- Jurifti gen über Mieroth antentaffe chen wir ( Moris), bt) jeden lung bes ( in der Beile 10 en Drud figte 1. Warbeiter, Metall echt deuts brifanten in, fie be der Fa all in der bir fragen Mr. 39. Sonntag, 15. Februar 1885. II. Jabrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das ,, Berliner Boltsblatt" Erfolge scheint täglich Morgens außer nach Senas unb Festagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mart, manailid 1,85 Mart, wöchentlich 35 Bf. Bokabonnement 4 Mart. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags- Nummer mit illuftr. Beilage 10 f. ( Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Metall ftebet feft Kollegen ie Buver chts voll Sonntag, t'a, Rom Sntereffe te( Ref) erftr. 123 Bnachwi an ben ten. Der ie Tage tstollege e Metall ger. hr, 290 Berftrafe 2. Bov und fein Distuffton Ritglie 3. orftand ung Boerd Interfchied Toft. 105. Bund .) 3 Ubr ball Teum, Cauerftra Boch Reftaurant rwartet orftand. er! Thr, ung 7 in bet wie Metall Plage Groß men. Bu 31 détail 287 Insertionsgebühr beträgt für die& gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 f. Krbeitsmarts 10 31. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Jaferate werden bis 4 Dige Nachmittags in ber Expedition, Berlin SW., 8immerstraße 44, sowie von allen Maxence Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berfin SW., Bimmerstraße 44. Stadt und Land. Während wir dies schreiben, ist der Reichstag an der Arbeit, um bezüglich der Kornzölle eine erdgiltige Gutscheidung zu fällen. Wie diese Entscheidung ausfallen wird, tann nicht mehr zweifelhaft sein; es wird eine bebeutende Erhöhung der Kornzölle eintreten. machte am Freitag noch einen Versuch, die Entscheidung Bahn; häufig schießen fie auch über das hinaus, was als Ziel der Regierung erscheint. Das Zentrum ist gleich mit dabei, denn was würde ohne ländliche Wähler aus dieser babei, denn was würde ohne ländliche Wähler aus dieser Partei, die sich bei ber intelligenten Bevölkerung der Partei, die sich bei der intelligenten Bevölkerung der Städte nirgends hat dauernd festsetzen können, es sei denn, daß ihr außerordentliche Verhältnisse zu Hilfe gekommen find. Die Nationalliberalen machen den großen Feldzug zu Gunsten der landwirthschaftlichen und gegen die um einige Tage hinaus zu schieben, allein die schutzöllne- tädtische Bevölkerung mit, weil sie glauben, daß tische Majorität ließ das nicht zu. Noch niemals sah man es ihnen durch die übernommene freiwillige Dienstpflicht so auf der Rechten und im Zentrum die Gefichter so vergnügt geboten sei. glänzen, wie bei dieser Gelegenheit; die Herren Großgrund- In wie weit Stadt und Land im Gegensage zu einnb Rittergutsbesizer hatten ihren Gewinn schon in der ander stehen, fei hier nicht weiter erörtert; es ist aber Tasche. Aber sie wollen ja mit den erhöhten Kornzöllen tlar, daß in den zivilifirten Ländern die naturgemäße Ent" zu mildern und bis zu einem gewissen Grade auszugleichen. beshalb so gefreut, weil ihnen dies nun nach aufregenden Debatten gelungen ist. Wir fürchten nur, daß bei dieser Je größer die Ansammlungen von Menschen an den Gelegenheit die Herren Magnaten" aus Pommern und Elefien sich selbst mit dem warmen Mann" rwechselt haben. Von einer abermaligen Begründung der Ansicht, daß einzelnen Zentralpunkten an Industrie und Handel werden, defto vielseitiger werden auch die Wechselbeziehungen von Stadt und Land. Die Bewirthschaftung des Bodens hat aus der mütterlichen Erde ihr bestimmtes Quantum von Nährbewirken, daß die Wechselbeziehungen zwischen Stadt und Land, zwischen Industrie und Handel einerseits und Ackerbau andererseits sich harmonisch gestalten, so daß zwischen diesen beiden wichtigen Faktoren kein Gegensatz besteht, sondern sie sich gegenseitig stüßen, ergänzen und fördern. Das wird freilich nicht so leicht möglich sein, so lange das Pripatinteresse sich noch so brutal wie heute hervordrängen kann; da müßten unsere wirthschaftlichen Zustände vorher eine bedeutende Umgestaltung erfahren haben. Aber gerade im Hinblick darauf widerspricht es den Interessen eines Landes, wenn der Gegensatz zwischen Stadt und Land in den politischen Parteitämpfen ausgespielt, in die Gesetzgebang hineingetragen und solchergestalt die Kluft weder ausgefüllt, noch auch nur überbrückt, sondern noch erweitert wird. Dabei machen die Vertreter des mobilen Befiges nicht weniger verhängnißvolle Fehler, als die des immobilen Befißes, und ein großer Theil der Vorwürfe, die sich die kämpfenden Parteien gegenseitig zuschleudern, muß dem Unbetheiligten als beiderseits begründet erscheinen. Wir gehören zu den unbetheiligten Zuschauern bei diesem Kampfe, was uns indessen nicht hindert, uns nachdrücklich Ronzölle unter den gegenwärtigen Verhältnissen unheilvoll stoffen zu ziehen; allein damit ist heute die Gesellschaft gegen Kornzölle uud deren Erhöhung auszusprechen. Der on faft zu viel gefchehen. Sagte doch auch Herr von eigentlich überflüffig fei, über die Sache noch länger zu prechen; hier ständen sich zwei feste Meinungen gegenüber. vermied es, das Wort Interessen zu gebrauchen, hätte es aber ruhig fagen fönnen; um so mehr, als auch Reichskanzler eine geflügeltes Wort in die Debatte ge fa tein Rampf der Reichen für die Armen, sondern ein orfen hatte, indem er sagte, der Rampf um die Kornzölle Rampf der Reichen gegen die Reichen. aber voilà tout! staate in den Anfängen der Geschichte, das mag heute noch bei mittelastatischen Nomadenhorden der Fall sein; allein heute wird die Höhe unserer Zivilisation materiell bestimmt burch einen gewissen Grad von Komfort, auf ben wir Anspruch haben. Leider sind die gegenwärtigen wirthschaftlichen Zustände so, daß bei einem großen Theil des Boites von ,, Komfort" nicht gesprochen werden faun; bei allebem aber ist im Allgemeinen doch ein ganz anderer Anspruch auf Lebensbedürfnisse vorhanden, als etwa bei Hottentotten oder Buschmännern. Die Bedürfnisse dieser Sämme zu befrieEuropäer wenn er befindliche Streit bringt eine großartige Berfegung der Verhältnisse, die damit zusammenhängen, mit sich. Das werden Diejenigen bald einsehen, die jetzt so frisch und fröhlich an diesem Kampfe Theil nehmen. Politische Uebersicht. Konservative und Zentrum find jest immer erbofte wenn fte auf die vielen Punkte aufmerksam gemacht werden, Durch die fie gegenwärtig getrennt werden. Sie denken zurüc an die felige Zeit von 1879, als die neue Bollgesetzgebung in Die schutzöllnerische Majorität bes Reichstages nußt bigen reicht die pri nitivste Landwirtschaft aus; der zivilis Szene gefeßt wurde, an die Einigkeit, von welcher beide Bar wird bas offenbar thun, so lange und so weit fie Verhältnissen lebt, macht Ansprüche, die von der Landwirtht lann. mirb mal Die Rornzollfrage ist also entschieden; Deutschland erhöhte Kornzölle haben. Aber wenden wir uns einvon den gewöhnlichen Gesichtspunkten weg und betrachten wir die Sache von einer anderen Seite. und richtet demgemäß Die Regierung ftüßt sich auf die ländliche Bevölkerung ihre Politik ein- Fürst Bismard sprach in seiner legten großen Rebe wieders bolt ironisch von den Herren Städtern". Er Die ton schaft nicht befriedigt werden können. Die Landwirthschaft kann uns weder Wohnhäuser noch Kleider, noch Stiefeln liefern, und mit unseren geistigen Bedürfnissen hat die Land wirthschaft zur Zeit nichts zu thun. Man wird leicht einsehen, daß für ein Kulturvolk die Pflege des Geistes, Induftrie und Handel ebenso nothwendig, in einzelnen Fällen noch nothwendiger find, als die Landwirthschaft, die nur einen Theil unserer törperlichen Bedürfnisse zu befriedigen vermag und gegenwärtig nicht einmal im Stande ist, für produkte zu liefern, so daß wir auf eine starke Einfuhr fremmeinte, wenn die ländliche Bevölkerung zusammenbielte, so die rasch sich vermehrende Bevölkerung die nöthigen Bodenfervativen Parteien, in ihrer großen Mehrheit aus Groß- der Bodenprodukte angewiesen sind. grund- und Rittergutsbesigern bestehend, barunter einige Ser größten Grundbefizer Deutschlands, folgen auf dieser Sabrud verboten.] 89 Feuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dur. Forserung.) .. Du darfst mir und der Romtesse die Bitte nicht abichlagen; Du mußt mitkommen, Dein Pferd steht schon ge= fattelt." Aber Mr. Gefferson...?" Darüber sei beruhigt! Du erinnerst Dich, daß ich Es wird sonach ein modernes Gemeinwesen nur seinem eigensten Interesse entsprechen, wenn seine Institutionen teffe in der Seelenangst weiß; außerdem ist's hier eben nicht allzu warm." ,, D, Dntel Habicht, was das betrifft, so bin ich glücklicher Weise jetzt im Stande, Dich beffer aufzunehmen, als das erste Mal, da Du mich in Bladfield besuchteft. Gieb acht, es vergeht feine Viertelstunde, so ist's hier warm im Zimmer, Du hast Deinen Thee und einen Fleischpudding, so gut, wie ihn nur der Koch in M'Donuil zu bereiten im Stande ift. Wenigstens eine Stunde mußt Du mir Deinen Besuch schenken. Auf dieseu knrzen Aufschub wird es bei der Krankheit des Grafen nicht ankommen; bort kann man Außerdem habe ich Dir auch Neuigkeiten aus der Heimath teien zusammengehalten wurden, zu der dann die Regierung den Segen sprach. Troßdem dieselben Parteien bei dem neuen Bolltarif wieder zusammenstehen, es will doch keine rechte Freudigkeit über sie kommen. Freudigkeit über fie tommen. Sie sind mißtrauisch gegen einander geworden, da die Regierung fich vom Bentrum zurüdAеzogen hat; es find auch in legter Zeit zwischen den beiden Parteien große Differenzpunkte eingetreten in der Kolonial politik, in der 20 000 Mart- Debatte, nach welcher die konservativen Drgane an dem Zentrum fein gutes Haar ließen, und in anderen Fragen noch. Abrr troß dieser Differenzen der Aerger, daran erinnert zu werden! Das beweist nur, wie groß noch die alte Liebe ist und man braucht nicht überrascht zu sein, wenn eines schön Tages wieder das konservativAls fleritale Bündniß in verjüngter Schöne auftaucht. Kupplerin wird dabei natürlich fungiren die alte Vettel, die Reaktion. Die Kolonialpolitit macht gegenwärtig den europäischen noch besonders am Herzen liegt, daß find die eigenthümlichen Umstände des Verlaufs dieser Krankheit." " Wie verstehe ich das, mein Junge?" " Du weißt, daß die Amberg's um den Alten herum= schleichen, um ihn zu beerben." " Da Du von dem Vermögen des Alten durchaus nichts haben willst, und Lucie so gestellt ist, daß sie den Alten nicht braucht, Dein jüngster Bruder aber wahrscheinlich todt ist, so sollte ich meinen, braucht Euch das nicht besonbere Kopfschmerzen zu machen." Das thut's auch keineswegs! Ich sehe der ErbMr. Gefferson schon damals bei Deinem Engagement die nicht in Stunden, sondern allenfalls in Jahren helfen. schleicherei der Ambergs kein Hinderniß in den Weg." forderlichen Falls, beurlauben müsse. Ich habe ihn heute mitzutheilen." an bas damalige Versprechen erinnert, und Dir ist der Urlaub bereits gewährt." schwerer Schritt.. So, so!.... find wohl in dem Briefe enthalten, ben Du bei meinem Eintritt in der Hand hieltest?" ,, Errathen! Der Brief ist von Lucie." Dann freilich kann ich nicht anders, Dntel Habicht, als Dich begleiten. Glaube aber, es ist für mich ein nung, und ich habe nicht die mindeste Aussicht, die Er nehmeren und sichern Hafen der Ehe eingelaufen." Man fest auf mich große Hoff wartungen zu rechtfertigen; ja, ich muß Dir gestehen, mir " Ah, von der glücklichen Braut. Ich sehe voraus, daß das gute Kind jetzt in dem Hafen des Glücks und des Friedens geborgen ist, so lange, bis sie in den noch angeWas fie betrifft, fönnte sie glücklich sein, und in ihrer fcheint der Zustand des Grafen ziemlich hoffnungslos. Liebe ist sie es auch bestimmt." Graf leidet, wird später zum permanenten und ist dann Solch' periodischer Wahnsinn wie dieser, an welchem der unheilbar." " ,, Es gehört vielleicht zu den Strafen, die Rodenburg erduldet, daß er genöthigt ist, sein Vermögen nicht seinen Blutsverwandten, sondern Fremben zu übergeben." " Wenn die Ambergs weiter nichts thäten, als sich um die Erbschaft zu bemühen, so würde ich keine Silbe barüber verlieren; indessen mir scheint es, als lebe er ihnen zu lange." ,, Was meinst Du damit?" " Der Arzt, welcher Onkel Rodenburg behandelt, ist ein Schurke oder ein Unwissender." Ei, zum Henker, Frip, Du meinst, daß man seinen Weg ins Jenseits absichtlich beschleunigt?" ,, Absichtlich, oder unabsichtlich; jedenfalls ist die Kur, welcher man ihn unterzieht, geeignet, ihn binnen Kurzem Grab zu bringen." Glaube es wohl! Ich habe ihren Verlobten kennen gelernt, ein prächtiger Mann, ein Mann, von dem ich überzeugt bin, daß er Lucie so glücklich machen wird, wie sie es Deine Worte würden mir noch mehr zu Herzen gehen, als lichen Eigenschaften wie Graf Fergus, er weiß Brand ebens Das möge der Himmel verhüten!" erwiderte Habicht. verbient; und Killmare ist ein Mann von eben so vortreffin's fie es schon jetzt thun, wenn ich nicht troh dessen die Hofffalls zu schäßen, und wird ihn sicherlich so fituiren, daß das, was man Sorge nennt, an das junge Paar nicht ,, Davon bin auch ich überzeugt, Dntel; aber ohne Eine étail ung hätte. daß Du Deine Fähigkeit unterschätzest. Stimme fagt mir, daß Du hier helfen kannst und helfen herantritt." wirft, ob Du nun selbst an Deine Hilfe glaubst oder nicht. Also mein Junge, triff ohne Umstände Deine Reisevor Sorgen ist Lucie doch nicht, ihr Brief flingt recht traurig." bereitungen, damit wir noch diesen Morgen unsere Reise antreten tönnen." nehmen?" „ Aber willst Du denn nicht wenigftens den Pelz ab Was Du sagst!... Was drückt denn das junge Mädchen? Was macht ihr Kummer?" Onkel Rodenburg ist auf den Tod krank." Laß nur; ich will nicht lange verweilen, und habe seine Krankgeit sie so tief bekümmert." nicht Ruhe, es mir irgendwo bequem zu machen, so lange ich meinen guten Herrn in der Gefahr und die arme Roms " Der Teufel! Ich bin zwar kein Freund des alten Rodenburg, schon um Euretwillen nicht, aber in diesem Falle, Friz, sollte ich meinen, müßtest Du ein Auge zu= brücken, müßtest Deinen Groll überwinden, und dem Alten flaren Wein einschenken." Freut mich, Onkel Habicht, daß Du mir diesen Nath giebst. Sieh, ich habe mir dasselbe auch schon gesagt. Ich habe zu ihm gehen, ihm helfen wollen, wenn ihm zu helfen war Ich war in Feldau." " .. " Der hat es doch wahrhaftig nicht um sie verdient, daß Und nun?" " H Wurde abgewiesen!" " Er hat es freilich nicht verdient; aber es ist immerhin der Bruder unsers Vaters. Was aber Lucie und mir hier " Von den Amberg's voraussichtlich?" " Nein, von Onkel Rodenburg selbst, und zwar auf Regimmgm große Sorge. Di, Kongo-Konferenz geht ihrem Ende entgegen. Die internationale Kongo-Gesellschaft ist von allen detheiligtm Nationen, außer von Portugal, aner- kannt worden. Die Verlegenheit ist groß, da man nur moralische Machtmittel hat, um Portugals Widerstand zu de- stegen. Materielle Mittel dürften bei der Verschiedenheit der Auffassungen der Mächte kaum angewandt werden. Und ehe dies nicht geschieht, wird Portugal nicht nachgeben und keines seiner wirklichen oder vermeintlichen Rechte an die Kongo-Ge- k-llschaft abtreten. Zum franzöfisch'chineflschen Konflikt enthalt die„Nord. Allg. Ztg." folgende offiziöse Auslaffung:„Die französische Rcgiciung ist bisher bestredt gewesen, die Aktion ihrer See- strettkiäfte in China zu lokalistren und eine Belästigung des Handels der Neutralen möglichst zu vermeiden. Insbesondere war von der Durchsuchung neutraler Schiffe auf hoher See franzöfischerseits bisher abgesehen worden. Die vor Kurzem an die englischen Kolonialbebördcn ergangene Weisung zur strikten Handhabung der Neutralitätsregcln bat indessen für die fran- zöfische Regierung eine neue Situation geschaffen und sie zu dem Entschlüsse geführt, nunmehr auch ihrerseits gegen alle Neutralen die Rechte in Anspruch nehmen, die nach tnternatio- nalem Recht der kriegführenden Partei zustehen. Unsere Schiffe werden in Folge dessen gewättigen müffen, von dm Kreuzern der französtschen Kriegsmarine in den chinefischen Gewässern angehalten und durchsucht zu werden- Dieselben werden daher gut thun, jeder Versuchung, Kriegskontrebande an Bord zu führen, zu widerstehen. Wir haben indessen Grund, zu glaubm, daß die Befehlshaber der französtschen Kriegsschiffe dem legitimen Handel auch ferner jede thunliche Rückficht zu Theil werden lassen und nur daS eine Ziel verfolgen werden, die Ausschiffung von Kriegskontrebande an den chinefischm und tonkinefischen Küsten zu verhindern-"— Uns ist die Kund- aebung der Offiziösen etwas unklar. Bekanntlich hat Frankreich bis jetzt noch nicht den Krieg an China erklärt und edmso wenig China an Frankreich; so lange aber der Krieg nicht förmlich erklärt ist» kann doch keine Kriegskontrebande statt- finden-r- Die Zusammenstellung der Eraebuisse der Reichs- tagswahleu im Jahre 1884 ist dem Reichstage zugegangm. Danach haben hei den entscheidenden Wahlen von 9 382792 Wahlberechtigten S 311 973 giltig gewählt. 24195 Stimmen warm ungilttg. Von den Wahlberechtigten haben fich 62, 2pCt. an der Wahl betheiligt. Auf Kandidaten der Deutschtonserva- tiven fielen 385 954 Stimmen, ReichSpartei 417811, National- liherale und Gemäßigtliherale 1 025 818, Deutschfreifinnige und Fortschrittlich-Liderale 1 082 634, Centrum 1254943, Polen 206 346, Sozialdemokraten 507 798, Volkspartei 117 749, Weifen 122 611, Dänen 11930, Elläffer 167 243, unbestimmt 807, zersplittert 10329.