Nr. 256. Erscheint täglich außer Montags. Abonnenients: Preis pranum.: Vierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pig., Sonntags Nummer mit illustrirter Sonntags- Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich Ungarn 2. Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post Bettungs- Preisliste 1 für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts Jahrg. 13. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, r. 1508. Telegramm Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. „ Vorwärts" mit der illustrirten Sonntags- Beilage ,, Die Neue Welt". Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 2,20 M. für die Monate November- Dezember entgegen.( Eingetragen in der Post- Zeitungsliste für 1896 unter Nummer 7277.) Redaktion und Expedition des Vorwärts". " Die Wahlen in Ungarn.*) Sonnabend, den 31. Oktober 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. der Kleinbauernschaft nicht jenen Ausdruck finden können, der edle gräfliche Führer, ein Erzkonservativer, feine Witterung den die Theilnahme an Gesetzgebung und Verwaltung durch hat für die Forderungen der Zeit. Für die ohne Unterschied der Mit dem 1. November eröffnen wir ein neues Abonne, die Wahl von Volksvertretern sichert, sondern ermöglicht Konfession elend dotirte Geistlichkeit sollen die Güter des ment auf den es auch, daß die Klassengesetzgebung die einseitigen Interessen Hochklerus zur Beitragsleistung herangezogen werden, dem der Besitzenden einer Nationalität und zwar der herrschenden Kleinbauern wird die Verminderung der Steuerlast ver magyarischen besitzenden Klasse fördert. Troß dieser un- sprochen und gewisse Bodenreformen in Aussicht gestellt, günftigen Situation hat ein Theil unserer Parteigenossen das städtische Proletariat wird mit der Forderung des sich entschlossen, bei den diesjährigen Wahlen Kandidaten allgemeinen Wahlrechts gewonnen. aufzustellen. Ein großer moralischer Erfolg, die Verbreitung Eigentlich wird die Wahlbewegung von zwei Parteien, unserer Ideen in Kreisen, die uns sonst nicht zugänglich der liberalen" Regierungspartei und der Volkspartei, befind, ist uns gewiß. herrscht. Aber nicht blos neue Parteigruppirungen, auch Die Un Die Wahlkampagne scheint neue Parteikonstellationen Parteidislokationen sind in Vorbereitung. vorzubereiten, die jedenfalls neue Parteigruppirungen auf abhängigkeitspartei schöpfte bisher ihre Mandate in der grund neuer Programme nach sich ziehen werden. Fünf Regel aus den magyarischen Gegenden der Tiefebene Parteien stehen einander gegenüber. Die liberale Re- und aus dem Széklerlande. Die Nationalpartei rekrutirte gierungspartei, als Vertreterin der interkonfessionellen sich zumeist aus den gemischtsprachigen Gegenden und einigen Bourgeoisie, welche in der vergangenen Reichstags wenigen Bezirken Siebenbürgens. Dagegen beherrschte die Periode nach hartem Kampfe mit dem Oberhause die Regierungspartei die Hauptstadt, das slovakische Oberland, Zivilche und die damit zusammenhängenden Kirchen die von Serben, Schwaben und Rumänen bewohnten südgesetze durchdrückte; die Nationalpartei des lichen Komitate, die nordöstlichen Karpathen, endlich die nichts als schönrednerischen Apponyi, der einen kleinen sächsischen und rumänischen Bezirke Siebenbürgens. In diesen Bruchtheil des oppofitionellen Landadels und Magnaten- nichtmagyarischen Gegenden waren infolge der Passivitätsthums um sich schaart mit dem armseligen Programım der politik der Slovaken, Serben und Rumänen, in 100 Bezirken Negation des Regierungsstandpunktes und dem Prinzip einstimmige Wahlen zu gunsten der liberalen Partei. Fünfzig Die feit Reichstagsschluß in Fluß gekommene, nahezu des ôte toi, que je m'y mette( Hebe Dich hinweg, damit ich Bezirke sind der Tradition entsprechend so oppofitionell, drei Wochen dauernde Wahlbewegung naht ihrem Ende. mich niedersetzen kann); die beiden Unabhängig daß die Regierung sich um diese keine Mühe machte und Die verschiedenen Bourgeoisparteien machen die letzten teits- Parteien unter der Leithammelung von Kossuth ihre ganze Kraft den restlichen 260 Bezirken zuwendete. Anstrengungen, um an den am 28. 1. M. beginnenden beziehungsweise Ugron, die zwar beide die bloße Personal- Konnte die liberale Regierung von letteren 130 Bezirke 5 Wahltagen die Kraftprobe zu bestehen. Wir sagen Union mit Desterreich erstreben, mit Defterreich erstreben, sich aber derzeit erobern fich aber derzeit erobern was ja in Ungarn mittels Bestechungen und Bourgeoisparteien, weil in Ungarn, das betreffs des auf das heftigste befehden, weil die Ugronisten die anderen Praktiken eine Leichtigkeit ist so hatte sie bereits Wahlrechtes seit 1848 feinen politischen Fortschritt Revision der Kirchengesetze fordern, während Kossuth eine Majorität von 20 Stimmen im Reichstage. Dabei zu verzeichnen hat, von 17 Millionen Einwohnern blos und sein Anhang in dieser Frage, als einem Postulate fand die liberale Regierungspartei im Amtsapparate, im 800 000 des auf einen Steuerzenfus bafirten Wahlrechts des Bourgeois- Liberalismus, die Regierung unterstützt. End Wahlfonds und auch im katholischen und griechischen Hochtheilhaftig sind, während die große Masse der landwirth lich ist die sogenannte Bolts partei bei den allgemeinen flerus sowie in der protestantischen Geistlichkeit eine sichere schaftlichen und industriellen Arbeiterschaft, sowie zahlreiche Wahlen zum ersten Male in konzentrirter Kraft aufs nie versagende Unterſtügung. Diese Verhältnisse in VerKleingewerbetreibende von der politischen Meinungsäußerung getreten, indem sie auf einen Wurf mehr als 80 Kandidaten bindung mit dem Wahlzenfus und der öffentlichen Wahl vollständig ausgeschlossen sind. Nicht blos die eigentliche aufstellte und einen bedeutenden Theil davon in das verursachten die Stabilität der parlamentarischen Sachlage. Arbeiterklasse ist politisch rechtlos, sondern auch ein Theil Parlament zu bringen hofft. Die Volkspartei, deren Leiter Nie konnte eine Regierung bei den Wahlen unterliegen, des Kleinbürgerthums in jenen Gegenden, wo die Graf Ferdinand Zichy als Nitter des goldenen Bließes im niemals konnte die liberale Parteiherrschaft im Parlamente verschiedenen Nationalitäten, die Slovenier, Rumänen und Rang eines Erzherzogs steht, ist derzeit noch das Sammel- gestürzt werden. Ein einziges Mal war die liberale Partei Serben dominiren oder einen bedeutenden Bruchtheil der becken verschiedenartiger Glemente, die alle durch die in ernster Gefahr anläßlich der Verhandlungen des ZivilBevölkerung liefern. Das Wahlgefeß, das zwölf verschiedene Hauptforderung: Revision der Kirchengesetze, vereinigt werden. che- Gefeßes, als ein Bruchtheil von zirka 25 Abgeordneten Zensusstufen für die verschiedenen Gegenden des Landes Der Hochadel, die niedere Geistlichkeit, das Bauernthum aus der Partei austrat und eine Anzahl von liberalen fefiftellt, ergänzt mit einer raffinirten Wahlkreis- Geometrie, der verschiedenen Nationalitäten, die antisemitisch gesinnten Parteigängern vor der Abstimmung sich abfentirte. Da eilte ist nicht blos Ursache, daß die Bestrebungen des Proletariats Kleinhandwerker find hter beisammen und entfalten eine ihr jedoch die Kossuth- Fraktion der Unabhängigkeitspartei wie der untersinkenden Schichten des Kleinbürgerthums und Rührigkeit in der Wahlagitation, wie sie hier zu Lande zu Hilfe und rettete ihre nunmehr fast dreißigjährige bislang ganz unbekannt war. Revision" ist das Feldgeschrei dieser Leute, im Pro- Seither hat sich jedoch die Sachlage gründlich geändert. gramm der Volkspartei finden sich aber auch noch andere Die Volkspartei trat auf den Plan mit der Forderung des Sächelchen, die breite Voltsmassen auziehen und beweisen, daß allgemeinen Wahlrechts, der Revision der Kirchengesetze und *) Dieser Artikel unseres Budapester Korrespondenten ist vor der Wahl geschrieben. Der Stoffandrang zwang uns, seine Veröffentlichung bis heute hinauszuschieben. Wie richtig die Be urtheilung der Situation in Ungarn war, beweist das Wahlergebniß. 107] Der lekte der römischen Volkstribunen. Roman von Edward Lytton Bulwer. Rienzi. 310 wir wären armselige Staatsmänner, wenn wir von dem Zustand der Hauptstadt des päpstlichen Gebietes nicht unterrichtet sein sollten. Mein Herz trauert um jene un glückliche Stadt; aber weshalb fragt Ihr mich nach Rom? Ihr seid" " Herrschaft. Gut, gut!" rief die Signora, indem ihre Züge die lebhafteste Theilnahme verriethen. Colonna entging dem Tode nur, indem er verkleidet flüchtete. Bertoldo Orsini wurde gesteinigt." Gesteinigt! Also einer blieb doch!" " Ja, Signora, einer von einem großen Hause, dessen geringster Blutstropfen mehr werth war, als ein Ozean von Plebejerblut. Jezt herrscht in Nom die größte Anarchie und Unordnung. Die Fehden der Patrizier erschüttern die Stadt, und sie wie das Volk haben, so vieler mißlungenen Versuche überdrüssig, keine andere Regierung, " I " Man sah ein schnelles Erröthen über die Wange der Signora ziehen, aber es schien mehr das Erröthen des Un- Eine Römerin. Wißt, Herr, daß ich Gründe habe, willens, als das der Eitelkeit zu sein, eine große Blässe weshalb ich mich für eine Neapolitanerin ausgebe. Eurer folgte unmittelbar darauf. Sie heftete ihre stolzen und Verschwiegenheit vertraue ich mein Geheimniß an ich gebieterischen Augen auf den verliebten Spanier und sagte bin aus Rom. Erzählt mir, was Ihr von dort wißt." mit leifer Stimme: Schöne Signora," erwiderte der Kardinal, ich hätte Herr Kardinal, ich will mich nicht stellen, als ver- errathen sollen, daß dieses Benehmen und diese Züge nicht stände ich Eure Worte nicht, auch schreibe ich sie nicht auf aus dem leichten Kampanien stammen konnten. Meine als die Furcht vor dem Schwerte. Dieses, Signora, ist jetzt die Rechnung einer allgemeinen Galanterie. Ich bin eitel Vernunft hätte mir sagen sollen, daß sie den Stempel der der Zustand Roms. Seufzt nicht; er beschäftigt unserer genug, zu glauben, daß Ihr Euch einbildet, wirklich die Kaiserin der Welt tragen. Der Zustand Roms," fuhr Sorgfalt. Ich selbst, Signora, werde vielleicht so glücklich Wahrheit zu reden, wenn Ihr sagt, daß Ihr mich liebt." Albornoz in ernsterem Tone fort, ist bald erzählt. Ihr sein, den Frieden in Eurer Baterstadt wieder herzustellen." Einbilden! eben so gut tönnte ich mir es nur ein wißt, daß nach dem Sturz des talentvollen, aber übers Es giebt nur ein Mittel, Rom den Frieden zurückbilden, daß ich an die Heiligkeit des Kreuzes glaube," er- müthigen Rienzi der Graf von Minorbino, Pepin( eine zugeben," erwiderte schnell die Signora, und dieses ist widerte der Kardinal. Kreatur Monreals), der den Tribunen hatte vertreiben die Wiedereinsehung Rienzi's!" helfen, Rom an Monreal verrathen wollte; aber er war Der Kardinal erschrack. Höre ich recht?" sagte er,„ seid weder mächtig noch flug genug dazu, und die Barone ver- Ihr nicht edler Geburt? Rönnt Ihr das Emporkommen jagten ihn, wie er den Tribunen verjagt hatte. Einige eines Plebejers wünschen? Spracht Ihr nicht vorhin von Beit darauf wurde ein neuer Demagoge, Johann Cerroni, Rache, und jetzt verlangt Ihr Guade in dem Kapitol installirt. Dieser vertrieb nochmals die" Herr Kardinal," erwiderte die schöne Dame mit Barone; neue Revolutionen folgten die Barone wurden würdigem Ernst, ich verlange keine Gnade, ein solches Wort zurückgerufen. Der schwache Nachfolger Rienzi's rief das darf nicht von den Lippen kommen, die mir auf Gerechtig Volk zu den Waffen, aber vergebens. Jn Schrecken und keit Anspruch machen. Ich bin allerdings edler Geburt Verzweiflung mußte er abdanken, und die Stadt wurde und zwar von einem Geschlecht, gegen dessen Abkunft von wieder den Fehden der Orsini, der Colonna und der den Patrizieru des alten Rom der Stammbaum des Hauses Savelli zum Raube." von Arragonien wie von gestern erscheinen würde. Nein, ich wollte Eure Eminenz nicht verlegen, Ihr habt Eure Größe nicht blos einer Reihe edler Borfahren und deren Grabsteinen zu verdanken, Eure Größe ist Euer eigenes Wert; wolltet Ihr aufrichtig sein, so würdet Ihr gestehen, daß Ihr nur stolz seid auf Eure eigenen Lorbeeren, und daß Ihr in Eurem Herzen der albernen Thoren lacht, die sich mit dem Flitterstaate der Todten aufputzen!" " Die Dame," erwiderte die Signora, welche der Kardinal Albornoz mit seiner Liebe beehrt, hat das Recht, Beweise von ihm zu verlangen. Wer hat größeren Einfluß am päpstlichen Hofe, als Ihr? Ich verlange, daß hr ihn für mich anwendet." Sprecht, verehrte Signora, find Euch Eure Güter in diesen Zeiten der Gewaltthätigkeit entrissen worden? Hat irgend jemand es gewagt, Euch zu beleidigen? Wünscht Ihr Titel und Würden?" Nein, Kardinal, für eine Italienerin und für ein Weib giebt es noch etwas von höherem Werthe, als Reichthum und Titel, es ist die Rache!" by Der Kardinal erschrat fast über den funkelunden Blick, der auf ihn gerichtet war, doch der Geist ihrer Rede berührte eine verwandte Saite in seinem Herzen. " In diesen Worten", sagte er nach einer kleinen Pause, erkannte ich Eure hohe Abkunft. Die Rache ist die Leidenschaft der edel Geborenen. Mögen Sklaven und Schurken eine Beleidigung verzeihen!" Habt Ihr die legten Nachrichten aus Rom gehört?" fuhr die Signora fort. Gewiß!" erwiderte der Kardinal, etwas befremdet, 191 Das war mir schon bekannt, aber als Seine Heilig feit Clemens dem Sechsten folgtenDa", sagte Albornoz und die Röthe stieg ihm in das Gesicht, da kam der düstere Theil der Geschichte. Es wurden mit der Einwilligung des Papstes zwei Senatoren gewählt." „ Sie hießen?" Bertoldo Orsini und einer der Colonna. Einige Wochen später regte der hohe Preis der Lebensmittel die hungrigen Magen des Böbels auf. Das Volt erhob sich, machte Lärm, bewaffnete sich, belagerte das Kapitol " Ihr habt recht," sagte der Kardinal mit ungewöhn licher Lebhaftigkeit, und Eure Stimme ist wie die des Ruhmes, von der ich in meiner Jugend träumte." ( Fortsetzung folgt.) ** den in nebelhafter nubestimmtheit umschriebenen Be- seinen mit Furcht, die anderen mit Hoffnung ven Dingen besten, wie Angriffskriege gemacht werden. Desterreich strebungen nach Sozialreformen. Das konstant am Hunger- entgegensehen, die sich aus diesem Herenkessel entwickeln. fann mit Rußland blos um des Baltangebiets willen in Krieg tuche nagende slovakische Oberland früher eine feste gerathen. Wenn nun Rußland eine Armee gegen die Türkei Stüße der Regierung wurde zum aufnahmefähigen und nach Konstantinopel schickt Die letzten Wahlnachrichten aus Ungarn lauten: natürlich ohne vorher Terrain für die Agitation der Volkspartei und nur die Bis jetzt ist das Ergebniß von 392 Wahlen bekannt. Ge- Desterreich zu fragen so muß Desterreich entweder unerhörtesten, selbst die berüchtigten galizischen Wahl wählt find 256 Liberale, 34 Angehörige der Nationalpartei, dulden, daß es von den Russen im Rücken gefaßt machinationen übertreffenden Praktiken dürften den 9 Parteiloſe, 45 von der Kossuth- Fraktion, 6 von der Ügron wird man schaue nur auf die Landkarte-, oder es früheren Besitzstand der Regierung retten. In den Fraktion und 20 Volksparteiler. Jnr 8 Bezirken ist Stichwahl muß der russischen Armee Halt gebieten. Und das ist der erforderlich. Die liberale Partei hat 74 Bezirke gewonnen und gemischtsprachigen Gegenden hat sich die National- verloren, ihr reiner Gewinn beträgt daher bis jest 57 Mandate. Krieg. Dann greift formell Desterreich an, und in dem 17 partei mit der Volkspartei gegen die liberale Herr Der Fraktionsführer Ugron ist durchgefallen und seine Fraktion einzigen Ernst fall, für welchen Desterreich das schaft vereinigt. Vom früheren Besitzstande der Regierungs- fast vernichtet; bie Nationalpartei ist bedeutend verringert, nur Bündniß mit Deutschland abgeschlossen hat, beobachtet partei ist blos noch Siebenbürgen intakt vorhanden infolge die Rossuth- Fraktion behauptete ihren alten Stand. Deutschland, statt dem Bundesgenossen zu Hilfe zu kommen, dem Feinde Desterreichs gegenüber eine wohlwollende Neutralität. Die Wahl in Brandenburg. Und das soll kein Verrath sein? Nicht der schwärzeste Verrath, der überhaupt denkbar? Der Kaiser hat, wie wir erfahren, sämmtlichen erklärende Aus= des Paktes mit den Sachsen und der Passivität der Rumänen. Dagegen ist ähnlich wie im slovakischen Oberlande, auch in der kernmagyarischen, bisher ausnahmslos oppositionell gesinnten Bevölkerung des Tieflandes, wo Die gestrige Wahl in Brandenburg- Westhavelland hat auch in den Massen der landwirthschaftlichen Arbeiter der noch nicht die Entscheidung gebracht. Es erhielten unser Sozialismus rapide Verbreitung findet, eine bedeutsame Kandidat, Genosse Beus 7865, der Kandidat der Freifinnigen, Kölnische Zeitung": Zu den Bismarck'schen Enthüllungen schreibt die Wandlung eingetreten. Das Tiefland, das bisher der Un Blell, 4808, der fonservative Kandidat und Landrath von Die Nation, die das Ansehen Bismard's als ein ideales abhängigkeitspartei die Kadres lieferte, fühlt die Folgen der Loebell 6282 Stimmen. Sozialdemokraten und Freisinnige Besißthum des ganzen deutschen Voltes werthschäße, habe ein beVerarmung; sowohl die Städte als auch die Gemeinden, haben gegen die Hauptwahl von 1893 Stimmenzuwachs, die rechtigtes Interesse daran, zu erfahren, ob Fürst Bismarck die um sich vor gänzlichem ökonomischen Niedergang zu be- Konservativen Stimmenrückgang zu verzeichnen. Die Wahl- Enthüllungen, die zu gleicher Zeit an verschiedenen Punkten er wahren, suchen ihr Heil an der Regierungskrippe. Ein betheiligung war stärker als im Jahre 1893. folgten, veranlaßt oder gebilligt habe. Den Neutralitätsvertrag großer Theil der früher oppositionellen Bezirke empfängt man sich aus der treuen Sorge für das Wohl die Kandidaten der Unabhängigkeitspartei, insbesondere der zusehen haben, wenn sie den Wahlkreis erobern wollen. Des Dreibundes gemäß die wohlwollende Neutralität DeutschDie ganze Kraft werden unsere Parteigenossen ein- tönne man sich Deutschlands heraus erklären, jedoch müsse dem Geiste Ugronfraktion mit faulen Aepfeln und geht mit fliegen- Den gleichen Eifer wie bisher müssen sie zeigen, fie müssen lands für den Fall, daß Desterreich durch russische Heraus den Fahnen in das Regierungslager über. Zudem hat die ihn noch steigern, fie dürfen nichts unversucht laffen, um forderungen gezwungen, einen Angriffstrieg zu unternehmen, Regierungspartei mit der Kossuth- Fraktion ein offenkundiges den letzten Mann zur Urne zu führen. selbstverständlich Desterreich gehören. Es entspreche nicht dem Wahlbündniß abgeschlossen, kraft dessen die in der Minorität Sie müssen auf ihre eigene Kraft vertrauen und fich deutschen Interesse, in breitfpurige Erörterungen über längst bebefindliche Unabhängigkeitspartei in den Wahlkreisen den nicht auf die Unterstützung anderer verlassen. Noch ist seitigte geheime Abmachungen einzutreten, deren Veröffentlichung Regierungs- Kandidaten die Majorität sichert, wo jedoch die Schlacht nicht gewonnen, noch bedarf es einer letzten zweifellos den Dreibund gesprengt haben würde. Um so peindie Regierungs- Anhängerschaft die Minderheit bildet, großen Anstrengung! licher liege deshalb für die Verehrer Vim diese sich gegenüber den Kandidaten der Nationalpartei und eventuell der Ugroufraktion, der Kossuth- Partei an- vativen Kandidaten mit der Hilfe der freifinnigen Wähler, Die Kreuz- Zeitung" hofft auf einen Sieg des tonfer. Frage des Bertrauensbruches. her des Fürſten Bismarck die schließt. Hat ein Unabhängiger Kossuth'scher Kouleur keinen Auch die" Post" verpflichtet die Freifinnigen, in die Ge deutschen Fürsten ein Widmungsexemplar der neueſten, Wahlbezirt, so wird er mit Hilfe des amtlichen Apparates folgschaft des Landraths zu treten. Auch im Wahlkreise nach seinen Angaben entstandenen Knack fuß'schen Zeich einem Nationalparteiler oder Ugronisten gegenüber auf das selbst werden es die Untergebenen und die Anhänger bekanntlich den Sieg des deutschen Michael über die die nung übermitteln lassen. Der Sendung dieser Zeichnung, die nachdrücklichste unterstützt, sowohl mit Geld, als auch mit des Herrn Loebell, der gleichzeitig erster Beamter und Reichs- Friedens wohlfahrt bedrohenden Mächte der amtlichen Beeinflussungen. Die Absicht ist leicht zu errathen; tagstandidat des Kreises ist, nicht an Anstrengungen fehlen Finsterniß darstellt, ist eine es müssen so viele Regierungsanhänger durchgebracht laffen, die Freisinnigen zur Unterstützung eines eifrigen Be- ein andersehung des malerischen Vorganges beigefügt.werden, als nur möglich, wo die Regierung Chancen hat, muß fürworters der politischen und wirthschaftlichen Reaktion zu-Der Bundesrath. Ergänzend zu unserer Mitthei verhindert werden, daß die Nationalpartei, Bolkspartei oder die veranlassen. Die freisinnige Presse Berlins verhält sich lung über die Bundesrathssigung vom 29. d. M. haben wir Ugronfraktion Boden fasse und das Mandat muß einem Kossuth- diesen Lockungen gegenüber noch sehr reservirt. mitzutheilen, daß der Bundesrath ferner dem Gefeßentwurfe betr. Parteigänger zugeschanzt werden. Wie ersichtlich, wurde Die Volts- Zeitung", welche freilich nicht namens der die Gebühren für Führung der Schiffsregister, die Zustimmung die Fraktion Franz Kossuth's, der nach dem Tode Ludwig Partei sprechen kann, schreibt: ertheilte. Ferner wurden genehmigt: die Ausschußanträge, betr. Kossuth's als schiffbrüchige Existenz aus Italien nach Ungarn Für die Stichwahl fann es für die Freisiunigen des Wahl- das Bollregulativ für Reisstärkefabriken, die Entwürfe von Aus tam, um hier mit seinem Namen zu tebsen, und einmal kreises natürlich nur eine Möglichkeit geben: eine Möglichkeit geben: Es fommt führungsbestimmungen und Dienstvorschriften zu dem Gesetze über erklärte, ohne 60 000 fl. Revenuen nicht leben zu können, von heute mehr als je darauf an, die Opposition gegen die die Statistik des Waarenverkehrs des deutschen Zollgebietes mit dem der Regierung aufgekauft, um zweifelhafte Mandate der militaristisch- junkerliche Reaktion zu stärken: einzig und allein Auslande, die Vorlage über die Statistik der Seeschiffe, Regierung zu apportiren und unter dem Deckmantel einer die Berathung des Militärfirafprozeß- Reformentwurfs müßte der Antrag Anbalts betreffend die Ertheilung der Befugniß an diesen Gesichtspuntt als den maßgebenden erscheinen laffen, die 3ollabfertigungsstelle zu Wallwighafen zur Abfertigung von der Antrag Badens Im Wahlkreise Osthavelland haben im Jahre 1893 die wegen Errichtung zweier weiteren Schiedsgerichte für den Bezirk Freifinnigen durch ihr Verhalten den Pastor Schall in den der badischen landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaft. Den Reichstag gebracht. Dergleichen darf sich nicht wieder zuständigen Ausschüssen wurden überwiesen die Borlage betreffend holen. Ueber den kommunistischen Zukunftsstaat wird im verschiedene Uebersichten der Einnahmen und Ausgaben der Reichstag nicht abgestimmt, wohl aber über Dinge, über welche afrikanischen Schutzgebiete. Freisinnige und Sozialdemokraten einer Meinung find. Hiernach Zur Abänderung des preußischen Vereinse hat sich das Verhalten der Freifinnigen im Kreise Westhavelland gefeßes meldet die Nat. 8tg." Gemäß der Erklärung, bei der Stichwahl zu regeln. welche Fürst Hohenlohe im Reichstage bei der Berhandlung über Ministerpräsident Banffy ist in der