und we it, daß a und nigt welche auf lange von ge Auffit ungeft teten effene Art Sthigenfalls 5. Febru Bebraud hen. Ein ung folder auf Mein wahrer den Vor mleit und I entgegen giebt, ober De Ich bie Schonung sliche Ber Anreiz zum des Dom bem Dom Anblid de rch die ko eß alsbal Den, wenn Pauses mil tel ift dal antiquin; bequemes Sld be alle Wes nug, gen Wiectels Nr. 54. Donnerstag, 5. März 1885. II. Jabro. Berliner Volksblatt. die Organ für die Das Berliner Volksblatt" Interessen der Arbeiter. erscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mart, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 4 Mt. Einzelne Nr. 5 Pf. Sonntags- Nummer mit illustr. Beilage 10 Pf. ( Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1885 unter Nr. 746.) Redaktion: Beuthstraße 2. ,, Arbeit stalt Almosen!" So lautet bie Parole, die nunmehr von vielen jener " Bereine ausgegeben wird, die als ihren Zweck bisher Bes nen Nacht feitigung der Armuth und Bettelei" verkündigt haben. Die ißig Gate Beseitigung der Armuth" war und blieb nur eine werthen Wänden ofe Phrase; die" Beiseitigung der Bettelei" sollte das burch erzielt werden, daß den Bedürftigen an einem beimmten Drte eine bestimmte Gabe verabreicht wurde, um em Abfordern von Almosen in den Häusern ein Ende zu achen. Diese Art der Bekämpfung von Armuth und Bettelei" richtet sich von selbst, soweit sie als eine wirthhaftliche Maßregel aufgefaßt werden soll; das Höchste, bas dabei erzielt werden konnte, war, daß einige harterzige Spießbürger gegenüber der„ Belästigung des Haus bettelns", wie sie fich fo gerne ausdrücken, sich auf eine bei ihnen angebrachte Tafel beriefen, auf der es hieß er Tuppe ne engli ein furd often fid glüdliches Die bro er fofort olidlig i " Insertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., 3immerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Expedition: Zimmerstraße 44. eingeführten Arbeitsordnung heißt es bezüglich der Zulassung von Beschäftigungslosen: Ein Recht auf Zulassung kann Niemandem anerkannt werden. Auch ist diese Zulassung eine jeder Zeit widerrufliche." Nun fann von einer Privat gesellschaft allerdings, je nach der Stärke ihrer Mittel, nicht verlangt wer ben, daß sie Allen ein Recht auf Zulassung zu ihrer Arbeitsstätte gewähren soll; allein barin liegt eben die Schwäche des ganzen Unternehmens. Der Vorstand des genannten Dresdener Vereins jammert in allen Tonarten über den großen Andrang" als ob dieser nicht vorauszus sehen gewesen wäre! Das Verschaffen von Arbeitsgelegenheit ist eben kein Kinderspiel und kann von einzelnen Vereinen, Privatgeſell schaften und sogenannten Arbeiterkolonien nicht genügend ausgeführt werden. Diese Organisationen haben auf die Einfluß und werden schon gemißbraucht, indem verschiedene Unternehmer, um möglichst geringe Löhne zu zahlen, ihre Arbeiten an diese Anstalten vergeben, igt. Dal Ritglied des Vereins gegen Verarmuth und Bettelei". Daß Bewegungen des Arbeitsmarktes wenig oder gar keinen bis in die der Sache selbst dadurch nichts geändert wurde, liegt el, Silber auf der Hand und die Drganisation solcher Vereine hatte et'in für viele ihrer Mitglieder auch nur den Zweck, sich durch Selche man einen verhältnißmäßig geringen Beitrag an die Vereinsnäuel von laffe von allen weiteren Lasten etwaiger Mildthätigkeit zu lich als Aushängeschild gedient hat. Sotel folle befreien. 7, und an erheben, j er Antwer fem Jan en Neubau al, lief unglücklichen Opfer unserer gegenwärtigen wirthschaftlichen Winter be entirung te Haup Baumeifte bulb tri en haben en Folgen étail Tung 78. 450 it der Ver Rege Be nberufer ben: atit der Bev Berlin und 385. Nad 44. " 1 au baben M. 405 So kommt man zu einem ganz entgegengefeßten Biel von dem, das ursprüngs Die Frage der Arbeitslosigkeit ist gewiß eine der brennendsten, aber auch am schwerigsten zu lösenden; fie tann ihrer Lösung wohl näher gebracht werden durch Mitwirtung des Staats und der Gesetzgebung, nicht aber durch Allmählich brach sich dann doch eine mildere Auffaffung der Sachlage Bahn; man sah, daß die vielen angeblichen Bagabunden mit ganz geringen Ausnahmen keine lüberlichen Leute und arbeitsscheuen Menschen, sondern die private Vereinigungen. fie nur Gelegenheit dazu fanden. Und so entschloß man Bustände waren, die ganz gerne arbeiten mochten, wenn fich vielfach, an die Stelle der Almosen die Beschäfti gung zu feßen Arbeit statt Almosen!" Man errichtete Arbeiterkolonien, über deren sehr zweifelhaften Werth und zwedwibrige Einrichtung wir uns schon mehrfach ansgesprochen haben; man suchte aber auch in den Städten Arbeitsgelegenheit zu verschaffen. Die früheren Vereine gegen Verarmuth und Bettelei" ließen die Unterfügungsbedürftigen gegen einen geringen Lohn leichte Arbeiten verrichten und man war erstaunt, daß sie das Alle willig thaten, daß sich unter den sogenannten Vagabunden gar feine arbeitsscheuen Elemente vorfanden, von denen man früher so viel Lärm gemacht hatte. faft Man muß zugeben, daß in dieser Umwandlung ein Fortschritt in ber Anschauung liegt; leider ist der Fortschritt in der Ausführung ausgeblieben. So hat in Dresden der Verein gegen Armenhoth und Bettlerei" beschlossen, den Bedürftigen leichte Ar zuzuwenden und eine Arbeitsstätte" zu diesem zu errichten. Allein in der für diese Arbeitsstätte beit Swed 108 brud verboten.] " 99 Feuilleton. Gesucht und gefunden. Stoman von Dr. Dur. ( Forsegung.) Ich erinnere mich, Barthel, daß Ihre Aussagen dazu Politische Webersicht. Die Abstimmung im Reichstage über die vielbesproches nen 20 000 Mart, die bekanntlich den ,, Entrüftungssturm" her vorgerufen haben, hat gestern in der dritten entscheidenden Beratung ftattgefunden. Die Position ijt bewilligt worden. Die Deutsch Freifinnigen stimmten gespalten. Die Abtiünnigen", unter denen fich auch natürlich der Herr Oberbürger meister von Berlin befand, brachten die 20 000 Mart durch. Hätten fie gegen die Pofition gestimmt, so wäre dieselbe mit 15 Stimmen Majorität abgelehnt worden. Reichstagsauflösung? Dem ,, Hamb. Korresp." wird aus Berlin geschrieben:" Nach den Aeußerungen des Fürsten Bismard( in seiner legten Rede) muß man auf eine Auf lösung des Reichstages fich gefaßt halten. Er bezeich nete die Kolonialpolitit als denjenigen Punkt, in dem ihm die Mehrheit der Nation nicht mit der Haltung des ReichsGegensatz zu früheren Aeußerungen des Staatssekretärs Stephan tages einverstanden zu sein scheine. Neulich hat er im ausdrücklich betont, daß die Dampfervorlage mit seiner Kolonialpolitit zusammenhänge. Kommt, was sehr wohl möglich ist, das Gesez in einer annehmbaren Form mit den drei projektirten Linien nicht zu Stande, so haben wir Neuwahlen entgegenzusehen." später, daß dies der Neffe des Herrn Rodenburg, ein junger Arzt war." Worin bestand der Auftrag?" Wir glauben nicht, daß der Reichskanzler sich zur Auflösung des Reichstags entschließen wird, da aller Voraussicht nach die Neuwahlen teine andere Busammensetzung herbeiführen würs den. Wäre wirklich im ganzen Lande die so oft von gouver nementalen Blättern behauptete Begeisterung für die for. Kos Ionialpolitik vorhanden, so würde es für die Gesellschaften, welche sich direkt um Landerwerb in Afrika bemühen, nicht so schwierig sein, die nothwendigen Geldmittel zu beschaffen. ( Vergleiche: Bur Angelegenheit des Herrn Lüderit.) Die Rede des Fürsten Bismarck in der Reichstags= fitung am Montag hat, da ste sich im Wesentlichen gegen Die englische Regierung richtete, in England begreifs licher Weise großes Aufsehen erregt. Nach einem Telegramm der Frankf. 3tg." sagt die„ Times" in etner Besprechung dieser Rede: Wir fönnen dem Fürsten Bismard die Ver ficherung geben, daß die Freundschaft Deutschlands von dem englischen Bolte nicht weniger geschäzt wird( als die Freundschaft Englands von Deutschland). Wir möchten ihn aber fragen, ob es nicht, trozdem die jetzt im Amte befindlichen Staatsmänner ihm begründete Ursache, beleidigt, zu sein, gegeben haben mögen, beffer wäre, zu vermeiden, seinen Unwillen bis zu einem solchen Punkte zu treiben, daß er dadurch das gegenseitige Wohlwollen der beiden Völker zu stören ristirt. Zur Angelegenheit des Herrn Lüderiz( Angra Pequena) sagt die Demokratische Korrespondenz" u. A.:„ Wir finden zunächst gar nichts Auffallendes daran, daß Herr Lüderiz das ifilo, welches mit jedem derartigen Unternehmen verknüpft ist, theilweise auf die Schultern Anderer abwälzen will. Die Aufgaben, welche ein solches Unternehmen zu lösen hat, find zu groß für einen Einzelnen. Nur wundern wir uns, daß die Beschaffung der erforderlichen Kapitalien, wie aus den vorliegenden Berichten erhellt, immerhin einige Schwierigkeiten zu verursachen scheint. Die Zahl der Kolonial- Enthustasten ist im Deutschen Reiche gegenwärtig so groß, daß man meinen sollte, nicht nur eine Million, sondern der fünf- oder zehnfache Betrag müsse fich mit Leichtigkeit beschaffen lassen. Der Kolonial- Berein zählt 8500 Mitglieder, unter welchen eine große Anzahl vielfache Millionäre find. Unter den eifrigsten Heiß spornen der Kolonialpolitit, aus den Rheinlanden, der Pfalz, aus Württemberg und Baden müßten wir schon Dußende von Leuten aufzuzählen, welchen es nicht schwer fallen würde, das Herrn Lüderis fehlende Kapital und mehr als das, jeder für fich allein, herzugeben. Erst in den jüngsten Tagen hat der Verein zur Wahrung der wirthschaftlichen Interessen" in Rheinland- Westfalen, welcher die reichsten Industriellen dieses großen Bezirks zu seinen Mitgliedern zählt, seiner Sympathie für die deutsche Kolonialpolitik in der nachdrücklichsten Weise Ausdruckt gegeben. Rein Zweifel also, daß alle diese Herren gerne bereit sein werden, ihre Worte auch durch Thaten zu bekräftigen. Nach der Rentabilität des Kapitals, welches die unter deutschen Schutz gestellten Niederlaffungen erfordern werden, ist ja bisher nicht gefragt worden. Bei Unterneh mungen von solcher nationalen Bedeutung kommt es auch darauf nicht an. Wenigstens für Diejenigen nicht, welche der Meinung find, Deutschland müsse um jeden Preis Kolonien Inhalt. Er war fichtlich überrascht und bestürzt durch den Also sogar bis zum Verbrechen sollten sie gegangen Dem Herin einen Brief zu geben, aber nur ihm sein Unglaublich aber wahr ist's, daß sie auch diesen Verwandten durch eine Intrigue fern zu halten wußten.... An das Verbrechen Und Sie thaten das nicht?" nein, ich mag nicht baran glauben." felbft." " " Ich habe es versucht, aber ich fand den Herrn nie beitrugen, Fräulein Lucie Rodenburg zu belaften und den allein; und wenn er allein war, durfte ich nicht zu ihm. Berbacht zu bestätigen, den man gegen fie ausgesprochen Vielleicht hätte ich's doch machen können, aber ich getraute wandte: bat • . und Sie erklären, daß Ihr Zeugniß ein falsches gewefen fei." Ich will Niemanden beschuldigen, ich will Alles auf .. Ich höre, es steht schlimm mit Herrn mich nehmen Rodenburg und daß er Sie rufen ließ, ist mir ein Beweis, daß es sehr schlimm steht.. Bitte." Erfüllen Sie mir eine " Ich höre!" Herrn Brand Unrecht gethan hat, daß ich schuld daran bin, " Sagen Sie also dem Herrn, daß er seiner Nichte und baß ich ihn betrogen habe. Ihm will ich Alles_ge= Beben, wie es war, wenn er mich anhören will." Wilhelmi wandte sich an Johann. ich in einer Stunde im Schloffe sein werde." Er begleitete diese Worte mit einer Bewegung, daß fie mir auch nicht, so ganz hinter dem Rücken des Fräulein Amberg etwas zu thun, von dem ich wußte, daß es ihr nicht recht sei." So find Sie also noch im Befiß jenes Briefes?" Ja, und meine Bitte geht dahin, daß Sie denselben Herrn Rodenburg geben, wenn Sie Gelegenheit dazu haben; aber vergessen Sie nicht, daß der Herr Doktor sagte, als er mir ihn gab, daß derselbe nur dem Herrn selbst eingehändigt werden dürfe." Vielleicht hat Jhre Saumfeligkeit und die Furcht vor Fräulein Amberg Ihren Herrn um einen wirksamen ärztlichen Beirath gebracht; geben Sie her den Brief, Johann, ich werde Gelegenheit zu finden wissen, ihn Herrn Rodenburg einzuhändigen." Johann langte den schon arg zerknitterten und durch den langen Aufenthalt in der Tasche nicht mehr ganz entlaffen feien. Barthel zog sich in der That bis an die sauber gebliebenen Brief hervor und legte ihn in Wil Thür zurüd. Boden feiner Mühe hinab und hob endlich in verlegenem Johann aber blieb stehen, blidte einige Male in den Tone an: Auch ich hätte eine Bitte, Herr Wilhelmi." Verwandten des Herrn Rodenburg bewußt?" Sind Sie sich auch einer Ungerechtigkeit gegen einen Gewiffermaßen ja!" ,, Gegen Fräulein Lucie Rodenburg?" aber ich helmi's Hände. Der Brief war offen. Rennen Sie den Inhalt?" fragte ihn Wilhelmi. " Nein, Herr Prediger! Ich selbst fann nicht lesen, und gezeigt habe ich den Brief Niemanden; dazu hatte ich tein Recht." ,, Da haben Sie richtig gehandelt, Johann... Nun aber wird es doch nöthig sein, daß ich von dem Inhalt Kenntniß nehme, ich weiß nicht, ob ich Herrn Rodenburg Laut fügte er hinzu, indem er sich wieder an Johann ,, Schlimm, sehr schlimm, Johann, daß dieser Brief nicht an seine Adresse gelangte; aber ich verspreche Ihnen, Herr Rodenburg soll den Inhalt wiffen." Ich hätte nicht gedacht, Barthel," sagte Johann, als er mit seinem Dienstgenossen auf dem Rückwege war ,,, baß Du ein so schlechter Kerl bist, und gegen Fräulein Rodenburg und gegen Herrn Brand falsches Zeugniß ablegteft." ,, Darüber kannst Du nicht urtheilen, Johann," versette Barthel, Du hast nur für Dich selbst zu sorgen, und hast keine Familie... und wußte ich denn, was sie damit be zwecken, als sie mich durch Drohungen zu jenen Aussagen zwangen?" " Es ist nur gut, daß jezt noch Alles an den Tag gelangt, und daß der Herr nicht mit dem Verdacht gegen seine Nichte das Leben verläßt." Wir haben uns Beide nichts vorzuwerfen," versette Barthel ,,, Du hättest Deinen Brief abgeben müssen, und wenn es hätte sollen mit Gewalt geschehen; ich sah's dem Herrn Wilhelmi an, wie wichtig der Inhalt war." ,, Nun, wir wollen hoffen, daß mein Auftrag und Deine Beichte nicht zu spät kommen!" Dreiundzwanzigstes Rapitel. Im Schlosse selbst ging es zwar außerordentlich schweigend, aber doch sehr rührig zu. Herr Prediger Amhatte eine geheime Konferenz mit Charlotte. Der Gegen stand ihrer Unterredung stand im merkwürdigem Zusammens hange mit den Unterhaltungen, die wir auf dem Hofe bes genommen, wenn man einen Stein auf sie werfen wollte; lesen zu hören, und es nicht nöthig sein wird, ihn bloß berg, der diesen Morgen mit einem Notar eingetroffen war, ,, D, nein, Herr Prebiger; ich habe sie ftets in Schuh noch so antreffe, daß er im Stande ist, einen Brief vor ich habe immer gesagt, es sind Alles Lügen... aber ich habe einen Auftrag nicht ausgerichtet, den ich von einem öffne ich den Brief." jungen Mun im Friedenthaler Krug erhielt; ich erfuhr mit dem Inhalt furz bekannt zu machen; zu diesem Zwede Wilhelmi schlug das Papier auseinander. | Februar gebraucht. Sein Rückmarsch nach Merawi dürfte also, selbst unter den günstigsten Umständen, mehrer: Wochen in selbst unter den günstigsten Umständen, mehrer: Wochen in Anspruch nehmen. In dieser Zeit aber fann sich noch manches ereignen. Amerika. haben, einerlei, welcher Qualität dieselben find. Hoffentlich wird man Herrn Lüderiz jezt nicht zu lange warten laffen. Von den Ermittelungen, welche das Finanzkonsortium anstellen will, erwarten wir nur wenig. Rechnerisch wird sich eine Rentabilität von Angra- Pequena faum nachweisen lassen. Herrn Lüderis im Stiche zu lassen, würde sehr wenig ,, national" und noch weniger gouvernemental" sein. Denn Fürst Bisma: d bat ja wiederholt erklärt, daß das Reich nur das Eigenthum von Privaten unter seinen Schuß stellen, selbst aber fein Eigen thum in Westafrika erwerben wolle. Würde Herr Lüderit das Geld für seine Gesellschaft nicht voll und rasch erhalten, so würde man anfangen müssen, an der Aufrichtigkeit unserer eifrigften Rolonialpolitiker zu zweifeln. Man würde sagen: Adressen an den Fürsten Bismard abzusenden, oder einem Entrüftungsten am vergangenen Donnerfiag 54 Demokraten für die meeting gegen den Reichstag beizu rohnen sind die deutschen Millionäre jederzeit bereit. Wenn es fich aber darum handelt, den Beutel aufzuthun, und mit dem eigenen Gut" für die Durchführung der so viel gepriesenen Kolonialpolitit einzu treten, dann ziehen die Herren sich scheu zurück. So etwas werden unsere Kolonialenthufiaften fich nicht nachsagen lassen. Herr Lüderiz kann daher außer Sorge sein. -Einer Nachricht des Hamb. Kortefp." zufolge ift in ber legten Sigung des Vorstandes des Kolonialvereins die Bildung einer Angra Pequena Rompagnie", welche in die Rechte des Herrn Lüderis eintreten würde, erheblich gefördert; das erforderliche Kapital von 1 Million Mart ist gesichert. Der einzige Stein des Anstoßes ist jetzt noch das Verlangen des Herrn Lüderit, für die Aufgabe seiner Rechte aus dem Bertrage zwischen dem Reiche und dem Herrscher von Bethanien entschädigt zu werden. Selbstverständlich würde Herr Lüderiz im Befige der von ihm gegründeten NiederLaffungen bleiben. Man hat Grund zu der Annahme, daß die Reichsregierung die Bildung einer solchen Gesellschaft bes günstigt. Frankreich. Die Deputirtentammer verwarf alle Amendements zu den geplanten Bollerhöhungen und nahm die Vorlage der Regierung unverändert an. Nachdem der Senat das von der Nachdem der Senat das von der Kammer vorberathene Budget vielfach abgeändert hat, wird das felbe am Donnerstag der Kammer wieder zugehen. Zu leb haften Debatten wird die vom Senat vorgenommene Erhöhung des Kultusbudget's führen gegen die sich voraussichtlich die Majorität der Kammer erklären wird. Ferner hat die Kammer noch den Termin für die Wahlen zu bestimmen; die Mehrheit hat fich für den ersten Sonntag im Oktober erklärt, während Ferry feinen bestimmten Termin figirt wiffen will. Es verlautet, Fery werde bei dieser Gelegenheit die Kabinetsfrage stellen. Vom Kriegsschauplas meldet ein Telegramm des Generals Briére de l'Isle vom 28. v. M., er habe Bhuadoan verlaffen und marichire auf Tuyen quan; die chinesische Armee in Dunnan habe ihm den Weg versperrt, aber er werde fich in seinem Marsche nicht aufhalten laffen. Die Besagung in Zuyenquan babe in der Nacht des 25. v. Mts. einen heftigen Angriff zurückgeschlagen; die Verluste der Feinde seien bedeutend. General Négrier babe die Chinesen angegriffen und dies selben am Morgen des 23. d. M. in der Richtung auf Langson in die Flucht geschlagen. Die Transportschiffe seien am 24. Februar angekommen und die Truppen ausgeschifft worden. Ein Telegramm des Admirals Courbet vom 1. d. M. meldet, er befinde fich jetzt vor dem Fluffe Ninapoo und habe sein Kreuzergeschwader vor die Mündungen des Jangtsekiang gelegt, um die Reisausfuhr zu hindern. Der Fluß sei durch drei Kreuzer ver sperrt. Die Chinesen hätten sich bis 3400 Meter hinter die Absperrung gepflüchtet. Eine Kanonade sei m't den Forts am Eingonge des Fluffes gewechselt worden. Eine Depesche aus Tientfin meldet, der Preis von Reis habe sich um 20 pCt. erhöht. Egypten. Der Mahdi bekommt Hilfe, die Irländer in Nord Amerifa wollen ihm zur Seite stehen. Sie organisiren zu diesem Zwecke eine Expedition, welche sich in nächster Zeit nach dem Sudan begeben soll. Die Namen der Offiziere der Erpe dition find veröffentlicht worden und die erforderlichen Geldmittel sollen bereit liegen. Newyork, Philadelphia, Buffalo und Boston werden je 15 000 Doll. zu dem Fond beisteuern und 200 Mann zu der Gesammtstärke des Kontingents stellen, welches 1000 Mann zählen soll. Die Mannschaften werden mit Säbeln und Büchsen bewaffnet sein, aber die zur Verwendung gelangende Hauptwaffe wird Dynamit bilden. Es verlautet ferner, daß, wenn die englischen Truppen aus Frland zurück. gezogen werden, in jenem Lande eine Insurrektion stattfinden wird.