St 40. Dienstaq, 17. Februar 1885. n. Jahrg. i. d.» oick. Ne« idauag w iTl/ � l für den tre««» V Ä? Brgan für die Interefsen der Arbeiter. Das..«sttiot*»oimitü" Mich Msrgesß Mer»ach Ssm,» wid Festtags. Aö»»»««k»iSpr«K Kr Mi» ft« M'e Halt» virnttjtchrUch 4 Mari, mssamch 1,85 Mark,«Scheiakch 36 Pf. »«nbottnewent 4 Mark. Emzel»« Rr. 6 Pf. 6o*ntoßS»9lttwii««iL illuftr. Brilage 10 Pf. (Siagettagt« m ö« Pssia«itvÄztp?ei»lift« für 1885 aat« Nr. 746.1 Jvfertt«»»gdSühr ivt� berrägt für bis F gefpaV«« Petitzeile ober d«e» Ramn 40 Pf Arbeitt««� 10 Pf. Bei größers» Äufircws« hoher Rabatt aach Uebsreivkunst. Juserats«erbe» 4 llhs Nachmittag« i« der Expeditio«, Perlte SW.; Zimmerstraße 44, fsaie o&'- alle« Bareaux, shae Erhöhung de« Preise«,«agmourztt«. MeöaKtion unö MpsöMon Wertin 8W� MmmsrSraße 44. Eine neue Äeuerquelle. E« grassirt schon seit einigen Jahren ein förmliche» 'sieber nach neuen Steuervorfchlägen. Die Reich»- artemwdW* in w•lf-n9en nicht aus, um die„Bedürfuisse" de» Reiche» A(ciflflü| L.siiebtgen und so muß zur Erhöhung der Matrikular- Arbeiter»i- geschritten werden. siet Matrikularbeiträge aber möchten die ReichSunita- il-'Nn liebsten vollständig beseitigt wissen, weil durch die- jntAn°rr PariikulariSmus gekräftigt wird, da da» Reich W L. i r« 1 1 e Beiträge der Einzelstaaten von letzteren Ä>n in etwas abhängig ist. ii».. neue Zolltarifvorlage sucht nun dem Reiche neue r unabwe,�...___.'-t ist jCi.____ oi-L,... Wr fnen �ugen der GutSbesttzer, welche dle Neglerung L"kt, die Getreidezölle zu erhöhen, sondern hauptsächlich W Verlangen, die Reichsfinanzen zu verbessern, � M Einbringung der Zolltarifnovelle sein. «der die aus den prvjektirten Zöllen erwachsenen Ein- fcte werden nur den Tropfen gleichen, die auf einen E�den Stein fallen und nicht annähernd ausreichen, �«chSdefizit zu decken. b wird jedenfalls die Jagd nach neuen Steuern � weiß man, daß der Reichskanzler von Li uften Liebe, von dem Tabaksmonopol, nicht abläßt. Firste er noch für lange Zeit beim Reichstage keine Muna in dieser Hinsicht finden. Aalten es allerdings für unnöthig, nach neuen Hm.»«t•R iu suchen; wir glauben, daß die Reichsein- 8 öroß genug sind, daS Reich zu schützen und "ach Außen und nach Innen, wenn nur die in richtiger Weise beschränkt werden. Am Mi« sik/* kann entschieden gespart werden, ohne da» Reich 'i;»» zu macheu nnd ebenfallt dürften die Ausgaben für j�nialpolitik durchaus unrentabel sein. st dann, L üob so könnten für uns neu« Steuerpläne immer nur " k.?'* Interesse und Bedeutung sein, wenn sie zur S/niiif vi!%""g von bestehenden drückenden Steuern führte». � Würden gern einer hohen Börsensteuer zustimmen, tyi«,, Petroleumzoll fiele, wir würden sogar gegen da» �'Monopol nichts einzuwenden haben, wenn Saljsteuer, Iii ii.: und Getreidezölle aufgehoben würden, oder wenn tzt�wendung der au« dem Monopol erzielten Erträge W.urantie zum Wohle der arbeitenden Klassen ver- Verden sollen. lih,."l> unter solchen Voraussetzungen würden wir auch tkr™1 dem Reiche noch eine andere Einnahmequelle«m- vesenven �-nämlich daS Jnseratenmonopol. mehr � Lassalle hat darauf hingewiesen. Diese Ein- immer» � �JIUelTe würde bedeutende Summen dem Reiche zur 15 �»«totn.] ZeuMeton. EtlÄ ch t«uS HefUttöeN. de» Rovmn von Dr. Dux. Mick? i» � z,..(Forsrtzung.) aten k" glaube eS wohl, daß ihm Niemand helfen crem' Wie sehr haben Sie Recht! Hier kann keine vertrauen ehrt mich," erwiderte Fritz,„und ich xefat11 �ür dasselbe, obwohl ich mir bewußt bin, e» rtenW= W»}u können... Die Versicherung meine» si. �Habicht, daß meine Anwesenheit Ihnen ein Trost »ölt %o� et»!' S1 dt« Veranlassung, ihm hierher zu folgen, "den/. �Ikcht, dem Grafen irgendwie nützlich sein zu �nbur«6�* können Sie es doch sein, Herr Doktor Men y kenn auch mein Vater hat auch Vertrauen zu Ich weiß, daß er sich freuen wird, Sie zu �e?JqhA"l' wtt te'derselben Weise auf wie im '' � HS?? derselben Weise, nur schlimmer.... Ach, WM-%% NSS'ÄTnÄ ... ichaftSdame zu fragen, ob der Kranke noch Verfügung stellen und sie hätte außerdem noch das Gute, daß der Jmmoralität gesteuert würde. Zunächst würden alle diejenigen Zeitungen eingehen, welche lediglich von Klatschereien leben, wie e» zumeist die Jnseratenblätter thun. Nur diejenigen Blätter könnten dann existiren, die in Wirklichkeit dem Lesebedürfniß deS Publikums dienen würden. Dadurch würde aber in ganz entschiedener Weise der Preßkorruption ein Halt geboten. Wichtiger aber noch ist, daß der ekelhaften Reklame ein Ziel gesetzt würde. Die dem Reiche gehörenden Annoncen- blätter, die außer Anzeigen natürllch keine Zeile, weder über kummunale, politische oder litterarische Angelegenheiten bringen dürften, würden selbstvelstäadlich jede unanständige Reklame, jede Anpreisung von Geheimmittezn, jede zwei- deutige HeirathSanzeige und jedes Inserat, welches, wenn auch in harmloser Form der Prostitution und dem Laster dient, zurückweisen. Für den reellen Geschäftsmann wäre eS von großem Vortheil, wenn die Schwindelannonce, die Marktfchreiereien, die lügenhaften Anprelsunges aus den Zeitungen und von den Anschlagsäulen, die selbstverständlich auch StaatSmo- nopol werden müßten, vollständig verschwänden. Die ein- fache Anzeige der vorräthigen Waaren nebst Preisangabe genügt für jeden reellen Geschäftsmann. Auch würde für ihn daS Jnferiren viel billiger sein, als jetzt. Um seiner Anzeige die Verbreitung zu geben, muß der Geschäftsmann jetzt in verschiedene» Zeitungen mseriren. Da bei einem Monopol aber für«iren bestimmten Bezirk nur ein einzi- geS Anzeigeblatt existiren, dieses Blatt aber von allen In« teressenten durchgesehen würde, so würde dann eine Insertion in dem ReichSbezirkSblatt genau dieselbe Wirkung haben, wie jetzt die Insertion in sämmtlichen in einemBezirke er« scheinenden Zeitungen. Natürlich dürften auch die amtlichen Anzeigen nur in dem BezirkSblattt erscheinen. Die Folge deS Reichs-Jnseratenmonopols würde sein, daß alle dann noch erscheinenden Blätter, die weder private noch amtliche Anzeigen mehr aufnehmen dürften, unabhän- giger von den Behörden und unabhängiger vom Publikum wären. Um daS letztere zu erhärten, mach?» wir darauf aufmerksam, daß außer unserem„VolkSblatt" in einem „Eingesandt" keine andere Zeitung das neue Unternehmen de» Herrn Oswald Nier, die Herausgabe der„Deutschen Stimme" kritisirt hat, weil Herr Nier vielfach inseriren läßt. Solche schmachvoll« Abhängigkeit, die noch schlimmer ist wie die Abhängigkeit von der Regierung würde bei dem Jnseratenmonopol verschwinden.—-- Wir haben somit gezeigt, daß solche» Monopol eine Wohlthat für die reelle Presse und für da» reelle inseri- schlummere, und ob ein Besuch de» Arztes am Krankenbette jetzt möglich sei. Nach wenigen Minuten kehrte der Diener mit der Meldung zurück, der Kranke sei soeben aufgewacht. Gräfin Agathe eilte nun rasch voran, Fritz und Habicht folgten ihr. Im Vorzimmer trat ihnen Gabriele bereits entgegen. „Ihr Vater ist erwacht," sagte sie.„Der Schlummer hat ihn nicht erquickt, und es ist, als ob er sich heute ganz besonders beunruhigt fühle." Fritz trat an der Seite der Gräfin Agathe an da» Krankenbett. Der Kranke merkte es nicht. Er lag da mit geschlossenen Augen, aber er schlief nicht. Fritz bemerkte, daß ein eigenthümliche» Zucken zuweilen über sein Antlitz ging, daß er die Hand schloß und öffnete, daß er Bewegungen machte, die ein Schlafender nicht macht. Eine Weile stand er neben seinem Bette, ihn schweigend anblickend. Plötzlich fuhr der Kranke wie aufgeschreckr empor. Er richtete sich bald auf und beugte da» Haupt vorwärt«. Sein Auge blickte starr und wirr... der graue Kopf mit dem kurzgeschorenen Haar, welches hinter den Ohren emporstand... da» lange Gesicht... der dichte graue Bart... die eckigen Kinnbacken... daS Alles hatte Fritz fchon im vorigen Jahre gesehen. Er hatte sich an diesen Anblick gewöhnt... allein es überkam ihn wieder ein gew sse» Grauen— es war ganz da» Gesicht eine» Wolfes. Der Graf sah Niemanden, und seine Augen schienen in's Leere zu starren. Da bewegten sich seine Lippen: „Sie kommt, sie kommt!" flüsterte er mit hohler, klangloser Stimme. Habicht schüttelte da» Haupt. Er stellte die Lampe, welche er in der Hand hielt, bei Seite, und flüsterte dem Arzt zu: »Ich steige auf den Signalthurm, um zu sehen, ob sie da»st." Fritz nahm den Puls des Kranke». Das Freber war heftig, sein Athem schwer und keuchend. Mit Spannung und Besorgniß hing da« Auge der schönen Gräfin an de» Lippen des Arzte«. rende Publikum wäre. Diese ReichSeinnahme aber würde das Volk nicht belasten und somit jeder anderen Steuer, so lange man die direkte progressive Einkommensteuer nicht erlange» kann, vorzuziehen sein. KolitiBcke Nebersirkt. Der Kolonialwtrrwarr wird immer größer. Meloet doch ein konservntivcs Blatt, daß die Kolonialpolitik des Für- sten Bismarck„eine Menge von politischen und militäcischin Fragen in Fluß gebracht" habe. Die Portugiesen wollen von dem Kongovertrag nichts wissen und haben drei Kriegs- schiffe zum Schutze„ihres Eigenihums" an die Westküste von Afrika gesandt. Zwar verlautet, daß ste nunmehr dem ver« einigten Drängen Englands, Frankreichs und Deutschlands nachgegeben und die internationale Kongogesellschast anerkannt hätten, doch ist dieser Zwang immer die Quelle neuen Un« friedens. Die Italiener haben sich im Rothen Meere niedergelassen, natürlich mit Einwilligung der Engländer, denen sie die Sudankastanien aus dem Feuer holen sollen, wofür ihnen die Annexion von Tripolis in Ausstcht gestellt worden ist. Die Neutralität der Franzosen wird in diesem Falle erkauft dadurch, daß denselben freie Hand in Marokko gelassen wird. England hat schon gegen die Bcfitzergreifung von i Neu-Guinea seitens der Deutschen protestirt und nur der Fall oon Kbartuni dürste der Gruud sein, warum dieser Protest vorläufig im Winde oerhallt. Die Transwaalrepudlik, deren Bestreben bis jetzt hauptsächlich war, das englische Joch fernzuhalten, nähert stch wieder der englischen Politik, weil ste das strenge Bismarckische Regiment, welches oonNorden droht, noch mehr fürchtet, als das habgierige England. Die„Kreuzztg." warnt in Folge dessen die Deutschen vor ver Auswanderung nach Süb-West-Aftika. So steht man Verwicklungen überall, Verwicklungen, die noch mehr politische und militärische Fragen in Fluß bringen werden, wie sie der ärgste Gegner der gegen- wältigen deutschen Kolonialpolitik kaum geträumt hat. Und inzwischen mehren fich die Stimmen, daß vie unten deutschen Schutz gestellten„Kolonien� sämmtlich für eine wirkliche Kolonisation untauglich find. Bei unseren neuen Kolonien kann gar nicht die Rede daoon sein, daß sie die in Deutschland vorhandene überschüssige Ar- beuskcaft aufnehmen können, damit dieselbe unserem Vater« lande erhalten bleibe. Nach wie vor wird der Strom der Aus- Wanderung nach dm nordamerikanischen Freistaat? n fließen, bald stärker, wenn die Lage der Arbeiter in jenen Staaten eine gute, bald schwächer, wenn die Lage der Arbeiter bort eine minder gute ,st. Daß auck die Verhältniste im eigenen Lande für die Auswanderung maßgebend find, ist selbstverständlich. So kann man in der Tbat auf unsere neue Kolonisationspolitik das alte deutsche Sprichwort anwenden:„Viel Geschrei und wenig Wollest Einige Schüler und Knaben werden ihren Eltern, nachdem sie dieselben beftohlen haben, noch entlaufen, einige kolonialbegeistertc junge Männer werden fich in Südafrika noch den Hitzschlag holen, einige schwarze Männer werden noch er- schössen werden und einige weiße dazu, und was das Wich- „Wie finden Sie meinen Vater?" fragte sie endlich, als Fritz schwieg. „Der Puls ist schwer und unregelmäßig," antwortete dieser;„doch empfiehlt eS sich nicht, schon jetzt ei» Be- ruhigungsmittel zu geben; später, wenn die KrisiS vorüber ist... Es wird nach dieser Ausregung voraussichtlich groß« Erschöpfung eintreten, und dürften künstliche BeruhigunaS- mittel eher schädlich als nützlich sein." „Können wir nichts für ihn thun?" Fritz zuckte die Achseln. .«Für jetzt ist nichts zu thu», als dem Kranken die ge« hörige Ruhe zu schaffen...... ES ist überhaupt nicht möglich, hier gegen das Uebel anzukämpfen; man muß seine Mittel gegen den Sitz des Uebels richten, gegen die Ursache... und diese zu erforschen wird mein« nächste Aufgabe sein." „Wenn's kein anderes Mittel giebt, meinem Vater zu helfen, dann ist er verloren!" „Verzweifeln Sie nicht, Komtesse," erwiderte Fritz; „warten wir ab, wie diese KrisiS verläuft und beugen wir der Wiederkehr nach Kräften vor." Jetzt kehrte Habicht zurück. „Merkwürdig." brummte er,„ich sehe nichts, obgleich es klar draußen ist, und ich jeden schwarzen Punkt auf der Schneefläche bemerken müßte auf eine viertel Meile Ent- fernung; aber es ist absolut nichts zu sehen." Fritz verabschiedete sich von der Gräfin, indem er ihr empfahl, vor allen Dingen sich selbst die Erquicknng des Schlafe» zu gönnen, zumal ihre Anwesenheit dem Grafen nichts nütze, überhaupt Niemand dem Kranken für den Augenblick zu helfen vermöge. Dann verließ er mit Habicht daS Krankenzimmer. Vierte« Kapitel. Mehrere Tage vergingen, ohne daß sich etwa« Be- merkenSwertheS ereignete. Der Aufenthalt de« jungen Doktor» auf M'Donuil war sehr einförmig. Jeden Morgen geweckt von den Tönen Eegals; dann ein Besuch beim Grafen; darauf daS Frühstück, bei welchem ihm Habicht regelmäßig Gesellschaft tiaste ist— einige große Rheder und Kaufleute werden noch reicher werden, ferner wird die Spannung unter den seefah- renden Nationen noch größer werden, wodurch auch der deutsche Handel mindestens in demselben Maße gehemmt, als er durch die Kolonialpolttik gehoben wird. Froh können die Völker noch sein, daß stch schließlich durch allerlei diplomatische Ma« nöoer der Friede erhalten läßt. Wenn aber, wir hoffen recht bald, das Kolonialfieber erlwchen, wmn der Rausch vorüber und an seiner Stelle ein nickt allrufreundltcher Kater schnurrt, dann wird man fick allseitig die Stirn reiben und die Worte murmeln: Pro nihilo I Der Reichstag quälte fich auch noch gestern mit den Ge» treidezöllen herum. Oberflächlichere Reden find selten gehalten worden, als über diese tiefeinschneidende Vorlage. Feder weiß über dieselbe etwa? zu sagen, auch wenn vorher schon von einem halben Dutzend Rednern dasselbe ausgesprochen worden ist. Und gerade die banalsten Redner legen ein Pathos an den Tag, als wenn ste überzeugt wären, den ganzen Reichstag zu ihrer Gefinnung zu bekehren oder, um den modernen Ausvruck zu gebrauchen, d-n ganzen Reichstag„umzureden". Und doch haben alle RelchStagSabgeordncten schon seit Wochen ganz be« stimmte Stellung genommen. Jedes Wort ist also überflüsfiz zur Sache selbst; die Reden werden lediglich für das Volk ge- sprachen, es sollen Wahlreden sein. Wir haben im Grunde genommen nichlS dagegen, doch müßten dieselben denn doch mit wenigen Ausnahmen bedeutend Keffer sein— fürs Volk find ste lange nicht gut genug! Die Kougo Konferenz scheint doch nicht resultatlos zu verlaufen: neueren Nachrichten zufolge wird stch Portugal den Wünschen der übrigen Mächte fügen. Ein diesbezügliche» Telegramm aus Paris meldet der„Voss. Zeit.":„Dem Drucke Deutschlands, Frankreichs und Englands weichend, hat Por- tugal eingewilligt, fich mit der afrikanischen Assoziation zu ver« ständigen. Der Vertrag wird vor Schluß der Berliner Kon- ferenz unterzeichnet werden". Der erwartete Getreide- Sperr. Gesetzentwurf ist de- r.sts von dem Abg. v. Kardorf im Reichstage eingebracht worden. Die Herren Agrarier arbeiten mit einer bewunderns- werthen Geschwindigkeit, wenn eS fich um ihre Interessen han« delt. Das beantragte Sperrgesetz soll verhüten, daß die Spe- kulanten noch vor dem Inkrafttreten der Zollerhöhungen große Quantitäten Getreide importiren und dadurch den Agrariern bedeutenden Schaden zufügen. Der Gesetzentwurf hat folgen« den Wortlaut: § I. Die ElngangSzölle von den unter Nr. 9 lGetreide zc.) und Nr. 25 q 2(Mühlenfabrikate jc.) des gegenwärtig geltenden Zolltarifs fallenden Gegenständen, sowie von den unter Nr. 25 e 2 dieses Tarifs fallenden Schaumweinen kön« nen durch Anordnung des Reichskanzlers in derjenigen Höh« in vorläufige Hebung gesetzt werden, welche der Reichstag bei der zweiten Lesung des demselben vorliegenden Entwurfs eines Gesetzes, betreffend die Abänderung des ZolltarifgesetzeS vom 15. Juni 1879, genehmigt hat oder noch genehmigen wird. § 2. Die Anordnung(§ 1) ist in da» Reichs- Gesetzblatt aufzunehmen und tritt sofort in Kraft. Die Anordnung erlischt, sobald der betreffende Gesetzentwurf(§ 1) als Gesetz in Kraft tritt oder abgelehnt oder zurückgezogen wird, spätestens aber mit dem fünfzehnten Tage nach Schließung der gegen- wältigen Relchstaesse'sfion. § 3. Nach dem Erlöschen der Anordnung find unver- züglich diejenigen Zollbeträge, welche über den bis dahin gesetz- lichen Zollsatz hinaus entrichtet oder zu Lasten deS Zollschuldners angeschrieben find, zu erstatten, beziehentlich wieder abzuschreiben, insoweit diese Beträge nach höheren Zollsätzen berechnet find, als die zur Zeit des Erlöschens der Anordnung bestehende Zollgesetzgesitzgebung festsetzt. § 4. Während der Geltungsdauer der im Z 1 bezeichneten Anordnung tritt die Bestimmung unter I. des Artikels 5 deS ZolloereinigungSvertrages vom 8. Juli 1867, wonach von allen bei der Einfuhr mit mehr als 15 Groschen vom Zentner(3 M. von 100 Kilogramm) belegten ausländischen Erzeugnissen keine weitere Abgabe, sei es für Rechnung deS Staates oder für Rechnung von Kommunen und Korporationen, erhoben werden darf, bezüglich der von der Anordnung betroffenen Gegenstände außer Anwendung. §5. Dieses Gesetz tritt sofort in Kraft. Bei der jetzigen Zusammensetzung deS Reichstages wird dieser Entwurf sicher angenommen werden. Immerhin ist die Geschwindigkeit, mit welcher der Reichstag die Zollfrage zu er- ledigen bestrebt ist. recht lehrreich, eS handelt fich ja nach AuS« sage der Zollfreunde darum, die Nothlage der Landwirthschaft zu beseitigen. Hoffentlich wird das hohe Haus dieselbe Ge- schwindigkeit entwickeln, wenn eS gilt, die arbeitende Bevöl- terung vor Roth und Entbehrungen zu schützen.