lern all Uly ibel] mehr, uol buri! in wtnig dahcr' ungn,- ifffanl von. fien, pta cn lun�retifl Schrie, omme«> i r so urrlft :n, vn-nu lich ßfsu en odn I mtisch~it ßenübtt, J« He ich b» l>b auch Rr. 3G. Donnerstag, 12. Februar 1885. n. Jahrg. erlimVMlii» Brgan für dir Interkssen der Arbeiter. 4 kenne ihlte%# Zanz Adsiiteme A Znizcl«? 9k 5 Pf. Soxntaa»'Nux«er«it illustr. Btilage 10 Pf. (Smgetrag«« in der Postzeituoglpreilliste für 1885 unter Rr. 748.) nementtorei« Mark, wöchentlich 35 Pf. r. Brilaae 10 Nachmittag« in der Erpeditio», Berlin 8W., Zimmerstrage 44, sowie von all«, Bmeaur, ohne Erhöhung de« Prerset, angenommen. strt.kel rer odel aufgei I eil e e i n ich könni� dem baares% chter% doch"S •iJä ich, n-ld� in einet J liltgc. x®3 einfach JI mren tut nicht � viel SetliJ, Del tetnfojj c, noch nksam"J1 Zeile bei hr einmal. ich noch? ta iber keimt' m Tele l Wtlsc fort" egenen % rieht eif", ibat dm», jedoch Jl mgl'sche»� lörkumf Februah ardedc' en dir« so MeöaKtion unö KXpeöMon Werttn SW� Mmmerstraße 44. 3ut Reform der Schwurgerichte. BundeSrathe ist ein Entwurf zugegangen über j.,"ung von Bestimmungea de« EerichtSverfaffunaSge- %% der Strafprozeßordnung. Dieser Entwurf be- '% stch gegenwärtig im JustizauSschuß de« Bundes- j dem Entwurf sind Vorschläge enthalten zur Re- «>. m» der Schwurgerichte. Auch wir halten eine !Z°rnl di ser Ge"'"' wenn e wurv�j enverstcht� di ser Gerichte für recht dringlich. Doch der preußischen Regierung betrachten. uns eine solche Reform vielmehr als ein Rück- vor. i�Mnächst soll die Zahl der zum Fällen be« Urtheil« L etien Geschworenen von 12 auf 6 herabgesetzt werden. Erachten« würde durch diese Herabsetzung der Zahl �«tertraue-l zum Geschworenengericht noch mehr erschül- Wanden, als es in zahlreichen Bevölkerungskreisen jetzt Denn wenn man sich auf den Boden der gegen- dMen Schwurgerichte stellt, dann repräsentirea zwölf f, S|en doch noch eher ein V o l k S g e r i ch t, als sechs; jjffin auch eine größere Gewähr gegen eine tendenziöse t�vdnensetzung der Geschworenenbank, al» sechs und i auch»hre Selbständigkeit dein richterlichen Elemente ber bester wahren. Dann ist der Einzelne geschützter da« Osium eine» verdammenden oder auch frei- iben Urtheil« und auch schon dadurch wird seine Ua- enheit gewahrt werden. ir würden e« deshalb für einen großen Fehler wenn die Zahl der Geschworenen herabgesetzt ierner soll noch eine Bestimmung aufgenommen wer- flchc die Befugnisse der Geschworenen wesentlich be- Geaenwäriig kann nur ein einstimmiger de« Richterkollegiums das zu Ungunsten de« An- ™• gefällte Urtheil kassiren und den Fall vor ein an- (L Schwurgericht verweisen. Nach dem neuen Entwurf fyoii hierzu die einfache Majorität deS Kollegiums �«ügen. Dadurch aber würde das richterliche Ele- bL°ominirend, die Majorität des Richterkollegiums �y,ver Majorität be« Volksgerichts direkt übergeordnet sich dadurch auch die Position des Angeklagte« festem würde, so würde aber die Autorität in demselben, ja in weit höherem Maße L in. ZunktS (erben,* 4 mp "Ä, m ftau.,, �"chen hier vom Volksgericht, welches die ch( Suchte bilde« sollen, welche« sie aber leider �e« e« und wenn die Reformvorschläge der preu- Regierung von BundeSrath und Reichstag ange- PS, "«eloim.] JeuiLteton. besucht«ud gefülltes Roman von Dr. Dur. G,(Forsetzung., Vh,'n Sie, Mr. Knox," sagte der Aeltere, :i. na«, ctv— Feuerschein greift meine ehe er Augen an. da« lange Arbeiten empfindlich !llleJ SD?8.. fit diesen Worten in die Tasche flfni zog einen mächtigen, grünen Schirm %eg f, ei'le denselben über sein dünnes grau % bemft1'.unl) nahm nun auf dem beweglichen Sitz b(ft, m,B Platz, wo sein jüngeeer Begleiter eS sich W S, oua 2«wacht hatte. Der Wirth gesellte sich zu ™ o«..7 er wri einem Glase Punsch versehen, und ließ Marke" in« r. 21. rw t..,-" ein E-e.®e0' � �ickt er seine Leute. E« ist e Leute reise"'n Schottland in dieser Jahres- te? via>,�«?Ä�hm ist'« nicht," erwiderte Raydor,„und lfm foi* �äte um den Unterhalt de« Lebens, so tit(Mllm| Butter v nicht unternehmen; aber ich habe WrAe zwa«.-.�� Schwester zu unterhalten, und darf -'—.t r nicht verlieren, muß man auch die ich jede schon solche ÄSaSf kQ vun sind-�"Uderts, wenn ich an den Weg denke. sollte'/ fnigstens zu Pferde, da gehtS noch: S t> t r ."'in' Sie scherzen, Mr. Knox!" Hil« hier in diese« Gegenden nommen werde» sollte«, noch weniger bilden würde«. Und da kommen wir aa den Punkt, in welchem wir den Reformhebel ansetzen möchten. Die Mitglieder der Schwurgerichte werden von den Behörden ernannt und zwar au» den mehr oder weniger Besitzenden einer Stadt oder eines Kreises. Zu der Bekleidung de« Geschworenenamts ist eine bestimmte Steuer- höhe erforderlich. Kenntniffe, Talent, Charakter berechtigen ohne den leidigen Besitz nicht zu dem Geschworenenamt. Die Unabhängigkeit und noch viel weniger der nöthige Verstand sind aber an den Besitz nicht gebunden. So kommt es häufig genug vor, daß man bei zahl- reichen Geschworenen die Frage aufzuwerfen berechtigt ist, ob sie auch die Fähigkeiten befitzen, ihres Amte« voll und ganz zu warten. Und die zweite Frage ist dann doch auch naturgemäß die: vertreten denn die Besitzenden allein daS Volk? Der Reichstag, der höchste gesetzgebende Körper de« Vaterlandes ist nicht so exklusiv, wie die Geschworenenbank. Zum Reichstagsabgeordneten ikann auch der Besitzlose ge- wählt werden und es werden in den Reichstag Personen gewählt, die nach den bestehenden Gesetzen da»' Recht und die„Befähigung" nicht haben, al« Geschworene zu fungiren. DaS ist in der That ein nonsena I Deshalb geht unser Vorschlag dahin, die Geschworenen- bank aus Allgemeinen gleichen, direkten und geheimen Wahlen hervorgehen zu lasten. Die Bedingungen mögen dieselbe«, wie bei den ReichStagSwahlen sein. Dann würde man befähigte Geschworene erhalten; zu solchen Geschworenen würde da» ganze Volk Vertrauen habe» und wirkliche Volksgerichte würde« Urtheil und Recht spreche«. Die meisten Vergehen und Verbreche« sind diejenigen wider daS Eigenthum. Sicherlich halten auch wir diese Vergehen und Verbrechen für verdammenßwerth und den strengsten Gesetzen unterworfen. Aber da diese Verbreche« meist durch Besitzlose begangen werden, so erscheint e« mehr als fraglich, ob die Aburtheilung derselben lediglich durch Besitzende den Rechtsanschauungen des Volke« entspricht. Und auch bei allen anderen Vergehe« und Verbrechen ist es richtiger, wenn die erwählten Vertrauensmänner de» Volkes daS Urtheil sprechen. Dadurch wird da« Rechts- bewußtsein de« Volke? gehoben, und wir haben die feste Ueberzeugung, daß durch die Rechtssprechung der Volks- geeichte die Vergehen und Verbrechen vermindert würden. Noch wollen wir bemerken, daß es bann auch als selbstverständlich anerkannt werden müßte, daß außer Heber» tretungen und Bagatellvergehen alle Kriminalfälle, be- Vortrefflich, Mr. Knox! zu einem solchen Wetter in der Nacht, bei einem Kaminfeuer, da paffen Hexengeschichten am besten.— Erzählen Sie weiter von Ihrer Hexe." Die Gesellschaft am Kamin bemerkte nicht, daß die beiden Fremden, welche am anderen Ende be« Zimmers verborgen saßen, da der matte Schein der Oellampe kaum bis auf ihren Platz drang, mit eigenthümlichem Interesse auf diese Unterredung lauschten. „Sie glauben, ich erzähle Ihnen ein Märchen," fuhr der Wirth fort;„ich spreche aber die reine Wahrheit. Sie können darnach jeden Bewohner von Blacksield fragen, daß drei Wochen lang um die Weihnachtszeit, eine alte Frau, die man hier schlechtweg die schwarze Hexe nennt, die Berge durchstreift." „Eine Bettlerin," meinte Mr. Cambry. „Durchaus nicht!" versetzte der Wirth,„sie bettelt nicht; wovon sie sich nährt, weiß man nicht. Einige sagen, daß sie Kräuter und Wurzeln unter dem Schnee hervor- scharre; Andere wollen gssehen baben, daß sie sich ein Kaninchen fange, eS nothdürftig am Feuer brate und verzehre.... Ich sage Ihnen, es schwebt ein Geheimniß über diese Frau, daS kein Mensch ergründen kann." „Mich wunden, daß sie nicht schon einmal aufge- griffen ist; Landstreicher pflegt man ja nicht zu dulden. „Ja, läßt sie sich denn aufgreifen?... Wenn sie einen Verfolger wittert, so verschwindet sie in den Schluchten, in den Bergen und Wäldern, daß Niemand ihr folgen kann. O, sie kennt jeden Fuß breit Landes hier in diesen Gegenden, und wer es unternehmen würde, ihr in der Eile, mit welcher sie flieht, zu folgen, würde sicher- lich den HalS brechen.... Aber man hat sie vielfach aus der Ferne gesehen, und daß sie keine gewöhnliche Land- flreicherin ist, darauf schwören Alle, die sie gesehen haben. Sie trägt ein goldenes Kreuz um den Hals und eine goldene Nadel im Haar; also so arm, daß sie sich nicht ordentlich kleiden und ernähren könnte, ist sie nicht." „Was Teufel, Herr Knox! das klingt ja wunderlich, wa« Sie da sagen!" rief Mr. Naydor.„Wissen Sie"— wandte er sich an seinen ältern Kollegen,—»daß die Beschreibung, die uns Herr Knox von der schwarzen Hexe sonder« auch die sogenannten politischln Vergehen und Verbrechen den Volksgerichten überwiesen werden müßten. Niemand aber würde sich besser bei diesem Verfahren befinden, al« die Regierung, da» heißt als die Regierung, welche sich auf das Volk stützt. Und sollte vielleicht auch ab und zu ei» sogenannter politischer„Verbrecher" frei- gesprochen werden, jede Verurtheilung aber durch das Volksgericht würde dem wegen politischen Vergehen« Verurtheilte« den Nimbus rauben, während jetzt durch Ver- urtheilung de« Richterkollegiums ein politischer„Verbrecher" in der Achtung nicht nur seiner Gesinnungsgenossen gemeinig- lich noch emporsteigt. Wir glauben, daß in der That die von uns angedeutete Reform der Schwurgerichte segensreich für Volk und Vater- land sein würde. Die jetzt im Bundesrath geplante ist e« nicht. Bei unserer Reform können wir un« nebenbei noch den Gläubigen gegenüber auf den alten, frommen Spruch stützen: „Volkes Stimme ist Gottes Stimme." Zur Erhöhung der Getreidezölle. Alle politischen Fragen, selbst diejenige der lloloaialpolitik, treten momentan zurück vor den zollpolitischen Fragen, dir der neue im Reichstage verhandelte Zalltaris angeregt hat. Neben der ungemeinen Erhöhung der Holziölle stnd e« die Getreivezölle, die vorzugsweise das allgemeine Interesse in An- spruch nehmen. Schon seit Jahren lamentiren die Landvirthe über den schlechten Stand der Landwirtbschaft, in allen Ton- arten jammcm fie über das Einken der Getreidepreise und über den aeiingen Verdienst, den fie erzielen. Nun ist es aber merkwürdig, daß gegenwärtig gerade in denjenigen Gegenden da» lauteste Geschrei eitönt, in denen Jahre lang daS wenigste Korn gebaut wurde, in denen viel- mehr durch den Zuckerrübenbau, welcher verLand wirihschaft ungemein hohe Prozente eingebracht hat, ein förmlicher Raub- bau getrieben worden ist. Jahrelang find der Zuckeiindustrie, mit welcher der Rübenbau zusammenhängt, durck» daS deutsche Reich, indem dasselbe eine ungerechtfertigte Rückvergütung der Steuer zuließ, viele Millionen in den Schooß geworfen worden, so daß stch der deutsche Landwirth mit habgierigem Fanatismus auf den Zuckerrübenbau warf. Dieser riesigen Konkurrenz erlag die junge Industrie. Trotz der Staatshilfe wurde fie durch die wahnsinnige Ueder- Produktion in den Staub gerissen und ist für mehrere Jahre lahmgelegt. Nun jammert man nach Getreidezöllcn, und die Regierung will eine Zollerhöhung auf Roggen und Weizen bis auf 2 resp. 3 M. herbeiführen. Nimmt man noch die Erhöbung be« Zolles auf Mehl hinzu, so wird die Steigerung der Ausgabe, den ein Thcil, der ärmere Theii der Bevölkerung, zu Gunsten eines anderen, des wohlhabenderen Theils der Be- völkerunz, zu tragen hat, sich auf ca. 60 Millionen Mark belaufen. macht, genau paßt auf die Persönlichkeit, welche vorgestern auf eine so eigenthümliche Weise auS Jnvemeß verschwand?" „Ganz recht!" bestätigte Mr. Cabry.„Ich habe sie genau gesehen, diese Frau. Sie trug ein goldenes Kreuz um den Hals und einen goldenen Pfeil im Haar..... Aber sie hatte doch mit einer Hexe keine Aehnlichkeit, denn sie trug nicht schlechte, oder gar mangelhafte Klei- dung." „Was hat es mit dem Verschwinden dieser Frau für eine Bewandniß?" fragte der Wirth neugierig„Bitte, erzählen Sie von der Frau, die Sie in Jnoerneß sahen." „ES war vorgestern ein gräßliche« Schneewetter, so daß eS für uns und jeden andern Menschen unmöglich war, unfern Weg fortzusetzen. Wir mußten ii\. Jnoerneß übernachten, und blieben dort in dem Gasthofe.' Spät am Abend hält eine MiethSkutsche an. Eine Frau steigt au«, verlangt ein Zimmer und bezahlte ihre Rechnung für die Nacht im Voraus. Wir sahen Beide diese Frau. Sie schien eine Dame der höheren Stände zu fein. Sie trug ein goldene« Kreuz um den Hals und einen goldene« Pfeil im Haar. Ich sah sie ganz genau, denn ich be« gegnete ihr auf dem Gange, während sie sich in ihr Zimmer begab. Ich betrachtete sie sehr genau, denn auffallend bleibt k» doch immer, daß bei solchem Wetter eine Dame allein reist. Ich dachte bei mir, es gehört viel Kourageund und eine eiserne Gesundheit dazu, bei solchem Wetter eine Reise zu unternehmen." „Die Dame übernachtete mit Ihnen in demselben Gasthofe?" „Uebernachtete?... DaS kann man so eigentlich nicht sagen. Als das Kammermädchen am andern Morgen in ihr Zimmer trat, war sie verschwunden." „Sie hat sich während der Nacht entfernt? Und bei dem Wetter?" „Das ist ja eben das Auffallende! Bei dem Wetter hat sie sich entfernt, und Niemand hat davon etwa« ge» sehen, daß ein Fuhrwerk sie erwartet hätte. Sie muß also zu Fuß daS Haus und vielleicht die Stadt verlassen haben." Di« Halste nimmt davon das Reich, die ändere Halste vor« zugsweise die Großgrundbesitzer. Daß wir uns gegen die Erhöhung des Getreidezolles er« klären, weil darunter der kleine Mann besonders leidet, ist selbstverständlich. Auch ist es unseren Lesern bekannt, daß wir Gegner aller Zölle und Steuern sind, welche auf die noth- wendigsten Bevürfniffe der Arbeiter gelegt werden, so der Salzsteuer, des Petroleumzolles, des Zolles auf Kaffee, auf Schmalz u. s. w. Alle diese Steuern und Zöä« belasten das arme Volk in härtester Weise, sie drücken progressiv nach unten. Auch ist es durchaus nicht wahr, daß die Bodenrente seit Jahr und Tag immer gefallen sei. Die Preise der Güter sind nämlich im fortwährenden Steigen begriffen und die Pacht steigt gleichfalls. Daß zahlreiche Güter unter den Hammer kommen, daran ist vielfach die Unfähigkeit und die Verschwendungssucht ihrer Besitzer schuld. Man ruft in diesen Kreisen immer den Ar- beitern zu, fleißig und sparsam zu sein und sich nach der Decke zu stricken— wollten sich die Herren nur an der eigenen Nase zupfen, wollten sie nur für sich diese Mahnung beachten, dann brauchten sie nicht immer das Reich um Hilfe anzurufen, daS ihnen auf dem Präsentirteller baares Geld und zwar aus den Taschen ihrer Mtibürger geben soll. Das ist wahrlich keine schöne Art Eozial-Reform, welche den Wohlhabenden auf Kosten des Armen noch unterstützen will. Unser Standpunkt nun ist bei solchen Steuerfragen ein vollständig korrekter— wir stellen uns auf die Seite des är- meren TheilS des Volles, wie wir dies überhaupt thun. Aber auch die Deutsch-Freifinnigen und Liberalen greifen die Kornzölle heftig an und betonen dabei fortwährend den „armen Mann", für den sie eintreten wollen. Wir aber glau- den, daß bei diesen Parteien der„arme Mann" nur eine vor« geschobene Person ist, welche dm eigmtlichm Grund der Agitation gegen die Kornzölle verdecken soll. Wie die konservative Partei die legitime Vertreterin des Grundbesitzes ist, so ist die Ii b er ale P artei die Vertreterin des mobilen Kapitals, deS Handels. Aus diesem Grunde schon ist fie eine Gegnerin aller Zollschrankm, welche den Handel bemgen. Und grade der Getreidehandel spielt eine große Rolle in den nordischen Hafenstädten, wie in den größeren Städten über« Haupt, wo die Liberalen im sogenannten Bürgerthum(Kauf- mannsstand) ihre meistm Anhänger zählen. Durch den