( Die Nachricht klingt sehr unwahrscheinlich. D. R.) General Wolseley hat sich entschlossen, seine Truppen zu fonzentriren; General Brackenbury hat Befehl erhalten sich mehr nach Rückwärts zu begeben. Es ist viel Zeit verloren ge gangen, bis General Wolseley zu diesem Entschluffe tam, und wenn fich diese Bögerung nicht rächen sollte, so wäre lediglich das der militärischen Ungeschicklichkeit des Mahdi zuzuschreiben. General Brackenbury hat, um bis in die Nähe Abu Hameds zu kommen, von Merawi aus den Monat Januar und fast den ganzen lauscht, und dem Auftrage, dessen sich die beiden DienstTeute vielleicht zu spät entledigt hatten. Sie find jezt am Ziel, lieber Herr Amberg," sagte Charlotte; ich denke, ich habe Ihnen nicht unwichtige Dienste dabei geleistet." Ich verkenne das nicht, liebe Charlotte," antwortete Amberg; Du hast uns vortreffliche Dienste geleistet, die ich auch anerkennen und belohnen werde; Du kannst Dich darauf verlassen." Darauf verlasse ich mich nicht so unbedingt. Lieber ist's mir, Sie verpflichteten sich schriftlich, so weiß ich doch, woran ich bin... Es ist eine alte Erfahrung, das Geldsachen die Freunde entzweien, und wenn ich auch von Ihrer Die Währungsfrage scheint in den Vereinigten Staaten Anlaß zu einem ernsten Konflikt zu werden. Der neugewählte Präsident Cleveland ist für Einstellung der Silberprägung und hat ein diesbezügliches Schrei ben an den Senat gelangen lassen; der Senat hat sich aber in seiner Mehrheit gegen die Ansicht des zukünftigen Präsidenten erklärt. Selbst die Parteigenoffen Cleveland's stimmen in dieser Frage nicht mit ihm überein. Im Repräsentantenhause stimm Suspension, während 116 Demokraten die Anschauungen des neuen Präsidenten bekämpften. Die Führer dieser Sektion drohen in Gemeinschaft mit der Silberpartei unter den Re publikanern mit offener persönlicher Feindseligkeit gegen Cleve land, der, wie fte sagen, den Bantiers in Wallstreet( New- York) und der Goldpartei erlaubt hat, ihn zu beherrschen. Cleveland's Brief, worin er fich gegen die Silberprägung erklärt, hat sie in hohem Grade aufgeregt. Der Repräsentantenhaus- Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten hat nach Inbetrachtnahme der Frage betreffs der Vertretung Ameritas auf der jüngsten Berliner Konferenz den Beschluß gefaßt, im Hause folgende Reso lution einzubringen: Daß feine Aussicht auf kommerziellen Vortheil eine Abweichung von der traditionellen Politik dieser Regierung, welche alle Verwickelungen bereitende Bündnisse mit den Nationen der alten Welt verbietet, rechtfertigt; daß die Betheiligung von Delegirten aus den Vereinigten Staaten in der sogenannten Kongo- Konferens, obwohl deren Vollmachten ausschließlich auf die Erwägung kommerzieller Interessen be schränkt waren, unglücklich ist, wenn dieselbe irgendwo aner fannt werden dürfte als eine Abweichung von der Politik, welche der Regierung der Vereinigten Staaten verbietet, sich an irgend einer politischen Vereinigung oder Bewegung außer halb des amerikanischen Festlandes zu betheiligen." - Der frühere Präsident der Vereinigten Staaten General Grant, leidet am Bungenkrebs und die Aerzte haben erklärt, daß eine Operation unmöglich sei. Der General ist nur im Stande, flüssige oder zerhackte Nahrung zu sich nehmen, und tann selbst diese nur mit Schwierigkeiten hinunterschlucken. Er wird allmälig schwächer und magerer und man glaubt allges mein, daß er nur noch wenige Monate am Leben bleiben wird. Kommunales. In der gestrigen außerordentlichen Sigung des Ma giftrats wurde in die Spezialdiskussion der neuen BauPolizei Ordnung eingetreten, nachdem vorher der Beschluß gefaßt war, alle gefaßten Beschlüsse nur als vorläufig zu betrachten und die definitive Beschlußfaffung bis zur zweiten Lesung vorzubehalten. Bei Berathung des§ 2, welcher von der Größe des Hofraumes handelt und im Abs. 1 folgenden Wortlaut hat: Bisher nicht bebaute Grundstücke dürfen höchstens bis auf zwei Drittel, bereits bebaute Grundwert vor In den Eingabe beantragt der Gemeindekirchenrath beim Magiftrat die welchen Umpflasterung der Sophienstraße mit geräuschlosem Pflaster, Borgefter da der sehr lebhafte Wagenverkehr in dieser engen Straße gan bedeutende Störungen bei den namentlich an den Wochentagen ft ttfindenden Amtshandlungen in der hart an der Straße liegen Den Kirche verursacht. Awischen Während Rännchen Ruticher Der bereits ausgesprochenen Vermuthung entsprechend ist die ursprünglich für gestern angesezt gewesene Verhandlung in dem vor dem Bezirksausschuß vom Magiftrat gegen das Kaffee tri Polizeipräsidium wegen der Markthallen Angelegen dem Kaff beit angeftrengten Prozeß aufgehoben und bis auf Weitere Rutscher vertagt worden. Der zwischen den beiden Barteien höheren bager Orts angebahnte Vergleich soll dem Vernehmen nach nicht ohne babe, Aussicht auf Erfolg sein. 11 zu vergift Der Bezirks Verein Neu- Cölln hat an den Magiftrat mit Strei das Ersuchen gerichtet, zur beffern Verbindung der Seydelstraße ab fich mit der Lindenstraße unter Benugung des Terrains des che Untersuch maligen Grünen Grabens einen Durchgang nach der Kom mandantenstraße und von da nach der Lindenstraße herz stellen. Lokales. bölgern a Gin hinz Wache, n mischung Ansteden feiner St bätte foda berheimlic icholten 31 laffig geb nach dem geftern sei Braut ist Seller I a. 2 b. Die Dampfschifffahrt auf dem Kanal. Wir haben und diese uns schon so daran gewöhnt, den Schifffahrtskanal todt zu sehen, daß uns erst die jüngste Konzession des Polizeipräsidium baran erinnert hat, wie völlig unbenußt für den Personen verfehr diese schöne Wasserader daliegt. Indes, das schwierigte der Anfang ist gemacht; im bevorstehenden Sommer wird man Personendampfer bereits durchlaffen. Und ist der Anfang e einmal da, dann geht's wie mit der Pferdebahn, die man aud erst nicht in die Stadt hineinlassen wollte, und jest halten ihre Wagen unter den Fenstern des Bolizeipräsidiums. ganzen langen Kanal entlang fehlt jedes Verkehrsmittel; Berlin- Hamburger Schleppschiffs- Gesellschaft würde sofort der Kanal mit fleinen Personendampfern beleben. b. Der erste Steinfahn, der sich von der Havel he durchgeeist hatte, passtrte gestern Mittag die Schleuse. Für alle Bau Interessenten war dies nach der ungewöhnlich langen Flußsperre ein erfreulicher Anblick. Denn bei dem einen Kahn wird es nun nicht mehr lange bleiben, sondern es werden ihm weitere folgen. ben bit g. Die Nachricht, daß Aussicht vorhanden i wegen betrügerischen Bankerutts und wiederholten Beng von der königlichen Staatsanwaltschaft zu Berlin stedbriefli verfolgten Seilermeister Richard Troißsch, welcher in London weilen soll, zu verhaften und nach Berlin zurückzubringen, bat unter den von den Bankerotteuren geschädigten Personen eine finnigen Weise die beiden Brüder Otto und Richard Troisi ihren guten Ruf verscherzt haben, zeigt eine große Anzahl betrügerischen Manipulationen. Die Schuldenlaft, welde Der Botsdamer bel alter Mar unterbielt jungen M Der Besch beirathen eine 93 Jeinem Wirthschaf diefer po gleichfalls e Den Ansch das vom Grlös zur Auch 御 Bekannten fich ihm Derstehen. Bestern 28 unter dem Braut, er meinschaftl Borhaltun Begleiterin hervor un Diefelbe a feftgenomn gebracht, lichen Wo die beiden Brüder seit Ostern vorigen Jahres, Eröffnung des Seilergeschäfts in straße 138, angehäuft, soll zirka 120 000 Mart betragen. Die Betrügereien find von den Troißsch in der Weife ausge führt, daß fie die mit der Bahn für sie angekommenen großer stücke höchstens bis auf drei Viertel ihrer Grundfläche Boften von Hanf, Wert 2c. sofort à tout prix verlaufies Aber nicht nur hiermit begnügten sie sich. Kurze Zeit vor de bez. Viertel unbebaut jals Hof oder Garten liegen bleibt," wurde über die Aufnahme der Flächenverhältnisse der einzelnen Grundstücke in verschiedenen Straßen megstraße ein Wechsel über 500 Mt. ein, zu deffen Einlösun Richard Troitsch lief bei dem Tischlermeister P. in der Stein worden war. Da fich aber unter dem Wechsel sein Name b gestern ein P. weder sich verpflichtet hatte, noch welcher von ihm atjep Quadrats fand, so wurde man sofort klar, daß man es hier mit eine der neuen Bau- Bolizei- Ordnung soll der künftige Normalhof mindestens einen Flächeninhalt von 60 metern haben. Um dieser Vorschrift genügen zu fönnen, würden fünftig nur solche bereits bebaut gewesene Grundstücke wieder bebaut werden können, deren Größe mindestens 240 Quadratmeter beträgt, da ein Viertel der Grundfläche als of liegen bleiben muß. Die bereits angeführte Aufnahme hat er geben, daß in der Leipzigerstraße allein 7 Grundstücke sind, deren Grundfläche unter 240 Quadratmeter groß ist, fte be erfolgten Verhaftung des Dito Trogich bezw. der Flucht gefälschten Wechsel zu thnn hatte. Auch auf Verwan sollen gefälschte Wechsel gezogen worden sein. Der Anklage des betrügerischen Bankerutts wiederholten Betruges würde dann noch schweren Urkundenfälschung hinzutreten. welcher seine Privatwohnung in Schöneberg hatte, wurde und b Otto Troi jene anscheinend in dem Augenblick verhaftet, als er im Begi trägt 17, 30, 42, 46, 67, 72 resp. 219 Duadratmeter. In der stand, seinem Bruder zu folgen, welcher in Lichterfelde wohnte Spandauer, Neue Friedrichstraße und Heidereutergaffe find und der rechtzeitig die Flucht ergriffen hat. Mit bem Otto folcher Grundstücke 12 vorhanden, deren kleinstes 45 und das größte 204 Quadratmeter Grundfläche hat. Die Fischer- und Roßstraße, Friedrichsgracht und Schornsteinfegergaffe zählen 16 Grundstücke, deren Grundfläche zwischen 78 und 162 Quadratmeter beträgt. Der Magiftrat bat beschlossen, diese Angelegenheit, namentlich der Größe der Höfe der zu errichtenden Alten Jacobstraße verhaftet sein, welcher außer großen, Boften in Troitsch zugleich soll auch noch ein sog Ramscher aus der von Seilerwaaren von den Eroißsch deren Bferd und Wagen haftung der Brüder Troißsch ist von einer Engrosfima zu einem Schleuderpreise gekauft hatte. Dec Antrag zur Ber Gebäude, der Entfernung zwischen denselben und der Treppen Geschäftsbeziehungen gestanden und die ebenfalls nicht gering der Burgstraße ausgegangen, welche mit den Banterotteuren in Unter dem Verdachte eines Vergiftungsverfuches anlagen wegen, an die betreffende Subkommission zur noch maligen Vorberathung zurück zu geben mit der Direktive, ob es sich nicht empfehle, für das Innere der Stadt, namentlich für altkebaute Grundstücke, erleichternde Bestimmungen in Betreff der Wiederbebauung derselben in die Baupolizeiordnung aufzunehmen. Der Gemeindefirchenrath der Sophienkirche hat dem Magistrat ein Projeft zur Anlegung einer neuen Straße von Der Großen Hamburger- Straße bis zur Sophienkirche als Verlängerung der Kraušnickstraße vorgelegt. In einer weiteren Dann blieb er vor Charlotte, die in einer sehr energischen " fann!" " geschädigt ist. gegen seine Dienstherrin ist vorgestern der Kutscher ve haftet worden. L. stand bisher im Dienst bei der Milchhänd lerin Wittwe St. in Brig, welche ihn seinen Dienst zum 1 b. Mts. aufgekündigt hatte. Täglich fuhr Frau St. mit ihr Milchfuhrwert und dem Kutscher L. nach Berlin, wofelbft f besonders in dem südlichen Theil der Friedrichstadt, thre Kund schaft mit Milch versorgte. Einer ihrer Runden, ein Ronbi in der Friedrichstraße, gab ihr täglich ein Kännchen Raf ,, Das nennen Sie eine exorbitante Forderung Sie vergessen, daß Feldau einen Werth hat von eine Was verlangst Du für Deine Dienste, Charlotte?" halben Million hat und außerdem beinahe eine viertel Millio Ich verlange so viel, daß ich sorgenfrei leben Was? Eine solche Summe beanspruchst Du, Charlotte?... Bedenke doch, daß Du ja nach wie vor diese Stellung bekleiden wirst. Ich werde mich schriftlich verpflichten, Dich in Deiner jegigen Stellung zu lassen, so lange es Dir beliebt." Sehr freundlich, Herr Amberg; aber es ist noch sehr die Frage, ob es mir belieben würde in meiner Stellung zu bleiben, wenn Sie hier der Herr im Hause sind und baares Vermögen da ist." Das ist wahr; aber bedenke, daß sich dieses mögen in mehrere Theile zersplittert; da ist Emmy, Sanftleben, da bist Du, und wer weiß, ob nicht am gar einer von den Neffen auftaucht, der seinen noch nachträglich reklamirt." Ver ba Enb Anthe Es bleibt immer noch so viel," erklärte Charlot daß meine Forderung eine unbedeutende ift." ,, Liebe Charlotte! Mein gutes theures Mäbche fich Freundschaft zu mir i berzeugt wäre, so ist es doch möglich, Fräulein Emmy die Herrin; das Verhältniß war so lange fünftausend Thaler, das ist eine ansehnliche Sum daß Sie Ihr Herz verfchließen, wenn ich eines Tages zu Ihnen fäme, und die versprochene Belohnung forderte." Hältst Du mich für undankbar, Charlotte" ,, Das nicht! Aber besser ist's, ich kann meine Ansprüche auf etwas Schriftliches gründen, als auf ein bloßes Versprechen." Aber Charlotte bedenke, daß ich bis jetzt noch gar nicht der Erbe bin!" Sie werden es in einer Stunde sein, wenn ich Ihnen nicht noch im legten Augenblick einen Strich durch die Rechnung mache." " D, Charlotte, sprich nicht in einem solchen Tone zu mir; wir stehen in einem Verhältniß zu einander... Thut nichts", erwiderte Charlotte, ihre Freundschaft würde doch später vielleicht nicht so groß sein, als Ihre Liebe zum Gelde; ich bestehe deshalb darauf, daß Sie mir noch vor Vollziehung des Testaments etwas Schriftliches geben." " Du könntest wirklich im letzten Augenblick Dich mir in den Weg stellen?" Das könnte ich, und das würde ich, denn ich würde Ihre Weigerung, mir etwas Schriftliches zu geben, so anein gutes, als Sie mich brauchten ob es aber ein gutes und wenn Du hinzurechnest, was Du in der Beit bleiben wird, wenn Sie mich nicht mehr brauchen, das ist Du unumschränkt die herrschaftliche Rasse geführt, erfpa noch sehr die Frage, und darum muß ich sicher gestellt sein, für den Fall, daß ich mich genöthigt sehe, meinen Dienst aufzugeben." Du wärst am Ende gar im Stande, eine Summe von tausend Thalern zu verlangen?" Tausend Thaler!" rief Charlotte auflachend. Wohin mögen hätte ich nicht die mindeste Aussicht, auch nur die denken Sie, Herr Amberg? Mit tausend Thalern Ver unbedeutendste Parthie zu machen Bedenken Sie nur, haft.. Das geht Sie nichts an; was ich erfpart habe, mit Ihrer Erbschaft nichts zu thun... Ich überlege eb ob ich nicht zu wenig gefordert habe, und ob es für doch nicht vortheilhafter ist, wenn ich dem alten Robenb noch im letzten Augenblick flaren Wein einschente; die Erben nicht mein Reden höher honoriren würden, Sie mein Schweigen." об м " Sprich nicht weiter, Charlotte, Charlotte!" rief الله daß man über unser Verhältniß so Manches munkelt, daß berg, indem er die Hand heftig auf ihre Schulter le ich also nicht so ganz ohne Makel dastehe; und ich will eben, daß Jemand diesen Makel übersieht und mich dennoch heirathet... oder für den Fall, daß ich ledig bleibe, doch ohne Sorge leben kann. Dazu bedarf ich wenigstens " dente nicht daran.. 1 Gut, ich werde mich verpflich himmelschreiend, zehntausend Thaler... Dir die zehntausend Thaler... D, mein Gott, d es nicht anders willst...." aber wenn " Behntausend Thaler!" rief Amberg und fuhr sich Revers nieder, laut deffen er sich verpflichtete, nach Ant mit beiden Händen durch die Haare.„ Das ist Expreffung, der Rodenburg'schen Erbschaft, gleich viel in weld Vergiß nicht, daß ich mich zu Höhe ihm dieselbe zufallen sollte, an Charlotte ge das ist Blutsaugerei! einer größeren Summe schon habe dem Schurken, dem Sanftleben, gegenüber verpflichten müssen; ja, daß ich diesem schon sein Schweigen mit einem Theil meines tausend Thaler zu zahlen. Auf den in welcher Höhe ihm dieselbe zufallen lotte mit sehr fluger Vorsicht Zusat sollte, gedrungen. Shar batte G hatte Sie fehen, als ob sie nicht gewillt wären, mir meine Dienste so jezigen unbedeutenden, baaren Rapitals haben ablaufen gesagt, daß möglicher Weise noch Andere auf bie zu belohnen, wie ich es erwarten darf." Amberg ging verdrießlich im Simmer auf und ab. müffen und nun kommst Du noch mit einer so exorbis fchaft Ansprüche machen würden, daß zum Beispiel b tanten Forderung." britte Neffe auftauchte, und ein Drittel der Hinterlaffer Behandlun a. Gi welcher m trug. Da würdige 2 den Verdä R., einräu des Treide dafelbft vo jur Verschi Offentlichem jumpfung wegen bief Belle Voffe Ein und Sonn fich bereit nachzufomn Alaus in Poliz mischen Fa Arbeiter Faß beim Der dazu b einen Brud tité gebrad tags, fiel a müller, S etwa 50 schaft für auch Emm tönnte; ba Legate aus Ambe Schloffen ausgerechne ftände zuf übrig blei Aleinigteit daß Charl weber bur lighten Ber mit einem Es w war. In Der ber Nachri diefen Aug baß die hö bei ihm. Ausspruch Ja, Unfe erklärt, ba Ich glaube gewünscht, Sterben m „ D, v " 1 Er m Run vielen Mül folge." Auch lagte Charl Ihnen, nac Stein in bazu gethat mit der be Beid Magiftrat die em Pflaster, Straße gan Wochentagen Straße liegen welchen fie regelmäßig, auf ihrem Wagen fiend, austrant. Borgestern Vormittag befand sich Frau St. mit ihrem Fuhr werk vor dieser Konditorei, versorgte von da aus die Kunden in den benachbarten Häusern mit Milch und ließ in der wischenzeit ihren Rutscher auf dem Wagen allein zurüd. Während ihrer Abwesenheit wurde aus der Konditorei ein entsprechend Rännchen Raffee für sie nach ihrem Wagen gebracht, das der Berhandlung Rutscher an sich nahm. Als Frau St. nach ihrer Rückkehr den gegen das Kaffee trinken wollte, bemerkte fte nach dem ersten Zuge, daß dem Kaffee Phosphor beigemischt war und sie stellte den uf Weitere Autscher deshalb zur Rede, indem ste den Verdacht aussprach, ien höheren dag er Die Köpfe seiner Streichhölzer hineingethan gelegen nicht ohne babe, n Magiftrat Seydelstraße ns des che der Kom traße herz um fte aus Rache wegen seiner Verabschiedung u vergiften. Der Kutscher bestritt dies und wollte überhaupt mit Streichhölzern nichts zu thun gehabt haben. Frau St. be ab sich mit dem Kafire nach der Konditorei, woselbst durch Untersuchung festgestellt wurde, daß Phosphor von Streich hölzern abgeschabt und in den Kaffee geworfen worden sei. Gin hinzugerufener Schußmann brachte den Kutscher L. zur Bache, woselbst dieser einräumte, daß er allerdings die Bei mischung des Phosphors zu dem Kaffee verschuldet habe. Beim Ansteden seiner Bigarre wären eine Anzahl Streichhölzer aus feiner Streichholzfchachtel in den heißen Kaffee gefallen, er hätte sodann die Streichhölzer aus dem Kaffee herausgenommen und diesen ganzen Vorfall seiner Herrin gegenüber deshalb obt zu fehen verheimlicht, um nicht wegen seiner Ungeschicklichkeit ausges Wir haben eiprafidium Schwierigte r wird man Anfang e e man aud jest balten Dtums. Am mittel; bi fofort de Scholten zu werden L., dessen Angaben, wonach er nur fahrPersonen läffig gehandelt hätte, wenig glaubwürdig erscheinen, wurde nach dem Kriminalfommissariat gebracht, von wo aus vorgestern seine Vorführung vor den Staatsanwalt erfolgte. a. Wegen Tödtungsversuchs seiner angeblich treulosen Braut ist gestern der in der Manteuffelstraße Nr. 82 wohnende Geller Johann Karl verhaftet worden. Karl, ein 29 Jahre alter Mann, welcher sich bisher eines guten Rufes erfreut hat, unterhielt feit vorigem Jahre ein Liebesverhältniß mit einem jungen Mädchen und vereinbarte mit dieser, daß er fte nach Der Beschaffung der nothwendigen Wirthschaftseinrichtung beirathen Er miethete Havel be fe. Für alle mlich langen ben einen Rahn werden ihm en if n Betrage fted brief in London Oringen, bat erfonen eine elcher leid arb Troisid Anzahl be aft, welde bres, be Botsdamer t betragen Beife ausge enen großen vertauffen Beit vor de Flucht b Der Stei Einlöja bm atsep Name b r mit ein Verwan fein. und b jene Trois wurde dod im Begrif Ide wohnt er aus der t bem Dito Ben Boften und Wagen ag zur Ber DB- Firma in rotteuren in nicht gering 8berfadel her o Milchband nft zum 15 mit ihrem wofelbft thre Rund in Rondita chen Raffe ung? Don eine tel Million piefes B ba i tmy, ba t am En en Anth Charlott Mäbche end; Summ Beit rt, erfp babe, rlege ch für m Robenb ; ob ürben, rief ulter legt erpflich ott, es wenn brieb er b ach Untri weld Gleidi otte geb Atte Ghar batte fi bie Br fpiel nterlafen 1 wollte. eine Wohnung Bwede zu Diesem und taufte nach und nach Don und so daß er einen Bruch des Schienbeins erlitt und nach dem Hedwigs- Krankenhause gebracht werden mußte. Am 3. b. M. Nachmittags machte der Seiler Karl vor dem Hause Manteuffelstraße 75 auf die in diesem Hause wohnhafte unverehelichte Töpfer, mit welcher er früher ein Liebesverhältniß unterhielt, einen Mordversuch, indem er mittelst Revolvers auf dieselbe eindrang und ihr einen Schuß in die rechte Schulter beibrachte. Karl wurde verhaftet. Soziales und Arbeiterbewegung. In Defterreich lösen fich noch vor dem drohenden Sozialistengeset viele Arbeitervereine und Hilfskaffen auf, die bisher eine segensreiche Thätigkeit entfalteten. Sowie am zwar handels oder mäßiger Böde gewonnen hat, während der Konfum Rübenzucker produzirender Länder nur geringe Fortschritte unter den bestehenden Gesezen machte, welche nicht nur eine durchaus fünstliche Ueberproduktion großgezogen, sondern gleich zeitig auch die niederen Klaffen verhindert haben, die Vortheile des billigen Zuckers als eines Nahrungsmittels auszunuzen. Eine mäßige aber allmälige herabsetzung der Zuckersteuern in Europa würde eine beffere Lösung der gegenwärtigen Krise sein, als alle Kombinationen, die Produktion niederzuhalten, und würde gleichzeitig dem Staatsschatz der verschiedenen Länder zu Gute tommen, die jetzt in Ausfuhrvergütungen den größten Theil der auf die Fabritation erhobenen Steuern zurückzuver güten haben. Beruf und Religions bekenntniß. Im Preußischen Staate befanden sich am 5. Juni 1882 17 659 144 Evangelische, 9 220 326 Katholiken und 357 554 Juden. Erwerbsthätig waren in einem Hauptberuf 7617 096 Evangelische, 3937 623 Katholiken und 137 138 Juden, während 10 042 048 Evangelische, 5 282 703 Katholiken und 220 416 Juden Angehörige ohne Haupterwerb waren. Sondert man die einzelnen Berufs gruppen von einander, so findet man, daß von 100 Erwerbs thätigen in der Landwirthschaft( Bodenbenußung, Thierzucht und Fischerei) thätig waren bei den Evangelischen 38,9, bei den Katholiken 43,8, bei den Juden 1,2, überhaupt 40,1 pCt., bei der Industrie und den Gewerben 31,0 Evangelische, 31,9 Katholiken und 20,8 Juden, im Handel 4,0 Evangelische, 3,0 Ratholifen und 53,9 Juden. Als Rentner, Pensionäre, Anstaltsinsassen, ohne Beruf oder Berufsangabe, zählte man von 100 bei den Evangelischen 6,4, den Katholiken 5,0 und den Juben 13,1. Die Gegenfäße 8. Febr. Die Union der Wiener Metallarbeiter, so hat sich am 15. Febr. die freie Genossenschaft der Buchbinder, Futteral macher u. s. m. wegen des drohenden Sozialistengefeges selbst aufgelöst. Dieser Verein hat während seiner 9 jährigen Thätigfeit 31 000 fl. an erkrankte und