Ii »t 43. Freitag, 20. Februar 1885. n. Jahrg. Krgan für die Interessen der Arbeiter. Das..toitiittit ßel«4»iaö" iftgua Mgxgess auher»ach Ss«»> u»d Festtage». Ss»«»evtt»t«preit für rre» m'Z Hau-i vlertchährlich 4 Mart, ms«lt«ch 1,35 Mark,«icheMich 35 Pf. '-ftalMtKeatttst 4 Äari f»agtlne Zir S Pf. Eo»»taa»»Nu««er«tt illustr. Blilag« 10 Pf. �Eiaartrage» i» ber P#H|frt**«*ri*e;lli8e für 1885 unter Rr. 746.) Z«serttss»gebühr beträgt für die S gespalten« Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Srbeittmmckt 10 Vf. Bei größere» Aufträgen hoher Rabatt»ach Uebereinlunft. Inserat«»erden bi« 4 Qh» Rachmittag« in der Expedition, Berlin 8W., Zimmerstraße 44, sowie von alle»«nnoneew Bureaux, ohne Erhöhung de« Preste«, angenommen. eöclkttcn unö GXpeöMon WerLin 8W� Mmmerftrage 44. Zur Dampfer-Subvention. il. Die Frage der Subventionirung überseeischer Dampfer« ?Kn ayj Reizmitteln wird in den nächsten Tagen daS «erisst b.z Publikum« wieder voll und gan� in Anspruch Nnien..........--•--— Bi« heute läßt sich indefien Nicht absehen, welchen !%ang die ganze Angelegenheit nehmen wird. Zwar J" der Referent der Kommission, der Abgeoronete . � ö m, l, der den manchesterlichen Standpunkt der frei« Migen Pari« vertritt, für Ablehnung der ganzen Vor- Be Plaid, r*v, gemäß der Schlußabstimmung in der Kom- ,"pon, bei der die ganze Vo läge gefallen ist. Indessen i � Man aus der Ar» und Weise, wie die Kommission«- , Ichliisse m Stande kamen, die Vermuthung begründen, der R-ich»tag ander« stimmen wird, al« die Kom- Inoti, da ja da« Stimmenverhältniß im Plenum sich 2,"* gestaltet. Die Kommission hatte ursprünglich be- �°mN, der Regierung die o st a s i a t i s ch e Dampfer- .!* zu bewilligen. Die« war den Konservativen zu wenig ?Mo halsen sie bei der Schlußabstimmung die ganze �fle m Falle bringen. Bei der Entscheidung der Frage �Plenum hängt viel mehr al« in der Kammission von «i �. Haltung de» Zentrum« ab, und Herr W in d t h o r st die Zwischenzeit schon ausgenutzt haben, um nachher .»Bieter" auftreten zu könne», so daß selbst seine ihm die Än rkennuvg nicht versagen können, die �1" dem Geiste seine» Vater« zollt:„Brav gewühlt, * Viaulwurf, trefflicher Minirer!" ggf. alledem ist c« möglich, daß sich die Dinge so ge- � daß jje endgiltige Entscheidung an wenigen Stim- Göstß* und unter ...... diesen Umständen ist auch der Be- . sozialdemokratische Fraktion l, �lchStagr« gefaßt hat, nicht ohne Bedeutung, denn cl«timmenverhältniß kann leicht ein solche« werden, 3 die sozialdemokratischen Stimmen den Ausschlag t Die sozialdemokratische Fraktio» hat, im Anschluß an jüngst zu der Kolonialpolitik eingenommenen Stellung, Jossen, die afrikanische Linie abzulehnen, » ße die Knlonialpolitik der Regierung nicht fördern will. Ij�'gen hat die Fraktion beschloss.n, für die austra- /'che und für die o st a s i a t i s ch e Linie zu stimmen, tz diese beiden Linien keinen Kolonialzwecken dienen. Die .,?»» o a- Zweiglinie wird von den Sozialdemokraten "chfall« nicht bewilligt werden. das 5>aSu wird die sozialdemokratische Fraktion beantragen, z>� die zu verwendenden Dampfer neue Schiffe ersten r �8'« sein und daß sie auf deutschen Werften _ �ßellt werden müsse«. Für den Fall, daß diese beiden � Ieuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dux. (Forsetzung.) du"richte Felix die Hand, und wollte sich eben zum wenden. Plötzlich blieb er wieder stehen. hie k 8 Deufel I Wir sind wahrhaftig nicht die Einzigen, Wik• �dn Schneeseldern promeniren.... Täuscht »«cht mein gute, Auge, so schleicht dort um die Schloß. «m* Zwerg." "Wahrhaftig, er ist et; Du täuschest Dich nicht." E»"Und dieser eilige Schritt!.... 34 dem trau?""»hdhaftig nicht eine solche Behend, gke,t zuge. Anträge abgelehnt werden, hat die Fraktion beschlossen, gegen die ganze Vorlage zu stimmen. Die beiden Anträge der Sozialdemokraten auf Einstel- lung neuer Dampfer und Herstellung derselben auf den deutschen Werften, sollen bewirken, daß bei der Herstellung der beiden Dampferlinien den deutschen Arbeitern Beschäf- tigung und Verdienst zugewendet werden. Man darf auch annehmen, daß, wenn solche Bestimmungen nicht getroffen werden, die bestehenden Rhedereigesellschaften sich alle Mühe geben werden, einen Ankauf ihrer Schiffe für die neuen Linien zu bewirken, wenn man dazu nicht ausdrücklich be- stimmt, daß die neuen Dampfer in Deutschland gebaut wer- den müssen, so werden die Schiffe wahrscheinlich auf eng- lischen Werften gebaut werden, trotz allen patriotischen Lärms der Unternehmer. Den Heißspornen in der Dampfer-SubventionSfrage wird natürlich jeder Abstrich von der ursprünglichen Vor- läge unwillkommen sein und man wird sich erinnern, daß die offiziöse Presse meinte, e« sei„eine Verhöhnung der Regierung" gewesen, als die Kommission beschloß, nur die ostasiatische Linie zu bewilligen. Dem gegenüber kann man auf die jüngst in Berlin stattgehabte Generaloersammlung des Kongresses deutscher Landwirthe verweisen, wo der Ge- neralsekretär Mendel au« Oldenburg hervorhob, daß gerade die ostasiatische Linie die wichtigste sei, die eine direkte Ver- bindung m,t China ermögliche und keine Kriegsgefahr mit sich bringe. In der That wird es für die deutschen Arbeiter nutz- bringend sein, wenn der Exporthandel Deutschland« nach Ostasien gefördert wird. Arbeit und Verdienst wird sich mehren, wenn auch nicht viel. Daß der Hauptantheil an dem Ganien den Unternehmern zufällt, ist unter den gegen- wältigen Verhältnissen selbstverständlich; für den Arbeiter wird e« aber immer vortheilhafter fein, wenn ihm in diesen kritische» und schlechten Zeiten etwa« zufällt, al« wenn er gar nichts bekommt. Wir für unser Theil trennen die Dampfer-Subven- tionSfrage von der Kolonialpolitik auf da» Entschiedenste. Wir werden immer für Förderung der Verkehrsmittel sein, die wir für den Nerv der ganzen ökonomischen Entwicklung halten und die ein zu besseren Zuständen mit Naturnoth- wendigkeit mechanisch vorwärts treibende» Element sind. Aber andererseits können wir uns nicht einverstanden erklären mit einer Kolonialpolitik, die un« keine zuverläs- sigen Aussichten bietet und un« unabsehbar« Verwickelungen bringen kann, deren Kosten wir dann tragen müssen. Diesen Standpunkt haben wir immer eingenommen und werden auch auf demselben beharre«. »Ttv™ lann et nur gehen?" be* gUf die letzte Frage war keine Antwort möglich, denn kaft,<""0 verschwand hinter dem Felsenvorsprung und wieder zum Vorschein. Er mußte die Richtung ein N.�ucht verfolgt haben, und war dann später durch l»egen ba# dieselbe umsäumte, de» Blicken ver- Ä» fän8fQ?tn Schritte« kehrte Max um nach dem Schlosse. der L°ew Z"»"ner angelangt, fand er Fritz Rodenburg, »taub,!*»«» dem Besuch beim Grafen zurückkehrte, und Äl,d," verbrachten sie hier ein Stündchen, wob« d-' t® unwahr fnnetfeil# Fritz eben so ausweichend oder eben ### offenen, ehrlichen Leute, die an einander Gefallen finden, die sich verstehen, die für den freundschaftlichen Verkehr ge- schaffen sind. E« war bereit« spät und die Dämmerung herein« gebrochen, al« Felix von seiner Exkursion zurückkehrte. Er kam eben noch zur rechten Zeit» um an der Mittagstafel theilzunehmen, an welcher heute, zu Ehren der Gäste, die Herrin de» Schlosse«, die Gräfin Agathe, zugegen war. Sie hatte so viel Kraft gesammelt, al« ihr möglich war, um die Begegnung zu ertragen, um die schmerzhafte Regung ihre« Innern zu verbergen. Fritz sah, welchen innen» Kampf sie kämpfte, und um da» Peinliche der Situation zu mildern, versuchte er eine harmlose, leichte Unterhaltung anzubahnen, wa» nicht so leicht war, da O'Brian in Agathen« Nähe die heiße Liebe, welche er für sie empfand, in jeden Blick legte, den er auf sie richtetete, in jede« Wort, da« er mit ihr sprach, in den Ton seiner Stimme, in jede seiner Bewegungen. „Sie sprachen heute ftüh die Befürchtung au«," sagte Fritz,„daß uuseren Gästen hier der Aufenthalt nicht zu« sagen möchte, da da« Schloß im Winter de« Anziehenden wenig bietet, und da leider der Hausherr nicht im Stande ist, für die Unterhaltung seiner Gäste Sorge zu tragen. — Sie hatten keinen Grund, da« zu befürchten; Herr O'Brian und Herr Strahlenau wissen sich schon vor Lange- weile zu schützen." „ES freut mich, da« zu hören," antwortete Agathe. „Vielleicht. daß es Sie interessirt, den Ahnensaal, den Waffensaal, die Bibliothek, und die noch au» dem Mittel- alter her stammenden, bi« jetzt aber im früheren Zustand erhaltenen Räume— wieder zu sehen. Toby«,rd ihren der beste Führer sein." „Schloß M'Donuil hat de» Anziehenden zu viel," antwortete O'Brian,„daß es für uns nicht erst nöthig ist, nachzusinnen, wo man die Unterhaltung findet•••• Da ich die Erlaubniß habe, gnädige Gräfin, hier zu sein, so ,st diese Erlaubniß schon allein beglückend, und ich würde «ein Leben in Ihrer Nähe zubringen, selbst wenn nie die Sonne den Schnee hinwegthaut«..... wenn nre diese KoUtiscke Uebersickt. Die Konservativen befitzm in Mecklenburg noch eine desondere Abart, die Alikonservatioen, die eine Unab- bängigkeitSstellung gegen den Fürsten Bismarck einnehmen. Im 4. Mecklenburgischen Wahlkreise hat eine Neuwahl zum Reichstage stattgefunden, bei welcher 50 konservative Gutsbesitzer in einem Flugblatte die Gesinnungsgenossen aufforderten für Herrn von Hirschfeld zu stimmen, weil sie dadurch auch „für Bismarck" stimmen würden. Darauf erklärt da« altkonservative Blatt, der„Mecklenburger":„Mögen unsere Gesinnungsgenossen sich klar machen, was sie thun, wenn sie dem Herrn von Hirschfeld unter solchen Voraussetzungen ihre Stimme geben und sich dadurch mit vor den Triumphwagen eine» ManneS spannen, zu dessen Politik sie sonst im schärfsten Gegen« s a tz e stehen. Wahlenthaltung scheint unter solchen Um- ständen mindestens selbstverständlich; doch handelt gewiß nicht unrecht, wer ÄUbrandt wählt, selbst auf die Gefahr hin, in die Kontrollisten der„LandeSnackrichten" zu kommen, wie neulich zwei Güter des Herrn von Plessen. Es ist sehr unrecht von den fünfzig Herren, daß sie durch diese höchst übeiflüssige Provokation es unS vollständig unmöglich machen, für Herrn von Hirschfeld einzutreten.— DaS ist eine Sprache, die man seit dem bekannten Konflikt des Herrn von Bismarck mit der „Kreuzzeitung" nicht gehört hat. Ob nun die mecklenburgischen Altkonservativen bei ihrer Empörung gegen den Kanzler stand- Haft btciden, da» ist doch die Frage; die Altkonservativen Preußens haben sich nach kurzem Sträuben damals dem Mächtigen gebeugt. UebrigenS wird der Ausfall der Wahl zeigen, od der„Mecklenburger" Einfluß auf seine„Partei- genossen" hat. Au« dem Reichstage. Die sozialdemokratische Fraktion hat in ihrer letzten Sitzung bezüglich der Dump fersudv enti onS-Vorlag e beschlossen, für die ostafiatisch« und australische Linie, für letztere mit Ausschluß der Samoa-Zweiglinie zu stimmen. Dagegen wird die Fraktion in Konsequenz ihrer Stellung zur Kolonialfrage die afrikanische Linie ablehnen und verlangen, daß die einzustellenden Schiffe neue Dampfer ersten Ranges und auf deutschen Werften ge- baut sein müssen- Sollte der Reichstag diesem Verlangen nicht Folge geben und etwa die aftikanische Linie einzustellen be- schließen, so wird die sozialdemokratische Fraktion gegen die SuboentionSvmlage stimmen. Ueber da« parlamentarische Verhalte« de» Abge- ordneten Windthorst macht das„Franks. Journal" folgende Bemerkungen:„Es ist aufgefallen, daß in neuerer Zeit der Abg. Windthorst wiederholt bei Abstimmungen von seiner ganzen Partei oder dem größeren Thelle derselben im Stich gelassen wurde. So war es auch in der Freitagisitzung bei der Abstimmung über die Tagesordnung in Betreff der Ge- treidezölle wieder der Fall. Windthorst, mit einem kleinen Theile seiner Anhänger, stimmte für Aufschub, die große Mehrheit des Zentrum» für sofortige Vornahme der Berathung. Derartige kleine Vorkommnisse, die sich, wie gesagt, in jüngster Zeit wiederholen, früher aber kaum jemals stattgefunden haben, Fluren sich mit Grün bekleideten, wenn nie der Frühling dieser Gegend lächelte." „Die Herren find nämlich große Naturfreunde," be- merkte Fritz, der den Eindruck dieser Worte auf Agathe bemerkte und denselben abzuschwächen wünschte.„Sollte man e» meinen, daß sie eine stundenlange Promenade in der Gegend de» Schlosse« nicht scheuen?" Agathe, welche bi« jetzt fast immer den Blick gesenkt hatte, und nur zuweilen die langen Wimpern erhob, rich« tete jetzt ihr Auge beinahe mit dem Ausdrucke der Angst und ftagend auf den Doktor. „Der Herr Oberst O'Brian," fuhr dieser fort,„findet an der winterlichen Romantik dieser Gegend so vielen Ge- schmack, daß er bereit« heute eine dreistündige Promenade gemacht hat." „Die Schaale, welche die Gräfin in der Hand hatte zitterte. Sie entsank fast der Hand. „Herr Baronet," sagte sie beklommen, nachdem sie «inen Blick auf ihre Freundin gerichtet und diese denselben erwiedert hatte,„ich würde Ihnen nicht rathen, solche Spa- ziergänge zu machen, wenigsten« jetzt nicht." „Warum nicht, gnädiges Fräulein?" fragte Max, so unbefangen, wie e» ihm möglich war.„Bedenken Sie, daß für un», die wir sechs Jahr« in de» Tropenländern woh- nen, der Anblick einer Winterlandschaft einen ganz beson» deren Reiz hat." „Aber dergleichen Spaziergänge sind gefährlich, Herr Baronet," sagte Gabriele ihrer Freundin zu Hilfe kom» mend,„die Schluchten und Abhänge sind mit Schnee be- deckt. Für Denjenigen, der die Wege nicht kennt, sind da- her solche Spaziergänge mit manchen Gefahren ver- knüpft." Ein dankbarer Blick O'Brian« traf Agathe. Sie war um ihn besorgt... sie ängstigte sich seinetwegen. Da« war ihm ein Beweis, daß seine Person ihr werth war. Ihre Worte beglückten ihn. Er versprach gern, sich keiner Gefahr auszusetzen, um da» zarte Wesen nicht weiter zu beunruhigen, und Agathe bestätigen die Wahrnehmung, daß die Autorität Windthorst's in seiner Partei nicht mehr so unbestritten ist, wie früher." Daß im Bentrum über kurz oder lang eine Sezeffton stattfinden wird, ist schon oft von einfichtigen Männern behauptet worden. Diese Sezession wird eintreten, wenn die firchlichen Fragen, welche heute noch den Kitt liefern, der diese Partei zusammens hält, erledigt sein werden. Das Sperrgesen, welches die vorläufige Einführung von Aenderungen des Bolltarifs sofort in Kraft sezen soll, hat nach ben in zweiter Berathung im Plenum des Reichstags gefaßten Beschlüffen folgenden Wortlaut: Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen 2c. verordnen im Namen des Reichs, nach er folgter Zustimmung des Bundesraths und des Reichstags was folgt: § 1. Die Eingangszölle von den unter Nr. 9( Getreide 2c.), Nr. 25 q 1( Kraftmebl, Buder c.), Nr. 25 q 2( Mühlenfabrikate 2c) und Nr. 26 d( anderes Del in Fässern) bes gegenwärtig geltenden Bolltarifs fallenden Gegenständen, sowie von den unter Nr. 25 e 2 dieses Tarifs fallenden Schaumweinen fönnen durch Anordnung des Reichskanzlers in der jenigen Höhe in vorläufige Hebung gesezt werden, welche der Reichstag bei der zweiten Lesung des demselben vorliegenden Entwurfs eines Gefeßes, betreffend die Abänderung des Zolltarifgefeße vom 15. Juli 1879, genehmigt hat oder noch genehmigen wird. Insoweit die obengenannten Gegenstände in Folge von Verträgen eingeführt werden, welche nachweislich por dem 15. Januar d. J. abgeschlossen worden sind, finden die vorstehenden Bestimmungen auf dieselben teine Anwendung. § 2. Die Anordnung(§ 1) ist in das Reichsgefeßblatt aufzunehmen und tritt sofort in Kraft. Die Anordnung erlischt, sobald der betreffende Gefeßentwurf(§ 1) als Geses in Kraft tritt, oder abgelehnt, oder zurückgezogen wird, spätestens aber mit dem 15. Tage nach Schließung der gegenwärtigen Neichstagssession. § 3. Nach dem Erlöschen der Anordnung find unverzüglich diejenigen Bollbeträge, welche über den bis bis dahin ge Jeglichen Bollfast hinaus errichtet oder zu den Lasten des Zollfchuldners angeschrieben find, zu erstatten beziehentlich wieder abzuschreiben, insoweit diefe Beträge nach höheren Bollfäßen berechnet sind, als die zur Seit des Erlöschens der Anordnung bestehende Bollgesezgebung fests Bt. n voller Stärke. Sie haben reiche Provifionen und sagen, daß, wenn die Engländer fie nicht angreifen sollten, ste selber Die Engländer angreifen würden. Sie erwarten jedoch, daß Ste erwarten jedoch, daß die Engländer ihre Position angreifen werden. Von den britischen Erfolgen bei Abu Klea, Metammeh und Kerbelan balten sie nichts. Eine neue Verschanzung ist hierselbst drei Meilen von der Stadt in der Richtung von Haschim errichtet worden und eine andere wird in noch weiterer Entfernung errichtet werden. § 4. Während der Geltungsdauer der im§ 1 bezeichneten Anordnung tritt die Bestimmung unter I. des Artikels 5 des Bollvereinigungsvertrages vom 8. Juli 1867( Bundes Gesezblatt S. 81), wonach von allen bei der Einfuhr mit mehr als 15 Groschen vom Zentner( 3 Mart von. 100 Kilogramm) bes legten ausländischen Erzeugnissen feine weitere Abgabe, sei es für Rechnung des Staates oder für Rechnung von Kommunen und Korporationen, erhoben werden darf, bezüglich der von der Anordnung betroffenen Gegenstände außer Anwendung. § 5. Dieses Gesetz tritt sofort in Kraft. Urkundlich Gegeben 2c. Parlamentarisches. N. Gines Besucher De fanden zwisch eine mittelgio Leiche war n Majchezeichen Mutter refo Leiche bewirkt einen Spiegel, Schuhe und Schürzen an sich und ging bann die Treppe hinunter. Hier traf er eine zur Familie des Re staurateurs gehörige Frau, welche die Thür offen gelaffen batte. Die Frau machte dem Diabe noch bereitwilligst Plat Als der Diebstahl entdeckt wurde, war es zu spät; der Dieb beit in Ver hatte sich nach der Kürasterstraße zu entfernt und war ver schwunden. Die Zollkommission des Neichstages bielt gestern ihre erfte Sigung nach der Konftituirung und beschloß, von einer Generaldiskuffton der ihr überwiesenen Punkte der Regierungs vorlage Abstand zu nehmen. Für die einzelnen Positionen Für die einzelnen Pofitionen wurden Referenten und Korreferenten ernannt und wird über alle die Textilindustrie betreffenden Erhöhungsvorschläge der Abgeordnete Lohren referiren, während der Abgeordnete Singer das Korreferat für diesen Theil der Vorlage übernommen hat. Die von der Regierung vorgeschlagene Erhöhung auf„ Nähfäden" befindet sich ebenfalls in einer dieser Bofitionen und wird bei Berathung dieses Punktes eine Petition „ ber Berliner Näherinnen" zur Verhandlung Die gesperrten Stellen bezeichnen die in zweiter Berathung beschlossenen Einschaltungen in dem im Uebrigen unverändert angenommenen Gefeßentwurf. Oesterreich- Ungarn. " fommen. Reichsg a. Gelegentlich einer bei einem der Hehlerei ver dächtigen Handelsmann seitens der Kriminalpolizei vorge nommenen Wohnungs- Durchsuchung wurden verschiedene Ba piere, Atteste sc., von denen die Mehrzahl gefälscht zu ſein scheint, vorgefunden, die von zwei Frauen, welche 14 Tage bei dem Handelsmann gewohnt hatten und jest wieder nach München Frauen, zweifellos Hochstaplerinnen, haben sich hier nur aufge Reichsg zurückgekehrt find, dort zurückgelaffen worden waren. Die beiden Entscheidung halten, um Betrügereien zu verüben, und es dürften wohl durch 29. Januar 1 Veröffentlichung der beschlagnahmten Papiere derartige Be Raurermeiste trugsfälle zur Anzeige gelangen. Unter den beschlagnahmterung einer Vapieren befindet sich ein Militärpaß für den Füftlier Aloiful wede aufgef Stumpf vom 3. hefftschen Infanterie Regiment N. 83, ein brelange Heimatysschein der Kgl. Regierung zu Kaffel vom 31. Män Bahlung eine 1880, ein Leumundszeugniß von der bayerischen Polizeidirektion ausführte, zu München und einige Steuer Quittungen für die Wittwertrages, der Anna Stumpf, sowie eine Bescheinigung der Bürgermeistereicht übern der Ehemann derselben, ein Bivil Ingenieur, dort verstorbentreffen un Breitenbach a. H. für eine Frau Karoline Hartmann, wona ben derselb ist. Außerdem wurde ein Gummistempel mit der Bezeichnungenehmen. Dr. W. Herzog, praktischer Arzt", bei den Papieren vorgeber, an da funden. N. Eine fener finnlosen Wetten, die schon wiederholl ndte fich den Tod eines Menschen zur Folge gehabt haben, ift geftet Abend zwischen zwei Männern in einem Schantiotale Schwerinstraße entrirt und zum Austrag gebracht worden. A Baufung m das Uri gründen em Kläger t zu geb hauptet, in - Die Holzzolltommission begann gestern die Berathung der Holzsölle mit einer Generalbiskuffton, welche heute fortgelegt werden soll. Di Verhandlung drehte sich zu nächst um die Prinzipienfrage. Die Freunde der Vorlage betonten das Recht der Waldbesitzer auf Erhöhung der Rente, die Gegner bestritten dasselbe umsomehr, als die Preise für Holz im Allgemeinen und auch die Waldrente gegen früher gestiegen sei. Auf eine Anfrage erklärte der preußische Regies rungs- Kommiffar Landforstmeister Donner, daß der im laufen den Jahr in Preußen zu erwartende Mehrüberschuß aus den Forsten von 3 800 000 m. wesentlich von den Mehreinnahmen Einer der Kontras aus Holz herkomme. Troß dieser Erhöhung der Einnahmen, erflärte der Regierungsvertreter, müsse ein Waldschußzoll henten, ein in der Göbenstraße wohnender Arbeiter, gewann Denn auch in der That die Wette, brach aber sofort bewußtlos werden, denn die Reineinnahmen hielten nicht gleichen Schritt zusammen. Es mußte sofort per Droschke in seine Wohnung fuch gema Der Czechenführer Rieger empfing in Prag eine Depu tation czechischer Arbeiter, welche eine Resolution für Abweisung des Sozialisten Gesezes überreichfen. Rieger verficherte, die czechischen Abgeordneten feien stets beftrebt, die Intereffen des Arbeiterstandes zu wahren. Das Sozialisten Gesez dürfte laum mehr erledigt werden. Die czechischen Abgeordneten seien mit der Vorlage nicht einverstanden und werden dafür eintreten, daß die schärfsten Stellen gemildert würden. Die Deputation wies darauf hin, daß ein Anarchistengesetz für Böhmen überflüssig sei, da weder der Sozialismus noch gar der Anarchismus dort geeigneten Boden finde. Egypten. ( Frankf. 