— Wir werden ja sehen l Bei der zweiten Berathung der Dampfersubvention»- Vorlage wird nach der„Kölln. Zeit." von nationalliberaler Seite ein Antrag gestellt«erden, der die Beschlüsse der Kom- misfion in erster Lesung wieder aufnehmen und dahin erweitern soll, daß die Hauptlinien jedenfalls einen belgischen oder hol- ländischen Hafen anlaufen müssen. Demnach, so bemerkt dazu leistete, und das regelmäßige Thema war natürlich immer die Krankheit des Grafen; und regelmäßig an jedem Mor- gen begann Habicht seine Krankenberichte damit, daß die schwarze Hexe sich noch nicht habe blicken lassen. Die Langeweile schien sich über das ganze Schloß gelegt zu haben. Dem ganzen Schloßpersonal fehlte es an Thätigkeit. Trinken, spielen, essen und schlafen— darin bestand die ganze Beschäftigung aller HauSbeamten. Toby war der Einzige, der eine erträgliche Existenz führte. Er vertiefte sich bis über die Ohren in alte Familien- geschichten, und war unermüdlich im Aufsuchen alter Do- kumente, Berichte und Bestätigungen über oft sehr komische Sachen. Da die Bibliothek niemals geheizt wurde, so war er oft blauroth gefroren, wenn er auf der Dovpelleiter saß und la», und zitterte vor Kälte am ganzen Körper. Die Langeweile war Niemandem peinlicher, als dem Doktor Roden bürg. Mit j.dem Tage gewann er mehr die Ueberzeugung, daß er hier vollständig überflüssig sei. Da- zu kamen Skrupel, daß seine Abwesenheit von BetheSda nachtheilige Folgen haben möchte, die Ueberzeugüng, daß er dort entbehrt werde und hier nichts nützen könne. Vielleicht zog'hn auch noch etwas Andere« zurück, denn die Züge der schörnn, unglücklichen Patientin schwebten ihm Tag und Nacht vor der Seele. Zuweilen stellte er in seinem Innern Vergleiche an zwischen ihr und Agathe. Sonderbar I Wenn er sich so Beider Züge vergegen- wältigte, war es ihm, alS ob eine ganz entfernte, aber un- »erkennbare Aehnlichkeit zwischen Beiden vorhanden sei; und wenn er durch daS Bibliothekzimmer kam und dort die erste Gemahlin Donald deS Wolfe« erblickte— dann sagte er sich oft, das sind nicht nur die Züge der Komtesse Agathe, ich lese darin auch Elly'S Züge. . �Lathe« und die seine« Pathen veran- laßten Fritz, seinen schon gefaßten Entschluß, M'Donuil M verlassen, aufzugeben, so sehr eS ihm auch peinlich war, c&%%%%:%% die„L. C." geben die Freunde der„Köln. Ztg." die subven- tionirte afrikanische Linie, welche die Kommisfion in der ersten Lesung abgelehnt hat, definitiv preis. Bekanntlich baben die Vertreter d.'s Bundesraths in der Kommisfion die Aufnahme der Verpflichtung für die Unternehmer, einen belgischen oder holländischen Hafen anzulaufen, in das Gesetz entschieden be« kämpft. Ueber die Thätigkeit des ReichSgerichtS im Jahre 1884 ist dem BundeSrathe eine Ueberficht zur Kenntnißnahme vorgelegt worden. Wir entnehmen dieser Ueberficht FolgmdeS: Von Zivilsachen find anhängig gemacht worden 2103. Von den ergangenen Ürtheilen lauten auf Zurückweisung der Sache in die frühere Instanz 359 und Entscheidung in der Sache selbst 128, auf Zurückweisung oder Verwerfung der Revifion 1328. Mündliche Verhandlungen fanden statt 1835.— An Strafsachen waren überjährize 352, diesjährige 3271, zusammen 3623; davon find erledigt durch Urtheil 2918, überhaupt 3371; unerledigt überhaupt 352 Die Zahl der tzauptverhandlungen betrug 2918. Urtheile auf Revifionen gegen Urtheile der Schwurgerichte ergingen 196, gegen Urtheile der Strafkammern 2722; eine Verwerfung der Revifion erfolgte in 2100 Fällen. Beschwerden in bürgerlichen Rechtsstreitia ketten, Strafsachen und Konkursverfahren wurden 669 anhängig gemacht. Davon wurden erledigt ohne Entscheidung 15, durch Entscheidung und zwar für begründet erklärt 90, für unbegrünvet erklärt 543. Die Reichsanwaltschaft hatte zu bearbeiten 3276 Strafsachen, 14 Disziplinarsachen, 29 Ehrengerichtssachen gegen Rechtsanwälte, 77 Ehesachen u. s. w.; Vortrag-stücke überhaupt 4768. Verhandlungen haben stattgefunden 2967, davon in Strafsachen 2922. Ueber die in Hamburg an Bord deS Dampfer» „Bohemia" Verhafteten verlautet, daß zwei derselben nach Frankfurt a. M. auf Requifition der dortigen Polizei gebracht wurden.— Einer anderen Nachricht zufolge lieferte die Harn- burger Polizeibehörde einen der Verhafteten auf Requifition der englischen Polizeibehörden nach England aus. Der Be« treffende wurde einigen zu diesem Zweck in Hamburg ein« getroffenen englischen Deteklivcs übergeben. Man vermuthet englischcrseilS in der Person einen gefährlichen Dpnamitarden. Dommunaw. Z Die städtischen Elektrizitätswerke beabfichtigen in näch- ster Zeit mit dem Legen ihrer Leitungen zu beginnen; dieselben sollen vorläufig durch die Leipzigerstraße, die Friedrichstraße von der Leipzigerstcaße bis zu den Linden, die Jerusalemer- und Markgrafenstraße über den HauSvoigtekplatz durch die Oberwall- straße, durch die Charlottenstraße über den Gensdarmcnmarkt, durch die Mohren-, Tauben-, Jäger-, Französische und Behren« straße geführt werden und find die erforderlichen Projektpläne dem königlichen Polizei-Präfivium und dem Magisttat zur Prü- fung und Genehmigung vorgelegt worden. Der NuterrichtSminister hat, wie seiner Zell gemeldet, beim Magistrat angeftagt, ob er geneigt sei, die gärtnerische Unterhaltung des Hygiene-AusstellungS-Parkes auf fernere vier Jabre, vom 1. April d. I ab gerechnet, zu übernehmen. Der Magistrat hat bekanntlich auf fiskalische Kosten seit längerer Zeit schon die Parkanlagen durch die stästi- sche Park- und Gartm-Deputation unterhalten lassen und ist dieselbe auch noch bereit, damit fortzufahren, sobald mit Zu- fiimmung der Etadiverordneten-Äersammlung eine Einigung in Betreff der Kosten zu Stande kommt. Dieselben betragen nach dem Anschlage des Gartendirektors Mächtig jährlich durch- schnittlich 10 000 Mark. Da indeß unter besonderen Umstän- den, z. B. bei Ausstellungen, noch außergewöhnliche Arbeiten und Anlagen gefordert werden, so soll die Erstattung dieser extraordinären Kosten ausdrücklich ausdedungen werden. Ueber die Verlängerung der Charlottenstraße nach der Weidendammer Brücke hat die Baudcputation Abtheilung II durch ihren Dezernenten dem Magistrat in seiner letzten Eiyung Vortrag gehalten. Ter Magistrat hat beschlossen, die Bauflucht- linie der neuen Straße so zu legen, daß die neue Straßen- strecke von der Forsetzung der Charlottenstraße nach der Georgen- straße ab fich in etwas schräger Richtung nach dem Weiden- dämm hinzieht und dort auf dem Graben, der zugeschüttet werden soll, unmittelbar neben dem Montirungsdepot mündet. Der Magistrat wird sofort mit dem Polizeip: äfioium in Be- tteff des Projekts in Verhandlung treten und demnächst das letztere der Siadtvcrordneten-Versammlung vorlegen. Das Polizet-Prästdium hat, veranlaßt durch Brand- schädcn und Unglücksfälle für den Etadtkreis Berlin nach ein- gehender schriftlicher und mündlicher Berathung mit dem Ma- grstrat und den Äeltesten der Kaufmannschaft, deren Wünschen soweit es möglich war Rechnung getragen ist, eine Polizei- Verordnung über die Lagerung undUnterbringung von brennbaren Flüssigkeiten. Spirituosen u. s. w- auSgearbettet. Hiernach find die Umfassungsmauern, der Fußboden, die Decken solcher Räume, in welchen fich der- gleichen Flüssigkeiten befinden, masfiv zu wölben. Der Fuß- boden soll nur aus Ziegelstcinpflaster mit Zement- oder Asphaß« Überzug bestehen und ein Gefälle von mindestens 1: 100 nach ES kam noch ein anderer Umstand hinzu. Der Zustand des Grafen fing an, feit einigen Tagen sich bedenklich zu verschlimmern. Die Fieberanfälle kehrten häufiger und in größerer Heftigkeit zurück, und in den Zeiten, wo der Graf vollständig bei Vernunft war, zeigte er gegen seine Tochter eine auffallende Heftigkeit. Spät Abends, an dem Tage vor Weihnachten, war Fritz im Krankenzimmer. Jeane Dupr� hatte fich eben ein« gefunden, um die Nachtwache bei ihrem Herrn zu übernehmen. Agathe faß, wie immer, an seinem Lager. Der Kranke war ruhig und schien zu schlafen. Als Fritz aber seinen Pul« fühlte, machte er ein bedenkliche» Gesicht. Besorgt richtete Agathe an ihn die Frage: „Sie fürchten, daß ein neuer Anfall nahe ist?" „Ich fürchte die Rückkehr eines solchen," antwortete Fritz. „O, mein Gott!" schluchzte sie, und schien eine Thräne aus ihren Augen zu trocknen. Fritz wandte sich an die Haushofmeisterin: „Haben Sie w?hl Acht auf den Kranken, und sorgen Sie, daß, wenn die Symtome bedenklich werden, Sie Unterstützung haben." „Ich werde hier sein!" sagte Agathe. Nachdem Fritz noch einige Anordnungen in Bezug auf die Verabreichung beruhigender und kühlender Getränke gegeben hatte, entfernte er sich. Agathe geleitete ihn bi« an die Thür, welche in'« Krankenzimmer führte. Fritz fand in seinem Wohnzimmer im Donald-Thurm, wie immer, daS Abendessen aufgetragen, und Habicht ihn bereits erwartend. »Ich kehe eS Dir an," sagte der alte Oberjägermeister, als Fritz eintrat,„es steht schlimm mit ihm." „Da« Fieber hat zugenommen," antwortete Fritz. „Ich wußte e« vorher." „Du wußtest eS? Sahst Du den Kranken diesen Nachmittag?" „O nein; ich habe meine besonderen Kennzeichen.... Wenn ich den Zwerg die ganze Nacht an seinem Fenster sitzen und nach dem Krankenzimmer des Grafen hinstarre« einer Senkgrube hin haben, welche in einen natürlichen lauf oder in die Kanalisation ausläuft. Als Lagergefaße fen nur Reservoirs aus unverbrennlichem Material over. binde benutzt werden. Jeder Behälter muß mit einem luftungSrohr versehm sein, welches inS Freie führt und einen Glyjerinverschluß und ein Drahtnetz haben muß. o Beleuchtung dürfen nm Davy'sche Sicherhettslampen m»% »>m oder Fettölflammen benutzt werden. Auf Wunsch der?l»temj Wwbfcjjaj erst wif der Kaufmannschaft sollen die neuen Bestimmungen dem 1. Oktober d. I. in Kraft treten._. Für die in Berlin versicherungspflichtige« Arbeltw welche zur Berliner Ortskranlenlasse gehören, aber m m T Vororten Tralau, Rummele bürg, Friedrichsberg, BoxhaZ/ Temprlhof, Tegel jc. wohnen, werden ebenfalls M. Krankenpflege noch wettere Vorkehrungen gettoffm werden u zwar überall nach dem Grundsatz, daß der kranke Arbeiter nfl dem möglichst kürzesten Wege»um Kassenarzt begeben W" Nach Beendigung auch dieser Reorganisation verfügt aM der Gewerkskranken- Verein einschließlich der fungirenden Aerzte in seiner Organisation über nahe an Aerzte. S m te«; «1« nun 3 W» und i Äußerte mn schwer % im zur lenden\ gefun Knuten i m .�ene?- u i en. �Ei«en Ü LM 6, iün. ÄK «knie*. Fahrpreisermäßigungen. Der Minister der öffcntM Arbetten hat die mit den Fahrp eiscrmäßigungen für fich beschäftigenden Beschlüsse der letzten Konferenz von d tretern der deutschen Eisenbahnen genehmigt. Die detresstn- Beschlüsse lauten:„Kinder unter vier Jahren find ft«. für ste ein besonderer Platz nicht verlangt wird. Kinder � zehn Jahre erhallen gar keine Ermäßigung. Ein Kin? i vier bis zehn Jahren wird zur Hälfte des Preises fAJS wachsrne in allen Wagenklassen und Zuggattungen Die Fahrpreise für Kinverbillets werden auf 10 Pfcnn«', gerundet. Zwei Kinder erhallen ein Billet der»etwfeo Klasse. Einem einzelnen Kinde wird ein gewöhnliche»»u. für Erwachsene zum halben Preise verabfolgt, welches Abtrennung eines schrägen Streifens als Kinderbillet 8»':, zeichnet wird. Auf jedes volle Billet werden 25 Kilo�L auf jedes Kinderbillet 12 Kilogramm Freigepäck bewilligt K selben Ermäßigungen werden auch bei Retour-, Randreilf»' Saisonbillets gewährt. Bei Billets in Buchform wird erste Koupon zur Hälfte durchschnitten, wenn das Bill« Kinderbillet dienen soll." Armer Spatz! Auf unseren Berliner Straßen so kühn und rechtöbewußt neben Fußgängern und herum und findest dich kaum bereit, einen Schritt aaS/r Wege zu gehen. Ahnst du das Geschick, welches deinen � dern in Braunschweig droht? Von dort wird nämlul< schrieben:„Wohl in keiner(?) Gegend find die SpcrlMS!. lästige Kostgänger der Landwirthe, als bei uns, wo ste»u jL senden die Ortschaften zur Sommerzeit umschwärmen un-, Weizen- und Konserve-Erbser.felder wie auch die ObiWo unerbittlich„zehnten". Jetzt hat man aber dieser WHjJl den Krieg erklärt, indem die Gemeindevorstände ersucht � find, durch Otts-Statut jeden Grundhefitzer zur Lieff� einer bestimmten Anzahl Sperlingsköpfe zu verpflichten, u g. Mit dem Abbruch des ehemaligen ArbeitshSsL, bekannter unter dem Namen„der Ochsenkopf", ist also 8'u früh endlich der Anfang gemacht worden, nachdem fich � ersten Verkaufstermine am Sonnabend ein Käufer fus.z Baulichkeiten in der P.wson des Bauunternehmers der Elisabethstraße mit einem Gebot gefunden hatte, der veranschlagten Taxe des Magistrats entsprach. Die �_ litäten waren für 30000 M. pro anno oerpachtet. Der ll �' nehmer, welcher die Baulichkeiten zum Abbruch erworben.�?-»leser soll für dieselben 29 550 M. gezahlr haben bezw. zahlen- w r'wUJ große Anzahl von Arbeitern umlagerte gestern bereits l vem d frühen Morgen an das A:beitshaus, um hier hei dem Anstellung zu erhalten- ä>. Die Thätigkeit der ersten und ältesten wache, Brü.erstt. 22/23, wird von Monat zu Monat j in Anspruch genommen. Im Sommer wurden 50 Fa?, bandelt, von denen 27 inner« Krankheit(Angina, Asthma, Diphteriiis jc.) und 23 äußere Krankheiten Hieb- unn Rißwunden, Lungenblutungcn, Armbrücks. renkungen) betrafen. In der Wache fanden 31 Fälle ledigung, während bei den übrigen 19 Fällen ein BesvA Arztes im Hause der Patienten stattfand. Die in der geführte Slalistck, bei wie viel Aerzten das die Sanitat»-� in Anspruch nehmende Publikum vorher vergebms geroeiev'� weist zur Genüge, wie wenig Aerzte es giedt, welche Nacht wirklich Hilfe leisten. Wie oft kommt es vor, daß_ Leute bei plötzlichen Erkrankungen zu dem ersten besten � jd Nähe wohnenden Arzte laufen und diesen herausklingclv- Arzt öffnet sein F.nfter und fragt erst, ob die bettefl Leute auch bezablen können. Sind die Leute im Aug 1 nickt dazu im Stande, so schließt der Arzt sein FeN�L»! legt fich schlafen, während die armen Leute auf Defy vergebens darauf warten, daß deiseide mitkommt. Ws.'w her, waS nicht oft genug wiederholz werden kann, W- D m 3% M«?. ■en qT M ö&te sehe— dann weiß ich, daß die Anfälle werden." „Meinst Du, der Zwerg habe eine Ahnung k" „Ich kann mir über den Zusammenhang kerne schaft gehen; aber etwas ErgenthümlicheS geht'"' Zeit auch mit Toby vor.... Was hat er sich" ß Hunde zu kümmern, die er jeden Abend an Stritt. Selbst mein Ajax ist nicht vor ihm sicher, trotz Verbot« ihn anzubinden.",„ � „DaS scheint mir mit der Krankheit de« Gräfe" zu thun zu haben.".