arbeitslose Mitglieder ausbezahlt. Der Referent hetonte unter anderem, daß man sich Diesem Geseze nicht fügen fönne, daher die vorzeitige und freis w llige Auflösung. So wie die Union der Wiener Metallarbeiter", so machte auch dieser Verein die Bibliothek einem der ältesten und bewährtesten Genoffen zum Geschenk. Die vorhandenen Baarmittel wurden bei der Niederösterreichischen Sparkasse deponirt. Am 22. erfolgte bei außerordentlich zahlreichem Besuch die Auflösung des 3. Wiener Fachvereins u. zwar der Sattler, Niemer und Taschner. Der Be schluß erfolgte nach einem Referat Gehrke's einstimmig, und zwar dahingehend, daß die Mitglieder der Krankentafe in Kor pore der allgemeinen Arbeiter Kranken- und Invalidenkasse beis wöchentlichen Beitrages leistet die Kaffe des aufzulösenden treten. Die Bestreitung des Eintrittsgeldes und eines zehnVereines, und derart, daß die Mitglieder die weitesten Vortheile ihrer neuen Bugehörigkeit- uns entgeltliche ärztliche Verpflegung und freie Arznei genießen und auch der Leichenbestattungs- Abtheilung angehören. Die Arbeiter Krantenkaffe übernimmt alle in dieser Weise Beitretenden ohne Rücksicht auf Alter und Gesundheitszuftand. Das Vermögen der Fortbildungskaffe sowie der verbleibende Rest der Krankenkasse der Sattler wird in der Spartaffe für einen zukünftigen Fachoerein deponirt. Die Vereinsbibliothek und das Mobiliar beschloß die Versammlung dem ältesten Vereinsmitgliede Gehrke zu schenken. Für die gegen wärtig Arbeitslosen soll die ganze statutenmäßig zulässige Auch das Erscheinen der Wahrheit", des Wiener Arbeiterblattes, ist eingestellt. Unter andern wird dieser Beschluß wie folgt motivirt: Wir sind nicht gewillt, bei Besprechung der für unsere Partei als Lebensfrage geltenden Sosialistengeset Vorlage unseren thatsächlichen Standpunkt derart abzuschwächen, als dies den Anschauungen der Breßbehörde entspricht. Darüber in einer der Staatsanwaltschaft genehmen Weise zu schreiben, hieße unsere Bestrebungen mit Füßen treten, und nimmermehr soll man uns das mit Recht nachsagen können. Beharren wir aber andererseits, getreu unserer Anschauung, in der Besprechung der fraglichen Regierungsvorlage, so würden wir einzig und allein für eine f. t. Papierstampfe schreiben, und dazu fühlen wir selbstredend verdammt wenig Luft." Wir sehen, daß das Sozialistengeset schon jest gewaltige Schatten vorauswirft. feinem erübrigten Arbeitsertrage Möbel Wirthschaftsstücke. Seit Anfang d. J. wohnte die Braut in dieser von Karl eingerichteten Wohnung, anstatt aber sich gleichfalls für die Hochzeit vorzubereiten und die ihr obliegen den Anschaffungen zu machen, verkaufte fte nach und nach das vom Bräutigam angeschaffte Mobiliar und verwandte den Glös zur Befriedigung ihrer augenblicklichen Bedürfnisse. Unterstügung ausgezahlt werden. Lebenswandel erhielt Karl Don Bekannten sehr ungünstige Mittheilungen, und fte selbst benahm fich ihm gegenüber von Tag zu Tag fühler und gab ihm zu verstehen. daß sie von ihm nichts mehr wissen wollte. Vor gestern Abend begab fich Karl mit einem Vevolver, welchen er unter dem Rod versteckt hatte, nach der Arbeitsstelle seiner Braut, erwartete diese vor der Hausflur und ging mit ihr gemeinschaftlich nach der Manteuffelstraße, ihr wegen ihrer Untreue Borhaltungen machend. Da aber diese teinen Eindruck auf die hervor und schoß damit auf seine frühere Geliebte und verlegte dieselbe an der rechten Schulter. Karl wurde von Passanten festgenommen und zur Polizeiwache in der Reichenbergerstraße gebracht, während die Verlegte nach ihrer in der Nähe befind lichen Wohnung geschafft wurde, woselbst sie sich in ärztlicher Behandlung befindet. R., " " a. Ein Weidendieb. In der Nathenowerstraße begegnete In der Nathenowerstraße begegnete gestern ein Schugmann einem verdächtig aussehenden Manne, welcher zwei Bündel frisch geschnittener Weidenruthen bei fich irug. Da der Mann über den Erwerb dieser Ruthen glaubwürdige Angaben nicht machen konnte, so fistirte der Beamte den Verdächtigen zur Polizeiwache, woselbst dieser, ein Arbeiter" Lettere Firma hat erst vor vierzehn Tagen vom Proviantamt 11 am Nordhafen abgeschnitten zu haben. Diese des Treidelweges dafelbft von der Stadt angepflanzten Weiden dienen nicht nur ur Verschönerung der Anlagen, sondern fie find auch von offentlichem Nußen, da fie beim Steigen des Wassers die Verfumpfung und Versandung des Weges verhindern. K. ift wegen dieser rohen Sachbeschädigung zur haft gebracht worden. Bellealliance- Theater. Die Aufführungen der lustigen Poffe„ Ein gemachter Mann" werden für 2 Tage( Sonnabend und Sonntag) unterbrochen, da Herr Direktor Theodor Lebrun fich bereit ertiärt hat, dem allgemeinen Wunsch des Publikums nachzukommen und an diesen beiden Tagen als Dottor Klaus in L'Arronge's gleichnamigem Lustspiel aufzutreten. Polizeibericht. Am 28. v. M. verunglückte in der chemischen Fabril des Dr. Marasse, Schulzendorferstraße 19, der Arbeiter Aderholz dadurch, daß ihm ein etwa 50 Kilo schweres der dazu benutten Rette gegen das Bein rollte, so daß er einen Bruch des rechten Oberschenkels erlitt und nach der Cha tité gebracht werden mußte. Die betrügerischen Manipulationen des Kommerzien raths Epner in Landeshut, so schreibt man der Hamburger Bgatg.", erscheinen noch in viel schlimmerem Lichte, wenn man die Hauptkundschaft dieses Herrn genauer fennt. Epner ist nämlich der Levorzugteste Militärlieferant und Inhaber der zwischen der Landwirthschaft und dem Handel bezüglich der Betheiligung der Juden find eklatant. In einzelnen Ge werben 2c. prävaliren verhältnißmäßig die Katholiken bedeu tend, z. B. in der Textilindustrie und dem Bergaau( eine Folge davon, daß die Hauptfiße dieser beiden Industrien in fatholischen Gegenden liegen), in anderen die Juden, so im Buchdruckereigewerbe, in den Bekleidungsgewerben, besonders aber in der Industrie der Nahrungs- und Genußmittel und im Beherbergungs- und Schantgewerbe( hier 1,34 Co., 1,05 Rath. und 2,66 Juden auf je 100 Erwerbsthätige dieser Kons feffion). An den sogenannten„ freien Berufen"( Arzt, Lehrer, Advokat 2c.) waren 5,4 Evangelische, 4,2 Katholische und 4,6 Juden von je 100 Erwerbsthätigen dieser Konfession betheiligt; darunter in der Verwaltung und Rechtspflege 1,17 Evangel., 0,73 Rathol. und 0,78 Juden, im Heeresdienste und Kriegsflottenbienfte 2,39 beam. 1,91 bezw. 0,68, in Religionspflege, Erziehung und Unterricht 1,13 bezw. 0,91 bezm. 1,89, in esundheits- und Krantenpflege 0,33 beam. 0,38 bezw. 0,78 und in der Schriftstellerei und den ausübenden Künsten 0,43 bezw. 0,27 bezw. 0,51 von je 100 Erwerbsthätigen der drei Haupttonfefftonen. Die Berliner Brauereien. Wie so viele andere Industriezweige der Reichshauptstadt, so hat auch das Berliner Braugewerbe in den letzten Jahren einen bedeutenden Aufschwung genommen. Während man vor dreißig Jahren nur von Berliner Weißbierbrauereien sprach, welche übrigens bei Weitem nicht den Umfang und die Bedeutung der heutigen Etablissements dieser Art erreichten, zählt Berlin nun eine Anzabl von Bairisch- Bier- Brauereien, die, was den Absatz betrifft, den ersten Etablissements in Baiern wohl den Rang ab laufen. Wir zählen in Berlin selbst 26 Bairisch- BierBrauereien, 31 Weißbier- Brauerein und 14 Etablissements, welche Bitter, Braun oder Gräßer Bier erzeugen. Wie be deutend aber die Fabrikation ist, geht daraus hervor, daß im vergangen Jahre allein ca. 45 443 900 Kg. Braumalz mit 1817 700 M.( ohne den Kommunal Buschlag) verfteuert wurden. Das in Berlin erzeugte Quantum Bier beläuft sich auf etwa 1817 300 Hektol. Hieran partizipiren- was das Quantum des erzeugten Gebräues von den Bairisch- Bier- Brauereien anbetrifft das Böhmische Brauhaus( Knoblauch) mit ca. 188 200 eltol., Bazenhofer( Friedrichshöhe) mit ca. 139500 Hektol., ferner Tivoli mit ca. 133 300 Hektol., Unions- Brauerei mit ca. 77 500 Hektol., Königstadt mit ca. 76 000 Bettol., Moabit( Ahrens) mit ca. 71 000 pettol., die Bock- Brauerei mit ca. 70 300 Hettol. Die bedeutendste Weißbier- Brauerei ist die von Breithaupt, welche faft 79 000 Bettol. erzeugte, dann folgt Landré mit ca. 65 000 Bettol., Gabriel u. Jäger mit ca. 52 500 Hektol., Hilfebein mit über 45 500 Hektol. und Richter mit ca. 36 500 Settol. Von den Aktien- Brauereien er zeugen Bolle und Geride geringere Quanten. Unter den Bairisch- Bier Brauereien gewährte Bazenhofer eine Dividende von 25 pŒt.( gegen 20 pCt. im Vorjahre), Böhmisches Brau baus 10 pCt.( gegen 9 pSt.), Tivoli 6 vet.( gegen 31 pSt.), Königstadt 4% pCt.( gegen 0 pбt.). Die Weißbier- Brauerei Landré vertheilte 8 pSt.( gegen 7 pCt.), Gericke 6 pet.( gegen 4 Ct.)( B. T.) zu höheren Preisen, als andere Lieferanten angeboten hatten. Epner hätte in Rücksicht auf seine direkten Bezugsquellen und die Art, wie er seine Arbeiter um den sauer verdienten Lohn bestahl, weit billiger sein können, als andere Lieferanten. Entgegen den falschen Beitungsnachrichten muß auch ich fonstatiren, daß die Arbeiter fich musterhaft benommen haben und ein Aufgebot von Gensdarmen durchaus nicht nöthig war. In Landesbut steht die gesammte Bevölkerung bis hinauf zum Bürgermeister auf Seiten der Arbeiter und herrscht allgemeine Entrüstung über die Handlungsweise des steinreichen Kommerzienraths. Den Zuckerkonsum pro Kopf der Bevölkerung schäßen die Herren Wm. Connal u. Co. in den verschiedenen Ländern wie folgt: Großbritannien und Jrland 67% Pfund; Vereinigte Staaten 51 Pfund; Frankreich 26 Pfund; Deutschland 12 Bfund; Defterreich 10 Bfund; Rußland 9 Bfund. Bahlen für Holland und Belgien sind nicht angegeben, doch dürfte man nicht fehl gehen, wenn man den Konsum pro Kopf der Bevölkerung diefer Länder als wenig hinter den Biffern für Lagerplay von Drucen- Frankreich zurüdstehend ansteht. Diese Bahlen zeigen auf den müller, Schönebergerstraße 15, dem Arbeiter Bandach eine etwa 50 Kilo schwere Eisenplatte auf das rechte Bein, ersten Blid, welche enorme Ausdehnung der Konsum Englands und Ameritas unter dem Einfluß eines vollkommenen Frei schaft für fich fordern könnte; daß ja möglicher Weise auch Emmy von dem alten Rodenburg bedacht werden tönnte; daß derselbe möglicher Weise auch noch verschiedene hinzu. Legate aussette. -" Die Maurer und Zimmerer Dresdens treten in eine Lohnbewegung ein. Sie fordern 34 Pfg. Arbeitslohn pro Stunde, Einführung eines täglich zehnstündigen Normalarbeitstages und Abschaffung jeder Sonntagsarbeit. Für ver gangenen Sonntag, Vormittags 11 Uhr, hatte eine erwählte und ein ungläubiges Kopfschütteln als Erklärung seines Bustandes hatte. Fräulein Charlotte" er fügte dieses Fräulein", in Rücksicht auf die Gegenwart feiner strengen Ehehälfte Sie fordern schwere Opfer; aber ich habe sie es gewährt im Vertrauen, daß der Herr demjenigen, der Amberg hatte sich mit großem Widerstreben ent- bereitwillig treue Dienste lohnt, seine Opfer zehnfach ver fchloffen, jenen Zusatz zu machen; nachdem er sich aber gilt.... Nun, Amalie laß uns gehen und diesen so ausgerechnet, daß, wenn auch alle diese ungünstigen Um hochwichtigen Moment ausnüßen. Auf daß wir aber einen Stände zusammentreffen sollten, doch noch genug für ihn gegründeten Vorwand haben, uns in corpore bei ihm übrig bleiben würde, um zehntausend Thaler als eine einzufinden uud gleichzeitig der Sache eine gewiffe Feier Aleiniateit erscheinen zu lassen, und nameutlich da er sah, lichkeit geben, so müssen wir diesem Moment das Ansehen machen habe. daß Charlotte unerschütterlich darauf bestand, weber durch die zärtlichsten Schmeicheleien, noch die heis lighten Bersprechungen bestechen ließ so fügte er endlich mit einem tiefen Seufzer jene Klausel ein. war. In athemloser Haft tam Frau Amberg herein mit Es war die höchste Beit, daß dies Geschäft vollendet der Nachricht: bei ihm. ber noch einmal feine Lieben um sich versammelt." Ich glaube, es ist nicht nöthig, ihm seinen Bustand schlimmer darzustellen, als er ist. Der Arzt fagte mir diesen Morgen, daß seine Auflösung in der That in Kurzem zu erwarten steht." " Thut nichts; in Rurzem kann sich auch noch vieles " Der Alte wird sichtlich unruhiger. Emmy, welche ändern. Wir müssen den Moment mit Klugheit erfassen. diesen Augenblick bei ihm ist, trug mir auf, Dir zu sagen, Wer weiß, ob er nicht sonst auf den Gedanken fommt, baß die höchste Eile von Nöthen fei. Eben war der Arzt Wilhelmi rufen zu lassen. Ausspruch gelautet." Nur noch wenige Tage!"" so hat sein Ja, ist er denn geneigt?" Unsere Emmy hat es durchgesezt; er hat dem Arzt erklärt, daß er noch heute sein Testament machen werde... Ich glaube Amberg, jest ist der rechte Moment. Er hat gewünscht, uns Alle noch einmal zu sehen, da er sich zum Sterben matt fühle." " D, vortrefflich! Ist der Notar unterrichtet?" " Er wartet Deines Winkes!" folge." Run, dann wollen wit's versuchen, daß nach so vielen Mühen und Anstrengungen endlich der Lohn er Ihnen, ich im Besih dieser Schrift bin, keinen Vierundzwanzigstes Rapitel. Rodenburg saß in seinem Zimmer in dem Lehnstuhl, in welchem er schon seit vielen Monden saß, hinsiechend, brütend, gramverzehrt, kummerbeladen, troftlos, einfamein vernichteter, niedergebrückter Mann ohne andere Gesell schaft als Fräulein Emmy Amberg, die ihn unaufhörlich ihrer Liebe und Zärtlichkeit versicherte und es an Beweisen von Aufmerksamkeit nicht hatte fehlen lassen. Aber selbst ber alte gebeugte Mann mochte herausfühlen, daß ein großer Theil all' dieser Bärtlichkeit wohl durch die Ausficht auf den Lohn veranlaßt sei. So faß er ohne andere Hoffnung als die auf die Auch ich wünsche es Ihnen von ganzem Herzen," lagte Charlotte. Und was mich betrifft, so werde ich Wirkung der Medikamente, nach welchen er sich von Tag zu Tage schwächer fühlte; und wenn er noch nachdem " Bescheiten !" antwortete Amberg seufzend. Der alte Herr grämte sich nicht darüber. Das Leben hatte ja für ihn keinen Werth mehr. Er hätte es gern aufgegeben, wenn nicht der Gedanke ihn unablässig gequält hätte, daß er sterben sollte, ohne eine Schuld gefühnt zu haben, die ihn drückte, so sehr ihm auch Amberg versicherte, daß er sich hinsichtlich seines Bere seine Bruderkinder leinen Vorwurf au So wie Rodenburg seit Monaten in seinem Lehnstuhl gefeffen hatte, so faß er auch heute in demselben, nur Er war nicht im elender als je, zum Sterben matt. Stande das Haupt aufzurichten, und nur mit einem flüch tigen Blid bemerkte er bie Eintretenden Als er Amberg's betrübte Miene fah, als Emmy plözlich laut zu schluchzen begann, als Frau Amberg, babur gerührt, nun auch in Thränen ausbrach, da erschrat der Krante. Mein Gott, man wußte, daß man zu einem Sterben ben komme. Also seine Stunden waren gezählt. „ Ich ließ Euch rufen", sagte er mit schwacher Stimme. ,, Rommen Sie näher zu mir heran, Amberg, damit Sie mich besser hören." Amberg mit über der Brust gekreuzten Armen und zur Seite geneigtem Haupte, näherte sich ihm langsam und stellte sich hinter seinen Stuhl. Emmy fniete vor dem Sterbenden, das Taschentuch vor den Augen, laut schluchzend. Sie sind der Einzige, welcher mir bis ans Ende treu geblieben ist, Amberg," sagte Rodenburg mit schwacher Stimme. Emmy schluchzte ein wenig leiser, damit sie besser hören könne. Stein in den Weg legen; und wenn ich auch das Meiste einen Schimmer von Hoffnung auf Wiedergenesung hatte, bazu gethan habe, daß Alles so gekommen, so bin ich doch so ward derselbe ausgelöscht, sobald er in das bedenkliche burg fort. mit der bescheidenen Abfindung zufrieden." Antlig feines Arztes fah, ber, wenn er seinen Buls fühlte ,, D, oder ihn nach seinem Zustand fragte, nur ein Achselzucken D, was ich that," antwortete Amberg, ist mir diktirt durch die heilige Pflicht meiner Freundschaft." Ich will mein Testament machen," fuhr Roden( Fortsesung folgt.) Lohnkommission der Maurer und 3'mmerer sämmtliche Architetten, Maurer und Zimmermeister, sowie Baugewerke zu einer gemeinschaftlichen Besprechung nach Meinholts Sälen eingeladen. Die Versammlung wurde indeß auf die bekannte Manier durch Abtreiburg des Lokals verhindert, wodurch die Dresdener Spießbürger den eventuellen Etreit im Reime erstickt zu haben glauben. Warschau, 2. März. Etwa 300 brotlose Arbeiter, darunter auch Frauen und Kinder, versammelten sich, wie der Bofener Beitung" gemelder wird, heut Vormittags vor dem Rathhause und verlangten nach Brot und Arbeit. Polizeimannschaften und Kosaten umringten die Menge und prüften die PersonalLegitimationen. Eine Anzahl Hungernder wurde in der Feuer wehrfaserne mit Speise versehen. Gut! Jedenfalls beffer wie gar nichts! Aber auf die Dauer werden die Arbeiter von der einmaligen Gnadenfütterung nicht satt werben! Vereine und Versammlungen. be. Eine große Arbeiter- Versammlung, welche am Dienstag, den 3. d. Mts., Abends, nach Sanssouci", Kott buferstr. 4a. von dem Burecu einer vor 8 Tagen daselbst stattgefundenen Arbeiterversammlung mit derfelben Tagesordnung wie beschloffen, einberufen war, beschäftigte sich unter Vorsitz des Herrn Laste mit dem Arbeiterschuß- Gesezentwurf der sozialdemokratischen Fraktion, der vorausfichilich am Sonnabend, den 7. d. Mts., im Reichstag zur Berathung kommen wird. Der Referent Herr Max Kreus verlas die einzelnen Paragraphen des Entwurfes und erläuterte und besprach dies felben, er drückte wiederum seinen Zweifel aus, ob der zehnftündige Marimalarbeitstag für gewiffe Gemerte und besonders in Berlin für Metallarbeiter, Tischler 2c. genügen werde, und verlangte einen achtstündigen Marimalarbeitstag und ebenso ein Verbot der Wiederaufnahme der Arbeit seitens der Wöchnerinnen nicht auf acht, sondern mindestens auf zwölf Wochen. Hierauf erhielt von rauschendem Beifall begrüßt der Reichstagsabgeordnete Herr Paul Singer das Wort: Als gelegentlich der Etatsberathung ein Mitglied der sozialdemokratischen Fraktion die Mittheilung machte, daß die Partei einen Arbeiterschußgefe Entwurf vorbereite, erregte diese Nachricht auf allen Seiten des Hauses eine gewisse Unruhe und eine hochgespannte Erwartung, wie die Sozialdemokratie auf dem Boden der heutigen gesellschaftlichen Ordnung sich eine Reform vorstelle und für möglich halte. Es war flar, daß wir nicht dem Beis spiel der ultramontanen und fonservativen Partei folgen konnten, welche durch eine einfache Resolution die Regierung aufforderten, gewiffe Uebelstände zu beseitigen, wir mußten, nach dem wir so oft in der Wahlbewegung die jetzigen Bustände fritisirt hatten, vor dem Lande unsere Versprechungen auf Befferung derselben einlösen, wir mußten zeigen, auf welche Weise einschneidende Veränderungen vorzunehmen seien, die seit lange als wünschenswerth und nothwendig erkannt worden find. Diese weitgehende Absicht erforderte ein genaues Studium aller Verhältnisse, die in Betracht zu ziehen sind und so konnte eift Ende Januar die Arbeit fertig gestellt werden. Der vorliegende Gefeßentwurf liefert den Beweis, daß wir mit Ruhe uns beiligster Ernst mit unseren Forderungen ist und mit B fich auch der Minimallohn feststellen laffen und der Widerstand gegen denselben wib zerstieben wie eine Seifenblase( Bravo). Wenn die Gegner die Unmöglichkeit des Vorschlages nachweisen, werden wir die ersten sein, die es einsehen, aber sie werden den Bes weis schuldig bleiben. Das Verbot der Sonntagsarbeit wird am ehesten zugestanden werden, denn auch die Konservativen und Ultramontanen begeistern sich, wenn auch aus anderen Gründen als wir, für dasselbe Biel und die beiden Parteien, die doch sonst oft genug im schroffften Gegensatz zu einander stehen, find ein rührendes Bild lieblicher Einigkeit, wenn es gilt, die armen am Sonntag herumschweifenden Seelen in die mütterlichen Arme ter Kirche zu nehmen.( beiterfeit.) Sie wollen die Art von Frömmigkeit fordern, die sich im Besuch der Kirche ausfpricht, wir aber wollen dem Arbeiter nach der Woche Laſt und Mühe einen Tag fichern, an dem er nach eigenem Belieben sich förperlich und geistig erholen tann. Die Erziehung der Volksschule läßt manche Lücke, fie lehrt nicht alles, was noth thut und reicht nicht hin, das bürgerliche Leben in allen Konsequenzen verstehen zu lernen. Darum ist die Erweiterung der Fortbildungsschulen eine dringende Forderung und die Beseis tigung der Sonntagsarbeit geboten, damit der jugendliche Arbeiter in freier nicht erzwungener Thätigkeit fich in geistiger und technischer Hinsicht fortzubilden Gelegenheit habe. Der verheirathete Arbeiter aber müsse einen Tag, an dem er sich ganz seiner Familie widmen kann, sein eigen nennen, dann ist er um so befähigter, in der wöchentlichen Arbeitszeit etwas Tüchtiges zu leisten. Wir wollen also eine Gelegenheit zu Ruhe und Erholung Jedem verschaffen und wir glauben, daß hierdurch eine Veredlung der Menschheit herbeigeführt wird, ein Biel, das beffer und nügliche: ist, als jede firch liche Mt. 2,25 für eine Jagdjoppe Mt. 5für ein Jaquet von Cachemir Mr. 4- für einen Rod von Cachemir Mr. 6,50. Alle übrigen Arbeiten blieben der freien Bereinbarung überlassen. überlassen. Ferner beschloß die Versammlung, an alle hiefigen Schneidervereine die Aufforderung zu richten, Vors schläge betr. Regelung der Buchthausarbeit zu machen. Nr. 5 Mitgliederversammlung der Zeutral- Kranten und Sterbefasse der Tischler u. s. w. Dertliche Verwaltungs stelle Berlin B.( Innere Louisenstadt), Donnerstag, den 5. März, Abends 82 Uhr in Konrad's Salon, Wafferthorstr. 