En. Gegn läge. effige. e in fleine fehr wohl tangeneh Delen 2c. vollkommen Man nehm öl, Sellerie gran Senföl Bahn felb thig, in den e dafelbft er fertigkeit die zur ein tüd on hineinge nicht von in gefchidie them Erfolge ents. Man Ammoniol mpfer, mijd Dann ba feiht man für schmey Geschwulf nterliegt tsächli mbztelen Waffer 3. B. Butte an, Dri nehme is zur Num Nr. 35. Mittwoch, 11. Februar 1885. II. Jahrg. Berliner Volksblatt Organ für die Intereffen der Arbeiter. Das Berliner Bolksblatt 99. scheint täglich Worgens außer nach Scun wub efttages. Wetpreis für Berlin fret in's Haus vierteljährlich 4 hari, mesati 1,85 Mac, wöchentlich 35 Bf. Bostabonnement 4 Mart. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags- Nummer zait illuftr. Beilage 10 Bf. ( Eingetragen in ber Boftzeitungspreislifte für 1885 unter R, 746.) Jnsertionsgebühr beträgt für die& gespaltene Betitzeile oder beren Staum 40 f. Arbeitsmarti 10 y. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inferate wetben bis 4 tbs Nachmittags in ber Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annonces Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berfin SW., Bimmerftraße 44. Der Minimallohn. Am Der Gesezentwurf zum Schuße der gewerblichen und buftriellen Arbeiter, den die Vertreter der Arbeiterpartei Reichstag eingebracht haben, hat eine sehr verschiedene heils anerkennende, theils abfällige Kritik erfahren. heftigsten wird die Vorlage von den deutsch freifinnigen Blättern bekämpft und die diesen sehr nahe verwandte Frankfurter Zeitung" behauptet fogar, die Vorlage sei mit was erlausnahme der Bestimmungen über Festsetzung eines Minis Blasröhre fünt Butts erreicht bat = nehmer und die ihnen ergebenen Preßorgane mögen doch erst einmal den Beweis erbringen, ob das Ausland so sehr Selbstniedrige Löhne zahlt, wie sie immer behaupten. verständlich möchten wir die ausländischen Unternehmer nicht höher stellen, als die einheimischen, allein in einer ganzen Reihe von Industriezweigen zahlen in feinem Lande bie Unternehmer so schlechte Löhne, wie in Deuschland. Wenn eine Industrie durch menschen= möglichst elende Arbeitslöhne auf dem Weltmarkte einen Erfolg erringt, so Der Bylin mallohnes, aus dem Programm der deutschen Volkspartei ist das eben kein Erfolg für das Vater hat ewegung aber nur Die übrig beigemen auf Papi t; der Ri mende M örperfäfte fe muß in größ En uud fau Ten, oder mit Buf verflüffig m Theils 10. bele ein enn Sie en wir tommt Descarter as Spiel ife franzö Derer Belt egeben" b ent. 9, v. 4% b" БІ." зи babe , Tritot Wienerft n E ittungs Preis und Canken G ophie. Elends". ngels. ftraße 44. 40 abgeschrieben", ja, sie erreiche das Programm dieser vortrefflichen Partei nicht einmal. Wir registriren diesen AnAriff gegen die Vorlage als den kindlichsten von allen. Die Forderung der Festsetzung eines Minimallohnes burch die Arbeitskammern wird am meisten bestritten, obschon für das fundige Auge nicht der Minimallohn, sondern Hauptforderung der ganzen Vorlage erscheinen muß. ber zehnstündige Marimalarbeitstag als die " Hier ist es wieder die Frankfurter Zeitung", die den ten Lärm macht, indem sie sagt:„ Dieser Baragraph Minimallohn) hat eine rein sozialistische Tenben, indem er an Stelle der Einzelwirthschaft die Kol. leltiwirthschaft setzt und damit die Grundlagen Ran erstaunt ob folcher Gespensterfurcht und oft rer gesammten heutigen Produktionsweise zerstört". Unwissenheit. Die Herren von der Frankfurter Beitung", die so und mit so großer Selbstgefälligkeit die Gewichtigkeit er fritischen Verbitte betonen, fönnten doch nun einmal en, daß der Minimallohn so wenig wie der Normals eitstag und das Recht auf Arbeit eine rein sozialistische berung" ift. Rein sozialistische Forderungen würden auf dem Boden der Gewerbeordnung des deutschen schwerlich Raum finden, wie die in Rede stehende Borlage wären, so würde ja jede amtliche Preisbestimmung, jebe Benn die Behauptungen des Frankfurter Blattes richtig Brots Tendenz und Fleischtage eine rein sozialistische" haben, und würde damit die Kollektivwirthschaft eingeführt sein. Nachgerade weiß doch aber jedes Kind, bag bie erfte Bedingung der Rollettivwirthschaft auch der Rollettivbesitz an Produktionsmitteln ist. Daß durch einen Minimallohn die Produktionsmittel zu Rollettiveigenthum gemacht würden, das beweisen zu wollen wird selbst ,, der land überhaupt, sondern nur ein Erfolg für die Taschen der Unternehmer, den das Vaterland mit einer verkommenen, im Elend untergehenden Bevölkerung zu büßen hat. Der Einwand von der Ronkurrenz des Auslandes hat in gewiffen Fällen zwar seine Berechtigung, allein es ist an der Zeit, daß man sich gegen das heuchlerische Gaukels spiel tehrt, das mit diesem Emmand schon überall getrieben wird. Der Minimallohn hindert den Unternehmer zunächst gar nicht, mit dem Auslande erfolgreich zu fonfurriren, allein er verkürzt den Unternehmerge winn und das ist es, worüber man das große Geschrei erhebt. Natürlich sind die Unternehmer, wie immer, wo es angeht, auch hier bemüht, den Schein der Uneigennüßigkeit zu wahren und so verstecken sie sich hier hinter die Konkurrenz des Auslandes, wo es sich nur um die Höhe des Unternehmergewinns handelt. Im Allgemeinen regeln sich, wie wir früher schon hervorgehoben, die Lohnsäge durch Angebot von und Nachfrage nach Arbeitskräften, und dies wirthschaftliche Gesetz wird in vielen Fällen stärker sein, als ein Staatsgesetz. Allein damit ist noch keineswegs bewiesen, daß ein Minimallohn sich nicht feffeßen ließe. Es aiebt hunderte und tausende von Fällen, wo die Willkür des Unternehmers an der Feststellung der Lohnhöhe bedeutend, manchmal entscheidend einwirft, es giebt eine Unzahl von Betrieben, die in feiner Ronkurrenz mit dem Auslande stehen oder durch Schutzölle gegen ausländische Konkurrenz gedeckt find. Namentlich bei jenen Unternehmern, denen man hohe Schutzölle bewilligt hat, wird der Lärm über die Konfurrenz des Auslandes gar nicht so ernst zu nehmen sein. Man sieht, wenn es auch heutzutage Mode geworden Mann, der Alles beweisen kann", der Professor Gneist, ist, in Sozialreform" und Sozialpolitik" zu machen, so night wagen. wie tenz bes Auslandes gegenüber dem Minimallohn Reformversuchen ausgespielt. Selbstverständlich wird auch wieder die Kontur 84 überhaupt bei allen einschneidenden wirthschaftlichen Nun unsere Herren Unterbrud verboten.] thurm Feuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dur. Forseyung.) Er befahl einem Diener, sich sofort nach dem Signalzu begeben, und den Zwerg aufzufordern, denselben verlaffen. Dann nach dem Befinden seiner Tochter umzusehen, und noch im bgehen rief er ihnen zu: verabschiedete er sich von den Herren, um sich Also morgen, meine Herren, jagen wir Wildschweine ... Adieu! Auf fröhliches Wiedersehen meinem Revier morgen zur Jagd!" tagSechsunddreißigstes Rapitel. Der folgende Tag war ein flarer, sehr falter Dezember Es war noch nicht lange nach Aufgang der Sonne, " " soll man sich niemals von Phrasen täuschen lassen. Der Pferdefuß des reinen Privatinteresses tommt doch gleich zum Vorschein, sobald nur ein wenig Ernst gemacht wird. Und doch müssen die Gegner der Arbeiterpartei, was sie auch sonst denken mögen, dieser Partei zugestehen, daß fie Er schien erst beruhigt, als er des Grafen gute Laune und sein fräftiges, gesundes Aussehen erkannte. Die Pferde scharrten ungeduldig mit den Füßen. Den Bügel des Grafen hielt Toby der Zwerg. Es war dies ein Dienst, den Toby immer verrichtete, und den man ihm schweigend überlassen hatte, obgleich derfelbe durchaus nicht zu seinen Funktionen gehörte. Er hatte diesen Dienst immer schweigend verrichtet, wie er überhaupt selten mit dem Grafen ein Wort wechselte. Weshalb öffneten sich heute die Lippen des kleinen häßlichen Mannes? Herr Graf, Sie sollten heute nicht zur Jagd reiten." Warum nicht?" fragte ihn der Graf verwundert. Der Zwerg blickte sich ängstlich um, als ob er fürchtete, von Jemandem gehört zu werden. Herr Graf," sagte er dann, es ist nicht geheuer in den Bergen von Glenmoore." Du bist abergläubisch, Toby," antwortete der Graf Lachenb. Dein Studium greift Deinen Geist an." " Toby ist ein Narr!" rief Segal, der die Warnung des Zwerges gehört und den dieselbe mit Verdruß erfüllte. ihre Forderungen im Reichstage ganz unerwartet mäßig ge stellt hat. Politische Uebersicht. Die Berathung über die Zolltarifnovelle hat geftern im Reichstage ihren Anfang genommen. Vorzüglich ist es die Erhöhung der Kornzölle und der Holzzölle, welche die weitestrn Kreise in Aufregung feßt. Natürlich steht das pes funiäre Intereffe im Vordergrund der Betheiligten. Der große Landwirth allein profitirt von der Erhöhung der Getreidezölle, während alle sogenannten kleinen Leute, die kleinen Bauern mit inbegriffen, den Schaden davon haben. Die bedeutende Erhöhung der Holzzölle gereicht gleichfalls nur den großen Waldbefizern zum Vortheil, fie schädigt aber die im allges meinen blühende Holzindustrie im Lande und somit auch die in dieser Industrie beschäftigten Arbeiter. Auch dürfte der Wald selbst unter diesem Bollaufschlag leiden, da durch die höheren Preise verführt, leicht Raubbau eintreten fann. Solcher Raubbau aber wirkt auf Wittes rung und Temperatur schädlich ein, er begünstigt die und ift Ueberschwemmungen Deshalb gemeinschädlich oder Auf eins gemeingefährlich. möchten wir die Arbeiter aufmerksam machen: Die liberalen Redner, welche im Reichstage gegen die Erhöhung der Getreide- und Holzzölle fich aussprechen, nehmen den Mund voll von ,, Arbeiterfreundlichkeit". Doch ist diese ,, Arbeiterfreundlichkeit" nur eine Phrase, hinter der die Herren die Interessen des Kapitalismus verstecken. Mögen die Arbeiter immer an dem Brundfaße festhalten, daß die Konservativen bei allem ihren Thun und Tretben in der Hauptsache nur die Intereffen des Großgrundbefizes, die Liberalen die Interessen des Kapitalis mus vertreten. So auch bei der Berathung der Zolltarifs novelle. Die Arbeiter aber allein vertreten ihre eigenen Intera in der Arbeiterpartei. effen, fte tönnen sie nur vertreten in ihrer Gemeinsamkeit, nut Zur Auslieferungsfrage. Zwischen Berlin und Wien schweben gegenwärtig( bem ,, Reichsboten" zufolge) lebhafte Vers handlungen, um auch Desterreich- Ungarn zum Abschluß eines Auslieferungsvertrages zu bewegen. Die österreichischen Mia nifter haben bereits thre Zustimmung in Aussicht gestellt; Un garn widerstrebt noch, aber auch an deffen Bustimmung set nicht zu zweifeln, da neuerdings die Wiener Regierung Beweise geleitet wird und ihren Sieg namentlich in Böhmen, Mähren, für eine anarchistische Organisation, welche von Amerika aus Ober- und Niederösterreich aufgeschlagen hat, erhalten haben soll. Die italienische Regierung soll einen ähnlichen Antrag Der deutschen Regierung rundweg abgeschlagen haben, was die ohnehin nicht sonderlich guten Beziehungen zwischen Rom und Berlin noch mehr erfältet hat. Der Reichsanzeiger" und die Polen. Vor Kurzem führte der Reichsanzeiger" eine sehr scharfe Polemik gegen die in Krakau erscheinende polnische Monatsschrift Przeglad Powszechny" der Tendenz angeblich auf die Wielderstellung Von Seiten des Polenreiches gerichtet sein sollte. der polnischen und ultramontanen Preffe wurde dagegen be Neben ihr stand ihre Gesellschafterin, Miß Gabriele, welche zärtlich die Hand der Gräfin in der ihrigen hielt. Beruhigen Sie sich, Romtesse," fagte fie. Nach allen Anzeichen ist die Gefahr, welche Sie befürchten, wirts lich nicht so nahe; vielleicht geht sie diesmal ganz vors über." ,, Nein, nein, liebe Freundin," antwortete Agathe, ins dem sie langsam und traurig den Ropf schüttelte ,,, die Ges fahr wird nicht vorübergehen; sie ist nahe, ganz nahe... Als ich den Zwerg Toby dort oben auf dem Signalthurm sah, da wußte ich, daß die Gefahr nahe sei. Er ist jedes mal der Erste, welcher das Unheil erspäht, und in seinem Gesicht habe ich gelesen, daß er die Nähe desselben ertannt hat." ,, Aber Ihr Vater zeigte auch nicht das mindeste Symptom." ,, Es wird kommen, Gabriele, es wird kommen; ach, vielleicht nur allzubald.... D, wie unglücklich bin ich, wie unglücklich unser Haus!... Ach, wenn es doch endwie unglücklich unser Haus!. lich zu Ende wäre!. Für mich giebt es feine Er als Segal's Horn vom Schloßhofe hinauftonte, und das Signal zur Versammlung der Jäger gab. Der Graf hatte Die Jagd wird heute vorzüglich; ich habe schon vor einis lösung als den Tod, und auch für meinen armen Vater ein fröhliches Wiedersehen gewünscht. Die Stimmung ber Theilnehmer an der Jagd aber war durchaus keine fröbliche. Rillmare Brand war einigermaßen beunruhigt, denn er hatte erfahren, daß die Romtesse Agathe immer noch leidend sei und ihr Bimmer heute nicht verlassen werde. war schweigend und niedergeschlagen. Der Graf allein Igien frohen, frischen Muthes. Bafte nach dem Befinden seiner Tochter erwiderte er ziem lich turz: Auf Erkundigung ber regung meiner Tochter wird sich legen, und sie wird Beunruhigen Sie sich nicht, meine Herren, die Aufheute Abend, wenn wir von der Jaad zurückkehren, bei Der Tafel zugegen fein; ich verließ sie soeben in leiblich gutem Wohlbefinden." gen Stunden rekognoszirt; wir finden das Lager des schönften Wildschweins im Didicht nahe an dem Jagdhause an der Lift- re." Also brechen wir auf!" rief der Graf. Der Zug fette sich munter in Bewegung. Laut schlug die Meute an, die Niedergeschlagenheit ver schwand auch bei Denen, welche fie bis jetzt vergebens zu bekämpfen gesucht hatten. Die Luft an der Jagd, bie in den schottischen Bergen auch Denjenigen ergreift, der kein passionirter Jäger ist, gewann die Oberhand. Die fleinen, fräftigen Pferde jagten über die Schneefläche hin, bis an das Jagdhaus, wo man das Frühstück einnahm, und unter den günstigsten Auspizien begann die Jagd. An einem der Edthürme des Schloff& M'Donuil Im Schloßportal erwartete fie Habicht, der einen ftard bleich und tief besorgten Anilizes die Gräfin Agathe, forschenden Blick auf den Grafen richtete, und heute keines wegs fo frohen Muthes schien, wie fonft. und blickte den Jägern so lange nach, bis sie hinter dem Schreckenstein verschwanden. nicht!" Sie fant in einen Seffel, bedeckte ihr Geficht mit den Händen und weinte. Mit banger Sorge sah sie der Rück tehr der Jäger entgegen. Den ganzen Tag fast verließ sie das Zimmer nicht, das an den Eckthurm des Schloffes grenzte, und unaufhörlich blickte sie hinaus, die Rückkehr der Jäger ers wartend. Bergebens waren die Worte der Beruhigung, welche Gabriele zu ihr sprach; vergebens die Gründe, welche diese anführte, um ihre Befürchtungen zu widerlegen. Es wollte nichts bei ihr verfangen; sie blieb dabei: ,, Noch heute wird die Katastrophe vereinbrechen!" und immer schluchate fie und rief einmal über das andere: Mein armer unglüc licher Bater!" Endlich kam der Abend. Die Sonne war bereits hin ter den Bergen niedergegangen; die Schneefläche war nur matt beleuchtet von dem Licht der schmalen Mondfichel. hauptet, daß der„Przeglad" eine wissenschaftliche Zeitschrist ohne jede politische Tendenz sei; daS Zitat auS einem Artikel des Blattes, auf welches der„Reichsanzeiger" sein Urtheil stütze, sei falsch übersetzt. Inder neuesten Nummer deS„Reichs- anzeiaers" lesen wir nun: Berichtigung: In Nr. 9 deS „ReichSanzeiaers" von 1885 ist ein Zitat aus der unter dem TUel„Przeglad PowSzechny" in Krakau in polnischer Sprache erscheinenden Monatsschrift wiedergegeben, welches in der Uebersetzung lautet:„Polen werde die ihm gebührende Stel« lung einig einnehmen." In richtiger Uebersetzung hätte das Zitat lauten müssen:„Polen werde die ihm gebührende Stel« lung w ü r d i g einnehmen."— Etwas mehr Vorsicht wäre also auch für den„Reichsanzeiger" am Platze. Eine Konferenz von Delegirten der Seestädte hat in Berlin getagt und sich vorzugsweise mit den geplanten Zoll- erhöhungen beschäftigt. In Bezug auf die Erhöhung der Getreidezölle wurde folgende Resolution einstimmig ange- nommen: „In Erwägung: 1) daß die Erhöhung der Getreidezölle nur einer gerin- gen Zahl augenblicklich im Besitz befindlicher Großgrundbe- fitzer Nutzen verschafft, welcher durch weitere Steigerung des GrundwerthrS resp. der Pachten in kurzer Zeit in seiner an- geblichen Wirkung auf dte Nothlage derLandwirthschaft wieder aufgehoben wird' 2) daß die Ernährung zumal der minder wohlhabenden und der arbeitenden Klassen der Bevölkerung durch die Erhö- hung der Getreidezölle erheblich verlheuert und verschlechtert wird und die industriellen Kreise Deutschlands im weitesten Umfange in ihrer Leistungsfähigkeit geschadet werden; 3) daß wichtige industrielle, Handels- und EchifffahrtS- Interessen in bedenklicher Weise zum Nachtheil der gesummten Voltswohlfahrt geschädigt werden; beantragen wir; der hohe Reichstag wolle sämmtliche auf Erhöbung der Getreidezölle gerichteten Anträge ablehnen." Ferner wurden Resolutionen gegen die Erhöhung der Holzzölle und gegen die prozentuale Börsensteuer angenommen. Zum Frankfurter Attentat- AuS Bern geht der„Neuen Züricher Zeitung" nachfolgendes Telegramm zu, das wir unter allem Vorbehalt wiedergeben:„In Frankfurt a. M. wurde der Anarchist Kultmann arretirt,'wahrscheinlich weil er im Verdacht steht, an dem Mord des Polizeiraths Rumpff bethelligt zu sein. Kuttmann wurde vor einigen Monaten wegen Verbreitung des Etellmacher.Plakats in Burgdorf gerichtlich bestraft und dann auS dem Gebiet der Eidgenossenschast ausgewiesen." Frankreich. Interessante Enthüllungen hat der Prozeß in M o n t- ceau-les-MimS gegen die aufrührerischen Ar- beiter noch zu Tage gefördert. Als die ersten StrikeS im Norden Frankreichs ausbrachen, sprengte man allgemein aus, hinter denselben stehe ein anarchistisches Komplott, und eS setzte der Minister des Innern Waldeck-Rousseau, der unrühm- liehe Träger zweier berühmten Namen, eine Belohnung von 5000 Franks für die Entdeckung der geheimen Verbindung aus. Der mit der Untersuchung beauftragte geheime Polizei« inspektor Brun hatte damals, als er kein Komplott finden konnte, selb st eins angezettelt und steckte das Geld vergnüglich schmunzelnd ein. Die spätere Untersuchung hat nun diesen �haibestand entdeckt und wollte den Brun in Anklage- zustand setzen. Der Minister deS Innern aber, genannter Waldeck. Rousseau, setzte alle Hebel in Bewegung, dies zu ver« hindern. Nunmehr soll es auS einem Briefe, der aufgefunden worden ist, hervorgehen, daß Waldeck-Rousseau von der An- zettelung durch den geheimen Polizisten gewußt und dieselbe sogar„im Interesse des Dienstes" gebilligt hat.— Ein hübscher„Retter der Ordnung" das, dieser republikanische Minister! In Paris ist die geplante Massenkundgebung beschäftigungsloser Arbeiter nicht zu Stande ge- kommen. Um drei Uhr Nachmittags besetzten gegen 400 Stadt- sergeantS, eine Kompagnie Munizipalgarde und eine Abtbeilung berrttener Garde den Opernplatz. Neugierige sammelten stch massenhaft vor dem Cafe de la Paix an, doch waren unter ihnen äußerst wenige Leute in Blouse und Schildmütze. Die Gaffer hielten stundenlang auS und noch jetzt, um sieben Uhr Abends, ist der Boulevard vor der Oper schwarz von Menschen, die vor den berittenen Gardisten und Wagen auseinander weichen und hinter ihnen wieder zusammenschlagen- Rufe wurden nicht ausgestoßen. Verhaftet wurde bisher blos ein Anarchist, der aus auf dem Börsenplätze einige Reden zu den Umstehenden hielt. Italien. Wie seiner Zeit berichtet wurde, brachte der ministerielle Deputirte Lueea einen von 130 Kollegen unterzeichneten An- trag ein, durch welchen die Regierung aufgefordert werden sollte, rasche und wirksame Maßregeln vorzuschlagen, um den traurigen und gefährlichen Zuständen der landwirthschaftlichen Produktion unv der ackerbauenden Bevölkerung abzuhelfen. Die Verhandlung über diese Motion wurde auf eine Sonntags- fitzung im Monat Januar verlegt, mußte aber wegen der Er- krankung deS Ministers für Ackerbau, Gewerbe und Hand-l Tiefe Stille lag auf dem Schlosse und seiner ganzen Um- Za endlich ertönte auS der Ferne Segal'S Signal- Horn, und gleich darauf sah mau die Schatten der Pferde hinter den Bergen emportauchen. Agathe stand am Fenster. ' Sie zitterte fast vor Erregung. Ihr Auge schien da» Dunkel durchdringen zu wollen, um aus dem Antlitz ihre« Vater» zu lesen, ob ihre Befürchtung wahr geworden oder nicht. Wie langsam kam der Zug heran! Freilich, der un- sichere und gefahrvolle Weg gestattete in der Dunkelheit ein schnelle» Reiten nicht. Sie erkannte ein« dunkle Masse, und unterschied mühsam in derselben einige Reiter. �"Endlich waren sie dem Schlosse nahe. Ja, dem Zuge vorauf ritt ihr Vater, an der einen Seite desselben der Lord, auf der andern Habicht, sein treuer Freund und Jagdgenosse. Sie ritten durch da» Thor und hielten im Hofe. Mit fast jugendlicher Elastizität schwang sich der Graf vom Pferde. Er zog die Mütze, al« er die Gestalt seiner Tochter am Fenster erblickte und winkte hinauf. Seine Gäste folgten seinem Beispiel. Wahrlich, sie kamen wieder in frischerer, ftoherer Laune, als sie da» Schloß verlassen hatten. Erleichtert athmete Agathe auf. Eine Zentnerlast war von ihrer Brust genommen. Ihr Vater kehrte frohen Muthe» und gesund von der Jagd zurück. Tobv stand wieder im Hofe. Er nahm dem Grafen die Waffen ab und folgte ihm einige Schritte. Hätte Agathe da» Antlitz de» Zwerge» gesehen, da« auf seinen Herrn gerichtet war, als wollte er ihm bis in da» Innerste seine» Herzen» blicken, hätte sie fem traurige» Kopsschütteln bemerkt,— e» würde ihr der Muth von Neuem gesunken sein._ Eine halbe Stund« später saß die Gesellschaft bei der Abendtafel. � � Der Graf hatte sich nicht getäuscht. Agathe befand sich wieder so wohl, daß sie die Honneur» bei Tafel machen verslboben werden. Obwohl Grimaldi noch immer nicht ganz- lich hergestellt ist, fand diese außerordentliche Sitzung gestern statt und war gut besucht. Aber die prinzipiell hochbedeutsame Frage verwandelte sich leider unter den Händen Luccas in einen Kamevalscherz; er wußte nichts anderes zu fordem als die Abschaffung deS dreißigprozentigen Krieaszuschlaqes zur Grundsteuer und eine sparsame Finanzvolitik. Als der kreisende Berg dieses Mäuschen gebar, sahen fich die Deputirten über- rascht an, wie wenn ste fich ftagten, wozu der ganze Lärm dieser agrarischen Agitation gedient haben sollte? DemetiS that, als ob er diePoffe ernst nehme und schlug vor, wöchent- lich zwei VormittagSfiyungen für die Berathuna der Agrar- frage abzuhalten. Der Deputirte Cairoli aber nahm die Sache vollkommen ernst und sagte, daß diese wichtige Frage über allen Parteiverhällnissen stehe und vor allen anderen den Vorrang haben müßte; daher beantrage er, daß die Berathung der Eisenbahn-Konventionen bis zur Erledigung der Motion Lucca und Genossen ausgesetzt werde. Der Antrag Cairolr's wurde mit 164 gegen 117 Stimmen abgelehnt. Dres Resultat konnte nicht befremden, wohl aber mußte es befremden, daß der Antragsteller Lucca und mehrere der Mitunterzeichner während des Namensaufrufes den Eitzungssaal verließen(!!) weil sie offenbar nicht den Muth hatten, für Cairoli und gegen das Ministerium zu stimmen. Was liegt denn auch an dem Elend von 9 Millionen Bauern!