— Von 100 gtltigen Stimmen fielen demnach auf: Deutschkonservative 15,2, Reichspartei 7,2, Nationalliberale 17,7, Deutschfreifinnig 18,6, Zentrum 21,6, Polen 3,6, Sozialdemokraten 8,7, Volkspartei 2,0, Weifen 2,1, Dänen 0,2, Elsäffer 2,9, unbejnmmtjD.O, zersplittert 0,2. " Die Braunschweiger Erbfolgefrage füllt wiedereinmal die Spallen der TageSblätter; Anlaß dazu giebt eine Besuchs- reise des zukünftigen Herzogs von Oldenburg zu dem Braun- schweizer Kronprätendenten, Herzog von Cumberland in Gmundm. Der konservative„Reichsbote" bemerkt zu diesem Besuch:„Dieser Vifite maß man betreffs der Sympathien, deren der Prätendent sich in deutschen Fürstenhäusern erfreut, mit Recht eine symptomatische Bedeutung bei. Im Anschluß daran wird uns von wissender Seite verfichert, daß der Erb- großherzog von Oldenburg keineswegs der erste deutsche Fürst aus einem regierenden Fürstenhause sei, welcher in Gmunden vorgesprochen habe. Es wird überhaupt immer augensckein- licher, daß die Cumberland'schen Erbansprüche von Tag zu Tag mehr Terrain gewinnen, so daß über die«ndgiltige Lösung der Erbfolge in den maßgebenden Kreisen heute wohl kaum noch ein begründeter Zweifel obwalten dürfte. Was über die an- gebliche Haltung des Herzogs von Cumberland in der Preffe verbreitet wird, dürste einfach in das Reich der Fabeln zu ver- weisen sein. Es ist Thatsache, daß stch auch auf dieser Seite eine Geneigtheit zu erkennen giebt, die hannoversche Frage aus der Welt zu schaffen, und dies läßt hoffen, daß auch die braunschmeigische Fiage in einer Weise gelöst werden dürste, welche die nationalen Interessen dcS Reichs nicht verletzt/— Nach dem..Reichsboten" hält- der Herzog von Cumberland also die beste Ausficht in den Braunschweiger FriedenShafen einzulaufen.... Frankreich. Die Reaktion in Frankreich hat einen harten Schlag er- halten. Der konservativ gesinnte General Gallifet, auf welchm die Reoanckeschreier und auch die Monarchisten ihre Hoffnung gesetzt haben, ist von seinem Korpskommando zurück- getreten. Da die Zeit, bis wann er diesen Posten bekleidet, binnen Kurzem abläuft, so nimmt man allgemein an, daß et keine Hoffnung auf Wiederernennung gehabt hat und deshalb freiwillig zurückgetreten ist Frankreich kann stch gratuliren, der Republik ist ein weiterer Stein aus dem Wege geräumt und ein etwaiger Reoanchekrieg ist in noch weite Ferne gerückt. eine schmähliche, ehrenrührige Weise... WaS meinst Du, wa» er mir auf mein verwandtschaftliches Anerbieten ant- «orten ließ?" „Ich habe keine Ahnung; nach meiner Auffassung hätte er Dich in die Arme schließen und ausrufen müssen: „»Fritz, Du bist ein braver, edler Mann!"" Wenn er Dich so nicht aufgenommen hat, dann ist's unver- zeihlich." „Er hat mich nicht einmal sehen wollen." „Unmöglich! Du hast Dich durch die Amberg'« täu« scheu||Q6e jeinen schriftlichen Bescheid in Händen gehabt.... Kannst Du Dir vorstellen, daß er niedrig genug dachte, mir Geld anzubieten, gleichsam einen Knochen, den man einem Hunde zuwirft, um ihn zu beru- higen, daß er nicht beißt, mit der Aufforderung fern Hau» nie wieder zu betreten?" „Unmöglich; in dem Falle, Fritz, verdient er weder Deine noch Lucie's, noch irgend eines Menschen Theil- �„Trotz alledem habe ich es für«eine Pflicht gehalten, ihm zu helfen, wie ich helfen konnte.... Ich habe, da er mich nicht sehen wollte, ihn schriftlich gewarnt vor seinen Freundcn und seinem Arzte." Auch diese Warnung hat er nicht beherzigt?" .,Sie ist ihm vielleicht gar nicht zugegangen!" , Sie ist vielleicht von den Amberg« unterschlagen?" „Lucie schreibt, daß vor Kurzem der Prediger Wil. hclmi sie in Wildenhain besucht habe, daß dieser ihr mit- getheilt, wie der Zustand RodenburgS sich immer mehr und mehr»erschlimmere, wie die AmbergS ihn von allem Verkehr mit Anderen abschließen; selbst dem alten Ehrlich ist der Zutritt nicht mehr gestattet, ihn sowohl wie Wil- helmi weist man beharrlich ab.,. �_ „Wenn der Alte langsam vergiftet wird, Fntz, so hast Du Dir keine Vorwürfe zu machen; Du hast da« DeiNlg« gethan, um ihn zu retten." Mir ist aber, al« müßte ich noch etwa» thun.... Er ist doch immer der Bruder meine» Vater»; ich kann es — Vom chinesischen Kriegsschauplatz verlautet, daß Ad- miral Courbet auf der Suche nach der chinesischen F l o tt.e ist. Mit 12 Schiffen hat er am 4. Februar Kelung verlassen. Fünf Schiffe hat er zur Beobachtung der Straße von Fukian zurückgelassen, am 6. Februar lief er Matsu an, vurch- suchte die Mündung des MinfluffeS, wo wieder ein Schiff zurückgelassen wurde, und ging dann nordwärts. Die stan'östsche Flotte ist am 14. von der in der Mündung des Tantse gelegenen Insel Gutzlaff gemeldet worden. DaS Kreuzen der französischen Flotte nach dem Norden soll auch den Zweck haben, die Reiszufuhren, welche die nördlichen Provinzen be- dürfen, und welche die chinesischen Behörden noch vor Eintritt des Frühjahrs hereinzubringen hofften, abzuschneiden. Man will den Norden aushungern. — Admiral LeSp-s soll inzwischen die Blokade von F o r- mosa aufrecht erhalten. Die Berichte von Kelung lauten weniger beftiedigend. Der Widerstand ist zäh und bis jetzt ist es nicht gelungen, die Chinesen aus den Stellungen zu vettreiben, die fie in 6 Kilom. Entfernung von Kelung ein- nehmen. Trotz ziemlich empfindlicher Verluste haben die Fron- zosen die Chinesen nicht verhindern können, die Offenfive zu ergreifen. Vor Ankunft der Verstärkungen wird nichts zu machen(ein. — Die Neuwahlen fürdieDeputirtenkammer sollen angeblich am 14 Juni stattfinden, also zwei Monate vor dem natürlichen Ablauf des Mandats der jetzrgen Deputirten. Der Senat wird wahrscheinlich das Gesetz genehmigen, mit dessen amtlicher Veröffenllichung, einer einzufügenden Klausel zufolge, das Mandat der Kammer erlöschen soll. Die Republi- konische Union ist fest entschloffen, in dieser Weise vorzugehen, und zwar aus zwei Gründen. Da stch der Krieg in Tongking jedenfalls noch in die Länge ziehen wird, muß dem Eindruck vorgebeugt werdm. dm etwaige ungünstige Nachrichten hervor- bringen könnten. Änderntheils will man daS Budget für 1886 vor dm Wahlen nicht erledigen, sondern stch lieber mit einem Nothgesetz begnügen, um nicht die ungünstige Lage der Finanzen in diesem Augenblicke dem Volke zum Be- wußtsein zu bringen. Ein erheblicher Widerstand gegen diesen Plan ist nur seitens der äußersten Linken zu erwarten. Alle Parteien, die äußerste Linke ausgenommen, setzen große Hoffnungen auf das Listenskrutinium. Die äußerste Linke wird jedoch bei ihrem Widerstande ziemlich auf die eigenen Kräfte angewiesen bleiben, folglich den Lauf der Dinge nicht aufzu- hatten vermögen. — Die äußerste Linke hat auch beschlossen, daS vereitelte Meeting auf dem Opernplatz und die Vorfälle in Montceau« les-Mines, wo ein Geheimpolizist die Arbeiter zu Attentaten verleitet habm soll, zum Gegenstände einer Interpellation zu machen. Vorher will fie noch das nöthige Material zusammen- bringm. s Ruftland. In gutuntcrrichteten Kreisen von Petersburg wird erzählt, daß die A f f a i r e P u t i l i n— Putilin ist der ehemalige ChefderGeheimpolizet, welcher unter dem Verdachte mehrfacher in Verbindung mit einem Theile seiner Untergedmen verübter Betrügereien seiner Zeit in Haft genommen wurde— im ordentlichen Rechtswege durchgeführt werden wird. Der um seine Meinung befragte ehemalige Präfekt von Et. Petersburg, General Trepow soll stch für die N t e d e r s ch l a- g u n g der Affaire und Bestrafung der Schuldigen im ad- ministrativen Wege ausgesprochen haben; eS scheint aber dieser Rath in maßgebmden Kreisen auf Widerspruch gestoßen zu sein.— Man wird schließlich doch wobl den Mantel der Liebe über die„kleinen" Unregelmäßigkeiten decken. — Das Schicksal des Bischofs Hryniewiecki ist schnell entschieden worden. Am 3 Februar Nachts reiste er von Wilna ab, um stch in Petersburg zu verantworten, und am 11. schon wurde er, der„Pos. Ztg." zufolge, von dort unter Eskorte nach JaroSlaw in die Verbannung abgeführt.— Das war vorauszusehen; wie konnte stch auch der Bischof unterstehen, den hoch- gestellten Persönlichkeiten Unfittlichkeit vorzuwerfen! Großbritannien. Im BritischenParlamente ist mitgetheilt worden, daß das englische Kabinet an die P o r t u g i e s i s ch e Re- gierung vor einigen Tagen die Aufforderung gerichtet habe, möglichst rasch einen Ausgleich mit der K o n q o- G e- s e I l s ch a f t herbeizuführen. Dem Vernehmen nach habm fich andere Hauptmächte diesem Schritte angeschloffm; eine Antwott ist jedoch noch nicht darauf erfolgt, man steht ihr jede Stunde entgegen. — Die Rüstungen für das 10 000 Mann starke Hilfskorps, welches England nach dem Sudan entsendet, wer- den in Woolwich, Äldersbot und den übrigen Äilttärdepots mit allen Kräften beschleunigt. Die Einschiffung soll am nächsten Mittwoch beginnen. Generallieutenanl Sir Gerald Graham, der im vorigen Jahre die Araberstämme unter Osman Digma in den Schlachten bei El Ted und Tamai in der Um- gebung von Suaktn befehligte, ist mit dem Oberbefehl über daS Hilfskorps betraut- Sein GeneralstadSchef ist der General- major Greaves, während Generalmajor FreemanUe zum Be« nicht über mich gewinnen, ruhig zuzusehen, wie Schurken sein Leben und seine Seelenruhe unterarabm." „Du hast ein gefühlvolles Herz, Fritz; ei macht Dir Ehre, daß Du so denkst, und wenn Du meinst, noch irgend eine Gelegenheit zu haben, dem Alten zu helfen, so besuche ihn...„„Man soll glühende Kohlen auf daS Haupt sei» nes Feindes sammeln,""... und»a« Du thust ist christlich gehandelt." „WaS ich thun müßte, ist mir schon klar, Habicht; aber wie ich es thun soll, das ist eS eben, worüber ich im Zweifel bin, und worüber ich mir den Kopf zerbrach, al» Du eintratest." „Ja, Fritz, wie Du e» anfängst, dem Alten Deine Warnung oder Deine Hilfe zukommen zu lassen, weiß ich vorläufig auch nicht; aber ich werde Dir helfen darüber nachdenken, vielleicht, daß fich ein Mittel findet... Nur jetzt darfst Du nicht daran denken, jetzt mußt Du Dich ganz un» widmen. Du hast nicht blo« Pflichten gegen Deine Feinde, sondern auch gegen Deine Freunde. Du bist eS mir, Deinem Pathen, schuldig, daß Du zuerst an mich denkst, und rann magst Du auch an die Anderen denken." „Wie selbstsüchtig Du bist, Pathe," sagte Fritz lächelnd. „Wer Dich so reden hörte, sollte meinen. Du wärst der hartherzigste und selbstsüchtigste Mensch von der Welt... Aber Du forderst ja nicht für Dich, Du forderst für einen Andern; darum ist Dein« Forderung gerade da? Gegen» theil von Selbstsucht... Du hast übrigen» Recht, Pathe, daß ich vor allen Dingen Dir einen Dienst schulde, und daß eS Unrecht wäre, wenn ich Dir eine Bitte abschlüge, um sie zuvor einem Andern, der meinem Herzen nicht so nahe steht, zu erfüllen." Fritz hatte inzwischen eine Glocke gezogen. Ein Diener hatte das de« Verlöschen nahe Feuer im Kamin aufge» schürt. E« flackerte jetzt hoch auf, so daß Hambicht nun» mehr ohne Aufforderung seinen Pelz ablegte. Eine Viertelstunde später saßen Beide am Feuer an einem Tische, auf welchem ein einladende» und schmackhaf» teS Frühstück hergerichtet war. Sie plauderten Beide und waren ein Herz und eine Seele, und wer nicht wußte, da» fehlshaber der Gardebrigade, die einen Theil des Expedition�- korpS bildet, ernannt worden. DaS indische Truppen« kontingent, daß nach S u a k i n geschickt werden soll, wird«u« dem 15. Sikhs, dem 17. bengalischen Infanterie-Regiment dem 9. bengalischen Kavallerie-Regiment, Hodson's �mer- korps und einem Sepoy Regiment aus Bombay bestehen. Den Befehl über das Kontingent wird wahrscheinlich Oberst Hodson führen._ Ueber die Entwtckelung unsere» Gemeindeschulwesent bietet der städtische Etat viel Interessantes. Die regelmäßige Zunahme des Schulbesuches werden wir erst in der nächsten Zett erreichen. Bisher haben M Ursachen die Schülerzahl ganz ausnahmsweise stark an wach laffen. Die erste war die Umwandlung der Priv°/' schulen in öffentliche. Die Klaffen der Prioat-Ns' mentarschulen, welche die Gemeinde statt der eigenen benutztes überwogen die städtischen noch im Jahre 1861. Von jenen gab es 254. von diesen 205. Aber das Verhältniß kehrte N« bald um. Im Jahre 1874 standen den 1068 Gemeinveschul- tlaffen nur noch 55 Privatschutklassen gegenüber, und je» 1877 ist die Zahl der letzteren mit vierundzwanzig unverändeo geblieben.. Eine zweite Ursache ausnahmsweise starken Zustrom» von Schülern war bisher der Uebergang der mar!» bemittelten Kinder aus der schulgeldpfl'®' tigen Sckule in die unentgeltliche Gemein»? schule. Der Gemeindebeschluß von 1870, welcher jw® schulpflichtigen Berliner Kinde die Thore unM Schulen unentgeltlich öffnete, hat nicht in Jahre seine Folgen nach fich gezogen; viele Eltern genirwf- zunächst noch, ihre Kinder in die Gemeindeschule zu Zwar stieg die Frequenz der öffentlichen Volksschulen 1870 um 8164 Kinder und im Jahre 1871 um 3873, affiK Jahr 1872 brachte nur 925. Der Krieg und die GiünWjJ verdeckten zunächst die Entwicklung. Dann aber trat fUW j bis fie ihrer natürlichen Grenze fich sowett nähette, Niveau der Bevölkerungsschichten, welche ihre Kinder der äso»? schule anvertrauen, nur noch wenig und nur noch sehr langF steigen kann- Kinder von sechs bis vierzehn Jahren w#» vorhanden Ende in der unentgelt- in der schulgel»' des Jahres lichen Schule Pflichtigen Shn» 1872 53 973 33 993 1873 55 589 35590 1874 59 182 35 915 1875 64 279 36 144 1876 69 554 37 164 1877 74 269 35916 1878 79981 35192 1879 86 852 34 402 1880 93 591 33 962 1881 102655 34269 1882 112 863 34 573 1883 122098 34 646 Hieraus ergiebt fich, daß in dem elfjährigen Zeitraum Ende 1872 bis Ende 1883 die Zahl der schulgeldzahles®? nur um 653, die Zahl der auf Kosten der Stadt unentae»� Unterricht empfangenden Schulkinder dagegen um 68 125,% auf mehr als das Doppelte gestiegen; fast der ganze Kinberzu�? dieses Zeitraums ist von der Gemnndeschule aufgenommen� den; nicht ein ganzes Prozent ist von ihm in die schmi? Pflichtige Schule getreten. Ende 1873 zahlten noch 39% 100 Kindern Schulgeld, Ende 1883 nur 22. Mehr al» 5 Viertel der Berliner Kinder erhalten jetzt ihre Bildung bL, Volksschule. Dieser Prozentsatz wird stch bei natürliche lauf der Dinge nur wenig ändern- Dies varauSgesetzt, würden bei dem jetzigen W der Bevölkerung 1888 die Gemeindeschulen 167500- oder 43 900 Kinder mehr als Ende 1883 ergeben. Aus/ bis 55 Kinder ist eine Klasse zu nehmen, also find im ca. 800 neue Klassen erforderlich, d. h. jährlich 160, d b- 16 Klaffen eine Schule bilden, jährlich 10 neue 6® j, l e n. Die 800 neuen Klaffen werden sicherlich nicht em werden können, fehlren doch Ende 1883 bereits die eh Räume für 520 Klassen, es gab 454 Methklaffen und 6v gende Klaffen. Auch für diese wird Ersatz geschafft F? müssen, da ihre Mängel und die Nothwmdigkeit ihrer W" gung allgemein anerkannt sind- Die Gekammtbaukofien 50 neuen Schulen find auf ca. 11 MilL Mark zu veram� gen.„Ohne diese Mittel— bemerkt der Magistrat—% die nächste Generation in Gefahr, durch die Unzulängst®' der Schullokale einen Rückgang in der Bilduna ,u etkgßn Pferdebahn. Wie s. Z. mttgetheilt, ist zwischen..� Stadtgemeinde Berlin und der Direktion der Großen. Pferdedahn-Aktiengesellschast ein Vertrag geschloffen w»'- nach welchem die genannte Gesellschaft vcrvflichtet wurde, � im Laufe dieses JahreS den Bau der längst projektirten vL» bahnlinie Geiundbrunnen— Wedding— Moabit fertig zu ■"ä aber e '«iehrsint mannte Z «"8 bis a � allen Wen ai Wgend ex Ulgerichj «TOttl zu keine andere Verwandtschaft al» die ihres reinen und � Charakter« fie aneinander band, der hätte meinen daß in so innigem Seelenverkehr nur Vater und® stehen können.. � So saßen fie hier bei einander am traulichen und so ritten sie«ine Stunde später neben einander. die Schneegefilde. Unter warmen Pelzen schlugen zwei edle Herzen.__ Dritte« Kapitel. rW Das alterthümliche Schloß M'Donuil war Fnp j � bekannt. Es überraschte ihn nicht mehr die wunv � groteske Bauart, es erfüllten ihn die langen, g«90 J# Gänge nicht mehr mit unheimlichem Gefühl, wie da« Mal. Er kannte alle Räume und auch die Dienw � de» Schlosses, welche ihm wie einem atten Freunv Hause» die Hand drückte. Habicht führte ihn auch diesmal in da» großs o'� in welchem er da» erste Mal gewartet hatte. Wie � fand er er Jeane Dupr--, die Frau des Haushofme � am Kamin, welche ihm bereitwillig und mit einem Knix sogleich ihren Platz überließ, während Herr � ihn sogleich mit einem Glase Punsch regalirte.™ „Da« Zimmer de« Doktor« ist doch geheizt und o � lich in den Stand gesetzt?" wandte sich Habicht»» Haushofmeister. „Alle» in Ordnung!" sagte dieser.„Sie sogleich in Besitz nehmen, wenn Sie wollen. „Auch für ein ordentliche« Abendessen g „Alle« geschehen! Sie werden Wein und und warme Küche vorfinden, und wenn es Jeane würde..."... Jeane errieth, wa» er hinzuzusetzen beabsichu»'„ „Nein," wiederholte sie,„Du wirst heute Ab«# mehr den Herrn Doktor belästigen, hast außervew. genug getrunken. Wenn Deine Geschäfte besorgt lege Dich schlafen." � Dupre brummte etwa» in den Bart, und M„ einem ttefen Seufzer über die Tyrannei seiner Fra»- ihn abhielt, an dem angenehmen Abendessen und n Wl könne" i ihn editions Jetter och in letter Stunde ist auf Antrag der bezeichneten GesellTruppen haft fener Vertrag dahin abgeändert worden, daß man bei der wird aus ojektitten Linie die Endstation in Moabit Neuer BackhofRegiment, riminalgericht" aufgegeben und dafür die von jenem Bunkte weit abführende andere Richtung: Berleberger- Stromstraße, hat unter den Bewohnern jener drei Stadttheile nicht geringe Entrüftung hervorgerufen, weil nach demselben der Bau der Sen. Den Hodson 3 werden rage ist noch gar nicht nach der Stromitraße durchgelegt, so aß die Anlage dieser Bahn zunächst unmöglich ist. AndererIwefens its aber entspricht die neue Endstation in feiner Hinficht den Berkehrsinteressen. Diesen Beschluß des Magistrats, der die enannte Direktion von ihrer früher eingegangenen VerpflichSen zwei ung bis auf Weiteres entbindet, rückgängig zu machen, find allen drei Stadttheilen Betitionen mit zahlreichen Unter nwachfen Srivat driften an den Magistrat abgesandt worden, worin derselbe ivat- Ele dringend ersucht wird, au Gunsten einer großen Bevölkerung Den neuen Beschluß aufzuheben, den Bau der Bahn durch Fest. benuste, on jenen alten der ursprünglichen Endstation Neuer Backhof- Krihrte fich inalgericht möglich zu machen und ihn sofort in Angriff nehmen zu laffen. Endeschul und feit verändert Buftromes pflic meinde er jedem Lokales. mäßig ben blüht aus den Ruinen cr. Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und nenes es wird uns gewiß Nieand den Vorwurf machen, als ob wir besonders an alten et veralteten Einrichtungen oder Zuständen hingen, aber wenn an einen Blick auf gewiffe Neuerungen wirft, die in Berlin unferer einem mirten fid Schilden im Jahre aber bad ründerzeit Te hervor Daß das Der Boll langfam en waren Sulgeld Schule 93 590 15 44 64 16 92 102 962 69 573 546 raum vo zahlenbe entgeltli allo $ 125, erzuwadi men wo Schulgel 39 uni als br ng in ber them Bers Bachithum Sil Auf je 54 it n Banjen D. 5., ba e Su entbeb se eigenes b 66 f it werbe er Befeit Toften DE peranfchl tomm änglichte erleiden ischen be n Berline 1 worden urbe, nod Hilbung so hatten sich doch so viel Gase in der Kammer angesammelt, I wegen mangelnder Arbeitsfähigkeit wieder entlaffen. Im daß fie die oben beschriebene traurige Wirkung zur Folge ge legten Jahre ist die Zahl der überwiesenen Vagabunden von 789 auf 538 gefunken, worüber die Statistik fich wie folgt aushabt haben. spricht: Der erhebliche Rückgang im legten Jahre ist zum großen Theile der fegensreichen Wirkung der Arbeiterkolonie Seyda und dem über den Regierungsbezirke ausgebreiteten Diese segens Nege von Verpflegungsstationen zu danken. Zwei Arbeitsburschen wurden gestern zur Haft gebracht, welche von dem Aushange eines Kleidergeschäfts in der Boyen auf ihrer Flucht aber ergriffen wurden. Einer dieser Burschen räumte bei seiner Vernehmung außer dem Ueberzieher- Diebstahlreiche Wirkung tann nur dann dauernd werden, wenn im noch einen Taschen- Diebstahl ein. Er hat hiernach am 9. b. Mts. während des Wochenmarktes auf dem Weddingplag einer feingekleideten Dame, befleidet mit einem langen grauen Mantel und mit einem but mit schwarzer Feber, die grauen Mantel und mit einem gut mit schwarzer Feder, die einen grau und schwarz gestreiften Handkorb bei fich führte, ein schwarzledernes Portemonnaie mit 50 M. aus der Seitentasche des Mantels entwendet. Das Geld bestand aus 10 und 5Markstüden in Gold und aus einigen Silbermünzen. Im Interesse der Untersuchung ist es wünschenswerth, daß die bestohlene Dame sich bei der hiesigen Kriminal- Polizei meldet. g. Einen neuen Beweis für die Thatsache, daß Thiere auch nach dem Tode threr Befiger no lange an die ihnen zum Aufenthalt gedienten Räumlichkeiten hängen und von dort schwer zu vertreiben find, geben die Kaßen des Fräulein Stein, genannt Raßenstein ab, welche bekanntlich im Alter von 92 Jahren im Hause Klosterstraße 1 verstorben ist und als einzige Trauernde ihre 3 Kazen hinterlassen hat. Obgleich ste ftets fortgejagt wurden, fehrten fie doch immer wieder an den Drt ihrer früheren Behausung zurück und gaben ihren Schmerz über den Tod ihrer Herrin durch lautes Miauen Ausdruck. Wohl mehr aus Mitleid für die Thiere als aus Pietät für die verstorbene wunderliche Alte erhalten jezt die drei vierfüßigen Hinterbliebenen von dem Wirth und den Bewohnern des gedachten Hauses ihre Nahrung. Belle Alliance