68. Tagesordnung: 1. Fortsegung der Berathung der Statuten änderungsanträge. 2. Beschlußfaffung über das Lokal der neuen Bahlstelle. 3. Verschiedenes. Das Erscheinen eines jeden Mitgliedes ist dringend nothwendig, das Buch muß vorgezeigt werden. Die nächste Vorstandssigung findet Donne: stag, den 12. März statt. Außerdem wird den Berliner Mitgliedern bes fannt gemacht, daß oben genannte Verwaltungsstelle Sonn abend, den 21. März in Baumbach's Kafino, Prinzenstraße 94 zum Besten des Invalidenfonds ein Tanzkränzchen veranstaltet, wozu die Mitglieder freundlichst eingeladen werden. Herren à 50 Pfg.; Damen à 25 Pfg, find Sonnabend auf Scholz, unseren Bahlstellen und beim Ortskafftter und Bevollmächtigten v. Sell zu haben. Billets, 58. 5 Am Die dr bis 1886 b Abg. Gelegenheit sprechen, un Die General- Versammlung der Mitglieder des Fach vereins der Metallarbeiter in Gas, Waffer- und Dampfs Armaturen findet Sonnabend den 7. März 1885 in den Grat well'schen Bierhallen, Kommandantenstraße 77 und 79, Abend 8 Uhr, statt. Tagesordnung: 1) Die Bentralisation der Meder die Kol tallarbeiter Deutschlands und unsere Stellung dem gegenüber. Referent Herr C. Krohm. 2) Diskussion. 3) Wichtige Ber eineangelegenheiten. 4) Verschiedenes und Fragefaften. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen wird um das Erscheinen sämmtlicher Mitglieder ersucht. Feier.( Stürmischer Beifall.) Die Krönung all' dieser Vorschläge Vorschläge bildet die Organisation des Ganzen, die Errichtung von Arbeitsämtern, Arbeitskammern und eines Reichsarbeitsamtes. Wir find von der Ansicht ausgegangen, daß zu der Verwaltung die Arbeiter selbst herangezogen werden müssen und daß ihr Element ebenso start ver treten sein müßte, wie das der Unternehmer. Die Thätigkeit der Arbeitsämter wird eine segensreiche sein: alle Mitglieder derselben find mit völlig gleichen Rechten ausgestattet, um Uebergriffe und Einschüchterungsversuche zu verhindern, wie ste jetzt vorkommen. Das friedliche Zusammenarbeiten mit ihren Arbeitern. wird auch für die Unternehmer von Vortheil sein, fie werden daran denken müssen, einen Ausgleich aller Interessen zu suchen. Intereffen zu suchen. Alle die genannten Forderungen find Durchführbar und fönnen auf gefeßlichem Wege eingeführt werden, wenn alle Faktoren einverstanden sind. Es wird nun an den übrigen Parteien liegen, die Ernsthaftigkeit ihrer oft gehörten Versicherungen, sie wären arbeiterfreundlich zu beweisen, und an den verbündeten Regierungen, Stellung zu dem Entwurf zu nehmen. Ohne aussprechen zu wollen, daß mit der Annahme des Gesetzes der Himmel auf Erden verwirklicht sein wird, hoffe ich doch, daß dasselbe eine Anzahl verderblicher Zustände beseitigen wird und ich würde mich dann glücklich schäßen, an einem solchem Werke mitgearbeitet zu haben. Ich spreche zum Schluß noch den Wunsch aus, daß eine große Majorität fich im Reichstage für den Gesezentwurf finden möge; es ist die Pflicht eines jeden Volksvertreters im Namen der Gerechtigkeit und der Menschlichkeit unserem Vorschlage auzustimmen!( Minutenlanger und wiederholter Beifallssturm). Vermischtes. Durch Eine verfehlte Hinrichtung. Die Argumente gegen die Todesstrafe haben wieder eine gewichtige Vermehrung den Fall einer dreimal mit einem Verurtheilten vorgenomme nen Hinrichtungs- Prozedur in Exeter in England erfahren. Das Bemerkenswertheste an dem Falle ist unstreitig, daß der Versuch, die Hinrichtung zu vollziehen, in Folge der mechani schen Unvollkommenheit des in England üblichen Hent- App rates auch beim dritten Male erfolglos blieb und daß der Ver urtheilte nach der dreimal ausgestandenen Qual und Matter die dem Momente Momente des Todes vorausgeht, begnadig werden mußte. Es handelte sich um den sogenannten Babb'combe Mörder", " B hat bei ihr nicht erkan handel uni des Chauvi auführen ge während D wiffenfchaft Döllerung Sauftraft Steigerung net hat, to f die Ar lebel nicht Dot die Au und den G nicht zu t wanderung der Denter amtliche erfte toniir marts Kolo daß man die mir g Träumt m feiten? U Dag bie Diragen Stande g Leute betru Und haber imachvoll tigungs- Ko uns feinen das Leiden geholfen, jenen B dienten John John der wegen der Ermorderung seiner Herrin, des Fräuleins Rene in Babbicombe, von den Geschwornen in Exeter schuldig gesprochen und zum Tode verurtheilt worden war, obwohl et urtheilung blieb er bis zum Momente, als er den Gang gum Schaffot antrat, dabei, daß er nicht der Mörder sei. Die Hinrichtung sollte Montag den 23. b., Morgens, um Hofe bes Gefängnisses in Ereter stattfinden. Das Schaffot war so eins gerichtet, daß ein Theil der Plattform aus einer doppelten Fallthür bestand, deren Flügel durch einen Mittelbolzen fammengehalten wurden; ein Hebel ſekt den Bolzen in Be Nach einer furzen Diskussion, an der fich der Referent und wegung, und sobald derselbe herausgezogen ist, sollen die Flügel Herr Peter noch betheiligten und einem erheiternden Zwischen- der Thür unter den Füßen des Verurtheilten nachgeben und falle, den der belannte Arbeiter Kiesow durch seine vers worrenen religiösen Redereien hervorrief, wurde die Versamms dem Schaffot fallen. Der Henter Berry hatte am Sonnabend lung mit der einstimmigen Annahme folgender Resolution ge den Apparat versucht und die Versenkung war nieder schloffen: Die heute am 3. März in Sanssouci tagende gefallen, ohne daß fie belastet gewesen wäre. Arbeiterversammlung erklärt sich mit dem von der sozialdemo 23. D., Morgens um 8 Uhr, wurde Lee zur Hinrichtung Gesellschaft fratischen Fraktion des Reichstags eingebrachten Gefeßentwurf geführt; er ging festen Schrittes und zeigte feine Sput Banterott innerer Erregung. Die Kappe wurde ihm über den Kopf" felbft gelöf zogen, der Strick um den Nacken gelegt, und nach der Be lefung der legten Gebele wurde der Hebel angezogen. statt zu fallen, blieben die Flügel der Thür fest stecken. zweiter Bug an dem Hebel blieb wieder ohne Erfolg, auch a die Gehilfen des Henkers, die zu beiden Seiten des urtheilten standen, jeder einen Fuß auf die Versenkung feste und dieselbe hinabzudrücken versuchten. Lee wurde nun Der Kappe über dem Gefichte und mit dem Stricke um Hals in das Gebäude zurückgeführt, und man öffnete nun Fallthür und saloß sie dann wieder mit dem Bolzen. unferer Arficht, daß im Rahmen der heutigen wirthschaftlichen Gestaltung eine ganze Reihe von Abänderungen mög lich find, nach unseren Vorschlägen, die alles weniger als vage Jbeen und utopistische Träume darstellen.( Stürmis scher Beifall.) Das gesammte Material, wie es der Gesez entwurf darbietet, zerfällt in fünf größere Abtheilungen und betrifft 1. Beschränkung der Buchthausarbeit; 2. Einführung bes Maximalarbeitstages; 3. Einführung der Festlegung eines Minimallohnes durch die projettirten Arbeitskammern; 4. Ver bot ber Sonntagsarbeit; 5. Organisationsbestimmungen. Das Verbot der Zuchthausarbeit für Privatunternehmer ist durchaus nothwendig, da den Insassen der Gefängnisse und Zuchthäuser die Arbeit nicht überhaupt verboten werden fann, weil eine fortwährende Unthätigkeit die härteste Strafe wäre und nur die Arbeit fie befähigen kann, wieder nügliche Mitglieder der Gesellschaft zu werden, so müssen jedenfalls Maßregeln getroffen werden, die verhindern, daß die Konkurrenz der Buchthausarbeit das Ein. tommen der freien Arbeit schmälert, das Einkommen der Steuerzahler, auf deren Koften die Gefängnisse erbaut und er halten werden. Bereits find ganze Industriezweige der freien voll und ganz einverstanden und spricht den Wunsch aus, daß derselbe zum Gefeße erhoben werde, weil nur dadurch die materielle Lage der Arbeiter gebeffert werden kann. Der Unterstüßungsverein deutscher Schuhmacher tagte am 2. b. Mits. bet Mundt, Köpenickerstraße 100. Herr Kreuz hielt daselbst einen Vortrag über Bentralorganisation. Die Kleinstädter, so fagte Redner, feten im Allgemeinen beffer organifirt als die großstädtischen Schuhmacher. Er lege es daher jedem Mitgliede ans Herz, selbst Agitator des Vereins zu sein, denn nur dadurch könne der Verein erstarken. An der Disfuffton betheiligten sich mehrere Mitglieder, welche sich mit dem Herrn Referenten voll und ganz einverstanden erklärten. Am Aber Ber mit ben bie Lee wurde zurückgebracht, auf die Klappe gestellt, und abermals bes das Körpergewicht des Verurtheilten ausübte, zu verfären. Diese Anstrengungen waren fo heftig, daß die Bretter empor Arbeit entzogen; so werden in der Fabrikation von tünstlichen Nach einer furgen Besprechung von Vereinsangelegenheiten mühten sich die venfersknechte, mit ihren Füßen den Drud, den Vereinsversammlung am 23. d. Mts. in demselben Lokale. Der Fachverein der Gas-, Wasser und HeizungsRohrleger hielt am Sonntag, den 1. März 1885, bet Wolf Hauptpunkt, weshalb diese Versammlung einberufen war, schnellten und den Körper Lee's in die Höhe warfen. 5 hon geschoffen Stolonialme Der Re lösen, ein Schutzölle Bruder beff geb Kranten u treffen die aß der Re ang brütet, Der Arbeite geftelt hat u bringen. Die Lösung bebung bes berer glaub Borläufig getrieben, reform. D Redner zue aussprach: reform, bie Bhrafe bef u. Krüger, Staligerstraße 126, eine Versammlung ab. Den spruch zu vollstrecken, ve: floffen, und man nahm nun dem Ver urtheilten die Kappe und den Strid ab und führte ihn in seine bildete der Anschluß des Fachvereins der Rohrleger an den Belle zurück. Bei einer näheren Untersuchung des Apparates Bentral- Verband der deutschen Metall- Arbeiter nach den schien es, daß die Klappthüren in Folge des heftigen Regens am vorangegangenen Tage angeschwollen seien und fich einge flemmt hatten. Man glaubte aber bald Alles wieder in Ordnung schluß beschlossen. Alsdann wurden noch für die streikenden gebracht zu haben, Lee wurde wieder auf die Versenkung gestellt Blumen und Federn Fünfsechstel des ganzen Bedarfes in Gefangenenanstalten hergestellt. Hier muß Wandlung geschaffen werden, denn das Uebel erneut fich immer aus sich selber: die Buchthausarbeit verursacht Arbeitslosigkeit, die Arbeitslosigkeit Vagabondage, die Vagabondage führt schließlich ins Gefängniß und der verderbliche Birkel beginnt von Neuem und schließt immer größere Menschenmassen in fich. Es muß Gesez werden, baß Die Anstalten nur ihren eigenen Bedarf herstellen dürfen und die Gerechtigkeit und Nothwen digkeit dieser Maßregel liegt so klar, daß die Frage teine Barteifrage mehr fein tann, sondern von jedem ehrlichen Volts, vertreter in dem einen Sinne der Beschränkung der Buchthausarbeit gelöst werden muß. Auch dem Marimalarbeitstage bringt man in anderen Parteien ein gewiffes Wohlwollen ent gegen. Wenn der Referent meint, daß für Berliner Verhält niffe in manchen Branchen der zehnstündige Marimalarbeitstag nicht ausreicht, so möge er bedenken, daß es fich darum handelt, für ganz Deutschland Geseze zu schaffen, und daß den Buständen in den sächsischen, schlesischen und rheinischen Indus ftriebezirken gegenüber, wo eine 13 bis 14 stündige Arbeitszeit tiger die Einführung eines Normalarbeitstages von zehn Stunden ein gewaltiger Fortschritt sein würde. Es ist Niemandem eingefallen, zu glauben, daß mit dieser Fest fegung eine unverzüdbare Norm für alle Ewigkeit gegeben sei; Geraer Beschlüssen. Eine Resolution, welche den feßigen Beit punkt für verfrüht hielt, wurde verworfen und sofortiger An eine Tellersammlung veranstaltet, welche 6 M. 50 Bf. ergab. Beide Summen wurden den Knopfarbeitern überwiesen. Arbeiter- Bezirksverein der Oranienburger Vorstadt und des Wedding. In der am 2. März abgehaltenen Ges neralversammlung wurde zunächst der Kaffenbericht vorgetragen, neralversammlung wurde zunächst der Kaffenbericht vorgetragen, nach dessen Richtigbefinden seitens des Revisors sich die Ver fammlung mit der Decharge- Ertheilung einverstanden erklärte. Hierauf folgte die Statutenberathung und wurden die Bara graphen 1-14 ves vorgelegten, neuen Statuts mit einigen enderungen angenommen. Die Berathung des übrigen Theils Henter zog abermals an dem Hebel abermals blieb aber die Versenkung feft und unbeweglich, und die Fußtritte der Gebilfen erschütterten nur das Gerüst des Schaffots. Die Szene michte einen furchtbaren Eindrud. Der Verurtheilte, der bisher ohne fremde Unterstüßung feft gestanden war, schien nun endlich der fortwährend erneuten Todesangst zu erliegen. Schon seit zwölf Minuten sollte er jeden Augenblid geben werden. Fortwährend war der Hebel angezogen worden, bel wurde vertagt. Bum Verschiedenen wurde eine am 15. März dreizehn Minuten, die seit dem Beginn der Prozedur verlaufen zu arrangirende Herrenparthie, deren Ziel der Vorstand noch bestimmen wird, beschlossen. Sammelpunkt Morgens 8 Uhr im Technit, mit der Ausdehnung des Machinenwesens der zehn Wedding Part. Bur rächsten Versammlung am 16. März ist zurückgebracht. Er war nun vollständig erschöpft und gebrochen; ein böchst interesanter Vortrag in Aussicht und ist es Pflicht der Mitglieder, zahlreicher wie bisher zu erscheinen. Gäste find ftets willfommen. ehr verarg bett Diefe Die einzige und zeigt, Aber fte m unterscheide Methode. welche die und zwar Sozialrefor nod tränt führen, wie führen. maren, wurden ihm endlich die Kappe und der Strid jum zweitenmale abgenommen und er wurde wieder in die Belle das Geficht war entstellt und fahl, die Hände blau vor Källe, die Augen halb geschlossen. Er konnte sich nicht mehr bewegen und mußte über die Treppen hinab- und hinaufgetragen we den. Während die Gehilfen des Henters nun die Ränder de Schneider einberufene öffentliche Versammlung der Schneider Fallthüren abbob: lten, damit fie fich nicht mehr ineinander feft wird seitens der anderen Parteien der Bestimmung entgegen meister und Gefellen, welche unter zahlreichster Betheiligung fiemmen fönnen, hielten die anwesenden Funtionäre eine B stündige Arbeitstag bald als ebenso eine Plage empfunden werden wird, wie der jeßige unbegrenzte und daß in fünf oder zehn Jahren die Nothwendigkeit eintreten wird, ihn auf acht Stunden herabzusetzen. Der Marimalarbeitstag hat sich den Verhältniffen anzupassen!( Bravo.) Ein größerer Widerstand gesetzt werden, bak d'e Arbeitskamme n in ihren Bezirken berechtigt sein sollen, für die einzelnen Gewerke einen Minimallobn festzusetzen und selbst in der eigenen Frat tion war dieser Paragraph viel umstritten und es wurde geltend gemacht, da im Volle die Meinung über diesen Punkt noch nicht so, wie es wünschenswerth, gefeftigt set. Nach meiner Ueberzeugung ist aber die Fefifegung des Minimallohnes die nothwendige Ergänzung des Maximalarbeitstags. Es muß nach unten hin eine Grenze festgesezt werden, welche das aus beutende Kapital nicht überschreiten darf, aber, da natürlich t. Die zweite, von dem tombinirten Komitee der am Montag Abend unter Voisis der Herren Pfeiffer und Obermeister Brinkmann tagte, segte die Berathungen über rathung ab. # Der Unter- Sherif der Grafschaft Devon, Mr. James, erklärte, er halte sich nicht für berechtigt, einen weiteren event. Maßnahmen zur Aufbefferung der gewerblichen Verhälts Bersuch des Vollzuges der Hinrichtung zu geftatten, bevor niffe im Schneidergewerbe fort und war es namentlich die Ronfettion branche, welche als einer Aufbefferung am bedürf tigften allgemein anerkannt wurde. Nach langen und mitunter recht stürmischen Debatten, in denen namentlich Die J Enifegen Herr v. Tr nennt Stei der Gefan für die Frankreich ohn dem Staatsamte des Janern einen Bericht über den Fall er stattet und eine genaue Untersuchung des Schaffots stattgefun ben habe. Der Direktor des Gefängnisses versuchte wohl, den Henker Berin zu rechtfertigen, da der Apparat am Samstag mie bei einer im vorigen Jahre vorgenommenen Hinrichtung In der That wurde der Vollzug der Hinrichtung Lee's fifti Unter der vor dem Gefängniß versammelten Menge entstand Anhänger und Gegner von Innungen hart aneinander ohne Störung funktionist babe und gerade so eingerichtet fel gettethen, einigte man fich schließlich Au foigender Resolution: In Erwägung, daß die Konfektions arbeiter bei ihrem jezigen Lohne ur möglich den an fte ge= der verschiedenen Landestheile in Betracht zu ziehen find, so ist stellten Anforderungen, betr. Steuern, Miethe 2c. zu genügen große Aufregung, als man vergebens auf das Aufhiffen im Stande, sondern gezwungen find, die sie und ihre Familien schwarzen Flagge wartete. Bald verbreitete fich die unde, schädigende Nachtarbeit zu Hilfe zu nehmen, beschließt die bet ba bie Hinrichtung nicht vollzogen werden konnte, und als man Versammlung, sämmtlichen Konfektionsgeschäften den aufge- die Details der schrecklichen Szene erfuhr, schlug die Stimmung der Bevölkerung plößlich zu Gunsten Lee's um, der nun all den Minimallohn ertragen fönnen. Prinzipiell find wir darüber seßlich zu Gebote stehenden Mitteln sofort durchzuführen( und sich persönlich nach London begeben, um Bericht zu erstatten Diese Festsetzung einer lokalen Behörde, den Arbeitsfam mern übertragen worden, die in fortwährender Wechselbeziehung zu Industrie und Arbeitern stehend, an der hand der praktischen Erfahrung und der heute bestehen den Lohnfäge zu bestimmen bat, in welcher Höhe d'e Industrien einig, daß auch nach dieser Richtung hin die Kraft und die Majestät des Geseges der freien Konkurrenz entgegenzutreten hat, denn das freie Recht des Individuums findet da feine Grenze, wo es die Rechte Anderer schädigt. Und die Fest fegung eines Minimallohnes ist gar nicht so revolutionär, wie stellten Minimallohn- Tarif vorzulegen und überall da, wo die angesetzten Preise nicht bezahlt werden sollten, mit allen ge= awar mit Unterstüßung aller bestehenden Schneidervereine), da sonst Staat und Kommune geschädigt würden. Die Durch führung des Minimallohntarifes wird dem tombinirten Sto an Arbeitslöhnen fest: für einen Red von Tuch oder Wolle auch gethan a balten an lutionirt wie denn und zwar und gefell pruch, ein liftische St Rein, ein chaft ette Lennen if Der feine jein, zeigt und bald traf in Exeter die telegraphische Anzeige ein, daß i über Lee gefällte Todesurtheil aufgehoben und daß die Tod ftrafe in Gefängniß von der Dauer ,, nach dem Belieben h mité und der Lohnkommission übertragen." Der Tarif sett Majestät" umgewandelt worden ist. Der Fall erregte auch in London das größte Aufsehen, und gab Anlaf zu Interpella fie ausschaut; ebensogut, wie es in der neueren Gesetzgebung Mr. 7,50 für einen Fred Mr. 8 für einen Baletot tionen in beiden Häusern des Patlaments, worauf die möglich gewesen ist, im Krankenkassengeset Durchschnittsent Mt. 8- für einen Mantel mit Pelerine M. 10- für ein änderung des Urtheils bekanntgegeben und die strengfte Unter schädigungen nach dem ortsüblichen Tagelohn festzuseßen, wird Jaquet Mt. 6 für eine Hose Mt. 2,50 für eine Wefte Verantwortlicher Niedalteur N. Gronheim in Berlin. suchung zugesagt wurde. Drud und Verlag von Star Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Sterzu eine Bellage fein, ein m Abfchen, turiren mi bat ftudir mug Natio fein Ungli Seiterfeit) mann ber Sbeen vor Balmerftor land, bas gebublt ha Daß man lich und faitt. D mit impon ein Jaquet ir Mt. 6,50 ereinbarung 8. an alle hten, Bors Sen. aten- und erwaltungs A, Den 5. cthorstr. 