— Die Herren Lucca und Genossen qualifiziren fich als«cht nette VolkSoerlreter, da hätten die Italiener lieber ein paar alte Weiber wählen sollen, die hätten gewiß mehr Muth beseffen, wie diese Drücke- berger. Rußland. Ein interessanter Prozeß, der seinen Anfang vor einem Jahrhundert genommen und noch heute nicht völlig beendet ist, wird daS russtsche Gericht binnen kurzem von neuem be- schäftigen. Bei der Eroberung der Krim„eignete" fich Fürst Potemkin ein große« Stück Land an, das damals vielleicht von nickt erheblichem Werthe war, heute aber einen Werth von 5 Millionen Rubel präsentirt. Die früheren Eigenthümer des ihnen gewaltsam entrissenen Grundstückes beschwerten fich gleich in Peteriburg wegen dieses Gewaltaktes; der Prozeß nahm feinen bureaukratifchen Weg und beschäftigt ununterbrochen seit dem Jahre 1780 bis zur letzten Zeit alle Instanzen des Reiches, er war auck mehrmals Gegenstand der Verhandlungen im ReichSrath. Die Rechte der Tarlarcn waren gar nicht anzu« zweifeln, die auch nach einem vor wenigen Jahren getroffenen Beschlüsse des Senat« gewahrt werden sollten. Graf Mordwi- now, der heute im Besitze des streitigen kostbaren Landes ist, sollte zur Herausgabe desselben an die Erben der einstigen rechtmäßigen Befitzcr angehalten werden. Eigenthümlicherweise legte der Minister(!) gegen den Beschluß deS Plenums des Senats Protest ein; er erkannte den Klägern schließlich nur einen Thcil ihrer Ansprüche zu. Die Krimischen Tartaren find aber zähe und haben nunmehr diesen hundertjährigen Prozeß von neuem aufgenommen. Großbritannien. Dem zwischen Rußland und Preußen geschlossenen Aus- lieferungsvertrage widmet die„Times" einen Leitartikel, in welchem sie fich abfällig über die Maßregel äußert und den Beitritt Englands zur SluSlteferungSIiga zurückweist.„Es ist natürlich gar nicht daran zu denken", schreibt das Gtyblatr, „daß wir unsere eigenen Gesetze so ändern werden, daß wir Flüchtlinge ausliefern, welche keiner Uebellhat schuldig find, die wir al« Verbrechen betrachten. Unser Land hat in diesem Jahr« hundert seine Gastfreundschaft politisch Unglücklichen aller Art gewähren müssen. Wir haben erst die Ovfer drückender Ge-etze und später die Urheber dieser Gesetze selbst aufgenommen. Der gegenwärtige Kaiser von Deutschland fand im Jahre 1848 hier ein Asyl und Napoleon HI. hatte, nachdem er 20 Jahre hin- durch versucht, uns zu bewegen, unsere Fremdengesetze zu än- dern, im Jahre 1871 guten Grund, stch zu freuen, daß unsere Politik ur. verändert geblieben war, und daß er in ChiSlehurst gerade so frei von Belästigung leben konnte, wie damals, als er als„Verschwörer" und Flüchtling auS der Festung Ham in King-street, St. JameS, wohnte. Nach der Kommune verlangte man in Frankreich, daß wir die Kommunisten ausliefern solllen, aber hätten wir dieses gethan, so würden wir uns eine Anzahl von Ex-Verbannten zu Feinden gemacht haben, die gegenwärtig in der Deputirtenkammer fitz-n. England muß seinem alten System vollkommener Neuttalität den politischen Kämpfen auf dem Kontinent gegenüber treu bleiben; nichts desto weniger jedoch können wir uns nicht darüber freuen, daß alle fremden Zufluchtshäfen fich nunmehr schließen und daß lo unser Land in einen Sammelplatz— eine riefige Avullam-Höhle— für die Mißvergnügten und Verfolgten Europa? verwandelt wird. Schon auS diesem Grunde wollen wir hoffen, daß der deutsche Reichstag fich es zweimal überlegen wird, ehe er Fürst Bismarck's Gesetzvorschlag annimmt." Die Arbetlerschutzgesetzkommission..._____ hielt gestern wieder eine Sitzung ab. Der Abgeorvnete des Reichstags konnte, ja e» schien auch ihr der ftohe Muth wiedergekehrt zu sein. Ein glückliches Lächeln lag auf ihren schönen, weichen Zügen, als sie ihren Arm um den Hals ihres Vaters legte, ihr Haupt auf feine Schulter lehnte, al» er zärtlich ihre Wange streichelte und ihr zuflüsterte: „Sagte ich'» Dir nicht, Agathe?... Ich bin frisch und gesund. Du hast Dich vergeben« geänstigt." An der Tafel nahm diesmal auch Habicht Tbeil, welcher diesen Vorzug nach jeder Jagd hatte, und dessen Gesellschaft der Graf keinen Abend zu entbehren pflegte. Mit großer Lebhaftigkeit drehte sich die Unterhaltung um die Jagdabenteuer, und der Gedanke an irgend eine Gefahr, die etwa dem G.-afen gedroht haben konnte, trat immer mehr in den Hintergrund. Man wünschte sich endlich eine gute Nacht. Die Gesellschaft ging um Mitternacht auseinander. Agathe drückte ihrem Vater einen Kuß auf die Lippen und entfernte fich dann. „Gehen Sie auch zu Bette," sagte Graf Fergu» zu Habicht, als er mit diesem allein zurückgeblieben war. „Nach einer solchen Jagd ist man müde und fühlt da» Äedürfniß zur Ruhe, namentlich in unserem Alter, Habicht..... Ich fühle, daß die Strapazen mich auch mehr angreifen, al» es in jüngeren Jahren der Fall war." Habicht blickte erschrocken den Sprecher an. Der Graf war ein Mann, dessen körperliche Konstitution bis jetzt allen Strapazen der Jagd mehr gewachsen war, al» die eine« jüngeren Mannes. Woher kam ihm plötzlich da» Gefühl, daß er ange» griffen sei durch die Strapazen der Jagd?... „Ich will nicht hoffen, Herr Graf," sagte er,„daß Sie sich angegriffen oder gar krank fühlen? ES lag in dieser Frage eine eigenthümliche Angst und in dem Blick de» alten Jäger» eine ganz besondere Unruhe. „Krank? Nein!" antwortete der Graf kurz; aber abgespannt." Meister(Soz.) beantragt, die Kommission möge fich f» kW# vertagen, bis die sozialdemokratischen Anträge zur Ge««»» Ordnung die erste Lesung im Plenum passtrt hätten: dieseiMi würden dann jedenfalls auch der jetzigen Arbesterschutzgejep kommisfion mit überwiesen werden. Gegen diesen Antrag,« auch schließlich abgelehnt wurde, trat mit aller Entschievenbea der klerikale Abgeordnete Dr. Lieber auf, indem er bemerm- die Sozial- Demokraten hätten Zeit genug gehabt, ihre Anüä� rechtzeitig einzubringen. Meister replrzirre, daß es leichtl«, Anträge, wie fie das Zentrum eingebracht habe, zu Dieselben seien einfach aus den österreichischen und schweif rischen Gesetzen abgeschrieben und zusammenhanglos der Wiw Mission unterbreitet worden. Der Herr Reichskanzler va« ganz Reckt gehabt, als er dem Zentrum vorgeworfen habe, M der Hertlingfche Antrag gar nicht bestimmt äußere, was da« Zentrum wolle und daß er stch dafür bedanke, den Ansaia� ungen des Zentrum?, die er au« dem Antrag übrigens fl» nicht erkennen könne, die richtige Form zu geben.— Du ssV demokratische Fraktion habe aber, so fuhr der AbgeovJW" Meister fort, planvoll gearbeitet, sie habe dem Inhalt aus M nöthiae Form gegeben— das dauere allerdings etwa« lang«- Die Anträge des Zentrums habe man mit leichter Milht � einem Tage ausarbeiten können.— Die Kommisfion wird M in ihrer nächsten Sitzung über die Sonntagsarbeit, die# Vordergrunoe der Berathungen steht, schlüssig werden. Sitzung der städtischen Vaudeputation am abend. Von Bewohnern der Rosenstraße war bekanim« dem Magistrat ein Gesuch um Festsetzung neuer BauflwW?- für diese Straße unterbreitet worden. Die städtische depuiation hat die Zweckmäßigkeit einer solchen BaufiuaA s.stsetzung anerkannt und beschlossen, zwei verschiedene für dieselbe ausarbeiten zu lassen.— Der Magistrat JB Charlottenburg beabfichtigt bekanntlich die Abä' von Baufluchten der Ablbeilung IV. und V. des Beb planes, insbesondere des Platzes F., sowie deS Kurfü.�, d a m m e s und der Hardenberg st raße und hat da» zügliche Projekt d-m hieflgen Magistrat zur Aeußerung � sandt. Die städtische Baudcputation hat beschloffen, Magistrat die Zustimmung zu diesen Baufluchten-AdänveiM? im Prinzip zu empfehlen, aleicbzeitig aber mit der RegulwFi der Barfluchten An« Reftiflkation der Weichbildgrenze? Zoologischen Garten zu bewirken.— Wegen Regulirung Neugestaltung des die Bartholomäuskirv umgebenden Platzes schweben bereits seit längerer Zell zw"� dem Gemeindelirchenrath der Et. Bartholomäuskirche unD T städtischen Baudeputation Verbandlungen, welche jetzt zu schlöffen gediehen find. Die städtische Baudeputation hj»? schloffen, zu dem in Folge dieser Verhandlungen getroffwj: Abkommen die Zustimmung der Kommunatdehörden«ll,i holen. J Die Anlegung von provisorischen Vorgärte«? Straßenterrain, welches der Gemeinde hier entweder seit gehört oder an dieselbe von Unternehmern neuerlich abgetre? worden ist, soll nach einem Beschluß der Baudeputation% einheitlich behandelt werden. Es find hierbei fünf Kk von Fällen zu unterscheiven: 1) solche Fälle, wo die 6}' gemeinde ersucht wird, pcovisorischeS Vorgarte aterrain oa-r.« gehend auf kleinere oder größere Z-st gewerblich durch Prssj? nutzen zu lassen; 2) solche Fälle, wo das Vorgartentewj provisorisch lediglich zu einem Schmuckgarten, also zum anügen oder zur Verschönerung überlaffen werden 3) solche Fälle, wo die Errichtung de« VorgarteazauneS? öffentlichen Interesse liegt; 4) solche Fälle, wo die GsS stücke vom Kaiasteramt vermessen fino und die Vera« planmäßig in ten Gcunvakten festgestellt ist; endlich 5) Fälle, wo die Grundstücke noch nicht vermessen find. Fälle der ersten Kategorie werden einzeln zu prüfen, un! Äquivalent entsvrechend von Fall zu Fall zu regeln un! dir Kämmereikasse zu vereinnahmen sein. Bei den übrigen Kategorien soll pro Grundstück und Jahr«in Rekog tionskanon von einer Mark, also ein Überaus. ringer Satz, erhoben werden, ein Satz, der eben nur daS•' bängigleitsoerhältniß der Grundstücke feststellen für Vre Befitznachfolger kenntlich machen foll. Nur in Fall ad 5, wo vre Grenzen des Straßenland-e nach Hausgrundstück hm verdunkelt werden könnten, weil ein verläßlicher Plan des betreffenden Grundstücks noch n den Grundalren existirt, soll noch ein Vermerk auf dem grundstück dahin gehend im Grundbuch eingetragen daß der Besitzer verpflichtet sei, jeder Zeit auf polizeiliches. matzistratliches Erfordern das olkupirte, zur öffm'.lrchen Sebönge Vorgarten! errain auf seine Kosten und ohne hävigung wieder fteizulegen.— Ueber diese recht Berliner Straßen und noch vielmehr Grundbesitzer gehende Angelegenhest soll demnächst im Magistrat des« werden. Lieferanten und Grwerbetretbende, welche f01. hiesige Stadtgcmrinde Auft.äge auf Lieferungen und Lei! * W dicht in -.„Tages. «erlammlui / Kr. Dr toffeSfür «orlagei '''tzung w~i Hk d fe Mdtisch. r v- &'«rtal 18f d ?0flt)Tinafi {?,"on de �dieiteiunj 'zum n! derma llst ?' «ei jMQfctöablefl fcSReflar S�mmenfi ssteuer Bürge: lwe n «rlotl -�Bauorl könnte iGTVW Zustand Vasstt N und El W !in -ch in 1 der Be nur i auf et Nch '.die et vot. ch n � lcn i L?au, in A», habe: ranin. 5 �""humiru der il au de. iene T Vo „So wünsche ich, daß die Ruhe der Nacht Ihre# wieder herstellt, Herr Graf.... Gute Nacht!" � dejj�. Ha „Gute Nacht, �Habicht," sagte der Graf und Dag*1 Wen ihm die Hand. H M der Graf und „Aber zum Teufel, was hat nur der . "Merl i Herunter da vom Fenster!"««-R..-». t» v Diese Worte bezogen sich auf ein ganz eigenthüB jj> de Benehmen des Hundes, das Habicht in seiner®ef0 L)« um den Grafen gar nicht bemerkt hatte. Ajax, der.�tw. m den Winkel am Kamin nicht eher verließ, als bis � fcrr,' Herr zum Gehen aufbrach, war aufgesprungen, ha»' tt mit den Vorderfüßen balv an dem einen Fenster, ba«r� dem andern hoch emporgerichtet. M,„r., Er spitzte die Ohren, die Oberlippe zog si4!(ji»"Uitz. und entblößte das furchtbare Gebiß. Es war, al«( seines Gehör ihm die Nähe eines Feiades verriethe-•"jhenb' Erst jetzt ward Habicht aufmerksam auf seisiev �'hr in j- und das Benehmen desselben war keineswegs' Spannen zu beruhigen... „Hinweg da, Ajax!" befahl er.„Komm h'erh" W>n �« Noch e nmal gute Nacht, Herr Graf."* z/'lb,%. Der Graf hörte ihn diesmal nicht, ja er% ersifw diesem Augenblick die Anwesenheit des OberjägeN". gar nicht zu beachten.„ r«»i% An dem Fenster, daS eben der Hund ver lasse a � sich j" stand er, vornübergebeugt, die Hände auf dem Rüa'- Der© ein Mann, der über etwa? nachdenkt.. n uet „Dachte ich mir'« doch!" murmelte Habicht/„(l* in der Thür, durch welche er eben hinauSschreUW wieder stehen blieb;„daS sind die Symptome." Er ließ die Hand von der Klinke, welche er faßt hatte, wieder sinken, und wollte sich dem.�och% nähern. fein Dieser aber achtete auf ihn gar nicht.% hör, Er fing an mit auf den Rücken gekreuzten t Id�oettn, langsamen Schritte«, die Halle auf- und abzugehen.. „Herr Graf," rief Habicht,„kommen Sie zu]? Da iai bitte Sie, reden Sie zu mir; zerstreuen Sie fich/ 6'"' sich nicht Ihren Gedanken hin. ~.......... Und Ä't .Sern erin Der Graf hörte ihn nicht. Von Zeit zu Zeit in einem der hohen Bogenfenster stehen, starrte ch so lange erhalten haben, seien darauf hingewiesen, daß sämmtliche Forde Gewerbe tungen rechtzeitig, und für das laufende Etatsjahr jedenfalls Diefelben bis richußgefe find. Wird dies versäumt, so haben die Betreffenden fich die Antrag, des entstehenden Weiterungen selbst zuzuschreiben und außerdem zu hchiedenheit gewärtigen, daß ihnen seitens des Magistrats Aufträge ferner er bemerlle bin nicht mehr ertheilt werden. hre Anträge 3 der Kom Tagesordnung für die Sigung der Stadtverordnetenes leicht sei, Bersammlung am Donnerstag, den 12. Februar cr., Nachm. au ftellen. 5 Uhr. Drei Naturalisations- Gesuche. des Ausd schweize huffes für die Wahlen von unbesoldeten Gemeindebeamten. Vorlagen, betr. einige Penfionirungen und Anstellungen. angler habe Fortsetzung der ersten Berathung über die Vorlage, betr. die n habe, daß estegung des Stadthaushalts- Etats pro 1. April 1885/ 86., was bas Etats für die Verwaltung der städtischen Gasanstalten und für En Anschau die städtische Betroleum- Erleuchtung pro 1. April 1885/86. Origens gat Normal. Besoldungs. Etat pro 1. April 1885/86. Vorlage, Die foj betr. die von der Stadt- Haupt- Kaffe im Oktober- Dezember Abgeordnete Quartal 1884 geleisteten Vorschüsse.. Desai, betr. die Ber Mehrere Arbeiter, welche gestern Vormittag in dem unbebauten Theil der Schwedterstraße am Nordbahnhof einen Straßengraben ausstachen, stießen dabei auf einen grauftgen Fund. Bwei Kinderleichen, welche ersichtlich erst vor kurzer Beit daselbst verscharrt worden waren, lagen in der Erde, wo gerade der Graben durchgezogen wurde, nebeneinander. Die beiden Leichen rühren von neugeborenen Kindern, wahrschein lich Zwillingen, her und wurden nach dem Obduktionshause bebufs Feststellung der Todesursache gebracht. Die Mutter der beiden Kinder ist noch nicht ermittelt. Durch den Untersuchungsrichter, Landgerichtsrath Holl mann, der sich in Begleitung des Staatsanwalts und eines Gerichtssekretärs am Montag Vormittag 10 Uhr in dem Keller des Grüntrambändlers Abercaft in der Palissadenstr. 99 einfand, fand eine Aufnahme des Thatbestandes am Orte der That selbst statt, wo der Verbrecher Zwiebler den Knaben der Adercaft'schen Eheleute mörderisch mit einem Hammer überfiel. Gegen 10% Uhr wurde der Verbrecher, an den Händen ge alt auch die ingerung der Mietbsverträge über die Räume des städtischen Droschte vom Untersuchungsgefängniß zu Wtoabit tommen, was länger. Brogymnafiums, Pantstraße 6.- Desgl., betr. die Erwerbung On wird fiberbreiterung erforderlichen Parzelle. Den. r Müber von dem Grundstüde Chauffeestraße 2/3 zur Straßen- Desgl., betr. das Bro eit, die im zum Neubau einer Turnhalle auf dem Schulgrundstück Niederwallstraße 6/7. Desgl, betr. Die Vornahme einiger Steuer- Reflamations- Rommiffton.- Desgl., betr. die Feststellung der für Pflasterung und Unterhaltung neuer Straßen von den jagenten zu tragenden Kosten. - Rechnungssachen. Eine Eine Unterfügungsfache. Wahl eines Mitgliedes für die UnterRommiffion III der Einschätzungs- Kommission für die klassifizirte Ginfommensteuer.- Drei andere Wahlangelegenheiten. eine Bürger- Deputirten bei der Armen- Direktion. am Sonn befanntli Baufluchten ische Ba Baufluchte ene Projette giftrat Abände Bebau rfürf hat bas erung loffen, bem bänderungen Eine Eine neue Bauordnung auch für die angrenzenden Ges Hete Charlottenburg, Schöneberg, Rigdorf 2c. zu schaffen, scheint h bringlich, um so mehr, als nach Erlaß der strengen Ber mer Bauordnung dort die Spekulation leicht neue Orgien felern tönnte. Es wird schon jeẞt in der Umgegend unglaubgefündigt. Schon jetzt schreibt die off. 8tg." lich 11 bestehen jenseit der Kurfürstenstraße auf Charlottenburger Ges biet Bustände, wie sie faum glaublich sein sollten. Seit Jahr und Tag wird daselbst ,, rieftg" gebaut. Dffiziell wird zwar line Wafferklosetanlage gestattet, weil der unterirdische Abfluß fehlt und Charlottenburg noch keine Kanalisation hat. Dennoch aber werden überall Wasserklosetanlagen mit„ Verfickerung" Bergestellt, so daß nächstens der noch ungepflasterte Wittenbergplay ein Riefelfeld wider Willen" sein wird. Für alle Zeiten wird dadurch zunächst das Brunnenwaffer verdorben; abgesehen Don Gefahren bei etwa auftretenden Epidemien." Bieht man Denwach in Betracht, daß durch eine unausbleibliche Vertheue= tung der Berliner Wohnungen die Mißstände in nächster Umgebung nur noch größer werden würden, so kann nicht dringend Renug auf eine Giltigkeit der neuen Bauordnung auch auf die Regulirurg bgrenze alirung t ausfirot Beit zwifchen he und be iegt au tion hat be getroffene rben eing gärten er feit Alte abgetret tation fort fünf Klaffen die Stab auf ain vorübe Burch Prio gartenterra Ver o zum verden foll enzaunes die Gru Berme lich 5) f find. en, und geln und übrigen Retog überaus ur bas eftstellen tur in nach Fil ein fid och nic dem gen we lichen Str zeiliches o ohne Für Enl recht viel dbefizer cat befchloff welche für nd Leiftung t Kraft Ihre Arif !" und reig ur ber Ajar genthümlich Bearbeitet werden. wenbet Lokales. der Zentralverein Berliner Fuhrunternehmer fich mit der Bitte an das Publikum, zur Linderung der den Hof des oben erwähnten Hauses gefahren. Wie ein Lauffeuer hatte fich die Nachricht in der Nachbarschaft verbreitet, daß der Verbrecher an den Drt seiner Schandthat geführt werde und Hunderte von Menschen harrten der Ankunft desselben, so daß die für diesen Zweck zahlreich erschienenen Schußleute Mühe hatten, das Haus, resp. den Eingang zu demselben frei zu halten. Beim Aussteigen aus der Droschke lachte der Verbrecher mit einem nicht wiederzugebrnden cynischen Ausdruck. Derselbe hat eine echte Verbrecher- Physiognomie. Es würde schwer sein, das Gesicht, wenn man dasselbe auch nur einmal gesehen hat, zu vergeffen. Hager, bleich, ordinär zum Extrem, das ist der Ausdruck desselben. Vor den Unterfuchungsrichter geführt, wurde der verlegte Knabe, dessen Gesundheitszustand sich erfreulicher Weise täglich beffert, be fragt: Ist das der Mann, mein Sohn, der Dich so zugerichtet hat? Der Knabe bejahte dies ohne Bögern, der Berbrecher aber erwiderte in roher Weise: Jd bin et nich jewesen, der Andere war't." Der Knabe erklärte auch, daß der runde Hut( Schlapphut) und Ueberzieher, den der Verbrecher bei der Vorführung anhatte, nicht dieselben Kleidungsstücke find, die er bei der That getragen, auch daß er damals einen fleinen Schnurrbart trug. Mit dieser Bernehmung war die Vorführung des Verbrechers beendet. Als derselbe nunmehr abgeführt werden sollte, erwachte der bis dahin zurückgehaltene Born des Vaters des mißhandelten Knaben, der sich in ausgestoßenen schweren Drohungen kundgab, denen wohl die Ausführung gefolgt wäre, hätte der Untersuchungsrichter nicht in begütigender Weise den Erregten ermahnt und ihm augerufen, daß der Berbrecher hier unter seinem Schuge ftebe. Der Vater wurde hierdurch auch sofort besänftigt und äußerte: Nein, an solchem elenden Individuum will ich mich auch nicht vergreifen," worauf der Verbrecher erwiderte: Jd werde meine Strafe schon friejen, un fomme nu doch nich so bald wieder raus!" Die Frechheit des Verbrechers erreichte aber ihren Gipfel punkt, als derselbe wieder in der Droschke aus dem Hause ge= fahren wurde. Empörte Bewohner des gedachten Hauses gaben dem Verbrecher ihren Abscheu zu erkennen, indem sie vor ihm ausspien; als Erwiderung spie der freche Räuber einem derselben ins Geficht, und schließlich würde es in Folge dessen noch zu unruhigen Auftritten gekommen sein, wäre die Droschke nicht in schnellster Gangart davongefahren. burg ben jähen Tod ihres Mannes, des Droschkenbesizers benau, in eine entsegliche Lage gerathenen Frau deffelben Tage den Schlafstellenmarder, welcher, wie wir vor einigen beautragen. Der Verein stellt dem Manne ein sehr gutes Beugniß aus. Er habe früher auch in recht guten Verhältnissen lebt, habe 12 Droschten besessen, set aber unverschuldet zurückmmen. Die Ursache seines Todes ist noch nicht aufgeklärt, chumirung der Leiche ist bereits angeordnet und in den in A der ihm Nahestehenden glaubt man an einen Mord. Die Frau des Verstorbenen ist schon lange schwer frank, die fene Tochter ist durch das Unglück tieffinnig geworden. fter Vorstgender ist Herr W. Langner, Aleranderftr. 