Allgemeine ter( E. 6) Weinmeife mlung da tallarbeite / 2 Uhr, in ng: Jahre etreffend bi Bentralifation nung wegen Ireich und mirt. Nr. 51. Sonntag, 1. März 1885. II. Jahrg. Berliner Volksblatt. 3 Referenten tenverfamm erlaufen, de auf Burlid dem Vor icht dem be on. Temperatu chnee, mäßig übrigen Be Etunter fogar Organ für die Interessen der Arbeiter. Das„ Berliner Volksblatt" Scharfe Luft eint täglich Morgens außer" nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für er, fondemerlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. ings en tabonnement 4 Mt. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags- Nummer mit illustr. Beilage 10 Pf. Sertilgen vo ( Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) einem Briefe ftehen, ben Man fagt: 1.31 détail ede 281 Bratwell's Regler. Die bten Frage Vorftand Arbeiter lbr, r. 48a. t zahlrei enommen orftand 413 Berlin D. 1. in lee 127 lung 178. ng deutscher nberufer der. n's Salon, ng. 417 ngsantrage Borftant robe 135 Paletots in großer em Schnitt Rüge in Facon Engl. abt feble mein Blas& tstag Coltsblatt," ment Insertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., 3immerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Beuthstraße 2.- Expedition: Zimmerstraße 44. Abonnements- Einladung. Für den Monat März eröffnen wir ein neues Abonneauf das weiterung des allgemeinen Wahlrechts gerade die National Liberalen besonders gesträubt. Berliner Volksblatt" befiebenen Bezirken gerade bie national- liberale Bartei der Gratis- Beilage zu Gute tommen werden. Von den Parteien ganz abge= sehen, werden fie der Masse des Volkes, den Ar= beitern und Handwerkern, ben leinen Beamten, überhaupt den kleinen Leuten als nüßlich fich erweisen! Und ebenso wandte sich diese Partei immer gegen die Anträge, welche auf Einführung der Wahltouverts bei dem geheimen Stimmrecht gestellt worden sind. Auch hat in am meisten gegen die Geheimhaltung der Stimmenabgabe gefrevelt. Wir erinnern nur an Dortmund, an Dortmund, wo die National Liberalen, deren Führer zugleich Direktoren und Besitzer der dortigen zahlreichen Bergwerke sind, dicke, Frei ins Haus tostet dasselbe 1 Mart 35 Pf. pro Monat, große, halbgraue Stimmzettel ausgeben, die für 8. pro Woche. Beſtellungen werden von jämmtlichen gebermann und besonders für den am Wahltisch sich beBeitungs- Spediteuren, sowie in der Expedition, Zimmerstr. 44, findenden Grubenbeamten schon von Weitem fenntlich geben hat. Illustrirtes Sonntagsblatt". angenommen. für den Monat März gegen Bahlung von 1 Mark 35 Bf. Für Außerhalb nehmen alle Bostanstalten Abonnements entgegen. Idlenene Theil des fesselnden und interessanten Romans Den neu hinzutretenden Abonnenten wird der bisher erowie die bisher erschienenen Nummern des Illustrirtes Sonntagsblatt." „ Gesucht und gefunden" Soweit der Vorrath reicht gegen Vorzeigung der Abonne ents- Quittung gratis und franto verabfolgt. seinen ersten waren. Um so erfreulicher ist es, daß ein national- liberales Blatt, wiederum die oben genannte Elberfelder Beitung", mit großer Entschiedenheit für die Einführung der Wahl touverts eintritt. Die amtlich abgestempelten Rouverts find natürlich völlig gleich; in ein solches steckt draußen vor dem Wahllokal der Wähler feinen Stimmzettel und giebt denselben also verhüllt dem Wahlvorsteher, der dens felben fofort in die Wahlurne legen muß. Namen lauten, fo find dieselben sämmtlich ungiltig. Dies ist übrigens diefelbe Praxis, die bei zwei oder mehreren in einander gefalteten Stimmzetteln schon jetzt geübt wird. Dadurch ist das Wahlgeheimniß gewahrt. Sind in dem Kouvert mehrere Stimmzettel, auf den gleichen Namen lautend, vorhanden, so ist eine Stimme giltig, wenn Geburtstag, es blickt dann auf ein Jahr feines Bestehens aber die Stimmzettel in einem Rouvert auf verschiedene und feiner Thätigkeit zurück. Die Berliner Arbeiterschaft hat Dem Blatt, welches allein die Intereffen derselben vertritt, ent chieben seine Sympathien zugewandt, trogdem aber ist es unfen, immer größere und weitere Kreise der arbeitenden Be terung zu uns heranzuziehen. Aber wir erwarten auch von jeren bisherigen Lesern und Freunden, daß fie uns in unferen Bestrebungen thatkräftig unterstüßen. Wir werden auf glaubt, daß das jezige Ueberwachungssystem, Den einmal eingeschlagenen Wege unentwegt weiter fortschreiten und stets für die Wahrung der Interessen der Arbeiter eintreten. Die Redaktion und Expedition des " Berliner Volksblatt". Die Einführung der Wahlkonverts. daß jetzt vielfach national= liberale Die Elberfelder Zeitung" vertheidigt nun ihren etwas sonderbarer Weise. in Sie welches bei der Verschiedenartigkeit der Stimmzettel vorkomme und wohl von allen Parteien ausgeübt würde, in der Hauptsache den oppositionellen Parteien, den Deutsch Freifinnigen, dem Zentrum und den Sozialdemokraten förberlich fet, da diese durch straffe Disziplin auf ihre Wähler einen größeren Einfluß ausübten, als die mehr rechts stehenden und die Mittelparteien. Darüber wollen wir nicht streiten, da es bei der Abänderung nicht darauf ankommt, welche Partei dabei Stimmen fich erheben, welche die Anträge, die schon oft Nußen hat. Worauf es vielmehr ankommt, ist die that von der vorgeschrittenen Linken erhoben worden sind, wieder aufnehmen. So ist unseren Lesern noch erinnerlich, daß die rechtsBeit bie flügelige, halboffiziöse Elberfelder Zeitung" vor einiger Wahlrechts zu den Wahlen für die Landtage der Einzels Staaten Einführung des allgemeinen gleichen und direkten empfahl. Bisher aber hatten sich gegen solche ErAbrud verboten.] 105 Feuilleton. Gesucht und gefunden. Roman von Dr. Dur. ( Norsesung.) Robenburg, denn ich sah ihn an dem Morgen, als man Ich täusche mich nicht, mein Freund, ich kenne Felix ben Leichnam des Invaliden fand, im Gasthofe; ich habe sählige Feststellung des geheimen Stimm rechts. Wer dabei gewinnt oder verliert, das ist gleichs giltig, das kann überhaupt nur die Zukunft zeigen. Es genügt, wenn das Wahlgeheimniß gewahrt wird und das Mißtrauen des Volkes aufhört. Wir sind nun nicht der Meinung, daß die Wahltouverts den Mittelparteien oder gar den Regierungsparteien ihm dabei einen leisen Wint, daß er nicht sprechen möchte. Es schien ihm bedenklich zu sein, sein Verhältniß zu der Rodenburg'schen Erbschaft in Gegenwart des jungen Mannes zur Sprache zu bringen. Nicodemus aber ließ sich nicht beirren, sondern fuhr fort: Ich erzählte eben diesem Herrn mein Zusammentreffen mit Ihnen und Ihrem Freunde im Schloffe des Nabob Nafir." " ,, Ganz recht, ich erinnere mich, Sie dort gesehen zu mir fein Geficht damals wohl gemerkt, und ich sah ihn haben; wenn ich mich recht erinnere, waren Sie bort, um wieber in Mabura im Schloffe Nabob des Nafir." Unmöglich!" schrie Amberg, der jetzt alle Kraft zu fammenraffte. Achtzehntes Rapitel. eine wohltönende Männerstimme von der Thür her. ,, Guten Morgen, ehrwürdige Herren," ertönte plöglich ab, und sein vor Zorn und Schrecken bleiches Geficht färbte Erschrocken wandte sich Amberg von seinem Freunde " einen Beitrag für Ihre Missionsgesellschaft einzukaffiren, erwiderte Strahlenau, welcher sofort die Gefahr für seinen Freund erkannte. Seine Stirn zog sich einen Augenblick in unmuthige Falten, doch vermied er, auch nur die geringste Befangenheit zu zeigen. Also Sie erinnern sich meiner? fuhr Nicodemus Sanftleben fort. Gewiß; denn ich sah Sie dort nicht zum ersten Mal; ich hatte bereits das Vergnügen, Sie hier in Berlin fich mit der Röthe der Scham, darüber, daß er sich in zu sehen. Erinnern Sie sich nicht, daß ich Ihnen selbst einen Beitrag für die Mission zahlte?" Ei gewiß; aber es handelt sich nicht um Sie, sondern um Ihren Freund." Verzeihung, ehrwürdige Herren, wenn ich störe." Sie waren so in Ihren Disput vertieft, das Sie mein Rlopfen nicht hörten, und da bas Dienstmädchen auf meine Frage nach Herrn Amberg mir sagte, daß ich denselben weichend. Hier finden würde da ich natürlich nur an Herrn Georg Amberg Lachte so glaubte ich mir erlauben zu dürfen, Nabob sah." auch ohne ein, Herein" einzutreten. Da ich übrigens den, Ich habe der Freunde viele," antwortete er ausIch meine den, mit welchem ich Sie im Hause des Ich erinnere mich wirklich nicht; sollte es der fein?" welchen ich hier suche, nicht finde, so erlauben Sie, daß ich Graf Birmingham, Adjudant des Gouverneurs gewesen mich Ihnen empfehle." Sanfileben; ich bitte Sie dringend, bleiben Sie. Rein, mein Herr, gehen Sie nicht!" rief Nicodemus ,, D, ftellen Sie fich nicht, als ob Sie's nicht wüßten; erinnern Sie sich, es war gerade, als der Gouverneur zu eben von einer Pantherjagd; Ihr Freund hatte einen Sie find leider Beuge gewesen, von einer Aufwallung Besuch erwartet wurde; Sie famen mit Ihrem Freunde so meines Freundes. die ihren Grund darin hatte, daß derfelbe eine gewiffe Thatsache, die ich behauptete, nicht glau Panther erlegt... Wer war dieser?" ben will; Sie aber fönnen diese Thatsache bezeugen." Sie tönnten das, Herr Strahlenau?!" rief der Brebiger, der den Eintretenden sofort erkannt hatte.„ Sichers lich weiß Herr Strahlenau nichts davon," wandte er sich plöglich mit neuer Besorgniß an seinen Freund, und gab Ich habe sehr häufig Jagden mitgemacht, und mancher meiner Freunde hat einen Banther erlegt." " ,, Sie wollen es nicht sagen, Herr Strahlenau; Sie wollen mir nicht bezeugen, daß es der Kolonel D'Brian war, den ich dort in Ihrer Gesellschaft fah." Diese Gesellschaftsklassen befinden sich am meisten in sozialer Abhängigkeit. Dem Arbeiter fann es seine Stelle kosten, wenn er anders stimmt, als sein Arbeitgeber es wünscht, mag dieser nun fortschrittlich, nationalliberal oder konservativ sein. Der Handwerker kann seine Kundschaft verlieren, wenn die leitende Barteirichtung in einem Städtchen erfährt, daß er ihrem Gegner bie Stimme ge= Und der kleine Beamte, der Beamte überhaupt? Wenn er auch nicht direkt gemaßregelt wird oder seine Stelle ver liert, wenn sein Chef erfährt, daß er oppofitionell gestimmt hat, so können aber aus dieser Stimmenabgabe so viele uns annehmlichkeiten und Verdrießlichkeiten entstehen, daß dem Beamten das Leben verbittert wird. So sollte die Frage der Wahlkouverts eigentlich keine Parteifrage sein, sondern vielmehr eine Frage der Schicklichfeit und der Gerechtigkeit. Das geheime Wahlrecht foll für alle Wähler garantirt, die freie Wahl soll gewähr leiftet werden und Niemand soll Schaden nehmen wegen feiner Stimmabgabe. Alle Parteien sollten sich deshalb aus Gründen der Schicklichkeit, des Rechts und der Moral einigen, recht bald einzus schon die Kouverts bei den Reichstagswahlen führen. Politische Uebersicht. Die geplante Erhöhung des Zolles auf Nähfäden hat bekanntlich bereits Petitionen von Seiten der Nähe rinnen veranlaßt, in welchen darauf hingewiesen wird, daß der erhöhte Boll ibre schlechte Lage noch mehr verschlechtern werde. Die bekannte Abwälzungstheorie tommt um so weniger in Betracht, als es feststeht, daß ein großer, wenn nicht der größte Theil der Näherinnen zu ihren Arbeiten die Näpfäden selbst liefern muß. Unter solchen Gefichtspunkten erscheint die ge plante Bollerhöhung ganz besonders bemerkenswerth; der Boll wird gefordert, um die Industrie und die Arbeiter resp. Ar beiterinnen zu schüßen, während derfelbe gerade das Gegentheil in Bezug auf den Arbeiter herbeiführt. Was alles Schönreden nugt der Zollfreunde, menn Die natten Thatsachen den entgegengesetten Beweis liefern? Die Lage der Arbeiterinnen ist anerkanntermaßen noch schlechter als die der Arbeiter, und namentlich ist der Verdienst der Nähe rinnen ein derartiger, daß eine weitere Verminderung desselbendie denkbar schwersten Folgen haben wird. Man muß fie ges seben haben bei der Arbeit, diese bedauerns werthen Mädchen und Frauen, wie sie von früh bis spät, bei gänzlich ungenügen. Sie meinen ben jeßigen Oberst O'Brian?" ,, Ganz recht; er ist an demselben Tage zum Oberf ernannt worden. ,, Es wäre möglich, daß ich mit ihm dort war; und wenn das wäre was bann?" ,, Kennen Sie jenen Herrn genauer?" " 1 Er ist einer meiner Freunde!" ,, Sie wissen, daß er fein Engländer ist?" Ein Schotte vermuthlich; der Name wenigstens ist ein in Schottland sehr verbreiteter." Mein Herr," unterbrach ihn Amberg ,,, Sie machten mir eines Tages in Neustadt einen Besuch, und erzählten mir, daß Herr Felix Rodenburg todt sei; wiffen Sie bas genau?" " Ganz genau, Herr Prediger Amberg!" " Da haben Sie's!" rief Amberg triumphirend und einen verächtlichen Blick auf Nicodemus werfend; also hatte ich Recht, Ihre Behauptung für eine unwahrheit zu halten Wissen Sie mein Herr" sagte er, sich wieder ,, daß dieser Herr behauptet, an Srahlenau wendend Herrn Felix Rodenburg im Schlosse des Nabob gesehen zu haben." Täuschung, Täuschung!" rief Strahlenau achfel zudend ,,, mein Freund Rodenburg ist leider nicht mehr am Leben." Herr, Sie wollen bestreiten, daß der Oberst D'Brian und Felig Rodenburg identisch find?" " Bah, man hat ja die untrüglichsten Beweise von dem Tode des Kolonel. Felix Rodenburg lebt nicht mehr, und Derjenige, welchen Sie für meinen Freund Felix hielten, ist fein Anderer, als der Oberst O'Brian; es muß eine flüchtige Rehnlichgeit Sie täuschen." Aehnlichkeit, Aehnlichkeit!" feuchte Nicodemus Sanf leben spöttisch die Lippen zuckend: ich lasse mich durch flüchtige Aehnlichkeit nicht täuschen... Ich behaupte, und wenn Sie es auch bestreiten, daß er es war. Leugnen Sie nicht, Herr Strahlenau; Sie haben Gründe, geheim zu halten, daß Felix Rodenburg noch lebt.... Die Nach richt von seinem Tode war eine Täuschung, sei es eine abe sichtliche oder eine zufällige." der Nahrung, bei unzureichendem Licht und oft in falter Stube ihre geisttödtende Arbeit verrichten, um sich ein Urtheil über ihre Lage bilden zu können! Die poetischen Schilderungen von dem Leben dieser armen Frauen, wie sie heute noch vielfach in den Organen der Börsenjobber zu finden find, scheinen nur erfunden zu sein um die Sinne blastrter Menschen zu figeln. Geradezu troftlos ist für diese Aermsten die Wirklichkeit. Kaffee Morgens, Kaffee tittags, Kaffee Abends und am nächsten Tage daffelbe. So geht es Jahr aus, Jahr ein, ja oft ist nicht einmal die schlecht bezahlteste Arbeit zu erlangen. Und diese Arbeiterinnen sollen Mütter werden der zukünftigen Generation, fie sollen einem träftigen Geschlecht das Leben geben! Da sollte man doch billiger Weise Schußmaßregeln ergreifen, um die übermäßige Ausnugung zu verhindern, nicht aber sogenannte Schutzölle" einzuführen suchen, die ersichtlich zu ,, Drudsöllen" für diese Arbeiterinnen werden. Man begegnet täglich Klagen über die zunehmende Unfittlichkeit in den verschiedenen und namentlich in regierungsfreundlichen Blättern, man macht die wunderlichsten Vorschläge, um diesem Uebel zu steuern, was nügen aber alle diese Vorschläge und Hinweise, wenn man mit einer ängstlichen Scheu um die Ursachen herumgeht, wenn man den Muth hat um dieselben herum alles breit zu treten, aber nicht den Muth, auf die Wurzel loszugehen. Und ficherlich würde durch Erhöhung dieser Bölle das Uebel noch vergrößert werden. Es fann Bölle geben, für die jeder Boltsfreund mit gutem Gewiffen eintreten tann, aber gegen diesen Boll müssen wir uns unter allen Umständen erklären; hoffent lich wird der Deutsche Reichstag den geplanten 3oll nicht bes willigen. Eine Abänderung der Gerichtsvollzieher Ordnung wird in dem neuesten Justiz- Ministerialblatt" veröffentlicht. Die betreffende Verfügung des Justisministers Da tirt vom 23. Februar dieses Jahres. Laut der Vers fügung hat die Errichtung selbständiger Gerichte kaffen eine Abänderung einzelner Bestimmungen der Gerichtsvollzieher ordnung vom 14. Juli 1879 nothwendig gemacht. Nach§ 1 fann zum Gerichtsvollzieher nur ernannt werden, wer 1. das fünfundzwanzigste Lebensjahr vollendet hat, 2. die attive Dienst pflicht im stehenden Heere oder in der Flotte erfüllt hat, oder von derselben für die Friedenszeit endgiltig befreit ist, 3. die für den Gerichtsvollzieherdienst erforderliche Rüftigkeit befizt, 4. fich in geordneten Vermögensverhältnissen befindet und 5. eine Prüfung bestanden hat. Von der Ablegung der Prü fung find diejenigen befreit, welche die Gerichtsschreiberprüfung bestanden haben. Nach§ 3 dürfen zum Vorbereitungsdienste nur Militäranwärter zugelassen werden. Ueber die Zulassung entscheidet der Präsident des Oberlandesgerichts. Dem Gesuche um Bulaffung ist der Geburtsschein, eine kurze, selbstverfaßte und selbstgeschriebene Darstellung des Lebenslaufs, sowie der Ausweis über die Militärverhältnisse und über die erlangte Schulbildung beizugeben. Ferner bestimmt die Verfügung: Die Gerichtsvollzieher dürfen für ihre Amtshandlungen über die ihnen zustehenden Gebühren und baaren Auslagen hinaus feine Vergütungen annehmen, fordern oder sich versprechen laffen. Desgleichen ist ihnen die Verabredung einer geringeren Vergütung als der ihnen zustehenden Gebühren und baaren Auslagen untersagt. Die Gerichtsvollzieher dürfen in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten als Prozeßbevollmächtigte oder Beis stände nur für nahe Angehörige vor Gericht auftreten. In Ansehung der Uebernahme von Nebenämtern und Nebenbe schäftigungen, sowie des Betriebes von Bewerben unterliegen die Gerichtsvollzieher den allgemeinen für die Justizbeamten bestehenden Einschränkungen. Der Gewerbebetrieb eines Agenten ist den Gerichtsvollziehern nicht zu gestatten. Neben den Gerichtsvollziehern fönnen auch Gerichtsvollzieher kraft Auftrags und Hilfsgerichtsvollzieher funttioniren. Die Bestim mungen der neuen, 57 Paragraphen umfassenden Gerichtsvollzieher- Ordnung fommen vom 1. April d. J, zur Anwendung. Mit demselben Tage tritt die Gerichtsvollzieher- Ordnung vom 14. Juli 1879 außer Kraft. Das neueste Justiz