-(■> „Ein Zusammenhang ist da, Fritz; ich habe l" f Vermuthung, doch weiß ich nicht, ob's war ist. weiß, ob er nicht gar fürchtet, die Hunde wol? schwarze Hexe zerreißen." „i-SÄ die Nacht hindurch geschlossen." � F „Freilich; eS ist einer von den thö richten ch -«Äch '-Der % an denen der Zwerg zuweilen leidet; ich kann � einen anderen Grund dieser Tollheit nicht denken. „Außerdem sagtest Du ja, daß die Hexe garn«? Nähe sei." v' „Gesehen habe ich sie nicht, so oft ich auch> nalthur« die Gegend durchspäht habe; aber sie m Nähe und sehr nahe sein, weil'» mit de« schlimmer steht." a „Da« wäre nicht unmöglich I"—. «Du glaubst also jetzt auch an de« Zul" der Krankheit des Grafen mit dem Erscheinen der i Hexe?" u � „Nach Deinen Versicherungen muß ich glauben." „Nun, Du hast mir ja gesagt, daß. e» t Dingen nöthig sei, die Ursache se»"� jjjf« heit zu erfahren; nun weißt Du ja d'«$ k „O ja; un nittelbar hängen viele Dinge, sammen: aber eS muß noch eine andere Ursache.�, welcher da» Erscheinen der schwarzen Hexe erst" Folge ist." SV" "ficht."; !?j?r Sulb| '"»Ä I m "V 'i5B W Äk gen erst � n Arbeit» et in rn b» . für°l- »erven uW et stüi«rf ben l-nir 'B i Z um m i Wr noihwendigsten Einrichtungen, welche eine VW iaAt Berlin haben muß. * Der Brnder des wegen des Raubmordversuchs '�brn Knaben Andercast verhafteten Gürtlers Zwtebler, ..Schneider Rudolf Zwiebler, hatte, wie die hiesige Kriminal- Zugleich mit der Festnahme deS Gürtlers Zwiebler fest« �?,H|,*aUe, den Raub bei den Andercast'fchen Eheleuten auS- >??b'chaftet(„ausbaldowert"). Et haste kurze Zeit vor der Mhen, daß Ftau Andercast ein Portemonnaie, in wel- ein e;•eint bedeutende Summe Geldes in Gold hatte, auf di-k.„ binter eine Stuyuhr legte und nahm an, daß fJlPbßt der gewöhnliche Versteck der Frau A. für ihre ck»il!. be wäre. Hiervon machte er seinem Bruder Mit« Jd«- 0%}b veranlaßte diesen zu der Ausführung der That. »ikn Ludolf Zwiebler erfuhr, daß fein Bruder festgenom- de. überführt worden— es war dies am 3 d. Mts.— � er zu Bekannten, daß er wegen Betheiligung an n nP Verbrechen eingezogen werden könnte, und daß (,' Verhaftung sich durch Seldftmoid entziehen wollte. Wi,.' �and sodann, und die Nachforschungen der Kriminal- de»» �bm waren vergeblich. Jetzt ist erst ermittelt wor- reim« Rudolf Zwiebler sein Vorhaben, sich das Leben zu S"och an demselben Tage, am 3. d. Mts., in der iän». Heide, nicht weit von Ober-Echönweide, durch Er- 'oÄ'ur Rusführung gebracht hat. Seine Leiche wurde am toil-Rorgen aufgefunden, und da bei derselben irgend zur Feststellung der Persönlichkeit geeignete Gegenstande '•2_ lstfunden wurden, so wurde die Leiche als die eines un- �, Selbstmörders beerdigt. Sodann aber gelang eS, ��krsönlichkeit deS Selbstmörders festzustellen, und>i � darüber der hiesig m Kriminalpolizei eine Anzeige Wut �iubruchSdieb stahl. In einer in der Etülerflraße Villa, welche dem die erste Etage der Villa bewoh- v n Rentier B. gehört, wurde in der Nacht vom 13 zum Siiuri8- e�n EindruchSdiedstahl verübt, wobei verschiedene im Werth« von 400 Mk. gestohlen wurden. Die ei,..�kr find über den Vorgartenzaun des Grundstücks ge« und haben mittelst eines 3 Zentimeter großen Zentrum» IaiJb."lohrere Löcher in die HauSthür in der Höhe des LM Skdobrt, so daß sie die Thür, in deren Schloß der w».«?on Innen steckte, öffnen und die vorgelegte Sicher- � im m konnten. Sodann begaben sich die Diebe in IM o"dinterregeschoß belegenen unverschloffenen Räume, wo- iflft«♦ t,n Btiffet, einen Schreibsekretär und ein Spind mit- meisens erbrachen und mit den gestohlenen Sachen l��Nk« interessante» Beitrag zur chronlque scandaleus® ttjofT" Prozeß liefern der nach ca. 14 Tagen vor der ersten W S�er deS Landgerichts L zur Verhandlung gelangen L Gattin eines hiesigen Militärs hielt sich vor erwa i>,i,i..1°naten jn Nizza auf und hier hat es ihr einer der gluth- «iwr®0bn« des Südens, der Opernsänger Hcnrici Gargiulo ii((u;Qn' DaS Verhältniß zwischen Beiden ging bald über »Ernzen des Erlaubten hinaus, es kam auch dem Ehemann und dieser drückte toleranterweise bereitwilligst ändert- :> Aken zu. Er ließ die Liebenden gewähren, bis es ihm »ws Mark seines Lebens— an den Geldbeutel ging. /Lagrs erhielt er ein aus München datirtes Schreiben, Summe von die Hochzett 1000 mit Francs, um mit der Geliebten e» '% m Ä-A fd m INN, vi«" kin, SU können. Sollte der Adressat nicht gewillt wnütrfm!. Forderung nachzukommen, so wurde mit Ver- W bpm y0 Verhältnisse durch die Presse gedroht. Dies ttm cv?.ust'offcbitten Ehemann zu viel, er sann auf Rache. , s wurde bald darauf eine Antwort, welche eine � Forderungen in Aussicht stellte, aber daran Bedingung knüpfte, daß er zwecks mündlicher Rücksprach- persönlich in Berlin erscheine. Der Italiener ging in : AlS er hier auf dem Bahnhof Friedrichfstaße eintraf, tza» er von mehreren Schutzleuten in Empfang genommen >«,�8 Untersuchungsgefängniß geführt. Ihm wird wegen iz M« Erpressung der Prozeß gemacht werden und darf man Verlauf und Ausgang ver Verhandlung, in welcher �r. Friedmann als Vertherdiger fungiren wird, mit JWpatmt sein. «bnd In dem sogenannten Felsenkeller jenem oft er- ?°n der Grenze des Berliner und Rixdorfer Weich- ich, belegenen Verbrecherkeller, wurde letzten Sonnabend H»% Berliner Polizei ganz plötzlich ein« Razzia abge- 0�«*•— nach der Polizeiwache bete» fWinc Einbrecherbande aus 3 Personen bestehend, �»«talionsfelb hauptsächlich Berlin gewesen, ist am itetef" �ß« durch die Rixdorfer Gensdarmen Schmidt und �» in Ripdorf festgcnommm worden. Die genannten Be- "Hm, wie meiust Du das?" % Pathe, nachdem ich die Krankheit des Grafen ich» Jahre und diese« Jahr beobachtet habe, kann anderes Urtheil darüber fällen, als daß eS ein nvn sei, der sich seiner periodisch bemächtigt." !u 0�ube, Du hast darin Recht, Fritz; aber sage «1(4."nandem, daß der Graf wahnsinnig ist: sage daS ZVy;/ Gräfin nicht. Sie würde unglücklich fein, wenn vi-ses Wort aussprächest." "�ch werde so unzart nicht sein." st habe so etwas Aehnliche« auch schon gedacht, daß IeC°d.sch« Wahnsinn sei; es freut mich, daß Du der. Ansicht bist." wunderliche Einfluß, dm die Hexe auf seinen (icher 5uÖB.tn soll, der schnelle Wechsel zwischen gänz- �icken!,ruvg deS Verstandes und den lichten Augen- Hckr alle diese Symptome bestärken mich in dieser �rglej�a Du Irrenarzt bist, Fritz, so mußt Du wissen, ob % vorkommen kann." ?«t. periodischer Wahnsinn kommt nicht selten !>n Frübii�°achem erscheint er mehrere Male im Jahre; «icht. dlrng, Sommer, Herbst, Winter; bei anderen vrel- "> balb r�"""al; noch bei anbeten zu verschiedenen Zeiten, ,„Ja Ä"«n, bald kürzeren Zeiträumen." avstnen," Deiner Praxis schon dergleichen vorge. >Ä*ann."icht mit einem bestimmten.La" ant- «« rst Du aber den Zusammenhang der Krank- amten hatten in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend drei Personen demerkt, die sich in Verdacht erregender Weise zu thun machten, in Folge dessen alle drei verhaftet wurden. In ihrem Besitz wurden 14 neuen Stahlstangen vorgefunden, die sie vorher der Firma Bolle und Jordan in Berlin in der Ritterstraße gestohlen zu haben, eingestanden und nun„ver- schärfen" wollten. Die Einbrecher würben als ein bereits vor- bestrafter Kutscher L. und ein Schuhmacher S. rekognoszist, während der dritte jede Auskunft über seine Person verweigerte. &. Der vor einigen Tagen wegen eines StttlichkeitS- verbrechen? verhaftet- Aktuar 2. ist wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Das Verfahren gegen ihn ist aber bisher nicht eingestellt. g. Durch die Rtchtbelenchtnug der Treppenflnre hat sich wiederum ein Unglücksfall ereignet. Der in ver Blumen- fhaße 59 wohnende Äolkereibesttzer Fischer haste am Freitag Abend in dem Hause Weberstcaße 3 zu thun. In Folge der Nichterleuchtung der Treppen kam er auf denselben zu Fall und stürzte so unglücklich eine Anzahl von Stufm hinab, daß er sich eine bedeutend- Verletzung der Kniescheibe zuzog. Wie wir hören, wird der Verunglückte gegen die Ergenthümerin des betreffenden Hauses klagbar werden. g Einen Messerstich durch daS linke Ohr trug der in der Georgenkirchstraße 20 wohnende ca. 20 Jahre alte Jakob M. bei einem Ü berfall davon, welchem er in der Nacht zum Sonn- tag gegen 12 Uhr in der Johanniter straße ausgesetzt war. M- ging nach seinen Angaben ruhig die Johanniterstraße entlang, als ihm drei halbwüchsige Burschen entgegenkamen und ihn anrempelten. Noch ehe M. etwas erwidert hatte fielen die Strolche über den jungen Manu her und versetzten ihm hierbei den Stich mit einem M>sser. Auf seine Hllferufe flüchteten die RowdieS und entkomm in der menschenleeren Sttaße, da M. allein die Verfolgung nicht aufnehmen konnte und ein Beistand augenblicklich nicht zur Stelle war. Nachdem M- auf der Polizeiwache am Belle-Allianc-platz den Vorfall zur amt- lichen Kenntniß gebracht hatte, begab er sich zur Sanitätswache in der Markqrafenstraße, woselbst ihm die erforderliche ärztliche Hilfe zu Theil wurde. d In Charlottenburg gebt eine geheimnißvolle Geschichte von Mund zu Mund- Ein dortiger Bau unternehmer war vor einiget Zell plötzlich verschwunden. Es hieß, er sei nach Amerika gegongen. Als Grund nahm man an, daß er mit seinen er- wachsenm Söhnen in Unfrieden gelebt habe und dieses Ver- hältniß sei ihm unerttägltch geworden. Dieser Tage fand man jedoch seine Leiche in einem Keller seines Hauses. Man reimt sich nun damit eine sensationelle Affatre zusammen. Im Zentral-Theater erzielte der Walzer- König am Sonnabend und Sonntag ausverkaufte Häufet; die lustige Gesangspoffe scheint nach diesm Erfolgen zu schließen noch wettere Jubiläen feiern zu sollen; heute findet bereits die 114. Aufführung statt. Gerirkts.Kettung. ReichSgerichtseutschetdung. Die Bestimmung deS§ 8 des Reichsgesetz s vom 9. Juni 1884 gegen den verbrecherischen und gemeingefährlichen Gebrauch von Sprengstoffen, wonach die Herstellung, Anschaffung rc. von Sprengstoffen, wenn sie unter Umständen erfolgt, welche nicht erwersen, daß dies zu einem erlaubten Zweck geschieht, mit Zuchthaus(resp. Gesäng- niß) zu bestrafm ist, findet nach einem Urtheil des Reichsge- richts, IV. Strafsenats, vom 25. November 1884 keine Anwendung, wenn erwiesen ist, daß die Anschaffung des Spreng- stoffes zu einem anderen Zwecke erfolgt ist, als zur tzerbeifüh- rung von Gefahr für das Eigentbum, die Gesundheit oder das Leben Anderer, selbst wenn der Zweck ein nach einer anderen Richtung bin nicht erlaubter gewesen.— Der Grubenarbeiter B. hatte sich in der Nähe von Myslowitz am 24. Juni 1884 ein Stück Dynamitpatrone verschafft, um eine ihm gehörige schadhafte Kerlhaue zu zersprengen und demnächst die gesprengte Keilhaue gegen eine brauchbare aus den Vor, äthen der Gruben- Verwaltung umtauschen zu lassen. B. beabsichtigte also die ge- sprengte Keilhaue zu einer Uebervorthellung der Grubenoer« waltung zu benutzen. Mit Rücksicht auf diesen unerlaubten Zweck erachtete der Staatsanwalt den§ 8 des DynamitgeseyeS für anwendbar und er erhob gegen B. die Anklage eines Ver- brechenS gegen den§ 8. Die Strafkammer sprach aber den B. von der erhobenen A,.klage frei und die vom Staatsanwalt eingelegte Revision wurde vom Reichsgericht verworfen, indem es begründend ausführte:„In den beiden§§ 7 und 8 des Gesetzes vom 9. Juni 1884 handelt es sich um Vorbereitungsbandlungen zu dem im Z 5 des Gesetzes vorgesehenen Verbrechen der vorsätzlichen Herbeiführung einer Gefahr für das Eigenthum, die Gesundheit oder daS Leben eines Anderen durch Anwendung von Sprengstoffen, und in beiden wird daS Vorhandensein derselben verbrecherischer Ab- ficht vorausgesetzt. Während jedoch die Anwenddailell des 6 7 von dem Nachweise der verbrecherischen Abficht abhängig rst, schafft der§ 8 mit Rücksicht auf die Schwierigkeit dieses Nach- weise? eine Vermuthun» für das Vorhandensein der verbreche« heit deS Grafen mit dem Erscheinen der Hexe, wenn Du denselben zugiebst?" „Eine Erklärung deS Zusammenhang« läßt fick schon finden. Wahrscheinlich knüpfen ihn alte Bande an die Hexe, welche Dir und Allen, welche ihn umgeben, unbekannt find. Wer weiß— die Alte ist auch einmal jung ge« wesen... vielleicht auch schön..." „Fritz, ich bitte Dich I" rief Habicht aufspringend mit einer Geberde, al« wollte er ihm mit der Hand den Mund schließen,„sprich nicht solche Dinge über den Grafen... O, wie kannst Du nur glauben, daß Graf M'Donuil in irgend einem Verhältnisse zu der zerlumpten Alten ge« standen habe!..... Nein, Nein, da bist Du auf einem falschen Wege... Eher, als ich das annehme, will ich glauben, daß kein Zusammenhang zwischen der Alten und der Krankheit des Grafen existirt." Fritz zuckte die Achseln. „Du verlangtest eine Erklärung; ich gab diese nur al« Beispiel einer solchen Erklärung, nicht als eine bestimmte Thatsache, von welcher ich überzeugt wäre." „Nun ja, so will ich eS hingehen lassen. Fritz; aber laß Dir ein für alle Mal gesagt sein. Ehrenrühriges kann über den Grafen nicht geredet werden, dafür bürge ich." „Beruhige Dich nur, Alter, ich beabsichtige ja nicht, etwa« Ehrenrühriges über ihn zu sagen; wäre eS denn überhaupt so etwas Schlimme«, wenn der Graf in seiner Jugendzeit ein Liebesverhältniß gehabt hätte, dessen Er- innerung in seinen Fieberphantasien heute wieder in ihm auflebt?" „Der Graf war verheirathet, glücklich verheirathet; erst in den letzten Jahren, als die Gräfin noch lebte— die Krankheit fing damals schon an— legte sich eia� Schatten zwischen sie, eine Folge der Krankheit und der Stimmung de« Grafen." Fritz schwieg. Er verfolgte einen Gedanken, der in ihm auftauchte, und den er in dem Augenblick nicht zu verscheuchen vermochte. Die Krankheit de« Grafen begann während der Lebens« tischen Absicht, indem er die Bestrafung schon dann eintreten läßt, wenn die Herstellung, Anschaffung, Bestellung, Jnne- habung oder Uebeilassung von Sprengstoffen unter Umständen erfolgt, welche nicht erweisen, daß dieS zu ewem erlaubten Zweck geschieht. Dabei wird in der Begründung hervor» geHoden, daß die Bestimmung deS ß 8 insbeiondere ein strafrechtliches Einschreiten dann ermöglichen will,„wenn im Be- fitze von Anhängern der Umsturzpartei Dynamit und ähnliche Sprengstoffe unter verdächtigen Umständen gefunden werden. Darnach ist unter„einem erlaubten Zweck' im Sinne des§ 8 jede Verwendung von Sprengstoffen zu verstehen, bei welcher die in dem Gesetze vom 9. Juni 1884 bezeichnete verbrecherische Absicht erweislich nicht vorhanden, bei welcher also der Wille des TbäterS erweislich nicht auf die Herbeiführung einer Ge- fahr für das Eigenthum, die Gesundheit oder das Leben eines Andern gerichtet ist.... Allerdings würde der Angeklagte, weil er im Befitze von Sprengstoffen betroffen worden ist, ohne polizeiliche Erlaubniß hierzu nachweisen zu können, der Strafe des§ 9 deffelben Gesetzes verfallen sein. Allein dieser Para- graph ist gemäß§ 14 deS Gesetzes erst nach dem 24. Juni 1884 in Krast getreten." a. Et» sog.