Kornzoll aber büßen die Handelsleute manche Vortheile ein, und nickt nur die Handelsleute, sondern auch besonders die größeren Bäckereim. So hat die„Berliner Brotfabrik" im vorigm Jahre trotz der enorm niedrigen Getreidepreist, oder Keffer gesagt, wegen "" if(im s derselben, ein« Jahresdividende von 15'/, Prozent(im Vorjahre 14 Prozent) auszahlen können. Das konnte nur dadurch ge- schehen, daß trotz der niedrigen Kornpreise ein verhältnißmäßig hoher Brotpreis erzielt wurde. Bei niedrigen Kornpreisen kann der Händler und auch der Bäcker einen höheren Zuschlag machen, als bei hohem Kornpreise. Im elfteren Falle zahlt das Volk den Zuschlag leichten HerzenS, im zweiten Falle aber kann es denselben nicht zahlen und schränkt sich ein. Hieraus steht man, daß das eigene Interesse des mobilen Kapitals es erheischt, erstens die Zollschranken zu beseitigen und zweitens billige, gangbare Waare in den Handel zu be- kommen. Der„arme Mann" muß also immer herhalten. Es ist nur noch merkwürdig, daß die Getreidezöllner nicht auch schon sagen, die Korazollerböhung geschähe im Interesse d«S„armen Mannes", andeutm thun fie es schon, indem fie bemerken, daß in demselben oder gar in höherem Maße, wie das Korn im Preise steige, auch der Arbeitslohn sich erhöhe. Di« Leute suchen in ihrem Interesse das sogenannte„eherne ökonomische Lohngcsetz" anzuführen, bedenken nur nicht, daß dabei Jahre des Elends und der flioth vergeben, ehe der Lohn sich den Preisen der nothwmdigsten Bedürsniffe wieder angepaßt hat und daß derselbe beim Sinken der Lebmsmittelpreise viel schneller mitfinkt, als er beim Steigen der Preise nachsteigt. Das find eben die Schwankungen jenes Gesctzes, die immer zum Nachthelle der wirthschastlich Beherrschten ausfallen. Wir haben nun gezeigt, daß der erbitterte Kamps zwischen den Antischutzzöllnern und den Kornzöllnern ein Interessen- kämpf zwischen dem immobilen Kapital und dem mobilen ist. Wenngleich sich die Arbeiter in diesem Kampfe auf Seite des letzteren zu stellen haben, so sind fie demselben doch zu keinem Dank verpflichtet, weil dasselbe seine eigenen Interessen vertritt und rein zufällig in diesem einen Punkte die Interessen der Arbeiter mll den Interessen des mobilen Kapi- talS zusammenfallen. Zum Schlüsse betonen wir, daß die indirekten Steuern und Zölle, besonders auf Volksbedürfnisse gelegt, die Ardeiter« klaffe mehr bedrücken als alle übrigen Klaffen, und daß die „Das ist sehr merkwürdig!" erklärte der Wirth.„Wer weiß, ob Sie nicht gar die schwarze Hexe selbst gesehen haben?" „Gott bewahre!" antwortete der Erzähler.„Ich sage Ihnen ja, daß die Dame recht gut winterlich ausstaffirt, und nicht wie eine Hexe ärmlich und dürftig bekleidet war.' „Hm! ES giebt aber zu denken, denn ich sagte Ihnen ja schon, daß über dieser Hexe ein Geheimniß schwebt. Jedenfalls ist das, wa» Sie von dem goldenen Kreuz und dem goldenen Pfeil erzählen, sehr auffällig.* „ Sehr auffällig!" wiederholte einer der beiden jungen Leute, welche am andern Ende de« Gastzimmers saßen, und ihre Sinne zu äußerster Schärf« angespannt hatten, um kein Wort dieser Unterredung zu verlieren. „Das ist die Frau, Max, welche ich sah, und von «elcher ich überzeugt bin, daß eS Diejenige ist, die ich suche." „Unmöglich wäre eS nicht! Felix," erwiderte der Andere.„Bei mir spricht nun nicht das Ge» fühl mit, da» Dir innewohnt, die geheime Stimme der Natur, von welcher einige Leute wissen wollen; bei mir sprechen lediglich die Thatsachen, und diese scheinen mir in der That doch nicht ganz ausreichend. Dich auf die Ver- muthung zu bringen, daß die Frau, von welcher Jene da sprechen. Deine Mutter ist. E» ist möglich, daß sie lebt, eS ist auch möglich, daß sie sehr arm, eine Bett- Ienn„Aber Du hörtest ja, daß die Frau, von welcher sie sprechen, keine Bettlerin ist, daß sie trotz ihrer ärmlichen Kleidung Schmucksachen trägt." „Mir scheint das AlleS leere Faselei.... Die Leute hier im Gebirge sind abergläubisch, und dies sind ein» fache Wintermärchen, die sich vorzüglich an einem schauer» lichen Winterabend am Kaminfeuer ausnehmen, aber die doch für Deine Nachforschungen nicht maßgebend sein ��Du magst Recht haben, Max; aber eine innere Stimme, da», wa» Du die Stimme der Natur nanntest, einzige rationelle und gereckte Steuer die progressive Einkommensteuer ist, für deren Einführung fich aber die Vertreter des immobilen Kapitals sowohl, als die des mo- bilen energisch bedanken. WitiscKe Nebersirkt. Die Zolldebatte im Reichstage debnt sich länger aus, als man zuerst glaubte. Das Eingreifen des Fürsten Bismarck in eine Debatte hat immer die Folge, daß zahlreiche Er- widerungen bevorstehen. Neue Gesichtspunkte hat übrigens der Kanzler sowenig als die übrigen Redner finden können, da gerade die Zollfragen im Reichstage oft genug eingehend be- sprochen worden find. Das Interessanteste an der Rede des Kanzlers war wohl der Schluß, indem er erklärte, daß er den Schutz wolle für die Armen und die Reichen.— Alles Reden aber hilft in diesen Fragen nichts mehr. Zentrum und Konservative— die„Reicksfcinde" und die„Reichs- freunde" par excellence, haben fich für die Erhöhung der Ge- treibe- und tzolzzölle erklärt— und damit ist die Sache ab- gemacht. Der so viel umworbene„arme Mann" mag sich bei den Herren bedanken. Besser aber wäre es für das Volk, wenn es bei den nächsten Wahlen eine klerikal-konservative Majorität verhinderte. Zu der gestrigen Rede des Reichskanzlers über die Zölle bemerkt die ,.Nat.-Ztg.":„Auch Fürst Bismarck be- odachtete die kühle Haltung, welche die Diskusston bis dahin größtentheils gekennzeichnet hatte, bis auf den Schluß seiner Rede, in welchem die Gegner, natürlich die außerhalb des Hauses, der„Verlogenheit" bezichtigt wurden. Welcher Vor- theil von derartigen Wendungen erwartet werden kann, ist uns unklar, da die Oppofition dieselben ja eben so gut anwenden kann. Fürst Bismarck konzentrirte, als der erprobte parla- mentarische Taktiker, der er ist, alle Kräfte auf die Vertheidi- gung der schwächsten Stelle der Vorlage: er wollte die Grund- lostgkcit des Vorwurfs, daß dieselbe nur dem Großgrundbefitz nützen werde, darthun. Betreffs der Getreidezölle, welche heute fast ausschließlick erörtert wurden, führte er deshalb u. A. aus, daß der kleine Grundbesitzer, welcher nach der Be- hauptung der Oppofition keinen Nutzen von den Zöllen haben soll, weil er nur so viel Getreide baue, wie er selbst verbrauche, dasselbe nicht direkt konsumire; auch er verkaufe seinen Roggen und kaufe Brod, das Selbstbacken komme auch auf dem Lande immer mehr ab.— Wir brauchen nicht zu untersuchen, wie weit diese Veränderung der Sitte bereits vollzogen ist, denn fie scheint uns an der Sachlage, auf welche eS hier ankommt, nichts zu ändern; wenn der kleine Landbe- sttzer seinen Roggen zu einem durch den Zoll erhöhten Preis verkauft, so wird er auch für sein Brod einen ent- sprechend erhöhten Preis bezahlen— man müßte denn etwa annehmen, daß der Müller und der Bäcker nicht nur den Prozeß der Umwandlung des Roggens in Brod umsonst besorgen, sondern dem Roggen- Produzenten noch etwas zugebe n." I« Kamerun soll eine ständige Garnison plazirt werden; zu diesem Zweck wird das aus der Liste der aktiven Kriegsfahrzcuge gestrichene Schiff„Hertha", welches fich gegen- wäriig in Kiel befindet, zu einem Kasernenschiff für 800 Mann hergerichtet, um demnächst nach Kamerun geschleppt zu werden. Die Kongo Konferenz scheint die Frage nicht gelöst zu haben, welche zu ihrer Einberufung Veranlassung gab. So schreibt z. B. die„Kreuz-Ztg."— welche doch bekanntlich ihre Fühlhörner gut ausstrecken kann— Folgendes: Es verbreitet fich jetzt in den betheiliaten Kreisen die Anficht, daß etwas an dem Kongo geschehen sei, was wahrscheinlich zunächst nach zwei Seiten hin ausgelegt werden kann. Sollt« Portugal wirklich fich zu einem Gewaltschritte haben hinreißen lassen, so würde nach vieloerbreiteter Anficht die Gründung deS Kongostaates unmöglich werden; denn die Kongo-Gesellsckast kann auf einem Gebiet, daß ohne Küsten und eigene Einnahmen nicht lebensfähig ist, große Opfer und Anstrengungen nicht weiter verwenden. Mit der Besitzergreifung der Kongo- mündung würden auch die letzten zahlreichen Faktoreien, aus denen noch eine Einnahme für Ausfuhr« waaren zu ziehen wäre, an Portugal fallen. Entsteht aber lein Kongostaat, fo hängt die Ausführung des Beschlusses der wcstafrilanischen Konferenz über die Havdelsfreihett im Kongobecken vollständig in der Lust. Die Kongostage war dann vergebens auf daS Programm der Konferenz gesetzt, und man könnte fie wieder als«ine erloschene von den TageSfragen streichen. Sckon mit Rückficht auf das Ansehen der von allen Mächten beschickten Konferenz ist es unbegreiflich, daß die Mächte hierbei nicht energischere Schritte thun. Aus ganz ein- fachen Schlußfolgerungen ergiebt fich die Gewißheit, daß Por- iugal auf einem zusammenhangenden Gebiete nicht nordwärts unbedingten Freihandel und im südlichen Theile auSgepräg« testes Schutzzollsystem walten lassen kann. Wird auch die Lissaboner Kolonialverwaltung nicht gegen den Beschluß der Konferenz über das Verbot der Einfuhrzölle direkt verstoßen, so giebt es doch zahlreiche andere Mittel, um durch aller- sagt mir, ich muß der Spur jener unglücklichen Frau folgen, welche hier im Schnee der Gebirge umherirrt.— Ist sie nicht meine Mutter, nun, so habe ich immerhin die Pflicht erfüllt, keine Anstrengung gescheut zu haben, um sie aufzufinden.... Ich weiß alsdann, daß ich meine Nachforschungen nach einer andern Seite hin zu richten Hab«." „Ich bleibe dabei, daß wir die einzig richtigen Auf» schlüsse in DaviStown erhalten." „Die Hoffnung habe ich fast aufgegeben. Mir schien es gerade, als ob man dort absichtlich jede Auskunft ver- weigere.— War e« nicht schon im höchsten Grade auffällig, daß Mylady unter allen Umständen ablehnte, mich zu em- pfangen? Ist Dir nicht auch das verschlossene, scheue Wesen der HauShofmeisterin und de» Oberamtmanns auf- gefallen?" „DaS Benehmen der beiden Personen ist mir in der That aufgefallen; aber ich halte. eS dennoch nicht für un» möglich, denselben die Zunge zu lösen; denn einem schlau angelegten Kreuzverhör sind sie Beide nicht gewachsen, we- nigstenS scheint mir der Oberamtmann dazu nicht pfiffig genug."— Der Zufall, der eS oft merkwürdig fügt, daß die Person, von welcher man eben spricht, erscheint, wastete auch hier. EL hätten wohl weder der Wirth, noch auch die beiden jungen Leute, noch auch die beiden Schreiber des Shenf» Amtes vermuthet, daß in diesem Augenblicke Mr. Harriers, der Oberamtmavn von DaviStown, in eigener Person ein- treten würde. DaS war ein merkwürdiger Tag für Mr. Knox. So viel Gäste, und noch dazu distinguirte Gäste, an einem Wlntertage, hatte sein Hotel noch nicht beherbergt. Er traute fast seinen Augen kaum, als der Mann welcher eintrat, dm Pelzkragen seines Mantels zurückschlug, und er ihn erkannte. „O, dies« Ehre, Mr. HarrierS! rief der Wirth;„daß Sie mein HauS besuchm, ist mir lange nicht widerfahren, und auf dieselbe hätte ich heute am allerwmigsten gerech« Hand andere Auflagm und Plackereien den Freihandel illust zu machen. Zu dem Gesetzentwurf, betreffend die Penfionti der Volksschullehrer, wird offiziös geschrieben:„So Wl nicht ein Beschluß des anderen gesetzgebenden Faktors ooilrn kann von ihr(ver Regierung) jedenfalls eine bindende M klärung nicht beansprucht werden. Es wäre ihrerseits vom verkehrt und ihrer Srellung nicht angemessen, wenn sie m schon bei den Kommisstonsverhandlungm über die Frage� Annahme oder Nichtannahme präjudiziell äußern wollte, M wenn ein greifbares Schv tfons se vohner £«? Y" habe Wen müss, also ein Plenarbeschluß voruegr, wrro es für vre regierung an der Zeit sein, fich über die Materie schlüssig ss>. WM machen. Inzwischen wird es aber auch völlig genügen, ihre Vertreter redlich mitwirken, daß der Entwurf so gel wird, materiell wie formell, wie die Siaatsregierung denselb� für den Fall ihrer Zustimmung für richtig halten würde," »- L? Der( ..........___________________________!i» t desondere durch' Aufschlüsse th'atsächlicher und rechtlicher de« die Beschlußfassung fördern."— Die Regierung will also m»«Krba abwarten, was die Volksvertretung beschließt und dann 4* H"en A Meinung endgiltig äußern._.. Die geplante«„Schutzzölle" gaben bereits den Rad#'...Men OlnfAfi ß'.lrtrirhfittt/yfrt 4i» iraffart rrtafrh* � staaten Anlaß, Einrichtungen zu treffen, welche ryn-» v,» möglichen, die bis jetzt über die deutsche Grenze ausgeflb� Waaren in Zukunft direkt aus dem eigenen Lande auszusM� WT»«o Schon bisher haben Danzig und Königsberg einm bedcM fe,. jotni den Theil ihres russischen Verkehrs an die russtsche Haf«»'�. L Z! � Äo K W«, Lidau abgeben müssen und nach einer der„Danz. Ztg. � Kowno(Rußland) zugehenden Nachricht droht in dieser ziehung eine neue Maßregel. Der Gewährsmann des D«K Blattes schreibt unter dem 8. Februar:„Auf die NachrickiJJ daß der deutsche Bundesrath die Erhöhung der Getreide- � Holzzölle beschlossen habe, hat die rusfische Regierung net, daß sowohl der Dubischa-Etrom(ein Nebenfluß sowie sämmtiichen nach Lidau zu fließenden kleinen tieft und mit Kanälen verbunden werden sollen. Weise will man eine nach Libau führende schiffbare% Wasserstraße schaffen, um die Monopolifirung Libaus,&# bisher durch billige Eisenbahntarife noch nicht ganz � v reichen war. dadurch möglichst zu vollenden. Es sollen � alle Veranstaltungen getroffen sein, um die Flußregulio�f und Kanalifirungsarbeitm sofort in Submisfion zu vergsv wenn der deutsche Reichstag die erhöhten Getreide- und V" zolle beschließt." I r. Lage Die Entwerthung des Geldes. Die„Schlefiscke � I kan tung", ein angesehenes konservatives Blatt bringt unl«„IMnke vorgenannten Ueberschrift einen Artikel, der eine verniasV___ Kritik der Erhöhung der Getreide- und anderer Zölle I r m der Die Preis st eigerung no' welche durch Zollerhöhungen g der Getreide- und anderer Zölle I n der irung nothwendiger Bedürfnißgegeiist°�I jbnb g, achöhungen u. s. w. gefördert wird, ist J N Gero des Geldes gleichbedeutend. Daran v 2 den bei der Entwerthung des Geldes gleichbedeutend.___ schließend sagt genanntes Blatt:„Alle Ersparnisse der R würden in dem gleichen Maße herabgemindert werden. in den deutschen Sparkassen find Milliarden angelegt; zu gesellen fich die großen in Hypotheken, in LebenZoerfich rc. angelegten Summen- Die Gehälter der Starts- und munalbeamten und überhaupt aller fixirten Existenzen& fich noch unauskommlicher erweisen, als fie eS heute duti schon find; die Penstonen der Wittwm und Waisen, vtf validen der Arbeit, die Fundationen zu Bildungs» und thätigkeitszwickm— Alles würde in demselben Maße gedrückt werden, in welchem der Geldwerth finkt. A große Gesammtheit würde von der furchtbaren W einer Entwenhung des Geldes betroffen werden; selbstverständlich könnten Reichs« und Staatsh nicht unberührt bleiben. Mag man Beamte Offiziere, Geistliche und Lehrer auch zu den äußerst' schrankungen zwingen, so wird man doch unmögli die große Zahl Derjenigen hinwegsehen dürfen, weli Seiten des Staates bereits auf ein Existenzminimum ang find. Für die Hunderttausende von Unterbeamtm. ren Hunderttausende von Unteroffizieren und Soldat' alle Insassen von Armen-, Arbeits-, Irren« und Stras würden höhere Aufwendungen unabweisbar sein würde für die Herstellung und Unterhaltung öffentlicher im weitesten Sinne des Wortes ein sehr bedeutendes' Ansatz zu bringen sein. Die Steuern würden also j«' in nahezu demselben Verhältniß wachsen müssen, in der Gelvwerth sänke, und wenn auch die Steuerkraft Industriellen und Gutsbesitzer in gleichem, ja in noch Maße steigen sollte— wo bliebe die begleichende Ger' Hätte doch die Gesammtheit die wachsende Last gleichu, tragen."