Btifje eä ote zu iö5t«i,iä ilimmtS D ß-n Sumi« ie Krujunjtt ei, eine 8« jen zu diiisal i lc.ff-n, de m Naeke »Afangenlnf ntempels»< eit der rl# zenden ßn» cx mplare da il von ßw eilig sind,>« ckt eine»(' ist. mit O ief auf de» gen Fonnea uch dem y )o;!er Sli� aß ich Kleiia n l" bemnvi Wid«rspna°l :n, fiagt»" ier Schweina ct>t und>>» m; cb W«' anlag d«« tachfest. %. 50. Sonnabmd, 28. Februar 1885. n. Jahrg. HcrlinerYeMoll Drgan für die Interessen der Arbeiter. 4 . Das..Berliner Volksblatt" Meint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Merlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Mabonnement 4 MI. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags-Nummer mit illustr. Beilage 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Jnsertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen- Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße Ä.— Expedition: Zimmerstraße 44. iZ .tnaj 06, AbgiMMllts-Ewladimg. ftüt den Monat März eröffnen wir ein neue? Abonne« auf das �Berliner Volksblatt" ** dn Gratis-Beilage nJllustrirtes Sonntagsblatt". u Lrei ins Haus kostet dasselbe 1 Mark 35 Pf. pro Monat, ».üs. pro Woche- Bestellungen werden von sämmtlichm Mngz-Spedneuren, sowie in der Expedition, Zimmerstr. 44, Wommen. k. Für Außerhalb nehmen alle Postanstalten Abonnements Monai März gegen Zahlung von 1 Mark 35 Pf. otycn. u. Den neu hinzutretenden Abonnenten wird der bisher er« �ine Thert des fesselnden und interessanten Romans :„Gesucht und gefunden" � bie bisher erschienenen Nummern deS _„Jllustrirtes Sonntagsblatt." der Vorrath reicht— gegen Vorzeigung der Abonne« �. ittung gratis und franko verabfolgt. T.Ä..Berliner Volksblatt" feiert am 1. April seinen ersten »nd e.. Ü. eS blickt dann auf ein Jahr seines Bestehens dem Thätigkeit zurück. Die Berliner Arbeiterschaft hat welches allein die Interessen derselben vertrrtt,«nt- bedinm f"i Sympathien zugewandt trotzdem aber st eS un- lassen.�.��»lich, daß wir eS an Anstrengungen nicht fehlen fölferiiml1"" Srößere und weitere der arbeitenden Be< Unseren I."�, uns heranzuziehen. Aber wir erwarten auch von tnseren J�etigen Lesern und Freunden, l-aß fie uns in lein«in.Übungen thatkrättig unterstützen. Wir werden auf i%l,„..wal eingeschlagenen Wege unentwegt weiter fortschreiten �i«iz für die Wahrung der Interessen der Ardetter ein« Die Redaktion und Expedition de« �_„Berliner Volksblatt". Der heutigen Nummer liegt für unsere auswärtige« �»nnenten dte Nummer 13 de«„Jllustrirtes Sonntags« CT bei.__________ Sind wir Kolonialschwarmer? i.; Etz jfi interessant, sich darüber zu unterrichten, wie die «un# zum Vorschein gekommenen wirthschaftlichen und putschen Strömungen im Ausland und jenseits des Meere» Mheilt werden. Man findet da oft merkwürdige Au»« lo» 8,n; der merkwürdigsten eine aber enthält die be« "Illinois StaatS-Zeitung" in Chicago, %tt, da« von Lorenz Brentano, dem einstigen Dilta« Ieuilleton. Gesucht und gesunden. Roman von Dr. Dux. (Forsetzung.) spreche keinen Tadel gegen ihn au«, ich glaube daß Georg sich au» Rücksicht für mich nun .„M von dem unglücklichen Opfer seiner Leidenschaft fJUctzuht; vielleicht fürchtet er, ich möchte dadurch, daß er w't dem Mädchen nach wie vor in Verbindung setzt, liC,& davon erhalten; vielleicht auch veranlaßt Reue sein l-,ne That ihn zu dieser Pflichtvergessenheit gegen «rw: seinem Kummer und seiner Reue mcht leiden. «ttd 1? die ganze Kasse meine« Manne« verwalte, "lir£ unbedingte« Vertrauen in mich setzt, so ist e« Sun, Jülich geworden, von meinem WirthschastSgelde eine >de>>n IJU ersparen; ich bitte Sie nun, Herr Prediger, !!llt«u a�den Aufenthalt de« Mädchen« nicht kennen "Uinwe % Sw"; stch nach""demselbe» zu erkundigen und ihr diese """_____ o***««•»vtrtrtltrfi frin tfit* tinit sie �diesen Worten öffnete fie ein Kästchen, in welchem «ibi». kleinen Ersparnisse zu verwahren pflegte nahm «bf y°purscheine heran« und legte fie vor dem Prediger 1 m MW. Ä.% ßttd sendet" MKW tor im badischen Aufstande von 1849 gegründet worden ist. Man liest da: „Die Zahl der kaltblütigen Leute ist heute in Deutschland noch nicht groß, aber sie wird von Jahr zu Jahr wachsen und wenn sich erst zeigt, daß Mil- lionen über Millionen Mark in den„Kolonialbesitz werden hineingesteckt werden müssen, ehe er nur anfangen kann, Früchte zu bringen, werden gar Viele, die sich jetzt in Schwärmerei für„Neudeutsch land j mseit« de« Meere«" förmlich berauschen, argen Katzenjammer bekommen." ES ist doch sonderbar, daß ein so großes und so an« gesehene« amerikanische« Blatt sich solch eine falsche Vorstellung von den gegenwärtig in Deutschland herrschenden An- schauungen macht. Man kann wohl sagen, daß kaum eine Frage in Deutschland so kühl und so nüchtern beurtheilt worden ist, wie die Kolonialfrage. Wenn man im Allgemeinen sich hätte in einen„Kolonialrausch" hineinreißen lassen, so müßte denn doch die Kolonialbewegung in Deutschland anders aussehen. Die Masse d«S Volke» hat indessen ge- genüber der Kolonialpolitik einen ziemlich gleichgiltigen Zu- schauer gespielt und auch die Mehrheit deS Reichstage« hat keine unbedingt zustimmende Haltung gegenüber der Kolonialpolitik eingenommen. Man hat einige Forderungen für die in den neu erworbenen LandeStheilen zu treffmden Einrichtungen bewilligt, man hat aber auch die berühmt gewordenen 20 000 Mark abgelehnt, wa« als Demonstra- tion gegen die Kvlonialpolitik aufgefaßt worden ist. Und die mißbilligenden Stimmen darüber, daß die Zivilisation in Kamerun gleich mit neuen Gefängnißbauten beginnt, sind noch keineswegs verstummt! Daß e« neben dm Politikern, die aus Gefälligkeit und Unterwürfigkeit gegm die Regierung die Kolonialpolitik ver- herrlichen, auch Kolonialschwärmer in Deutschland giebt, ist sicher, aber e» sind Erscheinungen ganz eigener Natur. Da« sind fast nur noch jene großen Kaufleute, Rheder, Banquier« und Großindustriellen, die den söge- nannten deutschen Kolonialverein gegründet haben. Dort schwärmt man allerdings für eine Kolonial« Politik in jeglicher Gestalt, während wir sagen müssen, daß wir zwar nicht Gegner jeder Kolonialpolitik wohl aber Gegner der Art von Kolonialpolitik sind,»ie fie gegen» wärtig von der deutschen Reichsregierung betrieben wird. E« ist auch leicht, stch darüber klar zu werden, warum gewisse Leute so sehr für die„neue Aera der Kolonialpo« litik" schwärmen. Die Herren Wörmann von Hamburg und Meier von Bremen haben un« darüber nicht im Zweifel gelassen. Diese Herren hoffen die Kolonialpolitik tüchtig für sich ausnutzen zu können und, wie e« den Anschein hat, Dasein verdankt... Da« Geld soll sicher an die recht« Adresse gelangen und auch die ferneren Unterstützungen, welche Sie ihr zugedacht haben, dürfen Sie getrost in meine Hände legen; ich werde Alle» besten« besorgen.... Ich bin wirklich von so viel Edelmuth auf'« Tiefste gerührt. Sogleich, noch diese Stunde werde ich Erkundigungen ein» ziehen und dem Mädchm Ihr Geschenk aushändigen... Sieh', also solche Summen kann man von dem Witth- schaftSgelde ersparen?... Nun, e« hat in diesem Falle doch sein Gute«, daß Sie so unbeschränkte Vollmacht haben, über Georg'« Kasse zu schalten.— Leben Sie wohl, theuerste Schwägerin, gestatten Sie, daß ich nicht allein au« innigster Freundschaft sondern auch au« tiefster Hochach» tung Ihre schöne Hand..." Er wartete wieder die Erlaubniß nicht ab, die Hand küssen zu dürfen, sondern ergriff dieselbe und führte sie leidenschaftlich an seine Lippen; dann nahm er seinen Hut, warf in der Thür noch eine Kußhand nach der unglücklichen Frau, welche da« Antlitz mit den Händen bedeckte und in die Sophaecke zurücksank— und entfernte sich. Draußen aber mußte er sich Zwang avthun, um nicht laut aufzulachm. „Ich bin doch ein Glückspilz I" rief er.„Wahrhaftig, Fortuna will mir wohl.... Ich setze ein Kind in die Welt, Schande und Armuth drohen mir— mein Bruder nimmt die Schande auf sich, und meine liebenswürdige Schwä- gerin ist so freundlich, die finanziellen Angelegmheiten zu regu« liren... Köstlich, da« ist wirklich eine Komödie,die nicht schöner gedacht werden kann!" Al« er gegen Mittag zurückkehrte, traf er seinen Bruder bereit« anwesend, und zwar beschäfttgt, das Geld in einer Geldschwinge zu zählen, und da« Konto, welche» seine Frau über die häusliche Kasse führte, zu revidirm. „Was machst Du da, Georg?" fragte er anscheinend verwundert, al« er seinen Bruder bei dieser Beschäftigung überraschte. „Ich beabsichtige, meiner Frau die Kasse abzunehmen, auf Deinen Rath thue ich e«; eS wird mir berzlich schwer, und ich weiß, daß Käthchen heiße Thränen über diese» ver» meintllche Mißtrauen weint." werden sich diese Hoffnungen auch erfüllen. Auf den auS« gedehnten Besitzungen der großen deutschen Kaufleute in den neuen Kolonien werden die billigen Arbeitskräfte der Ein» geborenen ausgenützt, und zwar mit Gewinn. Man weiß, wie e« die Herren G o deffroy in Hamburg auf den Samoa« Inseln gemacht habe». Dort wurden mit den eingeboreven Arbeitern Verträge gemacht, welche die Arbeiter willenlos in die Hand der Unternehmer gaben und der Unfug wurde so stark, daß eine Zeit lang die unabhängige deutsche Presse von Beschwerden über denselben widerhallte. Wird e» in den Gebieten von Kamerun u. f. w. viel ander« werden? Schwerlich! Nur haben die Kaufleute dort den Vortheil, daß„die öffentliche Sicherheit" dort durch die Behörde« de« deutschen Reich» und auf Kosten desselben aufrecht er« halten wird. Herr Wörmann hat sich im Reichstag auch über den in Zukunft nicht ausbleibenden großartigen SchnapS» Handel nach Aftika ausgesprochen und hielt ein Verbot oder auch nur eine Einschränkung dieses für unzioilisirte Volksstämme so gefährlichen Handel« für unzulässig. Er meinte, die Zivilisation bedürfe„scharferReizmitte l". Nun, wir wissen nicht, wa« Herr Wörmann nnter„Zivili- sation" versteht; daß er sie mit dem SchnapS in Verbin- dung bringt, ist charakteristisch genug. Man sieht, die Ham» burger Kaufleute sind bereit, in die Fußtapfen jener eng- tischen Kaufleute zu treten, welche das O p i u m in so großen Massen nach dem Orient einführten und damit so viel Unheil anrichteten. Aber was kümmerte die« jene Engländer; fie strichen eben ihren Gewinn ein und damit basta l Und so werden die Hamburger Kaufleute auch für Kolonial- Politik schwärmen, um den armen Wilden den verderblichen SchnapS gegen gute Bezahlung aufzudrängen. Da« sind sonach die wirkliche» und wahren Kolonial» schwärmer, die Herren Wörmann und Genossen. Wozu wir ander» Deutschen un« zu einer Kolonial-Schwärmerei hinreißen lassen sollten, ist nicht einzusehen. Wenn man nicht mit Schnap», Gewehren, Munition, Glasperlen und Mundharmonikas handelt, so hat man weiter kein Interesse an den neuerworbeaen Ländern, für deren„Zivilisirung" einstweilen wir schon so tüchtig zahlen müssen. Daß au» Kamerun, Bimbia oder Angra Pequena ein „Neu-Deutschland" werden würde und werden könne, dieser Hoffaung hat sich schwerlich in Deutschland irgend Jemand hingegeben, nicht einmal Diejenigen, die man al« Kolonial» schwärmer bezeichnen könnte. Da wir Deutschen sonach im Allgemeinen weder Kolo- »ialschwärmer sind noch un« in einem„Kolonialrausch" be- finden, so wird auch der„Kolonial-Katzenjammer" ausbleiben, den die„Illinois Staati-Zeitung" so sicher kommen sieht. Daß hinter de« Herren Wörmann und Genossen auch „Thorheit," sagte Amberg unwillig;„so war e« ja nicht gemeint.... Wie kannst Du Deine Frau so be« leidigen l Um GotteSwillen, mache die Bücher zu, stell« die Geldschwinge bei Seite und gieb Deinem lieben Käthchen die Schlüssel zurück." „Sagtest Du nicht gestern....?" „Du hast wohl gettäumt? Nein, nein, e» ist viel besser so; Du hast eine vottreffliche Frau." „Nicht wahr?.... E« freut mich, daß Du das selbst sagst; noch gestern zweifeltest Du an ihr." „Dann muß ich im Schlafe gesprochen habe».... Nein, Georg, ich bin der festen Ueberzeugung, Käthchen ist die Perle aller Frauen und Du darfst sie unter keinen Umständen so beleidigen, ihr die Verwaltung der Kasse ab» zunehmen... Bedenke doch, wolltest Du Deinem lieben Weidchen die Gelegenheit nehmen, kleine Ersparnisse zu machen, mit denen sie Dich hin und wieder überrasche« kann? O, wie kannst Du nur so grausam sein, Georg?" „Du machst mir Vorwürfe, obwohl ich da« nur auf Deinen ausdrücklichen Rath thue, und auf Deine Borstel- lung hin, daß ich die« meinem Ansehen und Deinem Recht schuldig sei." „Du hast mich gänzlich mißverstanden." _„Ich habe Dich mcht mißverstanden; aber mag dem sein, wie ihm wolle— e« freut mich, daß Du Dich zu anderer Anficht bekehrt hast. Von Herzen gern lasse ich Alle« beim Alten; e« hat mich geschmerzt, meinem lieben Käthchen auch nur einen Augenblick wehe thun zu müssen." In diesem Asickenblick trat seine Frau zu ihnen, um den Herren zu berichten, daß da« Mittagsessen ange» richtet sei. „Liebe« Käthchen," sagte Georg auf sie zutretend und mit beiden Händen ihren Kopf emporttchtend,„Du hast geweint? Du hast doch nicht etwa geglaubt, ich miß- traue Dir?" „Du hättest Unrecht, mir zu mißtrauen, Georg." „Gewiß, gewiß, davon bin ich überzeugt, und damit Du siehst, daß alles Mißtrauen mir fern ist, erkläre ich Dir, daß ich von dem thörichten Einfall, eine Kontrol« noch m«hr wirkliche Schwärmer einherziehen, mag sein, allein Niemand wird so thöricht sein, diese Leute für das deutsche Volk anzusehen. Sie pflegen sich zwar mit dem deutschen Volke gerne zu verwechseln, allein diese Täuschung ihrer selbst dauett niemals lange. DolitisrKe Uebersiekt. Für den Nutzen der Spiritusbrenneret hat auf der jüngsten Gmeraloclsamm'ung der Spiritusfcibrikanten zu Berlin Herr Prof ffor Dr. Mieter aus Halle ein sonderbares Argu- tnent angegeben. Derselbe gab allerdings zu, daß auf manchen Flächen, wo jetzt Kartoffeln zum Spiritusdrenncn gebaut würden, ganz gut Getreide gedeihe, aber es sei nicht zu vcrgcffcn, daß dos beste und meiste Fleisch, das doch auch ein sehr wesentliches VolksnahrungSmittel bilde, durch die Brennereibetrrebc beschafft werde. Also zunächst wird durch Getreidezölle und Kartoffelbau das Getreide vertheuert, dann wird durch den Brennereibetried, und rechnen wir noch den übertriebenen Zuckerrübcnbau hinzu, der Getreidebau vernach- läsfigt, so daß das deutsche Getreide in allen jenen Gegenden sehr schlecht ist, und endlich erhält dafür daS Vvlk billigen und miserablen Fusel. DaS wird der gelehrt« Herr Profeffor kaum bestreiten können. Dagegen aber schafft der Brennerei- betrieb das besteFleisch als VolksnahrungSmittel. Bekanntlich werden durchweg Ochsen auf den sogenannten Fuselställen gemästet, das Voll aber, welches die Getreide- Preiserhöhung fühlt und den schlechten EpirituS trinkt, ißt niemals Ochsenfleisch, weil daffelbe zu theuer ist. Deshalb möge unS der Herr Profeffor mit seinem besten Volls- nahrungsm'ttel gestohlen bleiben. Aber auch Kenner der ein- schlägigen Verhältnisse wissen, daß die auf den Fuselställen gemästeten Ochsen nur angeschwemmtes, ungesundes Fleisch und Fett abgeben, so daß dieseS Ochsenfleisch überhaupt kein gutes Nahrungsmittel bildet. Dr. Märcker aber ist Professor der Landwirthschaft und—„Klimpern gehört zum Handwerk" Angra Pequena soll Zeitungsnachrichten zu Folge in den Besitz einer Aktien-Gesellschaft übergehen. Herr Lüderitz soll sich dreserhalb zunächst an den deutschen Kolonial- Verein gewandt haben, der fich aber außer Stande erklärte, das Unternehmen auf seine Schultern zu nehmen, da ihm die nöthig-n Geldmittel dazu mangelten. Nach einer Andeutung in der„BreSlauer Ztg." trägt fich auch Herr Woermann mit gleichen Gedanken bezüglich seines Kameruner Be« fltzes. Der Friede ist aefichert! Aus Spandau kommt die Nachricht, daß in den M i l i t ä r w e r k st ä t t e n wieder eine Arbeitsstockung eingetreten sei, und zwar deshalb, weil die Fabrik Löwe u..0. in Berlin, die zur Anfertigung der neuen Gewehre bestimmten, kompltzirten Maschinenthetle noch nicht habe liefern können. Demnach scheint eS, daß die Ein- führung des neuen Gewehres in größerem Umfange ge- plant ist. In Braunschwtig sollte am 24. d Vi. eine Pastoren- Versammlung stattfinden, in welcher die Erbfolgef.age zur Sprache kommen sollte. Der Einberufer war der orthodoxe Pastor Schwarz, als Versammlungslokal war die Herberge zur Heimath in Ausstcht genommen. Auf Antrag des Ministeriums beschloß der Vorstand jedoch, die Herberge zur Heimalh nicht zu diesem Zweck herzugeben, nachdem auck das Konsistorium oie Versammlung verboten hatte. Die Absicht der Orthodoxen, welche bekanntlich für den Regierungsantritt des Herzogs von Cumberland schwärmen, für denselben Propaganda zu machen ist somit vereitelt. Die Polizeidirektion soll übrigens Aufforderung erhalten haben, eine Ueberwachung der ein- treffenden Herren Pfarrer anzuordnen. Etwa zehn oder zwölf der Herren waren trotz allen diesen Anordnungen angelangt, kamen aber, als fie fich zur Versammlung begeben wollten, vor verschlossene Thüren. Frankreich. Die franzöfische Deputirtenkammer hat ,inen Zuschlags- zoll von 6 FrcS. auf in Europa hergestelltes oder direkt aus einem Lande außerhalb Europas impornrtes Mehl genehmigt. Für außerhalb Europa hergestelltes aus europä'schen Emrepols impor lirteS Mehl wurde der Zuschlags zoll auf 9 Free. 40 Cts. festgesetzt.