„Oleum-Attentat" wurde End« voriger Woche vor der Bcrufungskammer des Landgerichts l verhan- delt, welche Verhandlung einen recht günstigen Ausgang für die Angeklagte, Wäscherin Sch., hatte. Dieselbe hatte Jahre lang mit dem Droschkenkutscher O. ein Liebesverhältniß unter- halten und ihn während dieser Zell vielfach aus ibren Mitteln unterstützt; zu seinem jüngsten Geburtstag kaufte sie ihm einen Anzug als Geschenk. Bald darauf erkalteten die Beziehungen deS O- zu der Sch., und am 31. August v. I. kam der Kut- scher in die Wohnung der Sch., und er erklärte ihr geradezu, er weide sie nicht Heirathen, da sie fü: ihn nicht genug Ver- mögen habe. DaS Mädchen, ganz bestürzt über diese Eröff- nung ihres Liebhabers, ergriff eine mit Oleum gefüllte Flasche und goß diese Flüssigkeit über die Kleider deffelben, als er nach seiner Erklärung stillschwelgend, ohne Abschiedswort das Zimmer verlassen wollte. Der Anzug, welchen sie ihm geschenkt hatte, wurde vollständig beschädigt und einige Tropfen der ätzenven Flüssigkeit trafen auch die Wange deS O. Die Sch. wurde demzufolge vom Schöffengericht I, Abtheilung 92, wegen vorsätzlicher Körpernerletzung und Sachbeschädigung zu 4 Wochen Gefängniß verurtheilt. Die Bernfungskammer nahm indeß nur ein« fahrlässige Körperverletzung neben der Sachbeschävi- gung als vorliegend an, da die Sch. nur dm von ihr ge« schenkren Anzug beschädigen wollte und dabei nur auS Fahrlässigkeit das Geficht des O. bespritzt hätte, und milderte die Strafe auf 10 Tage Gefängniß SoZmw uuü Arbeiterbewegung. Wäschefabritation in Berlin. In Berlin wird von ungefähr 50 Firmen in großartigem Maßstabe die Fabrikation von Wäsche betrieben. Ursprünglich Hausindustrie, arbeiten heute diejenigen Firmen, welche chce Leistungsfähigkeit bewahren wollen, in eigenen Fabriken, die mit Dampfbetrieb versehen, die neuesten Maschinen, eigene Waschanstalten, Plättereien, Trockenanstalten besitzen, sich überhaupt jede neue Erfindung auf diesem Gebiete sofort nutzbar machen müssen. Besonders ist es Berliner Wäsche resp. Plätlkunst, welche den Artikel im Auslande und selbst in England beliebt gemacht hat; ein großer englischer Kragen wird in Berlin hergestellt und in England nur mit dem Stempel versehen. Bis vor wenigen Jahren beschränkten sich die Berliner Firmen nur darauf, Kwgen und Manchetten für Herren und Damen herzustellen; in letzter Zeit hat sowohl Mode als auch übergroße Kon- kurrenz Damenkragen in den Hintergrund gedrängt, man ist statt deffen dazu übergegangen, der Fabrikation fertiger Wäsche mehr Aufmerksamkeit zu schenken und find die bierin erzielten Erfolge als recht ermuthigend zu betrachten, da es gelungen ist, dem deutschen Fabrikat(Oberhemden) auch in Amerika Eingang zu verschaffen. Ist der Export dort- hin auch erst im Entstehen begriffen, so ist eS doch schon ge- lungen, den Umsatz des Jahres 1883 von 24 141 Dollars rm Jahre 1884 auf 78 865 Doli, zu erhöhen. Der Hauptabsatz findet in Deutschland selbst statt. Oesterreich, Holland, Italien, Spanien, Frankreich. Südamerika, Schweiz, Holland, Belgien, Dänemark und Schwe d en beziehen einen großen Theil ihres Bedarfes vonBerlin. Noch vor 20 Jahren existtrten in Berlin kaum 3 bis 4 Firmen, die sich mit Anfertigung fer- tiger Wäsche-Artikel beschäftigten, heute find mehr als 16 000 Ardeller resp. Arbeiterinnen in dieser Fabrikation beschäftigt. Der jährliche Umsatz in dieser Branche wird auf 16 Mill. M. geschätzt. Leider deruht ein Theil des Aufschwunges dieses Geschäfts auf den unwürdigen Löhnen, welche gerade in dieser Branche gezahlt werden. Wir würden unsern Lesern und Le- serinnen sehr dankbar sein, wenn sie unS hierüber ausführliches und zuverläffigeS Material übersenden wolltm. Drohender Streik. Stettin, 6. Februar Schon im vorigen Jahre hatten die hiesigen Schneider, die gezwungen find, für Konfektionsgeschäfte zu arbeiten, einen zeit seiner Gemahlin. Sollte sie die Ursache dieser Krank« heit erkannt haben? Sollte Eifersucht oder Gram über diese in dem Grafen wiedererwachte oder aufkeimende Liebe die Ursache de« Schattens gewesen sein, der sich über ihr Glück legte, wie Habicht sagte? „ES ist wieder ein Fingerzeig," dachte Fritz-„ich will mrr's merken, und denselben benutzen, sobald sich wieder Gelegenheit bietet..... Ehe eS Licht in oer Finsterniß dieses Geheimnisses wird, kann ich nichs thun, und wenn e» endlich Licht ist— wer weiß, ob's dann nrcht schon zu spät ist."_ Fünftes Kapitel. Die Gedanken über da» Geheimniß, welche« die Krank- heit des Grafen umgab, beschäfrigten Fritz Rodenburg die ganze Nacht und auch, als er am Morgen allein in seinem Thurmgemach auf und ab ging. Er dachte über die Krank- heit deS Grafen nach, und daß er über deren Verlauf und Ende nicht das Geringste bestimmt» könnte. Alle An- deutungen über die Ursachen dieser Krankheit, die er er« halten hatte, reihte er sorgfältig zusammen; aber zwischen all' den Andeutungen, die er erhalten hatte, wollte sich durchaus keine Verbindung, kein Zusammenhang ermitteln lassen. Lord Killmare hatte ihm erzählt, daß der Graf Lady Davis geliebt habe. Also mit deS Grafen ehelicher Treue schien e« doch bedenklicher zu stehen, als Habicht zugeben wollte. Er hatte ferner gesehen, wi« der Graf einen Handschuh vom Boden aufhob, wie dieser Handschuh Er» innerungen in ihm zu erwecken schien. Erinnerungen, welche ihn dermaßen aufregten, daß er beinahe dieselben Symptome zeigte, wie während seiner Krankheit. Erinnerte ihn die Form oder die Gestalt diese» Hand« schuhe« an die Hand der schönen Lady, die er vielleicht einst glühend an seine Lippen gedrückt hatte? Stand die schöne Hand mit seiner Krankheit in Verbindung? Un- möglich war das nicht! Die Ereignisse in Schloß Davis- town und die Katastrophe fielen kurz vor Beginn seiner Krankheit.(Fortsetzung folgt.) Streik begonnen- Es ist ja lichtig, daß durch diese Geschäfte hier einige Tausend Personen Arbeit haben, aber wie müssen sich diese Leute quälen,«m ihr tägliches Brot zu verdienen! Für einen Schleuderpreis müffen fie arbeiten; die Leser würden staunen, wollten wir ihnen die Preise nennen, die dm Schneidern gezahlt werden. Und wenn fie dann die fertig gc- stellten Sachen abliefern, welch gewöhnliche Behandlung wartet ihrer. ES ist deshalb auch kein Wunder, wenn die Schneider von Neuem einen Streik planen; es ist ihnen ein besserer Er- folg, als fie vergangenes Jahr hattm, zu wünschen. Die Ver« sprechungen, die ihnen damals seitens einiger Geschäfte gemacht wurden, find nicht gehalten worden, fie haben fich von Neuem Lohnabzüge müssen gefallen lassen. Ein Streik erfordert von beiden Seiten Kosten und führt immer zu Auftegungen und Unannehmlichkeiten; hoffen wir, daß die Geschäfte so viel Ein« sehen haben, eS nicht dazu kommen zu lassen. Die Vetriebs-Krankenkassen machen den sächfischen Glas- hüttenbefitzern viel Kopfzerbrechen. Bon besonderer Schwierig- teit ist die Kontrole derjenigen Arbeiter, welche auS den Wer- ken scheiden, doch Mitglieder der Kasse zu bleiben erklären und die schließliche Undurchführbarkeit eines solchen Systems— bei dem immerwährenden Arbeitswechsel— wird zum schließlichen Eingehen der ÄetriebSkassm führen, well in keinem anderen Fabri« kationszweige der Ortswechsel der Arbeiter so häufig auftrift, als in diesem. Da kann nach unserer Meinung nur eine wcitver- zweigte Organisation des Kafienwesens, eine Zentralkaffe, er- sprießlich wirken. Offenbach. Eine sozialistische Wahlversammlung fand am 13. d. Mts. in den„Drei Löwen" statt, welche zahlreich besucht war— auch von Schutzleuten. Die Herren Jöst und Leyendecker besprachen in längeren Reden die Kasfirung und die neue Landtaaswahl und ließen ihre Ausführungen er- kmnen, daß die Arbeiterpartei fest auf den Sieg bei der neuen Wahl rechnet. Hamburg. Wegen ObdachSlosigkeit wurden in der vorletzten Nacht zwei MSdchm verhaftet. Dieselben hatten, sich fest umschlungen haltend, in dem Flur eines Hause» in der Wexpaffage nächtigen wollen. DaS gleiche Schicksal hatte ein anderes Mädchen, welches in einem Treppenhause veS Alten SteinwegS nächtigend gefundm wurde. Mittheilung von Kr. RohlederS Büreau in Müu- cheu. Bis zum 10. Februar waren bei Fr. Rohleders Bureau 72 deutsche Fachvereine aus 45 meist größeren Städten mit einer Mitgliederzahl von zirka 10300 angemeldet. Der stärkste Berein unter den angemeldeten ist der Maurer-Fachverein in Hamburg mit 2C00 Mitgliedern; aus Hamburg find jedoch im Ganzen bisher nur 5 Vereine angeme.det. Die 72 Vereine repräfentiren nur einen kleinen Theil aller bestehenden Fach- vereine. Da Herr Rohleder fich die Aufgabe gestellt hat, all- monatlich mit Hilfe der Fachrereine eine statistische Ueberficht über die Mitgliederzahl, die Bewegung des Arbeitslohns und der Arbeitszeit, das Verhältniß der Arbeitslosen zu den Be- schäftigten der Fachvereine selbst und ihres BeobachtungSkrciscs zu liefern, so ist dringend zu wünschen, daß alle, auch die kleinsten Vereine baldigst zunächst die bestimmten Daten über Adressen des Vorstands und Mitgliederzahl an Fr. Rohleders Büreau, Neuhausen, München, einsenden. Erst wenn diese Adressen gesammelt find, kommen die statistischen Fragebogen zur Versendung. Reicheubach in Sachsen. Die Umgestaltung des Kranke nkass enwesens ist hier schon mehrere Monate lang im Werke und hat namentlich in der großen allgcm. Fabrikarbeiter'Krankenkafie arge Stürme verursacht. Diese Kasse bestcht 16 Jahre und wurde von Arbeitgebern gegründet. Beiträge zahlten blas die Arbeiter, dafür konnten emige mit im Ausschuß fitzen. Den Vorstand bilveten Arbeitgeber, die Generalversammlung konnte Wünsche und Anttäge stellen und über Verwendung oes Vermögens ein entscheidendes Wort reden. Die Kasse hat einen Bestand von 14000 MI., eine Mitgliederzahl von 3000. ES ist einleuchtend, daß beide Theile bestrebt waren, die Kasse möglichst zu erhalten und selbig- den gesetzlichen Forderungen gemäß umzuwandeln. Seit August arbeiten beide Theile und werden nicht einig. Die Arbeiter wollen ihre Rechte erweitern, die Arbeitgeber wollen die Kasse behenschen. In erster Zeit beschloß man, eine Ortskrankenkasse der Fabrikarbeiter daraus zu machen. Die Arbeitgeber fanden bald, daß die Fabrikbetriebs- lassen ihnen mehr Spielraum lassen und so reichten fie allein einen Entwurf zu solcher em. Hiergegen protestftten die Arbeiter und beschwerten fich bei der Königlichen Kreis- hauptmannschaft Zwickau, welche im Sinne der Arbeiter ent- schied. Tarauf neue Berathungen unter Mithilfe des Herrn Bürgermeisters, die aber stets resultatlos blieben. Man be- schloß, einer Generalversammlung die Auflösung der Kasse und Verwendung des Vermögens zu übertragen. Am 1. Februar fand solche statt. Mehrere Arbeitgeber suchtm zuvor die Ar- beiter für Fabrikkaffen zu erwärmen; alles vergebens. Die Vertreter der Arbeiter guffen lebhaft ein; wie aus einem Gusse Sand die gegm 1000 Mann zählende Arbeiterschaft zu ihnen, ereit, mit dem ganzen Vermögen eine Ortskaffe zu gründen, während fich die Arbeitgeber bemühten, auch für Fabrilskassen einen Vermögensantheil zu fichern. Alle Vermittelungen des Herrn Bürgermeister waren erfolglos. Bei dieser Gelegenheit zeigte fich, daß die Leitung in den Händen der Arbeitgeber einer so großen Versammlung gar nicht gewachsen war und die .....: viel mehr parlamentarischen Takt zeigten. Es kam zu stürmischen Szenen und wurde die Versammlung resultatlos geschlossen, da die Arbeitgeber über Auflösung und Verwendung des Vermögens in einem Beschluß abstimmen, während die Arbeiter die Sache getrennt wissen wollten- Jetzt liegt die Entscheidung bei der tönigl- Kreivhauptmannschaft. Der vre» hische Zuckerkrach macht fich auch bereits in Bayern fühlbar. Abgesehen oon der Arbeitseinstellung der Fickentscher'schen Zuckerfabrik in RegenSburg fangen die Land- wirthe in Franken zu klagen an. DaS(Sigl'sche) ______ JB„.._..„Vaterland" dringt darüber folgende beachtenswerthe Darlegungen: Die letzten Viehmärkte in Schweinfurt, welche zu den größten und wichtigsten in Deutschland gehören, weisen einen PreiSsall für daS zur Ausfuhr nach Norddeutschland dienende Rindvieh auf, welcher für ein paar Ochsen bis auf 100 M. stieg. Da der Echweinfurter ViehkurS für wette Gegenden maßgebend ist, so kann man sich denken, daß der PreiSrück« gang auf die Landwirthe recht verstimmend eingewirkt hat. Ganz besonders die Bauern in Unterftanken find in Sorge, daß der Abschlag noch länger andauern und die ohne- lin wenig erfreuliche Lage noch verschlimmern werde. c Weinbauern haben Jahre lang schlechte Ernten� ge- macht, und der vorjährige gute Wein liegt zum größten Theil noch unverkauft auf Lager. Haben die Weinbauern Roth, so leiden darunter auch die Viehzüchter, weil jene nicht kaufkräftig find Und da ein Unglück selten allein kommt, so muß es fich fügen, daß gleichzeitig mit dem Preisrückgang des Viehes die rusfische Regierung den Zoll auf Schaumwein, von dem gerade aus Franken sehr viel nach Rußland ging, bedeutend erhöht hat. In Petersburg macht man der deutschen Wirthschafts- Politik Im Voraus erklärlich, daß die Erhöhung der Getreidezölle nicht über ein gewisses Maß hinausgehen dürfe, wenn nicht Rußland an den aus Deutschland bezogenen Maaren und Er- zeugnissen doppelte Rache nehmen solle. Der Mangel eines Handelsvertrags mit Rußland macht fich so immer mehr fühl- bar. Trotz der politischen Allianzduselei hört auch ber den Russen in wirthschaftlichen Jnteressenftagen d;e Gemütblichkftt auf. Die ReichSregierung hat, um das Verbot der Einfuhr von Schweinen und Schafen in England zu beseitigen, die Einfuhr dieser Thier? aus Rußland verboten. Die Antwort aus Petersburg folgte bald in einer für mehrere deutsche Industrie- zweige äußerst empfindlichen Zollerhöhung. Das geschieht, "' �zeitig mit der Ausdehnung dei Zuckerkraches. Anfanglich> dankte man bei uns dem Himmel, daß wir von dem Krach nicht weiter berührt seien. Es wurde nicht gleich daran ge- macht, daß die norddeutschen Zuckerfabrikanten von den Ab- fällen der Zuckenüden zahlreiches Rindvieh mästen und ihren Bedarf an Ocksen großcntheils aus Bayern decken. Der Schweinfurter Markt war die große Ochsenbörse, an welcher die norddeutschen Zuckerherren massenhafte Ankäufe besorgen ließen. Die fortwährende Nachfrage hielt die Preise auf einer sehr beständigen.Höhe, und die Käufer bewilliglen auch ohne Schacher die besten Sätze. Mit dem Eintreten des Zuckerkraches hat fich das geändert. Tie Folgen find bedenklich, da unsere fränkische Landwirthschaft, wie gesagt, ohnehin sehr gedrückt ist. Und wenn die Franken noch mehr leiden, dann wird auch der Rück« schlag auf die altdaierischen Viehzüchter bald recht fühlbar wer- den. Man ve.folgt deshalb die Nachrichten aus d:r Zucker- Hauptstadt Magdeburg mit ehenso großer Ungeduld als Be- trübniß._ Vereine uuü Versammlungen. hr. In der ausserordentlichen Versammlung der Maler und Lackrrer, welche am Sonntage unter dem Vorsitze des glei Herrn Ovitz bei Gratweil tagte, derichtete Herr Krön über den am 27. Dezember in Dresden abgehaltenen Delcgirtentag der Maler und Berufsgenoffen. Nachdem er die Ziele und Zwecke des auf dem Telegirtentag gegründeten„Verbandes der Maler und Lackirer Deutschlands"(Reiseunter- stützung und Unterstützung in Nothfällen, Rechtsschutz in ge- werblichen Streitigkeiten, Pflege der Berufsstatistik, Arbeits- Nachweis, Erstredung möglichst günstiger Arbeitsbedingungen, Gründung von Fachschulen und Bibliotheken) dargelegt, theilte er das Verbandsstatut mit, welchem zufolge die Selbstständig- keit der Gauvereine und der Mitglieder dem seinen Eitz in Hamburg habenden Verbandsvorstande gegenüber noch Mög- lichkett gewahrt ist. Nach einer lebhafte» Diskusston wurde mit großer Majorität die folgende Resolution angenommen: „Die k. Versammlung erklärt, daß nur ein über ganz Deutsch- land fich erstreckendes geeinigteS Wirken die berechtigten Jnter- essen ihres Standes zur Geltung zu bringen im Stande ist, daß es nur dadurch möglich ist, die stellenweise errungenen Vortheile zu behaupten und noch bestehenden Schäden resp. Be- drückungen zu beseitigen. Sie spricht die Ueberzeugung aus, daß auf Grundlage des auf dem Materkongreß zu Dresden am 27. De- zember berathenen und angenommenen Statuts der Verband zum Vortheil der Gehilfenschaft und zum Schutz für dieselbe fich ausbilden wird. Sie erklärt ihren Beitritt zu dem Ver- bände und richtet an alle Kollegen Deutschlands die Bitte, dem Vnbandc beizutreten. Wo Viele für eine gerechte Sache wir- ken, da muß der Sieg sein." Zum zweiten Punkt der Tages- ordnung:„Stellungnahme zu der von der Innung beabsichtig- ten Gründung einer Gehilfen-UnterstützunaSkaffe fand nach einem kurzen Referat deS Herrn Retzerau die folgende Resolu- tion einstimmige Annahme:„Die pp. Versammlung erklärt, da die Gründung einer Gehilfen- Unterstützungskasse durch die Innung betreffs der hierzu nöthigen Fonds doch von den Ge- Hilfen selbst wird aufgebracht werden müssen, daß diese Unter« stützungskaffe für fie nicht von Nutzen ist, ja sogar nur schädlich wirken kann, da der Verband der Maler und verwandten Be- rufsgcnoffen selbst eine Unterstützungskasse hat." r. Die Putzer Berlins und Umgegend waren am Sonntag Vormittag recht zahlreich bei Keller, Andreasstraße, versammelt, um die Ursachen des Zurllckganges der Lohnver- bältniffe zu ergründen und Stellung zum Handwerkertag der Maurer Deutschlands zu nehmen. Herr Dietrich hob in seinem Referate über den ersten Punkt hervor, daß im Laufe der Jahre die Preise für Konsumtionsartikel um das Dreifache gestiegen seien, während die Arbeitslöhne kaum 1 Prozent höher wären, als früher. Die Meister hätten sich zusammengeschlossen in einen Zentralverband, wären sofort von Allem unterrichtet und in der Lage, ihre Maßnahmen zu treffen, während die Putzer zum größten Theile sich an keiner geregelten Organisation de- thettigen. Durch ihre Thettnahmlofigkert wären die Putzer an ihrer mißlichen Lage selber schuld, fie sollten vor Allem dem Fachverein fich anschließen und an dem selbstgestellten Tarif festhalten. So lange fie nicht Much und Kraft hätten, mit dem nöthigen Ernst an die Verbesserung ihrer Lage zu denken und dieselbe energisch zu erstreden, würden die Putzer immer auf demselben Standpunkt stehen bleiben. Wenn dieselben den Meistern gegenüber geschloffen und organifirt dastehen werden, wird auch eine Besserung der Verhältnisse möglich und der schon im vorigen Jahre geforderte Lohnsatz von 60 Pf. per Stunde zu erzielen sein. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung detonte Redner, daß der projcktirte Hand- werkertag der Maurer Deutschlands lediglich dazu dienen solle, Mittel und Wege zu berathen, die zur Beseitigung der drücken- den Roth und der gewerblichen Mißstände zu führen geeignet find. Auch die Putzer sollten denselben daher beschicken und fleißig auf daS allgemeine Organ, den„Bauhandwerker" obon- niren. Im Sinne de» Referenten sprachen fich die Herren Kröbel, Buchholz, Rebentisch u. A aus und nahm die Versamm- lung nach längeren Debatten zwei Resolutionen an, in deren erster sie fich mit der Beschickung des Handwerkertages und dem Abonnement auf den„Bauhandwer ker", in deren zweiter mit der im vorigen Jahre gefaßten Resolution, per Stunde 60 Pf. ArbettSlohn zu verlangen, einverstanden erklärt.— Zum Schluß wurden den Anwesenden die Sammlungen für die strikenden KnopfmaÄer dringend ans Herz gelegt. v. Die Mitglieder des Ardettcr-Bezirks- Vereins im Osten wachten am Sonntag, den 15. d. Mts. von der„Neuen Welt", Frankfurter Allee 127, eine Herrenpa.thie. Unter Vor- antritt einer Mufik- Kapelle, welche das Lied„Muß i denn, muß i denn rc." spielte, setzte sich der etwa 300 Personen zählende Zug in Bewegung. Die Stimmung war eine ziemlich gehobene und verschiedene Sorten Weine(!?) zirkulirtcn von Mann zu Mann. In Tadbert's Waldschlößchen angekommen, wurde auch dem Magen der nöthige Tribut zu Theil und trugen mehrere Mitglieder des Vereins durch Vortrage zur Unterhaltung mit bei. Nach Beendigung des Frühstücks sitzte fich der Zug nach der Haide zu in Bewegung und führte Herr Meyer eine Polonaise auf dem Eis an, der welcher so Mancher das euroväischc Gleichgewicht verlor. Nachdem noch einige Tropfen Bier den hierdurch entstandenen Durst gestillt, wurde der Rückmarsch angetreten und kehrten dir Mitglieder noch einmal in Horstmrnn's Lokal ein, wo ein gemüthlichcs Tänz- chen den Schluß des Vergnügens bildete.— Die nächste Versammlung findet am Dienstag, den 3. März, in Keller's Lokal statt und hält Herr Dr. Heymann einen Vortrag über „T o d e S st r a f e". -w- Die Allgemeine Buckdruckerversammlung, welche am Sonntag Vormittag im Louisenstädtischen Konzerthause, Alte Jakobsstraße, tagte, hatte als ersten Punkt„Mittheilungen über die Thätigkeit der Tarif-UeberwachungS-Kommisfion" auf ihrer Tagesordnung. Herr Wilhelm Jung thelte zu dem- selben mit, daß in den letzten 18 Monaten 75—80 Kollegen von Seite« der Prinzipale grmaßregclt wurden und ihnen in Folge dessen die Unterstützung zugesprochen werden mußte. 14 Kollegen konnte jedoch die Unterstützung nicht bewilligt werden, da fie zum Theil der Kommisfion falsche Angaben ge- macht oder ohne vorherige Bewilligung die Arbeit eingestellt hatten- Die Unterstützung wird, nach einem Beschluß der Kommisfion, bei Kollegen, welche während ihrer Unterstützungs» zett krank werden, nach der Wiedergesundung weiter gezahlt- Der Redner ersucht ferner die Versammlung, fich damit ein- verstanden zu erklären, daß die gegenwärtge Kommisfion bis zu dem im Mai stattfindenden Buchdruckertage als solche weiter fungire, da leider in Berlin die Arbeitsverhältnisse zum Theil schlechtere seien, als in der Provinz, und der Buchdruckerlag; fich mit den Tarifverhältniffen ernstlich zu beschäftigen haben I werde.— Der zweite Punkt lautete„Kassenbericht deS m firers und der Revistons-Kommisfion." Die Gelammt- Emnam beträgt 16122 M. 50 Pf. die Ausgabe 10809 M. SA mitbin belauft fich der gegenwärtige Bestand auf 5313% 47 Pf. Auf Antrag der Revistons- Kommisfion wurde di« Kasfirer Decharge errheilt.— Herr Ei fler verlas alsdakii einen Artikel aus einem hiesigen Fachdlatt, wonach die Berliiw Prinzipale beschlossen haben, den Antrag auf Kündigung m Tarifs zu stellen. Hierzu bemerkte er, daß das, was du Gf Hilfen aus Zweckmäßigkeitsgründen unterlassen, nunmehr m hiesigen Prinzipale ausführen wollen. ES sei jedoch frag» ob die Buchdruckereibefitzer in den anderen Druckstävten> den Berlinern einer Anficht sein werden; letztere seien so m so nickt besonders beliebt, da ihr Bestreben nur immer das!a zu möglichst billigen Preisen Arbeiten von Leipzig u.' M iu stell hierher zu ziehen. Ihr Wunsch, in Berlin denselben W" zuschlug wie in Leipzig(10 pCt. gegenüber 20 pCt. amP figen Orte) zu zahlen, dürfte auch für fie leinen praktisa« Werth haben, denn es sei ficher, daß, sobald Beilin 10 p® zahle, Leipzig gar keinen mehr geben würde- Redner vm die Kollegen auch darauf aufmerksam, daß die Nichtmreirm Mitglieder Kranz, Ernst Padde, Louis � aul, Hugo Walter, Paul Weinert bei einer Tanfstr«� keit durch einen Wochenbettrag in die Lage gesetzt wor«« wären, sämmtliche Unterstützungen von Seiten des Bereis sowohl wie der Kommisfion zu beziehen, daß dieselben i"™ nach Ablauf der Untcrstützungszeit wiederum zu tarifwiwg� Bedingungen Kondition angenommen haben. Er bittet c» Versammelten, ihr Augenmerk jenen Individuen besonders� zuwenden. Nachdem noch ein anderer Redner das der Berliner Prinzipale auf ihre wahren Ursachen zurückgef� und dasselbe im Interesse der Kollegen insofern gut geW™ als durch dasselbe wieder Leben unter die Gehilfen werde, wurde der letzte Punkt der Tagesordnung:„RePi istung der Kommisfion" durch den von der Versammluet chch genommenen Anstag erledigt, daß jedes Mitglied der% misfion eine Entschädigung von 20 M. und der Kasfirer!% extra zu erhalten habe- Zum Schluß forderte der Vorfili�"»ieiftiiw die Anwesenden auf, nach wie vor die Solidarität zu#5'-»Irnfitd v w"*; Ktllttf»«,-,.,,«. z 40 ver m& Alz s.in r? Parlani S'Ä kaltes übe Me nach i Aunfälle Jt&tn. Di Zten, fof( Mnge, V JWbtenbtt SÄ Äffi und energisch das einmal gesteckte Ziel zu verfolgen. der Versammlung gegen 1 Uhr......■ h. Neun größere Arbeiter-Versammlungen, auis diesen Versammlungen, mit alleiniger Ausnahme der erwäh� Volksversammlung, handelte es fich lediglich um rein ge� schaftliche Zwecke. Versammlungen solcher Art veranstau� beziehungsweise beabsichtigten die Metallarbeiter(Ku ner, Gürtler, Drucker, Presser, Schnittar bester>c.), resp. Lohnkommisston, in Sachen einer Arbeitseinstellung in hi hiefigen Metallwaaren. Fabrjk, ferner die Maler» Lackirer, Fabrik- und Bauarbeiter, Tisch � Buchdrucker,(Bau-) Einsetzer, Rohrleger und' Mitglieder des„ T i s ch l e r- V e r e i n s". J Außerdem veranstalteten einige Arbeiter- Bezirksvereinc m der Rosenthaler Vorstadt, der Friedrichs''!?, und der Ä.- B.- V. für d e n Osten B erlins) ge® Zusammenkünfte oder gemeinsame NachmittagSausflüge 15 Mitglieder. J Von den neun Versammlungen wurden indessen zwei selben, die Volksversammlung und die Gener' Versammlung der Berliner MetallarbeftO auf Grund des§ 9 des ReichSaeseyes gegen die gemeinge'� lichen Bcstcebungeen der Sozialdemokratie verbo>'„ Die Verbote erfolgten, trotzdem in der Volksoeriamni!� Anzeige und in den Säulenanschlägen für diese von% F. Kleinert einberufene Versammlung ausdrücklich bemccil� daß zu derselben„alle Bürger ohne Unterschied der W* Mfifrprrnhßti Atih nti h«elf haf I m f-Aftrtcoa tkme E' &£ "■«l.al assei eingeladen find und trotzdem auf der Tagesordnung der£2 Herrn W Groß, dem Vorsitzenden von der Metallard''» Lohnkommisston, einberufenen Metallarbeiter- Ver sammluuS-� vtn rfy** s> ff\ fk»•» vi.MlC'u' Unllj'ÖCtll fe" % get fesfaff, die dem Vernehmen nach schon nächster Tage derselben Tagesordnung einberufen werden wird, gewerkschaftliche Angelegenheit stand. Die übrigen Vcite'JJ langen nahmen ungestört ihnn Verlauf und konnten ihre ordnungen wie folgt erledigen. In der öffentlichen Versammlung. � Fabrik- und Bauarbeiter, Wrangelstr. 9, vre Ä hältnißmäßig nur schwach besucht war, referirte der DM% Herr Hildebrandt über:„Die heutigen ErwerbsoerbäR'� ______________________ CIU t fi und die Nothmendigkett eines" großen Vereins zur_ Wah� der Interessen der Fabrik- und Bauarbetter" in sehr oc>� aufgenommener Weise, indem er dabei hauptsächlich am � jetzigen schlechten Löhne der Fabrik- und Bauarbeiter hck'L und für vie Nothwendigkeit der Einführung eines ßL 10 stündigen Maximalarbeitstages und anderer Arb�. lichen schutzgesetze, wiest« gegenwärtig im deutschen Reichstage oorW� Ii V %% h fich äussprach. An der lebhaften Diskusfion betheiligten u. A. besonders die Herren Rennthaler, Zudeil, Michelsen und Quindtern, worauf fich die Versammlung� einstimmige Annahme einer dcmentsprechenden von Wz Michelsen eingebrachten Resolution„mit den Referenten nur völlig einverstanden erklärte, lonvern auch verpM�ß mit aller Energie für die Ausdreilung des Vereins der und Bauarbeiter zu wirken, um eine Verbesserung sunkenen Lage der Fabrik-, Bau- und Erdardeiter h�-z führen." Auch wurde nach einem ebenfalls einstimmig" � nommenen Antrag des Herrn Rennthaler das Bureau% Versammlung beauftragt, demnächst eine große% better- Versammlung behufs Stellungnahme zum beiterschutz- Gesetz- Antrag eventuell bebufs � duna einer Petition an den deutschen Reichstag �«anbäß*?1.1 Annahme deS Albeiierschuegesetz- Antrages einberufen. A, Schluß wurde noch zur Unterstützung ver strikenden e-,«Nrieb- nußknopfarbciter aufgefordert und für dieselben eine Sann»" veranstaltet._ Jnben„ Die Tischler- Versammlung in Wo0% htx a' J* Salon, Manteuffelftraße 9, unter dem Vorfitze des Herr" � �Ichtn, war von ca. 200 Theilnehmern besucht und diSkutirte J(| Hit.,.. m Beendigung eines beifällig aufgenommenen Refeia.c® � Herrn Stünzel über die Durchführung der Minimal-Loh" � für Spezialardeiten und über die Albeiiseinstellunge" äfi jüngsten Zeit Im Berliner Tischlergewcrbe. Die StiW, s jetzt durchweg und zwar erfolgreich beigelegt. Als e>n'� Beziehung auf den niederen Lohnstand ungewöhnlich 1�' ------------------">n Preisler, EifiN� M �|(] straße Nr. 12, namhaft gemacht� woselbst Wochenl'öhne Ndl. hia �*.i>»>>>* Wertstätte wurde die Möbeltischlerei von i od icn S Ü tl�UNd ,n8 de; i &&P !'ch> O es «"Gm :a?V aufeji bis herab zu 5 Mark verdient werden-, gegen müsse nothwendig eingeschritten werden, ws°. Schließlich resoivirte auch diese Versammlung mit Ein!!' keit zu Gunsten der Minimal- Lohntarife und des au% losen aktiven Anschlusses aller Tischler und Tischlerwen" an die Lohnbewegung.. Im Fachverein der Rohrleger, ElalitzN' (bei Wolff und Krüger), berichtete Herr Medailleur Krohw �� vielem Beifall über die Golhaer Kongreßbeschlüsse. lieb#,. Verlauf der übrigen Versammlungen haben wir in der W Nummer anderweitig berichtet. J Die Mitglieder der Zentral-Kranken- und LtSL, uißtasse der Sattler und Berufsgenossen zu Berlin, geschiicbcne Hilfölasse Nr. 64) hatten am Mittwoch, � Februar eine Versammlung mit wichtiger Tagesordnung Gratweil'schen Vierhallen, Kommandantenstr. 77—79«t». i ?s onq Verantwortlicher Redakteur R. Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von Utax Badtug w Berlin SW„ Beuthstraße 2. Hterzu eiueveitat� .cht W .mt-EM A w$ i » 'W tdt}U Ißtn- m W litt* Beilage zum Berliner Volksblatt. Dienstag, den 17. Februar 1885. n. Jahrgang. Der österreichische Gesehentwurf )vr KranKenverstcheruug der Arbeiter. % sttnerzeit das Urfalloerstchcrungsgesetz dlm österrtichi- Parlament zuging, verlangte man, wie fiither in Deutsch- allgemein als Ergänzung eine Regelung der Kranken- «.�USung, um den Arbeiter auch während der ersten Wochen Hyu Zu iiellfm mn»y«rtn Xw ITnfmTYfnR* DiC iu stellen, wo er von der Unfalltaffe nichts bezieht iem« i Regierung ist diesem Drängen nun gefolgt, in- wJr., Abgeordnetenhaus einen Gesetzentwurf folgenden überreichte. M ,�tsetz bestimmt zunächst, daß alle jene Arbeiter, wT"ach dem Gesetze über die Unfallverstcherung gegen Be« «-Unfälle verfichcrt sind, auch gegen Krankheit versichert 2";"' Diesem Gesetze find auch unterworfen die Betriebs- Auen, sofern ihre Bezüge 800 Gulden nicht übersteigen, die Mngc, Volontäre und andere Personen, welche wegen noch £,i. l"deter Ausbildung keinen oder einen niedrigeren Ver- beziehen. Die Einbeziehung der im land- und forst- ungastlichen Betriebe beschäsiigten Arbeiter in die Kranken- linT erfolgt nach Anhörung des Lande skulturrathes durch !l.t,,?"tscheidung des Ministers des Innern. Als Kranke» N'Mung ist zu gewähren die ärztliche Behandlung, sowie die nJUtd, vom drrrten Tag« der Krankheit für jeden Tag ein L» sil10>n der Höhr der Hälfte des ortsüblichen TaalochneS, Todesfall ein Sterbegeld im zwairzigfachen Betrage �..�aglohnes. Die Dauer der Krankcnunterstützung wird im tat>u)nn,n auf m ndestens 13 Wochen, bei Wöchnirinnen auf nn �eri fkstgcstcll». Das Gesetz bestimmt auch die Fälle, taa i. � der freien ärztlichen Behandlung die Ueberwet- firnm,"n Kranker Haus erfolgen kann. In den obigen Be- ta 31 Äßen fft nur Das Minimum des Krankengeldes festgesetzt, .�aazerungikasien können jedoch derart errichtet werden, " Erbübuna dieses Kranlengelves vorgesehen ist. Die ), resp.-u, Ä' : g e r und rksvereine Ml rusflüge 4 H| gemeingi'" verbo'� lersamuriA ie von � m? ammluitg' j ta'A «,,t( erfolgt nach einer fast genauen Analog e mit dem " Gesetze durch Bezirks-Krankenkasien, durch B-triebs- ll�,. jähen, durch Bau-Krankenkassen, durch Genoffenschafts- �leilkasien. durch Vereins-Krankenkaffen. asU Bezir ts-Krankenkaffen werden nach dem Grundsätze Menseitigkeit errichtet. In der Regel aber soll für jeden -dezuk eine solche Krankenkaffe errichtet werden. Mit- '»»-Ä��affen find alle versicherungspflichtige Personen, hi',"Udt Mitglieder einer andern der obenerwähntenjKätegorien ?a?