Lage, infolge der anläßlich des Millenniums vorgenommenen zahlreichen Wahlkreises für Wie es die Sozialdemokraten des Ruppin Templiner den Erlaß eines Vereinsgesetzes abgegeben, daß in den Einzelihre politische Pflicht gehalten haben, staaten das Berbot der Verbindung politischer Vereine mit einNobilitirungen und Auszeichnungen mit einem Wahlfonds durch Eintreten für Herrn Lessing in der Stichwahl ander beseitigt werden würde, find in Preußen die Vorbereitungen von mehr als zwei Millionen Gulden in die Wahlaktion diesem freisinnigen Kandidaten ein Reichstagsmandat zu verfür einen Gesezentwurf alsbald begonnen worden; derselbe be einzutreten. Dieser Wahlfonds sichert ihm den Sieg, macht schaffen, das er ohne die sozialdemokratische Mitwirkung nicht findet sich aber, wie uns berichtet wird, noch im Stadium der aber zugleich aus Ungarn eine große Kloake, in haben würde, so müssen es die Freifinnigen in Westhavelland Erwägungen." Was mag da Hübsches herauskommnen. der Anstand und Moral, soweit diese in der mit für ihre Pflicht und für ein Gebot der politischen Klugheit halten, Geheime Ronduitenlisten für Lehrer im Wahlprivilegien ausgestatteten Schicht noch vorhanden Wann für Mann für den sozialdemokratischen Kandidaten Peus Regierungsbezirt Magdeburg. Die in verschiedenen Variationen aufgetauchten Nachrichten über die Wiedereinführung war, gründlich ertränkt werden. Derzeit sind seitens der 3 stimmen." Weit weniger entschieden äußert sich Eugen Richter der Konduitenlisten für Lehrer haben ein derartiges Aufsehen Regierung die Wahlbeeinflussungen und Wahlbestechungen in seiner Freisinnigen Zeitung". Richter zitirt am Schluffe erregt, daß die preußische Regierung sich zu folgender Wittheilung im Zuge, bei dem Wahlakte werden dann die verschiedenen seines heutigen Leitartikels eine seiner Steden im Wahl in der halbamtlichen Berliner Korrespondenz" genöthigt steht: Praktiken, wo oppositionelle Wähler unter nichtssagenden kreise, deren letzte Absätze wir zum Abdruck bringen: Der Minister der geistlichen 2c. Angelegenheiten hat die Vorwänden vom Abstimmen durch die Wahlpräsidenten Sieht man von allen Parteiforderungen ab, so unterliegt es tönigl. Regierung in Magdeburg beauftragt, ihre Verfügung zurückgewiesen werden, die noch rückständige Arbeit vollenden. teinem Zweifel, daß mehr als zwei Drittel der Wahlvom 2. September d. J., betreffend die dreijährigen SchulAus der Fülle der zahllosen Wahlschweinereien nur einige berechtigten des Kreises nichts wissen wollen von einer Antastung verwaltungs- Berichte, insoweit aufzuheben, als darin 1. die Beispiele: Oppositionelle Gemeinden werden in Belagerungs- der Bewerbefreiheit, der Freizügigkeit des Reichswahlrechts, der Schul- Aufsichtsbeamten zur Erstattung allgemeiner Berichte über zustand versett, aus Steiermark und den Alpenländern wird zweijährigen Dienstzeit, sowie von einer Befürwortung einer das amtliche und außeramtliche Verhalten, insbesondere über die fittliche Haltung der Lehrer, 2. die Landräthe zur AeußeMilitär herbeigezogen und in den Gemeinden einquartirt. fünftlichen Preissteigerung des Getreides. Gleichwohl spekuliren rung über die politische Haltung der Lehrer veranlaßt werden. Natürlich hat die Gemeinde die Kosten zu tragen. Den die Konservativen darauf, daß die Freisinnigen in der Stichwahl aus Abscheu Hierzu bemerkt die Soziale Praxis": Dieser Erlaß ist so Gemeinden des slovakischen Oberlandes werden unter Ausschlag den Sozialdemokraten den geben für einen Kandidaten, der in allen verstanden worden, als ob munmehr die Wiedereinführung der Austrommeln in ganz amtlicher Weise durch die Stuhl diesen praktischen und im Ergebniß zweifelhaften Fragen Konduitenliſten zurückgenommen sei. Nach Erfahrungen in richter Beträge bis zu 10 000 Gulden versprochen, wenn die der Gesetzgebung für die nächsten 18 Monate seine Stimme anderen Dingen wird man gut thun, diesen Erlaß nach den Bewohner für den Regierungskandidaten stimmen. Ebenso abgeben würde entgegengesetzt den Ansichten der großen Mehrheit Interpretations- Grundsäßen zu erklären, welche für derartige wird zugesagt, daß die infolge der Viehseuche in manchen der Wähler des Kreises. halbamtliche Mittheilungen gelten. Der Erlaß perhorreszirt die Scheinopposition die Geschäfte der liberalen Partei 311 wenn nicht tausend andere gewichtige Gründe hinzukämen. hartem Rammgarn aus Glanz allwithafen zur Abfertigung von fördern. Ueberhaupt hat die im Flusse befindliche Wahlbewegung eine derartige Unmasse von Sumpfblasen zu tage gefördert, die selbst in Ungarn, wo die Wahlkorruption auch in früheren Jahren in einer im übrigen Europa unerhörten Weise üppig in die Halme schoß, schon zu starker Tabak ist. vor " Gemeinden seit Jahren verbotenen Viehmärkte bewilligt Ja, noch mehr, so führte Abg. Richter unter rauschendem allgemeinen" Berichte über das Verhalten der Lehrer, schließt also werden; die leitenden Männer der Opposition in den Ge- Beifall der Versammlung aus, man will eine Landrathswahl nicht aus, daß dasselbe Ziel durch Einzelberichte erreicht werde. meinden werden eingesperrt; die Ankleber von oppofitionellen herbeiführen, die eine Fronie ist auf den Gedanken der Volks. Nach dem Erlaß sollen die Landräthe nicht zu Aeußerungen Aufrufen und Plakaten werden unter dem Titel polizeilicher Männer aus dem Volke für die Gesetzgebung dienstbar zu machen, daß man sich dazu anderer Beamten bedient, wird nicht vertretung überhaupt. Denn um die Sachkenntniß unabhängiger über die politische Haltung der Lehrer veranlaßt werden; Uebertretungen mit bis zu 100 fl. Geldstrafe event. 20 Tagen ist die Bolksvertretung überhaupt eingeführt worden. Jemand, meister und Amtsvorsteher). Der Ministerial- Erlaß spricht endausgeschloffen( ausdrücklich genannt waren die BürgerArrest bestraft; zum Besuche der von Regierungskandidaten so schloß jene Rede, der, und noch dazu in dieser Zeit, einen meister und Amtsvorsteher). Der Ministerial- Erlaß ſpricht endlich nur von der einen Verfügung vom 2. September betr. arrangirten Versammlungen wird die Ortsbevölkerung mittels Landrath wählt, würde einen so„ beschränkten Unterthanenverstand" lich nur von der einen Verfügung vom 2. September„ betr. Austrommeln eingeladen und zugleich verkündet, daß jeder bekunden, daß er überhaupt nicht werth erscheint, ein Wahlrecht( dieses Subrum wird in Sperrdruck mitgetheilt), welche in deur die dreijährigen Schulverwaltungs- Berichte" Besucher bei dem Drtsnotar drei Gulden, bezw. für ein au besigen." Gespann acht Gulden beheben kann; unbequeme oppositionelle Dhne jede Aeußerung über Stellungnahme zur Stich angegebenen Sinne abgeändert werden soll, nimmt aber nicht Agitatoren werden unter dem Vorwande, nicht orts- wahl bespricht die" Bossische Zeitung" das Wahlergebniß, Stellung zu den Mittheilungen der Presse über eine ganz spezielle Verfügung betr. Konduitenliften. So lange nicht der zuständig zu sein, aus den Gemeinden ausgewiesen 2c. 2c. fie verweist die Sozialdemokraten auf ihre letzten Reserven Wortlaut der in traft bleibenden Bestimmungen veröffentlicht Bestechungen, Mißbrauch der Amtsgewalt, Gewalt. b bemerkt, daß diese ja noch nicht erschöpft seien. wird, muß man annehmen, daß die geheimen Konthätigkeiten aller Art, Schnapsdunst, Gratisfressereien, scham- a auch wir wollen uns hierauf allein verlassen. Die letzte buitenlisten geführt werden, und daß nur der loser Seelenkauf, blutige Köpfe, das ist die Szenerie, welche Boltes in Deutschland heben will, jeder, der für die wahren Mobifitationen erfahren hat. loser Seelenkauf, blutige Köpfe, das ist die Szenerie, welche Reserve muß heran, jeder, der die Lage des arbeitenden Weg der Materialbeschaffung die angegebenen Ungarn heute barbietet. In diesem wüsten Treiben wird Interessen des Bolles eintritt, der politisch und wirthschaft konservativer Parteitag. Nicht der Dele die ungarische Trikolore, deren angebliche Beleidigungen unzählige Male einen theatralischen Entrüstungssturm hervor lich dem Proletariat die ihm gebührende Stellung verschaffen girtentag der konservativen Partei, sondern eine Borbesprechung riefen, von Amtsorganen zerrissen und mit Füßen getreten, will, muß an die Urne gebracht werden. Geschieht dies, und zur Bestimmung der Tagesordnung, des Orts und des Zeitpunkts weil auf dem weißen Streifen derselben der Name eines es muß geschehen, dann können wir der Stichwahl in wird am 19. November in Berlin stattfinden. Wird es schon da zu peinlichen Auseinandersetzungen mit dem Bunde der Landoppositionellen Kandidaten aufgedruckt ist; in dieser Aera Brandenburg- Westhavelland getrost entgegen sehen. wirthe tommen? -wo alles täuflich, verliert der Name Kossuth, der vor zehn Jahren noch heiliges Grauen in allen magyarischchauvinistischen Kreisen erweckte seinen Nimbus, Alle Mann an die Arbeit! Politische Webericht. da Berlin, 30. Oftober. - Eine Konferens Stöder'scher Bertrauensmänner soll am 10. November in Frankfurt a. M. stattfinden. der Träger desselben wurde bereits aus einem halben -3u der bekannten Beleidigungsaffäre Dugend rein- magyarischer Städte sammt seinem An- Der Bismarck'sche Verrath soll kein Verrath ge hiesiges Lotalblatt, daß der Straffenat des töniglichen Kammerdes Oberhofmarschalls Grafen von Eulenburg erfährt ein hange herausgeprügelt. Dieser widrige Anblick, wesen sein sagen die allerdings sehr kleinlaut gewordenen gerichts die Beschwerde des in Untersuchungshaft befindlichen welchen die um die Herrschaft ringende liberale Söldlinge des Herrn Altkanzlers. Kein Verrath von Journalisten Heinrich Leckert- Larsen gegen den Beschluß des Partei gewährt, öffnet den Massen die Augen viel wirk- Staatsgeheimnissen, denn der Bertrag mit Rußland sei ja töniglichen Landgerichts I, daß die Haft fortdauern solle, in samer, als es hunderte von sozialistischen Agitationsreden seit 6 Jahren erloschen. Und kein Berrath an Defterreich, feiner letzten Sizung zurückgewiesen hat. Außerdem ist der Bevermögen. Das Möglichste leistet auch die Sozialdemo- denn der Vertrag habe Rußland ja nur für den Fall eines richterstatter Carl von Lüßow von neuem verhaftet fratie, die in einzelnen Kreisen Kandidaten aufstellte, in zwei österreichischen Angriffs die wohlwollende Neutralität und bereits heute Vormittag nach dem Untersuchungsgefängniß hauptstädtischen und einigen landwirthschaftlichen Bezirken. Deutschlands zugesichert und an einen Angriff könne transportirt worden. Auf beträchtliche Stimmenzahl ist nicht zu rechnen, doch Desterreich ja nicht gedacht haben. Das find faule Ausreden. haben die Kandidaturen im Tieflande, wo seit drei Jahren Staatsgeheimnisse sind nicht von der Zeit abhängig. Heute jede Versammlung verboten ist, die Bedeutung, daß noch ist die Denkschrift Friedrich's des Großen" über den in der Wahlkampagne die sozialistische Idee in die Massen siebenjährigen Krieg preußisches Staatsgeheimniß; und wer getragen werden kann. fie durch Vertrauensmißbrauch in die Deffentlichkeit brächte, Kurz, es gährt und brodelt im lieben Ungarn, wie in würde bestraft werden. Und was den anderen Punkt be einem ungeheuren Herentessel, und so tommt es, daß die trifft, so weiß doch der Fälscher der Emser Depesche am - Das Duell wesen hat auch in der fächsischen evangelischen Landessynode eine scharfe Ver. urtheilung gefunden. Rückhaltlos sprachen sich besonders Unfug" aus. So bezeichnete Graf Bißthum v. Eckstädt das auch die aristokratischen Mitglieder der Synode gegen diefen Duell als ein Uebel, welches gegen göttliches und menschliches Recht verstoße. Da jedoch das Strafgefeßbuch ein Verbot des Duellirens enthalte, " . bhne daß hierdurch dem Zweikampf wesentlich Abbruch ge- Abhaltung einer in vorgeschriebener Weise einberufenen| Nach einem glänzenden Plaidoyer des Bertheidigers, in dem Tchehen sei, fo verspreche er sich von gesetzlichen Maß- Parteiversammlung, in welcher die Nomination der Randidaten die preußische Berginspektion im allgemeinen, Herr Althüfer im regeln weniger als von einer innerlichen. Ueberwindung des vorgenommen wird. besonderen schlecht wegkamen und in dem für gänzliche Duells durch filtliche Gründe. Kammerherr Freiherr v. Friesen Die Genossen in den verschiedenen Orten, wo unsere Kampagne- Freisprechung der Angetlagten eingetreten wurde, wies darauf hin, daß die deutsche Adelsgenossenschaft im vorigen redner auftreten, machen sich in der Regel das kleine Vergnügen, zog sich der Gerichtshof zu einer sehr langen Berathung zurück, Jahre in Berlin erklärt habe, das Duell sei zu verwerfen, und die gegnerischen Parteigrößen zur Theilnahme an der Diskussion In ihrem Urtheil gingen die Richter bei ue noch über man müsse mit allen Kräften durch Bildung von Ehrengerichten aufzufordern; bisher hat aber noch keiner derfelben angebiffen. den Antrag des Staatsanwalt hinaus. Dameier das Unwesen zu bekämpfen suchen. Von anderen Mitgliedern der Dagegen erscheinen vielfach kleinere Lichter der betreffenden erhielt 150 M. Geldstrafe event. 10 Tage Gefängniß; gegen u e Synode, so von Superintendent Sprenger, Amtshauptmann v. Wir- Parteien, besonders der Popolokraten oder Populisten zu erkannte man auf 450 Mart Strafe event. 30 Tage Ge fing, Vizepräsident Oberhofprediger D.Meier, wurde betont, daß dem deutsch volksparteiliche Schleppträger des Kapitals um sich fängniß. Während der Staatsanwalt den Angeklagten den Duell überall ein falscher Ehrbegriff zu grunde liege. Diefe falschen recht gründlich zu blamiren. Dieselben beschränken sich in Schuß des§ 193 zugestand, sprach der Gerichtshof diefes ab. Ehrbegriffe könnten vielfach in den höheren Lehranstalten und auch der Regel auf ihrer wahrscheinlichen Meinung nach recht Die Angeklagten sind nicht die Vertreter der Bergleute"! in den Militärbildungs- Anstalten beseitigt werden. Auch müsse figliche"-Fragestellungen, die meistens unseren Rednern die benso hatte der Staatsanwalt darauf verzichtet, gegen man dem frivolen, leichtfertigen Spiel mit dem Leben von der schönste Gelegenheit bieten, mit wenigen schlagenden Worten den Hue wegen Uebertretung des§ 11 des preußischen PreßKanzel aus entgegentreten. Die Synode lehnte es schließlich ab, Herren heimzuleuchten und die Verfammlung in eine animirte gefeßes Strafe zu beantragen. Der Gerichtshof aber daß im Duell Gefallene in Sachsen wie Selbstmörder begraben Stimmung zu versetzen. Auf die Währungsfrage, welche doch dittirte dem Sünder 20 M. Geldstrafe ev. 4 Tage Haft zu! werden sollen, doch nahm sie einen Antrag an, in dem es heißt: der jetzigen Wahlkampagne fast ausschließlich ihren Charakter Dem„ beleidigten" Kläger wurde das Publikationsrecht des Ur Die Synode erklärt, daß sie, angesichts der tiefgehendes Aerger- aufdrückt, gehen diese secondhändigen" Parteiflepper be theiltenors zugestanden. uiß in allen Kreiſen unseres Boltes erregenden Zunahme der zeichnender Weise fast niemals ein; ste verstehen augen- Damit ist die angeblich zerrüttete Ehre des Herrn Berga Herausforderungen und Zweikämpfe, ihre Stimme in Vertretung scheinlich nichts von derselben, und die leeren Phrasen raths Ithüfer wieder hergestellt. Welchen Ursachen der Tod der Landeskirche warnend und mahnend gegen solches leicht darüber, die sie aus ihrer Presse schöpfen könnten, er der 37 Bergleute auf Brinz v. Preußen" aber zu danken ist, hat fertiges Gefahren erhebt." has to b scheinen ihnen wohl selbst nicht geeignet, um damit die Welt noch immer nicht erfahren. 1 " St. Peters. Altona, 29. Ottober.( Deutsche Tagesztg.) Begnadi- einem Gegner entgegen zu treteu; sie verzapfen sie also nur inn gung. Bor etwa 1/2 Jahren wurde der ehemalige Rechts- ihren eigenen Parteiversammlungen. Als Beiſpiel, wie sich solche Partei- Nachrichten. amwalt von Alten aus Wentorf wegen Unterschlagung Szenen abspielen, seien zwei Episoden aus den De Leon'schen ihm in amtlicher Eigenschaft anvertrauter Versammlungen in New Albany( Indiana) und Buffalo mit- In der geftrigen Parteiversammlung für den 1. Ber Gelder zu vier Monaten Gefängniß verurtheilt. Jetzt wird getheilt. Eine an ersterem Ort gestellte Frage lautete: Wie liner Wahlkreis wurden folgende Wahlen vorgenommen: bekannt, daß dem Rechtsanwalt von Alten die Verbüßung dieser wollen die Arbeiter Kapital von den Kapitalisten bekommen, Bo bn, Vertrauensperson; Kubat und Kenkel LokalStrafe erspart wurde. An demselben Tage nämlich, an dem wenn ihre Wahlliste fiegreich ist, da sie ja tein Rapital haben?" tommiffion; Timm und Soyta Preßtommission; Schuster von Alten sich zur Verbüßung der Strafe den Gerichten stellen De Leon fertigte sie mit der Gegenfrage ab: Wie bekamen die Agitationsfommission; Sommer, Wallhauer und Woldt mußte, traf ein Schreiben des Justizministers ein, dem zufolge die Kolonisten Land von König Georg, als man fah, daß für die Revisoren. Strafe nicht zum Vollzug gelangen sollte. Der Kaiser hatte Amerikaner und den König nicht genug Land vorhanden war? Zur Beachtung! Ein Kaufmann namens Friz Römer von Alten begnadigt. König Georg mußte weichen. Die Kolonisten dekretirten sich die Aus Eljak- Lothringen.( Eig. Ber.) Die Art und Weise, geschlagen waren, war die Sache erledigt."- Ju Buffalo batte ziehentlich Hermann Lensti umher und sucht sich auf die Macht im tontinentalen Kongreß, und nachdem die Engländer burg ausgewiefenen Feilenhauers Hermann Lenste be wie die" wiedergewonnenen Brüder germanisirt werden, fand Tage, Straßberselbe frug zunächſt, ob es nicht beffer sei, Mac Kinley, den dieser Tage wieder zwei treffliche Illustrationen. In Straß- De Leon es mit einem hartnäckigen Wißbegierigen" zu thun; betreffenden Papiere sowie auf eine angebliche Empfehlung der alle Korporationen zu bekämpfen, auch eine französische Truppe vom Bezirkspräsidenten des Unter- Elsaß Bryan, gegen den alle Korporationen" mobil machten. De Leon Der Mann hat mit uns gar nichts zu thun, weshalb die Parteifurzerhand verboten. Was für Straßburg als staatsgefährlich" erachtet wird, ist in Mülhausen und Me gestattet. Sier machte ihn darauf aufmerksam, daß seine Voraussetzung falsch genossen vor ihm auf der Hut sein mögen. fei; es seien nämlich nur diejenigen Korporationen, die ein Inter- In der Herner Zeitung veröffentlichte ein gewiffer haben bereits mehrere französische Vorstellungen stattgefunden, effe an der Goldwährung haben, für Mac Kinley, diejenigen aber, Georg Böhler, der angeblich wegen politischer Bergehen ohne daß die Staatssicherheit auch nur im geringsten gefördert die am Gilber interessiert sind, für Bryan, das sehe man an der eine neunmonatige Gefängnißstrafe e büßt hat, eine Erklärung, gewesen wäre. Der zweite Fall betrifft eine Art Brüsewigerei. In Sewen wurde ein des Abends nach Hause Stellungnahme der Silbermonopolisten in Colorado und Montana. daß er mit seiner ganzen Familie" aus dem sozialdemokratischen gehender Mann ohne jede Veranlassung und ohne, daß er vorher sondern frug weiter, ob es nicht weiser wäre, nur die Partei luft austrete und wieder zurückkehre zu Staat und Kirche" Der Mann gab sich aber damit noch nicht geschlagen, Verein Herne wie aus dem sozialdemokratischen Verein Sänger angerufen worden wäre, seitens zweier in einem Schuppen ver- Mc Kinley's zu bekämpfen, die den Arbeitern das Stimmrecht Unter den Gründen seines Austritts führt der Mann an, daß steckter Grenzaufseher angeschossen. Der durch die Presse beTannt gewordene Vorgang erregte im ganzen Lande große Er zu nehmen suche, als gleichzeitig die Partei Bryan's, die für vor Antritt feiner Strafe ein Vorstandsmitglied des sozialdemo bitterung und von eine volksthümliche Regierung eintrete. Auch darauf hatte fratischen Vereins Herne zu ihm gesagt habe, man müsse teine " oben" erschien denn auch sofort ein De Leon sofort den passenden Deckel, indem er die Be- Gefahr, sei es vor Gericht oder sonstwo, scheuen, um einen Beschwichtigungsartikel, dessen Absicht aber so durchscheinend schuldigung gegen die republikanische Partei zugegeben-auf die Rameraden zu retten; demnach scheue betreffende Sette auch war, daß kein Mensch der dort gegebenen Darstellung den ge- Beraubung des Wahlrechts der Arbeiter durch die Legislatur keinen Eid." ringsten Glauben beimaß. Nunmehr erscheint in der Presse eine von South Carolina hinwies, die fast ausschließlich aus Popolo- Da diese Erklärung voraussichtlich die Runde durch bie eingehende Darstellung durch den Angeschossenen, deren Richtig traten bestehe, von denen der Senator Tillman einer der gegnerische Preffe machen wird, so sei bemerkt, daß es in Herne feit faum angezweifelt werden kann. rabiatesten Parteigänger Bryan's sei. Der unglückliche Frage- sar feinen sozialdemokratischen Verein giebt Mülhausen i. Elf., 29. Oktober.( Frantf. 3tg.) Der Ge: steller ward nachträglich noch aus dem Publikum mit einem und daß die Mitglieder des Vereins Sängerluft dagegen meinderath entschied mit 17 gegen 13 Stimmen, seinen Beschluß Sagel spöttischer Scherzfragen bedacht. Daß De Leon es nicht protestiren, daß ihr Verein sozialdemokratisch sei. Wie auf Bulaffung der Lokalpresse zu den Stadt bei der kurzen Abfertigung der Herren bewenden läßt, sondern, die Rheinisch- Weftf. Arb.- 8tg." mittheilt, glaubt man allgemein, rathssigungen, der vom Bezirkspräsidenten nicht genehmigt wo es nur irgend paßt, auf eine genaue Erläuterung der Sache daß es sich bei der Angelegenheit um eine von anderer Seite worden ist, aufrecht zu erhalten, um eine näher motivirte eingeht, versteht sich von selbst. veranlaßte Denunziation handle. In Herne werde gegen die Entscheidung der höheren Aufsichtsbehörde herbeizuführen. nach Bildung und Erkenntniß strebenden Arbeiter mit den Desterreich. 1 di schofelsten Mittelu gearbeitet. So sei auch der dortige Delegirte Wien, 30. Ottober. Das Abgeordnetenhaus nahm zum letzten Parteitag der westfälischen Sozialdemokratie denunzirt in zweiter und dritter Lesung das Gerichtsorganis und gemaßregelt worden. sations Gesetz und die Gesetze betr. die Einführung der Gewerbegerichte und betr. die Gerichtsbarkeit in meldet heute der Telegraph: 2ohnstreitigkeiten an. B Man ist allerorts der Ueberzeugung, daß in dieser Wahl fampagne mehr Sozialismus unter das Bolt gebracht wird, als durch die gesammte Propaganda des letzten Jahrzehnts. Afrika. Ueber die Hungersnoth in Südafrika " Zur Förderung der ländlichen Agitation in Mecklen burg durch Vertheilung eines Kalenders haben die Ham Infolge der Rinderpest haben die Eingeborenen von Bechuana- burger Parteigenoffen 3000 M. bewilligt. Schweiz. land von der gewöhnlichen Milch und Kornnahrung zu ge Der sozialdemokratische Wahlverein in Langen. Bern, 30. Oktober. Der Bundesrath sette die Bolt 3. trocknetem Fleisch übergehen müssen. Sie sterben deshalb in bielau i. Schl. hielt im legten Bereinsjahre 20 Versammlungen abstimmung über das Bundesbant Gefeß auf den großer Zahl am Storbut. Der Volksraad des Oranje- Frei- ab, die sämmtlich gut besucht waren. Der Mitgliederstand des 28. Februar 1897 feft. staates hat daher den Präsidenten ermächtigt, die Zölle auf Vereins ist 315, während das Vereinsvermögen rund 300 M. Italien. Brot und Fleisch aufzuheben, wenn dies als nöthig erachtet beträgt. Die Benutzung der Bibliothet war rege; besonders werden sollte. häufig wurde, der Roman Bertha v. Suttner's gelesen:" Die Kardinal Hohenlohe ist seinen Brüdern, dem österreichischen Obersthofmarschall und dem preußischen Herren erklärte Prändent Krüger, der aus den nördlichen Provinzen Nach einer Meldung des Daily Telegraph" aus Prätoria Waffen nieder!" haus- Präsidenten, Herzog von Ratibor, rasch ins Grab gefolgt; der Südafrikanischen Republik zurückgekehrt ist, daß die Leiden blos einer feiner Brüder, der Reichskanzler Chlodwig Fürst zu und die Hungersnoth unter den Eingeborenen nicht zu beschreiben Hohenlohe ist noch am Leben. Kardinal Hohenlohe, der heute in Rom starb, ist 73 Jahre alt geworden. Er war Bismard's seien. Viele Tausende ernährten sich von Wurzeln und Beeren, Kandidat für den heiligen Stuhl". Vor Ausbruch des Kulturkampfes die Verheerungen der Rinderpest seien entfeßlich. wollte Bismarck ihn zum Gesandten beim Papste ernennen, was aber von dieſem zurückgewiesen wurde. Eine gewiffe Selbst. ständigkeit der päpstlichen Politit gegenüber hatte Hohenlohe bis sulegt bewahrt. Auf einem Bankett hatte er z. B. im vorigen Jahre einen Toast auf Crispi ausgebracht. Zum theil nahm man freilich an, daß dies in Uebereinstimmung mit dem Papste geschehen sei, der damals die Anbahnung einer Ausföhnung mit Sem offiziellen Italien ins Auge gefaßt haben soll. Rußland. Innent Türkei. Armenische Auswanderer. 