3tg.) mit den Bruttoeinnahmen und der Werth inkl. des Holzbestandes pro Hektar betrage, wenn man den Reinertrag kapitalistie, 250 Mart pro Heliar( 63 Mt. pro preuß. Morgen). Der legtere Betrag sei zu niedrig. Von den Gegnern wurde dem gegenüber Darauf hingewiesen, daß der Waldbefiz des Staates früher einen noch geringeren Werth gehabt habe, und daß es trotzdem Niemandem eingefallen wäre, des wegen einen Schutzoll zu verlangen. Der Waldbeftg des Staates sei außerdem wesentlich auch unter dem Darauf handelte sich darum, ein mit Nordhäuser- Schnap3 gefilte Bierfeidel in zweimaligem Abseßen zu leeren und gleic noch 5 Seidel Bairisch Bier zu trinken. Babeunterne Gerüftes nen überno Durch den Er geschafft werden, wo ein hinzugerufener Arzt den Zustand begreifen. G Battenten als einen beinahe hoffnungslosen bezeichnete. 1. In einer Metallwaarenfabrit in der Stallschreiber straße waren drei junge Mädchen beschäftigt, welche fortgelegt baselbst gefertigte Metallwaren stahlen, ohne daß es von brachten die gestohlenen Waaren zu der Mutter eines Prinzipalen und dem Werkführer bemerkt wurde. Die Mäde tt thatsächl suntüchtig Bellagte nid Grund feines igungen bi Dem thatfäch Shluß, weld erftatteter ber brd Gemeinschaft mit der bei ihr wohnenden Frau B. die Waaren an Trödler weiter veräußerte und von den Erlösen den Diebinnen sehr wenig abgab. Vor einigen Tagen wurde B. bei einem Tödler von einem Kriminalbeamten betroff als sie dem Tröoler gerade einen neuen Sink Eimer und ei Raffeemühle zum Kauf anbot; und die weiteren Nachford gen der Kriminalpolizei führten zur Ermittelung der von Drei Mädchen fortgesezt verübten Diebstähle. Hehlerinnen, Frau D und Frau B., find gestern festgenom und zur Haft gebracht worden. DA Gefichtspunkt des Kulturinteresses des Landes zu betrachten. Der iugendlichen Diebinnen, Frau D. in der Hafenhaide, welde national- liberale Abg. Klumpp führte aus, daß der höhere Holzzoil im Intereffe der Ostsechäfen, insbesondere von Danzig und Memel liege, und auch im Interesse der Arbeiter, denn es würden sich neue industrielle Etablissements zur Verarbeitung dis Holzes finden. Beide Behauptungen fanden jedoch bet c: Gegnern der Vorlage keinerlei Glauben. In der Holzzolltommiffion wird ein höherer Holzzoll nach dem bort bestehenden Stimmenverhältniß wahrscheinlich mit 12 gegen 9 Stimmen angenommen werden. Ob in der Höhe der Regierungsvorlage oder etwas mäßiger, läßt sich noch nicht mit Bestimmtheit übersehen. Die Frage, was mit dem Sudan nach der Niederwerfung Des Mahdi geschehen soll, wird zwar sehr früh, aber schon ganz ernsthaft in den Londoner Blättern erörtert. Unter andern macht die, Ball Mall Gazette" Vorschläge, welche im Wesentlichen darauf hinausgehen, die ,, moralische" Unterstügung des Sultans in Anspruch zu nehmen. Die türkische Flagge so auf den Thürmen Chartums wehen, und türkische Soldaten sollen die Feftung sowie alle wichtige Pofitionen im Sudan befeßen. Natürlich verlangt das Blatt, daß alle türkischen Truppen unter das Koommando englischer Generäle gestellt werden. Auf gut Deutsch heißt das: Der Sultan soll auf Kosten der Türkei die Kastanien für Old England" aus dem Feuer holen. Daß der Sultan fich zu einem derartigen Manöver hergeben wird, ist wohl taum anzunehmen. Aus Sualin wird gemeldet, daß die dortigen ,, Rebellen" fich sehr über den Fall Chartums freuen. Die Stämme sammeln sich schien in der That durch dieses Versprechen ein wenig beruhigt. Als die Tafel aufgehoben und Felix mit seinem Freunde allein war, sagte er: Bei der Stichwahl im 4. Medlenburger Wahlkreis erhielten, soweit bis jetzt bekannt, von Hirschfeld 2461 und Wilbrandt 6092 Stimmen. Wie die 2. C." meldet, find bei der gestrigen Stichwahl in den Städten und im Flecken Dargun im Vergleich mit der Wahl vom 31. Januar 363 Stimmen mehr für den Freifinnigen Wilbrandt abgegeben worden. Durch das Ergebniß in 3 fleinen Orten fintt das Mehr für Wilbrandt auf 355 Stimmen. Das Endergebniß ist, da die Nachrichten aus den Domanial und ritter schaftlichen Aemtern noch ausstehen, noch nicht zu übersehen. ,, Max, ich bin glücklich, ich bin namenlos glüdlich!" Und was macht Dich namenlos glücklich? Hast Du etwa bei Deiner heutigen Exkursion eine Aussicht auf Erfolg erhalten?" ,, Nicht das, Max... Sie erwiedert meine glühende 27 Liebe." So so; es tam mir fast auch so vor... Deine Gegenwart macht auf sie einen sichtlichen Eindruck; ich sah sie heute roth und blaß werden, als Du ihre Hand nahmft; auch bei der Tafel bemerkte ich Aehnliches." Lokales. Die bei wooll fid g. Eine aufregende Szene zwischen einem Schußma mit einem Rollfutscher spielte sich gestern Mittag im garten ab. Der Rollkutscher hatte eine der dem Dom geg über befindlichen Straßenlaternen umgefahren, so daß Scheiben der Laterne zertrümmerten. Ein Schußmann den Rolllutscher zur Polizeiwache fistiren, dieser widersette aber dieser Absicht mit dem Hinweise darauf, daß sich ja Firma seines Chefs auf dem Schilde am Wagen befinde müßte. Als der Schußmann aber auf seiner Forderung bit # beitand aller Det eben zu dü ape. Wenn bebt, daß D dürfen, die angel in b heiben übe leben da enftande en, da feinen b Jolibes und Bei der Edwurgeri bei der als S bergläubisch miller in be Soeben batt Geld und g irfen, und Harte gehein Dame firtrte Beficht zu le hätte teine Beit zu verlieren, da er Kommiffionen erlebigen setzte sich der Kutscher auf den Wagen, hieb auf die Pferde und versuchte meiterzufahren. Der Schußmann hing faber Gegenanstrengungen zum Stehen. Mit Hilfe eines gwelten Schußmannes gelang es alsdann, die Siftirung des Rol futschers nach der Polizeiwache zu bewirken. Der Vorga a. Die vielbesprochene Duellaffaire des cand. phil. Dehlte wird, wie wir erfahren, am 17. März b. J. das Schwur gericht beschäftigen. Da das Duell außerhalb des Berliner Weichbildes, im Grunewald, stattgefunden hat, so wird die Sache vor dem Landgericht II zur Verhandlung gelangen. Bu gletcher 3: it findet bekanntlich beim Landgericht I der ZentralStraßenprozeß im großen Schwurgerichtssaale statt, und es muß baber der Prozeß Dehlte im kleinen Schwurgerichtssaale geführt werden. Es find schon jetzt beim Gericht ca. 2500 Gesuche um Bulaffung zur Verhandlung eingegangen, von denen ein nur geringer Theil Berücksichtigung finden kann. Bemerktest Du es?... D, wer weiß, ob der Himmel nicht ausgeföhnt ist, und mir, dem Heimathlosen, Ausgestoßenen einen Sonnenstrahl des Glückes sendet... Hörtest Du, wie sie besorgt war um mich, wie fie angstvoll bat, daß ich die Spaziergänge um das Schloß einstellen möchte, weil fie gefährlich find?" Ich muß sagen, daß mir der Ton ihrer Stimme und der Schrecken anders vorkamen, als die eines besorgten, liebenden Mädchens." an die Bügel der Pferde und brachte das Gefährt tro hatte einen großen Auflauf hervorgerufen. N. Sturz aus dem Fenster. Ein Unglücksfall fofortigem tödtlichen Ausgange ereignete fich gestern Vormit 10% Uhr auf dem dritten Hofe des Königlichen Schloſſes. bei dem Geheimen Hoftämmerer Herrn Schöning angefe Diener, Namens Engelbrecht, war um die angegebene Beit mit beschäftigt, die Fenster der in der dritten Etage belege Wohnung zu pußen, verlor jedoch dabei das Gleichgewicht ftürzte so aus der ziemlich beträchtlichen Höhe auf den befindliche Wachtstube der Feuerwehr gebracht Tour pflasterten of. E., der sofort in die im Röniglichen S hatte bei dem Sturz so schwere Verlegungen davongetrag wurde am frühen Morgen eines der legten Tage ein großer daß er bereits nach wenigen Minuten, ehe noch ein Art ,, Du täuschest Dich, Max. Sie fürchtet, daß mir irgend ein Unheil widerfahren möchte... Sie fürchtet für mich ,. fie ist um mich besorgt... Ich bin der glücklichste der Menschen!" g. Die Frechheit unserer Diebe wird wieder durch fol genden Fall illustrirt. In dem Hause Alte Jakobstraße 104 Mann in der zweiten Etage betroffen, welcher nach einem Hausbewohner frug. Er begab sich sodann in die erste Etage hins unter, wo die Korridorthüre zu der Wohnung des Restaurateurs H. offen stand, welcher im Barterre sein Geschäftslokal hat. Er trat in den Korridor, sodann in die Küche, und nahm dort ,, Du versprachst ihr, die Spaziergänge einzustellen. Wie willst Du denn das vereinbaren mit Deinem Vorsatz, hier Nachforschungen anzustellen?" Sei ruhig meinetwegen, Max; fortan ist das Glück der Liebe die Begleiterin meiner Nachforschungen, sie wird mir bas Dunkel der Nacht erhellen, sie wird mir mitten in der Winterkälte das Herz erwärmen.... Sie läßt mich vergeffen, was ich erduldet und was ich noch zu erdulden habe... Ich bin der Glücklichste der Sterblichen!" Ich versprach es, um das zarte, liebe Wesen zu be rubigen.... Wie hätte ich es über mich gewinnen tönMeine nen, ihr nicht das Versprechen zu geben? Nachforschungen werde ich nicht einstellen, Mar, ich werde die Nacht statt des Tages benußen." Jept fange ich auch an, für Dich zu fürchten," sagte Mar; denn bie Nacht hindurch solche Promenaden zu machen, das scheint mir in der That bedenklich." Neuntes Rapitel. Am andern Morgen in aller Frühe saß Frig wieder beim Frühstück und zwar in tiefen Gedanken versunken. Er hatte für die Nacht ein Ereignis, irgend eine Ratastrophe für den Kranken erwartet. Jeane Dupre hatte strophe für den Kranten erwartet. Jeane Dupre hatte ihm versprochen, wenn irgend etwas Bemerkenswerthes vorgefallen, Nachricht zu geben. Bis jetzt hatte er vergebens auf diese Nachricht gewartet. Nicht für einen Sohn, welcher seine Mutter sucht, welcher die Pflicht hat, sie dem Elende zu entreißen. " Sollte nicht, dachte er ,,, das Zeichen mit der Fadel, welches der Graf in der vorigen Nacht gab, die Bedeutung gehabt haben, für die Here irgend ein Signal zu fein War das der Fall, so mußte von Seiten des Grafen auch in dieser Nacht irgend etwas geschehen; oder es mußte, in Bezug auf die Here, fich irgend etwas ereignet haben. Besuch gemacht; er hatte denselben anscheinend im Schlafe, zugezogen werden konnte, verstarb. Der später eintreff Arzt, Herr Dr. L., konstatirte als Todesursache einen Sch bruch und eine Gehirnerschütterung. Die Leiche sollte Laufe des Vormittags nach dem Dbduktionshause überfü werden. Nun?" fragte Friz hastig und gespannt. haben Sie mir zu berichten?" Nichts, Herr Doktor!" antwortete Jeane. ,, Sie sind nicht wieder eingeschlafen?" 28 Beit machte nger bager struct, we Startenschlags do Stef Glid in 3 Befchieben w und werden Die th Den Frember ber, und bie thre Worte in der vorigen Nacht erlebt habe, bin ich auf meinen Bo ,, nein, ich habe mich wohl gehütet; nachdem ich b geblieben." ,, Und der Graf?" er und Es mod wurde babu einem bunte Um Sie ins hier ber G bete boch jed Dor Unglid Die Kartenf Als er Balerie Hal fortgeben? Ah, He, d mitzutheilen erfahren, wo Er lub Habich ,, Er blieb bis Mitternacht so, wie Sie ihn fab richtete fich emp abwechselnd schlief weiter; aber er schlief fehr unruhig. als ob er horche, legte sich dann wieder zurüd und f um ein Uhr sein, als er sich wieder aufrichtete und lange Zeit so da saß, den Kopf zur Seite geneigt, als er erwarte, irgend etwas zu hören, dann plöglich h er zurück und hat fest und ruhig geschlafen, Morgen." bis u ,, Merkwürdig!" rief Friz. Sollte die Krisis übergegangen sein. Es ist gut, Madame Dupré." Die Frau entfernte fich. " gewesen паф bat fie, Bla Fritz setzte sich in einen Lehnstuhl und dachte Es scheint wahrhaftig, als ob ich abermals auf scheint doch kein Signal für die Here Er hatte gestern noch spät bei dem Kranken einen scher Spur war," sagte er. Das Brichen mit der F aber seinen Puls heftig schlagend, gefunden. Der Graf Wäre es etwa gegeben, um sie näher heran zu rufen hatte sich zuweilen aufgerichtet, die Augen geöffnet, den müßte fie näher gekommen sein. Der Graf würde bu Ropf vornüber gebeugt, als ob er auf etwas horche, hatte ihre größere Nähe mehr beunruhigt worden sein, fich dann wieder zurückgelegt und war wieder eingeschlafen. Fieber wäre heftiger gewesen; es hätten sich nothwen Dies hatte sich mehrmals wiederholt, und Friß fand sich in der Voraussetzung bestärkt, daß das Zeichen der Here andere auffallende Symptome zeigen müssen. ,, Habicht behauptete gestern Abend, daß er die gegolten habe und der Graf lauschte auf ein Zeichen ihrer jenseits des Schreckensteins gesehen habe; also sie war lich in der Nähe des Schlosses, und doch flief Jeane Dupré hatte es wieder übernommen, die Nacht Graf die ganze Nacht sehr ruhig!.... Auffallend, feits. bei ihm zu bleiben. Friß hatte dies ausdrücklich gewünscht, und er hatte ihr aufgetragen, ihm sofort Rapport abzustatten. Seit einer Stunde hatte er sich bereits von seinem Lager erhoben, als eben der Tag graute. Endlich kam Jeane Dupré. auffallend!" bagegen bit Bug melan herein an d Geficht. breiten Gü Segal Hirschfänger bie über ba grünem Sa ,, Es scheint, daß ich die Ursache dieser Kran nicht ergründe, daß ich hier völlig im Dunkeln um Er schickte sich eben an, hinabzugehen und den R tappen foll." zu besuchen. über eine e Müge, mit ber Hand. Das Rechten an Habich ber Thüre Erft a bagere, Lar Stubi fint Das wir Dir zu Er hie Händen, 30g und es Nun Sie boch." Dann Es i Sere umid Die Aing bann nd war ve N. Einen graufigen Fund machten am Dienstag Abend Tie des Re Besucher des neuen Jakobikirchhofes in Nixdorf. Dieselben Fen gelaffen anden zwischen zwei bicht nebeneinander liegenden Gräbern Elligft Plat eine mittelgroße Pappschachtel, die eine bereits zum größten ; der Dieb Lelche war nur mit einem Hemd bekleidet, aus dem jedoch das Theil in Berweſung übergegangene Kindesleiche enthielt. Die Majchezeichen ausgeschnitten war. Die Recherchen nach der Mutter reso. nach denjenigen Personen, die die Aussetung der hlerei ver Reiche bewirkt, hatten bisher noch kein Resultat. olizei vorge hiedene Ba fcht zu fein Lage bei dem ach München erartige ann, wonad Be Gerichts- Zeitung. Sprach weiter: Sie haben viel falsches Geld in der Tasche!