— Einer Meldung aus Shanghai zufolge wird Admiral Courbet in der Nähe von Sbangbai Stellung nehmen, um die Einfuhr von ReiS auf vcm Seewege zu ver« hindern. Großbritannien. Im Unterhause theilte der UnterstaatSsekrctär auf Befragen mit, die Regierung werde die franzö- fische Regierung davon benachrichtigen, daß fie Reis nicht allgemein als Kriegskontrebande betrachten könne. — Weiter erklärte derselbe die italienische Regierung bade die Abficht ausgesprochen, den Vertrag zwischen England, Egypten und Äbysfinien zu respektiren und ihr Möglichfies zur Erleich- terung des Verkehrs zu thun.— Ferner kündigte der Abg. Birbeck an, er würde demnächst die Aufmerksamkeit des Hauses auf die Plünderungen fremder Fischerboote in üben zu wollen, vollständig zurückgekommen bin. Da sind die Bücher, da ist daS Geld und hier die Schlüssel, eine bessere Kontrole könnte ich ja doch nicht üben; ei bleibt Alles beim Alten, mem liebes Käthchen." Ein dankbarer Blick aus dem thränenfeuchten Auge lohnte ihm. Zärtlich nahm er ihren Arm unter den seinigen, um fie in da» Nebenzimmer zu führen, wo der Tisch ge» deckt war. Der Prediger aber nahm Gelegenheit, ihr lerse zuzuflüstern: „DaS ist mein Werk, nun steht Ihnen nicht« im Wege, «ach wie vor kleine Ersparnisse zu machen." Siebenzehnte« Kapitel. Paul Amberg war von seinem Glücke dermaßen er« füllt, daß er sich nicht entsann, seit langer Zeit einen so frohen Tag gehabt zu haben, wie der heutige. AI» Georg sich am Nachmittag in sein Komtoir begeben hatte, nahm er zunächst Gelegenheit, Bericht zu erstatten. „Es ist mir gelungen, theure Schwägern," sagte er, „da« Mädchen aufzufinden." �... „Wie ich vermuthete, in dürftigen Verhältnissen? „In sehr dürftigen Verhältnissen; e« ist zum Götter» erbarmen, eine Mutter mit ihrem Kinde, und wenn eS auch eine gefallene Mutter und ein uneheliches Kind»st, so dem Elende preisgegeben zu sehen.— Die Unterstützung, welche Sie ihr gewährten, kam dem unglücklichen Mädchen wie ein Segen vom Himmel." Käthchen seufzte..... „Wie gern würde ich wohlthun, wie glücklich wäre ich, wenn ich hier mit frohem Herzen wohlthun könnte, aber e« mischt sich in da» Gefühl des Wohlthans immer der ent» setzlich marternde Gedanke: E« ist sein Kind! Er ist mir nicht treu! Er liebt mich nicht mehr!.... Nicht meinem Herzen folge ich, indem ich dem Mädchen helfe, sondern nur dem Gefühl eine, Pflicht, und zwar einer sehr, sehr schweren Pflicht." „Ich glaube Ihnen, theure Schwägerin; um so höher Muß die Welt Ihren Charakter schätzen. Sorgen Sie nur, daß ja dem armen Wesen von Zeit zu Zeit eine klein« Hilfe zukommt; ich selber würde ja mit Freuden mein« der Nordsee lenken. Nachdem hierauf mehrere Fragen ge- stellt und von der Regieiung beantwortet waren, beantragte Gladstone die Priorität für die Debatte über den Northcote'schen Antrag. Die Homeruler I. und W. Redmonv, T. P. O'Conno:, O'Brien unD Sexwii bekämpfen den Antrag aus dem Grunde, daß derselbe die Diskussion einer„wichtigen irischen Frage" verhindern würde. Die Debatte dehnt sich unter der zuneh- Menden Ungeduld des Hauses und wiederholten Rufen„Zur Abstimmung!" über 1 einhald Stunden aus, bis endlich der Sprecher erklärt, es scheine ihm, daß die Frage hinlänglich erörtert worden und eS der augenscheinliche Wunsch deS Hause« sei, zur Abstimmung zu'chreiien. O'Brien ruft mit erhobener Stimme aus:„Das ist liberale Poirrik! Wir werden uns dessen in Irland erinnern."(Brisall der Parnelliten; Rufe:„Man nenne ihn!" von anderen Seilen des Hauies.) Der Sprecher nennt O'Brien beim Namen wegen Ungehorsams gegen seine Befehle, und Gladstone beantragt dessen Suspension für den Rest der Sitzung. O'Brien ruft aus:„Dies ist die einzige Ehre, die mern Ehrgeiz von Ihnen erstrebte." Der Antrag wird mit 244 gegen 20 Stimmen angenommen. Der Sprecher fordert sodann O'Brien auf, das HauS zu verlaffen. O'Brien sagt:„Gewiß, Herr Sprecher, mit mehr Vergnügen, als ich es jemals betrat," und verläßt unter dem Beifall serner Partei- genossen den Sitzungssaal.— Dem General Gordon soll ein nationales Denkmal errichtet werden. Es hat fich be- reits ein Komitee zur Entgegennahme von Beittägen gebildet. E g y p t e«. Zur Abwechselung vejchästigen fich die Engländer im Sudan mit Ordensverleihungen; dem Mudir von Dongola haben fie nicht nur Orden, sondern auch noch die„Ritter- würde" verliehen.— Aus Suakim ist dem„Daily Telegraph" gemeldet, daß die Sudanesen gestern Abend bis inner« halb 800 Meter von den Wafferforts vordrangen und die während deS Tage? aufgeworfenen Redouten demolirten. Der Zweck der Redouten war, die bei dem Eisenbahnbau be- schästrgten Arbeiter zu decken. Also der Eisenbahnbau verlangt ein vollständiges englisches Armeekorps und dieses wieder kann nur vorrücken, so weit die Eisenbahn fertig ist. Da wird eS lange dauern. bis der Weg nach Berber aufgeschlossen ist.— General Graham, der Oberbefehlshaber der nach Suakin bestimmten Expedition, ist mit seinem Generalstade in Kairo eingerroffen. Die Avreise des Prinzen Hassan nach dem Sudan ist nunmehr definitiv auf den 2. März fest- gesetzt. In der Begleitung des Prinzen werden fich 24 Mann mit 80 Kameelen befinden. Amerika. Ein Telegramm aus N e w y 0 r k meldete neulich, daß dem deutschen Generalkonsul in Newyork ein Packet zu- gestellt sei, welches allem Anscheine nach eine kleine Höllen- Maschine enthielt, die, wenn das Packet unvorfichtig geöffnet worden wäre, ernstlichen Schaden hätte anrichten können. Die Newyorker Blätte berichten mit großer Ausführlichkeit darüber. DaS Packet war auf dem Williamsbury Ferry Boat(Fähr» Dampfboot) unter dem Sitze zmückgclassm. Ein Frauenzimmer hatte einen der Männer an Bord darauf aufmerkiam gemacht und war dann verschwunden. Das Packet, das nachlässig in eine deutsche Zeitung gehüllt war, trug die Aufschrift„Deut- scheS General-Konsulat" und wurde nach dem Geschäftslokale der Damxffähre g-bracht, wo es einem Angestellten zufällig etwas verdächtig vorkam. In dem Packet wurde ein Brief gr- funden. Dieser ging an seine Adresse ins deutsche General- Konsulat. Der Schreiber wünscht dem deutschen Gmcralkonsul nachträglich ein kleines Weihnachtsgeschenk zu machen, das zwar werthlos sei, aber dessen fich der Empfänger erinnern werde,„so lange er lebe." Ferner war auch die freundliche Versicherung gegeben, daß, ehe ver Deckel noch gelüftet sei, der Empfänger gen Himmel fahren werde. Man bielt auf dem Konsulat den Fnhail deS Schreibens für einen schlechten Scherz und ließ das Packer holen- AIS indeß der Deckel deS Kistrbens ein wenig gehoben war, erkannte man in der That eine kleine Maschine in der Riste und ließ dieselbe, nachdem fie eine Zeit im Waffer ge- standen hatte, vom Boden aus öffnen. Die sorgfältig geardei- tete Maschine enthielt einen Behälter mit Sprenggeschoß. Die Polizei hofft, den Absender zu ermitteln. — Die am Montag, den 23. d. M., im R e p r ä s e n- tanten-Hause der Vereinigten Staaten von Amerika eingcb. achte Resolution, welche offen Wieder- oergeltungSmaßregeln gegen die deutsche Zollpolitik in Anregung bringt, yat folgenden Wortlaut: „In Hinblick auf die fortdauernde Zurückweisung amerikanischen Schweinefleisches seitens Deutschlands, die neuerliche Erhöhung der Zölle auf aus den Vereinigten Staaten importirten Weizen und Roggen und die jetzt dem amenkanischm Petroleum an« aedrohten feindseligen Maßregeln wird beschloffen, daß der Ausschuß für auswäärtige Angelegenheiten angewiesen werde, zu untersuchen und darüber zu berichten, od die Jntereffen der Vereinigten Staaten nicht die Annahme von gleichen, einen Unterschied machenden Maßregeln gegen solche auS Deutschland importirte Hauptartikel erfordern, welche in den Vereinigten Staaten wachsen oder fabrizirt werden." Mittel zu Gebote stellen, schon aus Liebe zu meinem Bru» der, aber da Sie meine Hilfe zurückweisen, da Sie eine Befriedigung darin finden, Ihren Verpflichtungen selber nachzukommen, so will ich Ihnen da« befriedigende Be- wußtsein nicht verkümmern, indem ich unberufen ein- greife." „flßenn ich Sie noch in dieser Sache bemühen darf...? „So oft Sie wollen, theuerste Schwägerin, so oft Sie wollen... Sehen Sie, was ich thue; ich habe vor, daS Mädchen von hier fortzunehmen und an einen weit entfernten Ort zu bringen, damit auch nicht eine zufällige Be- gegnung mit Georg, oder gar mll Ihnen, die Wunde, wenn sie von der Zeit geheilt fein wird, wieder aufreiße.... DaS Mädchen ist ja auch vernünftig und denkt nicht daran, mit Ihrem Manne zu korrefpondiren oder ihm zudringlich zu werden; doch ist e» am besten, e« wird auch einem unglücklichen Zufall vorgebeugt, und sie wird von hier entfernt." „Das ist gut; ich danke Ihnen für diesen Dienst." Käthchen war in der That durch die Eröffnung Ihre« Schwager« gerührt und sie fühlte ein wenig Reue darüber, daß fie ihn stet« mit einer gewissen Kälte behandelt hatte. „Er ist doch mcht so schlimm, wie ich dachte." sagte sie für sich.„Er ist gefällig und dieser Beweis von Theil- nähme für meinen Kummer und feine freundschaftliche Sorge ist ein edler Zug." So reichte fie ihm denn auch dankbar und mit größerer Freundschaft al« seit langer Zeit geschehen war, die Hand, und so sehr ,hr auch seine Blicke und da« grinsende Lächeln zuwider waren- sie zeigte ihm ihre Abneigung nicht. Amberg deutete diese Veränderung ihres B nehmenS in dem frivolsten Sinne und fand darin eine Ermuthiguna und die Hoffnung, daß e« ihm endlich doch gelingen werde feine spröde Schwägerin fich geneigt zu machen.' Das trua nicht wenig dazu bei, seine Stimmung noch gehobener tu machen, und al« er eine viertel Stunde später in sei«»« Zimmer beschäftigt war, sich anzukleiden und behäbia lächelnd vor dem Spiegel stand und seine Kraoatte zurecht zupfte, da wiederholte er fich mehr als einmal- WMmeuwrisrkes. — Das Nothstandsgrsey für W estpreuft' d. h. eine Unterstützung der durch vie Uebersckivemmmiz' Weichsel Geschädigien, w>rd demnächst dem Landtage zuzw Dasselbe schließt fich in Richtung unv Form genau den@ lichen Vorlagen bei elementaren Unglücksfällen in and? Geldunterstüyung, lbeils Vorschüsse zu ländlichen Ar Ks mit Pflicht der Rückerstattung. An ver Genehmigung» Landtages zu diesen Entwürfen ist nicht zu zweifeln. — Es wird der„Germ." zufolge beabstchtigt,, Eonnadend im A b ge ord n et e n h au s e der Kulliu etat durchberathen ist, jintn Vertagungsantrag" &&-ine Denzen de «er nm u? �ner btjlalb wi Wehnen,, gemif zubringen, um vom 2. März ab alsdann dem Reichstage Lache tut Behandlung der Kolonialfragen rc. ununterbrochen Zes f geben. Die Pause des Abgeordnetenhauses soll acht Tage* rragen. — Der Gesetzentwurf, wonach den deutschen richtshöfen gegenüber fremden Staaten und 6* veränen eine Rechtssprechung nicht zustehen soll, degegnet* Reichstage ledhaste Bedenken. Es werden, wie Vre„%%* Ztg." schreibt, von verschiedenen Seiten Anträge dagegen ij dereitet, und Ver an stch unscheinbare Entwurf wird im tag jedenfalls zu lebhaften Debatten führen. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Oeffentliche Sitzung vom 26. Februar. Vorsteher Dr. Straßmann eröffnet die Sitzung 6V1 Uhr mit einem ehrenvollen Nachruf für den versiordS» Etadtrath Dr. Stört, dessen große Verdienste um die betont. Die Versammlung ehrt daS Andenken des PckMj nen dmch Erheben von den Sitzen. Zum Leichendeg'' wird eine große Anzahl von Mitgliedern veputirt. Der Ausschuß zur Vorberathung der Vorlage, betr.£» Ankauf eines Grundstücks an der Demminer Straße Z» y meindeschulzwecken, hat fich konstituiit.. ,. NamenS deS E:atSauSschuffeS referirt Stadtv. S l> über den Antrag betr. die Kreirung der Stelle eines belauf Stadtraihs für das Sanitätswesen. Der Antrag geht „Die Versammlung beschließt, die Stelle eineS stävtisltZ� soldeten Sanitätsbeamten, deren Inhaber Mitglied deS A strats sein soll, zu kreiren und ersucht den Magistrat, Nu mit einverstanden zu erklären und ihr den Entwurf WL § 29 der Stävteorvnung erforderlichen Ortsstatuts, in event. auch die Kreirung einer neuen unbes' V Vorb« 2"* Eml Sf«, Stelle aui Unebner ft-reUt an MieSwegs Ä be'c 5?$ der Si Stadtrathsstelle vorzusehen ist, recht balv zur gung vorzulegen." Der Referent verweist auf die großen � raren Institutionen und Unternehmungen, welche in zW". dm letzten Jahren ins Leben getreten find Jst, daß in Fachkreisen schon oft der Verwunderung darübee-. druck verliehen worden ist. daß die Stadt Berlin nock keinen städlischen Zentral Mcdizinalbeamten befitze, d-fstn kungSkrcis doch ein ganz ausgedehnter sein würde. fich nicht leugnen, daß vas Fehlen dieseS Beamten Erledigung vieler Angelegenheiten schon recht fühlbar habe. Inzwischen sei Berlin in dieser Beziehung einer Stadt überholt wo:den, denn Frankfurt a. M. dem Jahre 1883 einen solchen städtischen Medizinalde»� der fich bis jetzt sehr gut bewäb t habe. Für Berlin® das ArdeitSfelo eines solchen Beamten«in überaus dringendes sein, denn das Krankenkassenzesey, die Arin-�, die. Schulhygiene, die Bauhygiene, die Markthallen, der � Hof sc. bieten überaus zahlreiche Gelegmheit zur krästiztN� tiakeit eines städtischen Medizinalbeamten. Die keineswegs neu, sondern schleppe fich schon durch viele 0% sei also vollkommen spruchret«. n-r wilve � Beschlüsse drS Etat auSschusses eine Eubkommisfion für diese Fi furt sei dieser Beamte nicht Mitz........... I_________ weil die technischen Räihe dort überhaupt nicht Mitglied j, Magistrats sind; hier in Berlin werve oer selbe einen dem Kollegium einnehmen müffm und es sei nicht zu ten, daß ein solcher städtischer Beamte mit dem staatlidg�j nitätsbeamten in Konflikt gerathen könnte. Er bitte � um möglichst einstimmige Annahme des Antrags. Von dm Stadtv. Singer, Gürcki. Tul�� Herold und S ch i e g n i tz ist ein Antrag eingegai<£#' nach der Magistrat ersucht werden soll, in gemischter£ m Hon mit der Versammlung über die Kreirung der LtclU städtischen Sanitätsbeamten zu berathen.,, D Stadtv. Dr. Neumann hält die Form, in wel»�.� wichtige Frage gelegentlich der Etatsberathung erlevig*�!' soll, nicht für die richtige, da die Versammlung auf von vornherein präjudizirt werden würde. Wenn ver feeil» auf den Wunsch deS Ausschusses für diesen Gegenstand. eine Eubkommisfion niedergesetzt Hai, so heiße das Schwerpunkt der Entscheidung aus der Versammlung, Ausschuß zu verlegen. Er verlange bei einer solchen®l-» „DaS Glück verfolgt mich förmlich; mir ft&R L»s» gar nichts mehr. Der Reichthum wird mir zu alleve mehr als einer Seite in dm Schooß fließen. � „Der alte Rodenbura wird binnen Kurze« fe'n.Jiej' mmt machen. Daß ich Universalerbe bin, un' ,(p keine« Zweifel, und mein theurer Bruder hat, 1« sichert, ebenfalls Aussicht ein wohlhabender werden. Er ist vom Asthma heimgesucht, und'0 wji von der Medizin verstehe, dürfte fein Ende nicht«uz sein und ich bin sein nächster Erbe.. So weit war er in seinen Betrachtungen ge als es leise an der Thür pochte..