11. Such ein Liebhaber. In sonderbarer Weise machte am Bont voriger Woche früh der Knecht des Gutsbesizers BerTimide Steglit seiner Auserwählten eine Liebeserklärung. Bwilden welchem jchäftigt baren. fünf und sechs Uhr betrat derfelbe den Kuhstall, in die beiden Mägde mit dem Melken der Kühe be waren. Er hielt den Augenblick für geeignet, der einen Der Dorfichönen die heißesten Wünsche seines Herzens zu offenIchieben Als das Mädchen seine Liebesbetheuerungen ganz ent zurüdwies, 30g er den einen Holzpantoffel vom Fuß und flug mit demselben auf den Kopf des geliebten Wesens ein, daß dieses, ehe noch die andere Magd Zeit gewann, ihr u Silfe zu eilen, bewußtlos zusammenbrach. Als das andere Madchen dem Wüterich entgegentrat und ihm Vorwürfe machte, griff er auch fie an, so daß dieselbe durch eilige Flucht feinen Mißhandlungen entziehen mußte. Die Bewußtlose, einen ferneren Angriffen entzogen, erholte fich bald wieder; aber dennoch wird die sonderbare Liebesszene ein Nachspiel im uftizpalaft in Moabit finden, wohin von der Liebesepisode bereits Nachricht gegeben worden ist. N. Der Kriminal- Polizei ist es gelungen am gestrigen Tagen berichteten, bei einem am Kottbuser Damm wohnenden Fuhrherrn S. außer mehreren Gegenständen ein Portemonnaie mit 25 M. Inhalt entwendet, in der Person des Malerge hilfen zu ermitteln und zur Haft zu bringen. 2. ist bereits wegen mehrfacher Diebstähle fteben Mal vorbestraft gewesen. N. Wiederum ist über ein Opfer des Eissports zu berichten. Der 13 jährige Sohn eines in Tempelhof wohnen den Arbeiters Kirchbaum hatte fich vor einigen Tagen auf einen bei Tempelhof belegenen tieinen See, die sogenannte Blanke Hölle" begeben, um auf der zugefrorenen Wasserfläche Schlittschuh zu laufen. Von diesem Wege kehrte der Knabe nicht zurück, dagegen fand man auf dem Eise die Pantinen des Knaben. Die in Folge dessen vorgenommene weitere Abfuchung des Gewäffers ergab am gestrigen Tage als trauriges Resultat die Auffindung der Leiche des Knaben, der allem Anschein nach eingebrochen und im Wasser ertrunken sein muß. N. Groß- Feuer. Das große Fourage- Geschäft von Plaz auf dem Ecgrundstück Pantstraße 50 resp. Reinickendorferstraße Nr. 15 ist im Laufe des gestrigen Vormittags zum größten Theile ein Raub der Flammen geworden. Das Feuer soll in dem Pferdestall eines sonst ausschließlich als Getreideschuppen verwendeten Gebäudes gegen 6 Uhr früh ausgekommen sein. Obwohl das Feuer sehr früh entdeckt und schnellstens weiter gemeldet worden, so stand beim Eintreffen der ersten Sprigen boch bereits fast das ganze Gebäude in hellen Flammen, wäh rend verschiedene andere angrenzenden Gebäude, die als Droschkenschuppen, Pferdeställe 2c. in Benugung standen, in Bacht hinaus auf die fernen Berge, welche ihre schnees ben Mann, der diesen Laut ausstieß, an den Armen ers bebedten Häupter bis über die Schloßmauer erhoben, zu weilen fenfte er den Kopf und lauschte. Das zeitweise Lauschen, das unruhige Auf- und Abwürde. faßt hätte, es für das eines Wolfes angenommen haben Gewaltsam riß er den Grafen vom Fenster zurück und geben unterließ, troß des Befehls seines Herrn, auch Ajax schloß dasselbe. Nunmehr fträubte sich der Graf nicht mehr. night; ja derselbe schien jezt von einer gewissen Wuth ers riffen, denn mehrmals fletschte er die Zähne und ließ ein Dumpfes Knurren hören. Habicht mußte ihn zur Thür hin er Beforgni Eber fon als bis fein batte fi ter, balb an fict zurid Er ließ sich von Habicht fortführen bis an einen Divan, auf welchem er kraftlos zurückfant. sweisen, damit sein Benehmen nicht die Unruhe seines ihrer Hilfe brachte er den Grafen in sein Schlafzimmer. Herrn noch erhöhe. Habicht eilte hinaus, um die Diener zu rufen. Mit Sie entkleideten ihn und legten ihn in sein Bett. Vor Ermattung und Entkräftung schien der Kranke einges hören, als hin und wieder das Geschrei einer Eule. Zu schlummert. Worauf lauschte der Graf? Es war absolut nichts zu lebends aber schwand die frische Röthe von des Grafen , als ob fein riethe. feinen Sun geeignet, hierher Antlig. Seine Wangen wurden bleich... fein Athem schien mehr in die Länge sein Gesicht zog sich mehr und jebe Muskel schien sich krampfhaft euchend zu werden.. anguspannen, so daß er plößlich hager und abgezehrt ausab... ja, fein Haar sträubte fich empor... sein Auge nahm den Ausdruck der Wildheit an, der Habicht, wenn Derselbe diese Symptome nicht schon mehrmals beobachtet rjägermeiftere, erschreckt haben würde. er fchien erlaffen hat Rüden, cht, indem reiten woll eer schon bem Graf uzten Hanb ugehen. ich, geben ign Herr Graf! Herr Graf!" rief Habicht, indem er am Arm faßte und heftig schüttelte, kommen Sie fich 1" Fenster und Täuschte sich Habicht? Wie In dem Nebenzimmer verkündeten die Schläge einer Uhr die zwölfte Stunde. Da plöglich fuhr der Kranke in seinem Bette auf und richtete sich empor. Wie gräßlich waren die sonst regelmäßigen Büge verzerrt! wild blidte das Auge!.... Wie fträubte sich das Haar empor! Es war ein Anblick, der lebhaft an einen Wolf erinnerte; und in die dumpfen Schläge der Uhr mischte sich bas markerschütternde Wolfsgeheul. Siebenunddreißigstes Kapitel. Der einzige Gastwirth in dem Städtchen Blackfield war der Befizer des Hauses, in welchem früher Friz Rodenburg gewohnt hatte, und in welchem wir zuerst seine Betanntschaft machten. Wenn der Mann nicht in seiner Aderwirthschaft eine Der Graf aber riß sich los von ihm, eilte an eins der weiter Ferne einen Ton, der ihn an das Geheul eines wahrscheinlich verhungern müssen, denn in diesem entlegenen Rein das geübte Dhr des Jägers hörte in weiter, einträgliche Nebenbeschäftigung gehabt hätte, so hätte er Bolfes erinnerte. Drte war der Fremdenverkehr in den Sommermonaten schon ein außerordentlich geringer, und in den Wintermonaten Remesen fein, das sich jetzt in größerer Nähe wieder an dem fehlte derselbe ganz. Doch nein; es konnte auch das Geschrei einer Eule Abermals näherte er sich dem Grafen, um ihn aus 8wei Frembe, und zwar ihrem Aussehen nach zwei sehr distinguirte Fremde, beherbergte es heute. Es waren awei Herren, welche in der Ecke des Gasthauses bei einem Glase Bunsch und dem Rest eines Puddings saßen, und Die Bewirthung zweier Fremden zu einer solchen Da lachte diefer auf, wie ein Wahnsinniger. Er riß e zu fi bas Fenster auf und ein Geheul erscholl durch die Nacht sich leise mit einander unterhielten. Don den Lippen des Grafen, das einem Wolfsgeheul fo Beit blieb te bald in täuschend ähnlich war, daß selbst der Jäger, wenn er nicht Jahreszeit und bei einem solchen Wetter, war in diesem größter Gefahr schwebten, in Mitleidenschaft gezogen zu wer ben. Die in dem brennenden Gebäude befindlich gewesenen Pferde des Herrn P. waren inzwischen von Arbeitern des B.'schen Geschäftes sämmtlich gerettet worden. Zur Beläm pfung des entfesselten Elementes wurden sofort 2 Dampfsprißen und mehrere große Handdrucksprigen in Thätigkeit gefeßt, denen es aber erst nach 2stündiger Thätigkeit gelang, des Feuers Herr zu werden. Die Aufräumungsarbeiten dürften sich voraussichtlich noch während des ganzen heutigen Vormittags hinziehen. Das Feuer soll einem Gerüchte zu Folge durch eine Hängelampe ausgekommen sein. Gerichts- Zeitung. Interessante Enthüllungen über die Ausweisungen des Literaten Lieutenants a. D. Schloßbauer werden durch die Verhandlung einer Privattiage des Ausgewiesenen gegen den Reporter M. A. Wagener, welche heute vor der 100. AbDon theilung hiesigen Schöffengerichts stattfand, in Aussicht gestellt. Der in Luckenwalde wohnhafte Privattläger war nach eingebolter Erlaubnis, sich heute in Berlin aufhalten zu dürfen, im Termine erschienen. Er fühlt sich durch eine vom Angeklagten verfaßte und in verschiedene hiesige Blätter langirte Notis be leidigt, wonach ein langjähriger Diener eines hochgestellten Staatsbeamten plöglich entlassen worden sei, weil seine Freund schaft zu Schloßbauer so weit ging, daß er auf dem Arbeits tisch seines Herrn liegende Dokumente, die noch der Volldemselben ziehung harrten, zur Abschriftnahme รบ. fteckte. Am Schluß der Notiz hieß es: So tamen oft Dinge in die Deffentlichkeit, denen selbst Nachdem die Betheiligten noch keine Ahnung hatten." der Versuch des Vorsitzenden Amtsrichters Dr. Kronneder, die Parteien zu einem Vergleich zu bewegen, an dem Widerstand des Privatklägers gescheitert war, erbot fich der Angeflagte den vollen Wahrheitsbeweis zu führen. Im Uebrigen bestritt derselbe, durch die Veröffentlichung seiner Sensationsnotiz den Privatlläger beleidigt zu haben. Der Restaurateur Brankow, Werderscher Markt 8, 9 werde bekunden, daß Anfangs September v. J. ein höherer Hofbeamter in seinem Lotale die mitgetheilte Thatsache erzählt habe, und der Wagenmeister des Kronprinzen v. Kontrabowicz- Sirotowna werde die Richtigkeit der Thatsache selbst bestätigen. Außerdem berufe er fich auf den Chef dir politischen Polizei, Landrath Keßler und den Polizeirath Krüger darüber, daß die Verbindung Schloßbauers mit dem aus dem Dienst entlassenen Diener einer der Gründe der Ausweisung deffelben gewesen ist. Der Privatkläger trat diesem Antrage auf Beweiserhebung bei, um dadurch, wie er ausdrückte, die Haltlosigkeit der gegen ihn ausgestreuten Verdächtigung darzuthun. Der Gerichtsbof beschloß zunächst bei der politischen Polizei eine Auskunft über die AusweisungsUrsachen des Pcioaillägers zu erfordern, demnächst einen neuen Termin anzuberaumen und zu demselben vorbehaltlich weiterer Vernehmungen den Brankow und v. Kontrabowicz- Sirokowna zu laden. g. Wieder ein ungetreuer Postbeamter beschäftigte vorgestern die vierte Straffammer des Landgerichts I. Der Arbeiter Friedrich Ferdinand Reller hatte mit einem bei der Bostdirektion eingereichten Gesuch Erfolg gehabt, er war im Frühjahre des vorigen Jahres als Posthilfebote bei dem Bosta amte 14 angestellt und als solcher vereidet worden. Er rechtseinen Obliegenheiten gehörte es, mit Hilfe der Revierpolizei fertigte aber feineswegs das ihm geschenkte Vertrauen. Bu die Wohnungen derjenigen Adressaten ausfindig zu machen, die in jüngster Beit verzogen waren. Dem Neuangestellten mochte diese Prozedur wohl zu umständlich vorkommen, denn bei einer unvermutheten Revision seines Schrankes fand man, in einem Winkel versteckt, fünf Briefe, deren Adreffalen er zu ermitteln gehabt, anstatt dessen dieselben aber einfach bei Seite gelegt hatte. Das Schlimmste war aber, daß er zwei dieser Briefe geöffnet hatte, wohl in der Absicht, etwaige darin befindliche Freimarken an fich zu nehmen. Die Folge dieser Dienstwidrigfeiten war, daß Nellier in Haft genommen und wegen Be raubung und Unterdrückung von Briefen unter Antlage gestellt wurde. Jm Termin versuchte der Angeklagte sich durch die unglaubwürdige Ausrede zu entschuldigen, daß er die Briefe noch nachträglich habe expediren wollen, blieb aber die Erklä rung, weshalb er zwei derselben geöffnet habe, schuldig. Der Gerichtshof hielt ihn beider Vergehen für überführt und verurtheilte ihn zu einer Gesammtstrafe von 9 Monaten. Eine zarte Küchenfee. Wissen Se, Herr Jerichtshof, bet is heitzudage so in de Welt, det jedereen uf son armet Mächen aus de Profinz Holz fleene hauen möchte; natierlich, wenn se so dumm is un hält stille," entgegnete auf die Vorhaltungen des Herrn Vorsitzenden die 1859 geborene, unverebelichte Emma Karoline Ritter, eine breift dreinschauende Blondine, welche fich eines fräftig tonftruirten Körpers zu er freuen hat. Vors.: Sie machen nicht den Eindruck, als ließen Sie Ihre Person so ohne Weiteres bei Seite schieben, und ihre Ausdrucksweise legt davon Zeugniß ab, daß Sie sich hier sehr gut afflimatifirt haben. Wie lange find Ste in Berlin? Hause ein Ereigniß, und der Wirth ließ es sich daher angelegen sein, einem so seltenen Ereignisse gehörig Rechnung zu tragen. Sein bestes Simmer wurde für die Gäste in Stand gesezt und mit guten Betten versehen. Die Küche wurde ganz expreß assortirt mit einer Auswahl von Speisen, die sonst hier nicht an der Tagesordnung waren. War schon Mr. Knox über den Besuch jener Gäste erstaunt gewesen, so erstaunte er noch mehr, als er bei Einbruch der Nacht wiederum zwei Reiter vor seinem Hause fah, die ihre Pferde an den Hausknecht abgaben und bei ihm eintraten. Dies waren zwei Männer, ein jüngerer und ein älterer, deren Kleiber mit Schnee bedeckt waren, den sie in dem Hausflur abschüttelten. Sie waren bem Wirth keine Fremde, denn er grüßte sie wie alte Bekannte. ., Ei, Mr. Cambry und Sie, Mr. Naydor, was zum Henker führt Sie in dieser Jahreszeit und bei solchem Wetter nach Blackfield?" " Amtsgeschäfte, Mr. Knox, Amtsgeschäfte!" antwortete der Weltere, indem er seinen Mantel abnahm und seine Müße auf einen Stuhl warf. Aber vor allen Dingen. ein gutes Glas Punsch. Man ist ja vor Kälte erstarrt. Ein schwerer Ritt durch die Berge und auf fünf Meilen kein Haus zu sehen, in dem man sich erwärmen fönnte." ,, Versteht sich, meine Herren," antwortete der Wirth; Sie sollen ein Glas Punsch haben, so gut, wie man es in Inverneß oder London bekommt. Auch mit einem guten Abendessen kann ich Ihnen dienen." Der Ritt hatte den Männern guten Appetit gemacht. Ein Abendessen würde uns nicht unangenehm sein, vorausgesetzt, daß Ihre Preise unsere Diäten nicht übersteigen," sagte der jüngere von Beiden. Sie wissen, Mr. World zahlt seinen Beamten nicht hohe Diäten." Weiß schon, weiß schon, Mr. Naydor! Sie sollen nicht übertheuert werden. In Blackfield wird man nicht übertheuert... Hier am Kamin, ba fizen Sie bequem und warm. Hier ist auch Ihr Punsch." ( Fortsetzung folgt.) Angefl.: Na, so eenije neun bis zehn Jährten, Herr Jerichtshof.| ienen Kreisen in bedeutend höherer Auflage gelesen werden. Sowie id injefegnet war, dann tam id ooch all in de Schallottens straße bei' n Heringsbändijer seine Bäljer. Det war aber' n Bolt, fage id Ibnen; Freßtalien hatte det so ville, det se an fremde Leite verlooft wer' n mußten; aber id un det andere Mächen, wir schnappten de mehrschte Beit immer Rooch. Aber derentwegen hat der faule Korp doch injefchustert un is jänz lich zu Frunde jejangen. De Mühlsteene der Vorsehung haben thm ohne Erbarmen zermermelt. uf den Sofienkirchhof ver faulen seine Jebeine. Na, er hat et um mir verdient. Vors. Wir haben nun Jhre Anfichten so weit kennen gelernt, um hieraus einen Schluß auf die Ihnen zum Vorwurf gemachte Handlung ziehen zu fönnen. Erzählen Sie nunmehr den Vorgang vom ersten Weihnachtsfeiertage.- Angefl.: Der Lenz war nich schlecht, sage ich Ihnen; dot schreien möchte ic mir heite noch, wenn id man bloß d'ran dente. Vors. Einen so besonders heitern Anstrich hat die Sache nicht, die gerade für Sie recht empfindliche Folgen haben dürfte. Sie würden daher gewiß ſehr gut thun, etwaige Aufwallungen des Uebermuths niederzuhalten.Angefl.: Jd were mir Jbre Vermahnung nu schon jang jewiß ad notam nehmen, Herr Jerichtshof; id traue mir aber balde zu ilooben, det über den Bauber ooch son Mensch lachen derf, der int jeringste janich tiglich is. Vors. Das wird sich sehen laffen. Doch kommen Sie nunmehr auf die Sache selbst zu sprechen. Das von Ihrer Herrschaft erhaltene Weihnachtsgeschent entsprach Ihren Ers wartungen nicht. Wenn nun aber das Blatt noch nicht allen Anforderungen, die gerabe von gewerkschaftlicher Seite an daffelbe gestellt wer den, Genüge leisten kann, so liegt dies an der nicht genügenden den, Genüge leisten kann, so liegt dies an der nicht genügenden Abonnentenzahl, die es in den Arbeitervereinigungen besttzt. Deshalb ersuchen wir besonders die Vorstände der Fachvereine u. s. w., dem„ Volksblatte" weitere Abonnenten aus ihren Kreisen zuzuführen. Dagegen wird sich die Redaktion des ,, Volksblatt" alle Mühe geben, den berechtigten Ansprüchen der Arbeiter Berlins Rechnung zu tragen. h Rrant Nr. 35 Zug u Die Bolltari bimmlischer lichenpoliti Satramente laubniß bes werden die willigt. M bandel. T Armen noch eine vom aus wird jeder logisch denkende Mensch zu der Ueberzeugu gelangen müflen, daß der Arbeiter, wenn er feine Arbeit also in der größten Noth fich in feiner Staffe befindet und mit im Falle einer Erkrankung, welcher derselbe bei Arbe lofigkeit in Folge allerhand Entbehrungen viel leichter aug fest, unbarmherzig dem Elend und dem Untergange preisg geben ist. Kollegen! Mit defto größerer Freude machen Euch bekannt, daß das Statut der Bentral- Kranten un Sterbefaffe der Dachdecker Deutschlands",„ Einigkeit", Ginge schriebene Hilfskaffe Nr. 69, bereits am 18. Dezember 188 von der hiesigen Behörde bestätigt worden ist. Die Ra gewährt ihren Mitgliedern und zwar nicht erst nach Abla von sechs Wochen, sondern vom ersten Tage des Beitri ab, im Falle der Erkrankung in der 1. Klaffe bei eine monatlichen Beitrag von 1,40 art eine wöchentliche Unte ftügung von 14,00 Mart, in der 2. Klasse bei einen Beitrag von 1,25 Mart eine Unterstügung von 12,50 und in der 3. Klasse bei einem Beitrag von 1,10 Matt ein Unterstüßung von 11,00 Mart und zwar für 36 aufeinande folgende Wochen. Sterbegeld wird gezahlt: In der 1. Klaff Belebe. Au 90, in der 2. Kl. 75 und in der 3. Kl. 60 Mart; für welche nicht arbeitsunfähig sind, ein Viertel des ortsübliche Tagelohns. Arbeitslosen Kollegen kann der Vorstand 4 Mona die Raffenbeiträge stunden. An jedem Drte, wo 10 Mitgliede Beiträge zur Hilfskaffe leisten, ist der Vorstand verpflicht Ortsverwaltungen einzurichten; die Mitglieder behalten Anrecht an der Kaffe so lange fie fich innerhalb der deutschen zur Hilfskaffe zu ermöglichen, hat die Generalversammlung fchloffen, bis zum 1. September 1885 alle Kollegen ohne Unter schied des Alters aufzunehmen; nach Ablauf dieser F fönnen Kollegen über 45 Jahre nicht mehr aufgenommen den. Noch weisen wir darauf hin, daß diejenigen Kolleg welche dem Versicherungszwang bereits angehören, bis 1. Juli 1885 jeder Beit austreten können, da unser Glad vor dem 1. Dezember 1884 der Behörde zur Genehm vorgelegt war und der diesbezügliche Antrag, welcher zember vorigen Jahres von dem deutschen Reichstag an men und von dem Bundesrath bestätigt worden ist, inzw Gefegeskraft erlangt hat. Außerdem sei bemerkt, ba Kollegen bei jedem Arbeitswechsel, d. h. wenn fie bei einem Arbeitgeber die Arbeit niederlegen und bei einem anderen selbe wieder aufnehmen, fich in der Zwischenzeit ein Quittung buch unserer Kaffe verschaffen können und dadurch dem ficherungszwang entronnen find; dieses Alles sind die we vinterthüren bes Gesetzes. Kollegen! Wir haben eine fel feste, auf gefeßlicher Grundlage bafirende Ueberzeugungste für die Richtigkeit unserer Ideen, und durchdrungen von die Ueberzeugung werden wir eintreten für unsere Sache mit Die Arbeiterbewegung nimmt besonders in Bezug auf die Lohnverhältnisse beim Herannaben des Frühlings wieder größere Dimensionen an. Im Königreich Sachsen verlangen die organisirten Bauarbeiter höheren Lohn vom 1. April an und drohen eventuell mit einem Strife, der in Leipzig dann seinen Anfang nehmen dürfte. In Leipzig und Umgegend find ungefähr 5-6000 Maurer und Bimmerer beschäftigt; man steht dort einer Arbeitseinstellung derselben mit Besorgniß entgegen, da nicht allein die betheilig ten Kreise unter den Strikes leiden, sondern auch die allge meinen Geschäftsverhältnisse. Hiermit soll aber nicht ausgedrückt sein, daß die dortigen Bauarbeiter nicht die Berechti gung zu einer event. Arbeitseinstellung hätten. Im Gegentheil, so weit wie uns die Verhältnisse bekannt, find die gestellten würde also in der Hauptsache die Schuld an dem Strife treffen. Ebenso steht die Sache bei den Tischlern in Dresden. Auch dort scheinen die Unterhandlungen mit den Meistern nicht vorwärts zu wollen, und so wird eine größere Arbeitseinstellung wahrscheinlich. Gegen 7000 Tischler find in Dresden und Umgegend beschäftigt. Brugermorum penn nich, Herr Forderungen der Arbeiter äußerst gerechte. Die Arbeitgeber Gerichtshof? Jd bin so, det id mir schon ieber den mise tabelichsten Jejenstand mächtig freie. Aber denn derf ooch wieder teener denten, det de ordinärste Lumpe vor mir jut jenung is; in diese Beziehung hat' n armet Dienstmächen ooch Chriefiehl un wird denn natierlich etwas unjemietlich. Bors: Da Sie erst am 8. Dezember zugezogen waren, so ist es überhaupt schon viel von Ihrer Herrschaft, daß Sie zum Weihnachtsfeste mit einem Präsent bedacht wurden. Angell.: Det war doch teen Präsent, Herr Jerichtshof;' n Tarrierter Duch vor so unjefähr acht Jute war' t, un wetter nischt, sage ic Jhnen. Vors. Sie durften doch nicht hoffen, 14tägige Dienste durch ein Brillantgeschmeide extra belohnt zu sehen. Es ist ganz unbegreiflich, daß Sie durch ein völlig angemessenes Ge schent nicht zufrieden gestellt wurden und Ihrem Mißmuth außerdem in so unpaffender Weise Ausdruck gaben. Angell.: Jd habe janischt Ertraijet verlangt, Herr Ges richtshof; ick mußte ileich, det mit die Nation nich ville los 18. Wat' ne anständije Herrschaft is, bei die hält' n Mächen vor allens det janze Monat rejulär aus. Sone Leite derfen fich uf den achten nich schon nach was andert umsehen. Stimmt det nich? Vors.: Wie kam es denn aber, daß Sie mitten im Monat disponibel waren?