| selben Vortheils, wie die tugendsame Gattin des alten griechi Machen Sie feinen Gebrauch davon, es bricht Ihnen sonst das Genid!" Der also Beschuldigte starrte die Wahrsagerin an und feine Berlegenheit erreichte offenbar den Höhepunkt. Mit zitternder Stimme erwiderte er endlich: ,, Ich habe tein falsches Geld bei mir und wenn ich etwas bei mir habe, so bare ich es vorhin in der Restauration, als ich mir ein 20 Markstück wechseln ließ, erft erhalten." Sie mir selbst ein faliches Zweimarkitüd!" Bugleich sah sich der Gauner von dem Ehemann der Sibylle gepackt und trop feiner Bitten: Stürzen Sie mich nicht ins Unglüd, laffen Sie mich los!" einem Schußmann übergeben. Endlich ging die Audienz zu Ende und der fremde Herr zog das Portemonnaie aus der Tasche, legte haftig ein Bweis markstück auf den Tisch, um sich dann noch schneder zu entReichsgerichts- Entscheidungen. Eine äußerst wichtige ferner. Doch kaum hatte er die Straße erreicht, als ihm auch - Die beiden entscheidung für Bauunternehmer und Bauhandwerker, fällte Sie, erft wollten Sie fein falsches Geld haben und jetzt geben nur aufge Reichsgericht, III Zivilsenat, in seiner Sigung vom wohl burd 29. Januar 1885. Der Maurergeselle Gutjah: war bei dem Maurermeister Mirre zu Helmstedt in Arbeit. Bei der AufSlagnahmten brung einer hohen Giebelwand fiel G. von dem zu diesem lier Aloiful wede aufgeführten Gerüst. Der Sturz des G. hatte deffen 83, ein brelange Arbeitsunfähigkeit zur Folge; er klagte deshalb auf m 31. Man ahlung einer Entschädigungssumme von 10 000 Mt., indem lizeidirektion ausführte, daß der Gewerbeunternehmer vermöge des Dienstdie Witte ertrages, den er mit seinen Arbeitern schließt, die kontraktliche argermeistere Leben derselben erforderlichen Einrichtungen und Vorkehrungen Bilicht übernehme, die für die Sicherheit von Gesundheit und Et verstorbentreffen und dafür, daß dies geschiehe, die Verantwortung zu bernehmen. Der Kläger ist jedoch in erster Instanz, als auch ieren vorgt der, an das Braunschweigische Oberlandesgericht eingelegten Baufung mit seinem Alageantrage abgewiesen. n wiederholt endte fich G. an das Reichsgericht. Daffelbe hat je= das Urtheil beider Borinstanzen bestätigt. In den Urgründen wird seitens des Reichsgerichts geltend gemacht: em Kläger sei in dem von ihm angeführten Gründen völlig zu geben. Bu weit geht er dagegen, wenn er in erster Linie behauptet, in dem Falle wie dem vorliegenden hatte der Geift gefte nflotale ber p3 gefüllte gleich darauf worden. fer, gewann et bewußtlos e Wohnung Buftand de ht Nunmehr Der Verhaftete entpuppte fich als ein bekannter Ver brecher, Namens Gottlieb Friedrich Wilhelm Beet, Kaufmann aus halle a. d. S., der erst am 10. Oktober Waldheim nach Verbüßung einer längeren Freiheitsstrafe verlassen hatte. In seinem Befize befanden sich zwei Düten voll falscher Einund Zweimartstüde, sowie Gyps, wie er zum Formen falschen Geldes gebraucht wird, und verschiedene andere Utensilien, die auf das Falschmünzerhandwerk hinweisen. Er wurde infolge deffen der Falschmünzerei beschuldigt und erzählte über den Erwerb der Falschstücke, sowie des verdächtigen Handwerkzeuges vor Gericht folgendes: Der Kontras abeunternehmer auch für den Zufall, indem er durch Stellung jenen Werkzeugen und einer Anzahl falscher 3wei- und Einnete. Stallfchreiben be fortgele jenen übernommen habe. Der Kläger hat nun allerdings den Gerüftes zum Gebrauch für die Gesellen eine Garantie für Besuch gemacht, die gedachten thatsächlichen Feststellungen angreifen. Er hat namentlich geltend gemacht, dieselben seien Durch den Erfolg selbst widerlegt, nachdem das gelieferte Gethatsächlich zusammengebrochen set, so set daffelbe so lange als untüchtig und unzulänglich anzunehmen gewesen, als der Bellagte nicht einen außerhalb feiner Beschaffenheit liegenden Grund feines Buſammenbruchs dargethan habe. Allein Ereines begungen dieser Art, so berechtigt fte sein mögen, liegen auf Dem thatsächlichen Gebiet, und wenn der Berufungsrichter den Saluß, welchen der Kläger für allein richtig hält, auf Grund Der erstatteten Sachverständigen- Gutachten nicht geglaubt hat es von den Die Mädchen De, welche in Die Waaren en den dre wurde Fra en betroffe er und e Rachforsch D Der von Die bei eftgeno.n Schußm gim Lu Dom gege To daß nann woll bit # piderfeste ftch ja befinde en erledigen rung beitand f die Bierbe ing hd aber aller t tro ines weiter 8 des Roll Der Vorga lücksfall in Vormi Schloffes angeftel Dene Beit ge belegen hgewicht u auf den ichen Schild acht wur avongetrag ein Arzt b eintreffen nen Scha he follie ufe überfüh ant. b In Halle a. d. S. habe er einmal in einer Restauration mit einem Falschmünzer, Namens Funte, Bekanntschaft gemacht, welcher ihn für sein umfangreiches Geschäft als Reisenden(!!) habe engagiren wollen. Er babe es jedoch energisch abgeschlagen, als Reisender in falschen Münzen sein Geld zu ver dienen, und da habe ihm der Falschmünzer ein Badet mit martflücke zur Ansicht"(!) aufgedrungen. Da die Düte, in der die Markstüde gesteckt, später zerriffen wäre, habe er einige der Falschstücke in ein besonderes Fach seines Portemonnaies gethan und aus Versehen eins davon verausgabt. Gelegentlich der Untersuchung gegen Beek tamen noch einige Momente zu Tage, welche darauf hindeuten, daß die früheren Strafen und besonders der Aufenthalt desselben in Waldheim feineswegs zu seiner Befferung beigetragen haben. So erzählte Beet feinem in Halle lebenden Schwager, er babe in Waldheim einmal einen Münzer gepflegt, welcher ihm über das Münzen" Verschiedenes offenbart und ihn endlich an einen Lithographen in Magdeburg verwiesen habe. Er solle dort nur einen Gruß von ihm bestellen, da werde ihm der nach Magdeburg verweigert. schen Hahnreis, fte find immer ganz für sich, und es ist für ben Außenstehenden schwer nachzuweisen, wie weit fie vom Pfade der Tugend abgewichen find. Gelegentlich bringen doch recht bezeichnende Nachrichten in die Deffentlichkeit, die beweisen, daß die Jobbergewinne in der That bisweilen ganz ungeheuer liche und wucherhafte find. So lesen wir im Berl. Börsens wochenblatt( 1885, Nr. 6):„ Das 1884er Grschäftsresultat der Berliner Handelsgesellschaft( M. 4 190 591 brutto) hat, so günstig es an und für sich ist, an der Börse deshalb nicht be friedigt, weil man an dasselbe viel größere Erwartungen ge fnüpft hatte. Insbesondere hatte man erwartet, daß die Bes theiligung der Handelsgesellschaft am serbischen Renten Geschäft allein ihr einen beträchtlichen Gewinn einbringen werde. Es handelte sich in diesem Geschäft um einen Nominalbetrag von 32 Millionen Mart, und 45 pCt. erhielt die serbische Re gierung, mit 80 pCt. aber wurde das Papter an den Martt gebracht. Es lagen also für die ersten Negotianten auf dem Geschäft ca. 35 pCt. Gewinn, das find ca. 10 Millionen Mart." Man weiß nicht, wen man mehr bedauern soll: die serbische Regierung, welche solche Wucheranleihen aufnehmen muß, daß fie auf einen Schuld oder schein, der auf 100 Mart lautet, nur 45 Mart erhält, eine Wirthschaftsordnung, welche ein paar Glückspilzen ges stattet, daß fte mit 80 weiter begeben, was fte mit 45 eins taufen, und welchen somit über 10 Millionen bei bloßem Nichtsthun zufließen. Die Lage der Graveure und Ziseleure. In einer am Montag Abend im Restaurant Sahm, Annenstr. 16, stattge habten zahlreich besuchten Versammlung genannter Arbeiter wurde seitens der aus öffentlicher Wahl hervorgegangenen Kommission zur Erhebung einer gewerblichen Statistit über die bisherigen Ergebnisse Bericht erstattet. Dieselben refultiren aus dem Monat November vorigen Jahres, also einer Periode, in welcher der Schemel unter dem Gehilfen nicht so leicht zu wadeln pflegt wie in der übrigen Beit. Trog der ver schiedensten Schwierigkeiten ist es gelungen, innerhalb ca. 8 Wochen ein Drittel aller in Betracht kommenden Werkstellen zus fammenzutragen und hat die Kommission, unbeschadet weiterer Ermittelungen, einen Abschluß gemacht, um das Bild einer bestimmten Periode nicht durch Verzögerung seitens der Angefragten zu verwischen. Es kommen danach in genannter Beit im Ganzen: auf 100 Graveur Gehilfen 100 Lehrlinge 100 Cifeleur 77 Bei Kleinmeistern arbeiten: auf 100 Graveur Gehilfen 127 100 Ciseleur In Fabriken: auf 100 Graveur" 100 Cifeleur " " 1 " == 135 " 1 " 11 37 21 " sehen zu dürfen, so verstößt er damit nicht gegen Rechtsgrund- Lithograph schon mit einigen billigen 500 Markscheinen unter Jage. Wenn der Revistonskläger aber noch den Vorwurf erbebt, daß der Berufungsrichter fich nicht hätten begnügen haben. Der Schwager hat ihm natürlich das Geld zur Reise fen, Die von ihm( dem Kläger) speziell hervorgehobenen Mangel in dem Gerüstbau zu prüfen, sondern die Tauglichkeit Welben überhaupt hätte prüfen müffen, so entbehrt diese Rüge, fehen davon, daß auch fie feine Gesegesverlegung zum enftande hat, der thatsächlichen Begründung. Endlich set Aufsehen. Baben Sie denn das auch aus den Karten ge en, daß Beklagter seiner Verbindlichkeit nachgekommen, lesen, daß der Mann falsches Geld in der Tasche hatte?" fragte Firmen den Fragebogen unsausgefüllt, gleichsam mit einem feinen bei dem fraglichen Bau beschäftigten Arbeitern ein lebes und hinreichend tragfähiges Gerüst gestellt habe." Beficht Beef hatte sich am Montag vor dem hiesigen Schwurgericht wegen Münzverbrechens zu verantworten. Unter den Beugenaussagen erregte die der Kartenschlägerin allgemeines verwundert der Vertheidiger. Ja, alles aus der Karte!" bestätigte die Gefragte, doch gab fte endlich eine Erklärung für ihre geheime Weisheit. Kurz vor Beet war nämlich ein ge Schwurgericht.) Es war am Abend des 15. Dezember v. Swiffer Agent Krug bei der Kartenschlägerin gewesen, von Dei der als Kartenschlägerin in gewiffen, leider noch immer abergläubischen Bevölkerungsschichten bekannten Frau Teig Miller in der Hohen Straße in Leipzig blühte das„ Geschäft". Soeben hatte ein Herr das Zimmer verlassen, nachdem er für Beld und gute Worte einen Blick in seine Zukunft hatte thun Dirfen, und schon wartete ein zweiter Kunde darauf, aus der Harte geheimnisvollen Beichen sich wahrsagen zu lassen. Lame firirte den Ankömmling genau, pflegt fie doch aus dem Beit machte teinen vertrauenerweckenden Eindrud, er war ein Langer bagerer Mann mit schwarzem Haar und einem Gefichts. Und, welcher auch weniger geübten Augen, als denen der Startenschlägerin, ein sturmbewegtes Leben ohne Halt und Ziel allo Die zu lesen, was thr die Karten verheimlichen. Der neue Sie Prophezeit hätte. Blid in Ihrem Eheleben gehabt, Sie find von Ihrer Frau Befchieben worden, Sie haben viel im Gericht zu thun gehabt und werden auch noch viel im Gericht zu thun friegen." Dame legte die und begann ftammen aus einem fleinen Drte; Sie haben kein " 1 welchem dieselbe wußte, daß er von dem hiesigen Schwur gericht früher einmal wegen Münzverbrechens zu fünf Jahren Buchthaus verurtheilt war. Nun zeigte Krug an jenem Abend ein so auffallendes, ängstliches Benehmen er sprach unter Anderem davon, daß er noch zum Rechtsanwalt Burckas müsse, - daß die Kartenschlägerin fich des Gedankens nicht erwehren fonnte, es sei eine zweite Falschmünzerei im Gange. Als nun Beet sogleich nach Krug bei ihr vorgesprochen, hatte sie den selben im Verdachte, eine Komplize des Krug zu sein. Daher die Behauptung, er babe falsches Geld in der Tasche!( So macht man Kartenschlägerei"!) Herr Staatsanwalt hängschel, welcher die Anklage führte, bemerkte in seinem Plaidoyer, daß er bei der Deffentlich leit der Verhandlung darauf verzichten müsse, den Herren Ges schworenen die leichte Herstellungsweise der Falschstücke zu er flären. Beef wurde der Falschmünzerei für schuldig befunden und zu vier Jahren Buchthaus und zehn Jahren Ehrverlust ver urtheilt, auch wurde die Stellung desselben unter Polizeiaufficht für zulässig erklärt. Soziales und Arbeiterbewegung. Die tluge Frau" machte eine kleine Pause und musterte Den Kremben. Derselbe war noch blaffer geworden als vor her, und die Kartenschlägerin mochte ihm wohl anmerken, daß thre Worte nur allzusehr das Wahre getroffen hatten. Sie wurde dadurch ermuthigt und fuhr fort: Sehen Sie sich vor einem dunkelblonden Herrn vor, derselbe stellt Ihnen nach, Um Sie ins Unglüd zu stürzen." Was?" unterbrach fie er der Gaft, es sollte mir Jemand nachstellen? Ich bete doch jeden Tag zweimal zu Gott und bitte ihn, mich Abgeordneten Kayser, so benimmt fie fich immer wie die schöne Bor Unglück zu bewahren, wer sollte mir da was anthun?" Die Kartenschlägerin fiel jedoch nicht aus der Rolle und Als er die Thür öffnete, sah er im Hintergrunde der Galerie Habicht, gefolgt von seinem Freunde Segal. fortgehen? Warte ein Weilchen, wir haben Dir Neuigkeiten He, Friz!" rief Habicht schon von weitem, Du willst hdem ich zutheilen." einen Bo e ihn fab fich empo d und f Es mod ete und eigt, all plöglich f bis Krifis ré," schte nach mals auf mit der F efen zu zu rufen würbe bu n fein, nothwen er bie fie war Fallend falief er Rran teln un oben R Ah, das ist gut; jekt werde ich doch vielleicht etwas erfahren, was zur Klärung dienen tann." bat fie, Blag zu nehmen. Habicht's Züge drückten verhaltenen Merger, Segal's bagegen bittern Hohn aus; bei alledem aber blieb der Bug melancholischer Zurückhaltung, der Friß von vorn berein an diesem Manne sehr aufgefallen war, auf dessen Er lub die Beiden ein, in sein Zimmer zu treten, und Geficht. Wenn die Börse über ihre sonderbaren Praktiken und thre Wuchergewinne zur Rede gestellt wird, wie neulich vom Helena bei Offenbach: es soll alles nur Traum und Einbil dung sein. Nun erfreuen sich die Börsenleute allerdings desgleichgiltig gewesen sein; jetzt indessen war sie ihm außer ordentlich interessant. Er war seit der Erzählung Jeane Dupré's überzeugt, daß der Graf mit der Here auf irgend einem Wege forrespondire. Es mußte durchaus irgend eine Beziehung zwischen dem Grafen Fergus M'Donuil und der Alten stattfinden, sei dieselbe wie sie wolle. Diese Beziehung, deren Natur ihm noch gänzlich unbe tannt war, mußte er um jeben Preis zu erfahren suchen, wenn er dem Grafen irgendwie von Rugen sein sollte. Aus diesem Grunde war er auf die Mittheilung seines Bathen und des Jägermeisters sehr gespannt. " Erzählen Sie, Segal!" wiederholte Habicht. Einen Augenblick noch," unterbrach ihn Friz. Sagen Segal trug einen Jagbrod, über den Hüften mit einem breiten Gürtel fest zusammengeschnallt, in welchem der sprechen, woher die schwarze Here, wie Sie die Alte nennen, Hirschfänger mit dem Griff von Hirschhorn hing, Gamaschen eigentlich kommt." bie über das Anie reichten, kurze Beinkleider von dunkel grünent Sammet, so daß das Rnie selbst entblößt war, über eine Schulter einen Plaid gehängt; feine schottische Müge, mit einer großen Reiherfeder geschmückt, hielt er in Der Hand. Rechten an feiner Seite. Das Jagdhorn hing an einer Schnur von der Linken zur Habicht nahm ohne Weiteres Plag. Segal blieb an der Thüre stehen. Stubl finfen. Segal sah ihn betroffen an. Je nun, das weiß Niemand." " Da wir doch, wie es scheint, die Alte ernstlich mit in Rechnung ziehen müssen bei der Kur des Grafen," fuhr Frig fort, so gebt mir wenigstens so genau wie möglich an, um welche Beit sie gewöhnlich in der Umgegend von M'Donuil erscheint." Ich habe es Dir ja schon gesagt, so ungefähr acht oder vierzehn Tage vor Weihnachten, regelmäßig jedes Jahr." ,, Und wie lange bleibt sie?" Erst auf Frig' wiederholte Aufforderung ließ er seine bagere, lange Gestalt langsam und melancholisch in den Das sind schöne Geschichten," begann Habicht ,,, die schwunden, und man sieht sie weder vor oder nachher, Er hielt mit verzweifelter Miene den Ropf mit beiden dieser Beit sie Jemand weder in dieser Gegend noch sonst Händen, während Segal ruhig sein Horn über den Kopf Sie boch." 30g und es vor sich auf den Tisch legte. Nun Segal," wandte er sich an diesen, erzählen Sere Dann den Doktor anblickend, fügte er hinzu: ,, Es ist richtig, wie ich Dir gestern Abend sagte, die e umschleicht wieber das Schloß." " Etwa drei Wochen! Kurz nach Neujahr ist sie verselbst nicht im Vorübergehen. Ich wüßte nicht, daß außer wo gesehen hätte." Dann muß man sich ihrer zu bemächtigen suchen!" rief Fris. Ich muß wissen, wer sie ist, was sie will, woher ste kommt." Friß, wohin denkst Du:" Es ist nöthig, Pathe.... Ich muß das Alles wiffen, wenn ich hier helfen soll... muß sich ihrer Lie Nachricht würde Frik noch vor zwei Tagen ganz bemächtigen, fie ergreifen." In stempelartigen( erhabenen und vertieften) Gravirarbeiten 87 Prozent und in flachen( damaszirtin) Gravirarbeiten 147 Brozent Lehrlinge. Der angegebene Prozentsaz der Fabriklehrlinge ist nur deshalb ein verhältnißmäßig niedriger, weil berühmte sowohl wegen ihrer Leistungsfähigkeit" wie wegen ihrer Virtuofität im Lehrlingszüchten Feigenblatt bedeckt, zurückgeschickt haben und die Berechnungen nur auf Grund authentischer Antworten angestellt sind. Die Beschäftigungslosigkeit der Gehilfen ist am stärksten im Da maszirfach, also da, wo bereits in der guten Beit" anderthalb Lehrlinge auf einen Gehilfen kommen. Nach einer gleichfalls erfolgten Schäßung seitens der älteren Meifter betrug der Preis für eine Arbeit, für welche heute 10 Mart erzielt wer ben, vor zehn Jahren: in Biselir- und stempelartigen Gravir arbeiten 14-15 M., in Dam- Arbeiten 17 M., in Guillochir arbeiten 22,50 M. Die Lohnziffern der Gehilfen, für welche noch eine besondere Enquete erfolgt, ergeben unter den angegebenen Verhältnissen einen Durchschnitt von 20 M., welche Summe bezeichnender Weise da am seltensten überschritten wird, wo die Affordarbeit am Meisten entwickelt ist. Nach einer lebs haften Diskussion über diese Mittheilungen beschloß die Vers sammlung einstimmig, die begonnene rbeit in jeder Weise auch ferner zu unterstüßen und alles Material der Freien Vereinigung der Graveure, Biseleure und Berufsgenossen" zu überweisen, womit die Thätigkeit der am 17. November 1884 gewähten Kommission erlischt. Aufnahmen in den genannten Verein erfolgen in den alle 14 Tage in demselben Lokale statt findenden; Sigungen, deren nächste ist am Montag, den 2. März. Steigerung der Nate des Mehrwerthes. Jn Sachsen zerbrechen sich die Fabrikanten wieder einmal den Kopf, ob fte nicht den oder jenen Feiertag aufheben könnten. Infolge der von der Handelstammer zu Frankfurt a. M. gegebenen Anregung hat die Handels- und Gewerbekammer in Plauen fich eingehend mit der Frage beschäftigt, wie in Betreff der Bes stimmungen über die gefeßlichen Festtage zwischen Sachsen und den anderen deutschen Staaten eine größere Uebereinstimmung berbeigeführt werden könne. Jm Königreich Sachsen find seit 1831 der erste und sechste Januar( Neujahrs- und Drei- Königs. ,, Sich ihrer bemächtigen, fie ergreifen," wiederholte melancholisch Segal. Dann schüttelte er wehmüthig das Haupt. Mein guter Frig," sagte Habicht, Dein Nath ist ohne Zweifel vortrefflich; aber das ist leichter gesagt, als gethan. Ja, wenn ich ihr eine Rugel durch den Kopf jagen könnte, das wäre etwas anderes. Das ließe sich auch thun; man könnte sich heute oder morgen in ihre Nähe schleichen.... aber das hat der Graf aufs Strengste verboten, es darf ihr Niemand auflauern oder nachgehen. Und was das Fangen betrifft, mein Junge...Geb' und fieh' zu, ob Du ein Reh mit der Hand greifen kannst. Ich fage Dir, Du hast keine Ahnung von der Geschwin bigkeit ihrer Füße; es ist, als ob sie mit einer übernatürlichen Gewandtheit über Felsenabhänge und Klüfte hinwegspringt. Wer ihr folgen wollte, würde zehn Mal den Hals brechen; doch höre nur Segal's Erzählung, dann wirst Du schon Alles begreifen." Der Jäger streckte seine gekreuzten Beine lang aus, räusperte sich mehrere Male, zog feine Stirn in melancho lische Falten und begann: Ich gehe jeden Morgen durch das Revier, müssen Sie wissen, Herr Doktor." Ja, das thut er," bestätigte Habicht. Er durch streift das Revier so gewissenhaft, als ob er jeden Tag den Bericht erstatten müßte über den Wildstand. Er thut es während der Krankheit bes Grafen mit derselben Gewissen haftigkeit wie in seinen gefunden Tagen." Es liegt einmal so in meiner Natur," erklärte Segal. ,, Sobald Morgens der Tag graut, treibt es mich hinaus auf die Flur. Als ich nun diesen Morgen von Altenberg herabstieg, ging ich durch den Hohlweg, welcher vom Schreckenstein hinabgestürzt. An den Rändern lag der Schnee senkrecht herabführt. Ich ging, an nichts Arges denkend, meines Weges weiter, als eine Spur meine Aufmerksamkeit auf fich zog. Sie war tief und auf der andern Seite; ich hätte den Abhang hinab und jenseits wieder hinaufsteigen müssen." ( Fortsetzung folgt.) Zag) die beiden Weihnachts, Oster- und Pfingsttage, der Charfreitag, das Himmelfahrtsfest und das Reformationsfest und zwei Bußtage pro Jahr als ganze, sowie der grüne Donnerstag als halber Festtag zu begeben. Man greift nun nicht zu hoch, wenn man für ganz Sachsen pro Arbeitstag einen Lohnbetrag von 1200000 art annimmt, geben also dem Lande drei Arbeitstage verloren, so involvirt dies einen Verlust von 3600 000 art, ebenso würde sich natürlich der Mehrverdienst an Arbeitslohn bei Aufhebung des einen Bußtages, des Festes der heiligen drei Könige ( 6. Januar) uud des Reformationfestes stellen. Die Plauener Handelstammer hat nun beschlossen, unsere Res gierung zu ersuchen, fte möge dahin wirken, daß die besondere Feier des 6. Januar und des einen Bußtages in Sachsen auf gehoben werden. Die mit der Vorberathung der Angelegen hett betraute Kommission batte bedingungsweise auch die Aufh bung des Reformationsfestes in Vorschlag gebracht, das Blenum der Rammer hat aber mit Rücksicht auf die tonfeffio nellen Kämpfe der Gegenwart die Beibehaltung des Festes für nothwendig erachtet."