-« N Mit seiner sonoren, kräftigm Stimme lies donnerndes: „Herein!" Langsam und vorsichtig öffnete fich die Thür, � nur so weit, um die lange, spindeldürre Gefla Manne» einzulassen, der einen langen, bi»"der herabreichenden und bi« obmhin zugeknöpften, w Rock und ein weiße« Halstuch trug. jjef In der Hand hielt er einen niedrigm, frhjN'jrJ krämpigen Filzhut. Ein süßes Lächeln lag auf len bartlosen Gesicht._% Amberg, der immer noch vor dem � g el)t 8* wandte sich um zu dem Sintreimden, und< staunen keines Worte» mächtig. Der Gast ,,„(0 stchttg die Thür, dann neigte er fein Haupt m �l befchreiblich sanften und milden Blick auf dl« S An»' sklne Arme au« und näherte sich, al» ob er. ersteh. Geist wäre, dem Prediger, der, al» ob er der den Umarmung ausweichen wollte, einen S-yr bis an den Spiegel.«salich S' Da aber hier ein weitere» Ausweiche»»#5 so konnte er e« nicht verhindern, daß dw j* L Arme de« Wander-Missionar« NicodemuS Sa M um feinen Nacken schlangen, und dessen M* seine Wangen berührten.. sag' „Du bist überrascht, mein thmrer Bruver-.�z mit sanfter Stimme;„ich lese die U-berr� finden kl de eftpreuji' >chwemmlmi> indtag« jugf lcn in anist tbtilg eintnim wichen An lag ;ntömtgung M sifeln. Ztigt, wen»-ff )er Kultus Bentrag i Reichstage 'rochen Zeil V l acht Zagekj tischen t« n und em all, begegnet H wie die„ül« ShJra 0» e bruar. ie Titzun« l-> %% des Sei« lichendeganB ige, beir- W Straße zu M /ine sorgfältig ausgearbeitete Vorlage, welche auch die enzen der Thätigkeit dieses Beamten genau bezeichnet, nicht ?"r allgeme ne Andeutungen seitens eines Referenten. bdWk r �kinung sei keineswegs Gefahr im Verzuge und «».l? würde er empfehlen, den Antrag, wie er vorliegt, ab- '——» r-*n» k_ V. "rtJ«..f> vt �uiv|vv*vlir vvn wiv v*- wv- genau den aU Whntn, cvent. würde er sich dem Antrage auf Niedersetzung Ü?" gemischten Deputation anschließen. Stadtv. Dr. S ch u l z «nvetst darauf, daß er selbst die Kreirung einer solchen Stelle W» vor langen Jahren beantragt habe und bittet um An- �«e des Ausschußantrages. «tadtv. Singer empfiehlt den von ihm gestellten An« Er stehe der Kreirung einer solchen Stelle ganz sym- Im gegenüber, denn er halte fie in der That für noth« 2™®lg. Ader auch er müsse die Form bemängeln, denn die stete doch etwas übenaschend an die Versammlung entbehre der sorgfältigen, alle Punkte berückfichtigen- T Vorbereitung und die Versammlung stehe zur Zeit nur •pem Embryo gegenüber. Cr halte es nicht für richtig, erst x"« Stelle zu schaffen, oder gar schon nach einer bestimmten »n. auszublicken und dann erst darüber zu berathen, welche �stwtcit derselben zuzuweisen ist. j, Stadtv Dr. Horwitz schließt fich im Allgemeinen dem Nwdner an. Auch er hat das Gefühl, daß die Vorlage doch ?Wt an die Versammlung herangetreten und die Sache noch Ostwigs spruchreif sei. Er verlangt, daß eine so wichtige Mt besonders sorgfältig geprüpft werde, namentlich auch M der Richtung hin, ob es stch nicht empfehle, ein Berliner Hches Gesundheitsamt mit entsprechender Organisation zu Ifen. r,. Stadtv. Dr. Alexander Meyer: Was hier geschaffen wer- .lalle, sei nicht ein Medizinaideamter, welcher zugleich Mit« M des Magistratskollegium sein soll, sondern ein neuer «btrath, welcher zugleich medizinischer Sachverständiger h'.. Der Nutzen eines solchen für eine so kolossale Ver- rPing, wie die Berlins, liege klar auf der Hanv und er ss für gerechtfertigt, den Antrag des Etatsausschusses letzt anzunehmen, mindestens empfehle er den Antrag ltt. Wenn Stadtv. Horwitz die Sache noch nicht für Q'«eif erklärt, so treffe dieser Ausdruck nicht zu, fie Ostens für Diesen oder Jenen noch nicht spruchreif. -. Eladto. Gerth empfiehlt gleichfalls den Antrag des Aus« Es sei zu verwundern, daß dies« Sache noch immer -?�e Mitglieder überrasche, denn dieselbe habe fest dem 1855 zu den verschiedensten Zeiten die städtische Per- H beschäftigt. Nachdem auch Stadtv. Dr. Lang er Hans den vor« Maden Antrag empfohlen, konstattrt Stadtv. Singer, °kr Magistrat, trotzdem er in festen großer Anzahl zur -'Ue gewesen, fich über die ganze Angelegenheit vollständig 'iepen habe. Oberbürgermeister v. Forckenbeck daß ein Beschluß deS Magistrats noch nicht vorliegt, dahin ein MagifstatSmstglied fich auch nicht äußem tzj /Bei der hierauf folgenden Abstimmung wird der Antrag «vz�ller abgelehnt, der vorliegende Antrag des Etats« 'Wusses dagegen angenommen. * ;:iS fk o-n»*» w•• o•••- lisstr m„�f'eber unterbricht hierauf die Sitzung und eS findet Oberbürgermeisters v- Forckenbeck eine eldn,«,!�astliche Sitzung des Magistrats und der Stadtver« A»hlen s��?�wlung statt, behufs ver Vornahme von Ersatz« den Bezirk«. Aui----- �—------- � und der Stadtver« -,tQ.r�:.rv" Bezirkt- Ausschuß Berlin. Die Mitglieder der $nttQo v � verlassen bei diesem Wahlakt den Saal. Auf &ianL; ��dtv. Dr. Kürten wird die Wahl durch Mtali«�.. vorgenommen und eS werden gewählt: Zum Wr%%: Techniker Oscar Stephan; zu Stellvertretern: SMtlrÄ" �r- Darmstaedter, Maurermeister Carl Koch, Ge- oben-Kredi«�' Brömel, Direktor der preußischen Zentral- Nachdrm#��llschast M. Hermann. .«B. z».? dt« Sitzung wieder aufgenommen worden, referirt en, bet� � Namen« des betr. Ausschusses über die Vor- 'ße Anlegung von Straßen auf dem an der Linien« W«. Derlen Grundstucke der Berliner Schützengilde. Ohne oßuj awird folgender Beschluß gefaßt:„Die Versammlung C" sich damit einverstanden, daß die in dem der Vorlage ß,. J-p. Januar er. beigefügten Plane mit den Buchstaben A, JeiinÜ c- bezeichneten Straßen in den Bebauungsplan auf- werden mit der Maßgabe, daß die Straßen A. und Um,.0" der Berliner Schützengilde, respektive ihrem Rechts« als Unternehmer nach Maßgabe des Ortsstatuts II. Q v/19- März 1877 angelegt werden, zu der Straße C. aber S3U von dem Grundstücke Linienstraße 3./5. erforderliche Unentgeltlich abgetreten und ein Beitrag von 250000 Wa1,,»« den Kosten ihrer Anlage in 15 Metern Brette gezahlt "�"erii�»»rautosti aße——-........_ ""»n Fläche von ca. 154 Quadratmeier zu einem Preise **H i,.Mk. pro Quadratmeter, also zu einem Gesammtpreise ��50 M. einverstanden. h �be�r�ugesicht. Laß' mich hoffen, daß e» eine freudige S�chung ist." � z'und, NicodemuS Sanftleben, wa» führt Sie denn . zC°der wissen Sie denn, daß ich hier bin?" s'as".�dest mich an mit dem fremdklingenden„Sie", ? �« vergaßest Du denn, daß eine Stunde Bergvügen«, und leider auch gemeinsamen .„Mlf» � ewiger Freundschaft vereinigte?" St j).;' Freund Sanftleben, mach' Dich nicht lächerlich ?�asev Salbaderei mir gegenüber: bringe Deine «' eiii«»IIB' 0)0 Du Lust hast, sprich aber mit mir, wie , die« 5 Lewöhnlichen Menschenkinde. Wir kennen uns, � ko«! laß also Deine Reden ruhig bei Seite �1?" 8 uur lieber, wie Du erfahren hast, daß ich hier B�aftC fab�tte und mit einigen------------ ü�U �lfft ihr in den Wagen steigen. Meine "n Beartff t"un geschehe» ist, und da ich, wie Du Fi» S nicht m l"' auszugehe», so bitte ich Dich, mich stören; im Uebrigen wünsche ich '»Hb i» t Sammlungen eine große und reichliche 1 hl®' Kinat? Hindubekehrung den besten Erfolg." $ «Uhv» laß Ün! beisammen sitzen, wie alte, gute <■£? Ziemt plaudern mit einander, wie eL alten fr sj Stunden f;„s k.i„ stbr kostbc es? f***4**"1'11*«••••— 'ith �'Unb stnd hier sehr kostbar in Berlin. ?i!i> au';r 'SB' � Ä Es folgt der vom Magistrat ausgearbeitete Tarif der Einzelpreise für Arbeiten und Lieferungen bei Ausführung von Haus- und Dachwaffrr-Ableitungen pro 1. April 1885/86. Stadv. Weiß beantragt, den Tarif einem Anschüsse zur Vor- beraihung zu überweisen. Nach kurzer Debatte wird die Tarif- Vorlage unverändert angenommen. In der Burgstaße, nördlich der Königstraße, kann die Kanalisation wegen eines unter dem ganzen Slraßendamm vor dem ehemaligen Postgebäude, Burgstraße 7, befindlichen Kellers nicht verlegt werden. Da verschiedene Grundstücke der Kleinen Burgstraße vor Beseitigung dieses, bis zur Spree stch hinziehenden Kellers nicht entwässert werden können, stellt stch dessen Erwerbung als eine Nothwendigkeit heraus. In Folge dessen ist der Magistrat mit dem Justizrath Winierfeldt, als dem Bevollmächtigten der Eizenthümer, in Unterhandlung getreten. Derselbe hat stch bereit erklärt, den gedachten Keller gegen eine Entschädigung von 10 000 M. herzugeben.— Auf Antrag des Stadtv. Weiß II. beschließt die Versammlung, die Vorlage abzulehnen und den Magistrat zu ersuchen, das CnteignungSverfahren ein- zuleiten. Sodann erklärt fich die Versammlung damit einverstan- den, daß die städtische Park- und Gartendeputation die Unter- Haltung der im AusstellungSparke befindlichen Wege und Gartenanlagen, wie in der bisherigen Weise, so auch für die nächsten vier Jahre, vom 1. April 1885 an, gegen eine vom königlichen Kultusministerium zu zahlende Entschädigung von 10000 M. jährlich übernimmt. Hierauf wird die Beschlußunfähigkeit der Versammlung konstattrt und die weitere Berathung abgebrochen. Schluß der Sitzung 3'/, Uhr. Derselben wohnten feiten« des Magistrats bei: Oberbürgermeister von Forckenbeck, Bür« germeister Duncker, Eyndici Zelle und Eberty, Stadtschulrath Dr. Sertram, Kämmerer Runge, Stadträlhe Schreiner, Meu- brinck, Voigt, Löwe, Marggraf, Weise, HalSke, Wolff, Hagen, Krause, Kochhann, Stadthagen, Borchardt. K o k» l e s. Ein interessante« Treiben entwickelt fich auf den zahl- reichen Feldern in der Nähe von Berlin, wo die städtische „Auslehr", der„Müll" abgeladen wird. Test Einführung der Kanalisation ist die Müllfrage in ein ganz neues Stadium getreten, die meisten HauSbefitzer bewirken eine tägliche Ab« fuhr, und eine Anzahl Privatunternehmer und Gesellschaften find stets bereit, ihre Wagen nach jedem gewünschten Punkte zu senden, um die bekannten Eisenkasten entleeren zu lassen. Folgen wir beispielsweise einem solchen Fahrzeuge, daS seine Fracht unweit Reinickendorf abladet. Auf dem aus der Feme wüstenbaft erscheinenden Felde, welches von dem Eigenthümer für diesen Zweck besonders bestimmt ist, bemerkt man eine Menge recht staubig aussehender Männer und Frauen eifrig beschäftigt, den Müll zu untersuchen. Trotz der scheinbaren Regellosigkeit ist das Grundstück in bestimmte Gruppen ge- thetlt, welche von den einzelnen Suchern gepachtet find und in ihren Grenzen nicht überschritten werden dürfen. Jeder dieser Pächter zahlt an den Befitzer deS Feldes täglich 1 Mt. und erwirbt dadurch die ausschließliche Berechtigung, den Müll zu durchstöbern. Trotzdem derselbe schon von jenen, den„Päch- lern" sehr verhaßten„Hof-Naturforschern" untersucht worden, ist der Verdienst noch immerhin lohnend(?) und beträgt täglich mehrere Mark. Es spottet, wie die„Nat. Ztg." schreibt, aller Beschreibung, was die Müllbudoler finden und entdecken, brauchbare Messer, Gabeln, Teller, Gläser, Holz- und Eisen- waaren, künstliche Blumen, Tintenfässer, Federhalter, Knöpfe, Nähutenfilien, Kämme, Blumentöpfe, Strümpfe und Schuhe, Wäschestücke, Handtücher«. Wenn eS auch zu den Selten« heften gehört, daß fünf Hundert- Markscheine, deren Eigenthümer fich aber beiläufig später meldete, von einem Wagen aus der Georgenstraße mtt abgeladen werden, so ist der Fund von filbernen Thee- und Eßlöffeln ein sehr häufiger. In einem Gold- und Silderwaaren-Geschäft in der Chausseesstaße werden von wohl legitimirten und der Polizei als ehrlich bekannten Suchern fast täglich silberne Löffel oder Theile derselben zum Kauf angeboten. Ein Hauptfundobjekt bilden natürlich„Lumpen, Knochen und Papier"; als Kuriosum möge noch erwähnt wer- den, daß jeder Buddler nach beendetem Tagewerk auch ein , Säckchen— Seife zusammengesucht hat. j Von den Parlaments-Stenographen. Wie unendlich mühsam und verantwortungsvoll ist doch die Aufgabe der Par« | lament«-Stenographen, deren stilles, unverdrossenes, emsiges i Wirken so wenig Anerkennung, ja nicht einmal Beachtung l findet. Am Fuße der Rednertribüne stehend, über ihr Pust gebückt, folgen sie mit gespanntester Aufmerksamkeit den Worten deS Sprechenden, dürfen fich durch die größte Unruhe des Hauses, durch Beifallsstürme und scharfes Zischen nicht im Geringsten verwirren lassen und mit galoppirendem Bleistift haben fie in Strichen und Punkten einen Satz bereits auf dem Papier fixirt, wenn kaum das letzte Wort verhallt ist. Alle zehn Minuten werden die beiden Stenographen, welche die Rede mitschreiben, von zwei anderen Kollegen abgelöst und fie „So wirst Du mich doch nicht hinwegschicken, ohne auch Deinerseits einen kleinen Beitrag zu dem heiligen Werke der Mission zu leisten, und wenn Deine Reisekasse Dir nicht gestatten sollte, eine größere Summe zu diesem Zwecke zu verwenden, so wirst Du Dich wenigsten« durch eine Schrift dazu verpflichten?" „Ich sollte Dir einen MissionSbeitrag zahlen? Woran denkst Du!" „Ich meinte nicht gerade einen MissionSbeitrag, mein theurer Freund; sieh', ich bin arm und verfüge nicht über große Mittel,«S widerstrebt mir, meine Hand auszustrecken nach dem, wa» mir zu anderen Zwecken anvertraut wurde. ... Damit ich nun weniger Roth habe, wünschte ich selbst über eine größere Summ« verfügen zu könne», da glaubte ich, daß Deine Dankbarkeit... „Habe ich Dich nicht für den Dienst, den Du mir ge« leistet hast, anständig honorirt? Ich hoffe nicht, daß Du mich um weitere Belohnungen pressen würdest." „Für da», wa» ich geleistet, bin ich hinlänglich belohnt; da« habe ich au» Freundschaft für Dich gethan; doch dachte ich, die Nachricht würde wohl eine Gegengefälligkeit Deiner- feit» werth sein." „Mein Gott, NicodemuS, wenn ich erst da» Roden- burg'sche Vermögen in Händen habe, wenn ich ein reicher Mann bin, dem eS nicht darauf ankommt, ob er ein paar fiundert oder ei» paar tausend Thaler weniger hat, dann ollst Du anständig hoaorirt werden. Da» wird hoffent- lich nicht lange mehr dauern; dieser günstige Zeitpunkt ist �„Meinst Du, lieber Amberg?... Ich wünschte Dich eben in diefer Angelegenheit zu sprechen, um Dir zu sagen, daß Deine Aufsichten auf die Rodenburg'sche Erbschaft nicht nur sehr gering sind, sondern, wenn ich will, vollständig zu Wasser werden." „WaS!?" rief Amberg in gedehntem Tone, und die Gleichgiltigkeit, mit welcher er bis jetzt seinen Freund auf- genommen hatte, verschwand plötzlich.„Wa« schwatzest Du da, NicodemuS?"- „Schade daß Du gerade im Begriff bist, auszugehen I haben dann fünfzig Minuten, um da? aufgenommene Eteno- gramm zu übertragen. Dann heißt es, die haarfein gespitzten Bleistifte in der Hand, wieder von Neuem auf Posten ziehm. So vorzüglich find aber unsere Parlaments-Stenoaraphen ge« schult, daß, wenn die Sitzung z. B. um fünf Uhr Nachmittags geschlossen wird, schon um sechs der bis auf jeden Gedanken- strich exakte, übertragene Bericht vorliegt. Die strengste Kor- rektheit ist natürlich das erste Erforderniß für die Meister der Kurzschrift, welche die Reden mit der größten Gewissenhaftigkett wiedergeben müssen und denen ein Fehler sehr theuer zu stehen kommen kann. Nur eine außerordentliche Kaltblütigkeit, eine unerschütterliche Selbstbeherrschung ermöglichen es den Stenographen, in aufregenden, fiurmvollen Sitzungen mit der- selben Genauigkeit ihr Pensum zu absoloiren, wie bei stch schläfrig dahinschleppenden Debatten. Es erschien dem„B.-B.