�"ÜtkasitN sind. Jedoch können diese Kassen auch ��-.. g.eder aufnehmen, welche nach dem Gesetze nicht P4(iunaäitfTi*Hm find. Für die Errichtung wird ein im eine nerü�u , nur Die fj im im ihre '1�4 %% dhetligi-n f,' ubeil,# mmlung a � I von v-j, rm o? -"„»s stimm'«- eiter Burea" große L-'-A .ne iS3 rv> r._ /. T«. Als ei"« nlöhne es auZn hlerwerkfil Ekalitz«' J..... ö—------,....... Jet W?ZSvweke bekanntzugebendes Statut maßgebend fem. fefimil 0 Dkr Bezirks-Krankenkaffe wird von der General- gewählt. Mitglieder der letzterrn sind die eigen- K zn?..? Kaffenmttglieder oder, wenn die Kasse mehr alS Ihtalikd�'� Zählt, die Delegirten, die aus der Zahl der 5$ 3i Jk.,nath den Vorschriften des Statuts zu wählrn welche beitragspflichtig find, haben ein f1* ein Iv, tvtt,tunfl im Vorstande, jedoch darf ihnen mehr %, nA't,e4 der Stimmen weder in der GenerabVersamm- rausch ,m Vorstande eingeräumt werden. Die Wahlen getrennt von den Arbeitgebern und Arbeitern vorge- lti3ta. Die Mittel zur Deckung der von den Bezirks- n zu leistenden Kranken Unterstützungen und der m, sowie zur Bildung des Reservefonds werden läge aufgebracht, welche in Perzenten des orts- oder durchschnittlichen Tagelohnes oder nach dem tzD�en Arbeitsverdienste zu bemessen sind. Bei dieser Be- ilj 3 darf der durchschnittliche Taglohn keineswegs höher ichj?'4 2 fl. veranschlagt werden. Demnach bleibt ein Ar- tai b J? von mehr als 2 fl. per Tag außer Betracht. Von ta.,., utenmäßigm Beiträgen find zwei Drittel von dem Ar- lei,,»Aid ein Drittel von dem Arbeitgeber zu leisten. Für �.Mglieder. deren Arbeitsverdienst nicht in Geld besteht, Arbeitgeber den ganzen Beitrag leisten. Bei der Er- >."N» der Kasse dürfrn die Beiträge, soweit sie dem Arbetter fallen, nicht über zwei Perzent VeS Verdienstes be- n,«vLter darf eine Erhöhung bis zu drei Perzent er- ...,zz' wenn auch die Arbeitgeber zustimmen. Dem Reserve- welcher in der Postsparkasse anzulegen ist, find zwei i« er L r fährlichen Kaffenbeittäge in so lange zuzuführen, flickte r.�dbe der zweifachen durchschnittlichen JahreSausgabe Aiirnwa L Bon später erntretmden Mitgliedern kann ein w'�lö in der Höhe des sechs wöchentlichm Kaf! t>>.?.A?den. Die Anmeldung zu den Krankenkassen er- h TMUWW abzuziehen Di« sämmtlichen oder �es-IdenvomLohn) bü' ftran'fenfQ'fim"innerhalb eines EprengelS si«Hörde, konnrn zu einem Verbände zusammen- MUMZUW t�'de ein- k., kentasse beamragt wird. Ist mit dem Rehmer.. �-sondere Krankheit verbunden, so kann der Un- kph«n, Mkn» Kühlung einer Kasse auch dann verpflichtet iz,, 4 auch" weniger als hundert Personen beschäftigt. wenin!!. h("i Unternehmer eines Betriebes, in e.�iuna"is hundert Personen beschäftigt find, die Er- nbiuiu".() �«,iuno«i» yunoeri Perionen o«ii«u,ui «erden, wenn ###!## -oetii,f>«,z,>-ankenkaflen find auch die rdnung. fc. f"fo di.„nwpsschiffin destehenden Unteistützungs- Äu�A �waltu wer���'"�'" Betrieben, welche WZÄMN««« 3�1 »etla»'' j i i***, v»v p, die anderen Kassen aufgestellten .....r. Für die Mitglieder ver Genosse� tritt die Verpflichtung, einer nach diesem Gisetze zu errichtenden Krankenkasse anzugehören, nicht ein. Nur müssen r>!c statutenmäßigen Leistungen dieser Kassen in vollständigen Einklang mit den Bestimmungen des Kranken- verstcherungsgesetzeS gebracht werden. Dieselbe Norm gilt auch für die Bruderladcn. Bezüglich der Vertinskaffen ist bestimmt, daß die Mitglieder derselben ebenfalls der Verpflichtung ent- Sivben find, einer anderen Kasse anzugehören, wenn die Vereins- offen ihre Statuten vollständig nach den Bestimmungen diese? Gesetzes abändern und somit auch ihre Leistungen den Bestim« mungrn dieses Gesetzes entsprechen. In den Echlußbestimmungcn des Entwurfes wird festge« stellt, daß die den Verfichertm zustehenden Forderungen nicht exequirt. gepfändet oder abgetreten werden können. Auch ist cS den Ardeitgebern nicht gestattet, die Anwendung der Be- stimmungen dieses Gesetzes zum Nachtheile der Verfichertm durch Verträge im vorhinein auszuschließen oder zu beschränken- Die Ansprüche, welche die Verfichertm an die Gemeinden be- züglich der Armrnversorgung haben, werden ebenfalls durch dieses Gesetz nicht berührt, und sowett auf Grund der Verpstich» tung zur Armenversorgung Unterstützungen für einen Zeitraum geleistet worden find, für welchen dem Unterstützten auf Grund dieses Gesetzes ein UnterstützungS-Anspruch zusteht, geht der letztere im Betrage der geluisteten Unterstützung auf die Gemeinde. Korporation oder Stiftung über, welche die Unterstützung geleistet hat. Hat eine Krankenkasse Unterstützung in einem Krankheitsfalle und für einen Zeitraum geleistet, für welchen dem Unterstützten ein Anspruch aus der aesetzlichen Unfallverstcherung der Arbeiter zusteht, so geht dieser Anspruch im Betrage der geleisteten Unterstützung an die Kranken- lasse über. Dasselbe ist auch der Fall, wenn dem Verfichertm ein gesetzlicher Entschädigungsanspruch gegen einen Dritten zu- steht. Arbeitgeber, welche den Bestimmungen dieses Gesetzes zuwiderhandeln, werden wit Geld- und Amststrafm belegt. Das Gesetz tritt drei Monate nach seiner Kundgebung in Wirksam- keit. Der Zeitpunkt, mit welchem die Wirksamkeit der Ver- ficherung beginnt, wird jedoch vom Minister des Innern fest- gesetzt._ DottttKcke Nebersirkt. Die Besteuerung des Branntweins an der Quelle, das heißt, bei den Spiritusbrennereien selbst, regt die Agrarier in derselben Weise auf, wie den Ochsen das rothe Tuch. Wenn man bedenkt, daß die Großgrundbefitzer und selbstverständlich auch die großen Branntweinbrenner durch die Getreidezoller- höhung so bedeutende Vorthcile erzielen auf Kosten der Ge- sammtheit, so kann man kaum noch die Unverfrorrnhett de- areifen, m.t welcher fie auch die Branntweinsteuer als Konsum- steuer auf die Schultern deS arbeitenden Volke? legen wollen. Wenn dadurch der Branntweinkonsum beschränkt würde, so könnten alle Gegner der sogenannten Branntweinvest mit der Konsumsteuer wohl einverstanden sein, aber die Äefchrän- kung des Branntwetngenuffes tritt nicht ein, sondern lediglich eine Verschlechterung des Schnapses, der so wie so schon Gift genug enthält. DaS Interesse der Herrrn Aararier gilt also mehr, als die Gesundheit und Moralität des Volkes. Und wenn man wirklich eine hohe Konsumsteuer auf kleinere Quantitäten Branntwein oder eine Schankstättensteuer aufer- legt. so wird die Folge davon sein, daß die Branntweinpest aus den Schenken verschwindet, aber in höherem Maße noch in den Familien auftaucht, indem mehrere Konsumenten zu- sammen ein größeres Quantum Branntwein kaufen und dann vertheilen. Dadurch hätten diese agrarischen Steuerkünstler keinen besondeis höheren Steuerertrag erzielt, fie hätten den Branntwein in den Schenken noch mehr verschlechtert und das Uebel nach innen, in die Familie getrieben. Will man einmal den Branntwein besteuern, so besteuere man ihn an der Quelle, man desteuere das Fabrikat. Gegen die Erhöhung der vetretdezölle haben nun- mehr in letzter Stunde eine Anzahl Berliner Stadtverordnete folgende Resolution bei der Stadtverordneten-Versammlung eingebracht: Die Stadtverdnetenversammlung wolle beschließen: 1. In Erwägung, daß die Erhöhung der Getteidezölle das wichtigste Nahrungsmittel des Volkes, das Brod, vertheuert, in Erwägung, daß der Vortheil nur einer Minderheit länd- licher Grundoesttzer zu gut kommt, in fernerer Erwägung, daß der Getreidezoll den kleinen Mann zu Gunsten wohlhabender Klassen unveihältnißmäßig belastet und damit die Lasten un- gerecht vertheilt, und in endlicher Erwägung, daß die Mehr- ycit der Berliner Bevölkerung aus kleinen Leuten besteht, de- schließt die Stadtverordneten-Versammlung im Interesse der aesammten Bevölkerung Berlin?, insbesondere der arbeitmdm Klaffen, den Reichstag zu ersuchen, die beantragte Erhöhung der Getreidezölle abzulehnen. 2. Den Magistrat zu ersuchen, dieser Resolution beizutreten. Zum Schutz des zur Anfertigung von RetchSkasseu- scheinen verwendeten Papieres, gegen unbefugte Nach- ohmung, hat der Reichskanzler dem BundeSrath einen Gesetz- entwurf zugestellt. Der Entwurf lautet:„§ 1. Papier, welches dem zur Herstellung von RetchSkaffenscheinen ver« wendeten, durch äußere Merkmal erkennbar gemachten Papier hinsichtlich dieser Merkmale aleicht oder so ähnlich ist, daß die Verschiedenheit nur durch Anwendung besonderer Aufmerksam- keit wahrgenommen weiden kann, darf, nachdem die Merkmale in Gemäßheit deS§ 7 deS Gesetzes vom 30. Aprll 1874, betr. die Ausgabe vcn Reichskassenscheinen öffentlich bekannt gemacht worden find, obne Eclaubniß des Reichskanzlers oder einer von demselbrn zur Ertheilung der Erlaubniß ermächtigten Behörde weder angefertigt oder auS dem Auslande eingeführt noch ver- kaust, feilgehalten oder sonst in Verkehr gebracht werden.§ 2. Wer den V. stimmungen im§ 1 zuwiderhandelt, wird mit Gefängniß bis zu zwei Jahrrn bestraft. Neben dieser Strafe ist aut Ernztehuna des Papiers zu erkennen, ohne Unterschied, ob dasselbe dem Verurtheilten gehört oder nicht.§ 3. Auf die Einzicbung des Papiers ist auch zu erkennen, wenn die Ver- folgung ober Verurtheilung einer bestimmten Person nicht statt- sinoel."— In der Begründung wird hauptsächlich betont, daß, um Fälschungen der neuen RetchSkassenschetne zu verhüten, ein strafrechtticher Schutz de? zu diesen Scheinen verwendeten Papiers angezeigt erscheine. Im Uedrigen wird auf das bestehende Strasvcrfahren in andern Ländern hingewiesen. Zu den Getreidezöllen. Der Reichskanzler hat dem Bundesrarh im Hinblick auf die Dringlichkeit gegenüber der vorläufiges Einführung von Aenderungen des Zolltarifs den Entwurf von Bestimmungen vorgelegt, die für den Fall der vorläufigen Inkraftsetzung des erhöhten RogaenzollS in Bezug auf die Einfuhr des in Spanien und den Übrigen merstbegün« stigten Ländern produzirten Roggen zu treffen sein werden. Franreeich. Einem Telegramm zufolge ist der Chef-Redakteur des in letzter Zeit oft genannten Blattes«Crt du Peuple," JuleS Vallss, gestorben. Volles kämpfte 1871 unter der Kommune und wurde 1872 zum Tode verurlhellt. Er floh inS Ausland und kehrte nach der Amnestie vom Jahre 1830 nach PariS zurück.— Der„Temps" bringt einen Artikel, worin dargelegt wird, daß die von dem Kommandanten deS deutschen Kriegs- schiffes„Ariadne" Anfang Januar d. I. an der Sierra-Leone- Küste vorgenommene Aushissung der deutschen Flagge auf einem Gebiete erfolgt sei, welches durch ältere Verträge mir den dortigen Häuptlingen unter französtschem Schutze stehe; der Kommandant der„Ariadne" sei hierüber nicht tnformirt ge- wesrn. Das Blatt ist jedoch der Meinung, daß diese Ange« legenhett auf diplomatischem Wege leicht erledigt werden wird. Aus Tonking wird wieder ein neuer Erfolg gemeldet, die fran- zöfischrn Truppen besetzten die wichtige Stadt Longson, die chinesische Armee befindet sich angeblich auf der Flucht.— Nach einer weiteren Meldung auS Shanghai vom Sonntag Nachmittag 4 Uhr 25 Minuten ist dort da? Gerücht von einem Gefechte zwischen den französischen und chinesischen Schiffen in der Nähe von Sheivoo verbreitet. Ueber da? Resultat ver» lautet noch nichts. Rußland. Aus Petersburg wird umerm gestrigen Datum telegraphirt: Die Gerüchte über einen Vormarsch der Russen auf Herst und die Abficht, Herst unter rusfischeS Protektorat zustellen, werden von bestunterrichteter Seite als durchaus unrichtig dezeichnet.— Der verbannte Bischof Hrinewicky, erhält der„Köln. Z." zufolge, in JaroSlaw eine JahreSunterstützung von 2000 Rudeln.— Der Polizeimeister von Warschau fordert in den Warschauer Blättern zu angestrengten Nachforschungen nach einem Polizei- Osfizier Namens Schtscherba auf, welcher in Skierniewic« die Wache bei der Drei-Kaiser-Zusammenkunft hatte und spurlo? verschwunden ist. Großbritannien« Der Premier Gladstone richtete an die ministerielle Partei im Unterhause ein Schreiben, in welchem es heißt, daß sofort nach dem Zusammentritte des Parlaments am 19. d. Mts. Dinge von sehr großer Wichtigkeit dessen Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen würden.— General Wolseley hat telegra- vbisch einen ausführlichen Bericht eines Augenzeugen aus Chartum nach Kairo gemeldet. Nach demselben drangen die Aufständischen am 26 v. M. bei Tagesanbruch in Chartum ein; Gordon wurde durch eine Salve der Aufständischen er» schössen, als er sich nach dem österreichischen Konsulat begab. Der österreichische Konsul wurde in seiner Wohnung getödtet, der griechische Konsul wurde gefangen genommen.— Der Kricgskorrespondent der„TimeS" meldet aus Korti vom 10. d. Mts.:„Lord Wolseley empfing soeben einen alten Rapport General Gordons, in welchem derselbe die Streitkraft deS Feinde? auf 19000 Mann schätzt, unter denen stch jedoch nicht mehr als 3000 bis 4000 wirkliche Krieger und auch 600 bis 800 Reiter definden. Diese Schätzung stimmt mit der In- formation überein, die schon früher von der Stärke de? Mahdi bei Chartum erlangt worden war. Infolge der wiederholten Dynamitattentate hat!der Spre- cher de? Unterhauses neue verschärfte Bestimmungen betreffs der Zulassung von„Fremden" zu den Galerien, Vor- sälen und übrigen Räumlichkeiten im Unterhause erlassen. Die Strenge dieser Bestimmungen, von denen insbesondere die ebenfalls zu den Fremden gezählten Parlamentsberichterstatter und Journalisten hart betroffen werden,«rngt in der ge-> sammten Presse großen Unwillen und für Montag ist eine „Entrüstungsversammlung" anberaumt. Den Journalisten wird u. A. die Erlaubniß, ihre Berichte in einem ihnen bis- her dazu überwiesenen Ausschußzimmer zu schreiben, entzogen, und der Verkehr mit den Parlamentsmitgliedern innerhalb de? HauseS wird ihnen unmöglich gemacht. Egypten. Wie auS Kafto gemeldet wird, ist auf Wunsch deS Ge- nerals Wolseley Hassan Pascha daS Kommando über ein egyp- tische? Kavallerie korpS für die Expedition im Sudan angeboten worden. Die bezüglichen Verhandlungen haben dazu geführt, daß Hassan das Kommando angenommen hat. Derselbe soll zuerst die Annahme davon abhängig gemacht haben, daß 4000 Türken eingestellt würden. Wie es heißt, würde Hassan dm Titel General- Gouverneur des Sudan führen. Von dieser Maßregel wird ein guter Eindruck auf die Bevölkerung de? Sudans erwartet, da dieselbe den Beweis liefern soll, daß England die Eroberung des Sudan? nicht für fich beabfichtige. — Hassan Pascha hat seine militärische Ausbildung in Europa erhalten, er ist ein Verwandter des früheren Khedtve. Ob dieser Koup den Engländern viel nützen wird, ist freilich frag- lich; die Engländer sind schlau, der Mahdi aber dürfte fie doch bereits durchschaut haben. Ferner wird gemeldet, daß die eng- lische Regierung eine Eisenbahn von Suakin nach Berber zu bauen beschlossen hat. Die diesbezüglichen Arbeiten sollen sogleich in Angriff genommen werden. DartomenwwKes. — Aus Dresden ist an den Reichstag folgende Petition mit Begründung geschickt:»Der Reichstag wolle in das Arbelterschutzgesetz folgende Bestimmung aufnehmen: Vorgesetzte und Dienstherrschaften sind verpflichtet, ihren Be- amten und Dienstboten Gehalt und Lohn pünktlich und un- verkürzt am Fälligkeitstage zu zahlen. Soll die Zahlung der Abrede gemäß pränumerando geschehen, so muß am ersten Tage eines jeden neuen, und wenn postnumerando, am letzten Tage eines jeden beendeten Dienstzeitabschnittes erfolgen. Tagelohn- und Akkordarbeitern jeden Berufe? muß, wenn nicht ausdrücklich anders verabredet ist, die verabredete oder übliche Löhnung spätestens an jedem Sonnabend bis 7 Uhr Abend? erfolgen. Vorgesetzle, Dimstherrschaften und Ardeitzeder aller Art werden mit Gssängniß bis.... bestraft, wenn fie ihren Beamten oder Arbeitnehmern Gehalt oder Lohn ohne Nachweis- baren Grund, oder ohne zwingende Ursache nicht rechtzeitig und unverkürzt auszahlen/ — Die Kommission des Abgeordnetenhau« seS für daS Lehrerpensionsgejetz trat in die erste Lesung der einzelnen Paragraphen ein. Der erste wurde an- genommen mit dem Zusatz:„Für den Lehrer, der sein 65. Lebensjahr vollendet bat. ist Invalidität nicht Vorbedingung der Penfiontrung." Bei§ 2 war der Anttag gestellt worden, daS Minimal-Ruhegehalt auf 500 M. festzusetzen. ES wurde aber nicht bloß dieser Antrag abgelehnt, sondern auch— und zwar mit sechs gegen fünf Stimmen— das Minimal-Ruhegehalt von 470 Mail, welche? im Entwürfe vorgesehen war. Die Erklärungen der Vertreter der königlichen Staatsregieruna ließen— bei aller Zurückhaltung im AuSdruck— keinen Zweifel daiüber, daß die Aufnahme jene? Minimal-Ruhegehnlics in das Gesetz die Regierung für die Ablehnung des Gesetze? be- stimmen würde. Die von Seiten der Vertreter der Regierung mitgetheilten Berechnungen zeigten, daß die Leistungen des Staates im Falle der Annahme des Gesetze? einige Millionen mehr betragen würden, als der erste Antragsteller m seiner Be- rechnung annahm. — Bli dem Präfidium deS Abgeordnetenhauses ist ein Gesuch eingegangen, die Berfolgung deS Strafv er- fahrens gegen einen Abgeordneten zu genehmigen. „Der Betreffende war früher, schreibt die„Schles. Ztg.", Se- zesfionist und gehört jetzt der fteistnnigen Partei an. DaS Ver» fahren ist eingeleitet worden, weil er einem„liberalen" Jour- nalisten vorgeworfen hatte, er habe einen Erpressungsversuch gegen ihn gemacht. Möglicherweise wird die freifinnige Partei selber fich bemühen, daß das Haus das Gesuch genehmige, da das Parteimitglied immerhin gravirt erscheint. Es handelt fich nämlich in dem Beleidigungsprozesse darum, ob der Nagende Journalist nur Bezahlung für schriftliche Leistungen verlangt oder aber mit unliebsamen Enthüllungen über den Ursprung gewisser publizistischer Arbeiten, die angeblich aus der Feder der betreffenden Abgeordneten geflossen find, gedroht habe. Ztech Allem, was darüber verlautet, dürfte der Prozeß nicht ohne politisches Interesse sein."