— Das ist allerdings eine bittere Pille, die r seroative Blatt den Agrariern und Zöllnern reicht—"ysti' wird mit Gleichmuth verschluckt werden, da dem I n t e' J der Herren durch die erhöhten Zölle genügt wird- aller Hinweis auf die Gesammtheit nichts. Franireich. Der EonstanS'sche Antrag, betreffend Giniiihwnw Listenverfahrens für die Deputirtenwahlen, soll erst na*,/ auf die Tagesordnung kommen. Wie verlautet bestdr�y J&en Weil net... Geben Sie Ihren Mantel her, Mr. nehmen Sie hier am Feuer Platz, Sie finden hsy ßr Bekannte. Erkennen Sie nicht Mr. Cambry und Naydor, die Schreiber vom Sherifamte deS Herrn A> Sie kennen die Herren doch?"- Es war nicht nöthig, daß Mr. Cambry seinen y Augenschirm in die Höhe schob.. � Mr. HarrierS hatte daS dürre, von hundert und Fältchm überdeckte Antlitz des alten im Bureau�, Sherifamtes ergrauten Schreiber« bereit» erkannt, � kannie auch Mr. Naydor, dessen Mutter ja oft in � traulichen Theegesellschaftea, die der Öber-Ämtmann Mrß. Braddon gaben, zugegen gewesen waren;"„ Mutter des jungen Mannes und Mrß. Braddon w I t. tn vertraute Freundinnen gewesen._ Mr. HarrierS begrüßte die beiden alten f daher mit Herzlichkeit und wurde auch ihrerseits eve p willkommnet. Ein GlaS Punsch, da» der Wirth dem ,�jl anaekommenen fnfnrt notfobt#. ffthrti» hte kleine <% angekommenen sofort vorsetzte, führte die kleine noch näher zusammen. natürlich DaS Erste, waS man sprach, waren �„ andersetzungen über die Ursachen dieses wunderva$ sammentreffenS. Mr. Cambry wiederholte, dem Wirth gesagt, daß er mit seinem jüngeren Kos AmtSgeschäftrn hier sei, daß Mr. World ihn bev y. tigt habe, ein Protokoll aufzunehmen, da Mr. Wo y bei diesem Wetter und zu vieser Jahreszeit kein« i und beschwerliche Reis« zu unternehmen vermöge- „WaS für Amtsgeschäfte aber haben st� Gegend, welche gar nicht zu Ihrem Bezirke geh»", HarrierS ein wenig erstaunt.-«toio?« „ES ist ein Mann, der ehemals in Dat«* w Diensten stand— Sie müssen ihn ja kennen, r land, den Sekretär de« seligen Lord Davis■— � „Ich weiß, ich weiß," unterbrach ihn der Obera" � „er verließ den Dienst gleich nach dem Tode»ni, »ichih. 1 sich nächj "> K Ein und lebt seit jener Zeit hier in Blackfield., „Ganz recht; der Mann wünscht, da er l"r S- SZ „u~ dann )cn Nachblw it ihnen» # ■p veS RathtttSU. Iet:eiipj2i ng : Ä Aul bare ms, ;an, ollen regulioW >el illusack AA Schwierigkeiten hinsichtlich der Zahl der Deputirten. . Sinti? vor, jedes Departement habe auf je 70 000 !«fioiltrii»t.�hner einen Deputirten zu wählen; jedoch sollen die De- „So welche jetzt, Dank der Einzelwahl, eine größere chrs oorlB � M wählen haben, diese beibehalten. Es stellt sich nun rindende ue, M m diesem Falle die Monarchisten begünstigt wer- rseits twjj'j vf,J.„.Ne m mehreren der letzteren Departements gute AuS- Venn sie W"?aden. Es weiden daher noch einige Aenderungen ein- ie Frage � rn müffen.— Also die republikanische Regierung hat Furcht wollte. fjxr'! Monarchisten! Weshalb? Haben die Herren viel- a Initials böses Gewissen? So ganz reine und zweifelsohne die Stcati- NM sich die Herren nicht bewegt zu haben, denn sonst schlüssig I» 5°° chn-n das Volk eine so gewaltige Stütze sein, daß die ügen, wkne amarchrsten sich aus ihrem Versteck nicht hervorwagcn so gestauv-mn.— irg denselb« Senat hat gestern den§ 1 des Entwurfs würde,>at' der rückfälligen Sträflinge genehmigt. tlicker Naw® m t Vorschlage des Ausschusses sollte die Wahl vill also*,«ierdannungsortes der Regierung überlassen werden. jJ.:!11 Antrag des Ministers des Innern, der eine so weit Sa«, �"gniß nicht annehmen wollte, wurde jedoch mit LßW" 39 Stimmen die von der Deputirtenkammer bereits i TOgte Fassung angenommen, nach welcher die Verbannung �denslänglichen Versetzung auf das Gebiet einer fran- oen Kolonie oder Besitzung bestehen soll. Der Regierung 1 s«.»die Wahl zwischen den französischen Besitzungen Afrika, Asien oder Oceanien. Man rechnet darauf, I�oer Senat den ganzen Entwurf annehmen werde. vn der Deputirtenkammer wurde über die Erhöhung der und Getreidezölle debattirt; Abg. Raoul Duval, ein Dener Gegner der Vorlage, führte allein bis zum Schlüsse "ng das Wort, um die Thorhest, welche dai Parlament würde, wenn es die Vorlage annähme, von allen . zu beleuchten. Was Paris speziell betrifft, so betonte izD?' daß die Hauptstadt, welche gegenwärtig am meisten �der Albeitcikrise leidet, monatlich 500000 Franken mehr »rot bezahlen müßte, wenn die Erhöhung angenom- tu und daß dieser Thatsache gegenüber die Behauptung % ß""- die Maßregel werde nur für die Spekulation, di er,, u den Konsum fühlbar werden, sich nicht aufrecht wallen vermöge. .. Großbritannien. (l unter den englischen Arbeitern bricht sich der Geeanke, daß .. Sji cndgiltig nur durch die Gesetzgebung verbessert i llw V ßid«?,'ann' immer mehr Bahn und wenn auch brs jetzt dieser Ulm 5,?vih nickt überall unter der arbeitenden Bevölkerung larr. k in v1. such kam, so wird derselbe mit Naturnothwendig- >vue e.:M k. der Zukunft dominirend werden.— So wird iekt aus Daran der% den. ,t!' 'rfichei - und■ izen w» ite durck en, vi und Raße n Äis den: aatsha :amtt ßerst« röglit welck n anßf . dt« oldaten Strafh K Zukunft dominirend werden.— So wird jetzt aus VS'ra0 gemeldet: Seitens der größeren Ardeiterverine hj � e w e r k s ch a f t e n werden Borbereitungm getroffen, bevorstehenden Wahlen unter dem neuen Wahl- N�enigsteni einige A r b e i t e r ins Parlament zu bringen. �urbamer Knappschaftsvereinigung hat drei ihrer Mit- ' als Kandidaten in Ausstcht genommen, denen sie im ihrer Wahl jährlich SOO Lstr. zahlen will. Die Land- w des West-Norfolker Wahldiskikts beabsichtigen den be- Landagitator Joseph Arch als ihren Kandidaten auf- jjpi; andere Arbeitervereine beabsichtigen ebenfalls �tstterkandidaten aufzustellen, so daß wenigstens hjafang zu einer wirklichen Ärbeiter-Repräsentation gemacht dürste. n Befehl über das für Suakin bestimmte englische Ex- nskorps wird nach einer Meldung des„W. T. B." auS r von gestern Abend General Newdegate übernehmen; al Greaves wird Chef des Generalstabes dieses Korps DaS Korps soll in der Richtung auf Berber vormarschi» nd dort die Verbindung mit General Wolseley herzustellen an re*nt*' daß die Operationen von Suakin aus März würden beginnen können. "'»rend der vergangenen Woche ist eine große Anzahl l a n d e r n aus ihren Beschäftigungen entlassen wor« Deputationen haben dem Bilchvf von Salford ihre mg gemacht und um seinen Rath gebeten.— Wir « einmal auf das Ungerechte dieser Entlassungen hin- . es wird übrigens dadurch gerade das Gegentheil von Zeicht, was damit erreicht werden soll. u&en inen .... i-S [anist/ in d» tinann is b .©efi $ ine s" � "A JV Zs Kommunales.. Der Magistrat wird jetzt seine so oft schon Slijj t�e Petition betreffend die Erhöhung des Maximal- W&n«'�r die Hundesteuer nochmals an das Abgeordnetenhaus »litJj-v lassen. Die Verhältnisse, welche in dieser Petition sich??olt zur Sprache gebracht werden, haben gegen früher % verändert; die Zahl der Hunde in Berlin betrug Inf.�.lü7, während sie sich im Jahre 1883 auf 34,402 belief. h, Ändert Menschen kommen jetzt nicht voll drei snämlich We*!�)' Die Zahl der Hunde ist jetzt trotz der wieder- �el»>s. vundesperre doch fast fünfmal so groß als 1830. j�iandltrh ist hierbei die gestiegene Bevölkerung voll ' 0�et wenigstens dem Tode nahe ist, gewisse Be» «im!u"e zu machen, und zwar ausdrücklich dem Gerichts- biitn�" Westinn, weil zu demselben das Gebiet von Da- w gehört, und seine Bekennwisse sich wahrscheinlich 'den Vorgang innerhalb diese» Bezirks beziehen." j».würdig!" rief Harriers,„so befinden wir unS «bch �rselbe« Angelegenheit hier. Der Mann hat sich Ä?. N"ch gewandt, und mich aufgefordert, bei der Ver- kfanna"i? 3«u0e gegenwärtig zu sein. Ich wollte-S t>ixg"LS ablehnen, aber Mrß. Braddon memte, es beträfe � rn«? 8ar eine Sache, die da« Haus Davis angeht, und �«rtront* besser, wenn ein« Person, die zu den n bes Hauses gehört, al» Zeuge fungrrt, al, Sie wildfremde Person al» Zeuge hinzugezogen würde baß, wenn ich mich hinlänglich gegen Kälte > p 5lf'?e Gesundheit die Reise wohl ertragen würde. W ih'iA t1 n braddon ist eine vorsichtige Dame'-®8 '' M ssigte"�$ eine vortreffliche Dame, junger Mann," . � Q»«' der erst kennt ihren vortreff ichen Cha- ""b lieben'"der muß sie aus tiefster Seele verehren meine Mutter spricht auch noch von Mrß. Braddon," bemerkte der ES besorgt um mich war, hinlänglich gegen Kälte oft mit jüngere Sie N v'ächsi� Ebrach davon," bemerkte der Witth,«daß h Mt ttut Mrß. Braddon oerheirathen würden. "»r iW'-HMier»*00 die Brauen in die Höhe und starrt« -tzt im EUZMMs nicht ein, was Ihnen dazwischen stehe« wenig Neigung vorhanden, die Hundesteuerfrage schnell und kräftig zu Ende zu führen. Wie die Unterführung der Blücherstraße unter die Potsdamer- und Anhalter Bahn ein dringendes Bedürfniß ist, so hat fick auch die Unterführung der G r o ß- G ö r s ch e n- st r a ß e unter die Potsdamer Bahn als nothwendig heraus- gestellt. Der Magistrat hatte daher bereits vor längerer Zeit sich wegen der Ausführung dieser Unterführung mit der be- treffenden Bahnverwaltung in Verbindung gesetzt und letzterer vorgeschlagen, daß die Ausführung durch die Bahnverwattung auf Kosten der Stadt geschehen solle. Die königliche Eisen- bahn- Direktion bat sich jetzt hiermit einverstanden erklärt und das bezügliche Projekt nebst Kostenanschlag zur Aeußerung übersandt. � Der Kultusminister hat für den im Besitz des Staates befindlichen Ausstellungspark bei Moabit bei dem hie- figen Magistrat beantragt, daß die Stadtgemeinde die Unter- Haltung der im Ausstellungspark befindlichen Wege und Garten- Anlagen vom 1. April er. ab für die folgenden 4 Jahre gegen eine Entschädigung von 10000 Mark übernehme. Der Ma- gistrat wird demnächst im Plenum über diesen Antrag be- rathen. Kokales. Für die Familie des ermordeten DrofchkenbesttzerS Ltndemann, welche in äußerst bedrängter Lage sich befindet, hat der Droschkenbesitzerverein auS dem gestifteten Unterftützungs- fonds 30 Mark bewilligt und der Wittwe Lindenau bereits ausgezahlt. In Rücksicht, daß die Familie in so überaus miß- lichen Verhältnissen durch die Ermordung ihres Ernährers ge- kommen, ist das Droschkenbefitzer-Vereinsbureau— Fischerbrücke Nr. 14— gern bereit, etwaige Spenden entgegenzunehmen, der Familie zu überweisen und seinerzeit Bericht zu erstatten. Der stets bereite Sinn unserer Mitbürger im Gutesthun wird auch in diesem so überaus beklagen Swerthen Falle sich be- währen. Der„Tisch des HauseS" spielt in den Parlamenten eine große Rolle, bei uns freilich nicht so sehr, als wie in anderen Ländern. Im preußischen Abgeordnetenhause kann sogar von einem„Tisch des Hauses" kaum die Rede sein; man müßte denn als solchen das tischförmige Pult ansehen, welches für die offiziellen Stenographen bestimmt ist. Im EitzungSsaale des Reichstages befindet sich dagegen ein Stück Möb-l, daS man mit Fug und Recht als den„Tisch des Hauses" bezeich- nen kann, und daS zur Aufnahme von mancherlei Dingen— man Hat schon Abgeordnete darauf sitzen sehen— dient. Meistens find es jedoch Baupläne, Karten u. s. w., die auf den Tisch des Hauses niedergelegt werden. Am Donnerstag fand ein im Besitz des Abg. Meier(Bremen) befindliches kattunenes Taschentuch Beachtung, nicht nur von Abgeordneten, sondern auch von Bundesratbsmitgliedern, im Sitzungssaale und draußen im Foyer. DaS Taschentuch war bunt, sehr bunt, und enthielt in der bekannten Manier den Kampf der deutschen Matrosen in Kamerun. Zahlreiche Anwohner der Bernauer-. Garten- und Bergstraße sind beim Magistrat und der Stadtverordneten- Versammlung einaekommen, den für den gesammten Verkehr so wichtigen Anschluß der Bernauer- an die Gartenstraße durch einen so überaus leicht zu bewirkenden Durchbruch von der Bergstraßenfront her zu veranlassen. Besondere Unterstützung ist von der Verwaltung des LazaruS-Kranlenhauses ic. gegeben und hofft man, daß der Magistrat dem Petitum wohlwollend zustimmen wird. Eine eigenthümliche Wette wurde am Sonntag Nach- mittag zwischen zwei Charlottenburger Bürgern im Grunewald zum Austrag gebracht. Ein 307 Pfund schwerer Herr ging nämlich einen Wettlauf ein mit einem 150 Pfund schweren, welchen man zum Gewichtsausgleich 157 Pfund(d. H. etwa dreimal soviel als das Gepäck eines Soldaten beträgt) auf Schulter, Brust und Rücken verthcilt hatte. Der Wettlauf begann von der schwarzen Brücke im Jagen 1 nach dem Jagen 6 zu, und eine große Zahl von Schaulustigen wohnte in 12 Wagen dem sonderbaren Experiment bei. Der Bepackte verlor seine Wette glänzend, denn er mußte bereits die Last abwerfen, ehe er die Hälfte des Weges zurückgelegt hatte. Ueber die Verhaftung einer Falschmünzerbande, welche vor etwa 14 Tagen durch die Kriminalpolizei erfolgt ist, erhalten wir folgende Mittheilung. Der vor einem halben Jahre aus dem Zuchthaus entlassene Schmied Kiehn, welcher wegen Falschmünzerei eine SV-jährige Zuchthausstrafe verbüßt hatte, war seit seiner Entlassung aus der Strafanstalt ohne jeg- liche Beschäftigung und lebte trotzdem auf gutem Fuße, weS- halb gegen ihn der Verdacht laut wurde, daß er die Falsch- münzern wieder betreibe. Er hatte auch ein LiebeSvnhältniß mit einem jungen Mädchen angeknüpft und verkehrte mit diesem Mädchen in verschiedenen Kneipen. Eines Abends zeigte Kiehn seiner Braut mehrere falsche Ein- und Zweimarkstücke, wobei er sich mit seiner Kunst, Münzen täuschend ähnlich nachzu- machen, brüstet«. Als ihn hierauf seine Braut fragte, ob er diese schönen Geldstücke selbst und wie er sie anfertige, wurde „Es ist ei« eigenthümliche» Mißgeschick, Mr. Knox," antwortete HarrierS,„daß meinem Glück immer wieder neue Hindernisse in den Weg gelegt werden.— Mrß. Braddon schiebt unsere Verbindung hinaus bis zu der völligen Genesung unserer Herrin.— Ich sehe ein, daß sie Recht hat, denn so lange unsere Herrin krank ist, hat sie den größten Theil ihrer Sorgfalt auf diese zu richten, und würde— wenigstens nach ihrer Ansicht— ihren Pflichten gegen ihren Mann nicht in volle« Um- fange genügen können, wenn ich mich auch damit begnügen würde, den Theil ihrer zärtlichen Sorge zu empfangen, welchen ihr die Sorge um ihre Herrin übrig läßt, so wiederstrebt«S ihr doch, ihre Pflichten zu theilen.— Sehen Sie, das ist'» wa» unserem Glücke im Wege steht, und diese Gründe muß man ehren, Mr. Knox." „Hm, ja, wie man'« nimmt," brummte der Wirth, offenbar nicht allzusehr überzeugt von der Stichhaltigkeit dieser Gründe. „Was nun den Zweck meiner Anwesenheit hier be- trifft," fuhr Mr. Harriers fort,„so erfülle ich auch meiner- seits eine Pflicht gegen die Familie.... Sie sehen ein, daß Mrß. Braddon Recht hat. Es ist besser, ich fungire al» Zeuge hier, anstatt ein Fremder." „Meinen Sie denn, daß es sich hier um Angelegen- heiten des Hauses Davis handelt?" fragte der Wirth. „Ich weiß eS nicht! Aber diese Herren vom Sherif- amte werden das wohl wissen." „Ich weiß nur so viel, daß wir hier ein Protokoll aufzunehmen haben," antwortete Mr. Cambry kopfschüttelnd, und daß wir uns beeilen müssen müssen, da der Mann, welcher uns herzitirt hat, seinem Ende nahe ist." ,,Da haben Sie Recht," erklärte der Wirth.„Rowland, wenn er nicht schon todt ist, liegt jedenfalls in den letzten Zügen.— Der Bader, welcher ihn behandelt hat— Sie müssen nämlich wissen, daß, seit Mr. Rodenburg von hier fortgegangen ist, wir keinen Arzt in Blackfield haben— versicherte mir, daß er diese Nacht nicht überleben würde." „Dann kommen wir zu spät!" rief Mr. Cambry fast erschrocken.