68. Beilage zum Berliner Volksblatt. Statuten Nr. 54. Lokal der eines jeden vorgezeigt eftag, ben gliedern bes elle Sonn enstraße 94, weranstaltet, . Billets, Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 58. Sigung vom 4. März, Vorm. 11 Uhr. Am Tische des Bundesraths: D. Boetticher von habend auf Sholz, Bronsartv. Schellendorff, v. Burchard, mächtigten. Selling, Stephan, Busch. des Fad nd Dampfs gegenüber chtige Ver aften. De Erscheinen Le gegen die rung durch orgenomme Derfahren Die dritte Berathung des Reichshaushalts- Etats für 1885 bis 1886 beginnt mit einer Generaldistuffton. Abg. Liebknecht will diese einzige sich ihm bietende den Gras Gelegenheit benutzen, um sich über die Sozialreform auszu79, Abends fprechen, unter deren Zeichen Deutschland ist steht und von der die Kolonialpolitit nur ein Theil ist. Die Reichsregierung hat bei ihrem Versuch, sie durchzuführen, den Kein des Uebels nicht erkannt. Die Kolonialpolitit, als eines der Mittel, dem bandel und dem Arbeiter zu helfen, hat man auf das Gebiet des Chauvinismus, Patriotismus und Enthusiasmus herüber suführen gesucht, spricht von Ueberproduktion und Uebervölkerung, während Deutschland bei vernünftiger sozialer Organisation und wiffenschaftlichem Betriebe des Ackerbaues eine weit größere Be pölferung ernähren könnte als die heutige, der nur ite Kauftraft und darum der Absaz fehlt. Die„ berauschende" Steigerung des Nationalreichthums, wie Gladstone fie bezeich et bat, tommt nur wenigen zu gut und neben ihr steigert die Armuth der Massen. Mit Kolonien hebt man dies lebel nicht, man exportit nur die soziale Frage und zaubert ot die Augen des Volfes eine Fata Morgana auf dem Sand und den Sümpfen Afrikas, während die wahre von der Kultur nicht zu trennende Kolonisation fich durch die deutsche Auswanderung nach Amerika und Aus ralien vollzieht. Das Volk der Denker erinnert an den Südseeschwindel; sagt doch die amtliche Leipziger Beitung", daß Deutschland bis 1884 die erfte fontinentale Diacht gewesen, aber jetzt erst durch Bismarts Rolonialpolitik eine Weltmacht geworden sei, dadurch, daß man ein paar nackte Wilde mit ihrem König Bell, für e wir gleich Gefängnisse bauen müssen, eingefangen hat! Träumt man oder wacht man bei solchen Ueberschwänglich teiten? Unsere Weißbücher bestätigen das Wort Bismarcks, Bolitit mitunter das Tageslicht nicht 1. daß der er mechanis Dent- Apps aß der Ver no Marter begnabigt ogenannten ohn Lee, leins Regje er fchuldig obwohl er h der Ber Bang jum fet. Die Hofe del par fo ein Doppelten Ibolzen zu zen in Be Die Flügel geben und ung unter Sonnabend ar nieder Da die iragen tann. Wie find Die Käufe dort สน Stande gekommen? Einfach durch Betrug! Man hat die Leute betrunken gemacht und sie dann über den Löffel barbiert. Und haben wir nicht die Sklaverei auf den Südseeinseln in schmachvollster Weise unter dem Namen des Arbeiter- Beschäf tigungs- Komitees auch? Das sind unreine Dinge und bringen uns feinen Ruhm! Englands riesiger Kolonialbestz bat gegen das Leiden, an dem es noch stärker frankt als wir, auch nicht geholfen, obwohl es vor 30 Jahren die chinesische Mauer ein geschoffen hat, um sein Opium zu verkaufen. Dies ganze Kolonialwettrennen ist der Todtentanz der heutigen bürgerlichen Gesellschaft, die ihre legten Karten ausspielt und damit ihren ine Spu Banterott proflamirt. Die soziale Frage fann nur im Lande Kopf felbft gelöst werden, niemals durch Kolonialpolitik nach Außen. Der Redner geht nun auf die anderweiten Mittel, fte zu ire. Am Dinrichtung Der Ber Jen. Aber den. Gin , auch al ung fepten lösen, ein: Schutzölle für die Industrie, die Getreidezölle für den Bruder Bauer, wobei es den Anwalten wie immer des Bev beffr geht, als dem Armen, den sie vertreten; die Die Bwangsinnungen des Mittelalters, die nun mit bie um ben te nun olgen. See ermals be Drud, ben verfarten. ter empors n. Shon Urtheils dem Vers Apparates bn in feine Kranten und Unfallversicherung Donnerstag, den 5 März 1885. II. Jahrgang. von Korn nicht mehr nothwendig bleibt und durch die innere Konkurrenz genug geleistet wird, um die Preise zu ermäßigen. Ebenfalls die Geseze für die Versicherung der Arbeiter gegen Krankheit und Unfälle haben die Lage der Arbeiter zu deren Befriedigung verbessert, wenn schon alle Wünsche der Sozial demokraten nicht erfüllt werden. Diese Wünsche bleiben im vollen Umfange auf die Dauer ohne eine Umwälzung der jegigen gesellschaftlichen Ordnung nicht ausführbar. Für Das nächste der Jahr balanzirt Etat mit 611 821 172 Mart in Einnahmen und Ausgaben, dar unter 121 932 952 Mart aus den Matritularbeiträgen, welche um 37 Millionen gegenüber denjenigen für das laufende Jahr gewachsen find. Im laufenden Jahre war der Matri fularbeitrag durch die Zuweisung aus den Böllen und der Tabaks fteuer an die Einzelstaaten gedeckt. Ich bedauere, daß der Reichstag den Beschluß nicht gefaßt hat, das Defizit von 37 Millionen durch eine Erhöhung des Tabakszolles zu decken. Ich hege die Hoffnung, daß, was in diesem Jahre nicht geschehen ist, in der Zukunft zu erreichen bleibt.( Beifall). Damit schließt die Generaldiskussion. hoffentlich auch dem Reid stag überhaupt nicht.( Oho! Heiter feit.) Die Fortschritt@ vaitei unterscheidet zwischen seiner auswärtigen und inneren Politit. Aber wer ihn in der auswärttigen Politik als Engel des Lichts und berkules des 19. Jahr hundert hinstellt, der muß ihn auch in der inneren tros alles Eiferns und Kritifirens mit in den Kauf nehmen. Er läßt fich nicht in zwei Theile scheiden, er ist ein Mann. Die Fortschrittspartei verkennt, daß seine innere Politit ganz auf feiner auswärtigen beruht, und wie hat er fie in der Konflitts zeit durch seine auswärtige, durch den Dänenkrieg, den Bruder frieg von 1866 heruntergebracht. Seitdem ist auch sie durch feine auswärtige Politil gefangen. Wir machen diesen Unterschied nicht, die eine wie die andere tennt nur mechanische Machtfragen und ihre gewaltsame Lösung. Da heißt es: er hat uns den Frieden erhalten, nach drei Kriegen! Dhne seine biplomatische Geschicklichkeit hätten wir neue Kriege gehabt. Aber tann in Stiernowice etwas für Völker und Völkerfrieden Günftiges gebraut sein, wo ein unerhörtes Vorgehen ein Auslieferungsvertrag, vorbereitet wurde, der politische und gemeine Verbrechen zusammenwirft? Alle Staatsmänner Der Erde, Bismard mit eingeschlossen, machen den Frieden nicht, wenn liegt. Die Gefahr der Annexion von Elsaß Lothringen, d. h. er nicht in den Verhältniffen eines ruffisch französischen Bündnisses, schwebte ein Jahrzehnt lang über Deutschland und wurde nicht durch die Künste Bismarcke, der daran so unschuldig ist wie alle hier im Hause, sondern durch den Nihilismus, den Rußlands erobernde Kraft lahm legte, und durch die Entwickelung der Demokratie in Frankreich beseitigt. Denn die Demokratie ist der Frieden, Chauvinisten find feine Demokraten. Die Frage der 20 000 M. für den zweiten Direktor im Auswärtigen Amt ist eine so entfegliche Lappalie, daß es gar nicht lohnt, ein Wort darüber zu reden. Was find 20 000 M. für das Reich und den Reichstag, der hunderte von Millionen im Handumdrehen bewilligt und ohne das Hinzutreten besonderer Umstände auch wahrhaftig jene kleine Summe bewilligt hätte. Redner fann für sich z. B. versichern, daß er wahrscheinlich wegen der Unbedeutendheit der Sache durch Sißenbleiben auch dafür gestimmt hätte. Aber die Sache wurde eine ganz andere durch die fte beglei tenden und ihr folgenden Umstände. Der Reichskanzler bauschte fte zu einer Vertrauensfrage auf: Hie Reichstag! Hie Reichskanzler! Dieses Wort wurde nach Außen getragen und eine fünstliche Haß gegen den Reichstag von oben herab durch Die Behörden wir haben die Beweise dafür- und der Adressensturm organifiit, der mit einem lächerlichen Fiasko ge endigt hat: 300 000 Mann haben fich daran betheiligt, also vielleicht 1/10 der für die Politik des Fürsten bei den Wahlen Die Spezialberathung führt zuerst zu einer Debatte bet hierzu drei Anträge vor auf Wiedereinstellung der von der Tit. 2 des Etats des auswärtigen Amts. Es liegen Regierung geforderten, in zweiter Lesung am 15. Dezember abgelehnten 20,000 M. für einen zweiten Direktor im auswär tigen Amt, und zwar von Seiten der Deutschkonservativen, der Reichspartei und der Nationalliberalen. Abg. Richter: Ich kann mich kurz faffen, und da fich mein Standpunkt seit dem 15. Dezember nicht geändert hat, so will ich zur Charakteristik desselben einige Säße aus den Reden des 15. Dezember in Erinnerung bringen. Ich kann diese Frage nicht wie Herr Liebknecht Liebknecht als geringfügig bezeichnen, aber wir haben fte schon am 15. Dezember als eine rein fachliche charakterisirt, als eine Budgetfrage, wie viele andere, die auf Grund fachlicher Erwägungen zu ent scheiden ist. Die Auffassung ist damals nach zwei Seiten hin zum Ausdruck gelangt, wodurch jede andere über die einfache fachliche Bedeutung hinausgehende Auffaffung ausgeschlossen wird. Der Abg. Hänel sprach es damals aus, daß wir an Diesen Posten weder ein Vertrauens noch ein Mißtrauensvotum fnüpfen wollten, weder eine Anerkennung, noch eine Nichtanerkennung, sondern, daß wir diesen Poften ganz einfach und nüchtern betrachteten, wie es uns zufomme. Wollte man diesen Posten zu einer Vertrauensfrage gestalten, so könnte man dies mit demselben Recht auch bei anderen Budgetposten thun, und zuletzt würde die ganze Budgetbewilligung mehr oder weniger zu einer Vertrauensfrage werden. Die Frage kommt daher bei uns sachlich wesentlich in demselben Stadium zur Entscheidung, in dem fie damals uns unterbreitet ist. Das einzig Neue, das inzwischen fich ereignet hat, ist die äußere Bewegung, auf die der Abgeordnete Liebknecht eben in seiner Rede hingewiesen hat. Ich urtheile über den Werth Dieser Bewegung genau fo, wie der Abgeordnete Lieb fnecht, ich meine aber, man soll durch diese Bewegung die Frage nicht künstlich aufbauschen lassen, als ob durch diese Bewegung eine Sache, die der Abg. Liebknecht als eine Lappalie bezeichnete, aufgebauscht werden fönne zu einer Frage der Existenz und Ehre des Reichstages, oder wie der Herr Abgeordnete fich ausdrückte: hie Reichskanzler, hie Reichstag! Eine folche Ehre messe ich der Bewegung nicht au; ich glaube, daß Jemand, der aus fachlichen Gründen für diese Position stimmen will, nicht aus Troß gegen diese Bewegung zu einem verneinenden Votum tommen tann. Unter diesen Verhält nissen hat sich nach der Ansicht der Mehrzahl meiner Freunde die Sachlage seit dem 15. Desember für die Beurtheilung nicht geändert, und wir halten es für richtig, einfach bei dem früheren Standpunkt stehen zu bleiben.( Beifall links.) abgegebenen Stimmen. Und aus dem unglücklichen Adreſſensturm hat man, weil man sein tlägliches Fasto erkannte, ihm die Spize abbrechen und es verschleiern wollte, die noch unglücklichere Demonstration in Gestalt des Otto Pfennigs ge macht. Der Widerspruch in unserer Verfassung, unten das demokratischste Wahlrecht, das erdacht werden kann, und oben eine Militärmonarchie muß zu Friktionen, zu Konflikten ohne Ende führen. Ja, der Konflikt ist da! Darum muß der Be schluß vom 15. Dezember aufrecht erhalten werden, weil die Frage jezt zugespizt ist: Hie Reichstag, hie Reichskanzler! Mag der By zantinismus noch so weit gewuchert haben, der Reichstag ist weit nothwendiger in Deutschland als der Reichskanzler. Den ReichsAlles umsonst, denn ste tanzler tönnen wir entbehren. Deutschland wird bald ohne diesen Das Gi des Kolumbus, as der Reichskanzler gefunden haben soll, auf dem er jahre Reichskanzler sein müssen, aber ohne Volksvertretung fann es nicht sein. Es heißt ja geradezu fich und sein Wolf berabang brütet, ist ein Windei. Es fehlt vor Allem die Emanzipation würdigen, wenn man sagt: wir sind alles, was wir find, fraft Der Arbeiterllaffen, die man vielmehr unter ein Ausnahmegeset Dieses einzelnen Mannes, ihm haben wir unseren Intellekt, geftellt hat, statt ihre Selbstthätigkeit zu schüßen und in Fluß unsere Interessen, Alles zu opfern; wenn er es fordert, haben bringen. Dhne ihre völlig freie Bewegung ist überhaupt wir ihm zuzujubeln gegen unsere beffere Ueberzeugung. Nein, die Lösung der sozialen Frage unmöglich und erst nach Aufhier giebt es eine Grenze, welche die eigene Würde zu ziehen hebung des Sozialistengesezes wird man an die Ehrlichkeit gebietet, wenn es sich um die Wahl zwischen Ehre und Existenz berer glauben dürfen, die den Arbeitern zu helfen versichern. handelt. Fürchtet man etwa eine Auflösung? Gerade das Borläufig hat es fie nicht uns entrissen, sondern in die Arme Fiasko des letzten Plebiszit, gerade die traurigen 3wangsmittel, getrieben, wesentlich in Folge Shrer Stümperhaften Sozial reform. Man sagt uns, wir seien Revolutionäre. Redner zuerst nach Erlaß des Sozialistengesetes den Saz müssen, beweisen, daß das deutsche Volt, wenn es zum Klappen Als Gegner aussprach: Unsere Partei ist die Partei der wahren Sosial fommt, auf Seite des Reichstages stehen wird. des jezigen Systems werden wir überhaupt gegen das Budget reform, die einzige Partei der Sozialreform", da haben in der stimmen, weil die Gegner dieses Systems ihm alle Mittel zu Bhrafe befangene Mitglieder seiner eigenen Partei ihm das feiner Existenz konsequenter Weise verweigern müssen.( Buruf: sehr verargt. Jezt ist Jeder in der Partei von der Wahrs beit dieses Sakes überzeugt, und thatsächlich ist sie Nein!) Das muß sein.( Nein!) Das muß sein.( Unruhe.) Das ihut jedes wirkliche, feiner Wacht bewußte Parlament: Die einzige, die die hand dazu bietet, den Rath giebt und zeigt, wie die Sozialreform durchgeführt werden kann. jeder Regierung, die nicht will, die nicht so gut, wie die Aber fie muß eine gründliche sein. Von der Sozialrevolution Boltsvertretung will, verweigert fie die Mittel, die Regierung muß zurücktreten und Andere nehmen die Leitung der Geschäfte unterscheidet fte sich nicht durch den Inhalt, sondern durch die in die Hand. Darum verweigern wir, unbeirrt durch das Methode. Wenn nicht die Einrichtungen beseitigt werden, welche die ungleiche Bertheilung des Reichthums hervorbringen, Aeußerste bekämpfen, die Mittel und stimmen wie immer gegen Blendwerk der äußeren Politit, diesem System, das wir aufs und zwar von Grund aus, also revolutionär, so hat man feine den Etat im Ganzen.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Sozialreform, sondern eine Kurpfuscherei, die den Körper nur noch tränker macht. Sie müssen die Sozialreform so durchführen. Das Wort„ revolutionär", das wir so oft zu Ihrem Ich habe für sämmtliche Pofitionen zu den Kolonialausgaben Enifeßen aussprechen, ist ja an fich durchaus nicht so gefährlich. gestimmt und werde in Bukunft für Erhöhung dieser Kredite, en Regens Ordnung na geftell fich einge n, und der eb aber die er Gebilfen ene midte Der bisher chien nun erliegen. d gebent orden, bei mußte Lee fein. Nad verlaufen Strid jum Die Belle gebrochen; Dor Rälle r bewegen agen we tänder bet ander feft Feine Be Don, Mr. en weiteren bevor a n Fall er ftattgefun wohl, ben Samftag inrichtung erichtet fe Cee's fiftit Te entftand biffen be unde, ba ala man nun all Stimmung betif batte estatten bak dal Die Lobes ben Shrer te auch in nterpella f bie b fte Unter eilage Als der Herr v. Treitschte, ein Mann nach Ihrem patriotischen Herzen, nennt Steins Reform eine großartige Sozialrevolution, und 21 " Abg. Grad: Eine Stimme aus Elsaß Lothringen haben Sie bis jest in der Berathung über den Etat nicht vernommen. sofern dieselben zweckmäßig oder erforderlich erscheinen, meine Buftimmung geben. Der Abgeordnete Lieb necht behauptet, Abg. v. Frandenstein( Bentr.): Meine politischen Freunde haben in der zweiten Lesung gegen die Bewilligung Der neuen Direktorstelle gestimmt, und zwar in Konsequenz der von uns bei den Budgetberathungen wiederholt abgegebenen Erklärungen; ferner aus den Gründen, welche der Referent am 15. Dezember zur Vertretung des negativen Antrags mitgetheilt hat; und endlich, weil von den Vertretern des Auswärtigen Amts in der Kommission uns keine Gründe vorgelegt werden konnten, die uns veranlaßten, für die Position zu stimmen. Bei der zweiten Lesung hat sich die Sache nun ganz anders gestaltet, als erwartet werden konnte. Die Abstimmung wurde zu einem Ver trauensvotum für die Regierung. Meine politischen Freunde und ich waren aber sehr weit davon entfernt, durch unser nega tives Votum in der zweiten Lesung ein Mißtrauensvotum geben zu wollen. Wir glaubten die Pofition nicht bewilligen zu können aus den Gründen, die damals der Referent hier ausführlich dargelegt hat, und weil wir glaubten, daß die zur Geschäftsführung des Auswärtigen Amts erforderlichen Mehr ausgaben aus dem erhöhten Dispositionsfonds beftritten werden tönnen. Seit dem 15. Dezember ist nun gegen Alle, die da mals gegen die Position gestimmt haben, eine solche Fülle von schweren Verdächtigungen und Unterstellungen in die Welt gestellt, und die oft alle und jede Grenze des Möglichen der Gesandte v. Bismard schreibt 1857 in einer Depesche, die die Kolonialpolitit fann zur Lösung der sozialen Frage nicht übersteigenden Rundgebungen find durch die offiziöse Breffe Frankreich pläbirt: Das legitime Haus Bourbon hat auch ohne Philipp Egalité mehr für die Revolution gethan als alle Bonapartes", d. h.: halten an dem Alten ist gerade das Revolutionärste, wie denn Fürst Bismard wirklich gewaltsam und mehr revo lutionirt hat als alle Sozialdemokraten zusammengenommen, das starre Feftdas starre Fest weisliche Pflichtund Nothwendigkeit ist, heute bei unserem Votum der zweiten Lesung zu be= harren.( Beifall im Zentrum.) aus der Kolonialpolitik für Deutschland eine Nothwendigkeit. Sehen wir doch auf die Bevölkerungsverhältnisse im Deutschen Reiche. Gegenwärtig beträgt die Bevölkerung im Reiche über 45 Millionen Einwohner. Eine Hälfte dieser Bevölkerung ist in landwirthschaftlichen Betrieben befchäftigt, die andere Hälfte in Industrie und Verkehr. Mit der wachsenden Verwendung von und zwar deshalb, weil er die wahren Ursachen der staatlichen Maschinen werden immer weniger Arbeiter in der Landwirth geſellſchaftlichen Wigstände nicht erkannt hat. Sein Aus- schaft verwendet. Was soll dann aus dem immer zunehmenpruch, ein Staatsmann müsse beut zu Tage ein Landwirth den Ueberschuß der Arbeitskräfte werden, wenn in 20 Jahren geber( Große Heiterkeit), Ihre Wähler von Ihnen weitere Ge fein, zeigt fo recht den einseitigen Standpunkt, das bonapar vor jest wir in Deutschland 10 Millionen Einwohner mehr Rein, ein Staatsmann muß vor allen Dingen ein Volkswirth oder sonst in Kolonien genügendes Auskommen für ihren tistische System, den Peter auf Rosten des Paul zu bereichern. zählen? Diese müssen durch erweiterten Absatz der Industrie ichaft erkennt, bevor tennen ist Sache der Wissenschaft. er fte heilen will. Sie zu ers Herr Schweninger, der feine Kur gemacht hat, hat das nicht blos vom Abg. Graf Dönhoff Friedrichstein( tons): Der Knopf- auf- den- Beutel- Standpuntt" gehört offenbar zum Handwertszeug des Parlamentariers; aber er sollte doch nicht sein Ein und sein Alles, das Alpha und das Omega seiner Staatstunft sein; und ich glaube, daß auch Ihre( nach links) Attit fichtspunkte und unbefangenere Beurtheilung verlangen können. Reine Nation, die noch weiter Weltgeschichte machen will, fann fich auf die Dauer so viel Kleinigkeiten und so viel Fraktionsworden ist!( Lebhafter Beifall rechts und bei den National liberalen; Bischen links und im Bentrum.) fein, ein wirklicher Nationalökonom, der die Uebel der Gesell Lebensbedarf finden. Ist es so, hat die Kolonialpolitik für misère bieten lassen, wie neulich am 15. Dezember geboten beiterfeit) mögen mich folgende Bedeutung: Schuß des deutschen Handels auf der ganzen Erde, Erschließung neuer Absatzgebiete für unsere Industrie, Bildung eigentlicher deutscher Kolonien. Daß der Absehen, durch Experimentiren thun tönnen, der Mann deutsche Handel eines Schußes bedarf durch Ausdehnung mari bat studiren müssen. Der Staatsmann, der die Gesellschaft timer Stationen, und daß neue Absatzgebiete zu gewinnen find, furiren will, muß auch wissenschaftliche Studien gemacht haben, mug Nationalötonom sein; Fürst Bismarck aber, und das ist fein Unglüd, ist ein Staatsmann der alten Schule( stürmische Afrika, mann ber alten Schule.( Erneute Heiterkeit.) Die modernen Sie lachen- vollständig ein Staatsbrauche ich nicht zu beweisen. Auch kultur oder ackerbaufähige Kolonien für Deutschland find noch zu finden, selbst in wo besonders in der jezigen englischen Kapfolonie, welche am Anfang des Jahrhunderts Holland geraubt wurde, mehr Holländer als Engländer wohnen, Geh. Legationsrath Humbert: Herr von Frandenstein hat bemerkt, es feien in der Kommission seitens der Bundeskommissarien keine Gründe dargelegt worden, welche die Errichtung der Stelle erfordern. Diese Bemerkung legt mir die Pflicht auf, zurückzukommen auf die Erklärungen, die ich in der Kommission abgegeben habe. Ich habe damals auseinander gesetzt, daß die heutige Organisation noch wesentlich beruht auf einer allerhöchsten Verordnung vom Jahre 1810 Daß feitdem aber Die Geschäftslast Don auf 72 000 Nummern jährlich fährlich gestiegen sei, been vor den Wagen der Politik gespannt haben seine Muster, Wenn ferner Herr Liebknecht meint, das Schutzzollsystem mit land, bas mit der Revolution, dem Nationalitätsgefühl überall beunruhige die Arbeiterklasse, so muß ich auch dieser Be daß der legte Direktor anderthalb Jahre lang wegen Krant Balmerston, Bonaparte und vor Allen und seit lange Ruß der Erhöhung der Getreidezölle und die Versicherungsgesetze 10 000 gebublt hat. Das wahre Kriterium der Staatsmannschaft ist, hauptung entgegentreten. Die Einführung der neuen Getreidelich und mechanisch, sondern innerlich durch Sozialreformen billigeres Brod zu verschaffen. Ja, wenn der Ertrag an dem baß man nicht blos die eigene, die Macht des Staates äußer- zölle hat für mich die Bedeutung, mit der Zeit dem Volke Rätt. Der Reichstag imponirt ja dem Fürsten Bismard nicht, Getreidezoll zu Meliorationsarbeiten verwendet wird, kann die mit imponitt die Politik des Fürsten Bismard nicht und Produktion im Inlande derart zunehmen, daß eine Einfuhr I v. Frandenstein.( Beifall.) heit beurlaubt war, daß der jegige Direktor ebenfalls feit Jahresfrist schwer erkrankt ist; und ich habe die Frage, ob diese Krankheit auf geschäftliche Ueberbürdung zurückzuführen fei, bejaht. Dies zur Berichtigung der Bemerkung des Herrn Abg. v. Lenz(nat.-lib.): Meine Freunde haben gleichen Schrittes mit zwei anderen Parteien des Hauses Ihnen den Antrag vorgelegt, die 20000 M. wieder einzustellen. In der Sache selbst hat fich fest dem 15. Dezember nichts geändert. Wohl aber haben wir seit jenem Tage einiaeZ Neue erfahren. Wir haben bisher nicht verstattele Einblicke in die geheim« Werkstatt des auswältigen Amts thun können. Wenn durch die Arbeit in demselben der Reichskanzler fich in der Geschichte Blätter erworben hat, auf denen'eine Verdienste mit ehernem Griffel eingeschrieben find, so hat er diesen seinen Verdiensten durch den glücklichen Abschluß der Kongokonferen, ein neues Ruhmesblatt hinzugefügt. Uns ist deshalb die Erklärung des Herrn Reichskanzlers, daß eine Organisation, wie fie hier vor- geschlagen worden, nothwenig sei, maßgebend gewesen. Für die heutige Beschlußfaffung— das gebe ich Herrn Richter zu — soll nicht die Bewegung maßgebend sein, die fich an den Beschluß des 15. Dezember angeschloffen hat. Ich gehe deshalb anch nicht auf die Bemerkungen ein, welche Herr v. Franckenstein an dieselbe anzuknüpfen für gut befunden bat. Das Urtheil über diese Bewegung können wir ruhig der Nation überlasten, welche fie gemacht hat.