-Dbige Beweisführung läßt an Naivetät nichts zu wünschen übrig. Möglich, daß an einem Lage 1,2 Mill. Mart in Sachsen verdient werden können, aber wer verdient fie? Der Arbeiter ganz gewiß nicht; er würde nur mehr zu arbeiten haben, aber feinen Pfennig mehr bekommen. Oder stehen sich die sächsischen Arbeiter vielleicht besser als die Arbeiter der fatholischen Rheinlande, weil sie viel weniger Feiertage als diese haben? Gewiß nicht. Wollte man in Sachsen noch mehr Feiertage aufheben, so würde man nur die Taschen der Unternehmer füllen, und dazu liegt gar keine Veranlassung vor. " 1 11 Die liberale Presse schmeichelt dem arbeitenden Volke gern, wenn fie feiner Unterstüßung bedarf; ebenso brutal be schimpft fie aber die Armen und Arbeitslosen, wenn sie anfangen, fich unangenehm zu 1ühren. Wenn es neulich bei dem Maffenmeeting der Arbeitslosen in London zu Tumulten fam, so ist das gewiß bedauerlich, aber Pflicht der Preffe wäre es, fich in die Lage der Verzweifelten hinein zu denken und das große Leferpublikum auf die Gefahren aufmerksam zu macher, deren Anzeichen jene Tumulte find. Statt deffen tbut fte nichts, als gegen den Böbel" zu heben und Verachtung wach zurufen. So schreibt das Berl. Tagebl.": ,, Es hatten fich ungefähr 4000 bis 5000 Personen eingefunden, die größtentheils der efe des Bolles angehörten. Mehrere De magogen hielten Ansprachen an die Volksmenge. Inzwischen beging der Böbel auf der Straße allerlei Ausschreitungen, Die ein energisches Einschreiten der Polizei, welche die Zugänge zu den verschiedenen Ministerialgebäuden befegt hielt, noth wendig machte. Schließlich tam es zwischen Volk und Polizei zu einer ernsten Hauferei, wobei es auf beiden Seiten Verwundete gab. Die Polizei nahm teine Verhaftungen vor, sonbern begnügte fich damit, mit ihren Amtsstäben das rohe Element aus dem Felde zu schlagen, was ihr auch schließlich gelang." Robes Element, Pöbel, Hefe des Volles, Demagogen auf diese Art findet man sich freilich leicht mit unangeneh men Thatsachen ab. Zu der Frage der Arbeiterkolonien. Vor einigen Tagen fand hier in Berlin eine Eigung des Borstandes der deutschen Arbeiterkolonien statt. Besonders wurde die Frage Besonders wurde die Frage der Verpflegungsftationen besprochen. Allgemein war man der Ansicht, daß eine Gabe nur gegen vorhergehende ArbeitsLeiftung zu verabfolgen sei. Dieser Standpunkt ist, wie wir schon mehrfach ausgeführt haben, ein brutaler, da es oft vortommt, daß ein ausgehungerter Mensch schwere Arbeit und awar Stunden lang verrichten soll, ehe er einen biffen Brot nung" fand gestern Abend eine Arbeiterversamm lung statt. Herr Bimmergesell Dakar Niemeyer aus Hamburg( als Vertreter der dort ins Leben gerufenen Bentral Hilfskaffe deutscher Bimmerer) hielt einen Vortrag über das neue Arbeiter Krantenkaffengeset" und empfahl die freien Hilfskaffen"; dann, nachdem er den Nußen gewerkschaftlicher Fachvereine" für die Arbeiter geschildert hatte, forderte er die hiefigen Arbeiter auf, fich zur Förderung ihres Wohles der artigen Fachvereinen anzuschließen. Landeshut( Schlesien). Wiederausgebrochener Strite). Der am 10. d. Mts. in der Epner'schen Weberei ausgebrochene, aber bald wieder gütlich beigelegte Strife der Weber ist am 17. wieder in verstärktem Maße ausgebrochen, da die Arbeiter nicht allein die zugestandene Vergütung für 14 Tage ver langen, sondern eine solche auch für die Zeit vom Oktober v.J. an beanspruchen, da von diesem Termine an 5 Meter längere Stücke hergestellt worden find, ohne daß für diese Mehrleistung Stüde hergestellt worden find, ohne daß für diese Mehrleistung eine Entschädigung gezahlt worden ist. In Folge der sich zei genden gereizten Stimmung der mehrere Hundert übersteigenden Strikenden wurden sofort aus der Umgegend die Gen barmen aufgeboten, um einem etwaigen Erzeß entgegen zu treten. Maurerentlassung. Auf einem Neubau an ber Spandauerbrüde find, wie wir hören, 65 Maurer auf rück fichtsloseste Weise entlassen worden. Bis Sonnabend erhielten dieselben 40 Bf. pro Stunde. Von Montag ab sollten fie plöglich im Afford arbeiten oder ihrer Wege gehen. Bisher hatte den Herren 1000 Steine zu verarbeiten 20 M. geloftet, jegt bot man im Afford nur 6 M. und für Verblendsteine 10 M. Lepteres will fast nichts bedeuten, da nur/ Verblendsteine verarbeitet werden. Der Stundenlohn wäre daher bei angestrengtester Arbeit von 40 auf 25 Pf. heruntergegangen, außerdem wäre eine ganze Reihe von Maurern überflüssig und auf die Straße gesezt worden. Alles Vermitteln half nichts. Dieses theile ich mit schreibt uns einer der betheiligten Maurer auf daß es nicht heißt, die Maurer strifen. Wir find entlassen worden, also strifen die Meister." Vereine und Versammlungen. " t. In der am Mittwoch Abend im Wedding- Park", Müllerstr. 178 stattgehabten außerordentlichen Versammlung des Arbeiter Bezirksvereins der Oranien burger Vorstadt und des Wedding bildete das Arbeiterschußgeset das Diskussionsthema des Abends. Da Herr Tischlermeister Mitan, welcher einen diesbezüglichen Vortrag zugesagt hatte, unvorhergesehnerweise am Erscheinen verhindert war, übernahm Herr Ballmüller das Referat für den Abend. Der Vortragende wies darauf hin, daß die politischen Parteien fich immer mehr zu sozialen Parteien zu entwickeln beginnen, daß die soziale Frage immer mehr in den Vordergrund trete und daß dies lediglich dem Einflusse der Arbeiterpartei zu ver danken sei. Ueberall mache fich ein Mißbehagen geltend. Man trante an Ueberproduktion und wirthschaftlichen Krisen, welche resultiren aus der fabelhaften Entwicklung des Industrialismus bei ungleicher Vertheilung des Einkommens. Jm engen Bu sammenhange stehe hiermit die große Auswanderung, welche er feineswegs als ein fichtbares Beichen erfreulichen Volkswohl ftandes betrachte. Zur Abwehr des immer mehr und mehr um fich greifenden Nothstandes seien in lezter Beit mehrfache Ver fuche gemacht worden, doch ebensowenig, wie dem gesammten Arbeiterftande aus der Kranken und Unfallversicherung erhebliche Vortheile erwüchsen, würden demselben die Kolonien, weder Arbeiter noch handelsfolonien, nügen, Arbeiterschaft würde einstimmen in den Ruf:„ Der Normal arbeitstag ist die Grundlage der internationalen Beleggebung Hr. Kunkel illustrirte die Aeußerung des Abg. Rumpff preuß. Abgeordnetenhause, daß in Fabrikantenkreisen durchweg ein warmes Herz für die Arbeiter schlage, durch Anführung bet Thatsache, daß die hiesige Badetfahrtgesellschaft, weil die Gin fünfte den gehegten Erwartungen nicht entsprachen oder um die Dividende der Aktionäre zu erhöhen, ihren sämmtlichen Schaffnern und Kutichern am 15. b. M. gefündigt, am 16. b. M. aber mit ihnen neue Kontrafte mit niedriger not mirten Gebältern abgeschloffen habe. Im Uebrigen eimabnte er alle Arbeiter, fich zu ermannen und zu organificen. Damit hatte die Distuffton ibr Ende erreicht und theilte der Vorfiende noch mit, daß die nächste Versammlung am 2. März stattfinde Tagesordnung: Abänderung der Statuten. Zur Annahme go langte folgende Resolution: Die heutige außerordentliche Ber fammlung des Arbeiter Bezirksvereins der Dranienburger Bo stadt und des Wedding erklärt sich mit den Ausführungen de Herren Ballmüller, Pfannkuch und Runtel vollständig einver standen und wird die Einführung eines Normalarbeitstages erstreben. bal b Nr. 4 Zur fojial Dem Bimmunge ftimmten, Roggenzol nur 1 Mi Roggenzol Bon legter ftimmten Я böhung de gegen die timmten Gege Staatswif A. Der Arbeiter- Bezirksverein„ Laufiger Play" hielt 22 Natio am Mittwoch Aberd seine regelmäßige Mitglieder Ve samm 25 Nation lung im Lotale, Urania", Wrangelftraße 9/10, ab. Nachdem 25 ftimmt der Kaffenbericht verlesen und dem Kassirer Decharge ertheil worden, nahm der Voifigende das Wort und machte die Mi theilung, daß am Sonntag früh 8% Uhr eine Fußparthie ftattfindet. Der Sammelpunkt ist Köpniderſtraße 191 Restaurant Foge, das Rendezvous ist 10% Uhr im Neue des Weize Krug, woselbst das Frühstück eingenommen wird. Hierauf ga der Vorfizende Herrn Reichstagsabgeordneten Heine zu feine Spalten, al dichterisches Wirken. Redner meinte, daß wohl keiner unfer neueren Dichter derartige Angriffe und Beschimpfungen fahren, als der, dessen Leben und unsterblichen Geiftedwerle uns heute beschäftigen sollen, nämlich Heinrich Heine. Man bat ibn unserm Bolle geschildert als einen Mann ohne Charakter und obne jeden fittlichen Halt. An dem wirklichen Dasein seines Talentes wagte man nie zu rütteln. Man ihm verloren gegangen, tas er nur dazu benugt hat, feinen alles nur daher, daß er sein Talent nie den Mächtigen Verfügung gestellt hat. Redner gesteht zu, daß er nicht nu schriftstellerischen Werte ist, sondern auch ein aufrichtiger ein begeisterter Anhänger der Heine'schen Muse, d. h. fein wunderer seines aufopferungsvollen und reinen Charatter er fämpfte einen großen Kampf sein Leben lang für die edel eigenen Sch's Güter der Menschheit, er kämpfte unter Hintenanfeßung feind eigenen Sch's Auch sein heißgeliebtes Vaterland mut verloffen seiner Ueberzeugung wegen. 485 but Dicht mußte Redner bedauerte gerade derjenige Theil unseres Volles, für welchen der so viel gethan, ihn am wenigsten fennt, und wo er gelan ist, hält man ihn leider für einen frivolen Spötter, wie seine Feinde geschildert haben. Auch nach seinem Zobe leumbete man ihn noch, er hätte sich in seiner Sterbef vom Unglauben zum Glauben befehrt; im Gegentheil bis zu seinem letzten Athemzuge den Kampf geführt; ja, G Heine war einer der größten unserer deutschen' Dichter feiner weiteren Ausführung ist der Redner weit davon fernt, die erhabenen Geifteshelden Lessing, Schiller, Der Vorfämpfer der religiösen Gleichheit, Schiller der Bork Sing herablezen zu wollen, im Gegentheil, er führt an, bak sondern nur die speziellen Interessenten Vortheil aus diesen der bürgerlichen Freiheit und Goethe der Dichter der mode Solut genoffen hat. Uebrigens fiel bei der Berathung eine interessante zölle geholfen hätten, würden jegt den landwirthschaftlichen folgerung, daß Heinrich Heine die drei Eigenschaften in ein Aeußerung. Nach der Neuen Beitung" beschwerte fich nämlich der bekannte Paftor Bodelschwingh aus Bielefeld über das laue Verhalten verschiedener Landräthe zur Einrichtung der Verpflegungsstationen und sagte dann wörtlich: Derartige Landräthe verdienen eher ins Gefängniß gesteckt zu werden, als die wandernden Bettler."- Nun der Herr Paftor hatte von seinem Standpunkte so unrecht nicht. Neue Kartelle der Unternehmer entstehen jest jeden Tag. So sehr fich die Fabrikanten dagegen sträuben, daß die den Lohn drückende, freie" Konkurrenz unter den Arbeitern durch Maximalarbeitstag, Lohnregelung und ähnl. irgend wie ge mildert werde, so eifrig arbeiten fie gegen die den Preis der Waaren erniedrigende Konkurrenz unter den Unternehmern selber. Niedrige Löhne und hohe Preise, Das ist der Kern aller Bemühungen. Auch heute ist wieder über eine Reihe von Kar tellen zu berichten. So hat die Pariser Konferenz von Vers tretern der europäischen, für den Export arbeitenden Dynas mitfabriten nach Beseitigung der noch bis dahin schme benden Form der Hindernisse beschlossen, das für die erwähnten Etablissements früher ftipulirte Preiskartell nunmehr definitiv anzunehen. Es wurde gleichzeitig eine gegenseitige dreißigtägige Kündigungsfrist festgelegt. Ein Telegramm aus Peru meldet ferner, daß die Salpeterproduzenten eine General versammlung abhielten, in welcher beschloffen wurde, die Pro buftion auf 1 000 000 Str. jährlich für den ganzen Rüftenftrich zu vermindern, bis die Vorräthe in Europa aufgebraucht find. Alle Produzenten find verpflichtet, während der nächsten zwet Jahre die Leiftungsfähigkeit ihrer Maschinen nicht zu erhöhen und feine neuen Etablissements zu gründen. Weiter haben die deutschen deutschen und der BeleuchtungsStrösterreichischen Glasfarifanten branche die Bildung eines Verbandes beschlossen, welcher den Verlauf von Beleuchtungsartikeln zu einheitlich festgefeßten Breisen beswedt. Dieser Verband bat ein ganz eigenartiges Bwangsmittel zur Verfügung, um auf widerstrebenbe Rontur renten einzuwirken, es ist dies eine Vereinbarung mit den Kryolithlieferanten, die unter einander auch wieder einen festen Bund geschlossen haben. Der Kryotith, zu Deutsch Eisstein", ein Robprodukt, welches bis jetzt nur in Grönland gefunden wird, dient schon seit vielen Sabren der Glasindustrie zur Herstellung von Milch oder Opalplas und hat fich als das geeignetste und billigfte Material zu diesem Zwecke bewährt. Es ist nicht zu bezweifeln, daß dieser Rohstoff, der bisher hauptsächlich nur in den Glashütten Deutschlands und Desterreichs verarbeitet wird, viel mit dazu beigetragen hat, daß die deutsche und öfter reichische Glasindustrie mit ihren Erzeugnissen die ganze Welt adversorgt und ganz ohne Konkurrens des Auslandes dafteht. Bis vor einigen Jahren war dieser Artikel zersplittert in vielen Händen, er wurde demzufolge auch zu einem Preise ohne erheblichen Nugen für irgend Jemand verkauft. Nach langen und mühevollen Verhandlungen ist es je doch gelungen, die Houptinteressenten zu vereinigen und den Artikel auf lange Jabre zu monopolistren.( Die direkte Folge hiervon war, nebenbei bemerkt, daß Kiyolith, bisher zu 30. Läuflich, nun auf über 100 m. im Preise gesteigert M. wurde!) Die Kryolith Monopolisten haben sich nun dem Ver bande der Glasindustriellen gegenüber fontrattlich verpflichten müffen, nur an Glasfabrikanten des Verbandes Kryolith zu ziehen, ebensowenig, wie den induftriellen Arbeitern die SchußArbeitern die Kornzölle helfen, diese vielmehr nur den Groß grundbefizern zu Gute fommen. Die beste Kolonisation jet Diejenige im eigenen Lande; man müsse die Art an die Wurzel Person vereinigte, ja noch mehr, er war gleichzeitig einer b im vollsten Maße der Arbeiterschußgesez Entwurf der sozialdemokratischen Fraktion im Reichstage, weshalb derselbe nur mit Freude zu begrüßen sei. Redner geht sodann näher auf denselben ein und empfiehlt, die darin vertretenen Prinzipien in immer weitere Kreise zu tragen. Dann würde ihnen einst die allgemeine Anerkennung auch nicht versagt bleiben. In der an den Vortrag fich anschließenden Diskuffton sprach zus aller Uebel, an die Produktionsweise legen und dies thäte diesen erhabenen Geisteshelden der deutschen Nation in feind tur Bebid ben Klaffen, er betrachte es daher als eine heilige Ehrenpfli glühendften Vertheidiger der Forderungen der arbeitende ganzen Größe vorzuführen und beginnt mit eine Lebensbeschreibung und einer kleinen Auswahl seiner Nachdem der Vortragende geendet, wurde der Dank, Vorfigende im Namen der Versammlung den Referenten sprach, mit stürmischem Beifall begleitet. Da dieser teine Diskussion erforderte, so wurde sofort zum dritten Der Tagesordnung( Verschiedenes) übergegangen und I der Vorsitzende die Mittheilung, daß der Vorstand bef Vo Reichstage- Abgeordneter Pfanntuch: Schon die lepten hat, jeden Donnerstag nach der Versammlung einen Lefe einzuführen und findet der erste am 26. februar, 8 Uhr, im Lokale von Ehrlich, Naunynstraße 78, ftatt Erledigung mehrerer Fragen schloß der Vorfigende die ſammlung mit der nochmaligen Bitte, fich sowohl recht zahlreich zu bethelligen. Herrenparthie, wie auch an den neueingeführten Lejeab -m- Der Verein Berliner Buchdrucker und S gießer hielt am Mittwoch in Staats Salon, Sebaftian feine regelmäßige Sigung ab. Herr Redakteur Stein rirte in einem längeren, durch reichen Beifall belohnten trag über Feuerbestattung."-Unter Revuefchau der Vorstzende mit, daß die Berliner ,, Buchdruckerzeitung Bemühen der hiefigen Gehilfen, eine Regelung bes Arbe marktes resp. einen Arbeitsnachweis zu schaffen, in ber fannten gebäffigen Weise in einer ihrer legten Numme Spreche. Die mit der Erledigung dieser Angelegenheit b fammlung ftattfindenden Berichterstattung auf den Artile figende bekannt, daß auf die Tagesordnung der nächfien ſammlung die von Berlin gestellten Anträge zu be Mai stattfindenden Buchdrudertage gestellt werden gedruckten Vorlagen den Mitgliedern in den nächsten zugeben würden. Berichtigend wollen wir bemerken von den in Nr. 40 unter ,, Allgemeine Buchdruckerverfamm Inamhaft gemachten Segern nur der erste wegen tarifni Arbeitens, die übrigen aus anderen Gründen, zum Theil Nichtbezahlens von Beiträgen, aus dem Verein wieber tragte Kommission behielt sich vor, bei der in näcfte Reichstagswahlen seien unter dem Zeichen der Arbeiterschut gefeßgebung in Szene gefeßt worden und der überraschende Ausfall derselben habe alle Parteien genöthigt, Stellung hierzu zu nehmen. Da man wußte, daß die Arbeiterpartei mit einem diesbezüglichen Gefeßentwurfe hervortreten werde, entstand nun mehr, um derselben zuvorkommen und das eigene Interesse mehr, um derselben zuvorkommen und das eigene Interesse zu beschönigen, ein wahrer Wettlauf, um in schönster harmonie Anträge zu stellen, die Alle das Wohl der Arbeiters bezwecken. Des und Pudels Kern bie Quintessenz Dem Arbeiter aller dieser Anträge sei aber, ชน nur ein Titelchen der bishelfen, ohne jedoch auch nur herigen innegehabten Vortheile zu opfern und und daran Scheitere jede foziale Reform. Die gegnerischen Parteien ertlären fich mit den Forderungen des Gesezentwurfes der Ar beiterpartei schließlich noch einverstanden, aber der Normalarbeitstag, das sei die Achillesferse, wo jene Herren sterblich feien. Aber gerade der Normalarbeitstag sei der Kardinalpunkt des ganzen Gesezentwurfes. Die übrigen Bunkte wären bin gegen nur untergeordneter, meist sanitärer Natur, welche die Ronkurrenzfähigkeit der Nation gar nicht berühren, denn es ftände immer noch die große Reservearmee in Bereitschaft, welche die Fabrikanten jederzeit gegen ihre Arbeiter ins Feld zu führen vermöchten. Aber gerade der Normalarbeitstag folle bies verhindern, er soll den Gewinn des Unternehmers schmälern zu Gunsten der Arbeiter, denn nur auf diese Weise sei Die großen eine Befferstellung derselben zu ermöglichen. Handelsfrisen träten nicht ein, weil Mangel, sondern weil Handelskrisen träten nicht ein, weil Mangel, sondern weil Ueberfluß an Broduktion vorhanden und die große Masse des Volles nicht ausreichend Lonsumtionsfähig sei. Che ein Pro butt, welches aus den Händen der Arbeiter hervorgehe, wieder in die Hände der Arbeiter zurückkehre, müsse es erst den Brozeß der Kapitalmacht durchmachen. Wenn hierbei nun der Unter nehmer den Löwenantheil in seine Tasche steckt, dem Arbeiter aber nur ein winziger Bruchtheil des Kapitals zufließe, so selen eben keine gefunden Bustände möglich. Diese müßten entweder auf die Spige getrieben werden, so daß fie schließlich in fich selbst zusammenfallen, oder aber man müffe schleunigst in die Bahnen ehrlicher Kapitalreform einlenten und Jedem zukommen laffen, was ihm gebührt. Wenn angeführt werde, daß ein Normalarbeitstag auch normale Menschen erfordere, so gehe seine Anficht dahin, daß Normal menschen sehr wohl zu erziehen seien auf Grund einer naturs gemäßen Lebensweise. Es sei ein Nonsens, wenn behauptet würde, daß der Mensch nur zum Bösen neige, der Mensch sei vielmehr ein Produkt der äußeren Umgebung. Derartige ge funde Bustände zu schaffen, sei allein die Gesetzgebung im Stande. Das ganze Roalitionsrecht sei höchft problematisch, geschloffen werden mußten. Der Verein der Maschinisten und Heizer unb veran 216 zu Sonntag, den 22. ds. Wits., eine Herrenparthie nach lottenburg zur Besichtigung der Anlagen der Rgl. Ted Nachmittags Punkt 1 Uhr. Gäfte, durch Mitglieder einge Hochschule. Sammelpunti Brandenburger Thor. find willkommen. 