12 000 Armenier haben sich nach Bulgarien geflüchtet; dafür sind einige tausend muhamedanische Auswanderer aus Rußland in Ronstantinopel angekommen. Amerika. " Die preußische Berginspektion fetretariat" hat nämlich nach Ansicht eines liberalen Witgliedes vor Gericht. " Das Bureau Aus Elsaß- Lothringen. Städtisches Auskunftsbureau und nicht Städtisches Arbeitersekretariat" soll die kommunale Institution" heißen, die demnächst, wie bereits mitgetheilt, in Mülhausen neu errichtet wird. So wenigstens hat die Rominission beschlossen, welcher der Statutenentwurf unseres Genossen Bue b unterbreitet worden war. Das Wort Arbeitereinen politischen Beigeschmack". Im übrigen wurde der vorgelegte Entwurf im wesentlichen angenommen. Das Auskunfsbureau wird eine besondere Abtheilung des Bürgermeisteramts bilden. Aus Bochum wird uns vom 28. Oktober berichtet: Wie den Lesern des Vorwärts" schon befannt, hatte die Es wird mündlich Auskunft ertheilt und zwar: 1. über Bergarbeiter Beitung" aus dem Bericht der preußischen Berg- Kranken-, Unfall, Alters- und Invaliditäts- Versicherung; 2. in behörden mitgetheilt, daß Herr Bergrath Althüser Süd- gewerblichen Streitigkeiten, welche der Kompetenz der Gewerbe Bochum in seinem Bericht mit feinem Wort des großen gerichte unterstehen; 3. über Arbeiterschuß, über die GewerbeUnglücs auf Prinz von Preußen" gedacht hatte, bei dem Ordnung, sowie über das Fabrikinfpettorat. Aufschiebung der Währungsreform. Nach 37 Bergleute" umtamen. An dieses Muſter der Bericht- nimmt Beschwerden über diese Gegenstände an und ver einer Petersburger Meldung der„ Times" wurde der Währungs- erstattung hatte die Bergarb. Zeitung" deren zweckmäßigste Erledigung. Soweit hierfür einige ironische anlaßt Reformplan, den Witte dem Staatsrathe im Herbst unterbreiten Bemerkungen geknüpft, dabei aber übersehen, daß Herr Alt. fchriftliche Arbeiten erforderlich sind, werden auch diese sollte und der die Einführung der neuen Goldwährung enthielt, hüser, der da schrieb: Tödtliche Unfälle tamen nicht vom Bureau angefertigt. Berechtigt, aber nicht verpflichtet iſt auf Anweisung des Zaren vorläufig zurückgelegt. Die Einführung der Goldwährung in Rußland wurde als vor, dies nur in bezug auf die jugendlichen Arbeiter das Bureau zur Ertheilung von Auskunft in Heimaths- und ein bedeutsames Friedenszeichen kommentirt, bedeutet nun die Inspektor kein Wort der Aufklärung über jenes gräßliche Unglück Bedarf liegen dem Bureau auch ſtatiſtiſche Erhebungen ein bedeutsames Friedenszeichen kommentirt, bedeutet nun die gesagt hatte. Die Thatsache aber stand fest, daß der betreffende Berehelichungssachen, sowie bei Miethsstreitigkeiten. Nach find Zur Benutzung des Bureaus alle Ber Bertagung derfelben das Gegentheil? gebracht, trotzdem seinerzeit die Deffentlichkeit, durch gewisse Bor- ob. tommniffe aufgerüttelt, energisch Aufdeckung der Unglücksurfache fonen berechtigt, die im Gewerbegerichts- Bezirk Mülhausen Gebühren werden nicht erhoben. Porto- Auslagen forderte. Herr Alt hüser also schrieb nichts von dem Tode wohnen. ber 37 Arbeiter. fönnen bei Bedürftigen erlassen werden. Daß die Aufsichtsbehörde in der Person des oberelsässischen Dagegen stellte der Staatsanwalt von Bochum gegen den Leiter der Bergarbeiter- Zeitung", Dameier Gelsenkirchen, Bezirkspräsidenten den Beschluß des Mülh a user Gemeindes der aushilfsweise die unter Anklage ftehende Nr. 32 der Berg raths auf 3ulaffung der Ortspreffe zu den New- York, 18. Oktober.( Eig. Ber.) Die Nachrichten über arbeiter Beitung" gezeichnet, und gegen den ständigen Redakteur Sigungen nicht genehmigt hat, haben wir bereits mitgetheilt. die Thätigkeit und Erfolge unserer im Felde befindlichen der Zeitung Hue Essen, der in Nr. 34 und 35 die Angelegenheit Diese Ablehnung wird zur Folge haben, daß unsere Genossen Agitatoren lauten vor wie nach gleich günstig, und wenn wir es nochmals erwähnte, Strafantrag wegen Beleidigung ihren bereits einmal eingebrachten, damals aber auch abgelehnten auch diesmal noch nicht zu Wahlfiegen bringen mögen, so tann der Bergbehörde! Am heutigen Tage hatten sich die Antrag auf Einführung der vollen Deffentlichkeit ber Sigungen wiederholen werden. man doch sagen, daß mit der jezigen Wahlkampagne erst im beiden Genannten am hiesigen Landgericht zu verantworten. allgemeinen( was für New- Yort schon seit ca. einem Jahrzehnt, Die Verhandlung gestaltete sich schon insofern sehr inter- Bei den Bezirkskrankenkaffen- Wahlen in Melnik in für die benachbarten Staaten seit den vorigen Bundeswahlen gilt) essant, weil Herr Bergrath Althüser, der als Beleidigter Böhmen siegten die Kandidaten der Sozialdemokratie mit großer die unabhängige politische Aktion der Arbeiterklasse unter auch 3euge(!) war, es ablehnte, zu befunden, warum er Mehrheit. Führung Herraf der sozialistischen Arbeiterpartei in Fluß ge- nicht über das Unglück geschrieben. Ebenso stritt der Herr Polizeiliches, Gerichtliches 2c. die Unfälle zu Genoffe even, Redakteur der Reuß. Tribüne" in tommen ist. Seit Beginn der Wahlkampagne find an zirta es ab, verpflichtet zu sein, über 30 Orten neue Parteifektionen gegründet worden; davon ent- berichten, trotzdem in dem Bericht der preußischen Bergbehörden Gera, war wegen Veröffentlichung einer Leichenberaubungs fallen auf Indiania 8, Konnektikut 6, Illinois, Massachusetts,( Vorbemerkung: S. 546 des Berichts) von einer vorgeschichte, die auf dem Friedhof in Gotha geschehen sein solite, Michigan je 3, Ohio 2, Missouri, New- Yort, Pennsylvanien, geschriebenen Eintheilung" der einzelnen Berichte die zu 9 Monaten Gefängniß verurtheilt worden, trotzdem er, wie Virginien und die Bundeshauptstadt je 1. In Kalifornien Rede ist. Unter Rubrik III A hat der Beamte( anderes ent- das„ Gothaische Boltsblatt" mittheilt, durch Briefe von nahen aus der betreffenden Stelle) wurden auf den Nominationslisten zirfa 14 500 Unterschriften nehmen wir nicht auch Verwandten der Beleidigten beweisen konnte, daß er in gutem Herr Althüfer war Glauben gehandelt habe. In der That, wenn eine Frau an ihren gesammelt, während nur zirka 8500 erforderlich waren; in über die Unfälle au referiren. Ohio 9174, beinahe die doppelte Zahl wie nöthig, und auch in aber anderer Ansicht und der Gerichtshof schloß sich Sohn derartige Dinge von der eigenen Schwester schreibt und noch dazu Jowa und Judiana wurden die Liften um mehrere hundert seinen Ausführungen an. Der Vertheidiger der Angeklagten, mittheilt, daß die Angelegenheit Gegenstand einer gerichtlichen Unterschriften überzeichnet. Die Einrichtung, daß neue Parteien, Herr Dr. Wallach II- Effen, stellte den Antrag, einen Verhandlung gewesen und daß die Betreffenden zu hohen Geum auf den offiziellen, vom Staat zu liefernden Stimmzetteln Sachverständigen zu vernehmen, der sich über die Ver- fängnißstrafen verurtheilt worden seien, dann muß man doch zu figuriren, die Nomination ihrer Kandidaten durch eine be- pflichtung der Inspektoren auslasse. Der Antrag wurde abwohl annehmen, daß die Geschichte auf Wahrheit beruht. stimmte Anzahl Unterschriften von Wählern zu beglaubigen haben, gelehnt. Der Gerichtshof erklärte sich tompetent, in Sachen Milderungsgründe waren somit hinreichend vorhanden, so daß eine ward zuerst im Staat New- Yort eingeführt und ist seitdem in der Berginspektion ein Urtheil zu fällen. Dabei wurde von jener Geldstrafe vollständig genügt bätte. Gegen das horrende Urtheil einer Reihe anderer Staaten zur Einführung gelangt. Seite auch die Auffassung des Staatsanwalts vertreten, daß in hat Leven beim Reichsgericht Revision eingelegt, das ReichsMit welchen Schwierigkeiten die Beschaffung dieser Unter- Preußen außer den Berichten der Berginspektoren noch ein um gericht hat aber die Revision verworfen. schriften verbunden Genoffe Wolfgang, der verantwortliche Redakteur ist, man daraus ent fassender Bericht des Ministeriums heraus käme, in dem auf die der" nehmen, daß dieselben notariell beglaubigt sein müssen; einzelnen Unglücke detaillirt eingegangen werde. Brandenburger Beitung" batele Donnerſtag das heißt jeder Unterzeichner muß vor einem Notar bes In seinem Plaidoyer hob der Staatsanwalt die sozia- früh das Gefängniß verlassen, wo er wegen Beleidigung des schwören, daß er zum Wählen berechtigt ist. Man hat sich die lift is che Tendenz der Bergarbeiter Zeitung" als befonders Pastors Bander in Luckenwalde drei Monate zubringen mußte. die his Sache dadurch einigermaßen leichter gemacht, indem man den ins Gewicht fallend hervor; reftisigirte sich allerdings in diesem Er konnte also noch an der Reichstagswahl theilnehmen. Notar in zu dem Zweck anberaumte Bersammlungen bestellt. Punkte auf Veranlaffung der Vertheidigung. Der Staatsanwalt Hat eine solche Partei bei den Wahlen einen bestimmten billigte den Angeklagten den§ 198( Wahrung berechtigter Prozentsatz des Gesammtvotums erhalten, so ist die Beglaubigung Interessen) zu und beantrage gegen Dameier 14 Tage, Lurch Unterschriften nicht mehr nöthig, sondern es genügt die genue 4 Wochen Gefängniß. tann Genoffe Mannigel, der verantwortliche Redakteur des Voltsblatts", von der Anklage, die Staatsanwaltschaft beleidigt zu haben. Es handelte sich um Artikel des Wolksblatts", worin gur Zeit der Reichtagswahl die Staatsanwaltschaft gefragt wurde, 1 In Magdeburg haben sämmtliche am Bau der deutschwarum sie nicht gegen die verbündeten Ordnungsparteien auf reformirten Stirche beschäftigten Maurer und Hilfsarbeiter grund des Vereinsgesetzes vorgehe. Darin erblickte die Staats die Arbeit niedergelegt. Ein Schiedsgericht zur Schlichtung von faufmännischen Streitigkeiten tritt in Mainz auf Beschluß der Handels. tammer im Januar nächsten Jahres in Wirksamkeit. Erhebungen über die Lage der Landwirthschaft und der Iändlichen Arbeiter sind vom sächsischen Ministe rium des Innern angeordnet worden. Die Ansuuhung des Grund und Bodens zu drei- und Die Leipziger Steinseher haben am vergangenen Donuers vierstöckigen Wohnhäusern läßt das sächsische Ministerium, tag eine Lohnkommission gewählt, die in den nächsten Tagen wie es dem Leipziger Rath eröffnet hat, nur noch in AusnahmeDer Tarif foll am 1. April 1897 in fraft treten. Gefordert Parterre und zwei Obergeschoffe. In das Dach dürfen nur noc einen Tarif auszuarbeiten und den Meistern zu unterbreiten hat. fällen zu. Das Ministerium beschränkt die Gebäudehöhe auf wird darin: 10 stündige Arbeitszeit, 50 Pi. Stundenmindestlohn, wirthschaftliche Nebengelaffe zu dem im Parterre und den zwei Bezahlung der Ueberzeitarbeit mit 50 pCt. Zuschlag, Lohnzahlung Obergeschossen befindlichen Wohnungen eingebaut werden; Meister im vergangenen Frühjahr die Ablehnung einer Ver- feine felbftändigen Dachwohnungen mehr haben. Weiter am Sonnabend vor Beendigung der Arbeitszeit. Da die es dürfen also in Zukunft selbst die zweistöckigen Häuser befferung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Steinfeger damit verbietet das Ministerium, in das Kellergeschoß Werkstätten motivirten, daß die Voranschläge für die auszuführenden Arbeiten und ähnliche gewerbliche Räume einzubauen. Endlich ver schon sechs Monate vor Beginn der Arbeit gemacht würden und fügt das Ministerium, daß die Hintergebäude mehrerer Nachbarhierbei als Grundlage zur Berechnung der Preishöhe der Stand grundstücke nicht mehr in geschlossener Reihe, sondern entweter der bisherigen Lohnverhältnisse angenommen worden sei, so hat vollständig freistehend erbaut werden, oder daß die Hintergebäude man den Meistern die Forderungen diesmal bei zeiten unter- je zweier Nachbargrundstücke so aneinander gebaut werden, daß der Rücken des einen Hinterhauses an die Seitenwand des auDie Schuhmacher in Groitsch i. S. haben ihre Lohn- deren stößt. Dadurch soll erreicht werden, daß nur je zwei Hintrebewegung unter günstigen Bedingungen beendet. Die Ring- gebäude aneinander stoßen. Um diese herum sol freier Raum fabrikanten bequemten sich dazu, mit den Vertretern der Arbeiter fein, während jetzt die Hintergebäude einer ganzen Häuserieihe einen Lohntarif zu vereinbaren, der den Groißscher Verhältnissen eine gefchloffene Phalanx bilden. Die Hintergebäude sollen in entspricht. Die Fabrikanten, die bisher die niedrigsten Löhne Bufunft nur noch aus einem Parterre und einem Obergeschoß bezahlt hatten, mußten namhafte Bugenändnisse machen. Bei bestehen und nur dann bewohnt werden dürfen, wenn die Vorderder Firma J. W. Heyl, wo das Personal streikte, was die gebäude nicht dicht nebeneinander stehen. Bei geschlossener BauFabrikanten zur Generalfündigung bewog, ist die Arbeit wieder weise der Vorderhäuser dürfen die Hintergebäude nicht bewohnt aufgenommen. Der Sieg der Groißscher Schuhmacher ist eine werden. Folge ihres guten Zusammenhalts. Die Mitgliederzahl der dortigen Filiale des Vereins deutscher Schuhmacher stieg von 200 auf über 500. breitet. 199 anwaltschaft eine Beleidigung. Das Landgericht lehnte zunächst Ju Leipzig beschlossen die Arbeiter der sächsischen die Eröffnung des Hauptverfahrens ab, das Oberlandesgericht Staatsbahnen die Gründung eines Vereins zur Wahrung ordnete dagegen die Eröffnung desselben an. Das Schöffengericht ihrer beruflichen Interessen und zur Unterstützung bei Unglückserkannte dann auch gegen Mannigel auf 20 M. Strafe. Gegen und Todesfällen. dieses Urtheil war von beiden Seiten Berufung eingelegt worden. Die Staatsanwaltschaft beantragte Gefängnißstrafe, der Ver urtheilte seine Freisprechung. Das Landgericht verwarf die Berufung des Staatsanwalts und erkannte auf Freisprechung unter der Begründung, daß dem Angeklagten die beleidigende Absicht gefehlt und er in gutem Glauben gehandelt habe. Der Margarinefabritant Mohr in Altona Bahrenfeld hat wegen der Wormser Angelegenheit ferner verklagt: die verantwortlichen Redakteure der, Thüringer Tribüne", und der Brandenburger Beitung". Genosse Huth, der Redakteur des letteren Partei- Organs, hat auf dem Amtsgericht die Erklärung abgegeben, daß er nach neuerlichen Erkundigungen keinen Anlaß habe, von seinen mit theilungen ein Wort zurückzunehmen. Er empfehle, die Weiter behandlung der Angelegenheit davon abhängig zu machen, daß Mohr einen größeren Betrag für die großen Reisekosten der aus Worms und Umgegend zu ladenden vier Zeugen Huth's an Ge richtsstelle hinterlege; er( Huth) mache gleich darauf aufmerksam, daß er außer stande sei, diese Beugenkosten etwa später zu be zahlen. Das Hamburger Echo" meint zu den Mohr schen Prozessen: Man tönnte es allenfalls verstehen, wenn Herr Mohr, um die Harmlosigkeit jenes bekannten Fabrikbesuches zu erweisen, jene Zeitung verklagte, welche zuerst die Nachricht brachte. Herr Mohr hätte dann vielleicht die Unrichtigkeit irgend eines Bunftes der Mittheilung nachweisen können, und damit wäre wohl der Gerechtigkeit" genüge geschehen. Charakteristisch ist, daß- soDiese Neuerung ist, wenn sie einigermaßen fireng durch weit uns bekannt sämmtliche jegt verklagten Beitungen seiner geführt wird, von allgemeiner Bedeutung. Das Miethskafernen zeit die Mohr'schen Berichtigungen anstandslos aufgenommen haben. wesen und der Grund- und Bodenwucher werden eingedämmt, die Von einem Vorgehen des Herrn gegen bürgerliche Zeitungen ist uns bis jetzt noch nichts bekannt geworden, obgleich diese jetzt schon genöthigt sein, aufs Land zu ziehen, sie werden also gesundheitlichen Verhältnisse in den Städten beffer werden. Anderseits werden die Arbeiter voraussichtlich noch mehr als Presse die Angelegenheit weidlich ausgebeutet hat. Es bleibt nun abzuwarten, welche Erfolge Herr Mohr vor Gericht erzielen mittags nicht mehr nach Hause gehen können. Das dürfte dazu wird. Wir möchten fast glauben, daß er den gleichen schmerz: Personals der ersten österreichischen Jutespinnerei in FlorisMit einer schweren Niederlage endete der Ausstand des führen, daß man mehr und mehr zur sogenannten englischen lichen Ausruf thun wird, wie jener Jude:" Au waih! Ich hab' orf bei Wien. Troydem am 27. Oktober in einer Ver Arbeitszeit übergeht, die darin besteht, daß mit kurzen Pausen gewonnen!" vom Beginn bis zum Ende des Tagewerks durchgearbeitet, das Genosse Gerhard, der frühere verantwortliche Ne- fammlung der Ausständigen die Fortsetzung des Streits ein- Tagewerk also zeitiger als jetzt beschloffen wird.( Diese Notiz dakteur der Breslauer„ Volkswacht", war der zweifachen Be- immig beschlossen worden war, nahmen am folgenden Morgen ist, was wir zu entschuldigen bitten, in gestriger Nummer durch leidigung des Maurerpoliers Neugebauer angeklagt. Das 400 Arbeiter und Arbeiterinnen ihre Beschäftigung bedingungslos ein Versehen herausgeblieben.) Landgericht erkannte in einem Falle auf Freisprechung, im anderen ieder auf. Die übrigen folgten am Nachmittag. Die Fabrikleitung nahm nun Rache. Mehr als 100 Arbeiter und. auf 50 M. Geldstrafe. reiche schwangere Frauen, um die Betriebs- Krankenkaffe nicht au Arbeiterinnen wurden auf's Pflaster geworfen, darunter zabl belasten. " 1 -Auf grund einer Polizei- Berordnung vom 7. Auguft 1878, wonach Reden am Grabe ohne Erlaubniß der Ortsgeistlichkeit untersagt sind, wurde dem Goldarbeiter Ebert und dem Diamantschleifer Franz von Großenhain vom dortigen Bürgermeisteramt eine Geldstrafe von je 30 m. auferlegt. Ebert hatte am 24. September am Grabe eines verstorbenen Genossen, des Bigarrenarbeiters Bonifer in Großenhain, einen Kranz mit rother Schleife mit den Worten niedergelegt:" Im Namen des Vereins Arbeiterschutz" lege ich diesen Kranz hier nieder" und Franz hatte mit den Worten: Im Namen der Freiheit und Gleichheit" drei Schippen Erde in das Grab geworfen. Beide erhoben gegen die Polizeiftrafe Einspruch, das Schöffengericht verurtheilte sie aber zu je zehn Mart. Gewerkschaftliches. " differenzen in der Schuhfabrik von Eichbaum u. Ko. In Mainz find, Beitungsmeldungen zufolge, die Lohnwieder beigelegt. Aus Charleroi in Belgien wird telegraphirt: Eine bedenkliche Streitbewegung wird auf einer ganzen Reihe von Gruben konstatirt. Die Arbeiter fordern überall Lohnerhöhung, die in dessen nur theilweise bewilligt wird. " Ein Droschkenkutscherstreik, an dem nach einer Meldung der Bossischen Zeitung" bis jetzt 3000 Mann betheiligt sind, der sich aber zu einem allgemeinen ausdehnen dürfte, ist in London ausgebrochen. Er ist lediglich gegen die hauptstädtischen Eisenbahnen gerichtet, die gewisse Beschwerden der Droschtenkutfcher nicht berücksichtigen wollen. Die Kutscher weigern fich, Fahrgäste in die Bahnhöfe hineinzufahren. Soziales.. Wie ungenirt das Unternehmerthum in den Handels- und Gewerbekammern Parteipolitit fammer in ihrem letzten Jahresbericht, wo sie in die Haz treibt, zeigt die Ghemnizer Handels- und Gewerbe gegen die Konsumvereine mit folgenden Be merkungen einstimmt: Was die Konkurrenz der Konsume vereine speziell anbelangt, so scheint uns in unseren jezt Unterstützung von einer Gegenbestrebungen Seite zu kommen, von der fie am wenigften erwartet wurde, und zwar von den Sozialisten und den ihnen Nahestehenden. Angeblich zur Bekämpfung des Kapitalismus und zu seiner Lahma legung_gründen diese jetzt Konsumgenossenschaften, da durch solche Organisationen erhebliche Geldmittel sowie den Führern gut bezahlte Stellen eingebracht, der Mittelstand aber noch mehr als jetzt schon lahm gelegt wird. Solche Organisationen find aber, besonders wenn Grundbesitz vorhanden, wesentlich schwerer aufzulösen, als einfache politische Vereine, und der Staat wird im Interesse der Selbsterhaltung gewiffe Grenzen ziehen müssen, die auch den Vereinen gegenüber nicht ohne Wirkung fein können, die erst der Unterstützung höchster Beamten ihre Existenz verdanken. Die Bewegung der Lithographen, Steindrucker und Berufsgenossen Berlins hat ihren Höhepunkt erreicht. Sämmtliche Kollegen, welche in Ringdruckereien beschäftigt waren, find Die Einführung von Arbeitszetteln, die nach dem Vor ausständig. Am Sonnabend, den 31. Ottober, finden vorm Ge- gange des Düsseldorfer Gewerbegerichts in einer Anzahl von Zur Zurückweisung dieser Musterleistung tendenziöser Berichts werbegericht die Verhandlungen wegen Kontraktbruchs" statt. Städten vorgenommen ist und vom preußischen Handelsminister erstattung genügt es, darauf hinzuweisen, daß notorisch die Damit dachten die Herren Prinzipale einige Schreckschüsse abzugeben, ebenfalls empfohlen wurde, wird nun auch vom Berliner Konsumvereine Sachsens ihre Angestellten nichts weniger als gut, um die Bewegung ins Wanken zu bringen. Sie werden sich aber Gewerbegericht den Unternehmern angerathen. Das Gesondern häufig sogar sehr schlecht bezahlen; weiter, daß das täuschen, denn die Ausständigen sind gewillt, den Kampf so lange werbegericht hat das Formular eines solchen Arbeitszettels aus Genossenschaftsgefeß, auf grund deffen die Konfumvereine er zu führen, bis die Forderungen vollständig bewilligt sind. gearbeitet, das nächstens im Druck erscheinen wird. Es wird dann richtet sind, die Verwendung von Geldern für andere als die Die Handelskammer von Die Hoffnung des Ringes, daß das Geld zur Unterstützung nicht ebenso wie heute die polizeilichen Wohnungs- An- und Abmeldezettel in ftatutarischen Zwecke ausschließt. ausreichen werde, wird durch die Thatsachen zu nichte gemacht. Geschäften zu einem geringen Preis zu haben sein. Probes Chemnitz schlägt sich also mit ihren eigenen Waffen. Da die Arbeit drängt, machen einzelne Firmen den Bersuch, Exemplare werden in den einzelnen Kammern des Gewerbe- Die Generaldirektion der bayerischen Staats- Eisen Arbeiter und Arbeiterinnen zum Prägen anzulernen. Dies ist gerichts zur Benutzung ausliegen. Der ausgefüllte, mit Unters aber nicht so leicht; wie uns berichtet wird, sind Arbeiterinnen schriften des Unternehmers und Arbeiters versehene Arbeitszettel bahnen versendet ein längeres Bertheidigungsschreiben an bie bei dieser Beschäftigung die Finger zerquetscht worden. Wir stellt einen rechtsverbindlichen Arbeitsvertrag dar. Das Formular Presse auf die in diefer namentlich in letzter Beit häufig zum Ausdruck gebrachten Anregungen oder Beschwerden über die machen hierauf aufmerksam, damit