- Angell.: Wunder; menn mir de Mietsfrau bei sone richtije Schwebelbande hinschicken dubt, die man Denn zieht man fich nischt zu Dant machen kann, Eenen Dag wie alle Dage vor janz alleene retour. fieben Mann det Futter zurechte schnuddeln, dret iroße so Stuben ufwischen, allens inholen und denn noch fo nebenbei eenije Stückerne fünwe bis sechse Windeln waschen, det lönnte mir mächtig paffen. Vors. Derartige häusliche Verrichtungen liegen eben den Dienstboten ob. Doch hierauf tommt es weiter nicht an. Wie verhielten Sie sich bei Ueberreichung des Weihnachtsgeschents? Angell. Id hatte' ne sehr jebild'te Benehmijung, Herr Jerichtshof, indem ich doch nich fleich jewahren fonnte, wat allens uf den Teller d'ruf sind daht. Wie ich aber in de Küche int Deje frieje, det man bloß der Duch, eenije Stickeken Honigluchen un' ne Handvoll Aeppel un Nüsse d'iuflagen, da dachte ich denn ooch jleich, ick sollte lang hinschlagen. Wenn mir doch eener wat schenken will, denn muß et ooch wat Reellet find. Meenen Se nich ooch? Der Wittenberger Verein gegen Hausbettelei unter ftügte im vergangenen Jahre 6611 Durchreisende mit 1652 M., Die ihnen in Behrmarten zu 25 Pf. verabreicht wurden. Die zahlreichsten der unterstüßten Durchreisenden waren die Arbeiter mit 484 Mann, danach kommen 471 Fleischer, 416 Bäcker, 385 Schuhmacher, 346 Schloffer, 284 Schneider, 240 Müller u. f. f. Am wenigsten waren vertreten die Steinschleifer, Bor zellandreher, Peitschenmacher, Mühlenbauer mit je einem Mann, bann je zwei Kunftgärtner und Rohrleger, je drei Kortschneider, Knopfmacher, je vier Binngießer, Bantinen- und Glasmacher u. f. w. Gar nicht zur Unterftügung gemeldet hatten sich die Apotheker, Brunnenmacher, Geometer, Mügenmacher, Pfeffer füchler und Wagenbauer. Vors. Gut, tas Geschenk entsprach Ihren Erwar tungen nicht. Was begab fich nun? Angell.: Indem id doch nu schon teene Verwendung vor die Lumpe, aber ooch wieder teene Topplappen hatte, wo man fich denn doch leichte de Finger verbrennen tann, riß ich ihr denn in Stücke, wat teenen nischt anjehn duht. Vors.: Eine solche Geringschäßung eines soeben empfangenen Präfentes ist für den Geschenkgeber allerdings sehr beleidigend. Angell. Na, wat denn noch! Wenn mir eener' n Duch schenken duht, is et ooch meine, und denn fann id mit ihn machen, wat id will. Auch die Pulverindustrie hat ihre Kartelle. Nach dem Schwäb. Merkur" haben fich die Pulverfabrik Rottweil Hamburg und die Vereinigten Rheinisch Westfälischen Pulverfabriken verbunden, um gemeinsame Versuche zu veranstalten und gemeinsam auf Preise zn halten. Paris. Noth stand. Die Seinepräfettur hat eine Sta tistik der nicht vermietheten Pariser Wohnungen aufnehmen laffen. Nach derselben stehen von über 400 000 Wohnungen gegenwärtig 18 580 leer, darunter viele in neugebauten Häusern. Bet 4000 diefer leerstehenden Wohnungen beträgt der Miethspreis weniger als 400 Frants. Vors. Ihr Benehmen war ein sehr unpassendes, zumal Sie auch noch die erhaltenen Nepfel und Nüffe, sogar den Honigluchen vor den Augen Ihrer Dienstherrin in die Feuerung der Kochmaschine warfen. Eine solche Unverschämt heit mußte den äußersten Unwillen Ihrer Herrschaft herauf beschwören. Doch dieserhalb ist keine Anklage erhoben; erzählen Sie weiter. Angell: So is et recht; nu möchte der Mensch nich' mal seine bißten Armuth taponieren berfen. th Beit De Die bi gangen Energie und Ausdauer, deren wir fähig find. Dar Kollegen, säumt auch Ihr nicht länger, der Bentral- Krank und Sterbelaffe der Dachdecker Deutschlands beizutre Zum Boltsverfam Die Frage rofeffo dieselbe leistet das höchfte, was eine Krankentafe nur irge zu leisten im Stande ist. Laffet diesen legten Mahnru Euch nicht ungehört verhallen, sondern trete ein Jeber, seine Selbstständigkeit wahren will, dem das Wohl des DIS ung der beiter gungstre eine Dr reibezölle b Leipzi taiferli Jum Tode gemirtt bab tine Mitthe Behörden halten ha alle Einzelf Bung berbe d. In de neueren Den Regier Batagonien nijchen Re Chaco aus Boqueron Avantgarde bebeute Dant tehrte lafen, ins et meb zurü am aus Infan wurde nun Don 2000 mote ein Vind bein Bange Kol Roben in bie Bel ifter in Smer febr Kriegs Man weiß Gwar Stady, best Arm zelnen wie der Gesammtheit, dem das Wohl seiner Fam am Herzen liegt, der Vereinigung bei, welche zum Bwede Solidarität, wo Einer für Alle und Alle für Einen eintre errichtet ist. Denn nur durch eine starte Bereinigung werden im Stande sein, den Druck abzuschwächen, der auf uns la Der erste Schritt zur Befferung unserer Lage ist somit get weitere Schritte werden gewiß nicht ausbleiben, darum, wir Euch nochmals zu: Prüfet Alles, und behaltet das B Erkennet das Gute, welches Euch geboten, und Ihr habt durch bewiesen, daß Ihr fein willenloses Werkzeug And sondern daß Ihr aus der geistigen Todesnacht erwacht um gemeinsam mit Euren Brüdern um das höchste und bei Gut, um die Selbstständigkeit zu ringen. Berlin, im Fe 1885. Mit follegialischem Gruß! Der Vorstand der B Kranken- und Sterbekaffe der Dachdecker Deutschlands. N Bentral- Bureau der Kaffe befindet sich Drantenstr. 166, find Briefe und Anfragen an unseren Vorfizenden 6. daselbst, zu richten; auch wird derselbe auf Verlangen Statu bücher übersenden. Die Kollegen in den Städten, welche ferer Staffe bereits angehören, ersuchen wir um Verbrei dieses Aufrufes an alle ihnen bekannte Adressen anderer St Vereine und Versammlungen. Die zahlreichen und schweren Unglücksfälle, welche fich leider fortgefest im Bergwerksbetriebe ereignen fich leider fortgesezt im Bergwerksbetriebe ereignen und hunderten von Menschen einen frühzeitigen Tod bereiten, haben dem kgl. Oberbergamt zu Halle a. S. Veranlaffung ge geben, eine neue Bergpolizeiverordnung auszuarbeiten, welche für den Verwaltungsbezirk des gedachten Bergamts bestimmt ist und mit dem 1. April d. J. in Wirksamkeit tritt. Die Verordnung ist sehr ausführlich, fte umfaßt 11 Abtheilungen mit 142 Baragraphen, und zwar lauten die ersteren: 1. Schuß der Oberfläche im Interesse der persönlichen Sicherheit und des öffentlichen Verkehrs; 2. Sicherung der Grubenbaue; 3. För derung; 4. Fahrung; 5. Wetterführung und Beleuchtung; 6. Sprengstoffe; 7. Heuerarbeiten; 8. Maschinen; 9. Arbeiter 10. Martschetdewesen; 11. Schlußbestimmungen. Eine beson dere Sorgfalt ist den Sprengstoffen gewidmet, über deren Verwendung, Aufbewahrung, Verausgebung, Transport finden fich die eingebendsten Bestimmungen. Die Verwendung des teinen Sprengöls und der nicht tomprimirten Schießbaumwolle ist verboten. Die Namen der Steiger oder technischen Auffeher, die den Empfang, den Transport, die Aufbewahrung, die Verausgebung und Wiedervereinnahmung der Sprengs und Zündmittel, sowie Die etwa erforderliche stoffe Umarbeitung Der Patronen zu leiten und zu beauf sind in das Bechenbuch einzutragen fichtigen haben, sind und der Belegschaft durch Aushang in der Heuerstube befannt zu machen. Bei dem Transport der Aufbewahrung und der Berausgat ung der Sprengstoffe, sowie bei der Verarbeitung der Patronen dürfen nur Leute beschäftigt werden, die das 21. Lebensjahr überschritten haben und den Aufsichtsbeamten als zuverlässig bekannt find. Es ist verboten, die auf der Grube Der empfangenen Sprengstoffe mit nach Hause zu nehmen. beim Transport beschäftigte Arbeiter hat durch den Ruf: ,, Bulver kommt!" die in der Nähe befindlichen Personen zu Vors.: Schweigen Sie über diesen Punkt. Der Hausherr wurde von der seiner Ehegattin widerfahrenden Kränkung be nachrichtigt und wollte Sie zur Rede stellen. Wie benahmen Sie fich hierbei?- Angell.: Na, det kann mir doch nich paffen, det Mannsleite in de Rüche fommen. Det wäre' ne janz neie Mode. Vors.: Es wird Ihnen vorgeworfen, Ihren Brodherrn gleich beim Betreten der Küche ohne Weiteres thätlich anges griffen und dann den hierdurch überraschten Mann im wahren Sinne des Wortes zur Thür binausgeworfen zu haben. Angell: Jd habe et janich febre beefe mit ihn in' n Sinn jehabt und ihm ooch man' n fleen bißten der be anjefaßt, wo er denn natierlich balde aus de Dübre flog, indem' t doch man son spilltijet Männelen is. Nach den Ergebnissen der Beweisaufnahme muß das Mädchen für Alles aber doch etwas derber" zugefaßt baben, als es zugeben wollte. Des Hausherin nach der Geficht sowie deffen zerzauster Bart Affaire blutendes mußten hierüber jeden Zweifel bebeben. Uebrigen wurden durch einen weitere Ausschreitungen wahrscheinlich herbeigerufenen Schußmann verhindert, der die erzürnte Schöne zum sofortigen Verlassen des Dienstes nöthigte. nut Da nun die zur Anklage stehenden Ausschreitungen sehr gröbliche gewesen sind, das Dazwischentreten des Hausherrn auch offenbar durch einen ungewöhnlichen Aufwand von Nichts würdigkeit herausgefordert worden war, so erkannte der Ges richtshof gegenüber der seitherigen Unbeicholtenheit der Angeschuldigten auf einen Monat Gefängniß. Borf.: Wollen Sie sich bei diesem Erkenntniß beruhigen? Angell.: Na nee doch; ich were mir jleich instechen laffen. Sd verlange' n neien Termin, wo id denn mit' n jelernten Rechtsanwalt fommen were. Der Mann wird den Lenz Schon anders befummeln. Soziales und Arbeiterbewegung. warnen. Rabets Der Streit in der Zenschow u. Martart'schen hat sein Ende erreicht! Der Bertreter dieser Firma jest, nachdem der Streit fünf Wochen gedauert, ben rechtigten Wünschen der Arbeiter gefüg A d ift eine Einigung erzielt worden, die gewiß für beide Bar gleich segensreich sein wird. Dieser Erfolg ist ein erhebent Beweis für die Kraft, welche in der Drganisation in der Einmüthigkeit der Arbeiter liegt. dings ist noch nicht alles gethan, augenblicklich streiten Betreffend die Schießarbeit ist vor dem Anzünden eines jeden Schuff s den in der Nähe befindlichen Arbeitern durch den lauten Ruf:„ Es brennt!" Kenntniß zu geben. Bersonen männlichen Geschlechts, welche das 21. Lebensjahr nicht über schritten haben, dürfen beim Bergbau nur in einer Weise beschäftigt werden, welche ihrer förperlichen Entwickelung nicht nachtheilig ist. Es wäre nur zu wünschen, daß auch in den übrigen Bergwerksdistrikten umfangreiche Vorkehrungen ges troffen werden, um die entseglichen Katastrophen im Bergwerks betriebe zu beseitigen resp. zu vermindern. nod Forderungen auf die Hilfe nnd Unterstüßung ihrer Kamerab angewiesen find. Es find die Arbeiter der Firma A. Bebme Röpniderstraße 137. Hier war der Fabrikant bisher nod leiner Verständigung zu bewegen. Sache der Berliner Da beiter ist es daher, solidarisch für ihre Kollegen einzutreten richten Michaels ibnen nach jeder Richtung hin den Kampf zu erleichtern. Erfolg wird dann nicht ausbleiben. Buschriften find au an Julius Müller, Engel- Ufer 5 und Arth. Fischer, firchplay 23. Gelder nimmt der Kaffirer Otto Kleinert, Stop Ehrlic baber, Dex worben. Reidst Log in S Aber berich Sette aus batte beta traten Bio Don 94 G ber engere alliger De rieben, bat bei ein folcher für beantragt Der Boll Inide ftr. 151. IV. entgegen. Für Berlin find noch folgende Zum Strite der Steinnnßknopfarbeiter. Nach einer Bahlstellen errichtet worden: 1. N. Elfaffer und Kleine ba Meldung aus Schmölln( Altenburg) scheinen die Fabrikherren burger Str.- Ede. 2. O. Andreasstr. 44 bei Wirfing. 3. SO jezt an allen Drten haufiren zu gehen, um Arbeiter aufzu treiben. Sie können aber nicht besondere Erfolge damit erzielt haben; denn in diesen Tagen waren sogar Vertreter der dortigen Etablissements in Schmölln anwesend, um persönlich hier beschäftigte tüchtige Fräser, Plattenschneider, Dreher und Ausdreher zu bestimmen, bei guten Lohnfäßen" nach Berlin überzuftedeln. In wie weit ihnen das gelingen wird, vermögen Ritterstr. 123 bei Sodtke. 4. SO. Naunynstr. 78 bei 5. O. Vor dem Stralauerthor bei Nagel. 6. S. Alte Salob straße 105 bet Bfelfer I. r. 7. SW. Mittenwalder Str. 57 b Schubert. Möge dem errungenen halben Siege der gan bald nachfolgen. Bow Sentrum 98 und ho berathen, Derweisen. Der Fachverein der Maurer zu Spandan bielt a Sonnabend Abend seine Monatsversammlung ab. Der der Arbeiter, daß Jeder, der von ihnen sein Arbeitsfeld wechselt, Verein fernstehenden Berufsgenossen betreffs der Bestrebungen mit vorläufig noch nicht festzustellen, wünschen aber im Intereffe figende glaubte den irrigen Ansichten, welche unter den be Großstadt und dem einer Kleinstadt ein himmelweiter Unter schied ist, und fo legen wir allen, die fich wohl fühlen, den alten deutschen Spruch ans Herz! ,, Sigt Du gut, so size feste, alter Sig, das ist der beste." desselben vorherrschen, dadurch entgegen treten zu müffen, ba er Bwed und Ziel des Vereins nochmals eingehend flar legte Besonders suche man eine Aufbefferung der Löhne herbe führen. Ausgangs März wird, wie hierauf mitgetheilt wurde in Hannover ein Kongres der Maurer und verwandten Beruf Des 45. Am von Bu Aufruf an alle Dachdecker Deutschlands. Kollegen! genoffen Deutschlands stattfinden. Auf demselben werden übe Das Gesetz, betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter ist| Strifeangelegenheiten, Lohnverhältnisse, Gründung eines Drgan nunmehr in Kraft getreten, und Alle, welde bis zu ihrem Ar und einer Unterstügungskaffe Berathungen gepflogen eventue Be beitsantritt fich keiner freien Hilfskaffe angeschloffen haben, Beschlüsse gefaßt werden. Die Wahl eines Delegirten den, als fte mit dem ersten Tage ihrer Beschäftigung Mit neralversammlung erfolgen. Nachdem dann ein Schriftführ glieder der Zwange verficherung auch gegen ihren Willen ge- gewählt worden, unterzog man das von der Regierung gene werden die Konsequenzen dieses Gesezes um so schärfer empfin worden find. Was wir nun von diesen Zwangskaffen zu er watten haben, ist schon wiederholt in den Arbeiterkreisen außfübilich flargelegt worden. Auch wir haben seiner Zeit einen migte Statut der Bentral Krankenkaffe der Maurer, deren Be tralstelle in Altona ist, einer Besprechung. Eine größere Ba Selle Bisma Auf Belegentn tarifge bg tein Bebi Aufruf erlassen, in welchem wir die Schattenseiten dieser Kaffen der Maurer Spandaus an den Reichstag, in welcher erfud genügend beleuchtet haben und wollen wir uns heute nur darauf wird, daß denjenigen Meistern, welchen Staatsbauten übe beschränken, die Kollegen zu erinnern, daß fie an dem Tage, tragen werden, ein an die Arbeiter zahlender Minimallobn v an welchem fie aus der Arbeit treten, auch aufgehört haben, geschrieben werde, lag im Versammlungslokal aus und wu An die gewerkschaftlichen Vereine( Fachvereine 2c.) in Berlin. Das Berliner Volksblatt" feiert bald feinen ersten Geburtstag. Es hat sich redlich Mühe gegeben, die Intereffen der Arbeiter Berlins, wie der Arbeiter überhaupt, zu vertreten. Dann aber hat unser Blatt der Arbeiterbewegung in Berlin, die in den Versammlungen der Fachvereine und anderer gewerkschaftlichen Vereine befonders zum Ausdruck gelangt, die größte Aufineitsamkeit geschenkt und derselben manches Opfer gebracht. Demgemäß sollte das„ Volksblatt" in Berantwortlicher Hebatteur R. Mitglieder der mange kaffe zu sein, sofern sie nicht binnen 8 Tas gen dem Vorstand der Kaffe erklären, Mitglieder derselben bleiben zu woken. In diesem Falle haben fie sodann diesen Ein drittel- Beitrag, für welchen sonst der Arbeitgeber aufkommen mußte, selbst zu zahlen, und verlieren ihr Anrecht auf Untermit neuen Unterschriften bedeckt. Briefkasten der Redaktion. F. M. Sie müssen einen Prozeßbevollmächtigten ftügung, wenn fte mit 2 aufeinder folgenden Beitragszahlungen, ftellen, der für Sie in den Terminen auftritt, sonst werden durch Versäumnißurtel verurtheilt. welche wöchentlich entrichtet werden, im Rückstande find. Hier Gronheim in Berlin. Trud und Verlag von Mar Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Sieran eine Beilage au ergäng Die wicht Ichaftliche Mit ihr Deutschla Wir mü weisen. Wertes wird, vo Sie mob anderes.) Max wiff man fich Wochen tafcht w greifen r Sie uns miffarifd Boll tit fte gehörige weshalb Dertrages eine Ston tation b Ueberzeugu e Arbeit h indet und bei Arbei leichter ausg ange preid e machen w Kranten un gfeit", Fing ezember 188 Die Raf E nach Abla bes Beitrit affe bei einer ntliche Unter e bei eine = 12,50 Ma 10 Matt ein 6 aufeinande 6 ortsüblichen Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. 35. Politische Webersicht. Bug um Zug- so denkt das Zentrum. Der Regierung die Bolltarifnovelle und für die Rirche Aufhebung der Sperr= der 1. Klaffefeße. Auf jeden irdischen" Bug der Reichsregierung ein ; für Krante immlischer" Bug der Klerikalen. Für Nichtanwendung der chenpolitischen Strafbestimmungen auf das Spenden der and 4 Mona atramente erhält die Regierung die Holzzölle, für die Er laubniß des Meffelesens seitens der gesperrten" Briefter aber werden die Getreidezölle und noch einige andere Bölle bewilligt. Man flebt, das Zentrum versteht sich auf den Tauschbandel. Damit eine Seele gewonnen werde, mögen die den Beitritt men noch mehr Hunger leiden. Echte Volksbeglücker das! 10 Mitgliebe b verpflicht behalten ih Der deutschen fammlung be en ohne Unter Dieser enommen w gen Kollege Sren, bis jum unfer Stat Genehm Delcher De tag ang ift, ing ertt, Daf fie bei einem anderen bi in Quitting arch dem d die weite en eine fele zeugungste en von bie Sache mit b find. Daru ntral- Arant beizutrete e nur irge Mahnruf in Jeber, Bohl des einer Fa am Bwede nen eintr ng werden uf uns la fomit get Darum tet das Be Thr habt Jeug And erwacht e und bei im Fe oder 8 03. NB . 166, den 6. gen Statu n, welche Verbrei nderer St gen. schen Rubrir Firma b rt, den, gefügt d beide Part ein erheben fation liegt. ftreiten nod brer gered er Kamerab A. Bebme Bher nod Berliner n einzutrete Teichtern. De Абре D Zum Getreidezoll. Vorigen Freitag fand in Halle a./S. ne vom fonservativen Berein einberufene große Boltsversammlung statt. Eingeladen waren Alle, die fich für Frage der Getreidezölle interefft: ten. Nachdem Herr rofessor Dr. Märter eine längere Rede für die Erung der Getreidezölle gehalten hatte, trat ihm ein schlichter beiter vom Lande entgegen und verstand es derart übergungstreu und durchschlagend die Frage zu behandeln, daß eine Dreiviertels- Majorität gegen die Erhöhung der Ge elbezölle bei der Abstimmung ergab. Leipzig, 9. Februar. Hinsichtlich der Gründe, welche bei faiserlichen Entschließung der Begnadigung des ebenfalls m Tode verurtheilten Hochverräthers Rupsch ausschlaggebend mirkt haben, gebt dem„ Leipz. Tageblatt" von guter Hand" eine Mittheilung zu, wonach der thatsächliche Umstand, daß die Behörden durch Rupsch die erste Kenntniß von dem Verbrechen erhalten haben und Rupsch ein ausführliches Geständniß, das alle Bung herbeigeführt hat. Amerika. Mittwoch, den 11. Februar 1885. Er gungsmittel der ehrlichen Probe" beseitigt, jest heißt es ehrlich und offen: wir wollen feine ehrliche Probe mehr. Aber wo bleibt dann die Politik der Nationalliberalen? Sie haben diese Probe stets vertreten, Miquel verlangte noch im vorigen Jahre unter dem großen Beifall einer Versammlung in Süddeutschland, daß die Bollfrage für die nächsten Jahre abgefest werde. Unter diesem Programm ging man damals in die Wahlen, damit hat man viele Wähler eingeschläfert. Der Abg. Dechelhäuser erklärte, daß die Besteuerung der nothwendigen Lebensmittel unvereinbar mit einem liberalen Programm set.( hört, hört! links.) Wird Ihre Partei die Konsequenzen davon jest ziehen? Leider hört man, daß die Hälfte der Nationalliberalen sebst für diesen hohen Getreidezoll stimmen wird, und daß diese Frage immer noch eine offene für die Partei bleiben soll. Außer der Landwirthschaft haben sich auch andere Nothleidende gemeldet, so neulich im Abgeordnetenhause die Eisenindustrie und Bergwerksindustrie durch sachkundigen Mund, und sogar der preußische Eisenbahnminister hat diese Rlage in einer gewissen Einschränkung unterschrieben. fügte hinzu, das liege daran, daß man nicht überall Maß gehalten hat, d. h. zu deutsch Ueberproduktion( Heiterkeit). Bu dieser Ueberproduktion aber hat gerade die Schußzollpolitik den Anreiz gegeben; jedenfalls haben alle Kunststüde und Quadfalberei dieser großen Industrie nicht aufhelfen können. Man spricht von dem Nothstand der Landwirthschaft als Gewiß geht es manchem etwas Selbstverständlichem. auch einzelnen Distrikten nicht Landwirth nicht gut, gut. Aber ein allgemeiner Nothstand? Der landwirthschafts liche Minister Dr. Lucius hat hierüber am 6. Mai 1882 im Herrenbause die fortschreitende Verarmung der Landwirthschaft ausdrücklich beitritten, er bat erklärt, daß ihm auf seinen amtlichen Reifen in die verschiedenen Nothstandsdistrikte auf seine Frage, ob es schlechter geworden, nicht in einem ein igen alle bejahend geantwortet sei, überall hat man gefagt, daß die Erträgnifie früber niedriger gewesen als jest. Weshalb veranstaltet man nicht eine nähere Untersuchung über Diese Dinge? Bei Steuern verlangt man doch Klarlegung der Verhältnisse, weshalb denn hier bei nicht? Wer eine Staatsunterstügung will, muß doch nachweisen, daß er ihrer bedürftig sei. Der Begriff von dem Recht auf Rente bringt viel Verwirrung. Das landwirthschaftliche Kränzchen in Franken findet es in feiner Petition bereits nicht gerecht und billig", daß die Getreidepreise schwanken, da doch der Landwirth all jährlich mit denselben Roften sein Feld bestellen müsse. Ein Ritterguts befizer in Posen hat bereits eine Petition verlangt, um Geld zu billigeren Binsen für die Landwirthe zu erhalten. Ich gestehe, das gefällt mir beffer als der Getreidezoll. Dann weiß der Steuerzahler doch, was und an wen er Unterstügung zu zahlen hat. Dann haben wir auch die Sicherheit, daß nur die Bedürftigen zeitweise eine Unterstügung erhalten und nicht die reichen Befizer von Quadratmeilen. Ein sehr beliebter Ausspruch ist der: Hat der Bauer Geld, hat's die ganze Welt. Das Wort ist ganz richtig. Aber der Nachfaz fann nur zutreffen, wenn der Vorderias richtig. Nun bestreite ich in der Majorität. Die Berufsstatistik hat doch zur Evidenz erwiesen, daß nur ein fleiner Theil der Landwirthe Vortheil von den Zöllen hat. Das Beispiel tes Reichskanzlers von dem Befizer mit 3 Morgen Land hat überall Widerspruch gefunden. Ein fachverständiger Landwirth, Dekonomierath Weidenhammer, II. Jahrgang. M. welche Preußen an die Spize Deutschlands gebracht hat. In schlimmster Beit haben die preußischen Staatsmänner fich nicht gescheut, daß dirette Steuersystem einzuführen und sich damit an das staatsbürgerliche Pflichtgefühl der Bürger zu wenden. Im Jahre 1820 hatte Preußen mehr dirette und weniger indirekte Steuern wie 1878/79; damals hatte 6 pro Kopf der Bevölkerung an indirekten, 5% an direkten Steuern; 1878/79 unter Hinzurechnung der Reichszölle 8½ M. an indirekten, also 2 M. mehr und etwas weniger an direkten. Die direkten Steuern sind seitdem noch ermäßigt, die indirekten um 3 erhöht; jetzt soll wieder eine Mark indirekter Steuern pro Kopf der Bevölkerung mehr aufgelegt werden. Das Auffallendste ist, daß die Motive die Schutzölle mit der Nothwenbigkeit einer zwedmäßigeren und gerechteren Vertheilung der Abgabenlast motiviren, während es fich doch hier um eine himmelschreiende Ungerechtigkeit gegen die ärmeren Klaffen hanbelt! 