21 Den Mitgliedern des Fachvereins der Nadle Siebmacher zur Nachricht, daß am Sonnabend, den 2 teine öffentliche Versammlung stattfindet, sondern am abend, den 7. März, zu welcher Herr Mitan fein Gri zugesagt hat. Gemeinnüßiges. Bereitung eines Ralf- Liniments. Bar Darstellun solchen mischt man 5 gr. Kaltwasser mit einem gleichen tum Olivenöl. Dieses Liniment ist vor Gebrauch fil des Verbandes zuwider handelt. Es ist also diesmal möglich, selbst die denkbar günstigst verlaufenen Strifes hätten doch auf schütteln und wird angewendet, um den Schmerz einer Die Beschlüiffe des Verbandes streng durchzuführen, weil ein fehr geeigneter und wirkungsvoller Drud ausgeübt werden tann, was bei früheren Gelegenheiten sich stets als nicht durchführbar erwiesen hat." Der Konsument wird das in den Breisen der Fabrikate schon spüren. Man ficht aus dem letzten Beispiel aber, wie nicht nur die Unternehmer einer und derfelben Branche unter fich die Konkurrenz beschneiden, sondern wie bereits der Verband der einen Branche mit dem Verband Der anderen gemeinsame Sache macht. Nordhausen, 15. Jebruar. Im Restaurant Bur Hoff Berantwortlicher Rebatteur M. die Dauer feine Befferung zu schaffen vermocht. Die goldene Internationale des Kapitals beherrsche die ganze Welt ohne Rücksicht auf die geographischen Grenzen; wenn daher ein Kulturland auf der Grundlage sozialer Reformen Fortschritte mache, würde die Internationalität auch dafür sorgen, daß die brennung oder Verbrübung zu lindern. Dertrin.( Dampfgummi; geröstete Stärke.) Das I findet seine hauptsächlichste Verwendung in der Techn fann es aber auch ganz gut zu feinerem Badwert benu balten. Man sollte an maßgebender Stelle doch wenigstens übrigen Kulturländer nicht zurückbleiben, sondern gleichen Schritt daß es den Konsumenten auffällt. Das Brot geht bab auf, ist sehr leicht und hält sich lange frisch. Das De einmal den Versuch machen, eine internationale Gefeßgebung denselben Nahrungswerth wie Stäitemehl; dagegen anzubahnen, ähnlich, wie die Kongokonfererenz. auch die Bourgeoiste dagegen sträuben würde, die gesammte also deffen Nährkraft. Grouheim in Berlin. Drud und Verlag von War Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. un Sterzu eine Bei atlärt, der Anschauun Reues; b tert, inter Heinrich v freundliche handler, die Lebens Arbeitsfra Schutzs thm voran Scout un fagt, imm Aus un Geite von berichtet: Den Fluß, der Korresp Beiftarfun deren Ant auf der lichen Befu ährend m Stotlamati biegelunge inlegte, da lichen, in Unschuld z Daß er eine er die Anfo Stück ist bis mittelte ber Der englisch Schritte in Admiral K Kamerun d Ariegsrecht und daß er zur Ve uchen, m fte. Ko beit dem Auf C alt period Boltsbuch be lung von Der C bei dem Be bei den fra rend die A baben, erlaf Um Name tigen Einsp Jialisten bei ausford Feder Unter naben des bea Newyo wie den G bängenden Solimmste Lage fo e ben gerecht taffifigirt andere Da wird bei ih Der E bis auf sei nicht blos 1 Die ausgefu Daß er un mit mehr Kollegen. der Stoizis Die tieftgen Empfindlic Ja, der E tennt oder Schwärzefie ein tieferes über Newy das hellste Diese feiner Schor angenehm zwischen fe Der ihm be Aäbe alle Sucht er a gepugten auszuweich Schüttelt es menschenlee er glaubt e auch nicht füblen; er Normal gebung tumpff in rchweg ein hrung de il die Ein oder um ämmtlichen ndigt, am Driger nor n ermahnte en. Damit Vorfizende ftattfinde nahme go tliche Ver urger Bor rungen de Dig einver rbeitstage e 191 Beilage zum Berliner Boltsblatt. Mr. 43. Politische Webersicht. Zur Abstimmung über die Kornzölle. Während die sosial- demokratische und deutsch- freifinnige Bartei bei den Abimmungen über die Korniölle gefchloffen gegen dieselben ftimmten, zerfiel die nationalliberale Partei in drei Gruppen. Blag" biel 22 Nationalliberale stimmten mit der freifinnigen Partei, Be samm 25 Nationalliberale stimmten für den Weizenzoll und von diesen Nachdem 25 stimmten 13 als die erirem agrarische Gruppe sogar für den Roggenzoll von 3 Mail. Aus der Bentrumspartei fiimmte rge ettbeill te die Mit mur 1 Mitglied( Stößel) gegen die Kornzölle. Für den hohen Fußparthe Roggenzoll ftimmten 70 Mitglieder des Sentrums, dagegen 16. Bon legteren stimmten 14 Mitglieder für die Verdreifachung im Neuen des Weizenzolles neben einigen 70. Die Sozialdemokraten timmten geschlossen. Die kleine Volkspartei war insofern gee zu feine Spalten, als die Abgeordneten Härle und Grohe für die Erhöhung des Weizenzolls stimmten. Die 9 Welfen stimmten egen die Erböbung des Roggenzolls; drei Mitglieder davon iner unfere ftimmten aber für die Erhöbung des Weizenzolles. Hierauf ga t war, bal Leben un pfungen er Seifteswerle eine. Man Jann ohne n wirklichen teln. Man alent ift en bat, feinen tommt aber Cächtigen ju er nicht nur b. b. feines richtiger B Charatter Die ebelfi Bung feind b mußte dauerte Der Did ter, wie er gefan 7 Tobe Sterbe theil, Dichter Davon iller, Bo ia, Ge Daf Lef der Sing Der modem aur Gal ften in ein tig einer b Ehrenpflic arbeitenbe tton in fein einer fur iner Gebid Dant, ben ferenten efer Vo Dritten und nb bef en Lefe cuar, , ftatt be die wohl a Lefeabe und S ebaftiani Stein elohnten eschau" erzeitung Des Arb in ber genbelt b nädfter Nummer en Artifel schte ber nächften zu dem ben und ächsten bemerten verfamml tarifmib m Theil wieber r veran bie nad Al. Ted pr. Ab Der einge Nadler ben 21 rn am ein Grid rftellung gleichen uch Hid erz einer Das D Techni t benu 7 werbe Bebt bab Das Der egen b ab und e Bell Gegen die Getreidezölle hat sich auch der Dozent der Staatswifenschaften an der Universität Leipzig, Dr. Walder, atlärt, der in einer Broschüre Gegen die Kornzölle" seine Anschauungen darlegt. Diefelben bringen allerdings nichts Neues; doch dürfte das Motto, welch& die kleine Schrift tert, interessant sein. Dasselbe ist der deutschen Geschichte von Heinrich von Treitschle entnommen und lautet:„ Menschenfreundlicher Sinn machte ihn( Rönig Wilhelm III) zum Frei händler, zum Gegner fener Gesetze, welche den kleinen Leuten die Lebensbedürfnisse vertheuerten, oder die Verwertbung der Arbeitskraft erschwerten." Treitschte ist bekanntlich ein Schutz- und Getreidezöllner geworden, seitdem Fürst Bismarck vorangegangen ift. Früher waren beide Gegner von Schuß und Getreidezöllen. ,, Doch man muß", wie der Kanzler fagt, immer noch lernen"! thm Aus Kamerun, 3. Januar, wird von englischer " Seite von einem Korrespondenten der ,, Western Morning News" berichtet: Die deutschen Dampfboote patrouilliren allnächtlich den Fluß, aber sie haben keine Truppen gelandet; und, so viel Der Korrespondet in Erfahrung gebracht, hatte der Admiral um Berstärkungen nach der Heimath telegraphirt und wartete auf deren Ankunft. Bald nach der Aufbiffung der Admiralsflagge auf der„ Dlga" machte Konful Hewett jenem Schiffe einen amtlichen Besuch und hatte eine Unterredung mit dem Oberbefehlsbaber, brend welcher er gegen die Behauptung des Letteren in seiner Stoklamation, daß die jüngsten Ruheftörungen durch Aufbiegelungen feitens Fremder verursacht worden seien, Protest inlegte, da darin eine direkte Beleidigung gegen die eng Hischen, in Kamerun anfäffigen Handelsleute liege, die ihre Unschuld zu beschwören bereit seien. Aomiral Knorr entgegnete, daß er rbie Anschuldigung zurückziehen werde.(?) Dieses Schrift ftück ist bis jetzt indeß nicht promulgit worden. Geftern über mittelte der Konsul dem Admiral die Schadenersagforderungen der englischen Handelsleute und wünschte au wissen, welche Schritte in der Sache gethan werden würden, worauf er von Admiral Knorr die kurze und barsche Antwort erhielt, daß Kamerun deutsches Gebiet sei, daß gegenwärtig bort das Kriegsrecht herrsche und auch fortfahren werde zu herrschen, und daß er beabsichtige, folche Schritte zu ergreifen und die zur Verfügung stehende Streitkraft in einer Weise zu ge uchen, wie es ihm für räthlich oder nothwendig erscheinen fte. Ronful Hewett beabsichtigt jetzt, die ganze Angelegenhelt dem Auswärtigen Amte zu unterbreiten." " Auf Grund des Sozialistengesetes ist das 3. Heft der icht periodischen Drudichrift: Borwärts. Eine Samm lung von Gedichten für das arbeitende Voll", Verlag der Bolfsbuchhandlung Hottingen, Zürich, verboten. Der Frankreich. Chauvinismus und Deutschenhaß bat fich bei dem Begräbniß Jules Vallès bei der Bourgeois- Jugend, bei den französischen Studenten, in bester Form gezeigt. Wäh tend die Arbeiter fich als Gegner der Kriege immer gezeigt baben, erlaffen 300 franzöftsche Studenten folgenden Protest: Im Namen aller französischen Studenten erheben wir träf tigen Einspruch gegen die Kundgebung der deutschen Solalisten beim Begräbniß von Jules Ballès. Vor dieser Herausforderung des Landes hatten wir, junge fran, " Der Gentlemanproletär". Federzeichnung aus dem amerikanischen Stadtleben. Von Johann Rittig. Freitag den 20 Februar 1885. zösische Männer, die wir die Soldaten der Zukunft sind, die Pflicht, den Trägern deutscher Abzeichen nicht den freien Durchgang zu gestatten. Jede politische Frage beiseite gelaffen, nöthigt die Ebre der franzöftschen Jugend diese Verwahrung auf. Der Kranz, welcher trozbietend über dieser Wenge schwebte, erregte auf dem ganzen Wege eine Entrüstung, deren Charakter wir bezeichnen wollen. Vaterlandsfeindliche Rufe ließen sich ver nehmen. Wir antworteten mit: Es lebe Frankreich! Wir halten darauf, zu zeigen, daß Fremde, die gestern die Herren der Straße waren, nicht ungestraft nach Paris und gar in das Herz der Jugend, der Schule, wo der Saft des Patriotismus gährt, fommen können, um ihre Standarten Spazieren zu tragen, ohne eine immer blutende Wunde spazieren zu tragen, ohne eine immer blutende Wunde wieder aufzureißen; es giebt in unsern Herzen Saiten, welche bei der Erinnerung an die Vergangenheit, bei der Hoffnung auf die Zukunft erbeben. Indem wir unser feftes Zusammenhalten, die Einbeit unserer Gesinnungen bekräftigen, haben wir getreu die Ueberlieferungen befolgt, welche wir unverlegt denen überliefern wollen, welche nach uns fömmen. Eine von Kugeln durchlöcherte, aber nicht mit Roth beschmuste Fahne wollen Ganz ab wir fragen. Möge das Land über uns richten." Ganz abgefehen von den bombastischen Phrasen, zeichnet sich dieser Protest" durch seinen Haß gegen die Fremden aus. Uebrigens haben auch bei dem Begräbniß selbst die Studenten und andere junge Leute laut gebrüllt: Nieder mit Deutschland!" Wunderbar ist es nur, daß die meisten deutschen Zeitungen für die franzöfifchen Chauvinisten Bartet ergreifen, für diejenigen, welche unser Vaterland mit Krieg bedrohen! -Ueber das Seegefecht welches zwischen französischen und chinesischen Kriegsschiffen stattgefunden hat, meldet ein Telegramm Folgendes: Nach chinesischer Darstellung wäre Der Kampf erbittert gewesen und der franzöfifche Angriff von der Fregatte ,, Du- queen" viermal zurückgeschlagen worden; erst am Sonntag( oen 15. d. Mte.) sei es franzöftschen Torpedo booten gelungen, den Du- queen" und" Tibeng- King" in die Luft zu sprengen. Beide Schiffsbesagungen mit Ausnahme eines Maschiniften ſeten gerettet. Courbet beabsichtigt die brei Kanonen boote, die den Fluß hinaufgeeilt sind, mit Schaluppen bis vor Ningpo zu verfolgen. Jedenfalls find die zerstörten chinesischen Schiffe nicht die von Sebelin befehligten Stettiner Kreuzer, wie hiesige Blätter behaupteten." Der franzöfifche Gesandte in China hat seine Flagge eingezogen; man folgerte daraus, daß Frankreich nunmehr entschloffen ist, die Rechte eines Krieg führenden Staates auszuüben besonders in Bezug auf die Visitation neutraler Schiffe. F Großbritannien. Der Berliner Korrespondent der Times" behauptet in der Lage zu sein, die Nachricht über eine nabe bevorstehende Bei legung des Streites zwischen England und Deutschland wegen Neu Guinea's im Sinne des deutschen Reichs anglers als unbegründet zu bezeichnen; es ist sehr unwahrscheinlich, daß England diesmal in der Hauptsache nachgeben werde. Afrika. Die Dllupationen der Italiener am rothen Meer nehmen ungestört ihren Fortgang, troß der Protefte der Kommandanten ber offupirten Städte und der Türkei, welcher über diese Landstriche das Oberhoheitsrecht zusteht. Die englischen Truppen befinden ftch im Sudan überall auf dem Rückzuge und es dürfte ihnen schwer fallen, mit heiler Haut aus dem Sudan herauszukommen. Anftatt Metammeh anzugreifen, wohin der Mahdi Ber. stärkungen geworfen hat, haben die britischen Truppen unter General Buzer am Sonnabend, nachdem Gordons Nildampfer vorher zerstört waren, Subat verlassen und sich nach Abu- Klea zurückgezogen, wo fie, unbehebelligt vom Feinde, am Sonntag antamen. Der Mahdi ist mit 60 000 Streitern und vielen Feldgeschüßen auf dem Marsche nach Metammeh begriffen, Feldgeschüßen auf dem Marsche nach Metammeh begriffen, Die 3000 Mann starte Vorhut mit 5 Kanonen stand am Sonn abend 20( englische) Meilen von Metammeh. Db Buller sich nach Gadful, wo mehr Waffer ist, zurückziehen oder General Brackenaury's Kolonne folgen wird, ist noch unbekannt. Andere Nachrichten schäßen die Macht des Mahdi nur auf 50 000 Mann. Mag auch die eine wie die andere Angabe ungenau sein, so steht so viel fest, daß der Feind zu start ist, als daß Rasch kehrt er um und sucht wieder Menschen auf, awar fremde, die theilsnahmslos an ihm vorübereilen, ihm aber doch Berftreuung bereiten und sei es nur die der Selbstmarter durch schmerzhafte Vergleiche. Unter allen Stiefkindern des Glücks, welche beim Heran naben des Winters die büfteren Figuren im bunten Gewühl bes Newyorker Straßenverkehrs bilden, fröstelt Niemand so sehr wie den Gentlemanproletär. Keinem im Nege der Dürftigkeit hängenden Sterblichen kommt das Unkomfortable seiner Jegt fallen fie ihm wie ebenso viele Sünden ein. Er, der über ihm. Das Schlimmste nämlich, was dem Proletär paffiren tann, ist; ben gerechten Anspruch darauf zu haben, unter die Gentlemen tlaffifigirt zu werden und zu wissen, daß dem so ist. Was andere Das bende nur mit dem Gewichte eines Lothes drückt, wird bei ihm gleich zur Bentnerlast. Der Entbebrung lacht er, denn seine Bildung erstreckt sich bis auf seinen Magen, und ein gebildeter Mann zeichnet sich nicht blos dadurch aus, daß er das nöthige Verständniß für Die ausgesuchteften Delikatessen befist, sondern auch dadurch, daß er ungewöhnlich lange Perioden der Unthätigkeit mit mehr Würde zu tragen weiß, als einer seiner ungebildeten Kollegen. Aber alle Vortheile, welche dem Gentlemanproletär der Stoizismus feines Magens bringt, find nicht im Stande, die tieftgen Nachtheile aufzuwiegen, die ihm aus seiner größeren Empfindlichkeit für das forschende Auge der Welt erwachsen. In früheren Jahren lustwandelte er so gern! Es gab einen unterhaltenderen Schwäger auf der großen Promenade der Residenz als ihn. Im Uebermuthe der Laune flogen damals die boshaften Bonmots dugendweise von seinen Lippen. alle Welt gelacht, zittert jest bei dem Gedanken, daß vielleicht alle Welt über ihn lache. Es ist so ganz anders mit ihm geworden, seit er drüben in der alten Welt alle Bande gelöst und in der Erwartung herübergeeilt, daß es einem Manne von seinem Wize in dem verhältnißmäßig jungen Lande nicht fehlen tönne. Der Wig ist ihm geblieben, aber sonst nichts. Eine seiner ersten Erfahrungen bestand darin, daß es unerträglich viel gewigte Leute in der neuen Welt gebe und daß man mit dem Ansammeln der Kapitalien, welche hier vorwärts helfen, früher anfangen müsse, als ihm noch möglich. Zum Lernen ift er zu alt. Heimkehren mag er nicht, denn der Spott der Klugen Leute, die ihm von seiner Abenteurerfahrt abgerathen, würde ihn tödten. Ja, der Entbehrung lacht er; aber daß man sein Entbehren Quelle stößt. Wenn nur der Winter schon vorüber wäre! fennt oder ihm anfiebt, ist ihm unerträglich, verseßt ihn in die Schwärzefte der Stimmungen. Und nie nimmt diese Stimmung Lieber diesseits des Ozeans verderben! Auch ist es ja noch immer möglich, daß er mitten in der Wüstenei, die ihm New York jetzt ist, eines Tages ganz unversehens auf eine Vor dem Winter bangt ihm so sehr, daß schier sein Herz er bebt, so oft er die Tage zählt, die noch verstreichen müſſen, ebe weben. Jest schleppt er sich so hin, wie hundert Andere, von benen man sagen kann, daß fie der Herr nähre, obgleich fie nicht säen; daß er fie fleide, obwohl sie nicht spinnen und Es ist am Ende so erstaunlich wenig, was der ein tieferes Schwarz an, als wenn sich der Sonntagshimmel die Frühlingssonne mildere Bedingungen des Daseins hervor über Newport wölbt und vielleicht gar aus wolfenleerer Höhe zaubert. bas hellste Sonnenlicht niederfendet. Diese indiskreten Strahlen heben das Mangelhafte an feiner schon in unbestimmten Farben spielenden Kleidung so unangenehm hervor, mahnen ihn so sehr an den Gegensat der ihm begegnenden Kinder des Volkes, daß er wünscht, es Aabe alle Sonntag Nachmittags eine totale Sonnenfinsterniß. Sucht er aber aber auf seiner unfreiwilligen Promenade den gepugten Menschen und ihren ihn so naiv angloßenden Augen gewährt ihm auszuweichen, biegt er in eine minder belebte Straße ab, dann fchüttelt es ihn am falten Dezember umsomehr. Er fiebt einen menschenleeren Straßentheil vor sich liegen. so still, so öde; er glaubt ein Abbild der Dede in seiner Brust zu erblicken, die auch nicht bevölkert ist mit munter auf und ab wogenden Ges | II. Jahrgang. die in drei Korps getrennte kleine englische Armee fich behaupten tann. Wolseley's crite Sorge wird nun sein, was uns gleich nach dem Fall von Chartum nöthig erschien, seine Armee in einer Bofition au fonsentriren, welche einen Monate langen Widerstand ermöglicht. Selbst wenn die Engländer noch einen Sieg erfämpfen sollten, so entgeben sie dieser Nothwendigkeit nicht; es kann ja wieder nur ein Pyrrhussteg sein. Parlamentarisches. In der Reichstagsfomission für die Dampfervorlage wurde der Bericht festgestellt. Es entwickelte sich noch eine lebhafte Diskusston besonders deshalb, weil die Mits glieder der Kommisston, welche gegen die australische Linie gestimmt hatten, zum Theil die Mottoirung ihres Votums im Bericht angegeben wiffen wollten, daß sie nicht im Prinzip gegen diese Linie seien, sondern durch besondere Gründe zur Ablehnung bewogen würden. Bu der gestrigen Sitzung der Kommission waren auf besonderen Wunsch des Vorfizenden Graf Ballestrem auch die Abgg. Dr. Bamberger, Meier( Bre men) und Wörmann eingeladen und erschienen, welche betanntlich vor einiger Zeit aus der Kommission ausgeschieden find. Der vom Abg. Brömel verfaßte und verlesene Bericht ist bereits in Drud gegeben, soll Sonnabend in die Hände der Mitglieder der Hauses gelangen und am Dienstag auf die Tagesordnung des Plenums gesezt werden. - Die Kommission des Reichstags zur Abänderung der Gewerbeordnung( Arbeiterschuß) berieth über den zweiten Abjag des§ 105: Welche Tage als Festtage gelten, beftimmen, unter Berücksichtigung der örtlichen und fonfessionellen Verhältnisse, die Landesregierungen." Ein Beschluß ist noch nicht gefaßt worden. Die Abgeordneten Kräder und Meister haben zu der morgigen Kommissionsberathung neue Anträge eingebracht und zwar zu§ 152: Alle Verbote und Straf bestimmungen gegen Gewerbetreibende, gewerbliche Gehilfen, Gesellen oder Fabritarbeiter, auf welche der Titel VI der Ges werbeordnung ganz oder theilweise Anwendung findet wegen Verabredungen und Vereinigungen zum Bebufe der Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen, insbesondere mittelft Einstellung der Arbeit oder Entlassung der Gehilfen und Ar beiter, werden aufgehoben. Jedem Theilnehmer steht der Rücktritt von solchen Vereinigungen und Verabredungen frei, und es findet aus legteren weder Klage noch Einrede statt. Vorstehende Bestimmungen finden auch auf alle Hand-, Tageund forft und landwirthschaftlichen Arbeiter Anwendung. Bum Marimalarbeitstag haben die Abgeordneten Kräcker und Meister beantragt, im§ 134 a im ersten Absat anftatt 11 Stunden( an Werktagen) 10 Stunden, und anstatt 10 Stunden( Sonnabends) 9 Stunden zu feßen. In Betreff der Baufen beantragen die beiden Abgeordneten, für Frühstück und Vesper je eine Pause von einer halben Stunde und die Hauptpause 2 Stunden. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 53. Sigung vom 19. Februar, 11 Uhr. Am Bundesrathstische zu Anfang der Sigung Niemand. Auf der Tagesordnung steht die dritte Berathung des Sperrgefeßentwurfs. Abg. Richter: Ich halte es nicht für zweckmäßig und möglich, in die dritte Lesung eines so weitgreifenden Gesezes einzutreten, ohne daß ein Vertreter der verbündeten Regierun gen anwesend ist, und beantrage einstweilen die Vertagung der Sigung. Der Antrag wird ausreichend unterstützt. Während der Abstimmung erscheint Staatssekretär von Burchard. Der Antrag wird abgelehnt und in die Diskussion eingetreten. Abg. Richter: In vielen Fällen wird es sehr schwierig sein, den Nachweis zu erbringen, daß der eingehende Roggen aus einem meistbegünstigten Lande kommt und nicht etwa rusfischer Roggen ist. In diesen Tagen z. B. erwartet ein deuts cher Käufer in Hamburg eine schwimmende Ladung Roggen von der Sulinamündung. Der Konful fann wohl bezeugen, daß das Schiff am 3. Februar mit Roggen beladen von der Sulinamündung abgegangen ist, würde aber jest, nach mehr als 14 Tagen, nicht mehr zu attestiren im Stande sein, daß es ihm gesagt hat, weiß er, daß weiter westlich der Gentleman es nicht so lange aushalten könnte, Proletär zu sein, und der Broletär nicht so lang, Gentleman zu bleiben. Sein einziger Trost besteht aber gerade in dem Bewußt sein, daß er das Benehmen eines Gentleman habe. Mag auch Alles an ihm reduzirt sein, der Schliff ist ihm geblie ben. Eine ber größten Demüthigungen, Die ibm widerfahren, ist ber Mangel an Handschuhen. Die Zeit, zu welcher er den noch gut erhaltenen rechten Handschuh anzog, den zerrissenen linken geschickt mit der rechten Hand schwenkend, und dann wieder mit der linten Hand daffelbe Manöver ausführte, weil nun der rechte Handschuh der schlimmer zugerichtete geworden, diese Beit ist auch schon längst an ihm vorübergegangen. Jest birgt er beide Hände tief in den Taschen des furzen Sackrockes, der trop aller Strapazirung in Sturm und Wetter immer noch den fashionablen Schnitt für fich hat. Einen Stock hat er auch aus den Trümmern seines Wobftandes gerettet; und wenn er denselben, mit dem Griff in der Tasche, terzengerade aufrecht trägt, dann giebt ihm dies fogar noch ein flottes Aussehen. Damit, meint er, tönne er bis schadenfrohe Welt noch ein wenig täuschen, und täuscht sich felbst. Manchmal verräth die vom Sattelschluß herrührende sanfte Rundung im Stellen der Beine, daß er ein Stoß zu tummeln versteht, vielleicht Kavallerieoffizier gewesen. Der Gentlemanproletär dieser Gattung hat eine fich über alle Schiffb: üche hinaus erhaltende Vorliebe für die Stallatmos sphäre. Geht er an einer Reitschule vorbei, dann seufzt er wohl auf, der Beit gedenkend, als er die Stalljungen mit der Peitsche springen machte, jezt aber die Lümmel beneidend, welche sich so behaglich auf ihren Decken in einem Winkel des warmen Stalles strecken. Für die Gäule hat er sich seinen Rennerblick gewahrt. Wenn er bedenkt, daß die fachkundige Behandlung Mensch zum Leben braucht, und der Gentlemanproletär ist einiger derselben ihm den ganzen Winter hindurch eine feinen immer dazu noch so bedürfnißlos. Instinktmäßig hält er an New York fest. Er kam noch nie über den Harlem hinaus. Er fühlt, daß es westlicher auch amerikanischer wird. eine ihm thm selbst nicht flare Berubi gung, hier gewissermaßen auf dem Sprunge zurüd in's alte Land zu stehen. Wie ein Kind, das noch nicht auf ame= ritanischem Boden gehen gelernt, meint er hier die alte Europa wenigstens noch am Schuraipfel faffen zu tönnen. So tritt er denn, abwechselnd in Ergebung und Verzweiflung, das fühlen; er erschickt, es schnürt ihm die Kehle au; ihn friert. I grausam harte Pflaster der Metropolis. Ohne daß man es Neigungen entsprechende, nährende Beschäftigung sein tönnte, dann blickt er fast mit Ehrfurcht auf den amerikanischen Gaul. Wäre es nicht um den Hohn, der ihm aus dem Munde einiger guten Freunde droht, er würde längst Kutscher geworden sein. War es ein Bivilistenberuf, in welchem er sich zu seiner jegigen Hilfsloftgleit herausgebildet, kann man ihn um so sicherer im Bereiche eines Cafés antreffen. An die Straßenece pflanzt sich der Gentlemanproletär nie hin; dies überläßt er mit richtigem Talt dem Gentlemanstuger. Je drückender ihm der Mangel an Beschäftigung wird, rumäniscker und nicht rusfischer Roggen war. Ich bitte die verbündeten Regierungen, diese praktischen Fälle int Auge zu fassen und die Behörven mit Anweisung dahin zu versehen, daß wenigstens für die nächste Zest die Präsumtion gelten soll, daß für die Provenienz deS Roggens der Veischiffungshafen entscheidend ist. Staatssekretär v. Burchard: Der BundcSrath wird auf die Vermeidung von Mißständen, die fich in den an- gedeuteten Fällen ergeben möcktm, gewiß die größte Rückficht nehmen und die zu erlaffenden Ausführungsbestimmungen ent» sprechend gestalten. Abg. Broemel sdtsch.-steis.): Ich hatte bei der zweiten Lesung beantragt, daß Raps und Rllbsaat bei dem Sperrgescy überhaupt ausgenommen würden. Nach Ablehnung dieses Antrages will ich das Haus heute mit seiner Erneuerung nicht aufhalten, muß mir aber doch im Interesse der betreffenden Industrie eine Anfrage on die Vertreter der Regierung ge* statten. Die deutsche Oelmüllere kommt durch die schleunige Einführung deS Zolles auf Raps und Rüdsaat in eine eigen- thümlichc Lage. Für den Theil der das produzirte Rüböl im Jnlande absetzt, soll Vorsorge durch Erhöhung deS Rüböstolls getroffen werden, aber die Exportmüllerei hat von dieser Ein- richtung keinen Vortheil. Für diesen erheblichen Theil der deutschen Oelmüllerei wird es nach Festsetzung deS RapsrolleS auf 3 M. pro 100 Kilogramm von der allergrößten Wrchkigkeit sein, den Raps für die Export rvaaren zollfrei verarbeiten zu können. Die in der Export- Getreid-Müllerei gemachten Er- fahrungen mahnen doch zu recht großer Vorficht. Durch die Gesetzgebung ist ja nun zunächst eine Hilfe nicht zu be- schaffen, wohl aber auf dem Verwaltungswege. Ich glaube, wir werden bei der weiteren Beratbung des Gesetzes selbst Veranlassung haben, die Frage des Nachlasses des RapSzolles für die Exportölmüllerei im Gesetz zu regeln. Heute frage ich nur, ob die Regierung nicht wenigstens geneigt ist, unmsttelbar nach Inkrafttreten des erhöhten Rapszolles, eventuell auf An- trag der betr. Industriellen, die Erl-ichlerungen für die Oel- Müllerei zu gewähren, die den Exporteuren ermöglichen, Raps und Rübsaat unter Zollkontrole frei zu schlagen und das ge- wonnene Produkt auszuführen. Abg. v. Kardorff(kons.) äußert fich der Tendenz dieser Anfrage, die vom Bundesrathstische keine Erwiderung erfährt, im Allgemeinen zustimmend und weist ihre Erörterung der Kommisston zu, an welche die Pofition Oel zu verweisen das HauS die Ädficht hat. Den wieder eingebrachten Antrag Scipio, betr. den 1. Februar als Termin für Exemption stüher abgeschlossener Geschäfte vom Sperrgesetz, bittet der Redner abzulehnen; schon der 15. Februar sei ein für die Spekulation sehr günstig gewählter Termin, mit der Aufstellung des 1. Fe- bruar würde man aber wieder über das wirkliche Bedürfniß hinausgehen. Abg. Struckmann(nat.'lib.) tritt dagegen für dm 1. Februar ein. Eine große Anzahl reeller Geschäfte ist im Ja- nuac abgeschloffen worden, bei welchen an eine Zollerhöhung von keiner Seite gedacht war. Erst in den letzten Tagen hat man den Zoll auf Mohn vorgeschlagen, Niemand hat in den kaufmännischen Kreisen etwas Derartiges vorausgesehen. Die Nichtberückfichtigung der vor dem 1. Februar er- folgten Abschlüsse würde eine große Ungerechtigkeit invol- vtren. Staatssekretär v. Burchard: Der Bundesrath wird ge- wiß in solchen Fällen, wo Billigkeitsgründe vorliegen, alle er- forderliche Rückflcht nehmen; eine allgemeine Bestimmung aber, wie fie in zweiier Lesung mit dem Termin deS 15. Januar beschloffen worden, ist äußerst bedenklich. Nehmen wir jetzt eine derartig« Vorschrift in das Gesetz auf, so wird fie typisch sein für ähnliche, in Zukunft vorzuteaende Gesetze; außerdem steht derjenige Interessent, welcher seine Verträge bereits mit Rückficht auf die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung des Zolles abgeschlossm hat, nach dieser Bestimmung schlechter, als der- jemge, der auf gut Glück abgeschlossm hat. Abg. Scipio(nat.-lib) führt eine Reihe von Thatsacken auf, welche seinen Antrag zu unterstützen geeignet find. Der 15. Januar genüge nicht; namhafte solide und reelle Firmen der Oel- und Getreidebranche, namentlich in Heidelberg und Mannheim, hättm zwischen dem 15. Januar und 1. Februar große Geschäfte abgeschlossen, welche durch die Sperre ganz beträchtlich geschädigt würden. Die eigentliche Epetulation habe fich dagegen diesmal den Zollerhöhungen gegmüber zurück- haltender gezeigt, als irgend wann in früherer Zeit. Der Kaufmann, der Fabrikant, der das Robprobukt gekauft und vor dem 1. Februar das Produkt uuS dem Rohmaterial schon wieder verkauft habe, sei längst aus der Spekulation heraus; diesen zu schützen, sei etwas ganz anderes, als die Spekulation be- fördern. Abg. v. K a r d o r f f(kons.): Wenn die Spekulation fich nicht geltend gemacht hat, dann ist ja eine Klausel, wie der Vorredner fie will, absolut unnöthig. Dem soliden Geschäft gegenüber Billigkeit walten zu lassen, ist der Bundesrath nicht dlos berechtigt, sondern verpflichtet. Separate Bcrückfichtigung verdient ja daS Mohngeschäft; die bevorstehende Erhöhung der desto weniger will er die Welt sehen lassen, daß er unbeschäftigt sei. Er eilt stets beflügelten Schrittes dahin und wäre es nur, um an der nächsten Ecke wieder umzukehren und ebenso schnell die zurückgelegte Strecke noch einmal zurückzulegen. Grinst ihm die stiefelputzende Ranze ihr wie Ironie klingendes„sbine, Kir?" entgegen, dann brummt er wohl etwas in den Bart, aber schon beim dritten Schrttte be- schleicht ihn der Wunsch:„Ach, wäre ich nur so jung wie Du, mit welchem EnthufiaSmuS wollte ich Stiefel putzen!" Der- behaglichen Räumen des CafeS strebt er wie die Motte dem Lichte zu. Er umkreist eS so lange, bis fich einer der wenigen Eingeweihten, die ihm schon ins Herz und in den Magen geblickt, einfindm und ihn mit zum Domino nimmt. Er gewinnt immer. Ist die Seele deS Freund- s besonders zart besaitet, läßt fie ihn auch dann gewinnen, wenn er der schlechtere Spieler ist; es geht ja— um den Kasse. Bei einer Tasse werden da der Stündchen drei MS vier und auch mehr dem unschuldigen Spiele gewidmet, besonders wenn eS draußen sehr kalt ist. Wird es Zeit, den anderen Menschenfreund auf- zusuchen, welcher es versteht, unseren Gentlcmanproletär gratis wohnen zu lassen und zu gleicher Zeit die Miene anzunehmen, als erwarte er später einmal Bezahlung von ihm, dann erhebt er fich rasch, knüpft sein fadenscheiniges Röcklein mit einem savoir faire zu, als wäre eS der kostbarste Pelz, und entfernt sich, rechts und links in wohlgesetzter Rede sein „Gute Nacht" variirend.— Gute Nacht! Beim ersten Hauch der Nachtluft erstarren die Züge. die er soeben noch in ein Lächeln gezwungen, zum gram- durchfurchten Antlitz. Fröstelnd erreicht er die Stätte, wo er eine ihn erdrückende Gastfreundschaft genießt. Leise wie ein Verbrecher schleicht er fich in die Kammer, um ja nicht durch lauten Tritt die MiethSleutc einmal mehr daran zu mahnen, wie weit er in Rückständen sei. Im Komin der dunklen Kammer glimmen vielleicht noch einige Köhlchen. Der Gentlemanproletär athmet auf. Wieder geborgen für eine Nacht. Aber wie lange kann das noch so gehen? Ein langer, tiefer Seufzer entringt fich seiner Brust. Er starrt in die ab- sterb-nde Gluth. Eine Kohle nacb der andern erlischt So find auch die letzten Reste seiner Jugendträume allmählich ver- glommen. Kälter und kälter erscheint ihm die Welt. Ihm ist's, als sei seine letzte Kraft erstarrt. Noch dieses Aufleuchten eines Köhlchen und dann Nacht, finstere Nacht l— Ihn friert. Es friert ihn bis ins Innerste der Seele.... G-treidezölle aber hat die gesammte Spekulation schon im Dezember eskomptirt. AI g. H ä n e l(dtsch.- fteis.): Die Freunde des Herrn v. Kardorff und die mit ihm in Beziehung Stehenden mögen eine solche Sicherheit vielleicht gehabt haben; zadlreiche Kauf- leute aber haben bis zuletzt geglaubt, die Majorität des Reichs- tags werde fich scheuen, erhöhte GelreidezöUe einzufüb-en Das Spcrrgesetz-st doch ein Ausnahmegesetz, welches gewissen Zoll- sätzen eine rückwirkende Kraft giebt die nur unter ganz außer- gewöhnlichen Verhältnissen zu statuiren ist. Das VereinSzoll- gesetz von 1869 schreibt in§ 11 ausdrücktich vor, daß Veiän- der un gen des Tarifs in der Regel acht Wochen vor ihrem In- klafttreten bekannt gegeben werden soll-n. Das ist geltendes Recht, unsere Kauflcute haben also einen RechtS-, nicht bloS einen Billigkeitsanspruch. Abg. Windthor st: Ich habe, um in zweiter Lesung meinen Antrag allen Parteien möglichst akzeptabel zu machen, mich mit dem 15. Januar einverstanden erklärt und werde für meine Person auch heute dafür stimmen, da ich in parlamen- tarischen Dingen unbedingt Wort zu halten gewohnt bin. Sehr verwundert bin ich über die Befürchtung des Herrn Staatssekretai's, daß die Annahme der Klausel für künftige Zolltarif-Nov-llen typisch werden möchte. Soll denn ein Alt der Gerechligkeit nicht immer wiederholt werden? Ich werde bei solchen künfligen Gelegenheiten als Men'ch als Abgeord- neter für dasselbe Prinzip mit derselben Energie eintreten. Man sollte doch nicht stets einseitig den finanziellen Gcstchts- punkl in Betracht ziehen. Staa-ssekrctär v. Burchard: Der Mohn ist jetzt zoll- frei und fällt also gar nicht unter das Sperrgesetz. Man hat 1879 ein gleiches Gesetz von erheblich größerer Tragweite ohne eine solche Klausel beschloffen, ohne daß fich Unzuträglichleiten bemerkbar machten. Wenn die Gesetzgebung spricht, kann es fich immer nur um Billigkeits-, nicht um Rechtsansprüche der Betheiligtcn handeln. Der§ 11 des Gesetzes von 1869 fixirt eben nur die Regel, welche unter besonderen Umständen Aus- nahmen zuläßt. Abg. Richter- Die Berufung auf 1879 ist hier aar nicht maßgebend. DaS damalige Everrgesetz wurde am 31. Mai angenommen, die Sperre für alle Materialwaarcn u. s. w. aber erst am 10. Juli verhängt. Der Spielraum von sechs Wochen geht diesmal ganz veilaren. denn in dem Augenblick«, wo wir das Gesetz hier annehmen, wird t-legraphischan der Grenze die Sperre veriügt. Durchaus typisch ist es, daß in dem Augen- blicke, wo hier umfassende Handelsinteressen in Frage stehen, schon künftige Sperrgesetze für weitere Zollerhöbungen in Aus- ficht gestellt werden. Das zeigt unS, welche Rückficht. welches Verständiriß diese Regierung hat für die Nothwendigkeit einer stchercn Grundlage für Handel und Industrie! Ihre ganze Kolonialpolstik ist ja ein Quark gegen diese Beunruhigung der gesammten HandelSwelt.(Große Unruhe und Mutten rechts, Zustimmung links.) Muß man denn ein wilder Jin.dianer sein, und mit Palmöl und Schnaps handeln um Berückfichtigung zu erfahren? Hat nicht der deutsche Kaufmann einen vlei höheren Anspruch darauf, von der Regierung anständig be- handelt zu werden? DaS Schlimmste ist, daß jetzt Alles von den Interessenten hinter den Kouliffen abgemacht wird, weil man es heute für richtiger hält, daß jeder Interessent rückstchtslos gegen den Staat losstürmt, anstatt die Interessen der Allgemeinheit zu fördern! Wer hat denn spekulirt? Die Gutsbesttzer am meisten!(Stürmische Unterbrechung rechts, Namen nennen!) Lesen Sie doch die Börsenberichte der biefigen Zeitungen von dem Tage, wo die Zollerhöhung auf Roggen und Weizen hier beschlossen wurde. Da beißt es, eS lagen sehr zahlreiche Realisation sordres auS den Provinzen vor, also von den Guts- befitzern auf dem Lande; diese haben also auf die Steigerung der Preise spekulirt, um fie mitzunehmen. Die Agrarier find eben jetzt mehr im Stande, fich darüber zu orientiren, was an Zoll herauskommen wird, als andere Kreise. Auf die Gnade des Bundesraths soll man angewiesen sein, vielleicht wachen- lang auf die Entscheidung desselben warten! Wenn nun auch der Mohn ausfällt, so bleibt dock RapS und Rübsaat übrig; ebenso Oel. Steht es bei der Majorität schon fest, daß die Pofition an die Kommisflon überwiesen wird, so würde die Svene des Oels heute nicht eintreten können. Diese Sperre würde besonders eingreifen, denn bis zum Freilog Abend wußte man nicht, daß auch für Oel eine Zollerhöhung vorge- ''- Sie daS Oel in die schlagen werden werden sollte. Wenn Kommisfion verweisen, dann verstehe ich nicht, wie Sie Raps nnd Rübsaat im Plenum verhandeln wollen. Jedenfalls be- antrage ich, für Raps, Rübsaat und Oel den 1. Februar im Sperrgesetz auftecht zu erhalten. Abg. Woermann beantragt dasselbe bezüglich der Po- fition„Mais". Prästcent v. Wedell bezeichnet den vom Abg. Richter gebrauchten Ausdruck„Quark" als parlamentarisch durchaus unzulässtg. Staatssekretair v. Burchard: Schon vor sechs Monaten ist die Zollerhöhung avistrt, und find daraufhin von Epeku- lanten ungeheure Vorräthe importirt worden. Ich kann meine Ausführungen dem Abg. Richter gegenüber nach allen Rich- tungen nur auftecht halten- Abgeordmter Kopfer spricht fich für den Antrag Scipio aus. Abg. v. K a r d o r f f würde gegen die Anträge Richter, als praktisch sehr unwesentlich, an fich nichts einzuwenden haben, wenn nur für Getreide ic. die bisherigen Beschlüsse aufrecht erhalten werden. Daß die GutSbefitzer ihre Vorräthe zurückhalten, wenn fie hoffen, später bessere Preise zu erzielen, ist doch leine Spekulation, die mit Börsenmanövern verglichen werden kann. Ueberhaupt sollte der Abg. Richter unS doch nicht immer Interessenvertretung vorwerfen; wir find so gut wie Sie Vertteter der deutschen Nation und würden unS elend vorkommen, wenn wir hier unsere eigenen Interessen in den Vordergrund treten ließen. Abg. Woermann bestreitet, daß man in Hamburg schou im Dezember v. I. auf einen erhöhten MaiSzoll spekulirt habe, zumal ja auch die Vorlage aar keinen höheren MaiSzoll beantragt habe. Mit den Antragstellern aus dem Hause habe man in Hamburg nicht Fühlung gehabt. Redner wird dem Antrag Ecipio zustimmen. Abg. Langwerth v. Simmern ist ein Gegner aller Zollerhöhungen. obwohl fie ihm als GutSbefitzer nicht un- wesentliche Voriheile bringen; aber hier handelt es fich um eine ein fache Frage der Gerechtigkeit. Bei dem Jnteressenkampf zwischen verschiedenen Gesellschaftsklassen, der hier vorliegt, bandelt es fich um eine grwiffe Vermögensverschiebuna(Zu- stimniung link«), da ist es ein Gebot der Gerechtigkeit, die größtmöalichste Rückficht zu üben, ielbst wenn die Betroffenen sich in Bezug aus die Höhe ihreS Scdadens irrten, sogar gar keinen Nachtheil vom Zoll hätten. Auf materiellem wie auf geistigem Gebiet genügt es, daß die Leute geschädigt zu sein glauben, um ein UebergangSstadium in mildester und weit- gehendster Form zu rechtfertigm. Der Redner empfiehlt den Anirag Windthorst mit dem Zusatz Scipio(1. Februar als Termin), denn justiti» faudawentnin regnorum. Abg. Richter: Wenn die Guttbefitzer ihre Vorräthe, bis bessere Preise gezahll werden, zurückhalten, so thun fie Sinz dasselbe, was der auf Zollerhöhung spekulirende Händler ut. Dies letztere nennen Sic(rech») aber Wucher, während es doch nur eine Haussespekulation ist, die fich auf die vor- handenen Vorräthe im Lande stützt. Damit schließt die Generalditkusfion. Nach den Beschlüssen der zweiten Lesung zu§ 1 sollen der Sperre unterworfen wer- den Getreide u. s w.; Kraftmehl, Puder u. s. w.; Mühlen- fabrikate u- s. w. und anderes(d. h. Rüb-) Oel in Fässern; endlich Schaumweine. Diese. Fassung findet auch jetzt die Zu- stlmmung des Hauses. In Bezug auf den Zusatz zu§ 1, welcher auf Antrag Windthorst zur Annahme gelangt ist, und wonach Gegenstände, die in Folge von nachweislich vor dea 15. Januar abgeschlossenen Verträgen eingeführt werden, nicht unter die Sperre fallen, wird zunächst eine Verlegung des Termins auf den 1. Fcdrua gegen die Stimmen der Frei- finnigen, Volkspartei, Sozialdemokraten und Nationalliberalen mit Ausnahme des Abg. Leemann abgelehnt. Ebenso werden die von Richter und Woermann gestellten Anträge, wenigstens für Raps, Rübsaat. Oel und Mais den Termtndes 1 Februar einzusetzen, abgelehnt.