nicht noch mehr sich zeitlebens enthält Rubriken für: Dienſtantritt, Lohnfah, Lohnzahlung, ungünstigen Verhältnisse des Personals der unglücklich machen. Gestreift wird bei den Firmen: Kuzner u. Arbeitszeit, Kündigungsfrist sowie einen Anhang für nachträg bayerischen Staats- Eisenbahnen. Am Schlusse dieses Schreibens nachträg- ngünstigen Verhältnisse des Personals der Berger, Prager u. Loida, Ettler, Mathes, Friedberg u. Silber- liche Aenderungen des Arbeitsvertrages und eine Quittung bayerischen Staats- Eisenbahnen. Am Schlusse dieses Schreibens heißt es: Die Verwaltung wird auch in Zukunft die Fürsorge stein, Schäffer u. Scheibe, W. Böhme, Barnick, Büttner u. über die empfangene Altersversicherungs- Karte mit richtiger für das Personal aller Sparten und Dienstzweige als eine Ko., vo das Zeugniß, Wunsch u. Lange, Heimann u. Schmitt, Littauer der Arbeiter beim Dienstaustritt unterschreibt; inbegriffen wichtige Aufgabe im Auge behalten, und etwa zutage tretenden u. Boysen, Aberlee, W. Hagelberg, Radicke, Weyland Lobnißständen wie auch u. Bauchwig, Priester u. Eyck, Grat u. Aron, P. Hagelberg, ist auch die Bescheinigung über richtig empfangenen Lohn weiteren Kreisen, daß die mehrfach veröffentlichten Klagen über A. angebliche Mißstände nicht als U. Engel, Walther Peck, Stenz, Werner u. Schumann, Desterreich event. mit Roftgeld. Es wird durch diese Zettel das vielfach recht weiteren Kreisen, daß die mehrfach veröffentlichten Klagen über u. Hartmann, Sala, Hohenstein u. Lange, Frommholz, Licht oberflächlich geschloffene Arbeitsverhältniß im Interesse beider angebliche Mißstände nicht als baare Münze genommen druckerei Dienstbach, Böhte u. Mittweier. Buzug ist aufs Parteien( Unternehmer und Arbeiter) scharf fixirt, was dazu bei werden, wenn sie auch nicht immer einzeln berichtigt werden ftrengste fernzuhalten. Die Wuth der Prinzipale kennzeichnet tragen wird, daß weniger Klagen als bisher in gewerblichen Dazu bemerkt die Fränkische Tagespost: Es ist sehr bes fich durch das Verhalten gegen das kaufmännische Personal; so Streitigkeiten vorkommen. Besonders praktischen Werth erhalten wurden bei der Firma W. Hagelberg und Adolf Engel die diese Bettel noch dadurch, daß auf der Rückseite derselben die quem, dem Personal zu empfehlen, es möge den Berichten über Mißstände feinen Glauben schenken. Daß die Verwaltung die Buchhalter entlassen, weil sie auf Listen für Streifende zeichneten. wichtigsten Bestimmungen aus der Reichs- Gewerbe- Ordnung, dem Fürsorge für das Personal als eine wichtige Aufgabe im Auge Die Situation ist nach wie vor sehr günstig. Die Lohnkommission. Kranken- Versicherungs- Gesez, dem Invaliditäts- und Altersversiche behalten will, ist gewiß sehr schön, und eben zu dem Zwecke, Im Anschluß an diesen Bericht der Lohnkommission möchten rungs- Gesetz, sowie aus dem Ortsstatut abgedruckt find. daß diese wichtige Aufgabe nicht so leicht in Vergessen wir den vom Streit betroffenen Firmen rathen, anstatt vorm Die Erhebungen über die Wirkung der Bäckerei- Verord- heit geräth, muß die Preffe die Verwaltung ab und zu Gewerbegericht die Kontrattbruchs- Angelegenheit zu erörtern, sich nung, die in allen Bundesstaaten vorgenommen find, sollen, wie darauf aufmerksam machen. lieber dort mit den Streifenden über die Forderungen zu ver- es heißt, vornehmlich" die Beschaffung von Material zur Beantftändigen. Ein gütlicher Ausgleich ist allemal besser als ein langs wortung einer im Reichstage zu erwartenden Interpellation be: wieriger Rampf, der beiden Theilen schwere Opfer auferlegt. zwecken. Ob bie Beantwortung" an gunften der Bäckermeister Haben in fast allen Gewerben die Unternehmer bei der gegen- oder Bäckergesellen ausfallen wird, wird sich ja zeigen. von Marken, Arbeitsbuch und tönnen." Depelthen und letzte Nachrichten. Der langgefuchte Mörder Bruno Werner ist am wärtig günstigen Geschäftskonjunktur den Arbeitern Konzessionen Der Legitimationszwang für den Geschäftsverkehr gestrigen Abend 9 Uhr 23 Min. auf dem Potsdamer Bahnhoje gemacht, so wird dasselbe wohl auch im graphischen Gewerbe nicht zwischen den Konsumvereinen und ihren Mit eingetroffen. Seitens der Presse und der Kriminalpolizei war, unmöglich sein. Weiter halten wir die polizeiliche Bewachung gliedern wird laut Gesetz am 1. Januar 1897 eingeführt. um große Menschen- Anfaminlungen zu verhindern, die genaue der vom Streif betroffenen für überflüssig. Die Arbeiter der Die Handelskammern sind jetzt aufgefordert worden, sich gutacht- Zeit der Ankunft des Mörders geheim gehalten worden. graphischen Gewerbe verhalten sich schon selber so, daß sie mit lich darüber zu äußern, welche Anforderungen an die Legiti- Bunft 9 Uhr 23 Minuten fuhr der Schnellzug ein; in der Mitte dem Gesetz nicht in Konflikt kommen. Unsere Polizeimannschaften mationsführung zu stellen sind. des Trains befand sich ein Waggon dritter Klaffe, dessen Roupee für Nichtraucher für den jugendlichen Verbrecher gedient hatte. haben bei den bedenklichen Sicherheitszuständen Berlins doch gewiß wichtigeres zu thun, als auf Streikende zu vigiliren, bie Rheinland 3 schon mehrfach Ursache von Arbeitseinstellungen todtenblaß. Jm Publitum machte sich die gerechte Entrüstung Das Zweiftuhl- Syftemt ist in der Textilindustrie des Werner war ungefesselt, das Gesicht des jugendlichen Mörders an den Geschäften, wo sie in Arbeit standen, vorübergehen. gewesen, die bis jetzt, soweit bekannt, damit endeten, daß die beim Anblick des Mörders geltend. Mörder, Schuft, fchlagt Die Buchdrucker haben den streikenden Lithographen Fabrikanten die Einführung von Doppelstühlen unterließen. Wie den Hund todt," so erfchollen aus der Menge Rufe; die 15 000 M. zur Verfügung gestellt. das aber mit technischen Verbesserungen zu geschehen pflegt, so Kriminalbeamten bildeten eine Kette, und schenen gesenkten Der Maurerstreik in Stettin ist für beendet erklärt, da auch hier. Die Fabrikanten geben nur nach, um unterm Druck Blickes schreitet Werner, eskortirt von einem Kriminalkommiffar nur einige Unternehmer noch nicht bewilligt haben. Die Zahl der Konkurrenz die Arbeit und Kosten sparenden Doppelstühle und einem Polizei- Wachtmeister, durch eine Seitenthür des Pers der Streifenden beträgt blos noch 10. zu einer günftigeren Zeit einzuführen. Ein solcher Fall wird rons, die zu dem Droschken- Halteplatz führt. Im nächsten Augenblick Aus Lübeck. Die Leitung des Emaillir Wertes von aus Eupen gemeldet, wo erst vor kurzem ein Streit aus befindet sich der Mörder in einer Droschte 2. Klasse und das und müt dem Erfolg der Thiel u. Söhne hat, wie üblich, ihr streikendes Perfonal auf solcher Ursache ausbrach Gefährt rollt nach dem Polizeipräsidium, woselbst, W. heute Eine dortige Firma hat eine Andie schwarze Liste gesezt. Ein Exemplar dieser Liste ist Arbeiter endete. durch zwei in einer Druckerei beschäftigte Mädchen einem zahl Doppelstühle bestellt und will diese mit Arbeiterinnen übernachtete, nachdem er noch ein kurzes Verhör zu bestehen hatte. Das wird möglicherweise zu einem neuen Arbeiter übergeben worden und dieser hat dann die Veröffent: befeßen. Trier, 81. Ottober.( B. H.) Tas Wasser der Mofel steigt lichung der Liste veranlaßt. Gegen die drei Personen soll nun Streit führen; mag er enden wie er will, auf die Dauer Auflage erhoben werden. Weiter hat die Firma Thiel u. Söhne wird sich die Einführung des Doppelstuhls nicht verhindern fortwährend, weite Strecken des Ufers stehen unter Waffer. Kopenhagen, 30. Oftober.( W. Z. B.) Die Polizei vers wegen eines vom Streitkomitee gegen sie gerichteten Flugblatts laffen. Es ist deshalb angezeigt, wenn sich die Weber mit der gegen 4 Personen darunter den Genossen Theodor Schwart neuen Maschine in irgend einer Weife abfinden, in erster Linie haftete heute einen Mann namens Glaab, der angiebt, in Berlin Strafantrag wegen öffentlicher Beleidigung gestellt, dadurch, daß sie für Verkürzung der Arbeitszeit eintreten und geboren zu sein, unter dem Verdachte, daß er ein Mitschuldiger des am Sonnabend wegen Sparmarkenfälschung verhafteten Der Zuzug von Metallarbeitern aller Branchen ist von die Fabrikanten ersuchen, nicht eher neue Arbeiter anzulernRaffirers des hiesigen Anarchistenklubs, Bergolders Peter Lübeck fernzuhalten. ehe die alten untergebracht sind. Der Fabrikinspektor Aachen Ju Gevelsberg haben die an der Wasserleitung beschäf- wird, soweit anzunehmen ist, seine Vermittelung nicht versagen. Jensen, ift. tigten italienischen Erdarbeiter, die im Streit standen, Kartellwesen. Sämmtliche transatlantische Dampfer zufolge ist beim Rap Horn während des leßten furchtbaren die Arbeit wieder aufgenommen, da ihre Forderungen bewilligt ini en stehen wegen Abschluß eines Kartell in Unterhandlung deffen Zweck ist, die Kajütenpreise bedeutend zu erhöhen. Daß Der Streit der Steinseher und Rammer Hamburgs die Preise für das Zwischendeck früher oder später ebenfalls in dauert fort. Wir appelliren nochmals an das Solidaritätsgefühl die Höhe geschraubt werden würden, ist klar. der gesammten Arbeiterschaft und bitten, uns moralisch wie auch Die Errichtung eines Gewerbegerichts für Zerbst wurde materiell zu unterstützen. Dann wird auch der Sieg nicht aus- vom dortigen Gemeinderath mit 13 gegen 12 Stimmen be bleiben troß aller Machinationen. Alle Sendungen und Zus schlossen. Dieser vernünftige Beschluß ist dem Bürgermeister zu schriften bitten wir zu adressiren an das Streit- Komitee, pr. Adr.: Dr. Hahn zu danken, der als Vorsitzender zu gunsten des GeChr. Wiese in Hamburg, Niedernstr. 50. werbegerichts den Ausschlag gab. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berliu. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. wurden. London, 80. Oktober.( B. S.) Sier eingegangenen Meldungen Ortans ein Bremer Dreimaster untergegangen. Derfelbe befand sich mit einer Ladung Kohlen von Shields nach Jquique unterwegs. Die ganze Bemannung, 27 Köpfe start, ist ertrunken. London, 30. Oktober.( W. T. B.) Der britische Kapitän Marriot wurde in der Nähe von Smyrna von Räubern gefangen genommen, welche 10 000 Pfund Löfegeld verlangen. im Hongkong, 30. Oftober.( W. T. B.) In Taipefu in Norden Formosa's ist die Peft ausgebrochen; bisher sind 15 Er. frantungen festgestellt. 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 256. Sonnabend, den 31. Oktober 1896. Nochmals die arbeiterfreundliche Gasdirektion. Unsere Behauptung, die Einrichtung der fünfzehnständigen Sonntagsschicht für die städtischen Gasarbeiter wäre mit einem Lohnausfall verbunden gewesen, wird von der gegnerischen Presse als falsch bezeichnet. Wir geben nachstehend einen Auszug aus dem stenographischen Bericht der Stadtverordneten- Ber fammlung vom 8. Oktober d. I., in welcher die Angelegenheit verhandelt wurde. Stadtrath Namslan:... Eines ist in der ganzen Argumen tation des Herrn Kollegen Singer ganz übersehen worden. Wir stehen unter dem Druck der geseßlichen Borschriften. Das ist einer seits die Gewerbe- Ordnung, andererseits die für Berlin erlassene Verordnung des königlichen Polizeipräsidiums vom 21. März 1895. Durch sie ist uns vorgeschrieben, daß wir jedem Arbeiter in unferen Gaswerten einen Sonntag um den anderen 24 Stunden freigeben und daß diese 24 Stunden morgens um 6 Uhr beginnen müssen... Nun heißt es im Schlußfaz des§ 105c der Gewerbe Ordnung: Ausnahmen können zugelassen werden von der unteren Verwaltungsbehörde unter der Bedingung, daß die Arbeiter am Besuche des fonntäglichen Gottesdienstes nicht gehindert werden und ihnen an stelle des Sonntags eine vierundzwanzigstündige Ruhepause an einem Wochentage gewährt wird. Es kann also die achtzehnstündige Schicht nur dann in eine fünfzehnftündige umgewandelt werden, wenn daneben jedem Arbeiter im Laufe der Woche ein völlig freier Tag von 24 Stunden geboten wird. ( Hört, hört!) 13. Jahrg. ( Die Versammlung beschließt den Uebergang zur Tages der Eltern, ihre Kinder irgend einem Religionsunterrichte zu ordnung.) zuführen, ob und welche Zwangsmittel aber zur Erfüllung dieser So und nun richten wir die Frage an die Bourgeoispreffe: Verpflichtung gegen die Eltern gegeben sind, intereffire hier nicht. war bei Einführung der fünfzehnstündigen Sonntagsschicht ein Denn mittels eines solchen Zwanges fönnte der Vater doch Lohnausfall in Aussicht genommen oder nicht? Und merken die nur dazu angehalten werden, daß er sein Kind in der von Vertheidiger der arbeiterfreundlichen" Gasdirektion nun endlich. ihm bestimmten oder mangels einer solchen Bestimmung in seiner warum die Arbeiter um Beibehaltung der achtzehnstündigen eigenen Religion unterweisen läßt. Falls er aber einer ReligionsSonntagsschicht petitionirt haben? Wer nicht gerade ein Brett vor dem Kopfe hat, der könnte es doch wirklich begreifen! Tokales. Für den zweiten Wahlkreis findet am Sonntag, den 1. November, abends 61/2 Uhr, im Lokale des Genossen Bubeil, Lindenstr. 106, eine Versammlung statt, in welcher Genosse Dr. Paul Bernstein einen Zyklusvortrag über" Hypnotismus" beginnen wird. Unsere Parteigenoffen Hinz und Lerche, welche fürzlich wegen Majestätsbeleidigung zu zwei Jahren Gefängniß verurtheilt wurden, sind gestern Mittag wieder verhaftet worden. Hinz war bekanntlich gleich Lerche gegen eine Raution von 5000 m. auf freiem Fuße belassen worden. Einer vom Staatsanwalt gegen diesen Gerichtsbeschluß ein gereichten Beschwerde soll das Kammergericht stattgegeben haben. Welche Gründe für die Staatsanwaltschaft maßgebend gewesen sind, um eine derartige Handlung vornehmen zu lassen, wissen wir nicht. Es ist ein Antrag auf Tagesordnung eingegangen. Stadtv. Singer Ich habe mich zum Wort gegen den" intrag auf Tagesordnung gemeldet, um die Möglichkeit zu haben, zwei Momente aus der Nede des Herrn Stadtrath Namstau festzunageln, nämlich das eine Zugeständniß, daß der Magistrat beaona tigt, von jetzt ab jeden Sommer eine längere Arbeitsschicht als zwölf Stunden zu beseitigen, und ferner das für mich außerordentlich wichtige Zugeständniß, daß neben der Einführung der fünfzehnstündigen Sonntagsschicht nunmehr jeder Gasanstaltsarbeiter in der Woche eine vierundzwanzigstündige Ruhe Expedient in der Lager- Abtheilung meines Hauses beschäftigt. Unternehmerrache. Ein Abgangszeugniß, das dieser Tage von der bekannten Firma W. Hagelberg, deren Arbeiter gegenwärtig wegen einer geringen Lohnforderung ausständig sind, einem entlassenen Komptoirangestellten mit auf die Reise gegeben worden ist, hat folgenden Wortlaut: bat. Das, meine Herren, ist in dem Extrakt, der von dem Einigungsamt in die Presse gekommen ist, nicht enthalten. Herr Herr.. W. Hagelberg. Berlin NW., den 23. Oftober 1896. Marienstr. 19/22. gesellschaft, deren Bekenntniß Gegenstand eines Unterrichts sein fönnte, überhaupt nicht angehört, so dürfte er auf grund der obigen Bestimmungen äußersten Falles dazu gezwungen werden fönnen, eine Religion zu bestimmen, in der sein Kind unterrichtet werden soll. Jedenfalls müßte erst durch ein gefeßlich zulässiges Verfahren festgestellt sein, an welchem Religionsunterricht das Kind nach den bestehenden Gefeßen theilzunehmen hat, bevor gegen den Vater ein Strafverfahren wegen Schulversäumniß des Kindes eingeleitet werden könnte. Magiftratlicher Troft für Arbeitsuchende. Maginirat?. offiziös wird gemeldet:" Es gehen noch immer zahlreiche Gesuche beim Magistrat ein, um Beschäftigung als Hilfsarbeiter. Die betreffenden Personen machen sich jedoch vergebliche Wege und Kosten, denn, wie wir mittheilen tönnen, werden auch jetzt vom Magistrat Hilfsarbeiter für den Bureaudienst nicht ein gestellt." beschlossen, den Bescheid zu ertheilen, daß der Magistrat an den Zur Gasarbeiterfrage. Das Magistrats Kollegium hat Beschlüssen des Einigungsamtes festhalten müsse, indessen den Wünschen entsprechend vorläufig die Einführung der 15stündigen Arbeit aussehen wolle. Die definitive Regelung solle alsbald nach erfolgter Wahl des Arbeitsausschusses erfolgen. Stadtra h Namslau wird nicht in der Lage sein, nachweisen zu derselbe entlassen worden ist, weil er bei Gelegenheit einer Arbeits. Ferner hat die Versammlung beschlossen, die Bedingungen der können, daß unter den diefer Baffus enthalten ist. Ist er bereit, ihn einzufügen, so wird sich niemand mehr darüber freuen, als ich, vorausgesezt ich darf das wohl als feststehend annehmen daß mit dieser vierundzwanzigstündigen Rube keine Lohnverkürzung verbunden ist. ( Stadtrath Namslau: Natürlich!) Das heißt natürlich nicht? ( Stadtrath Namslau: Natürlich ja!) In ihrer gestrigen geheimen Sihung hat die Stadtverordneten- Versammlung in bezug auf die Anstellung des Oberinspektors Hankwitz als Markthallen Direktor beschlossen, mit Rücksicht auf die Besonderheit des Falles von der Verlegung des Beschlusses vom 29. September 1887 abzusehen. Nach diesem Beschlusse sollte: 1. das Jahresgehalt der Stelle 8000 M. betragen; 2. das Engagement zunächst auf ein Probejahr erfolgen, .. war vom 1. Januar 1898 bis heute als welchein eventuell eine Anstellung auf vier Jahre nachfolgen und dann die Anstellung auf Lebenszeit erfolgen tönne; 3. sollte sowohl bei der ersten Annahme zur Probe wie vor der eventuellen p. pa. 2. Hagelberg. Anstellung auf Lebenszeit die Präsentation des Markthallen Manasse. Auf Wunsch wird Herrn...... zusätzlich bescheinigt, daß Direktors bei der Stadtverordneten- Versammlung erfolgen. einstellung in meiner Fabrik die Zirkulation von Sammellisten Anstellung des Oberinspektors Bankwitz als Markthallen Direktor 3u gunsten der ausständigen Arbeiter bei den seiner Beaufsichtigung zu genehmigen. Endlich erklärte die Versammlung, sie habe unterstellten Leuten zugelassen und sich selbst an der Sammlung gegen die Person des Herrn Hankwiß keine Bedenken. Die durch Zeichnung betheiligt bat. Im übrigen wurde er mit Frage der Pensionsberechtigung folle vorbehalten bleiben. Führung von Lagerbüchern beschäftigt und hat er die ihm ob Die Ausbeutung des Mordes in der Mohrenstraße zu liegende Arbeit zu meiner Zufriedenheit ausgeführt. Reklamezwecken halten einige Vereine, die in Jugenderziehung und Volkswohlfahrt machen, augenscheinlich nicht für p. pa.. Hagelberg. Manasse. so verwerflich, daß sie davor zurückschrecken sollten. Nachdem Ah meine Herren, wenn Sie, um den Arbeitern die ad tzehnstündige Sonntagsschicht auf eine fünfzehnstündige zu Hätte der Entloffene ruhig zugesehen, wie die um Lohn- der Ostdeutsche Jünglingsbund" die Sache kürzlich so schwungermäßigen, einen Ruhetag in der Woche einführen und dafür eine erhöhung kämpfenden Arbeiter mit Weib und Kind verhungerten, voll eingeleitet hat, soll sie durch den Freiwilligen Er Bertürzung des Wochenlohnes eintreten lassen wollen, werden so fäße er heute noch warm, und hätte er gar den Denunzianten ziehungsbeirath für schulentlassene Waisen" die Arbeiter sich bedanken für diese vierundzwanzigstündige gespielt, so wäre ihm vielleicht auf eine beffere Stellung Aus fortgesetzt werden. In einem Zirkular, das ein Herr Ludwig So will es eben die Moral des Ullmann, Vorsitzender für den 22. Waisenbezirk und für Schöne Ruhe; denn sie brauchen den Lohn, den sie an diesem Tage besicht gemacht worden. berg, in diesen Tagen im Auftrage des Erziehungsbeiraths" tommen, um ihre Familien zu ernähren. Das freut mich, daß Kapitalismus. das so herausgekommen ist. Das ist die Sozialpolitik, die die Die Niederlage der drei kühnen Männer. Ueber das an die Waisenbezirks- Vorstände von Berlin SW., W. und NW. freifinnige Stadtverwaltung von Berlin übt! Gesuch des Arbeitsausschusses der Berliner Gewerbe- Ausstellung, verfandt hat, wird darauf hingewiesen, daß weite Kreise von ( Große Unruhe. Rufe: Schluß!) ,, der Magistrat wolle beschließen und die Zustimmung der Stadt der Existenz des Erziehungsbeiraths noch keine Kenntniß haben, Worsteher Dr. Langerhans: Herr Singer, ich bitte Sie, verordneten- Bersammlung dazu erwirken, daß ihm( dem Ausschuß) und daß auch solche, die ihn kelinen, ihm noch recht gleichDas Ereigniß in gegen die Tagesordnung zu sprechen. die Verpflichtung erlassen werde, das zur Ausstellung verwendete giltig und arbeitsunluftig" gegenüber stehen. Stadtv. Singer: Ich wollte diese beiden Punkte aus der Terrain des Treptower Parts wiederum als Park herzustellen", der Mohrenstraße( Justizrath Lewy)", heißt es dann weiter, ist Diskussion herausheben und möchte dringend das Ersuchen aus- referirte in der heutigen Magistratssigung Herr Stadtrath Namslau. jedenfalls dazu angethan, unserer Sache viele arbeitsame Freunde sprechen, von dem Plane abzugehen; denn das ist ganz zweifel. Die Petition des Arbeitsausschusses wurde ohne lange Debatte zu verschaffen und eine allgemeine, regere Theilnahme zu er wecken, und würde es jedenfalls im Interesse der Sache liegen, los: ftellen Sie die Frage so, ob die Arbeiter eine achtzehn abgelehnt. gerade jetzt Wandervorträge in größerem Umfange, zunächst in stündige Schicht wollen,-Berlin, abzuhalten u. f. w."