„Wir können doch diese Nacht nicht noch daS Protokoll aufnehmen. Wir können in kemem Falle früher K. vorsichtiger und er brach daS Gespräch darüber ab. Vor etwa 16 Tagen wurde in der Wohnung der Braut eine Orgie gefeiert, wobei es sehr lustig herging und Kiehn in eine sehr heitere Stimmung kam. Er wurde recht gesprächig, begann von Neuem über die von ihm betriebene Falschmünzeret seiner Braut gegenüber zu sprechen und er erzählte ihr, daß er Geld in Gipsformen anfertige, was ihm ein Leichte» sei, und daß er noch 21 Falsifikate befitze. Das falsche Geld werde in der Wohnung ernes Komplizen, der früher Schank- wirth gewesen und dessen Frau gegenwärtig eine dreimonat- liche Gefängnißftrafe wegen Betruges verbüße, angefertigt. Die Braut erzählte über diese verbrecherische Thätigkeit ihre» Bräutigams Kiehn an andere Personen und die Kriminalpolizei erhielt so davon Kenntniß. Sie forschte sofort in der in der Rüdersdorferstraße belegenen Wohnung jenes ehemaligen Schankwirlhs, Namens Lenz, nach und sie fand die Apparate und Einrichtungen zu Falschmünzerei in der sonst unbenutzten Küche der Wohnung. Es wurden gefunden außer dem Schmelz- tiegel, der aus einer seltenen und eigenthümlich zusammenge- setzten Masse bestand, und einem Korbe mit Metallstecken, auf dem Küchenheerde noch frische Metalltropfcn, die erkennen ließen, daß die Arbeit erst vor Kurzem eingestellt worden war. Der ehemal. Schanlwirth Lenz wurde sodann festgenommen und bald darauf auch der Kiehn, welcher gerade bei einem ihm bekannten Barbier ein Abendbrod einnehmen wollte. Bei der Visitation des Kiehn fand man bei ihm ein neues Einmarkstück mtt dem Münzzeichen A. aus dem Jahre 1882, welches er al» Form bei der Anfertigung der Falsifikate denutzt hatte. Einige Tage später wurde der Tischler Hubert wegen Verbreitung dieser Falsifikate gleichfalls verhaftet. Die Verausgabung der falschen Ein- und Zweimarkstücke gelang um so leichter, als sie nach der Anfertigung in Stiefel-Wichse gelegt und dann abgebürstet wurden, wodurch sie ein älteres Aussehen er- hielten. a. Ueber einen Straßenraub, welcher am 5. d. Mts., Abends 8 Uhr am Kohlen-Ufer pasfirt sein soll, ist vor einigen Tagen von einer hiesigen Zeitung berichtet worden. Nach diesem Bericht überfiel ein reduzirt aussehender Mann den .Heilgehilfen F., schlug ibn im Geficht blutig und versuchte aus dessen Tasche mit Gewalt das Portemonnaie zu ziehen, und die Ausführung diese» Raubes wurde durch das Da- zwischentreten zweier voranschrettender Freunde des Uederfallenen vereitelt, welche den Räuber überwältigten und sodann zur Wache brachten. Nach den über diesen angeblichen Raubanfall angestellten amtlichen Ermittelungen reduzirt sich der ganze Vorgang aus eine sogenannte„Rempelei". Der Thäter, ein an beiden Füßen verkrüppelter Drehorgelspieler, rannte beim Vorbeigehen den ruhig seinen Weg gehenden F. an, kam da- durch mit F. in einen Wortwechsel und schlug auf diesen ein. Die beiden vorangehenden Freunde des F. eilten aber sofort diesem zu Hilfe und brachten den Angreifer zur Wache, woselbst er sich als der Drehorgelspieler W. legitimirte. Ein Raudversuch lag in keinem Falle vor.— In letzter Zeit ist überhaupt über mehrere angebliche Straßen- Raubanfälle in hiesigen Zeitungen berichtet worden, wodurch der Eindruck hervorgerufen wird, daß in den Straßm Berlins eine große Unstcherbert herrsche. That- sächlich waren aber diese Berichte über Raudanfälle thell» völlig erfunden, theils find sie auf Vorgänge zurückzuführen» welche, gleichwie der oben beschriebene, nur einfache„Straßen- Rempeleien" waren. g. Siebzehn neue Laternen bekommt demnächst die Belle-Alliance-Straße in Folge einer Petition um eine bessere Beleuchtung der Straße. Siebzehn Laternen für eine Straße mit einem Male ist ein biSchen viel, jedenfalls sind alle übrigen Straßen Berlins derartig gut beleuchtet, daß eine Vermehrung der GaSlaternen überflüssig ist. N. Die bekannte„Menschenfalle", nämlich der schräge Bürgersteig vor dem Hause Neue Roßstraße 7, auf dem in den letzten Jahren mindestens 50 Personen verunglückten, ist heute Nachmittag wiederum für einen in der Neanderstcaße Nr. 19 wohnenden Zigarrenmacher B. sehr verhängnißooll geworden. Derselbe glitt auf den schiefen Steinfliesen deratt aus, daß er sich eine anscheinend nicht unerhebliche Verletzung deS Schienen» beins zuzog. B. mußte per Droschke nach Hause geschafft und in ärztliche Behandlung gegeben werden. d. Zu den mannigfachen Börsen, welche Berlin aufzu- weisen hat, gehört auch die Modellbörse, welche an jedem Montag früh im Hausflur der Künstler- Akademie abgehalten wird. Wer um diese Zeit an der Akademie vorübergeht, sieht auf dem Flur ein Gewühl wahrhaft abenteuerlicher Gestalten. Weißbättige Greise, alte Frauen, stellenlose Kommis, verwegen aufgeputzte Schönen wimmeln hier durch einander und zwischen ihnen einher spazieren prüfenden Blickes die Künstler, um sich ihren Bedarf an Potträtköpfen oder Aktfiguren auszusuchen. Ist die Nachfrage schwach und da» Angebot stark, so ist auch hier die Börse flau. Der Durchschnittspreis beträgt 75 Pf. pro Stunde. Wer die jährlichen Ausstellungen der Studien- arbeiten der jungen Kunst-Akademiker besucht, findet hier eine vollständige Potträt-Galerie der gangbarsten Modelle de» Augenblick» wieder. al» morgen zu gewöhnlicher Amtszeit Amtshandlungen vor- nehmen." „Warum nicht, meine Herren?" wandte Mr. Harrier» ein.„Ich sollte meinen, in einem so dringenden Falle könnte man von dem Bureaugebrauch einmal abweichen, zumal wenn e» sich, wie ich hier vermuthe, um wichtige Mittheilungen handelt." „Etwas auf dem Herzen hat der alte Rowland," sagte der Witth.„Ich habe mit eigenen Ohren gehört, wenn er hier manchmal sein Gla« Sherry trank, daß er Andeutungen machte, al» ob ihm etwa» schwer auf dem Herzen läge. Er hat zuweilen den Mund geöffnet, um mir gegenüber sein Herz zu erleichtern; aber es schien ihm immer wieder leid zu werden. Er macht den Eindruck eines Mannes, der kein gutes Gewissen hat." „Ich sage Ihnen, meine Herren, er hat ein Verbrechen begangen, und will seine Geständnisse machen," meinte Hartters. „Im Fall er ein Verbrechen begangen, handelt eS sich vielleicht darum, eine unschuldig angeklagte Person von dem Verdacht zu reinigen," meinte Naydor,„und deshalb hat er sich an da» Shensamt gewandt." „Jedenfalls, meine Herren, würde ich Ihnen rathen, und S,e dringend bitten, Sie schieben die ganze Angelegen- hert nicht brs morgen auf, sondern, da hier Gefahr im Porzuge ist, gehen mit mir zu dem Sterbenden und nehmen diese Nacht noch das Protokoll auf." Der jüngere der beiden Schreiber schien sehr wenig Lust zu haben, da erstens die Reise ihn ermattet hatte» und zweitens der Duft von gebratenem Hammel- fleisch lieblich durch die geöffnete Thüre der Küche hin- eindrang. Mr. Cambry aber fühlte vielleicht, daß man hier da» persönliche Interesse und Wohlbehagen der Pflicht zu opfern habe, vielleicht auch regte sich in ihm ein gewisse» Mit- leiden mit der noch unbekannten Person, die für da» noch unbekannte Verbrechen in de» noch unbekannten Verdacht gekommen war. (Fortsetzung folgt.) N. Ntbtr eine Vl«tvt»giftunfl mit einer Bleifeder wird uns das Nachfolgende bencktet. Em in der Biesenthaler- praße wohnender Handlungsgehilfe L. halte vor einigen Tagen des Unglück, sich mit einer scharf angespitzten Bleifeder eine anscheinend nur geringe Verletzung am Arm zuzugehen, die von Herrn 2. ihrer Geringfügigkeit wegen Anfangs nicht weiter brachtet wurde. Am nächsten Tage verspürte Herr L- einen heftigen Schmerz am Arm, so daß er schließlich, da der Arm eine stellenweise Entzündung aufwies, zu einer ärztlichen Kon- sultation schreiten mußte. Ein zu Rath gezogener Arzt kon- statirte eine Blutvergiftung, die fich aber glücklicherweise noch erst im Entstehungsstadium befand. Durch eine sofortige sachgemäße Behandlung, konnte eine Weitervnbreitung der Entzündung und einer dadurch vielleicht nöthig werdenden Am- puHion des A rnes verhindert werden. Gerichts-Leitung. Das feiner Zeit bekannt gewordene Ueberfahren des 88 Jahre alten Professor« Dr. Michelet beschäftigte heute die erste Strafkammer hüfigen Landgerichts l. Angeklagt ist der Kutscher Friedrich Herrmann wegen fahrläsfiger Körperver- letzung mit Uebertretung der Gewerbspflicht. Der Angeklagte kam am 24. Oktober pr. um 1 Udr Nachmittags vom Lützow- platz her und fuhr in die Schillstraße ein. In der Nähe der Wichmannstraße überschritt gerade der sehr schwerhörige und kurzstchtige Professor Michelet dm Etraßendamm von links nach rechts. Der Angeklagte sah den alten Herrn und rief ihn dreimal an, ohne daß sein Ruf irgmd eine Wirkung hatte; er bog daher mehr nach rechts aus und parirte sein mutbigeS Pferd, vermochte aber nicht mehr zu verhindern, daß dasselbe den Professor Michelet umstieß und daß die Räder seines Wagms über den rechten Schenkel desselben hinweggingen. Der alte Herr erlitt bei diesem Unfall Verletzungen an Schulter und Schenkel und einen Ripvendruch, wodurch er drei Wochen an das Bett gefesselt wurde. Weitere Folgen find nickt eingetretm. Der Angeklagte, welcher sowohl bei dem Unglücksfall als später seine warme Theilnahme für den Verletzten an den Tag gelegt hat, stellte jede Fahrläsfigkeit seinerseits in Abrede und suchte auf die Einrede des Vorfitzenden, warum er nicht links ausgebogen sei, klar zu machen, daß er dann erst recht den alten Herrn umgerissen haben würde. Der Gerichtshof eracbtete eine Fahrläsfigkeit dennoch für vorliegend, indem nach Lage der Sache der Angeklagte die Gangart i eines Pferdes so weit mäßigen mußte, daß er jeden Augenbl'ck anhalten konnte. Er verur- theilte den Angeklagten zu 100 Mark event. 10 Tagen Ge- fängniß, während Staatsanwalt tzaack sogar unter Ausschluß der Geldstrafe 3 Monate beantragt hatte. Die Anfang« Dezember pr. gemeldete Beleidigung durch da« Telephon gelangte heute auch zur Verhandlung vor der fünften(Berufungs) Strafkammer hiesigen Landgerichts l. Der Kaufmann Ludwig Sauer versendet häufig auf der Anhalter Eisenbahn seine Eisenwaaren und destellt hieuu durch sein Telephon die benöthigten Waggons. Am 8. Oktober pr. hatte er einen solchen Waggon bestellt, der nach den Betriebsvorschriften schon am folgenden Tage dereit stehen mußte, während er am 10. noch nicht zur DiSposttion gestellt war. Nach der Bekundung des Asststenien Conralh soll Sauer ihm mittele des Telephon zugerufen haben;„Sie werden doch zugedm müssen, daß Ihre Wagengestellung eine bummelige rst." Hierdurch erachtete dc>S Betriebsamt zu Halle a- E. eine ihr unterstellte königliche Behörde für beleidigt und stellte dm erforderlichen Strafantrag. Das Schöffen- geeicht erkannte aber auf Freisprechung des ange- klagten Kaufmann Braun, da die Äbficbt desselben, einen de- stimmten Beamten oder eine bestimmte Behörde zu beleidigen, nicht angenommen werden könne. Hiergegen legte die Staats- anwallscbast Berufung ein mit dem Antrage, den Angeklagten wegen Beleidigung zu 30 Mark event. 3 Tagen Haft zu ver- urtheilen. Demgegenüber plaidirle Rechtsantwalt Dr. Greiling auf Bestätigung de« ersten Urtheils, eventuell auf Einstellung deS Verfahrens, da der Strafantrag nicht ordnungsmäßig ae- stellt sei. Entweder konnte ihn das Betriebsamt nur wegen Beleidigung feiner selbst oder einer ihm unterstellen destimmten Behörde stellen. Das erstere sei aber nickt beleidigt, eine be- stimmte Behörde nicht bezeichnet. Der Gerichtshof erkannte auf Verwerfung der Berufung, da fich der Angeklagte in Wahrnehmung seiner d.rectiligtcn Interessen befunden und der Ausdruck„Bummelei" gleichbedeutend mtt Nacklä figkeir sei. Zur Erhebung eines derartigen Vorwurfs sei aber der Ange« klagte vollkommen berechtigt gewesen. Hannover, 9. Februar. Die Untersuchung gegm den Pastor Fleck aus Isernhagen wird, wie der„H. C." hört, am Dienstag, den 24. Februbr er., und die drei folgenden Tage vor dem, wie bereits mitgetbeilt, am 16. d. Mts. unier Vorsitz deS Herrn Landgerichtsdirektors v. Srockhausen, beim hiesigen Landgericht zur Verhandlung kommen. Fleck ist wegen Mein- eids, Verleitung zum Meineide und Vornahme unzüchtiger Handlungen mit Mädchen unter 14 Jahren angeklagt. Neben ihm werden noch 9 Personen, größtentheil« Frauen und Mädchen, wegen Meineids auf der Anklagebank fiyen. Diese sollen in dem früheren Verfahren meistens zu Gunsten Fleck'« ausgesagt haben. Die Verhandlungen werden, wir wohl an- zunehmen ist, nicht öffentlich sein. Soswles uuü Ardeitnbemguvg. Unter den Konservativen regen fich immer mehr Stimmen, welche die Nutzlofigkeit oder doch die geringe Be- deutung der Bismarck'schen Sozialversuche offen eingestehen. Prof. Hans v. Scheel, Geheimrath im reichsftatistischen Amt, geht auch seine eigenen Wege, die ihn dem Sauaiismus viel näher bringen, als es vielen seiner Mit-Geheimräihe lieb sein wird. In einem Vortrag für die Gehestisrung in Dresden äußerte v. Scheel unter Anderem:„Die Grundlage, auf der die Sozialpolitik zu bauen hat, ist das Streben nach sozialer Gleichheit, dem im praktischen Leben das auf Ungleichhert gerichtete Streben der Berufs- und Befitzesgruppen entgegensteht. Die thatsächliche Entwickclung steht also nicht im Einklang mtt der sozialen Idee, und so soll durch die Sozialpolitik eine Ver- mittlung herdeigefübrt werden, um einer gewaltsamen Lösung dieser Frage vorzubeugen. Dos Hauptproblem, welches hierbei zu lösen ist, ist die Herbeiführung eines Normalarb eitStage» in irgend welcher Form. Nicht minder ist es die Aufgabe der E t a a t S Verwaltung als Arbeit- gebet, die wirthsckaflliche Stellung der durch fie beschäftigten Arbeiter zu beben zu suchen. An dritter Stelle ist in den Befitzes-Klussen die Ungleichheit in der Sicherhett der Unterhaltungsmittel der wirtbschafrlrchen Existenz auszugleichen. Versuche, hier vermittelnd einzugreifen, find bisher kaum ge- macht worden, nur gegen die Folgen dieser Ver- bältnisse bat man angekämpft durch Armenversor- gung, besonders durch Kranken- und Unfallversicherung. Die eigentliche Aufgabe der Sozialpolitik ist hier die, eine Sicherung der Arbeitfür dir Arbeitsledigen Herbeizuführen, mit anderen Worten, das Recht auf Arbeit für alle Erwerbsthätigen zu verwirklichen. Bisher ist dieses Recht auf Arbeit nur bei den Staatsbeamten durchgeführt worden, die bei einem bestimmten Brfähigunas- Nachweis nach Maßgabe des Bedürfniffes ein Recht auf Anstellung haben. Die Aufgabe des Staates kann hi r nur so aufzufassen sein, daß er Maßregeln zu treffen hat, um die ArbeitSgelegenbeit entiprechend dm Arbeitskräften zu gestalten. Schließlich wäre noch die Ungleichheit der Bildung(deS Wissens und der LebcnSanschauung) auszugleichen." lieber den Bismarck'schen Etaatssozialismus geht das doch weit hinaus. In den Arbeiterkolonien zeigen fich unsere„Vagabun- den" stets sehr ordentlich, oft musterhaft ordentlich,— ein Beweis, daß die Ausschreitungen, welche man sonst von ihnen hört, nur Ausfluß ihrer Roth und ihrer Verzweiflung find. In dem letzten Bericht des schlestschen Provinzialvereins wird das Betragen der Kolonisten„ein musterhaftes" genannt. Der Andrang zur Kolonie(in Wrnscha) ist seit Eintritt de« Win- ters ein so stark er, daß allein in der letzten November- woch- gegen 30 Arbeit suchende R-i'er de abgewiesen werden mußten. Dieses Schicksal thcrlt die Schlefische Kolonie ja mit allen and.-ren; die ArbeitSlostgkett ist eben eine erschreckend große und alle kleinen Mittel werden ihr immer nickt gewach- sen sein. Ueberbaupt Aufnahme fanden in Wunscha bis e-n- schließlich zum 30. Nooember: 83 Mann, darunter 59 aus Schlest-n. Dem Gcweibe nach waren unter den 83: 9 Arbeiter, 8 Schuhmacher, je 7 Bäcker und Kaufleute, je 4 Barbiere, Maurer, Tuchmacher und Schloffer, 3 Kanzlisten, je 2 Buch- binden, Bergleute, Lehrer, Schneider, Uhrmacher, Dachdecker. Oekonomen, Weber und Nagelschmiede, je 1 Brauer, Bildhauer, Kutscher, Kellner, Nadler, Müller, Steindrucker, Stein- Hauer, Krankenpfleger, Zimmermann, Fleischer, Glasschleifer, Gärtner, Maler und Seiler. 58 von den Kolonisten waren evangelischer, 25 katholischer Ronfesston, 64 ledig, 6 verhei- rathet, 9 verwiitwet, 4 geschieden. Der etwas katholisch- frömmelnde Arbeiter- und Unternehmerverband„Arbeiterwoht",der durch stitlicke Belehrung, durch Schriften über„das häusliche Glück", den Schnaps" und durch ähnliche lauwarme Umschläge die soziale Frage behandelt, veröffentlicht soeben wieder einen„Kompaß für den jungen Arbeiter. Auch für Lehrlinge, Gesellen und brave Bauernburschen sehr empfehlenswerth" und einen„Kompaß für dm vcrheiratheten Arbeiter. Auch für den Handwerker und Bauersmann sehr empfehlenswerth." Die Königliche Re- aierung in Münster macht in ihrem Amtsblatt gewaltige Reklame für die Schriften.