3we fellos ist doch, daß diese Brodsteuer progreffto nach unten wirkt und daß die 21 Millionen, welche iegt keine diret ten Staatssteuern mehr in Preußen zahlen, das Dreis und Vierfache durch den Getreidezoll auf sich nehmen. Womit wollen Sie denn diese Leute erleichtern? Sie find bereits von den Staatssteuern frei. Wenn Sie von sozialen Reformen sprechen, bedenken Sie doch, daß Sie mit dem Getreidezoll schon einen erheblichen Theil des Betrages haben tönnten, um jedem Arbeiter eine Rente für Invalidität und Alter zu sichern. Die Sozialreform und diese Bollpolitik, darin hat Dechelhäuser Recht, find unversöhnliche Gegensäge; jedenfalls sprechen Sie nicht von der Auferlegung dieses Bolles im Namen der Gerechtigkeit. Auch wir waren bereit zu einer Vermehrung der indirekten Steuern; weshalb läßt man fortwährend den Schnaps unangetastet? Die Brodsteuer ist eine weitere Progressivsteuer nach unten wie die Salzsteuer und der Petroleumzoll. Arbeiter und Beamte, furz die große Zahl der Konsumenten wird auf das Empfindlichfte durch diese Reform benachtheiligt.( Ruf rechts: Nein!) Wenn Sie die Preise erhöhen, und das wollen Sie ja, so muß doch der Konsument diese höheren Preise bezahlen. Man hat sich auf den Willen des Volkes in dieser Frage be rufen. Sie haben doch sonst nicht so viel Respekt vor der öffentlichen Meinung. Seit Jahren hat man die Agitation in die landwirthschaftlichen Vereine getragen. Wenn wir aber einmal öffentlich über den Getreidezoll sprechen, dann nennt uns die offiziöse Preffe Volksaufwiegler.( Sehr richtig rechts.) Ja, das wußte ich, daß Sie dies auch verstehen. Wenn ein fonservativer Landgerichtsrath in Baden von Dorf zu Dorf reift und vor den Landleuten für die Getreidezölle spricht, das ist der öffentlichen Belobigung werth( Sehr gut, rechts), sehen Sie, dann sind Sie entzückt( eiterkeit links); wenn eine große städtische Verwaltung an maßgebender Stelle Proteft erheben will, dann wird ihr im Namen des Gesetzes der Mund ge schlossen; wenn wir aber Kritik üben, dann find wir Boltsnun laffen wir es uns gefallen, wir sind es aus denselben Gründen, wie das Ministerium Manteuffel, als es 1849 im Interesse der Gerechtigkeit die Aufhebung der Schlachtund Mahlsteuer verlangte. In einer Beit, wo die Rücksicht auf das Intereffe einzelner Klaffen herrscht und alle Resultate der geschichtlichen Erfahrungen über Bord geworfen werden, müssen wir tros Hohn und Spott ausharren. Wir müssen eintreten für die Aufrechterhaltung der Gerechtigkeit in unserm Steuersystem, für die Aufrechter haltung des sozialen Friedens und jener unabänderlichen großen Gefeße auf denen die Wirthschafts- und Gesellschaftsordnung aufgebaut ist. Sie können uns mit Ihrem Votum, da Sie heute die Macht dazu haben, schlagen, aber der Tag, an welchem Sie diesen Brotzoll einführen, er wird, das sage ich in Uebereinstimmung mit den früheren Worten Bennigsens, Das Todesurtheil sein für diese Vorlage und die neue Wirthschaftspolitik.( Lebhafter wiederholter Beifall lints, Bischen rechts.) In der Republik Argentinien in Süd- Amerika scheint neueren Nachrichten zufolge zu heftigen Kämpfen zwischen den Regierungstruppen und den Indianern an der Grenze Nun, hat sich denn seit Mai 1882 die Sache so verschlechtert? Batagoniens, gekommen zu sein. Die Regierung der argenti ifchen Republik hatte eine große Eroberungsexpedition von Chaco aus organiftrt. Eine Truppentolonne setzte sich über Boqueron in Marsch und wurde zuerst von einer indianischen Avantgarde von 200 wohlbewaffneten Leuten angegriffen, die bedeutende Verluste zufügte. Der argentinische Komman nt lehrte, nachdem er seine Truppen fich hatte verschanzen len, ins Hauptquartier zurück, um Verstärkung zu holen, aber zurückam, fand er nicht einen einzigen seiner Leute m am Leben. Eine zweite, Diesmal fehr starke, Infanterie, Kavallerie und Artillerie bestehende Kolonne de nun alsbald auf Boqueron dirigirt. Aber ein Korps 2000 Indianern unter den Befehlen des Kaziken Huetru hte eine geschichte Umgebungsbewegung, überraschte den vind beim Eingang in ein Defilé und vernichtete beinahe die ge Kolonne. Die wenigen übrig gebliebenen Soldaten ben in unbeschreiblicher Unordnung, von den Indianern bis bie Belte des Hauptquartiers verfolgt, wo sich der Kriegsifter in Person befand. An diesem Tage machten die InSmer sehr viele Gefangene und erbeuteten eine Menge Vieh aber, daß der Bauer durch die Bölle Geld bekommt, wenigstens Kriegsmaterial. Ihre Verluste waren nur unbedeutend. Man weiß nicht, was für Folgen dieses Unglück haben wird. wartung weiterer Ereignisse konzentrirt fich eine indiaMrmee von 7000 Mann in der Gegend von Cangalle. Sa ben legten Berichten aus Buenos- Ayres ist der Befehlsworben. baber, ber den Rückzug anordnete, vor ein Kriegsgericht gestellt behauptet, daß 90 pCt. der Landwirthe von dem Getreidesoll Aber Sette Parlamentarisches. entweder feinen Vortheil oder sogar Schaden haben. Selbst Herr Loell, ein Freund der Vorlage, muß zugeben, daß nur die Minderheit der Landwirthe von dem Zoll Vortheil habe. Mir liegt sodann eine interesante Betition on sechs Gemeinden des Amtes Lilienthal in Hannover vor. Dort weisen die Bauern Reichstags ist die Wahl des tonservativen Abgeordneten nach, daß je 50 Familien in jedem Dorf jährlich 4500 M. Log in Raffel beanstandet und die Vornahme von Erhebungen Schaden haben; fte erklären auch, daß der Boll bei den Ar verschiedene Behauptungen eines von sozialdemokratischer ausgegangenen Proteftes beantragt worden. Herr Lop batte befannilich erst in engerer Wahl über den Sozialdemo fraten Pfannkuch gefiegt, und zwar nur mit einer Mehrheit bet on engeren Wahl für ungiltig erklärten Stimmen, noch aufSchrieben, den Wahlprotokollen beigelegt find. Die Kommission beispielsweise auch 22 Millionen mehr zahlen müsse bei dem bat bei einer genauen Prüfung der Alten ermittelt, daß 60 folder für ungiltig erklärter Stimmzettel überhaupt fehlen, fie beantragt deshalb die Einforderung derselben. Bezüglich der geschäftlichen Behandlung der Bolltarifnovelle haben die Konservativen und das Sentrum beschloffen, über die Erhöhung der Getreide und Holzzölle auch in der zweiten Lesung im Plenum zu berathen, den Rest der Vorlage aber in eine Kommission zu ind zu richten her, Micha leinert, Ri no folgende Kleine Dam fing. 3. So 78 bet Chili SO Alte Salob er Str. 57 be ge der ganze dan bielt a ab. Der Vo berweisen. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 45. Sizung vom 10. Februar, 11 Ubr. Am Tische des Bundesraths v. Boetticher, Luctus, Don Butttamer, von Burchard, Bronsart von Sellendorff u. A, später( um 2 Uhr) Fürst von unter den be Beftrebungen müffen, ba end flar legte öhne herbei getheilt wurde andten Beruf n werden übe Beines Drgan ogen eventue Delegirten findenden Des Be Schriftfibr gierung gene Ter, deren Be größere Bab erfud tigte Petition welcher Bbauten nimallobn fiber us und wur on. mächtigten nft werden e Bellage Bismard. beitern und Handwerkern nur Mißgunft gegen die Landwirthe hervorrufen, und daß der Bauer unter dieser Mißgunst zu Gunsten der den Vortheil daraus ziehenden Großgrundbefizer leiden würde. So denken schlichte Bauern über den Zoll. ( Redner geht alsdann darauf ein, daß der Getreidezoll der Staate kaffe den geringsten Theil einbringe, daß die Hauptbelaftung in der Bertheuerung liege, daß die Reichelaffe aber Getreide für das Militär.) Der zweite Zoll, über welchen ich einige allgemeine Gefichtspunkte hervorheben möchte, steht an Wichtigkeit weit hinter dem Getreidezoll zutüd, aber zur Charafterifirung der neuen Methode in der Wirtschaftspolitik ist nichts lehrreicher. Hier wird noch klarer das Recht auf Rente für eine kleine Bahl der Bevölkerung proflamirt, noch dazu auf eine angemessene" Rente, wie es in den Mo tiven heißt. Dagegen ist ja das Recht auf Arbeit ein Kinderspiel( Sehr richtig.) Wie würden sie es finden, wenn die Sozialdemokraten einen Gefeßentwurf einbrächten, welcher den Arbeitern das Recht auf einen angemessenen Lohn ficherte. Das wäre doch gewiß berechtigter als das Recht der Waldbefizer, unter denen es viele reiche Magnaten giebt. Warum ist jest der Holzzoll noch höher normirt als 1883? haben doch die Eggertschen Tabellen des Königlich preußischen statistischen Bureaus bewiesen, daß die Preise für Nushölzer seit 1800 um 200 pet., die Preise für Brennholz, was jest allerdings billiger ist, um 300 bis 400 pCt. in die höhe gegangen find. Der Landwirthschaftsminister sagt in seinem Bericht an den Kaiser, die Berichtsperiode 1881 bis 1883 schließt mit einem be Auf der Tagesordnung sieht die erste Berathung des Gefeßentwurfs betreffend die Abänderung des Boll friedigenden finanziellen Ergebnis ab.( hört! Hört! links.) Den Minister Dr. Lucius: Der Vorredner hat die Tribüne ficher mit dem Gefühl verlassen, den landwirthschaftlichen Minister ebenso wie die Vorlage vollständig vernichtet zu haben.( Abg. Ridert: Mir ist die Sache viel zu ernst!) Ich würde auch in den Gegenbeweis gegen seine Ausführungen mit einer gewiffen Befangenheit eintreten, wenn es mich nicht beruhigte, daß er vieles wiederholt hat, was wir hier schon sehr oft gehört haben. Auch der legte prophetische Appell ift nicht neu, bei der zweiten und dritten Lesung der Tarifvorlage von 1879 wurde noch sehr viel intensiver und leidenschaftlicher diskutirt, als es heute möglich es versucht öffentliche Kundift. Auch damals wurde ins Leben zu rufen; Massenversammlungen gebungen ins Leben tagten, die in lebhaften Ausdrücken Ruin der Konsumenten voraussagten. Alle diese Prophezeiungen find haltlos zu Boden gefallen( sehr richtig! rechts), und nicht einmal eine Beeinträchtigung der Seehandelsstädte ist eingetreten. Es wurde damals, ich glaube, von dem Herrn Vorredner selbst, gefagt, daß Danzig zu einem Fischerdorf herabfinken würde( Abg. Rickert: Habe ich nie gesagt!); und was ist eingetreten? Eine seit 1879 stetig steigende Handels bewegung, und auch die geschmähten Holzzölle haben nicht einmal in den Küstenstädten eine Reduktion des Handels zur Folge gehabt. Wir stehen heute allgemein in einer viel ge ficherteren Pofition, als 1879, weil wir eine fünf- bis sechsjährige Erfahrung hinter uns haben. Das wird sich bei jeder einzelnen Bofition, auch bei den Holz- und Getreidepreisen nachweisen lassen. Mit der ihm eigenen großen dialektischen Gewandtheit hat der Vorredner aus Verwaltungsberichten meines Minifteriums, aus Reden, die ich im Herrenhause, hier oder sonstwo gehalten, eine Reihe von einander widers sprechenden Aeußerungen zusammenzustellen versucht. Es ist doch ganz natürlich, daß das Kolorit der Rede fich danach färbt, mit wem man zu reden hat.( ört, hört! links.) Gewiß! Dem Optimisten gegenüber wird man natürlich mehr die Schattenseiten, dem Bessimisten mehr die Lichtseiten hervor heben. Diese Art Widersprüche hervorzusuchen, ist wirklich wesentlich rhetorischer und dialektischer Natur. Wenn irgendwo, so find hier die Anschauungen in der landwirthschaftlichen Be völkerung mit der Auffaffung der Regierung identisch; ja die Regierung folgt mit dieser Vorlage viel mehr der Strömung innerhalb der Landwirthschaft im Reiche, als daß fie die berporgerufen hat; fie giebt vielmehr den Wünschen dieser Kreise maßvollen Ausdruck, als daß sie weitere Begehrlichkeit anregt. Von einer künstlichen Agitation tann also nicht gesprochen wer den. Der Vorredner leugnet nun auch den Wald, den forstlichen Nothstand und führt für seine gegentheilige Meinung an, daß die fiskalische preußische Forstfläche fich im vorigen Jahre um 21 000 Settare vergrößert bat. Das beweist gar nichts, denn diese Zahl ist der Ausdruck des Fonds von 2 Millionen, der uns alljährlich zum Ankauf von Debflächen und Dedländereien zur Verfügung steht. Selbst einen offenbaren Druckfehler der Motive hat der Vorredner, gewiß nicht mit Bewußtsein, aber doch mit einer gewissen Leichtigkeit fruttifisirt; es muß in diesem, den er sehr aufgebauscht hat, um der Regierung alle möglichen unsinnigen Behauptungen unterzu legen, natürlich extenfivere", nicht intensivere Wirthschaft heißen, wie der Zusammenhang ganz tlar ergiebt. Die Klas Trogdem verlangt jept die Reichsregierung zum Schutz des deutschen Waldes einen Schußzoll. Von der Waldverwüftung Abg. Ridert: Wie es scheint, ist bei der Regierung deutschen Waldes einen Schutzoll. Von der Waldverwüstung tein Bedürfniß vorhanden, die dürftigen Motive der Vorlage darf man nicht reden, da der preußische Wald seit 1878 um au ergänzen, wenigftens vorläufig nicht. Und doch ist dies 21,600 ettar zugenommen hat. Ein Drittel des Privatwaldes Die Nuz bolzausbeute hat im Jahre 1883/84 39 pSt. erreicht, was vorher unmöglich schien. Noch interessanter sind die Resultate in Sachsen( Sehr richtig! links), dessen Verwaltung zeigt, daß man bei rationeller Wirthschaft große Erträge erzielen kann. Die Konsequenzen der Theorie eines Rechts auf angem.effene Was die finanzielle Seite der Vorlage betrifft, so geben uns die Motive darüber teinen Aufschluß. Man wird aber nicht irre gehen, wenn man ben finanziellen Effekt der Vorlage nach Ablauf des spanischen Freilich Die wichtigste feit lange, nicht nur in finanzieller und wirth ist außerdem durch Polizeigefeße geschützt. fchaftlicher, sondern auch in sozialer und politischer Beziehung. Mit ihr hängt die Frage zusammen, ob der soziale Friede in Deutschland erhalten werden soll oder nicht.( Sehr wahr links.) Wir müffen fie von vornherein mit lautem Proteft zurüd. weisen. Wäre diese Vorlage und das, was zur Krönung des Wertes noch in der freien wirthschaftlichen Vereinigung geplant Rente find in der That unabsehbar; fie führen zur vollstän wird, vor den Reichstagswahlen veröffentlicht, was, glaubendigen Verstaatlichung des Eigenthums. Sie wohl, wäre das Resultat gewesen?( Buruf rechts: tein anderes.) In einem fonftitutionellen Staate soll das Volk tar wiffen, um was es fich handelt. Vor den Wahlen hüllte man fich in Schweigen über den Getreidezoll; erst vor wenigen Handelsvertrages auf 40 bis 50 Millionen tarit. tascht worden, daß die preußische Regierung die Initiative er greifen wolle. Jezt soll die Sache so überhaftet werden, daß 801 ist sie sehr nöthig, denn aus dem kleinen Ordnungsetwas Bestimmtes läßt sich darüber nicht sagen. Sollten Sie die Vorlage mit noch mehr Zöllen beschweren, so wird die Einnahme daraus natürlich größer sein. Das treibende Motiv der Reform von 1879 war die andere Gestaltung der Finanzen; miffarische Berathung zugestehen wollen. Aber gerade jest die Verminderung der direkten Steuern und Vermehrung der weshalb wie ihn der Reichskanzler nannte gehöriger Schußzoll geworden. bie Verweisung der ift ein ( Redner führt ganzen Vorlage aus, eine Kommission erforderlich set, wegen des spanischen Handelsan indirekten Einnahmen des Reiches. Das war das Programm Inwieweit dies proim Dezember brief des Reichstanzlers. gramm durchgeführt ist, wiffen Sie selbst. Es ist der Vorwurf in Bezug auf die Entw delung der indirekten Steuern, was Preußen betrifft, unrichtig. Preußen hat sich seines Steuerfyft.ms wahrlich nicht zu schämen. In der schwersten Beit einges tation des Holzzolls 2c.) Mit dieser Vorlage ist das Beruhi- führt, hat es die Grundlagen gelegt für die Kraftentwickelung, an, V dem geht die Landwirthschaft dort mehr und mehr zurüd. Das| beweift, wie nothwendig der Boll zur Erhaltung des Bauernstandes ist. Laffen Sie den Bauernstand zu Gründe gehen, so werden Sie schwerlich je wieder einen neuen schaffen können; der Bauer läßt sich nicht machen; diese Verhältnisse wachsen historisch aus fich heraus. Die auch vom Reichstanzler als wünschenswerth bezeichnete Dezentralisirung der Industrie würde gewiß der Landwirthschaft sehr nüßlich sein; aber bis sich das durchführen läßt, vergeht noch ein Wienschenalter; und die Landwirthschaft bedarf der schleunigsten Hilfe. Aus dem Ackerbau ist die Größe Deutschlands hervorgegangen; aus ihm geht auch die nationale Wehrkraft hervor. Stellen Sie sich daher nicht einfeitig anf den froßkapitalistischen Standpunkt; schüßen Sie den Acerbau in seiner gefunden Entwickelung und nehmen Sie diese Vorlage an!( Lebhafter Beifall rechts.) gen über den landwirthschaftlichen Nothstand find allgemein. Noch in den letzten Tagen haben wir die Kundgebung der berufenen Vertretung der deutschen Landwirthschaftsintereffen, des Landwirthschaftsrats, gehört; ich verweise ferner auf die Kundgebungen, welche in allen Theilen des Reichs, welche in allen gefeßgebenden Körperschaften der Partikular staaten mit fteigender Gewalt hervorgetreten find. Der Unmöglichkeit des Iutrativen Verkaufs steht eine Steigerung der ProduktionsToften gegenüber. Ich führe nur die Durchschnittsziffern einer von privater Seite aufgenommenen Statistik deren Werth und Bedeutung gerade in diesen Durchschnittszahlen liegt, die aus Hunderten von Angaben unabhängiger Landwirthe und landwirthschaftlicher Vereine aus den verschiedensten Theilen der Monarchie ermittelt find. Biernach stellten sich die Produktionskosten für den Zentner Weizen in minimo auf 5,88 M. im Reg. Bez. Königsberg, in maximo auf 10,44 M. in der Provinz Sachsen, der Durch schnitt für die ganze Monarchie stellte fich auf 9,55 M. für den Zentner. Da der Verkaufspreis jezt noch nicht 8 M. beträgt, so ist unzweifelhaft ein Ausfall in der Verwerthung von 1-2 M. nachzuweisen. In Thüringen betragen die Produktionskosten für Weizen 9,80 M., für Roggen rund 8 M. pro Bentner, dagegen find dort die Löhne seit 20 Jahren um 73 pCt. für Arbeiter, um 95 pCt. für weibliche Dienstboten, die Weizenpreise dagegen nur um 7 pCt. gestiegen. Es liegen hier also Misstände sehr erheblicher Natur vor. Der rein theoretische Hinweis auf die Handelsgewächse und andere Erzeugnisse des Landbaues tommt praktisch gar nicht in Betracht; ihr Absatz ist beschränkt und man kann doch nicht Jahr für Jahr auf demselben Boden daffelbe bauen, wir haben doch so etwas wie Fruchtwechsel. Ebenso sehr sind die Klagen der Landwirthschaft begründet durch die Steigerung der öffentlichen Laften, wie die Berichte der landwirthschaftlichen Vereine und des Vereins für Sozialpolitik ausführlich darthun. Der 1879 betretene Weg, durch landwirthschaftliche Zölle das Gewerbe zu heben, verspricht sicher am unmittelbarsten eine Wirkung und führt am leichtesten zum Biele. Die damalige geringe Erhöhung der Getreidezölle hat uns im legten Jnhre zwanzig Millionen Mark eingebracht, die doch also die Steuerzahler nicht in Form anderer Steuern aufzubringen brauchten. Darin liegt also doch eine Entlastung der Gesammtheit der Steuerzabler. Heute ist zudem durch fünfjährige Erfahrung nachweisbar, daß diese Zölle zu einer fühlbaren Vertheuerung des Getreides nicht geführt haben. Der Abg. Rickert meint, es hätten an der Erhöhung der Getreidezölle nur wenige Großgrundbefizer ein Interesse. Nichts ist falscher als dies.( Sehr richtig! rechts.) An der Hebung der landwirthschaftlichen Probuktion hat auch der kleinste Interessent seinen Antheil. Die aus der legten Berufszählung vom Juli 1882 hergenommenen Argumente dagegen find nicht stichhaltig. Wenn auch die Zahl Der Wirthschaften von 1-5 hektar eine sehr große ist, so ist damit noch nicht nachgewiesen, daß diese an der Erhöhung kein Interesse hätten. Die kleinen und kleinsten Landwirthe ver Dienen in der Regel auch etwas im Tagelohn bei ihren mittleren und größeren Nachbarn. In einem großen Theile der Monarchie wird noch heutzutage der Dreschlohn in natura ges währt, und gerade an diesem Punkte zeigt sich auch die Jden tität der Intereffen des großen und des fleinen Landwirths. Ich empfehle Ihnen die vorgeschlagenen höheren Säße. Sie mögen im Einzelnen diskutabel und korrekturfähig sein, ich bitte Sie aber, fte jedenfalls so zu normiren, daß sie von greifbarer Wirkung fein werden. Mit der Einführung der höheren Getreidezölle wird auch noch nicht aller Noth der Landwirth schaft abgeholfen sein, aber es wird die Landwirthschaft in ihrem Vertrauen und in ihrer Ausdauer stärken, wenn sie die Ueberzeugung gewinnt, daß der gute Wille vorhanden ist, so weit es irgend möglich ist, ihr zu helfen.