§ 1 wird hiernach in folgender Fassung angenommen: „Die Eingangszölle von den nach Nr. 9(Getreidezölle K.) Nr. 25 q 1(Kraftmehl, Puder Zt.), Nr. 25 q 2(Mühleip fabrikate«.) und Nr. 26 a 4(anderes Oel in Fässern) bei gegenwärtig geltenden Zolltarists zollpflichtigen Grgenständm sowie von den unter Nr. 25 o 2 dieses Tarifs fallenden Schaumwein können durch Anordnung des Reichskanzlers in derjenigen Höhe in vorläufige Hebung gesetzt werden, welche der Reichstag bei der zweiten Lesung des demselben vorliegen' den Entwurfs eines Gesetzes, betreffend die Abänderung dl» Zolltarifgeseyes vom 15. Juli 1879, genehmigt hat oder noch genehmigen wird. Verträgen eingeführt werden, welche nachweislich vor dein 15- Januar d. I. abgeschlossen worden find, finden die vorstehe»' den Bestimmungen auf dieselben keine Anwendung.". Die§§ 2 und 3 werden ohne Debatte genehmigt, o» § 4 will Abg. Richter Aenderungsanträge nicht stellen nach Erfahrungen bei§ 1, wo, trotzdem v. Kardorff fich in BeM auf Raps und Rübsaat für seinen Antrag erklärte, doch»" ganze Rechte dagegen gestimmt habe.,.. Abg. v. Kardorff erklärt, selbst gegen den AM Richter gestimmt und auch ausdrücklich gesagt zu haben, tm" die Lache für sehr unbedeutend hatte.. Auch§ 4 wird unverändert angenommen, worauf»r Eperrgesetz erledigt ist bis auf die noch ausstehende stimmung über das Gesetz im Ganzen, deffen Fassung einer kleinen redaktionellen Aenderung in 8 1 bedarf.. Darauf wird die zweite Bcrathung der Zolltarn Novelle fortgesetzt: ä)(RapS, R ü b s a a t und Für Raps und Rübsaat, bisher mit 50 Pf. verzollt, will b Vorlage einen Zoll von 1 M., die„freie Vereinigung'% 3 M. Für Mohn, der bisher zollfrei war und den auch Regierung zollfrei lassen will, beantragt die„freie Vereinigt. 3 Mark.; v. Wöllwarth und Graf S t o l b e r g 2 � v. O w endlich will für Raps, Rübsaat und Mohn 8»»� einen Zoll von 2 Mk. Abg. v Ow(deutschst.)- Der Zollsatz der Vorlage]? Raps und Rübsaat sei zu niedrig, um den sehr stark gegangenen Rapsbau wirksam zu schützen, während ein 5' von 3 M. der Oelmüllerei schaden würde. Redner Hai Schutz der Oelindustrie einen Oelzoll von 8 M. beantragt il° den vas Haus später entscheiden werde..... Abg. Schräder(deutschfr.): Raps und Rübsaat% fich vom Oel nicht getrennt behandeln- Der deutsche Rav»°" ist zurückgegangen nicht in Folge zu niedriger Prelse, so» in Folge der Uostcherheit der Ernteerträge und ist verdri ßyuiyc vti uiifiuitiyiiv vtt unv iji durch die Zöckeliübe. Eine Erhöhung des Rapszolles#»% daher den Landwirthen jetzt nichts nützen und nur verstaN»'" sein, wenn der Anbau anderer Getreidearten nicht lob»� genug wäre. Oder scheint Ihnen etwa auch nach Erl der Getreidezölle der landwirthschaftliche Betrieb noch lohnend genug zu sein?(Rufe rechts: Allerdings nicht!)*.j wollte ich nur hören!(Heiterkeit.) Auch eine Erhöhung Oelzolles würde der Oelmüllerei kein Aequivalent biete«.L die Schädigung durch einen hohen Rapszoll. Man FeK denn vielmehr gleichzeitig auch den Petroleumzoll erhöhen.,'.» beantrage daher in erster Linie Ablehnung jeder Zoller�h bei diesen Pofitionen, eventuell aber Verweisung Verselbs»,-z,,« der Pofition„Oel" an die Zolltarif Kommisfion zur gr#' Vorprüfung. ai Abg. v. Wöllwarth(kons.) protestirt zunächst p seiner Parteigenossen gegen den Vorwurf des Eigennutz":„ hat gestern gegen den höheren Haferzoll gestimmt, obwoi'„ als Landwrrth hauptsächlich Hafer verkaufe, während!' ü v. Ow, der keinen Hafer verkaufe, für den Zoll gestimmt Er bittet um Annahme schiedenen O'ftnüllern 2 M. erträglich sei, währ-----....-------------... würden. Ein mäßiger Mohnzoll sei allerdings wünschend zur Hebung des stark zurückgegangenen MohnbaueS., Struckmann und Buhl«klären sich für kommt Berathung der Pofitionen..... � Landesökonomierath Tbiel: Gerade mit Rückst» die Interessen der Oelindustrie haben die Reginungr« niedrigen Rapszoll von 1 M vorgeschlagen...W Abg. v. Ow ist für sofortige Berathung dies« im Plenum- Die Kommisflon würde keine stchere Gran 5 für ihre Bnathungen haben; ehe fie nicht weiß, welcvs] p* für Raps und Rüdsaat angenommen wird, hat fie kernen halt für die Maßregeln zum Schutze d« Oelindustrie. Dem Antrag Schräder gemäß wird die Position � Rübsaat. Mohn" mit 135 gegen 134 Stimmen«"" Kommission zur Vorberathung verwiesen. Dasselbe ge, mit der Pofition„Oel".$ ES folgt die B«athung d« Pofition„Mais■ gegenwärtige Zoll, den die Vorlage beibehalten will,# 50 Pf. Die freie Vereinigung beantragt 1 Mk..x;. Abg. Trimborn beantragt, den bisher unter � sonders genannte Getreidearten" mit 1 Ml. verzollten> schen Dari dem MaiS gleichzustellen und für be» � Zollsatz von 50 Pf. beizubehalten, und zwar im 8";, üßW Landwirtbschaft von Süd- und Westdeutschland, 11 11 Futterstoffe einführen müsse.. Abg. v. Wedell-Malchow(kons.) rechtfertigt höhung des Maiszolles mit dem Hinweis darauf, daß».yi» ein scharf« Konkurrent der Kartoffel, deS Haf«S unv �« Futterstoffe, ja sogar des Roggens geworden sei. Auw Sptritusfabrikation ist er bereits verwendet worden, M mit einem Erfolge, der leicht den guten Ruf 0»»# SpiriiuSfabrikation gefährden könnte. Daher rvürve � ein höherer Zoll unbedenklich fein als d« jetzt vorfltt» t>« auf einem ttarnnrnmiS im S-Knabe der freien V" M d« auf einem Kompromiß im Echootze der freien Rickert(dtsch.-freis): Diese Debatte lehrreichsten in d« Zollftage.(Sebr wahr!) Es en immer mehr, was hinter den Konliffen vorgeht.»Kio ein Kompromiß, an das die Herren gebunden find.,. Trimborn ist heute als Räch« dieser Politik aufae>r. ich möchte ihm nur zurufen: Was Du nicht willst,. Dir thu, das füg' auch keinem Andern zu.(Brao ��c- tzeute streckt« die Arme gen Himmel und bittet sein wfl Maß zu halten, damit dn Westen nicht zu Scha».. bj'-J Er selbst aber hat für die 3 M. Wetzen gestimmt. gtj gar nickt Maß gehalten. Sehen Sie, i«#*.. ganz Recht(Heiterkeit), hätten wir nur taktische Hje• dann könnten wir Schadenfreude empfinden, wen �"-i Landwi.thschaft diesen höheren Zoll auflegen: ftn,itw 7; nicht so bös(Oh! rechts), wir werden für die La» hier ein Wort einlegen und wünschen ihr dreje zuhalten. Was soll hier die Erhöbung? Der Anda in Deutschland ist ganz bedeutend(300000 8*»-� ifi f werden 2—4 Millionen Doppelzentner. CS is'« j<< � Finanzzoll in Frage, den Sie gegen den W aß#» J erung einführen wollen. Freilich, d« Adg-«i» n auch als Schutzzoll dezeichnet, well kS L, Frev F ö uns f t?»is ß' das ftJStn den ptn Insoweit die obengenannten Gegenstände in Folge Ä'Ä ff K N atau§ 1, gt ist, und hvor dem erden, nicht egung des n der Freis malliberalen t. Ebenso Anträge, Termin des Biernach in idezölle 2c.) ( Mühlen Fäffern) des egenständen fallenden ichskanzlers ben, welche vorliegen Derung des t oder noch Folge von or dem 15. evorstehen hmigt. Zu En nach den in Bezug , doch die Den Antrag ben, daß er Dorauf ba Schlußab flung nod f. Siltarif d Mohn It, will die gung" von n auch die ereinigung rg 2 M on generell Borlage fil tarf zurüd ein Boll er hat jum antragt übe blaat laffen Se Rapsba fe, fonde verdräng olles wil verständli ht lobnend Erhöhung bel noch nicht nicht!) Das höhung bieten für Man müßte böben. ollerbobung erfelben gründlichen Sch und bft Namens nnuges: obwohl a brend Fr timmt hab om von ve n Boll von rei fchädige nfchenswe mmiffarij 8. Rüdficht auf erungen den Bofitionen Grundlage welcher e feinen rie. Boll on, Raph " men an eine elbe gefchlebt ais" Da vill, beträgt er nicht be ollten fyri rbeide ben licher Konkurrent für die Kartoffel sei. Der Mais stebt gar im Verdacht, zur menschlichen Nahrung zu dienen. Das macht ihm natürlich den Garaus, da muß ein Boll helfen. wenn es fich um das liebe Vieh handelt, wie beim Hafer, Stur Dann fann man noch eine Ausnahme machen. Aber den Men en e Landwirthe. ges Surrogat in der Landwirthschaft, er dient insbesondere als Futtermittel, namentlich als Grünfutter in der klei ren Wirthschaft. Sind die Kartoffeln auswärts mißrathen, schiden unsere Landwirthe, wie es thatsächlich geschehen, Rartoffeln zu theueren Breisen nach England, Holland 2c. beziehen Mais au billigeren Preisen von auswärts. Der bg. Trimborn hat Recht: Dieser erhöhte Boll schädigt nur Ich möchte ihn bitten, mit mir den Antrag Aufhebung auch des jetzigen Zolles zu stellen.( Abgeord eler Trimborn: Aussichtslos!) Durchaus nicht, wenn Sie bie Freunde vom Bentrum dafür gewinnen. Ueberlegen ir es uns bis zur dritten Lesung. Wenn der Abg. Trimorn als Freund der jezigen Wirthschaftspolitik schon das Geständniß macht, habe in diesen agen den Eindruck empfangen, als sollen die Interen der Landwirthschaft des Ostens auch diejenigen ganzen Nation sein, so glauben wir, er wird sehr zu der Ueberzeugung kommen, daß noch mehr richtig ist, das Interesse eines Theiles der Landwirthschaft und zwar nehmlich des Großgrundbefizes jest an die Stelle des Intereffes der Gesammtheit treten soll. Bald er Landes- Dekonomieralh Thiel: Die Regierung hat zwar laubt, daß, ohne den Betrieb der Brennerei zu beeinträchen, der gegenwärtige Boll auf Mais beibehalten werden Linne. Aber wenn die Mehrheit im Hause wünscht, daß ein e versteuert wird, würden auch die verbündeten Regies en nicht Widerspruch erbeben. fast nur vom Ausland gebaut, und er ist wichtig für uns als Futtermittel und Robprodukt für die Industrie. Herr v. Wedell Malchow hat den erböhten Maiszoll gerechtfertigt, well durch den Mais der gnte Ruf unserer Spiritusbrenneret geschädigt werde. Ich will das nicht für eine Heuchelet er flären. Aber mir scheint, die Herren geniren fich ihrer wahren Gründe. Sie sähen es am liebsten, wenn sie alles allein nach ihrem Befinden ordnen könnten. Herr v. Schalicha sagt, man solle fich doch beruhigen, das Ausland trage ja diesen Zoll. Wo steht das geschrieben?( Beifall und Heiterfeit links) Das Ansland trägt wohl Finanzzölle, aber niemals Schutzölle. Stimmen Sie daher meinem Antrage zn! Abg. Uhden( fonservativ): Es ist durchaus falsch, den Mais als ein ausländisches Gewächs zu behandeln und den Mais oll blos als Finanzzoll anzusehen. Gerade im Interesse des deutschen Waisbaues bitte ich Sie, den höheren Bollsat anzunehmen. Nach Schluß der Diskussion wird zunächst beschlossen, den syrischen Dari nach dem Antrag Trimborn dem Mais hinficht lich der Höhe des Bolles gleichzustellen; die von der freien Vereinigung beantragte Erhöhung des Bolles auf 1 M. dagegen in namentlicher Abstimmung mit 152 gegen 144 Stimmen abgelehnt, und der jezige Bollsag von 0,50 M. angenommen. Gegen die Erhöhung stimmen die Freifinnigen, Volksparteiler und Sozialdemokraten, ferner die National die Welfen, die liberalen bis auf den Abg. Scipio, die Welfen, die Elfäffer Kable und v. Dietrich sowie etwa 20 Mitglieder des Zentrums. . Abg. Richter beantragt um 4% Uhr die Vertagung der Sigung. Vor der Abstimmung darüber findet die Gesammfabstimmung über das Sperrgefes statt, das mit großer Mehrheit angenommen wird.( Dagegen nur Sozialdemokraten, Freifinnige und einige Volks parteiler.) bg. v. Saliha( Bentr.): Es wird hier immer in Awurf vollem Tone von der Interessenpolitik, die wir veren follten, gesprochen. Aber betreiben nicht alle im gewiffen Bollfag 1,20 M., nach der Vorlage 3 M., nach dem Vorschlag Sinne Intereffenpolitik? Herr Trimborn spricht zu Gunsten De Kleinbauern in Süd- und Westdeutschland gegen die Er hung des Maiszolls. Die Erhöhung des Holzzolls wurde Jon einem großen Holzhändler und einem Bellulose- Fabrikanken belämpft. Von der Kolonialpolitik will ich gar nicht erst holen. teben. Ich bin am Maiszoll nicht interesfirt. Aber für fabrik die Rüben aus Baden zu holen, so wenig lohne für mi war maßgebend, der Erhöhung des Maiszolls zuzu Rimmen, weil er in der That vom Ausland getragen Derartige irra ionelle Anlagen sollte man nicht noch durch hohe Der Vertagungsantrag wird darauf abgelehnt; das Haus wendet sich zur Berathung der Position Malz: bisheriger toirb. Die Wohin follen Ungarn, die Donauländer und Abg. 3eiz befürwortet einen Boll von 2,25 M. Die süddeutschen Mälzereien, welche um einen höheren Boll bitten, leiden hauptsächlich darunter, daß fie ihre Gerfte zu weit her holen. So wenig es rationell sei, für eine pommerſche BuckerStuttgarter Mälzereien die Beschaffung der Gerste aus Olmüß. Bölle begünstigen. Abg. Lenzmann beantragt einen Bollsag von 2 M. Um 4% Uhr vertagt sich das Haus bis Freitag 2 Uhr. Sub Rußland anders mit ihrem Mais, als nach Deutschland? e Kleinbauern haben zu Tausenden um die Erhöhung der Betreibezölle petitionirt, und ihre Unterschriften befunden, daß( Bremer Bollanschluß.) wir es mit echten Bauern zu thun haben. Die Herren links age ich: woher auf einmal Shre Vorliebe für die Schnaps britation? Ist doch erwiesen, in welchem Umfange Mais in den Sprit- Brennereien verwendet wird. Surren Abg. Richter: Die Auseinandersetzung zwischen den aus dem Bentrum war mir sehr interessant. Mehr und hr tritt hervor, daß gegen die agrarische Führung der Strumspartei es zu gähren, beginnt. Es stellt sich heraus, Shre Vortheile und die Ihrer Wähler recht oft verschieden manche Abgeordnete aus dem Westen haben sich überdaß die landwirthschaftlichen Interessen ihrer Gegenden it dieselben find, wie die landwirthschaftlichen Interessen Beter, die im agrarischen Sinne die Führung übernommen aben. Herr Windthorft hat es zwar auch während der genwärtigen Berathung an guten Worten nicht fehlen lassen, her es wäre beffer gewesen, wenn er mehr Gefolgschaft hinter 14 hätte. Die Bentrumspartei ist verantwortlich für diese Lokales. N. Ein unzerreißbarer Stoff. Aus den Fasern einer Bananenart( musa textilis), welche bereits zu den feinsten Tauen verarbeitet wurden, ist es einem hiesigen Webermeister gelungen, einen fast unzerreißbaren Stoff für Kinder zu weben. Familien, welche reich mit Kindern gesegnet sind, dürften hieran wohl das meiste Jnteresse haben. Polizei- Bericht. Am 17. b. M. Nachmittags verunglückte Der Monteur Schönfeld in der Druckerei von Moffe, Jerusalemerftraße 48/49, dadurch, daß er beim Paffiten einer Treppe einige Stufen hinabfiel und dabei am Knöchel derartige Verlegungen erlitt, daß er nach dem Augusta- Hospital gebracht werden mußte. Um dieselbe Zeit des nächsten Tages wurde in der Nähe der Albrechtshoferbrücke die Leiche einer etwa 24 Jahre alten Frauensperson, anscheinend Dienstmädchen, aus dem bracht. Zu derselben Zeit entstand in dem Hause KleinJange Bollpolitit, weil fie die ausschlaggebende Partei ist. Es ist Landwehrkanal gezogen und nach dem Obduktionshause ge vergeblicher Versuch, mit Anträgen, wie wir gestern einen im bgeordnetenbause berathen haben, diese Verantwortlichkeit Don fich abwälzen zu wollen. Herr von Schalscha hat sich auf berufen, daß auch die fleinen Grundbefizer nach der höhung der Getreidezölle verlangt haben, aber die Fabrikation Don Betitionen der Kleinbauern ist bekannt, fte geht aus von eln v. Tiedemann- Jatobadorf, Behrenstraße 52. Von da nb Birkulare maffenhaft ins Land geschickt worden, die nur bie Biffern für die betreffenden Zölle eingesezt zu werden brauchten. Nur der Mais fehlt in diesem Schema. Der Herr Baron, der Führer der Kleinbauern, hat sich also wahrscheinlich it getraut, mit dieser Position vor die fleinen Bauern zu immen zu fönnen, aber in demselben Augenblicke bin ich von ollständiges Schema für die Petitionen enthalten, so daß treten. Ich war erfreut, heute einmal mit der Regierung beerenstraße 24 dadurch Feuer, daß die Balfenlage der Leimfüche einer Tischler. Werkstatt in Folge der Schadhaftigkeit der Ueberwölbung in Brand gerathen war. Die Feuerwehr löschte das Feuer in kurzer Zeit. In der Nacht vom 18 zum 19. b. M. fiel ein junger Mann anscheinend in der Trunkenheit am Waterloo- Ufer in den Landwehrkanal, wurde jedoch, ohne Schaden genommen zu haben, aus dem Wasser gezogen, und, nachdem er auf der Wache des 35. Polizei Reviers mit trockenen Kleidern versehen worden war, nach seiner am Waterloo- Ufer belegenen Wohnung gebracht. 390 1242 Gerichts- Zeitung. You izos a. Wegen vier schwerer Urkundenfälschungen, zweier vor der 1. Strafkammer des Landgerichts I. der 18jährige Der Regierung im Stiche gelaffen worden, und der Herr Ver- Unterschlagungen und eines Betruges hatte sich gestern treter derfelben hat zu den Auslaffungen des Herrn v. WedellMalchow bemerkt, daß eine Erhöhung des Bolls ja auch nüglich Julius H. zu verantworten, der im vorigen Jahre bei dem fein tönne. Worauf soll man fich da noch verlassen( heiterkeit), Baumeister T. als Buchhalter für einen Monatsgehalt von Wenn die Regierung fich so ins Schlepptau der Fraktionspolitik nehmen läßt; das ist ja geradezu eine parlamentarische Regie: tung.