Theater. Der überaus luftige Schwant Der Raub der Sabinerinnen" wird auch noch am Dienstag auf dem Repertoir verbleiben und in der That konnte die Direktion teine paffendere Wahl für die Fastnacht- Vorstellung treffen, als diesen Schwant, bei welchem das Publikum vom mehr um fich greifen, so lann man sich nur mit Mühe Gefühls der Wehmuth, der Sehnsucht erwehren, der richBerliner träumt heute beispielsweise gewiß noch gern von alten Kneipen, von den verräucherten Bierstuben, in denen fich so gemüthlich saß, in denen man sich ebenso heimisch fibite, wie in seinen eigenen vier Pfählen. Mag es nun Einfein oder mag es fich in der That so verhalten, im Allgemeinen fann man sich doch der Ansicht nicht verschließen, Anfang bis Schluß aus dem Lachen nicht heraus tommt. daß man früher angenehmer und vor allen Dingen reeller Ineipte als heute. Man tannte freilich früher die monotonen, thten" Bierhäuser nicht, in welchen man heute auf geradlebnigen, maffio- flobigen Stühlen so unbequem figt, als hätte footel nach einer durchaus stilvollen" altdeutschen Einrichtung, man einen Spazierstock verschluckt. Man fragte damals nicht de man heute mit dem unverhältnismäßig theuren Getränk Bleich mitbezahlt, der Wirth ist heute ein ausgesuchter SalonMensch, der über eine Anzahl von Kellnern in tadelloser Gesell haftstoilette verfügt, die den Gast je nach der Größe des Erinkgeldes mit vornehmer Herablaffung, serviler Unterthänigfelt oder paßiger Grobheit behandeln. Dafür hatte man früher aber weißgescheuerte Tische, in sauberen Schüsseln prangten Birth machte fich eine ganz besondere Ehre daraus, seinem ollmops und gekochte Eier am Buffet, und der freundliche Best in eigener Person ein Glas Bier zu fredenzen. Nur in einzelnen Weißbierkneipen findet man noch jene alte, urwüchstge Berliner Kneipenherrlichkeit, die Driginale, die man sonst in Beifen Lokalen so häufig traf, sterben immer mehr aus, der mobane Hauch scheint eben nur noch Alltagsmenschen zu zeiti gen. Es wäre daher wohl zu wünschen, daß man in den öffent Projettirtes Repertoire der töniglichen Schauspiele vom 15. bis 22. Februar. Im Opernhause: Sonntag, den 15.: Die Afrikanerin( Herr Niemann); Montag, den 16.: Das schöne Mädchen von Gent; Dienstag, den 17.: Der Wildschüß; Mittwoch, den 18.: Der Trompeter von Säckingen; Donnerstag, den 19.: Carmen; Freitag, den 20., auf höchstes Berlangen: Die Meistersinger von Nürnberg( Herr Niemann); Sonnabend, den 21.: Die Entführung aus dem Serail; Sonntag, den 22.: Margarethe. Im Schauspiel. hause: Sonntag, den 15.: Die Rangau; Montag, den 16.: Glüd bei Frauen; Dienstag, den 17.: Tartüffe, Castor und Polur; Mittwoch, den 18.: Hans Lange; Donnerstag, den 19.: Rosenkranz und Güldenstern; Freitag, den 20., zum ersten Male: Allibiades; Sonnabend, den 21.: Tartuffe, Caftor und Pollux Sonntag, den 22. Othello, der Mohr von Venedig. Soziales und Arbeiterbewegung. Die Sonntagsarbeit bei den Schuhmachern. Aus der bei den in Lotalen mehr die alte berlinische Gemüthlichkeit kultivirte, Provinz Brandenburg, aus Frankfurt a. D., ertönen jegt vielder Berliner hat, troßdem seine Stadt ja einen der ersten Pläße fach Klagen über die unter allen Städten einnimmt, fich doch immer noch viel von einen früheren, fleinbürgerlichen Verhältnissen bewahrt, und es durchaus nicht nöthig, daß er die gemüthvollen, charakteris fabt ganz und gar ablegt. Etwas weniger Steifheit, dafür lichen Ledervorräthen aufzuräumen; während so in der Nacht When Merkmale feines ganzen Wesens im Trubel der Weltbalb einen ganz anderen Anstrich geben. bischen mehr Herzlichkeit das wird unserem Verkehr sehr Das wird unserem Verkehr sehr a. 3. Eine Kohlenorydgasvergiftung dreier Bersonen hat Shellung machern. In Berlin ist nämlich alle Wochen große Schuh macherbörse und zwar Montags, weil da die Händler nach alter, eingefleichter Ansicht am liebsten kaufen. Sonntags wird nun der Arbeiter aufs Aeußerste angespannt, um mit sämmt noch gearbeitet wird, packt der Meister schon die fertige Waare in einen Sack und lauert, bis das legte Baar fertig ist. Nun werden schnell die Säcke auf einen Handtarren geladen und in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend stattgefunden, fort geht es nach dem Bahnhofe, um noch rechtzeitig mit dem welche den Tod einer derselben zur Folge gehabt hat. Die bei dem Schlächtermeister N. in der Hollmannstraße 31 in Stuffider Des befindlichen Schlächtergesellen B. und Sch. und der Schulz wurden heut Morgen gegen 6 Uhr in ihrer gemeinichaftlichen Schlaflammer über dem Pferdeftall im Hofe genannten Grundstückes durch Kohlenorydgas vergiftet be Frühzuge in Berlin einzutreffen. Während der Meister nach Berlin fährt, um auf der Börse die Waare zu verkaufen, gehen unterdeffen zu Hause die Gesellen ins Bett, schlafen bis Montag Nachmittag und warten solange, bis der Meister von Berlin zurücklehrt. Dann wird der Arbeitslohn ausgezahlt, der Montag und Feiertag ist dann aber auch schon vorüber. finnungslos aufgefunden. Ein schleunig herbeigerufener Arzt Unter diesem Sklavenleben leiden tausende von Schuhmachern. Fußboden und mit dem Unterförper im Bett lag, ins Leben anlassen, die Börse auf den Sonnabend zu verlegen, andernfalls Jurückzurufen, aber dieser Versuch blieb ohne Erfolg, da bei B., der fich im 25. Lebensjahre befand, der Tod bereits eingetreten war. Dagegen waren die Wiederbelebungsversuche bei den belben finden fich am anderen Personen von Erfolg begleitet. Dieselben beLeben, findjaber noch nicht vernehmungsfähig. Die fich an den Handelsminister wenden. Sie thäten wohl flüger die Anträge auf Beseitigung der Sonntagsarbeit, auf Einführung eines Marimal- Arbeitstages, durch Petitionen und ähnl. zu unterstüßen. Vagabondage. Der Regierungspräsident v. Dieft zu Basvergiftung wurde durch folgenden Umstand herbeigeführt: Merseburg hat eine Bettler und Vagabunden- Statistik für Die drei jungen Leute hatten am Freitag Nachmittag in ihre Schlaftammer, die teinen Ofen hat, einen eisernen Patentfüll Sabren 1877 bis 1884 durchschnittlich jährlich 582 Personen batten fie durch Abnahme des Wafferbeckens den Ofen start wurden, davon wurden 10 aus Deutschland ausgewiesen, in er: Pferde bit. Dbgleich an demselben Abend gegen 10 Uhr der Ofen Arbeitsanstalten unterbracht 2 auf 3 Monate, 269 bis zu vor dem Schlafengehen aus dem Schlafraum entfernt wurde, zu ftellen und ebla müffen and Sohn en Ramin ander über gen warm an dem einladenden Labetrunk, den er vorbereitet hatte, Theil zu nehmen. So, Frig, wenn Du Dich ein wenig erwärmt haft," wandte fich Habicht an diesen, so wollen wir sogleich zu dem Fräulein gehen; es ist nicht nöthig, daß ich Dich erst melde, fie erwartet uns bereits." Dann führe mich ohne Baudern zu ihr," verfeßte Uri; vielleicht geht es an, daß ich auch dem Grafen noch heute Abend meinen Besuch machen kann." Dhne Zweifel wird sie das wünschen... Nun, wenn Frig fu bereit bist, so laß uns gehen, Frig." wunderli gewölbten bas erf reunde be biesmal Habicht und Friz legten ihre Belze ab. Habicht schlug einen näheren Weg nach demjenigen Theil des Schloffes ein, in welchem die herrschaftlichen Gemächer Dienerfchlagen, nämlich den Weg am Eingangsthore vorbei über den Hof. Neben dem Hauptthore lagen rechts und links fleine Gebäude, in welchen sich Wohnungen der Beamten Habicht, als sie die Treppe nach dem Be Bimme Sie damal ofmeifter m höfliche err Dupr and orbent be cht an tönnen t?" Bier, fal se geflatte tigte. benb ni bem fo gt find, Schlos rau, wel nament befanden. giren den Gerichten wegen Bettelns und Landstreichens überwiesen 6 Monaten, 266 bis zu 2 Jahren, 21 auf 2 Jahre und 14 Studium eben nur, um nach dem Fenster zu sehen.... Er ist ein merkwürdiger Kerl, dieser Zwerg!" Durch die Fenster des Krankenzimmers brang ein schwacher Lichtschimmer. Alle übrigen Fenster des Thurmes waren völlig bunkel: hell dagegen waren die in einiger Ent fernung gelegenen Simmer der Gräfin Agathe beleuchtet. Fritz hätte gern noch einen Augenblick verweilt, um den eigenthümlichen Anblick der nächtlichen Ruhe dieses burgartig gebauten Schlosses zu genießen, allein der Anblick er mahnte ihn an seine nächste Pflicht. Komm Bathe, wir wollen eilen, ehe sich die Gräfin zur Ruhe begiebt," sagte er. Die Gräfin Agathe wird sich nicht zur Ruhe begeben, mein Junge. Ich sagte Dir schon, daß sie uns erwarte; aber bleibe eine Weile hier auf der Treppe stehen, laß mich zuvor in den Hof hinabgehen, ich höre die Hunde bereits." Publikum streng darauf gehalten wird, nicht durch Gaben an den Thüren die jest im Rückgange befindliche Vagabondage wieder zu stärken und zu vermehren." Wenn sich der Herr Regierungspräsident nur nicht bezüglich des Rückganges" täuscht. Von seinem Bezirk mag er ja die Arbeitslosen durch die Einschränkung der Privatwohlthätigkeit abgegrault haben, aber ob er den Strom der Arbeitslofen nicht nur nach anderen Bezirken abgelenkt hat? Früher hat man oft er fahren, daß ähnliche günstige Einzelbeobachtungen gar nicht das bewiesen, was fie auf den ersten Blid zu beweisen schienen. Geschäftsdruck und Arbeitslosigkeit. Der Sekretär der British Fron trade Association" theilt in seiner Geschäfts übersicht für das Jahr 1884 mit, daß das vergangene Jahr bentwürdig in den Annalen des englischen Schiffsbaues in Bezug auf unerwartete und anhaltende Geschäftsstille dafteht: In den fieben hauptsächlichsten Bentren des Stahl- und Eisenschiffbaues in England hat der Tonneninhalt der im Jahre 1884 gebauten Schiffe gegen das Vorjahr um 436 000 Zons abgenommen. Die Gesammtzahl der in den englischen Schiffsbauanstalten beschäftigten Arbeiter war im Jahre 1883 95 000, im Jahre 1884 wurden nur 59 000 Arbeiter oder 36 000 Arbeiter weniger als im Vorjahr beschäftigt. In einem Jahre 36 000 Arbeiter in einem Gewerbzweig überzählig! Diese Bahlen ge nügen allein als Beweis der traurigen Lage dieser englischen Industrie. Zur Unfallftatistit. Nach dem Minister v. Bötticher fanden fich Verunglückte beim Bergbau auf je 100 000 Arbeiter 205 Tobte und 8600 Verlegte, bei der chemischen Industrie 164 Todte, 5037 Verlegte, bei der Textilindustrie 23 Todte, 1113 Berlegte, bei Eisenbahn- Arbeitern und Bediensteten 105 Todte und 730 Berlegte. Kleine Mittheilungen. Stlavenhandel in Afrika. Der französische Konsul in Banzibar theilt der geographischen Gesellschaft zu Paris in einem Schreiben erschredende Details über den afrikanischen Stlavenhandel mit. Es herrscht gegenwärtig faft in gana Bentral- Afrika eine solche Hungersnoth, daß die unglücklichen Neger, um dem Tode zu entrinnen, in Mafie fich bei den aras bischen Händlern einfinden, um ihnen ihre Weiber, Kinder und fich selber als Sklaven zu verkaufen. Die menschliche Waare ist derart im Preise gefunken, daß kräftige Männer in Menge zu 4 Francs, Frauen zu 9 Francs auf dem Markt angeboten werden. Frankfurt am Main. Der Schuhmacher Andersen aus Schweden und der Schreiner Kars aus Desterreich, die beide wegen Verbreitung sozialistischer Wahlflugblätter verhaftet waren, find von hier ausgewiesen worden. Frankfurt a. M., 11. Februar. Der Verkehr im Gebäude des Polizeipräsidiums( Elesernhof) wird, so berichtet die Frant furter Big.", sehr strenge überwacht. Das große Thor ist Tags über geschlossen, nur die in demselben befindliche Schlupfpforte, durch welchen Raum blos ein Mensch gehen kann, ist offen. Rechts befindet sich die Wachtstube mit dem Telegraphen; vor Derselben gehen zwei Schußleute auf und ab, welche jeden, der den of betritt, fragen, wohin er wolle. Führt der Ein tretende ein Päckchen mit sich, so wird nach dessen Inhalt ge forscht; auch auf Körbchen ist das Augenmerk gerichtet. An halten, Anfragen 2c. erfolgen mit der größten Artigkeit. Jit die Wachmannschaft befriedigt, so wird die gewünschte Auskunft ertheilt. Auch vor dem Clefernhof fieht man häufig einen Schußmann auf und abgehen. In Bromberg hat die Polizeiverwaltung die Regelung der Brodpreise in die Hand genommen, indem sie auf Grund der Art. 73 und 74 der Gewerbeordnung eine Verordnung er laffen hat, nach welcher die Bäcker gehalten sein sollen, am ersten Wochentage jeden Monats derselben ein Verzeichniß der von ihnen im Laufe des Monats feilzuhaltenden Brodsorten und des dafür pro Kilogramm zu entrichtenden Preises in aweifacher Ausfertigung einzureichen, das mit dem polizeilichen Stempel versehene Exemplar am Verkaufsorte der Waaren aus zuhängen, außerdem im Verkaufslokale eine Waage mit geaichten Gewichten aufzustellen und den Käufern das Nachwiegen zu gestatten. München, 12. Februar. Wie hiesige Beitungen melden, fand vor einigen Tagen ein Pistolen- Duell zwischen zwei Stu birenden statt, bei welchem der eine der Dueйlanten sehr schwer verwundet wurde. Philadelphia, 13. Februar. Das hiesige Armen- Frren haus ift abgebrannt, achtzehn Insassen haben dabei das Leben eingebüßt. da öffnete sich die Thür des Häuschen, in welchem Toby's Wohnung lag. Leise tam der Zwerg bie Treppe hinunter; rechts und links blickte er sich im Hofe um, und als die Hunde seiner anfichtig wurden, da senkten sie den Kopf und klemmten den Schwanz zwischen die Hinterbeine, und suchten sich scheu davon zu schleichen. Sie hatten offenbar Furcht vor dem Gnom. Die Ur fache ihrer Furcht wurde sogleich klar. Behende schlüpfte Toby nach der andern Seite des Thores hin, deutete auf eine Deffnung im Erdgeschoß des Häuschens, in welchem Segal's Wohnung lag, stellte sich hinter derfelben auf und rief dann mit leiser, aber gebieterischer Stimme: Hinein!" Nur Wenige gehorchten dem Befehl; Andere wurden durch eine Wiederholung deffelben, und durch eine drohende Bewegung mit der Peitsche, die der Zwerg in der Hand hielt, dazu gezwungen. " Hier," sagte Hofe hinabstiegen ,,, wohnt Segal. Er läßt es sich nicht vorderste der Hunde war Ajax, dessen Gebell aber kein Anzahl Stride befestigt. nehmen, fich unmittelbar neben dem Hundezwinger zu lo feindliches, sondern ein freudiges war. Erlaube, ich muß die Meute erst beruhigen, es wäre möglich. fie kennen Dich nicht.... Dort brüben auf der andern Seite wohnt unser Gelehrter Du tennft ihn ja... Toby der Zwerg. Er ist noch wach, ich bin überzeugt, er figt da über irgend einem Buch, daß er aus der Bibliothek genommen hat... So siehst Du ihn oft die ganze Nacht." In der That ließ sich, als die Beiden eben die letzte Stufe der Treppe betraten, ein wüthendes Hundegebell aus allen Gegenden des Schloßhofes hören, und auf der Schneefläche fah mar die schwarzen Ungethüme heranstürmen. Der Er sprang zuerst und näherte sich liebtofend an seinem Herrn empor und näherte fich dann webelnd auch dem Doktor, leckte dessen Hand, und bekundete dadurch, daß er ihn nicht allein wieder ers fannt, sondern sich auch dankbar seiner Rur erinnere. Ja, ja, alter Freund," sagte Habicht, den Kopf des Hundes flopfend, er hat Dir das Leben gerettet. vergiß ihm das nie und er wird's dem Herrn auch retten Zurück da, Hektor, Diana, Maggy, Box! Was • • Insofern hatte Habicht Recht, als er vermuthete, daß 8werg in seinem Häuschen anwesend sei. Jedenfalls fletscht ihr die Zähne?... Burüd, sage ich!" aber faß derselbe nicht über seinen Büchern, vielmehr bes merkte ihn Fritz an einem der kleinen Fensterchen, und Die Hunde, welche eine feindliche Stellung dem Frem ben gegenüber eingenommen hatten, und ihm grimmig und awar wie er unablässig hinauf starrte nach dem Thurm, in mit wüthendem Gebell die Zähne wiesen, gehorchten nur welchem fich die Fenster zu des Grafen Krankenzimmer unwillig dem Befehl. Alle schlichen sich seitwärts und sahen knurrend, und immer noch die Zähne weisend, den Beiden nach, wie sie über den Hof gingen. Ajax allein folgen. ..Eine feltene Anhänglichkeit," sagte Frig; fieh' nur, blidt." wie unverwandt der Zwerg nach den Zimmern des Grafen hatte die Erlaubniß, seinem Herrn bis an das Schloß zu Ja ja, so fieht man ihn oft; er unterbricht sein| Raum waren fie in der Eingangsthür verschwunden, Der Raum, in welchem sich die Hunde befanden, war ein niedriger, offener Schuppen. An den Wänden war eine Toby legte jebem der Hunde einen Strick um den Hals, untersuchte sorgfältig, ob derselbe auch so fest size, daß es den Thieren nicht möglich war, sich aus der Schlinge zu befreien, und schlich, nachdem er dies gethan, leise in sein Häuschen zurück. Die Gräfin Agathe erwartete Frit in ihrem Zimmer. Herzlich willkommen, Herr Doktor," sagte fie, Friß entgegengehend. Es ist schön von Ihnen, daß Sie gekommen find... D, es ist diesmal schlimmer, denn je, mit meinem unglücklichen Bater." " Mein Fräulein," erwiderte Friß, ich beklage Sie von ganzem Herzen, und zwar um so mehr, als ich Ihnen wenig Hoffnung geben kann; mindestens muß ich erflären, zur Genesung Ihres Herrn Vaters wenig oder nichts beitragen zu können." ( Fortsetzung folgt.) Theater. Königtiches Opernhaus. Beute: Die Afrikanerin. Morgen: Das hübsche Mädchen von Gent. Königliches Schauspielhaus. Heute: Die Rangau. Morgen: Glück bei Frauen. Deutsches Theater. Heute: Fiesto. Morgen: Die Räuber. Bellealliance- Theater. Heute: Der Raub der Sabinerinnen. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Heute: Gasparone. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central Theater: Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernft. Heute: Der Walzer- König. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Refidenz Theater: Direktion Anton Anno. Heute: Die Eheftands- Invaliden. Hierauf: Die Schulreiterin. Walhalla Operetten- Theater: Morgen: Dieselbe Vorstellung. Heute: Der Feldprediger. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Louisenstädtisches Theater: Heute: Aladin, oder: Die Wunderlampe. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Heute: Der Bring von Monte Fiasco. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Heute: Die Sorglosen. Oftend- Theater: Wallner- Theater. Vittoria Theater. Alhambra Theater. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Heute: Sulfurina. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Heute: Die Schule des Lebens. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Ein dreimaliges donnerndes Hoch der Frau Schuhmachermeister Herrmann zu ihrem heutigen Geburtstag. Arbeitsmarkt. E. P. Unterstützungsv. d. Buchbinder| Central- Kranken- und Sterbekas und verwandten Berufsgenossen. Montag, den 16. Februar, Alte Jakobstraße 75 Berlammlung 307 Tagesordnung: 1. Kongreßangelegenheiten. Referent Herr Linte. 2. Verschiedenes und Fragekasten. 303 Junge Mädchen, im Garniren von Sommer Dollmans, geübt, verlangt Welsch, Obermafferstraße 13. Arbeiter f. Metallgießerei verl. Reichenbergerstr. 183. Allen Freunden und Genoffen empfehle meine 310 Cigarren und Rauch- Tabake. 131 Lotterie- Loose und Antheile. M. Meyer, O. Fruchtstr. 36a. Bezirksverein d. arbeitenden Bevölkerung des SW. Berlins. H Montag, den 16. Februar, Abends 8½ Uhr, Versammlung in Nieft's Salon, Kommandanten- Straße Nr. 71 bis 72. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Krohme über Erhöhung des Kornzolles." 2. Verschiedenes. mable reiches Erscheinen ersucht 306 Der Vorstand. Unterfügungsverein d. Schuhmacher. Herm. Kehr, Hutmacher. Stalizerstr. 109, nahe d. Manteuffelstr. Elegante Seidenhüte v. 5-12 Mk. Gute und feine Filzhüte v. 2-6 Mk. 59 Jede Reparatur wird fauber und billig ausgeführt. Aufbügeln sofort für 25 Pfennige. Allen Freunden und Bekannten empfehle meine Restauration. Weiss- und Bairisch- Bier à Glas 10 Pf. Für Abend Unterhaltung ist auf das Beste gesorgt. 