Ministerialblatt veröffentlicht zugleich eine neue Dienstordnung für die Gerichtsdiener vom 23. Februar 1885, welche ebenfalls mit dem 1. April 1885 in Geltung tritt. Hieran schließt sich eine allgemeine Verfügung vom 23. Februar 1885, betreffend die Abänderung der Geschäftsanweisung für die Gerichtsvollzieher. Durch eine Verfügung des Ministers der öffentlichen Arbeiten sind die Eisenbahn- Direttionen angewiesen, alle Arbeiter, welche unter 21 Jahre alt find und eine Beschäftigung in irgendwelchem Dienstzweig haben, die mit dem Betriebsdienst zusammenhängt bezw. bei welcher Un glücksfälle herbeigeführt werden können, aus diesen Stellen zu entfernen und für die Folge nicht zu verwenden. Die Aichordnung für das deutsche Reich vom 27. Dez. 1884, die Aichgebührentare vom 28. Dez. und die Bekannt machung wegen Bulassungsfristen für ältere Maße, Maßwerk zeuge, Gewichte und Wagen vom 30. Dez. wurden in der vorlegten Nummer des Reichsgesetblattes" publizirt. Frankreich. Die Einweihung der Statue Ledru Rollins fand wie wir bereits erwähnten am 24. d. Mts. in Paris Was sollte mich bewegen zu behaupten, daß mein Freund todt sei, wenn er lebt?" Ich will es Ihnen sagen; was Sie dazu bewegt. Felix Rodenburg ist von hier entflohen, mußte entfliehen, weil eine gewiffe Person ermordet wurde... Ich brauche weiter nichts zu sagen, mein Herr; es liegt mir daran, daß die Wahrheit diesem Manne gegenüber an den Tag tommt; ich verspreche Ihnen zu schweigen, und auch Herr Amberg wird schweigen... Bekennen Sie, daß Felix Rodenburg noch lebt." " Ich muß bei dem bleiben, was ich gesagt habe; ich bitte Sie, mich aus diesem Streit heraus zu lassen. Erwürgen Sie fich meinetwegen wegen dieser Angelegen statt. Ledru- Rollin feiert man als den Urheber des gleichen Wahlrechts; die Statue stellt den Gefeierten dar, wie er einen beschriebenen Stimmzettel in die Wahlurne wirft. Die Feier begann um 1½ Uhr und zu derfelben waren verschiedene Minister, forie auch ein Vertreter des Präsidenten, außerdem der Vizepräsident des Senats, Humbert, Kammer präftdent Briffon, viele Senatoren, Deputirte und Gemeinderäthe von Paris, sowie Deputationen aus der Provinz erschienen. Der weite Plat war über und über mit Menschen be fegt, welche beim Fallen der Hülle, das unter den Klängen der Marseillaise" geschah, in Hochrufe auf die Republik ausbrachen. Die gesammten Gäfte, Frau Ledru- Rollin an der Spize, schritten nun an der Statue vorüber, indeß die Kapelle der Garde républicaine den ,, Chant de depart", die Mars seillaise" und den Chant des Girondins" splelle. Reden wurden gehalten von Floquet im Namen des Initiativ- Komitees, " 1 dem Arbeiter Albert, Mitglied der provisorischen Regierung dem radikalen Abgeordneten Madier de Montjau, dem ehe maligen Sekretär Ledru Rollin's, Georges Maillard. Nach Beendigung der Reden defilirten die Leute vor dem Standbilde und begrüßten die Fahne der Nationalgarde von Mont ville aus dem Jahre 1789 mit Hochrufen. Zwischen dem Senat und der Deputirtentammer ist ein Konflikt in Sicht. Die Deputirtenkammer bat verschiedene Pofitionen des Kultusetats gestrichen, welche der Senat wiederhergestellt hat. Die Vorlage geht somit wieder an die Kammer zur nochmaligen Berathung zurück. Die radikalen Blätter führen gegen den Senat eine scharfe Sprache und beschuldigen Ferry, den Senat zu dem Botum veranlagt zu haben. Schweden und Norwegen. Unter den Aufgaben, welche der Lösung durch das Storthing( Landtag) barren, sind besonders zwei von großer Bedeutung: die Neuordnung des Heeres und die jenige der Strafrechtsprechung. Der jest fertig ge druckte Gefeßentwurf der Jurykommission" über das Verfahren in Strafsachen enthält in nicht weniger als 46 Kapiteln und 515 Paragraphen also 30 mehr als der Odelethingsbeschluß ( Herrenhaus) von 1863 ( Herrenhaus) von 1863 eine vollständige Neugestaltung der Staatsanwaltsbefugnisse, des Gerichts- und des Prozeßverfah rens, unter Berücksichtigung aller bürgerlichen, polizeilichen und Iriminalen Freiheitsrechte, sowie der Entschädigung unschuldig Verurtheilter. Unter das neue Gesetz fallen alle Straffachen, ausgenommen die geseßlich bestimmten Ausnahmefälle, die Reichs und kriegsgerichtlichen Entscheidungen. Besondere Gerichte, namentlich die firchlichen, fallen fort. Beforänkung der Kriegsgerichte auf lediglich Heeresbeamten. Alle mit Strafsachen zusammenhängenden Rechtsfragen können, beziehungsweise müssen durch das be | tommende Jahr bis zum 1. April nicht fertig geworden, füden befter da bis Ende des Monats die bestehenden Steuern und bem anzuschl gaben zu erheben und außer den laufenden auch die not life, Revisto bigen Ausgaben nach ihrem dem Reichstage vorge Berlin übert ursprünglichen Finanzgefeßentwurf zu bestreiten, jedoch m Die Ba Aenderungen, welche von beiden Abtheilungen des Reid giftrat möge beschloffen worden sind. Bei der Vorlage bemerkte Riveauüberge der Voff. 3tg." geschrieben wird- Konseilpräsident G ftrage entfer daß die Regierung es für ihre Pflicht erachtet habe, die Bahnförper das interimistische Finanzgesetz geforderte werde. Bur macht schon jest in Vorschlag zu bringen, Da es taumbahnverwaltu scheinlich sei, daß die Berathung des ordentlichen Fin Unterführung seges bis zum 1. April werde beendet sein; andererseits begriffen und auch die Abfaffung der Vorlage von den früheren interi bat der Mag schen Finanzgesetzen verschieden. Die Regierung habe ni Auf A Grund zu bezweifeln, daß das Landsibing unter giftrat beschle jezigen Umständen ein interimistisches Finanzgesetz in fil Bürger- un Faffung annehmen werde. Deshalb habe sich die Regieträgen herges bestrebt, den vom Landsthinge gestellten Forderungen diziniſchen sprechen, indem sie dem Geseze eine Form gegeben habe, tragende ein welche alle früher geltend gemachten Zweifel und Meintität ift. verschiedenheiten vermieden und gleichzeitig die Regierung so gebunden werde, daß der regelmäßige und ordentliche legenheit i Der Administration dadurch offenbaren Schaden erleide. Minister des früher gebräuchliche Beschränkung, daß die Ausgaben Ausgleichung nach den bisher geltenden Regeln" geleistet werden fom präsidium sch fet deshalb fortgelaffen. Den früheren Titel interimifi eingänge bez am 3. März Verfassung auch nicht mehr angewendet.- Dieser Entwurf ausichuffe ich am Montag im Folkething zur Verhandlung. Abg. präsidium ve Monrag bezeichnete die Vorlage als mit der fassung in Widerspruch stehend, Abg. Graf Golfte Ledreborg hält den Entwurt für ganz unanneb Konfeilspräsident Eftrup betheiligte fich mit großer Wichtig Die Vo für alle frei Rommiffion Retallarbeite haftigkeit an der Debatte; er bestreitet entschieden, daf Vorlage ein Verstoß gegen die Verfassung sei. Von Smühen sich sc der Konservativen wird der Minister nur schwach un stügt. Abg. Hördum( Sozialdemokrat) erklärt, daß f Partei in dieser Sache geschloffen auf Seiten der Libera un follte; stehen werde. Der Regierung aber wolle er rathen, nih dem Feuer zu spielen, denn das Volk werde eine neue raße 97, ge gefeßlichkeit ihrerseits nicht dulden und von seinem Nothwebr diefer Sanita recht Gebrauch machen. Die Norlage wird schlief ohne Abstimmung zur zweiten Lesung verwiesen und die if zur Einbringung von Amendements auf Donnerstag ta Ueber den Verlauf der schon erwähnten General auch den K festgesetzt. Verein versammlung des Kopenhagener Schüßen geht der„ Boff. 3tg." von anderer Seite als von ihrem egaltiri dienstliche Bergehen, als Regel auch für die höheren stigen Berichterstatter eine Buschrift zu, welche die Demon tion anders darstellt. Danach verlief die ganze Sache in gr Ruhe und Ordnung. Nur dem cus jungen treffende Strafgericht mit entschieden werden. Die Strafgerichte Leuten bestehenden konservativen Klub ereilte bestehen theils aus Geschworenen, theils aus Schöffen-( Fünf- scherzhaftes Verhängniß. Mit großem Lärm 30g over Dreimänner-) Gerichten. Die erſteren befiehen aus zehnliche Schaar durch die Straßen, in der Abficht, dem Kön Laten" und drei Richtern und treten alle drei Monate zufammen zur Behandlung der schwereren Fälle; in ben legteren ist nur ein studirter Richter( Unterrichter) mit 4 beam. 2 bürgerlichen Beifizern im ganzen Verlauf der Straf face thätig. Die Untersuchungsrichter wirken in Gegenwart zweier Gerichtszeugen. In allen zulässigen Fällen der Appellation entscheidet ein Ausschuß des höchstengerichtes über alle Freiheits- und sonstigen Beschränkungen, sowie deren Folgen gegen dritte Personen. Berufung an das Höchstengericht selbst ist in der Regel nur statthaft bei Fehlern in der Form, der Leitung oder Rechtskunde u. f. w. Der Schwurgerichtsbeginn von Christiania soll 200 Geschworene aufweisen können, die übrigen 5 Bezirke deren 100. Bei jedem neuen Schwurgericht werden davon aus 21 Mitgliedern weitere 16 ausgelost, von Denen 6 ohne Angabe von Gründen verworfen werden fönnen, widrigenfalls die legten 6 austreten. Die vers bleibenden noch 10 wählen aus ihrer Mitte einen Sprecher. Die Wählbarkeit zum Geschworenen oder Schöffen entspricht et pa der fommunalen. Der Reichsstaatsanwalt steht bie juge Hoch zu bringen. In der Nähe der töniglichen Wohn waren aus überflüssiger Vorsicht die Straßen abgesperrt, als nun die Brauseköpfe dennoch fich Bahn brechen woll threr redlichen Abficht bewußt, wurden sie von den le uten tüchtig, burdgeprügelt und ergriffen Hafenpanier. Wie besorgt die Kopenhagener Behörden 56 Aus on Aerzten en Mitglie inen beliebi falle zu weni unferen Dahingehend Leben treten Daliber zu e aller Vorau men wird. Rechtst im Jahre 188 dadurch veru eine glübende berbrannte u Lagebi" schr fenntniß geg baffelbe recht 30 Mart vo fchädigung& zerschmetterte bewegen, fan fon des Ausfalles jener Versammlung waren, zeigt die Maf war und 25 scharfe Patronen pro Mann erhalten hatte, die Husaren gesattelt hatten und die Artilleristen bei ih schützen Wache hielten, während die große Dampffprizu einer bo heimlich in Thätigkeit gesezt war und sofort zur Weitwi zu einer da herangezogen werden konnte. Kommunales. Dr Magistrat von Charlottenburg hatte fich bere von den Bo verpflichtet Borfig'schen Instanz von Rammergeric ntrage, und jezt vom t an rüc mit untergebenen Anwälten den Geschäften der öffentlichen Anschlusses verschiedener Gebietstheile des Charlottenburg vor einiger Zeit an den Magistrat von Berlin gewendet weg Weichbildes an die allgemeine Kanalisation von Berlin Digszinsen e Angelegenheit war vom Magistrat einer Subfommon sur Vorberatung überwiesen. Zugleich sollte die Kommiffion einen Anklage, Rechtsaufftcht u. f. w. vor, ist euch berathende Behörde in Gefeßesfällen. Bei geringen Vergehen hat jedoch die Polizei die Befugniß der Anklage. Kriminalsachen erheischen Privatllage oder Veranlassung durch die besondere Behörde, ausgenommen nur unaufschiebbare Fälle. Privatklage ist zuläfftg, falls der Reichsadvokat fich der Anklage weigert. Die neue Einrichtung der Schwurgerichte verlangt fonach die Einführung von 18 neuen Behörden. Dagegen würden 15 Dbergerichte fortfallen fönnen, und die erheblich niedere Belastung des Höchstengerichtes und des bieftgen Stadtgerichtes weitere große Ersparnisse bewirken. Man steht, daß die Rechtspflege in diesen Ländern erfreulicher Weise Fortschritte macht. Dänemark. Am Freitag legte Konseilspräsident Estrup dem Folke thinge einen Gefeßentwurf vor, durch welchen die Regierung bevollmächtigt werden soll, im Falle das Finanzgesetz für das Magiftrat Derfelbe ba bezüglichen Vertrag aufstellen. Dieser ist jegt dem vorgelegt und von ihm genehmigt worden. Bestimmung amilichen A diefer Adref Anstalten, 2 werthe Date Befest, Dem ertheilen zu verfahren welches bef wenig die S fchaftsgebab balben brei e fich im darauf hin seine Kommiffarien autorifirt, mit dem Magift von Charlottenburg auf Grund dieses Vertragsentwurfs weitere Verhandlungen zu treten. Es handelt fich bauptil um den Anschluß des 18. Charlottenburger Stadtbesitles Die Berliner Kanalisation, also um die Kurfürstenstraße, straße, Nollendorfplat, Straße 20 c. Es sollen nicht nur Straßen und Pläge dieses Gebietes, sondern auch die einzel Grundstücke deffelben durch die Berliner Kanalisation wässert werden. Vor Beginn der Ausführung des Baue durch Ortsstatut und Polizeiverordnung festgesezt für Charlottenburg dieselben Bestimmungen gelten, werden welde Berlin für den Anschluß von Straßen, Pläßen und Ga hier nicht anders kann, als die Wahrheit sagen," nahm als wenn sie selbst zur Erhöhung der Festfreude beitr " Ich sehe ein, daß ich im Intereffe meines Freundes strahlte die Frühlingssonne vom heitern Himmel he Strahlenau das Wort. „ Herr Amberg, Sie werden schweigen, das weiß ich: wenn Felix Rodenburg lebt, werden Sie nicht Erbe des Rodenburg'schen Vermögens sein; Sie werden alle Welt seinen Tod glauben lassen, davon bin ich überzeugt.... Und Sie, Herr Sanftleben, haben kein Interesse daran, seinen Tod bezweifeln zu lassen; damit Sie aber Interesse daran haben, ihn tobt zu glauben, gebe wollte, und es war, als wenn der Sonnenschein fich mi spiegelte auf all' den Gesichtern von der refpetto Wirthschafterin herab bis auf den letzten Stalljungen Dieses Fest aber galt dem Oberamtmann Lord Man beging heute in Stolzenburg ihren Hochzeitstag todt gehalten wird, Ihnen regelmäßig von Seiten des Herrn Georg Amberg ein Beitrag für die indische Mission gezahlt werden soll von so ansehnlicher Höhe, daß Sie ich Ihnen das Versprechen, daß, so lange Rodenburg für Gäfte ein, und alles Gefährt, das die weiten Beigung Ba zur Verfügung hatten, war nothwendig, vom nächsten 2 weiten Ställe hatten totum Raum, die vielen Equip hofe die von der Ferne kommenden abzuholen, und heit, aber lassen Sie mich nicht Ihren Streit entscheiden. Ihr Schweigen für völlig bezahlt halten sollen... Diese derjenigen aufzunehmen, welche aus der Nachbarschaft Was geht Sie überhaupt Felix Rodenburg oder der Baronet D'Brian an? Was haben Sie für ein Interesse an einem indischen Offizier?... Lassen Sie mich aus dem Spiele, und einigen Sie sich unter einander über die Frage so gut Sie fönnen." Er wandte sich zur Thür und wollte hinaus, Nicodemus aber sprang auf und trat ihm in den Weg. " Noch ein Wort, Herr Strahlenau. Wenn Sie mir nicht bestätigen, daß Felix Rodenburg lebt, dann trete ich öffentlich mit der Behauptung auf, dann gehe ich zu der • Beiträge hören in dem Moment auf, wo es weiter als in diesem Kreise bekannt ist, daß Felix Rodenburg lebt Ja, Herr Prediger Amberg, er lebt; Herr Nicodemus Sanfts leben hat sich nicht getäuscht, der Baronet D'Brian und Felix Rodenburg find identisch." " Er lebt!" wiederholte Amberg vernichtet. " Ja, er lebt!" er wird Sie aber nicht hindern, die frummen Weg zu verfolgen, welche Sie einschlagen, um sein Vermögen in Ihre Hände zu bringen. trafen. Steinberg mit seiner Familie nicht. g Natürlich fehlte zu diesem Fefte Cordelia mit i Gesammtpensionat nicht; natürlich fehlte auch Herr Lord Killmare, der expreß von seinen Befizungen Schottland hierher gekommen war, hatte seine Braut seine Schwiegereltern selbst abgeholt. Es waren aber au Wil bem Gäste aus der Residenz da. Da waren Amberg Ich überlasse Räthchen, da war Elsler mit seiner Haustrone es Ihnen, Herr Prediger Amberg, diesen Herrn, Ihren mine; da war Bertha Amberg und Herr Strahlenau, nächsten zuständigen Behörde und sage: Jener Felix Ros Freund, auch Ihrerfeits für sein Schweigen zu bezahlen. endlich war mit Lord Killmare zugleich auch Friz Rob denburg, welcher vor sechs Jahren entfloh, lebt; es ist der Oberst D'Brian im indischen Freiwilligen- Regiment.. Alsdann werden wir sehen, ob ich mich getäuscht habe oder nicht; man wird ihn zu finden wiffen." Ich habe das Meinige gethan, thun Sie das Ihrige!" Neunzehntes Rapitel. Beij burg eingetroffen, der sich seinem Berufe einige Lage zogen hatte, um dem Ehrentage seiner Schwefter b wohnen. Um ein Uhr waren endlich alle Wagen bie Ra alle in dem prächtigen Empfangsfaal versammelt. " Herr!" rief Strahlenau erschrocken, das wollten Sie schmud geprangt, als heute, gerabe drei Monate nach den hinaufgefahren und nach und nach hatten fich bie G thun gi " Ja, das werde ich thun; andererseits aber gelobe ich Ihnen Schweigen. Niemand wird den Obersten O'Brian behelligen, Niemand wird ihn verrathen... Nicht wahr, Wohl noch nie hatte Schloß Stolzenburg so im Fests zulegt erzählten Ereignissen. Der junge Lenz mit seinem Blüthenschmuck, hatte Terassen, Säulen, Hallen, Gänge prächtigen Gartens. Nicht dieser Garten allein stand im und Nischen ausgestattet mit den schönsten Gewächsen des daß trotz der großen Anzahl der Geladenen eine gem mein Freund Amberg, Sie werden ihn nicht herbeirufen, herrlichen Schmuck und begann sein junges Laub zu ents jungen Damen, denen gewiß das heutige Feft hunder und werden auch nicht Schritte thun, seinen Aufenthalt zu ermitteln?" Nein, ich gewiß nicht!" feuchte Amberg, der durch falten, nein, daß Schloß selbst hatte ein gewand angelegt: Fahnen, Guirlanden und Teppiche, fie schwiegen, in athemloser Spannung harrend. Fest Gelegenheit gab, ihre Rosenlippen in Bewegung zu fe es überall. St das energische Benehmen seines Freundes doch anfing, fich Die Gänge waren mit Blumen bestreut, das ganze Per- thüren eines Seitengemaches öffneten sich, und herein sonal im höchsten Festanzuge, und über all diesem Festschmuck Brand, seine holde Braut am Arme. An feiner seiner Sache weniger gewiß zu sein. Beim Den Berlege ibrer Werk 11 ging der L unb ihnen Ein w heran, und bas Brautp Von und Mand Stimme au Die S Hände. In all folden Tag Beibe verb Unter Rirche einf innige Fre Don Wehm Diefe Raroffe. Wie H berg zu fei fichtern. S gewiß unv fie teine bermuthen. Sie antwortete Charatter." Das berg. S nnb fo be Charafter, fügte e zufchieben Brebom's Frau Ach, t. eworden, füden bestehen. Die Ausführung der Straßenleitungen auf Nothausern und dem anzuschließenden Gebiete mit allem Zubehör Die not life, Revistonsbrunnen, Gullies 2c.