- Man fönnte sich fast versucht fühlen, über dieses heiße Ningen um das Interesse und die Gunst des den die Herrschaften zum Vorwand für ihre Werbeversammlungen gleichgiltigen Bourgeoispublikums zu lachen, wenn der Anlaß, nehmen, nicht so traurig wäre. Von den Haberern." ( Nachdruck verboten.) Ein Habererprozeß regt jezt die Bevölkerung Münchens und Oberbayerns auf. Bei uns in Norddeutschland wiffen die wenigften, wer die Haberer sind, welches ihre Geschichte, ihre Gebräuche sind. Deshalb werden die folgenden Ausführungen den meisten Lesern etwas Neues bieten. Woher stammt das Wort, und was versteht man unter Haberfeldtreiben, ins Haberfeld treiben", auf die Haberwaid' schlagen?" Das Wort stammt wohl von dem Treiben des Viehs auf das geschnittene Haberfeld, wo es die leßten elenden übrig gebliebenen Haberstoppeln abgrafen soll. Bildlich bedeutet es, jemandem seine Untugenden vorhalten, und nach Schmeller's bayerischem Wörterbuch: jemanden in die trostlosesten, elendesten Umstände bringen." " " " " " Ein dissidentischer Berliner Bürger, welcher sein Kind Vorsteher Dr. Langerhans: Herr Singer, ich ersuche Sie nicht in den Religionsunterricht schickte und deswegen von der nochmals, gegen die Tagesordnung zu sprechen. städtischen Schuldeputation in der seit 1892 üblichen Stadtv. Singer: Gewiß, Herr Vorsteher! Ich meine, Weise mit Strafresoluten bedacht wurde, erhob hiergegen beim was ich jetzt aus den Aeußerungen des Herrn Stadtraths Magistrat Widerspruch und erzielte der Volksatg." zufolge fürz Namslau herausgeschält habe, was in der vorigen Distusfion mit lich eine neue, bisher noch nicht bekannt gewordene Eut keinem Wort erwähnt ist, spricht so sehr dafür, daß die Ver- scheidung, nach welcher das angegriffene Strafresolut Tie Berliner Polizei hat bekanntlich, wie wir vorgestern sammlung gegen die Tagesordnung stimmt und der Diskussion als ungesetzlich aufgehoben wurde. Ob diese erfreuliche meldeten, die der hiesigen Märk. Volksztg." anscheinend als freien Lauf läßt, daß wir Herrn Stadtrath Namslau für Entscheidung prinzipielle Bedeutung haben wird und den Vergünstigung gewährte Zusage der Zustellung von kriminaldas Motiv, das er gegeben hat, gegen die Tagesordnung zu orthodoxen Gewissenszwang der Kirche wenigstens für Berlin polizeilichen Mittheilungen wieder entzogen, weil das genannte sprechen, zu danken haven. Opfern Sie die halbe Stunde Beit generell aufhebt, muß dahin gestellt bleiben. Der Magistrat Blatt es in einem Artikel darauf abgesehen haben sollte, die meine Herren; es ist wichtig genug, in dieser Sache volle Klarheit meint in seinen Entscheidungsgründen, das Allgemeine Landrecht Kriminalpolizei in der öffentlichen Meinung herabzusehen und ihr zu schaffen. und auch Art. 21 der Verfassung statuiren allerdings eine Pflicht das Vertrauen der Bevölkerung au entziehen. und Haber Richtenden weckt. Er darf bei Lebensstrafe das Haus nicht und Grenzfrevler durch Verwüstung ihrer Felder verlassen und muß nun zuhören. Zuerst werden alle Haberer ist dort das Getreide par excellence gestraft wurden, ferner von ihrem Führer, dem Habelfeldmeister, einzeln mit fingirten aus einer Reihe von Aehnlichkeiten mit den alten deutschen, beNamen aufgerufen und antworten durch ein„ Hier". Fehlt auch sonders westfälischen Vehmgerichten. Beide werden auf Karl nur einer, wird das Treiben aufgeschoben. den Großen zurückgeführt, der wenigstens die verwandten Dann verliest der Meister, in der Mitte der Treibenden Mügegerichte eingeführt haben soll. Beide überfallen teinen außer stehend und von einem Laternenträger assistirt, das Sündenregister. Unvorbereiteten, sondern die Behmrichter ließen Sie beginnen gern ihre Sprüche im Auftrage des Kaisers Karl vom einer Ergreifung bei handhafter That" erst Ladungen Untersberg; die Sprüche sind in Wersstrophen abgefaßt und ergehen sich ergehen, die Haberer kündigen sich durch Warnungen in möglichst wirksamer Drastit. Nach jeder Strophe die Frage: und Plakate al. Beiderseits gab es Eingeweihte mit " Js dös wahr?", die allgemeine Antwort: Wahr is!, die Auf Aufnahmseid( hier sollen 3 Gulden Eintrittsbeitrag üblich forderung, Nacha treibt's zua!" Und nun ein furchtbares Durch gewesen sein) und firengster Bestrafung des Verräthers. Die einanderlärmen mit Pfannen, Keffeln, Kubglocken, Trommeln, Haberer follen auch im Besitz einer Geheimsprache sein, die sie Pfeifen, Windmühlen u. s. w. in Verbindung mit einigen hundert zur Korrespondenz und zu Versammlungsaufrufen benutzen. knallenden Flinten, knatternden Fröschen, steigenden Raten, trachen- So kann ein Brief, der in unberufene Hände fommit, nichts ver den Böllern. rathen. Allerdings sind auch die Unterschiede groß. Das In den ländlichen Gegenden Oberbayerns zerfällt die Be Haberfeldtreiben ist mit Sicherheit seit dem 30jährigen Kriege völkerung meist in zwei sehr ungleiche Theile: einerseits in befannt; es soll auch schon früher bestanden haben, ist aber die wirklich Einheimischen, die Landleute, eine einheitliche weiter zurück schwer nachzuweisen. Nun sind gerade die fünf Masse Menschen voll mit Berufs und Sittengemein Vierteljahrhunderte jenem Kriege die Zeit der Verschaft und einer feit langem wenig veränderten Kultur- und drängung des deutschen volksthümlichen Laienrechts durch Denkweise; andererseits in die geringe Zahl der Nichteinheimi- Wer sind nun die Treiber, und welchen Ursprung und das gelehrt fachmäßige römische Recht; das erste Hauptschen, die als Vertreter einer ganz anderen, meist städtischen Charakter hat das Treiben? Man äußert sich darüber in vers datum dafür ist die Begründung des Reichs KammerKultur mit dem sozial unter ihnen stehenden Bolk wenig Gemein: schiedenen Weisen, die darauf hinaus kommen, daß es gerichts im Jahre 1495, dann kam die„ peinliche Halsgerichtsschait haben der Pfarrer, der Verwalter, und was derlei sich theils um eine altersgraue Romantik oder um einen ordnung" Karls V. Anno 1532, und mit dem Ende des 16. Jahr" Honoratioren" mehr sind. Fällt aus der ersteren Maffe jemand, poetischen Ult, theils um einen verbrecherischen Sonderbund hunderts verschwinden auch die alten deutschen Schöffen", die etwa ein reicherer Bauer, durch unliebsames Auftreten heraus, handle. Keins davon dürfte richtig sein. Schon die große Beugen für das Gewohnheitsrecht. Hiermit war dem Bolt ein so geräth er zu seinen Genossen leicht in eine ähnliche Lage wie Bahl der Treiber widerlegt es; steht sie ja doch in auffälligem wesentliches Stückt seines Lebens weggenommen und verstaatlicht", jene Fremden. Fühlt sich also das Volt durch das Verhalten Berhältniß zu der nicht eben städtisch zahlreichen Bevölkerung. der Bauer durch den unlieben Schreiber", den Federsuchser ersetzt, irgend eines dieser Vereinzelten in seinen Anschauungen, die noch Gin Bauer, der einmal gefragt wurde, wer alles be- und jener kleinere fremde Theil der Bevölkerung um einige lange teine absonderlichen sein brauchen oder sind, verletzt, so theiligt sei, gab die klassische Antwort: Jeder der nicht will, geradezu als Bedrücker empfundene Elemente vermehrt. Mit dem verhängt es über den Schuldigen das Volksgericht: es treibt ihm daß ihm getrieben wird." Es handelt sich also um einen 30jährigen Krieg kam dann die beste Gelegenheit für Gegenwirkungen. das„ Haberfeld". heimischen Volksgebrauch, um eine Auflehnung jenes ein- In diesem Sinn wird schon von älteren Beurtheilern der eigent Buerst erfolgen geheime oder öffentliche Warnungen oder geborenen größeren Theils der Bevölkerung gegen den tleineren liche Ursprung der fraglichen Einrichtung in zwei Schäden der Ankündigungen, diese oft in der unverblümtesten Plakatform; fremden, nicht um eine Sonderströmung innerhalb jenes. Dafür„ Reception des römischen Rechts" gesehen: erstens in der noch die im Ort befindlichen Kranken müssen etwa auf Wunsch der spricht auch der Umstand, daß die Sitte nur in einem bestimmten oder wieder unvollkommenen Handhabung des nun geltenden und dies hauptsächlich in seinem ZurückHaberer fortgeschafft werden. Dann erscheinen in recht finsterer engen Landstrich besteht, am Tegernsee, Schliersee und in einem Rechts, zweitens Nacht vor dem Hause des zu Richtenden oder, besonders bei Ge- nördlichen Umkreis dieser beiden. Ebenso die Thatsache, daß bleiben hinter dem weiter greifenden Rechtsgefühl des Volkes, richten über mehrere, auf einem nahegelegenen Plaz plöglich ver- bisher keine behördliche Aufdeckung gelungen ist, troß aller so daß ein getödtetes Leben sich gegen den lebenden Tod aufmummte Gestalten mit geschwärzten Gesichtern; das sind die Trei schneidigsten, felbft militärischen Bemühungen was in Deutsch- bäumte. benden, die, Haberer". Mit Raketen und Böllern fündigen sie sich land viel heißt. Daß nun das Treiben für unsere weltlichen und Interessant ist auch die Mittheilung des Historikers Sepp, an, mit allen möglichen Lärminstrumenten, darunter auch Schieß- tirchlichen Gefeße ein Vergehen oder Verbrechen darstellt, ist kaum daß an der Spitze des Bauernausstandes gegen Oesterreich, der waffen, veranstalten sie eine fürchterliche Kazenmusit, die den zu zweifelhaft; daß es von den Veranstaltern nicht als solches, sondern zur vielgenannten Sendlinger Bauernschlacht von 1709 führte, als das Gegentheil, als eine Rechtsbewahrung unternommen wird, der„ Haberfeldbund" stand. Er hatte zur Aufgabe, gegenüber dem *) Vgl. zum theil Panizza in Neue deutsche Rundschau" ergiebt sich aus vielen Einzelheiten. So schon aus der einen unzureichenden römischen Rechte altdeutsches Recht und altdeutsche 1898, wo befouders Berse der Haberer veröffentlicht find. Deutung des Namens, wonach ursprünglich besonders Wucherer Sitte aufrecht zu erhalten. Der Bund stand unter zwölf VorFür diesmal hat die Sache ein Ende, und die Schaar verschwindet meist nach etwa 3/4 Stunden im Dunkel, woher sie getommen. Am nächsten Tag ist alles wie gewöhnlich, nur die Verse liegen meist im Ort gedruckt umher und beschäftigen das Gespräch als ein fremdes Ereigniß. vor " " er V CONGO Zu diesem letzten Satz bemerkt die über jeden Verdacht| Wagen III. Klasse für Nichtraucher zu bestimmen eine Zur Verhaftung des Werner in Zellerfeld am Harz wird illoyaler Gesinnung erhabene National 3eitung": Reform, die auf allen anderen Staatsbahnen schon längst ein- weiter gemeldet, daß Bruno Werner die That nach furzem Der letzte Satz enthält einen thatsächlichen Irrthum. Die geführt ist. Es fönnten ja Wagen in der Mitte des Buges sein, Bögern zwar eingestanden hat, jedoch behauptet, daß nicht er, Berliner Kriminalpolizei besitzt das Vertrauen der Bevölkerung wo jetzt schon die Wagen II. Klasse sind, in denen nicht geraucht sondern sein Kumpan Groffe den Justizrath Levy ermordet habe, schon seit langer Zeit nicht mehr in dem wünschens- werden darf. Wir hoffen, diese Anregung genügt zur Erfüllung während er selbst nur die Frau Levy mit dem Wlesser verwundet werthen Umfange. Dieses Vertrauen kann also durch einen wie eines Verlangens, gegen dessen Berechtigung nichts einzuwenden habe. Daß weitere Genossen bei der Affäre durch Schmiereftehen immer gearteten Artikel nicht mehr entzogen werden. ist, und dessen Erfüllung niemandem Unbequemlichkeiten bereitet. betheiligt gewesen seien, bestreitet Bruno Werner; er habe ift, un Es ist bedauerlich, das das ausgesprochen werden muß. Aber an der Richtigkeit dieser Auffassung ist leider nicht zu zweifeln. Aus den Kreifen der Billetschaffner wird uns ge- mit Groffe allein die That geplant und ausgeführt. Werner Ja, das Verhalten der Kriminalpolizei in dem vorliegenden Fall schrieben, daß sämmtliches Stationspersonal während der Aus: bezeichnete sich ferner bei der Revision der Station auf dem Fallstellungsdauer verkürzten Dienst hatte, nur die Billetſchaffner Gendarmen gegenüber als den Handlungsgehilfen Robert Winter muß die Ueberzeugung verstärken, daß am Alexanderplatz irrige nicht. Diese mußten während der ganzen Dauer der Ausstellung und zeigte auch ein auf diesen Namen gefälschtes Legitimations Anschauungen darüber herrschen, wie dem Allgemeinwohl am täglich zwei Stunden länger Dienst machen und bekamen nichta papier vor. Dem Beamten tam er jedoch, da ihm die von der oder seine Leute beleidigt oder verleumdet, so stehen ihm gesetzschaffuer als Stieftinder der Eisenbahn Verwaltung. Organi ihn daher genau und fand auch sofort den hellen Fleck im besten wird. für diese Mehrleistung. Ueberhaupt fühlten sich die Billet- hiesigen Kriminalpolizei verbreitete amtliche Photographie des verfolgten Mörders bekannt war, verdächtig vor, er besichtigte liche Mittel zur Verfügung, um Genugthuung zu erhalten. = Aber einem Publikationsorgan Nachrichten vorzuenthalten, weil fationsbestrebungen würden natürlich mit sofortiger Entlassung Kopfhaar des Burschen, der im Signalement des hinter ihm es Kritik übt, dazu hat man am Alexanderplatz wenigstens bestraft werden. erlassenen Steckbriefes als besonderes Kennzeichen angegeben moralisch nicht das Recht. Wie denn, wenn durch das Vor- Auf dem Ausstellungsgelände sind jetzt Art und Brech war. Dem Beamten schwand jetzt jeder Zweifel und er be enthalten der Nachricht an das betreffende Blatt der Mörder eisen die Haupthandwerkzeuge der Arbeiter. Wohin man seine zeichnete ihn direkt als den gesuchten Mörder, worauf Werner enttommen wäre? Es ist wohl denkbar, daß er Schritte lenkt überall tnarrt und frächzt es. Wo noch vor nicht mehr zu leugnen wagte. Einem hiesigen Blatte zufolge gerade einem Leser der verpönten Zeitung hätte auffallen wenigen Wochen schmucke Pavillons standen, thürmen sich jetzt hat er dem Untersuchungsrichter Kölle in Bellerfeld bekannt, daß können. Und soll der Grundsatz einreißen, daß nur, wer die Balken, Bohlen, Bretter 2c. zu einem großen Durcheinander. der Plan zur Mordthat 14 Tage zurückliege. Es sei allerdings Kriminalpolizei lobt, für würdig erachtet wird, von ihr Nach- Dank dem trockenen Wetter gehen die Abbruchsarbeiten flott von richtig, daß er im Vereine mit Grosse es auf das Leben und das richten zu erhalten? Dann würde es vermuthlich bald in Berlin statten. Von der elektrischen Rundbahn ist bereits der vierte Theil von Geld des Justizraths und seiner Ehefrau abgesehen hätte. Je gar kein Blatt mehr geben, das den Berechtigungsschein Schienen und Schwellen freigelegt und ist dort mit Planirungs- doch stelle Grosse den Vorgang unwahr dar. Sie hätten dazu aufweisen könnte. arbeiten begonnen worden. Längs der Treptower Chauffee wird bereits beide mit vertheilten Rollen gearbeitet. Dem Grosse sei Der Fall der Märt. Boltsztg." ist gewiß drastisch. Wenn zur Absperrung des Geländes ein hoher Drahtzaun gezogen. hierbei die Aufgabe zugefallen, die Frau Justizrath zu tödten, dieses unschuldige Blatt schon derart tief in den Augen der An die Beseitigung der Brücke zum Nordpol, sowie der während er selbst den alten Herrn niederstechen wollte. In der Polizei dasteht, was mag die Behörde dann erst von dem elektrischen Schlittenbahn ist man jetzt ebenfalls gegangen. Das Dunkelheit aber und in der durch das Geschrei der im Schlafe +++ boykottirten„ Borwärts" denken, mit dem man sich am Wendendorf am Karpfenteich ist völlig vom Erdboden ver- Ueberfallenen hervorgerufenen Verwirrung habe man die Betten Alexanderplatz überhaupt nur in der Form von Haussuchungen, schwunden. In Alt- Berlin fallen die Häuser gleichsan, als wenn verwechselt. So sei es gekommen, daß Groffe den Justizrath Berichtigungen und Preßbeleidigungs Prozessen befaßt? Eine sie nur aus Pappe hergestellt wären. Nachdem auch in Kairo niedergestochen, er selbst aber die Ehefrau nur leicht an der Hand Aenderung der merkwürdigen Anschauungen des Polizeipräsidiums die Aufräumungsarbeiten zum größten Theil beendet sind, verwundet habe. Diese Aussage hielt dem Vernehmen nach wird weder die„ Märk. Bolksztg." noch die„ National- 3tg." er fängt man auch dort schon an einigen Stellen mit Entfernung Werner troß der ihm gemachten Borhaltung aufrecht. Werner hoffen. Eine Polizei, die so schön das ganze preußische Re- der orientalischen Herrlichkeiten an. Die Sanitätswache wird soll am Sonnabend nach Berlin gebracht werden. Eine Boliger. gierungssystem illustrirt, muß bleiben wie sie ist. nach dem Feuerwehr- Wachgebäude verlegt, da in den nächsten Tagen auch mit Abbruch dieses Pavillons begonnen werden soll. Linden zwei aufsehenerregende Szenen verursacht. In einer Der Fall Brüsewitz" hat gestern Vormittag Unter den Der Magistrat hat in seiner gestrigen Sigung die Ihre Thätigkeit ist jetzt eine recht segensreiche, da täglich sehr illustrirten Zeitschrift, Der Reporter", die in den Straßen Schaffung von Armenämtern" genehmigt, welche die in viele Quetsch- und Schnittwunden( durch Glas) unter den Ar- durch Zeitungsverkäufer öffentlich ausgeboten wird, war die bes einem fest begrenzten Bezirke vorhandenen Armenkommissionen beitern vorkommen. leiten sollen. Versuchsweise sollen zwei Armenämter errichtet wer Nachdem auch sämmtliche Räumlichkeiten des Chemie- glossirenden Illustration dargestellt. Dadurch fühlte sich nun tannte Karlsruher Affäre auf der ersten Seite in einer den, und zwar im Nordwesten und im Norden der Stadt. Das gebäudes, des Pavillons der Stadt Berlin und des Fischerei ein vorübergehender Offizier und an zweiter Stelle ein Freieine derselben soll die gegenwärtig bestehenden 18 Kommissionen gebäudes vollständig entleert worden sind, bat gestern ble lärber, herr beleidigt, weshalb beide sich an einen in der När der Standesamtsbezirke 12a und 12b, Stadttheil Moabit und gabe dieser Gebäude an den Verein zur Beförderung des Garten- findlichen Schuhmann wendeten und die Person der VerFriedrich- Wilhelmstadt umfassen, welche nach der Volkszählung baues durch Stadt- Bauinspektor Frobenius stattgefunden. Es fäufer fe ft ft ellen ließen, um gegen sie und die Herausgeber vom Dezember 1895 eine Bevölkerungsziffer von 164 300 Köpfen find dies die einzigen Baulichkeiten, welche für die nächstjährige der Zeitschrift Beschwerde einzureichen. Natürlich hatten sich um aufweist, darunter 3124 Personen, welche dauernd unterstützt Gartenbau- Ausstellung stehen bleiben. werden mußten; das zweite Armenamt soll das 13. Standesamt, die Betheiligten im Handumdrehen dichte Menschenmassen an Stadttheil Gesundbrunnen und Wedding umfassen mit einer Das von der Firma Loeser n. Wolff auf der Gewerbe- gesammelt, aus denen über den Vorfall und zugleich auch über Bevölkerungsziffer von 114 203 Köpfen; von den in diesem Ausstellung errichtete werthvolle Tabatsmuseum" wird dem die von dem Edelsten und Besten Brüsewitz begangene Bestialität Bezirke bestehenden 25 Armenkommiffionen wurden im Etatsjahre fönigl. Botanischen und dem königl. Landwirthschaftlichen Museum selbst sehr drastische Bemerkungen gemacht wurden. Bezeichnend 1895/96 4795 Personen dauernd unterstützt. An die Spitze der einverleibt werden. für unsere politischen Zustände ist es immerhin, daß die Sistirung Armenämter sollen Magistrats- Assessoren mit der Benennung eines Zeitungshändlers aus diesem Grunde möglich war. Armen- Amtsvorsteher" gestellt werden. Dieses Amt als Ehren Eine peinliche Szene spielte sich gestern im Moabiter amt einzurichten oder dasselbe mit einem Magistratsmitgliede zu Kriminalgerichte ab. Aus der Lazarethstation des Untersuchungsbesehen hat sich als unzulässig erwiesen. sid gefängnisses wurde dem ersuchten Richter am Amtsgericht I ein Wenn zwei daffelbe thun, so ist es nicht dasselbe. leber Mißstände in der bekannten Heilanstalt für Gefangener vorgeführt, der unter der zahlreichen Bevölkerung Auch beim Eisenbahnfahren nicht. In der Bresse macht eine Unfallverlegte in Neu- Nahnsdorf führen eine ganze Anzahl der Korridore allgemeines Aufsehen erregte. Es war ein mehr neue Dienstanweisung für Zugrevisoren die Runde. Darin Patienten in der folgenden Zuschrift Beschwerde: als sechs Fuß hoher junger Mensch, dessen ganzer Kopf in Binden findet sich folgende Bestimmung: Allerhöchste und höchst e Wir Unterzeichneten erheben hierdurch in Gemeinschaft und Bandagen gewickelt war und der sich nur langsam am Arme Herrschaften dürfen durch Fahrkarten- Nachprüfung nicht Anzeige bei einem hohen Reichs- Versicherungsamt gegen die Ver- des Gerichtsdieners Schritt für Schritt vorwärts bewegen nicht Iange, als belästigt werden. Wie nun, wenn irgend ein Passagier, um waltung der Heilanstalt zu Neu- Rahnsdorf und ersuchen um die fonnte. Die Vernehmung dauerte da stürzte der Belästigung zu entgehen, sich vor dem Schaffner breit macht nöthigen Schritte zur Abhilfe. Am 19. d. M. wurde zum aber der Gefangene wieder abgeführt wurde, und sagt, er sei eine höchste Herrschaft"? Wie ist die Definition Mittagessen für die Patienten, welche dritte Form erhalten, derselbe am Kopfe der Treppe wie ein vom Blig gefällter Baum einer höchsten Herrschaft? ein Fleisch verabreicht, welches das Ansehen von Schweine zu Boden und zwar so, daß er seiner ganzen Länge nach vor In diesem der obersten Stufe der einen und der untersten Stufe der anderen Die Eisenbahn- Direktion Berlin hat an das Stations. braten oder gedämpftem Schweinefleisch hatte. Fleische fanden die Unterzeichneten acht bis wie Fahrpersonal der Stadt- und Ringbahn soeben folgende Ver= zwölf Treppe Tag. Hier wurde sein Körper von einem schweren Millimeter lange Würmer, von welchen etwa Krampfanfall nach dem anderen durchwühlt. Durchführung des Rauch verbots in den Wagen ber 11. Slane er et acht bis zwölf. Stüd auf dem Zeller ficht mindestens eine halbe Stunde. Gin als Zeuge geladener perr Ringbahnzüge wird hiermit in Erinnerung gebracht, da bar waren. Natürlich waren diese Thiere bereits durch den 30g mitleidig seinen Rock aus, damit der Kopf des Kranken Dampf abgestorben. Die dritte Form erhalten diejenigen nicht auf den harten Steinfliesen liegen sollte. Während dieser seit einiger Zeit vom Publikum über die Nichtbeachtung dieses Batienten, welche fchlechte Verdauung haben und langen Zeit mußte jedermann, der die Treppen paffirte, über Verbots vielfach Klage geführt wird. Die diensthabenden träftiger Soft bedürfen oder von Haus aus eine den Bewußtlosen hinwegschreiten. Schon war per Telephon der Stationsbeamten, Zugrevisoren, Zugführer und Thürschließer sind bessere Stoft gewöhnt sind. Es kann sich nun jedermann denken, Krantenkorb beſtellt worden, da erwachte der Kranke aus feiner von neuem anzuweisen, gegen Zuwiderhandelnde in höflicher baß solche Vorkommnisse Etel erregen, anderntheils ist es nicht Betäubung und nun gelang es mit Hilfe einiger starker Männer, aber entschiedener Weise einzuschreiten und Uebertretungen das erste Mal, denn es sind schon wiederholt Maden, ihn nach dem Gefängnisse zurückzuführen. zur Anzeige zu bringen. Das Besteigen der Nicht Fliegen, Haare, Käfer u. s. w. im Essen ge= Der Fahrrad Fabrikant Hugo Neumann aus der raucherwagen mit brennender Zigarre darf nicht gestattet werden. funden worden. Ebenso find wiederholt Beschwerden Prinzenstr. 86, dessen Verhaftung wegen betrügerischen Bankrotts Etwaigen Beschwerden des reisenden Publikums ist wirksam ergangen, jedoch ohne Abhilfe zu bewirken. Wir ersuchen daher Ende August d. J. Aufsehen erregte, scheint geiftestrant zu sein. abzuhelfen. ein hohes Reichs Versicherungsamt, diesbezüglich eine Rüge Er ist zur Beobachtung seines Geisteszustandes in die Charitee ergeben zu lassen, soweit es im Rechte steht. Eine Kollektion gebracht worden. solcher Maden ist bereits an das Reichsgesundheitsamt abgegangen. Indem wir unsern Dank im voraus hier entgegen bringen, empfehlen wir uns mit aller Hochachtung u. s. 10." Der Mangel au Nicht Rauchwagen III. Klasse in der Berliner Stadtbahn ist schon oft als ein großer Uebelstand empfunden worden. Es giebt Hunderttausende, denen der Tabaksrauch läftig, ja gesundheitsschädlich ist; und diese müssen jetzt entweder ein Billet II. Klasse nehmen, was über die Mittel der Meisten hinausgeht, oder fie müssen sich umqualmen lassen. Wer gegen das Rauchen protestirt, kann noch Grobheiten ernten. Die Raucher haben ja das Recht zu rauchen. Aber die Nichtraucher haben auch ein Recht auf Schuh vor Rauch. Und es wäre doch wahrhaftig eine Kleinigkeit, einen Theil der ftehern, höchst ehrenwerthen Männern. Diese walteten wie auch heute ihres Amtes und griffen überall da ein, wo ergerniß gegeben wurde. Dieser Haberbund hat auch in der Sendlinger Bauernschlacht seine Schuldigkeit gethan." Die Allgemeine Berliner Omnibus- Aktiengesellschaft hat den Fahrpreis auf den Omnibuslinien KurfürstenstraßeStettiner Bahnhof und Kreuzberg- Stettiner Bahnhof für die ganze Strecke auf 10 Pf. herabgesetzt. 