258 G. Spiekermann, Rüdersdorferstr. 51. Freunden und Bekannten empfehle mein Montag, den 16. Februar, Abends 8%, Uhr, Versammlung Linienstraße 44 bei Adermann. T.- D.: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes. Gäste willkommen. Mitglieder werden aufgenommen. 305 Gewerkschaft der Maschinenbau-, Metall- Arbeiter und Berufsgenossen, 309 Weiß- u. Bair. Bier- Lokal. Montag, den 16. Februar 1885, Abends 8 Uhr, Mitglieder- Versammlung im Wedding Part, Müllerstraße 178. Tagesordnung: 1. Vortrag über Chemie. Referent Herr Dr. Emil Lesser 2. Bericht der 21er Kommission. 2. Berschiedenes und Fragetaften. Der Vorstand. Bu gleicher Beit mache ich auf meinen Saal aufmerksam. Carl Schramm, Hochstraße 32 A. Cigarren eigener Fabrik, 304 Die Mitglieder des der Schuhmacher. Sonntag, den 22. Februar, Abends 7½ Uhr, Wiener Maskenball im Königstädtischen Kasino, Holzmaikstraße Nr. 7 Freunde und Gönner find berzlich willkommen. Billet Naunynftr. 36, H. II.; R. Burisch, Langestr. 21, Stfl. IV sowie in sämmtlichen Zahlstellen. Der Vorstand Herren 60 Bf., Damen 30 Bf., find zu haben bei W. Bapt. 39 292 Arb.- Bezirksverein d. Friedrichstad Dienstag, den 17. Februar, Abends 8½ Uhr, Außerordentl. Versammlung Der de en legten mitatt hobe en. Befon ngebracht, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße Nr. 77/79 auch geft Tageordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. phil. Heimann attirt mu über Schule und Haus". 2. Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr. 3. Berathung einer Petition. 4. Berichiedene und Fragekasten.- Aufnahme neuer Mitglieder. stets willkommen. Bäfte findt zu er Der Vorftand Arb.- Bez.- Verein f. d. Often Berlin Sonntag, den 15. Februar bung auf uftellen. T undbefizer Regieru tum feine Jude fich ble beiterf men In ollfrag den, daß nicht Inter Borleng Grosse Herrenparthie nach„ Tabbert's Waldschlößchen Versammlungsort in Horstmann's Neue Welt, Frankfurter Allee 127, zweiter Eingang: Borhagener Weg. Abmarsch 9 Uhr. Mitgliedsfarte legitimirt, Gäſte, durch Mitglieder geführt, find willkommen. Das Vergnügungs- Com 296 Zur Nachricht! Die nächste Versammlung findet Dienstag, den 3. März, Andreasstr. 21, statt. Gerren Rich ein benio wie Intereffe de wirtbichaft Der Betreide Für Kürschner und Berufsgenossen Arbeiter- Bezirksvereins d. Friedrichstadt befindet sich der Arbeits- Nachweis Abends von 8 vereinigen fich mit ihren Familien am Sonntag, den 15. Fes bruar cr., Abends 6 Uhr, zu einem gemüthlichen Glase Bier in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77/79. E. g. Cyl. Nähm. zu vert. Charlottenftr. 9, H. III. Borta. sowie alle Sorten Rauch, Kau- und Schnupftabate empfiehlt 312 anges A. Kunze, Forsterftraße 2. Freunden und Bekannten empfehle mein Restaurant. Reichhaltiger Frühstückstisch. Bouillon zu jeder Belt. Gutes Bairisch Bier à Glas 10 Bfa. Punsch, Grogt, Glühwein und Liqueure. Sämmtliche gewerkschaftliche sowie andere Tageszeitungen liegen aus. 141 Max Kreuk, Cottbuserplas( Alte Linde). Kleine und große Vereinszimmer auch Sonntags zu haben. Mauerstraße 86. Ein Kind, [ 1304] Mädchen, 2 bis 3 Jahre alt, wird als eigen angenommen. Bu erfrager unter A. B. Poftamt Steglit. 10 Uhr bei Seefeld, Grenadierstraße 33. 277 Eine möbl. Schlafft. ist sofort oder 3. 1. März z. vermi Davon haber teralen Di Der Arbeiter Riberales C Große es auch p Durch einen rage. Die Der Bandel Eich, Alte Schönhauserstr. 35, S. L. 4 Seidenband en gros. Cigarren- u. Tabak- Handlung Fritz Goercki Berlin SO., Admiralstraße 40( frühere ,, Linde.") ingeline Ro Und obne en détai Import echter Havanna, Lager aller Sorten Rauch- und Schnupf tabake. Reich affortirtes Lager echt türkischer, ruffischer und amerikanischer Cigarretten und Tabake. Echt Nordhäuser Kautabale. Größtes Lager sämmtlicher Bedarfsartikel für Herren- Kleidermacher. En gros. Versand- Geschäft. En détail. Nach beendeter Inventur verkaufe auch im Einzeln zu Engros- Preisen und gebe bei größeren Einkäufen Vereinbarung extra Rabatt. 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Bockbier- Saison 1885. nung mer, fte t Muffen Englifc England g Ad idon Annexion englische Bwiftigtette bedarf noch Der Borfee Die T aufer in S Lande, mo Die Tabata barte Ramp Deden und Die vorgef 282 dio trot a Fen. R. C. und es uszuüben unft eint annongirte Rummer i Bab berfe als bie S is zu ge man wird tinen Blid den B Beobachtu Diagnose b baran, ba Die diesjährige Saison wird am 21. Febr. eröffnet. Am 19. d. Mts. mit dem Versandt nach Außerhalb in Gebinden und e in Flaschen begonnen. Auch in diesem Jahre werden wir an Privatkunden Bockbier in kleinen Gebinden Flaschen dirett aus unserer Brauerei abgegeben, und zwar berechnen wir: Für die Achtel- Tonne 4,50 Mt., für die Viertel Tonne 9 Mt., für die halbe Tonne 18 Mt., für die ganze Tonne 36 Mt. und fich Bockbier in Flaschen liefern wir für hier zum Beise von 3 Mark für 18 Flaschen fret ins Haus. Pfand wird mit 5 Bf. r. Flasche berechnet, u. hat der Stutscher eine Quitung unſerer Brauerei darüber auszustellen. Unsere Bockflaschen sind nicht verkäuflich werden als unser Eigenthum auch dann zurückverlangt, wenn Händler solche unbefugt an fid bringen. Nach außerhalb liefern wir Bockbier in Risten à 50 Flaschen( incl. ifte und Flaschen) mit 14 Mark frei biesigen Bahnhof gegen Nachnahme und vergüten für Stifte und Flaschen bei freier Retournirung 5 Mark zurück. Telephon- Verbindung No. 456. Filial- Ausschank von Bockbier im Restaurant zum„ Frig", Oberwallstr. 18. 197101 Berantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. ben Laubf ebt, bie Da lautet: en Mende Ben wird es f einem Ne Betterver Ronflit Wiell auf Regen find, aber Dorgerüdt Angenehm To regt fi den Bev nur zur bes Berli Land Belt, als licher Eng figen, un fonft wob Hierzu eine Beilag erbeka Ubr, ball tstraße Nr. 7 mmen. Billet et r. Beilage zum Berliner Volksblatt. i w. Bapt. 39. 21, Stft. IV Der Vorstand richstad Uhr, mlung Politische Webersicht. Der deutsche Reichstag war selten so gut befest, als in en legten Tagen. Dies ist übrigens immer der Fall, wenn tatt hoher Politit Intereffenfragen behandelt wer en. Besonders die Herren Agrarier find zahlreich zur Stelle, traße Nr. 77/78 auch gestern, wo speziell über den Weizen- und Roggen zoll phil. Heimantbattirt wurde. Das Bentrum hat dazu einen neuen Antrag as abgelaufene gebracht, nämlich, die von der Regierung vorgeschlagene Er . Berichiedene ung auf 2 Mart beim Roggenzoll noch um eine weitere . Gäfte find Der Vorftand Berlin hie Дафа welt, Frarie Mitglieder eins ungs- Comité ung finde statt. Ends von 8 genoffen Be 33, 1 33. vermi 5. L. 4 a détai ake. te. jer. Fintäufen παλ Metall- Ho reisen. tart zu erhöhen und den Roggenzoll somit auf 3 Mart festellen. Die Freundlichkeit des Zentrums gegen die GroßRegierung gegen dieselben. Und wie sehr betont das Benfeine Arbeiterfreundlichkeit! Mit hochtlingenden Phrasen Sonntag, den 15. Februar 1885. Frankreich. Die mit der Vorberathung des Wahlgefeßes betraute Kom mission hat nach einem Telegramm der Nat.- 3tg." gestern mit fieben gegen zmei Stimmen den Antrag verworfen, die Anzahl der Deputirten für die einzelnen Departements nach der Anzahl der eingeschriebenen Wähler anstatt nach der Biffer der Bevölkerung festzusetzen. Damit ist den Radikalen ein Zugeständniß gemacht, welche erklärt hatten, sonst gegen das Liſtengeständniß gemacht, welche erklärt hatten, sonst gegen das Liftenstrutinium stimmen zu wollen. Die Kommission hat sodann beschlossen, in der Kammer zu beantragen, den Gesezentwurf unverzüglich auf die Tagesordnung zu seßen und, damit die Deputirtenkammer einwillige, gleichzeitig das Datum der NeuTermin für Die Neuwahlen beſtimmt werden. Die Majorität der Kommission sprach sich für den Monat September aus, be schloß aber, den Konfeilpräsidenten zuvor darüber anzuhören. Die Armeegeseglommission hat im Prinzip die Tare ge nehmigt, welche diejenigen bezahlen sollen, die aus irgend einem gesetzlichen Grunde ihrer Militärpflicht nicht zu genügen brauchen. Nähere Bestimmungen wurden vorbehalten. Aus Anlaß einer Unterredung, welche der Kriegsminister mit mehreren Deputirten wegen der Beibehaltung der staatlichen fun fich die verschiedenen Parteien den Rang abgelaufen, wer bie arbeiterfreundlichste ist, aber in der That vertreten fie ihre egmen Intereffen. Es kann deshalb auch bei Gelegenheit der mollfragen nicht oft genug darauf aufmerksam gemacht ben, daß die Deutsch- Freifinnigen bei ihrer ablehnenden Stel ng nicht das Interesse des ,, aimen Mannes" vertreten, sondern Gerren Richter, Ridert und Löwe von ,, Arbeiterfreundlichkeit", petirgemehr sofort fabrizirt und eingeführt werden könnte. Der Börsengeschäfte. Natürlich triefen alle die Reden der benjo Inter fe des mobilen Kapitals, der Handelsfreiheit, wie die Reden der Konservativen und Klerikaien. Kriegsminister füate jedoch hinzu, die Mächte schreckten sämmtlich vor den großen Ausgaben zurück und eine jede Macht be Das Komité der arbeitslosen Arbeiter hatte am Freitag eine Versammlung nach dem Konzertsaale in der Rue de Lyon Bericht über die von ihnen unternommenen Schritte erstatteten, deren Resultate so gut wie negative gewesen find. Die Dele Intereffe der Arbeiter, denen geholfen wird, wenn die Landwirthschaft gedeiht, verlangen die Letteren die Erhöhung schränkte fich darauf, thre Nachbarn zu beobachten. Der Betreidezölle, im Interesse der Arbeiter, die den Nugen non haben, wenn der Handel aufblübt, verweigern die teralen die Erhöhung der Getreidezölle. Alles im Interesse ausgeschrieben, in welcher die Delegirten von Paris und Lyon Großer Reinfall. Die Neue Beitung", ein nationalArbeiter! tes auch vielfach schutzöllnerische Anwandlungen hat, versucht günstigten, wie die neuliche auf dem Opernplage. Die Ver durch einen Scherz zu beweisen, daß das Ausland den Zoll sammlung nahm schließlich eine Resolution an, daß das Komitè tage. Die Vostsche Beitung", die eine radikale Vertreterin " 1 Der Handelsfreiheit ist, bringt nämlich eine Annonze einer Seidenbandlung in der Schweiz, in der versichert wird, daß geline Roben und ganze Stüde Seidenzeug zollfrei ins Haus obne Bollberechnung nach Deutschland geliefert werden. foll nun beweisen, daß die schweizer Firma den deutschen Boll The Schweizer Firma nicht längst den Zoll schon im Preise bebt hat? Die Hamburger Delikatessenhändler schicken fast Wer bürgt denn der Neuen Beitung" dafür, daß fimmlich ibre Waare zollfrei" ins Reich. Doch findet man bei niberer Information, daß die empfangene Waare gerade weiter fungiren solle. Italien. Stalien läßt sich in seiner Kolonialpolitit nicht stören; daß beweisen die nachfolgenden Mittheilungen. Ein Telegramm der Agenzia Stefani" aus Maffowah meldet, Oberst Saletta babe Befehl erhalten, die Umgegend der Stadt von den dem Mahdi anhängenden Streifschaaren zu fäubern, die während der Anwesenheit der fleinen egyptischen Garnison bis an die Thore der Stadt gekommen seien. Die Verhältnisse in der Stadt hätten sich seit der Ankunft der italienischen Truppen gebeffert. um der Boll theurer ist, als wenn man sie in Hamburg selbst Ferner schreibt der Popolo Romano", daß zur entgiltigen Luft und wenn die Schweizer Firma schreibt, daß fie zoll he und ohne Bollberechnung die Waare nach Deutschland abet, so heißt das in Wirklichkeit nichts anderes, als daß fie Boll vorläufig auslegt, ihn aber in dem erhöhten Preise Waare wieder zurüderhält. Das Ausland zahlt also nicht Boll. Nur ein Heidelberger" fann in Wirklichkeit anderer nung sein; die Konservativen glauben es schon längst nicht mei, fie thun nur noch so, um den Schein zu retten. 11 Rußland. Rulien gegen Herat in Aften. Englischen Beitungsnachrichten zufolge marichiren die Diese Nachricht hat in England großes Aufsehen erregt. Rußland und England stehen Fuch hon seit längerer Beit feindlich in Aften gegenüber, die Annegion von Herat würde die Grenze Rußlands hart an die englische rücken und dann würde es vielleicht zu ernsten bedarf noch der Bestätigung, doch hat schon das Gerücht an Swiftigteiten zwischen beiden Mächten kommen. Die Nachricht De Borie eine große Panit hervorgerufen. Holland. Die Tabakssteuer ist in allen europäischen Ländern w. Hofen in Holland eingeführt. Doch dürfte auch in diesem letzten Lande, wo noch eine billige und gute Bigarre geraucht wird, bie Rabatafteuer ihren Einzug halten. 3war wird es noch Deden und die holländische Bourgeoistammer denkt nicht daran, arte Rämpfe geben, aber es gilt, das fortwährende Defizit zu vorgeschlagene Einkommensteuer anzunehmen. So wird ei. 282 net. en und Sinden die ganze rf für e Quittung ich und agt an fid Rifte und Rifte und ffr. 18. Beilag te Kompletirung der italienischen Garnisonen am Rothen Meere eine dritte Expedition von 1400 Mann zur Verstärkung der Garnison von Maffowah am 19. resp. 20 d. M. abgehen wird. Die am 11. und 12. d. M. abgegangene zweite Expedition war für Affab bestimmt. Die Stärke der gesammten bisher an die Garnison am Rothen Meere abgegangenen Truppen beträgt 3200 Mann. Parlamentarisches. In der Petitionstommission des Reichstages ift gestern über die Petition des Strumpfwirters Müller aus Glauchau i. S. berathen worden, welcher bekanntlich wegen angeblich verübten schweren Diebstahls zu 22 Jahren Buchthaus verurtheilt war und bereits 4 Monate lang gefeffen hatte, als seine Schuldlosigkeit erwiesen wurde. Die sächsische zweite Kammer beschloß Entschä digung dieses unschuldig Verurtheilten mit 750 Mt., jedoch Die erste Kammer lehnte die Zahlung einer Entschädigung ab. Die sozialdemokratischen und freifinnigen Mitglieder der Reichstags Petitionstommiffion wollten das Gesuch des Strumpfmitters Müller dem Plenum als Material zum Antrage Lenz mann überweisen. Dieser Antrag des Abgeordneten Viereck ist aber mit 8 gegen 8 Stimmen abgelehnt worden. Hierauf ist Uebergang zur Tagesordnung beschlossen worden, da das Reich einen Fonds für derlei Zwecke nicht hat. dio trop allen Sträubens auch in Holland der Tabat ,, bluten" einigung des deutfchen Reichstages, welche fich gebildet affen. Berliner Sonntagsplauderei. und es giebt in der That keine Kunst, die schwerer R. C. ,, Ein Prophet gilt nichts in seinem Vaterlande" funft eintrifft. In unserer vorigen Sonntagsnummer uszuüben ist, als bestimmt vorherzusagen, was in der Zus hatte, um für die Schußzollerhöhungen eine geschloffene Mehr Vergnügen zu haben, eine von den glühenden Strahlen der Hochsommerfonne total ausgeborrte Butterftulle mit einigem Warmbier" genießen zu dürfen? Jm Grunde genommen eignet sich ein solches Vergnüs gen doch eigentlich nur für den Sommer. Aber es giebt eben Leute, welche niemals etwas erwarten können, die immer das vorweg nehmen, was eigentlich einer späteren Rummer in den Händen unserer Leser, als eine große An- Beit zukommt, die schon Mitte Februar, wenn der rauhe ahl derfelben natürlich nichts eiligeres zu thun hatte, Winterwind noch durch die kahlen Aeste fauft, hinausziehen als die Schlittschuhe hervorzusuchen und schleunigst auf's Gis zu gehen. Das tommt natürlich vom Prophezeien, in die freie Natur, um sich draußen mit blaugefrorenen Nasen und krebsrothen Händen zu amüsiren. Jeder nach seinem Geschmack, und wer sich eben durch aus den Winterſtürmen aussehen will, der mag es ja thun, Abhärtung des Körpers, und das ist ja in unseren jeßigen bewegten Zeiten auch immer etwas werth. man wird in Zukunft überhaupt wohl nicht mehr wagen, Einen Blick durchs Fenster zu werfen, den Himmel mit fris fchen Bliden zu betrachten, und das Ergebniß seiner jedenfalls dient es, wenn es feinen anderen Zweck hat, zur biagnose der Welt zu verkünden. Man thut wirklich gut Beobachtung in Gestalt einer wohldurchdachten WetterDaran, das Geschäft des Wetterprophezeiens ganz allein ben Laubfröschen zu überlassen, wenn man es nicht vor Für alle freiwilligen und unfreiwilligen Theilnehmer an diesen Land- und Herrenparthien ist der Aufenthalt iebt, die alte Bauernregel in ihrem Recht zu belassen, die draußen immerhin ein recht gesunder, er dient gewiß zur Da lautet: Wenn der Hahn trähet auf dem Mist, Mendert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist!" Abkühlung erhigter Gemüther und erhält alle Mitglieder -wenn sie eben nicht anfrieren wollen ganz entschieden ,, auf dem Laufenden". In der Stadt ist es vorläufig denn doch noch immer Landtagsabgeordneter zu gleicher Zeit ist, und in Folge Wenn man diefe tiefe Wahrheit immer in Ehren hält, gemüthlicher, und wer nicht gerade zufällig Reichstags- und wird es so leicht nicht vorkommen, daß man mit irgend einem Neugierigen, der absolut wissen will, wie sich die bessen nicht fortwährend nomadenhaft von dem oberen Ende Betterverhältnisse in der nächsten Zeit gestalten werden, der Leipzigerstraße nach dem unteren zu laufen hat, der Ronflift geräth. auf Regenwetter oder Sonnenschein überhaupt überflüssig Vielleicht denkt man, daß die Weissagungen in Bezug find, aber das ist durchaus nicht der Fall, denn so wenig vorgerückt die Jahreszeit auch noch sein mag, und so wenig Angenehmes der Aufenthalt im Freien vorläufig noch bietet, nota fann es sich in Berlin ganz angenehm machen, bene, wenn er das nöthige Kleingeld dazu hat. Aber gerade an diesem wichtigsten Faktor fehlt es augenblicklich an allen Eden und Enden, namentlich der Arbeiter muß seine Groschen zusammenhalten, denn die Zeiten sind schwer und die Anforderungen, die gerade jetzt an den Arbeiter nicht abhalten, vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken, fo regt fich doch schon in einzelnen Kreisen der hauptstädti gestellt werden, find ausnehmend hohe. Aber das soll uns igen Bevölkerung jene bekannte Wanderlust, die eigentlich nur zur Sommerzeit einen eigenartigen 8ug im Charakter auf den Regen folgt bekanntlich immer Sonnenschein. bes Berliners ausmacht. Es ist wenigstens von Alters her so gewesen und wird II. Jahrgang. heit zu sichern, ist nach langen und eingehenden Berathungen schlüßig geworden, den nachstehenden Antrag im Reichstage einzubringen: Der Reichstag wolle beschließen, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, die Initiative zu ergreifen zu einer Wiedereinberufung der im Jahre 1881 abgebrochenen Pariser Münz- Konferenz, um eine Vereinbarung zur Wiederaufnahme der Prägung vollwerthiger Silbermünzen seitens der Vers einigten Staaten von Nordamerika, des lateinischen Münzbundes, des Deutschen Reiches und derjenigen Staaten herbeiauführen, welche sich anschließen wollen." In der gestrigen Sigung der Reichstagstommission für Arbeiterschus wurde der Antrag Ackertrum amendirten Geftalt angenommen:„ Die Gewerbetreibenden tönnen die Arbeiter zum Arbeiten an Sonn- und Festtagen nicht verpflichten. Sie dürfen dieselben an Sonn- und Festtagen nicht beschäftigen in Fabriken, in Werkstätten und bei Bauten." Hiermit ist auch das ganze Handwerk unter den gefeßlicheu Bwang der Sonntagsruhe gestellt. Von dem Zens frum wurde nunmehr weiter beantragt, obige Bestimmung auch auf Gehilfen und Lehrlinge in Handelsgeschäften" auszudehnen. Die Sozialdemokraten hingegen vertheidigten ihren Antrag, lautend: Verkehrsstellen aller Art dürfen an Sonn und Festtagen höchstens fünf Stunden geöffnet und müssen spätestens Nachmittags 6 Uhr geschloffen sein. Die nähere Beitbestimmung steht der höheren Verwaltungsbehörde zu." Auf diese Weise wollen die Antragsteller den Arbeitern und ländlichen Bewohnern, die in der Woche arbeiten müssen, die Möglichkeit gewähren, am Sonntage ihre nothwendigen Eintäufe zu bewerkstelligen. Eine Abstimmung über diesen Punkt fand noch nicht statt. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 49. Sigung vom 14. Februar, 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: v. Boetticher, Lucius, v. Burchard, v. Scholz, Bronsart v. Schellen dorff u. A., später Fürst Bismard. Das Haus tritt in die zweite Berathung der Zolltarifnovelle, speziell der landwirthschaftlichen Zölle ein( Getreide und andete Erzeugnisse des Landbaues Nr. 9 des Tarifs). Sunächst stehen zur Diskussion Weizen und Roggen, Zoll bisher 1 Wit. pro Doppelzentner, nach der Vorlage für Weizen 3 Mt., für Roggen 2 Mt., nach den Anträgen( der freien wirthschaftlichen Vereinigung) v. Schorlemer- Alst und Genossen für beide Getreidesorten 3 Mr. Abg. Delbrüd beantragt im Fall der Ablehnung des Roggenzolles von 3 M. eine Erhöhung des Weizenzolles auf 4 Rt. Außerdem find zwei Anmerkungen zu Nr. 9 resp. zu 5b. der Nr. 9 beantragt, über die selbstständig nach der Beschlußfaffung über die Getreidezölle verhandelt werden soll: 1. vom Abg. Broemel: bei 5b.( oggen, Hafer 2c.) einzufügen: Anmerkung: Die Erhöhung des Roggenjolls tritt nach Ablauf des deutsch- spanischen Handelsvertrages vom 9. August 1883 in Kraft. 2. vom Abg. Rade: der Nr. 9 folgende Anmerkung hinzuzufügen: Der Bundesrath ift befugt, die sub. a.-f.( alle Getreidesorten, Raps und Rübsaat, Mais und Malz umfassend) aufgeführten Bollfäße im Falle einer Theuerung ent sprechend zu ermäßigen, eventuell vollständig außer Kraft zu setzen. Bunächst wird über die betr. Petitionen berichtet durch den Abg. Broemel: Die Vorschläge der Petenten betreffs der Erhöhung des Weizens erftreden sich auf 3, 4, 5, 6 Mart, ein einzelner Vorschlag aus mehreren Ortschaften geht auf 12 Mart( Hört! hört! links. Abg. Ridert: Kommt noch!) Die Vorschläge betreffs des Roggens lauten auf 3 und 4 Mart, die für Rübsaat auf 3, 4, 6 Mart. Daneben werden noch weitere Wünsche laut in Bezug auf Produkte des Landbaues wie der Viehzucht, darunter auch auf Erzeugnisse, welche im Inland überhaupt nicht produzirt werden, wie Baumwolle und Jute. Im ganzen waren bis gestern für Erhöhung der Ge treidezölle 637 Petitionen eingegangen, davon 321 aus land Seiten der Ersteren einzelne kleine Scharmüßel gewonnen sind, so darf man sich deswegen nicht in Siegesgewißheit wiegen. Für beide Parteien wäre es ja besser und segensreicher, wenn 8erwürfnisse immer auf friedlichem, gütlichem Wege geregelt werden könnten, leider aber find die Zeitver= hältnisse nicht derartig, daß mit einiger Sicherheit auf eine Regelung der Streitigkeiten ohne offene Feindschaft gerechnet werden könnte. Die große Allgemeinheit in Berlin mag ja nur wenig von diesen Zwiftigkeiten merken, wie tief sie auch in das Leben des Arbeiters einschneiden man nimmt im Großen und Ganzen nur wenig Notiz von ihnen Berlin hat ja viel was Wichtigeres zu thun, heute heißt es einfach Wagnerianer oder Antimagnerianer. Glücklich derjenige, der sich in Bezug auf Musik vollkommene Neutralität bewahrt hat. Was war das in den letzten Tagen ein Gelaufe nach Billets zu den Wagner- Vorstellungen. Welcher Schmerz, wenn ein glühender Verehrer des todten Tondichters vor den verschlo 4enen Thüren des Opernhanses stehen bleiben und unverrichteter Sache, ohne in den Melodien des Lohen grin schwelgen zu dürfen, nach Hause gehen mußte! Jedermann, der nur einmal ein paar Noten von Wagner gehört hat, wird den Unwillen eines so tief Getränkten zu würdigen wissen. Für solche Sachen hat man in gewissen Kreisen immer Geld, und man merkt wirklich wenig von der Noth und dem Elend welches in anderen Kreisen herrscht. Der Eine ist unglücklich, wenn er feinen Platz in der Oper erhält, dem Anderen ist vielleicht mit einem Stüd Brot gedient. Die Annehmlichkeiten des Lebens sind eben verschieben vertheilt, man sieht das auch so recht, wenn man Blick auf die personellen Roften unserer städtischen Verwaltung wirft. Jm Ganzen werden dafür 3 364 779 m. verausgabt. Wie falt uns eine fo ungeheure Biffer anstarrt, wie nichtssagend sie aussieht. Und doch, welche Unsumme von Wünschen und Hoffnungen mag sich an dieselbe knüpfen, welch' sonderbare Betrachtungen einen Landparthien! Giebt es etwas Schöneres auf der doch auch hoffentlich so bleiben. Allerdings gestalten sich mögen über dieselbe angestellt werden. Was mag ein Las Belt, als bei 25 Grad im Schatten in brangvoll fürchter figen, um über sandige Waldwege nach Schlachtensee oder die allgemeinen Verhältnisse in diesem Frühjahr gerade be sonders ernst, und wenn auch bei dem Rampf, der überall in Berlin zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern theils fonft wohin zu fahren und schließlich das unaussprechliche weise ausgebrochen ist und noch auszubrechen droht, von| ternenanzünder, was ein Großwürdenträger der Kommune dabei denken? Wenn wir es auch wüßten, würden wir es doch nicht fagen. wirthschaftlichen Kreisen, 286 von Gemeindeausschüssen und Gemeindevorständen und 30 von größeren landwirthschaftlichen Bentralvereinen; aus Städten war, so weit die Uebersicht ertennen läßt, nicht eine Petition für Erhöhung der Bölle einges laufen. Gegen die Erhöhung sind eingegangen 124 Petitionen, davon 85 aus landwirthschaften Kreisen, 9 von städtischen Be hörden und 30 von Handelskammern und Handelsvorständen. Die Summe der Unterschriften für Erhöhung beträgt 89 715, gegen Erhöhung 60 192( hört! hört! links. Abg. Rickert: noch viel mehr!) Die Kommission schlägt vor, sämmtliche bisher eingegangenen Petitionen durch die über die Vorlage zu faffenden Beschlüsse für erledigt zu erklären. 1881 259 170, 1882 411 196, 1883 340 474 Tonnen. Wenn fo gefürchtet Sie die erste und die legte Bahl betrachten, also 332 000 und erhalten ha 340 000 Tonnen, so werden Sie finden, daß die Zufuhr die auch sehr a felbe geblieben ist. Der Export feewärts bewegt fich mit geäußerten M gleichem Auf- und Abwärtssteigen von 227 000 Tonnen im wesentlich ver Jahre 1877 auf 246 000 im Jahre 1883. Also auch dort it Domainen ve eine Abnahme nicht vorhanden. Von Danzig ist feewärts pommern ve exportirt 1881 an Mehl 3 735 886 Kilogr., 1882 7 686 549, bpacht nic 1883 7 711 534. Also wenn selbst weniger Getreide exportit( ehr richtig!) worden wäre, so würde dieser außerordentliche Zuwachs von er noch en über 4 Mill. Kilogr. Mehl den Ausfall decken; da aber nicht diesen demok weniger Getreide erportirt ist, so repräsentirt dieser Mehlerport leigung, bie einen Zuwachs. Außerdem wurden Kleie und Malakeimeuch nur ei von der Bildfläche verschwindet. Der Reichskanzler hat uns eingeladen, bei ihm einen Kursus in der Landwirthschaft zu nehmen. Ich möchte ihn bitten, nach der Provinz Sachsen zu fommen; ich würde ihn hunderte und tausende von Landwirthschaftsbetrieben zeigen, wo in der Weise gewirthschaftet wirthschaftsbetrieben zeigen, wo in der Weise gewirthschaftet wird, daß der Bauer in die Müble geht, sein Korn selbst mahlt und sich sein eigenes Brot backt. Daß Indien Amerika überflügeln werde, bezweifeln wir. Unsere Bollpolitik hat mit Schlagworten begonnen. Das erfte, das im Jahre 1879 fiel, war das von der nothleidenden Landwirthschaft. Es ist richtig, daß dieselbe in den Jahren 1883 und 1884 in Teiner anges nehmen Lage war. Trogdem halte ich die Klagen in dem Um fange, wie fie jest erhoben find, für nicht berechtigt. Als nothleidend find nur einzelne Kategorien von Landwirthen zu be 1 einhalb Millionen Kilogramm exportirt im Jahre 1881, biftigen Be zeichen; diejenigen, welche ihre Güter zu theuer gekauft gegen 1882 4 428 444, 1882 4 254 473. Ferner betrug in Rob olgungswahr haben, sodann die Klaffe derer, welche zu hohe Ans spiritus und Sprit die Bufuhr 1881 40 680 Spettoliter, 1882 als bet ander sprüche an das Leben stellen, und endlich die schlechten 63 130, 1883 131 800 hektoliter; die Ausfuhr 36 000, bisteaktion und Dekonomiker. Aber diesen Landwirthen kann auch durch höhere 57 000, 121 000. Also in allen Branchen sehen wir zu unserer brauchen wür Zölle nicht geholfen werden. Ich kenne nur eine Klaffe von aller Freude und im Widerspruch mit den besorglichen Nach die Erbpacht Landwirthen, die ich Ihrer Berücksichtigung empfehlen möchte, richten, welche die eingeborenen Herren Abgeordneten hier verbreitet Sägen aba die Landwirthe, die nur zehn Morgen beftzen und deshalb hatten, eine erfreuliche Zunahme des Danziger Handels und ein tage thre Arbeitskraft nicht ganz verwerthen können. Diesen Land- Aufblühen dieser großen und wohlverdienten Seestadt unter wirthen sollten Sie helfen, aber nicht durch Zolleinführungen, dem Regime der bestehenden Bollgesetzgebung. Hoffen wit e Gefeßgel sondern dadurch, daß Sie ihnen durch Parzellirung der Do noch einen stärkeren Aufschwung zu weiterer befferer Entwidelung ges fich g also, daß fie unter dem neuen Regime, wenn wir es einführen, Dienste d mainen, durch Einschränkung der Fideikommisse und Beseiti gung der Bestzer der todten Hand Gelegenheit verschafften, nehmen wird. In Königsberg zeigt sich so wenig wie in Grund und Boden zu erwerben. Dann kam das andere Danzig eine Abnahme. Nun aber wie ist es mit Memelte man doc Don Abg. Rade: Die Ernte des Jahres 1884 war reichlich; trogdem ist der Bauer allerwärts in Noth; in Rußland und Amerita lagern noch enorme Getreidemaffen, die auf den Er port warten; die Ueberproduktion nimmt stetig zu. Da ergiebt Rich natürlich die Nothwendigkeit eines mäßigen, aber ausreichenden Schußzolls für ländliche Produkte, wollen wir nicht unsern historisch gewordenen Bauernstand zu Grunde gehen laffen. Wir betrachten diesen Schutzoll nicht als Staatshilfe für den Bauern, sondern nur als Ausgleichsmittel, um die ländlichen Erwerbszweige ebenso günstig zu stellen, wie die übrigen. Niemand wünscht sich wohl weniger die Staatshilfe als der deutsche Bauer; niemand hat mehr als er Selbstgefühl und das Streben, ohne fremde Hilfe selbstständig zu bleiben. Deshalb reden Sie( links) doch nicht immer Staatshilfe bei diesem Schutzzoll; Sie haben dazu um so weniger ein Recht, als ich noch niemals bei Ihnen ein Sträuben gefunden habe, wenn z. B. eine Aftiengesellschaft unter Staatsgarantie gestellt werden sollte. Die Sozialdemokraten, die ein Arbeiterschutzgesetz eingebracht haben und immer die Intereffen des Arbeiterstandes vertreten wollen, müßten in erster Linie für diese Bölle stimmen, durch welche die Lage Tausender von ländlichen Arbeitern erträglicher gemacht werden soll. Mit welcher Vorsicht ich in dieser Frage zu Werke gehe, wie sehr ich wünsche, daß dieser Zoll nicht ein bloßer Finanzzoll set, sehen Sie aus meinem Vorschlag, den ich Sie nachher anzunehmen bitte und wonach im Falle von Theuerungen die Regierungen befugt sein sollen, Ermäßigung oder Aufhebung der Getreidezölle eintreten zu lassen. Auch wünsche ich nicht, daß über dieser Zollpolitik andere Gebiete, die noch wichtiger für die heimischen Gewerbe und besonders für die Landwirtschaft find, vernachlässigt werden. Dahin rechne ich namentlich die Anbahnung einer gefunden Tarifpolitik; die energische Fortseßung der Flußkorrekturen, den Ausbau des Kanalneges. 1 Set eine Galichädigung ich weiß ller Ints), bie in aufr Wien, geben gen aufa uns nicht fo foll mehr ro elleichter D Rubil Die Ich weiß nicht Das soll ja ganz besonders gelitten haben, wie nicht, welcher von den Herren Rednern behauptet hat, wahr scheinlich der Herr Abg. Möller, der ja dort sachkundig und heimathsberechtigt ist( heiterkeit rechts) namentlich foll be Holzhandel sehr zurückgegangen sein. In Memel find, zunächst die Schifffahrt im Allgemeinen anbelangt, zur eingegangen 1877 972 Schiffe, Dampfer und Segelschiff dem Gesammtinhalt von ca. 495 000 Rubikmeter, nach b hier gerechnet wird; etwa 3 Rubikmeter, denke ich mir, auf die Registertonne 1879 493 000, 1883 552 000 meter. Also auch der Handel Memels befindet sich in schreitender Bewegung. Dann tomme ich noch auf Frage der Entwickelung von Libau. Schlagwort, daß der Zoll vom Auslande getragen werde, dem fich jest in allerneuester Beit das Sprüchlein angeschloffen hat: Hat der Bauer Geld, hat's die ganze Welt. Ich kenne dasselbe, es ist von Bauern am Ende der Kirmeß, wenn man aus Uebermuth die Hälse der Champagnerflaschen mit dem Mefferrücken abschlug, oft gesungen worden. Aber eine volte Mefferrüden abschlug, oft gesungen worden. Aber eine volle wirthschaftliche Bedeutung ist demselben doch von feiner Seite beigemeffen worden. Ich resumire mich dahin: den kleinen Beftzern werden Sie durch die Erhöhung des Bolles auf Roggen und Weizen nicht helfen können. Die mittleren Be figer werden vielleicht einigen Nugen von derselben haben. Aber den Rahm von der Milch werden die Großgrundbefizer abschöpfen. Sie( rechts) haben Ste( rechts) haben die Majorität; Sie fönnen den Getreidezoll auf 2, 3, 5 M. erhöhen, aber Sie Lönnen nicht bestimmen, daß dieser 10, 5 oder auch nur 3 Jahre fortbestehen soll. Wir hoffen darauf, daß dieser Zoll nur furze Beit besteht, und wenn diese Beit vergangen ist, dann bitten wir Sie, uns zuzugestehen: Ihr hattet damals Recht.( Beis fall links.) Abg. Flügge: Im Jahre 1879 bemerkte ich, daß die Landwirthschaft in dem Schutzoll zu kurz gekommen ist. Die Zölle waren so niedrig bemessen, daß sie nur dazu dienten, nicht blos den Handel, sondern auch die Produktion zu be nachtheiligen und erfüllten nicht ihren Swed, der deutschen Produktion den deutschen Markt zu sichern. Was wir im Norden und Often überproduzirten, sollte im Westen und Süden gegeffen werden, aber das Getreide kommt aus Amerika billiger bahin, als wir es liefern können. Es bleibt also für uns nur das Mittel, diese Differenz durch den Schußzoll auszugleichen. Ich will die Biffer der Millionen nicht aussprechen, die in der Landwirthschaft stecken, und es wäre eine Staatstalamität ersten Ranges, wenn die Pfandbriefe zu sinten an fingen( Sehr gut!) Ich will hier nicht streiten, ob der Preis des Brotes dem des Getreides folgt; ich meine, daß das im beschränkten Maße der Fall ist. Schlagen Sie aber wirt lich den Zoll auf das Brot, so bleibt es bei dem jeßigen Preise immer noch unter dem Durchschnittspreise. Ich verstehe nicht, wie die Petitionen über Vertheuerung des Brotes Lärm schlagen können.( Beifall.) es bat bo ab Grundbefizer wird von figer mit fe of die Gefe Lande me Das auch bei aber vielleicht gewählt an diefe dag die Lati igt werden, wohlfeile Reuem beba Mommien b Beigneten un Querordentli meinem Bed unterstü Diefelben cerade d fürch auf dem trleichtern randsteuer, Dem Druck D aud Brundf welcher von den Herren Rednern sich darauf berufen ich hätte vor sechs Jahren über Libau mich gering schäßig geäußert und wäre nun durch die große Entwiddling von Libau glänzend widergelegt. b Ich muß zu diesem Bebufe wiederholen, was ich damals gesagt habe: Die Besorgnis, wir die Zufuhr von Getreide von unseren Ostseeprovinzen lenten, ist, wie mir gesagt wird, von dem Herrn Vorreb mit Angabe der zunehmenden Schiffszahl in Libau unter worden, die fich seit 1872 von 367 bis auf 1268 im Ja 1878 gefteigert hat. Also so groß war es schon damals. meine Herren, das ist ganz nätürlich, daß auch der Verk von Libau fich gesteigert hat, daß die ruffische Ausfuhr über Libau eine stärkere ist, seitdem das russische Eisenbahn vollendet ist und namentlich, seitdem die jüngste Eisenba gebaut ist, die Libau in direkte Berbindung mit dem hin lande, in ein System mit den Gouvernements Minst Wilna gebracht hat seitdem viele Pferdeweib Viehweiden und Steppen, die sonst untultioirt lag durch die Nähe der Bahn und der Bahnhöfe zu träglichen Gütern geworden find, seitdem die ruff Getreideproduktion in dem Maße sich gemehrt hat, daß in westlichen Provinzen Rußlands eine Wohlhabenheit besteht diese Provinzen sonst in Jahrzehnten nicht gekannt haben auf der Bafts des deutschen Geldes. Es ist sehr wunderba daß fie fich nicht viel stärker vermehrt hat. Also ich Also ich habe mich schon damals darüber gewundert. Wenn es für ruf Produzenten gleichmäßig wäre- wenn nicht andere Gründe wären, die fte nach Preußen zögen müßte Liebau nod mehr aufgeblüht sein, denn wenn Sie die Starte anseben werden Sie finden, daß alle diejenigen russischen Getreide händler, welche östlich von Grodno oder, ich will fagen, o Wilna liegen, daß fie näher, zum Theil viel näher nach Liebau haben, als nach Preußen hereinzufahren. Von Wilna geht Die Eisenbahn direkt nach Liebau und von Dünaburg geht die Düna entlang nach Riga zu, also die Verbindung ienen Häfen fehlt nicht, und das ganze weite Gebiet vielleicht 3/4, wenn nicht 10 des russischen Exportes liefe Reichskanzler Fürst v. Bismard: Ich habe nur das Wort ergriffen, um bei den Einwohnern von Danzig und anderen Ostseestädten doch nicht in der schlechten Reputation zu bleiben, die uns einige der Herren Vorredner gemacht haben. Es war gestern der Herr Abgeordnete Möller, nach dessen Aeuße rungen man annehmen mußte, daß in Danzig eine Art von Noth der Arbeiter und ein Burückgehen der Geschäfte stattfände. Er bezog fich darauf, daß er diese Thatsache nur obiter erwähren wollte, weil der Herr Abgeordnere Ridert ausführ licher darüber gesprochen habe. Ich habe darauf die Rede des Abgeordneten Rickert nachgelesen, habe aber das nicht gefunden, worauf sich der Herr Abgeordnete Möller bezog. Ich muß deshalb annehmen, daß der Herr Abgeord nete Möller fich damit begnügte, Danzig als nothleidend darzustellen, weil der Herr Abgeordnete Ridert gesagt hat. Wenn der Herr Abgeordnete Ridert es wirklich gefagt hätte in einer Weise, die die Bezugnahme des Herrn Abgeordneten Möller rechtfertigte, so würde ich ja ihm, der die Danziger Verhältnisse so genau fennt, sehr viel Glauben beimeffen. Herr Rickert hat aber nur ganz im allge meinen über den nothleidenden Handel der Ostseehäfen und Danzigs gesprochen; die Details darüber, die ich nach der Rede des Herrn Abgeordneten Möller in der von mir nicht gehörten Rede des Herrn Abgeordneten Rickert suchte, fehlten auch da. Es werden indessen dieselben sein, die vor ungefähr sechs Jahren angeführt worden find. Nach den Aeußerungen des Herrn angeführt worden find. Nach den Aeußerungen des Herrn Abgeordneten Möller mußte man jedenfalls glauben, daß Danzig fich unter der Wirkung der jest bestehenden Bollgeseze in einer rückläufigen Bewegung seines Handels befunden hat. Um zu beweisen, daß dies ein großer Irrthum ist, und daß diejenigen Herren, die das andeuten, den Irrthum fünftlich erregen, erlaube ich mir einige amtliche Angaben über den Danziger Handel, über Danzigs gesammten Schiffsverkehr Ich erspare Ihnen die Unterscheidung von vorzutragen. es ist doch interDampfern und Segelschiffen, aber effant, obwohl es nicht in unsere Distuffton gerade hineingehört, daß 1860 in Danzig nur 147 Dampffchiffe eintamen und 2388 Segelschiffe, im Jahre 1883 aber 1068 Dampfschiffe und nur 974 Segelschiffe; ich führe das in Paren these an, weil das ein interessanter Beitrag dazu ist, wie unsere Segelschifffahrt allmählich in die Dampfschifffahrt übergeht. Ich gehe also auf die Unterscheidung zwischen Segel- und Schiffe, die eingekommen find. Es find Schiffe eingekommen: 1877 610 986 Tonnen; 1878 679 592 Tonnen; diese Bahl bleibt ungefähr tonstant in den Jahren 1870, 1880 und 1881, 1882 Abg. Roblan b( deutsch- freis.): Als ich 1879 Flügges Rede las, sagte ich mir das ist die beste Rede, die gegen den Kornzoll gehalten worden ist und alle meine Freunde sagten Daffelbe. Mit seiner heutigen