- foll dem Magistrat von vorge Berlin übertragen werden. jedoch mi terkte Die Baudeputation hatte den Antrag gestellt, der Maes Reid giftrat möge fich damit einverstanden erklären, daß der jetzige Riveauübergang über die Eisenbahn im Buge der Großgörschenfident traße entfernt und eine Unterführung deffelben unter dem be, die Bahnkörper ebenso wie in der Blücherstraße vorgenommen forderte werde. Bur Ausführung der Unterführung babe sich die Eisenfaum babnverwaltung bereits bereit erklärt. In Erwägung, daß die hen Fin Unterführung in der Blücherstraße bereits in der Ausführung dererseits begriffen und die Großgörschenstraße in nächster Nähe liegt, en interi bat der Magistrat beschlossen, den Antrag abzulehnen. habe na Auf Anregung des Etats- Ausschusses hat der Mag unter giftrat beschlossen, daß die beiden Säle des Rathhauses, der in fr Bürger- und der Oberlichtsaal, welche zu öffentlichen VorDie Regieträgen hergegeben werden, von jest an nur noch dann zu me ungen dizinischen Vorträgen hergegeben werden, wenn der Vorn habe, tragende eine auf medizinischem Gebiete anerkannte AutoMeintität ist. egierung erleide Wichtige Verhandlungen in der Markthallen- Angestüßen, führen die Kolporteure der Schauerromane diverse| ständlich nicht zu kurz tommen. ständlich nicht zu furz tommen. Die Bureaukratie muß alles thun heißt es in Preußen; die Geistlichkeit muß Alles Werthgegenstände, hauptsächlich Goldwaaren, Uhren, Brochen, Dhrgehänge, Ketten und Medaillons mit sich, die sie beim in die Hände bekommen heißt es im Vatikan. Die Kirche Publikum auf Abzahlung anzubringen suchen. Der Preis Jesu Chrifti, wie eine liebende und uneigennütige Mutter, will dieser Waaren ift oft mehr als der doppelte Betrag des eigent und sucht nichts als das Wohl ihrer Kinder; fte wendet gegen lichen Werthes; silberne Bylinderuhren zum Werthe von 18 M. die Krankheiten derselben einzig die richtigen Heilmittel an; werden mit 36 bis 40 M., goldene Damenuh en zu 30 M. Denn sie allein kennt das Geheimniß der schwierigen sozialen mit 60 bis 70 M. abgefeßt. Der Käufer zahlt den zehnten Probleme, welche die ganze Welt in Bewegung seßen" heißt Theil des Werthes und darunter an, und cine Mark wöchentlich es in der letzten Ansprache des heiligen Vaters an die Pilgerab, dafür erhält er sofort beim Abschluß des Geschäftes das schaft der katholischen Industriellen Frankreichs. Das Ges getaufte Objekt zugestellt. Diese anscheinende Koulanz des heimniß der sozialen Probleme" ist nach kirchlicher Anschauung Verkäufers täuscht den Käufer über den hohen Preis hinweg. nun sehr einfach:" Die Uebel, von denen größtentheils die Die Folgen dieser Praris in fittlicher und wirthschaftlicher Familien, welche der Arbeiterklaffe angehören, betroffen find, Beziehung find sehr bedauerlich. Arme Leute, oft genug stammen aus der Vernachlässigung der religiösen Uebungen und Schlafburichen und Schlafmädchen, die nie daran gedacht haben dem Einflusse schlechter Grundsäße", meint der Unfehlbare. Also arbeiten, beten und in die Kirche gehen und die Welt s würden, sich ,, Goldfa hen" anzuschaffen, werden geradezu zum leichtsinnigen Schuldenmachen gedrängt und überredet. Dem wird sich in ein wahres Paradies verwandeln. Für Geistliche: Kolporteur ist es gleich, an wen er die Waare seines Prinzi- ja, für Arbeiter: nein! pals abjezt, er empfängt für jedes abgeschloffene Geschäft seine Provision, die zwischen 10-30 pCt. schwankt, und das oft recht schm erige Einziehen der Raten besorgt der„ Kassirer." An die fittlichen Folgen früpfen fich strafrechtliche. Kolporteure, welche die anvertrauten Objekte unterschlagen und die Kaufverträge gefälscht haben, Käfer, welche die übernommenen Werthfachen verkauften oder verpfändeten, beschäftigen jezt unausgefeßt die Staatsanwaltschaft, nur die sehr schlau operiren den Herren Verleger" waren bisher nicht zu faffen. In neuerer Zeit find indessen verschiedene Denunziationen gegen einen dieser Herren eingegangen, welche der Staatsanwaltschaft Veranlaffung gegeben haben, die Untersuchung wegen Betruges einzuleiten. In dem einen Falle handelt es sich um den Verkauf von ein Paar Dhrgehängen, die mit 10 Mt. ver abrebet waren, nach mehrtägigem Gebrauche einen vollständigen Ueberzug von Grünspan zeigten und von einem Sachverstäns digen auf 2,50 Mt. abgeschäß: wurden. Man darf gefranntlich gegen 1000 Quart Suppe und ebenso viele Brote unter darauf sein, ob es gelingen wird, derartige Manipulationen ftrafrechtlich anzugreifen, jedenfalls aber steht das Publikum aus dieser Darstellung, wie es von jenen Verlegern" und Dentliche legenheit sollen zur Zeit zwischen dem Magistrat und dem Minister des Innern stattfinden, welche die Anbahnung einer sgaben Ausgleichung der zwischen dem Magistrat und dem Bolizeiden tom präsidium schwebenden Differenzen betreffend die Markthallen interimiftingänge bezwecken. Voraussichtlich wird in Folge dessen die auf§ 49 am 3. März anstehende Verhandlung in dem vor dem BezirksEntwurf ausschusse schwebenden Prozeß der Stadt gegen das PolizeiAbg. Bräfidium vertagt werden müſſen. Der B Golfte unannehm großer Den, baf Von St groad unity Der Liberal m Lokales. Die Vorstände der freien Hilfskaffen in Berlin bemühen sich schon seit Wochen, einen Sanitäts- Verband für alle freien Hilfskaffen ins Leben zu rufen. Es ist eine t, daß fommission gewählt worden, melche diesbezügliche Schritte en, nicht m Nothwebs tefli obne thren Kolporteuren über das Ohr gehauen wird. Retallarbeiter Krantentafe, Herr Otto Schulz, Bergmannne neutraße 97, gewählt. Bum Verständniß sei hier erwähnt, daß bble Stift diefer Sanitäts- Verband mit einer möglichst großen Anzahl on Aerzten einen Vertrag abzuschließen gedenkt, wonach es en Mitgliedern der freien Hilfskaffen frei stehen soll, fich an falle ftag Ninen beliebigen von den gesammten Aerzten im Erkrankungs General n ihrem Demoni 树 zu wenden. Hierdurch wird den Mitgliedern sowohl als uch den Kaffenverwaltungen ein großer Bortheil geschaffen. Aus unserem Leserkreise gehen uns nun vielfache Anfragen dahingehend zu, ob der Sanitäts- Berband noch nicht bald ins Leben treten wird. Wir haben uns bemüht, etwas Näheres the in grüber zu erfahren und können demzufolge mittheilen, daß Voraussicht nach der Verband bald zu Stande kom men wird. raltiti b ereilte bie juge Rönige Wohn esperrt, en Sdd im aller ben woll berbrannte und zerschmetterte, hat als Kläger- wie bas ,, Berl. ergriffen örden w te Mafu en ton n batte pfiprip Weitwid fidh ber Dendet weg lottenburge miffion jur Rechtskräftig erftritten! Der Maschinenbauer N., welcher Jahre 1880 in der hiesigen Borsig'scher: Maschinenbauanstalt dadurch verunglückte und dauernd arbeitsunfähig wurde, daß eine glühende Eisenplatte auf ihn fiel und ihm das rechte Bein Tagebl" schreibt jest in letter Instanz ein obfiegendes Er tenntniß gegen die Borfig'schen Erben erftritten, welche durch baffelbe rechtskräftig verurtheilt find, an den Kläger monatlich 30 Mart vom Tage des stattgehabten Unfalls ab als Ent fchädigung zu zahlen. Der Kläger, welcher nach Heilung seiner zerschmetterten Gliedmaßen sich nur noch auf Krücken fortbewegen fann, hatte nur die nothwendig gewordenen Kurtoften von den Borftg'schen Erben erstattet erhalten, wogegen fie ftch zu einer dauernden Alimentation des Verunglückten nicht für verpflichtet hielten. Die deshalb von demselben gegen die Borfig'schen Erben angestellte Entschädigungsklage war in erster Instanz vom hiesigen Landgericht I abgewiesen worden, das antrage, und die hiergegen von den Lepteren eingelegte Revision jezt vom Reichsgericht zurüdgewiesen worden. Kläger erhält an rückständigen Alimenten nebst den aufgelaufenen Vers Berlin Digszinsen etwa 1500 Matt von den Verklagten ausgezahlt. iffion einen Derfelbe ba Die Beamten der Schuhmannschaft werden neuester Magiftramtlichen Aoressen- Nachweis versehen werden, den sie, sobald Magift entwurfs bauptfachli tbezirtes traße, Ma icht nur Die eingel ifation Bauel werden, welde und Ga mmel b e beitr fich mich efpetto jungen Borb A Robent sabl itstag Befigun Often B 7, unb Equipo arfchaft mit i Herr bungen Braut aber au Imberg ne Wil lenau rig Rob Lage efter be bie Ra bie mächtigt ne gem bewegli undert Bu fe n Flag St herein einer Bestimmung gemäß vom 1. April d. J. ab sämmtlich mit einem fie fich im Dienst befinden, stets bei sich zu führen haben. Da diefer Adressennachweis ein Berzeichniß sämmtlicher öffentlichen Anstalten, Behörden, Kirchen, Vereine und dergleichen wissensterthe Daten enthält, sind die Beamten hierdurch in Stand gefeßt, dem Publikum in weit ausgedehnterem Maße Auskunft ettheilen zu fönnen, als dies bisher der Fall war. verfahren wider einen sogenannten Verlagsbuchhändler", Beim Landgericht I schwebt gegenwärtig ein Strafwelches bestimmt zu sein scheint, dem kleinen Publikum ein wenig die Augen zu öffnen und in ein schwindelhaftes Ge" 11 Einen eigenartigen Kautionsschwindel hat ein in der Schwerinstraße wohnhafter, ehemaliger Defonomi Inspektor R. betrieben. Derselbe hat so genau Buch über seine Geschäfte geführt, daß schon aus diesen Notizen allein ihm der Schwindel nachgewiesen werden kann. Bei einer stattgehabten Haussuchung wurden die sehr sauber gehaltenen Bücher von der Schöne schaft übergeben. berger Polizei in Beschlag genommen und der Staatsanwalt Aus einer hiesigen Entbindungsanstalt wurde vor mehreren Wochen ein Frauenzimmer mit ihrem neugeborenen lebenden Kinde nach Schöneberg entlaffen, wo sie jedoch ohne das Kind eintraf. Bei ihrer Anmeldung gab die Person, über den Verbleib des Kindes befragt, an, dasselbe sei in der Anstalt bald nach der Geburt verstorben. In der Schlafftelle, welche fte furze Zeit bei einer alten Frau innehatte, war es aufgefallen, daß sie einen Reiseforb, in welchem sich ihre Sachen befanden, sehr ängstlich hütete. Sie verzog aber bald wieder von dort, angeblich um in Berlin in Dienst zu treten. Jetzt erst ist die Sache inbetreff des Kindes zur Sprache gekommen, aber weder die Mutter noch das Kind ist trop der eingehendften Recherchen aufzufinden. Es werden polizeilicherseits die größten Anstrengungen gemacht, Klarheit in das Dunkel zu bringen. Soziales und Arbeiterbewegung. Kaufmännisches Proletariat. Geradezu erbärmlich find die Löhne der Arbeiter in kaufmännischen Geschäften. So hatte eine Dresdener Firma eine Arbeitsstelle ausgeschrieben, zu der fich ein kräftiger junger Mann meldete und folgende Antwort erhielt: Auf Ihre Offerte vom 26. d.( im Invalidendant) be. nachrichtige ich Sie hiermit, daß die bei mir valante Stelle fich auf nachstehende, untergeordnete Bureauarbeiten erstreckt: Reinigen und heizen der Bureauräume, ko piren, Registriren und Abschreiben von ausund eingebender Korrespondenz, Besorgung von Post 2c., Wegen und sonstiger Kommissionen. Bureauzeit ist im Allgemeinen von 8-12 Uhr Borm. und 2-7 Uhr Nachmittags und muß das Bureau Morgens bei Beginn der Bureauzeit in Ordnung und geheizt sein. Die Remuneration hierfür beträgt vorläufig 15 Mart pro Monat. Antritt sofort. Sollten Sie hiernach auf qu. Stelle reflektiren, so wollen Sie sich ebeftens zwischen 81%, bis 92 Uhr Vorm. bei mir bebufs weiterer Rücksprache einfinden Für neunund Ihre Beugnisse zur Vorlage mitbringen." stündige und theilweise qualifizirte Arbeit täglich 50 Pfennige Lohn! Eine solche Offerte ist, gelinde ausgedrückt, unanständig. Aber was genirt das. Angebot von Händen ist überreichlich vorhanden und, um sich vor hunger zu schüßen, wird schon um f halben breit macht. Seit die abgeänderte Gewerbeordnung irgend Jemand die Stelle annehmen. den Berlegern von Kolportagewerken verbietet, das Angebot ihrer Werke" durch die Lieferung von Prämien" zu unterging der Lord Killmare, an der Seite der Braut Cordelia, unb ihnen folgte Friß, der Bruder Lucie's. Ein wahrer Sturm von Gratulationen brauste jetzt heran, und eine Fluth von Glückwünschen ergoß sich über bas Brautpaar. Stimme aus. und Manche sprach ihren Herzenswunsch mit bebender Von Seiten der Damen floß dabei manche Thräne, Die Herren schüttelten dem Bräutigam kräftig die Hände. In allen lebte der eine Gedanke: Das Glüd eines folchen Tages ist diesem Paare von Herzen zu gönnen: Beide verdienen ihr Glüd vollkommen. 3wanzigstes Rapitel. bon Wehmuth getrübt war. Der Pabst löst die soziale Frage, natürlich auf seine Weise, und der Einfluß der Kirche soll dabei selbstver dem Hochzeitstage unserer Tochter Helene nicht von Herzen glüdlich sein können, wie ich es sein möchte. Auch Herr von Steinberg stieß einen Seufzer aus. " Ja, ja," sagte er, wir hätten zwei Töchter zum Altar geleiten können. Es hat nicht sein sollen; unsere Tochter Ludmilla hat uns dieses Glücks beraubi Suche Sie zu vergessen!... Sie hat sich gewalts sam von unserem Herzen losgeriffen; sie verdient es nicht, daß wir uns durch den Gedanken an sie das Glück verfümmern lassen, unser legtes Kind glücklich vermählt zu fehen." Vielleicht sind wir selbst nicht ganz ohne Schuld," versette Frau von Steinberg, daß es 10 gekommen ist Sahen wir nicht die Liebe in den beiden jungen Leuten entstehen? Haben wir etwas gethan, ihrer Neigung Schranken zu feßen?" Unter allen Denjenigen, welche jetzt den Weg nach der Rirche einschlugen, waren vielleicht nur zwei Personen, deren Familien mein innigfter Wunsch." innige Freude in diesem Augenblick burch einen Schatten Raroffe. Diese beiden Personen saßen in der Steinberg'schen Wie glücklich fie Beide sind," sagte Herr von Steinberg zu seiner Gemahlin; man las es auf ihren Ge vermuthen." " fie teine Aussicht, den Tag ihrer Verbindung schon jetzt zu gewiß unverhofft gekommen. Noch vor einem Jahre hatten ,, Das war damals! Damals war eine Verbindung der ,, War es nicht vielleicht zu hart von Dir, daß Du später, als Du mit Herrn von Wredow entzweit warst, burch ein Machtwort die liebenden Herzen von einander trennen wolltest?" Vielleicht!" sagte Steinberg mit bekümmerter Miene. Ja, ja, ich habe zuweilen darüber nachgedacht Arbeitslosigkeit in England. Vor Kurzem wurden in London auf eine Stelle 236 Hafenarbeiter, die sich vergeblich nach Arbeit umgesehen, zu einem kostenfreien Frühstück zusammengebracht. Ueber 50 der Bewirtheten waren frühere Landarbeiter. In Liverpool fiehts ebenso traurig aus. Der dortige Komptoiris en- Verein hat im verflossenen Jahr 928 Litr. gegen 198£ ftr. an ftellenlose Mitglieder ausbezahlt. Sämmtliche Gewerfvereine baben mehr arbeitslose Mitglieder als zu irgend eiser früheren Beit, 1879 ausgenommen, aber die Dampftesselmacher und eisernen Schiffbauer haben mehr. Werden Lobnerniedrigungen, wie die von Dambarton angezeigte, das Ges schäft beben? Vom 12. März an sollen sämmtliche Handwerker im Schiffbau/ Penny die Stunde, etwas mehr als 1 Mt. die Woche, weniger erhalten, die Tagelöbner nur 1/8 Penny die Stunde. Ueberall große Noth. In Birmingham steuern Schlächter, Gemüsehändler, Bäcker u. s. w. zusammen, um täg die Arbeitslosen zu vertheilen und in Wolverhampton haben die Arbeiter einer einzigen Fabrit, die voll und ganz beschäf tigt find, 900 str. zusammengebracht, um dreimal die Woche Lebensmittel unter die Unbeschäftigten zu vertheilen. Das Schwarzwild vermehrt sich am Mittel- und Niederrhein, besonders in den Regierungsbezirken Trier, in ungemeiner Weise, so daß der Landmann den größten Schaden erleidet. In den letzten drei Jahren sind dort 5571 Sauen erlegt worden, woraus man auf die Höhe des Wildbestandes schließen tann. Entschädigungsgesuche und Entschä digungsklagen tommen nur selten vor, da der kleine Bauer von der Erfolglosigkeit derselben überzeugt ist. Die Selbsts hilfe ist bei der ungemeinen Strenge der Jagdgefeße recht gefährlich. Auch Elsaß- Lothringen wird demnächst eine sogenannte Arbeitertolonie erhalten. In Straßburg hat eine größere Versammlung stattgefunden, welche ein dahin zielendes Gesuch an den Landesausschuß gerichtet hat. Wie man hört, stehen Landesausschuß und Regierung diesem Projekt freundlich gegenüber. Vereine und Versammlungen. In der Vorstandssihung des Vereins für Feuerbestattung am 26. d. M., zu welchem auch stets Gäfte zus tritt haben, theilte der Vorsitzende mit, daß der Verein an Mitgliedern jeden Tag zunimmt. Die oberste Kirchenbehörde hat erklärt, daß bei dem Tode solcher Leute, welche sich verbrennen lassen wollen, nie im Hause ber vinterbliebenen eine religiöse Feier stattfinden darf. Dem Reichstage soll eine Petition eingereicht werden, um so zu konstatiren, welche Anhänger die Feuerbestattung im Reichstage hat, damit derselbe Die Regierung veranlassen möge, die Aufstellung von Defen zu verfügen. Dr. Gréve bat ert ärt, sich der Sache anzunehmen und ebenso Herr Fräge. Man hofft, die sozialdemokratischen Abgeordneten werden alle dafür eintreten. Der frühere Leibarzt Garibaldi's, Dr. Christofens in Mailand, welcher sich in der ganzen Welt für die Feuerbestattung Anhänger gewonnen hat, wurde als Ehrenmitglied ernannt, ebenso Dr. Lewinsohn in Kopenhagen. Das nächste Stiftungsfeft, verbunden mit Ball 2c., findet am 21. März im Hotel Alexanderplat statt und können Gäste durch Mitglieder eingeführt werden. Arbeiter- Bezirksverein der Oranienburger Vorstadt und des Weddings. Montag, den 2. März, Abends 1/29 Uhr, General Versammlung im Wedding- Bart, Müllerstr. 178. Tages- Drdnung: 1) Raffenbericht. 2) Stas tuten berathung. 3) Verschiedenes. 