( Große Heiterkeit.) Und doch drückt dieser Boll nicht wurde, so tam H. oft in große Noth. Sein Prinzipal schuldete nur 48 M. beschäftigt war. Da ihm dieses kleine Gehalt auch nur gleichsam tropfenweise, in ganz fleinen Raten gezahlt nun einen größeren Gerichts kostenbetrag, den er in monatlichen Soziales und Arbeiterbewegung. Die deutsche Rübenzuckerfabrikation und der auslän dische Markt. Das Februarheft des Deutschen Handelsarchivs" bringt einen namentlich durch die in den Mittheilungen aus dem Auslande enthaltenen Angaben interessanten Ueberblick über die Lage des Zuckermarktes. Berichte aus Budapest, Jaffa, Adrianopel, Konftantinopel, Egypten, Marotto, Newyort, St. Louis, Port au Prince, Valparaiso, Wilna, Warschau, Barcelona und Serbien beschäftigen sich mit diesem Gegen stande. In der Türkei dominiren, wie aus dem betreffenden Auffage hervorgeht, die Produkte der österreichischen Buders industrie, welche mit Glück die Konkurrenz gegen Frankreich geführt hat. An der Einfuhr von Rübenzucker nach Egypten find Defterreich und Frankreich ungefähr gleichmäßig betheiligt. Auch die Einfuhr deutschen Buckers nach Marotto ist im Ber gleich zu dem, was von anderen Ländern an Rübenzucker dort importirt wird, nur gering, und zwar wesentlich wegen der Form unseres Hutzuckers. Die Marottaner bevorzugen näm lich kleine Brode im Gewicht von 3 Kilogr., die deutschen Fas britanten aber haben bisher trop mehrfacher Anregungen die Kosten der Anschaffung kleinerer Hutformen gescheut. Aehnlich lauten die Berichte aus Port au Prince auf Hayti, wo Frant reich und die Vereinigten Staaten durch Lieferung kleinerer Brode Deutschland gegenüber gleichfalls das Feld behaupten. In den Vereinigten Staaten giebt es nur eine Rübenzuder fabrik und zwar in Kalifornien; dagegen existiren im Unions gebiete zahlreiche Raffinerien, welche den Rohzucker größtentheils aus Deutschland beziehen; die großen Raffinerien in St. Louis verarbeiten jedoch keinen deutschen Rohzuder, weil er einen eigenthümlichen Geruch haben soll, den sie nicht zu beseitigen vermögen. In Chile ist Frankreich von Deutschland überflügelt worden. In Polen hat die deutsche Einfuhr seit zwölf Jahren aufgehört; als Gründe werden die eigene Ueberproduktion in Rufftsch- Bolen und die Höhe des Eingangszolles angegeben. In Barcelona( Spanien) ist der deutsche, von Hamburg aus geleitete Buderimport ebenfalls in starker Abnahme begriffen; auch dort wird der Rückgang auf die Bollmaßregeln zurückgeführt. Schädlich ist der Einfuhr von deutschem Rübenzucker vor allem der Umstand, daß in Spanien die Einfuhr von Rohrzucker aus den Kolonien zollfrei erfolgt und daß die Negierung Alles aufbietet, diesen kolonialen Produkten Absatz zu verschaffen. Vereine und Versammlungen. be. Die Versammlung des Bezirksvereins des werkthätigen Boltes im 29., 30. und 31. Kommunalwahlbezirk, die am Mittwoch, den 18. d. Mts., Abends, im Restaurant Golle, Linienstraße 30, stattfand, war ein deutlicher Beweis dafür, daß auch im 5. Reichstagswahlkreise, dieser sogenannten Domäne der Fortschrittspartei, es fich unter den Arbeitern lebhaft regt, die fich auch in Maffen eingefunden hatten, um einen Vortrag des Stadtverordneten Herrn Goerdi über fommunale Angele genheiten zu hören. Der Redner bezeichnete zunächst das Budget der Stadt Berlin als einigermaßen in Einnahme und Ausgabe balanzirend, erklärte sich aber durchaus nicht mit einer Finanzwirthschaft einverstanden, welche die Anleihen in einer wahrhaft beängstigenden Weise anschwellen lasse und auf Kosten der Bukunft für die Gegenwart Schulden mache. Die noth wendigen Ausgaben müßten durch Steuern gedeckt werden, die direkt und progressiv zu erheben seien. Vor Allem sei eine Reform der Miethssteuer( Steuerfreiheit der Wohnungen unter 600 Mart) geboten, wenn nicht ihre gänzliche nach als Aufhebung, da ste ihrer Natur indirette Steuer, die allerdings wie die Stempelsteuer direkt erhoben würde, von den Miethern getragen werde und als Kopffteuer die große Maffe der Bevölkerung, die Arbeiter, am meisten belafte. Eine große Erleichterung für die Kommune werde die durch das Unfallversicherungsgesetz eintretende Entlastung des Armenbudgets sein, dagegen wären für die Kommunal und Fortbildungsschulen noch höhere Ausgaben erforderlich, trogdem anzuerkennen sei, daß dieselben jetzt schon Vortreffliches leisten, nicht zum Wenigsten ein Verdienst der Arbeiter selber, die trop ihrer gedrückten Lage für ihre Familien Opfer zu bringen wüßten, deren erziehende Thätigkeit den Schalunter richt erst richtig ergänze. Der Ausgabeetat selber lönne faum beschnitten werden, aber neue Einnahmequellen würden fich durch den nothwendigen gänzlichen Uebergang der Beleuch tungseinrichtungen und der Pferdebahnen in die Verwaltung der Stadt eröffnen. Die bereits errichteten städtischen Gas werte ergäben einen Ueberschuß von jährlich 3 Millionen Mark, aber die englische Gasgesellschaft, die das Gas um derfelbe beruht vielmehr nur auf einem Kompromiß. Der eine Theilzahlungen von 30 M. entrichtete. Als am 23. Auguft erheben, sodaß die Konsumenten der englischen Gesellschaft jolls für gut, der andere dagegen wünschte die Beibehaltung des bisherigen Bolles; diesem Kompromiß ftimmt also die Re gierung ohne Weiteres zu. Die Schnapsfrage spielt auch hier eine wichtige Rolle. Wenn wirklich die Verwendung des Mais in den Brennereien dem Renommee unseres Spiritus im Ausfahren entgegenzutreten, diesem Uebel müßte doch auf anderem lande schadet, so ist doch der Boll nicht ein Mittel, diesem Ver- aber wiederum die empfangene echte Quittung, indem er den Bege entgegengetreten werdem. Um die Spiritusbrennerei holte er die Unterschlagung und Urkundenfälschung, indem er zu schützen, wollen Sie ein Futtermittel höher besteuern und fo die Produktionskosten der Landwirthschaft erhöhen; aber gestern haben Sie aus diesem Grunde gegen den höheren dieselbe Zeit ersuchte er einen Geschäftsfreund seines Bringi Intereffe baferzoll gestimmt. Sie sollten doch dieselbe Konsequenz auch Die billig rtigt die G Mail aß der und ander Auch für b n, allerding er deutsche vürde felb orgefchlagen Bereinigun ift eine b enthult Ad lfo auch bi ! Der Ab etreten, ft, das ma Cavo! lin eine Freund den tomm ba bat biebt Sha Radfo enn Sie ber wir ndwirthid en Boll au von eingef alfo nur llen ber Wedell is ein Die Erhöhung hier ziehen, zumal der ausländische Hafer eine direkte Kon furrenz dem inländischen macht, was bei dem Mais doch nicht der Fall ist. Der Herr Reichetangler hat gesagt, daß so viel Getreide in Deutschland gebaut werde, daß es sogar an das Bich verfüttert werden müffe. gesteigert würden und somit die Verwendung desselben als Biebfutter eingeschränkt wird, sollte man doch bedacht sein, Surrogate für den Ausfall zu schaffen. Es ist bemerkt wor Der Wenn nun iegt durch Getreidezölle bie Getreidepreise v. J.. die 30 M. zur Begleichung an der Steuerkaffe er hielt, da hielt dieser das Geld an sich und verbrauchte einen fleinen Theil davon für seinen Lebensunterhalt. Um eine Entdeckung zu verhüten, fälschte er eine vorhandene Quittung, indem er das alte Datum wegradirte und das neue an dessen Stelle sette. Später zahlte er das Geld allerdings ein, fälschte 29. August in den 23. umwandelte. Im September wieder Diesmal das Quittungsformular selbst ausfüllte und die Namen der Steuerbeamten fälschlich unter die Quittung sezte. Um pals, fälschlich im Auftrage deffelben, um ein Darlehn von 30 M., wogegen er eine fälschlich mit der Namensunterschrift feines Prinzipals versehene Quittung überreichte. Der Ange tlagte geftand seine Handlungen reumüthig unter Thränen ein und bat nur um eine milde Beurtheilung seiner Strafthaten. Diese wurde ihm auch mit Rücksicht auf seine Nothlage und seine Jugend zu Theil; er wurde nur zu 6 Monaten Ge fängniß verurtheilt, wovon ein Monat auf die erlittene Unterfuchungshaft angerechnet wurde. Die Strafe mag ja für die Anzahl der einzelnen Strafthaten gering sein, jebenfalls aber betrachten. Ein Baumeister, der sich einen Buchhalter hält und demselben monatlich 48 M. zahlt, ist übrigens auch ein den, daß der Mais sogar mit Mehl vermischt und zum Nog- ist der junge Mann als ein Opfer der frivolen Zustände zu genbrot verwandt wird. Jezt, wo Sie durch die Getreide Bölle das Brot vertheuern, wollen Sie dem kleinen Mann auch noch verwehren, daß er zu dem schlechteren Surrogat greift, Beichen der Beit. Das ist mehr als hart. Auf die Erhöhung des Getreidezolls folgt die des Maiszolls und des Bichorienzolls, bas nimmt gar lein Ende. Die Hauptsache in dieser Frage ist, daß die Kar toffelgruppe so mächtig geworden ist, daß sie die Regierung hat ins Schlepptau nehmen können. Aber die Kartoffelbauern fteben ganz auf freihändlerischem Standpunkte. Millionen von Doppelzeninern der nationalen Kartoffel werden alljährlich nach dem Auslande von ihnen dahin ausgeführt, woher fte das meifte Beld befommen tönnen, ohne Rücksicht darauf, ob auch Der Deutsche Kartoffeln billig haben kann oder nicht. Um so vision seitens der Steuerbehörde mit Beschlag belegt und obige weniger hat man jetzt auch noch ein Recht, den Mais zu ver tann ich Herrn v. Schalscha erwidern, daß man, wenn man y. Der Direktor der Diskonto- Gesellschaft, Herr von Hansemann, sowie die übrigen Direktions- Mitglieder hatten fich, wie wit berichtet haben, derzeit vor dem Schöffengerichte wegen Stempelsteuer- Rontravention zu verantworten. Ünterm 9. Januar 1883 theilte die Gesellschaft der Weiningeroder Kommanditgesellschaft( F. Krumbhaar) mit, daß der von legterer in Auftrag gegebene Ankauf von vierprozentigen Gothaer Pfandbriefen besorgt sei und demnächst Rechnung darüber erfolgen würde. Dieses Schriftftück wurde gelegentlich einer ReAntlage erhoben, weil der Fiskus in dem Briefe eine Schluß note erblickte, welche stempelpflichtig sei. Das Schöffengericht der Staatsanwalt legte gegen das Erkenntniß aber die Befammer des Landgerichts I. zur nochmaligen Verhandlung gevertreten ließen, erzielten aber nicht nur wiederum ein freifprechendes Urtheil, sondern auch, daß die ihnen durch die Vertheidigung erwachsenen Kosten der Staatskaffe auferlegt wurden. Abg. Trimbon( Bentrum): Ma kleiner Grundbefizer theilte nicht diese Anficht, denn es sprach die Angeklagten fret, die Verhandlungen der lezten Jahre verfolgt, den Eindruck rufung ein, worauf die Sache vorgestern vor der sechsten Straferhält, als ob es sich nur um die Großgrundbesitzer handele. mich 5 pCt. billiger liefere, mache der Stadt Konkurrenz und ziehe durch ihr Privilegium eine hohe Rente aus den Taschen der Steuerzahler. Wenn gegen eine Exproprias tion rechtliche Bedenken vorlägen, so möge die Stadt, um der Gesellschaft, die sich gutwillig nicht fügen wolle, die Adern zu unterbinden, das Gas, das bis jest 16 Bf. pro Kbm. Toste, für 8 Pf. liefern, aber eine Gassteuer von 8 Pf. pro Rom. außer dem Preise für das Gas noch die Steuersumme zu zahler hätten. sabler hätten. Daß die elektrische Beleuchtung ebenfalls wieder einer Aktiengesellschaft überlassen wäre, sei ein großer Fehler, so groß, daß selbst eine Anzahl fortschrittlicher Stadt verordneter ihn eingesehen und gelegentlich der legten Abstim mung über die Frage der Beleuchtung des Leipziger Plages mit der Minorität gestimmt habe, die in 4 Jahren von 28 auf 58 Mann gewachsen set. Redner berührt noch den Antrag Singer, betreffend die Vermehrung der Berliner Reichstagswahltreise, und weist darauf hin, daß ein analoger Fall bei Berathung der Petition der Stadtverordn. Hermes, Lowe, Virchow c. gegen die Getreidezölle eintreten werde, wobei man auf das Verhalten des Oberpräsidenten gespannt sein dürfte.Bum Schluß richtet er die Aufforderung an die Versammelten, auch in diesen Kommunalbezirken in ihren Kreisen zu agitiren, damit, wenn bei der Ausloosung des einen Drittels der Stadvers ordneten im kommenden Herbst etwa hier Mandate frei würden, der Beweis geliefert werde, daß die Fortschrittspartei von der III. Wählerabtheilung nicht ein einziges Mandat mehr erhalte. ( Stürmischer Beifall.) Nach einer lebhaften Diskussion, an der die Herren Steindorf, Engler, Steinbach und der Referent fich betheiligten, wurde folgende Resolution einstimmig an genommen: Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und beauftragt den Vorstand des Vereins, dem Stadtverordneten- Vorsteher Dr. Straßmann zur Kenntniß zu bringen, daß sowohl die Re form der Miethssteuer, als auch die Herstellung einer Schule in der Friedrich Wilhelmsstadt( in der Diskussion war auf Die Nothwendigkeit dieser Schule hingewiesen worden) unbe bingt nothwendig ist. Ebenso drückt der Verein sein lebhaftes Bedauern aus, daß die Stadtverordneten Versammlung so wenig den berechtigten Forderungen der berufenen Vertreter Der arbeitenden Bevölkerung gerecht geworden ist. Der Fachverein der Nähmaschinenarbeiter nnd Berufsgenoffen hält am Sonntag, den 22. d. M., Vormittags um 211 Uhr, im oberen Saal von Feuerstein's Restaurant, Alte Jalofstraße 75, eine außerordentliche Generalversammlung ab. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zur allgemeinen Metall arbeiter Vereinigung Deutschlands. 2. Verschiedenes. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung wird um regen. Besuch gebeten. Ich babe, weil ich einen Schutzoll für die Landwirthschaft langte. Die Angeklagten, die fich durch einen Vertheidiger selbst im Café Bellevue unter dem Vorfiz des Stadtverords ftimmt, die wir in Deutschland nicht erzeugen. Ich seye mich zu dieser Abstimmung feineswegs in Widerspruch, wenn ich O gegen die Erhöhung des Maiszolls erkläre; Mais wird Brandenburg a. H. Am Sonntag Boniniftag fand hierneten F. Ewald eine öffentliche Versammlung statt. Auf Der Tagesordnung stand ein Vortrag des Herrn Domprediger a. D. Gandert aus Stendal über die Stellung der Barteien zur sozialen Reform". Schon frühzeitig hatte ich ber Saal gefüllt, der größte Theil der Besucher gehörte dem Arbeiter ftande an, es waren allerdings auch Anhänger der konservati ven und liberalen Parteien zugegen. Im Ganzen ist die Ver fammlung von ungefähr 2000 Personen besucht worden. Wohl mit Rüdficht auf die Busammensetzung der Versammlung bat der Vorsitzende, Herr Ewald, zunächst, den Referenten rubig anzuhören und denselben nicht durch Zwischentufe zu stören, da nach dem Vortrage eine freie Disfuffton gestatttet sei. Herr Gardert schildert hierauf in ausführlicher Weise die Stellung der konservativen Partei zur Sozialreform. Er weist darauf hin, daß diese Partet mehr verspricht als sie hält. Deshalb müffen die Arbeiter selbst für Reformen eintreten. Ganz ebenso verhalte es sich mit der deutschfreifinnigen Partei. Jm Anschluß hieran ergriff Herr Ewald das Wort und sagte, daß man es Dankbar ein anerkennen musse, wenn Mann aus anderen Ständen fich aus freien Stüden der Sache der Arbeiter annehme. Allerdings ist es wahr, daß die Sache der Arbeiter am besten durch Arbeiter selbst ge wahrt wird, es ist aber doch aus, wenn fich auch Vertreter anderer Gesellschaftsklassen der Arbeiterbewegung anschließen. Bum Schluß wurde in einer Resolution dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß Herr Gandert recht bald in Brandenburg wieder einen Vortrag halten möge. Mit Hochs auf Ewald und Gandert trennten fich die Anwesenden. Vermischtes. milling staid Zur Nachachtung empfohlen. Die Amtshauptmannschaft in Großenhain hat verordnet, daß ieder Gast oder Schantwirth ein Verzeichniß der von ihm in seinem Schantlotale zum Verschante gelangenden Biersorten aufzu ftellen bat und hierbei die gestellten Breise nicht nur nach dem ganzen Liter, sondern auch nach dem Sollinhalte sämmtlicher Heute: Coppelia. Theater. Königtiches Opernhaus. Königliches Schauspielhaus. Heute: Alkibiades. Deutsches Theater. verschiedener, in der betreffenden Wirthschaft zum Bierschanke benusten Schantgefäße anzugeben, die Biersorten aber in der allgemein üblichen, eventuell durch Zusäße noch zu verdeuts lichenden Weise: echt Bayerisches Bier, echt Böhmisches Bier, Lagerbier, einfaches Bier" zu bezeichnen find. Buwiderhand lungen werden mit Geldstrafen bis zu 150 Mt. belegt. Seltsame Bitte Ein Angeklagter war mit der Rede seines Vertheidigers nicht zufrieden. Als dieselbe beendigt war, fragte der Präfident: Angeklagter, haben Sie zu Ihrer Vertheidigung noch irgend Etwas hinzuzufügen?"- Nichts, Herr Präsident, als daß ich um Nachsicht des hohen Gerichts. hofs für meinen Vertheidiger bitte!" Heute: Bum 2. Male: Ehrenschulden. Trauerspiel in einem Aufzug von Heyse. Bum 2. Male: Unter Brüdern. Lustspiel in einem Aufzug von Heyse. Im Bunde der Dritte. Bellealliance Theater. Beute: Der Raub der Sabinerinnen. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Heute: Gasparone. Central- Theater: Alte Jakobftraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Heute: Der Walzer König.. folio Residenz- Theater: stam Direktion Anton Anno. | Aufgeschnitten. In einer Buchhandlung forderte Jemand ein neues Weit, das in der Ankündigung übertrieben gelobt war. Als man es ihm reichte, fragte er, ob fein aufgeschnittenes Exemplar vorhanden set? Für das Aufschneiden hat bereits der Herausgeber gesorgt!" lautete die Antwort. smile 1n5090 Gemeinnütiges. Die Diphtheritis, die moderne Geißel des Menschengeschlechts, wüthet unter Erwachsenen wie Rindern fort; aus Stadt und Land, als allen Ständen holt fte ibre Opfer. Sie fragt nicht nach Alter oder Geschlecht, besonders aber für Kinder ift fie zu einer wahren Bestilenz geworden, auch in Bezug auf Ansteckung, da sie den Charakter der Blutvergiftung bat und somit den ganzen Organismus ergreift. Wenn ihre Symptome auch mehr örtlich auftreten, so ift aussichtsvolle Hilfe faft nur im ersten Stadium der heimtüdischen Krankheit möglich. Und nicht immer wird die Gefahr von Laten leicht erkannt, auch ist häufig genug der Arzt nicht sofort zur Stelle. Da ist es denn als ein Glüd zu betrachten, daß ein leicht zu beschaffendes Hausmittel" in den meisten Fällen, wenn Heute: Bum 2. Male: Der Vergnügungszug. Hierauf: Die Schulreiterin. Walhalla- Operetten- Theater: Heute: Der Feldprediger. Louisenstädtisches Theater: Heute: Der Jrrenarzt Oftend Theater: Heute: Die zwei Waisen. Wallner- Theater. Vittoria Theater. Heute: Die Sorglosen. Heute: Sulfurina. Alhambra- Theater. Heute: Selbst ist der Mann, oder: Die Schloffer von Berlin. 337 835 Arbeitsmarkt. 341 Tüchtige Scheiderin auf bessere Morgentöde verlangt Noftigstraße 36, 4 Tr. gradezu. Drechslerlehrling verl. Niemann, Wafferthorstr. 32. Mamfells auf leichte Dollmans verlangt Wernicke, Adalbertstraße 75, v. 3 Tr. Allen Freunden und Bekannten at empfehle ich mein 910 Lokal mit fehr gutem Mittagsfifdi, 00 sowie Abendtisch, Franz. Billard; auch liegt das„ Berliner Boltsblatt zur gefälligen Beachtung aus. 16-17. en gros. auch gerade keine direkte Heilung bewirkt, so doch Umfichgreifen der mörderischen Krankheit wesentlich hindert. Es ist der Terpentin, welcher in Dampfform eing athmet oder mit einem kleinen Löffel direkt in die Rad höhle geführt werden muß. Dadurch ist wenigstens Beit wonnen. Eni Bereitung des Fichtensprossenwassers. Bur D stellung desselben nehme man frische Fichtensproffen, gero fte, fobe mit Waffer, bis sie gelb werden und die Rinde Flüssigkeit wirkt harntreibend, erfrischend, blutreinigend leicht abschält. Dann filtrirt man gut durch, Die erhalte ist vorzüglich nach Erkältung, wo sie sehr zuträglich ist. Str. 4 Gutes nie abspringendes Klebmittel. Ein fold stellt man fich dar, indem man 10 Theile Gummi arabicu 1 Theil Glyzerin, 1 Theil tyst. Soda in 40 Theilen Wa möglichst warm auflöst und dann benußt. Man tann es f wohl warm als talt auf Glas, Metall, Leder, Holz u. s als Klebmittel benugen, das vermöge seiner elastischen Eige schaft nicht abspringt. heint t Einiges über Gemüse. Die Gemüse haben nur ein sehr geringen Nährwerth, denn fte enthalten fast gar leine weißfteffe und nur wenig Stärkemehl, Zucker und Galler Auch find, ihrer vielen anderen und zwar ganz unverdaulid Bestandtheile wegen, ihre nahrhaften Bestandtheile sehr schw verdaulich. Nur so lange fte nob sehr jung find, laffenlin fre fich theilweise gut verdauen. Am verdaulichsten find nod Möhren; am nahrhafteften die zuckerreichen Rüben. Die mei Gemüse find weit mehr Genußmittel und Speisezufäße, Nahrungsmittel. Manche derjenigen Pflanzenstoffe, welche scharfes Del enthalten, tönnen als Gewürze verwendet werde wie Sellerie, Rettig, Radieschen, Knoblauch, Spargel u. 1. Cigarren- u. 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