ist er trop einiger Anflänge an jene Beit vollständig in das jenseitige Lager übergegangen, wenn auch nicht auf seinen, sondern auf den Füßen des Herrn Reichstanzlers. Sympathisch in gewiffem Sinne war mir heute nur feine Aeußerung, wenn schon einmal Bölle sein sollen, sie dann auch gleich so hoch wie möglich zu machen, damit sie sobald als möglich wieder beseitigt werden. Herr Race hat behauptet, daß wir geneigter feien Aktiengesellschaften zu subventioniren, als die Landwirthschaft. Das ist nicht richtig. Herr Frege be gründet seine Behauptung über den Rückgang der Landwirth schaft damit, daß Deutschland, früher ein Getreide exportiren Des Land, nun ein Getreide importirendes Land geworden sei. Dieser Schluß trifft nicht zu. Seit 30-40 Jahren hat die Bevölkerung Deutschlands fich fast eine halbe Million Seelen vermehrt, daher ist unser Land auch bet vervollkommneter Rultur nicht im Stande, eine fich vermehrende Menschenmenge zu erhalten. Trogdem hat Herr Frege behauptet, die deutsche Landwirthschaft tönnte zweimal so viel Korn produziren, als die ganze Bevölkerung von Deutschjährlich um bi piel Sie ihm bie und Ri hat schon immer viel näher nach Liebau zu fahren als nach Preußen. Also das Aufblühen figer we ingen, b wendig daß er mmer no und es ficht blid feiner S furung jebe b fio an, e affer, w's er auf, no blen tabth Spinden ter S Brundbefper limmite De Stabt mont leinen Biterr Liebau, das wir thm gönnen, ist kein Ergebnis unfe Bolleinrichtung, sondern das Ergebniß der ruffischen Eife bahneinrichtungen und der sehr guten Ernten und der groß Exporte, die Rußland mehre Jahre hintereinander geliefert und die seinen Häfen zu Gute tommen. Darum ist der Erpo über Libau, namentlich in Hafer, außerordentlich gestiegen, diese Fortschritte Libaus find nicht auf Rosten Königsberg Danzigs und Memels erreicht; wenn das der Fall wäre, auch niet ve Dei, pie esi Ratifubien, D man sollte es fast glauben nach dem Gewichte, das auf bal findet ein g eine Broßgr Bergebung night baß b auge land gebraucht. Als Landwirth muß ich aber bestreiten, daß Dampfschiffen nicht ein und erwähne nur den Raumgehalt der Aufblühen Libaus gelegt wird, dann müßte fich als Mant Bollein ber , die Gr Der Stadt elen nicht m agbpartie n bei Rönigsberg und Danzig wieder finden, was bei Libau wachsen ist. Das ist in feiner Weise der Fall, wie ich Ihne soeben dargelegt habe, sondern der gesammte Korn- und Schiff steigt fie auf 805 634 Tonnen( hört, hört! rechts), 1883 auf verkehr ist auch in unseren Ostseeprovinzen geftiegen eben grundbefizer hätten den Nußen von der Erhöhung der Bölle, fung unserer Bollgefeße hat fich die einkommende Schifffahrt der Königsberger Kaufleute diese vortheilhafte Gelegenbe das überhaupt möglich ist. In dem größten Theile Deutschlands, besonders in den Provinzen Sachsen und Hannover, wird die Bodenkultur intensiver nicht mehr betrieben werden können als das jetzt geschieht. Herr Frege hat uns weiter vorgeworfen, es sei ein Widerspruch, zu behaupten, die Groß867 382 Tonnen.( hört, hört! rechts.) Also unter der Wir waren im Jahre 1877: 604 584 Tonnen, 1878: 665 960, 1882: 786 551( hört, hört! rechts), 1883: 875 664( bört, hört! rechts). Also ganz im Widerspruche mit den Andeutungen der Herren Redner, von denen man glauben sollte, daß weil sie dort rechts!) befindet sich der Handel Danzigs in einem wesent lichen Fortschritt. Außerdem hat Danzige Getreidehandel 1876 einen ber nb, daß ein ange Jahr b andwirthsch enn man di Angefid de Grund Stabt ende bleiber itbe ich e ce wohne Güter mbungen it fo viel, nicht fam Dit zu arbeit the find u Das, was ich vor 6 Jahren an Libau vermißte, um einen und geschäftskundige Kaufleute, das haben Danzig, Rönigsbaren Fel Hafen daraus zu machen, nämlich Kapital und unternehmen und namentlich Stettin den Libauern geliefert, und d zu Hause find, fte die Sache sehr genau tennen( beiterkeit Libauer Kornhandel wird vielfach von deutschen Häuſem welche dort Faktoreien oder Korrespondenzen erricht haben, betrieben und nährt zum großen Theil deutsche Sch an Einfuhr betragen 191 180 Tonnen, 1883: 302 000 Tonnen fahrt. Bei weitem bas meiste Libauer Korn wird auf deutsch ( hört! hört! rechts); Danzigs Einfuhr im Getreidehandel 1876: Schiffen verfahren, und von dem großen Export von Lib 122 700 Tonnen, 1883: 246 000 Tonnen.( hört! hört! rechts.) geht ein erheblicher Antheil nach deutschen Häfen. Diel Von Danzigs Holzhandel ist der Export feewärts gewesen 1877: Export mag früher, ehe Libau einen fahrbaren Hafen batte 260 000 Schiffstonnen, 1883: 264 541 Schiffstonnen, der Holz- dem Landwege und auf unseren fistalischen Eisenbahnen erport ist also mindestens sich noch gleich geblieben, während die uns gekommen sein; iegt wird er auf deutschen Schiffen, Herren behaupten, er wäre wesentlich zurückgegangen. Danzigs Libau zur See nach den deutschen Ostseehäfen verfahren. Waarenverkehr betrug dem Werthe nach anno 1878: 168 482 000 tam es blos darauf an, daß die Danziger und unsere übrige Mar, 1879: 161 344 500 Mart, 1882: 184 714 000 Mart; also dortigen Landsleute, die, wenn ich mich nicht mit amtlic ist eine Zunahme von 16 Millionen Mark gegen das Jahr Aftenstücken bewaffne, wahrscheinlich ihrem Abgeordneten 1878. Der Waarenausgang von Danzig betrug 1878: 140 glauben, als mir- daß die doch darüber aufgeklärt mittchen Lebe Millionen Mart, 1882: 160 Millionen Mart. Nun tönnte daß der Herr Abgeordnete sich in einem Irrthum befindet. man ja glauben, daß die Bewegung im Waarenverkehr eine wäre wohl im Stande gewesen, ihn aufzuklären, wenn er unfruchtbare gewesen ist; aber ich habe hier auch einen Beweis dafür, daß der Handel von Danzig ein gewinnreicher war von Bächtern set. Allerdings wird auf den Bächter, so lange Die gegenwärtige Bachtzeit dauert, ein Theil des erhöhten Binses fallen. Aber es versteht sich von selbst, daß der Pachtzins steigen wird, sobald die jeßige Bachtzeit abgelaufen ist. Herr Frege hat von Dem Wohlwollen gesprochen, welches er für den Bauer, insbesondere für den fleinen Landmann, befize. Mir ist es zweifelhaft, ob dasselbe in allen Fällen zu Tage treten wird. Wenn es sich handeln wird um die Abschaffung der Gutsbezirke oder um die Wahlen zu den Kreisvertretungen, oder um die Lasten für Kirchen und Schulen, oder gar um das Kapitel der Jagd, dann dürfte die Solidarität des Groß und Kleingrundbefiges leicht in die Brüche gehen. Ich behaupte, in den meisten Fällen ist ein gemeinschaftliches Intereffe zwischen Beiden nicht vorhanden, nicht einmal in Bezug auf eine gute Ernte. Der fleine Grundbefizer hat das größte Intereffe daran, daß die Ernten so gut als möglich ausfallen, weil er dann vielleicht etwas verkaufen tann. Bei schlechten Ernten steigt der Preis des Getreides, für sein eigenes Bedürfniß braucht er nicht viel wird ihm in übrig behält zum Verkauf, was er schlechten Jahren fo reichlicher bezahlt werden. Herr von Schalscha fagte, billiges Brot jei kein Glück, denn die Arbeiter ziehen in die großen Städte, wo theures Brot ist. Die Leute ziehen doch nicht in die Stadt, weil dort theures Brot ist, sondern fie finden es dort; Ursache ist viel leicht Vergnügungssucht, befferer Lohn, auch die schlechtere Be handlung auf dem Lande. Schmerzlich berührt hat mich, daß Der Reichetangler von unserer Agitation gegen die Zölle als von Parteipolitik und Aufregung der besiglosen Klaffen ge sprochen. Welche Beranlaffung hätten wir, die wir, zum größum me ufen, die h der Bro onen female Die in der burden fich em vereinig as erfte, wa Jedermann zugänglichen Listen seinerseits nachgesehen und sehr verdi zu unserer großen Freude-, ich gönne den Danzigern elenden Zustande befindet, den er andeutete.( Sehr richchen Barla überzeugt hätte, daß unser baltischer Handel sich nicht in amens Kra das, nur bitte ich die Herren Danziger, uns Landwirthen doch rechts.) Da ich einmal das Wort. habe, und ich ni auch etwas zu gönnen, wenn auch nur die Brosamen, die von dem Tische ihres russischen Handels fallen Dieser Beweis liegt in der Dividende der Danziger Privatbank. Der Bankverfehr pflegt ein Maßstab dafür zu sein, ob der Handel lebhaft ist und zunimmt, oder nicht; namentlich, wenn der Bankverkehr fich in steigender Progreffton bewegt, darf man an Den Geschäften bewegt. Die Danziger Privatbant zahlte 1877 barten Au weiß, ob ich hier bleiben kann, so möchte ich noch eine Tulbigung sache berichtigen, die ich bei meinem heutigen Suchen nach inne dieser Details des Herrn Ridert über den Niedergang von Danit zufällig fand in einer Rede, die damals der Abg. Bebel halten hat. Er hat da Bezug genommen auf die von ich ihn g angeführte Thatsache, daß in Varzin Bauernhöfe verkauft Befig übergegangen wären. Ich muß dieser seiner Bora Inder des beiterteit.) Defiber bebad gaupt noch t Telch Breuße nehmen, daß das handeltreibende Publikum, was an der Banl den, und die Leute ausgewandert wären, und daran die eich, der m unter uns Arbeiter haben und gern mit ihnen Frieden halten, gerade betheiligt ist, sich ebenfalls prosperirend und in steigen ausseßung geknüpft, daß natürlich diese Bauernhöfe in mein aus fei gerecht sein und die schwere Lage, in der sie sich befinden, nicht überhaupt teine Dividende, 1878: 5% pCt., 1879 5 pCt., fegung widersprechen; fte ist thatsächlich unrichtig. Von reben, die ca. 8 oder 9 Höfen, die ganz oder theilweise verkauft wurden und p wirthschaft zu schwer belastet sei; ist es aber gerecht, diese Lasten Für 1884 ist die Dividende noch nicht notirt. Ich glaube habe ich zwei erworben; die anderen, die zu meiner Beit auf solche abzuwälzen, die noch schlimmer daran find, auf die nich, daß diese Bant unserer großen Seestadt so gute Ge- fauft wurden, wurden mir gleichfalls angeboten, well unsere Arbeiter aufzuhezen? Wir wollen gegen diefelben blos Konsumenten? Der Reichskanzler sagte dann: wenn das Korn bei uns auf einen Preis tommt, für den es nicht gebaut werden kann, so leben wir in verrotteten Zuständen, nun, bei der Buderindustrie ist das der Fall. Ich möchte wünschen, daß dieses harte Wort durch Aenderung der Thatsachen bald schäfte gemacht haben würde, wenn seit dem neuen Zoll thr Handelsverkehr ein dauernd rückläufiger gewesen wäre. Es betrugen fernerhin in Danzig an Getreide und Hülsenfrüchten die Zufuhren 1877 332 132 Tonnen, 1878 und 1879 je ca. 400 000, 1880 236 193, Grundbeft, nicht gelinge Allgemeinen schlächter verkaufen wollten. Aber ich hatte im Augenblid europamüden Bauern lieber an mich, als an einen Güte Geld nicht übrig und hielt das Geschäft für nicht rental Ich lehnte es ab. Der Abg. Bebel tann fich also berub daß durch diese Varziner Bauernhöfe das Don sen. Went fo gefürchtete System der Latifundien keinen Zuwachs 332 000 und erhalten hat, fte find parzelirt worden, was mir Bufuhr die auch sehr angenehm ist, denn ich theile den vorhin at fich mit geäußerten Wunsch, daß die Zahl der Grundbefizer bei uns Tonnen im wesentlich vermehrt werde.( Sebr richtig! rechts.) Daß man uch dort Domainen verkauft, daß ist ein Palliatiomittel, welches in Vorift feemärts pommern versucht ist, das hilft aber nicht. Wenn Sie die 27 686 549, bpacht nicht aufgehoben bätten, wenn die gestattet wäre ide exportit( ehr richtig!), so würden Sie sehr viele fleinere erbliche Beuwachs von er noch entstehen sehen. Aber das war ja damals eine von wenn es aber nicht dejen demokratischen Befürchtungen; fie fnüpfte sich an die Mehlegport eigung, die leider in unseren Landsleuten steckt Malakeime udh nur ein fleiner Prozentsatz ist, der überhaupt dieser e 1881, baftigen Verirrung verfällt an die Neigung zum Verbei häufiger toliter, 1882 8 bei anderen Nationen. So hat auch die Angst vor der 36 000, beattion und die Angst vor der Aristokratie, die das mißir zu unserer brauchen würde, den geradezu thörichten Beschluß veranlaßt, lichen Nache Erbpacht aufzuheben und die vorhandenen mit solchen Sier verbreitet Sägen abzulösen, daß dels und ein utage einen Erbpächter ed schwer sein wird, heut ermuthigen, zu daß er gegenüber der Möglichkeit, baß was er damit eftabt unter darauf einläßt, Hoffen wit e Gesetzgebung ihm mal wieder das, | der sich mehr und mehr mit dem bäuerlichen Grundbefis verschmilzt, der ja auch, wie die Statistit zeigt, groß ist. Die Bauern und die früheren Rittergüter bilden nach der Kopfzahl immer eine Minorität, aber Gott wird uns diese beiden Klaffen erhalten, so lange er uns ein geordnetes Regiment im Lande erhalten will; wenn sie wirklich zu Grunde gehen sollten, so, fürchte ich, wird das letztere mit zu Grunde gehen.( Bravo! rechts.) Abg. v. Hornstein( schwer verständlich) ist für die Zollerhöhung. Jeder Zentner Korn, gleichgiltig ob vom Großoder Kleingrundbesitzer in Deutschland geerntet, repräsentire nationale Arbeit. Beffere man die Kornpreise, so verhüte man dadurch, daß ter deutsche Getreidebau durch den fremdländischen Arbeitslöhne. Eine deutsche Gefeßgebung müffe für die deut schen und nicht für die amerikanischen Arbeiter Bortheil bringen. Redner verweist auf die toloffalen Maffen in Mannheim und Lindau lagernden amerikanischen Getreides, welches nicht einmal auf deutschen Bahnen herangefahren sei, so daß Deutschland sogar die Fracht dafür verliere. Er schildert ferner die stets sich verschlechternde Lage des Grundbefizes, dessen zunehmende Verschuldung und Aufsaugung durch das Großtapital, und die Nachtheile dieser Entwickelung für die Steuerfraft des Landes, wodurch ein mäßiger Schußzoll entschieden Um 5 Uhr wird die Berathung bis Montag 11 Uhr v. Kardorff beantragten Sperrgesetzes.) Es einführen, Dienste der wirthschaftlich besseren Vertheilung des Grund Entwidelunges fich gesichert zu haben glaubte, für eine unzulängliche erheischt werde. mit Memelte man doch begünstigen; namentlich bin ich Gegner vertagt.( Außerdem erste und zweite Berathung des vom Abg. enig wie in nichädigung entzieht. Indessen die Richtung, glaube ich, - ich weiler hindernisse der Parzellirung( Bravo! Ints), die unsere Gesesgebung leider immer Stt hat,-wahr hrundig und lich foll be I find, gt, zur gelschiffe nach denen 5 mir, 2000 Rubi geben fich in forts och auf Die weiß nicht berufen bat ich gering ba Entwidelung esorgniß, provinzen rn Vorreb u unterf 68 im Ja Damals. ab aufrecht erhält. Ich freue mich, wenn große Be en zusammenbleiben, aber die Zahl der Grundbefizer ist ins nicht genügend. Wenn wir einmal Kopfzahlwahlen n, fo follten die Grundbestzer auch darauf halten, daß mehr werden. Im Ganzen find di Nichtgrundbefizer leichter dazu geneigt, fich unter fich zu einigen, als die Brundbefizer, und der Grundbefit der fleine wie der große befiger mit feinem Wohlwollen angelchen. wird von dem im Vermögen gleistehenden NichtgrundAlso möchte ich, noch Abgeordnetenhaus. 20. Sizung vom 14. Februar 1885, 11 Uhr. Am Regierungstische May ba ch und Kommiffarien. Der Abg. Grahn, Kreishauptmann in Zellerfeld, zeigt an, daß er in Gemäßheit der am 1. April 1885 in Kraft tre tenden Kreisordnung für Hannover zum Landrath ernannt ist. Das Schreiben geht behufs Prüfung der Frage, ob das Mandat der Genannten durch diese Ernennung erloschen ist, an die Geschäftsordnungskommiffion. Auf der Tagesordnung steht die Berathung des Eisen Abg. Büchtemann: Bei erheblicher Mehreinnahme zeigt der Abschluß des Jahres 1883/84 bei den Eisenbahnen einen Rückgang des Ueberschuffes gegen denjenigen des Vorjahres um 9 Millionen; die Einnahmen haben um 20, die Ausgaben dagegen um' 29 Millionen zugenommen. Inwies weit hierauf bie finanziellen Ergebnisse aus dem Betriebe unseres Sekundärbahnnezes von Einfluß gewesen sind, ist im Lande mehr werden als bisher worhanden find. Wir werden Das auch bei den Wahlen als nüglich empfinden, nicht gleich, babnetats; Einnahme 678 196 505 m. aber vielleicht unsere Söhne ode: Enkel, wenn dann überhaupt gewählt wird.( Heiterfeit.) Aber ich möchte dabei nur Eesem Bebederholt darauf aufmerksam machen und deshalb habe 1 an diese Aeußerung des Herrn Abg. Bebel angeknüpft tigt werden, als durch den Ruin der Landwirthschaft, durch wohlfeile Preise.( Sehr richtig! rechts.) Ich muß von Neuem bedauern, daß ich die Unterstützung des Profeffors Rommfen hier zu vernissen habe( Herterkeit), dieses ausges Ausgabensteigerung schon eine Reihe von Jahren anhält, und neten und geistreichten Alterthumsforschers, der dabei so erordentlich wenig Berständniß für die Gegenwart hat, zu meinem Bedauern. Heiterkeit.) Ich glaube, hier würde er unterſtüßen müfen. Er hat so schlagend nachgewiesen, diefelben Ursachen immer diefelben Folgen haben würden, gerade diejeniget Herren, die die Wiedergeburt der Latis Jen fürchten, dich suchen müßten, die kleinen Güter von Dem Did der Abgaben zu befreien, der auf dem Grundbesitz, der Verl Tusfuhr Eisenbahn te Eisenb dem Hin Minst Bferbeweide tivirt lag Die ruffi Söfe zu ein , daß in d it besteht ant haben bi wunderb Also ich habe es für ruffid dere Gründe bau viel поф e ansehen, fo Den Getreide fagen 001 A r nach Liebau Wilna geb burg gebt rbindung Gebiet, w portes liefe und Ri ufblühen aud 和 uf dem fleirsten, lastet in Gestalt von Häusersteuer und Grundsteuer. Die Klaffensteuer haben wir ihm in Preußen ttleichtern g- sucht, aber der kleinste Grundbesitzer zahlt Grundsteuer, de fleinste Hausbefizer zahlt Häusersteuer; wenn Sie ihm bie cbnehmen, so werden die Latifundien immer Higer werden. Wenn Sie den Bauern in die Lage Folge dieser Unfälle erlaffen hat, ist wiederum ein Ausfluß ngen, ba wendig er verlaufen muß, dann erzeugen Sie Latifundien. Der große Befizer ist so daß er eine Kalamität überdauern fann, zu leben behält immer nog, er denkt, es kommt eine Zeit, wo es umschlägt, es ficht ihn so nicht an; eine augenblickliche Luft, der AnDie Karten find bekanntlich der Ur( Heiterkeit) erweden in ihm den blick seiner Sutskarte furung jebes Eroberers dh fio eine Barzelle zu annettiren, es tommt ihm nicht Daan, er hält die Kalamität länger aus, er bleibt über Barb alle die Kleinen, die matt werden, die sammelt er auf, ind damit ist das Latifundium da mit allen seinen es wäre sehr erwünscht, zu erfahren, ob die Steigerung iegt ihren Gipfel erreicht hat. Als befriedigend find weder die Ers gebnisse der Eisenbahnverwaltung für 1883184, noch diejenigen des laufenden Jahres zu bezeichnen; im legteren haben fich die zahlreichen, fast das ganze preußische Eisenbahnnez umfaffenden Eisenbahnunfälle zugetragen, welche auf Fehler in Der Verwaltung selbst mit zwingender Nothwendigkeit hinweisen. Der Minister findet die Ursache in der gelockerten Disziplin der Eisenbahnbeamten und will sie noch straffer gehandhabt wissen; die Sicherheit des Betriebes scheint mir aber dadurch nicht gewährleistet, daß man den Be amten auch den letzten Rest von Selbstverantwortlichkeit nimmt. Das generelle Resfript, welches der Minister in fenes bureaukratischen Buges, der unsere ganze Staatsverwal tung tennzeichnet, ein Ausfluß des Mißtrauens gegen einen so großen Beamtenkörper, der durch Mißtrauen doch wohl kaum zu freudiger Pflichterfüllung angehalten werden kann. Dazu tommt, daß man immer noch die verantwortlichen Posten, wie die der Lokomotivführer, mit diätarisch besoldeten Heizern besetzt. Der eine Hanauer Unfall war durch falsche Weichenstellung verursacht; man hat aber davon Abstand genommen, gegen den Weichensteller einzuschreiten, weil der betr. Beamte erst so turze Zeit im Dienste war, daß er nicht verantwortlich gemacht werden fonnte. Die ganze äußere Stellung der Eisenbahnbeamten darf nicht lediglich nach finanziellen Gefichtspunkten, sondern muß vor Allem mit Rücksicht auf die auch aus einer Betrachtung dieser zahlreichen Unfälle mit Noth wendigkeit. Die uns vorgelegten Verhandlungen des Lanüblen Nahtheilen. Bum großen Theil bilden fie fich in den Sinden ter Rapitalisten, und das ist das Gefährlichste. Der Brundbefger, der auf dem Lande wohnt, ist noch nicht der Betriebssicherheit geordnet werden, diese Forderung ergiebt sich Slimmite der schlimmste ist der Großgrundbestger, der in der Stabt mont, sei es in Paris, Nom oder Berlin, und der von bniß unfe fifchen Gif nd der groß geliefert b ift der Erpo geftiegen, ab Königsberg all wäre, das auf ba als Mant ei Libau zug pie ich Shne und Schif tiegen eben Betriebſamle Belegenbe benust b unternehmen rt, und be Verhandlungen überhaupt noch nicht gehabt; die Frage der Einführung der zweiten Stückguttlaffe ist auch nicht gefördert worden. Abg. Graf( Elberfeld) hält dafür, daß der Minister angesichts der besprochenen Unfälle nicht anders restribiren fonnte, als er gethan hat hat; auch der Abg. Büchtemann würde als Chef der Eisenbahnverwaltung faum anders verfahren sein. Den Petitionen der Eisenbahnbeamten um Vermehrung der etatsmäßigen Stellen bringe bas ganze Sauß die größte Sympathie entgegen. Redner bittet den Minister, die Direttionen anzuweisen, den praktischen Aerzten die Benußung der Güterzüge in Ausübung ihres Berufes gegen Lösung eines Billets zweiter Klaffe zu gestatten. 