— Die„Schles- Vztg." be< merkt dazu:„Permuthlich handelt es fich hier um einen schlefischen Abgeordneten, bezüglich dessen zur Zell der letzten Wahlbewcgung ein ähnliches Gerücht austauchte." — In der letzten Sitzung der Petitionskommission deS Reichstags wurde eine Eingabe einer Anzahl Gerichts- Vollzieher aus den verschiedensten Bezirken, in welcher dieselben die Nothwendigkeit einer Umänderung von nahezu 100 Punkten der Gebührenordnung und der Zivilprozeßordnung nachzuweisen versuchen, durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt, da der RegierungSlommissar erklärle, daß die Reichs- regierung Kenntniß von dieser Petition habe und die darin enthaltenen Anschauungen sehr sachlich zur Darstellung ge- bracht worden seien: dieselben würden daher auch bei den zur Zeit stattfindenden Erwägungen über eine Abänderung der de- treffenden Gesetzgebunasmaterie Beachtung finden. — Die Unfallkommission des Reichstags hat die erste Lesung des Gesetzentwurfes, betr. die Unfall- und ------------------ � � Die Kranlimverficherunfl der TranSportgewerbe, beendigt. zweite Lesung wird in der nächsten Woche stattfinden. Darlameutsberirkte. Deutscher Reichstag. SO. Sitzung vom 16. Februar, 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths- Lucius,». Burchard, v. Scholz, später Fürst Bismarck. Eingegangen ist ein Gesetzentwurf wegen Abänderung des ReichSmtlitärgesetzes. Die zweite Berathung über die Erhöhung der Getreide- z ö l l e wird fortgesetzt.(Oft Gesagtes wiederholt der Bericht "�9% Günther(Sachsen) spricht für die gleichmäßc Er- höhung des Zolles von Weizen und Roggen, sonst müßte man auch die beiden Mehlsorten verschieden normiren, was bei der Verzollung zu großen Unzriträglichkeiten führen würde. Abg. W temer �Sozialdemokrat): Es ist eine grobe Täuschung zu meinen, daß die Vertheuerung des Brotes eine Wohlthat für die Landwirthe sei; wohl aber ist fie eine schwere Belastung des armen Mannes, dem doch die Regierung helfen will. Will der Staat auf die Preisbewegung landwirthschaft- licher Produkte einwirken, so muß er das auch bei allen ge- werblichen Erzeugnissen, auch der Industrie thun, was eine Regelung der Gesammtproduktion durch den Staat unter Fest« setzung eines MinimalarbettSlohneS voraussetzt. Will man den Bauernstand wirksam schützen, ihn aus den Händen der Wuchc- rer und Zwischenhändler besteien, so erlasse man ein Heim- stättengesetz, daS auch dem kleinsten Landmann den dauernden Lefitz seiner Scholle fichert. Die Getreidezölle aber nützen nur dem Großgrundbesttzer, eine Lohnerhöhung für die ländlichen Arbeiter bewirken fie nicht, wohl aber werden fie in den Hän- den der Sozialdemokraten eine vorzügliche Waffe, ein äußerst brauchbares Aaitationsmiltel sein, wie es fich seine Partei nur wünschen kann.(Beifall der Sozialdemokraten.) Abg. v. Fischer(Ulm): Ich bin kein Agrarier, kein Grundbefitzcr, weder großer noch kleiner, und stehe der ganzen Frage nur als Konsument gegenüber. Als solcher sage ich: wer so niedrige Preise will, daß fie die Produktionskosten kaum decken, der drängt die Landwirthschaft zum Bruch mit allen ihren Traditionen und zum Uebergang zu einer anderen Bettiebsart. Wer die Zölle nur als eine Gunst für die großen Besttzer betrachtet, verwechselt deutsche Verhältnisse mit englischen � grenzen: In Schleswig-Holstein wünscht man die Getreidezölle nicht. Der Landmann, namentlich der kleine Grundbefitzer, erkennt dort mehr und mehr, daß er bei intenfiver Wirthschast, namentlich bei Vieh- und Pferdezucht, wenn stark gefüttert wird, besser prosperirt, als beim Getreidebau, auch wenn er durch Schutzzölle ergiebiger gemacht werden sollte. Ein Stück Jungvieh, daS vor noch nicht allzulangen Jahren 60 Mk. galt, wird heute mit 240—300 Mk- ein Ackerpferd, früher mit 240 Mk., jetzt mit 900 Mk. ein Füllen von 4 Monaten jetzt mit 360 Mk. bezahlt. Die Landleute finden bei diesem FutterungSsystem sehr wohl ihre Rechnung. Die Miß. stände auf ländlichem Gebiet rühren meist aus der Gründerzeit her, al? t*r Preis von Grund und Boden zu so enormer Abg? Graf Udo Stolberg-Wernigerode: Die Ausführungen des Vorredners beziehen fich nur auf einen ver- schwindend kleinen Theil unseres Vaterlandes, eS mag ja der Landwirthschaft dort Hut gehen, ich kann es nicht beurtheilcn, glauoe eS aber dem Vorredner ohne Wetteres; auf die Landwirthschaft im Großen und Ganzen treffen seine Ausführungen leider durchaus nicht zu. Abg. T h o m s e n: Ich spreche in erster Linie als Ver- treter des ganzen deutschen Volks, dann aber aus persönlicher Sumpathie für meine besonderen StandeSgenossen. Der Ge- trerdezollerhöhung stehe ich vor allem deswegen feindlich gegen- über, weil eS die Aufgabe der Volkswirthschast ist, zunächst da zu reorganistren, wo die Objekte noch unter dem Gefichtspunkte der Gerechtigkeit ins Auge zu fassen find, nämlich auf dem Gebiete der Einkommen-, der Zucker-, der Spiritussteuer. Mit der letzteren würden wir namentlich einem die tieferen Schich- ten unseres Volles demoralifirenden Dämon entgegenarbeiten. Entscheidend für die Stellungnahme zur Vorlage ist aber ihre Wirkung auf unser soziales Leben. Ich habe als Landmann in den Arbetterkretsen nicht allein meiner engeren Heimath, sondern wett darüber hinaus Verbindungen, und wenn ich nach den Erfahrungen, die ich habe sammeln können, erwäge, welche Wehmuth und welcher Wermuth bei Annahme dieses Gesetzes in daS Gcmüth der Ardeiter gehen muß, dann muß ich sagen: wir stehen vor einem verhängnißvoUen Schritt. Wai die Nothlage der Landwirthschaft betrisst, so will ich zu- geben, daß während der letzten zwei Jahre für den Getreide« bau, namentlich den Weizcnbau, ein Minus fich herausgestellt hat. Ich behaupte aber, daß in den letzten 10 Jahren der Preis nicht gar viel höher gewesen ist, und daß in dm vor- hergegangenen 10 Jadren 1855-64 nock) ein Minus gegen jetzt fich gezeigt hat. Wenn Sie in diesm Periodm die beiden Jahre, in welchen die abnormen Zustände des Krimkrieges mit- spieltm, abziehen, so zeigt fich, daß der PrerS für Roggen fich ganz bedeutend niedriger stellie, als in den letzten 10 Jahren. Ich will aber einräumen, obgleich ich als alter Landmann auch weiß, daß wir in den 60er Jahren niedrigere Preise für Weizen als jetzt gehabt haben, daß ein gewisser Nothstand im land- wirthschaftlrchen Leben vorhanden ist. Durch Vre günstigen Verhältnisse der Banken und Sparkassen, speziell in meiner Provinz, läßt fich aber andererseits beweisen, daß ein Nieder- gang unseres Standes nicht stattfindet. In dem niedrigen Zinsfuß, den wir habm, liegt ferner ein Beweis, daß wesmtltche Bedingungen eines gesunden landwirth- schastlichen Betriebes thatsächlich bestehm-(Sehr richtig! links.) Im Jahre 1785 ist der preußische Morgen für 30 M., 1840 ein Morgen von gleicher Qualität für 200 M., 1868 für 320 M.. 1872 für 800 bis 850 M. ver- kauft worden.(Hört! hört! links.) Diese Skala ist für mich beweisend. Es ist mir allerdings nicht ganz klar geworden, was man unter Boden- oder Waldrmte versteht. Will man als solche den ga-.zen Kapitalwerth von Grund und Bodm verzinst haben und außerdem leben als Baron, so ist das selbst- redend nicht thunlich,(Hört! höit! links.) Denn der Grund- kapitalwerth unseres Landes ist 80 Milliarden, und dieser würde fich im landesüblichen Zins auf sZ ins in 15 bis 20 Jahren verdoppeln, und die Hälfte der Nation wäre nach jener Anforderung außerdem frei unterhalten. Diese Rechnung kann im praktischen Leben nicht bestehen; wir Landwirthe müssen bescheidener sein. Der Reichskanzler sagt mit Recht, daß durch Herstellung und Unterhaltung der Kunststraßen, durch Armen- und Schullasten den Kommunen eine große Last auferlegt ist. Viele Kreise haben dadurch eine bedeutende Aufgabe. Wenn nun der Staat, weil er der gesetzgebende Faktor ist, die Ar- men- und Schullasten übernehmen soll, so sage ich: dadurch werden fie uns noch viel theuerer und schließlich find die Kom- munen in ihrer Gesammtheit der Staat. Es liegt ja Wahrheit in dem Ausspruch, daß, wenn der Bauer Geld hat, die ganze Welt es hat. Aber umgekehrt ist es noch mehr wahr, daß, wenn der große Konsum etwas zu verzehren hat, wir Bauern es auch haben. In den fiebziger Jahren hatte Amerika rerche Ernten, trotzdem hatten wir glänzende Jahre und kauften uns theuer an, weil das Kapital billiger und werthloser wurde. Der Effekt des neuen Gesetzes wird sein, daß der Bauer sein Geld rnhmen, verbrauchen, Schulden bezahlen und es auf Zins geben wird; aber nur ein kleiner Theil wird im Jntereffe der Nation zu einer fort- schrettenden Bewegung der Bauern und zur Herstellung einer intenfiveren Wirthschast verwandt werden, der Preis des Grund und BovenS wird steigen und nach zwei Jahren find wir ganz in derselben Lage. Ihre Arbeitskräfte kann unsere Landwirth- schaft beschossen und bezahlen; daß fie nach Erlaß dieses Ge- fetzeS mehr in Anspruch nehmen wird, bezweifle ich. Die dren« nende Frage ist, wie wird fich der Arbeilerstand zur Erhöhung des Getreidepreises stillen? DasGroßkapital, derMroßgrundbefitz dominiren schon jetzt in einer Weise, daß fich die Schwankungen im Arbeitslohn in absteigender Richtung bewegen. Durch die Getreidezölle wird fich das Angebot der Arbeiter vermehren, die finkenve Tendenz des Lohnes wird also noch verstärlt werden. Wenn man jetzt sagt, die Industrie leidet, die Ar« bettsthätigkeit unseres Volkes erfährt keinen Aufschwung, so frage ich, weshalb erfüllt man an solcher Stelle nicht die ersten Bedingungen eines solchen Aufschwungs? Weshalb baut man nicht Kanäle, die längst hatten gebaut werden müssen, weshalb erschließt man nicht durch Sekundärbahnen Wüsteneien, in denen der Arbeiter und Bauer noch fern vom Weltverkehr leben? Ich habe aus meines Herzens Innern für meine U-bcr- zeugung gesprochen— Sie mögen sagen aus Fraltionsintereffe. Ob es Fraktionsintercsse ist oder nicht, ist mir gleichgiltig. Ich spreche hier als Vertreter meines Volkes, aus Sympathie für meine StandeSgenossen, und als solcher sage ich zu allen Be- lastungen der Lebensmittel, die mein Volk gesund und kräftig erhalten sollen, nein!(Lebhafter Beifall links, Zischen rechts") Staatssekretär v. B u r ch a r d: Die gegen die Motivi« runa der Erhöhung der Getreidezölle erhobenen Bedenken nöthigen mich zu einer kurzen Erwiderung. Der Abg. Möller bezeichnet die Motivirung als dürftig. DaS ist Geschmackssache; jedenfalls aber ist die Länge der Motivirung kein Kriterium für deren Beweiskraft. Bücher zu schreiben über einzelne Fragen, find die verbündeten Regierungen nicht im Stande; fie haben nur die Hauptgefichtspunkte, von denen fie ausgehen, zu kennzeichnen. Die statistischen Angaben der Motive haben die Abgg. Rickert und Dirichlet als vollständig falsch charal- teristrt. Beweise dafür find nicht erbracht worden. Es handelt sich um amtliche statistische Zahlen, die gar nicht vollständig falsch sein können. Wenn der Abg. Dirichlet ausführt, eS wäre mit der willkürlichen Gruppirung der Zahlen geradezu ein Kunststück gemacht worden, so erwidere ich nur, daß das Jahr 1871 aus der Statistik absichtlich weggelassen ist, weil es ein abnormes Jahr war, und daß ja die Statistik allein nicht die Basts für die Vorschläge der verbündeten Regierungen bildet, sondem nur in Verbindung mit anderen hochwichtigen Momenten. Abg. Fürst v. Hatzfeld-Trachtnberg: Ich nehme daS Wort, weil ich heute einen anderen Standpunkt einnehme als 1879. Der Einführung der Getreidezölle stehen, wie ich anerkenne, gewichtige politische Bedenken entgegen. Cobden schickte durch die Straßen der großen Städte zwei Leute, von denen der Eine ein großes, der Andere ein kleines Brot trug; unter dem kleinm stand geschrieben:„so steht daS Brot gegenwärtig auS" und unter dem großen:„so wird daS Brot aussehen nach Aufhebung deS Zolles." Aehn- liche Vorgänge werden fich sehr wahrscheinlich bei uns wieder- holen, uno ein nicht unerheblicher Theil der Bevölkerung wird vielleicht wirklich glauben, daß durch Getreidezölle daS Brot lheurer wird. Aber die Landwirthschaft befindet sich in einem viel erheblicheren Nothstand, als vor 6 Jahren, wie der Preis der Zerealien von damals und jetzt beweist, während der Er- satz aus der bis dahin sehr guten Verwerthung der Hackfrüchte seit dem letzten Herbst fich wesentlich vermindert hat: der Zentner Rüben ist von 1 M. 10 Pf. oder 1 M. 20 Pf. auf 60 Pf. gefallen, Kartoffeln von 1,50—2 M. auf 80 Pf., womit die Produktionskosten nicht gedeckt werden. Dieser Zu- stand ist kein vorübergehender sondern ein dauernder. Mit der Vollendung seines Eisenbahnnetzes wirft Rußland immer größere Massen Roggen auf den europäischen, zunächst auf den deutschen Markt, und in Amerika liegen die Verhältnisse für Weizen ähnlich. In meiner Heimath verlangen die kleinen Bauern und Pächter die landwirthschaftlichen Zölle ungestüm. Geben wir nun diesem Verlangen nach, so thun wir das nicht, um daS Brot deS armen Mannes künstlich zu vertheuern, auch nicht im einseittgen Interesse einer geringen Anzahl von Großgrundbefitzern, sondern wir thun es, weil wir es für eine wirthschaftliche Nothwendigkeit erachten, dem landwirth« schastlichen Gewerbe von Neuem Muth zu machen, dasselbe zu neuer Unternehmungslust anzuspornen. Ob die Einführung höherer Getreidezölle hinreichen wird, um bessere Zustände in dieser Beziehung herbeizuschaffen, ob weiter die Preise der Zire- alten durch die Zölle werden vertheuert werden oder nicht, daS lasse ich dahingestellt. In einer Nummer der„Weser- Ztg." laS ich kürzlich in einer Korrespondenz auS Berlin, daß ei für jeden Berliner Exporteur ausgemachte Sache sei, daß die neuen Ausfuhrzölle unter den gegenwärtigen Verhältnissen des europäischen Getteidemarktes vre! weniger eine Erhöhung der Getreidepreise in Deutschland hervorrufen, als vielmehr das tmporttrende Ausland treffen würden. Also selbst Korrespondenten der„Wescr-Ztg." können über diese Frage verschiedener Anficht sein Die Frage der Höhe dieser Zölle würde ich nicht wagen autorttativ zu beantworten; ein erheblicher Theil meiner politischen Freunde hat auch mehr Sym- pathicn für den Roggenzoll von 2 M. Wenn wir trotzdem bereits in zweiter oder dritter Lesung für den Satz von 3 M. stimmen, so geschieht daS, um nicht die ganze Frage auf's Spiel zu setzen. Wenn ein großer Theil meiner Freunde die Abänderungsvorschläge der fteien wirthschaftlichen Vereinigung mit unterschrieben hat, so wollte er damit durchaus nicht sein Einverständniß mit jedem einzelnen Punkte, sondem lediglich konstatiren, daß wir mit der Tendenz der neuen Zollreform einverstanden find.