„Der Inhalt dieser beiden mit großem Geschick und in Überflchtlicher Weise angelegten Bücher veranlaßt uns, alle diejenigen, welche ein Herz für unfern Albeiterstand haben, auf das dringendste aufzufordern, auch diesen praktischen und est dringlich belehrenden Werkchen nach Möglichkeit in den Kreisen Eingang zu verschaffen, für welche fit destimmt find." An die sämmtlichen Herren Landräthe, Kreispbystker des Bezirkes, an den Geweiberath in Minden und den Herrn Oberbürgermeister find Abscvriften„zur Kennt- nißnahme mit dem Anheimgeben, den Zwecken deS Vereins „Arbeiter oohl" nach Mögiietkeit förderlich zu sein" mitgetheilt. Da muß den dortigen Arbeitern ja bald ein wahres Himmels- licht aufgehen. Die Selbstmorde in den verschiedenen Ländern nehmen nach einer amtlichen Zusammenstellung fast überall zu. In Bayern war d e durchschnittliche Zahl der Selbstmorde in den Jahren 1868-70 447, also 80 auf eine Million, von 1876 bis 1880 ist diese Ziffer auf 656 oder 127 auf eine Million gestiegen. In Sachsen in der gleichen Periode von 246, auf die Million Einwohner, auf 384(ein PluS von 133). In Frankieich erhöht fich diese Ziffer von 139 auf 169. In Oesterreich von 71 auf 169. Betrachtet man die Ziffern der letzten Jahre, so ergiebt fich überall ein Wachsen der Selbstmorde. So hat Sachsen im Jahre 1883 ein Steigen von 384 aus 391 auf eine Million aufzuweisen. Die wirkliche Zahl der Selbst- morde war 1205. Die Schweiz hatte 682 Selbstmörder im Jahre 1883.— Die Selbstmorde find ein ganz gutes Anzeichen für Zu- oder Abnahme des allgemeinen Wohlbefindens. Obige Statistik könnte man daher ein Bilo der fortschreitenden wttth« schaftlicken Auflösung unserer modernen Staaten nennen. Aus der Provinz Sachsen ziehen, wieder„VolkSzettung" gemeldet wird, jetzt die nicht verheiratheten, z»m Theil aber schon sett Jahren hier ansäsfigen polnischen und o st- preußischen Arbeiter wieder in ihre Heimat zurück, da fie lein Engagement für die nächstjährige Zuckerrüben-Kam- pagne erhallen können. Es ist allerdings recht traurig für diese Leute, die nun irgendwo andere Arbeit suchen müffen und auch wahrscheinlich für einen geringen Lohn finden. Aber überall, wohin fie gelangen, werden fic, wie fie es auch hier gethan hoben, den Lohn der heimischen Aibeiter herabvrücken. Die Rückwanderung nach Europa aus den Vereinigten Staaten von Amerika nimmt gegenwärtig nicht unerhebliche Dimensionen an. Vor allen anderen Staaten stellt P e n s y l- vanien ein großes Kontingent. Die Geschäfte liegen dort, besonders auch in der Haupistadt Philadelphia, schwer dar- nieder. Wenn nickt Alles trügt, so werden die Geschäfts- lofigkeit und der Mangel an lohnender Aibeit in Nordamerika ihre Schalten bald schon über Deutschland werfen. Bei der letzten größeren Handels- und Arbeitskrists stand Amerika auch an der Spitze, Europa folgte nach und lag noch in der schlim- men Krisis, als Amerika fich schon wieder erholt hatte. Das jugendliche Amerika kann eben den sozialen Kianlhetten besseren Wide' stand entgegenstelle, als das alternde Europa. Pest, 9. Februar. Strikes. Der Omnibus- Strike welcher vadurch entstanden ist, daß der Magistrat die Unter- werfung unier das neue Statut verlangte, dauert fort. Die OmniduSbefitzer halten täglich Versammlung in einem Kaffee« haute und find entschloffen, der Magistratskommisston zu trotzen. Auch zw-i andere StiileS find im Anzüge. Die Fiaker und Komfortabler fordern eine 50prozentige Fahrpreis Erhöhung anläßlich der Ausstellung und drohen, wenn ihnen dieselbe nicht gewährt wird, mit Einstellung des Dienstes während der Ausstellung. Ein anderer außergewöhnlicher Strike ist der der Maler, welchen die zum Ankaufe ihrer Bilder settens der AuS- stellunqSkommisston votirte Summe von 20000 fl. zu gering ist. Die Künstler verlangen eine Summe von 50 000 fl. und eine besondere Entieegebühr für die Besichtigung der Bilder- gallerie auf der Ausstellung. Im Falle einer Nichtoerständi- gung wollen die Maler und Bildhauer eine ganz separate Ausstellung im Künft'.erdause arrangiren. Krauen- und Kinderarbeit. Nach einem Bericht jder „Brich LdSttg" find in der Braunschweigiscken Aktiengesellschaft für Iure- und Flachs-Jndustrie 593 Personen männlichen und 1372 weiblichen Geschlechts beschäftigt; hiervon fallen auf die Fabrik in Vechelde 134 resp. 332 Personen. Jugendliche Arbetter(unter 16 Jahren) find in beiden Fabriken 61 männlichen und 114 weidlichen Geschlechts beschäftigt._ Vereine unil Versnmmlungen. i>. Der Kachverein der Metallarbeiter in Ga«-, Dampf- und Wasser � Armaturen deschäfligte fich auch in seiner am Eonnabend, den 7. d. Mts, bei Gratweil abgehaltenen und zahlreich besuchien Versammlung unter dem Vorfitze des Herrn Wueche mtt dem bekannten Strike in der B. Jobpb'schen Ar» maiuren-Fabrik. Als Referent über die bekannte Sirikesuche dieser Fabrik sprach unter dem Beifall der Versammlung das Mitglied Herr T e u t s ch. Derselbe wandte fich haupisächlich gegen die bekannte neueste Zeitungspublrkation des Herrn Joseph, in welcher derselbe sich bemühte, den Strike als einen ungerechtfertigten und die Angaben der Strikenden resp. des ihre Sa-be veriretenden Branchen Fachvereins über die Mehrzahl des jetzigen Fabrikpersonals des Herrn Joseph als nicht zutreff.nd darzustellen, nebenbei aber, oder, wie richtiger, vor Allem die eigene(Herrn J.'s.) angeblich stets bewiesene Hu- manitär in daS hellste Licht zu setzen. Namentlich bestritt der Referent unter Zustimmung und Bestängung von Seiten der an d-r D'skuiston fich detheiligenden ehemaligen Joseph'- schen Arbeiler, die Richtigkeit der von Herrn Joseph gemachten Behauptung, erst seine Werkmeister hätten die betreffenden(jetzt strikenden) Arbetter zu leistungs- fähigen, tüchtigen Leuten ausgebildet. Allsettig wurde ver- fichert, daß dazu speziell die jetzigen Werkführer des Herrn I., vielleicht mit Ausnahme eine« einzigen, ganz außer S feien u. f. m An der Disk rsffon nahmen u. A als M» auch die Herren Reg ihn und Ouinbiern(vom Verein der wv liner Metallarbeiter) sehr regen Antheil. Beide betonten t» hohe prinzipielle Bedeutung des in Rede(W"«? Strikes für alle Berliner Melallrrbetter, ja für alle Berlin« Ardeiter überhaupt, da es fich bei demselben um eine mit reduktion gleichbedeutende Verlängerung des Ardeilstage« Verkürzung der Mittagspause handelt, im Vergleiche mit iW" eher eine Lohnreduklion noch als das kleinere Hebel erschn� Schließlich nahm die Versammlung einstimmig eine 3" des Strikes und der Strikenden sich ausspiechmde Resolliim an, welche demselben die energischeste Unter stütz ang ziinfflrt'_ Eine öffentliche Schuhmacherversammlung fand c Montag, den 9. d. Mls., im Lokale des Herrn%%rm Dennewitzstraße 13, unter Vorsitz des Herrn Wasewitz W# der Tagesordnung: I. Der Sinke der Hamburger KnU-# Referent Herr Papke. Ii. Die Thäiigkeit der LohnkomMllM III. Verschiedenes. Da Herr Papke am pünktlichen EcsckM verhindert war, wurde der zweite Punkt der Tagesordnung« erst erledigt; worüber Herr Baginsky das Referat überna? Derselbe weist nach, daß die Lohnkommilston nickt dazu �' wie e« von unklaren Köpfen oft behauoiet wird, Kt iks* voziren, sondern dazu fich berufen fühlt, den U-belW�t welche in unserer Branche vorherrschend find, auf ftitvü°> und gesetzlichem Wege abzuhelfen. Vor Allem hat fich dielw' kommisston zur Aufgabe gestellt, den saumseligen Wjl zu deweisen, daß fie in einer wahrhaft gedrückten-. fich befinden, sowie, daß sie bei einer 14— lößünW Arbeitszeit nicht so viel verdienen, um ein erträgliche»/ V„ zu fristen. Die Ursache des ersten Uebrls ist die freie renz, welche allgemeine Verarmung zur Folge hat. Fern* j Maschinenwesen, welches immer mehr Kollegen biotl»*% und die Landstraßen mtt Vazabonden bevölkert. DugL* lange Arbeitszeit und den geringen Lohn werden die-g, mackergesellen meist dem Eiechthum, namentlich der sucht, preisgegeben. Den Beweis hieraon liefern die zmen Aurzeicy�ungen ner xranien- uno«leiotian",'. iw Abhilfe dieser Uebelstände hält die Lohnlommisfion es sts � Pflicht, durch eine Petition an den Reichstag d« wirken, einen g-regelien Maximal-A bcitStag und der nationalen Arbeit so schnell wie irgend"s1 einzuführen. Ferner müsse in ganz Deulschland>ine liehe Organisation ins Leben gerufen werden. Vor empfiehlt Redner, dem Unterstützungsverein der Schubs beizutreten, welcher fich zur Aufgabe gestellt hat, dn> /h. gliedern auf Reisen und den Arbeitslosen eine UntersiW zu gewähren.— Was den Strike anbetrifft, erklärt U* als ein entschiedener Gegner und hofft, daß es nock humane Ardeitgeber giedt, welche die Nothlage ihrer anerkennen und aus menschlichem Gefühl ihr Möglichst»� werden, die geschilderten Uebelstände zu beseitigen- An de!«'. kusfion betheiligen fich die Herren Körbet und Heck 1 treten die Anficht des Referenten- Kördel tritt für die yj nisation ein, weist nach, daß die Schubmacher auch ein* zu leben haben, indem ste mehr arbeiien müffen, als andere Ir werter; warnt vor den Leuten, die da sazeN,„man soll dem Sparen versuchen." Diese Leute machen weiter nifflt», einen Wortschwall und wollen stch noch über da§ Elend machen; verbrauchen dabei aber mehr zu einem Frühsts*-, oft ein Schuh nacher die Woche verdient. Heck bespris»« Zuchthausarbeit, freie Konkurrenz und Maschinenwesen � sonvers müsse man gegen die Veitheidiger deS Manchesteu� Front machen und den Leuten beweisen, daß ihre L'h� der freien Konkurrenz, wonach ein Mensch den andern Belieben ausbeuten kann, keine Freiheit, sondern eine ist. Die ZuchthauSarbett darf dem freien Arbeiter keine theile bringen. Die Statistik weist nack, daß der Ge pro Tag 77V.o Pfg verdient, wovurch der freie Hw sehr geschädigt wird. Die Aufgabe i-des Arbeiters fein, auf gesetzlichem und ftiedlichem Wege dahin zu daß die Maschinen zum Wohle der gesammten PW' dienen rnüfftn. Herr Papke referirl'/« Stunden üb«. Streik der Kollegen in Hamburg. Ec befand fich übi mtt den Ausführungen der voihergehenden Redner in* Einoerständniß. Dem Redner zollte die Versammlung seinen Vortrag ein nicht endenwollendes Bravo. Dero-' hat für die O-ffentlichteit keine B-deuiung. Der Fachveretu der Stellmacher Berlin« Wif Montag, den 9. d> M., feine regelmäßige Versammluy Vereinslokal, Jnfelstraße 10 ab, wo der RegierungSbaUM Herr Keßler einen ausführlichen Vortrag über das"y veificherungsgesetz hielt. Es war hier wohl zu merftW wenig noch das Unfalloerfickerungsgesetz unter den%% bekannt ist Herr Keßler erläuterte dasselbe bis in die jj Details und konstalirte, daß das UnfalloerstcherungsgcdW unvollkommen daffelbe auch bis jetzt noch ist, doch bald in Kraft treten möge, da es den Arbeitern im W � falle doch schon etwas bietet. Dieser Vortrag wurde«"y Versammlung mit großem Beifall aufgenommen. Jw Punkte der Tagesordnung sprach Herr Menzel über m'f 9 deS Arbeitsnachweises in der Neuen Friedrichstraße wurde die Zeit, wann die Arbeit ausgegeben wird, Morgen von 8 bis 9 Uhr festgesetzt uno sämmtliche gebeten, im Falle einer Ardeitslostgkett nur Arbeit in der Neuen Friedrichstraße 78 a bfl Herrn Seidlitz- der Mappen- und Pultarbetter welche am Montnlb.� 9. d. M s., auf Veranstaltung der Lohnlommisfion des stützungS vereinS der Buchbinder und verwandten Nossen, Alte Jakobstr. 75, unter dem Vorsitze de« � Michels en tagte, gelangte der von der betreffende».�4 kommisston ausgearbeitete Tarif nach eingehender v � mit kleinen Abänderungen resp. Postiionserhöhungen eisten, für die Mappenbranche bestimmten Theil zur(i»|tt Annahme, der zweite Thril des Tarifs('ür die Pull'' ß wurde wegen einiger Preisd fferenzcn noch einmal Kommisston zurückgewiesen, um denselben unter 0»'�* einiger Pultarbeiter entsprechend zu ändern. Auch!»..< schloffen, den Tarif bei nächster, günstigerer$onL' energisch zur Durchführung zu bringen. Der Geist, Versammlung erfüllte, war ein vortrefflicher.,,(st1 d. Die Generalversammlung der Berlttier xi ansckläger, welche am Sonntag, den 8. d. Mts.,„> bei P-euß in der Oraniensttaße stattfand und außcro; zahlreich besucht war, beschloß einstimmig: erste»|,[) aufgestellten Lohntarif noch einmal einer(noch>» Versammlung gewählten) Prüfungskommisston W vm zweitens den strilenden Metallarbeitern der Jott�.» Fabrik 40 M., den ftrikend-n Steinnur-knopfarbeller'-.�jit? Unterstützung zu gewähren; und drittens den � für den Verein der Bauansckläzer beizubehalien«nv M-tgliedrr wieder einzuschreiben. Mrieftiujten äee Th. K. I. Ad/ und 2. Von Karl Marx .)t noch ke.. irgend Jemand damit deschäfttgt �-. wAh Haupt noch keine Biograpbie, auch ist uns nickt bei fr irgend Jemand damit deschäfrizt sei. Ueber Laffalle b Brandes ein sehr anziehendes Lebenebilv veiöffentti/'� hat v. Wurzdach eine kleine Broschüre geschrieben,-ze grapbiich gehalten ist.— Ad 3. Eine empfehle»«*!! schichte giedt es nicht. Da« Beste enlhält noch Rudost. „EmanzipationSkampf deS vierten Standes", leiser st»«�?? Jabre 1873. Es ist kaum möglich, jetzt s wicklunggphasen der Bewegung darzulegen. au«' Gr. Berkel Bis jetzt nichts erhalten. Senden � genaue Adresse ein. PfWf Verantwortlicher Redakteur R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Badtug in Berlin SV/., Beuthstraße 2. Hier»» eine Beilage zum Berliner Bolksblatt. Nr. 36 Donnerstag, den 12 Febrnar 1885. II. Jahrgang. 3wm Cfrüntr Glmeindehaiishall. et s.?5- Wir werden b?i Gelegenheit der Bera'hungen der , ��verordneten noch öfter auf den städtischen Etat zurück- lwimen müssen, und beanügen uns daher zunächst damit, ein- Me Punkte hervorzuheben, für welche unsne Leser ein deson- ««es Interesse haben dürsten. . Schon beim ersten Blick auf den Stadthaushalt tritt eine uverraschende Thatsache hervor, welcher eine fortschrittliche Gc- «tmdeverwaltung ängstlich hätte ausweichen müssen: nämlich 'lne ganz bedeutende Ausdehnung der kom« �unalen Thätigkeil auf w irths ch af tli ch em « e b i e t. Der deutsche Freifinn gefällt sich sonst stets in der eines Vorkämpfers der Privatwtrthschaft; wo der Staat M rrgend eine Industrie seine Hand legen, fie in staatlichen «ekieb übernehmen will, da zetert der Fortschritt, als wenn r Grundvesten der Kultur erschüttert werden sollten. Und (J«er Stadt, deren Verwaltung bisher ausschließlich in Men Händen lag, hat derselbe Fortschritt einen groß- hl!iufn Gemeindebetrteb auf wirthschaftlichem Gebiete «cht verhindern können. Die Berliner Kommune versorgt fich und einen Theil ihrer Angcbörigen mit GaS und legt dafür to.K Zltill. Mark aus, die Berliner Kommune beschafft daS ..«drge Trinkwasser und verzeichnet dafür in ihrem Ausgabe- «ot 4,6 Mlll. Mark. Die Kanalisationswerke find städtisch und beanspruchen in diesem Jahre ziemlich 9 Millionen Mark; für ■uiebhof und Schlachthof endlich muß man über 2V- Mill. auf« Stnom—. sodaß von den 8l Mill., welche der Etat überhaupt «b Ausgaden aufführt, fast genau 30 Mill., also drei Achtel, ?*! die„städtischen Werke" entfallen. Desgleichen bei den Ein- aahmtn; die Einnahmen bei den städtischen Werken betragen ff« Fünftel aller sonstigen Einnahmen. Man steht, auch die '°'t>cdriltlichste Verwaltung hat ein gutes Stück Gemeinde- Sozialismus nicht verhüten können. , Daß in einer aufstrebenden Stadt— und das ist Berlin r„ungewöhnlichem Maße— die öffentlichen Aufwendungen «Nandig steigen müssen, daS leuchtet jedem ein. Es kommt für darauf an, wie man den Mehrbedarf deckt, und zu diesem 3«eck schlägt der Magistrat vor eine Anleihe von Millionen Mark und die Beschaffung von 1.2 Millionen der Einkommensteuer. Der Magistrat hofft, daß die J*ckung der 1,2 Mill.