-C." interessant, die Redner unserer parlamentarischen Körperschaften zu ermitteln, welche den Stenographen die geringsten Schwierig- keilen bereiten, und diejenigen, welche ihnen die härtesten Nüsse zu knacken geben. Im Abgeordnetenhause sprechen am schnell« sten Ludwig Löwe, Professor Adolph Wagner, v. Minntgerode» Schorlemer-Alst und v. Meyer-Arnswalde. Am langsamsten spricht Windthorst, nämlich hundertundacht, ig Silben in einer Minute. ReichenSp erger mit seinem prononzirten Rheinländer- dialekr. Hänel, der die Stimme gegen Schluß der Sätze unge- mein stnken läßt, und Professor Virchow, der mit gleichmäßiger Tonlofigkeit spricht, stnd Redner, deren Erscheinen auf der Tribüne unter den Stenographen nicht weniger als freudige Sensation hervorzurufen pflegt. Bei den Stenographen am beliebtesten dagegen find Richter, Stöcker und Strosser. Im Reichstage sprechen am schnellsten Löwe, Bamberger, Woermann, Bebel, Grillenderger, v. Kleist-Retzow. Während aber die Herren vom Stenographenpult Bebel's Reden gerne mitschreiben, bereitet ihnen Bamberger's Organ manche heiße Stunde. Die Redner endlich, die im Herrenhause am schnellsten sprechen, find Kleist-Retzow und„König" Stumm. g. Der Kampf mit Queues und Elfenbeinkugel», welcher vier Abende hindurch in den Gratwell'schen Bierhallen auf dem grünen Tuch mit Ausdauer geführt, ist beendet. Der letzte Abend des BillardturnierS zwischen Peyraud-Rudolphe und Franz Etscher hatte den großen VereinSsaal biS auf den letzten Platz gefüllt. Etscher nahm seine ganze Kraft zu- sammen, denn er stand beim Beginn des Spiels auf 1682 Points, während Peyraud bereits 2200 Points markirte. Etscher machte am letzten Abende nicht weniger alS 806 Points, mehr also alS Peyraud. Aber waS halfS, er kämpfte für eine verlorene Sache. Um'All Uhr machte Peyraud den 3000. Ball und erntete damit ein donnerndes Bravo! Etscher konnte trotz seines meisterhaften Spiels, welches allseitige An- erkennung fand, nur 2484 Points verzeichnen. Die gespannte Aufmerksamkeit der Zuschauer wurde durch einen Zwischenfall unterbrochen, welcher eine große anhaltende Heiterkeit hervor- rief. Mitten im Spiel war von den Billardprofesseuren Kremser und Kaufmann ein Telegramm an Peyraud ringe- laufen, in welchem die beiden Genannten dem Peyraud zu seinem virtuosen Spiel gratulirten. Dieses Telegramm wurde von einem Herrn laut verlesen. Kurz darauf kam Peyraud zum Stoß und— ließ den Ball aus. Zu bemerken ist noch, daß auch daS zarte Geschlecht in der Person einer schönen Franzöfin am vierten Abend deS BillardturnierS vertreten war. Der nachfolgende Epielrapport illustrirt das Spiel des Abends. Es machten: Peyraud: 46, 30, 0, 0, 25, 0, 162, 0, 88, 4, 5, 0, 11, 4, 9, 0, 5, 15, 90, 38, 31, 114, 0, 140=- 800 Points, (dazu die 2200 Points der Vorabende, ergiebt 3000 Points); Etscher: 84, 23, 33, 8, 53, 59, 93, 113, 77, 155, 3, 16, 0, 18, 0, 3, 2, 12, 39, 6, 4, 4, 0= 806 Points(dazu die 1682 Points der Vorabende, ergiebt 2433 Points). a. Wegen bedeutender Diebstähle und gewervs- mäßiger Hehlerei wurden gestern die beiden in dem Mann- heimerschen Konfektionsgeschäft beschäftigt gewesenen Schneider D. und C. verhaftet. Der seit längerer Zeit von dem ge- dachten Geschäft mit der Anfertigung resp. Fertigstellung von Mänteln betraute Schneider D. batte stets ungehinderten Zu- tritt zu den Lagerräumen des Geschäfts, woselbst er häufig fertige Mäntel zur Kompletirung(Garnirung ic.) erhielt, welche er mitzunehmen hatte. Er fügte nun unbemerkt den ihm zugewiesenen Mänteln andere sehr werthoolle Mäntel, die in der Nähe lagen, hinzu und versteckte die entwendeten Mäntel so geschickt hinter den ihn zugewiesenen Mänteln, daß jene bei der stets vor der Entfernung des D. stattfindenden Kontrole nicht bemerkt wurden. In dieser Weise hat D. fortgesetzt seit geraumer Zeit jedes Mal eine größere Anzahl von Umhängen (Mäntel, Mantillen k.) entwendet und diese Waaren zu dem Schneider C. in der Neuen Königstraße gebracht, welchen er in dem M.'schen Geschäft kennen gelernt hatte- Der Schneider C. betrieb neben seinem Schneidergewerbe einen flotten Exporthandel mit Damen-Mänteln und Umhängen, und er nahm dem D. stets ohne Weiteres die gestohlenen Waaren zu einem Preise ab, welcher höchstens den vierten Theil deS reellen HerstellunaS- werthes der gestohlenen Mäntel ausmachte. Gestern wurde D. in dem Lagerraum des M.'schm Geschäfts in flagranti gefaßt. ich hätte gern mit Dir geplaudert, um Dir zu erzählen, wa» ich weiß." „Die Lust zum Ausgehen ist mir vergangen, der Schreck ist mir durch alle Glieder gefahren; sprich waS weißt Du?" „Ich weiß, mein theurer Freund, daß Rodenburg'S Sohn, jener O'Brian, nach welchem Du damals forschtest, der Verschwundene..." „Nun ja. ja, ich weiß— weiter." „Der bei Madras Gefallene..." •„Was ist'S mit dem?" „Er ist eben nicht bei Madras gefallen, er ist über- Haupt nicht todt." „Nicht todt?.... Wir haben die Beweise, daß er todt ist; ja«an hat seinen Leichnam gefunden, seine Briestasche, seine sonstigen Effekten; Alles ist im Besitz des alten Rodenburg; die untrüglichsten Beweise, daß er todt ist." „Und ich habe noch untrüglichere Beweise, daß er lebt, denn ich habe ihn gesehen, mit ihm gesprochen. Amberg starrte den Sprecher eine Weile an; dann sank er langsam auf einen Stuhl zurück, und blieb so mit weit aufgerissenen Augen und offenem Munde sitzen. Er wagte nicht zu stagen und fand keine Worte des Wider- spruchs. Sanftleben weidete sich eine Zeit lang an seinem Schrecken, dann nahm er gemächlich auf einem andern Stuhle fernem Freunde gegenüber Platz. „Du erlaubst,'daß ich mich setze? Oder wünschest Du, vre Stunden anders zu benutzen? In dem Falle will ich mich entfernen; ich will nicht aufdringlich fein, mein Freund." .„Spanne mich nicht auf die Folter. Sprich, willst Du mich absichtlich täuschen? Findest Du ein grausame» Be- Hagen daran, mich zu erschrecken?" Nikodemus schüttelte langsam und bedächtig den Kopf. (Fortsetzung folgt.) als et 9 Mäntel im Werthe von übet 300 M. entwendete und fich damit entfeinen wollte. D. läumte die fortgesetzt von iKm verübten Diebstähle ein und bezeichnete den C. als den Ab« nehmet dieset Waaten. Eine sofort bei C. vorgenommene Haussuchung führte zu der Feststellung, daß dieser nicht nur von dem D., sondern auch noch von anderen in demselben Ronfektionsgeschäft beschäftigten Schneidern für das von ihm betriebene Exportgeschäft Mäntel und sonstige DamemKon- fektionSartikel bezogen und diese Daaren fast durchweg für die Hälfte des reellen Werthes an auswärtige Abnehmer weiter veräußert hat. In der C'schen Wohnung find die da- selbst vorgefundenen Waarenvorräthe vorläufig beschlagnahmt worden. a. Ein dreister Schwindler. In einem in der Nähe des Dönhofsplatzes belegenen Hausflur bemerkte ein Lauf« bursche einen jungen Mann, welcher gewaschene aber nicht ge- plättete Wäschestücke vor fich ausgebreitet hatte und dieselben zählte und ordnete. Der Laufbursche machte von dieser Be- obachtung einem Schutzmann sofort Mitthellung, der den jungen Mann in dem bezeichneten Hausflur noch antraf, als er die Wäschestücke in zwei Bündeln verpackte. Der Beamte fistirte den Verdächtigen zur nächsten Polizeiwache, woselbst dieser fich als den Sohn der in der Alten Jakobstraße wohnen« den Frau Richter ausgab, welche ihn beaustragt hätte, die Wäsche zur Plätterin zu bringen. Da er aber den Wäsche- zettel mitzunehmen vergeffen, so hätte er in dem Hausflur die Wäsche gezählt und fich ein Perzeichniß derselben angefertigt. Obwohl diese Angade nicht unglaubwürdig erschien, wurde die angebliche Mutter, Frau Richter, zur Wache geholt. Diese vermochte den Festgenommenen als ihren Sohn nicht zu rekognoSziren, fie kannte denselben überhaapt nicht und stand zu den Wäschestücken in gar keiner Beziehung. Nunmehr gab der Bursche seinen richtigen Namen, Mayer, an, und er räumte ein, die Wäschestücke von einem Boden eines HauseS in der Taudenstraße gestohlen zu haben. Mayer ist gestern zur Unter- fuldungsdrst gebracht worden, und die Eigenthümerin der Wäsche ist inzwischen auch ermittelt und ihr die Wäsche wieder zugestellt worden. a. Da« Messer! Der Hellgehilfe und HauSeigenthümer A. in der Al-xandrinenstraße hat gestern Vormittag seine Ehe- srau lebensgefährlich verletzt.'A. befindet fich mit seiner bei ihm wohnenden Ehefrau im Ehescheidungsprozeß, und vor- gestern wurde in erster Instanz die Ehe getrennt. Gestern Vormittag gerieth A. mit seiner Frau, die in den nächsten Tagen eine andere Wohnung beziehen wollte, in der Küche in Streit und stieß ein großes Küchenmeffer in den Unterleib der Frau, welche sofort bewußtlos zusammensank. Die lebensgefährlich Verletzte wurde nach einer Privatklinik geschafft. Von der Festnahme deS A. wurde mit Rücksicht auf seine feste Woh- nung Abstand genommen. Der letztere Umstand erscheint uns bemerkenswerih, man nimmt doch sonst Leute wegen viel ge« ringfügiger Vergehen in Untersuchungshaft. & Eine Explosion fand vorgestern Nachmittag gegen 4 Uhr in der Gold- und Eilberwaarenfabrik in der Kronenftr. 28 im rechten Seitenflügel 1 Tr. stall. Eine zur Zuderellung von Sauerstoff dienende Retorte wurde mit chlorsaurem Kali und anderen zur Herstellung deS Sauerstoffes bestimmten Ingredienzien gefüllt und sodann über einer Gasflamme erhitzt, wäh- rend die entsteigenden Dämpfe in einen luftdichten Schlauch stiegen. Plötzlich phyte die Retorte. und eine so heftige Ex« plofion fand statt, daß die in dem Räume befindlichen Gegen- stände größtentbeils zettrümmett wurden. Dagegen find zwei daselbst beschäftigt gewesene Arbeiter nur leicht am Halse resp. an einem Finger verletzt worden. Ein schwerer Unglücksfall ereignete fich gestern Vor« mittag auf dem Stetliner Güterbahnhof. Beim Rangiren eines Güterzuges gerieth der Arbeiter Ärlt anscheinend durch eigene Unvorsichtigkeit derart zwischen die Puffer zweier in Bewegung befindlicher LowryS, daß ihm Brust und Arme fast vollständig zermalmt wurden. Bewußtlos wurde der Per- unzlückie unter den Wagen hervorgezogen und nach dem Lazaruskrankenhause geschafft, woielvst er bereits im Laufe des Vormittags den erlittenen schweren Verletzungen er« legen ist. N. Die Leiche eine« Ertrunkene», der mit einem der Opfer deS Eisspotts identisch zu sein scheint, wurde gestern Vormittag 11 Uhr an der Lchöneberger Brücke auS dem Land« wehikanal gezogen. Die Leiche, die schon längere Zeit im Waffer gelegen haben muß, war bereits so weit in Verwesung übergegangen, daß eine genaue Rekognoszirung wohl kaum noch möglich sein dürfte. Aus polizeiliche Anordnung wurde die Leiche nach der Morgue geschafft. Gerirkts- Rettung» Wege« Ueberbürdung. An zwei Krücken gehend und von zwei Männern gestützt, nahm gestern der Weichensteller tolenz auf der Anklagebank Platz, um fich vor der ersten trafkammer am Landgericht Ii. wegen Gefährdung eines ErsenbahntranSpottS zu verantworten. Der Angeklagte war an der Kreuzung der Görlitzer Bahn mit der Berliner Ring« bahn(zwischen Rixdorf und Treptow) angestellt. Am 29. August v. I. emgleiste an dieser Stelle ein Zug, außer dem Tender wurden mehrere Wagen aus den Schienen ge» rissen und beschädigt. Die Beweisaufnahme ergab mit ziem« licher Sicherhett, daß der Angeklagte eine Weiche nicht gestellt und damit das Unglück oerschuldet hatte; fie ergab aber auch, daß der Angeklagte so sehr mit allerlei Funktionen überbürdet war, daß der Gerichtshof die Niedrigkett der erkannten Strafe — eine Woche Gefängniß— ausdrücklich mit der ,,thatsäch- lichen Ueberbürdung" mottvirte. Der Verultheilte ist seit jenem Unfall durch Gicht und Rheumatismus zum vollständigen Krüppel geworden. Zwei gegen den PostfiSk«» resp. gegen die dienst» habenden Beamten verübte Diebstähle gelangten gestern in der Verhandlung gegen den ftüheren Posthilfsboten Carl Adolph Emil Kretschke zur Kenntniß und Prüfung der ersten Strafkammer hiesigen Landgerichts l. Der noch sehr jugend« liche Angeklagte wurde am 19. Januar er. auf dem Postamt in der Krausenstraße dabei abgefaßt, als er von einem Zahl- breit einen Fünfzigmarkschein eskamotirte. Der Postasststent Schulze hatte nämlich dehufS Uedergabe der Kasse an seinen ihn ablösenden Kollegen die verschiedenen Geldsotten üdnstcht- lich aufgestellt und hatte, auf seinen Ablöser wartend, dem Zahlbrett auf wenige Augenblicke den Rücken gekehrt. Diese kurze Zett hatte der Angeklagte zu dem Diebstahl benutzt. Als« dann räumte der abgefaßte Verbrecher ein, am 29. Dezember pr. in gleicher Weise auf dem Postamt 41 dem Postsekretär Härtung vom Zahtdrett 5 Zwanzigmarlstücke entwendet zu haben. Der Angeklagte entschuldigt seine ehrlosen Thate« mit dem Drucke, unter welchem er fich durch seine Schulden be« befunden habe. Die 100 M. seien auch zur Bezahlung der« selben benutzt worden- Der Gerichtshof verrntheilte den Angl klagten nach dem Antrage des Staatsanwalts zu vier Mo« naten Gefängniß. -v. Weil er gerne heirathen wollte. Präfident der 27. Abtheilung deS Schöffengerichts zum Angeklagten, dem Schuhmachergesellen Joseph Dubowr:„Angeklagter, Sie find zwar noch nicht bestraft, aber was Ihnen zur Last gelegt wird, ist eigentlich recdt arg. Sie haben Ihrem Schlafkollegen, dem Schuhmawergesellen Paul seine ganzen Ersparnisse in Höhe yon 220 M. gestohlen, das räumen Sie ein, nrcht wahr?" Angekl.: Jawohl, aber ich gedenke ihm daS Geld wieder zu geben, wenn ia> dereinst mein Erdtheil ausbezahlt erhalte. Präs-: So, das find für den Bestohlenen ja nette Aussichten. 3iun sagen Sie mal, was hat Sie zu diesem perfiden Streich veranlaßt? Angekl.: Weil ich gerne Heirathen wollte. Präs.: Was? Sie wollen heirathen und stehlen fich die Mittel dazu? DaS ist mir auch noch nicht vorgekommen. Haben Sie denn aeheirathet? Angekl.: Jawohl. Präs.: Wann? Angekl.: Vor ungefähr 14 Tagen. Präs.: Nun da werden Sie wohl Ihre Flitterwochen in Plötzensee zubringen müssen. Und so kam es. Der junge Ehemann, dem der Präfident vorhielt, daß er keine Spur von Scham im Leibe habe, weil er fich auf so ungewöhnlichem und sttafbarem Wege die Mittel zu seiner Hochzeit verschafft, soll auf 3 Monate ins Gefängniß wandern. — Vor dem Schwurgericht zu Ratibor gelangte dieser Tage ein Prozeß gegen eine Bande von Zigeunern zur Ver- Handlung, welche fich eines mehrfachen, mtt enormer Frechheit ausgeführten Straßenraubes schuldig gemacht hatten. Die Angeklagten heißen Josef Bunanski, Anton Krause, Josef und Franz PawlowSli- Sie hatten es hauptsächlich auf des Abends aus ihrer Arbeit heimkehrende Arbeiter abgesehen. Am 4 Oktober v. I. haben fie in 11 Fällen in der Gegend von Kiefer« städtel und Pilchowitz und zum Theil an der Gleiwitz-Ryhniker Chaussee unter Anwendung von Gewalt, und während fie Waffen, nämlich Messer und Aexte bei fich führten, mehreren vorbeipasfirenden Personen zahlreiche Sachen weggenommen. In der Hauptverhandlung gestanden fie nur einen geringen Theil der inkriminitten Handlungen zu. Josef PawlowSki will überhaupt nicht am genannten Tage in Gesellschaft der anderen Angeklagten gewesen sein, vrelmebr im Zigeunerlager bei Kriewald krank gelegen haben. Die als Zeugen geladenen Beraubten bekundeten sämmllich, daß fie an jenem Tage— es war ein Sonnabend— ihr Wochenlohn in Beträgen bis 18 M. und Mundvorräthe bei steh gehabt hätten. Sie hatten den Weg thettS einzeln, theilS in Trupps bis zu fünf Personen angetreten, und find so von den am Wege lagernden Zigeunern überfallen, mit Stöcken, Messern»c gemißhandelt, ihrer Habe beraubt und demnächst laufen gelassen worden, während fich die Räuber immer wieder von neuem auf arglos nach« folgende Trupps warfen- Theilweise find die Räuber auf energische Gegenwehr gestoßen- Der größte Theil der Angefallenen hat mehr oder weniger bedeutende Stich« und Schnittwunden, welche die Behandlung im Krankenhaus erfordert haben, davon getragen, lieber das Resultat der Verhandlung berichtet der„Oberswles. An;.": Der Vertreter der Staatsanwaltschaft plaidirte auf Bejahung der sämmtlichen Schuldfragen und Verneinung der Fragen nach dem Vorhandensein mildernder Umstände. Die vier Ver« theioiger sprachen sämmtlich zu Gunsten der Zubilligung mil- dernder Umstände, welche namentlich in dem so niedrigen Bil- dungsgrade der Angeklagten, als Zigeuner, liege. Die Geschworenen zogen fich zurück und benethen 3'/i Stunden. Das Verdikt lautete auf Bejahung der Schuldfrage und Ver« neinung der Frage nach dem Vorhandensein mildernder Um- stände: gegen Joseph Burianski wegen Sttaßenraubes und Körperverletzung in 9 Fällen, gegen Anton Krause wegen Straßenraubes und Körperverletzung in 7 Fällen, gegen Joseph Pawlowski wegen Straßenraubes und Körperverletzung in 7 Fällen, gegen Franz Pawlowski wegen Straßenraubes und Körperverletzung in 8 Fällen, im übrigen aber auf Nicht- schuidig. Die königliche Staatsanwaltschaft beantragte, indem fie für jeden Fall als Einzelstrafe 8 Jahre Zuchthaus einzusetzen bittet, gegen alle 4 Angeklagten auf eine Gesammtstrafe von 15 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und Zuläsfig- (eil von Polizeiaufstcht zu erkennen. Von Seiten der Ver- theidigunz wird nichts m hr angeführt. Der Gettchtshof er- kannte gegen Joseph Bmranski auf 15 Jahre Zuchthaus, gegen Anton Krause auf 14 Jahre 6 Monate Zuchthaus, gegen Joseph Pawlowskr auf 14 Jahre 3 Monate