(Bei- fall rechts.) Herr Richter hat für seine Entschließung auf die Finanzlage hingewiesen. Das ist ein Gestchtspunkt, deffen Berechtigung ich anerkenne; unsere Finanzlage ist eine schwie- rige, aber doch nicht in dem Maße, daß wir die 20000 M. ablehnen müßten, die heute als eine Lappalie bezeichnet worden find. Wir«dürfen in der That nicht Anstoß nehmen an einer solchen Summe, wenn die Lebensintereffen der deutschen Nation in Frage kommen- Nach unserer Anficht hat die Nation ein Interesse daran, daß der Mann, welcher fie politisch in den Sattel gehoben hat, in seiner vollen Arbeitskraft und Arbeits- freudigkeit erhalten werde. Wenn wir das durch einen jähr- lichen Aufwand von 20000 M. erreichen können, so erzielen wir damit zuglrich einen Erfolg, für den die Parlamente an- derer Nationen, die uns um unseren Staatsmann beneiden, willig Hunderttausende votiren würden.(Sehr richtig! rechts und bei den Nationallib-ralen.) Ich empfehle Ihnen daher, unseren Antrag anzunehmen.(Beifall rechts und bei den Na- tionalliberalen.) � Abg. Rickert(deutsch-freis.): Ich wünsche, daß die Ver- Handlung den knappen Rahmen und ruhigen Charakter bc- halte, der ihr gebührt, und daß fie nicht so groß gemacht werde, wie es die beiden letzten Vorredner leider gethan haben. (Sehr richtig links und im Zenttum.) Nicht darum handelt es fich— das wird man hier wohl endlich anerkennen müffen —, ob 20000 M. aufgebracht werden können, sondern um etwas ganz Anderes- Meine politischen Freunde find darin einig, daß wir an diese Frage keinerlei Vertrauens- oder Miß- trauensvotum knüpfen lassen wollen. Wir werden uns eine solche Fragestellung nicht von politischen Gegnern aufzwingen lassen; wir machen die Fragestellung für uns selbst. Wir find ferner darin einig, daß es fich hier um_ keine Partei und Prinzipienfrage handelt, daß fie für uns erne offene rst. Nur unseren Gegnern würden wir einen Gefallen thun, wenn wrr diese Sache zu einer Charakterfrage. zu einer großen politrschen Frage stempeln würden. Nein, wir wollen der Sache das ge- bührende Niveau bewahren und durch keinerlei Angriffe davon abdrängen lasten- Einig ist ferner unsere Partei darin, daß die erforderlichen Kräfte dem Auswärtigen Amte zur Verfügung gestellt werden, Die Behauptung, daß fie verweigert worden, ist pofitiv unrichtig, daS haben schon die früheren, heute wieder. holten Erklärungen des Abg. Richter festgestellt. Die erforder- lichen Mittel sollen dem Kanzler bewilligt werden, die Frage ist nur, ob ein Beamter— sei es ein Gesandter, sei es ein Rath— zunächst provisorisch gewisse Geschäfte mit den Funk- tionen, aber ohne Titel des Direttors oder als definitiv ange- stellter Direktor führen soll. Ja, der Abg. Richter hat sich für ein solches Provisorium sogar erklärt, auch wenn es mehr loste als daS Definitivum. Die Mehrheit meiner Freunde hat die Meinung, daß im nächsten Jahr noch unter Heranziehung der erforderlichen Kräfte ein Provisorium gemacht werde; ein Theil meiner Freunde und ich werden heute bereits für die Bewrlli« gung des Direktors stimmen, weil wir es für finanziell vor- tbeilhaftcr halten, weil wir glauben, daß die Forderung be- gründet ist. und im nächsten Jahre die Drnge nicht anders liegen werden wie heute. Diese kleine Differenz besieht zwischen unS, und es wird weder den Bemühungen außerhalb noch innerhalb des HauseS gelingen, diese Frage für uns zu etwas mehr zu machen, a» fie ist, eme unbedeutende SS Mi%%% rechts). Ich werde mit einem Theil meiner Freunde lediglich aus sachlichen Gründen für die Pofition stimmen. Abg. v. W o e l l w a r t h(kons.): Ich habe vor mehr als drei Jahren als„neuer Herr von Würrttcmberg". wie mich der Abg. Richter damals taufte, gesagt, wenn die Verhandlungen so fortgeführt würden, wie es damals der Fall war. dann sei es bald keine große Ehre mehr, dem Reichetag anzugehören! (Große Unruhe links.) Wie Viele haben mir seitdem schon gesagt, früher hätten fie mit Hochgenuß die Reichstagsvcrhand- lungen gelesen; jetzt thun fie es nur mit Widerstreben. Ein sehr liberaler Mann schrieb mir neulich, es wäre eigentlich das 8�6% den wir!) Aber wenn die Regrelung emen Staatsstreich machen,(große Unruhe links), wenn fie den Retchstag auf- lösen würde, dann würde die Bewegung, die rm Lande ent- stände, nicht so stark sein, wie diejenige nach dem 15. Dezem- der. Ich habe zu meinen Wählern seinerzeit gesagt, der letzte Reichstag habe uns das Leben zwar herzlich sauer gemacht, aber wir haben doch pofitive Leistungen zu Stande gebracht; und so hoffe ich auch, daß der jetzige Reichstag noch PofitiveS leisten wird. Die Parteien haben sich eben Luft gemacht gegen den Reichskanzler, und der Reichskanzler bat fich Luft gemacht gegen die Parteien.(Große Heiterkeit.) Mit je größerer Mehr- Keit Sie den Fehler vom 15. Dezember wieder gut machen, um so schneller wird der Kredit des Reichstags beim Volke wieder hergestellt sein.(Lebhafter wiederholter Beifall recht«; Ab�Payer(�Demokrat): Ich hatte zuerst nur die Ab- ficht, namens der VolkSpartei die Erklärung abzugeben, daß wir gegen die Pofition stimmen werden; nachdem aber hier so ausführlich auf die Entrüstungiversammlungen eingegangen ist. nachdem Herr v.Wöllwarth sogar von einem Staatsstreiche. wenn auch nur von einer Eventualität flesyrochen hat, muß ich einige Worte der Begründung unserer Abstimmung hinzufügen. Wir werden gegen die Pofition stimmen einmal aus sachlichen Gründen; alles heute zum Nachweise der Nothwendigkest für dieselbe Vorgebrachte ist nicht neu und kann unsere ab- lehnend« Stellung zur Kreirung einer dritten etatsmäßigen Direltorstelle nicht erschüttern. Die politischen Gründe, aus Denen wir ferner die Positionen ablehnen, hängen mit der «Ä» srsÄass z vorgerufen. Ein Beispiel wird genügen. In Stuttgart wurde sofort im Anfange der Bewegung eme Entlüstungsversammlung veranstaltet. Da war noch ein durchgefallenes� natronalliberal. konservatives Wahllomitee vorhanden, wahftchemltch wmen die Wahlkosten noch nickt ganz bereinigt(Heite.keit l.nls), kurz, es kam eine mächtig« Versammlung zu Stande. In dieser Ver- sammlung find sehr aufregende, die ReichStagSmaiorttäl erbarmungslos verurtheilende Reden gehalten worden, einer der Redner konnte zu seiner Legitimation nur anführen, daß er sich politischen Dingen bisher durchaus ferngehalten habe (Heitel lest), aber das genügte für ihn, um über diese doch nicht mich wehmüthig berührt, daß Herr von Lenz heute eikiärte, die Angelegenheit ruhig und obj-ktiv behan- dein zu wollen; ich bezweifle aber, daß der Anfang und der Schluß seiner Rede in jener Ert-üstungs- Versammlung diesem Standpunkt entsprachen. Im Anfang seiner Rede deckt er fich vollständig mit Herrn von Wöllwarth; es scheint ja immer mehr eine spezifische Eigen- schaft unserer LandSleute zu werden, den Respekt vor dem Reichstag zu unterdrücken, wenn er seine Beschlüsse nicht in ihrem Sinne faßt. Er sagte: Der schöne Traum eines beut- schen Parlaments, er ist verwirklicht, aber nicht Worte des Preises sondern Worte der Entrüstung antworten auf seine Beschlüsse. Früher war das Mandat eines Reichstagsabgeord- neten ein Frei- und Ehrendrief; sheute wage er es kaum, als Mitglied des Reichstags auszutreten.(Gelächter links.) Es scheint übrigens, daß er fich bis zur dritten Lelung eines Besseren besonnen hat, denn er ist ja immer noch Reichstags- abgeordneter. Er weist dann hin auf die Germania auf dem Niederwald, die in Scham ihr erröthcndes Antlitz verhüllt. (Stürmische Hettelkett.) Es war gewiß auch ein Zeichen der Mäßigung, daß diese Versammlung mit einer nicht unerheb- lichen Schlägerei geendet hat. Dabei find einige Leute arg zerbläut worden, so u. A. wurde Einer, der den gewiß nicht unparlamentarischen Ausdruck Oho! gerufen hatte(Heiterkeit), rite abgestraft, und«in weiteres Opfer fand man gleichfalls bös malträtirt vor, welches nach seiner Aussage die Adresse an den Reichskanzler hatte unterschreiben wollen, dabei aber unglücklicherweise hinter den Oho!-Rufern zu stehen ge- kommen war.(Große Heiterkeit.) Das wird's ja wohl sein, was der Abg. v. Wöllwarth unter dem feineren Gefühl der Volksseele versteht.(Stürmische, andauernde Heiter- | keit.) Wollen Sie uns denn wirklich ernsthaft zumuthen, daß wir vor derartigen Kundgebungen des Volksgcistes ; uns demüihig beugen sollen? Nach meiner Anficht wird der Reichskanzler auch diese Mittel benutzen, um in seinem Kampfe gegen uns eine weitere Waffe zu haben, die ihm zu sagen ge- staltet, daß eine andere Bewegung im Volke, eine andere in der Volksvertretung herrsche, und in dem Momente, wo der Reichskanzler diese Waffe anwendet, tritt für uns der politische Gesichtspunkt in den Vordergrund. Wie es geht, wenn der Reichstag nachgiebt, haben wir ja an der Frage der zwei- jährigen Etats Perioden gesehen. Der Reichskanzler gab fich alle Mühe, auf allen möglichen Umwegen dieses Ziel zu er- reichen, und hat uns schließlich in die Lage gebracht, zwei Etat« rasch hintereinander zu erledigen. Damals ha« man auch gesagt, es handele fich nur um eine kleine praftische Frage der Taklik, um Rückfichten auf den Fortschritt der sozialen Gesetz- gebung u. s. w. Schon ein Haides Jahr nachher stellt« fich heraus, daß untere Berathungen dadurch gar nicht gefördert worden find, daß, was uns an weiteren Vorlagen auf dem Gebiete der Sozialreform gebracht wurde, fich auch ganz gut neben der Etatberathung hätte erledigen lassen. Die praktischen Rückfichten find weggefallen, aber geblieben ist das Bewußtsein des Reichskanzlers, daß wir wieder, einmal unter dem kaudinischen Joche hindurchgegangen find.(Sehr richtig! links.) Vergleichen Sie doch die früheren mit den jetzigen Reden des Reichskanzlers, die frühere Tonart mit der heutigen. Es ist bereits soweit gekommen, daß der Reichskanzler nur noch dadurch, daß er die Anwesenden ausnimmt, uns davor schützt, daß uns Dinge ins Geficht gesagt werden, die uns aufs schwerste zu verletzen geeignet find, und wir haben das selbst mit verschuldet. Das ist die Tonart, wie fie Herr v. Wöll« warth so schön damit bezeichnet hat, daß der Reichskanzler fich uns gegenüber Luft mache, als ob wir dazu da wären. Vor den Folgen einer weiteren Nachgiebigkeit, die die Machtstellung des Kanzlers zum Nachtheile des Parlaments nur noch mehr verschieben würde, kann der Reichstag fich nur durch ein kräftiges„Nein" schützen.(Beifall linkS.) Abg. v. V o l l m a r: ES handelt fich hier keineswegs mehr wie am Anfang um eine bloße Budgetfragt. AuS diesem Rahmen ist die Sache durch die Reden des Kanzlers und durch den Entrüftungssturm, der seine Fortsetzung in der Bismarck- spende findet, völlig herausgetreten. Ich will aus dieser Ent- rüstungekomödie nicht alle gegen den Reichstag erhobenen Vor- würfe und Beleidigungen wieder aufwärmen, sondern nur eine kleine Blumenlese geben von Ausdrücken, die man, größten- theils unter Führung von Reichstagsabgeordneten, zur Charak- terifirung der ReichstagSmajorirät verwendet hat. Von den milderen Ausdrücken, wie„schmachvoll erbärmlich, würdelos" will ich absehen; ober in der Presse, sowohl der konservativen, als der nationalliberalen, wurden die Mitglieder der Mehrheit bezeich- net als bissige Köter, Hohlköpfe, erbärmliche Burschen. Eselsohren des deutschen MichelS(Heiterkeit) u. s w. Das Schönste hat die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" geleistet, das Organ, welches dem Reichskanzler für seine Enunziationen Raum frei- läßt; fie hat unS direkt Unehrlichkeit vorgeworfen und räth dem Reichskanzler, fich nicht mit ehrlicher Anstrengung in einem unehrlichen Kampfe aufzureiben. Es hat nur noch gefehlt, daß beute Herr v. Wöllwarth unS sagte, es sei bald keine Ehre mehr, dem Deutschen Reichstage anzugehören. Ich weiß nicht, wie weil derartige Aeußerungen in anderen Parlamenten als parlamentarisch gelten; adrr wenn ihm die Mitgliedschaft des Reichstages keine Ehre ist, so braucht er nur draußen zu bleiben; ebenso der Herr v. Lenz! Wie oft ist es meiner Partei vorgeworfen, fie drohe mit Revolulion. Ter Unter- schied zwischen Staatsstreich und Revolution ist doch aber nur der, daß der Staatsstreich die Gewalt von oben, die Revolution die Gewalt von unten dedeutet. Der Abg. Payer hat schon auf eine'olche Entrüstungsversammlung hingewiesen. Ich mache auf die bekannte Berliner Versammlung auf- merksam, welche Herr Liebermann von Eonnenberg veranstaltete. Da wurde ver Beschluß des Reichstages auch als eine Schmach und Würdelostgkett bezeichnet. Man hat fich aber damit nicht begnügt, sondern auf eine Aufforve- rung des Vorsttzenden haben die konservativ und königstreu fich nennenden Herren dem Reichstage dreimal in feierlicher Weise„Pfui Teufel!" zugerufen(Heiterkeit). Ein königlicher Beamter erklärte in dieser Versammlung, er hoffe, daß die Abgg. Richter und v. Vollmar, die an einem Strick gezogen hätten, auch an einem Stricke hochgezogen würden.(Große Heiterkeit.) In jüngster Zeit hat diese konservative Lirdhaberei für das Hängen in einer konservativen Zeitung dichterischen Ausdruck gefunden; am Ende des betreffenden Gedichtes heißt es: Volksvertreter, Staatsverräther, fix gehören an den Strick! Hätte Aehnliches über andere Parteien oder über die Regie- rung in der früher so sehr verlästerten sozialdemokratischen Presse gestanden, es hätte genügt, um sofort den kleinen Be- lagcrungszustand verhängen zu lassen.(Sehr richtig!) Auf konservativer Seilt aber macht das nichts, Sie haben den Frei- Brief zu handeln, wie Sie wollen. Wie wäre der Polizei- apparat in Bewegung gklommen, wenn nur eine einzige Dro- hung dieser Art gegen Mitglieder der Regierung oder gegen den Reichskanzler gerichtet gewesen wäre. Den Angegriffenen aber die Möglichkeit der Vertheidigung zu gewähren, was eine bloße Anstandspflicht gewesen wäre, hat man nicht für gut befunden. Mir wenigstens ist eS in Jever Weise verwehrt worden, und eine Versammlung, in der ich das Wort zu dieser Frage ergriff, wurde in dem- selben Augenblicke gesprengt, und die Angegriffenen zum Schweigen gebracht. Ueber die Art, wie jener Entrüsturgs- schwindet gemacht, und über den Druck, welchen man auf Be- amle und Ardeiter, auf alle wirthschaftlich Schwachen ausge- übt hat, über das Eingreifen der Landräthe und Bürgermeister ist in den vorangegangenen Debatten noch gar nichts gesagt worden. Namentlich in den großen Staatswerkstätlen ist mit Hochdruck gearbettet worden. Sämmtliche Arbeiter haben die herumaehenven Adressen unterschreiben müssen, sämmtliche Ar- beiter haben zur Bismarck. Spende beisteuern müssen, und man ist nicht nur gegen die vorgegangen, die nichts zeichneten sor,W auch gegen die. welche nicht genug zeichneten.(Hort! w\ und Heiterkeit.) In Köln z. B. hat ein Arbeitgeber die i»» Pfennige, welche ein Arbeiter gezeichnet hatte, für zu befunden und eigenmächtig hinter die 2 eine Null gefitzt demnächst vom Lohn 20 Pfennige abgezogen. Was oiln« übrigens die Regierung sagen, wenn der Spieß einmal u# dreht würde; wenn der Reichstag fich hunderte und»da hunderte von Adressen gegen den Reichskanzler schicken Die Sparsamkntsfrage tritt allerdings in den Hintergrund;" kommt auf das Vertrauen an, und wir haben P dieser Regierung kein Verstauen. Die Politik Kanzlers ist ein Ganzes; wir find mit seinem ganzen SB? der Gewallpolitik und der sogmannten Sozialreform, die W lich zur Irreführung Des Volks bestimmt ist, nicht einverstanw Vor Jahren hat der Reichskanzler einmal gesagt, er habe dp seine Initiative das Deutsche R:ich in den Sattel geHobe«> reiten lassen müßten wir es. Allerdings reitet Jemand, p nicht Deutschland. Deutschland ist nur das Lastthier;«? reitet, das ist der Reichskanzler.(Große Heiterkeit und � ruhe.) Es handelt fich hier um eine Entscheidung zBW Reichstag und Reichskanzler, deshalb sollte der Reichstag% vielen Niederlagen nicht noch eine weitere hinzufügen- Reichskanzler laßt fich vom Reichstage nicht imponiren; der Reichstag jetzt, daß er fich auch vom Kanzler nicht st? niren läßt! Eine Auflösung braucht die ReichStagSmchr nicht zu scheuen. Wir Sozialdemokraten könnten ja wünU? daß der Reichstag fich schwach zeigt; wir könnten dem dann sagen, daß eS auch mit den Parlamenten nichts sei. � allein unsere Fraktion aufrecht bleibe. Ader von diesem blojp Fraktionsstandpunkle gehe ich nicht aus. Mir ist das<# meine Interesse maßgebend; und die Möglichkeit einer# nischen Entwickelung des sozialen Lebens ist wesentlich ust? Entwickclung der parlamentarischen Jnstirutionen vcrlnor, Deshalb sollte der Reichstag sich weder vor dem solutismus, noch vor dem Byzantinismus beugen, einen Akt der Nachgiebigkeit nicht begehen, der chatsächli? at Seldstvernichtung hinausläuft. Abg. v. Helldorff(kons.): Gegenüber den buiWjJ Ausführungen über die Enstüftungsbewegung, mit welch? u Abg. Payer den wohlgemeinten pastiotischen Worten fj, Landsmanns gegenübertrat, muß ich bitten, mir einige�, Worte zu gestatten. Man schein: doch gerade auf diefirW (links) recht lebhaft die Wirkung dieser Regung der PA zu empfinden, von der man jetzt mit einer gewissen lße#« reit zu sprechen liebt; die Entrüstung hat fich geäußert»«, ganzen Presse, auch in der liberalen— ich erinnere „National-Zeitung", an das„Berliner Tageblatt"! Unb � der Reichskanzler die Adressen nicht annehmen? Die täts-Entscheidung der zweiten Lesung setzte sich, wie die%% Reden ergeben, aus einer Anzahl widersprechender AuW% zusammen; die technische Meinung des Reichskanzlers mich sehr viel höhere Autorität als ein solcher beschluß, und die Finanzfrage ist in diesem ReicWpA, eine wahre Bagatelle. Die Frage ist eine L,, politische, das haben die Oppositionsparteien.Jl,, wohl aber hat eS der Volksinstinkl sofort herausppi Heute hoffe ich auf die Annahme der am 15. Dezemb? lehnten Pofition, eingedenk der friedlichen und Stimmung, in der wir vor wenigen Tagen eine Frage der auswärtigen Politik behandelt haben, und des>, zen Gefühls, daS uns Alle damals bewegte. als- dieser Stelle hier eine Rede hörten, deren Echo Duiffl ganze Welt ging(Sehr richtig! rechts) und uns t mußten, daß daS nur möglich ist, weil dieser Mann, Wj, Arbcitswerkzeug wir hier stärken sollen, an dieser S�lle A und seit 20 Jahren an dieser Stelle gestanden hat.(Leb Beifall rechts.) Abg. Langwerth v. Simmern: Die deutsch noverschen Abgeordneten werden auch heute wieder gtg? zweiten Direstor stimmen. In dem EntrüstungSsturin eine Gefahr für unser ganzes Staatslcben. Als in B in ähnlicher Weise das Volk gegen das Parlament aus wurde, da hatte die konservative deutsche Presse, die Zettung" voran, den härtesten Tadel bei der Hand,„ der That, aristokratisch ist dies ganze Vorgehen niB�t Strom kann und wird auch einmal von der andern Seite Gerade well ich von toiystischen und, wenn Sie wollen, tischen Gesichtspunkten ausgehe, muß ich diesen Entrüst?�» i» verurtheilen. Wir hier find die Aristoi des Volte«. L? Folge jenes Sturmes wird uns das Beharren WT'"" Votum zu einer Pflicht der Selbstachtung. Diese digkeit wird durch vi« gesammte politische Lage noch., Hätten wir in der Frage des zweijährigen Budgets cL, halten, so hätten wir hier heute nicht diese Debatte. tuation ist ungünstiger als vor zwei Jahren, darüber'p ich mich nicht. Sie wird aber mit jedem neuen Nackg?,' ungünstiger. Einmal wird der Konflikt doch unoerw werden-. Abg. W i ndth orst: Das Gefecht, das heute B findet, ist jedenfalls lediglich ein Wahlgcfecht. Herr Dorff findet es in der Ordnung, daß nach der zweiten 1 eine Äeußerung des Volkes hervorgeruftn ober herv? sei- Ich bin nicht der Meinung, daß daS Parlament,« wählt ist, seinen eigenen Weg gehen kann, sondern sehr vorfichtig die Anschauungen seiner Wähler beobach'? die Wähler haben auch daS Recht und die Pflicht, ordneten aufmerksam zu machen, wenn fie von den i- ungen deS Volkes abweichen. Jeder von uns wird e«. Zolltarifnovelle erfahren haben, wie er mit Briefen»n»» Hand Zuschriften bedacht worden ist. Gegen eine jd® M nifesiation habe ich nichts. Aber Verleumdungen, 1 gen, Säung von Haß, Herabsetzung des Parlaments, �» etwas Anderes. Ein absoluter Jrithum ist es% wir dem Reichskanzler die nöthigen Mittel zu verweigern wollen. Wenn es fich um eine einfache' J kraft gehandelt hätte, dann würden die Erörterungr licherweise anders gelautet haben. Ader es Wp(f um die Schaffung der hervorragenden Stellun» p neuen Ministerial» Direktors, während wir(0° p befitzen, und zwar sehr abweichend von der früheren Praxis, wonach diese Geschäfte durch einzelne ält?° m wahrgenommen wurden. Nach den Ausführungen vc � v. Helldorff hätten wir bei jeder Forderung, die der � kanzler für sein Departement stellt, einfach Ja W bricht ein Sturm von Entrüstung los. Dann batti"�»! in diesen Dingen gar nichts mehr zu sagen. Durch gedene Erklärung ist festgestellt, daß wir durch Vte A J des Postens, den wir lediglich budgetmäßig bettachtt, A aus kein Mißtrauensvotum auszusprechen beabfidü�,# höchst bedenklich, daß bei jeder Gelegenheit, wo d« m kanzler etwas verlangt, sofort die Vertrauensstas.A wird, und das Urtheil des Reichstags verschwinden werden dann jedesmal Hymnen auf den Kanzler w Dem Reichskanzler selbst kann es unmöglich angen n in dieser Weise deräuchert zu werden.