4) Fragelasten. Die Mitglieder werden ganz besonders auf den wichtigen Vunkt 2 der Tagesordnung aufmerksam gemacht und ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Gäfte haben nur Butritt, wenn fie fich als Mitglieder einschreiben lassen. Für die Mitglieder dient das Quittungsbuch als Legitimation. " Arbeiter- Bezirksverein Glüdauf". Die nächste Mit glieder. Versammlung findet am Dienstag, den 3. März, Abends 8 Uhr, in der Urania, Wrangelstraße Nr. 9-10, mit folgender Tages- Ordnung statt: 1. GeschäftHat Trennung von uns sehr leicht verschmerzt hat.... fie auch einen Versuch gemacht, uns zu versöhnen, zu uns zurückzukehren?" ,, D doch sie hat einen Versuch gemacht. Hat sie nicht an uns geschrieben, uns um Verzeihung gebeten, uns ihrer findlichen Liebe versichert?" Ja, das wohl. glücklich ist?" Und versichert, daß sie an der Seite ihres Gemahls An der Seite des Mannes, welcher der Sohn meines erbittertsten Feindes ist." " Was fragt die Liebe nach politischen Differenzen? Weißt Du, ich habe schon daran gedacht, ihr von freien Stüden meine Berzeihung entgegen zu bringen." Das wolltest Du thun, Frau? Weißt Du denn, ob fie nicht Deine ihr in mütterlicher Zärtlichkeit dargereichte Hand zurückweist. Db nicht Bruno den Eigensinn, den ftarren Charakter seines Vaters hat, und ihr die Aussöh nung mit ihren Eltern verbietet?... Nein, nein, das darf unter feinen Umständen geschehen! Außerdem tennen wir ja ihren Aufenthalt nicht; wir sind also schon deshalb außer Stande, uns mit ihnen in Verbindung zu fezen." fichtern. Ist auch kein Wunder; dieses Glück ist ihnen so viel Zeit darüber verstrichen ist, jetzt, da die politischen Frau von Steinberg schwermüthig, Charatter." Sie danken es unserm fünftigen Schwiegersohn," antwortete Frau von Steinberg; er ist doch ein edler fügte er hinzu, Parteien sich nicht mehr so schroff einander gegenüberstehen, wie damals, denke ich ruhiger und habe wohl manchmal gedacht, daß es meinerseits Unrecht war, die Liebe unserer Tochter Ludmilla zu Bruno von Wredow zu mißbilligen. Aber durfte ich, wegen meiner Ehre anders handeln? Hat nicht Wredom mit der Erbitterung begonnen? War er nicht der Erfte, welcher seinem Sohne Bruno jebe Verbindung mit unserer Familie auf's Strengfte unter sagte?... Ich war es meinem Ansehen schuldig, daß ich berg. Schon darin, daß er Brand's Vorzüge, anerkannte " Das ist er ohne Zweifel!" erwiderte Herr von Steins and fo bereitwillig würdigte, offenbart sich sein guter Charafter, feine noble Gesinnung... Wie zart von ihm" dasselbe that." zufchieben wünscht, bis die Differenzen zwischen uns und Brebom's ausgeglichen find. ,, daß er feine eigene Hochzeit hinaus Frau von Steinberg seufzte. ,, Ach, ich werde das nicht erleben. Ich werde an Euer politischer Haß, Euer Eigensinn, Eure Hals. ftarrigteit foften uns unser ältestes Kind." Mache mir keine Vorwürfe, liebe Frau; glanbe mir, daß ich selbst jetzt nicht mehr so darüber denke, wie damals Ich beruhige mich übrigens dabei, daß Ludmilla die " ,, Es ist kein Tag vergangen," sagte nach einer Bause wo ich nicht an fie gedacht und von Herzen gewünscht habe, sie wieder zu sehen." ,, Tröfte Dich, liebes Kind, das wird nicht geschehen können. Sie wird nicht zurückkehren wollen ohne ihren Gatten, und er darf es nicht wagen, je wieder vor seinen Vater zu treten. Er fennt den unversöhnlichen Charakter seines Vaters, er wiro nicht zurückkehren wollen, und sie, wird ihren Mann nicht verlassen wollen." Beide versanten wieder in ihre traurige Gedanken, bis der Wagen vor der Kirche hielt. Die Gesellschaft kehrte von der Trauung zurück, es war geschehen. Das junge Paar stand am Biele seiner heißesten Wünsche. Neue Umarmungen, neue Glückwünsche aller Anwesenden. ( Fortsetzung folgt.) liches. 2. Vortrag des Herrn Dr. Kanit über: Die Lunge, I thre naturgemäße Pflege im tranten und gesunden Zustande." 3. Wahl des 1. Vorsitzenden. 4. Verschiedenes. 5. Fragetasten. Da es dem Verein seit zirka 6 Wochen nicht vergönnt war, eine Versammlung abzuhalten, weil derselbe kein Lokal zur Verfügung hatte, so steht sich der Vorstand veranlaßt, mit der Bitte an die Mitglieder heranzutreten, sich an dieser, so wie an den nächsten Versammlungen nach wie Dor recht zahlreich zu betheiligen und nach Kräften möglichst viel neue Mitglieder dem Verein zuzuführen, Damit derselbe auch in Zukunft blühe und gedeihe. Verein der Maschiniften und Heizer. Heute Nach mittag 5 Uhr, Neue Jakobstr. 24-25( Schultheis) Versammlung. Vortrag des Ingenieur Herrn März. Gäste willkom men. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Die Küchenmöbeltischler und die Tischler der geschweiften Branche halten am Montag, Abends 8 Uhr, thre Tarifversammlungen ab, und zwar die Küchenmöbeltischler bei Theater. Königliches Opernhaus. Heute: Der Trompeter von Sättingen. Morgen: Aida. Beute: Tartuffe. Königliches Schauspielhaus. Morgen: Hamlet, Bring von Dänemark. Deutsches Theater. Heute: Graf Effer. Morgen: Die große Glocke. Bellealliance- Theater. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Heute: Ein gemachter Mann. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Heute: Gasparone. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central Theater: Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Heute: Der Walzer König. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Refidenz- Theater: Direktion Anton Anno. Heute: Sum 10. Male: Der Vergnügungszug. Hierauf: Die Schulreiterin Morgen: Dieselbe Vorstellung. Walhalla Operetten- Theater: Heute: Der Feldprediger. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Louisenstädtisches Theater: Heute: Zweites Gastspiel der fleinen Marguerite( Amerikas Liebling). Ein Taugenichts. Vorher: Aus dem Bolte. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Oftend- Theater: Beute: Die zwei Waisen. Morgen; Dieselbe Vorstellung. Deute: Die Sorglosen. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Heute: Sulfurina. Wallner- Theater. Vittoria Theater. Alhambra- Theater. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Heute: Die Räuber auf Maria Culm. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Cigarren eigener Fabrik, Keller, Andreasftr. 21, die Geschweiften" bei Wohlhaupt, Manteuffelstr. 9. Der Tarif für obige Branchen wird in diesen Bersammlungen endgiltig festgesezt, weshalb jeder Tischler Bersammlungen endgiltig festgesezt, weshalb jeder Tischler dieser Branchen erscheinen muß. Mitglieder Versammlung der Allgemeinen Krankenund Sterbetasse der Metallarbeiter( E. H., Hamburg), Filiale Nr. 4, heute Sonntag, den 1. März cr., Vormittags 10 Uhr, bei Keller, Andreasstr. 21( oberer Saal). Im Unterstüßungs- Verein der Buchbinder findet am 2. März die Wahl der zum Kongreß zu entsendenden Delegirten ftatt. Da es nun große Hauptsache ist, nur solche Männer zu entsenden, welche den Verein in jeder Hinsicht vertreten können, so ist das Erscheinen jedes Einzelnen unbedingt erforderlich. Generalversammlung des Fachvereins der Chirurgen, Inftrumentenmacher und Bandagisten am 2. t. Mte., Abends 82 Uhr, Weinmeisterstr. 18. fowie alle Sorten Rauch, Kau- und Schnupftabate empfiehlt B12 A. Kunze, Forsterstraße 2. Herm. Kehr, Hutmacher. Stalizerstr. 109, nahe d. Manteuffelstr. Elegante Seidenhüte v. 5-12 Mk. 59 Gute und feine Filzhüte v. 2-6 Mk. Jede Reparatur wird sauber und billig ausgeführt. Aufbügeln sofort für 25 Pfennige. ( Bweites Geschäft) Der Verein Berliner Stuckateure hält morgen( Montag) Abend bei Nentwich, Neue Grünstr. 14, seine Sigung ab, in welcher unter Anderm der Beschluß der Kommiffion Sprache gebracht wird. Diese Versammlungen finden jeden Montag nach dem 1. jeden Monats statt. Gäfte immer will tommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Die Mitglieder des Vereins zur Wahrung der J tereffen der Tischler und Berufsgenossen versammeln fich am Montag, den 2. März, Abends 8 Uhr, Naunynftrage 4 Tagesordnung: Vortrag, Verschiedenes. Gäste willkommen Neue Mitglieder werden aufgenommen. Die General- Versammlung ds Fachvereins Berline Kürschner findet Montag, den 2. März, im Saale des Herrn Seefeldt, Grenadierstraße 33, statt. T.- D.: Vortrag über das Arbeiterschuß- Gesez. Referent Herr Mor Kreuz. Versammlung des Unterstüßungsvereins deutscher Schuhmacher, Montag, den 2. März, Abends 8 Uhr, Mundt, Köpniderstr. 100. Tagesordnung: 1. Vortrag de Herrn Mar Kreuz. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes und Fragetaften. Gäfte willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. en gros, Cigarren- u. Tabak- Handlung Fritz Goercki Berlin SO., Admiralstraße 40( frühere ,, Linde.") Mr. Die 933e Auswan brtert w läßt, m en détail.erbalt bisher h n Jahrbud lichten a der Ein Import echter Havanna, Lager aller Sorten Rauch- und Schnupf tabake. Reich assortirtes Lager echt türkischer, russischer und amerikanischer Cigarretten und Tabate. Echt Nordhäuser Kautabake. en gros. Caffee, Wein und Delicatessen stets sehr grosses Lager. tanischen becken, 983 fo gema ein Bild feine B Haffen t Don 187 einen be en detail den B Frauen, gerichtet Berfone Statisti tufe, 2 Berufe. 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Welchen Antheil die verschiedenen Berufsklassen an der Auswanderung haben, ist eine Frage, welche vielfach erörtert worden ist, die sich aber nicht genau beantworten läßt, weil sich die statistischen Ermittelungen des Reiches bisher hierauf noch nicht erstreckt haben. Einen Aufschluß erhält man erst aus den jüngst in dem Schmoller'schen Jahrbuch von dem Staatssekretär z. D. Herzog veröffentlichten amerikanischen Ermittelungen über die Berufsarten ber Einwanderer in Nord- Amerika. Wenngleich die ameri tanischen Bezeichnungen sich nicht immer mit dem Begriff becken, den wir mit den verschiedenen Namen verbinden, fo gewähren diese Ermittelungen doch wenigstens annähernd ein Bild von den Verhältnissen, auf Grund dessen man feine Vorstellungen über die auswandernden Bevölkerungslaffen wesentlich berichtigen kann. Wir ersehen daraus, daß von den 740 539 in Amerika Don 1879/80 bis 1882/83 eingewanderten Deutschen 297 537 einen bestimmten Beruf hatten, während der Rest außer den Berufslosen auf Familienangehörige, Kinder und Frauen, soweit diese nicht ausnahmsweise eine auf Erwerb gerichtete Beschäftigung haben, zu rechnen ist. Die 207537 Bersonen mit Beruf zerfallen nach der amerikanischen Statistik in 3 Gruppen, 1. gelehrte und künstlerische Bes tufe, 2. Handwerke und technische Berufe, 3. andere Berufe. Die Zahl der zur ersten Gruppe gehörigen, während enes vierjährigen Beitraums eingewanderten Deutschen belief sich auf nur 3077. Die größte Zahl hiervon weisen die Musiker und Lehrer auf, ferner die Gelehrten, SchriftHeller, Architekten, Apotheker und Bekenner der graphischen Rünfte. In der Musik fonfurriren mit Deutschland namentlich die Einwanderer aus Italien und Desterreich- Ungarn, in anderen freien Rünsten gehen England und Frankreich bor; lettere beiden forgen vornehmlich für Geistliche und auch für Lehrer, England hauptsächlich neben Deutschland für Aerzte. Bur zweiten Gruppe( Handwerker und technische Berufe) gehören 86 624 deutsche Einwanderer. Die deutsche Einwanderung von Handwerkern ist unter allen bei dieser Einwanderung betheiligten Staaten die relativ stärkste. Bes sonders start ist die Einwanderung von Simmerleuten ( 13 087), Schuhmachern( 6966), Schneidern( 5801), Schmieden( 5549), Bädern( 5503), Fleischern( 4812) und Mauern( 4572). Im Verhältniß zu anderen Staaten Sonntag, den 1. März 1885. Schneidern, Norwegen mit See- und Bergleuten, Italien mit Maurern und Seeleuten. Zu der dritten Gruppe gehören alle übrigen Gewerbe und Beschäftigungen; fie umfaßt insbesondere den Handel, die Transportgewerbe, die persönlichen Dienstleistungen, Fischerei, Lands und Forstwirthschaft, Soldaten und Stu benten. Die Zahl der zu dieser Gruppe gehörigen, wäh= rend der Jahre 1879/80 bis 1872/83 in Nordamerika aus Deutschland eingewanderten belief sich auf 207 836. Hier von waren 69 515 Bauern oder Farmer, 428 ländliche Arbeiter, 512 Gastwirthe, 109 942 Tage- oder HandArbeiter, 512 Gastwirthe, 109 942 Tage oder Handarbeiter, 13 750 Händler und Raufleute, 327 Haufirer, 9117 Dienstboten, 502 Studenten, 455 Rutscher und 406 Röche. Deutschland hat von allen Staaten die meisten Bauern und Farmer nach Amerika gesandt, nämlich 69 512 von im Ganzen 206 168 nach Amerika eingewanderten Farmern, das sind 33,77 Prozent. Am nächsten stehen Großbritannien, Norwegen und Schweden, in geringerer Menge kommen Landwirthe aus Desterreich, aus der Schweiz und in neuerer Zeit aus Italien. Einen schwächeren Beitrag leistet Deutschland zu den gewöhnlichen Tage- und Handarbeitern ( 18,37 Prozent); nicht unwahrscheinlich ist, das hierzu auch eine große Bahl ländlicher Arbeiter zu rechnen sind. Auffallend gering im Vergleich zu der Gesammtzahl der in Amerika einwandernden Dienstboten ist die Zahl der Dienstboten, die aus Deutschland kommt, nämlich 10,20 Prozent. Sowohl Dienstboten, wie Tagearbeiter strömen hauptSowohl Dienstboten, wie Tagearbeiter strömen hauptsächlich aus Frland, aus Schweden und Italien, legtere auch aus China, nach Amerika. Deutschland ist dafür der Hauptlieferant der ausländischen Gast- und Kneipwirthe. Politische Webersicht. Der Bundesrath hielt am 26. d. M. unter Vorsitz des Staatsministers v. Bötticher eine Plenarsizung ab. In der selben gelangten u. a. Mittheilungen des Präsidenten des Reichstags über vom Reichstag gefaßte Beschlüffe zur Borlage, und zwar wurde der Beschluß, betreffend die Petitionen zweier Elbschifffahrts- Gesellschaft um Niederschlagung von Stempel beträgen den zuständigen Ausschüssen der Beschluß wegen Ermäßigung der Gerichtskosten und der Rechtsanwaltsgebühren dem Reichskanzler überwiesen. Eine Denkschrift über die Ausführung der seit 1875 erlaffenen Anleihegefeße, eine Vorlage wegen Befreiung der Führer von Hochseefischereifahrzeugen von dem Prüfungszwange für Schiffer, ein Antrag von Reuß ä. 2. betreffend die Bildung einer Berufsgenossenschaft der Wollen waarenbranche für das Gebiet beider Reuß auf Grunde des Unfallversicherungsgeseges, sowie der Jahresbericht der Reichsschüsse. Den mündlichen Berichten der Ausschüsse entsprechend wurde auf die vorliegenden Anträge auf Befreiung der ohne maschinelle Einrichtungen betriebenen Bigarrenfabrikation von Der Unfallversicherungspflicht ablehnende Bescheidung beschloffen und eine Eingabe, welche auf gesetzgeberische Maßnahmen gegen das bandenweise Ümberziehen der Bigeuner gerichtet ist, dem Reichskanzler überweisen. Zum Schluß wurden Kommissarien für die Berathung von Vorlagen im Reichstag ernannt und über die geschäftliche Behandlung von Eingaben Beschluß gefaßt. II. Jahrgang und beantragte denselben abzulehnen. Das Abgeordnetenhaus antwortete darauf, indem es die Vertretung der Bekenner der israelitischen Religion mit 214 gegen 43 Stimmen ge nehmigte. Schweiz. Im Frankfurter Journal" schreibt ein Korres spondent aus Basel mit halb bescheidenem halb pompösem Titel„ Steats fojialistische Streiflichter aus der Schweiz" und bemerkt hierbei:„ Wir haben auf politischem Gebiete mit dem Ueberstürzen von Woltsbeglückungsversuchen bittere Erfahrungen gemacht man dente einmal an das Referendum ( Voltsabstimmung über ein Gesez) das Niemand verlangt hatte und das seine Erfinder schon so schwer gestraft hat gehen wir also nur bedächtig an alle Reformen überhaupt und ftürzen wir uns nicht leichten Herzens in staatssozialistische Versuche, so lange nichts uns ernstlich verhindert, die Erfahrungen unserer Nachbarn abzuwarten." Hierzu bemerkt die Büricher Post" ,, Nur nichts übereilt! sagte bekanntlich die Schnecke, als fte den Baum hinaufkroch... das war nun der Schnecke und ist auch des Korrespondenten Recht! Aber daß das Referendum Niemand verlangt hatte und daß es seine Erfinder schon so schwer gestraft hat", das ist ein Streif licht, in dem kein Streif" von Licht" ist." -In Bern wurden nach einem Telegramm 10 Anarchisten verhaftet; die Verhaftung wurde auf dem Bahnhofe vorgenommen, als die Anarchisten im Begriffe waren, abzureisen. Frankreich. In der gestrigen Sigung des Pariser Gemeinderaths wurde eine Resolution angenommen, durch welche gegen den Kammerbeschluß hinsichtlich des Eingangszolles auf Getreide protestirt wird. Außerdem beschloß, der Gemeinderath einen Tabel und Protest gegen den Polizeipräfekten, weil derselbe sich weigerte, die Interpellation über das Verfahren der Polizei aus Auslag des Meeting auf dem Dpernplage zu beantworten. Rußland. Auf das Gerücht von der Besetzung Berats durch die Ruffen erhoben die englischen Blätter eine drohende Sprache. Jest antworten die russischen in demselben Tone. Sie meinen, England müffe die Fauft gezeigt werden, um es in Respekt zu halten. Ruffischen Blättern zufolge soll sich in Herat eine starte Bartel befinden, welche für die Ruffifiirung Propaganda macht. Man schreibt den Engländern die Absicht zu, Herat zu besetzen und räth der russischen Regierung, England zuvorzutommen. - Die in verschiedenen Gegenden Rußlands neuerdings vorgekommenen Arbeiterunruhen haben dargethan, wie mangelhaft dort noch die legislatorische Regelung der Arbeiter frage ist. Diefem Uebelstande abzuhelfen, ist nunmehr auf Grund einer Kaiserlichen Anordnung eine aus Repräsentanten aller Ministerien bestehende Kommission, in welcher dem Bernehmen nach der Ministergehilfe, früherer Direktor der Staatspolizei, von Bleben, den Vorsitz führen wird, zu den Arbeitern zu regeln. Auf die Regelung, welche der frühere Direktor der Staatspolizei vornehmen wird, braucht man nicht neugierig zu sein. 6. f. 81,42 pt. der gesammten in Nordamerika einge wanderten Brauer), ferner die meisten Schlosser( 735, d. f. 77,45 pCt.), Drechsler( 391), Töpfer Bäcker, Fleischer und Müller( 1981, b. f. 62 pet.), Gerber( 735, b. f. 67,30 pSt.), Sattler( 1114, b. f. 66 pCt.), Radmacher( 399, f. 63 pet.) und Bugmacherinnen( 272, d. f. 