„auch bei dem bisherigen Normalsatz •u Gemeinde-Einkommensteuer" wird erfolgen können. Alles HJHt gut! Nur fragt es fich, ob man diese Annehmlichkeit jWt um den Preis erkauft, daß man Schulden macht für «ecke, die bei einer gewissenhaften Finanzpraxis durch die deutlichen, regelmäßig wiederkehrenden Einnahmen erreicht ■bttden müssen. Für ernmalige große Aufwendungen, die auch Meren Generationen zu gute kommen, empfiehlt fich gewiß bie Beschaffung der Mittel auf dem Wege der Anleihe. Ader kür regelmäßig wiederkehrende Bedürfnisse müssen auch die egelmäßigen jährlichen Einnahmen aufkommen, sonst wachsen "e Schulden lawinenmäßig an. Wenn man in dem einm .-re zur Deckung deS gewöhnlichen Bedarfs Schulden macht, ist man zunächst ja geborgen; aber der gleiche Bedarf, noch mehrt um die Zinsen der neuen Anleihe, kehrt im nächsten t wieder, und wenn man wiederum die ordentlichen Ein- en nicht gesteigert hat, so muß man abermals zu An- greifen. Ein solches System, das Schulden auf Schulden muß jede« öffentlichen, wie jeden privaten Haushalt » Täuschen wir uns nun nicht, so will der Magistrat im vor« senden Falle allerdings eine bedeutende Anleihe machen, er entweder die regelmäßigen Einnahmen zu erweitern, die Ausgaben zu beschränken hätte, wenn er Anspruch *' iine„gute und geordnete Finanzverwaltung" erbeben will. f« Magistrat verlangt 3,6 Mill. Mark, auf dem Wege des ?edsts aufgebracht,„zur Erbauung höherer Lehranstalten, M Asyls für Obdachlose, einer Desinfektionsanstalt, eine» ?>ichenhospitals und eines Polizei- DienstgebäudeS. sowie zur Zuführung der Kaiser Wilhelmstraße und fester Brücken." an höheren Schulen, Straßen, Brücken u. s. f. wird % jedes Jahr zu bauen haben, und wenn wir beute Schulden »lur machen, womit decken wir dann den Bedarf im nächsten Zahre? Wieder mit Schulden? Ein Theil des diesmaligen mag ja außergewöhnlich sein und für diesen mögen �leihet, aufkommen— aber wahrscheinlich ist es nur ein ge« Theil., t Der Magistrat sucht seinen Vorschlag dadurch annehmbarer �machen, daß er auf die Mäßigkeit der bisherigen Schuldenlast �«ns hinweist.„Wie aus der Ueberficht über den Schuldenstand h;. �adthauptkasse hervorgeht, delief stch am 1« Januar 1885 —----— e � Summe von m dl« �'foiyauptkasse hervorgeht, velief«cy am r- I�nWammtsckuldenlast unserer Stadt aus die ='02 575 Mark. Davon entfallen jedoch: l\°uf die Gaswerke T«» aCTav-vm/m M- Wasserwerke..••••• i{ ü. Kanalisationswerke u. Rieselfelder � Biehhof und Schlachthof.... " Markthallen.. 19 892894 M- 37141732„ 60 367 854„ 12259099„ 7860000„ In Summa 137 521 579 M. Rüx M sogenannten Kämmereischulden, welche die allgemeine 12 Mg�Mung. zu verzinsen >ung zu verzinsen und zu amottistren hat, nur a'i i«! s r 'osifttal__ JH der die Sache fehr rostg "hsstcuereinnahme betrug vro]. April 1879/80 1880/81 1881/82 1882/83 1883/84 9 548 224 M. 9 599 246„ 9 799 605„ 10012 939„ 10 368 318 lS672215 M Der Ma- anvauem- «MW der vro 1. April 1885/86 in den Etat eingcstellie Miethssteuer- betrag von 10 850000 M. zutreffend normirt ist und weder über die Wirklichkeit erheblich hinausgehen, noch wesentlich da- hinter zurückbleiben wird." Der Magistrat findet diese andauernde Steigerung„erfreu- lich", die Zahl dir Miethserhöhungen„günstig". Vom bloßen Standpunkt finanzieller Plusmacherei ist das ja auch ganz richtig. Für die Bürger bedeutet aber die obige Entwickelung doch, in ehrliches Deutsch übersetzt, daß fie erstens mehr Mtethe zahlen müssen und zweitens, dieser höheren Miethe entsprechend, auch mehr Steuer— und darüber werden fich die Einwohner kaum so freuen, wie der Magistrat. Die Ungerechtigkeiten der Miethssteuer treten auch bei dieser Steigerung nur um so schärfer hervor._ DoMiseKe UebersirKt. Zur Abkommandiruug. Von dem früheren Reichstags- abgeordneten Dr. Otto Hermes geht der„Voss Ztg." fol- gendes zur Veröffentlichung zu:„Gegenüber einer in verschie« denen Zeitungen enthaltenen Berufung auf mich, erkläre ich, daß ich keinerlei Briefe im Auftrage der Partei- leitungoderim Auftrage des Herrn Eugen Richter in Bezug auf die Abstimmung über daS Sozialisten« gesetz geschrieben habe."— Bisher hatten wir gerade den Ab- geordneten Dr. Hermes für einen aufrichtigen Fortschrittler gehalten. Nach dieser gewundenen Erklärung aber müssen«ir an der Aufrichtigkeit deS Herrn Dr. Hermes zweifeln. Also auch er ist ein recht„unsicherer Kantonist", dem man keinen Glauben schenken kann.„Im Auftrage" hat Herr Dr. Hermes die„Abkommandirungsbriefe" nicht geschrieben, aber er läugnet auch nicht, daß er die Briefe überhaupt ge- schrieben hat. Herr Dr. HcrmeS hat in der That die Briefe abgesandt, wenn auch nicht im direkten Auftrage, so doch im Sinne des Herrn Eugen Richter. Und damit Basta! Die National-Liberalen haben den Konservativen schon wieder einmal den Rang in der„Gefinnungstüchtigkeit" ab- gelaufen. Nicht die Konservativen, sondern die National« Liberalen werden nämlich zur dritten Lesung des Haushaltsetats im Reichstage den Antrag eindringen, die gestrichene Forderung von 20,000 M. für die neue Direltorstelle nunmehr zu bewilligen. Z« de« Armen liegen stch beide— nämlich die gou- vernementale„Norddeursche Allg. Ztg." und die„reichsfeind- liche"„Germania". Sie find einig in Bezug auf die Korn« und Holzzölle und sprechen gegensettig mtt großer Anerkennung idrer Verdienste von einander. Bislang konnten.fie nicht anders, als wie zwei alte Weiber fich zu beschimpfen. Die Interessen- grmcinschaft aber einigt selbst diese Klatschbasen. Die Arbetterfrennde Ackermann und Genossen haben in der sozialpolitischen Kommisfion des Reichstages folgenden Antrag eingebracht: Die Gewerbtreibenden können die Arbeiter zum Arbeiten an Sonn- und Festtagen nicht beschäftigen in Fabriken und bei Bauten, sowie im Handwerks« betriebe; im letzteren nicht, insoweit die Ar- betten außerhalb der Wohnungen stattfinden oder sich durch Geräusch nach außen hin be« merkbar machen.—(Die gesperrte Stelle ist neu.)— Die Arbeiterfreunde Ackermann und Genoffen wollen wieder einmal den Pelz waschen, ohne ihn naß zu machen. Der An- trag hat für die Arbeiter in der Form gar keine Bedeutung, den Herren scheint mehr daran gelegen, daß am Sonntag kein Geräusch stattfindet, als daran, daß die Arbeiter einen Ruhetag erhalten, den ihnen Niemand verkümmern darf. Zur Regelung de« Submtsstonswesen« hatte vor einiger Zeit dieTischlergesellen-Lohnkommission dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten eine Denkschrift unterbrettet, welche in eingehender Weise Vorschläge zur Be« seitigung der Mängel deS jetzigen SubmisstonswesenS, nament- lich bei staatlichen Bauten, enthiett. Dem Letter der Lohn- bewegung, Herrn Rödel, ist jetzt folgendes Antwortschreiben zugegangen:„Ministerium der öffentlichen Arbeiten. Berlin, den 29. Januar 1885.— Die von Ew. Wohlgeboren unter dem 12. v. M. mir vorgelegte Denkschrift über Mängel und Schäden des hiestgen Submiifionsverfahrens bei staatlichen Bauten nebst Vorschlägen zur Abhilft derselben habe ich mit Interesse entgegengenommen und spreche Ihnen für Ueber« reichung derselben meinen Dank aus. Der Minister der öffent- lichen Arbeiten. I. A.(gez.) Schneider."— Hoffentlich wird die Denkschrift nunmehr nicht ad acta gelegt, sondern bei paffender Gelegenheit in ernste Erwägung gezogen werden. Das Vorgehen gegen die Neger in Kamerun scheint noch zu diplomatischen Verwicklungen Anlaß zu geben. Die Baptisten-Mtsstonsgesellschaft hat, in Folge von Mtttheilungen ihrer Agenten in Kamerun, sich an Lord Gran- ville gewandt, damit Schritte zum Schutze dortiger britischer Unterthanen ergriffen werden und von Deutschland voller Er- satz für die Zerstörung von Misstonseigenthum— auf 1500 Lstr. bis 2000 Lstr. veranschlagt— verlangt wird. Die Ge- sellschaft behauptet, daß die Gebietsabtretung von einem Chef erlangt wurde, der zu deren Gewährung keine Macht hatte. Fra«Ir der Masse zu beschaffen. Um böhmisches Holz nach der Grmze belegenen Sägewerken und Rindvtehgesgj schaffen, bedarf es der Erlaubniß der einschläglicheN* in beiden Grenziändern, welche sofott entzogen auch nur ein Verdacht entsteht, daß hierdurch ein oder die Einschlrppung der Seuche ermöglicht Sägenmüller bekommen häufig zur besten Zell'»ß die Anfuhr durch Schlittwege begünstigt, leine A3 die Grenzbauern keinen Verdienst, und die' 0 müssen aus Mangel an Rohmaterial ausgestellt werden! entsteht auch noch die weitere Frage, ob durch die bcaw�. Erhöhung der Holzzölle diese Sägewerke, welche auf y zug von böhmischem Holz angewiesen, konlurrenzfährg"iß sehen fie fich genöthigt, ihren Betrieb ganz einzustellen,.� armt mtt dem Befitzer der Säge auch die ganze Uw-tt? Die Bevölkerung unserer Grenzdistrikte würde also projeklirten Zollerhöhungen völlig in ihrer Exister werden. AuS einem genügsamen loyalen Ment machen Sie Bettler, Schmuggler und Wilddiebe.% jr tragt« 8 fache Erhöhung des Zolles für ihr Rohmaterwf-F auch zahlreichen Hobelwerken die weitere Existenz uo. f. Die Befitzer haben an uns petitionirt, viele davon tz �. und haben uns mtt ihren Klagen destürmt; gerade% fW den deutschen Sagemühlen ergehen. Die vermehrte einfuhr wird eine Reihe neuer Sägewerke läng» G:enze gegen Oesterreich und Rußland und an den welche von dort nach Deutschland eintreten, entsteven Binnen Kurzem werden wir eine U'.berp:odui'w Brettern bei hohen Rundholzpreisen haben, Sägemüllern auch nicht mehr lassen als»cn Schneidelohn. Wenn wir dann zur Einficht gelang.i unsere gesummte inländische Jndusttte, welche Holz vst\ nicht mehr exportfähig ist, und uns gezwungen n»„ Schutzzölle wieder aufzuheben, dann find die neuen den alten bankerott, und Sie verschaffen fick iüt. auch noch eine Krifis aller Holzindustrien. Die V Baiern find in den letzten Jahren so gestiegen, dov, m>' dem Durchschnitt der letzten 25 Jahre, die Schwinge gerechnet, stehen.(Beifall links.)_, jaiftäj Abg. Grad(Elsasser): Als ich au? b» meinen jugendlichen Jahren, war ich für absolme ,, freiheit, wie für alle übrigen Freiheiten überhaupt. Ge � tA und Richter schienen mir unnöthig, und die Koste" y Militär eine drückende Last. Di« Erfahrung iw�eben � aber gelehrt, daß Gefühle nicht Alles bestimmen.- vöikerien Lande, wie das meinige, wo im Eliov'� völkerungsdichtigkeit im Mittel auf 128 Quadratkilometer steigt, gegenüber einem Durchschnw äß im ganzen Deutschen Reiche hätte das Systtw% W mit dem Laissez allez nur das Resultat 0« Wanderung. Für unsere Texlilindustrie find landwitthzchaftliche Enquete zur Ausführung, uen. b- nachzuweisen, durch welche den nothleidenden Bam' jb wäre. Ich habe diese Enquete mitgemacht und un �. grundbrfitzern mitgeiheilt, daß für die M-h-iO« erhötmng auf Getreide daS Brod vettheuem erhielt ick die Antwort, daß, wenn auch h'm klernen LüiK Tagelöbner.dasLiod etwas theurer wird , daß, wenn auch dem klernen .. JN---------«was theurer wird, derselbe dock anden Zollen, welche seinem Sttbeitgeber den nolhwen� j '' SM auf Vie Bastheuerung der Lebensmittel untersucht»n daß mit 3 Mark pro 100 Kilogr. Wetten da« eine Bettheunurm von jährlich 2 bis 3 Mark zur, In Uder Hinsicht find im Interesse der Gesammw� h. teot m'"0" 2ttden. ■S ■v % Zollsätze zu genehmigen. WaS die Baumwollen- ' im deutschen Zolltanfe betrifft, wünsche ick, daß dieselben 1* nach dem Werth bemessen werden- Eine Erhöhung iffördert ig und die deutsche Produktion würde dadurch Sur Geschäftsordnung fragt Abg. v. L e n z, ob die Vor- �. J�gtN der Dampfersubvention bald auf die Tagesordnung ««setzt werden würde- bemerkt, daß der Bericht noch nicht er- B r o e m e l erklärt, daß er mit allen Kräftm an der deS Berichtes arbeite, soweit die �angespannte ;a>>gknt im Hause die- zulaffe; aber wenn der Reichstag fich ™ so wichtigen Vorlage, die den Kernpunkt unserer Politik bilde, beschäftiue, dann könne er als gewissen- «after Abgeordneter nicht im Plenum fehlen. /»?chluß 5 Ubr. Nächste Eitzung Donnerstag 1 Uhr. Fortsetzung der Berathung der Zolltarifnovelle.) Abgeordnetenhaus. t7. Eitzung vom 11. Februar 1885, 11 Uhr- 8lm Ministertisch: Friedberg. �.SfoßegQngcn ist vom Abg. Frhrn. v. Huene ein Gesetz- onwurf, betreffend Ueberweisung von Beträgen, welche aus �wirthschafltrchen Zöllen eingehen, an die Kommunaloer- �Die Tagesordnung beginnt mit der ersten Berathung deS � Abg. Bödiker eingebrachten Gesetzentwurfs, wonach JEtelle des Art. IV. Nr. 1 der Verordnung vom 25. Juni S" folgende Bestimmung treten soll;„Wer in auswärtigen Merren(§ 286 Absatz 2 deS Reichs Strafgesetzbuchs), die mu Unserer Genehmigung in Unseren Staaten besonders "■V »i."! Ulö Uli üv|UlUvllf �»usendfünfhundert Mark destraft." », Abg. F r a n ck e schlägt statt deffen folgende Fassung vor: (�«r in außerpreußischen Lotterieen, die nicht mit königlicher Mhmigung in Preußen zugelassen ftnd, spielt, wer fich dem iFwufe von Loosen zu dergleichen Lotterien unterzieht oder solch,» Verkauf als Mittelsperson befördert, wird mit ?Wrafe von zwanzig bis sechshundert Mark, wer gewerds- m.# den Verkauf solcher Loose detreibt oder befördert, mit �strafe von dreihundert bis dreilausend Mark bestraft." n, Abg. B ö d ik er befürwortet seinen Antrag, welcher die »«'«mgung der gegenwärtig zwischen den alten und neuen cjomzen bestehenden Rechtsungleichheiten, die namentlich in rm Strafoerfahren empfindlich berühren, und die Wiederher- 'uung des gleichen Rechts, wie es während der Herrschaft i' preußischen Strafgesetzbuchs bestand, für alle LandcStheile gWt Vielleicht würde fich«ine kommissarische Berathung � Antrages empfehlen. k Abg. Fr ancke bittet dagegen, seinem Antrage dm Vor- gebm. uAbg. v. Minnigerode wünscht Ueberweisung der An- % an die Justizkommission. Diesem letzteren Vorschlage gemäß deschließt das Haus. �.Es folgt die zweite Berathung des Gesetzentwmfs, be« Mmd die Kündigung und Umwandlung der �>proz. konsolidirten Staatsanleihe. , Di« Budgctkommiffion empfiehlt die Genehmigung deS MwurfS mit dem Zusätze, daß daß Gesetz mit dem Tage Verkündigung in Kraft treten soll. . Abg. Wagner(Osthavelland, kons.) kommt auf die vor Niem vom Abg. Windthorst geäußerte Befürchtung zurück, die Konveitirung der Anleihe, die Herabsetzung des Zins- " von 41/i auf 4 pCt. für zahlreiche kleine und mittlere listen, für viele Wittwen und Waisen verhängnisvolle haben könnte. Diese Befürchtung sei unbegründet; steh« die Befugnis der Regierung außer allem den Staatsgläubigern werde sogar durch die Be- ft/wigen, unter welchen die Konverfion erfolgen solle, ein R beträchtliches Konverfionsgeschenk gemacht; finanziell Konvertirung durch die Lage des Geldmarktes durchaus !ir» �bg. p. Uechtritz-Steinkirch(kons.): Ich trete zl« der beabstchtigten Konveitirung nicht entgegen, möchte fo" gegen das Prinzip ankämpfen, konvertirbare StaatSpapiere bj, baupt auszugeben. Der Abg. Windthorst hat schon neulich h,.soziale Seile der Konverfion hervorgehoben, die darin Ickk.il. �«ß«ine große Summe kleiner Existenzen bei der Staats- di. �«ine Sicherbeit erreicht zu haben glaubte, welche durch K.Konverfion gestört wird. Er hat auf die Wittwen und «,,,1«« Bezug genommen; ich weise darauf hin, daß die Vor- icin.stsordnung die Anlegung der Waisengelder in Staats- lew L." ausdrücklich anordnet. Es ist allseitig anerkannt, daß w Mittel wirksamer dem Umfickgreifen der Sozialdemokratie w kann als die Gewährung der Gelegenheit, für die eJ Lrer Hände Arbeit Angewiesenen durch Sprrsamkeit fich b,. �rgenthum zu erwerben. Von dieser Erwägung geht z. B- c. vern Reichstage vorgelegte Postsparkrssengesetzentwurf aus. (aJ"ber der Arbeiter ein kleines Kapital in Sparkassen ge- ftet?' � muß auch konsequenterweise die Möglichkeit geboten Sick V vieles Kapital in einer ficheren Rente anzulegen. H.?"« Hypotheken, namentlich kleinere, sind schwer zu erlangen. ein fleißige Arbeiter fich im Schweiße seines Angestchts die'„ mes Kapital erübrigt und in EtaatSpapieren angelegt, die zum Unterhalt seiner allen Tage erforderliche EE«« abwerfen, und wird diese Rente dann durch Konverfion »üb reich: ste zu seinem Unterhalt nicht mehr hin; er Kapital angreifen und schließlich steht er als Prole- «�wieder da. Aus diesen Rückfichtrn bin ich Gegner jeder b,"««'ston und halte es im Interesse der Gerechtigkeit und in»?.