1 dauerte Aus Gram über die Verluste, die sie beim Zusammenbruch des Schneider'schen Bankgeschäfts erlitten, hat sich die 64 Jahre alte Tischlerswittwe Johanna Müller aus der Röpnickerstraße in dem Hause ihres Pflegefohnes erhängt. Dieses Schriftstück ist, mit a chtundvierzig Unter fchriften von Patienten versehen, gestern an das ReichsVersicherungsamt abgegangen. Ob auch die hier aufgedeckte Angelegenheit den Unternehmerorganen vom Schlage der" Post" zu frivolen Scherzen und heiteren Betrachtungen Stoff geben wird? von der Kanzel und in Hirtenbriefen mit Gykommunikation; die Straße 39a, Hof part., ihre Adresse abzugeben. Haberer antworten mit neuen Treiben und etwa mit dem Vers ( in Mundart): Zeugen gesucht. Die Personen, welche am 9. Oktober d. J. Mittags 12/4 Uhr in der Dresdenerstraße, nahe am Rottbufer Thor gefehen haben, wie ein Herr zu einem Schuhmann trat und über den Transport eines Sistirten Beschwerde erhob, werden dringend gebeten, bei dem Kaufmann P. Krause, Fidizin Ans dem Polizeibericht vom 30. Oktober. An der Ecke oder Straße Alt- Moabit und der Invalidenstraße gerieth vormittags Den Erzbischof von München und Freising könnt Ihr der 85 Jahre alte Zimmermann Friedrich Maaß unter die Räder Man würde jedoch irren, wollte man in dem ganzen den von uns auch noch schön grüßen, eines Geschäftswageus und erlitt einen Bruch des Unterschenkels. Ausdruck einer akademischen Moral oder nur eine Art Sittlich Er soll uns ja nicht von der Kirche ausschließen." Er wurde in das Krankenhaus Moabit überführt. In der Belle teitswache sehen. Vielmehr sind die Anklagen zum großen Theil Die weltliche Macht bietet Gendarmerie auf; das Treiben Alliancestraße wurde nachmittags der 71jähr. Maurer R.Kobezinowski den Lebensfragen der Gemeinde entnommen. Dem Augenarzt, ist angekündigt, alle Welt spricht davon, die Boten des Gesetzes durch eine Droschke, deren Führer ihn zu spät angerufen hatte, Herzog Dr. Karl Theodor, der am Tegernsee ansässig und sind bereit, auf der einen Seite des Dorfes beginnt's mit Ras überfahren und im Gesicht und am rechten Borderarm leicht verdurch eine gepachtete Jagd und dergleichen den Bauern lästig teten und Schüssen, die bewaffnete Gewalt eilt dorthin, und auf letzt. Er erhielt auf der Unfallstation I einen Verband.- Nach ist, wurde schon im Jahre 1867 getrieben" und zugleich ein der anderen Seite des Dorfes findet ungestört das angekündigte mittags brach im Quergebäude des Grundstückes Köpnicker fünfundzwanzigjähriges„ Jubiläum" angekündigt. Dieses Treiben statt. Naht sich ein Gendarm, so hat er einen regel- ftraße 10a Feuer aus, das den Dachstuhl theilweise zerstörte. Jubiläumstreiben fand denn auch im Jahre 1892 sehr nach rechten Angriff zu fürchten. Abends wurde der 36jährige Maler Hermann M. in seiner drücklich statt; tags darauf kündigte die eine Gemeinde dem Im Herbst 1893 nach der Ernte ist ja die beste Ge- Wohnung in der Steinstraße mit einer Schußwunde in der Herzog die Pacht. Es zeigt sich also zugleich eine Verwandt legenheit für die jebige Form der alten Gitte hauste rechten Schläfe todt aufgefunden und nach dem Schauhause geschaft des Haberfeldtreibens mit dem Boykott. ein neuer schneidiger Bezirksamtmann in jener Gegend, der bracht. Es liegt unzweifelhaft ein Selbstmord vor. Hente früh An Bewaffuung fehlt es den Haberern um so weniger, als jeder durchaus nach dem Ruhm geizte, die Sache zu unterdrücken, die wurde der 42jährige Tischler Karl R. auf dem Felde östlich der Bauer sein Gewehr hat; eine Vorpostenkette hält Andringende Personen aufzudecken, einen Orden zu verdienen, und der einmal Warschauerstraße an einem Baume erhängt vorgefunden. fern und scheut auch Verlegungen nicht. Dem Gefühl des recht selbst seine Gendarmen drein schießen ließ; von diesen wurde lichen Vorgehens wird jeder Ausdruck gegeben: wer den einer verwundet, ohne daß dies der Regierung mehr eintrug als Haberern nicht zuwiderhandelt, wird an Leib und Habe durch einen Kratehl im Landtag. Aber die Haberer bleiben doch immer aus gefchont, es fommit ohne Herausforderung, also ohne die Klügften. Sie wissen den Gegner auch durch Zurückhaltung Die Parteigenossen von Steglitz werden zu vollzähligem Widersetzlichkeit gegen die Landesgewalt", teine absichtliche au blamiren. Als diesmal die allseitige Bewegung aufs höchste Besuch der Parteiverfammlung aufgefordert, welche am Sonntag, Beschädigung vor, und jede unabsichtliche wird heimlich ersetzt, gestiegen war, erschienen Plakate, deren Text in seiner behörd- nachmittags 31/2 Uhr, im Gambrinus stattfindet. Auf der sei es durch niedergelegtes Geld oder durch unbekannte Zahlung lichen Form allein schon ein Stückchen Haberfeld ist. Er lautete: Tagesordnung steht die Berichterstattung vom Barteitage und des Strafgeldes, das einer Gemeinde von der Behörde auferlegt Bekanntmachung. Samstag, den 4. November Ifd. Js. die Wahl der Vertrauenspersonen und der Mitglieder der Lokals worden ist. großes Haberfeldtreiben in nächster Nähe von Holzkirchen, Be tommission. zirksamt Miesbach. Es wird eindringlichst gewarnt und darauf hingewiesen, daß das zuhörende Publikum und die Polizei in feiner Art und Weise den Haberern oder der Vorpostenlinie zu nahe tritt, damit jedes größere oder kleinere Unglück vermieden bleibe. Da der Haberer diesmal gegen derartige Zusammenstöße energisch vorgehen werden, so wird es daher unter keinen Wird gegen das Treiben der Haberer öffentlich losgezogen, so erhalten die betreffenden Drohbriefe, wie der GendarmerieStationstommandant von Schaftlach, der bei den Haberer= prozessen am Landgericht München II im Jahre 1893 gegen die Haberer gezeugt hatte; oder sie greifen auch thätlich ein, wie es beim Buchdruckereibesiger und Verleger eines Lokalblattes, des Miesbacher Anzeigers", geschah. Vertheidigungen haben die schlimmsten Folgen. Er " Umständen ausgeschlossen bleiben, daß nicht nur, wie neulich, einem Gendarmen der weggeschoffen wird, sondern.. So wurde im Jahre 1790 dem Probst des Klosters auch viele Todte und Schwerverwundete vom Play getragen Fischbachau wegen unzüchtiger Handlung getrieben". werden müßten. ergriff selbst die Waffe, nachdem er die Mönche vergebens Das Geheim- Komitee der Haberer." dazu aufgefordert, um unter den Haberern zu lichten. Einer Natürlich wurde sofort Militär in die Gegend gelegt und wurde getroffen und verschied bald darauf. Die Haberer zogen man fand erwünschte Ruhe, denn das angekündigte Treiben ab, und der Probst blickte vergnügt auf seine Heldenthat. Doch ihm wurde das Vergnügen nicht lange gegönnt: die Haberer ver wüsteten und ruinirten am Klostergut so lange, bis per Probst seine Würde niederlegte und in ein anderes Land ging. Obrigkeitliche Versuche des Eingreifens verstärken nur den bösen Charakter des Boltsgebrauchs. Die geistliche Macht droht unterblieb. Aus den Nachbarorten. Rummelsburg. Den Mitgliedern des sozialdemokratischen Vereins für Stralau und Rummelsburg diene hiermit zur Nachricht, daß, um einer Häufung von Versammlungen vorzubeugen, die Generalversammlung genannten Vereins bis Mitte November vertagt werden mußte. Der Vorstand. der Regierungspräsident zu Potsdam gestattet, daß für den Ber Bezüglich der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe hat fauf von Blumen und Kränzen am Sonntag Allerheiligen, den 1. November, und am Todtensonntag, den 22. November, eine zehnftündige Berkaufszeit freigegeben wird, die indessen nicht in die Beit des öffentlichen Gottesdienstes fallen darf. Infolge dieser Verfügung ist in einigen Vororten bereits bestimmt worden, daß der Verkauf von Blumen und Kränzen an den gedachten Sonntagen in den Stunden von 71/2 bis 9 Uhr vor mittags und von 12 Uhr mittags bis 8 Uhr abends stattfinden darf. Neuerdings sucht man namentlich seitens der Zentrumspartei die Sache mit dem Sozialismus in Verbindung zu bringen. Allein wie diese geschichtliche Darlegung beweist, mit unrecht. Das Haberfeldtreiben ist und bleibt eine juristische Landessitte. Aus Rigdorf. Am Fahrkartenschalter des hiesigen Bahnhofes versuchte ein junger Mann ein falsches Zweimarkstück in Bahlung zu geben, wurde aber, da er anderes Gelb nicht besaß, das Schwein? hielten ihn Kämmerer Raluscha und Apotheter Im Münchener Habererprozeß( siehe 2. Beilage) hielt angehalten und einem Gendarm zugeführt. Ein angestelltes Ver- Christ, die ihm entgegentamen, mit den Worten zurück: Der am Freitag der Staatsanwalt das Plaidoyer, in dem er aus. hör ergab, daß der junge Mann ein aus der Lebre entlaufener Bug ist schon weg!-Präs.: Herr Distriktskommissar v. Carnap, führte, die Angeklagten seien des Bergehens des LandfriedensKaufmannslehrling aus Köpenid war. Das falsche Zweimart Sie haben gehört, was der Beuge gesagt hat. v. Carnap: bruches schuldig. Bürgermeister Steingräber, der das Haberfeldstück soll nach seiner Angabe der heimlich geplünderten Ladenkasse Jch bestreite ganz entschieden, eine solche Aeußerung gethan zu treiben veranstaltete, demselben aber nicht beiwohnte, sowie der feines Prinzipals entstammen. Das leichtsinnige Bürschchen wurde haben, ich habe nur gesagt: Ich will dem Herrn Erzbischof nur Angeklagte Rilli, welcher die Rnittelverse verfaßte, seien nicht vorläufig in Haft genommen. zeigen, wie ich zugerichtet worden bin. Bräf.: Herr Bahn- als Rädelsführer im Sinne des Gesetzes zu betrachten und somit Teay M hofsvorsteher Müller, was sagen Sie zu dieser Bekundung? auch nicht vor das Schwurgericht zu verweisen. Der Staats02/019 3euge: Ich kann nur sagen, daß ich den Schaffner Lehmann anwalt beantragte gegen Steingräber und Killi je 3 Jahre zuerst vernommen habe und daß dieser bei mir dieselbe Aussage Gefängniß, gegen die übrigen Angeklagten Gefängniß von Ihtsta gemacht hat. 13/4 Jahren bis zu 6 Monaten, bezüglich einer Angeklagten Freiheater. " Wie die Direktion des Deutschen Theaters" in München mittheilt, ist Emil Meẞthaler vom gefirigen Tage an von seiner Stellung als Direktor dieses Theaters wegen vollständiger Unfähigkeit enthoben worden.do? Zum Schluß berichten verschiedene Personen, die sich zum fprechung, di dindig größten Theil aus den Gesellschaftstreifen des Herrn v. Carnap Ein meineidiger Ortsvorsteher. Von der Straffammer rekrutiren, über dessen Leumund noch allerhand Einzelheiten. in Tübingen( Württ.) wurde Schultheiß Harter von WörBei einem Fest, so bekundete ein Lehrer, tam v. Carnap lingen wegen fahrlässigen Falscheides zu sechs Monaten Gein das Zimmer und forderte auf, in palangano 6 8 tommen, da der Tanz begonnen habe. Da wir nicht gleich Folge leisteten, so tam v. Carnap nochmals ins Zimmer mspor Gerichts- Beifung. 0 und forderte uns in barschem Tone auf, fofort in den Saal zu 4- sys22 Dermischtes. kommen. Bei dieser Gelegenheit gebrauchte v. Carnap ein häß" " " " etwa 3000 M., so sei der Hotelpächter für alle Nachtheile Wagen geriffen, mit den auften geschlagen und ihn la femme, ftatt où est le juif; fragten, welches wohl die beau -O " " " Schaden von 100 von 10 000 m. gehabt habe. Seine. Forderung sei Atten contra d. Carrop von per Staatsanwaltschaft zu Liſſa eine aligus machenden Juden verbrochen, und fich in Miethe kostet und eben so viel Spesen, da tönnten 3000 M. in das Dorf Pszenica. Der Nachtwächter hatte gerade 10 Uhr jüdischen Genusgesprochen, daß. Die anberaumt. von allen Aemtern in der Bartei fern zu halten feien. Dafür muß er jezt büßen! Der Prozek um die Friedensfeier Rechnung. Vor dem Landgericht in Frankfurt a. M. fam dieser Tage der liches Schimpfwort, ich glaube, es war Schweinigel" und Der ehemalige Rechtsanwalt Frit Friedmann, Docteur Prozeß des Schwan- Hotelpächters Ed. Stern gegen die Stadt ich halte Sie unter meiner Würde"." ch antwortete darauf: en droit, Chevalieur de l'Ordre de St. Stanislas de Russie, Frankfurt wegen der Friedensfeier- Rechnung zur Verhandlung." Dann sind Sie unter meiner Würde." In diesem Augenblick zog Paris, bietet sich jetzt, wie der Fränkische Kourier" berichtet, Obwohl der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Schrader eine v. Carnap seinen Degen und wollte mich damit schlagen. als Beitungsforrespondent an, und zwar in einem Briefe, worin Einigung der Parteien versuchte, indem er betonte, daß der G3 fiel ihm aber jemand sofort in den Arm, infolge dessen wurde er meint, daß sein Name den Zeitungsredaktionen nicht unRuf des Hotels Zum Schwan" durch den Besuch des v. Carnap am Schlagen verhindert. Ich wollte Anzeige erstatten, bekannt sein" dürfte. deutschen Kaisers" offensichtlich gestiegen sei und durch ein älterer fatholischer Lehrer redete mir davon ab. Ich bin eine antisemitische Kraftleistung". Von der Staats diesen Rechtsstreit nur einbüßen fönnte, gelang ihm dies jetzt mit Herrn v. Carnap wieder befreundet. Präs: Jebt bürger- Zeitung" ist in die Süddeutsche Landpost" und andere eigentlich nicht. Zur Sprache tam unter anderem, daß sind Sie mit Herrn v. Carnap wieder befreundet? 40 Personen des Raisergefolges an einem Tage 495 Flaschen Fawohl.( Heiterkeit im Zuhörerraum.) Beuge: Blätter des gleichen Gelichters folgende Notiz übergegangen: Bier und 265 Flaschen Wein getrunken haben sollen, wofür ber v. Carnap, was sagen Sie zu dieser Bekundung? v. Carnap: Zwillinge geworden, und eng und untrennbar mit einander verPrä: Herr Sozialdemokratie und Judenthum sind geradezu siamesische Hotelwirth den Beweis durch das Personal erbringen tönnte. Soweit ich mich auf den Borgang erinnere, hat denselben der Beugewachsen. Als die sogenannte„ Palastrevolution" im sozialdemo Dennoch glaubte der Borsigende, wenn die Stadt noch etwas richtig geschildert. Ein weiterer Beuge ist der Knecht Quezat: Ertratischen Bentralorgan zuerst die Deffentlichkeit beschäftigte, fragten über die vertragsmäßig festgelegte Verpflichtung bewillige, sei einmal etwas scharf gefahren, da habe ihn der Kommissar vom die Blätter beim Forschen nach den tieferen Ursachen sofort où est vollständig entschädigt. An der Summe von 2700 M. für Speisen mehrfach mit ben Füßen getreten. Obwohl er zwei fei, die das angezettelt, statt zu fragen: Wo ist der Jude?" und Getränke feien doch wohl auch 50 pGt. verdient worden: Röcke anhatte, fet er derartig mißhandelt worden, daß er vier Wir gaben damals sofort die Herren Singer und Bamberger le wenig verdient, auch könne er durch seine Bücher nachweisen, von feinem Gutšinfpettor 30 m. erhielt, so habe er ftätigen es auch die übrigen Blätter, daß die führenden Sozials An den Festtagen babe en febr zehn Tage frank lag. Er hatte Strafantrag geftellt, ba ar aber Regisseure des Schauspiels im„ Vorwärts" arthrenden daß er in drei Monaten, wo die Bauhandwerker im Hotel ge den wesen sind, Gerüste aufgeschlagen und den Geschäftsbetrieb Der Beuge stellt den Vorgang vollständig falch dar.necht hat bereits in den 70er Jahren gelegentlich im Vorwärts" Strafantrag wieder zurückgezogen. v. Carnap: demokraten gern unter sich die Sache machen" wollen. Liebgestört haben, so daß die Gäste ihm ausgezogen feien, einen Auf Antrag des Verth., R.-A. Elkus, wird beschlossen, die fleine Notizen über Gemauschel", über die Schuftigkeit" der in also nicht zu groß, wenn er für jeden Tag dieser Zeit 200 M. einzufordern. Vergütung verlange. Bei einem Hotel, das jährlich 40 000. Grygiel: Eines Abends tam der Distriktskommissar v. Garnap 13, Juni 1894 Es erscheint danach als Zeuge, Landwirth einer sozialdemokratischen Fraktionssizung am fein genügendes Aequivalent für ſeinen Anspruch fein. gepfiffen. v. Carnap rief den Wächter und da dieser nicht sofort Schließlich einigte man sich, ein Schiedsgericht zu bilden. Die kam, zog v. Carnap seinen Degen und verfekte dem Stadt schlug Justizrath Dr. Hamburger als Schiedsrichter vor, Wächter drei Siebe über den Kopf. Der Distriktskommissar der Kläger soll einen Hotelier benennen, und diese beiden Schieds- wollte nun eine Familie, die sich auf dem Felde eine Hütte Gegenden systematisch unter den Genossen verbreitet. Das der Wie man uns schreibt, wird diese Notiz in verschiedenen richter fönnen sich alsdann über einen dritten verständigen. Der gebaut hatte, aus dieser herausbringen lassen. Da die Termin zur endgiltigen Entscheidung wurde auf den 6. November Familie nicht gehen wollte, und mehrere Leute hinzufamen, blos, daß im Borwärts" einmal von„ Gemauschel" die Rede Grund, daß wir den Wisch hier tiefer hängen. Wahr darin ist so befahl v. Carnap dem Wächter, Feuer" zu rufen. Es kanten war. Die betreffende Notiz war aber von einem Juden ge Offiziersgeist. Challemel- Lacour, der jüngst verstorbene infolge dessen alle Dorfbewohner halb angekleidet heraus. Ich schrieben, der sich das Recht zuschreibt, über die Fehler seiner den von Sie gaben daß Sie Feuer rufen lassen. In diesem Augenblick zog Herr sich ein Rendezvous für den Abend im Englischen Hof", v. Carnap feinen Degen und schlug auf mich. Ich sagte: wo Schopenhauer seine Mahlzeit einnahm. Challemel Lacour Schöner Kommissar, der die Leute todtschlägt". In diesem Augenerzählt darüber nach der F. 3."" Ich kam dorthin gegen blick erhielt ich einen so heftigen Schlag über den Kopf, daß der Hut Schluß des Diners, und ich fand ihn an der Tahle d'hote in durchlöchert wurde und ich eine schwere Kopfwunde erhielt. der Nähe mehrerer Offiziere. Ich bemerkte vor ihm, neben Ich wollte nun dem Kommissar den Degen aus der Hand reißen. feinem Teller, einen Louisdor, den er, als er sich erhob, in die Ich verfolgte ihn; bei dieser Gelegenheit fiel der Kommissar in Einer Depesche aus China zufolge soll auf dem französis Tasche steckte. Sehen Sie" sagte er zu mir dieses Gold einen Graben und ich auf ihn.( Große Heiterkeit im Zuhörer stück lege ich seit einem Monat auf den Tisch mit dem festen raum.) Der Zeuge befundet im weiteren, daß er auch einmal schen Dampfer Madeleine" eine Explosion stattgefunden haben, Borsake, es an dem Tage den Armen zu geben, an dem Diese bei Gelegenheit eines Feuers von v. Carnap ohne jeben Grund wobei 15 Menschen getödtet und eine Anzahl schwer verlet Herren von etwas anderem sprechen als vom Avancement, von mißhandelt worden sei. Präs.: Sind Sie infolge der erPferden oder von Weibern. Bis jetzt habe ich mein Geld noch." littenen Kopfverlegung arbeitsunfäbig gewesen?- Beuge: Ich war 8 Tage arbeitsunfähig. Präs.: Haben Sie gegen den Die Vorgänge in Opalenika vor Gericht. Ueber die Kommiffar Strafanzeige gemacht? 3euge: Nein, ich nahm merkwürdige Stolle, die der Distriftskommissar v. Carnap vor davon Abstand, da der Kommissar sich bereit erklärte, die Kurgestern vor dem Schwurgericht gespielt hat, ist bereits in letter fosten zu tragen. Nummer nach dem uns zugesandten Telegramm kurz berichtet In der Verhandlung vom Freitag beantragte der Staats: Stationen. worden. Aus dem uns vorliegenden ausführlichen Bericht ent- auwalt, den Angeklagten Rajewicz senior nur der Verlegung des nehmen wir folgendes: Ein Zeuge bestätigt, daß Herr v. Carnap Vereinsgesetzes schuldig zu erklären, Rajewicz junior und Urbanski auf dem Bahnhofe geschrien habe:" Was wollt Ihr polnische freizusprechen, alle anderen Angeklagten der Verlegung des Bande mit Eurem verfluchten Pfaffen? Die Vernehmung Bahnschaffners Lehmann, zu deren Brüfung man auf Beranlassung Vereinsgefeßes, des Landfriedensbruchs und der vorſäßlichen Swinemünde des Staatsanwalts zum Freitag weitere Zeugen vorgeladen hat, Körperverlegung mittels gefährlicher Werkzeuge in einer die Hamburg hat im wesentlichen das hier gezeichnete Bild ergeben: Gesundheit und das Leben gefährdenden Weise unter Ver- Berlin, Lehmann: Kurz vor Abgang des Zuges nach Posen neinung mildernder Umstände, schuldig zu erklären. Die Ver- Wiesbaden theidiger beantragten die Freisprechung, eventuell die Zubilligung München 10 Carnap ohne Kopfbedeckung mit gezogenem Wien Säbel in großer Erregung und sagte: Lassen Sie mich der Es erkannten die Geschworenen die Angell age szynsky, Haparanda. rothen Jade erstechen".( Große Bewegung im Smiralsti und Roy der vorsätzlichen und gemeinschaftlichen Gort. Betersburg Zuhörerraum.) Da Herr v. Carnap teine Bahnsteigkarte hatte, so ließ ich ihn nicht durch. Herr v. Carnap fagte: Wegen Rörperverlegung für schuldig unter Verneinung der Frage, ob Aberdeen. eines solchen polnischen Schweins muß ich mich schlagen laffen." dieselbe mittels gefährlicher Werkzeuge hervorgerufen sei, und unter Baris. Kurze Zeit darauf tam v. Carnap mit einer Babuſteigfarte, ich Bubilligung mildernder Umstände. Alle anderen Schuldfragen Wetter- Prognose für Sonnabend, den 31. Oktober 1896. mußte ihn nun durchlaffen. In demselben Augenblick fuhr der wurden verneint. Der Staatsanwalt beantragte für jeden der Wetter- Prognose für Sonnabend, den 31. Oktober 1896. Bug fort. v. Carnap lief hinter dem Zuge her und rief: 20 Schuldigen zwei Jahr Gefängniß. Der Gerichtshof verurtheilte wölkung und schwachen füdöstlichen Winden, keine oder unerheb Nachts etwas tälter, am Tage mild bei veränderlicher Be ist das Schwein?" Apotheker Christ fam Herrn v. Carnap entgegen und fagte ihm:" Der Zug ist soeben fortgefahren." Klaszynsky zu drei Monaten Gefängniß, Smiralsti zu 30 M. liche Niederschläge. Als Herr v. Carnap dem Zuge nachlief mit dem Rufe: Wo ist und Roy zu 20 M. Geldstrafe. Arthur Schopenhauer in Frankfurt a. Mehr verehrten sagte zu v. Carnap: Das ist doch Unsinn, Herr Distriktskommissar, Stammesgenoffen ebenso frei zu schreiben, wie Liebknecht über die tam v. durch, ich muß das polnische Schmich mildernder Umstände. Allen Genossen und Freunden zur| Mittheilung, daß meine liebe Frau Marie Ludwig heute in der kgl. Charitee verstorben ist. Oskar Ludwig, Badstr. 44. Achtung! Kein Laden. Nur eigene Fabrikation, 25 Bigarren 1 Mart. Garantie rein ameritanische Zabate. Rippentabat 2 Pfd. 60 Pfg. 5023 L* H. F. Dinslage, Rottbuserstr. 4, Hof part. Auf 14 Lage Probezeit verf. ich per Nachnahme von 6,50 M. mit Porto u. Verpackung 1 hochfeinen Harzer Kanarien- Roller. Bei Abnahme von 3 Stück 16 M., 6 Stück 30 M. Gute Zuchtweibchen 1 M. Was nicht gefällt, nehme ich binnen 14 Tagen zurück. Anfrag. m. 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Windrichtung Windstärke Wetter ; nottierid 4 Temperatur waal 568- nach Celsius |( 5°. 4° R.)] 757 SSM 3 wolkig 756 SW 4 bedeckt 758 2 bedeckt 758 SW 1 wolfenlos 758 757 764 WNW 1 Still heiter bedeckt Dunst 9 -12 758 ND bats • 760 754 sexina Of Empfehle Genossen und 9496 Am 1. November eröffne ich Ritter: Kutl. 3 h ne. Pankow. Freunden mein Weiß- und Zeitungs- Spedition F. Steffens, Rosenthalerstr. 61, 2 Tr. und empfehle mich Freunden und Ge- Theilzahlung pr. Woche 1 M. nossen zur Lieferung fämmtlicher Zei tungen, Zeitschriften u. Lieferungswerke. G. Ladewig, Ritterstr. 124. Beachtenswerth für Schneider! Sonnabend: Resterverkauf. Anzug- Paletotftoffe ju ar s Brenner& Cie. Alte Jakobstrasse 57/59. Herren- Hüte 65 Pf. Bessere Hüte, enorm billig, verkauft aus der Fabrik im Komptoir 278 2* Bittegenau auft. No. 35 z. ach Möbel, Möbel, Spiegel, Polsterwaaren ON Reelle Waare. في Franz Tutzauer Ganze Tischlermeister, Blücherstr. 14. WohnungsEinrichtungen in Nussbaum u. 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Residenz- Theater. Die Vielgeliebte. Treptows Abschied. Traum. Hamlet, Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. abends Wissenschaftl. Theater s hr. Sternwarte Invalidenstr. 57-62 Lehrt. Stadtbahnhof täglich geöffnet von 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 pr. Im Theater- Saale täglich 8 Uhr großen Lichtbildern ausgestattet. abends Vorträge mit Experimenten und Näheres die Tagesanschläge. Vogler's Casino fr. Weltrestaurant, Dresdenerstr. 97 Im vorderen Saal: Italienische National- es Sänger und Tänzer- Gesellschaft Dominico Conti. Im ersten Theatersaal: Variété n. Spezialitäten- Theater. Auftreten v. Kunstkräften nur I. Ranges. Aufführung v. Poffen u. Singspielen. Im zweiten Theatersaal: Die unübertrefflichen Hamburger Sänger. Anf. Wochentags 7 Uhr. Sonnt. 6 Uhr. Billards. 4 neue Kegelbahnen. Theater des Wetens. pamet Passage- Panopticum. Sorgf. gepfl. Biere, anert. gutte Küche. Prinz von Dänemark. Henes Theater. Bocksprünge. Vorher: Opus I. Schiller Theater. Ein Ehrenwort. Sentral- Theater. Eine wilde Sache. Thalia- Theater. Prima Ballerina. ( Maison Tamponin.) Belle Alliance Theater. Mamsell Vielliebchen. Volks- Thenter. Ein vorsichtiger Mann. Zum Schluß: PladderaDauz. Theater Unter den Linden. Die Lachtaube. Ostend Theater. -> Michel. Der deutsche Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Tilli. Alexanderplah- Theater. Ohne sittlichen Halt. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor stellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Ehrenwort. 500 Gruppen Figuren Schreckenskammer. Wirkliche Fahrt a. d. Golf v. Neapel. ( Riesen- Illusion.) Blaue Grotte von Capri Fürstensaal. Berlin. Berühmtheiten. Castan's Panopticum Neu! Die wunderbaren indischen Neu! Neu! Pygmäen Neu! Ein Neu! Ur- Australier ( Kannibalen). Sonntag, nachm. 3 Uhr: Viel Lärm um Nichts. Abends 8 Uhr: Die Journalisten. Central- Theater. Alte Jakobstr. 30. Direktion: Richard Schultz. Emil Thomas a. G. Sonnabend, den 31. Oktober: Bum 42. Wtale: Thalia- Theater ( vormals: Adolph Ernst Theater) Dresdenerstr. 72/73. Direktion: W. Hasemann, fönigl. preuß. Kommissionsrath. 25 Nummern KAUFMANN'S Einzig 25 Nummern allein VARIÉTÉ dastehend in der Artisten- Welt ist das NovemberProgramm KAUFMANN'S Nummern 25 von: VARIÉTÉ Nummern 25 Cösliner Hof Cösliner- Straße 8. Jeden Sonntag: Großes Tanzkränzchen. Anfang 4 Uhr. Bimmerftr. 19. 1152b Die Soireen der 00000000000 Stettiner Feen- Palast Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader. finden statt: Sonntag und Donnerstag: Konzerthaus Sanssouci. Kottbuserstrasse 4a. Montag und Freitag: Viktoria- Brauerei. Lützowstrasse 111/112. Dienstag: Böhmisches Brauhaus Landsberger Allee. Mittwoch: Moabiter Stadttheater. Alt- Moabit 48. Steidl als Li- Hung- Tschang. W.Noack's Theater Brunnenstr. 16. Täglich( außer Sonnabends): Burgstrasse 22. Direktion: Winkler& Fröbel. 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Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 256. Gerichts- Beifung. " Sonnabend, den 31. Oktober Oktober 1896. der " 13. Jahrg. " Renkontre sei also von dem Amtsrichter ausgegangen; schließlich gleichzeitig bekannt, daß die Frauen übereingekommen wären, nur habe der Angeklagte am nächsten Tage um Verzeihung gebeten. eine Vertrauensperson zu wählen, damit die Anarchie in der Die Konfektionsarbeiterin vor dem Kammergericht. Aus allen diesen Gründen wurde troß der Gröblichkeit der Be- Frauenbewegung beseitigt werde. Nach Vornahme der AbDer Versuch am untauglichen Objekt oder: Verurtheilung auf leidigungen nur auf 30 M. Geldstrafe erkannt. stimmung erklärt die Vorsitzende: Frau Wengels ist hiermit jeden Fall tönnte, man das Drama nennen, deffen letzter Akt sich an die den Berlinern von Geheimraths Gnaden imputirte„ Luft Mädchen Berlins und Deutschlands gewählt. Diese ProklaAngesichts dieser seltsamen Begründung, die einigermaßen als Vertrauensperson für die sozialdemokratischen Frauen und am 29. Oktober vor dem Kammergericht abgespielt hat. Die Maschinennäherin Frau P., die am großen Konfektionsarbeiter am Drängeln" erinnert, darf man wohl fragen: Wann ist ein mation fand in der Versammlung zum theil lebhaften Widerspruch. Streit betheiligt war, hatte sich eine Anklage wegen Verstoßes Abg. Eugen Richter erklärte der Eisenbahn- Minister Thielen am für Berlin wählen könne und nicht für ganz Deutschland. DaAbtheil der Stadtbahn überfüllt? Auf eine Anzapfung des Fräulein Ba a der vertritt die Ansicht, daß man doch hier nur gegen den§ 153 der Gewerbe- Ordnung zugezogen und war auch 26. Februar d. J. im Abgeordnetenhause:" Daß die Stadtbahn gegen bemerkt Frau Ihrer, indem sie sich auf die Beschlüsse vom Schöffengericht zu einer Gefängnißstraße von einer Woche ve urtheilt worden. Die Straffammer wies dann ihre Be Zeiten, namentlich an einzelnen Tagesstunden, wo der Morgen, einer zum Zweck der Einigung beider Richtungen unter den ufung zurück, indem sie folgende zum theil bemerkenswerthe Das ist eine Thatsache, die ich an meinem eigenen Leibe schon vorzubeugen, müsse unbedingt festgestellt werden, daß die Mittag- oder Abendverkehr sich konzentrirt, vielfach überfüllt ist, Frauen abgehaltenen Versammlung berief: Um Mißverständnissen Ausführungen machte: Es stehe entgegen den Behauptungen der Angeklagten feft, daß sie der Arbeiterin Frida Wahl, die wiederholentlich auch erfahren habe. Wenn 18 Personen- und hier gewählte Vertrauensperson auch die Korrespondenz liefern" wollte, am 12. Februar dieses Jahres mit der Fauft ich nehme an, daß nicht bei allen der Durchschnitt des Herrn mit den Genoffinnen Deutschlands zu führen habe. Dieser Aufauf den Rücken geschlagen und zu ihr gesagt habe: Wiffen Sie Abgeordneten Richter vorhanden ist in einem Abtheil ver- faffung stimmte auch Fräulein Baader zu, während Frau Fahrenwald die Kompetenz der genannten Einigungs- Vernicht, daß gestreift wird? Lassen Sie sich nicht wieder mit sammelt sind, so ist das kein Vergnügen." Arbeit sehen." Hiernach sei anzunehmen, daß Frau P. die W. fammlung anzweifelte, da nicht alle in der Bewegung stehende Der praktische Arzt Dr. Löwenthal and Bleicherode Frauen zu derselben geladen waren, auch wären die daselbst gefaßten durch Drohungen und Anwendung förperlichen Zwanges zu bestand, wie die Gött. Grubenh. 3tg." meldet, vor der Straf- Beschlüsse schon lange vorher fertig gewesen. Frau Greifenberg, fiimmen versucht habe, an Verabredungen zum behufe der Er- kammer zu Nordhausen unter der Anklage, den 32 jährigen Ihrer und Rohrlack bestreiten entschieden eine solche Auffassung. langung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen mittels der Ein- Knaben Julius Ackermann aus Bleicherode körperlich mißhandelt Nunmehr nahm Fräulein Baader zur Berichterstattung vom ftellung der Arbeit" theilzunehmen oder ihnen Folge zu leisten. und durch Fahrlässigkeit den Tod des Knaben herbeigeführt zu Parteitag das Wort. Sie gab einen furzen Ueberblick über die Nun gehöre die Wahl allerdings garnicht der Konfektionsbranche haben. Geladen waren neun Aerzte als Sachverständige und Berhandlungen desselben und bemerkte unter anderem, in der an, sondern sie sei zufällig zum Austragen fertiger Sachen ver- fünf Zeugen. Am 9. Mai d. J. hatte sich der Junge Ackermann Debatte über die Haltung der Neuen Welt" sei mancherlei wendet worden. Dieser Umstand schließe jedoch die Anwendung einen Fruchtkern in ein Ohr gesteckt, welcher nicht wieder heraus- persönliches vorgebracht worden, was beffer hätte unterdes§ 153 G.-D. nicht aus. Es sei nicht erforderlich, daß die zukriegen war. Um nun diesen Fremdkörper entfernen zu lassen, bleiben sollen. Auch bei den Debatten über den Vor Möthigung gegen gleichgestellte, derselben Branche angehörige wurde die Hilfe des Dr. Löwenthal in Anspruch genommen, der dem wärts" habe sie und auch andere die Empfindung gehabt, Arbeiter oder Arbeiterinnen gerichtet sei; vielmehr genüge es Jungen, der sich etwas ungebärdig stellte, einige Ohrfeigen gab. daß man zu weit ging, und daß es sich nicht nur um sachliche schon, daß irgend ein Arbeiter oder eine Arbeiterin zu nöthigen Dann versuchte Dr. Löwenthal mit einer Haarnadel, an welcher Einwände handelte, sondern auch persönliche Momente gegen versucht werde, sodaß als Objekt der Strafthat jeder Arbeiter in ein Häckchen angebogen war, den Fruchtkern aus dem Dhr Liebknecht die Debatten beeinflußten. Ferner könne fie der Aufbetracht kommen fönne. Dafür spreche der Wortlaut des§ 153 und herauszuholen; dies gelang aber nicht. Nunmehr reiste der fassung Robert Schmidt's nicht zustimmen, welcher gewisse vers sein Zweck, die Koalitionsfreiheit im ausgedehntesten Vater des Knaben, Schuldiener Ackermann, mit dem Jungen am letzende Ausdrücke damit zu entschuldigen suchte, daß er Maße zu sichern.( Jede Verurtheilung streifender Arbeiter, 11. Mai nach Göttingen zum Professor Dr. Brückner. Dieser meinte, die Arbeiter reden nun mal feine Salonsprache. Sie so muß man nämlich wissen, geschieht zum besten der Koalitions fonnte aber bei der starken Verschwellung des Gehörorgans zu meine, freiheit. D. R.) Hiernach sei auch jeder mit den verpönten nächst nichts thun und verschrieb ein Mittel zur Beseitigung nicht nur seine Bildung und sein Wissen zu vermehren, sondern auch der Arbeiter müsse sich jederzeit bemühen, Mitteln unternommene Versuch der fraglichen Einwirkung auf der Geschwulst, gab aber gleichzeitig dem Vater auf, falls sich auch bestrebt sein, sich gute Umgangsformen anzueignen. Im irgend einen dritten mit Strafe bedroht. Dann hätte der Zustand seines Sohnes verschlimmern sollte, sofort übrigen ist die Rednerin mit den Beschlüssen des Parteiges einaber die Angeklagte geglaubt, eine der Konfettion angehörige wiederzukommen. Der Zustand des Jungen war nun am verstanden. Die zweite Delegirte, Frau Greifenberg, be Arbeiterin vor sich zu haben, denn gerade deshalb hätte sie ja 15. Mai so bedenklich geworden, daß der Vater nicht sprach die Verhandlungen über die Frauenagitation. Sie versucht, auf jene einzuwirken. Frau P. legte Revision ein wagte, mit dem Jungen nochmals nach Göttingen zu reisen, und fritisirte dessen Straffenat ihr Vertreter og deshalb den Dr. Sickel aus Bleichrode zu Rathe, welcher auch dieser Angelegenheit einnahm die Stellung, welche Fräulein Löwenherz zu beim Rammergericht. vor und bekundete, daß der gestern folgendes geltend machte: Der§ 153 scheine aller Versuche machte, das Leiden zu beheben. Der Junge starb am Parteitag mit dieser einzigen Ausnahme den Darlegungen der dings darauf hinzuweisen, daß er auf die fraglichen Angriffe 20. Mai an Gehirnhaut- Entzündung. Das Gutachten des Ge- Genoffin Bettin zustimmte. Frl. Ba aber bemerkte hierzu, daß gegen jede beliebige Person gemünzt fei. Der Zweck des Gesetzes heimen Medizinalraths Dr. Schwarze aus Halle lautete dahin, ihr die Vorschläge, welche Klara Bettin bezüglich der Frauensei doch aber nur der, diejenigen Personen an schüßen, die zu daß die Todesursache Gehirnhaut- Entzündung war, die durch agitation machte, besonders wichtig erscheinen. Auch sei sie dem Personenkreis gehören, der am Streit intereffirt sei. Die Infektion bei Anwendung von Instrumenten veranlaßt worden der Meinung, daß bei der Agitation die Besonder Arbeiterin Wahl gehöre nun aber in diesem Falle nicht zu den sei. Das Gericht nahm sowohl die fahrlässige Tödtung, wie auch heiten des weiblichen Geschlechts berücksichtigt werden gemeinten Personen; sie sei beim Konfektionsarbeiter- Streit ganz die Mißhandlung für erwiesen an und verurtheilte den An- müßten, auch sei es nothwendig, stets darauf hinzuweisen, unbetheiligt gewesen. Das Kammergericht wies die Revision geklagten zu drei Tagen Gefängniß und 15 M. Geldstrafe, event. daß die Frauen, wenn sie für uns gewonnen würden, dadurch zurück. Die Borentscheidung sei ohne Rechtsirrthum gefällt worden. noch drei Tagen Gefängniß. nicht der Familie entfremdet werden. Der Vorschlag, unsere für Dahingestellt bleiben möge es, ob in jedem einzelnen Falle§ 153 dann Anwendung finde, wenn ein Unbetheiligter der Nöthigung woch die Verhandlungen vor dem Landgericht. In dem Habererprozeß zu München begannen am Mitt- die Frauen berechneten Flugblätter in Form schöner Büchelchen ausgesetzt worden sei. Hier stehe indessen fest, daß jemand ge- woch die Verhandlungen vor dem Landgericht. Den Gegenstand herauszugeben, sei sehr zweckmäßig und werde die Agitation nöthigt werden sollte, von dem die Angeklagte annahm, daß in der Nacht zum 27. Oftober 1895. Anklage bildet das Haberfeldtreiben von Sauerlach fördern. Frau Gubela stellt in Aussicht, daß sie über die er betheiligt sei, und dieser sogenannte, Versuch am un An demselben nahmen Gründe, welche den Parteitag zur Zurückweisung ihrer Beschwerde 150 Personen theil, von denen heute 52 unter An bestimmten eine Aussprache bei der bevorstehenden Berichttauglichen Objett" sei auch strafbar. flage stehen. Der Verlauf eines solchen Haberfeldtreibens erstattung über den Parteitag im vierten Wahlkreise herbeiführen Zu einer vernichtenden Anklage gegen die heutige Ge- ist in den M. N. N." folgendermaßen geschildert: Die Haberer werde. Sie macht ebenso dunkle wie unklare Andeutungen, daß sellschaftsordnung gestaltete fich eine Verhandlung, die gestern bilden einen Kreis, in dessen Mitte der Führer tritt. Er giebt sie ihre Beschwerde sammit dem seit 9 Jahren aufgehobenen Material vor der zweiten Straftammer am Landgericht I gegen eine zunächst bekannt, wer als Haberermeister, als Schreiber, als einer anderen Seite" übergeben werde, daß dann den Heuchlern jugendliche Diebesgesellschaft geführt wurde. Aus Signalist, als„ Stenographist", als Gedichtfabrikant, als die Maske vom Gesicht geriffen würde und dergleichen. Schließlich der Untersuchungshaft wurden drei noch schulpflichtige Bierlieferant 2c. fungirt. Natürlich werden hierbei fingirte betont sie, daß eine Einigung der Frauen nothwendig fei. Als Frau Knaben, die Brüder Otto und Max Benecke und Otto Namen genannt. Alsdann verliest er die einzelnen Verse. Fabre nivald hierzu eine Bemerkung macht, stürzt Frau Gubela Göhre vorgeführt. Sie waren des bandenmäßigen Taschendieb- Nach jedem derselben fragt er:„ Js bös wahr," worauf im Chorus mit erhobener Fauft auf sie zu. Glücklicherweise standen ihr einige stahls beschuldigt. Otto Benecke ist bereits wegen Diebstahls die Antwort erfolgt:" Ja, wahr is." Der Führer erwidert: befeßte Stühle im Wege, zwischen denen sie sich erst hindurch. zweimal, Göhre wegen Hehlerei einmal mit einem Verweise vor Nacha treibt's zua" und hierauf ertönt ohrenbetäubender Spet zwängen mußte; dabei mag sich ihre Wuth wohl etwas abgekühlt bestraft. Auch in den früheren Fällen, in denen es sich ebenfalls tatel. Sind sämmtliche Verse verlesen, wird ein Hoch auf den haben, sodaß sie nur in heftigen Worten gegen Frau Fahrenwald um Taschendiebstähle handelte, war Max Benecke betheiligt, er hat Prinzregenten ausgebracht, worauf die Haberer nach der Er- ihrem Born Luft machte. Da eine weitere Diskussion nicht stattfand, aber nicht zur Verantwortung gezogen werden können, weil er das flärung ihres Führers:" Für heut' is jetzt gar, jetzt gebt's schloß die Vorsitzende Frau Rohrlack die Versammlung mit der Beftrafmündige Alter noch nicht erreicht hatte. Die Vorbestrafung hat Ent in d' Ruah, mia( wir) müssen schnell wieda merkung, daß sie der ueugewählten Vertrauensperson mehr Energie einen beffernden Einfluß auf die Knaben nicht ausgeübt. Sie am Untersberg sein," auseinander gehen und sich auf ver- wünsche, als die bisherige gezeigt habe. Nur unter dieser Vorhaben nach deren Verbüßung eine ganze Reihe Taschendiebstähle schiedenen Wegen in ihre Behausungen begeben. Sämmtliche aussetzung werde die sozialdemokratische Frauenbewegung die ers in verschiedenen Gegenden der Stadt ausgeübt. Die Eltern Angeflagte bis auf vier sind geständig. Sie bestreiten jedoch, wünschten Fortschritte machen können. der beiden Benecke wohnten der Verhandlung bei, fie machten daß in ihrem Treiben irgend etwas Gefährliches gelegen habe. den Eindruck ordentlicher Leute. Sie gaben an, daß Sie hätten lediglich in die Luft geschossen. Der von der VerDie fozialdemokratische Parteiversammlung für Rigihre Knaben den größten Theil des Tages über theidigung mehrfach gestellte Antrag, die Angelegenheit vor das Dorf, die am 29. Oktober im Bariété- Theater( Hermannstraße) sich selbst überlassen bleiben müßten, denn Schwurgericht zu verweisen, wird vom Gerichtshof abgelehnt. abgehalten wurde, nahm zunächst den Bericht des Delegirten fie felbft müßten im Kampfe um das täg Von den Angeklagten, die bis auf acht alle geständig vom Parteitag, Genossen Ostermann, entgegen. Redner liche Brot außer dem Hause arbeiten. Auch die sind, wird zunächst Adalbert Singer, Säger von Sauerlach, ver- entwarf in großen Zügen ein Bild von den Verhandlungen des Knaben seien darauf angewiesen, etwas zu verdienen. nommen, der erzählt, wie ihm Bürgermeister Steingräber Gothaer Arbeiterparlaments. Auf die Preßdebatte eingehend, Otto sei zwei Jahre lang bei einer Zeitung Laufbursche von Sauerlach den Wunsch geäußert habe, daß in Sauer- erklärte Ostermann, trotz aller Werthschäzung Liebknecht's gewesen und in diesem Frühjahre hätten beide Knaben lach getrieben werde, und daß er hierzu 50 M. zu spendiren dessen Ansicht nicht theilen zu können. Verwunderung hätten gemeinschaftlich mit Fliegen stöden gehandelt. den Genossen und Genossinnen die in der Der versprach. Singer hat dann dem Killi die Verse übergeben, gewiß bei den Genoffen und Staatsanwalt beantragte gegen Otto Benecke und Otto die Steingräber gemacht, einige hat er selbst verfaßt. Kunstdebatte von einigen vertretenen Anschauungen hervorGoehre je zwei Jahre, gegen Max Benecke neun Monate versprochenen 50 Mart hat Steingräber in zwei Raten bezahlt. gerufen. Thatsächlich sei die naturalistische Kunst dieGefängniß. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Georg Becker, ver- Im übrigen berichtet Singer den schon bekannten Hergang derjenige, welche die Sozialdemokratie auf ihrer Seite haben müßte. sprach sich durch eine längere Gefängnißstrafe feinen beffern Sache. Der Angeklagte Georg Strobl hat die Geschenke für den Mit ihren Anschauungen stimme es überein, von der Kunst zu den Einfluß auf die Angeklagten, hielt auch die Schuld Nachtwächter und den Meßner besorgt, dem letzteren hat er noch verlangen, das nicht zu verschleiern, was ist. Befremdet haben den Redner die Ausführungen des Genossen Wurm über den Mitangeklagten May Benecke nicht hinreichend 50 Pf. extra für ein zerbrochenes Fenster beigelegt. Bürgermeister erwiesen. Der Gerichtshof sprach den letzteren frei, überwies Steingräber von Sauerlach, in der äußeren Erscheinung ein statt- Arbeiterschuß, daß alles mögliche von der Partei gethan sei. ihn aber einer Besserungs- Anstalt, da seine Eltern augenlicher Mann, seit 10. Juli verhaftet, ſeit 14. Oktober wegen vertreten habe, daß noch viel mehr gethan werden könne; Er wäre der Meinung, die ein Redner auch auf dem Parteitage scheinlich nicht im stande seien, erziehlich auf Krankheit wieder auf freiem Fuße, wegen Vergehens im Amte schon ihn zu wirken. Otto Benecke wurde zu zwei Jahren vorbestraft, will, als er mit Singer zusammentraf, von diesem er- 8. B. verdiene der Vorschlag Beachtung, eine allgemeine und Otto Goehre zu anderthalb Jahren Gefängniß ver- fahren haben, daß ein Treiben bereits ausgemacht war. Später habe Agitation für die Verkürzung der Arbeitszeit und eine solche für urtheilt. Eine Befferung der jugendlichen Diebe wird auch Strobl von ihm, für dieses längst vorbereitet gewesene Treiben die Gewerkschaften zu inszeniren. Material läge darüber überDiesmal niemand von der langen Leidenszeit im Gefängniß Geld verlangt, und nur aus Furcht vor der Rache der Haberer Reichstags- Abgeordneten für die zu erwartende Veränderung der genug vor. Dann sei es auch Aufgabe der Genossen, unseren erwarten. Ebensowenig wird dem Pharifäergesindel, das in der habe er, Steingräber, das Geld hergegeben. Die Berse, von deren Reichstags- Abgeordneten für die zu erwartende Veränderung der gutgesinnten Presse das große Wort führt, das Bekenntniß von Inhalt die meisten der Haberer vorher keine Kenntniß hatten, werden Redner noch die übrigen Verhandlungspunkte des Parteitages Unfallgesetzgebung brauchbares Material zu liefern. Nachdem den Lippen kommen, daß die unglücklichen Kinder mit hoher nach Ausschluß der Oeffentlichkeit verlesen. Die Vertreter der Wahrscheinlichkeit nüßliche Glieder der menschlichen Gesellschaft Presse dürfen auf Antrag des Staatsanwalts im Saale bleiben. berührt und die gefaßten Beschlüsse zur Kenntniß der Versammgeworden wären, wenn fie ftatt des Höllendaseins von Die Deffentlichkeit solle erfahren, in welch gemeiner Weise diese lung gebracht hatte, ertlärten fich die Anwesenden einstimmig mit den Beschlüssen einverstanden. Kapitals Fluche, das sie seit der Geburt leben, eine wirklich Sittenrichter" ihres Amtes walten. Sonnenbeschienene Jugend gehabt hätten. Es ist wohl Ostermann berichtete dann über die Ergebnisse der Parteispedition. im Gegentheil bestimmt zu erwarten, daß die kapitalistischen Während sie am 1. November des vorigen Soldschreiber auch aus Anlaß dieses Falles bedauern, daß den Jahres 326 Zeitungs- Abonnenten gehabt hätte, betrage jetzt deren jugendlichen Verbrechern" nicht die Peitsche verabfolgt wird, Bahl 635. Im Laufe des Geschäftsjahres feien außerdem abdie den letzten Rest von Menschenwürde aus ihnen heraus- Gothaer Parteitag erfolgte am Donnerstag in einer Bolts- 29 Glühlichter", 250" März- Beitungen" und 400Mai- Zeitungen". Die Berichterstattung der weiblichen Delegirten vom gefeßt worden 5217 Wahre Jafob", 244, Єüddeutsche Postillon", versammlung, die von etwa 150 Frauen und Mädchen, sowie Gin Gewinn habe noch nicht erzielt werden können, im GegenWann ist ein Abtheil auf der Berliner Stadtbahn von einigen Männern besucht war. Vor Eintritt in die Tages- theil sei stets eine Mehrausgabe von ungefähr 60 M. zu verüberfüllt? Wegen Beleidigung hatte sich am Dienstag in ordnung beantragte Frau Wengels, die Abrechnung und Neu- zeichnen gewesen. Im letzten Quartal seien bisher 1545,10 M. Berlin ein Kaufmann Anders zu verantworten. Er hatte in wahl der Vertrauensperson, welche gleichfalls mit angesetzt war, eingenommen worden und die Ausgabe betrage 1703,86 m. einem Stadtbahnzuge eine der nicht selten vorkommenden Szenen bis zu einer beffer besuchten Versammlung zu vertagen. Nach einer An Abonnements Beträgen würde noch so viel Geld aufgeführt und wurde zu 30 M. Strafe verurtheilt. Aus der Ge- längeren Geschäftsordnungs- Debatte, in der sich die alten Zwiftigkeiten einlaufen, daß die Mehrausgabe etwa 62 M. ausmache. richtsverhandlung ist die Begründung des Urtheils bemerkenswerth. zwischen den beiden Gruppen der sozialdemokratischen Frauen wieder Die Defizits erklärten sich aus der geringen Zahl der Ein Amtsrichter aus einem oftpreußischen Städtchen hatte am bemerkbar machten, wurde der Antrag abgelehnt. Frau Gerndt Abonnenten, aus Anschaffungen und auch daraus, daß jeden 23. Juli die Berliner Gewerbe- Ausstellung besucht. Als der Zug berichtete hierauf über ihre Thätigkeit als Vertrauensperson. Monat mehrere Abonnenten nicht bezahlen können und„ verden Bahnhof Gewerbe- Ausstellung" verließ, war der Wagen Sie habe seit Mitte November vorigen Jahres 12 Ver- dufteten". Der Bücherumsatz von 249 M. habe dagegen einen schon so gefüllt, daß vier Personen, unter ihnen der Amtsrichter, fammlungen abgehalten, eine Einnahme von 576,94 M. Ueberschuß von ca. 29 M. ergeben, wozu noch ein weiteres stehen mußten. In Treptow drängte sich noch der Raufmann und eine Ausgabe von 559,95 Mart gehabt, und sei Guthaben von 38,50 M. tomme. Genosse No at als Anders in den Wagen und antwortete auf die Borhaltungen des ein Bestand von 26,99 Mart vorhanden. Frau Rohr- Revisor stellte fest, daß bis ultimo September die AbAmtsrichters, daß der Wagen gefüllt sei, mit einer Fluth von lack bekundet, daß die Revision alles richtig be- rechnung revidirt und in Ordnung befunden sei. Er Schimpfworten, die ihn am Dienstag vor Gericht führten. Der funden habe. Frau Greifenberg und Frau Scholz, bitte um Entlastung des Spediteurs.