Zuchthaus, gegen Franz Pawlowski auf 14 Jahre 9 Monate Zuchtbaus und Ehrverlust auf je 10 Jahre und Zuläsfigkeit von Polizeiaufstcht. In dem Prozeß Janssen« und Genossen, welcher am 2. k. M. vor dem ReichSgerichtshofe zu Leipzig beginnen soll, wird während der ganzen Dauer der Verhandlungen die Oeffentlichkeit aus�eici loffcn wollen. Nur der Tenor der Ent- scheidung wird öffentlich pubiizirt werden. Die Verhandlungen, zu denen zahlreiche Zeugen, namentlich auch viele Militär- Personen geladen find, werden etwa vier bis fünf Tage in Anspruch nehmen. Es handelt fich in diesem Hockverraths- Prozeß um die seitens des Angeklagten angestellten Versuche, durch Besteckung preußischer Militärpersonen Kenntniß von sekreten Organisationen der Armee, und zwar zurächst in Bezug auf den MobilmachungSplan des achten ÄrmeerorpS zu erlangen. Diese Spionage soll, wie mtt Bestimmtheit verlautet, ihre Veranlassung in Frankreich gehabt haben. Sostotes UttÄ Arbeiterbewegung. Die unsinnigen Verschwendungen der römischen Plutokraten find allen unseren Lesern in der Schule zur Ge- nüge geschildert worden. Heber dm Luxus im Altetthum ent- setzt man fich, über den vielleicht noch schlimmeren Luxus in der Gegenwatt steht man mit großer GemüthSruhe hinweg. Oder stehm folgende Mittheilungen über die Ausgaben der Eszterhazy'S, der ungarischen Magnatenfamllie, etwa hinter den fabelhaftesten Bettchten aus der römischen Kaiserzeit zurück? Ein Eszterhazy ließ für viele Hundetttausende ein Theater er« bauen, welches dloS für eine einzige Vorstellung destimmt war, ein Anderer legte auf dem Dache seine« StammschloffeS zu Eszterhazy einm Fischteich an. Bekannt ist, daß ein Eszter- hazy in PariS ein auf 500,000(?) Franc» bewendetes Pferd niederschoß und sofott bezahtte, blos well der Eigenthümer meinte. eS sei zu theuer für einm ungattschen Magnatm, eben so, daß derselbe Fürst seine Jagdhunde in einem Hotel in Champagner baden ließ, weil doit einige Kavaliere Cham« pagner tranken und davon zu viel Aufhebens mackten. Der jetzige Graf Tafftto Festetics weicht von seiner Väter Tradttion nicht ab- Ganz gering angeschlagm, belief fich der Wetth der Güter, welche Graf Tasstlo Festetics von seinem Vater erbte, auf drerßrg Millionm Gulden und sein jährlickes Einkommen beträgt IV, Millionm Gulden. Graf Tasstlo FesteticS verfügt erst seit emem Jahre frtt über dieses ungeheure Vermögen und schon begmnt man die Tage zu zählen, da er unter Kuratel gelangen wird. Er baut in Keszthcly ein Schloß; dasselbe hat bereits d.e Summe von drei Millionen Gulden verschlungen und ist kaum brS zur Hälfte fettig. Sein Hofstaat ist nicht wenrger glänzend, als der eines kleinen Fürsten, und auf allen ungarischen Bahnen hat er einen eigenen, fürstlich eingerichteten Pferderacen vertreten. Kurz Graf Festetics lebt wie ein Mann, welcher nicht dloS sondem mindestens 10 Millionen jähr« lich zu verzehren hat. borme Herzogin von Wie bequem fich seine Gattin, eine ge« Hamilton, das Leben eingerichtet hat, Wo immer die in Budapest lich wird ochquell- asser am für sie von Wien auS ein Faß mit waiser� abgeschickt, da ihr dies im Lande nehmen eme bedrohliche Gestalt an. Der Streik der vn Tag find~ herabzusetzen; von 2 Frcs. 75 Ctm. per xag find fie buf °us dem" An, wer Streik bekannte Fauvsaur�d?�!!. Folg! desselben aus Frankreich vettrieben, fich in WasmeS, imb (tischen Kohlenrevier, niedergelassen hat und jetzt eine fiebeffS Tbätigkett entwickelt. In dem Hauptorte, Cumes, wie in» Dörfern veranstaltet er zahlreiche Versammlungen, in dew«5 dm Arbeitern ihr Elend vor Augm fühtt, rhre AuSbelB durch die Bergwerksbesttzer darlegt und fie„zur Einigkeit« damit zum stcherm Siege" auffordert. Auf dem Platz:* Cumes hatten fich gestern 1000 Arbeiter versammelt, die � Fauviaux Führung die Fortdauer des Streiks und seine wei«-- Ausbreitung in den beiden anderen Kohlen-Zentren des A im Basfin von Charlerot und deS Cemre beschloffen. F» Wrl. DU Thal fürchtet man auch hier das Ausbrechen des Streiks! 1 Basstn von Charleroi hat die Arbeitseinstellung bereits gönnen. In der Hauptstadt selbst gäbtt eS unter den« schättigungslosen Arbeitern bedenklich. Zwar hat die libnb Preffe zu ihren Gunsten schon 45000 FrcS. gesammelt, aber» allgemeine Krifis drückt zu sehr auf die gesammtm mateck«... Verhältniffe, und so fehlt es durchweg, um die Lage der Arbe« Menen I zu bessern, an Arbeit.— Täuscherl nicht alle Anzeickea.'%len ist, gehen wir wiederum einer allgemeinen europäischen Krifis# Monomen Zum Pariser Roth stand. Herr Michelin und drei D � Kollegen haben im Pattjer Gemeinderath einen Antrag(Wj j bracht, der dahin geht, das Parlament aufzufordern, bflV. durch ein besonderes Gesetz den Friedensrichtern das u ein theile, während der Dauer der Handel«- und inoufiri««'AtN B ö Krise den Geschäftsleuten, Handwerkern und Arbeitern, F jährlich z außer Stande find, ihren MiethszinS zu bezahlen, �haltene S selben n a ck z u l a s s e n. Die Urheber dieses Antrages K»»zutheilen ff cd»ur Bekrättiauna ihrer Dbeie rnif hie Art. 17fi9 und I1 Hl engUfebe % auch auf einen Präzedenzfall: Die Regierung habe im unti 1871, gestützt auf die eben erwähnten zwei Artikel, ein eingebracht, das die Friedensrichter ermächtigte, den M der Hauptstadt den Zins ganz oder theilweise nachzulaffe»- Niedergang der Tnchiuduftrie in Schwtebo». � Ueberhanvnabme des Verbrauchs von gemust:ttm Stoffe" P der glatten Tuche zur Bekleidung bat in den altm Sitze" Tuchindustrie, soweit fie nicht zur Slofffabrikation üb'igeK find, eine schwere Sckäoigung des Geschäftsbetriebes d»»- rufen. In Sckwiedus werden in de» meisten FabrilbV, Hälfte der, ja sogar drei Viertel der Arbeiter entlaffe",- des dürgerlickm Gesetzbuchs, welche ibrer Anfickt nacb füs? � ........-. le�&jar und Handwerker� geschehen wissm möchien. Sie berufet!. ntlaffttfc, u D abrik wird sogar bis auf Weiteres ganz geschloffen.% I r«" ...... die Beswgniß�. �«rresiubl Zuschrift an die„Franks. Post" wird smochen, daß Schwiebus ganz aufgört, Tuchfadrikatioi sein, wenn fich die Fabrikanten nicht entschließen, zu eins dem Fabrikation uberzugehm oder neue Adsatzquellen ge*� Auf daS Letztere ist nicht zu rechnen, vielmehr gehe" mehr Länder für den Tuchabjatz verloren. Belfort bei Oldenburg, 24. Februar. Trotz all« ragender Bauthätigkeit ist hier an kleineren WodnungP immer recht großer Mangel- Nun sollen, nach VofttW,«i ~-----■ oben herab, die Oberwohnungen der Wersthäuser ja Familien vermiethet vermiethet werden und so sehr mP m in sanitärer Beziehung mit dieser Maßregel elnvetsto"�: kann, so muß man doch bei jetziger WohnungSnoch&(, Wo sollen die Familien hin? Sind dieselben auch W& w bei einem Lohne von M 2,10 im Wmler und M hxt Sommer wie ihn hier ja zahlreiche Familienväter# Wohnung für mindestens 45-�60 Thaler bezahlen z» 2 5< Wir müssen entschieden mit Nein! antworten so viel detonten Arbeiterfreundlichkett und Fürsorge Wohl derselben, sollte man doch erwarten, daß man# 0 Linie von ohen herab Fürsorge tteffen würde für Bes°>V? von Arbetter-Famllienwohnungen, und nicht wie das IM schieht, den Familienvätern einfach kündigen, und s?�> bei dein absoluten Mangel an paffenden Wohnu>gifl .......... Wenn a«n dastr, U ..in, beiterfamilien auf die Straße werfen daß fich der Ardeiter ein gutes und billiges Heim könnte, damit er nicht, wie dies jetzt häufig der Fall}£ r feine Erholung nur auf das Wuthshausleben angewuiM würde man fich jedenfalls mehr Sympathien erweibM: eher den Glauben an die Arbeiterfreundlichkett der Rw � stärken, als durch Anstellung von besonderen Bea"»� Ausschnüffelung der polttischen Gesinnung der Arbeits J Leipzig. Der Fachverein der Schneid� verwandten Beiufsgenossen für Leipzig und Umgegen°�fp in seiner Generalversammlung vom 19. Januar zum Zeniralverband der Schneider und vk'wandl* V y genoffen Deutschlands. Trotz aller Bemühungen%% indeß nicht, dielen Beschluß auszuführen, da die bi'.iz � Hörde ihre Genehmigung versagte, auf Grund des># sächsischen Vereinsgesetzes, welcher lautet:„VereljjL iw Zweck fich auf öffentliche Angelegenheiten bezieht,' dann Zweigoereine bilden und sich mit anderen-i-'" VWIIIl VUWil UIIW um UIIWVU'» 7� et C»1.4 Verbindung setzen, wenn fie das Reckt der Kö-pers«?/. baden und ihnen jene Rechte ausdrücklich mtt«Ft»»«»ck find." Somit ist es entschieden, daß wir in Sackst* besten Willen uns dem Zentralverbande nicht ansck��i nen und fern bleiben müssen. Jedoch gewähren«»' gereiften Fachvereins-Kollegen Unterstützung.... avak« � Dublin, 23. Februar. Streik. Sämmtlicke-rF Ouai-Arbeiter des hiesigen Hafens streiken zur üst* g)#» ...... emfzfdg zun» der Verweigerung emer Lohnerhöhung von»-.. pro Tag. Die Zahl der Streikenden beläuft st® 2000 Mann. Es liegen über 30 Schiffe im Haft« Theil unentiaden..etti*1«! Liverpool, 23. Februar. Zwölf Arbeiter Ht y Zwölf Ardetter, weiche an der Ausbesserung eineS Förth Bridge beschäftigt waren, ettranken dadur Gerüst, auf dem fie arbeiteten, durch die Flut m � � riffen wurde- Sieben Leichen find bereits auustj�lü' meisten der Männer waren Familienväter und v Fcau und Kinder im größten Elend.««.ate»- J Einwanderung in den Bereinigte« Gesammtzahl der im Jahre 1884 von auslandMu. gZZ, � Ztewyork angekommenen Personen belief fick auf girtickäj von 330 030 nie vorher in Amerika waren- Sc» 1873 1874 1875 Ii 1879 K Im Jahre 1884 wurden 321 172 0®"?} 'm Kastle Garden gelandet. Von diestr SÄ aus Deutschland. 39906 aus Irland, 32080. 16 722 aus Schweden, 9942 aus Norwegen, i„jqo$1 12 432 aus Rußland. 7237 aus der SchwH�ta�jW tot aus muBiano, itoi aus un mark. 7093 aus Böhmen. 3029 aus den auS Schottland, 3731 aus Oesterreich �(Ai auS Schottland, 3731 aus Oesterreich 5. � IS aus aus Ungarn, 242 aus Luxemburg, Spanien, 72 aus der Türkei und 3104 Während des letzten Jahres wurden IUI ihrer resp. Heimath zurückgesandt.-«n sonders auffällia die aam enorme Zahl der beuliV>< Si-ttO Verantworttrcher Redakteur«.«ronhetm in Bcrtm. Druck und von»ax vadtog m Berlin SW„ Beuthstraße 2. asm?S, Imk eine ficbndi! ies, wie in» cn, in dennii hre AuSbeuI« ir Einigkeit H dem Platz: K lmelt, die iß* nd feine tren des iia"' »loffen. Zn 1 es Streik; mg bereits unter den hat die lib »mmeit, aber! nten makr ijfte der Arl : Anzeichen� Ithen Krifis" und drei f«i i Antrag ei ordern, dal r das Recht rv in ZU Beilage zum Berliner Bolksblatt. Sonnabend, den 28 Februar 1885. n. Jahrgang. ÄTOS«- cht nach füf! e Geschäfts� ie berufen" habe im 'len&K' rachmlaise»'. wiebos. 6 m Stoffe" y Iten Sitze" n üb'rgega«, ciebes be-r� in Fabnl">� entlaffm� offen.% sSi t, zu("tu teilen g(%i ir gehen � itz aller K obnung� Snoth Cine Ardeiterwohnuug. Die Untersuchung der sozialen Verhältnisse in ver- ' enen Jndustrieen und Gegenden unserer modernen Jten ist eine Lieblingsaufgabe unserer jüngeren Ratio- Monomen geworden. Un er all den zahlreichen hierher i�igen Arbeiten ist unbedingt mit in erster Linie zu , im die soeben erschienene Schrift von Dr. I. S i n g e r: "tersuchungen über die sozialen Zu- '»de in den Fabrikbezirken des n o rd ö st« rd rnounm1"] n Böhmen. Wir kommen auf diese Schrift noch Arbeitern, J�sührlich zurück, und begnügen uns für heute, eine darin bezahlen,� Miene Schilderung eine« Trautinauer ArbeiterhauseS %theilcn. Die entsetzlichsten WohnungSgräuel, die unS ? mgiischen Enqueten bekannt sind, übertreffen die Zu- «de nicht, welch« Dr. Singer vorfand, als er in der Be K t Y 9* oigf f e das>' und sch »t gen vü jA safMM jcim _„ des Trautenauer Polizeikommissärs und zweier �«rrm unterstellten Wachtleute einen nächtlichen ForschungS« �..unternahm. ,«Dieser Besuch fand am 11. November 1883 nach % Abends statt, weil wir annehmen durften, daß wir diese Zeit fast Alle daheim und schlafend antreffen Wir fanden das HauSthor ünversperrt, wie dm«eisten dieser Häuser, da sich in denselben etwa» findet, was die Lüsternheit der . weckt. Durch da« Hausthor traten wir in r.«it Lehm belegte schmale Flur, in welcher da» Vor- fiUen durch die offenstehende Thür der rechts gelegenen T'erreslube gehemmt wurde. Schon in dieser Flur fühlte jW im Athmen beengt durch die scharfen und ekel- . l»n Ausdünstungen des links gelegenen Abortes, ».'.einzigen im ganzen Hause, da« 63 w' fönen Unterkunft bietet. Und als wir 2*? durch die offenstehende Thür in« Zimmer traten. k.. ich von einer so ernsten Uebelkeit befallen, daß ich Innige Minuten da« Freie wieder aufsuchen mußte; wl»ie Dünste, von denen dieser Raum erfüllt war, �"M alz wahrhaft mephitisch(erstickend) bezeichnet wer- Dos Zimmer von nur 15,2 Meter im Gevierte etwa 3 Meier breit und 5 Meter lang) enthielt ein L gewöhnlichem Umfange, in welchem eine aus Witviduen(drei Erwachsenen und zwei klemen Km- �bestehende Familie g. lagert war; die übrigen neun ,5f°nen beiderler Geschlecht« lagen Jung und Alt, dreht Kid,! e.lRand« schlafend unmittelbar auf dem harten, selbst ihren �.�roh belegt, n Estrich. All« ruhten hr« rn »net �'��erlumpten Kleidern, ohne den Schutz rrgend MiMSSM WOSWKSW» Antritt in den soeben geschilderten ersten Raum ver- yM wir ein Stöhnen in dieser Doppelreihe von Schla- fc/»- als ob jedem derselben ein Alp auf der Brust läge. alte Frau, welche der EingangSthür zunächst gelagert 2 Und dre unser Eintreten geweckt hatte, gab mir auf C« Frage, weshalb die Thüre zur Flur offen stehe, dre L�ott;..Weil wir sonst leicht beklemmt werden.' In Stube war nicht ein Schrank oder ein sonstiger , chülter. jn welchem man auch nur die kleinste Hadseltgkett liih' uusbewahren können, auch nicht ein Glas Til asser n% Labetrunk, keine Vorrichtung zum Waschen ei.�u. aus unglasirtem Thon« konstrmrten Ofen stand «r��gitterte Laterne, deren Talgkerze aber der HauS- !ief.t n. Fußboden aufmerksam, wo e« von allerler Unge- Ä."& r: sä,» meine Fußbekleidung mit Petroleum be- den schmalen Gang, von welchem bereit, die Wr. gelangten wir in die zweite Stube, welche vor m m« �rnrnäsm "fe i Jb"?? zuw W K 0 5 K rjlff� I und Flüche ob der nächtlichen Störung. Und als die Aermsten über den offiziellen Charakter des Besuches durch die Anwesenheit deS Polizeikommissärs sich klar zu sein ver- meinten, erhob sich ein Bitten und Wehklagen:„Wir werden doch nicht ausgewiesen werden, jetzt im Winter, wo wir unS anderwärts gar nicht» verdienen können!" Run hörten wir Jemanden eie hölzerne Treppe herauftappen, und herein durch die Thür« wankte ein verwahr- loste« Individuum, welches den widerlichsten Fuseldunst verbreitete und, durch den Anblick deS Polizei- kommissar« ei« wenig ernüchtert, unS anglotzte. „Wollt ihr mich wieder mitnehmen?" lallte der Trunkene den Amtspersonen zu. Als ihm mein Begleiter sagte, er möge nur ruhig schlafen gehen und nicht wieder sich so be- trinken, warf er sich ohne Auswahl deS Platze« zu Boden, unbekümmert um die ZorneSrufe der durch seinen Fall uu- sanft Getroffenen. Im Kellcrraume, der nichts weiter als eine feuchte, dumpfige Erdhöhle ist(1,85 Meter hoch), in der so wenig w e im Bodenräume ein Ofen sich befindet wird der pein- liehe Eindruck noch durch das Düstere der Räumlichkeit erhöht. Als ich fast betäubt von den fürchterlichen Sinne«- und Seeleneindrücken wieder ins Freie getreten war und unwillkürlich in die Worte:„Entsetzlich, entsetzlich!" aus- brach, sagte mein Begleiter:„Da» war noch nicht daS Aergste, was hier zu sehen ist. Ich habe Entsetzlichere» ge- sehen; denn während einer meiner Untersuchungen betrat rch eine Arbeiterstube, in welcher inmitten von 15 Stubengenossen eine Wöch nerin, ein Typhus tranker und«in tobte» Kind vor mir läge n."-- In der That entsetzlich! Dolitiscke Nebersirkt. Die Ein- und Durchfuhr von Schweinen au« Oester- reich-Ungarn ist jetzt auch von der s ä ch s i s ch e n R e g i e r u n g verboten worden, und»war„mit Rückficht auf neuerliche Vor- kommniffe und im Anschlüsse an die von der königlich preußi- schen Regierung verfügte gleiche Maßregel". Für den kleinen Grenzverkehr bleibt jedoch den Bewohnern von sächfischen Grenzorten nachgelassen, zum Schlachten bestimmte Schweine auS böhmischen Grenzorten bis zu zwei Stück nach Sachsen einzuführen.