(Sehr 9, beiden Herren aus Schwaben haben dann s1 u,(j aufgeführt, das nicht ohne Interesse war. Wen« Urtheil abgeben sollte, so würde ich sagen: der J» Vy Payer hat gut geschlagen, und seine viede haben � es war naturwüchstg, schwäbisch und vortrcffltw� keit.) Die Dinge, die dabei vorgebracht M find aber so ernst, daß fie auch von anderer Seu« D werden müffen. Der Abg. v. Wöllwarth sagte,... V mutig vom 15. Dezember habe eine größere Erreg � F gerufen, als es der Fall wäre, wenn ein Staalslts j würde. Ich möchte annehmen, daß das in wr. Affekts gesprochen war. Aber ich finde diese Aeuo eten, sonde ( Hort! hört! ber die zwei r zu wenig I gefezt und Was wire dem ganzen Bolle ausgesprochen, sehr sonderbar. Für einem auf dem Boden der Verfassung stehenden Mann ist der Staatsstreich etwas durchaus Undentbares; und von dem deut. hen Volle anzunehmen, daß sein Rechtsbewußtsein bereits so tief beruntergekommen sei, daß es einen solchen Staatsstreich ohne Weiteres hinnäbme, ist etwas, was mich im Innersten inmal umgs empört.( Beifall.) Die Aeußerung des Abg. v. Wöllwarth ist e und abe ein Symptom davon, daß es mit der Freiheit des Rechtschicken ließe bewußtseins zurückgebt; dieselbe aber ist viel bedeutungsvoller, tergrund; als die Seele des Voltes, von der er sprach. Ich hoffe, daß = haben der Agg. v. Wöllwarth feine Exkursion zurücknehmen wird Bolitit de oder daß seine Parteigenossen ihn desavouiren werden. Dann nzen Syftem machte derselbe Herr eine Bemerkung, die bei mir den Eindruck m, die ledig hinterließ, als ob es nach jener Abstimmung nicht mehr eine inverstanden hre sein könne, Mitglied des Reichstages au sein. Der Satz er habe bund war tonditionell ausgesprochen und der Präsident unterließ es el gehoben deshalb, den Redner zur Ordnung zur rufen. Ich beklage es, emand, abe daß es einem Abgeordneten gefällt, einen solchen Satz auch nur thier; we hypothetisch auszusprechen. Wenn der Abg. v. Wöllwarth endlich it und meinte, das Zentrum fönne fich den Lurus einer solchen AbEng zwischen fimmung noch gestatten, so lange der Kulturkampf dauere, chstag feinesfo erwidere ich, daß auch, wenn der Kulturkampf nicht mehr Fügen. Da wäre, wir wohl Bedenten tragen würden, hier mit ihm überiren; zeig einzuftimmen. Unsere Wähler genehmigen und verlangen, daß nicht im wir ablehnend voliren. Herrn v. Dönhoff, der mit großer Bu tagsmehrbericht uns eine Lektion ertheilen wolle, sage ich, daß er ia wünschen den Beruf zum Lehrer des Zentrums durchaus verfehlt hat. dem Voll( beiterkeit.) hts sei, bef iefem blog t das allge tlich mit be verknüpf = dem einer org auf beugen un tsächlich en burleifer welchen orten feines einige erfte Diefer Seite er Bollfele Berichtli uBert in der Die mere an Und follte Die Majo Die beutigen Auffaffunge lers hat fi Mehrheit Reichsbudg eine eten bod nich ausgefunden ember abge patriotifche e verwand nb des ftol als wit durch uns fa Cann, be Stelle -( Lebb D Deutsch r gegen Sfturm in Belg taufgebo Die Preus nd, und in nicht. De eite tommen n, ariftotra Thungsfturm es, und in bei unferem fe Nothwen och verftartt Stand g e. Die G liber taufd anvermeibli chgeben no Flat te bier f Serr v. D. etten Lefu ervorgetr ent, bas Dern es bachten Die Ab en Anf Des bei n und all folde Schmi nts, bal fobann einer A che Arb ungen handelt Cưng th Schon preufli Itere n des ba Der Re fagen ten wir a Ablehn Ich bie a chten, bu igen Der Rel age ge n foll Losgela Tenebm vahr!) ein nich Du bgeordn Seine en gefefe orben h. e befpro bie ung ben eich erfol Erregung Berung DA Det merkungen. Die Diskussion wird geschloffen; es folgen persönliche Bes Abg. v. Lenz: Ich habe Herrn Bayer in der Stuttgarter Bersammlung nicht gesehen; derselbe wird also seine Nachrichten wohl aus Beitungsberichten geschöpft haben. Ich habe daselbst nichts gesagt, was die Ehre des Reichstages irgendwie verTegen fonnte. Abg. v. Wöllwarth: Ich bin nicht furchtsamer Natur, hätte aber nicht gemeint, den Sat vom Staatsstreich, auf den bg. Windthorst Bezug nahm, in den Reichstag tragen zu sollen, wenn diese Ansicht mir nicht entgegengetragen worden are aus allen Schichten des Voltes.( Ruf: Schöne Gesell Shaft!) Abg. Payer: Niemand hat gesagt, daß der Abg. von Böllwarth den Staatsstreich gewünscht hätte; das wäre noch schöner.( beiterkeit.) Ich habe mich dagegen nur gewendet, daß er die Möglichkeit des Staatsstreiches hypothetisch ausge fprochen hat. Abg. Lenzmann konstatirt, daß er nicht zum Wort gelommen ist; er hätte, wenn er anwesend gewesen wäre, bei der weiten Lesung für die Pofition gestimmt; der Entrüftungsfchrei veranlaffe thn, dagegen zu stimmen. Sn namentlicher Abstimmung wird die( am 15. Des ember v. J. mit 141 gegen 119 Stimmen abgelehnte) ForDerung von 20 000 art für einen zweiten Die tetior im Auswärtigen Amte heute in dritter Berathung mit 172 gegen 153 Stimmen anges nommen. Damals ftimmten im Ganzen 260, heute 325 Abgeordnete. Beschlossen stimmen für die Bofition die Deutschkonservativen, die Reichspartei und die Nationallibe talen; gefchloffen stimmen gegen dieselbe das Bentrum, Bolen, Welfen, Volkspartei und Sozialdemokraten. Die Deusch freisinnigen spalten sich: nach unserer Bählung stimmen 37 Mitglieder derfelben gegen, 21 für die Bofition. Mit der Mehrheit haben von der deutschfreisinnigen Bartei gestimmt: Meyer( Halle), Münch, Siemens, Struve, Witt, Witte, Ridert, Schrader, Wilbrandt, Betsert, Broemel, Fachrmann, Horwitz, Hoffmann, Lipke, Lorenzen, v. Fordenbed, Banse, Schlüter, Thomsen, Behm. | stellen wollten. Daß wir mit Japan erst seit kurzer Zeit in Berührung getreten find, muß ich bestreiten. Geheimer Legationsrath v. Kusserow: Ein amtlicher Ausweis über den Handelsverkehr Koreas fehlt, da dort ein statistisches Amt nicht eristirt. Einen Maßstab für die Größe des felben tönnen wir aber aus den englischen Berichten über den von Japan nach Korea gehenden Handelsverkehr gewinnen. Darnach belief fich der Gesammtwerth dieses Handels 1881 auf 15% Millionen Dollars. Im folgenden Jahre ist allers dings ein Rüdgang eingetreten, der indessen sich aus den politischen Unruhen erklärt. Man sagt, daß nur eine deutsche Niederlage auf Korea vorhanden sei, aber auch England und Amerika find nur durch je einen Angehörigen ihrer Nationalität vertreten. Unzweifelhaft ist in Korea auch eine Entwickelung des Handels zu erwarten, die der Nation zu Statten tommen muß, welche von der gegen wärtigen Regierung begünstigt wird. Da Sollten wir die Vortheile nicht verscherzen, welche uns die hobe Stellung eines Deutschen in der foreanischen Regierung, des Herrn v. Möllendorff, verschafft. Die Bestellung eines Generalfonfuls ist nothwendig, weil er mehr Eindruck machen wird als ein untergeordneter Beamter. Auch find die maß gebenden Persönlichkeiten in Korea geneigt, auf die westliche Kultur einzugehen; man nimmt unsere Tracht an, spricht auch bereits von der Anlage von Straßen- Eisenbahnen und Teles graphen. Wenn wir nicht rechtzeitig die günstigen Chanzen ausnußen, werden uns Amerikaner und Engländer, die bereits mit einem großen Beamtenapparat dort aufgetreten find, übers flügeln, und wir werden ihnen gegenüber in Korea ebenso in Rückstand kommen wie in Japan. Ich bitte Sie deshalb, der Forderung der Regierung zuzustimmen. | würde erschwert, wenn der Eindruck fich erhalten sollte, den das Votum der zweiten Lesung in England hervorgerufen hat, als ob die Majorität des Reichstages nicht geneigt wäre, der Initiative des Reiches auf diesem Wege zu folgen. Abg. Richter: Der Abg. Kalle hat ausdrücklich vom Neid und der Mißgunft Englands gesprochen. Wir wollen aber das Verhalten der englischen Regierung nicht zu Lasten des ganzen englischen Volkes schreiben. Selbst der Reichsfangler hat nicht in diesem Tone von England gesprochen. Wir haben in gewiffen Grenzen die Kolonialpolitik gebilligt, aber uns die Prüfung jeder einzelnen Forderung vorbehalten; und unsere Kritit tann den wirklichen Erfolg oft mehr vers bürgen, als eine blinde Begeisterung. Wenn die Kolonial politik eingeführt würde, welche die Nationalliberalen in ihren Versammlungen empfehlen, so würden wir bald ein Fiasko er leben. Das würde zu einem Gründundsschwindel schlimmster Art führen.( Buruf des Abg. Sattler.) Ich habe keine Lust, mich mit Herrn Sattler zu unterhalten; ich spreche zum Haus. Daß England und unsere Befizungen bestreitet, ist nicht ganz richtig. Streitig ist blos die Erwerbung der Nordküste von Neu Guinea vom Quongolf bis zum Ofttap. Wenn eine freund schaftliche Auseinandersetzung über die Grenze stattfindet, so haben wir keinen Anlaß, Del ins Feuer zu gießen. Uebrigens hat Herr von Kufferom die Sache ganz anders motivirt, als Hammacher und Kalle. Uebrigens wissen wir ja noch gar nicht, ob die Herren Hansemann und Bleichröder auch ihren Schut brief erhalten werden, wie ihn die Ansiedler in Ostafrika bei Banzibar er erhalten haben. Möglicherweise werden alsdann den Ansiedlern die Kosten für die Kommissarien auferlegt, wie das in England zutrifft. Uebrigens ist nun auch im neuen Vertrag mit Samoa vorgesehen worden, daß der dortige deutsche Beamte zur Ausführung des Vertrages aus Steuern Der Deutschen in Samoa selbst bezahlt wird. Das ist auch ganz in vernünftig. Herr von Kusserom empfiehlt ihn nun anderer Weise und verlangt die Stelle im Interesse der schwebenden Auseinandersetzung mit England. Der hierfür ernannte Kommissar, Herr Krauel in London, wird aber nicht aus diesem Titel bezahlt. Es hat mich befremdet, daß Herr v. Kufferom die doch immer zweifelhaften bevorstehenden Abstim mungen zum Prüfstein für das Urtheil des Hauses über die deutsche Südseepolitik machen will; es ist das unvorsichtig, ich muß dem Reichskanzler hier zu Hilfe kommen und sagen, daß die Abstimmung über diese Position in teiner Weise ein Urtheil über Südseepolitik bedeutet. Wir können bei dem Bes schluß zweiter Lesung jezt lediglich stehen bleiben. Aba. Richter: Der Reichskanzler hat uns gesagt, daß es die Aufgabe der Reichsregierung nur sein könne, mit der Flagge dem Handel nachzufolgen. Nun ist aber in Korea nur ein Meyer vorhanden, der auch nicht selbst dort wohnt, sondern nur einen Kommis eingesetzt hat. Für diesen einen Meyer sollte doch ein Konsul ausreichen, zumal es zweifelhaft ist, ob die Firma die 24 000 Mt. verdient, die wir für den Konsul bewilligen wollen. Wenn nun aber darüber hinaus noch ein Generalkonsul gefordert wird, so geht das doch über den Spaß. Man thut immer so, als ob von Seiten Deutschlands nichts für das Konsulatswesen geschehen sei. Nun, wir haben bereits einen Etat für Konsulate, der sich recht wohl mit dem anderer Staaten vergleichen läßt; auch iegt find wir bereit, ungefähr 400 000 Mart für den gleichen 3wed mehr auszugeben. Die Verhält niffe auf Korea find noch ganz unsicher. Chinesen und Java nesen liegen miteinander im Kriege. Auch die Regierung weiß noch nicht, wo sie den Konsulatsbeamten einsetzen soll. Angeftchts dieser Verhältnisse wäre es vielleicht richtiger gewesen, Sie Forderung für den Beamten aus dem Dispositionsfonds zu entnehmen, und ich würde am liebsten denselben ganz abgelehnt sehen. Jedenfalls reicht der eine Konsul für den einen Meyer vollkommen aus. Geh. Rath v. Kusserom: Auch die Reichsregierung ist selbstverständlich der Ansicht, daß es nicht Aufgabe der Konsuln sei, den Handel ins Leben zu rufen. Aus den Aeuße rungen des Herrn Richter müßte man fonsequenter Weise zu tem Schluß fommen, daß, wenn der eine Myr in Korea nicht vorhanden wäre, auch kein Konsul zu entsenden sei. Die Folge würde allerdings sein, daß Deutsche überhaupt nicht den Muth betämen, fich dorthin mit ihrem Handel zu wenden. Die Anträge auf Wiederherstellung der Vorlage werden mit 148 gegen 134 Stimmen abgelehnt; es bleibt daher beim Beschluß der zweiten Lesung. In Tit. 47 hatte die Regierung für Apia einen Konsul, drei Vizekonsuln und einen Sekretär verlangt. Das Haus hatte beschloffen, nur einen Konsul, einen Vizekonsul und den Sekretär zu bewilligen. Mit der Minderheit stimmten von der deutsch. freisinnigen Partei: Ausfeld, Bamberger, Baum- Vorlage. garten, Baumbach, Braun, Buddeberg, Dirichlet, Eysoldt, Greve, Hänel, Halben, Halberstadt, Hermes, Herrmann, Hinze, bauer, Mohr, Mundel, Bapellier, Parifius, Pflüger, Richter, Rohland, Schent, Schmieder, Schneider, v. Stauffenberg, Stiller, Traeger, Virchow und v. Windelmann. In Titel 33 werden in der Regierungsvorlage für einen Generalkonsul in Kapstadt 24 000 Mt. gefordert. In zweiter Lefung waren an Stelle deffen für einen Konsul 16 000 mt. bewilligt. Von konservativer und nationalliberaler Seite wird vorgeschlagen, die Regierungsvorlage wieder herzu stellen. Abg. Woermann( nat. lib.): Die theueren Lebensverhältnisse sowohl wie die hohen Eingangszölle auf alle aus Europa fommenden Wirthschaftsgegenstände rechtfertigen das größere Gehalt für den Konsul. Der englische Gouverneur bezieht 6000 ftrl. Es ist aber nicht nur angezeigt, den Ver treter Deutschlands so zu entschädigen, daß er angemessen leben tann, sondern auch nothwendig, ihm den Titel„ Generalfonful" beizulegen. Abg. v. Helldorf beantragt Wiederherstellung der Abg. Kalle( nat.- lib.): Wir haben in der Kommiffion und in der zweiten Lesung für die Stellen gestimmt, weil wir von der Nothwendigteit der Forderungen noch nicht überzeugt waren. Seitdem haben sich die Dinge völlig geändert. Aus den Weißbüchern und anderen Mittheilungen wissen wir heute, daß Deutschland in der Südsee Objekte von großem wirthschaftlichen Werth gewonnen hat, Befizungen so groß, wie das Königreich Preußen; fie find gesund und fruchtbar und wegen der Hize zwar nicht zu Ackerbaufolonien, wohl aber zur Plantagenwirthschaft geeignet. Auch befinden sich dort Häfen, die für unsere Handels- und Kriegsflotte, in Kriegs- und Friedenszeiten Don größtem Werth find. Deshalb werden mir beute für die Regierungs- Forderung stimmen. Db drei Vizekonsuln für die Bukunft überhaupt genügen werden, wiffen wir heute noch nicht. Wir müssen Alles thun, was nöthig ist, um uns unsere werthvollen Befizungen in der Südsee zu erhalten. England, welches anfangs erklärt hatte, es bedürfe teiner weiteren. Kolonien, bat, als es fab, daß Deutschland solche erwarb, sofort seine frühere Annexionspolitik wieder aufgenommen. Es hat unter dem Vorgeben, Die Sicherheit Australiens erfordere dies, die Südküste von Neu- Guinea annettirt, und es hat opponirt, als wir darauf an der Nordtüfte einige Punkte besezten. Daraus geht hervor, daß diese Annexionspolitit Englands, die im Widerspruch zu feinen früheren ausdrücklichen Versprechungen steht, nicht der Ausdruck des englischen Bedürfnisses ist, nicht vitale Jatereffen Englands wahrnimmt, sondern, daß fie fich lediglich als der Ausfluß des Neides und der Misgunst gegen Deutschland darstellt.( Widerspruch links.) Ich bin überzeugt, daß die große Mehrheit des deutschen Volles solche Bestrebungen ent schieden zurückweisen will; auch in diesem Sinne bitte ich Sie, die Regierungsforderung zu bewilligen.( Beifall rechts und bei den Nationalliberalen.) Abgeordneter Richter: Bereits bei der zweiten Bes rathung ist von uns hervorgehoben worden, daß wir der Bes willigung eines höheren Gehalts für den konsularischen Ver treter Deutschlands in Kapstadt zustimmen würden, wenn sich Die Angaben über die Preisverhältnisse dort bestätigen sollten. Soweit wir nun Erfundigungen haben einziehen tönnen, find jene Angaben allerdings zutreffend gewesen. Wir wer den also der Forderung der Regierung feinen Widerspruch entgegensegen und auch gegen die Bestellung eines General tonfuls nicht eintreten. Der Antrag der Konservativen und Nationalliberalen wird ( gegen das Bentrum) angenommen und der Generalfonful für Kapstadt mit 24000 M. genehmigt. In Titel 36 hatte die Regierung für einen General, lonsul und Vizetonful in Rorea 45 000 Mt. gefordert. In zweiter Lesung waren statt deffen für einen Konsul mit einem Sekretär 30 000 m. bewilligt. Die Konservativen und Nationalliberalen beantragen auch hier Wiederherstellung Der Vorlage Abg. Woermann tritt für die lettere ein. Bamberger bat bei der zweiten Berathung Mittheilungen über Korea gemacht, welche nicht ganz richtig oder ganz vollständig find. Allerdings ist in Korea nur eine deutsche Firma vorhanden, Stellung ein. Bwar fehlt es an einer umfassenden Statistik über den Verkehr Koreas noch gänzlich. Mir liegt aber die Uebersicht über den gesammten Handeleverkehr eines Hafens in Korea vor. Danach beträgt in einem Jahre der Jmport da felbft 1 193 000 Doll, der Export 432 000 Doll. gens in Betracht zu ziehen, daß Korea für den Handelsverkehr st seit den legten Jahren zugänglich gemacht ist. Auch der mit Japan befand sich 1858 noch auf dem Standpunkte, wie gegenwärtig der mit Korea, wir wußten damals von jenem Lande eben so wenig, als jest von Korea.( Widerspruch.) Wenn nun jezi Korea dem deutschen Handel eröffnet wird, so haben wir sofort dafür zu sorgen, daß er hinter dem fremben nicht zurüdstehe, zumal derselbe bereits eine größere Bahl von Angestellten hier unterhalte. Bamberger( deutschfreifinnig): Herrn WoerVerkehr Es ist übris Abg. mann's Angaben über den schen Hafens bezogen fich nicht auf den deutschen Handel fondern auf den Gesammtverkehr. fei, bestätigt eines Loreani Des Weiteren hat er Haus dort thätig Wenn wir nun für dieses eine Haus einen Konful bewilligen, soll der nicht ausreichen? Die Vortheile unserer tonfularischen Vertretung fönnten uns doch sehr theuer au stehen kommen, wenn wir für eine Firma zwei Konsuln bes Abg. Richter: Jest sprechen noch viel mehr Gründe für die Streichung als früher und zwar gerade well inzwischen die deutsche Schußherrschaft in Neuguinea errichtet ft. Die Konsuln hier sind nur gefordert zu konsularischen Geist. Die Konsuln hier find nur gefordert zu konsularischen Geschäften und nicht etwa als Kolonialbeamte. Wenn die Re gierung für die neuen Erwerbungen Geld will, so möge fte Dies in einer besonders begründeten Vorlage verlangen. Herr Kalle nannte die Befizungen fruchtbar; erst kürzlich soll der Reichskanzler in einer Unterredung mit einem englischen Geschäftsträger gesagt haben, daß die ganzen neu erworbenen Inseln nicht viel werth seien. An der Nordküste von NeuGuinea wohnt bis jetzt noch kein Europäer, geschweige denn ein Deutscher. Dann hat Herr Kalle das Klima als gesund bezeichnet; erst bei der zweiten Berathung hat aber der General Konsul Krauel das Gegentheil ausgeführt und das Klima als für Europäer so gefährlich geschildert, daß tein Beamter es darin länger als ein Jahr würde aushalten fönnen Endlich wollen wir doch nicht, daß diese Abstimmung eine Entscheidung sei über unsere Stellung zur eng lischen Politik. Der Reichskanzler hat am Montag mit Recht gesagt, daß England und Deutschland keine entgegengefeßten Interessen haben, sondern durch Stammverwandtschaft und historische Entwickelnng mehr auf einander angewiesen find, als irgend zwei andere Länder in Europa. Wenn wir aber diesen Einklang befördern wollen, dann müssen wir uns büten, solche Begreben gegen England zu halten, wie Herr Kalle es gethan hat!( Lebhafte Bustimmung links. Große Unruhe rechts.) Geheimer Legationsrath v. Kusserow: Der Reichstag wird nicht umhin können, der veränderten Lage in der Südsee Rechnung zu tragen. Aus den Weißbüchern geht hervor, daß wir im Begriff stehen, uns mit England auseinanderzuseßen über die geographische Abgrenzung in der Südsee. Wir haben einen Kommissar nach London gefandt, um die Verhandlungen unsererseits einzuleiten. Der Erfolg dieser Verhandlungen Nach einer kurzen Erwiderung des Kommissars Geh. Raths v. Kusserow und des Abg. Kalle wird die Diskussion geschlossen und der Antrag Dönhoff gegen die Stimmen der Rechten und der Nationalliberalen abgelehnt, der Beschluß zweiter Lesung aufrecht erhalten. Der Rest des Kapitels 5, sowie Rapitel 6 werden ohne Debatte genehmigt und darauf die Sigung vertagt. Schluß 534 Uhr, Nächste Sigung Donnerstag 12 Uhr. ( Fortseßung der Berathung und Antrag Ausfeld zur Bolltarifnovelle.) Lokales. R. Die Apothekenfrage ist schon oft Gegenstand lebhaftre Erörterungen gewesen, ohne daß es gelungen wäre, dieselbe in einer den Intereffen des Volkes mehr entsprechenden Weise zu lösen. Die 3 a hl der zu errichtenden Apotheken wird von den Behörden bestimmt und nur solchen Personen ist die Ausübung Dieses Gewerbes gestattet, welche eine diesbezüglich vorgeschrie bene Prüfung bestanden haben. Es haben sich aber im Laufe der Zeit in Betreff des Apothekenwesens Bustände heraus gebildet, welche zu Aenderungen geradezu herausfordern. Wie auf allen Gebieten des Erwerbslebens, so find auch auf diesem Gebiete überflüffige Kräfte vorhanden, die mit Sehnsucht den Beitpunkt herbeiwünschen, der ihnen den Befit einer Apotheke bringt. Den Meisten gelingt dies jedoch erst nach jahrelangem Warten, da die Behörde der Reihenfolge nach die Wartenden berücksichtigt. Ist die Wartezeit aber glücklich überstanden, so hat der Apotheker sein Geschäft gemacht; denn selbst wenn es ihm an den nöthigen Mitteln fehlen sollte, so findet er Dugende von Kollegen, die gerne bereit find, ihm eine Abfindungssumme für das Ueberlaffen der Konzession zu zahlen, die oft eine ges radezu exorbitante genannt werden muß. Richtet der Betreffende die Apotheke ein, so ist seine Lebensstellung gesichert, da er in feinem Revier teine Konkurrenz zu befürchten hat und die Preise, welche für die Medikamente gezahlt werden müssen, einen Reinverdienst abwerfen, wie thn tein anderes Geschäft aufzuweisen hat. Nach einigen Jahren verkauft der glückliche Befiger in der Regel seine Apotheke für einen enormen Breis; der neue Inhaber macht es nach einigen Jahren ebenso und so gehen manche Apotheken von Hand zu Hand, jeder Verkäufer hat nicht nur aus ihnen seine Existenz, sondern obenein eine große Abfindungssumme herausgezogen.