41,27 pt. fammlicher in Nordamerita eingewanderten Buzmacherinnen). An Bergleuten hat Deutschland nur 2816, und Tabatund Zigarrenarbeitern nur 1882, an Webern 2414, an Buchbruckern 546, Hutmachern 294, an Maschinisten 281, an Seeleuten 867 nach Nordamerika entsandt. Ronkurrenz traten mit Deutschland im Bereich dieser Gruppen namentlich Großbritannien, Schweden namentlich gesellschaften tommen, darunter auch ein Vertreter der Brae mit Schmieden, Mechanikern und Bergleuten, die Schweiz liefert Deutschland für Amerika die meisten Brauer( 2779, chulbenfommilfton gingen gleichfalls an die zuständigen Aus eingefegt worden, um zunächst die Beziehungen der Arbeitgeber In mit Schloffern, Maurern, Mechanikern, Schuhmachern und ist Berliner Sonntagsplauderei. R. C. Nun ist der Fasching zu Ende, das Vergnügen berrauscht, die Panzer, Spieße und Morgensterne wan Oesterreich- Ungarn. In das neue ungarische Oberhaus sollen nach der Reformvorlage auch Vertreter der anerkannten Religions liten. Den betreffenden Paragraphen benußte ein Mitglied der Antisemitenfraftion zu heftigen Ausfällen gegen die Juden Man will der Krinoline die Berechtigung absprechen. Welche Thorheit! Wo Alles sich bläht und die Baden aufbläft, gehört sie unbedingt hin. Eine gewisse Sorte von Patriotismus mit seiner Vorliebe für das Geschwollene hat sich ihrer nicht zu schämen; sie paßt zu unseren stil vollen Möbeln und großartigen Palästen; sie wirbelt Staub auf wie die Aufklärung und besteht aus dünnen sie der Tugend Fallstricke lege, ist schon deshalb unwahrscheinlich, weil sie diesmal nicht aus bem lafterhaften Paris eintrifft, sondern frisch in Berlin erfunden worden ist. bern in die Rüftkammern zurüd, die glänzenden Garderoben hebt der Maskenverleiher wieder auf, das Leben nimmt wieber feinen alltäglichen Anstrich an, die tapferen Krieger, die Beug und schlechten Reifen wie der Liberalismus. Daß - der Februar hat sein Narrenfoftüm eingepackt, der neue Monat ist unter dem Geläute der Märzenglöckchen eingezogen. Wie man sieht ist und bleibt die Mode eine GroßSchon fleidet sich der Himmel in Frühlingsblau, im macht. Was helfen die gelehrtesten Abhandlungen der ProSchooße der Erde bereiten sich gewaltige Dinge vor, die Büsche und Bäume stecken die Zweige zusammen, die Vögel fefforen dagegen, was die Ermahnungen in der Presse, was die donernden Reden auf den Kanzeln! Bewegt sich die probiren an heimlichen Orten die alten Weisen, und oft Menschheit nach den Grenzen der Verrücktheit gin, so eilt genug huscht schon ein goldiger, luftiger Sonnenstrahl die Move mit dem Panier des Unfinns kühn voraus. Das Element. Die Damen sind es müde, schlank wie Palmen zu sein; sie haben die Roben, die so eng waren wie das Feld freifinniger Politik fatt gekriegt. Büchtige Jungfräulein und ehrwürdige Matronen find des knappgeschürzten Glückes fefteren Schritt anschlagen. Wenn die Männer zaghaft und ängstlich die Köpfe hängen ließen, ermannten sich stets ihre befferen Hälften; sie wurden dann keď und unterGroßbritannien. Die Entscheidung über die Zadelsanträge wider Gladstone in beiden Häusern des englischen Parlaments ift gestern gefallen. Das Tadelsvotum wurde im Oberhaus angenommen, im Unterhaus verworfen. Der von Lord Salis bury im Oberhause gestellte Antrag war der weitaus schärfere; er wurde mit 189 gegen 68 Stimmen angenommen. Der Antrag Northcothe's im Unterhause wurde mit 302 gegen 288 Stimmen abgelehnt. Mit der Minorität stimmten 39 Barnelliten und mehrere Liberale, darunter Groschen und Forfter. Nach Ablehnung des Tadelsvotums Northcothe's wurde Das bekannte, von Morley eingebrachte Amendement mit 455 gegen 112 Stimmen verworfen. Hamilton schlug hierauf ein Nur die muthigsten Leute, beren Rourage vielleicht erst durch einen mehrjährigen Lehrkursus in Westafrita er= probt worden wäre, könnten sich dann auf die Redners tribüne wagen, und sie würden für eine solche Leistung wahrscheinlich von allem Männlichen angeftaunt werden. Jebenfalls aber wird bis dahin noch viel Wasser ins Meer fließen, vorläufig bleibt immer noch Afrika die Losung, und für den schwarzen Erbtheil schwärmen ja auch theilweise die, welche sonst die Schwarzen nicht ausstehen mögen. Den Vater Rhein" überflügelt nächstens ber fronten blißt, die rothe Müße des Dienstmannnes umspielt Ewig- Weibliche lechat nach der Abwechselung, fie ist sein allen Unsinn zuerst weiß, zufolge, nicht einmal die und die nüchterne Physiognomie der Stadt auf einen Mos ment verdrängt. Er verheißt uns nach den Wohlthätigkeitsfesten, auf denen zu Gunsten der Armen gesündigt wird, nach den troftlosen Stürmen des Winters einen frohen überdrüssig; sie wollen nicht mehr tripp In, fie wollen einen Lenz mit Blüthenduft und Bockbier, neuen Hoffnungen und neuen Steuern. nehmend. Bater Kongo", und es ist wohl jetzt schon mit ziemlicher Gewißheit vorauszusagen, daß wir auf dem nächsten Weih nachts= Büchertisch ein Bändchen Kongolieber vorfinden werden. Natürlich geben sich augenblicklich die dunklen Gentlemen am fernen Meeresstrand in der feineren Ron verfation noch allerlei Blößen, einer der hervorragendften Würdenträger soll sogar, einem hiesigen Blatt, welches Briefe angezechter Studenten beantworten, außerdem haben sie wohl auch nur dunkle Borstellungen von den Regeln bes Kümmelblättchens und den damit verwandten Branchen des Börsenwesens. Preßbälle, Wohlthätigkeits- Veranstal tungen und höhere Töchterschulen liegen bei ihnen noch in den Windeln; dagegen leisten sie im blinden Haidenthum Ansehnliches, und wie es den Anschein hat, standen sie sich gar nicht schlecht dabei. Indessen werden die schwarzen Brüder ja auch allmählich in der Kultur Fortschritte machen, man sorgt dafür durch den Import germanischen Schnapses, der Zivilisation bereits Borgerückteren. Für die erste Kulturperiode dürften diese Bildungsmittel allerdings ge nügen. sich der Jüngling vor der tarlatan umflossenen Maid vers Ja, der Fasching ist zu Ende, zum letzten Mal hat neigt, bie Ballmütter haben abgerüstet. Einzelne find ers bittert über das Scheitern ihrer Anschläge, Andere haben unsere schönen Landsmänninnen, die viel gepriesenen und durch den Bau eines Nationalzuchthauses für die in es glücklich dahin gebracht, daß das Engagement auf einen Fern sei es von uns den Maßstab unserer Kritik an Berlinerinnen, zu legen. Sie find gewiß flug die Frauen der Arbeiter, sie werden sich sicher sowohl in Bezug auf die Krinoline als auf anderen Unsinn, der heute arg im Wenn das Alles eintreten würde, wovon gewiffe Sie erzählen ihrem Gatten an mehr als einem Abend, wie fie den Schwiegersohn eingefädelt und sie ernten auf Schwunge ist, feinen Mumpig vormachen lassen. hat bei dieser Beit die Tragweite einer Gehaltserhöhung. Damen träumen, das wäre wirklich herrlich. richtigen Dank für ihr Bemühen. Eine Tochter abzugeben Nie wurde so eifrig von der Heiligkeit der Ehe gesprochen Wettstreit würde dann Mann und Weib um die Krone frei würde das ganze Menschengeschlecht Daß Bölibat gleicht ber sein, und in den Parlamenten fäßen bunt durcheinander: geheirathet als gerade jetzt. Cholera, es ergreift immer weitere Kreise; der Junggeselle Männlein und Fräulein. fühlt sich leider in der Stellung eines vom Gesetz gebulbeten Wildbiebes nichts weniger als unglücklich und von biefem Hafen aus fieht er dem Einmarsch der Krinoline, den bat, beneidet. Wer möchte dann wohl noch Abgeordneter wer ben? Denn das ist doch sicher, daß Alles, was Rock furzer trägt wie bis zum Knie, Wir gebildete und zahme Berliner fühlen uns inzwischen weiter wohl und freuen uns des Lebens, und wenn Jeder von uns genug Geld eingesackt hat, und wir fönnen uns vor Reichthum gar nicht mehr lassen, dann hinaus in die Ferne, mit lautem Hörnerklang, dann wanbern wir eben aus, vielleicht auch nach Kamerun. Wer tann's wiffen? Philharmonisches Konzert. bie wieber spult, mit einer Ruhe entgegen, um welche ihn bei jedem Redetournier um verschiedene Sungenlängen sucht, als man erwarten durfte. ber Familienvater, der das Haus voll Sorgen und Kinder hinter den Vertreterinnen des schönen Geschlechts zurückbleiben würde. ms. Das zwölfte Gesellschaftskonzert war nicht so gut beWas es an Sololeistungen bot, war allerdings nichts hervorragendes. Sauret ist den Berlinern lein Neuling mehr und seinem Geigenspiel, so vors allen ihren Maßregeln nicht verhindern, und am wenigsten werde man die Kirche germaniftren fönnen. Amendement vor, in welchem erklärt wird, die Regierung habe 1 in Betreff Egypters und des Sudans es nicht verstanden, eine Politik zu entwickeln, die das Vertrauen des Parlaments und des Landes gerechtfertigt hätte. Auch dieses Amendement Auch dieses Amendement wurde mit 299 gegen 277 Stimmen abgelehnt. Die Abstim mung ist troßdem als eine Niederlage des Ministeriums Glad ftone anzusehen, da der Antrag mit nur 14 Stimmen abges lehnt wurde. Gladstone soll bereits seine Demission eingereicht haben. Band Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. ihm M Abg. S in 279 in der Hand von Laien, und auch unter diesen befinden fich wieder 12 Altkatholiken. Was die Bildung des Schulben. vorstandes betrifft, so ist in vielen Fällen der Geistliche von demselben ausgeschlossen und so des wichtigsten Theiles feines fler Einflußfes beraubt. egen es Abg. Wehr: Die Herren Kantal und Genossen ziehen jest mehr, als es sonst üblich ist, den Stand ihrer Gegner in die Debatte. Meine Stellung als Abgeordneter hat mit meinem Amt als Landesdirektor nichts zu thun. Auch die Polen geben mir das Zeugniß, daß ich als Landesdirektor stets durchaus paritätisch verfahre, Herrn Kantats Tattgefühl wird ihn hoffentlich verhindern, noch ferner die amtliche Stellung anderer Abgeordneten hier zu erörtern. Daß die Minoritäten geschütt werden ist auch mein Wunsch; aber eben weil in den fünfziger Jahren die deutschen Minoritäten nicht geschütt wurden, deshalb hat das Polenthum so zugenommen. Gegen das Erwachen des polnischen Nationalgefühls müffen wir uns wehren.( Oho! bei den Polen.) Die Polen sollen fich endlich gewöhnen, in Preußen ihr Vaterland zu sehen.( Beifall.) Der Titel wird darauf bewilligt. 30. Sigung vom 28. Februar 1885, 10 Uhr. Am Ministertisch v. Goßler und Kommiffarien. Eingegangen ist vom Arbeitsminister der Geseßentwurf, betreffend wegepolizeiliche Vorschriften in Schleswig- Holstein mit Ausnahme des Kreises Herzogthum Lauenburg, und vom Herrenhause die Kreis- und Provinzialordnung für Hessen Raffau. Die zweite Berathung des Kultus. Etats wird fortBei Kapitel 121, Titel 23( Schulaufsichte kosten) wieder gefett holt Abg. Lassen seine früher bereits mehrfach vorgebrachten Beschwerden darüber, daß man in den Landestbeilen mit dänisch redender Bevölkerung zum Nachtheil des gesammten Unterrichts die deutsche Sprache als Unterrichtssprache einge führt habe. Bei dem folgenden Titel, der ebenfads SchulaufsichtsToften betrifft, hält! Abg. Mesner weist darauf hin, daß man im Kreise Künft Münsterberg die Katholiken von den Kreis- und Lokal- Schule in Bei Inspektionen ausgeschloffen habe. Dieselben sind durchweg nach der Evangelischen übertragen. Nicht einmal in der Schuldeputa noch tion von Münsterberg hat man den Katholiken einen Blase Werke. gegönnt. tandes m Geb. Rath Kügler erklärt, daß in der Rheinproving ein Altkatholik als Kreis: Schulinspektor nicht angestellt sei; bied, übersch fatholischen Schulen des Kreiſes Münsterberg sind nach einer ihr Beb Verfügung des Ministers dem katholischen Kreis- Schulinspektor tungen zu Nimptsch unterstellt worden. ten, und Abg. Windihorft dem Minister gegenüber seine vorigen Behauptungen aufrecht und wünscht, nur ein Jahr lang vortragender Nath des Ministers zu sein, um der Schulverwaltung zeigen zu können, wie man eine chriftliche Volksschule schaffe. ( Heiterkeit.) Abg. v. d. Red führt aus, daß in seiner Heimath Westfalen die Gemeindeschullasten in den legten Jahren wieder erheblich gewachsen, und damit die Ueberlaftung der Gemeinden bedenklich zugenommen habe. Man solle die Schuleinrichtun gen möglichst sparsam machen, namentlich durch Einrichtung von Halbtagsschulen. Abg. Wüsten bedauert gleichfalls, daß die Schulbehörden vielfach ohne jede Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit der Gemeinden verfahren. Der Titel wird bewilligt. t die Kun Der Ti Size glichen Baume enugung Der Ti Titel 3 inite. Abg. F Bei Titel 28 a( zur Ünterstüßung unvermögender Gevon Se meinden) dankt Abg. v. Dergen Jüterbog dem Matters nifter für die Mehraufwendung zur Unterstügung unver wie we mögender Gemeinden. Diese Gemeinden find in ihren Ausmer foll gaben für die Schulen schon jezt an der Grenze ihrer Leistungsbische fähigkeit angelangt. Was jest vom Minister bewilligt wird ate auch zur Unterstüßung dürftiger Gemeinden, dürfte eher zu wenig als zu viel sein. Von Pracht Schulbauten ist in der Gegend des Redners nichts zu merken. Man sorgt für Luft und Licht in den neuerbauten Schulen, und das wird Niemand tabeln. Schulbauten find nach seiner Erfahrung von Paftoren mehr als von Schulinspektoren befördert worden; freilich nur in Fällen, wo ein Neubau nothwendig war; die Unterſtügung wurde an bedürftige Gemeinden als Gnadengeschent bisher nur in dem Falle bewilligt, wenn die Gemeinde 25 pot. ber Klaffer steuer zu den Schulfosten beizusteuern hatte; aber es liegt auf der Hand, daß diese Grenze zu hoch gesteckt ist. Abg. v. Huene hat den Gemeinden helfen wollen durch die Ueber weisung der Grund- und Gebäudesteuer; damit wird nicht den ärmeren, sondern den wohlhabenderen Gemeinden gedient sein. Viel besser ist es, wenn der Regierung größere Fonds zu Unterstüßung bedürftiger Gemeinden zur Verfügung gestellt Abg. v. Engler weist gleichfalls auf die Ueberbürdung der Gemeinden mit Schullasten hin. Der Titel wird genehmigt. Abg. Weiß( Hirschberg) bestreitet, daß die Volksschule durch das Schulaufsichtsgesetz habe entchristlicht werden können. Auf keinen Gegenstand werde bei der Ausbildung der Volks, schullehrer mehr Gewicht gelegt als auf die Religion; diese Lehrer lönnen unmöglich die Volksschule entchriftlichen. Die Kirche hat auch heute noch den gebührenden Einfluß auf die Volksschule; der Geistliche hat fast immer die Aufsicht über den Religionsunterricht und dadurch auch die Macht, jeder Entchriftlichung rechtzeitig vorzubeugen. Herr Windthorst will die Schule überhaupt aus einem Staatsinstitut zu einer firchlichen Einrichtung machen. Dagegen wehren wir uns aber, fo gut wir fönnen, auch wenn darum ein zweiter Kulturkampf entstehen sollte! Der Staat, der die allgemeine Wehr- und Schulpflicht eingeführt hat, tann, ohne fich unter das Joch der römischen Kirche zu beugen, die Volteschule nicht aus der Hand geben. So lange wir ein einiges Deutschland und einen evangelischen Kaiser haben, wird das auch nicht geschehen.( Beifall links.) Abg. Windthorst: Die meisten neuen Schulbauten entstehen nur dadurch, daß die Herren am grünen Tisch fich schöne Pläne aufstellen, die fte dann auch gern ausgeführt sehen wollen. Die Noth der Gemeinden fümmert diese Herren wenig. Es ist auch endlich an der Zeit, die Berufsschulinspektoren über Bord zu werfen und der Geistlichkeit die Schulaufficht zurückzugeben.( Beifall im Zentrum.) werden. On Meifte Midhitettur abis Dor tlärt war. ollten. De Minifte belegung an Baufunft, felen jedoch ten Der T Darauf Mont Be Bei Tit. 32( Waisenhäuser und Wohlthätigkeitsanstal beklagt Abg. Leto cha sich über die nicht paritätische handlung der katholischen Kinder in gewissen Waisenhäuse Die Leitung wie der Unterricht in denselben liegt zumeist i der Hand der Evangelischen. So erklärt es sich, wenn katholi schen Kindern selbst das Singen katholischer Lieder hat vers boten werden können. Minister v. Gozler erwidert, daß die betreffenden Waisens anstalten nicht zu seinem, sondern zum Ressort des Ministers des Innern gehören. Der Titel wird bewilligt; ebenso das Kapitel bis zu Schluß. Abg. v. Schorlemer: Was der Vorredner will, ist feine chriftliche Schule mehr. Eine Staatsschule kann nur fonfessionslos sein, jedenfalls den tonfeffionellen Standpunkt nicht streng inne halten. In der Staatsschule wird eben lediglich Staatsreligion gelehrt, und das wollen wir nicht. Mit den Simultanfchulen haben wir doch gewiß traurige Erfahrun gen gemacht. Was geht's den Staat überhaupt an, wer den fatholischen Religionsunterricht in der Boltsschule giebt? Der Staat versteht davon nichts; er hat gar kein Recht, sich darein zu mischen!