— Was die von England auch über Schafe verhängte Sperre betrifft, so schreibt man der„Old. Ztg." aus Budjadingen in Oldenburg: Da« englische Verbot der Einfuhr von Schafen aus Bremen und Hamburg hatte hier schon Besorgniß hervorgerufen, da wir mit unseren Schafen mehr oder weniger auf den englischen Markt angewiesen find und zudem hier viele Schafe in Butjadingen find, man fich also auf die Zucht legte. Um so viel erfreulicher wirkt nun die Nachricht, daß das Verbot fich nur auf Hamburg und Bremen erstreckt, und Schiffe mit Schafe au« hannoverschen und olden- burgischen Häfen zugelassen werden. Jn diesen Tagen ist we-> nigstenS ein Schiff mit Schafen auS dem Hafen Geestemünde abgegangen und nach einer telegraphischen Depesche ist dessen Ladung in Englanv nicht beanstandet worden. Oesterreich- Ungarn. Die österreichisch-ungarische ZoUkonferenz hat, wie die„Polit. Korresp." meldet, zu voller Uebereinstimmung ge- fübrt. Den Anträgen Ungarns gemäß wurde die eventuelle Zollerhöhung auf Getreide. Mehl und Malz bis zur Ziffer der in Deutschland dafür in Ausstcht genommenen Erhöhung an- genommen. Ebenso wurden die österreichischerseits beantragten Zollerhöhungen auf eine große Anzahl von Jndustrieartikeln, darunter Wollwaaren, akzeptitt. Die Erhöhung der Eisenzölle war nicht Gegenstand der Verhandlung. Franrreich. In PariS fand eine Versammlung statt, die zu dem Zwicke einberufen war, eine Verständigung zwischen den Etu- denten, welche vor Kurzem beim Leichenbegängniß Balle 8 fich in chauvinistischen Unthaten ergingen und den Thei nehmer� an diesem herbeizuführen. Die Versammlung verlief indeß so tumultuarisch. daß der beabfichtigte Zweck nicht erreicht wurde. — Das chauvinistische Geschrei dieser unreifen Jünglinge scheint indeß der Regierung gerade recht zu sein, denn nach einer neuen Meldung hat der Minister des Innern es nun doch für nöthig erachtet, die vier deutsch,» Sozialisten, welche in dem Leichenzuge JulcS Vallös' figuritten, auszuweisen. Wie der Minister des Innern im heutigen Kabinetsrathe mit- thMe, hat die Polizei drei derselben verhaftet, während der vierte�enttomimm�sst.ch�n„Tempi" werden in die Niederlagen vou Shanghai im Allgemeinen jährlich eine Million Pikuls Reis(1 Pilul ist ungefähr 60 Kilogramm) eingeliefert, wovon 400000 in de« Provinzen der beiden Ktang Shanghai und man hatte bereits alle Vorkehrungen getroffen, um dieselben nach dem Norden zu verladen. Grofsbritannie«. In beiden Häusern deS englischen Parlaments zankt man fich gegenwättig um TadelS-Anträge gegen die Politik des Ministeriums Gladstone. Im Unterhause hat der konservative a tÄS aeben die Jrländer bei der Abstimmung den Ausschlag, an ibnen wird eS liegen, ob der TadelS-Antrag angenommen oder verworfen wird- Sollte der Antrag zur Annahme gelangen, die Debatte wieder vertagt worden. aMsmeutsderiekte. Herrenhaus. 7. Sitzung, vom 27. Februar, 11 Uhr. Am Ministettisch v-Puttkamer, v. Scholz, Fried- 6' �«""beÄmolSufflon über den Entwurf, bttr. die teren Reduktion de« Zinsfußes der StaatSpapiere auf 3'/. pCt. auf unv bittet den Ftnanzminister, die eventuelle Umwandlung der 4V,proz. Prioritätsobligationen der verstaatlichten Bahnen in 3'/2proz. Konsols für eine nähere Zukunft in Erwägung zu nehmen. Graf zur Livpe hält dafür, daß bei jeder ZinSreduklion mit der äußersten Vorficht vorgegangen werden müsse, und be- streitet die Richtigkeit der vom Vorredner u. A. aufgestellten Behauptung, daß der größte Theil der konsolidirten Anleihe im Auslande plazitt sei und eine Reduktion deS Zinsfußes auf 3V- pCt. unbedenklich ertragen könne. Camphausen: Das Heruntergehen des Zinsfußes ist eine nicht Mos in Deutschland, sondern in ganz Europa auf- tretende, von Leroy-Beaulieu längst in ihren Ursachen nach« gewiesene Erscheinung; für Deutschland liegt diese Eventualität noch ganz besonders in der auf lange hinaus durch die Politik der Kaisermächte gewährleisteten Sicherung des europäischen Friedens. Unter gleichen Vethättniffen konnte der preußische Staat schon 1342 seinen Zinsfuß von 4 auf 3'/, pEt. herabsetzen. Heute wäre eS zwar immerhin noch nicht angezeigt, ohne weiteres eine Reduktion auf 3'/, pCt. eintreten zu lassen; aber schon eine sehr niedrig bemessene KonvettirungSprämie würde die Inhaber bewogen haben, das Papier zu 3V, pCt. zu behalten. Die Vorlage macht den StaatSgläudigern dadurch, daß ste ihnen statt deS baaren Geldes ein neues hoch- werthigeS Papier giebt, ein großes Geschenk; ein weiteres da- durch, daß die 4'/, pCt. Zinsen biS zum 30. September 1885 weiter gezahlt werden sollen. Zwingende Gründe lagen dam in keiner Weise vor. Finanzminister v. Scholz: Ich sehe die dauernde Herab- setzung des Zinsfußes nicht als so gefichett an wie der Vor- redner, halte vielmehr den gegenwärtig so niedrigen Zinsfuß für die Folge einer mehr vorübergehenden wiithschaftlichen Depression. Der Staat kann heute seinen SchulvzinSfuß nicht so ohne Bedenken auf 3'/, Prozent herabsetzen, wie es 1842 noch geschah; die Verhältnisse des Staates haben sich doch seitdem total geändett, der Betrag der Staatsschuld ist um daS Vierfache gewachsen. Bei der Ermäßigung deS Zinsfußes mußte mtt der größten Vorstcht verfahren werden, um die Ka« pitalien im Jnlande, in dessen Händen fie fich zum größten Theil befinden, zu behalten: allerdings ist die Regierung auch von besonderem Wohlwollen für die Staatsgläudiger bei ihren KündigungS- und KonvettirungSvorschlägen geleitet worden. Struckmann bekämpft im Wesentlichen auS denselben Gründen die Ausführungen CamphausenS. Graf Udo Stolberg spricht fich im Sinne der von Herrn v. Mirbach dem Finanzminister zur Erwägung unter- breiteten Anregung auS. Camphausen erwidert dem Finanzminister, daß, wenn es 1842 bei etwa 100 Millionen Thalern Staatsschuld leicht gewesen sei, den Zinsfuß zu reduziren, es nach seiner Auf. faffung beim Befitz von einigen Milliarden Mark Staats- papieren außerordentlich viel leichter sei. Kein Land in Europa könne mit größerer Berechtigung den Anspruch erheben, fich des besten Kredits zu erfreuen; selbst England müsse trotz seines größeren KapitalbesttzeS dagegen zurückstehen. Der Gesetzentwurf wird darauf einstimmig angenommen. Ueber die Vorlage, betr. die Vertretung deS FiSkuS in bürgerlicher Rechtsstreitigkeiten der Justizverwaltung, berichtet namcnS der Justizkommijfion Graf zur Lippe. Der im Abgeordnetenhause unverändert angenommene Entwurf erklätt im Z 1 den§ 86 des Einführungigesetzes zum deutschen GerichtsveifassungSgesetze für aufgehoben; nach diesem Paragraphen wurde der JustizfiskuS in Zivilprozeffen durch die Bezirksregierungen vertreten.§ 2 besagt; »Die Anordnungen darüber, wie die Vertretung deS FiSkuS in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten, welche Angelegen- heiten der Justizverwaltung betreffen, zu erfolgen hat, erlaßt der Justiz mini ste r." Die Justizkommisfion empfiehlt mit 7 gegen 6 Stimmen letzteres dem Wege königlicher Verordnung zu über« lassen, während Dernburg und Oehlschläger die Wtederheistellung der Vorlage beantragen. Der Standpunkt der Kommisston, �aß der Wottlaut des§ 2 eine Einschränkung der königlichen Prärogative, einen Eingttss in die Ocganisations« befugnisse der vollziehenden Gewalt enthalte, wird von den Antragstellern, sowie von Justizminister F r i e d d e r g als unzutreffend bekämpft und die KommisfionSfaffung deS§ 2 mit großer Mehrheit abgelehnt; die Vorlage gelangt unverändert zur Annahme. Es folgt die Berathung des Kommunal st euer- Nothge setz- Entwurf»(Antrag des Abg. o. Huene, vom Äbgeordnetenhausc unverändert angenommen), über welchen die verstärkte Kommunalkommisfion durch ihren Referenten B ö t t i ch e r(Magdeburg) schriftlichen Bericht erstattet hat. Die Kommisfion hat nun eine wesentliche Aenderung, nämlich die Streichung des§ 10(Uermeidung der Doppelbesteuerung) be« schloffen, empfiehlt im Uebrigen einstimmig die Annahme der Vorlage. v. W i n t e r f e l d wird mit seinen Freunden für die Vor« lag« stimmen; es komme ihnen vor Allem darauf an, einen recht eindringltchen Appell an die Regierung zu ttchten, daß d e schreiende Ungleichheit beseitigt werde, welche den ländlichen Gemeinden der östlichen Provinzen daS Besteuerungsrecht der Forensen und juristischen Personen noch immer entziehe. Becker(Düsseldorf) erkennt zwar an, daß die Vorlage durch Streichung des§ 10 sich in verbesserter Form präsentire. hat aber auch gegen die vemssette Vorlage die mannigfachsten Bedenken. Freiherr v. Durant de S-■ n e g a S befürwortet die Annahme der Vorlage; schreiend« Mißstände werden fie desei- tigen und zahlreichen Gemeinden wieder aufhelfen, die sonst dem witthschastlichen Ruin verfallen müßten. Die Schwierig- v- Winter(Danzig): Ich bin ein Gegner der Vor- läge, da ich nicht absehe, inwiefern ste den Gemeinden neue Einnahmequillen eröffnet. Die Verleihung des Besteuerung». rechtes der juristischen Personen an die Landgemeinden deS CftenS hat doch nur einen dekorativen Zweck(Oho!), im Großen und Ganzen kommen doch bloß die wenigen in Frage, eine Eisenbahnstation haben. Diejenigen aber, die schon städtischen Charakter tragen, sollten fich doch um die Städte- ordnung bemühen und dadurch neue Formen für die Befrie- digung ihrer finanziellen Bedürfnisse zu finden suchen. Die Regierung hat ein umfassende« Gesetz auf breiterer BafiS in Ausarbeitung; das wird uns weiterbringen als die Annahme dieser Vorlage, welche auch als Nothgesetz ftuchtlo» bleiben dürste. w»jüntnß(DSnaMtk) hofft, daß die beiden Vertreter der Stävte, welche fich gegen die Vorlage ausgesprochen, nur einen vereinzelten Standpunkt im Hause einnehmen; die große Mhrzahl der Bürge, meister sei für die Annahme der Vor- � v. De chend: Eine provisorische Regelung der Kommu- noldesteuerung in dem beschränken Umfange, wie der Antrag es will, scheint mir ohne die Initiative der Regierung«in völlig verfehltes Unternehmen; daS Gesetz ist so voller Lücken, Mängel und Unklarheiten, daß ich dagegen stimmen muß. DieS ist namentlich in Bezug auf die Bestimmungen bezüglich der Besteuerung der Banken der Fall; hier kann man wirklich zweifelhaft weiden, ob nach der Fassung deS Entwurfs die Doppelbesteuerung nicht sowohl vermieden, alS vielmehr erst eingeführt werden würde-. Graf v. d. Echulenburg-Beetzendorf empfiehlt die A" nähme des Entwurfs und giebt der Hoffnung Ausdruck, daß die Regierung angefichts der Wichtigkeit der Materie aus ihrer zuwartenden Stellung heraustreten werde. Struckmann macht gegen den PrSfidenten der Reichs- dank. Herrn v. Dechend, geltend, daß die Lorwürfe gegen die Mängel des Entwurfs fich in erster Linie gegen die Staats« regierung richten, welche ihn im vorigen Jahre beim Landtag eingebracht habe; der Amendirung in jedem einzelnen Detail- punkte stehe doch nichts im Wege., � � � v. Dechend: Wenn es stch um eine Vorlage der Re- gierung handelte, würde ich daS Gewicht dieser Entgegnungen anerkennen-, die Regierung ist aber aus gewiß sehr erheblichen Gründen von ihrer bisherigen Stellung zum Entwurf zurück- getreten und hat fich der Ausarbeitung einer umfaffenden Vor- läge gewidmet. B r e d t lichtet an die EtaatSregieiung, die fich trotz der Verschieden artigkeit der geäußerten Anschauungen noch immer schweigend verhalte, die dringende Bitte, über ihre Stellung zu den hauptsächlichsten hier in Betracht kommenden Fragen fich klar auszusprechen, damit das Dunkel, welches über der ganzen Berathung schwebt, fich wenigstens etwas lichte. Hache(Effen): Mir scheint die Art und Weise, wie dieser Entwurf an uns gelangt ist. dafür zu sprechen, daß bei den verschiedenen Parmen des Abgeordnetenhauses daS Be- dürfniß obgewaltet hat, fich ihren Wählern für die nächsten Wahlen zu empfehlen. Ich werde ebenfalls gegen ihn stimmen, bitte aber auch meinerseits die Regierung um eine Erklärung, daß die Vorlag« in der jetzigen Form für fie un- annehmbar ist. Die Generaldiskusston wird hiernach geschloffen, und die Spezialdiskusston um 4 Uhr auf Sonnabend 11 Uhr vertagt._ Abgeordnetenhaus. 29. Sitzung vom 27. Februar 1885, 10 Uhr- Am Ministertisch v. Goßt er und Kommiffaricn. Die zweite Berathung des K u l t u s- E t a t S wird fort» Kap. 120(höhere Lehran st alten) richtet zunächst auf Anregung des Abg. Kropatschek der Präsident an das Haus das Ersuchen, gewiffe sonst bei diesem Kapitel zur Sprache gebrachte Fragen erst bei Gelegenheit der auf dieselben bezüglichen zahlreichen Petitionen, wre solche besonders seitens der Lehrer der höheren Schulen vorliegen, zu erörtern. Abg. Kropatschek bespricht sodann die durch Ueber« füllung namentlich der unteren Klassen der höheren Lehranstal- ten entstehenden Mißstände, denen man nur entweder durch Vermehrung der Zahl der Anstalten oder durch rechtzeitige Entfernung der undefähigten Schüler von den Anstalten ab- helfen könne. Redner betont sodann die Nothwendigkeit eines neuen Gymnasiums für den Westen Berlins und fragt, ob nicht wenigstens im nächsten Etat dies Bedürfniß befriedigt werden könne. Die Lokalitäten des hiefigen Friedrich-Wil- helmS-GymnafiumS ferner seien bereits derart unzulänglich, daß ein Neubau dringend wünschenswerth sei. Abg. Bachem dringt die Frage der Ausdehnung deS ReliktengesetzeS auf die stistischen Anstalten, speziell diejenigen in Köln, zur Sprache. Geh. Rath B o h tz bestreitet die Verpflichtung des Staats, seinerseits zu diesem Zwecke Zuschüsse zu geben. Abg. v. H au g witz: Schon im vorigen Jahre haben die königlichen Oberlehrer an den Lberrealschulen in Breslau, Brieg und Gleiwitz um Ausdehnung des Reliktengesetzes auf ihre Hinterbliebenen gebeten. Die Petitionm seien damals der Regierung einstimmig zur Berückfichtigung überwiesen worden; eine solche habe indessen bisher nicht stattgefunden und die Nothlage der Herren dauert noch fort. Die Regierung möge die Frage nochmals wohlwollend erwägen. Abg. Schmidt(Stettin)- Wünsche nach Ausdehnung des Reliktengesetzes werden von den Lehrern zahlreicher höherer Schulen geäußert; man müsse die Frage generell und nicht einseitig lokal, etwa nur für Köln oder Breslau, regeln. Den Nothstand hinfichtlich der Lokalitäten des Friedrich-Wilhelms- GymnafiumS erkennt Redner an; es falle daS umsomehr in die Augen, wenn man das Gebäude mit den städtischen Neu- bauten für Gymnastm in Berlin vergleiche. Abg. Spahn wünscht, daß in katholischen Gegenden bei der Besetzung der Lehrstellen an den höheren Schulen mög- liehst auf die Konfeffion der Mehrheit der Schüler durch An- stellung katholischer Lehrer Rücksicht genommen werde. Er wünscht sodann eine bessere Ausstattung der Schülerbidliothek des Gymnastuws zu Allenstein., r, t Abg. Dr. Po rsch bittet den Minister, auch bn dem Neuen Gymnafium in Breslau möglichst Parität walten zu lassen. Es sei in Breslau an anderen Gymnasten vorgrkom- men, daß an karholischm Feiertagen Klausurarbeiten geschrieben wurden, was an jüdischen Feiertagen nicht geschehen durfte. Minister v. G o ß l e r: Die Frage, wie der Ueberfüllung namentlich in den mittleren Klaffen abzuhelfen, ist einr sehr schwierige, und es ist kaum möglich, aus der Unzahl der Bro- schüren vas Richtige herauszufinden. Es kann erst Abhilfe ge- fckafft werden, wenn in der Bevölkerung die Ueberzeugung Platz greift, daß man auch außerhalb des sogenannten gelchrten Standes eine tüchtige Bildung erreichen und etwas Gutes leisten könne. Ich befördere daher gern die Gründung von Anstalten, in welchen die Knaben nach 8— 7jährigem Kursus befähigt werden, in ihrem bürgerlichen Berus eine ersprießliche Thäligkcit auszuüben. Man kann auch nicht so ohne Weiteres die Aufnahmebedingungen erschweren, denn Knaben im Alter von 8 bis 10 Jahren, die davon be- treffen würden, würden überbürdet werden und Nachrheile für ihr Leben haben; auch kann man nicht ohne weiteres Knaben, die in mittleren Klaffen, namentlich bei Eintritt der Pubertät, nachlassen, entfernen, denn solche machen ihre Abgangsprüfung oft sehr gut. Zum Fernhalten der Schüler von den Lehr- anstalten würde die Erhöhung des Schulgeldes nicht viel bei- tragen, wohl aber würden eine Menge kleiner Familien davon schwer betroffen. Die Frequenz von Lehranstalten ist ja sehr gestiegen, von 36 Schülern auf je 10 000 Einwohner im Jahre 1869 