( Beifall rechts.) ba lichen Lel wohlfeilei dafür bes gerade fo Millione Gedeihen beihen de bjages es werbe befizer, Begensta die bei möglier weni bat es m Ds ihnen erunter zu 40 be men, fte m Experiment tung der bore, ber S Schächern Aur erwide ben uni befreien. Beschichte. d bem bar unter figer der g und der G in andere leben tönn Gefahren derart, wie der Herr Vorredner fte befürchtet hat dem Steigen der Holz- und Kornpreise; dann entsteht die zufriedenheit der Arbeiter. Die Waldarbeiter und die l wirthschaftlichen Arbeiter find auch Arbeiter. Es handelt nicht um Fabrikarbeiter in den sächsischen Fabrikbezirken handelt sich um den gesammten Arbeiterstand in ganz Deut land, und von dem bilden die landwirthschaftlichen und arbeiter bei weitem die Mehrzahl( fehr richtig! rechts); diese zu sorgen ist unsere Aufgabe. Wenn wir einen so wei lichen Theil der nationalen Arbeit, wie denjenigen, der and in Deutschland gekauften und verbrauchten Holz stattfin rein dem deutschen Arbeiter sichern können, so ist das der Hauptvorthetle, die ich mir von einem Holzzoll verfpred Daß nebenher die Möglichkeit, Wald zu halten, Wald pflegen, aus Wald eine Rente zu ziehen, gefördert wird, ein Nebenvortheil, immer einer, der sowohl für die Stad revenüen wie für den Privatwohlstand und die klimatis gabe in de Verhältnisse hoch genug anzuschlagen ist. Der Herr Vorrebbie ich t hat auch das unbegründete Bedenken wieder vorgebracht, treidezölle hohe Holzpreise die Waldverwüstung befördern würden. G grundbesit mal find die meisten Wälder in sicheren Händen, im Sta schon vora und im Kommunalbefig; der Privatbefit aber von Wafein werde wird gewiß dadurch nicht gefördert, und wegichmem feine wüsten Wälder, die heruntergehauen find, aufgeforbringt, di werden, wenn man das Holz möglichst wohlfeil macht; Ja, meine Prämie auf den Waldbefit, auf die Holzzucht kann doch darin bestehen, daß man theuere Holzpreise schafft; dann w fich der Wald von selbst wieder aufbauen; iegt ist es ni rentabel, Wald anzulegen, nicht einmal rentabel, herunt geschlagenen Wald wieder aufzuforsten. Ich habe in den tungen Berichte über Verhandlungen von Gegnern der tigen Vorlage gelesen, wonach dieselben von dem Sol Nachtheile in Bezug auf die Bertheuerung von Kohlen fü Das zeigt, mit welcher Unwiffenheit über die Dinge ge und gesprochen wird. Jedermann weiß, daß Brennhol fret ist und zollfrei bleibt. Ich habe in denselben Be Aeußerungen gefunden, daß der Getreidezoll nur einigen grundbefizern zu Gute komme. Nun, davon spreche ich her; es ist dies eine ganz phantastische Anschauung, die Herren, wenn fie wirklich im Lande lebten, nicht theilen ten. Ich werde gleich darauf zurückkommen, ich will nut die Frage von dem Holzzoll absolviren. Also wir wünschen der That, daß schwedische Bretter zu uns nicht bereinkommer damal daß aber schwedisches Holz zur Nährung der Holzinduftrien längs der Ostseeküste, in Holstein und längs der Nordse vorhanden sind, soviel wie möglich und noch mehr als bil hereinkommt; wir wollen nur dem Inlande die Arbeit fid die an diesem Holze zu verrichten ist, von der ersten robe Arbeit des Behauens und des Brett Schneidens bis Behobeln. Das ist die Tendenz. Es wird uns nicht gelingen, denn selbst die jetzigen hohen Bölle decken uns nicht einmal am Oberrhein vollständig. Der Herr Vorre hat ferner darüber geklagt, daß manche Holzindustrien Die Steigerung des Holzzolles wesentlich leiden würden. glaube ich nicht; ich glaube, wenn nur das Zerkleinern, feits der Grenze übertragen und das Robholz nach wie eingeführt wird, so wird das in geringem Maße der Fall f Er hat zum Belege angeführt, daß die Zelluloſefabriken, benen er genauer bekannt ist, das Holz zu- ich glaube 12 13 Mark führte er an den Raummeter bezahlen mi ( Buruf links: Festmeter!) Das ist ein außerordentlich Preis. Ich kenne dieses Geschäft auch ziemlich genau eigener Erfahrung. Ich kann dem Herrn Vorredner nu fchlagen, ist, nach Pommern zu tommen. Ich werde billigeres Holz nachweisen und thm mit 3 Das Raummeter verschaffen. Die Industrie ist dort am unrechten Plage. Warum fiedelt fte fich gerade da a das Holz am theuersten ist? Sachsen ist also nicht der Play für eine solche Industrie. Sie werfen der Forstverwa vor, daß fie ihr Geschäft nicht richtig betreibt. Diesen Vo gebe ich dem Herrn Borredner zurück. Er würde sein Gef richtiger betreiben, wenn er dahin ginge, wo die Waffert reichlich vorhanden find ich weiß wirklich nicht, was Industrie nach Sachsen zieht, aber wo das Holz doch Den vierten Theil des Preises hat wie in Sachsen. Ich fo nun auf eine weitere, sehr wichtige Wirkung der Waldind Der Wald besteht ja ruhig fort, auch wenn das Holz unverfä ist; aber wenn fein Holzverkauf in einer Gegend ist, so die Pferde, die sonst mit der Abfuhr beschäftigt find, schäftigt im Stalle, der Bauer ist nicht mehr im Stande, zu halten. Der Bauernstand in der Umgegend eines Waldes, der thätig ausgebeutet wird, hat den außerordent Vortheil für seine Pferde, namentlich im Winter, aber im Sommer, während der unbeschäftigten Beit Beschäftigung zu finden. Auch der Forstbefizer ist die Tausende von Arbeitern, die um Abg. Holzmann( nationalliberal): In der am 29. Mai 1a81 von meiner Partei gefaßten Resolution ift ausdrücklich hervorgehoben worden, daß die Frage, ob Schutzoll oder Freihandel nicht die Grundlage unseres Parteiprogramms abgeben tönne. Die Intereffen der einzelnen Gegenden find zu sehr verschieden, als daß allen Parteigenoffen eine bindende Verpflichtung in Bezug auf ihr Votum über diese Frage auferlegt werden könnte. Wenn wir deshalb auch bei dieser Vorlage nicht ganz einig dastehen, so darf uns deswegen tein Vorwurf gemacht werden, am allerwenigsten von Ihnen( links), da auch Sie Fragen haben, wo Sie nicht ganz einig sind. Herr Frege hat ich kann die folgenden Erklärungen nicht im Namen meiner gesammten Freunde abgeben- Verschiedenes herausgegriffen, was nach seiner Anficht zu Gunsten der Getreidezölle sprechen sollte. Aber seine Ausführungen waren der Art, daß, wenn ich nicht schon vorher die Ueberzeugung gehabt hätte, die Vorlage müsse in einer Kommission geprüft werden, diese Rede mich zur Forderung einer Kommissions berathung bestimmt haben würde. Vor Alem ist mir bedenklich Die Behauptung erschienen, daß wir uns durch den spanischen Handelsvertrag bezüglich des Roggenzolls nur Spanien gegen über gebunden hätten. Aber wir haben mit einer Reihe anderer Staaten Meistbegünstigungsverträge abgeschlossen, und so find wir auch ihnen gegenüber gebunden. Der uns vorgeschlagene Getreidezoll beruht auf der Annahme, daß die, wie ich zugebe, feineswegs rofige Lage der Landwirthschaft eine dauernde sei. Die Preisstatistik weift allerdings geringe Preise für Weizen und namentlich für Roggen nach, aber doch erst seit einem Jahre. Ich sehe daher darin nur eine vorübergehende Erscheinung, der ein entscheidendes Gewicht nicht beizulegen ist. Von Einfluß auf den Niedergang der Preise war auch, daß in legter Beit unser Verkehr mit mehreren großen Kulturstaaten lebhafter geworden ist. Indem für die neu zugeführten Pros butte Absaß geschaffen werden mußte, fielen auch bei uns die Preise. Die Krifts der Landwirthschaft ist derjenigen ähnlich, welche unsere Industrie durchzumachen hatte. Ein schlechtes Jahr sollte nicht immer gleich Veranlassung sein, nach der Hilfe des Staates zu schreien. Wir haben mit Freuden an der Arbeitergefeßgebung mitgewirkt. Gerade deshalb aber müssen wir ängstlich Alles fernhalten, was wie eine Benachtheiligung der Arbeiter aufgefaßt werden könnte, und da muß ich nach meiner Kenntniß der Arbeiterbevölkerung sagen, daß mit Recht oder mit Unrecht eine Erhöhung der Getreidezölle in der allerschlimmsten Weise wirken würde. Auch gegen Die Holzzölle verhalte ich mich ablehnend. Man will durchaus eine höhere Rente aus dem Walde erzielen, um den Waldbestand zu schüßen gegen die Gefahr der Verwüstung. Aber im Gegentheil, wenn jest in Folge der Bölle die Holzpreise steigen, werden die kleinen Waldbefizer mehr Holz als früher schlagen, und wenn wir auch ein Gesetz gegen die Abholzung befizen, so bezieht sich das doch nur auf die staatlichen und tommunalen Forsten, während ein Drittel unseres Waldbestandes, der in den Händen fleiner Befiger ist, nicht geschüßt ift. Wird jetzt der Boll auf Spigen erhöht, so wird die Folge sein, daß die sächsischen Spizenhändler entweder ganz nach Böhmen übersiedeln oder dort Filialen errichten. Ich schließe, indem ich nochmals hervorhebe, daß die Bollnovelle wenigstens die Befürchtung einer schweren Schädigung unseres sozialen Friedens nahe legt, und deshalb wünsche ich, daß die Kommisfion die Vorlage einer gründlichen Berathung unterziehen möge.( Beifall.) Reichskanzler Fürst v. Bismard: Die Diskussion hat ftch heute wesentlich auf dem Gebiete der Spezial- Fragen über Rorn- und Holzzölle bewegt. Ich würde daher mit einer Aeußerung abwarten, bis die Spezialdiskussion über diese beiden Buntte berantommt, um mich zu äußern, aber die Rede des legten Herrn Abgeordneten enthielt doch einige Jrrthümer, die ich nicht so lange unwidersprochen möchte in der Welt bestehen laffen, wie vielleicht Beit vergeht, bis wir nach der Gangart, die die Diskussion heute nimmt, in die Spezialdiskussion gelangen werden. Ich will mit den legten Aeußerungen des Herrn Abgeordneten beginnen, ohne mich aber auf das mir gänzlich unbekannte Gebiet der Spizenklöppelei einzulassen; ich will also bei dem mir vertrauteren, der Holzzölle, einseßen. Da hat der Herr Abgeordnete gesagt, wir würden, wenn wir die schwedische Konkurrenz aus Deutschland ausschließen, den schwedischen Holzhändler zu unserem Konkurrenten in Holland Abg. Frege: Meine politischen Freunde halten die VorLage im Einverständniß mit den Regierungen für eine dringende Nothwendigkeit, um vom Standpunkte der Wirthschaftspolitik des Jahres 1879 für alle deutschen Produktionszweige gleiche Berechtigung, gleichmäßig Licht und Luft herzustellen.( Sehr richtig! rechts.) Wie objektiv dabei die Regierung verfährt, bas fehen Sie aus den für den Tarif der Industriezölle vorgeschlagenen Korrekturen. Ganz besonders freudig begrüße ich bie für Baumwollwaaren und Leinenindustrie vorgeschlagenen Aenderungen im Bolltarif. Wie richtig die Einführung von Schutzöllen auf diesem Gebiete gewesen ist, tönnen Sie daraus erfehen, daß heute bereits englische Fabrikanten, von denen wir früher gänzlich abhängig waren, damit umgehen, ihre Institute nach Deutschland zu verlegen, um sich den deutschen Markt zu erhalten. Auch den hier vorgeschlagenen besseren Schuß der Fein Spizen- Industrie und der Handweberei akzeptiren wir gern; wir erkennen darin die unausgesezte Sorge der Re gierung auch für die kleinsten vaterländischen Industriezweige, und bitten Sie, fich auch dieser scheinbar geringeren Interessen mit aller Gewissenhaftigkeit und Wärme anzunehmen. Was die Hölzzölle betrifft, so sollen ste lediglich einem thatsächlichen Nothstand abhelfen. Nur an einem unglückseligen Bufall bat es gelegen, daß vor zwei Jahren die Holzzölle hier nicht zur Annahme gelangten; die moralische Mehrheit des Hauses war auch damals schon dafür.( Sehr richtig! rechts, Lachen lints.) Die Jntereffenten fönnen wohl im Großen und Ganzen thren Bedarf an Holz aus dem Inlande decken. Herr Rickert nennt heute den früheren Holzzo eine Kleinigkeit, sonst hat er denselben aber mit dem ganzen freihändlerischen Fanatismus bekämpft. Wie richtig die Schußzollpolitik des Jahres 1879 war, beweist die gesammte Statistit, die genau das Gegentheil ergiebt von dem, was Herr Rickert anzunehmen schien. Insbesondere ist( wie Redner im Einzelnen an der Hand eines umfangreichen Zahlenmaterials nachzuweisen sucht) der monatliche Durchschnittsverdienst eines Arbeiters seit 1879 ganz außerordentlich gestiegen, die Schutzölle haben hier ganz be beutenden Segen gebracht. Mit der Moralstatistit sollte man doch nicht kommen und eine angebliche Zunahme der Ver brechen mit dem Zolltarif in Verbindung bringen. Niemand wird einen solchen Zusammenhang nachweisen können; auch waren gerade, ehe wir den Bolltarif einführten, ganz andere bedenkliche Beichen des Verfalls fichtbar als heute, und es waren ganz andere und schwere Verbrechen vorgekommen. = bu maligen R auf einen Der Oberp uzuschlage Banquiers Bauern, bi Ditpreußen Damals Gi wenn ihm das Holz in Sachsen zu th 60 Thaler über 100 0 Denn das gang fo ft meinen Ki Berinne tben in ein Colpantof Lannt Lebe geme bfchaft aber in Betrie Gefeßg Theil wied werbern geblieb ter früh tbar ist, er es bo Handw Sift tein ba Sumache Aber odjeb Flicker Hit geben, bie Der Rubri bangt unbe Allo ich großen Mo Die meister Sinen imp Der Landn beitern? ringidhätu geworfen i Forst herumleben, zu beschäftigen, wenn es ihm nicht mögli gemacht wird, in den Waldprodukten mit dem Auslande tonfurriren. Ich komme dann zu der Frage von den Kom zöllen, mit der der Herr Vorredner begonnen hat. Er bat Befürchtung ausgesprochen, daß in Folge des gesteigerten Bolle Way und Belgien machen. Dem Herrn Abgeordneten muß nicht die Kornpreise bei uns erheblich in die Höhe gehen, und ba bekannt sein, daß diese Konkurrenz längst besteht. Die Herren Abgeordneten aus Ostfriesland und Westfalen werden mir be zeugen, daß noch beute, obschon die vor 6 Jahren, glaube ich, beschlossenen Holzzölle die Konkurrens sehr erschwert haben, das schwedische bearbeitete Holz den Rhein aufwärts geht bis ins badische Oberland. Also diese Konkurrenz ist schon längst vorhanden, und die Befürchtung des Herrn Abgeordneten, wir möchten uns dieselbe zuziehen in unserem Holzhandel in Holland und Belgien, ist eine illusorische und ohne Begründung. ba Sem gleiche dadurch soziale Gefahren entstehen würden. Auf diese nung ist er noch am Schlusse seiner Rede bedeutsam zurüd tommen. Nun, meine Herren, Sie wollen fich erinnern vor sechs Jahren in diesem selben Saale dieselben Broph zeiungen uns zum Theil von denselben Rednern, die heute sprochen haben oder sprechen werden, gemacht worden find aus einer weil ich m mir in Dorgeworfe imponiren De Bolte in unb fonft Niem eine Anzab und die und hohen Di folgen. S fondern u möglichen weber abid ferner auf wärtige m Preise werden eine Höhe erreichen, fte werden den Arbeiter Landwirth feinem Erwerb und in seinem Brote beschränken müſſen, wir werden sozialen Gefahren entgegengehen, die wir gera Er hat ferner die Besorgniß ausgesprochen, daß schwedische bekämpfen und beschränken wollen. Alle diese Prophezeiung eigen tön Bretter, deren wir nothwendig bedürften, bei uns nicht mehr eingeführt werden könnten. Ja, meine Herren, es ist allerdings mit der Zweck der Vorlage, die Einfuhr schwedischer Bretter zu vermindern; wir wünschen, daß die Schweden ihr Holz in rohem Zustande einführen und dem Deutschen wenigstens die Verarbeitung überlassen. Ueber Der haupt hat Herr Vorredner die Holzzölle in wenigstens nicht der meinige. Der Herr und die Holzzucht an sich zu schüßen. gewirft; nur the find falsch gewesen, es hat sich nichts davon bestätigt. damalige Bollgeseggebung hat wohlthätig überall Don mit fürchte, Do Brobuftion noch ift fle es bestritte neuesten N in der einen Richtung war sie unwirksam, die von vielleicht damals erwartet worden ist nicht im Gegentheil, ich habe daß fte tommen würde. Eine Debuftion fog Preise für landwirthschaftliche Produkte, diese Wirkung hat fit bi Wohlfeilhe Rorneinfub Jabren be Was dann die Getreidezölle betrifft, so liegt kein Erwerbszweig seiner Deduktion aus einem Gesichtspunkte aufgefaßt, der nicht nicht gehabt. Im Gegentheil, das Korn ist wohlfeiler, als Babe des B der der Regierung ist, anzusehen, die Forsten findet. J ich nicht p feit sehr langen Seiten war, und nach dem Verhältniß Vorredner schien als den ausschließlichen Zweck der Holzzölle jeßigen Geldwerthes wohlfeiler, als es jemals in diesem Jahr hundert gewesen ist. Diese Folge also, die die Herren vorbe em ameri Ja, das ist einer der Swede, aber der am nächsten liegende ist gesagt haben, ist in leiner Weise eingetroffen. Db fie ein lo boch als dem Großgrundbefizer. Wir erkennen in dieser Vorlage doch auch hier der Zweck, die Arbeit zu schüßen, welche am Holz treffen würde, wenn der Boll nunmehr verdreifacht wird, aubbau so schwer darnieder, wie unsere Landwirthschaft. Es ist das nicht eine bloge Krifts, sondern ein dringender Nothstand. Die höheren Getreidepreise Lommen auch statistisch nachweisbar vielmehr dem einen Beweis, wie maßvoll die Regierung vorgeht, indem fie mit den Getreidezöllen zunächst nur die allerdringendsten Noth babe ich beispielsweise aus Schlesien von Augenzeugen vielfach stände beseitigen will. Jeder Augenblick des Verzugs ist aber fe bem meine Herren, das will ich nicht mit derselben Sicherheit vo wenn fie eintritt, gut, so wird eine Preisverbefferung bei der herrschenden Nothlage von größter Gefahr. Darum fonft zu nähren, und die Spannkräfte, die er sonst zu beschäf Landwirth zu Gute tommen; wenn sie nicht eintritt, so wird Propheten ( beiterfett) eber fteiger tommen, Der Oberfl der Zoll sicher vom Ausland bezahlt sein, und warum soll be the unfere trübem Blide an der Eisenbahn ständen und die verarbeiteten Finanzminister des deutschen Reiches die Zölle nicht annehmen die das Ausland, wie Amerika und Rußland, ihm zu zahlen bereit ist.( Sehr richtig! rechts.) Also den Vortheil bätteande von mir doch jedenfalls ficher. Wäre daneben noch der ander so würde ich den sehr hoch anschlagen. Denn, meine Herren die Joee, daß niedrige Kornpreise überhaupt glücklich machen und zur Bafis eines glücklichen Lebens erforderlich find, hab um wie ungünstiger gestellt werde als der Weizen. Roggen ist gutem Bestande ist, und in vollem Betriebe und seinen Absaz Vortheil, daß die landwirthschaftlichen Preise sich etwas beben wünsche ich, daß diese Vorlage nicht wie der Tarif von 1879 erft Monate nach der Annahme, sondern möglichst bald in Kraft trete. Darum bitte ich die Regierung dringend. Nur wenn dies geschieht, wirken die neuen Bölle voll und ganz als Schutzölle. Auch wünschen wir nicht, daß der Roggen irgendgerade die Frucht des ärmeren Bodens, welche in Deutschland ber kleine und der Mittelbefit am meisten anbaut. Die Behauptungen des Abg. Rickert über Vertheuerung des Brotes find hinfällig, während der freihändlerischen Aera waren die Brotpreise höher als seit Einführung der Getreidezölle.( Redner giebt wiederum ftatistisches Material.) Ein genügender Schuß Der Produktion ist für die Landwirthschaft noch viel noth in einer Biemlich re wie in gro Ländern, Betreibe f fehr theue Daß der tigen pflegte, feierten, daß die Fuhrleute und die Arbeiter mit gallizischen Hölzer durchfahren sähen durch die Wälder, welche hnen sonit vollauf Beschäftigung gewährt hatten.( Sehr rich tig! rechts.) Es ist ganz unzweifelhaft, daß ein Wald, der in hat und ausgebeutet wird, namentlich, wenn man dahin gelangt, daß man auch die Veredelung des Waldproduktes im Walde oder in deffen Nähe selbst betreibt, beinahe soviel Hände beschäftigt wie der Ackerbau. Ich kann aus meinen eigenen heute habe ich es nachgelesen, Erfahrungen sagen, daß etwa 50 hektaren gut bestandener und mit einer Breite hier betämpft gut betriebener Wald, eine Familie beschäftigen. Die Anzahl die mich davon entbindet, das heute nochmals zu thun. Kleidun der Waldarbeiter, die ich thätig sehe, entspricht ungefähr diesem Stiefel, Wohnung find ja ebenso unentbehrliche Bedürfni für den Arbeiter wie Brot; warum wollen Sie denn nid der Bekleidung, furz aller Bedürfniffe, die der Arbeiter irgen haben kann, so wohlfeil herunterzudrücken, wie irgend möglic indem Sie diesen unentbehrlichen Bedürfnissen bes gewöhn ich vor 5 oder 6 Jahren dasselbe nicht zu wiederholen unter ungünstigen Konjunktionen ihre Production zeitweilig schäftigt ist, in welchen diese Pferde, Fuhrleute und Pferde- darauf hinausgehen, die Fabrikation von den Gegenständen einstellen, das fann aber die Landwirthschaft nicht, namentlich nicht der kleine Landmann. Bei uns in Sachsen ist mehr als irgend wo anders für die ländliche Kultur geschehen. Troßhalter arbeiten, wenn die plöglich, wie das damals in Schle fien die Klage war, todt und leer ständen und die Leute bann entständen, Kalamitäten und unbeschäftigt wären wird etmas an befteht n Boll lieg bis 80 Der ganze Fürchtet bat ntsteht bie und die l 8 bandelt oritbezirken Eganz Deut en und g! rechts); F Einen so we en, der an olz stattfin ist das ein Boll verfpred ten, Wald dert wird, ir die Staa würden. es werb b Be Vorschlage gebilligt würde, so würde er etwa 30 Mark für die Laft, die Tonne, den Wispel sein; und die Schwankungen finden ja in einem Jahre von 130 bis 200 Mart gelegentlich statt. Also der Zoll macht da nichts; und kein Bollnachlaß tann Roggen oder Weizen aus der Erde rufen, der in dem unabänderliche sein. Es ist aber eine Hungersnoth nicht wahi scheinlich, weil die Getreideerzeugungsländer unter zu verschiedene Himmelsstriche und Klimate vertheilt find. In der Regel aber und mit der Regel allein können wir rechnen wird Deutschland das Quantum Getreide, was es braucht, annähernd selbst bauen. Der erste Herr Redner, den ich hörte, Herr Frege, meinte, die Zölle wären noch lange nicht hoch genug. Ja, ich will einmal sagen, Sie verbieten die auswärtige Getreideeinfuhr absolutein Fall, welcher nicht in der Absicht liegt, aber ich will ihn einmal fupponiren, so bin ich überzeugt, daß Deutschland im zweiten Jahre, ia schon in demselben Jahre Deutschland im zweiten Jahre, ja schon in demselben Jahre die ca. 30 bis 40 Millionen Bentner Getreide, die wir durchschnittlich einführen, selbst gebaut haben würde.