( Sehr wahr!' im Zentrum.) Die Geistlichen haben die Schulaufsicht am besten wahrgenommen. Die weltlichen Schulinspektoren, die man in Gegensatz zu den geistlichen gebracht hat, haben thre großen Be denken. Der Staat werde das selbst noch einmal empfinden, wenn sich die Lehrerschaft gegen seine Autorität auflehnen wird, wozu es ihr am nöthigen Uebermuth nicht fehlt. Für die staatlichen Schulinspektorstellen werden heute die Katholifen nicht genügend berücksichtigt; eventuell nimmt man solche Cheil mit 3. Die origen Jah tal das S bnugung llart fich hoch E twagen Wieder hen Sch ng der in men Umb b. De emlich reg tuer beft ( Kunstmuseum in Berlin) wünscht Bu Kapitel 122( Kunst und Wissenschaft) Titel 1 Abg. Spahn Beschleunigung der Arbeiten zur herstellung der Marienburg. Abg. Wehr schließt sich dem Vorredner an, beantragt zu bewilligen, und wünscht außerdem, daß die Veranstaltung der Lotterie für die Restaurirung der Marienburg beschleunigt Auchkatholiken, die sich vielleicht bei einem Festeffen für Falt diesem Etat 10 000 Mart für den genannten 3wed direkt Minister v. Gogler: Meine Stellung aur chriftlichen Grundlage unseres Volksschulwesens habe ich schon früher betont. Ich stehe fest auf dem Boden der Verfaffung, wonach bei den Volksschuleinrichtungen in Preußen fonfessionelle Rück fichten genommen werden sollen. Danach ist zu allen Zeiten verfahren worden, stets war der Grundsaß, daß der konfesfionelle Religionsunterricht Träger des Volksschulunterrichts sein müßte. Ich bestreite entschieden, daß das Schulauffichtsgeset der Ausgangspunkt für eine Entchriftlichung sei. Ich muß baran durchaus festhalten, daß Die Aufsichtsverhält niffe in den Volksschulen durch den Staat zu regeln find. Die dafür aufgewendete Summe fann den Lehtern nicht gegeben werden, sie würde auch zu gering für eine Aufbefferung der Lehrergehälter sein. Dafür wird demnächst, wenn meine Wünsche in Erfüllung gehen, etwas mehr aufgewandt werden als die paar Hunderttausende. Die Ausgaben für die Volksschulen haben sich um 12 pSt., die Staatszuschüffe dafür nur um 2 pet. vermehrt. Diese Differenz bringt die Belastung der Gemeinden zu Tage. Die Halbtags schulen bringen viele Unzuträglichkeiten mit sich und stellen zu hohe Ansprüche an die Lehrer, die oft 3-400 Schüler haben, was namentlich in zweisprachigen Gegenden zu einem völlig ungenügenden Unterricht führt. Es find Petitionen aus Nordschleswig im Sinne des Abg. Lassen betreffs dänischer Schulen eingegangen. Aber unter den Unterzeichnern find zwei Hüfner, die ihre Kinder nicht in die dänische Volksschule, sondern in die deutsche Mittelschule nach Tondern schicken. Einige von beren Verwandten besuchen sogar deutsche Gymnaften und Universitäten. Warum wollen denn diese Leute ihre Nachbarn von dem weiteren deutschen Bildungskreise zurück halten? irgendwie hervorgethan haben und die die Stelle als Bes lohnung für ihre Gesinnungstreue bekommen. Die Schulinspektoren sind in vielen Fällen die Anstifter der Mehrausgaben für Schulzwecke. Auch der Unterricht wird nicht in zweckmäßiger Weise gehandhabt. Was hilft es dem SchulWas hilft es dem Schulfnaben, wenn man ihm Vorträge über Elektrizität, fommunizirende Röhren, optische Täuschungen u. s. w. hält, aber den Unterricht im Lesen, Schreiben und Rechnen, worauf es doch allein ankommt, vernachlässigt. Herr Spahn hatte ganz recht; von dem, was nothwendig ist, wird heute nicht mehr, sondern eher weniger gelernt. Aber die Kosten haben sich bedeutend vermehrt.( Beifall im Zentrum.) Der Titel wird bewilligt. Bei Titel 25( widerrufliche Remunerationen für die Verwaltung von Schulinspektoren) weist Abg. Mosler auf die werde. tau Loui ette Edit täulein homas burg, 5. Feb ein fü Ammifar Geheimrath Lehnert: Ich bestreite, daß der He Finanzminister, als der Gegenstand zum ersten Male angeregt wurde, fich fühl verhalten habe; mein Herr Chef hat sich im Gegentheil sehr wohlwollend zu der angeregten Weiterausfüh rung der Restaurirungsarbeiten ansgesprochen. Minister v. Goßler: Es ist ein allgemein berechtigter Wunsch, an dem Ausbau der Marienburg mitzuarbeiten. Was bisher schon mit den wenigen Mitteln geleistet ist, soll ma nicht auseinandergehen lassen, und ich habe versucht, die he vorragende Kraft des Baumeisters Steinbrud nutzbar machen, um die Fundamente der Ordensburg Rehdeu aufju decken. elmer eifris niche tin baar fter Befu bie T reve Die S eidsgefun Feuerbeftat b. ,, Ch Mango fidel hin. Unter den Schulinspektoren, die zum größeren Theile willigkeit, mit der dieselbe die Kunstschäße der hauptstädtiden Abg. Götting dankt der Regierung für die Bereits Museen weiteren Reisen zugänglich gemacht habe. Runitarbe und Schönheitsfinn werden dadurch allenthalben außerordent Laien find, befinden sich auch Altkatholiken. Dadurch wird das Vertrauen der Eltern zu der Schule erschüttert. Befrem den muß es auch, daß kleinere evangelische Enklaven dem fatholischen Kreisinspektorat entzogen find. Das beweist doch, daß man auch auf anderer Seite kein Vertrauen hat zu dem gegenwärtigen Syftem der Schulinspektion. Auch die Besetzung Abg. Kantak tritt den gestrigen Ausführungen des Abg. Wehr entgegen und bestreitet, daß die Polen in Westpreußen fich vermehren. Auch wenn dies wirklich der Fall wäre, so würde es noch feinen Anlaß zu politischen Bedenken der Art geben, wie Herr Wehr fte geäußert habe. Das gestrige Auffreten dieses Herrn, des Landesdirektors von Westpreußen, sei überhaupt beba erlich. Auch bei den Polen erwache beutzutage das Nationalgefühl in Konsequenz des herrschenden Nationalis tätsprinzips. Das können auch die deutschen Beamten mit treffliches es ist, fehlt doch die rechte packende Ursprünglichkeit. Auch die Arie aus Drpheus haben uns schon Dußende von Sängerinnen gesungen. Dagegen ist die Symphonie fantastique in Deutschland fast gänzlich unbekannt und zweifellos eines der interessantesten Werte von Berlioz, dem genialen franzöfifchen Tondichter, den man, solange er lebte, bitter vernachlässigte, und den man in Deutschland erst jett würdigen lernt. ia lich gefördert.( Beifall.) wunderbar, daß sich gerade hinsichtlich der Marienburgfrage Abg. Reichensperger( Köln) bemerkt, es sei doch der Finanzminister so sehr nach der Dede streden" müffe der Lokalschulinspektionen giebt zu Klagen Veranlassung. In In anderen Fällen sei diese Decke doch vielfach außerordent 392 Fällen ruht fie in die hand von katholischen Geistlichen, Wechsel von heller Freude und dumpfer, trüber Berzweiflung, von stiller Seligkeit und banger Unruhe ist auf das Glücklichste getroffen. Auch der zweite Sat( die Ballszene) ist von großem musikalischen Reiz; wie mitten in der heiteren Menschengesellschaft plöglich wieder die schwärmerische idee fixe vor Lélio auftaucht, wie er gleichsam alles um fich vergißt, die Walzerlich groß. felben zustimmen werde. seinen Antrag und hofft, daß auch die Budgetkommission dems Abg. v. Minnigerode dankt dem Abg. Wehr für Die Pofition wird bewilligt; der Antrag Wehr geht an die Budget ommiffion. Bei Tit. 7( Nationalgallerie) führt Durchgebran Runfireiter Mieler Dam hrlich 60 lein eigene nicht flimm N.Gi fämmtlichen Abend in einem Zif wohnender ter faßen, Abg. v. Meyer( Arnswalde) aus, daß für Runftswede flänge nur noch leise und abgebrochen berübertönen, um ihn in Preußen durchschnittlich jährlich nur 0,52 pet. der gesamm ten Staatsausgaben verwendet werden; das sei, wenn man 3. B. an das alte Nom denke, durchaus nicht viel. Aber auch bei der Vertheilung dieser wenigen Ausgaben werden Rhein Pommern nur 7000 M. entfallen.( Heiterkeit.) Er fragt ferner an, welche Absichten bezüglich der Verwendung des Hygiene Dann wieder in den Strudel voller Lebensfreude hineinzuloden, das ist ganz vorzüglich zum Ausdruck gebracht. Im dritten Theil tritt bereits das tonmalende Element stärker hervor. Lélio fucht in der Natur Ruhe, er lauscht dem Reigen der Hirten, dem Säuseln der Blätter, den Stimmen der Vögel. Es fehlt diesem Sat wohl das eigentliche, warme Leben; Die Tonmalerei wirft zu wenig unmittelbar auf das Gefühl, nur am Schluß erhebt sie sich zu einer großen poetischen WirAusstellungsgebäudes bestehen. Derfelben f Minister v. Gogler erwidert, schon im Jahre 1886 werbe fung; wie in weiter Ferne die Donner verhallen und keine voraussichtlich die große akademische Kunstausstellung im Donner aus der Paule", sondern bis in die legten Hygiene Ausstellungsgebäude stattfinden können, welches fich sehr wohl für diesen Zweck herrichten laffe und äußerst günstig und wie im Vordergrund die stille, einfache Weise des Hirten, gelegen sei. Er hoffe überhaupt, fünftig für Kunftswede nod Berlioz ist eine ganz einzige Erscheinung in der Kunstges schichte. Sonst finden wir ja gewöhnlich ähnliche Richtungen gleichzeitig in der Poefte, in der Malerei, in der Mufit ver freten; Berlioz aber ist ein Künstlertypus, wie er auf feinem anderen Gebiete wiederkehrt, man wüßte nicht, mit wem man ihn vergleichen sollte. Dieses seltsame Gemisch von hochfliegender Romantik und grellstem, unschönstem Realismus, Dieselbe Vermengung von tiefer, poetischer Empfindung und ausgeflügelten Effekten, von ausschweifendster Phantasie und fühlster Berechnung dürfte fich bei feinem Künstler wiederfinden. Diese isolite Stellung hat stets eine richtige Würdi gung von Berlioz verhindert; bei Lebzeiten hat er wenig Verständniß gefunden, und jezt, wo man ihn ebenso pflegt, wie man ihn früher vernachläfftigt hat, ist der Mann, den die Franzosen gerne ihren Beethoven, wohl gar ihren Richard Wagner nennen, im Grunde doch ein überwundener Standpunkt. Er ragte seiner Beit hoch über die Führer der romantischen Schule hinaus, und doch gehört die ganze Atmosphäre Der Beit der deutschen und französischen Romantiker dazu, um seinen Werken eine günstige Aufnahme zu sichern. Wir haben Das niemals tiefer empfunden, wie gestern, bei Wiedergabe einer seiner bedeutendsten Schöpfungen, der Symphonie fantastique. Schwingungen hinein wunderbar der Natur abgelauschtDame mit den, c Interlieg mehr Mittel flüffig machen zu fönnen. Daß die deutsche mo derne Kunst zur Zeit theilweise leide, liege namentlich an dem hohen Boll, den Nordamerika auf Kunstwerte gelegt habe, der ein Drittel des Werths derselben betrage. Derfuchte In bemfel dug ban Das Blut auf entite mit dem Wie man im Anfang des Todtenmarsches erst das dumpfe Weiß er nicht, daß Rom seine Kunstwerke durch Plünderungen erst schüchtern, dann voller und freier ertönt, das übi einen unfagbaren Bauber aus und weckte wohl auch allein den Beis fall beim Bublikum. Saz vier und fünf( Hinrichtung und Herensabbath) bieten an realistischer Tonmalerei wohl das Louiste, was ein Musiker jemals erfunden hat. Aber ganze Farbengebung zeigt den großen Künstler. die Gejohle einer heranziehenden Menschenmasse zu hören vermeint, wie die Holzblasinstrumente das Gerufe und Geplärre männlicher Stimmen malen, wie dann in das Gen ühle von Stimmen hinein grell und schneidend die Marschmelobie ertönt, wie ein toller, fohlender Volkshaufen sich der Richtstätte zuzuwälzen scheint, To rafenb Den Rube Derfelbe allgemeine unterlaffer Ter Berfol Doritebend diefe Beu jene nu ten und Biegen wie 8. malige St Sd, mel , aur S ungünftig it und 3 fuchen ma Dermittler die reiche Ausschmüdung Roms mit Kunstwerken hingewiesen. Abg. Reichensperger: Herr v. Meyer hat uns auf in allen Ländern zusammengehäuft hat? Will er uns etwa auch auf solche Kriegerischen Wege verweisen? Allerdings tommt von den Schäßen der Nationalgallerie auch etwas i die Provinzen, aber das find nur Brosamen, die von de Herrn Tische abfallen. Man sagt, der Staat müffe durch seine wie dem Verurtheilten noch einmal, verzerrt und gepreßt, die Unterfügungen die Kunst fördern. Bu den Seiten, wo es idée fixe erflingt das Alles mag barod und unschön sein, wirklich eine hoch entwidelte Runft gab, ist dieselbe groß ge worden durch die Zuwendungen, die fte von Privaten c Phantasie. Dagegen haben wir vom legten Satz wenig Eins fahren hat. Wo wußte man von Staatsunterstüßungen zu den brud erhalten, vielleicht genügt aber ein einmaliges Hören Beiten der Medici? Wenn durch Staatshilfe etwas geschehen nicht. Ein Haufe toller Gespenster empfängt den Hingerichteten follte, sollte dañelbe der Monumentalmalerei zugewendet werden Nach meinem Uetheil find wir in dieser Beziehung nicht auf dem Die ganze Eigenart derselben geht schon aus dem Programm hervor, welches Berlioz vorangestellt hat: Ein junger Mufiter( Lélio) hat sich im Anfalle verliebter Verzweiflung mit Opium vergiftet. Die narkotische Dosts, zu schwach, um ihn zu tödten, versenkt ihn in einen, bald von freundlichen, bald von schrecklichen Viftoner erfüllten Schlaf. Die Geliebte selbst ist ihm zu einer Melodie geworden, die er immer und überall vernimmt. Berlioz nernt diese Melodie idée fixe. Zweifel und Hoffnung erfüllen seine Bruft; er fieht sich bei einem rauschenden Fefte, dann einsam auf dem Lande, endlich träumt ihm, er habe seine Geliebte ermordet und werde zum Stichtplaß geführt. Sein Haupt fällt, in Gesellschaft von greu lichen Ungeheuern aller Art wohnt er seinem eigenen Begräbaber es trägt das Gepräge einer unbändigen, dämonischen auf dem Kirchhof, in wildem Tanz umspringen fie ihn. Alles erscheint zu scheußlichen Fragen verzerrt: Die idée fixe, die firchliche Weise, welche unter dumpfen Glockenschlägen plöglich bie wüste Drgie unterbricht, werden den Ungeheuern au burs lestem Tanze melodieren, bis der rasende Haufen zulegt das Auf die Summen Der ein gleiches Urtheil spricht auch die Lügow'sche Zeitschrift für Kunst aus. rechten Wege, Raiferpfals in und Goslar find wendet worden, um diesen Bau zu einem modernen Ob die phantastische Symphonie in Berlin noch eine Auf theilt, so würde man eine große Anzahl von Rathbäufern Gebäude zu machen. Hätte man diese Summen richtig ver nur ein fünstlerischer und fein petuniärer) dem ausgezeichneten galerie ist es zu bedauern, daß zu viel Gewicht auf große Ge mälde bekannter Meister gelegt werde. niffe bei. Diese Vorgänge will Berlioz bei der fünffäßigen führung erleben wird? Wir wünschten diesen Erfolg( ja doch würdig ausstatten können. Bet den Anfäufen für die National Symphonie fantastique gedacht wissen. Dieses Programm wedt nur eine schwache Ahnung der Eigenthümlichkeiten des ganzen Wertes. Am ,, musikalischsten" in der alten Bedeutung des Wortes ist wohl der erste Sat. Das Auf und Abwogen der Empfindungen, der eigenthümliche philharmonischen Orchester Orchester und seinem unübertrefflichen Dirigenten( Profeffor Klindworth), welche ficherlich eine toloffale Mühe auf die Einstudirung dieses Werkes verwenden nußten. Derlodend Annonzer Gemälde auf der Antwerpener Weltausstellung ausftellen Abg. v. Meyer- Arnswalde bittet, den Künstlern, welde wollen, eine Unterſtüßung zu Theil werden zu laffen. G thm bie mit einer auch die tote fich befaß, un Ingroifc mit hoche Glidlich befigen, Bu gemä mögen f Buchbin noch ver proving ein It sei; die nach einer bulinspektor überreden, drei Blantoafzepte über je 225 M. auszustellen und dem Sch. zur Verfilberung zu übergeben, wobei Sch. ihm vers ficherte, daß er jedenfalls vor der Fälligkeit der Akzepte ihm ( dem K.) die Beträge derselben geben würde. Dieses Versprechen konnte aber der völlig mittellose Sch nicht erfüllen, und K. mußte die fälligen Wechsel aus eigenen Mitteln einlösen. Jest erft gingen dem K. in Bezug auf den Charakter lösen. Jest erft gingen dem K. in Bezug auf den Charakter des Sch., der sich ihm fälschlich als Kreisgerichtsadministrator a. D. vorgestellt hatte, die Augen auf, und er brachte die gegen ihn verübten Schwindeleien zur Anzeige, welche die Festnahme des Sch. zur Folge hatte. Während der Beziehungen zwischen K. und Sch. war öfter der gleichfalls festgenommene Sohn des Sch. im Auftrage feines Vaters au R. gekommen, welcher die Angaben des Vaters stets bestätigt und dadurch den K. in dem Glauben bestärkt hatte, daß Sch. ein solider Mann sei. fen befinden ihm Wünsche in dieser Richtung von Künstlern bekannt| dem Sch. baare Darlehen zu gewähren, so ließ er sich von Sch. des Schulben. iftliche von Der Abg. Hänel: Man sollte auf die Wünsche Seiles feines fler nicht Dieselben zu viel Gewicht legen. gen es oft sehr leicht mit denselben zu nehmen. im Kreise Künstler haben wenigstens, soweit die Geld Colal- Schub in Betracht kommt, feinen Grund au flagen. Allerdings burchweg nach der glänzenden Gründerzeit ein Rückschlag eingetreten. Schuldeputa noch immer findet der Künstler guten Absatz für einen Blase Werte. Seben Sie nur, wie die Wohnungen des BürStandes mit Runstwerten ausgestattet find. Auch ich wünsche, das knappe Maß deffen, was jezt für die Kunst geleistet überschritten werden tann. Aber die Staatssubvention ihr Bedenkliches insofern, als durch fie gewisse einseitige tungen der Kunst befördert werden. Das sollte man beaten, und dann wird man finden, daß die Staatssubvention die Kunst fich in bescheidenen Grenzen halten muß. Daß gender Gevon Seiten der Kunst, die sich immer ihres losmopolitischen dem Matters rühmt, nach einem Schutzoll gerufen wird, zeigt ng under wie weit ein gewiffer Bug unserer Beit sich erstrecken fann. hren Ausmer follte von allen Seiten anerkannt werden, wie der Leistungs hische Staat mit seinen bescheidenen Mitteln so schöne Rebilligt wirdate auch auf dem Gebiete der Kunst hat erreichen können. zu wenig Der Titel wird bewilligt. er Gegend t und Licht Niemand on Paftoren freilich nur nterftügung ent bisher 25 pet. bet Ce; aber es Et ift. Abg. Die Ueber b nicht den edient ſein. Fonds zur ng geftellt Serbürdung Banftali ätische Be jenbauja aumeift in in fatholi hat vers en Waifen Ministers I bis zum Ft) Titel 1 r Wieder antragt, in ved direkt ranstaltung eschleunigt 110 Beim Titel 12( tönigliche Bibliothek) wünscht ie, daß die Bedingungen für die Benuzung der glichen Bibliothek insofern erleichert werden, daß auch den Baumeister- Framen hierher kommenden Bauführern die ugung der Bibliothek erleichert würde. Der Titel wird genehmigt. Titel 37 enthält die Forderung für die Akademie der ne Abg. Reichensperger( Köln) wünscht die Errichtung eifterateliers für germanische, insbesondere gothische Architettur. Die Meister dieser Kunst find freilich dünn gesät, bis vor Kurzem der germanischen Kunst geradezu der Krieg stlärt war. a. Die Frau des Heilgehilfen und Hauseigenthümer Arndt, in der Alexandrinstr. 4, welche vorgestern Vormittag Arndt, in der Alexandrinstr. 