°öialp°litik der Regierung entsprechend für geboten, daß «eafii."f konvertirbare Siaatsobligationen nrcht mehr aus- K �?den. Avg. bänel befürwortet die Konverfion. Dr. Windhorst(Centr.) will die formelle Be- Nicht„i. ll der Etaatsreaierung nicht bestreiten, man solle aber «Cl?�.die dringendste Roth zu einer solchen Ausnahme- »und nicht«WM WbmS�Wtd«! 61t«' FKZZWMZZ MMMVZ den Staat doch" gewiß «lne ewig unveränderliche, Vormundschafts- nickt verpflichtet, den unkündbare Rente zu 0« LandeS-Kredittasse in Kassel. Darauf wird zur Spezialberathung des Etats der L o t- terieverwaltung zurückgegangen, welcher der Budget- kommisston zur Vorberathung überwiesen worden war. Die Kommisston beantragt, die Einnahmen aus der Lotterie im nächstjährigen Etat um die Hälfte höher anzusetzen und schlägt folgende Resolution zur Annahme vor:„Die Regierung aufzufordern, bei einer der Nachfrage entsprechenden Vermehrung der Lotterieloose kleinere Theilstücke von ganzen Loosen als bisher üblich abzugeben." Abg. Strosser(kons.): DaS Bestreben der Staats- regiemng müsse nach wie vor dahin gehen, die Aufhebung aller Staatslotterien herbeizuführen, wie es schon Minister v. d. Heydt als seinen persönlichsten, innigsten Wunsch hingestellt habe; hoffentlich sei dies auch heute noch die Auffassung der Regie- rung. Redner empfiehlt schließlich den von dm Abgg. Etöcker und Genoffen eingebrachten Antrag: „Die Staatsregiecung zu ersuchen, bei dm Regierungen der detheiligten deutschen Einzelstaaten dahin zu wirkm, daß die Staatslotterien in dem Bereich derselben aufgehoben werden und zu diesem Behuf die Abschaffung des staatlichen Lotteriewescns auch in Preußen in Aue ficht zu stellen." Abg. Kunisch v. Richthofen tritt der Anschauung mtgegen, als ob die Lotirrie ein unmoralisches Institut sei. Abg. Wagner erklärt fich in Konsequenz seiner schon früher verlautbarten Auffassung gegm den Kommisstonsanlrag; könne man die Lotterie schon wegen der 4 Millionen Einnahme nicht entbehren, so werde man später behaupten, daß dies bei 8 Millionm Einnahme vollends unthunlich sei. Von der auf allen Seiten als wü schcnswerth bezeichneten Aufhebung der sämmtlichm Lotteriem sei man dann weiter als je entfernt. Dagegen fei eine allgemeine Regelung des Lotteriewesens von Reichswegen gar nicht so ausfichtslos, wenn Preußen nur ernst- Haft auf diesen Boden treten wolle. Finanzminister v. Scholz: Am meisten würde den Uebel- ständen, welche sich aus der Ueberschwemmung deS preußischen Gebietes mit außerprcußischen Loosen ergeben, durch die An- nähme des Kommisfionsantrages abgeholfen werden, denn eine so zahlreiche Vermehrung der prcußischm Loose, welche das Bedürfniß und den Absatz jener anderm verringert, würde den Boven für fruchtbringende Verhandlungm mit den betheilig- ten Staaten ebnen. Abg. Hänel: Es kommt vor Allem darauf an, daß das preußische Abgeordnetenhaus auf die Beseitigung der Staats- lotterien anträat; und das Reich kann gewiß in die Erwägung eintreten, ob die Staatslotterien ferner zulässig sein sollen oder nicht, namentlich wenn fich der Herr Finanzminister direkt an das Reich, nicht an die detheiligten Einzelttaaten wenden wollte- Das Strafgesetz bedroht die gewerbsmäßige Ver- sckaffung der Gelegenheit zum Glücksspiel mit schwerer Strafe; wenn für dm Staat eine Ausnahme ge« macht wird, wird die Sache dadurch nicht moralisch gemacht. Alle Spielhöllen, alle Prämimanleihen tm deutschen Reich find aufgehoben; mit ihrer jetzigen Stellung- nähme setzt fich die Regierung in diametralen Gegensatz zu aller Tradition auf diesem Gebiete. Die Ditkusfion wird geschloffen, und der Kommisston!- antrag in namentlicher, vom Abg. Dr. Windhorst bean- tragten Abstimmung mit 155 gegen 150 Stimmen abgelehnt. (In der Kommisston war die Unnahme des bezüglichen Antrags des Grafen Limburg-Stirum mit 9 gegen 4 Stimmen erfolgt.) Für den Vorschlag der Kommisston stimmen das Gros der Konservativen, die Freikonservativen, etwa die Hälfte der Nationalliberalen und vereinzelte Mitglieder der Linken und des Zentrums; gegen denselben fast daS ganze Zentrum, die Polen, die meisten Mitglieder der Linken, die kleinere Hälfte der Nationallideralen und etwa 20 Konservative. Es verbleibt also bei dem ursprünglichen Elatsansatz; dagegen wird die von der Kommisston vorgeschlagene Resolution betr. die Verausgabung kleinerer LooStheile angenommen. Die Resolution Stöcker-Wagner wird mit geringer Mehr- heit abgelehnt. Damit ist die Tagesordnung erschöpft; Prafident v. Köller schlägt vor, die Etatsberathung morgen um 11 Uhr Vormittags fortzusetzen. Schluß 4'/, Uhr. Nächste Sitzung Donnerstag 11 Uhr. (Etat.)_ K o k» l e s. er. Der ehrliche Name, der Ausweis über untadelhafter Aufführung ist heut zu Tag« für einen großen Theil unserer Mitmenschen der einzige Besitz, und zwar ist das ein Besitz, der um so sorgsamer gehütet werden muß, als es ohne den- selben in vielen Fällen unmöglich ist, irgend eine Stellung oder Beschäftigung zu erhalten. In dieser Beziehung hängen ganze Gesellschaftsklassen von der Gnade oder Ungnade ihrer Arbeitgeber ab; das ist gewiß traurig, aber es ist so. Man denke nur an die bekannten Dienstbücher der Dienstmädchen. Wenn alle„Herrschaften" fich bei der Ausstellung der Atteste nur von einem strengen Pflichtgefühl leiten ließen, so ließe fich nicht sehr viel gegen die ganze Einrichtung sagen, wenn in den Zeugnissen die Kenntnisse und Fähigkeiten der betreffen- den Dienstboten nur in durchaus sachlicher Weise geschildert würden, so könnte man diese Dienstbücher wie manches andere Uebetfliisstge eben noch ertragen. Leider aber wird in der Ausstellung der Zeugnisse vielfach ein nicht scharf genug zu tadc'ndcr Mißbrauch getrieben So finden wir im Brieslastcn der„DreSd. Nachr." eine Notiz, die wir wegen deS allge- meinen Interesses hier unverkürzt folgen lassen wollen. Es fragt daielbst Jemand an-„Vor längerer Zeit suchte ich ein Dienstmädchen und in großer Zahl stellten stch die dienenden Geister bei mir ein. Die Dienstmädchen musternd, fiel mir besonders das eines, dem Acußem nach sehr aedildeten Mädchens auf, welches bisher stets sehr gute Zeugnisse hatte, nur das letztere, aus der Stelle eines Herrn Hosraihs erhal- tene, schändete ihr Buch so, daß es sehr schwer für ste sein dürfte, eine Stelle darauf zu bekommen. Lügenhaft, träge und Anderes mehr war darin enthalten. Auf mein Befragen, wie fie zu diesem Zeugnisse gekommen sei, erhielt ich zur Antwort, daß ste nickt dafür könne; täglich, vom frühen Morgen bis in die späte Nacht habe fie fleißig gearbeitet und nie ei gewogt, ihre Herrschaft zu belügen oder zu hintergehen; trotzdem fei es ihr nie gelungen, die Zu- frieden heil der Herrschaft zu erringen. Ich nahm dieses Mädchen an und erkundigte mich zugleich näher über diesen Hofrath und war denn auch sehr bald von der Wahrheit meines Mädchens und der unrechten Handlungsweise dieser Herr- sckaft vollständig überzeugt. Berests ist nun dieses Mädchen über ein viertel Jahr bei mir und noch nie fand ich Grund, über fie zu klagen, ich richte deshalb an Sie, geehrter Briefkastenonkel, die ergebene Anfrage, wie ist solchen Herr- schasten ein Fingerzeig zu gebm, damit ste ferner beim Zeugnjß- ausstellen bedächtiger und gerechter handeln und nicht den Dienstboten es ohne Grund erschweren, wieder eine Stelle zu findm?" Tie Beantwortung der Frage interesfirt un! hier nicht. Allerdings stehen dm Dimstboten in einem solchen Falle ja auch gesetzliche Mittel und Wege zu Gebote, um ihr Recht zu erlangen, aber man weiß ja, wie fich die Sachm in Wirklichkeit verhalten,— bevor manches Mädchen fich an Polizei und Gerichte wendet, erträgt es lieber «ine ungerechte Behandlung, derm Folgen sich oft in schreck- licher Weise rächen. Einem armen Dienstmädchm durch Aus- stellen etneS falschen Zeugnisses die Möglichkeit, eine andere Stellung zu erlangen, abzuschneiden, ist gemeiner, als ihm das Brot zu stehlen, und es ist um so verwerflicher, wenn eine Herrschast das ihr zustehende Recht, sich über die Eigenschaften ihrer Dienstboten schriftlich zu äußern, zu einer Art von Re« presfivmaßregel degradirt, um auf diese Weise weibliche Dimst« boten zu Handlungm zu veranlassen, die durchaus nicht zu den vielseitigen Berufspflichten eines Mädchens„für Alles" gehören. In DreSdm hat fich ein Herr Hofrath wahrscheinlich für einen erhaltenen Korb durch Ausstellung eines falschen Zeugnisses an seinem Dienstmädchen gerächt, ob das in Berlin auch vor« kommt? . e- Die Nachfrage nach Arbeit bei de« htesiaen Vau- meistern nimmt mit jedem Tage zu, nachdem die Mittheilun- ijm über die in diesem Jahre vorzunehmenden zahlreichen Bauten in die Provinz gedrungen find. Ein großer Theil der beschäftigungslosen Bauhandwcrker besteht aus Personen, welche um diese Zeit fich gewöhnlich, von auswärts kommend, in Ber- lin einfinden. Von unfern Berliner Arbeitern wird ein der- artiger Zuzug nicht günstig beurtheilt, da die auswärtigm Ar- bester gewöhnlich als„Preis verderber" angesehm werden. Wir haben seiner Zeit übrigens darauf hingewiesen, daß gerade durch nicht zutreffende Mittheilungen der Presse, die schon vor mehreren Wochen eine ausnehmend rege Baulust für Berlin ankündigten, der Zuzug von Außerhalb nach Berlin gelackt wurde. Die übereilten Nachrichten schädigen sowohl die Ar- bester in Berlin als auch die Fremden, frellich mögen dieselben auch nicht odne eine gewisse Adstcht in die Welt gesetzt werden, denn der Uebetfluß an Arbeitskräften kommt schließlich immer dem Unternehmer zu Gute. b. Die Produktenbörse rechnet schon mit dm vervier- fachten Getreivezöllen als mit einer Thatsache. Ungeheure Quantitäten Mehl langtn auf der Görlitzer, der Schlestschen und der Ostdahn an. Und da dieselben binnen 6 Tagen abgefahren sein müssen, so beginnen fich alle Speicher der Stadt mit Mehlvorräthen zu füllen. Da die Steuer ohne Unterschied der Qalität 5 Mark auf dm Sack Mehl betragen wird, so würden die Besitzer der Vorräthe ein glänzendes Geschäft machen. Vorläufig aber stockt dasselbe, da die Käufer fich völlig abwartend verbaltm. g. In dem Zritungsverkanf bezw. dem Verbot deS- selben an Sonntagen hat stch bisher nichts geändert. Wenn auch die Polizei dm Verkauf au jenen Tagen nicht allzu scharf bewacht, so kommen doch noch häufig genug Bestrafungen wegen Zuwiderhandlungen vor, so daß die Zcitungsoerkäufer stets an dem Vorhandensein einer Einschränkung ihres ohnehin nicht beneidenswerthen Gewerbes erinnert werdcn. Hat daS Verbot des Zeitungsveikaufs an Sonntagen auch zur Folge gehabt, daß viele Personen, welche bis da- hin ihren Bedarf täglich bei den Zritungshändlem deckten, auf die Zeitungen abonni.t haben und dieselbm auch Sonntags ins Haus geschickt erhalten, so bleibt doch noch ein großer Theil des Publilums übrig, welcher ohne Zettungen am Sonntag ist und welcher trotz des Verbots stch in Besttz von Zeitungen zu setzen weiß. N. Durchgehende OmntbuSpferde brachten vorgestern Abend gegen 10 Uhr Passanten und Fuhrwerke der Rosen- rhaletstraße in große Gefahr; dieselben, die vor einem OmnibuS der Strecke Rosenthalerthor— Potsdamerbrücke gespannt waren, waren, während berests 3 Damen im Innern des WaaenS saßen, der Kutscher selbst aber noch nicht auf dem Bocke Platz genommen, scheu geworden und rasten nun die Roscnthaler- jtraße nach dem Hackeschen Markt mtlang. Eine der Damm sprang in ihrer Angst an der Ecke der Auguststraße aus dem Wagen, brach aber sofort auf dem Etraßendamm ohnmächtig zusammmen. Am Hackeschen Warft erkletterte ein unbekannter Herr, daß Deck des Wagens und brachte, während andere Per- sonen den Pferden in die Zügel fielen, durch Anziehen der Bremse das Gefährt zum Stehen- Als ein Wunder ist eS zu betrachten, daß weiter keine Verletzungen entstanden sind. g. Da« Pferd eines Wagens der Berliner Packet- fahrtgesellschaft kam gestern Abmd kurz nach 8 Uhr, den Wagen hinter fich her nur an einem Scheerbaum ziehend— der zweite schleifte an der Erde— die Mauerstraße heruntergerast und nahm seinen Lauf über die Friedrichstraße durch die Schützenstraße. Obgleich der Kutscher die Lein« mit aller Kraft anzog, so konnte er doch nicht das durchgehende Pferd zum Stehen bringen; ebensowenig vermochte der Schaffner Bei- stand zu leisten, welcher zwar au? demWagen gesprungen war, aber den Griff der hinterm Thür nicht loszulassen vermochte und söge- zwungen war, hinterher zu hüpfen bezw. zu springm. Erst nahe der Charlottenstraße gelang es mehreren beherzten Männern, dem Pferde in dte Zügel zu fallen und dadurch eine heftige Karambolage mit einem dichtbesetzten Pferde- eisenbahnwagen zu verhütm, welcher in demselben Augenblick jene Stelle pasftrte. Wunderbarer Weise ist auch vorder, trotz deS regen Paffantenverkthrs, kein Unglück herbeigeführt wordm. K Unvorsichtiges Abspringen von der Pferdedahn hat gestern Mittag in der Schönebergerstraße wiederum einm sehr beklagmswerthen Unglücksfall herbeigeführt. Einer der Fahr- gäste, ein älterer Herr, versuchte um die angegebene Zeit, um seinen herabgefallenen Regenschirm aufzuheben, von dem in voller Fahrt befindlichen Wagen herabzusprinaen, fiel jedoch dabei so unglücklich zur Erde, daß er aus einer Kopfwunde heftig blutend auf dem Pflaster liegen blieb; der Verunglückte wurde in bewußtlosem Zustande in ein Haus der Echöneoeraer- steaße geschafft und sodann, nachdem ein hinzugerufener Arzt einen Rothverband angelegt, in ein Krankenhaus geschafft. N. Ei« bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich am gestrigen Nachmittage in der Pappelallee, und zwar vor dem Hause Nr. 7. Daselbst war beim Abladen von Heu ein Ar- deiter beschäftigt, als ein Heubündel vom Wagen abrutschte und er mit diesem von oben herunter zur Erde stürzte. Der Verunglückte erlitt bei dem Fall eine starke Verstauchung der Wirbelsäule, so daß er auf polizeiliche Anordnung per Kranken- wagen nach dem städtischen allgemeinen Krankenhaus« überführt werden mußte- N. Selbstmord. Durch einen Sprung inö Wasser machte vorgestern Abend«in zirka 40 jähriger Mann, der spätechin als ein in der Grimmst-aße wohnender Herr Schulz rekognoszirt wurde, seinem Leben ein Ende- Derselbe sprang von der Roß- straßen. Brücke berad in die Spree. Trotzdem sofort Rettungs- versuche angestellt wurden, gelang«s nur, den Lebensmüden als Leiche ans Land zu ziehen. Bis zur Ankunft des polizei- lich requirirten Krankenwagens wurde die Leiche in dem Haus- flur des Hauses Irievrichsgracht 13 niedergelegt, von wo auS ste nach dem Oboukttonshause r geschafft wurde. behufs gerichtlicher Obduktion Iosmw unü Arbeiterbewegung. An die Tapezirer. Gehilfenschaft Deutschlands! Werth« Kollegen! Der Verein zur Wahrung der Interessen der Tapezirer hat in einer feiner letzten Sitzungen mit Zu. stimmnng der Lohnkommisfion einsttmmig deschloffen: Den auswacklgen Tapezirer-Verbändeu, soweit uns deren Adressen bekannt find und der gesammlen Gehilfenschaft überhaupt schon jetzt bekannt zu geben, daß wir um der großen ArbeitSlofigkeit zu steuern, sowie um eine allgemeine Besserstellung der Ge- Hilfenschast, die nichts weniger als beneidens werth ist, herbei« zuführen, bereits seit Oktober v. Jrs. in der Lohnbewegung stehen und beabsichtigen, demnächst mit unseren Forderungen: Etnheitliche Regelung resp. Verkürzung der Arbeitszeit, sowie Erhöhung des Stück- und Arbeitslohnes an unsere Ardeitacber heran zu treten. Wir richten deshalb an die Vorstände der Tapezirer-Fachvercine Deutschlands schon jetzt die dringende Brtte: Soweit fie thcenErrfluß geltend machen können, den Zuzug nach Beilin möglichst fern zu halten. Wir hoffen außer« dem, daß, wenn diese Bewegung größere Dimenfionen annehmen sollte und unsere Mittel bis»um envgiltigen Siege nicht aus« �', nicht vergebens an die So- lidarttat der auswärtigen Kollegen appelltrm werden. Wir b«ab sichtigen außerdem zum 1. April d. I. eine Tapezirer. Fachzeitung. Organ der Tapeziier-Gchilfenschaft Demschlands, herauszugeben und haben das feste Vertrauen, daß diese» Fach. vlatt überall freundlich degrüßt und durch zahlreiches Abonne- ment eventuell auch„Unterstützung zur Gründung" dieses Unternehmen gefördert wird. Sodann geben wir den aus- wältigen Vereinen anHeim, zu erwägen- Od es nicht schon UUVIl KJVfcVmv»» QW~- D-••_ rZT'.