- Es entspann sich Staatsanwalt beantragte 14 Tage Gefängniß. Der Gerichtshof welche die Revision des vorhergehenden Jahres vorgenommen nunmehr eine lange, theils sehr heftig geführte Debatte, die anzog die Erregung des Angeklagten in betracht, der um jeden haben, bestätigen gleichfalls, daß an der Geschäftsführung der knüpfte an Vorwürfe, die Ostermann wegen seines Verhaltens Preis mit jenem Zuge mitkommen wollte; außerdem sei der mit Frau Gerndt nichts auszusehen war, worauf derselben Decharge einigen Zeitungsfrauen gegenüber gemacht wurden. Es bethei. 14 Personen besetzte Wagen nach Berliner Begriffen ertheilt wurde. Die Vorsitzende Frau Rohrlack ersucht nun- ligten sich daran u. a. Rosenbaum, Thrum, Pause, noch nicht überfüllt gewesen; der erste Anstoß zu dem mehr um Vorschläge für das Amt der Vertrauensperson, und giebt Sie, Unger, Rezerau und Ostermann. Es wurde des prügelt. " Versammlungen. Die " folgender Antrag zur Prüfung unterbreitet: Die Information könne bem Spediteur vorgeworfen, eine Arbeit, die er hätte ausführen| sugestimmt. Wegen Eintritts der Polizeiftunde mußte die Neu- die Kommission im ganzen 47 Sigungen mit 150 Werfftätten 1820 dort beschäftigten Arbeitern ab. Erschienen müssen, einer Frau übertragen zu haben und daß er die monatswahl aufgeschoben und die Versammlung gleich nach 12 Uhr und liche Vergütigung von 1,50 M. aus der Partei- Speditionskasse ge- geschlossen werden. waren 1040, davon organisirt 825. Bemerkt wurde, daß in vielen So haben es zahlt hätte. Hauptsächlich hatte aber die Entlassung zweier Zeitungs Werkstätten nach Feierabend gearbeitet wird. Eine öffentliche Versammlung der Angestellten der Arbeiter von Stavenow( Bülowstraße) fertig gebracht, in einer trägerinnen Anstoß erregt. beiden einigen Genossen, die gern etwas über Mißstände in der Berliner Verkehrsanstalt fand am vergangenen Frei Woche 27-36 Ueberstunden zu machen. Zost berichtete, daß die Spedition erfahren wollten, Auskunft gegeben haben. Bei der referirte fiber: Wie stellen sich die Angestellten zur Umgestaltung hat. Auf dem Arbeitsnachweis waren, nach den Ausführungen ftatt. Entlassung der einen soll Ostermann deren momentane Unpäßlich der Verkehrsanstalt? Redner betonte, daß nach Lage der Sache Wiedemann's, 611 Adressen von 478 Unternehmern eingelaufen, Unpäßlich- referirte teit als Vorwand benutzt haben. Auch wurde es dem An- ben eren urbe e nem leicht doch gegriffenen sehr verübelt, daß er den Beschluß der Speditions ihre Kaution zu retten, der neugebildeten Genossenschaft anzus bis 1. Oftober 1896 waren 1971 Adressen von 1627 Unternehmern gegriffenen sehr verübelt, daß er den Beschluß der Speditions- den Angestellten nichts übrig bleibe, als sich, um vielleicht doch benen ein Angebot von 722 gegenüberstand. Vom 1. Januar tommiffion, die beiden Frauen am 15. Ottober wieder einschließen. Da die neue Genossenschaft den Angestellten 3 Vertreter im zustellen, nicht ausgeführt hat. Rezerau, der Ostermann während des Parteitages vertrat, erklärte hierzu, daß jener mit Vorstand zugestanden habe, so sei es doch möglich, daß die alte vorhanden; das Angebot während dieser Zeit beträgt 2699. Die 8 gegen 4 Stimmen gefaßte Beschluß ungiltig sei, weil die beiden An- Lotterei aufhöre, besonders, wenn die Kollegen tüchtige Ver. Bibliothek wurde von 478 Mitgliedern benutzt, die 557 Bände treter in den Vorstand senden. Der vereidete Bücherrevisor habe liehen. Das Amt des Arbeitsvermittlers wurde Wiedemann tläger Ostermann's daran mitgewirkt hätten.- Es wurde im Laufe bekundet, daß die Gesellschaft sehr wohl unter tüchtiger tauf- wiederum übertragen. Ein Antrag, das Gehalt desselben um 10 M. ess der Debatte mehrfach von einzelnen Rednern von Kliquenwirthschaft und davon gesprochen, daß schlimmer wie der Partei- männischer Zeitung lebensfähig sei. Die pleite gegangene Gesell- monatlich zu erhöhen, wurde mit großer Majorität angenommen. Die Wahl zweier Mitglieder zum Ausschuß fiel auf die MitSpediteur tein Rapitalist verfahren könnte. Ostermann verwahrte schaft sei mehr eine Versorgungsanstalt für bankerotte Adlige glieder Rammed und Zabert. In anbetracht der vergewefen. In der Diskussion wurde hervorgehoben, daß die fich energisch gegen diese Vorwürfe. Schließlich betraute man Notiz im Vorwärts" auf schlechten Informationen beruhe. schiedenen Werkstattdifferenzen ersucht Glocke diejenigen, welche neun Genossen damit, die Angelegenheit noch einmal Der Vorwärts" hätte wissen müssen, daß die Mehrzahl der bazu im stande sind, neben ihren Verbandsbeiträgen noch Streitgründlich zu untersuchen. Der Kommission wurde zugleich Angestellten organisirt ist und feiner der Organisirten marken zu kaufen dies nicht zu verabsäumen. Redner weist dann auf die Beendigung des Stuhlarbeiter- Streits in Lauterbach hin. Spedition zu beschäftigen. Für das nächste Jahr steht die Annahme nur von Indifferenten herrühren. Weiter wurde die Arbeits in Stuttgart und den Unternehmern haben vielfach in Kollegen Die Vereinbarungen zwischen den Beauftragten des Vorstandes Die zu unrecht entlaffenen Botenfrauen sind wieder von der hätte jene Notiz gutgeheißen. und Entlassung der Botenfrauen nur ausschließlich der Kommission niederlegung einiger indifferenten Kollegen verurtheilt, da dies freisen Befremden erregt. Da ihm aber die näheren Gründe und Entlaffung der Botenfrauen nur ausschließlich der Kommission absolut zwedlos erschien und höchstens dazu beitragen konnte, für die getroffenen Vereinbarungen nicht bekannt seien, könne er zu. Der Monatslohn von 18 M. ist( ohne Abzug der Krantenendgiltiges Urtheil darüber nicht abgeben. und Invaliditätsversicherungs- Beiträge) voll den Frauen auszu- auch die andern ums Brot zu bringen, weil hierdurch der Betrieb zahlen. Die Touren und die Zahl der Abonnenten sind mög sich organisiren, dann werden keine solche Dummheiten mehr die Vereinbarung; troydem ihm die näheren Umstände bekannt hätte eingestellt werden müffen. Die betreffenden mögen Vorsitzende des Ausschusses, Robert Schmidt, mißbilligt lichst gleichmäßig zu vertheilen; lettere darf 110 nicht vorkommen. Nachdem noch mitgetheilt war, daß die übersteigen. Für jeden neuen Abonnenten erhalten die Frauen 15 Pf., infofern er im zweiten Monat noch Abonnent neue Gesellschaft sich verpflichtet habe, alle Rautionen sind, fönne er unter feinen Bedingungen die Abmachungen gut heißen. Soviel geht aus seinen näheren Informationen hervor, ist. Für die Besorgung des Grundsteins" der von der auch der früheren Angestellten auszuzahlen, der von ber auch der früheren Angestellten auszuzahlen, wurde noch daß es wünschenswerth erschien, den Streit zu beenden; jedoch beschlossen, in jeber Filiale einen Vertrauensmann Parteispedition betrieben wird erhalten die Frauen pro Quartal und Exemplar dann 12 Pf., wenn sie dem betreffenden 8 wählen und sich insgesammt dem Verbande der Handels: Hilfsarbeiter anzuschließen. Abonnenten nicht auch die Parteizeitung zu bringen haben." über seine Thätigkeit Bericht. Er hat eingenommen insgesammt 1250,35 M. und ausgegeben 1155,12 M., so daß ein Bestand von 95,23 W. verblieb. Hervorzuheben ist noch aus dem Bericht, daß die beiden Agitationstouren im letzten Jahre vorzüglich verlaufen sind; wo man früher im Zeichen des Dreschflegels stand, wurden diesmal die Genossen freudig aufgenommen. Dem Ge noffen Dormann wurde Decharge ertheilt. Die Neuwahl des Vertrauensmannes vertagte man bis zur nächsten Versammlung. Als Revisoren, sowohl für den Vertrauensmann wie für die Spedition wurden die Genossen Pohl, Wurbs und 2ose gewählt. " Der Vertrauensmann Dormann erstattete dann ein Der für rechtfertige dies nicht zugeftändniffe zu gewähren, die unserer ganzen Auffassung über das Wesen der Arbeiterorganisation ins Die Redaktion hat hierzu zu bemerken, daß sie ihren Stand- Gesicht schlägt. Die Organisation hätte feine so große Schwäche punkt in der Sache nicht als einen falschen ansehen könne. gezeigt, wenn sie die Ausweisung Erfurth's ablehnte und Daß die Arbeiter ihre Groschen in ein verfrachtes Unternehmen den Streit verloren gab.( Lebhafter Beifall). Bestätigt wurde stecken sollen, halten wir für einen schlechten Rath. Wir fürchten, hierauf Vorpahl als Bezirksleiter für Friedrichsfelde; desdaß die brei in die Verwaltung gewähiten Arbeiter nur eine Süd- Ost: Klingner, Mende, Segebrecht, sowie ber gleichen die Mitglieder der Kontrollkommission Scheinvertretung bilden werden und daß die enge Berbindung Drechsler- Kommission: des Unternehmens mit den Arbeitern, diese bei etwaigen ch we cht und Manez und Bodenleger- Kommission: Bieste, Neumann, Denzer, Becker, Differenzen in ihrer Bewegungsfreiheit stören wird. Bleck und Walter. Ein Mitglied aus Rixdorf gab die Namen derjenigen bekannt, die während des Streits bei Birgens in Riydorf gearbeitet haben. Nachdem der Antrag betreffs der Kranken- Unterstützung der Mitglieder zurückgestellt worden war, erfolgte Schluß der Versammlung. Der deutsche Holzarbeiter- Verband hielt am 25. Oktober bei Joël, Andreasstraße 21, eine Generalversammlung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Versammlung das Andenken an die verstorbenen Mitglieder Mall wig, Hoppe, Ueber die Thätigkeit der Potaltommission be- Norgel, Schwedke und Ratowsky durch Erheben von richtete Rezera u. Das letzte Jahr habe keine Veränderungen den Plätzen. Miete erstattete sodann den Kassenbericht vom gebracht, neuerdings mit dem Dekonom und der Direktion der 3. Quartal. Derselbe stellt sich wie folgt: Bereinsbrauerei gepflogene ausgedehnte Unterhandlungen seien Einnahme der Hauptkasse 9526,11. resultatlos verlaufen. Mehrere Genossen bedauerten, daß Ausgabe 6801,81 die große Masse der Arbeiterschaft im verfloffenen Bestand für das nächste Quartal 2724,30 Wt. Sommer sich garnicht an den Boykott gekehrt habe. Besonders Einnahme der Lokalfasse die Berliner sollen sich derart vergangen haben. Ausgabe sammlung hieß das Verhalten der Lokalfommission gut und wählte zur Beachtung der Lokalfrage im neuen Geschäftsjahr die Bestand für das nächste Quartal 9 621,99 M. Genoffen Jungandreas, Hupfer, Freese, Stot Unterstüßungstaffe: und KuII. Die Ver " " " Einnahme • Ausgabe • Bestand. . " O . 17 408,47. 7 786,48 " " 309,33 m. 250,25 59,08 m. Abrechnung vom Sommerfest: Einnahme Ausgabe Defizit • . 592,-. 667,25 75,25 M. Den Bericht ber Gendarmerie Ueber= wachungskommission erstattete Regerau. Er führte an, daß auf die Beschwerden über Uebergriffe der Gendarmen regelmäßig von den zuständigen Militärbehörden die Bescheide tämen: Wegen Mangels des Beweises ist das Verfahren eingestellt worden. Redner kam auch auf das gegen ihn legthin vom Schöffengericht gefällte Urtheil zu sprechen, in dem ihm feine Mitgliedschaft zur genannten Kommission in so Aus dem Vorstandsbericht, den Glocke gab, war zu ersehen, daß eigenthümlicher Weise angerechnet wurde. Er werde gegen den der Verband im 3. Quartal mehreren Mitgliedern den RechtsHerrn Amtsanwalt, der ihn als Gendarmenheter hingestellt schutz gewährte. Bei zwei Prozessen handelte es sich um Unfallhabe, Strafantrag wegen Beleidigung stellen. Im übrigen verlas er und Rentenansprüche, bei zwei anderen um Einbehaltung der eine umfangreiche Liste polizeilicher Liebenswürdigkeiten, für die er Papiere und in den übrigen um Lohnstreitigkeiten. Nach dem in Form einer Broschüre ein reizendes Album schaffen will. Bericht des Schriftführers haben im 3. Quartal eine außer Große Heiterkeit erregte die Mittheilung, daß Genoffe Noack ordentliche und eine ordentliche Generalversammlung und acht eines schönen Tages von einem Gendarmen verhaftet worden sei, Vorstandssitzungen stattgefunden. Die Bezirksleiter erstatteten weil er in einem Hause einen Einbruch versucht haben sollte. darauf Bericht über die in ihren Bezirken abgehaltenen VerBei näherem Nachsehen überzeugte man sich, daß das Grundstück, sammlungen. Die meisten flagten über schlechten Besuch der auf dem das Haus stehen sollte, noch gar nicht bebaut war. Nachdem Versammlungen und wurden deshalb die Mitglieder aufgefordert, noch ein Genoffe für Rezerau's Album einige Beiträge versprochen, mehr wie bisher die Versammlungen zu besuchen. Den Bericht wurde dem Vorgehen der Ueberwachungs- Kommission rückhaltlos der Werkstatt- Kontrollkommission gab Geppert. Danach hielt Direct von Aachen! dem durch seine vorzüglichen Tuchwaaren bekannten ersten Fabrikort Deutschlands, versenden wir zu hervorragend billigen Preisen Herren- Anzug- und Paletotstoffe von den einfachsten bis zu den hochmodernsten, für jeden Geschmack passend, in tadelloser reeller Waare. Anerkennungsschreiben in grosser Anzahl aus fast allen Städten Deutschlands beweisen unsere Reellität und Leistungsfähigkeit. Vorzügliche Musterauswahl franco ohne Kaufverpflichtung an Jedermann. 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Alle Aenderungen im Vereinstalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelftr. 49, v. 2 Zr. Arbeiter- Raucherbund Berlins und Umgegend. Aenderungen im Bereinskalender find zu richten an Karl Stiller, Kleine Frankfurterftraße Nr. 7, 1 r. Sund der geselligen Arbeitervereine Serlius und Umgegend. Alle Buschriften, den Bund betreffend, find au richten an Hermann Jahn, Schönhauser Allee 177 c. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 1. Movember, vormittags 8 Uhr, Rosenthalerstr. 38: Bersammlung, freireligiöse Borlesung. Um Luther über den Glauben. 10% Uhr vormittags ebendaselbst, Bortrag des Herrn Dr. Bruno Wille: Tischler- Verein. Heute Abend 8% Uhr, Melchiorftr. 15: Bersammlung mit Frauen; Bortrag des Herrn Dr. Weyl über die Heilkraft des Waffers. Allgemeiner Verein der Töpfer und Berufsgenossen Deutschlands. Seute Abend 8 Uhr, Alexanderstr. 27c( Englischer Garten): Geselliger bend. Gesangs- und humoristische Borträge unter gütiger Mitwirkung des Bieber'schen Männerchors. 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November 1896, vormittags 10 Uhr: Groke Versammlung Allen Freunden und Bekannten, bie| Zentral- Kranken- n.Sterbelasse Freie Vereinigung der traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Steinträger Ang. Grätz, am 28. b. M. plöglich verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den Kirchhof aus ftatt. aller Kartonarbeiter und-Arbeiterinnen 1. Nov., nachm. 8 Uhr, vom Emmaus, in Keller's Festfälen, Koppenstraße 29. Tages- Ordnung: 23/14 1. ,, Die Arbeiterin im Kampf um's Dasein." Ref.: Kollegin Marie Greifenberg. 2. Die Mißstände in einigen Kartonfabriken. 3. Verschiedenes. Daß das Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen bringend nothwendig ist, bedarf bei den vorhandenen Mißverhältnissen in den Fabriken keiner weiteren Betonung, und erwarten zahlreichen Besuch Die Vertrauenspersonen. Achtung! Einsetzer. Achtung! Todes- Anzeige. · der Tischler ut. Eingeschr. Hilfskaffe Nr. 8, Hamburg. ( Verwaltung Berlin B.) Montag, 2. Novbr., abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung Hierdurch zur Nachricht, daß unser im Lokale des Herrn Möhring Sangesbruder und Kollege ( Märkischer Hof), Admiralstr. 18c. Tages- Ordnung: Wilhelm Jänicke am 29. Oftober, nachmittags 5 Uhr, fanft entschlafen ist. Ein dauerndes Andenken bewahrt ihm der 1165b Männer- Gesangverein 1. Abrechnung vom 3. Quartal. 2. Bortrag. Händler u. Händlerinnen Berlins und Umgegend. Sonntag, 1. November, abends 6 Uhr, bei Buske, Grenadierftr. 33: Mitglieder- Versammlung. Vortrag: Gesinde und Gesindel. Ref.: Adolf Hoffmann. Diskussion. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein mit Tanz. 3. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. Entree 10 Pf. Die Ortsverwaltung. 181/2 Orts- Krankenkasse der Rosenthaler Vorstadt. Messerschmiede etc. Die Beerdigung findet am Sonntag, Am Sonntag, den 1. November, vormittags 11 Uhr, im den 1. November, nachmittags 3 Uhr, Sonnabend, 7. Novemb., abds. 81/2 Uhr, Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstr. 16: von der Mügenerstr. 18 aus statt. Große öffentliche Versammlung. Mittwoch Nachmittag 3½ Uhr verZages Ordnung: 1 1. Ist es den Einsetzern Berlins möglich, ihren Forderungen ohne Rück. halt des Holzarbeiter- Verbandes voll und ganz Geltung zu verschaffen? Referent Kollege Wiedemann. 2. Diskussion. Es ist dringend nothwendig, daß ein jeder Kollege in dieser Bersammlung erscheint. Die Fünfer- Kommission. starb nach langen, schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, der Bigarrenmacher Reinhold Puls. bei Babiel, Rosenthalerstr. 57: Ordentliche General- Versammlung. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. 11376 J. A.: Carl Müller, Gr.Frankfurterstr.96. Ortskrankenkasse d. Uhrmacher. Ordentliche Generalversammlung Mittwoch, 4. Novbr., abends 81/2 Uhr, im Saale des Herrn Brochnow, Sebastianstr. 39. Tagesordnung: 1. Wahl von drei Mitgliedern zur Tages Drdnung: 1. Wahl von drei Ausschuß- Mit- Prüfung der Rechnung des laufenden Ausschuß- Mit- Jahres. 2. Wahl des Borstandes, sechs gliedern zur Abnahme der Jahres- Arbeitnehmer, drei Arbeitgeber. 3. Berschiedenes. Hierzu ladet ein Die Beerdigung findet Sonntag, nach- rechnung. 2. Wahl von drei Vorstands- Mit11356 mittag84 Uhr, vom Trauerhause, Birken. straße 31, nach dem Johanniskirchhof gliedern, 1 Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmer. beim Plößensee statt. 3. Wahl eines Rendanten sowie eines Kassirers, beziehungsweise Beschlußfassung über die Gestellung einer Raution derselben. Fachverein d. Musikinstrumenten- Arbeiter Montag, den 2. November, abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Henke, Naunynstraße Nr. 27: Mitglieder- Versammlung. Zages- Ordnung: 141/5 Am Mittwoch, den 28. d. M., nachmittags 31/2 Uhr, starb nach langen Leiden mein lieber Mann, unser Vater, der Bigarrenarbeiter Reinhold Puls. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 1. November, nachmittags 4 Uhr, 1. Vortrag des Genossen Adolf Hoffmann über:„ Gesinde u. Gesindel". vom Trauerhause, Birkenstraße 31, 2. Diskussion. 3. Beschlußfassung über Aenderung des Sammelwesens. aus statt. 4. Abrechnung vom Sommerfest. 5. Verschiedenes. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. Die Kollegen werden ersucht, mit den ausstehenden SommerfestBillets am Sonnabend, abends 82 Uhr, im Vereinslokal, Naunynstraße 78, abzurechnen. Verein der Maschinisten, Heizer u. Berufsgen. Die trauernde Wittwe nebst Kindern. 1160b 4. Bericht der Rommission, Verschiedenes. Arbeitgeber sowie Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. J. V.; Horn. 1156b Der Vorstand. C. Schultz, Vorsitzender. NB. Das Quittungsbuch ist behufs Ausübung der Wahl vorzuzeigen. Neues Klubhaus 72 Kommandanten- Straße 72. Sonnabend, 21. und 28. Nov., sowie Sonnabend, 5. Decbr. 11036 Saal frei. Verband der in Buchbindereien, Nach langen Leiden verschied mein der Papier- u. Ledergalanteriewaaren- Industrie beschäftigt. innig geliebter Mann Carl Jacob Arbeiter und Arbeiterinnen. Alte Jakobftraße 75: Außerordentliche im 43. Lebensjahre. Dies zeigt tief- Montag, den 2. November, abends 81/2 Uhr, bei Feuerstein, betrübt an Ww. M. Jacob. Die Beerdigung ftudet am 1. Novbr., nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Jonntag, den 1. November, nachm. 5 Uhr, in der Oranienstr. 51: Alten Jacobi- Kirchhofs( am Rollkrug) Berlins und Umgegend. Derlammlung. 138/3 Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes. 3. Fragetaften. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. Achtung! Der Vorstand. Achtung! Kupferschmiede. aus statt. General- Ve sammlung. Zages Ordnung: 1. Geschäfts- und Kaffenbericht. 2. Ergänzungs Herzensguter Mann u. ftrebsamer Bater, Dienstag, den 27. Ott., entschlief mein wahlen. 3. Mitgliedschafts- Angelegenheiten. der Buchdrucker Waldemar Luttermann, plöglich am Herzschlag. Um stilles Beileid bitten 1168b Die traueraden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Sonntag Sonnabend, den 31. Oktober 1896, abends 9 Uhr, Nachm. 4 Uhr von der Leichenhalle des im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c: Grosse öffentliche Versammlung aller in Kupferschmiedereien beschäftigten Personen. Zages Ordnung: 1. Bericht über den Stand des Dispositionsfonds. 2. Wahl der Bezirks: faffirer. 3. Vortrag des Genossen Aßmann über die Kranken- VersicherungsGesetzgebung. 4. Diskussion. 5. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen, insbesondere der Mitglieder der DrtsKrankenkaffe, bittet Der Vertrauensmann der Berliner Kupferschmiede. 99/1 Verband der Möbelpolirer. Nächsten Montag Abend 8 Uhr in Rixdorf, nesebeckstraße, in Nofter's Salon: Versammlung. Tages Ordnung: 145/10 Vortrag des Genoffen Massatsch über Bourgeoisie und Proletariat". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Billets à 60 Pf. zu der am 8. November stattfindenden UraniaVorstellung( Taubenstraße) sind heute Abend in den Zahlstellen zu haben; die bis morgen Mittag nicht zurückgegebenen gelten als verkauft. Die voll. berechtigten Mitglieder( siehe§ 7 und 8 des Statuts) erhalten ihre 60 Pf. zurück, wenn fie ihr Mitgliedsbuch an der Kontrolle vorzeigen. Der Vorstand. Kollegen, welche dem Gesangverein der Möbelpolirer beitreten wollen, mögen Dienstags( abends 9 Uhr) Königsbergerstraße 12 erscheinen. Achtung! Maurer. Achtung! Mitglieder- Versammlung der Filiale Berlin II d. Zentral- Verband. deutsch. Maurer am Sonntag, den 1. November, vormittags 10% 1hr, in M. Cohn's großem Saal, Beuthstr. 20. Tages Ordnung: 1. Unsere wirthschaftliche Lage. Referent: W. Frisch. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom 3. Quartal. 4. Gewerkschaftliches( und nähere Erläuterung des Statuts). Laut Beschluß der letzten Mitglieder- Versammlung werden die Versamm Yungen pünktlich aur angegebenen Zeit eröffnet. Gäfie haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Kollegen, forgt für guten Besuch dieser Verfammlung. 136/2 Neuen Jacobi Kirchhofs in der Hermannstraße aus statt. Todes- Anzeige. Am Mittwoch, den 28. Okt., nachm. 7/4 Uhr, entschlief sanft nach kurzem, aber schwerem Leiden unsere einzigfte geliebte Tochter Hedwig Günther Mitgliedsbuch legitimirt. Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwartet Der Vorstand. Sonnabend, den 7. November 1896: Gemüthliches Tanz- Kränzchen in sämmtlichen Räumen des 23/12 Louisenstädtischen Klubhauses, Annenstraße 16. Anfang 8 Uhr. Eintritt incl. Tanz 20 Pf. Bahlreichen Besuch der Kollegen und Kolleginnen erwartet Das Vergnügungs- Komitee. Belle- Alliance- Theater. an den Folgen von Diphtheritis. Volks- Vorstellung unter Regie von Julius Türk. Die Beerdigung erfolgt am Sonntag. Morgen, Sonntag, den 1. November 1896, nachm. 3 Uhr: den 1. Nov., nachm. 21/2 Uhr, v. Trauerhause, Belforterstr.3, aus nach d.Georgenfirchhof in Weißensee. 1174b Die trauernden Eltern Bernhard Günther und Frau. Danksagung. Für die so herzl. Theilnahme, welche mir bei dem schweren Verluste meines lieben Mannes Wilh. Stehr zu theil geworden, sage ich allen Verwandten, Bekannten u. Kollegen meinen innigsten Dant. Augufte Stehr geb. Sebald nebst Kindern. 11756 Zum 1. Male: Lumpa civagabundus. Eintrittskarten à 60 Pf. find in den bekannten Zablstellen zu haben. An der Kaffe 75 Pf. 228/13 Bekanntmachung der Schweine- Engros- Schlächterei 19 Holzmarkt- Strasse 19. Jm großen Laden findet der Verkauf unter folgenden Für nur 9 Mark versende ich gegen Nachnahme an Jedermann meine von den ersten Künstlern als unübertrefflich erklärten InternationalPatent- Harfen- Accord- Preisen statt: zithern, 6 pedalig. 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