auf 54, im Jahre 1881 in Pommern sogar auf 67. Die Kommunen befinden fich ja in einer gewissen NothIage da fie jetzt für die allgemeine kommunale Wohlfahrt, für Kanal, strung, Schlachthäuser, besseres Pflaster u. s. w. Aufwendungen machen. Sie find nicht im Stande, abgenutzte Lehik.afte noch zu ver- «enden oder zu penfioniren, während dies der Staat wohl kann, und befürchten daher einen Rückgang ihrer Anstalten. Dann ist die Unterrichtsverwallung der Prügelknabe, an fie «enden fich die Kommunen, um eine Uebernahme ihrer An- RAS#:" jetzt allerdings ein paritätisches Gymnafium gebaut. Dasselbe zeigt aber auch deutlich den Charakter, denn von den 6 ernannten oder zu ernennenden Lehrern find 3 katholisch und 3 evangelisch. In Berlin ist es mir schwierig gewesen, eine Ab- Hilfe zu schaffen. Ein geeignetes Lokal im Westen Berlins lictz fich noch nicrt finden, und ich habe daher versucht, durch Genehmigung von höheren Lehranstalten in den Vororten die Knaben, die oft im Herzen von Berlin liegende Anstalten besuchen, von hier fernzu- halten. So habe ich ein Progymnafium in Lichterfelde schon genehmigen kör nen und werde auch in Steglitz dazu im Stande sein, sobald gewiss« lokale Voraussetzungen erfüllt sein werden; ebenso würde auch in Charlottenburg schon ein Rcalprogym- nafium genehmigt sein, wenn man nur ein passendes Lokal finden könnte. Auf diese Weise würde es möglich sein, 2—300 Knaben von Berlin fem zu halten. Beim Friedrich- Wilhelmsgymnafium in Berlin find allerdings große Uedel- stände vorhanden, so können wegen des großen Verkehrs an der Friedrich- und Kochstraßcn-Ecke die nach der Straße zu gelegenen Fenster nicht geöffnet werden. Doch ist im letzten Jahre durch VentilationSanlagen schon dedeutende Abhilfe gc- schaffen. Ueber die Reliktenverhältniffe will ich hier nicht sprechen, es werden diese Verhältnisse immer von mir beachtet werden, und ich werde auch für jede diesbezügliche Anregung dankbar sein. Abg. v. Heereman wünscht bauliche Veränderungen am Gymnasium in Münsters Er hofft, daß die Petitionen der Gumnafiallehrer und insbesondere der Zeichenlehrer recht bald und gründlich zur Erörterung kommen werden. Abg. P f a f f dankt dem Minister für die Uebernahme des Real-Progymnafiums zu Ottemdorf auf den Staat und wünscht einen baldigen Neubau für diese Schule. Abg. Cremer: Die Berliner Gymnasien könne man nur entlasten, wenn man mit ihnen die Gymnasten der in der Nähe liegendm Ortschaften pekuniär gleichstelle. Beispiels- weise entspreche die Ausstattung des Gymnafiums in Char- lottenburg keineswegs den Bedürfniffen einer großen Stadt. Abg. Spahn dankt dem Minister für seine Erklärung betreffs der Parität; wünscht aber, daß die Unterrichtsver« waltung besonders darauf achten möge, daß zu deutschen Auf- sätzen nicht unpassende, namentlich nicht das religiöse Gefühl verletzende Themata gewählt werden. Geh. Rath Bonitz erwidert, daß die Verwaltung in dem letzterwähnten Punkt bereits mit Erfolg Remedur habe ein- treten lassen. Abg. Graf v. Saurma-Ruppersdorff wünscht Uebernahme des Gymnasiums in Strehlen auf den Staat zur Entlastung der dortigen Kommune. Auf eine Anfrage deS Abg. Hoffsü mmer erwidert Geh. Rath B o h tz, daß ein Neubau deS Gymnafiums in Düren bevorstehe. Abg. Kropatschek bedauert, daß verschiedene Städte Immer noch nicht dm Lehrern ihrer höheren Schulen den nöthi- gen Wohnungsgeldzuschuß zahlen. Geh. Rath Bohtz erwidert, di« Verhältnisse in dieser Beziehung hätten stch bereits wesenttich gebessert; und die Unterrichlsverwaltung widme der Sache ihre dauernde Auf- merksamkeit. Beim Titel: Höhere Mädchenschulen bittet Abg. Peters um gmügende Berückfichtigung der katho- lischen höherm Mädchenschulen hinfichtlich der staatlichen Subventionirung. Abg. Reickensperger(Köln) bespricht verschiedene bei den Höberen Mädchenschulen vorhandene Mißstände; dahin gehöre die Ueberbürdung der Schülerinnen, ferner die unzweck- mäßige Auswahl der Themata für deutsche Arbeiten' ein sol- cheS Thema habe z- B. gelautet:„Ueber die Renaissance und den Humanismus in der Beziehung zum Kunstgewerbe." (Heiterkeit.) Man müsse Bedacht nehmen auf Ausbildung deS HerzenS und Charakters der Mädchen und dieselben nicht mit allem nur möglichen Wiffm vollpfropfen. Die Mädchen sollen mtt dem Herzcn denken. Auch an die Lehrerinnen, selbst bei den gewöhnlichen Volksschulen, werden viel zu hohe wissen- schaftliche Ansprüche gestellt; man verlange von ihnen z. B. sogar korrekte Aussprache des Englischen. Eine tief eingreifende Reform auf diesem Gebiete sei dringend wünschenswerth. Geh. Rath Schneider: Eine gleichmäßige Berückstch- tigung der karholischen und der evangelrscken höheren Mädchen- schulen bei Verlheilung der Staatsfonds ist längst das Bestreben der Unterrichtsverwaltung. Die Wünsche des Vorredners find in manchen Beziehungen schon erfüllt durch einen Erlaß vom März vor. Js., der nach einer Reoiston der hiefigen Privat- Mädchenschulen ergangen ist. In den Konferenzen der Lehrer an höheren Mädchenschnlen ist immer auf daS Einfache, Er- ziehliche hingewiesen, und es haben auch schon mehrere Kon- ferenzen stattgefunden, um einen Normal-Lehrplan auszu- arbeiten. Die Lehrerinnen müssen daS doch wissen, waS im Pensum ihrer Schule liegt, und auch die Examinatoren find ja pädagogisch genug gebildet, um innerhalb bestimmter Gren- zen zu prüfen. DaS Kapitel wird bewilligt. Zu Kapitel 121„Elementarschulwesen", speziell zunächst„Seminare", betont Abg. Seyffahrt(Liegnitz) das dringende Bedürfniß einer besseren Berückfichtigung der emeritirten Volksschullehrer. Die bekannte Nothlage dersilden sei durch die Schaffung zahl- reicher neuer Schulstellen, für welche man die vorhandenen Fonds größtentheilS verwendet habe, und durch die gleichzeiiig damit verbundene Ueberlastung der Gemeinden noch verschlim« mert worden. Wann das EchulvotationSgesetz fich endlich rea- lifiren lasse, wisse man leider noch immer nicht, obgleich das- selbe ganz dringend nothwendig sei. Auch die GehaltSverhält« niffe der Elementarlehrer seien großenlheflS reformbedürftig. Redner bespricht sodann das Verbältniß der kirchlichen Be- Hörden zu dem Elementarschuldwesen. Di« Synode der Pro- vinz Sachsen habe bedeutsame Beschlüsse in der Richtung der Aufklärung und genauen rechtlichen Begrenzung dieser Ver- hältniffe gefaßt. Namentlich müsse der Umfang des sozenann- ten niederen Kirchendimstes endlich genau fixirt werden-; und eine Trennung der kirchlichen von den Schulämtern sei im Prinzip gewiß zu erstreben. Abg. Conrad weist auf Uebelstände hin, die fich im Elementar- Untrrcichtswesen der polnischen Bezirke Ober- schlefienS herausgestellt. Es ist nichts dagegen einzuwenden, daß die Kcnder die deutsche Sprache lernen. Aber über dem Unterricht in der deutschen Sprache werden die übrigen Dis« ziplinen vernachläjstgt. Zwar ist es den Lehrern gestattet, aushilfsweise ihre Schüler bis zum zehnten Jahre in der polnischen Sprache zu unterrichten. Aber daS nützt nicht viel; vor Allem sollte der Religionsuntenicht Schülern auch noch über daS zehnte Jahr hinaus in der polnischen Sprache ertheill werden. Auch der Kirchengesang verwildert, weil eS den Lehrern nichi mehr erlaubt ist. polnische Kirchenlieder ein- zuüben. Ich moi te den Minister dringend bitten, in diesen beiden Punkien Wandel zu schaffen. Abg. Spahn: In Weftpreußen ist für die katholischen Schulen nichr mit derselben Gerechtigkeit gesorgt worden wie für die evangelischen. Das muß die katholische Bevölkerung der Provinz um so mehr rerletzen, als die Evangelischen nach Ausweis der letzten Zählung sich in der Minorität befinden. An den Simultanschulen überwiegt die Zahl der evangelischen Lehrer, die Hauptlchrerstellen find fast durchweg von ihnen desetzt.(Redner führt eine lange Reihe von Zahlen an, auS denen die Benachtheiligung der katholischen Elemente hervor- gehen soll.) ES geht so weit, daß katholische Kinder ange. halten werden, den Religionsuntenicht evangelischer Lehrer mit anzuhören. DaS sollte in erster Linie von den Kreikschul- tnspilioren verhindert werden. Sie find zwar darauf aufmerksam gemacht, haben fich aber nicht veranlaßt gesehen, diese Klagen abzustellen.(Hält! hört! im Zentrum.) Wo du Katholiken in der Minorität find, ist ihnen oft die MözliM benommen, ihren Kindern einen ordentlichen konfesfionelW Religionsuntenicht zu Theil werden zu lassen. Ter Borqänza deS Ministers hat ausgesprochen, daß der Knche ihr Einfl-i auf die Schulen bewahrt weiden müsse. Ich bitte Ben Minister, diesen Ausspruch endlich wahr zu machen.,■ Minister v. Goß l er: Die Verhättnisse in Wrstprerlßttl- namentlich im Regierungsbezirk Marienwervcr, find dort iehl schwierig. Die Bevölkerung ist sehr dünn, die Kinder nwsM oft eine Meile weit nach der Schule wandern, was im Wtmer ja zu großen Nachtheilen führt. Daher ist es nicht möglich die Konfesfionen immer auseinander zu halten; das wird voZ mehr erschwert durch die verschiedene Nationalität der katholischen Bevölkerung, von der deutsch, Vi polnisch M Der größte Theil der Schullasten wird ja von eoangelrschen Besitzern getragen, und es kommt wohl setten daß Katholiken in der Auflegung der Lasten benachtheW werden; wenn mir solche Fälle mitgelheilt würden, würde ß gern Abhilfe schaffen. Die Bevölkerung klagt auch gor m®1' die gegenseitige Duldung geht so weit, daß die Kinder der Mtnoritätskonfcsffon bis zum Kateckiimus beim Lehrer du Hauplkonfesston Unterricht nehmen. Es find höchstens Klageo gekommen, daß man die Konfesfionen auseinander zu zieden sucht. Die Ge'ahr aber, daß irgend ein Zug einer KonfcsfW verloren geht, ist auf evangelischer Seite eben so groß,«ie katholischer Seite. ES ist den Geistlichen nicht verwehrt, am den katholischen Religionsunterricht einzuwirken, nur in ipf Fällen itt einem katholischen Geistlichen die Erlaubniß, den Rssu gionsunterricht zu ertheilen, entzogen worden. Wenn die Schule� Oberschlesten paritätistrt worden find, so war mir das au« n:®i angenehm, aber es ist schwer, das jetzt abzuändern. Es"i auch in Oberschlesten nicht vermehrt, daß auf den Mittelstulf» der Religionsunterricht in polnischer Sprach: ertheilt werd!« darf. Die R-suItate waren, wie ich nach einer Revision di» Religionsunterrichts durch den Fürstbischof erfahren, dm«?'» gute, unter 300 Klaffen waren nur 45, deren Leistungen n>® genügten, während 20 recht gutes leisteten. Herr Abg.% farth hat gewünscht, daS Einkommen der Lehrer aus of Kirchen- und Schuldienste zu trennen. Diese Trennung im Laufe der Zeit wohl von selbst stattfinden, aber i« J®, da kaum eingreifen, ohne die Schulen zu schädigen. iW. muß ich hervorheben, daß die Zuschüsse zum Volksschulwese» gleichem Verhältniß mit der Zunahme der 5? völlerung gestiegen find. Wir haben jetzt% Klassen, wollten wir dafür sorgen, daß jeder w* höchstens 100 Schüler hat, so müßten noch 5545 Lehrer stellt werden, dann braucht die Untcrrichtsoerwaltung no« Millionen Mark mehr als jetzt. �-» Abg. v. StablewSki klagt, daß die Echuldebörden der Provinz Posen noch immer fich schwer« Uebergriffe(OT'z die polnische Bevölkerung, gerade auch auf dem Gebiete Elementarschulwesens, zu Schulden kommen laffm. Dies ic» fich namentlich in der Bevorzugung evangelischer Lehrer de>, Anstellung an Schulen in rein katholischen Bezirken. Au«. � Leitung der Simultanschulen sei fast in allen Fällcu�,�, evangeiische; kaum jemals werden Katholiken dabei be> tigt. Nirgends machen fich ferner züsehr zu Dünstigen �on dieser vÄehrten W fet iohlntt efi« l f r rv» /■» T 4« i r* � T /■> f« Ulf ff /Vff AfMTMf M.*7 «Ä D o k» l e s. g. Die selbstthättaen Weichen, welche auf Strecken der Pferdeeisenbahn fich befinden, scheinen ff* in dem Maße zu bewähren, als anfänglich angenommen«. m Der Mechanismus, so einfach und solide er auch konstru» jz, konnte doch nicht dem starken Wagenverkehr trotzen, den Straßen herrscht, in denen die mit den selbstl?° wie früher von Kbm. i i M en»aiyouren oaon»'*:-„n schwerden der Westpreußen polnischer Zunge nicht besü«�., lassen, von seinen im vorigen Jahre hier kundgegebenen G�. sätzen abzugehen. Haß und Abneigung der Deutschen 1% die Polen komme nur ausnahmsweise, der Polen gegen z Deutschen aber regelmäßig vor- Auch der Abg. Win%( möge dies beachten und daraus entnehmen, wie wenv gründet seine neuliche Inschutznahme der Polen war-, Abg. Lassen trägt Beschwerden der nordsck�v schen dänischredenden Bevölkerung über nicht gcnfl& Berücksichtigung ihrer Nationalität im Elementar-� wesen vor..,,.*9 Die Position wird bewilligt und die weitere Bcm« um 4'/« Uhr bis Sonnabend 10 Uhr vertagt. SR? so schroff geltend, wie gerade in dem ElementarsaW« Auch bürgere fich in Westpreußen allmälig die Praxis q,, man die Schulpflicht über das 14, ja selbst bis zum lb benljahr auSdcbne._. ,« Abg. Wehr bestreitet, daß die vom Abg. Spah�°. äußerten Anstchten in Westpreußen irgendwie getheilt w« Das polnische Element habe in Westpreußen zugenomBR Von Unterdrückung der Polen sei keine Rede. ,, Schulverwaltung in den 1350er Jahren habe V mehr den großen Fehler gemacht, den Polonrsmus' y. S .O«,« uml< Weichen versehenen Geleise liegen. So kommt die Kondukteure bei den Weichen wieder«ie st. Wagen springen und die Zunge an den Weichen müssen. Um den Kondukteuren diese Thätigkeit zu eriv bleibt daher nichts anderes übrig, als die Konstruttwn � Mechanismus zweckmäßig zu verändern oder aber einen mit einer anders gestalteten selbstthätigen Weiche zu m Das beste wäre allerdings, man stellte Weichensteller� Pferdebahn verdient gewiß soviel, daß einige Arbelter Beschäftigung finden könnten. � N. Eine Habichrsfamilie auf dem Thurm der St. kirche bietet den Adjazenten jetzt alltäglich ein sehr int teS Schauspiel. Am gestrigen u- Kirche befindliche Play der erwähnten Raubvöa kam nach kurzer Zett mit einer Taube zurück. Dtt Vogel plazirte fich auf eine in schwindelnder Hohe vo> genve Figur und nun begann die Mahlzeit. Jntereffan es anzusehen, wie die Familie Habicht den Zerstücklungen begann und fich endlich in die Taube theilte. wj hat und dem von den unter Eid gestellten Zeugen eine» � Reihe von UirgehSrigkeiten zur Last gelegt worden sAne Stellung als Aufnahmcbeamlcr der König!. M qurttiren müssen und es ist ibm ein anderer Posten uv�Asst worden. Damit wird dem Publikum nicht nur-ine» Wahrhert der von ihnen gerügten Zustände in vano'' bei der gegen das sirafrichteiliche Urlheil eingelegten von nicht unscbätzbarem Wrrthe ist. Aussallen muß bin, daß die Angeklagten trotz der seitens der vck Rechtsanwälte Hugo Sachs und Raphael auf«KalK Zeugenaussagen gegebenen Charakteristik des Sekrcia* vi mit so hohen Strafen belegt find. Namentlich»er in der Petristroße 2 wohnenden Tischlers Albett � v» welcher eidlich erhärtete, daß er aus dem Aufnahmev � zv Charitee hinausgeworfen worden, war analog oem deiters Düring, und doch erfolgte die Vermtherlung' tit dem konkreten Fall alS nicht erwiesen erachtet® j�aU- Düring am Kragen gepackt und von Schalzig zur*1 geworfen worden war. 3 i ..winrt V 1 . Die Sattin de» Zahnarztes Herrn G., der bekanntlich gesammten Familie und den sonstigen Angehörigen �hausbalteS an der Trichinofis erkrankt ist, ist inzwischen Mden. Der Förster, welcher der Familie G den trichinösen Mm» zum Geschenk gemacht hat, hatte in seinem Stalle ?' Schweine gefüttert, von denen er eines im Monat hifu on Schlächtermeister Utrecht in Dalldorf ver- Jftfc Dasselbe wurde dort von dem amtlichen Fleischdeschauer Trichinen dehaftet, mit Beschlag belegt und das Fleisch ungenießbar gemacht. Trotz dieser Thatsache hat der die andern vier Schweine geschlachtet und ohne fie auf .»ße 7 statt. In einem von dem Gefinde des dort senden RestaurateurS B. bestimmten Raum war, während ein Mädchen in diesem Räume schlief, ein Feuer aus- L�xifn, daS erst entdeckt wurde, als bereits ein heftiger »ji diesem Zimmer drang. Das von dem Qualm oe- Ä»! oolbbetäubte Mädchen konnte stch nach einiger Zeit wieder während es der schnell erschienenen Feuerwehr auch bald des Feuers selbst Herr zu werden. Am Abend waren die Mannschaften nach dem Hause AndreaSstr. 