4, welche vorgestern Vormittag vom ihrem Tags zuvor gerichtlich geschiedenen Ehegatten durch einen Messerstich in den Unterleib lebensgefährlich verlegt worden ist, ist gestern an ihrer Verlegung gestorben. dem Arbeitslosen erwächst, ist die fittliche Versumpfung und die Instruktion, welche ihm aus dem Munde von weniger weichherzigen Genoffen dort zu Theil wird. Ist auf diese Weise erst die Scham vor dem begonnenen Leben verloren gangen, so thut der nachfolgende Aufenthalt in den Vagabundentretsen sein Uebriges und die Unterweisung, welche Der Pilger der Landstraße in diesen Höhlen erhält, giebt seinem moralischen Halte den Reft. Das Bier, welches in diesen Kneipen geschenkt wird, ist nicht zu genießen, Kaffee giebt es dort nicht, und so bleibt denn nichts anderes übrig, als der Genuß von Schnaps, zu dem die neugewonnenen Genoffen nach besten Kräften ermuntern. Der Anfänger auf dieser Laufbahn flagt dem Herbergsvater oder dessen Kommandobruder seine Noth, die ihm aus der Arbeitslosigkeit erwachsen ist, er lägt durchblicken, daß der Inhalt des mitgebrachten Berliners ( Felleisen) den Mangel an Geld möglicherweise erseyen tönne, und nun wird zunächst der Inhalt dieses Berliners untersucht. Erweist fich derselbe von größerem Werthe, so hat es mit dem Verseßen oder dem Verkaufe deffelben keine Eile, zunächst wird dem Gafte Schnaps auf Kredit aufgenöthigt, und bricht die Nacht herein, so wird dem Taumelnden eine Lagerstätte an gewiesen, deren Unsauberkeit er auch am nächsten Morgen, Der in der Spelunke herrschenden Dunkelheit halber, nicht zu erkennen vermag. It sodann der Inhalt des Berliners aufgezehrt, so giebt der Herbergsvater dem nun völlig Bests losen die erste Anleitung zum Bettelgange und begleitet ihn auf diesem wohl in eigener Person. Sträubt sich das Selbst gefühl noch zu energisch gegen solche Bettelei, so wird dafür gesorgt, daß die Strupeln des Gewiffens vom Branntwein übertäubt werden. Wie so Mancher ist unter den Vagabonden zu finden, der es wohl gern anders gemacht und lieber nicht die jetzt gewohnte Laufbahn beschritten hätte, aber die an manchen Drten zur Abhilfe errichteten Arbeitshäuser geben nicht Demjenigen Arbeit, der um dieselbe bittet, weil er dem Landstreichen und Betteln entgehen will, sondern nur Dem jenigen, der bereits gebettelt hat und dafür bestraft worden ift! Wäre es nicht viel beffer, wenn man allen um Arbeit bittenden Personen solche gewähren würde, und zwar bevor fie die Laufbahn des Müffigganges gewohnheitsmäßig beschritten baben? Das Elend ist sicherlich nicht gering, wenn es Jemand zwingt die Hand nach Unterstüßung auszuftrecken, wer ist aber schuldiger, Derjenige, der bettelt, oder Derjenige, welcher dem Bittenden statt Arbeit den Bettel pfennig reicht? Der Einzelne tann da allerdings nicht helfend eingreifen, das vermag nur die Gesammtheit zu thun und ein gemeinsames Zusammenwirken ist daher unerläßlich." Projektirtes Repertoire der Königlichen Schauspiele vom 1. bis 8. März 1885. Jm Opernhause: Sonntag, den 1. März: Der Trompeter von Säffingen; Montag, den 2.: Aida; Diennag, den 3.: Der fliegende Holländer; Mittwoch, den 4.: Der Trompeter von Sätlingen; Donnerstag, den 5., zum 100. Male: Jeffonda; Freitag, den 6.: SarDanapal; Sonnabend, den 7.: Der Wildschüß; Sonntag, den 8.: Die lustigen Weiber von Windsor. Im Schaufpielhause: Sonntag, den 1. März: Tartüffe, Castor und Pollux; Montag, den 2.: Hamlet, Prinz von Dänemark; Dienstag, den 3., auf Verlangen: Colberg; Mittwoch, den 4.: Allibiades; Donnerstag, den 5.: Ein Lustspiel; Freitag, den 6.: Christop Marlow; Sonnabend, den 7.: Die Geier- Wally; Sonntag, den 8.: Romeo und Julia. Im Deutschen Theater" segt Frau Hildebrandt thr Gastspiel heute als„ Elisabeth" in Graf Effer", und Donners tag, 5. b. M. als" bortense" im" Probepfeil" fort. Morgen, 11 Ministerialdirektor Greiff erklärt, daß bei der NeuBelegung zweier Meisterateliers die beiden Hauptrichtungen der Baufunft, die Gothit und Renaissance, einen Vertreter finden Montag, tritt Frau Niemann, die von ihrem Urlaub zurück follten. Der Minister habe bereits Verhandlungen eingeleitet, gekehrt ist, zum ersten Mal wieder in Die große Gloce" auf. feien in der Personenfrage Schwierigkeiten entstanden, fters. jedoch noch im Laufe der nächsten Zeit behoben werden Der Titel wird bewilligt, ebenso der Rest des Kapitels. Montag 10 Uhr. Darauf wird um 5 Uhr die weitere Berathung vertagt bel Lokales. Die Gertraudtenbrücke wird gegenwärtig wieder zum mit neuen Bohlen belegt, nachdem ähnliche Arbeiten im Am Mittwoch, 4. d. M. findet dann mit der Künstlerin auf vielfachen Wunsch eine Wiederaufnahme von Viel Lärm um Nichts statt. Außerdem bringt das Repertoire dieser Woche Wiederholungen von Der Weg zum Herzen"," Der legte Brief",„ Romeo und Julia", und„ Die Journalisten". Belle- Alliance- Theater. In der Gesangspoffe Ein gemachter Mann", die erste, die im Laufe dieser WinterSaison daselbst gegeben wird find außer Frau Walther Troft, Fil. Neumann und Löffler, Herren Meißner, Schmidt, Dttbert, Goeichte, Mauthner und Neuber vom Wallner- Theater auch Frl. Fröhlich und Herr Dorn von hiesiger Bühne hervor Gerists-Zeitung. Dorigen Jahr hier dreimal vorgenommen worden find. Da jedes ragend beschäftigt. Mal das beste Material verwendet wird, so zeigt diese starke onugung, wie groß der Verkehr über diese Brücke ist. Es lart fich die starke Abnugung auch dadurch, daß die Brücke hr hoch belegen ist und die Pferde beim hinüberziehen der aftwagen tüchtig ausgreifen müffen. Die Brücke mit ihrem hen Scheitel wäre eine der ersten, welche bei der Durchfüh. Landgerichts I. Der schon mehrfach vorbestrafte Handelsmann polizeilicher Bestrafung erhält, wie in den Arbeitshäusern. ang ber projeftirten Niederlegung des Spreewafferspiegels men Umbau erfahren bezw. flacher gebaut werden müßte. b. Der Gothaer Verbrennungsofen hat jest bereits emlich regelmäßig zu thun. Auffallend ist die Zahl der durch feuer bestatteten weiblichen Leichen. Am 9. Januar wurde rau Louise Sandow aus Barenfeld verbrannt, am 12. Januar der Häulein Olga Beder aus Berlin, am 17. Januar Frau Hen ette Edftein aus Gotha, am 21. Januar Frau Juftizamtmann Sat fich thomas aus Botha, am 23. Januar Kaufmann Baehge aus im e angeregt terausfüh Serechtigter iten. Was foll man , Die ber ußbar u Deu aufjue ie Bereits itabtilden nitgewerbe Berordent fet boch burgfrage n" müffe Berordent Wehr für Ron dem or geht an unftswede gefamm Denn man Aber auch en Rhein 3. B. auf agt ferner Sygiene 886 werbe Hung im welches fich ft günftig vede noch utsche mo han dem babe, der tuns auf gewiefen derungen Allerdings etwas in und etwa von bes urch feine wo es groß ge vaten er en zu ben gefcheben et werben. t auf dem icht auch Auf die en Der modernen chtig vers tobäufern National toße Ge en, welde usftellen fen. Es Mit der Verhandlung über ein Attentat gegen die Mildthätigteit beschäftigte sich heute die zweite Straffammer hiesigen indem er sich als den durch Unglüdsfälle in Noth gerathenen Journalisten Rofinski ausgab, eine Anzahl von Personen aus den besseren Ständen. Insbesondere suchte er Journalisten, Studenten und Offiziere auf. So erhielt der Angeklagte von den Lieutenants Grafen v. Kleift, v. Stollberg- Wernigerode, von den Studenten v. Rücker, v. Wabinghausen, v. Schöning u. A. Beträge von 3 bis 7 Mart. Dem v. Rücker stellte der Angeklagte sogar eine Quittung über die empfangenen 7 Mart burg, der in Berlin auf einer Besuchsreise gestorben war, mit dem angenommen Namen des Rofinski aus. Die gegen 5. ihn erhobene Anklage wurde daher auf wiederholten Betrug und schwere Urkundenfälschung gerichtet. Der Gerichtshof beAmmiffar, welcher die Leichen nach Gotha überführt. Eins willigte dem geständigen und sich mit Noth entschuldigenden Angeklagten mildernde Umstände und verurtheilte ihn zu mer eifrigsten Mitglieder ist ein Herr St., der seinen eigenen Lottenschein befitt. Er wäre vor einer Reihe von Jahren um ein baar lebendig begraben worden, lebt aber heute noch bei einer Gesammtstrafe von neun Monaten Gefängniß und zweijährigem Ehrverlust. efter Befundheit und ist natürlich ein höchst wirksamer Agitator bie Tobtenverbrennung. Im Reichstage wird Herr Dr. reve die Reichsregierung bei der dritten Lesung des Etats des eichsgefundheitsamtes über ihre Stellung zur fakultativen Feuerbestattung interpelliren. Cherchez la femme!"( Wo ist die Frau?). Dieses nzöfifche Sprichwort bewahrheitet sich auch in dem Falle des Burchgebrannten Prokuristen Loewenheim. Er soll mit einer Mejer Dame schon längere Zeit ein Verhältniß", welches ihn Runfireiterin nach Warschau abgedampft sein. Er hatte mit ämmtlicher Augenzeugen erregte, spielte sich am Mittwoch Der Stadtrath Schmidt hatte sich heute auf eine vom Rentier Krop gegen ihn angestrengte Privatllage vor der 100. Abtheilung des hiesigen Schöffengerichts zu verantworten. Mit Bezug auf den Ankauf des dem Stadtverordneten Dietmar gehörenden Grundstücks in der ReichenbergerReichenberger ftraße 131/132 zu Schulzwecken veröffentlichte die Staatsb. Btg." einige angreifende Artikel, in denen namentlich behauptet wurde, daß eine Offerte des Rentiers Krop, durch welcher der Stabt das Terrain um 40-50 000. billiger bergegeben werden solle, unterdrückt worden sei. In der Stadtveordneten11 Soweit der Redner die Entwicklung der Nothlage der Einzelnen schildert, hat er zweifellos vollständig Recht, auch darin stimmen wir ihm bei, daß nur die Gesammtheit zu helfen vermag. Aber, daß Arbeiterkolonien und gar Arbeits häuser die Rettungsmittel sein sollen es gehört wirklich eine gewiffe Brutalität des Gefühls dazu, für derartige Ans schauungen öffentlich einzutreten. Die Arbeiter wollen regela mäßige Arbeit, teine Aushilfe für den Augenblick, die für den nächsten Augenblic wieder versagt, die Arbeiter wollen feine entebrende Arbeit, keine Arbeit, die man ihnen als Almosen reicht, wie in den Arbeiterkolonien, und erst recht teine Arbeit, die man erst nach Das zu verlangen, ist ihr gutes Recht, und nicht nur ihr Recht, sondern sogar ihre Pflicht, ihre Pflicht gegen sich selbst und gegen die ganze Gesellschaft, welche nur dann wieder zu Rube fommen wird, wenn die wirthschaftlichen Reformen durchgesezt find, welche dem Arbeiter ein anständiges Auskommen sichern und ihn vor Arbeitslosigkeit bewahren. Landeshut( Schlesien), 26. Februar. Zum Streit der Weber. Wie das Landeshuter Stadtbl." mittheilt, ist der Streit der Weber aus der Epner'schen mechanischen Leinen Weberei als beendet zu betrachten. Den betreffenden Arbeitern ist für 6 Wochen der ihnen auſtehende Mehrverdienst matches zahlt worden. Herr Rudolph Epner erläßt folgende Erklärung: Es ist erfunden, daß die Bücher der mechanischen Weberet mit Beschlag belegt worden ftad, ebenso ist es erdichtet, daß zwei Beamte aus Veranlassung des Streiks, resp. weil sie mit theilung an die Weber gemacht haben sollen, entlassen find." Mag sein! Aber daß die Arbeiter( hintergangen worden find, wird doch unwiderleglich durch den Umstand bewiesen, daß der Herr Kommerzienrath für die legten sechs Wochen nachgezahlt bat. Ohne zwingenden Grund hätte er das gewiß nicht gethan. Die Arbeiter sollen außerdem schon seit vorigem Spätherbst hintergangen worden sein. Werden Sie hierfür auch ,, den ihnen zustehenden Mehrverdienst" erhalten? ährlich 6000 Mark ohne die Extra- Ausgaben kostete, während versammlung vom 4. Dezember v. Js. tam die diese Ange- Deutschland wenden, um Arbeiter zu erhalten. Nach uns zu lein eigenes Gehalt nur 5000 D. betrug. Daß da das Exempel legenheit betreffende Interpellation des Stadtverordneten nicht ftimmen fonnte, das ist klar. Eine höchst unerquidliche Szene, die die Entrüftung Limprecht zur Berhandlung. Im Laufe der Diskussion erwiderte der Brivatbeklagte auf die ihm gemachten Vorwürfe, das Krop ihn belogen habe, wenn er behaupte, daß mit dem offerirten Briefe das Straßenterrain unentgeltlich Durch diese Aeußerung einem Tisch, an dem bereits ein bier in der Prenzlauerstraße mit abgetreten werden sollte. wohnender Schneidermeister W. mit seiner verheiratheten Toch fühlte sich Herr Krop beleidigt und strengte die obige Privat ter faßen, nahmen plößlich noch zwei Herren Plaz. Einem flage an. In der Verhandlung wurde der Stadtverordnete Dame mit dem Spazierftod in ganz unverschämter Weise zu bezüglichen Artikel der Staatsbürger- 8tg." verlesen. Der Ein allgemeiner Glasarbeiterstreit ist in Schottland wegen Lohnherabseßung ausgebrochen. Die Fabrilanten werden ftch wie uns aus Alloa geschrieben wird vielleicht nach gegangenen Nachrichten ist vor etwaigen Lodungen nur zu warnen: die schottischen Glasarbeiter stehen sich auf keinen Fall beffer wie die deutschen, und die Leute würden gerade leinen guten Empfang von den Ausgeschloffenen zu erwarten haben". Alle Arbeiterblätter werden um Verbreitung dieser Warnung gebeten. Philadelphia, 21. Februar. Niedergebrannte erfelben fiel es plößlich zum Beitvertreib ein, die verheirathete Schiegnig vernommen, und die betr. Dfferten und die darauf Knudzon u. Co. hier, brach ein Feuer aus, welches sich mit ten, was er auch trop wiederholter Burechtweisung nicht Gerichtshof nahm nach dem Resultat dieser Beweisaufnahme Magazine sind vollständig heruntergebrannt und sind durch Berjuchte Herr W. dem Aufdringlichen den Stod zu entreißen. nterließ. Um dem Unfug schließlich ein Ende zu machen, an, daß bie Angaben des Krop unrichtig waren, daß er sich aber bei der Schwierigkeit der zur Erörterung gekommenen juristischen Momente dieser Unrichtigkeit bewußt gewesen sei. her unbegründet und beleidigend. Bei der Strafabmessung famen aber zahlreiche mildernde Momente in Betracht, namentlug damit dem W. dermaßen ins Geficht, daß ihm sofort Der ihm vom Beklagten gemachte Vorwurf der Lüge war da Das Blut aus Nase und Mund herausströmte. In dem dar auf entstehenden Handgemenge schlug der Fremde die Dame rapider Schnelligkeit verbreitete. Die drei Gebäude, sowie die das Fallen einer Mauer zwei Polizeibeamte, sowie fünf Feuer wehrmänner verschüttet worden. Die Spinneret beschäftigte 500 Arbeiter, welche nunmehr brodlos find, und setzte 40 000 Spindeln in Thätigkeit. Frankreichs Straßennes. Vor Kurzem erschien eine sta mit dem Stock und geberdete fich selbst bei seiner Verhaftung lich aber die Erregung, in welche den Beklagten die jeder sach derselben beträgt die Länge sämmtlicher französischer Chauffeen o rafend, daß es erst nach größeren Anstrengungen gelang, lichen Begründung entbehrenden andauernden Angriffe der( Feldwege und die Gemeindestraßen nicht gerechnet) derzeit ,, Staatsbürger- 8tg." verfegen mußten. Es ist deshalb nur auf eine Strafe von 20 Mart event. 2 Tagen Haft erkannt und dem Kläger die Publikationsbefugniß in der Boff. 8tg." zu Derfelbe als ein Reisender Namens Dr. Carl P. Da in der allgemeinen Aufregung bei dieser Szene seitens des W. es unterlaffen ist, fich die Namen von Augenzeugen behufs weite gesprochen. ter Berfolgung feines Rechts zu verschaffen, so dürften vielleicht Dorftebende Beilen dazu beitragen, daß noch nachträglich sich bleje Beugen meldeten. Gewöhnlich liest man derartige Sjene nur von Arbeitern", es müssen also wohl auch DottoTen und andere Leute denselben rohen Anwandlungen unters 11 Liegen wie gewöhnliche Sterbliche. 8. Soziales und Arbeiterbewegung. Ueber das Verkommen braver und tüchtiger Menschen durch Arbeitslosigkeit bemerkte Pastor v. Bodelschinwgh, der bekannte Gründer von Arbeiterkolonien, in einem Bortrag in Hamburg:„ Ich habe von vielen unserer Wilhelmsdorfer in freien Stunden thren Lebenslauf aufzeichnen lassen und wahr. lich, diese Schilderungen find herzzerreißender Art. So schreibt mir Einer, daß er vor Jahren mitten im Winter mit zerrissener Kleidung und leerem Magen in der Stadt Hannover eintraf, es war zu spät, um Hilfe suchend von Thür zu Thür zu gehen, und das Ende vom Liede war, daß man den Bedauern wertben, weil er ohne Unterkommen war, aufgriff und einsteckte. Mit Schande bedeckt tam er aus dem Gefängnisse heraus und was blieb ihm, der im Gefängnisse gewesen war und den jezt Niemand zu sich nehmen wollte, Anderes übrig, als abermals die Landstraße unter die Füße zu nehmen oder bettend an die Thüren au flopfen? Beides wird aber vom Geseze bestraft. Der Be her bei der Polizei, um von dieser Hilfe zu erbitten. Die Bolizei hat aber feine andere Hilfe, als dem Bittenden vorläufig Unterkunft in ihrem Gewahrsam zu verschaffen. So tommt es denn, daß allmälig die Scheu vor dem Gefängnisfe verloren geht, bietet das Gefangenhaus dem Unterkunfts- und Arbeitslosen doch Schuß gegen die Unbill der Witterung, gewährt es doch, wenn auch ein hartes, so doch ein trockenes Lager, das auf der Landstraße nicht stets zu finden ist. Das Schlimme aber, was aus dem Aufenthalte im Gefängnisse oder Arrest malige Rentmeister Sch. zugleich mit seinem Sohne, Kommis Sch., welcher der Betheiligung an den Betrügereien verdächtig , zur Haft gebracht worden. Sch., welcher früher in nicht it und zulegt im Arbeitshause zu Rummelsburg seine Zuflucht Ungünftigen Verhältnissen gelebt hat, jest aber völlig mittellos fuchen mußte, hatte im vorigen Jahre versucht, als heiraths Dermittler Geld zu verdienen und zu diesem Zwecke mehrere Annonsen, in welcher er eine reiche Rentiere ausbot, verschaffte ihm die Bekanntschaft des Buchbindermeisters R., welcher fich mit einer reichen Dame verheirathen wollte. Sch. vermittelte auch die Bekanntschaft des K. mit einer Dame, welche aber, wie fich später herausstellte, das erwartete Vermögen nicht jammernswerthe will aber nicht betteln und er meldet sich das besaß, und mit der deshalb k. das Verhältniß wieder abbrach. Ungroischen batte Sch. durch die Vorspiegelung, Verbindung blidlich festliegendes Vermögen von 120 000 Mart zu hochgeftellt: n Bersönlichkeiten zu haben und ein augens Bu gewähren. Durch das Versprechen, fich, sobald er sein Vernoch vertrauensseliger, und als K. nicht mehr im Stande war. befigen, Den R. verleitet, ihm fortgesezt Darlehne 37500 Kilometer; von denselben find 14 500 Kilometer mit Bäumen bepflanzt. Weitere 9000 Kilometer sollen demnächst mit Bäumen bepflanzt werden, und find alle Vorkehrungen hierzu bereits getroffen. Die restlichen 14 000 Kilometer Straßen bieten der Anpflanzung von Bäumen einige Schwierigkeiten, Da felbige theils längs der Meeresfüfte, theils im Hochgebirge gelegen find. Die Anzahl der längs der Straßen befindlichen Bäume wird auf ca. 2 680 000 Stück geschäßt, worunter je nach den einzelnen Departements bald die Waldbäume( Ulme, Bappel, Plantane, Linde sc.) oder die Obstbäume( Nußbaum, Kirschen, Birnen, Maulbeer- und Apfelbaum) vorherrschen. Der Ertrag an Obst ist nicht erheblich, da ſelbiges zumeist von den Baffanten noch vor der Reife abgenommen wird. Vereine und Versammlungen. Alle Berichterstatter über Versammlungen und Vereine ersuchen wir dringlichst, ihre Einsendungen möglichst kurz und knapp zu faffen. Wir sind zu dieser Bitte aus Raumrücksichten gezwungen. Ferner bemerken wir, daß nur diejenigen Berichte mit Sicherheit auf sofortige Aufnahme rechnen tönnen, welche uns bis spätestens Nachmittag 2 Uhr zugehen und daß bei Manuskripten immer nur eine Seite des Blattes beschrieben sein darf. Das gemüthliche Beisammensein der Mitglieder des Arbeiter- Bezirks- Vereins für den Osten Berlins findet, wie uns mitgetheilt wird, nicht statt. Die Mitglieder der hiesigen Ortskrankenkassen ver weisen wir auf eine in heutiger Nummer von der Gewerbes Deputation des Magistrats erlassene Bekanntmachung. mit Bligesschnelle vollzogen hatte. Die nächste Versammlung des Arbeiter- Bezirks.Ver| nete einige Minuten lang den Ort, wo sich das blutige Drama eins der Friedrichsstadt findet am Donnerstag, den 5. März, Abends 8 Uhr in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenftraße 77/79, statt. Auf der Tagesordnung steht: 1. Ein intereffanter Bortrag( das Thema wird vorher veröffentlicht). 