( Sehr richtig! rechts.) Wir können noch mehr Getreide bauen, als wir jest bauen, sobald es lohnt; wir bauen außerdem sehr viel bauen, sobalo es lohnt; wir bauen außerdem sehr viel mehr Getreide, als wir efsen, wir verzehren durch menschliche Nahrung bei weitem nicht die Hälfte des Getreides, das wir bauen, und eine Noth wird immer zuerst nur den Erfolg haben, daß das Thier, das gefüttert wird mit Getreide, Noth leidet, daß die Verwendung des Getreides zu Fabritzwecken, zu Brennereien nachläßt. Kurz und gut, nicht der essende Mensch wird der Entbehrende sein, wenn uns ein mal ein paar Millionen Zentner fehlen sollten, sondern die übrigen Verwendungen des Getreides werden verkürzt oder vermindert werden. Ich fürchte also auch die zu hohen Preise nicht, aber wenn fie eintreten, so erinnere ich daran, daß eine Bollermäßigung nicht mehr Roggen schaffen fann, als in der Welt gewachsen ist. Der Herr Vorredner hat ferner einen Frrthum in der Allgemeinheit ist es ein Frrthumbe hauptet, indem er sagte, daß das auswärtige Getreide höher im Werth wäre als das inländische. Er mag gewisse böhmische Getreidegattungen im Verhältniß zu gewiffem Getreide aus dem sächsischen Erzgebirge im Auge haben; er mag an mährische Gerste, wie die Brauereien fte gern haben, gedacht haben; aber in der Regel ist unser deutsches Getreide hochwerthiger, und der Vorredner wird sich von jedem freihänd lerischen Gesinnungsgenossen der Ostseehäfen Aufklärung darüber verschaffen können, daß der russische Roggen im Ganzen stets 5-10 tart wohlfeiler ist als der deutsche, und daß der deutsche benutzt wird, den schlechteren russischen aufzubessern, um nachher das Produkt als russischen Roggen- nicht zur Reputation unseres Roggens zu verkaufen. Ich lichen Lebens den Schutz versagen? Was hilft dem Arbeiter| wohlfeiles Bri, wenn er unendlich theure Kleidung hat und dafür bezahlermus? Also ist die Billigkeit für die Kleidung gerade so nötla. Für 25 bis 27 Millionen von den 45 Millionen des Deutschen Reiches hängt das Gedeihen von dem Bedeihen der landwirthschaft gerade so gut ab, wie das Ge- Jahre nicht gewachsen ist. Die Ursache wird eben eine ganz beihen der Aseiter der Textilindustrie von der Möglichkeit des bjages der bewerbe. Nehmen Sie nicht blos den Grundbefizer, am allerwenigsten bloß den Großgrundbefizer zum die bei» Landwirthschaft mit beschäftigt find; sie werden Gegenstant Ihrer Erwägungen, sondern sämmtliche Arbeiter, möglichtweise nicht das ganze Jahr hindurch beschäftigt, weni beschäftigt, wenn die Landwirthschaft keinen Betrieb hat es werden einige von ihnen überflüssig, er werden einige os ihnen entlaffen oder man ist auch genöthigt, die Löhne ie klimati gabe in den Verhandlungen der städtischen Abgeordneten, auf Derr Vorred die ich vorhin schon anspielte, gelesen, daß die gebracht, treibezölle lediglich im Interesse der gegenwärtigen Großgrundbefizer lägen.( Sehr richtig! links.) Es ist also da n, im Stadion vorausgesehen, daß, eine Bewegung vielleicht nüßlich er von Wafein werde, die die gegenwärtigen Grundbefizer mit einer Welle wegschwemmt und statt ihrer wohlfeile Ankäufer derselben Güter , aufgefo bringt, die dann vielleicht mit weniger auskommen können. macht; ein Ja, meine Herren, die werden auch nicht mit weniger auskomann doch men, fte werden eben ihre Zinsen nicht bezahlen können. Das t; dann wi Experiment ist ja gemacht worden zur Beit der ersten Einfühift es ni tung der Hardenberg'schen Gesetzgebung, die vorhin, wie ich bel, heru höre, der Herr Abg. Ridert im Gegenfas zu uns unwürdigen be in den B Schächern( Heiterkeit) gerühmt hat, worauf ich dem Abg. Rickert ern der r erwidere, daß die Hardenberg'sche Gesetzgebung den Bauern Dem Sol dem Druck der damaligen Gesegnebung befreite; wir beohlen fü ben uns, ihn von dem Druck der jeßigen Gesetzgebung zu Enge geu freien.( Sehr richtig! rechts.) Also das ist ganz dieselbe rennhol Geschichte. Damals wurde schon der Versuch gemacht- es ben Be war unter dem Oberpräsidenten v. Schön Die zeitigen Be einigen ger der großen Güter als eine unhaltbare Raffe zu betrachten, reche ich und der Grundsatz aufgestellt, es müßten diese Güter wohlfeil ung, die in andere Hände gebracht werden, damit die Befizer wieder leben tönnten. Infolgedessen wurden von der väterlichen das maligen Regierung 800 Rittergüter in der Provinz Ostpreußen auf einen Tag und eine Stunde zur Subhastation angesezt von bereinkommer damaligen landschaftlichen Verwaltung, an deren Spige der Oberpräsident stand, mit der Anordnung, auf jedes Gebot Nordje uzuschlagen. Es fauften Schäfer- das find gewöhnlich die - das find gewöhnlich die ehr als bil Banquiers auf dem Dorfe, ehemalige Gastwirthe und Arbeit fid Bauern, die das Thrige zurückgehalten hatten, Viehhändler, in rften robe Ostpreußen besonders Pferdehändler-( Heiterkeit) die kauften damals Güter; nun find Beispiele genannt worden, daß für glaube also, da ist der Herr Vorredner im Irrthum. Ich Thaler ein Gut zugeschlagen wurde, welches heute weit über 100 000 und 200 000 Thaler werth sein mag. Was hat G theilen li will nut wünschen induftrien na bis 3 nicht den uns uſtrien würden. fleinern nach wie g טוס D Der Fall f fabriten, aube 12 blen mi Dentlich genau oner nur zu werde it 3 bro Lannt Lebe Lein für heute von Neuem mit dem Protest gegen die Unwahrheit, als wenn durch diese Gesegesvorlage irgend etwas anderes bezweckt würde, als Schuß der nationalen Arbeit, Schutz des nationalen Gesammtvermögens des Armen so gut wie des Reichen.( Lebhaftes Bravo rechts. Bischen links.) Abg. von Schalscha( Bentrum): Der Abgeordnete Ridert hat am 18. Januar sehr lebhaft dagegen proteſtirt, daß man in der Verbitterung und Vergiftung des Parteilampfes die Gegner der Getreidezölle als Demagogen denun zirt. Heute hat er einfach den Vorwurf des Eigennuges gegen die Freunde dieser Zölle erhoben. Ein solcher Vorwurf, im Reichstag erhoben, wiegt doppelt schwer; und ich fann ihn nur bitten, bevor er solche Verdächtigungen aus spricht, seine eigenen Reden recht eifrig zu studiren. Wenn er und seine Freunde die Anerkennung verlangen, daß sie aus vollster Ueberzeugung dem von ihnen vertretenen Standpunkt buldigen, so verlange ich für uns die gleiche Gerechtigkeit. ( Beifall rechts und im Zentrum.) Der Abg. Rickert sagt, das Boll wolle die Vorlage nicht. Ich bin anderer Meinung. Das Volt will die Vorlage sehr wohl. Der größte Theil meiner politischen Freunde ist ausdrücklich auf die Erwartung der Kornzollvorlage gewählt. Daß die Getreidezollerhöhung bis nach den Wahlen zurückgehalten worden ist, das freut mich in höchstem Grade in Ihrem( der Linken) Intereffe. Sie wissen doch, daß eine große Maffe Size, die Sie inne hatten, von und gewonnen worden ist? Wäre die Getreidezollerhöhung vor den Wahlen bekannt geworden, dann hätten Sie die größte Roth gehabt, überhaupt in den Reichstag zu gelangen. ( Stürmische Heiterkeit.) Die Vorlage geht in dem Schuß der Landwirthschaft durchaus ni st noch weit genug. Ich vermiffe die Viebzölle, die höheren Bölle auf Wolle, den Flachszoll, alles das find Zölle, welche die Landwirthschaft sehr nothwendig braucht, ebenso auch den Roblenzo. Auf mich macht die Vorlage den Eindruck, als ob die Regierung hauptsächlich ihre Kaffe spicken, nicht aber der vorhandenen Noth Abhilfe schaffen wollte. Während wir eine bedeutende Einfuhr von allen möglichen Artikeln haben, haben wir gleichzeitig eine Geldausfuhr von 180 Millionen Mart. Das ist sehr bedenklich. Der Boll für russischen Roggen ist zweifellos von Rußland getragen worden; und wenn die mir zu Dhren gekommenen Nachrichten richtig find, so bereitet sich Rußland heute schon vor, den jest zu erhöhenden Getreidezoll durch Tarifermäßigung zu koupiren. Es ist nicht richtig, daß mit den Getreidepreisen auch das Brot fich vertheuere. Es Tommen die gesammten Konsumverhältnisse in Betracht. Je größer der Konfum, desto niedriger tönnen die Preise der kon fumirten Gegenstände sein. Wird die Bevölkerung wohl habend, so wird mehr Fleisch konsumirt. Nun wird zwar, wenn der Fleischkonsum steigt, derBrotkonsum fallen; daher das Brot theurer werden; aber ist es ein Unglüd, wenn das Brot deshalb theurer wird, weil die Leute mehr Fleisch effen? Wie kommt es denn auch, daß die Leute immer am liebsten in die großen Städte ziehen, wo das Brot am theuersten ist? Die Arbeiter haben bereits vielfach zu erkennen gegeben, daß fie die Zölle für fich für vortheilhaft halten, wie das ja auch ganz natürlich ist. Wenn gleichwohl die sozialdemokratischen Abgeordneten gegen biese Bölle stimmen, so verstehe ich das recht gut. Ihnen liegt eben daran, zu ihren Zwecken die Arbeiter unzufrieden zu machen. Der fortschreitenden Entwerthung des Bodens muß vorgebeugt werden. Die Landwirthschaft hat in Deutschland gegenwärtig 36 Millionen Hektare zur Verfügung; wenn ein Hektar nur um 300 Mark entwerthet wird, so wird das Nationalvermögen um 11 Milliarden vermindert! Die gehen einfach verloren( Ruf links: Wohin?), und es würde ein Krach eintreten, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat.( Große Heiterhelt links.) Nicht gerade angenehm fällt mir an der Vorlage vor Allem auf, daß ste ben Hauptschaden, an dem unsere gesammte Produktion leidet, völlig ignorirt. Bekanntlich ist das Papiergeld in Rußland außerordentlich minderwerthig, sein Kours ist nur etwa zwei Drittel des Nennwerthes. Dieser Umstand erleichtert Rußlands Einfuhr nach Deutschland und erschwert die unfrige nach Rußland ganz erheblich. Derselbe Uebelstand besteht den Silberländern gegenüber, da auch das Silber nur/ im Werthe heruntergegangen ist. Wenigstens hätte man dieses sehr wichtige Moment in den Motiven erwähnen müssen. Es zeigt uns wiederum, daß wir von der reinen Goldwährung uns abfehren müssen und dadurch die Schäden, welche unsere Produktion durch das minderwerthige Geld des Auslandes erlitten hat, repariren. Ich meine, den Silberländern gegenüber müßten die Bölle auf 18 pбt. ad valorem, Rußland gegens über aber auf 33 pet. ad valorem bemessen sein. Der Abg. Rickert ruft mir soeben zu: Wüthender Agrarier!" Das ist gar nicht der Fall, ich fann Shnen vielmehr erklären, daß ich ein gemäßigter Freihändler bin( Große Heiterkeit). Führen Ste den Bimetallismus ein, und ich werde mit Ihnen für die minimsten Bölle stimmen! Herr Vorredner nahm an, daß Amerika nicht zu den meistHerr Vorredner nahm an, daß Amerika nicht zu den meist rr Vorred denn das gefruchtet? Ich habe noch in Pommern, wo nicht begünstigten Staaten gehöre. Faktisch gehört es dazu, nicht in Sanz so streng, aber doch ähnlich verfahren worden ist, in Folge von Reichsverträgen, aber in Folge von Verträgen mit einen Kinderjahren ähnliche Erwerber großer Güter gesehen. Preußen und mit mehreren anderen deutschen Staaten, die fich erinnere mich, daß mein Vater Nachbarn hatte, die früher aus dem Reich nicht aussondern lassen. Praktisch behandeln ben in einer der Eigenschaften, die ich vorher bezeichnete, be- wir uns mit Amerika gegenseitig als meistbegünstigt, was für gemesen waren, die ich selbst gesehen habe, daß fte in uns z. B. den Anlaß bildet, wenn der Vertrag, den Spanien pantoffeln und in bäuerlichen Kostümen ihrer großen für Kuba und Portorito mit Amerika geschlossen hat, fich verschaft vorstanden. Das ist ja tein Unrecht und fein wirklicht, für uns, für Deutschland, in Amerika dieselben Voraber auf einen grünen Zweig tamen fie nicht; fie hatten theile beispielsweise für die Bucereinfuhr zu beanspruchen, Betriebskapital, um die Arbeitskräfte zu bezahlen, die von die der spanischen Kolonie gewährt werden, und in Spanien Gesetzgebung beseitigt waren, und fie find zum großen ähnliche Vortheile, wie sie Nordamerita und Kuba gewährt Heil wieder eingegangen; es find wenige von den damaligen werden. Der spanische Vertrag ist ja unbedingt eine Uns verbern im Befit geblieben. Diejenigen, die im Be bequemlichkeit für die Steigerung des Roggenzolls, denn durch geblieben find, haben die ganze Zeit hindurch nach den Vertrag ist er auf vier Jahre die vier Jahre laufen, er früheren Eigenschaft bäuerlich gelebt, was durchaus wenn ich nicht irre, im Sommer 1887 abgebunden. Wir Stbar ist, aber verdient hat von ihnen auch feiner etwas. werden also bis dahin genöthigt sein, dem spanischen Roggen, er es handelt fich nicht blos um die Arbeiter; nehmen Sie was blutwenig ist, aber auch dem Roggen derjenigen Staaten, Handwerker auf dem Lande! Es heißt ja im alfen Liede: die mit uns Meistbegünstigungsverträge haben, die Einfuhr ift fein Dörfchen so klein, ein Hammerschmied muß darinnen zum alten Boll gegen Ursprungszeugnisse zu gestatten. Der Herr Vorredner hat befüchtet, daß das Angebot einmal geringer sein tönne, als Die Nach frage. Ich habe schon vorhin erwähnt, daß ich das nicht glaube; einstweilen ist das Angebot noch immer so viel größer, daß wir durchaus die Auswahl haben. Es liegt gegenwärtig in Rußland noch außerordentlich viel unverkauftes Getreide der beiden letten Vorjahre; auch in Amerika find Sen Dungen rückständig, und man fann sagen, daß die letzten Jahre fetten bedeuten, Eft bort de da a icht der rftverwa efen Vo fein Gef Waffer St, was Dolz doch Ich to Baldind unverfä ift, fo t find, tande, eines erordent er, aber Beit Ber ift Die um nicht mögl Auslande n den Roth Er hat gerten Bo Den, und b Wa f diese fam jurid erinnern, ba ben Prop Die heute Den find: Arbeiter 品 müffen, un wir gerab eftätigt. gewirkt; Die von D Aber es ist nicht bloß der Hammerschmied, es ist der Sellmacher, der Rademacher, es ist ein Schneider und Schuh bangt Rider it. Ich will auf die übrigen Handwerker gar nicht eingeben, die im Dorfe find; fte find in der Statistit nicht unter Rubrik Landwirthschaft verzeichnet, aber all ihr Gedeihen unbedingt von dem Gedeihen der Landwirthschaft ab. ich verlange nur Schuß für einen Erwerbszweig der Sie haben ja, jedenfalls in jedem Dorf, wenn es auch nur en SchuhShnen großen Majorität der Mitbürger;; Die meisten Herren, eine so große Achtung vor der Majorität, daß fie immer noch Deckung, wenn die fteben mageren nachher Der Landwirthschaft nicht, in den landwirthschaftlichen Arbeitern? Das ist mir unverständlich. Ist das nicht eine Ges ringschägung der Majestät des Voltes", wie mir neulich vorgeworfen ist, weil ich mir von einer Majorität, die nicht aus gleichen Gedanken des Volkes hervorgegangen ist, sondern imponirt die Majorität: warum imponirt sie Ihnen in aus einer zufälligen Uebereinstimmung in der Negationweil ich mir von der nicht imponiren lassen wollte? Es ist mir in Der der Welt Don ungerechtesten Weise Don der Majorität von dem Volt nicht botgeworfen, daß ich mir des Boltes will ich nicht reden fonft Niemand.( Bravo! rechts.) Der Herr Vorredner hat imponiren laffen könne. Majestät bat für mich der Kaiser, und die Möglichkeit der Zukunft in Bezug auf Rentabilität folgen. So habe mich von Konjetturen niemals leiten laffen, Cophezeiung eigen tönnten. Ja, meine Herren, er hat geglaubt, die gegen S nur eintreten sollten, reichlich gewähren werden; mit Sicherheit tann man in der Politit ja überhaupt nicht entscheiden, aber es ist nicht wahrscheinlich. Ich bin für heute nicht im Stande, auf prinzipielle Erörterungen der Getreide- und Holzzölle noch näher einzugehen; ich will mir blos erlauben, noch eine Anführung zu fritifiren, die der mit mir sonst nollständig einverftandene Herr Dr. Frege machte. Er führte das Beispiel eines Gutes von 5 Hektaren an und nahm an, daß dasselbe 22 Bentner Korn zum Verkauf übrig haben werde und 17 Bentner, fagen wir 18, sagen wir 16, selbst konsumire. Ja, meine herren, auch bei dieser Selbstkonsumtion ist der Roggenpreis für den Bauer nicht gleichgiltig; ich meine damit nicht blos im technischen preußischen Sinne den spannfähigen Bauer; Hierauf wird ein Vertagungsantrag angenommen. fondern der kleinste Besizer- nehmen wir den von 3 Morgen alücklicherweise gewährt worden. Ich wünsche nur, daß der Abg. Rickert( persönlich): Ich habe nicht gesagt, wie mir Minifter Lucius in den Mund legte, daß Danzig durch Den Bolltarif von 1879 ein Fischerdorf werden würde; sondern nur, daß Danzigs Handel ruinirt würde ohne gleichzeitige Tranfiterleichterungen. Solche Erleichterungen sind ja aber Minister Lucius meine Reden ebenso genau zitirte, wie ich die feinigen; nämlich nach dem amtlichen Stenogramm. Schluß 4% Uhr. Nächste Sigung Mittwoch 1 Uhr. Tagesordnung: Rechnungsvorlagen und Fortsetzung der Kommunales. auch der verkauft Korn. Denn der Bauer ist ja seinen Roggen nicht in natura, er pergeht ihn nicht; er verkauft ihn ganz ficher, er verkauft ihn in dem gewöhnlichen alten Betrieb fondern und steht die nackte Realität des Rückganges, des an den Müller; der giebt ihm Mehl dafür, und da wird ihm Landwirthschaft gegenüber. Da kann ich mich mit Konjetturen feines Korns zum Ausdrud zu bringen wiffen. Aber selbst möglichen Busammenbruches eines großen Theiles unserer der Müller ja gewiß die Höhe oder Niedrigkeit des Werthes heutigen Berathung. weber abschreden noch trösten laffen. Der Herr Vorredner hat das ist schon überwundener Standpunkt. ferner auf die Möglichkeit verwiesen, daß die Preise wieder bei dem Kleinen Befiger kommt mehr und mehr in Abnahme; wärtige würde eine vorübergebende Konjunktur sein. Ich Bäumen darüber verschwinden auf dem Lande mehr und mehr; fürchte, das wird nicht der Fall sein; denn die auswärtige das Uebliche ist, daß derjenige, der Roggen baut, seinen Brobuftion ist weder in ihren alten Hilfsquellen erschöpft, sämmtlichen Roggen verkauft und nicht Mehl, sondern fertiges noch ist fie verlegen um Aufsuchung von neuen. Nach den neuesten Nachrichten, die wir haben, ist die indische Weizenpro- heutzutage meistentheils mit dem des Müllers in Verbindung buftion fogar der amerikanischen gefährlich, und zwar in Folge der tung batohlfeilheit der Arbeit und der Entwickelungsfähigkeit nach Maß Wagen, die expreß dazu eingerichtet sind, auf den Dörfern nicht bebaute Grundstücke dürfen höchstens bis auf zwet Don thr mit beftritte De feiler, als d rhältniß be Diefem Jab Rorneinfuhr in Amerika, die der Herr Abg. Richter mir vor Babren bestritt, und die ich an dieser Stelle nöthig war, aus erren vorbem amerikanischen Tarif als bestehend nachzuweisen, werden Db fie e o doch praktische Wirksamkeit haben, damit der amerikanische fa tob diese mitunter recht malerischen fleinen Backöfen mit alten Brod kauft.( Heiterkeit links.) Das Gewerbe des Bäders ist getreten oder mit dem des Gastwirths, und die Bäcker schicken Weise, wennfur 300 Einwohner eines Dorfes 1 oder 2 Bäckereien vorhanden sind, wohlfeiler zu ihrem Brod kommen, und im Ganzen, da nicht jede Frau eine geschickte Bäderin ist, auch beffer, als wenn sie selbst fünfzig oder wie viel Badöfen, so viel als Fas haben. Deshalb find alle diese Behauptungen in der Preffe Der Ausschuß der Stadtverordneten- Versammlung sur Vorberathung des Entwurfs der neuen Bau- Polizei Ordnung hielt am Montag Nachmittag unter Vorfis bes Stadtverordneten Dr. Stryd seine erste Sigung ab. Die meiste Beit nahm die Generaldebatte in Anspruch. Bu einer lebhaften Debatte gab der§ 2 Zulässige Bebauung der Grundstücke ( Hofraum) Veranlassung. Der Absatz 1 desselben: Bisher drei Viertel ihrer Grundfläche bebaut bezw. wieder bebaut werden, während das letzte Drittel, bezw. Viertel, unbebaut als of oder Garten liegen bleibt", wurde als völlig unannehmbar be zeichnet und gestrichen. Hierauf folgte die Vertagung der Be 5t wird, aubbau in den Steppen Schuß gegen den indischen Weizen milten find, jeben appart heizen und kohlenverbranntes Brod rathung. findet. Ich fann mich darin irren, ich habe schon gesagt, daß icherheit vo in aber fein efferung itt, fo with bem O nicht prophezeien will, denn ich habe mit zuviel falschen und in Reden, die davon ausgehen, als ob diese ganze Boll Bropheten in parlamentarischen Verhältnissen zu thun gehabt gefeßgebung in Bezug auf Getreide und Holz das Mittel wäre, rum foll be unserer Landwirthschaft, daß die auswärtige Konkurrenz rtheil batten Der andere etwas beben eine Herren tlich machen find, bab ben Großgrundbefis zu erleichtern auf Kosten des armen Mannes, einmal verlogene Entstellungen der Wahrheit( fehr richtig! Vereine und Versammlungen. h. Die außerordentliche Mitgliederversammlung der ( alten) Maschinenbauarbeiter- Kranken- und Sterbekaffe( iepigen St annehmen er steigen als fallen wird. Es ist ja möglich, daß Mißernten rechts), dann in zweiter Linie ungerechte Aufhebungen der be Ortstaffe), welche am Sonntag Vormittag von der am m zu jablommen, viel leichter im Auslande als bei uns. In einem figlosen Klaffen, in weit höherem Maße sozial gefährlich und Lande von alter Kultur wie Deutschland, von der Beschaffenheit unmoralisch wie alles andere, weil die Leute, die das lesen, glieder zu Ende November neu bestätigten) Kommission Der Oberfläche, die zwischen Wald, Wiesen, Berg und Thal und denen das mit der Autorität der Gewohnheitsredner, deren in einer Weise wechselt, daß die Niederschläge immer noch Biemlich regelmäßtg fallen, find die Mißernten nicht so häufig wie in großen Ebenen, zum Theil waldlosen Ebenen in den Ländern, die unsere Hauptkonkurrenten in der Erzeugung von Getreide find. Es tann auch sein, daß das Getreide einmal fehr theuer wird; bann, meine Herren, glauben Sie nur nicht, Daß der Nachlaß von Boll, der in dem Falle vielleicht eintreten bgelesen, u ter betämpf Bedürfni n. Kleidung denn nich Begenstände beiter irgen cend möglic es gewöhn mirb das will ich befieht nicht darin nicht bestreiten daß der Reden durch die Presse in besonderen kleinen Abdrücken ver breitet werden, beigebracht wird die können ja nicht mit der Sicherheit, wie wir hier, unterscheiden, daß das Alles nur zur Schädigung der Regierung und aus Parteipolitik und aus Taktik so dargestellt wird, das aber von Grund auf erfunden und unwahr ist.