4 xtt worden, wo in einem zum Aufbewahren von Brenn- .....Wmmtm Räume ein Feuer ausgekommen war. Die Wfun6 war hier zum größten Theile bereits durch HauS- «folgt. ».."dlizeiberickt. Am 26. d. M, Vormittag?, gerieth der �enschieber Arlt auf dem Güterbahnhofe der Stett ner Bahn Längsten eines ZuzeS durch den Stoß eines angeschobe« Wagens zwischen die Puffer und erlitt dabei eine so starke M-ng der Brust, daß er auf dem Transpott nach dem ?us-Krankenhause verstarb.— An demselben Tage Mittags ju wie ein Mann in einem Hause am Schloßplatz fich das Ii«, iu nehmen, indem er fich eine Schlinge um den HalS ig cnö diese zuzog. Er wurde jedoch hierbei betroffen und Hjl wetteren Ausführung verhindert.— Am Nachmittage «ii�en TageS erlitt der Kutscher Colberg beim Abladen eines St, Zeanntwein gefüllten Faffcs im Hause Kottbuserstraße k A dadurch einen Bruch des rechten BeineS, daß ihm das % Tw Herabgleiten auf der Schrotleiter gegen das Bein Iii kl'.( wurde nach Bethanien gebracht.— Um dieselbe ö u» der Gold- und Silbcrwaaren-Fabrik von Stz und Kromrnstraße Nr. 28, eine mit heftiger Detonation EEP'oflon statt, indem eine zur Berettung von , Inende gußeiserne Retorte aus noch unbekannter Obwohl durch die Explofion die Fenster-Ein- Wavh?« Ä�Sittssen und alle in dem betreffenden Räume Mst?,�!?.Iegcnstände zertrümmert wurden, erlitten die da- �beit,,'S Wfl™» Personen, Galvaniseur Liebehenschel und bitter �"�wann, doch nur leichte Verletzungen durch Glas- Wd.' n° zwar ersterer am Halse und letzterer an der . y wf Genckts-Leitung. j bij Akt niederträchtiger Rachsucht charaktettfirte ?»a ��Ndlung, die gestern den Droschkenkutscher Wilhelm % n?ut8 vor die 90. Abthellung deS Schöffengerichts Am Abende des 19. Deztmber o. I. gerieth der An- * auf dem Halteplatz vor KiSkall'S Hotel mit einem seiner ttj» in Streit, in welchem die deutsche Faust eine erheb- 2?' spielte. Der Angeklagte zog den Kürzeren und L,' Rache. Als bald darauf sein Gegner fich auf wenige w..,°licke von seiner Droschke entfernte, machte fich der An- W.! in auffälliger Weise an derselben zu thun, und als hei seiner Zurückkunft das Verdeckleder ver Droschke �"Wloser Hand zerschnitten fand, da brauchte er nicht lange ich Thäter zu suchen. Im Verhandlungstermine legte Kt„ angeklagte einfach auf's Leugnen, der GettchtSbof war ->- n««*.-'-- a... r. ,C__ O O-___ seiner Schuld zu. überzeugt diktitte ihm 8 Tage M&oM der 87. Abtheilung hiefig. -s? Hain 3'.. Angeklagte, der bis zum 1. April ct. in jjfit»Ase Reichenbergerstraße 32 einen Laden inne hat, er« Lin,Atm MiethSkontroki 3 Monate und 3 Tage vor Net°Mben vorgesehene Kündigung bereits am 15. De« — WlrtheS Paael, daß. wenn allen wolle, er fich bis ;bttTua?• z" emiwnegin yuve. Aber schon am 24. jtuen ftnT' ließ Pagel an einer der den Laden des Ange- k Jijb'Uben©äulen ein großes Plakat auf rolbem Pa- jtn, z. den Worten„Dieser Laden ist zu vermiethen" an- #to| As1 Angeklagte hielt den Wirth hierzu nickt sür de- Mats.. �itß ihn durch seinen Hausdiener zur Beseitigung deS �"ordern, wogegm dieser das an ihn gestellte Ii'�btn ,ln der Meinung zuiückwies, daß er in seinem �ause iÄ ni.ir*nt' was er wolle. Nunmehr rttheilte der Ange- C Mbt» hie Anbringung dieses Plakats als eine gegen 3«tf.t, unverdiente Provokation ansah, seinem Hausdiener Ll%ä h'n Zettel zu entsernen, was nur durch ein gleich. �" von der Wand möglich wurde. Auf den als« L%(|» ob,»"xgel gestellten Strafantrag wurde Dahlenberg Vergehens unter Anklage gestellt, und >A�trak" Staatsanwalt deffen V-rurtheilung zur niedrig- hJfHof 3 Mark event. 1 Tag Gefängniß.— Der Ge- öausN.,?5�°ber auf Freisprechung deS Angeklagten, da L b«tj(£r.''b nicht das Recht eingeräumt werden könne, an ttn r°thkn Zettel anzubringen, durch '"ÖÄÄ; "«>> ÄrdrilrrbeTeguug. i tiien und Jkr#He Eis«narbeiter Deutschland«. Werthe ?stisck l�ttckl�lsgenoffen! Am Montag, den 23. Februar. Ä�tn, meist � �trophe über uns heremgedrochen, 60 rW» Qfle brnhi»m von 3— 5 Kindern find mit Il«ii>i?k.l°lgend«- L�worden, der Grund hierzu ist in kurzen .Afi*, n lange arbeiten wir unter den "«»emtrih.0 Ij�en' weil wir einen Streik um jeden kl" abvtJf luckten. Nun sollten wir noch einen Lohn- ttb-i...p�t. erdulden. Einige unserer Kollegm erklättm t allen Umständen nickt möglich ' enormen Lohn» __.. v.. Anführer ansah, bei der Arbeit zu hungern, zumal man bedenken muß, daß gerade die Eisenarbeiter eine sehr anstrengende Arbeit ver- richten müssen. Die Sache für unS steht ziemlich günstig und möchten wir alle Eisenarbeiter von Nah und Fern freundlichst ersuchen, den Zuzug nach hier streng fern zu halten und unS in unserem gerechten Kampfe mit Geldmitteln zu unterstützen, auf diese Weise wird es unS möglich sein, den Sieg zu erringen. Alle Gelder und Zuschriften find zu senden: An Wilhelm Spiller, Breslau, Berlinerstr. 38, und Johann Urbanowitz, Breslau» Märkiichestr. 70. Mit bestem Gruß zeichnen sämmtltche streikenden Muttern« und Bolzenschmiede der Breslauer Schrauben- und Mutternfabrik. Breslau. W. Epiller. I. Urbanowitz. NB. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. b. Bezüglich der Arbeiter-Lohnverhältnisse in der eines gewissen Weltrnfe» genießenden Berliner Lnxu»- Pavier-Fabrikation gehen uns aus den betreffenden Arbeiter- kreisen betrübende Mittheilungen zu, denen wir für heute nur dos Folgende entnehmen:„Wer etwa die Lohnverhallniffe in den hiesigen Luxus- Papier- Fabriken, von welchen ein geradezu fabelhaft klingender Umsatz erzielt wird, für leidlich günstig halten sollte, würde fich sehr irren. Im Gegenibcil, eS steht mit denselben so trübe, als nur möglich, aus. So>. B- war die Herstellung von Karten mit fazetrittm Schnitten vor noch nicht so langer Zeit ein recht lohnender Erwerbszweig, aber durch die maßlose Konkurrenz, welche die an Billigkeit der Waarenpreise immer mehr fich überbietenden Fabrikanten einander machen, ist es auch bei diesem Attikel bereits dahin gekommen, daß selbst zu der anstrengenden Arbeit des„Schabens" mit Vorliebe weibliche(weil billigere) Arbeits- kräste verwendet werden. Hauptsächlich in Folge hiervon können jetzl die männlichen Arbeiter, welche nach der ge- wohnten Bezeichnung noch als„schräge Schnittmacher" be- schäftigt find, meistens nur noch 15 M. wöchentlich verdienen. Ebenso kläglich steht es mit den Verhältnissen der Katten- Arbeiter in vielen, ja in fast allen Berliner Fabriken"— ---- und so weiter. Vereine unü Versammlungen. Drei Tischlerversammlungen fanden am Donnerstag Abend gleichzeitig in den verschiedensten Stadtgegenden statt. Die Bautischler tagten bei überfülltem Lokale Jnvalidenstr. 16 (Liebrecht). Zur Verhandlung stand die Arbeitseinstellung in der Bautischlerei von Lüpke, Brunnensteaße 106» über welche Herr Rödel referirte und die bekanntlich erfolgt ist, weil in dieser Wcristätte, die ein würdiges Gegenstück zur Schmidt'schen Werkstätte bilden soll, derattig lächerlich geringe Arbeitspreise sür dort gefettigte Bauarbeiten gezahlt werden, daß dieselben noch 20—25 Prozent unter den im Minimallohntarif für Bau- tischler ausgeworfenen Preisen stehen. Auf Ersuchen des Herrn Lllpke verhandelte Herr Rödel am Tage der Versammlung mit ihm. Die Verhandlungen, welche einen relativ günstigen Ver- lauf nahmen, indem Herr Lüpke die gefordetten Lohnsätze theilS akzeptitte, theilS erhöhte, scheiterten schließlich an dem unad- änderlichen Willen deS Herrn Lüpke, leinen der früher bei ihm beschäftigten, jetzt streikenden Gesellen wieder einstellen zu wollen, eine Forderung, auf welche Seitens des Herrn Rödel ganz besonders gehalten wird, da bereits während des Streikes fremde Gesellen dort Arbeit genommen haben, und von deren Erfüllung die definitive Freigabe der Werkstätte ad- hängig gemacht wird. Die Lohnkommisfion wird gerade in diesem Falle in keiner Weise nachgeben, da fie diesen Fall für einen prinzipiellen erachtet, dessen Konsequenzen von weittra- gender Bedeutung für den ganzen Norden ist, der in jeder Beziehung noch viel zu wünschm übrig läßt Den überaus zahlreichen Besuch als ein fichtbareS erfreuliches Zeichen neh« mend, daß die Tischlergesellen des Nordens von einem anderen Geiste beseelt würden, ermahnte Referent Alle, fich der Lohn- bewegung anzuschließen. In diesem Sinne äußerten fich in der �.iskusfion die Herren Künzel, Lenz u. A. und schloffen die Berhandlungen mit der Annahme folgender Resolution: „Die heute Jnvalidenstraße 16 tagende Tischlerversammlung erklärt stch mit d. M., fällt auS. Nächste Versammlung Sonnabend, den 14. März. Eine öffentliche Metallarbeiterversammlung findet am Sonntag, den 1. März, Vormittags 11% Uhr, im Wedding Park, Äüllerstr. 178, statt. Tagesordnung: Gründung einer Mitgliedschaft der Vereinigung deutscher Metallarbeiter zu Mannheim.— DiSkusston. Um zahlreichen Zuspruch wird gebeten. Ttschler-Veretn. Heute Abend keine Versammlung. & Versammlung der Mitglieder der Allgemeto' Kranken- und Sterbe-Kasse der Metallarbeiter(& w filiale Nr. 5. Sonntag Vormittag 10 Uhr, Weinme# raße Nr. 19, Restaurant H. Neumann. Eine außerordentliche Generalversammlung Gewertschaft der Maschinenbau- und Metallardett« findet Sonntag, den 1. März, Vormittags 9% Uhr,® Wedding-Park, Müllerstr. 178, statt. Tagesordnung: 8«# bericht. Der Antrag Nicolaus und Genoffen, betuffenv Auflösung der Gewerkschaft und Anschluß an die Zentralisd nach Mannheim. Der hochwichtigen Tagesordnung v' werden die Mitglieder dringend ersucht, z a h l r et ch pünktlich zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimirt. Berichtigung. Durch ein Versehen unseres Ref-n ist in dem Bericht über die letzte Trschlerdelegtrtenverse lung in Nr. 43 unserer Zeitung ein Jrrthum unterlaufen, hiermit dahin be.ichtigt wird, daß der betr. Antrag auf Zai zahlung von 100 Mark UnterstützungSgelder von dem> stände deS Fachvereins der Bauanschläger und nicht dem M Möbelpolirer gestellt worden ist. SrisjlaKei» der Keäaötioa. Reiselustiger. In Nizza herrscht stetig milde Temperas vom Oktober btS Februar, selten Regen, Nebel, Schnee, man trockene ober reine Luft. Man findet dort in der übrigens viele heitere Tage, ober auch stets bewegte Lust, mitunter �. kalten, heftigen Nordost, sowie häufig empfindlich scharfe � Naturfreund. Die Sp'tzmaus ist kein Nageth er, W*?»-" ein Insekten fressendes Raubihier, welches allerdings Aet-Wstm lichkest mit den Mäusen befitzt. Sie ist durch Vertilgen o# Insekten unv Gewürm äußerst nützlich. ,j, Zwei Leserinnen 1) Bei der Anrede in einem Bne läßt man bei Personen, die dem Briefschrerber fern stehen, T Namen weg, bei bekannten setzt man ihn hinzu. 2) Man w' „Empfehlen Sie mich Ihrem Fräulein Schwester." Theater. Königliches Opernhaus. Heute: Keine Vorstellung._ Königliches Tchausptelhau». Heute: Romeo und Julia. Heute: Fiesko. Deutsche« Theater. Bellealltanee-Theater. Heute: Der Raub der Sabinerinnen._ Neues Ariedrich-WtlhelmstädtischeS Theater. Heute: Gasparone.___ Alte Jakobstraß���ircktor': Ad. Ernst. Heute: Der Walzer-König._ Residenz-Theater: Direktion Anton Anno. Heute: Zum 10. Male: Der Vergnügungszug. Hierauf: Die Schulreiterin.____ Walhalla-OPerettcu-Theater: Heute: Der Fcldprcvrger._ Louisenstädttsche» Theater: Heute: ErsteS Gastspiel der kleinen Marguerite(Amerikas Liebling). Ein Taugenichts. Vorher: Schm ichclkätzchen. Hierauf: Dal Versprechen hinter'm Heerd._ Heute: Im Schillingsbo Oftend-Th eater- Walluer-Theater. Heut«: Die Sorglosen. Heut«: Sulfurina. Vittorta-Thcater. Alhambra-Theater. Heute: Die Räuder auf Maria Culm. Unsenn Kollegen H. Otto zu seinem heutigen Wiegen- feste ein donnerdeS Hoch, daß die ganze HeringSbude wackelt. 416 _ Ob hei fik woll wat merken lätt?__ Arlmtsmmltt. Ein Vorarbeiter auf Zinkgußwaaren, welcher diese Fabrikation nachweislich gründlich versteht, wird gegen hohen Lohn gesucht. 415 Adr. erb, u. L. X. 422 a. Rudolf Moffe, Prinzmstr. 41. Ein Bügler auf Knaden-Anzüge verlangt. 426_ Äarkusstr. 20 part. Harmonikaspieler Wirckel, Gr. Frankfurterstr. 132a. 425 Alle» Freunde« und Bekannten empfehle meine Restauration. Weiss- und Bairisch-Bier ä Glas 10 Bf. Für Abend-Unterhaltung ist auf daS Beste gesorgt. H. Spiekermann, 258__ Rüdersdorferstr. 51._ Allen Jireunden und gekannten empfehle mein Weiß-«.Bsirisch-Bier-Lokal. Berliner Voltsblan lieat auS. 420, IckOCfej 0. Fruchtstr. 53. Keller's Gesellschafts- Säle 3#* Andreasstraße 21. Empfehle meinen großen Saal, sowie die kleinen Säle dem geehrten Publikum, besonders Vereinen und Gesellschaften Für gute Speisen und HetränKe ist bestens gesorgt. Achtungsvoll 250__ Karl Kesser. Allen Freunden und Gen offen empfehle meine Cigarren und Rauch-Tabake. Lotterie- Loose und Antheüe. 131_ 31. Meyer, O. Frucktstr. 36a. Zur pünktlichen Besorgung deS„Berliner Volksblatt", sowie aller anderen Zeitungen empfiehlt fich die ZeitungS« spevition von w. Schmidt, 399 Manteuffclstr. 108. Wilhelm Pfannkuch Berlin M., Clman@@ee@lm a@@e SOu.ä? im Grundstück der Wöhlert'schen Maschinenbau-Anstalt. en gros. Cigarren- u. Tabak-Handlung en äeB Havanna-Import, Cigarretten, Rauch- und Kautabak. � Vorzüglichen Havanna-Ausschuß, soweit der Vorrath reicht, Stück 4 Pf. Wiederverkauf er erhalten Rabatt. ffl Arbeiterbezirksverein der Oranienburger Vorstadt und des Weddiug. Montag, den 2. März, Abends%9 Uhr, im Wedding- Park, Müllerstraße 178. General-Jersammtung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Statutenberathung. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten.— Gäste haben nur Zutritt, wenn ste fich als Mitglieder einschreiben lassen. 422_ Der Vorstand. Allgem. Volksversammlung Sonntag, den 1. März er., Vormittags 10 Uhr, in der„Anhalt'schen 91 Rom et" fiüher Hilscher, Mödimftr. 114. Tagesordnung; Zweck und Ziele der Arbeiterbewegung. Referent Herr Oskar Krohm-— Um zahlreiches Erscheinen ersucht 424_ Der Einberufer. Hewerkschaft der Maschinenbau-, Metall- Arveiter und Aerufsgenossen. Ätifjücoclleniluiie General-Versammlung am Sonntag, den 1. März, Vorm 9% Uhr, im Wedding-Park, Müllerstraße 178. Ta 1. Jahresbericht. 2. Antrag Nicolaus und Genossen betr. die Auflösung der Geweikschast und Anschluß an die„Ver- «inigung deutscher Metallarbeiter." 398 Mitgliedsbuch legitimirt._ Der Vorstand. Verein d. Kerl. Metallarbeiter. Äußerordentliche 407 General- Versammlung ."iag. den 1. März. Votmittags 9% Uhr, m Nieft's Salon, Kommandantenstraße 71-72. Tages Ordnung: Beschlußfassung über die AustöplNg des Vereins, betreffs Auschlust an die Vereinigung deutscher Metall« Arbeiter. Quittungsbuch legitimirt.__ Ter Volstand. Centrai-Kranken- nnd Begräbnisskasse bei Buchbinder Deutschlands. Bellrage entgegen genommen werden: %:%%%%% Dresdenerstraße 38 bei«och, femft ,B»" C- Neue Jakobstraße 11 bei Marx, jeden Abend, jedoch mit Ausnahme des Sonnabends- Blumenstraße 29 Hof 2 Tr. bei A. Schneider. HtlUptzfllststtuol Alte Jakobstraße 120. ams&ss» Gesangverein„Harmonia". Fachverein der Schmiede Montag, den 2. März, Abend» 8'/, Uhr, in W Bierhallen, Kommandanten st-. 77—79. Wersanimlung'„ Vortrag des Regierungsbaumeisters Herrn Keßler-..p Kollegen werden gebeten, die noch nicht eingesandten v bo|en mitzubringen.— Gäste willkommen. � Boista� � Fachverein d. Marmor- u. Granit-ÄrbeA' Sonntag, den 1 März, Vormittags 10% Uhr,? Mitglieder- Verfammlukttl in Detgmüller's Salon, Alte Jakobstr. 43�.u 1 Alle Kollegen und Mllglieder weiden um recht zablr� Erscheinen gebeten. Neue Mitglieder werden aufgenowi»� Der Vorsts-- Die Mitglieder d 397___ Der Fachverein der Tischler� Montag, den 2. März, Abends 8% Uhr, in Jordan» � Neue Grünstraße 28, l1' außerordentliche Generat-Versammlung 413 Contral-Büzar Herren«.Knaben Gardcr»� Berlin 0., Frankfurterstrasse 1% empfiehlt sein reichhaltiges Lager in Anzüge«, s g# Zaquets. Hosen, Westen, sowie Knaben-Aniü� g# Auswahl bei billigen Preisen, guter Arbeit und«u.em � Zur Einsegnung: Elegante schwarz und dunkelblauer Jaquet-»? t Ärdeitg.Zaquels u. Hosen in Hamburger Leder mit Zwiw Weinen g-ehren Freunden und Bekannten ewp �0 ■c* Schuh- u. Stiefelwaaren-Ufl6' ,84" iL'aüt. Der gesetzt. Maximalarbei VON � vjm Wilhelm Liefländer-.« Preis 15 Pfn. 10 Exemplare 1 Zu beziehen durch die Expedllion deS„Ber Simmerstraße 44. i s>«* ''«�1114 % Ii K & I