(Beifall rechts.) 0 T Der Abg. Rickert ergreist das Wort, um die Behau?- tungrn de« Reichskanzlers über den Danziger Handel einer Krttik zu unterziehm. Der Redner meinte, Fürst Bismarck habe fich in die neulich angeführten hohen Einfuhrsummm Ballastziffern mit eingerechnet, und brachte zum Beweises Niederganges des Danziger Handels auch einiges statistliih» Material bei.(Während dieser Rede war der Reichskanzler« den Saal getteten.) Reichskanzler Fürst v Bismarck: Meine Henen, bedaure, daß ich nochmals in der Nothwendigkeit bin, W vielgeprüfte Geduld, mit anderen Worten, Ihre Zeit in M spruch zu nehmen zu einer Erwiderung. Aber wenn S»«w Heim Vorredner es nachgesehen haben, ohne Zeichen von M geduld, daß er in dieser an Rednern und an langen Neos» reichen Debatte zweimal das Wort ergriffen hat, daß er un« der zwetten Rede die erste in einer anderen Form, etwas anvm ste! % wc un gc i zusammengesetzt und vielleicht auch in etwas anderer BetonM kliffx �er ■---......'ch ,u ändern, m»eigung z wiedergegeben hat, ohne den Inhalt wesentlich> er Ihnen nicht nur seine, sondern auch meine Rede noch w mal gehalten hat(Hetterkeit rechts), um fie recht im Einzeln�- in der Weise, wie er fie fich denkt und wie er ste auslG durchzuhecheln und zu zerpflücken,— ja, meine Herren, Sie das ruhig mit angehört habm, ohne einen Augenblick, � es in alten parlamentarischen Zelten üblich war bei die man oft genug gehört hatte,„Schluß" zu rufen, dann, g ich, werden Sie auch mich in Ruhe anhören. Der redner hat, indem er mtt scharfen Waffen den Vorwurf Verhetzung deS Armen gegen den Reichen von seiner lung abzuwehren suchte, mir vorgeworfen, ich hätte ja au«* Bauer aufgehetzt, ich hätte daran erinnert, daß die Gesetzgedm bisher aus der Haut des Bauern Riemen geschnitten hätte, � fich andere Klaffen zu verbinden; und er hat damtt meine v' hauptung in Vergleich gestellt, daß in den Reden der fition die befitzloscn Arbeiter gegen den Grundbefitz aufp'� worden seien Ja, meine Herren, daS ist ganz de Andere«. Der Bauer gehört nicht zu oen BefitzlosejJf. Bauer ist der Ruhe und Ordnung in keiner Weise gefäR der Bauer gehört zu der Klasse der Besttzenden.% wenn Sie nach der Kopfzahl rechnen, so zählt er. zu der reicheren Klasse auf dem Lande kommt noch lange»'« auf jeden Kopf oder Familie ein Bauernhof, noch nra> zehnte Theil davon. Also wenn ich den Bauern daraus g merksam mache, daß seine Interessen in den Händen und* Munde der Städter schleckt gewahrt find, so liegt dann> den Staat leine Gefahr. Wenn Sie aber die Millionen f. befitzlosen Arbeitern, vir in der That in n o cd schlimmerer Loge sind, alS der Bauer in Rou jähren, wenn Sie die mit Worten, wie Brodzoll, wie r' zoll aufhetzen gegen die Regierung, ja, meine Herren, tff, säen Ste eine Saat, die Sie nicht mehr beherrschen koir� Der Arbeiter hat nicht viel zu verlieren, der Bauer hat e etwas zu verlieren. Und wir haben noch nicht bei um Lande gesehen, daß der Bauer fich gegen die Obrigkeit K sammengerottet aus freien Stücken. Das letzte Mal, w» T erlebt haben, daß der Bauer freiwillig aufstand, das M 5 Zeit, wo die Schweden im Lande waren und wo die zusammentraten unter der Fahne: Wir find Bauern von ringem Gut und dienen unserem Kurfürsten mit unserem � Es waren immer Bauem von Gut, der Bauer ist Gutäbmt Ich habe, als ich vorgestern meine Rede schloß in vew*5 dürfniß, sowohl meine Kräfte als Ihre Geduld nicht zu Q zu ermüden, den Gedanken, der mir vorschwebte, U und undeutlich ausgesprochen. Was Ste kränkt h was Ihnen unbequem ist und was Sie veraNS hauptsächlich den Großgrundbesitz aussondern zu aus der Menge, damtt Sie eine geringe K gesp m. da �'igen h II {yfwttii r das f fern die /Reichen Sf et S», db K K K daß t "«i um s * Gerc *, wie 1 | w Kor fe p W l°z n kennen, daß fie ein und derselbe Stand, der Stand der 9� besitzet find(sehr wahr rechts) und ein und dasselbe der Landwirthschaft betreiben. Ich habe vorgestern daraus L: merksam machen wollen, daß der Beariff der Großarunvb?« merksam machen wollen, daß der Begriff der GroßgrutibW heutzutage gar nicht mehr paßt, und babe beim Lesen Rede gefunden, .._, habe beim Lesen»za daß ich das nur sehr unvollkommen i'zt habe. Sehen Sie fich die Listen durch von der neuen schen Kreisordnung, und sehen Sie, welches da die vom Großgrundbefitze find. Sie werden, glaube ich, we in allen mittleren Provinzen viel mehr Bauern alS gutSbefitzer finden.(Sehr wahr! rechts.) Mir find B Höfe bekannt— selbst in den mtttleren, in den geseg Provinzen von Deutschland—, die bis zu 2000 Morgen find, und ich glaube, daß es in Ostpreußen und in er Gegenden Pommerns mit schlechtem Bodm noch größere l dagegen giebt es eine Menge Rittergüter, die weniz -nze-L Morgen groß find. Die Grundbefitzer find im Stütze der Monarchie ihrer ganzen unter ste zu säen,... allmälig und unaufhaltsam vor fich gebt. Es hellsamen Folgen der Gesetzgebung, die im!__________ der Bevorrechtigten peinlich empfunden wurde, die aller rechtlichen und prinzipiellen Prärogative deS Grundbesitzes und namentlich' größeren Grundbefitzer nichts weiter als die größten, weiter als der kleinere GutSbefitzer. Auch die meifien nennen fich GutSbefitzer, einige nennen fich Ackerleute, vre Majorität zu sprengen und zu theilen, «rn Herrn Abgeordneten Rickert schweben offenbar die eisten Richtungen vor, wie bei den phonetischen ...auf einer Glasscheibe, nach denen er die jetzige �Äßen» isrschneiden, Zi zerlegen wünscht, waS die Stützen TRbk. IHÜ fester schließen werden; denn d- ', o** 9«* v»v w»» v*"* j�tztgen monarchischen Regierung erschüttern hieß«; aber ich daß die Phalanxen fich auf der anderen Seite in Folge um so fester schließen werden; denn wir verlangen nur k w K �arcchtigkeit für Alle. Wir haben noch nie so ver- L ti! kl Herr Rickert; wenigstens erinnere ich mich nicht, c;i J*. die reichen Kornbändler ganz besonders bezeichnet und dawul � Nzirt hätten, so daß sie Jedermann erkennen kann als Die- dre von dem Schweiße der Landwirthschast fich mästeten, %;T«ichen Holzhändler. Sie find mir sehr gut bekannt, könnte Ihnen eine Liste vorführen— der Herr Abge. hj;- Rickert weiß sie auch.— Auf die zeigt er aber nicht Ä?'?sarn hin!(Zuruf links.)— Der Herr Abgeordnete iwJj!?at seine Rede nock nicht vollendet. Ich würde die W, a 8 davon gern anhören, wenn er die Güte haben «! Jf: mir zu wiederholen;(Heiterkeit) ich bin überzeugt, 1 wi �ir noch breiteren Stoff zu Widerlegungen, als schon gegeben har. Der Herr Redner hat i* �anzesfion im Namen des Kornhandels gemacht; nichr, ob er dazu Bollmacht und Ermächtigung und ich übersehe auch im Augenblick nicht voll- das Resultat davon. Er hat gesagt: Der Import 8°nz gleichgiltig, wir gönnen der Landwirthschast die ~• Hauptsache!" Nun, jick weiß nicht, «dient wäre, wenn der Tranfit voll- ,,>...............o daß er von dem einen Ende zum nicht su � en durchgehen könnte ohne Kontrole irgend welcher Art ' 5t welche nothwendig ist für die Sicherheit, daß er ««»-m Lande hinausgeht! und wem auf der anderen Seite silffiP�.Sanz verboten oder so hoch besteuert würde, daß wäre. Für die Landwirthschast ist daS jedenfalls die 40 Millionen Zentner den und ß -gt dann>5 m m Dbrigknl? Ral.«°? das war? o die% uern von' mserew»" hwebte, kränkt ! veran ,e n darauf" W mmen neuen a die ch, we> fr4 SÄA i Ganzen � a LerschmtU � find ieVblchaf� des wvvv»v»» vvvi ? fowii* tWttnöflHch wäre. Ä««'«e würde jcdenf�....-------------„......- Vi ina die den deutschen Markt überschwemmen, da- -n der Verdacht vor, daß der Thäter die Müller ermordest l 4 um ungehindert die weiter geplante Beraubung resp. TodirH g eines hrefigen Geldbriefträgers ausführen zu können, we �a zur abgedachten Zeit einen erst am Vormtttag des lll. Fkbn» in Radebeul bei der Post eingezahlten Anweisungsbetiag«ff 1 M. 50 Pf. in der Wohnung der Müller zu bestellen°z> Die auf der betreffenden Postanweisung zu lesenden% des Absenders: Georg Heinig in Meißen und des Adreffaik� Hennig in Dresden find, wie fich herausgestellt, fingist. Sola auf nur unbedeutende Geldbeträge lautender PostanwenM mit erdichteten Namen der Absender und Adressaten#, letzterer Zeit noch mehrere bei der Post zur Aufgabe 8g, Wie im Müller'ichcn Falle scheint es hierbei auf eine Todlsl der betreffenden Geldbriefträger abgesehen zu sein. T Verdacht der Thäterschaft lenkt fich auf einen jungen- welcher in sämmtlichen auf den Postanweisungen angeg«�' Wohnungen kurze Zeit vor Eintreffen der fraglichen sendungen unter dem Vorwande, fich daselbst einmietsK! wollen, eingefunden und dort, oder in der Näbe dieser» nungcn, den Briefträger erwartet hat. Zur ErmordMf i Müller scheint ein vom Thäter am Thatorte zurÜckge�JL schon gebrauchtes, größeres Fleischermeffer verwendet zu sein. Das Justizministerium hat«ine Belohnung ii wtlrn fr >«nn rifienen Kleidern, mit unruhiger Miene und einem gwM-j, auf dem Rücken im Luxembourg- Palastc und redete den besorger folgendermaßen an: �„Jch habe dem Herrn präfidenten eine sehr wichtige Mitiheilung zu machen, vsim Metzger, habe für Frankreich optirt und hasse die Dw®? die fich dafür rächen und mich verfolgen. Allein jetzt mir die Reihe, mich zu rächen. Ich habe eine Maschine ein den, deren Plan ich dem Herrn Senatspräfidenten Le � überbringe. Während fie den Pferden die Füße absa"� V Kleine Mittheilungen. Ein Dieb in Generaltuntform. Der„K. H. Ztg." wird gemeldet: In Moskau trat dieser Tage ein General- Lieutenant, der Träder eines angesehenen historischen NamenS in einen Juwelierladen und ließ fich verschiedene Gegenstände vorlegen, ohne etwaS zu kaufen. Dagegen brachte er durch eine höchst geschickte Fingerfertigkeit, die den Neid des verstorbenen Bellachini hervorgerufen hätte, zu Wege, ein kost- bares Bracelet in seiner Generalsuniform verschwinden zu laffen. Glücklicherweise wurde dieses Taschenkunststück des strammen Kriegers, deffen Brust mit Orden bedeckt war, der im Kaukasus und am Echiplapaß wacker gekämpft hat, von einem Anwesenden bemerkt. Der KommiS ersuchte den General , das„irsthümlich" eingesteckte Kleinod herauszugeben; der enerallieutenant warf fich in die Brust und wieS mit Entrüstung drückt gleichzeitig eine Feder eine eiserne Spitze heraus,-�, eller zu geben, habe«3 rn ganzen Wege nur _. W k trage." Er zog hier . andvoll heraus und verzehste es ruhig. Der ung'-r* Geisteskranke wurde auf die Abtheilung für Jrrfinnige naa' Polizeipräfektur gebracht. die Reiter durchbohrt. Um schneller zu geben, habe f nirgends aufgehalten und auf dem ganzen Wege nur WC essen, das ich hier in diesem Sack trage." Er zog Hieras'» ÄriefKasten der Redaktion. Eine Mutter. Das Wort DiphteritiS kommt von> r chischen Diphtera--» Haut, Fell. y! L U, Ritterstraße. Gordon stand im Anfang', Fünfziger. Er verfügte im Sudan über 4 Millionen s',» Ktcrlittn. Nie ftrfi ver Mahvi wohl„zu Gemüthe g" Sterling, die fich haben wird." Wette, Köppeu. Hering und Bückling ist derselbe In frischem Zustande geräucherte Heringe nennt man M iw- F B Der preußische General Steinmetz hat bei nirung von Metz kein Kommando gehabt, er war scha"' Kommandos enthoben, ehe die Zerniumg begann....«r Kunstfreund. Das Dürer'sche Porträt, welche? vß tionalgallerie für 300000 Mark angekauft hat, ist J mäßigen Dimenfionen. ES hat in der Höhe vielleicht' in der Breite'/< Meter. � I B 18. Das erfahren Sie ganz ficher im Rc>a' Wir wissen eS nicht. z.»» V. T. L- 7. Wir haben das betr. Rezept nicht können. Geben Sie ungefähr die Zeit an, wir werden noch einmal nachsehen lassen. gÄr k-tortun Z'»°nh° %% W fe-i sr h??n8io D S Leb. «wir ° gfcn am ""big rec K k; s,™ k>nt Theater. KöuigticheS Opernhaus. Heute: Der Wildschütz, oder: Die Stimme der Natur. Köuigltches Schauspielhaus. Heute; Rosenkranz und Güldenstern.__ Deutsche« Theater. Heute: Zum 1. Male: Ehrenschulden. Trauerspiel in einem Aufzug von Heys«. Zum 1 Male: Unter Brüdern. Lustspiel in einem Aufzug von Heyse. Im Bunde der Dritte.___ Bellealliauee-Theater Heute: Der Raub der Sabinerinnen.__ Neue» Friedrich.Wilhelmstädtisches Theater. Heute: GaSparone. Alte Heute: Der Ceui aße 30. irektor- Ad. Ernst. Residenz-Theater: Direktion Anton Anno. Hellte: Die Eh.stands-Jnvaliden. Hierauf: Die Schulretterin. Walhalla-Operetten-Theater: Heute- Der Feldprediger. Louisenstädtisches Theater: Heute: Alavin, oder: Die Wunderlamp«. Ostend-Theater: Heute: Der Prinz von Monte Fiasco._ Heute: Die Sorglosen. Walluer-Theater. Heute: Sulfurina. Viktoria- Theater. � r.«lhambra-Theater Heute: Dre Schule des Lebens. i Als Verlobte empfehlen fich Elwiue Tegenecker Albert Nürnberg. Berlin. 14. Febmar 1885� 323 Y. P. 100 lebe wobl, reis. 18. Brief a. best. Postamt. 316 Krbettsmsrkt. Stuger-Etepperiunen in und außer dem Hause verl. 319___ Vor dem Ttra lauer Thor 34. Mamsell« aus leichte Dollmans verlangt 825 W. Wtrr.icke, Adolbntstraße 75, v. 3 Tr. Eine freundliche Schlafttelle ist zu vermiethm 817 Berndt, Sophienstr. 20, Hof 2 Tr. 2. Thür. 1 g. Piano, 15 Thlr., z. verk. Oranienstraße 2, 4Tr. r. 321 Kroße außerordentliche ¥ e r j§ a ni ni 1 u ii g' des Arbeiterbezirksverem der Oranienburger Vorstadt und des Wedding. am Mittwoch, den 18. d. Mts., Abends 8V, Uhr, im Wedding.Park. Müllerstraße 178. Tagesordnung: 1. Das DcBeifecfifiafigefef;. Referent Hen Tischler meister Mi tan. 2. Diskusston. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist ein zahlreicher Besuch erwünscht. Gäste haben Zutritt. 326 Der Vorstand. Follistvftiidt. Ktffriss».„Dornärtg." Mtttwoch, den 18. Saal, Wafferthorstraße bruar, Abends 8 Uhr, in Konrad'S Verfammluug Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2 Bericht des Vorstands. 4. Ditkusfion. 5. Bell Verschiedenes und 3. Vortrag des Herrn Dr. Zadeck. sprechung des Arbetterschutzgesetzes. Fragekasten.— Gäste willkommen. Der Vorstand. Ortskrankenkasse der Bildhauer, Stuckateure n. Gripsfiguren-Fabrikanten zu Berlin. 322 Sonntag, den 22. Febtuar, Vormittags VjIO Uhr, im Louisenstädtischen Konzerlhause, Alte Jakobstiaße 37, Mitglieder-Berfammlung. D-O.: Wahl von 90 Delegirten zur statutenmäßigen Generalversammlung.— Quittungebuch legitimirt, nur Groß- jährige haben Zutritt.__ Dienstag, den 24. Februar, Abends Vj8 Uhr, findet im Cafö Humboldt, Neue Grünstvaße 32, eine Versammlung der Arbeitgeber statt. Tagesordnung: Wahl von 42 Delegirten zur statutenmäßigen General- Versammlung. Der Vorstand. P.(SMiS. 5. Wahlkreis. vezirkSverei« des werkthätigen Volke« im 29, 9l> 31. Kommunal-Wahlbesirk. Sk.J> Mittwoch, den 18. Februar, Abends 8 Uhr, im R'ß* Golle, Linienstraße 30,$ Aerjammlung._ T.-O.: 1. Vortrag des Stadtv. Fritz Goercki Fachverein der Tischler. Mittwoch, den 18. Februar, Abends 8Vi Uhr, 8"® Nr. 68 in Kurzmann's Salon. Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Meißner üb" Zeitgeist 2 Verschiedenes und Fragekasten..«um«* � Zahlreiches Erscheinen nothwendtg.�— Gäste�w��gtz. Ärb.-Bz.-V. LauscherW Mittwoch, den 18. Februar, Abends 3V- Üb'- ,a im Lokale der„Urania", Wrangelstraße 9 und Mitglieder-VersammIunS' „„, r,, Tages-Ordnung: 1. Kassenbericht. 2 Vortrag des Stadtverordneten Paul Singer. 3. Verschiedenes und Fragekasten.._(n, � »ä» SXÄtt.™ Besuch bittet Der Vori� gf , r NB. Der monatliche Beitrag beträgt 20 Pf! 01 A schreibegeld wird nicht erhoben.____ Auchbindern u- verw.AerussgA m i !?««<• Sw rfbiC W zHere Verantwortticher Redakteur R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max»adiug w Berlin SW. Beuthstraße 2. !•* V*DV xj.MiL-yiififtiujjc O U;iü in Utk wie» � den 21. Februar, staiifindenden Generalversammlung Feuerstein. Alte Jakobstraß. 75 im Tunnel_ o#, i20__________ Der Vorstand. I. A.�5�1 Damen- Maskengardero' find billig zu verleihen.\ Fr- Lederhause, Oranienstraße 169, Ö-