( Bischen. Bravo! rechts.)- Ja, meine Herren, zischen Sie es bleibt doch wahr!( Bravo! es bleibt doch wahr!( Bravo! rechts.) Sie bestätigen nur durch Ihr Bischen, daß Sie fich bas Bischen herkommt, zischt ja nicht, wenn es fich nicht bes unruhigt fühlt.( Bewegung.) Meine Herren, ich schließe für etwas an der Theuerung ändern wird, denn die Theuerung getroffen fühlen. Sehen Sie, das Geschöpf Gottes, von dem bis 80 M., in dem sich unsere Preise bewegen. Wenn heute, indem ich mir vorbehalte, bei der Spezialdiskussion auf Der ganze Boll auf Roggen selbst nach dem weitgehendsten das von mir nicht erschöpfte Thema zurückzukommen, ich schließe in das Louisenstädtische Theater einberufen war, hatte sich des Besuches von ca. 1300 bis 1400 Theilnehmern zu erfreuen. Ueber die erst in der Versammlung bekannt gemachte Tagesordnung: Die derzeitigen Verhältnisse bezüglich der Sterbes taffe, das Verhalten der Mitglieder zu den bevorstehenden De legirtenwablen und die Aufgaben des neuen VerwaltungsVorstandes" referirte das Kommifftonsmitglied, Schloffer A. Meyer. Der Redner stellte in anderthalbstündigen Aus führungen noch einmal eingehend den schon aus früheren Ver Sammlungsberichten bekannten Verlauf der Sterbefaffen Angelegenheit und der Ditstaffenverhältniffe überhaupt flar, wie fich derfelbe seit Erlaß und Inkrafttreten des neuen Arbeiter Krankenversicherungsgesetzes vollzog. Als neu heben wir daraus die Mittheilungen hervor, daß das von der Kaffenvelwalturg, bekanntlich auf Anrathen des Unter- staatssel.ctäis und Ministers von?ö!ticher ausgearbeitete und der magistratischen Auffichtsbehörde zur Genehmigung unter- breitete Statut für eine getrennte sclbstständige Verwaltung der alten, ein Stammvermögen von 209,000 M. besitzenden Sterbekasse die Genehmigung dieser Behörve nicht er- halten hat; ferner, daß der vorerwähnte Sterbekafienfonds zu- sammcn mit dem Vermögen der früheren tasten) Gewerks- Krankenkasse der Berliner Maichinenbauarbeiter als Eigenthum der nunmehrigen Ortskaffe(Kranken- und Sterbekasse ,c.) an- hrimgefallen rst und endlich, daß die magistrattsche AufsichtS- behörde(Stadtsyndikus Eberty) bezüglich der Ansprüche auf den Bezug von sogenanntem„Sterbegeld" eine Einteilung in drei Kategorien angeordnet hat. Die erste derselben umfaßt diejenigen Mitglieder, welche vor dem 1. Dezember v. Js. beiden Kassen angehört haben und jetzt(der Ortskasse) wöchentlich 51, beziehungsweise 34 Pfennig Beitrag zahlen. Für diese Kategorie von Mitgliedern soll ein Sterbe- geld von 150 M. ausbezahlt werden. Davon kommen 100 M. bei der Krankenkasse, 50 M. bei der Sterbekasse in Rechnung. Denselben Sterbegeld- Betrag(von 150 M.) erhält auch dre zweite Kategorie, bestehend aus solchen Mitgliedern, welche fdion früher nur der Sterbekasse angehört und jetzt 25 Pfg. Beitrag zu zahlen haben. Dagegen ist für die drstte Kategorie, die sich aus denjenigen Mitgliedern zusammensetzt, welche erst nach dem 29. November v. I. der Ortskaffe beigetreten und mit 51, beziehungsweise 34 Pfg. wochen beitragspflichtig find, nur ein Sterbegeld von 100 M. fällig, da sie zur Ansammlung des mehre, wähnten Kaffenfonds der Sterbekasse nicht mit beigesteuert haben. Durch diese Bestimmungen seien, wie Redner ausführte, die älteren Mitglieder der Kasse, beziehungs- weise der Sterbekasse und die aus der Krankenkasse ausgeschiedenen Mitglieder in ungerechter Weise benach- theiligt; ein wirklicher Rechtszustand könne nur durch vollständig von einander getrennte Verwaltungen beider Kassen erreicht weiden. Die Aufregung, die stch in Folge der, nach Anficht des Redners, juridisch unhaltbaren Ausführungsverordnungen des Magistrats zum neuen Arbeiter-Krankenversiche- rungsgesttz, der 23 000 Mitglieder der beiden asten Kassen be- mächtigt und die nun schon ein volles Jahr andaure, bedürfe dringlich einer endlichen Remedur durch Herstellung von Rechts- zuständen in den Kaffenverhältnissen. Man könne und müsse erwarten, daß die Regierung in diesem Sinne die definitive Entscheidung treffen werde. Gegenüber dem— wie Redner meint— schwankenden und fich widersprechenden Verhalten der kommunalen Auffichtsbehörde, lobte derselbe die Konsequenz, welche die staatliche Aufsichtsbehörde, das hiefige Polizer-Prä- fldium, fest 1878 in den Krankenkaffenangelegenhesten der Arbeiter beobachtet habe. Hieran reiht fich eine ani- mirte Diskusfion, in der fich alle Redner im Sinne des Referenten aussprachen, worauf die Versammlung ein- stimmig folgende Resolution annahm:„Nach reiflicher Er- wägung der Verhältnisse innerhalb der Kranken- und Sterbt- kasse der Maschinenbauarbeiter zu Berlin erklärt die heutige Versammlung der Mitglieder es im Interesse Aller für geboten, daß der große Fonds von 209,000 M. der Sterbekasse von der OrtSkuffe getrennt bleibt und selbstständig rerwattet wird. Die Mitglieder erblicken daher in den letzten Verfügungen resp. Bestimmungen eine Schmälerung ihrer Rechte und glaubm auch solche mit den bestehenden Gesetzen nicht in Einklang bringen zu können. Die Versammlung ersucht daher eine Kgl. Staats- regierung, Veranlassung nehmen zu wollen, die durch dai Vorgehen der Berliner Gewerbedeputation bei den 23,000 Staffen- Mitgliedern hervorgerufenen und nun schon ein volles Jahr andauernde Aufregung dadurch zu beseitigen, daß dem von der Verwaltung ausgearbeiteten und der Behörde eingereichten Statut, welches das Bestehen der Sterbekasse und jedem Mit- glied die Wahrung seiner Rechte garantirt, die amtliche Geneh. migung ertheilt wird." Auch beauftragte die Versammlung daS Bureau derselben, diesen Beschluß sofort der Regierung zu übermitteln. In gleicher Weise nahm die Versammlung einen auS der Mitte derselben hervorgegangenen Antrag an. der da- hin geht,„die der Arbeitnebmerklaffe angehörenden Mitglieder des Verwaltungsrathes der Kasse aufzufordern, nicht im Gering- sten von dem bisher in Betreff der Selbstständigkeit der Sterbe- kasse eingenommenen Standpunkte abzuweichen und fich davon auch durch keinerlei Versplechungcn und Konzesfionen abbringen zu lassen." Den übrigen Theil der mehrstündigen Verband- lungen bildeten die werteren Ausführungen und Informationen de» Referenten Meyer über das Perhalten der Mittzlieder bei den nächsten Delegirtenwahlen am 18. d. M. im„Salon zum Deutschen Kaisers Lothringerstraße 37, und über die mit Etatutenänderungen verknüpften Reformen, welche eine ernst- Haft auf das Wohl der Milglieder Bedacht nehmende Raffen» Verwaltung zu erstreben hätte; endlich die Erledigung geschäft- licher Angelegenheiten. Das jetzige Ortskaffenstatut tritifirend, tadelte der Referent hauptsächlich die Bestimmungen der§§ 12 und 32. Elfterer statuirt nämlich, daß die 9 Ml. betragende Krankenunterstützung pro Woche erst vom vierten Tage der Krankheit ad und nur bei voller einwöchentlicher Krankheits- dauer gezahlt wird. Sodann beziffert der§ 32 die Zahl der „Arbeitgeber"(Prinzipale im Verwaltungs-Vorstand) auf 3. die �er Ardeiter dagegen auf 6. Die AmtSdauer resp. Wahl- periode beträgt 3 Jahre. DieS müsse, befürwortete der Refe- rent. dahin geändert werden, daß(nach§ 12) jeder, der über eine volle Woche krank ist, die Unterstützung schon vom ersten Krankheitstage ab erhält, und daß(nach§32) der Verwal- tungs- Vorstand fich auS 4„Arbeitgebern"(Prinzipalen) und 8„Ardeitnebmern"(Arbeitern) zusammensetzt. Die AmtS- dauer resp. Wahlperiode soll statt 3, nur 2 Jahre betragen. Bei den besonders wichtigen nächsten Delegirtenwahlen müsse, empfahl der Referent, durchaus einheitlich und gleichmäßig, im Norden wie im Süden Berlins, vorgegangen werden. Als Kandidaten möge man nur charaktervolle und gefinnungstreue Männer ausstellen, die fich auf das dargelegte Programm der heutigen Versammlung verpflichten. Auch ersucht der Referent alle Kassenmilglieder, ihm resp. der Kommisston behufs zweck- mäßigen, einheitlichen Vorgebens so bald als möglich dm Namen des in der betreffenden Fabrik aufge st eilten Kandidaten und die Zahl der dort beschäftigten Arbeiter mitzu- theilen. Die Avreffe des Herrn A. Meyer ist: Etalitzerstraße Nr. 144, HI. Die Versammlung beobachtete durchweg eine musterhafte Haltung. r. Der Arbeiter-Bezirksverein der Rosenthaler Vor- stadt versammelte fich am Montag Abend in„Neu-Walhalla", Schönhauser Allee 156. Der erste Punkt der Tagesordnung: „Bortrag", mußte leider ausfallen, da sowohl Herr Tutzauer, als auch Herr Canitz, welche als Referenten defignirt waren, am Erscheinen verhindert waren und fich dieserhaib mtschulvigt hatten. Vorfitzender Herr Ballmüller ging deshalb gleich zum zweiten Punkte der Tagesordnung:„Die Arbeiterschutzgese- gebung", über, präzifirte in kurzen Zügen die Hauptforderungen des von der Arbeiterpartei im Reichstage eingebrachten Arbeiter- schutzgesetzmtwurfes und motivirte ernzelne Forderungen in überzeugender und ergreifmder Weise. Zum Normal- resp. Maximalarbeitstage übergehend, erklärte fich Redner mit dem projektirten zehnstündigen Arbeitstage nicht einverstandm. Wer Besserung der Verhältnisse schaffen will, müsse vor Allem dafür sorgen, daß Produllion und Konsumtion gleichen Schritt halte. DieS werde durch einen zehnstündigen Arbeitstag nicht erreicht und sprach fich Redner für einen achtstündigen Maximal- arbeitstag aus. Er achte jedoch die Motive, welche die Antragsteller zur Forderung eines zehnstündigen Arbeitstages bewogen hätten und beantragte der Redner schließlich, in einer Petition an den Reichstag dmselben um feine Zustimmung zum Arbefterschutzgesetze der Arbeiterpartei zu bitten. Aus der fich an diese Ausführungm anschließendm Diskusston, an der stch die Herren Lehmann, Kerlin, Kupfohl und Andere deiheiligten, ist als besonders interessant das Bei- fpiel hervorzuheben, welches Herr KanziuS vorführte, in wel- ckem Maße die menschlichen Arbeitskräfte durch die fortschreitende Technik verdrängt werden, derselbe war als Dreher in der Kgl. Gewehrfabrik in Spandau eine Reihe von Jahren hindurch be- schäfiigt. Dortselbst wurden vom Jahre 1841—1871 ca. 1500 Arbeiter mit der Anfertigung des Dreyse'schen Zündnadel- gewehres beschäftigt. ES waren demnach 30 Jahre nöthig, um den Bedarf fertig zu stellen, der erforderlich ist, um die preußische Armee biS auf den letzten Mann mit Dreyse-Gewehren auszurüsten. 1871 wurde das Mauser'sche Gewehr in Arbeit genommen und zu diesem Zwccke Maschinen aus Amerika importirt, welche den ganzen Bedarf in 3 Jahren herstellten und ca 1000 Arbeiter überflüssig machten. Herr Kanzius, welcher auf Verschlußlöpfe arbeitete, erhielt bei Handarbeit pro Stück 25 Pf, für Maschiner arbeit desselben Artikels wurde gezahlt2V, Pf. und verdienten die betr. Arbeiter dennoch d n höchsterlaubten Preis von 60 Mark in 14 Tagen. Die Versammlung sprach fich entschieden für das Arderterschutzgesetz auS und stimmte dem Antrage des Herrn Ballmüller zu. Die Petition an den Reichstag, betr. Vermehrung der Berliner Reichstagswahlkreise, wird erst in nächster Sitzung vorgelegt werden. Da eS wünschenswerth ist, daß die Institution der freiwilligen Sterbe- lasse des Vereins mehr Publikalion erhält, wird der betr. Be- schluß nebst Motivirung demnächst gedruckt und als Anhang dem Vereincstatut beigefügt werden, welcher zugleich als Belag für gezahlte Beiträge benutzt werden soll. Am 15. Februar, Nachmittags 6 Uhr, finoet in„Neu Walhalla" ein gemüth- licheS Beisammensein nebst Familie statt, zu welchem alle Mit- glieder freundlichst eingeladen und Freunde und Gönner deS Vereins gern gesehen find. Am 23. Februar findet die nächste Vereinsversammlung statt, in welcher Herr Dr. Hey- mann einen Vortrag über:„Die Todesstrafe" hallen wird. Dai Versammlungslokal wird noch bekannt gegeben werden. Sine für gestern Abend nach dem Lokale EanSsouet einberufene Volksversammlung ist kurz vor dem Beginn polizeilich verboten worden. Herr Lufländer wollte über die Erhöhung der Kornzölle referiren und da vielfach dir Meinung verbreitet war, der Abg. Singer würde in der Versammlung sprechen, hatten stch große Massen eingefunden, welche durch Schutz!, uie von dem Verbot der Versammlung in Kenntniß gesetzt wurden. In allergrößter Ordnung und Ruhe entfemte sich die Menge. Wunderbar erscheint es doch, daß Versamm- lungen, in denen ein so wichtiger Gegenstand wie die Getreide- zöllr es unstreitig find, besprochen werden soll, verboten wer- den, umsomehr, als die konservativen und sonstigen Agrar- schwärmer in dieser Erhöhung einen Segen für die breite Masse deS Volkes erblicken. Glaube daS letztere wer will. Eingesandt. Geehrter Herr Redakteur! Erlauben Sie einem schlichten Arbeiter auch einmal ein paar Worte öffentlich zu sagen. Ich bin nicht sehr federge« wandt und ich bitte Sie daher, ganz ungenirt in meiner Schreiberei herumstreichen zu wollen, wenn Ihnen das noth- we»di« erscheint. Die Hauptsache für mich ist nämlich die, daß es nichts kostet, denn ich bin durchaus nicht in der Lage Ihnen für die Petitzeile 15 Pf. pränumerando einzahlen zu können, denn da würde die Elle bei mir bald länger werden wie der Kram. Ich erhalte nämlich ganz per Zufall von einem meiner Kollegen ein Zertungsblatt, welches fich„Deutsche Stimme" bmamset. Herr Oswald Nier der große Beglücker Berlins und ganz Deutschlands giebt dasselbe heraus, und das Blatt enthält soviel des Schönen und fähr man man hätte Guten, daß man nach der Lektüre desselbm einen ebensolchen Katzenjammer qt, all zwei Liter„Ungegypsten" im Leibe., verspürt einen solchen Appetit ech mehr, man die Nier'sche Speisekarte Dreimal du: gegessen. Das kostbare Blatt scheint leider nur in wenig Exemplaren zu existiren, ich kann Ihnen daeibe daher n zur Verfügung stellen, aber einige Av:.-unxen Oberreklamemeisters scheinen mir doch.{crranl nug, um sie auch einer größeren.ihl von fern zugänglich zu machen.„Wieviel der Mafien,?r sehen Ideen" so predigt der Mann, der sei-- unger Brust mit dem Kreuz der franzöfischen Ehrenlegr-. schm „unserer" 42000000 Deutschen gehen veiloren mrch Unmöglichkeit, fie unabhängig der O«ffentlichkeit zu un-«>rkill Es hat oft der Gebildetste nicht das Zeug zum SchrW und die Scheu, durch etwas Halbes oder UnvollkommeNl allzu strengen Kritik des Herrn Redakteurs der so Zeitung oder gar der Lächerlichkett zu verfallen, otwri gar Manchen, seinen reichen Schatz von wirklich gesur Ideen geheimnißvoll in seinem Ich zu verschließen oder stens in einem engeren Kreise— meist am Stammtisch wohl auch meist unaufmerksamer Zuhörerschaft gegenüber, 1» Besten geben.- Der Mann hat Recht, sagte ich als ich diese Zeilen zu G, ficht bekam, es furchtbar viel raisonnirt an Stammtischen, ob auch terin Nier, weiß ich nicht, denn ich kenne okale dieses Herrn nur von Außen. Auch ich fühlte den ruf als Schriftsteller in mir und war ganz auch einmal einen ordentlichen Ton önentlich loi zu können. Leider aber kam— Sie entsch gewiß den Ausdruck—„daS dicke Ende nach" Sie nur:„Jedem Abonnenten steht es frei, Artikel senden, welche nach seiner Wahl und Lust, in einer od« reren Nummern in der betreffenden Rubrik aufge werden. Für jede fünfspaltige Petitzeile seitens des Abonnenten nur 15 Pf. pro% zetle pränumerando der Direktion einz 11%, d e n." 15 Pf. für die Petitzeile,— und ich dachte, ich meinen Lebensunterhalt mit der Feder, statt mit dem und der Feile verdienen! Und nun soll ich noch baares zugeben, um unter die deutschen Dichter% nommen werden? Nein, dann will ich doch'"E darauf verzichten, die„Deutsche Stimme" durch alle � Artikel, die ich noch ungeschrieben in petto hatte, beriihnj� machen. Auch auf den Leim gehe ich nicht, daß ich, aoo% ich mein schönes Geld hergegeben habe, mich an einer � Herrn Oswald Nier veranstalieten Lotterie betheilige.% meine Slrümpfe zerrissen find, lasse ich fie einfach�. meiner Frau stopfen, ich brauche keinen sauren% der die Löcher zusammenzieht. Ich bin von Natur n.� neugierig, aber wissen möchte ich es doch, wie viel BtwJ. die doch sonst„sehre helle" find, auf den Schwindel reinftjj Indem ich Sie, geehrter Herr Redakteur, noch mal auf die besonderen Schwierigkeiten aufmerksam welche Ihnen die Eintreibung der 15 Pf. pro Zelle b« verursachen würde, verbleibe ich in unwandelbarer Treue Ihr R. A Theinmal. Nachschrift. Entschuldigen Sie, wenn ich w störe. Ist eS denn jetzt so ohne Weiteres möglich, eine losung zu veranstalten? Wir wollten nämlich neulich Lotterie für arme Kinder veranstalten, haben aber lein* laubniß erhalten. Komisch, nicht wahr? Nr. z m "paroirne Zur AI 3« den %} m der %& Öen S I dc Neueste Mckrickteu. London, Dienstag, 10. Februar. Nack einem Tel« aus Korti(Egypten) von gestern find Sir CbarleS Wils« seine Begleiter durch den Dampfer„Lord BereSford" oi in der Nähe des Kataraktes von Shabluka gelegenen wo fie Schiffbruch erlitten, gerettet worden. Wilson ist b in Korti eingetroffen und wird dem General Wolseley Übe Einzelheiten der RekognoSzirung vor Khattum Bericht erst«. Während der Reise wurde der Dampfer bei Gubat duw Aufständischen angegriffen, die letzteren wurden jedoch K geschlagen.— Die formellen Anordnungen der englische» gierung zur Absendung von Truppenverstärku» nach Egypten find— wie auS London, 10. Februar� grophirt wird— nunmehr ergangen, die Gardebo' schiffen fich nächsten Sonnabend ein und gehen dir Sualin. Der Abgang der Verstärkungen wird, so w immer möglich, beschleunigt. Wie«, 10. Februar. Im Abgeordnetenhause wurl» � der Regierung heute die Vorlage über die Krankenverfia� der Arbetter eingebracht. (ferner # Iii d' bess« Briefkasten äer Keäaktion. O. R. 560. Wir werden sehen, was fich in Bei' die von Ihnen gewünschte Lotterie thun läßt. Punkt 2 Frage kann erst in einigen Tagen beantwortet werden, st von Ihnen angegebene Rechtsfall ein ziemlich kompliziert W. Pose«. Wenden Sie ffch an den Kasstrer 1 Kasse, Herrn C. Hirt, Gitschinerstr. 76, vorn IV., Berlin-, � K. M. Manteuffelftr. Ein Gärtnerverein exists� J seres Wissens nicht Hierselbst, wohl aber befindet stch h� freie HilfSkaffe der Gärtner und BemfSgenoffen. J C. H. Eine direkte Verbindung zwischen Berlin � Hagm grcbt eS nicht. Sie fahren wohl am besten übern> Nähere Auskunft erlheilen unentgeltlich die Auskunftsbl» an allen größeren Bahnhöfen. s m Theater. Köntgtiches Opernhaus. Heute: Der Barbier von Sevilla._ Königliches Scharispiciyau». Heute: Rosenkranz unv Gülden, lern. Deutsches Theater. Heute: Der Weg zum Herzen. Bellealltance-Theater Heute: Der Salontiroler. Neue« Kriedrich-Wilhelmstädtisches Theater. Heute: Gasparone. Ceutral-Theater:„„„ Alte Jakobst. aße 30. Direktor- Ad. Ernst. Heute: Der WalzerKön Refidenz-Theater: Direktion Anton Anno. H-ute: Die Eb-starrds-Jirvaltden. Hierauf: Die Schulreiterin. Walhalla-Operetten-Theater: Heute- Der Feldpreviger. Louisenstüdttsches Theater: Heute: Aladin, oder: Die Wunderlampe. Ostend-Theater: Heute: Kinder deS Volks. Wallner-Theater. Heute: Die Sorglosen. >: Sulfurina. Viktoria-Thrater. . Alhambra-Theater Die Schule deS Ledens. Allen Nachricht, Freunden und Bekannten die traurige daß unser geliebter Bruder und Schwager Wilhelm Z)mnzer 2711 nach schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Die Be- erdigung findet Donnerstag, Nacbm. 3'/- Uhr, von der Leichenhalle des Elisabeth- Kirchhofes, Prinzen- Allee, aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. ArbettsmarkL. 2 junge Leute, welche Lust haben in einer nahe gelegenen Stadt Muffk zu erlernen, wollen fich vorher melden bei 272 Troeger, Musiker, Prinzen str. 101, 3 Tr- l. El«Kante Masken-Garderobe Fr. Panknin Orantenstrahe 178 v. 2. Etage, 270 Ecke Adalbertstr. " I�uch. Tibet..Kammgar«, Trikot und Wolle kauft F. Ouednow, Wienerstt. 40. Die Nr. 13 der humoriftstchen Blätter ,lver wahre Jacob 4i ft ist erschienen und in der Exped. d.„Berl- Vollsbl." zu habe« Arb.-Ktf.-vettill f. d. Gstev Mittwoch, den 11. Februar, Abends 81/»!lhr- Bersammlung in keller's Lokal, Andreasstr. 21. Tages-Ordnung: �.via � ttrag des Herrn Dr. Angerstein über: . 2. Diskusfion. 3. Verschiedenes. 4. 1»«»ot 1. Vortrcy Mittelalter. "Erlau kß "ifiele Neue Ncrlgtrever werden autgenommen.— rMri.T Mitglieder eingeführt, haben Zutritt.— In �,.4, intereffanten Nortraaes rst ein zahlreiches Erscheinen titn.L'"et Der Vorsts glieder erwünscht. 269 Franz Eohleders's LursK Ö, für Arbeiter Angelegenheitin, Statistik Neuhanse«(� wird ab 1. Februar a- c wieder ctöff ut, Einfachen zulegen. Anfragen beliebe man 100 Pfg. in Marke" ... Sn"r j Sämmtliche deutsche Arbeiter Fachvereine wollen umgebend Name«, Ritgliederzahl. Vorstands- Adresse mittheilen an& Fr. Rohleder's Neuhausen-Münch�� Verantwortlicher Redakteur R. Eronheim in Berlin. Druck und Verlag von Rax Babing in Berlin SW. Beuthstraße 2. K ck "L «i £.