--- jetzt an der Zell sei, eine Zentralisation sammtlrcher Tapezirer- Vereine Teutschlands her beizuführen. Zuletzt, noch die Mit- yv* VV»g»»| w thellung, daß unser erstes Stiftungsfest am Sonnabend, den 7. März, Abends 8 Uhr, in der Tonhalle zu Berlin stattfindet. Daffelbe besteht in einer offiziellen Feier mit Ball und würden wir es uns zur ganz besonderen Ehre rechnen, Deputationen auswärtiger Tapezirer. Vereine in unserer Mitte zu haben. Indem wir die Herren Vorstände, sowie sämmtliche Herren Kollegen um die größtmöglickste Publizirung dieses AuftufS bitten, ersuchen wir, genaue Adressen, sowie sämmtliche Kor- resondenzen in allen angeführten Angelegenheiten an den unter. zei gneten Verein s-Vorfitzenden richten zu wollen. Alle ardeiter- freundlicken Zeitungen werden um Abdruck gebeten. Berlin, den 10. Februar 1885. I. A. des Vorstandes: C. Wildberger, Gratweil sche Bierhallen, Kommandantenstr. 77/79. Die vereinigte« Weder von Nowawes erlassen folgen- den Auftuf: An alle Arbeiter Deutschlands! Genossen, wir sehen uns veranlaßt, mit folgendem Nothschrei über unsere Lage in die Oeffentlichkeit zu treten, damit Jedem Gelegenheit gegeben ist.Züber unsere drückenden Verhältnisse Aufklärung zu geben. Unsere Lage ist von jeher eine derartige gewesen, daß rS selbst dem besten Arbeiter bei andauerndem Fleiß und reger Tbätigkeit größtenthells nicht möglich gewesen ist. durch seiner Sände Arbeit so viel zu erschwingen, als für sich und seine amilie zm Beschaffung der notwendigsten Lebensbcvürfnisse «rsorderlich ist. Seit Jahren find die Artikel, welche am hiest- 8en Platze angefertigt werden, stets der Mode unterworfen, e können daher nicht auf Lager gearbeitet werde», weShalb fich die Fabrikation dieser Modeartikel eben auf eine kurze Zeit rm Jahre beschtänkt. Hierdurch ist natürlich während einer kurzen ZeitArbeit öfters in auSreichendemMaße vorhanden, dagegen herrscht in der übrigen Zeit ein Arbeitsmangel, daß Veihalt- nisse der traurigsten Art eintreten. Um Euch nun ein Bild über unsere Lohn- resp. Arbeitsoelhältniffe zu geben, führen wir nachfolgend einige Beispiele an: In den vergangenen zwei bis drei Sommermonaten erhielten wir für Satin(„Winter- '"•"v cm i—?— tXA.r— vr.!_____ Vfcv» WUMIMIVWUV»H»*Vi»»V», W waare") 40—50 Pf. per Meter, ein mittelmäßiger Arbeiter Tag 4 Meter— 1,60—2 Mark. Während der übri- e J_ ,#_ v rf,, p'■ V k p uiacht per �.....«,w~.......,.......—..——.,-, gm 9 Monate des Jahres erhaltm wir nur 20—25 Pf. per Meter— 80—100 Pf. Lohn per Tag. Für Kammgarn(Eoleil- stossl wird in den Sommermonaten 1,10— 1,40 Mark per Meter gezahlt. Von diesem Stoff kann ein Arbeiter nur 2V, Meter " ig fertigstellen, das bedeutet einen Verdienst von 2,75 bis ssark per Tag. die übrigen 9 Monate werden nur 55 bis " r gezahlt. Hierzu ist nun zu bemerken, daß deS letztgenannten Stoffes ein bedeutender vand von körperlicher Kraft erforderlich Jft, so daß der größte Theil der Arbeiter überhaupt mcht im Stande ist, Viesen Stoff anfertigen zu können. Fernn muß bemerkt werden,. daß von den angegebenen Löhnen ein Webergeselle nur'/» erhält, da? andere Drittel behält der Meister für den Stuhl, Handwerks- —•«.• f..w... r__(11. w___ /ri r it. kUWlV w« �»»» I--- �.r c..... zeug, Spulen, Vorrichten ein, außerdem bezahlt der Geselle von jeder Mark 4 Pf. Porto für Beförderung der Waare. Oft- malS wird dieser Lohn dürch Abzüge von Fabrikanten bis zur Hälfte reduzirt. Diese Thatsachen werden genügen, um den Beweis zu liefern, daß dem bei uns herrschenden Nothstande abgeholfen werden muß, es ist unS nur unter großen Anstrengungen gelungen, unS zur Aufbesserung unserer Lage zu vereinigen. Wir haben unS bereits mit dm Herren Fabrikanten in Vervin« dung zu setzen gesucht, um auf gütlichem Wege in Gemeinschaft mit ihnen das zu erwirken, was wir für unbedingt nöthig halten. Der Versuch ist leider als gescheitert zu betrachten. Schon zu Ende vorigm Jahres tratm wir mit ganz bescheide- nm Ansprüchen an die Fabrikanten heran, indem wir einen Zuschlag von nur 10 Prozent des niedrigsten angegebmen Lohnsatzes erbaten. Die Herren Fabrikantm konstatirtm selber, daß ein Arbeiter bei dm bis jetzt gezahlten Löhnen nicht existi- rm kann. Ein Theil dieser Herren erklärte fich bereit, den ge- .' ta,nn-0 Ein Theil dieser Herren eniarie neu oereu, ocn ge iMWWKWw« «bot*, dk WnÄmp � H�zu nehmm/ und zwar mit der Bedingung, einen höheren Lohntarif einzmeichen, da mit der Bedingung, etnen yoyeren �oyniai,, rrnzuiri�cn, wu der«sie in seinm Augm ein viel zu gering« war. Dieser Herr hat also seine Schuldigkeit gethan, sein Bemühen ist aber wegen zu geringer Betheiligung der übrigen Fabrikantm nicht von Erfolg gewesm. Wir sehen unS nun infolgedeffm veranlaßt, lisch unsere gerechten von dm Herren Fabrikanten selbst zu hoch anerkannten Lohnforderungen so ener nicht durchzusetzen. ES ist deshalb beschloffen, bei verschiedenen Fa- brikantm die Arbeit einzustellen. Genoffen, Kollegen, Arbeiter, Handwerker!! In Vorstehendem haben wir Euch unsneLage, wie fie in Wirklichkeit ist, vorgeführt, ein jeder unter Euch wnd unserm gerechten Kampf zu unterstützen suchm. Vor allen Din- gen brauchen wir, um unsne Sache siegreich durchzuführm, zur Unterstützung unserer strikmdm Kollegen Geld! und ersuchen wir Euch allerorts Geldsammlungm zu veranstalten, namentlich aber legen wir es allen Fachvereinen dringend ans Herz, uns thatkräftig zur Seite stehen zu wollen, mit dem Bemerken, Euch bei gleichen vorkommmdm Fällen treu zur Seite steh-n zu wollen. Mit kollegialtschem Gruß der Vorstand der ve- einigten Weber. F. Russow, Vorfitzender. C. Wille, Stellvertreter. R. Fritsche, Schriftführer. O. Hesse, Stellvertreter. C. Ear« now, Rendant. Nmmann, Beifitzmder. Wernicke, Beifitzendcr. C- Ridbeck, Revisor. A. Altenkircv, Revisor. NB. Alle arbeiter- freundltchen Zeitungen werden um Aufnahme dieses Artikels gebeten. Alle Geldsendungen find an den Rmdanten, C. Ear- now, Wrlbelmstr. 41, Nowawes, zu senden, worüd« sein« Zeit öffentlich Rechnung gelegt wird. Vereine uuä Versammlungen. t. Die von ca. 500 Delegirte« besuchte Versammlung der Werkstatt-Delegirte« der Tischler erledigte am Dienstag Abend unter Leitung des Herrn Rödel im regelmäßigen Vcr- sammlungslokale, Alte Jakobstr. 37, eine sehr reichballtge und wichtige Tagesordnung. Zunächst machte Herr Rödel Mit- tbeilung von dem Antwortschreiben des Herrn Minist«S für öffentliche Arbetten auf die von d« Kommisfion demselben unt«breitete Denkschrift, betreffend daS Submisstonsverfahren bei staatlichen Bauten, welches folgenden Wortlaut hat: „Ministnium der öffentlichen Arbeiten. Die von Ew. Wohl- geboren unt« dem 12. v. Mts. uns vorgelegte Dmkichrift üb« die Mängel und Schäden des jetzigen Submisfions-Ver- fahrens bei staatlichen Bauten nebst Vorschlägm zur Abhilfe d«selbm babe ich mit Interesse mtgegengenommen und spreche Ihnen für Ueberreichung dnselben meinen Dank aus. D« Minister d« öffentlichen Arbellen. Im Auftrage: Schneid«. An Herrn Rödel jc."— Die Kommisfion erachtet diese» annkennende Schreib* als einen er- fteulichen Erfolg, da von vornherein nicht ange- nommen werden konnte, daß auf die einzelnen gemachten Vor- sckläge näher eingegangen werden würde und beabstchtigt, auch dem Magistrate eine Denkschrift zu untnbreiten behufs Abän- derung des städtischen SubmisfionSonfahrens, da fich auch hier nammtlich hei den sogenannten Schulbauten, ernstliche Miß- stände h«ausgestellt haben.— Zum Zweiten lag den Dele- girten die Frage vor: Können wir für sogenannte antike Kasten» möbel einen Minimallohntarif aufstellen. He« Klohse befür- wortete mit Wärme die Ausstellung eines Tarifes, da die ver- schieden* Arbeiten in den betr. Fabriken fast durchgängig nach einer Schablone»«fertigt werden, die Arbei.slöhne aber sehr von einand« abweichen und auch He« Rödel hielt die Lö- sung dieser Frage durch einen derartigen Lohntarif für möglich. Dasselbe gilt für die Regelung der Arbeitslöhne in der Branche der Nähmaschinen- Möbeltischler und Sarg- lischler. Des Weiter* erstattete He« Rödel Bericht über die Arbeitseinstellung in der Bettstellm- Fa- brik von Baschin, Frieden- Straße 53, sowie üb« die Arbeitseinstellung in der Tischlerei von Stahl, Elisabeth- Ufer 31(Spezialität für Tische). Namentlich die in letzterer Werkstätte zu Tage getretenen Zustände liefe* eine drastische Illustration zu den in manch* Tischlereien noch immer henschcnden Verhältnissen. Dem Bericht zufolge find bei Stahl ca. 16 Personen, Tischler, Bildhauer, Polirer je. beschäftigt. Von ein« Jnnehaltung des Programm« der Berliner Tischler ist gar keine Rede(!). Lohn wird nur ratenweise gezahlt(!), so weit, als das Geld reicht, sofern überhaupt etwas vorhanden ist. So wurden am letzten Sonnabend einzelnen Ardeilern 10 M., anderen 8, 7, 6 M. Kostgeld gezahlt, V«schiedene mußten sich mit 2 und 1 M. begnügen, die Letzten«hielten gar nichts. DaS Geld war einfach zu Ende. Auf Vorhalten des Henn Rödel erklärte He« Stahl,« möchte ja seinen Gesellen sehr gnn das zugeficherte Kostgeld von 18 M. zahlen, wenn er nur Geld hätte, er könne fich doch aber unmöglich etwas aus dem Aermel schütteln. Wie unter solchen Verhältnissen gearbeitet wird, d. h. die Qualität der verfertigten Waare beschaffen ist, ist leicht erfindlich. Daß dnartige Mißstände und ähnliche trotz der sowell vorgeschrittenen Tischlerdewegung noch sehr häufig vorkommen, bewies die große Anzahl von Werkstätten, welche von Delegirten namhaft gemacht wurden und deren Unregel- Mäßigkeiten öffentlich diskutirt wurden. Nach Erledigung dieser Angelegenheiten fand die Wahl eines Kasstrers für die Zahlstelle 6 statt, und fiel dieselbe auf Herrn P l o s ch i, der hiermll zugleich Mitglied der Kommisfion wird. Derselbe ist Vntreter d« Billardfabrik von Neuhrrs.— Zum Schluß# noch Herr Hildebrandt, Mttglied d« Strtkekommiiston Knopfmacher das Wort, um den Sieg d« Markert scheu bell« zu verkünden und um weitere Unterstützung zu Die Delegirten«klärt* fich in einer gefaßten ResolM namens dn Berliner Tischler mit den Strikenden KnopfmaS� solidarisch und bewilligt* 200 Mark zur Unterstützung W selben. l>. Der Fachverein der Metallarbeiter in Gas-. und Dampfarmaturen nahm, wie wir in Ergänzung w» anderer Stelle gegeben* Berichtes mitcheilen, in semer 7. d. M abgehaltenen Versammlung auch einstimmig l Vorstands-Antrag auf Ausschließung d« He«* Albrecht, ring, Hauche, Huth, Kirscbstein, Kurz, Rose und Wienecke dem Verein an. Die Motive des Antrages bafiren am Beschuldigung, daß die Genannten, welche bisher M>tg> des Vereins waren, durch ihr gelegentlich des derzeu StrikeS in der Joseph'sch* Armaturenfabrik bethätigtes differentes Verhalt*, indem fie nach Proklamirung deS v> in jener Fabrik weitergearbellet oder in Arbeit getreten Pflichten der Solidarität verletzten und den tu' zweck* zuwiderhandelt*. In d« streng gepflogenen Diskusston wurden diese Anschuldigm von allen Rednern als wohl begründet dargestellt und it., man fich ausnahmslos für den beantragten Ausschluß> Fem««ledigte der Verein mehrne innere Verein saugn heitm, als KommisfionSwahlen u. dgl. Die näW sammlung findet am 7. k. Ä statt._ w v. Der Verein znr Wahrung der JnttttfF� Berliner Tapezierer wählte in seiner gut besucht" ordentlichen M.tgliedervnsammlung am 9. d. M. bei unter dem Vorsitze deS Herrn Wildberger, nach kurjU � kusfion eine aus 7 Mitgliedern bestehende Kommission, d« nächsten Versammlung Vorschläge üb« die vorlegen soll, unt« denen fich der V«ein an dem Tapezierer Fachorgan betheiligen könnte, beziehungs Stellung derselbe dem zu gründenden Blatte gegeniida nehmen hätte. Eine Mitglieder» Versammlung der Allgs deutschen Kranken- und Begräbnißkasse für Web«, Rn Ä* Spinner, Färber und Arbeiter in verwandten Gewnch beiderlei Geschlechts, E. H., findet Sonntag, dm 15. oLd? Vormittags 10 Uhr, im Saale Saea«s Restaurant.®(jjl® «on Wr Weg 29, statt. Tagesordnung: 1- Kafsenbencht. 2. W°b «as im«, 3. Innere Angelegenhellen. Statuten so� nicht abgeholte Mitgliedsbücher find in Empfang«»_( ls*Ä ..."«Hill CWanl gliev« ist wünscht. j. „Die Krankenverficheruug der junge« Kauflew die Bedeutung der Nationalen kaufmännischen KranN Etnbekaffe für dieselben" lautet die Tagesordnung«ins Abend 8V- Uhr in Schultheiß Braunerer, Neue Jakobs stattfindenden öffentlichen Versammlung der Kaufleute � Jeder junge Kaufmann, dem sein eigenes Wohl aw liegt, ist»«pflichtet, in dieser Versammlung zu erschoß Die hiesige freireligiöse Gemeinde veranstallet M lausenden Quartal im Louisenstädiisch* Konzerthaun,- Jakobstraße 37, Donnnstags in 14tägigen Zwiscb� eine Reche von Abendvotträgen, in denen wescw� Positive in d« monistischen Weltanschauung naas weiden soll. In dn nächsten Vnsammlung, Donn 12. Februar, Abends 8 Uhr, behandelt Herr E Thema: die priesterliche Leugnung dn Selbsterlösun des Menschengeschlechts. Zutritt steht Jedem fiel uv\ r»giea Gesangverein Borax. Donnerstag Oranienft» � Braun, Abends von 8'/,— 10'/, Uhr, UebungSstui*| �" bei Krieskasten äer Keäaktioa. H jewoli Straßenabonnent, Moritzplatz. Die polytechnist. schulen nehmen junge Leute mit vnschieden« VorbW» ebenso wie das Hör* an dn Univerfität nicht au»! dm Gymnafial-Aditurienten gestattet ist. W« ab« e>o examen deS Polytechnikums ablegen will, muß da» der Reife vom Gymnasium od« Realschule L Ordnun». Die„Fachschulen" der polytechnisch* Anstalten find o»» Leuten von geringerer Vorbildung zugängig. Unwissender- Die Militärpflicht beginnt am 1- des JahreS, in welchem der Wehrpflichtige sein 20. vollendet. Die Anmeldung zur Stammrolle muß'",» Jahr vom 15. Januar bis 1. Februar erfolgen. Wmk dies noch nicht gethan haben, so ist eS jetzt die aller SL Theater. Königtiche» Opernhaus. Heute: Die Walküre. Königliches Schauspielhaus. Heute: Die Karolinger. H*te: Fiesko. Deutsche» Theater. BeltcaUianee-Theatcr Heut«: D« Salontirol«._. Neue« Kriedrtch-Wilhelmstädtisches Theater. H*te: GaSparone. Alte Jakobstraße «lzer-König. Heute: Der Walzer- Central-Theater: iraße 30. Direktor- Ad. Ernst. Restdenz-Theater: Direktion Anton Anno. Heute: Die EbestandS-Jnoaliden. Hierauf: Die Schulreiterin. Walhalla-Operetten-Theater: Heute- Der Feldpredig«.____ LouisenstädttscheS Theater: Heute: Aladin, oder: Die Wundnlampe. Ostend- Theater: Heute: D« Prinz von Monte FiaSco. Heute: Die Sorglos*. Wallner-Theat«. � Vittö�TheaterT' ��h�Theäter� . Die Schult des Leb*«. ArbeitsmsrKt. 2 Lehrmädchen f. m. Posamentir- u. Wäsche-Geschäst mit «5 an, S.,°bs.,. 65. Im fltfl. Kmntnißnahme! A. de Neve's Special-Liste für kaufmännische Vacanzen«scheint wöchentlich 3 Mal Bamimstr. 42 1. 280 Eine freundl. Schlafstelle Anhaltstraße 16, Habicht. Verein zur Wahrung der Interessen der Berliner Ältaurer. Großer Wiener MnskenbnU am Sonnabend, den 14. Februar, Abends 8 Uhr, Chausseestraße 88 im Eiskeller. Sämmtliche Maurer find hiermit eingeladen.— Btllets für Herren 50 Pf., für Damen 25 Pf. �illets find zu haben: Oertel, Echlestschestr. 12, 1 Tr.; Scheel, Fehrbellinerstr. 70, tz. 3 Tr.; Wetmann, Blumenstraße 51 b, 3 Tr.; Wettwer, Zoffenerstr. 27, H. 3 Tr. "f'j c 4 wvv k f, Paesch. Admiralstr. 28. H. 3 Tr. 275 Allen Bekannten, empfehle mein sowie ein« geehrt* 229 KorbwnareN'Gefchäst Reparaturen schnell und billig. ,, fijv _ O. Kissner, WalvemarMv�/�! Die Nr. 13 d« humoristisch* Blätt«. „Der wahre Jneob i»«schien* und in d« Erved. d...B«l. Volksbl/ 277 Eine möbl. Schläfst, ist sofort oder ,. l.März z.vn«ei »erb»««, H Größtes Lager sämmtlicher Bedarfsartikel für Herren-Kleidermacher En gros. Versand-Geschäft. En ddtail. Nach bemdeter Inventur verkaufe auch im Einzeln zu GngroS-Preise« und gebe bei größeren Einkäul' V«einbamng extra Rabatt. Speeialttäte» Jtatlen-Cloth. echt schwarz. Meter 1.50, 1.80, 2.00, 225, 2.50-2.75. 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