3. Königsberen Feldern umbergehen und reiten sieht, im Schweiße lich, weil das Bahnpolizeireglement dem entgegensteht. Bon ben Häuse zen erricht eutsche Schif auf deutsche t von Liba Säfen. Die fen hatte, a fenbahnen Schiffen erfahren. DO Syri unfere übrige tadt wohnen bungen von Dort erwarten, nach denen frage ich nicht blos wissenschaftliche, sondern auch praktische Frage, die nach allen Seiten geprüft werden muß( Beifall). Abg. Seer beklagt, daß die jeßigen hohen Frachten den Absatz des posenschen sog. kujawischen Weizens nach Danzig und anderen Hauptorten fast ganz unmöglich gemacht haben und bittet um Frachtermäßigung wenigstens für ganze Waggons ladungen auf weitere Entfernungen. Abg. Bach em tommt nochmals auf die bedenklich ge= stiegene Zahl der Eisenbahnunfälle und der Tödtungen von Beamten und Reifenden zurück; die Schuld liege nicht allein bei den Beamten, sondern zum Theil auch an Schwierigkeiten, welche mit der rapiden Zunahme des Verkehrs sich geltend ge= macht haben, und schließlich an der Ueberlastung und Ueberbürdung der Beamten, über welche von vielen Seiten schwere Klage erhoben werde. Minister Maybach: Die Wünsche des Abg. Seer werden einer Prüfung unterworfen werden. Herrn Bachem mache ich darauf aufmerksam, daß die Zahl der Tödtungen und Verlegungen 1883/84 im Verhältniß zur Zahl der Reisen den und der durchfahrenden Kilometer im preußischen Eisenbahngebiet gegen früher geringer geworden ist; die Summe der zu zahlenden Entschädigungen steigt naturgemäß, da zu Den älteren Unfällen, welche die Entschädigungspflicht bedingen, die neuen hinzutreten. Der Ueberbürdung der Beamten wird mit allen Kräften entgegengearbeitet; dem Beamten soll allgemein genügend frete Beit nicht nur zur Erholung vom Dienste, sondern auch für sein Familienleben gelassen werden. Abg. Wagner( Ofthavelland) erklärt sich aus Rücksichten auf die geographische Lage Deutschlands gegen eine Normalzeit und polemifirt im Uebrigen gegen den Abg. Büchtemann, dessen Ausstellungen durchweg auch fachlich unbegründet seien. Abg. Büchte mann bleibt dabei stehen, daß man im Ministerium der öffentlichen Arbeiten zu viel zentralisirt und schablonifirt, und daß hierauf auch die Zunahme der Unfälle wie die Unzufriedenheit der Beamten theilweise zurückzuführen ist. Auf dem Gebiete der Tarife habe die Staatsbahnverwal tung doch noch nicht den tleinsten Theil der Versprechungen erfüllt, die sie bei der Verstaatlichung gemacht. Der Wunsch des Abg. Seer auf filometrische Ermäßigung der Getreides frachten werde beim Reichskanzler auf unüberwindlichen Wider stand stoßen, denn das ganze neue Wirthschaftssystem des Fürsten Bismarck set ja auf der Beseitigung der Differentials tarife mit begründet. Minister Maybach: Niemand in Preußen wünscht die Rückkehr zum alten Privatbahnsystem, es müßten denn die Privatbahndirektoren sein.( Sehr gut! rechts.) Hinsichtlich der Tarife befinden wir uns ja immer noch in der Uebergangsperiode; ist diese überwunden, so wird auch die Bentralstelle entlastet werden, und der Schwerpunkt immer mehr in die Provinzialverwaltungen fallen. Wie würde es übri gens bei uns aussehen, wenn wir die neue Wirthschaftspolitik nicht hätten!( Buftimmung rechts.) Die Disluffton wird geschlossen, und Rap. 10 mit den Einnahmen Eisenbahn- Direktionsbezirk Berlin 82,430,000 Mart" genehmigt. Bet Kapitel 16 Direktion Köln( rechtsrheinisch)" sagt Minister May ba ch auf Anregung der Abgg. Natorp und Berger die eingehendste Prüfung aller in Betracht kommenden Verhältnisse zu, bevor den Anträgen von Direktionen auf Außerbetriebsegung von Parallelstrecken stattgegeben wird. Abg. v. Hildebrand bittet bei Kapitel 19a ,, Direktion Altona" um Einbeziehung der schleswig- Holsteinischen Haupts bahnstationen in den Retourbilletverkehr mit Berlin; Minister Maybach erklärt, daß der Erfüllung dieses Wunsches kein Hindernis im Wege stehe. Der Rest der Einnahmen wird ohne Debatte genehmigt. Vor Eintritt in die Diskussion ber Ausgabetapitel bemerkt Referent v. Tiedemann( Bomst), daß über das maffenhafte, in den Petitionen der Eisenbahnbeamten enthal tene Material über die derzeitigen Besoldungsverhältnisse, besonders der Beamten der zulegt verstaatlichten Bahnen, erst später Bericht erstattet werden könne. Abg. Graf( Elberfeld) bittet den Minister, die Eisenbahnbirektionen dabin anzuweisen, daß fie bei der Anstellung von Bahnärzten nicht den abschüssigen Weg der Submission wäh len, resp. dem Mindestfordernden den Vorzug geben. Abg. Büchtemann bespricht eingehend die Lage der Betriebssekretäre; der vorgelegte Etat werfe zwar eine höhere Summe für sie aus, erhöhe jedoch das Durchschnittsgehalt nicht. Des Ferneren set es ein nobile officium der Staatseisenzahlten Penfionen ungeschmälert weiter auszuzahlen, auch wenn die übernomenen Fonds nicht völlig ausreichten. Auch die Remunerationsfrage sei noch immer nicht genügend geordnet. Nach einer furzen Erwiderung des Ministerialdirektors Brefeld und einigen Bemerkungen des Abg. Berger wird Kap. 23 der Ausgaben, erster Theil( persönliche Ausgaben) bewilligt. Um 4 Uhr vertagt das Haus die Fortsetzung der Be rathung bis Dienstag 10 Uhr. Am Montag soll die Gigung mit Rücksicht auf die Verhandlungen des Reichstage ausfallen, am Dienstag aus demselben Grunde event. früher abgebrochen werden. Gerichts- Zeitung. feinen Gitern und Verwaltungen nur Geld verlangt, der fte deseisenbahnraths laffen nicht erkennen, daß der von dieser auch niet vertritt im Parlament und sonstwie, auch nicht Instanz erhoffte Ausgleich der verschiedenen Intereffen schon bahnverwaltung, die von den Privatbahnverwaltungen ge wei, vie es ihnen ergeht. Darin liegt das Elend der Latifundien. Latifubien, deren Befizer auf dem Lande wohnen, find unter Umfindet ein großes Heil und sehr nüglich, und wenn England feine Broßgrundbefizer durch Beibehaltung der jrpigen KornBirgebung allmählich zu Grunde gehen läßt, so glaube ich i baß das für die Zukunft oon England und für das Bollein der gesammten ländlichen Bevölkerung nüßlich sein , die Großgrundbefizer werden dann Rentiers werden, die leen nicht mehr fennen und höchstens auf einer fashionablen der Stadt wohnen, Sommers und Winters, die das Landagopartie mal von der Stadt herauskommen. Ich halte es nb, daß ein großer Theil unserer wohlhabenden Klassen das einen der wesentlichsten Vorzüge unseres Lebens in Deutsch anze Jahr hindurch, jahraus jahrein auf dem Lande lebt, die te, um einwirthschaft selbst und direkt betreibt, und, man fann sagen, Penn man die braungebrannten Herren des Morgens um 5 Uhr Angesichts das Feld bebaut; wolle Gott uns noch lange he Grundbefizer erhalten, die das Jahr hindurch auf dem be bleiben!( Bravo! rechts.) Solche, die dauernd in der tbe ich es wahrhaftig nicht thun, die von dort aus ich bin leider dazu gezwungen, freiwillig re Güter verpachten und verwalten und bloß Geldicht so viel, und daß in deren Händen der große Grundbests nicht fammele, dafür bin ich mit Herrn Bebel gern bereit, zu arbeiten. Aber die Großgrundbefizer, die wirklich Landthe find und aus Paffion für dieses Gewerbe Land an ufen, die halte ich für ein Glüd unseres Landes und namentder Provinzen, in denen sie zu Hause find. Und wenn es Sonen jemals gelänge, diese Naffe zu vertilgen, so würden Sie in der Lähmung unseres ganzen wirthschaftlichen und pos etlärt mürben Lebens, nicht blos auf dem Lande merlen; Sie selbst burden fich bald zurüdsehnen in derselben Weise, wie es nach in sehr verdienstvoller, aber sehr liberaler schleftscher Bauer, em vereinigten Landtag geschah. Da war mein Hauptgegner nicht in mens Krause. Den sah ich wieder zur Zeit des ersten preus ( Sehr richen Barlaments hier im Sommer 1848 auf der Straße und erite, was er sagte: Mein Goit, wie bitte ich um Entch eine loigung für alles, was ich gethan und gesagt habe im chen nach Sinne dieser Freiheit, wie sie fich hier entwickelt; so habe ich von Damit das nicht gedacht; diese Leute sind ja bg. Bebel barten Ausbruck für die damalige Versammlung( Heiterkeit),( Bravo! rechts). aß ich ihn gar nicht öffentlich wiederholen will, obschon der Eraran die, der mehr aus seinen landwirthschaftlichen Erfahrungen verkauft der des Ausdruds längst todt ist; er brauchte einen Ver öfe in metaus seinem parlamentarischen Verkehr abgeleitet war. einer Bora Deitertelt.) Diese Sorte Parlament scheinen die Herren zu treben, die vorzugsweise auf die Bekämpfung des intelligentauft wurden und potentesten Theiles der Landwirthe und der Grundbeflyer bedacht find. Aber, meine Herren, so lange Gott überbaupt noch im Sinne hat, das deutsche Reich und das Königreich Breußen zu erhalten, wird Ihnen dieser Kampf gegen den Grundbeft, auch wenn Sie noch so viel Verbündete finden, mit amtlid ordneten me befindet Die wenn er feben und f and ich ni Die von tig. Von einer Beit Tha Site ten, weil Augenblid einen nicht rental lfo berubi S Don ag er brauchte einen Minifter Maybach: Die Erfüllung dieses Wunsches wird in Erwägung gezogen werden; generell ift fte nicht thunden Vorwürfen des Abg. Büchtemann akzeptire ich keinen einzigen als begründet und weise das schlechte Attest, welches er der Verwaltung und mir ausgestellt hat, zurück.( Bustimmung rechts.) Die Besoldungen der Beamten der verstaatlichten Bahnen find fast durchweg und in einzelnen Fällen ganz Toloffal aufgebeffert worden; ich habe stets für die Beamten gethan, was ich irgend konnte, und ich stehe viel länger im Eisenbahndienste als der Abg. Büchtemann( Sehr gut! rechts.) Gleiche Fortschritte weist die Verbesserung des äußeren Dienstes auf; und wenn ich das Urtheil des Landes dafür auf riefe, ob die Verwaltung ihre Pflicht gethan hat, es würde für mich ausfallen!( Lebhafte Bustimmung rechts.) Zahlreiche Einnahmeausfälle haben sich daraus ergeben, daß wir einzelnen Landestheilen die lang ersehnten Tarifermäßigungen zu Theil werden ließen. Was die Unfälle betrifft, so ist der Vorwurf, den Herr Büchtemann heute schon gegen uns erhob, mir auch schon von den Sozialdemokraten im Reichstage gemacht wor ben. Die Statistik der Unfälle lehrt uns, daß in der großen Mehrzahl der jüngsten Ereignisse dieser Art eine ganz unver hältnismäßige Sorglosigkeit und Leichtfertigkeit vorlag; gegen Diese einzuschreiten war meine Pflicht( Bustimmung). Ich bin dabei auch keineswegs drakonisch verfahren, und noch viel weniger verdiene ich den Vorwurf eines schroffen Büreaukraten, mit welchem Prädikat ein Beamter, der nach bestem Wissen und Gewiffen seine Pflicht thut, nicht belegt werden sollte Abg. Schmidt berührt wiederum die Frage, ob nicht die Unentgeltlichkeit der Leistungen des Eisenbahnwesens für die Postverwaltung aufzuhören habe und von der Post für diese Leistungen voller Ersatz zu fordern set, wünscht für gewisse Sekundärbahnen billigere Personentarife und bedauert die starke Auswanderung, welche die Bevölkerung dezimirt und die in den schwach bevölkerten Gegenden Pommerns auf die Rente Der Bahnen einwirkt. Die höheren Holz- und Getreidezölle werden auch die Einnahmen der Eisenbahnen nachtheilig beeinflussen, ebenso die Sperre von Vich an der ruffischen Grenze. Die Erhöhung der Hölle tann die Einnahme der Staatseisenbahnen nur schädigen. Endlich wird über den Blan Von einem Hundewagen überfahren. In der Mittagsstunde des 19. April v. Js. pafftite der Subdirektor Lebe, vom Potsdamer Thor tommend, die Leipzigerstraße. Um in die Wilhelmstraße einzubiegen, ging er quer über den Straßendamm und bis auf einen Schritt hatte er bereits das gegenseitige Trottoir erreicht, als plöglich in scharfem Tempo ein Hundefuhrwerk, aus der Wilhelmstraße tommend, um die Ede bog. Herr Lebe erhielt einen so heftigen Stoß, daß er zu Boden stürzte. Die Hinterräder gingen über seinen Körper hinweg und wenn der leichte Wagen ihm auch nur einige unbedeutende Hautabschürfungen verursachte, so hatte die Karambolage für die Betheiligten dennoch schwere Folgen, denn der Getroffene hatte fich durch den Sturz einen Schenkelbruch zugezogen und die Führerin des Wagens, die unverehelichte Dsczinski, wurde wegen fahrlässiger Körperverlegung unter Ans flage gestellt und hatte dieserhalb gestern vor der ersten Straf tammer des Landgerichts I zu erscheinen. Sie behauptete im Termin, daß fie bei dem, an dem genannten Orte herrschenden starten Verkehr gar nicht anders hätte fahren tönnen, als fle gethan, die Beweisaufnahme ergab aber, daß fie zu scharf und zu schnell um die Ecke gebogen war und auch den Gefährdeten nicht angerufen hatte. Der Staatsanwalt wollte diese Fahrs läfftgkeit, welche so schwere Folgen für den Betroffenen gehabt - derfelbe hat monatelang das Bett hüten müffen mit einer Gefängnißftrafe von 4 Wochen geahndet wissen, der Ges richtshof faßte aber die Sache milder auf und erkannte nur auf 20 M. ev. 4 Tage Gefängniß. Eine ganze Blumenlese der verschiedensten Vergehen führte den Arbeiter" Mar Stabernad aus Plößensee, wo er zur Zeit eine Freiheitsstrafe verbüßt, vor die dritte Straffammer bes Landgerichts I. Grober Unfug, Sachbeschädigung, Beamten beleidigung, wissentlich falsche Anschuldigung und Hehlerei, so lauteten die Anklagepunkte, die in einer einzigen Verhandlung gegen ihn erledigt wurden. Am 23. Septbr. v. J. schlug der Angeklagte einem ihm auf der Straße begegnenden Mädchen ohne jede Veranlassung ins Gesicht. Er wurde zur Wache und weil er tobte in die Jfolirzelle gebracht. Hier schlug er die Thürfüllung ein, worauf er gebunden wurde. Wohl ist ihm zu glauben, daß die Beamten nicht allzu zart mit ihm umgegangen find, er richtete aber, wieder in Freiheit gesezt eine Beschwerdeschrift an das Polizei- Präsidium, in welcher er behauptete, den Ersatz der Ritterschaft im alten Sinne nennt, 1 gesprochen, eine Normalseit für Deut einer eins 3 ACMIMEA eine ohne allen Grund auf das Empörendsie gemißhandelt worden zu fein. Diese Denunziation war eine wissentlich falsche. Im November v. J. wurde er von einem Kriminalbeamten dabei ertappt, als er gerade im Begriffe stand, vier elegante Stühle zu verkaufen und in die Enge getrieben, rüdte er endlich mit dem Geständniß heraus, daß die Stühle aus einem Diebstahl in dem Vorzimmer eines Arztes herrührten, einer seiner Befannten betreibe diese Art des Diebstahls als Spezialität. Bei einem der vielen Termine, die der Angeklagte vor der britten Straffammer hatte, verabschiedete er sich von dem am tirenden Gerichtsdiener mit den Worten: Sie sind ein Quatsch Topf!" Der so Apostrophirte nahm dies sehr übel und beantragte die Bestrafung des Uebelthäters. Der Gerichtshof bittirte dem Angeklagten wegen aller dieser Vergehen eine Busatstrafe von 10 Monaten zu. " Versammlung im Vereinslotal, Kommandantenstr. 71-72, bei Nieft ab. Die Tagesordnung zu der Versammlung i 1. Wie verhält sich der Verein zur Bentralisation? Referent Herr Stadtverordneter F. Gördi. 2. Geschäftliches. 3. Ver schiedenes, Fragelaften. Wegen der Wichtigkeit der Tage ordnung ist es eines jeden Mitgliedes Pflicht, in dieser Ver sammlung zu erscheinen. Gäste find willkommen. Die Mitglieder Versammlung der örtlichen Ver waltungsstelle Berlin II der zentralisiiten Hilfskaffe der Maurer, Steinhauer, Gipser und Studateure Deutschlands Grundstein zur Einigkeit" findet Montag, den 16. d. Mts., Abends 8 Uhr, in dem Lokale des Herrn Nentwich, Neue Grünstraße 14 statt. Bekanntmachung der Tagesordnung in der Versammlung. Eine Versammlung der Tischler findet Montag Abend 8 Uhr bei Rothader, Teltowerstr. 3 und Belleallianceftr. 5 ftatt. Die Tagesordnung lautet: 1. Die Aussichten für unsere Lohnbewegung in diesem Frühjahr. 