2. Aus dem rothen Hause. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste find stets willkommen, Badebillets werden ausgegeben. Bahlreicher Besuch ist ers wünscht. 8 Vom tombinirten Komitee der Schneidermeister und Gesellen Berlins wird zu Montag den 2. März cr., Abends 8 Uhr, nach dem Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstraße 37, eine große Versammlung der Schneidermeister und Gesellen einberufen. Auf der Tagesordnung steht die Fortseßung der in der letzten Versammlung gepflogenen Verhandlung, und wäre es bringend nöthig, daß fämmtliche Schneider, vor allen Dingen aber die Konfet tionsschneider, welche bei Meistern arbeiten, recht zahlreich erscheinen. li msd Versammlung der Freien Vereinigung der Graveure, Zif leure und verwandten Berufsgenossen Montag, den 2. März, Abends 82 Uhr, im Restaurant Sahm, Annenstr. 16. Tagesordnung: 1) Geschäftliches, Aufnahme neuer Mitglieder. 2) Die Gewerbeordnung und das Lehrlingswefen.3) Verschiedenes, Brricht des Nachweisebureaus. Die allgemeine Voltsversammlung, welche zu heute Vormittag 10 Uhr nach der Anhalt'schen Refsource, Mödernftraße 114 einberufen war, ist auf Grund des§ 9 des Sozia listengeseges verboten worden. Versammlung der Allgem. Kranken- und Sterbefaffe der Metallarbeiter( Filiale III, Bahlstelle Wendenstraße 5) heute Sonntag, den 1. März, Vormittags 10 Uhr, Manteuffelstr. 90 ( Louisenstädtische Resource), Wahl der Beitragssammler und Verschiedenes. Der Fachverein der Möbelpolirer Berlins( f. p. Arb.) hält am Montag, den 2. März, eine außerordentliche Verfammlung im Vereinslokal, Mariannenstr. 31/32, mit folgender für jeden Polirer wichtigen Tagesordnung ab. 1. Fort, sezung der Aufklärungen über die wichtigsten Puntte der Krantentasse. 2. Anträge. 3. Verschie Der Stadtverordnete Mummenhoff zu Bochum, der die Petition an das Abgeordnetenhaus um Wiedereinführung der Brügeltrafe eingereicht hat, wird als national- liberaler" Agitator bezeichnet. Das ist wichtig. Vor nicht allzulanger Zeit war der geehrte Herr ein Fortschrittsmann und früher noch gerirte fich derselbe als Demokrat. Der Herr hatte einen überaus großen Mund, aus welchem es auf Schüßen, Turn- und Sängerfesten von allerlei wilden Frei heit? phrasen quoll. Daß derselbe auf den Knüppel gekommen ift, braucht eigentlich Niemanden, der ihn fennt, zu wundern. Hamburg, 27. Februar. Nach einem Gurhafener Privats telegramm des Hamburgischen Korrespondenten" wurde der Englische Dampfer Cumberland", Kapitän Tait, nach Dundee bestimmt, von dem Schwedischen Dampfer Norden", Rapitän Wetterström, nach Gothenburg bestimmt, heute Morgen fünf Uhr, beim Abseßen des Lootsen in der Nähe des zweiten Feuer schiffes angefahrer. Der Schwedische Dampfer ,, Norden" ist fofort gesunken. Von der Mannschaft und den Paffagieren find durch Cumberland" fünf Personen, durch das Boot des Feuerschiffes eine Person gerettet; einundzwanzig werden vermißt. Der Dampfer Cumberland" hat ein großes Loch am Bug und anfert nahe bei der Unglücksstelle. Der StaatsDampfer Neuwert" ist mit mehreren Schleppern von Cuxhaven zur Hilfeleistung ausgegangen. 11 " 1 Nr.! und mit Milch und Bucker vermischt, ein sehr schme und ziemlich nahrhaftes Getränk. Der reine Cacao ift b ein, aus den zerriebenen ganzen Bohnen mit Zude Stättemehl bereiteter Teig, der mit oder ohne Gew Chokolade, gleichfalls mit Waffer oder Milch angebrü nahrhaftes und wohlschmeckendes Getränk giebt. Das Gled von der aus den Cacaobohnen bereiteten Ablochung mit Die werthvollen Bestandtheile der Cacaobohnen find: Fett und ein Del, das ihm seine anregende Eigenschaf feinen angenehmen Geschmack verleiht. Zu Heilzweden man von der Chokolade, von dem seines Deles bera Cacaopulver und den Cacaobohnenschalen Gebrauch. Die b ersteren beeinträchtigen aber bei lang dauernder Anwen die Verdauung und läßt man fe nur kurze Zeit, name als stopfende Mittel trinken. Jit die Chokolade mit würzen verfest, so stört fie die Verdauung zwar wenig dafür aber von aufregender Wirkung und darf daher erregbaren Personen nicht verabreicht werden. Man gie als nährendes Mittel, gemischt mit Abkochungen von Carraghenmoos, Isländisch Moos 2c. sehr herabgekomme an Auszehrung leidenden Berfonen. Das aus den S allein bereitete Betränt schmedt, wie oben bemerkt, febr genehm, wirkt nicht aufregend, ist dafür aber fehr arm an Nährwerth; man verabreicht es dabe Nußen leicht erregbaren Personen mit gestörter Verb scheint ti Aus dem entölten Cacaopulver bereitet man das, unter Berlin frei Namen: Racahout des Arabes gefannie Nährpulver, Bostabonne man Reiss, Gerfte, oder sonst ein Stärkemehl und irgend wohlriechendes Gewürz hinzufügt. Briefkasten der Redaktion. A. H., Kreuzberg. Nachdem das Betreffende leider Versehen weggeblieben ist, fönnen wir jetzt, da die Sache mehr veraltet ist, nicht mehr darauf zurückfommen. Auf die Anfrage rn Nr. 48, betreffend das B Rettungs- Institut" find wir durch die Freundlichkeit Lesers in den Stand gefest, mitzutheilen, daß fich gena Institut im Rathhause befindet, und daß Buschriften in befindet. in Do denes und Fragetasten. Es handelt sich hierbei um die In ganz kurze Schritte machen konnte. Die Innenseite der Ringe Brieftasten zu werfen sind, der sich im Innern des Rathbu tereffen sämmtlicher Möbelpolirer und es ist daher Pflicht eines Jeben, am Plaze zu sein. Bu gleicher Beit machen wir auf die Arbeitsnachweise aufmerksam und ersuchen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, dieselbe recht fleißig in Anspruch zu nehmen. Die Arbeitsnachweise befinden sich Naunynftr. 24 bei Bander, und Weberstr. 13 bei Haot. Rigdorf. Die Bahlstelle zum Unterstüßungsfonds der Tischler für Rigdorf wird am Sonntag Vormittag bei Hoff mann, Bergstraße, eröffnet. Der Kaffirer Puger nimmt Beis steuern gegen Quittungskarten und Marken entgegen. Kleine Mittheilungen. Des Meeres Hyäne. Als am 13. Januar d. J. der Eine unmenschlich grausame Begebenheit wird dem norwegischen Dagbladet" aus St. Thomas berichtet. Die Bart Laura" lag am 16. Dezember vergangenen Jahres in genanntem Hafen, um Ladung einzunehmen. Der Steuermann des Schiffes, ein Bruder des Kapitäns, suchte fortwährend mit der Mannschaft Streit und war in Folge deffen bei der Befagung nicht beliebt. Besonders hatte er es auf einen Matrosen, Namens Bridtop, abgesehen, mit dem er am vorerwähnten Tage Prügelei anfing, die damit endete, daß der Matrose dem Steuermann ein Meffer in die Brust stieß. Bridtop wurde verhaftet und an Land ins Gefängniß gefeßt. Der Steuermann starb innerhalb 24 Stunden an der erhaltenen Wunde. Darauf legte man dem Mörder zwei durch eine kurze Rette mit einander verbundene eiserne Ringe um die Füße, so daß er nur war mit einem fpißen Dorn versehen, welcher dem Gefangenen bei jedem Schritte tief ins Fleisch drang. In diesem Zustande zwang man den Unglücklichen, nach dem etwa eine englische Meile entfernten Leichenhause zu gehen, woselbst er vor die Leiche des Steuermanns geführt wurde. Man nog die Dede von der Leiche ab und zeigte ihm die klaffende Wunde. Um Gottes Willen, erspart mir diesen Anblick," schrie der Gequälte; allein seine Martern waren damit noch nicht zu Ende. Man stieß der Leiche ein Meffer ins Herz und fing das aus strömende Blut in einem Gefäß auf. Alsdann wurde der Ge fangene ergriffen und ihm befohlen, den Mund zu öffnen. Als er fich weigerte, Folge in leisten, riß man ihm den Mund mit Gewalt auf und schüttete den Inhalt des Gefäßes in seinen Hals. Der Unglückliche stieß bei dieser Operation ein gräßliches finnnig geworden und wälzte sich unter den gräßlichsten Schmerzen am Boden. In der folgenden Nacht ließ man ihn im Leichenhause liegen. Sobald er in Schlaf fiel, weckte man ihn und zwang ihn, bei seinem Opfer zu wachen. Am Morgen stellte sich ein heftiges Fieber ein, weiches ihn nach einigen Stunden von seinen Leiden befreite. 6. H. 50. Nein. Gattung der Malerei, welche fich mit der Darstel täglicher Vorgänge und von Menschen des täglichen befaßt. N. P., Annenstraße. Die Genremalerei" ist hie Bebens Die A Don fich red mit bebeute Baris follte e englife Gifriebe r erschie fammlun ben hei alistischer putirte glifchen& ambie Tril Bol u ein Anarhiften Brio A. Sch., 5. Der angelsächsische Mädchenname entspricht dem männlichen Namen Alfred. Wettende am Morisplay. Wie tommen Sie mu die Joee, eine solche Wette zu machen. Wir wissen genau, soweit uns jedoch bekannt, gistiren in Holland fich vielmehr sämmtlich unter Leitung des Staates. A. B. C. Es tann nur beißen eine( oder Frrenanstalten nicht. Die dortigen Frrenanstalten befin bie) Sad Dampfer Prinz Alexander" in Samarang zur Abfahrt Dampf Geschrei aus. Dann ließ man ihn los, doch er war fast wahn- beruht auf einem Irrthum", weil auf" den Datin regier 11 gab, blieb ein zu einem Lichterkahn( Prauw) gehöriger Gingeborener durch Zufall auf dem Schiff zurück. Mit seiner Ein willigung wurde er mit zwei Blanken über Bord gelaffen, das mit er schwimmend sein etwa 20 Meter entferntes Fahrzeug erreichen könne. Der Mann war aber jedenfalls ein schwacher Schwimmer; denn die Wellen trieben ihn an der Braum vor bei. Der Dampfer drehte bei; aber einer der Leute des Kahnes sprang sofort in das Wasser, um den Kameraden zu retten. Blöglich sah man an der Stelle, wo die beiden Malayen fich befanden, eine lebhafte Bewegung im Wafferein toloffaler Hai erschien an der Oberfläche; man sah die Leiber der beiden Menschen einige Mal hin und hergezerrt, dann verschwanden fte und der Raubfisch in die Tiefe. Eine rothe Stelle bezeich442 Berliner Ortskrankenkassen. Gewerkskrankenverein. Im Intereffe einer schnellen und geordneten Krankenpflege hat das Komitee des Gewerke- Krankenvereins mit Genehmigung des Magistrats für die zu diesem Verein gehörigen Ortskrantenwenn man fragt, wo? oder worauf?( im Gegenjas ju Frage wohin? bei welcher der Affusativ stehen muß) fchäßt und sehr zahlreich vorhanden. tragen ins DA fein fchei Dort Slothwehr& Karzeren 3 iteten, ei men allge aben die 2 Dort ist es effen einen en hätte. Es sche Zwei Streitende. Es heißt Eulen nach Athen nicht Säulen, und bedeutet soviel als: Waffer gießen, also etwas Ueberflüssiges thun. Die Eule war geheiligte Vogel der Minerva und als solcher in Athen A. Blume. Zahlstellen der Zentral Kranken- und Sommen Einiges über Cacao. Die Samen oder Bohnen dieser, taffe der Buchbinder c. befinden sich bei Dtto Schnei aus Merico ftammenden Bäume Tommen, nachdem sie geschält, Naunynstr. 60, v. im Keller, und bei Paul Schneider, Blu Gemeinnütiges. geröstet und in fleine Stückchen zeischnitten werden, unter den Cecaospizen in den Handel und geben, im Waffer abgekocht Arbeitsmarkt. Ein Vorarbeiter auf Binkgußwaaren, welcher diese Fabritation nachweislich gründlich versteht, wird 415 gegen bohen Lohn gesucht. Adr. erb. u. 2. X. 422 a. Rudolf Moffe, Prinzenstr. 41. laffen die bisher best henden Medizinalbezirke verkleinert, Arbeits- Nachweis für Tischler Juvalidenstraße 131. anderweit eingetheilt und auf 57 vermehrt Auch mit zwölf in den Vororten Berlins wohnhaften Aerzten find wegen der Behandlung Gewerkskranter Abmachungen getroffen, so daß für die hiesigen Ortskrankenkassen jest 69 befoldete Aerzte fungiren. Außerdem hat fich eine Anzahl Spezialisten in bankens werther Weise bereit erklärt, Gewertstranke auf Zuweisung unentgeltlich zu behandeln. Als solche Spezialisten find vorhanden a. für Augenkranke b. " 1 " Gehörkranke 431 F. Dahle. ftraße 29, im Laden. M. 100. Gefindelohn verjährt in 4 Jahren. icheinen, bieten. eute in de peite Red tem Lär jüngst Beidet und Arbeiter- Bezirksverein Glückade a Dienstag, den 3. März, Abends 8 Uhr, Mitglieder Versammlung in der Arania, Wrangelfiraße 9/10 440 Blege Dr. Kanig über: Die Lunge und ihre naturgeme Tagesordnung: 1) Geschäftliches. 2) Vortrag del be im tranten und gefunden Zustande." 3) Wahl des 1. Bot " fißenden. 4) Verschiedenes. 5) Fragetasten. Bairischbier- Lokal. Reichhaltigen falten und warmen Früh Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um recht zahlreichen ftüd fowie Mittagstisch von 12-2, mit Bier à Coubert 50 Pf. sowie reichhaltigen Abendtisch. Zu jeder Tageszeit Königsberger Fled à Portion 25 Pf. • 6 Aerzte, 7 " 430 C. Kranke, welche zur d. e. f = " " g. " elektrischen Behandlung qualificiren chirurgisch zu behan= delnde Kranke 4 Hautkranke Syphilitische. Frauen · Bruft- u. Unterleibsfranke. Hals- und Kehlkopffranke.. 5 8646 11 = ==== 4 11 i. k 3 " Krankheiten der Harnorgane, Nieren und Blasen. 2 d. J. in Kraft. 11 Obige neue Medizinalbezirkseintheilung tritt am 1. März Eine spezielle Nachweisung der Bezite und aller bei wird im Bureau der geführt, Täglich Ausschank von Bockbier. Achtungsvoll Herrmann Stramm, Restaurateur, Stalizer Straße 18. Größte Auswahl Don Schuhen und Stiefeln 434 Bestellungen nach Maß nur reell, solideste Preise bet C. Wolf, Adalbertſtr. 80. Besuch bittet Der Vorstand wa Schw Politifchen S en uns turzuftar Wenng ne Erörte hen, wel letn müffen Als G Den herrsch Politifchen granten of Barteien einmal ber Arb.- Bez- Verein f. d. Often Berlin Versammlung in Dienstag, den 3. März, Abends 8% Uhr, Dazu ift Keller's Lokal, Andreasstraße Nr. 21 Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Heymann über„ Todel ftrafe." 2. Diskussion. 3. Ergänzungsvahl des Vorftande 4. Verschiedenes. 5. Fragetaften. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäfte, burd Mitglieder eingeführt, haben Zutritt.-Zahlreiches Erfcheine der Mitglieder ist erwünscht. 436 OPE Der Vorftand 106 brud verbo Der eftlichen Denfelben Fünf und Lucie war und Frau Ernst Riedel, Tischlermeister Unterstützungsv. d. Buchbinder Oranienstrasse 182 130 empfiehlt sich für Bau-, Möbel- und Ladeneinrichtung, Umzüge u. sämmtl. Reparaturen. Bur pünktlichen Besorgung des " mond ed Berliner Volksblatt" somie sämmtlicher Beitungen empfiehlt fich 429 435 Frau Rofentreter, Gr. Frankfurterstr. 57. Montag, den 2. März, Alte Jakobstraße Nr. 7 Vereinszimmer mit Biano Invalidenſtr. 131 F. Dable. 432 Einen Regulator mit Schlagwert, noch neu, habe billig Laeschke, Füstenstr. 24. III. zu verkaufen. und verwandten Berufsgenossen. General- Versammlung. = Tagesordnung: be 433 1. Kongres Angelegenheiten. Verschiedene Anträge Vorstandes. Referent Herr Joft. 2. Wahl der Delegir 3. Verschiedenes und Fragelaften. Rarte legitimirt. Dies Derfelbe Waru er Alang Man auf Bezirksverein d. arbeitenden Bevölkerung Montag, den 2. März cr., Abends 8 Uhr, Versammlung des SW. Berlins. in Nieft's Lotal, Kommandantenstraße 71/72 Der Vorstand Bewerbe Deputation, Breitefir. 20a,& cfübt, wo dieselbe von Arbeiter- Bezirks- Vereins f. den Often Berlins in der Versammlung bekannt gemacht.) 2. Beti Borlan den Betheiligten eingesehen werden kann. Auch ist eine An zahl von Exemplaren dieser Nachweisung verfügbar und im bezeichneten Bureau während der Dienststunden zu erlangen. Berlin, den 28. Februar 1885. Gewerbe- Deputation des Magistrats. Eberty. Dr. Schoen, früher Bücklerstr., jetzt 421 Gitschinerstr. 36. 10-1. 4-7. Eine eigengem. Kanarienhede, mehrere Il. Gebauer u. ein Nachtigal Gebauer f. zu verf. Blumenstr. 57 bei Teseler. zur Nachricht, daß auf Grund des§ 9 des Sozialistengefeges das Zusammensein in Horstmann's Lokal, Frankfurter Allee, verboten ist. Der Borstand. Allgem. deutsche Kranken- und Begräbnißkaffe für Wirker, Weber u. s. w. beiderlei Geschlechts( E. H.) Montag, den 2. b. M., Abends 8 Uhr, in Matschin 9'3 Lokal, Gr. Frankfurterstr. 131: Delegirtenwahl zur Generalversammlung. Gäste willkommen. 438 Große Versammlung dam Montag, den 2. Diärz, Abends 8% Uhr, Satte beme Beben und sgeeilt fänglich Jegt Burbe un Saben mö Dat n's Dor ignen mie a Saal bin Bewoon lid der Schneidermeister und Gefellen im Louisenstädtischen Concerthaus, Alte Jakobftrage 37. Fortsetzung der Diskussion der legten großen Verfammlung Um zahlreichen Besuch der Schneidermeister und Gefellen bittet 437 439 Tagesordnung: Verantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Drud und Verlag von Mar Bading in Berlin SW. Beuthstraße 2. Das tombinirte Comité J. A.: 2. Pfeiffer. Ein oner fe Re Ga Brit R Brubers. Die