lokale des Herrn Otto, Adalberts straße 21. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. ph. Angerstein. Verschiedenes. Fragetaften. Gäste find willkommen. Der Vorstand. Briefkasten der Redaktion. in 6. Eil. Das ist tein Grund zum Ausscheiden der Drtskaffe. Sie müffen sich bei dem Vorstand besch Das Andere wissen wir nicht. R. H. 15#. 20. Bei uns ist nichts eingegangen. die Schuld trifft, wiffen wir nicht, recherchiren Sie doch einmal. Ihr Prog wenn die gebracht h fagen, hä fegen föns und dergle Sympathie haben mit tines S ei atet w anfhaft Wir Lomich jet maßen Be D. H., Kl. Markusstraße. 1. Es heißt: Ich gra Ihnen. 2. Fragen, welche den Scharfrichter Herrn Krautirung in treffen, beantworten wir prinzipiell nicht. Ein Berliner Bürger- Rettungsverein eristirt in nicht, wohl aber ein Bürger- Rettunge- Institut am Gene menmarkt. Daffelbe verleiht Geld ohne Zinsen gegen liche Abzahlung an Bürger. G. E., Straußbergerstr. 40. Wiederholen Sie ligst Ihre Frage. Es ist uns nicht mehr erinnerlich. Be Dant. Beit eine beiterschutz muß. Da Einrichtun Frankreich bar und u Bir ware tachten lides find Tenge mon wollen her Derr von wie fie bu bezeichnen 24 thümlichen Im Jan Deutsche verichollen bertus tages tifche in นา Am Sd betitelten Boltswirt lennen Le foll die foziale που noch un Noorud ver Jentsch. Haben Sie noch ein paar Tage Geduld, wird Ihrem Wunsche Genüge geleistet werden. 2. B., Auerbach, Vogtland. Ob ein Fachverein Beichner oder ein Verein für Musterzeichner besteht, wiffen nicht, vielleicht giebt ein freundlicher Leser Auskunft Uebrige hat wohl nur lokales Interesse. Anna. Wir können uns weder verpflichten, auf fe frage Auskunft zu geben, noch diese in ganz bestimmtem raum zu ertheilen. Auf Ihre Frage, ob ein Brauer ficht auf ein gutes Fortkommen in Brasilien hat," tann haupt Niemand antworten. Dazu gehören mindesten Wenn": 1) Wenn er tüchtig ist," 2)" Wenn er Geld um ein Geschäft zu begründen" und 3) Wenn er Glid daß es einschlägt." Die übrigen ,, wenn", die alle noch könnten, erlassen Sie uns wohl. Ungeduld. Die Fragen werden alle der Reihe na antwortet. Nur in dringenden Fällen finden Ausnahmen " " Wir bitten die Herren Schneidermeister höflichst um pfangnahme der 81 Hard Frühjahrs- und Sommer- Kollektion Jacobi u. Adam und bitte Hochachtungsvoll Soeben erschien: Spandauerstr. 49. Das Flend der Philosophie. Antwort auf Proudhons, Philosophie des Elends" Von Karl Marx. zahlen. werde me grausamer meine R idh e m tönnte!" Emm burg fet unter, un bas Kran Sie in ibr Bi Mit einem Vorwort von Friedrich Engels. rief Char Preis Mark 3,50. Bu beziehen durch die Expedition Zimmerstraße Die Nr. 13 der humoristischen Blätter 115 Der wahre Jacob" Seilen au Frit Bescheid 44. trat Char Verwund breit das nie en dél Emp Fri in erschienen und in der Exped. d.„ Berl. Voltsbl." zu b en gros. Cigarren- u. Tabak- Handlung FRITZ GOERCKI Berlin SO., Admiralstraße 40( frühere ,, Linde.") Import echter Havanna, Lager aller Sorten Rauch- und Schnupf tabake. 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