2. Diskussion über Wel ftätten, besonders Mecklenburg, Winkel, Gebr. Weimann, Gebr. Glazer u. f. m. 3. Wahl eines Kommiffionsmitgliedes für den Südwesten an Stelle des erkrankten Herrn Gerlach. Antwortschreiben dieses Herrn an die Arbeiter ersichtlich ist. Aber was waren denn auch die Forderungen der Arbeiter! Nachdem in den Sommermonaten v. J. die Fabrikanten einen Lohn zahlten, wobei ein selbstständiger Weber täglich 3 Mart und ein Geselle 2 Mt. verdienen tonnte, wurde schon im Herbst der Lohn um 50 pCt. reduzirt. Erftere haben auch für sämmtliches erforderliches Arbeitermaterial zu sorgen. Dem gegenüber muß aber der Fabrikant, sowie jeder denkende Mensch anerkennen, daß dieser Lohn nicht hinrecht, den fümmer lichsten Lebensunterhalt zu bestreiten. Die StuhlarbeiterVereinigung, fich die Tragweite dieser Bewegung und der Pflicht derselben vollständig bewußt, hat auch überall bei den vorangegangenen Konferenzen und Unterhandlungen mit den Fabritanten den lebbaftesten Antheil genommen und fein Mittel zur Unterstützung nach jeder Seite hin gescheut. Ihr stand ja schon längst die Erfahrung zur Seite, wie die Fabrikanten die Ronkurrenz unter den Arbeitern schaffen und rühren, indem fie die Drte, die für fie arbeiteten, immer einen gegen der andern auszuspielen suchten, um durch dieses Manöver auf jeden so einzuwirken, daß er immer billiger, als der andere arbeitet. Sie ist sich auch bewußt, daß das Kapital den einzelnen Arbeits zweig so lange zu drücken sucht, bis noch ein Tropfen herauskommt. Aber der Weber muß dafür eintreten, daß sein erlerntes Handwert auf der Höhe erhalten bleibt, welche die Zivilisation an dieselbe stellt, um auch fernerhin der menschlichen Gesellschaft dienen zu können. Die Vereinigung wird mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln in diesen Kampf eintreten. Aber dennoch lönnen wir nicht umbin, allen Arbeitern und Arbeiterfreunden die Bitte dringend and Herz zu legen, auch mit unterstüßend für diese gerechte Sache einzutreten. Wie wir auch stets bemüht waren und es ferner auch sein werden, alle Arbeiter in gleicher Lage zu unterstügen, hoffen wir, daß es jest auch von diesen geschehen wird. Alle Geldsendungen, die nach jedem betreffenden Orte gleich mäßig versandt werden sollen, wolle man gütigst an den Rendanten der Vereinigung, Herrn Breitenstein, Anbreasstraße 40 I. senden. Der Vorstand der Allgemeinen Stuhlar beiter Vereinigung. a. In Bezug auf die Versagung eines Wandergewerbefcheins an den bekannten Spezialisten" Mobrmann feitens des biefigen Polizeipräsidiums versendet diese Behörde an die medizinischen Zeitschriften folgende offizielle Mittheilung: Der hierselbst Hausvoigteiplat 86 wohnhafte, dortseits Ses fannte Empiriler Richard Mehrmann, welcher fich gewerbs mäßig mit dem Entfernen der Eingeweidewürmer aus dem menschlichen Körper beschäftigt, ohne als Arzt oder als Medizi nalperson approbirt zu seis, hatte, um auch außerhalb seines Wohnortes Berlin die vorgedachten gewerblichen Leistungen ohne Begründung einer gewerblichen Niederlassung und ohne vorherige Bestellung in eigener Person arbeiten zu dürfen und hierfür zur Gewerbesteuer veranlagt zu werden, am 21. Mai v. J. an das Polizeipräsidium den Antrag auf Ertheilung eines Wandergewerbescheines gerichtet. Der Antragsteller wurde unter der Motivirung abgewiesen, daß durch den bezeichneten Gewerbebetrieb entgegen bem§ 56 a der Gewerbeordnung die Heilkunde im Umherziehen ausgeübt werde. Mohrmann erhob gegen den ihm gewordenen abschlägigen Bescheid die Klage im Berwaltungsstreitverfahren und suchte diefelbe unter Bezug nahme auf ein Erkenntniß des hiesigen Kammergerichts damit zu begründen, daß er nicht Heilkunde ausübe, sondern lediglich rein gewerbliche Leistungen anbiete. Diese Klage wurde durch Erkenntniß des Bezirks- Ausschusses hierselbst v. 16. Sept. 1884 zurückgewiesen und das lettere vom Oberverwaltungsgericht beftätigt. Soziales und Arbeiterbewegung. Die Arbeitslosen im Ostviertel Londons hielten am 5. Februar eine große Versammlung, um über die gegenwärtige Handelskrifts die Lage der Arbeiter und die Mittel zur Abhilfe zu berathen. Mr. Alfred Jolly, ein Hafenarbeiter, schlug die Resolution vor, daß dieses Meeting der Arbeitslofen, welche an fich selbst den großen Mangel an Arbeitsgelegenheit in Folge des Geschäftsdruces erfahren haben, die Einfegung einer Enquete verlangt, um die Ursachen der brüdenden Krifts zu bestimmen." Die Resolution wurde einftimmig angenommen. Tariffartell der Galizischen Bahnen. Die LembergEzernowizer Eisenbahn hat den zwischen der General Direktion der Desterreichischen Staatsbahnen und der Karl- Ludwigsbahn abgeschloffenen Tariffartell, insoweit es sich in den bezüglichen Abmachungen um die Regelung des Konkurrenz- Verkehrs mit ihren Linien handelt, vollinhaltlich anerkannt und ist dem vorerwähnten Kartell rechtsverbindlich beigetreten. Wieder ein Loch mehr in die freie Konkurrenz! Nr. 4 femt ta Eine Versammlung der Graveure, Giseleure und Berufsgenossen findet morgen, Montag, den 16 Februar, Abends 8 Uhr, im Restaurant Sahm, Annenstr. 16 statt, in welcher über dab Resultat der gewerbl. Statistik Bericht e statist wird. Die Freie Vereinigung der Graveure und Gise leure hat zu Gunsten dieser wichtigen Angelegenheit ihre font Berlin fre regelmäßig alle 14 Tage in demselben Lotal stattfindende einsfigung für diesen Abend ausgesezt. * * Vers Stettin. Seit der legten Reichstagswahlbewegung fand Montag, den 19. Februar, die erste große öffentliche Vol versammlung hier im großen Saale der Grünhofbrauerei Bod dem größten Versammlungsorte Stettins, statt. Dieselbe von über 2000 Personen, vorzugsweise Arbeitern, bejuht Nachdem der Einberufer mit einigen einleitenden Worten den Zweck der Versammlung hingewiesen hatte, wurden Haararbeiter Herrmann Priz( Kandidat der Arbeiterpartei bei auf be Bokabonne E gra Jagdfieber Heuern Lang befciebige beiträge gef Die W rier am lieb Jelben ber burch bir mmerhin i Die ne Einnahmen Den fchönen Mirfte bas Grund zur الله Die Deranlaßt, Aber men we Das Reichs den Deshal fortgefet. feiner alten Doch bürft den letzten Reichstagswahlen) zum Vorsitzenden und her Buzer Kant als deffen Stellvertreter gewählt. gewählt. Bon donnernden Hochs begrüßt erzielt der Reichstagsabgeordnete Solingen Herr Georg Schumacher das Wort zu feinem Bortrage. Derselbe betont, daß the Vertreter der Arbeiter die ersten gewesen seien, welche darauf hingewiesen haben, daß de Staat als Organisation aller Bürge: die Pflicht habe, fich um die wirthschaftlichen Verhältnisse zu fimmern und für die blo nomisch Schwächeren durch die Gesetzebung schützend einzu greifen. Nur die Vertreter des öden Manchesterthums ve halten fich diesen Forderungen gegenüber ablehnend, ja gingen einige derfelben in der Verfechtung der Privatwin schaft soweit, allgemein als nüglich anerkannte, gut organifi Staatsinstitute, wie z. B. das Postwesen, seiner Beit Priv händen zu übergeben. Wie nothwendig ene Arbeiterfchu Gefeßgebung ist, beleuchtete Redner az den Arbeit verhältnissen seines Wahlkreises Solingen. Nach ei gewiß unverdächtigen Statistik des Land: aths dieses Kreid feien von 100 Schleifern 77 an der Schwinisucht gestorbe Im Wupperthale sei bei der Aushebung zum Militär erst b 6. Mann für tauglich befunden worden, und debei leben bie Arbeiter in relatio günstigeren ökonomischen Verhältnissen, Diesen traurigen Zustände die anderer Induſtriedistrikte. müsse ein Ende gemacht werden, um einer Degeneration be tommenden Geschlechts vorzubeugen. Es haben darum Vertreter der Arbeiter im Reichstage demselben der Entwu eines Arbeiterschußgefeßes unterbreitet. Redner veras hiera die wesentlichsten Punkte und erläuterte diefelben. Mit bet Einführung einer, in dem Entwurf enthaltenen Marinalarbeit zeit von täglich, außer Sonnabends und Sonntags, 10Stunbetmen üb Sonnabends 8 Stunden, also bei Verbot der Sonnagarbeit wöchentlich 58 Stunden verliere die deutsche Induite die Konkurrenzfähigkeit mit dem Auslande durchaus nicht, pie viel eines Marimalarbeitstages in verschiedener Form vora geeilt seien. An einem Beispiel illustrirte Redner, wie daduch Bahl der Arbeitslosen vermindert werde. Und erst dann, went genügende Arbeitsgelegenheit geschaffen, fei man im Stank ehrlichen Arbeiter von den arbeitsscheuen Vagabonden zu schien Bur wirksamen Durchführung des Gesezes fei ein Entwu, bit Errichtung von Arbeitsämtern und Arbeitskammern vorgefchagen Redner erklärt schließlich, daß er persönlich, sowie eine Enjabl dem in dem Entwurf aufgenommenen Baragraphen wegen führung eines Minimallohnsages nicht einverstanden seien. an tönne allerdings das sogenannte„ Ricardo'sche eherne Lohngefs wonach sich der Lohn durch Angebot und Nachfrage geringen Schwankungen auf der Höhe der Lebenshaltung Gegend hält, durch geschlossene Arbeiterfoalitionen etw alteriren, für die er entschieden eintritt. Bum Schluß forder der Vortragende mit warmen Worten die Anwesenden auf fich fernerhin im eigenen Interesse immer mehr un mehr um öffentliche Angelegenheiten zu fümmern Aufruf an alle Schmiede Deutschlands. Werthe Kollegen! Die schlechte Lage unseres Handwerks drückt und Alle gleich sehr und zwingt uns, auf Mittel und Wege zu Finnen, diefelbe zu verbessern. Bu diesem Zweck hat sich hier ein Fachverein gebildet, der sich die gebung unferes Hand werks zum Biele gesezt hat, und find von dem Verein, in An betracht, daß, troßdem unser Handwerk eins der sch versten, gleichzeitig doch auch die längste Arbeitszeit üblich ist, folgende Thefen aufgestellt: 1. Beseitigung der Sonntagsarbeit, so wie Verkürzung der Arbeitszeit überhaupt, um dadurch Die große Bahl der Arbeitslosen zu vermindern und zugleich den jüngeren Berufsgenossen die nöthige Beit zum Besuch der gewerblichen Fortbildungsschulen zu schaffen. 2. Unterſtüßung Der arbeitslosen und wandernden Kollegen, damit dieselben nicht gezwungen sind, den arbeitenden um jeden Preis Konfurrenz zu machen, denn nur dadurch kann die von uns vers fertigte Arbeit im Werthe und in Folge deffen der Arbeitslohn steigen. 3. Weitere Ausbildung seiner Mitglieder durch Vorträge gewerblichen, wie wissenschaftlichen Inhalts, sowie durch Errichtung von Fachschulen. Kollegen! Um dieses Biel auch voll und ganz zu erreichen, ist es nöthig, daß Ihr Euch aller Drten zusammenschließt; bleibe Keiner zurück, sondern tretet Alle heran und trage Jeder sein Theil dazu bei; überall im ganzen Vaterlande, bis an die kleinste Effe im legten Dorfe, muß der Wahlspruch heißen: Einer für Alle und Alle für Einen! Ebenso ist es nöthig, daß von den sich bil benden Fachvereinen Erhebungen angestellt werden über Ar beitslosigkeit, über die Länge der Arbeitszeit und über die Höhe der Löhne, um auf Grund dieser Statistik später einen nafionalen Unterftügungsbund gründen zu können, und bitten wir die fich etwa bildenden Fachvereine um die gefällige Einsendung ihrer Adressen, um alsbald zu Ostern einen Kongreß an einem noch näher zu bezeichnenden Drte abhalten und über gemeinsame Schritte berathen zu fönnen, und hoffen wir um der guten Sache willen, daß unser Ruf nicht vergeblich verballen möge. Darum auf, Kollegen, von Nord und Süd, von Oft und West, wo nur Schmiede find, frisch ans Weit zur Bildung von Fachvereinen! Etwa gewünschte Auskunft wird von den Unterzeichneten gern ertheilt und Material zur Ver fügung gestellt werden. Alle wahrhaft freifinnigen und arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck vorstehenden Aufrufs gebeten. Berlin, im Februar 1885. Mit kollegialischem Gruß! Der Vorstand des Fachvereins der Schmiede Berlins. D. Matthes, Borfigender, Kottbuserftr. 10a, E. Drewis, Schrift führer, Gubenerfir. 61. Den Berliner Kollegen zur Nachricht, daß die nächste Versammlung des Vereins am 16. d. Mts., Abends 8 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandanten ftraße 77-79, stattfindet, und bitten wir, recht zahlreich zu er scheinen Landeshut, Schlesien, 11. Februar.( Strike.) Heute früh haben in der mechanischen Leinenweberei von E. Epner sen. hier, einige hundert Arbeiter die Arbeit niedergelegt, da fie für den ihnen gebotenen Tagelohn nicht mehr arbeiten wollten. Troßdem durch die große Ansammlung die Aufregung groß war, ist es jedoch zu Ausschreitungen nicht getommen. Bei dem starken Verkehr und den noch zu erledigenDen Bestellungen geräth die Fabrik durch diesen Strike in Kalamität, so daß fie gezwungen war, den Anforderungen der Arbeiter nachzugeben. Hamburg. Kündigung von Arbeitern. Sämmtlichen Arbeitern in der Buderfabrik in der Hafenstraße auf St. Pauli ist sicherem Vernehmen nach zum 1. Mai d. J. gekündigt wor den. Die allgemeine Krisis in der Zuckerfabrikation soll die Ursache sein. Ebenso find die Arbeiter der Samson'schen Wollfabrik in der Hafenstraße zum 1. Mai gekündigt worden, da die Fabrik von hier nach Berlin verlegt wird. Ueber die finanziellen Resultate der Postverwaltung in den Staaten des Weltpoftvereins in den Jahren 1882/83 bezw. 1883/84 entnehmen wir der ,, Stat. Corr.", daß die größten Gesammteinnahmen aus dem Boftverkehre die Vereinigten Staaten von Nordamerika mit rund 240,3 Millionen Fr. batten, dann folgen Deutschland( Poft und Telegraphie) mit 222,4 Millionen, Großbritannien mit 194,1, Frankreich mit 160,7( Boft und Telegraphie), Defterreich- Ungarn mit 69,8, Rußland mit 62,7, Stalien mit 35,5, Britisch Indien mit 25,1 und die Schweiz mit 17,0 Millionen Fr. Die Gesammtausgabe betrug in den Vereinigten Staaten 229,2 Millionen Fr., in Deutschland 193,1, in Frankreich 142,0, in Großbritannien 128,9, in Rußland 68,5, in Defterreich- Ungarn 56,3, Jtalien 30,1, Britisch- Indien 25,5, Schweiz 15,7 Millionen u. f. w. Einen Ueberschuß erzielten aus der Postverwaltung Großbritannien von 65,2 Millionen Free., Deutschland von 29,3, Frankreich von 18,8, Defterreich Ungarn von 13,5, die Bereinigten Staaten von 11,1, Spanien von 8,4, Stalien von 5,3, Belgien von 5,1, die Niederlande von 2,8, Humänien von 1,2, die Schweiz von 1,2, alle übrigen Staaten von weniger als 1 Million Fres. Einen Zuschuß er forderte die Poft in 3 europäischen Staaten( Rußland, Bulgarien und Portugal) und 9 außereuropäischen Staaten. Am größten war die Unterbilang in Rußland mit 5,76, in Kanada mit 2,1, in Japan mit 1,8, und in Bulgarien mit 0,7 Mill. Francs. Vereine und Versammlungen. fach befürchtet werde, indem andere Staaten mit Einführung Die bi Unterstützu Wir uerquel 14 fördern Gin anderer Arbeiter- Abgeordnete, wie Bebel und Liebknecht mit Ausgaben litaretat far grlos 314 Die Rotorio Und 1 bann Don ufbebung Wir würbe wenn ber Labalamon Raffee und bie Berwen Unter Gara wenbet mer Und u Tegre gern b Schon unb noch mehr der Zukunft, zu studiren. An der Diskussion Die von der Lohnkommission der Berliner Metallarbeiter zum 15. Februar, Vormittags 10 Uhr, bei Nieft's, Kommandantenstr. 71/72, einberufene öffentliche General Ber fammlung, ist in legter Stunde auf Grund des§9 des Reichsgefeges vom 21. Ottober gegen die gemeingefährlichen Be trebungen der Sozialdemokratte verboten worden. Da der Lohntommission von derartigen gemeingefährlichen Bestrebungen innerhalb ihres Wirkungskreises durchaus nichts bekannt ist, da nur rein gewerkschaftliche Fragen auf der Tagesordnung ftanden, wird die Kommission Veranlaffung nehmen, in den nächsten Tagen eine andere Versammlung einzuberufen, um die in der verbotenen Versammlung auf der Tagesordnung stehen be ben Stet pfehlen, nä nahmequelle Badbrud verbo 90 ,, Ach, fann Runit des Die soziale Frage, die Riesenfiage der Gegenwart und theiligten fich die Arbeiter Birkel, Borchert, sowie der Bor figende Priez. Nach Schluß derselben wurde folgende Refo lution einstimmig angenommen:" Die heute am Montag, 9. Februar 1885, im Saale der Grünhofbrauerei Bock au Sid tin tagende Boltsversammlung erklärt sich mit den Ausfüh rungen des Referenten Herrn Reichtagsabgeordneten Geot Schumacher- Solingen durchaus einverstanden, erblickt in den von der Arbeiterpartei dem Reichstage vorgelegten Entwu eines Arbeiterschußgefezes, enthaltend unter anderem eine gu den Punkte zur Erledigung zu bringen. Bahlreicher Besuch zu regelte Marimalarbeitszeit, ein Mittel zur Befferung der wirib dieser demnächst stattfindenden Versammlung ist daher dringend schaftlichen Verhältnisse, spricht der Fraktion ihren Dant daft Die Brauergefellen in Deutschland, Desterreich und der Schweiz haben sich zu einem Brauergesellen- Verbande zufammengethan und ein eigenes Vereins- Organ gegründet. Den Sit dieses Verbandes hat für die ersten drei Jahre Berlin. Der Zweck des Verbandes ist nach der Neuen 3tg.": 1. Das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit zu beleben, 2. Die Angehörigen mit Rath und That hilfreich zu unterstüßen und 3. eine Unterstüßungskasse für reisende und arbeitslose Kollegen zu bilden. Der Verband" zerfällt in verschiedene ,, Lotalver eine der Brauer gesellen". 11 geboten. Für die Mitglieder des Arbeiter- Bezirksvereins der Rosenthaler Vorstadt findet heute Sonntag, den 15. Februar, ein gemüthliches Beisammensein in der Neuen Wahlballa", Schönhauser Allee 156, Nachmittags 5 Uhr, statt. Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwünscht. Gäste willkommen. Vor führung von Nebelbildern, Vorträge 2c. Der Verein zur Wahrung der Intereffen der Tischler und Berufsgenossen hält am Montag, den 16. b. Mis., Abends 8 Uhr, Naunynstraße 44 im Lotale des Herrn Bohl eine Versammlung ab. Zagesordnung: Vortrag, Verschiedenes. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Im Unterstüßungsverein für Buchbinder findet am auß und fordert efenheit h Derz, und meiner Ihr Dante hne fte zu weiterem Vorgehen in d eingeschlagenen Richtung auf." Hierauf wurde mit Hochs au den Abgeordneten die Versammlung geschlossen, die wo hunderten von bis jegt indifferenten Arbeitern Lichtblicke betref der sozialen Verhältnisse gegeben hat. Nur noch 3 bis solcher Versammlungen, dann wird auch hier die Arbeite bewegung schneller vorwärts gehen. Briefkasten der Redaktion. nicht rechtfe Freundes S lei, war m als die Au fönnen." Viell A. 3. 168. Die Miethe ist am ersten eines jeden M nats pränumerando zu zahlen, widrigenfalls dem Wirthe nod dem Vertrage das Ermissionsrecht gegeben ist. ob dem Dienstboten das Recht zusteht, den Dienst zu verlaffen auf gütlichem Wege die gerechten Forderungen herbeizuführen, Kongreß der Buchbinder und verw. Berufsgenossen Deutsch bestimmte Thatsachen anführen, damit eine Antwort mögli An alle Arbeiter und Arbeiterfreunde Deutschlands! Kollegen, Genoffen, Freunde! Die Weber der umliegenden Drtschaften Berlins: Bernau, Nowawes und Straußberg find gezwungen die Arbeit einzustellen. Alle vorher gethanen Schritte, blieben ohne jeglichen Erfolg. Auch dies: Weber, die ausschließlich für Berliner Fabritanten arbeiten, sollten zu der Ertenntnis gebracht werden, daß der Arbeiter unter den heutigen sozialen Verhältnissen nicht allein früh und spät um seinen täglichen Lebensunterhalt zu arbeiten hat, nein, er muß auch wenin er es nicht über fich noch darum fämpfen, in solche materielle Ber ergeben laffen will, daß er hältnisse tommt, wo seine ganze Existenz in Frage ge= stellt wird. Wie gerecht diese Forderungen sind und wie nichts unversucht gelaffen ist, diesem äußersten Schritt aus dem Wege zu geben, geht am besten daraus hervor, daß man fich zu wiederholten Malen schriftlich und mündlich an fämmtliche Fabrikanten gewandt, die auch fast alle diese Forderungen als gerecht anerkannten. Ja selbst einer der bedeutendsten Fabrifanzen, Herr Friedländer, hat die Hand dazu gereicht, um im Verein mit den Fabrikanten für die Arbeiter eine günstige Wendung herbeizuführen. Auch derjenige Fabrikant, bei dem es am rath amsten war, die Arbeit zuerst einzustellen, konnte lands statt. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, pünktlich am Plage zu sein. Verein der Maschinisten und Heizer. Heute Nach mittag 5 Uhr, Linienftr. 5( Schüßenhaus) Versammlung. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Den Mitgliedern des Vereins Berliner Maurer zur Nachricht, daß die Mitglieder- Versammlung nicht am 17., sondern am 24. Februar, Abends 8 Uhr, Inselstraße 10 bei Scheffer stattfindet. Ueber die vegetarische Lebensweise als Mittel zur Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit" hält am Montag, den 16. d. Mts., Abens 8 Uhr, Herr Marim. Klein, Redakteur der Vegetarischen Rundschau", einen öffent lichen Vortrag im Gesellschaftshause, Niederwallfir. 20, fich mit der betr. Kaffe einigen. Sobenburg Sonen leben 9 nen gefr geute Nach Teits abgef Das Dorigen Ja Gan Der lichten 2. S. Eine Beschlagnahme des Lohnes ist gefeßlich aud geschlossen. Ueber die pöhe der Ratenzahlungen müffen S A. A 26. Die wahrheitswidrige Anerkennung der Vate schaft eines unehelichen Kindes vor dem Standesbeamten eine Veränderung des Personenstandes und nach§ 169 be St.-G.-B. ftrafbar. bem bie Spre W. 2. 104. Der Gerichtsvollzieher hat vollkommen Geseze gemäß gehandelt. Ein Verschulden trifft nur M. T. Sie haften nicht für die Schulden Steuerkaffe. Rt. 112. Wenn die Ehefrau in dem Scheidungsproje Ehefrau. bei freiem Eintritt. Nach dem Vortrage Fragebeantwortung für den schuldigen Theil erklärt wird, hat fie feinen Anspru und Diskussion, sowie Vertheilung einer Broschüre Wie lebt man als Vegetarier?" Der Verein der Berliner Metallarbeiter hält Montag, auf Alimentirung. Sie Derrn Bate Brit. J erwartet er. Ich g urkunden erforderlich. Sofern Sie in Berlin Ihren Wohn A. A. Jm vorliegenden Falle find nur die Geburt Babriele To benachrichti die Gerechtigkeit der Forderung nicht lugnen, wie aus einem den 16. Februar, Abends 8 Uhr, feine im Statut festgesepte nehmen, bedarf es keiner Ausschließung der Gütergemeinschaft Verantwortlicher Redakteur R. Cronheim in Berlin. Druck und Berlag von Mar Bading in Berlin SW. Beuthstraße 2. Sie fo chien, thre