- Es läßt sich nicht verkennen, daß die Freigabe des Apothekergewerbes an Jedermann große Uebel im Gefolge haben würde, eine staatliche Aufsicht und Regelung ist daher geboten. Aber so wie die Verhältnisse jest liegen, fann es doch wohl in Bukunft nicht bleiben; eine Aenderung erscheint uns dringend nothwendig. Von verschiedenen Seiten ist dafür plädirt worden, daß man allen geprüften Apothekern geftatten solle, an beliebiger Stelle eine Apotheke zu errichten, natürlich unter Kontrole der Behörden. Dieser Borschlag hat viel für sich, er würde wohl schließlich dahin führen, daß die horrenden Preise für Medikamente zivileren weichen müßten. Es ist doch eine traurige aber nicht zu bestreitende Thatsache, daß diese kolossalen Preise von Kranten, also von armen Menschen, die fich in einer hilflosen Lage befinden, gezahlt werden müssen. Diese Thatsache nimmt sich recht eigenthümlich aus in unserer mit humanen Jdeen geschwängerten Beit, in der man täglich für Thier- und Vogelschuß Reflame macht, aber auf den tranten Menschen wenig Rücksicht nimmt. Und wenn wir auch der Meinung sind, daß später, in absehbarer Zeit, der Staat das gesammte Medizinalwesen dirett in die Hand nehmen muß, so ist doch auch schon heute die Möglichkeit gegeben, ent sprechende Aenderungen zu schaffen. Alle wahrhaft freifinnigen Barteien haben daher die Pflicht, den Ruf nach Regelung der Apothekenfrage laut und vernehmlich erschallen zu laffen. Nachdem die vor längerer Zeit im Bahnhof Steglit begonnene Unterführung des dort neu angelegten Geleises und dessen Anschluß an den übrigen Bahnkörper fürzlich fertigge stellt worden ist, fand in der Nacht zum Dienstag und während Des ganzen gestrigen Tages die Prüfung der neu geschaffenen Anlagen statt. Beide Ueberbrückungen, sowohl die über den Personentunnel wie die über die Albrechtstraße, haben den gestellten Anforderungen genügt. Die noch restirenden Arbe ten auf dem Stegliger Bahnhofe können jest nach Möglichkeit ges fördert werden, so daß die zur Sicherheit des Publikums das felbft projektirten Anlagen mit dem Eintritt der besseren Jahres zeit vollständig hergestellt sein dürften. Aus dem wiederholten Vorkommen falschen Geldes in Rirdorf schließt man, daß sich dort eine Falschmünzerbande niedergelassen habe. Erst gestern ist wiederum ein falsches Gelbstück bei der Nixdorfer Ortspolizei eingeliefert worden. Dasselbe war dem Dienstmädchen eines am Kottbuser Damm wohnenden Gärtners beim Wechseln von Geld herausgegeben worden. Das Falfifilat, das einen sehr guten Klang bat, trägt das Prägungsjahr 1880 und als Münzzeichen den Buchs staben A. g. Das plögliche Verschwinden des Manufakturmaarenbändlers Moris Sc. in der Breitenstraße wird in hieftgen Gefchäftskreisen lebhaft besprochen. Sch. betrieb in gedachter Straße seit langen Jahren ein Damen- Konfektionsgeschäft, dessen Umfaß sich jedoch von Jahr zu Jahr dermaßen verschlechterte, daß über das Vermögen des Sch. vor einigen Wochen der Ronkurs angemeldet wurde. Ernstliche Vorhaltungen seiner Frau sollen den Sch. veranlaßt haben, Berlin zu verlaffen. Von Seiten der Gläubiger ist infolgedeffen bei der Staatsanwaltschaft der Antrag gestellt worden, den Sch. wegen be trügerischen Banterutts steckbrieflich zu verfolgen. Sch. hatte fich vor etwa einem Jahre zum zweiten Male verheirathet und die Frau und zwei Söhne aus erfter Ehe hier zurück gelaffen. Geschleift. Als vorgestern Abend ein Herr, dem Vernehmen nach ein Magdeburger, in der Alexanderstraße im Be griffe war, in eine Droschte zusteigen, ging plöglich das Pferd derfelben durch. Der Herr, welcher erst mit einem Fuße auf dem Trittbrett stand, stürzte und wurde mitgeschleift. Es gelang nicht sofort, das Thier zum Stehen zu bringen und den Herrn aus der lebensgefährlichen Lage zu befreien. Ein fofort zu Rathe gezogener Arzt fonstatirte, daß der Verunglückte einen Doppelten Betr bruch davongetragen; nach Anlegung eines Nothverbandes wurde der Verlegte zu seinen in der Dranienstraße wohnenden Verwandten gebracht. g. Ein blutiges Rentontre fand in der vergangenen Nacht an der Ecke der Bessel- und Markgrafenstraße statt. Mehrere Herren waren hier arg zusammengerempelt, wodurch ein Streit provozirt wurde, der für den einen Betheiligten, einen Oberfellner, verhängnißvo werden sollte. Denn er er hielt mit einem Spazierstock einen so wuchtigen Hieb gegen den Kopf über dem rechten Auge, daß das Blut fofort start aus der entstandenen Wunde floß und fich auf der Straße ein großer Bluffled bildete. Der Verlegte begab sich nach der Sanitätswache. Der Thäter konnte leider nicht ermittelt werden, da es ihm gelang, rechtzeitig zu entkommen. berichtigen wollen, zeichne hochachtungsvoll Gustav Oranienſtr. 8. In der heutigen Versammlung des Arbeiter- Bezi Vereins der Friedrichsstadt in Gratwell's Bierhallen, mandantenstraße 77/79, hält der Stadtverordnete B. Singer einen Vortrag. Außerdem wird ein Ver mitglied über seine Beobachtungen auf der Buhörertribüne Stadtverordneten- Versammlung berichten; da der Verein fommunale Interesse der Mitbürger heben will, so ist zahlrei Besuch zu wünschen. In Neu- Hardenberg im Kreise Lebus fand am Sonn den 1. März, eine große Volksversammlung statt, die a welche von Seiten der Arbeiterpartei in diesem Drte einber wurde, and in welcher Herr Ballmüller aus Berlin einen trag hielt über die Arbeiterschußgefeßgebung und die Korn Redner beleuchtete in 1stündiger Rede unter Beifall der wefenden dieses Thema nach allen Richtungen hin, und die Versammlung ihre Bustimmung durch folgende Resolut fund: Die heutige, im Gasthause, Bum Boll" tagende Bol versammlung erklärt fich mit den Ausführungen des Referen einverstanden, spricht Herrn Ballmüller ihren Dant aus verspricht, in Bukunft mit allen gefeßlichen Mitteln für Verbesserung der sozialen Lage der Arbeiter, Handwerker Kleinbauern eintreten zu wollen." Diese Refolution fand stimmige Annahme und nachdem der Referent erklärt hatte, bald wieder zu erscheinen, wurde die sehr rührig verlauf Versammlung geschlossen. Die Bernsteinarbeiter der Ziene- und Ellenberg schen Bruyere- Pfeifenfabrit zu Nürnberg haben am b. Mts., gezwungen durch Lohnreduktion, die Arbeit einge und bitten ihre Kollegen den Zuzug fernzuhalten. weisung für den Signaldienst vermittelst der elektromagnetischen| Telegraphen und Läutwerke" zur Abgabe des Deblockirungsfignals des besonderen Auftrags von dem Stationsvorsteher oder seinem Stellvertreter im Dienste, und im§ 7 der In struktion für Telegraphisten ist die eigenmächtige Abgabe dienst licher Anordnungen oder Mittheilungen, welche in den Betrieb eingreifen oder zur Kompetenz höherer Betriebsbeamten gehören, aufs Strengste verboten. Der Angeschuldigte hat in der Voruntersuchung zu seiner Entlastung angegeben, es sei in Hanau allgemein üblich gewesen, daß die Telegraphisten für Bug Nr. 26 ohne besonderen Auftrag deblockirt hätten. Allerdings haben, wie es in der Antlageschrift heißt, die Ermittelungen ergehen, daß die erwähnten Vorschriften des Reglements auf Station Hanau nicht genügend beachtet worden find, aber dieser Umstand begründet, wie die Anklageakte weiter sagt, um so weniger die Schuldlosigkeit Gutberlet's, als dieser doch jedenfalls verpflichtet war, wenn er fich zur Abgabe des frag lichen Signals berechtigt glaubte, zu prüfen, ob die Bahn that sächlich frei sei. Er mußte also genau nachsehen, ob der braußen wartende Bug Nr. 304 in den Bahnhof eingefahren fet. Es tann einem Zweifel nicht unterliegen, daß Angeschuldigter auch diese Sorgfalt außer Acht septe, denn seine Angabe, er habe aus dem Aufsteigen von Dampf aus einer Mas schine in der Gegend, wo der Zug Nr. 304 hielt, geschlossen, der Gegend, wo der Bug Nr. 304 hielt, gefchloffen, Daß dieser Bug vortüde, kann der Anklageschrift zufolge als Die ein Entschuldigungsgrund nicht angesehen werden. Schuld des Gutberlet geht noch daraus hervor, daß er, als er von dem Hilfstelegraphisten Heinrich Blum auf die Gefahr des Busammenstoßes aufmerksam gemacht war, es unterließ, auf dem Morseapparat die Haltestelle, Bulver mühle" anzurufen, wodurch die Möglichkeit, den Zug zum Halten zu bringen, geschaffen worden wäre. Die Berufung des Gutberlet auf die Praxis, daß das Deblokiren den Tele graphisten überlassen worden sei, ist im vorliegenden Falle ungerechtfertigt, da der diensthabende Assistent Kretschmar nach feiner eigenen Angabe wie nach derjenigen der Telegraphisten Blum, Kämmerer und Koch immer besonders noch Auftrag zum Deblokiren zu geben pflegte. Nach den angestellten Ermittelungen fann auch keinem Anderen eine Mitschuld an dem Vergehen beigemessen werden. Die Lokomotivführer der Büge Nr. 304 und 26 gaben, als fie die Gefahr sahen, Die üblichen Nothfignale und der Hilfswärter Hieronymus Garog, we'cher den Bahnwärterposten Nr. 19 inne hatte, lief, als er das Pfeifen einer Lokomotive aus der Gegend der Pulverfabrik hörte und die Annäherung des Buges Nr. 26 vermuthete, demselben so weit es ihm möglich war, entgegen, um ihm mit einer rothen Fahne das Beichen zum Halten zu geben. Nur der Lokomotivführer des Buges Nr. 26 hätte den Busammenstoß der Büge verhindern bezw. ihn weniger verhängnißvoll machen fönnen, wenn er nämlich sogleich nach Paffiren des Durchlaffes der Friedberger Bahn die Vorkeh rungen, feinen Bug zum Stillstand zu bringen, getroffen hätte. Diese Unterlassung ist ihm indeß zur Schulo nicht anzurechnen. Da sich der erwähnte Lokomotivführer mit seinem Zuge in einer Rourve näherte, war es für ihn unmöglich, zu erkennen, daß Bug Nr. 304 auf seinem Geleise stand, noch vermochte er wegen der geringen Entfernung seinen Bug zum Stehen zu bringen. g. Der wegen schwerer Körperverlegung mit tödtlichem Ausgange in Haft genommene heilgehilfe und Hauseigenthümer Arndt hat bereits aus dem Untersuchungsgefängniß heraus Dispositionen zum Verkauf seines Geschäfis getroffen, da es als unzweifelhaft gilt, daß er zu einer längeren Freiheitsftrafe verurtheilt werden wird. Für die Wahrung seiner Ver mögensintereffen hat er einen Bevollmächtigten ernannt. Wie wir noch in Sachen seiner Ehescheidung mit der jegt verschie denen Gattin erfahren, war er als der allein schuldige Theil erkannt und zur Zahlung einer Summe von 12 000 M., sowie einer monatlichen Alimentation von 75 M. an seine Frau verurtheilt worden. Der unselige Streit zwischen den The gatten entstand, als die Frau ihre Sachen aus der Wohnung des A. holen wollte. Gerichts- Zeitung. y. Eine empfindliche aber gerechte Strafe wurde gestern durch Urtheil der 90. Abtheilung des Schöffengerichts einem Bierplantscher zudiktirt. Des Verkaufs gefälschter Nahrungs mittel bezichtigt, hatte der Restaurateur Herrmann Ludwig auf der Anklagebant Platz zu nehmen. Der Angeklagte ist Inhaber des in der Gertraudtenstraße 2/3, eine Treppe hoch belegenen Restaurants mit Damenbedienung, und bewies die Verhandlung wieder einmal zur Evidenz, wie gerechtfertigt das Mißtrauen des Publikums gegen die, in derartigen Lokalen verabreichten Getränke ist. Nach der übereinstimmenden Betundung sämmtlicher Beugen hat der Angeklagte in ebenso unverantwortlicher als unappetitlicher Weise manipulirt. So war es in seinem Geschäfte Gebrauch, daß die von den Gästen in den Gläsern stehen gelassenen Bierneigen und es blieben viele stehen wieder aufgefüllt und nachdem dies Gemisch sodann gehörig mit der Spriße aufgemuntert" worden, den neuen Gästen wiederum von zarter Hand" fres benzt wurde. Auch ließ der sparsame Wirth die in den Flaschen verbleibenden Reste sogenannter ,, ächter Biere" feineswegs umtommen, sondern vereinte sie wieder zu ganzen" Flaschen. Wohl betomm's!" pflegte die servirende Kellnerin dem bes Dauernswer then Gaste zu wünschen und dieser Wunsch war wirklich teine leere Redensart. Der Gerichtshof war mit dem Staatsanwalt der Anficht, daß das verweifliche Treiben des Angeklagten eine energische Strafe verdiene und erkannte seinem Antrage gemäß auf 4 Wochen Gefängniß. Vor der Straflammer des hiefigen Hanau, 2. März. Vor der Straflammer des hiesigen Landgerichts begann heute unter dem Andrange eines zahlreichen Publikums die Verhandlung gegen den in Haft be findlichen, vom Dienste suspendirten Telegraphisten Johannes Gutberlet von Hanau, dem man die Schuld an dem entseg lichen Eisenbahnunglüde vom 15. November 1884 beimigt. Be ta intlich stieß an diesem Tage Mittags um 12 Uhr, etwa 12 Minuten vom Dftbahnhof Hanaus entfernt, der von Bebra tommende Personenzug Nr. 26 auf den noch im Einfahrtsgeleise stehenden Güterzug Nr. 304. Der Zusammenstoß hatte den Tod von 22, die Verlegung von 25 Personen, sowie die Bertrümmerung von ungefähr zehn Eisenbahnwagen zur Folge. Der fachliche Schaden beziffert fich auf 70 000 Mart. Der Unfall ist der Anklageschrift Anklageschrift zufolge lediglich der fahrlässigen Handlungsweise des Angeschuldigten zuzuschreiben. Dieser bedurfte nach Paragraph 2 der AnTheater. Königliches Opernhaus. Königliches Schauspielhaus. Heute: Violetta. Heute: Ein Luftspiel. Heute: Der Probepfeil. Deutsches Theater. Bellealliance Theater. Heute: Ein gemachter Mann. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. beute: Gaspatone. Central Theater: Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Deute: Der Walzer König. Residenz- Theater: Direktion Anton Anno. Hanau, 4. März. In der Anklagesache wegen des am 14. November v. J. in der Nähe des hiesigen Bahnhofs stattgehabten Busammenstoßes zweier Eisenbahnzüge wurde gestern der Telegraphist Sutherlet vom hiesigen Landgericht wegen fahrlässiger Gefährdung eines Eisenbahntransportes zu drei Jahren Gefängniß verurtheilt. Der Lokomotivführer Krämer ift freig iprochen worden. Heute: Bum 15. Male: Der Vergnügungszug. Hierauf: Die Schulreiterin. Walhalla Operetten- Theater: Heute: Der Feldprediger. Louisenstädtisches Theater: Oftend Theater: Wallner Theater. Heute: Durch eigene Kraft. Heute: Die zwei Waisen. Beute: Die Sorglofen. Vittoria Theater. Deute: Sulfurina. Alhambra- Theater. Heute: Die Räuber auf Maria Culm. Eine unsaubere Börsengeschichte beschäftigte am 3. März die vierte Straffammer des hiesigen Landgerichts. Verschiedene Kaufleute waren angeklagt, daß ste durch Scheingeschäfte betrügerisch auf die Preisnotirungen von Mais hätten einwirten wollen. Der Gerichtshof erkannte nach längerer Berathung gegen Meyer und Friedländer auf Schuldig des verfuchten Betruges im Sinne der Anklage und verurtheilte den Angeklagten Meyer zu 500 Mt., den Angeklagten Friedländer zu 300 Mt. Geldbuße event. 50 resp. 30 Tage Gefängniß, sprach dagegen die Angeklagten Marcuse und Ascher frei. Vereine und Versammlungen. Der Fachverein dr Tischler feiert am Sonntag 5. t. Mts.( am erften Osterfeiertag), sein fünftes St tungsfest. Billets hierzu find in den Bereins. Verja lungen, sowie bei den Herren Tugauer, Morigitraße Böhm, Johanniterstraße 10, Hof III.; Hedmann, Manteu straße 40, IV.; Wolter, Lothringerstraße 24; Straßbu Münchebergerstraße 26, zu haben. An der Kaffe werden Billets ausgegeben. Zur Berichtigung. Wir erhalten folgende Zufchrift: Geehrter Herr Redakteur! In Nr. 52 Jhres geschäßten Blattes bringen Sie einen Bericht über die am 28. Febr. abgehaltene Versammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter. Nach dem Bericht soll ich in dieser Versammlung gesagt haben den Kollegen( der Weidenslaufer'schen Pianofabrit) fehle das Verständniß für das Gesammtinteresse und das Solidaritätsgefühl." Jeder Theilnehmer wird mir bezeugen, daß ich einen derartigen Ausspruch über die Arbeiter obiger Fabrit nicht gethan habe, ich habe auch keine Veran laffung, mich in dieser Weise über diese Kollegen auszusprechen. Mit der Bitte, daß Sie den Irrthum Ihres Herrn Referenten Am Montag Nachmittag wurde uns unser gefchäster Kollege, der eifrige Förderer der geistigen und materiellen Intereffen seines Standes Cifeleur Paul Eilert 461 im Alter von 24 Jahren durch den Tod entrissen. Sein An benken hält hoch in Ehren die Freie Vereinigung der Gra veure, Giseleure und Berufsgenoffen." Beerdigung vom Krankenhause Friedrichshain. Anschluß der Kollegen um 34 Uhr am Kottbuser Thor. Unsern herzlichsten Dank Nr. Abenb Der Fachberein der Tischler hält am 9. b. M., 8% Uhr, in Saeger's Restaurant, Grüner Weg 29, eine sammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Vortrag Herrn Dr. Groß, praft. Arat, über:" Die Entstehung Krankheiten und ihre Fortpflanzung durch die Men Diskussion. 2. Vorschlag eines Bevollmächt. für Berlin Stelle des Herrn Krug( laut§ 10a b. Statute).- U regen Besuch wird gebeten. Neue Mitglieder werde genommen. Gäste find stets willkommen. Del cuts A Be Eine Versammlung des Fachvereins der Gürtle Berufsgenossen findet am Sonntag, den 8. März, Bormi 10 Uhr, in den Industriehallen, Mariannenstraße 31/32 Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Lubarschlleber Verwendung der Elektrizität in der Galvanoplaftit. 2 schiedenes. 3. Fragetasten. Das Erscheinen der Mitglieder bringend geboten. Gäste willkommen. Vermischtes. Ein Mustermann. Herr X. das ist ein Mustermann Der seiner Frau parirt, Der, was er auch beginnen kann, Nichts ohne sie vollführt. Ja, vor jedweder Aftion Der Seele und des Leibes, Besorgt um eine Konzession Des strengen Eheweibes Hört man ihn ganz bescheiden sagen: Da muß ich meine Frau erft fragen! Einst wollten Männer groß und klein, Der Ehren nicht verfehlen, Und ihn bei einem Narren- Verein Mit in den Vorstand wählen. Jch ehre," sprach er, das Vertrau'n, Das Sie mir Alle schenken, Auf mich, den schlichten Mann zu schau'n Und ihre Wahl zu lenken; Jedoch, bevor ich ja werd' sagen Da muß ich meine Frau erst fragen." Und fürzlich starb dem armen Mann Sein Erstlingsfind an Zähnen, Er flagt's dem Nachbar nebenan Mit Trauer und mit Thränen. Der Nachbar tröstet: ,, Noch ist jung Thr zärtlich Eheleben; Drum wird der Kinder noch genung Der Himmel Ihnen geben!" Doch X. seufzt voller Mißbehagen: ,, Da muß ich meine Frau erst fragen." Für die Mitglieder der erscheint Berlin Bostabo Die Direktor Hihung manner Blaz ger Majoritä alebigt es also i ju reden, Ginzelne Jutommer Die mals gel Vorigen ich für Ma Richte Bartei " Umfa mitzuthur firenben Allen, welche unserm guten Gatten und Water ble Teste Ebre Central- Kranken und Sterbeka erwiefen. Berlin, den 4. März 1885. die 460 Wittwe Fabrowsky nebst Kindern. Allen freundlichen Gebern, die mich und meine Familie der Tischler folche un findet am Sonntag, den 8. Mars, Bormittags 10 Uhr. während meiner längeren Krankheit so reichlich unterstüßten, der, Urania", Wrangelstraße 9-10, eine fage ich hiermit meinen tiefgefühltesten Dant. Das Bureau für Arbeiterangelegenheiten foll mir eine neue Eristenzbafts geben und richte ich deshalb an alle meine Freunde, besonders die deutschen Fachvereine, die dringende Bitte, dies Unternehmen, über deffen Bwedmäßigkeit mir von kompetenter Seite anerkennende Bu schriften zugegangen sind, nicht scheitern zu laffen, sondern im Gegentheil durch allseitige Beitrittserklärungen dauernd und ttäfttast unterſtüßen zu wollen. Meine Birkulaire, die auf Wunsch gratis zur Verfügung stehen, ergeben das Nähere. Neuhausen( München), den 1. März 1885. Franz Rohleder. Jubiläums- Feier! Chem. Schüler des Herrn Rektor Rothe, der am 16. April cr. das Fest seiner 25jährigen amtl. Thätigkeit begeht, wollen fich Sonntag, den 8. März, Nachmittags 3 Uhr, Nieder wallstraße 11, recht zahlreich einfinden. Arbeitsmarkt. 462 Lehrmamfells auf Damenmäntel verlangt Linienstr. 133. Arbeits- Nachweis f. Tischler Juvalidenßir 131. 3. Dahle. Allen Freunden und Gönnern, sowie einer geehrten Nach tarschaft empfehle mein 235 Del, Sicht- und Seifengeschäft, sowie Bürsten, Besen und Geschirrhandlung, sämmtliche Artikel zu den billigsten Preisen. Karl Rißner, 25. Oppelnerstraße 25. Versammlung ber Absti ber einer nach nich Macht u Seite in man es taum m Es liberalen fach mit Flei fie einft hand at Fleischt Morgand zurüd. statt. Tagesordnung: 1. Statuten- Berathung. 2. Borma der Delegirten. Jedes Mitglied muß am Blage fein. gliedsbuch muß vorgezeigt werden. 460 Der Bevollmächtigte die ihm fionemän vergnügt Abstimm Arb.- Bezirksverein d. Friedrichstadt für bie f Anerten Heute, Donnerstag, 5. März, in Gratweil's Bierhallen, Rommandantenft. 7/ Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Herrn Paul Singer: ,, Aus dem rothen Hause." 2. Verschiedenes u. Fragelaften Aufnahme neuer Mitglieder. Ga themalig nennen, Rabrud 109 von hi C gluß, Freund immer würden Troft bes Je echter " angered reichter Ignöbe Amber Troft holen. ich m Gäste find ftets will tommen. Bu zahlreichem Besuch ladet ein 463 Der Vorftand Jm Verlage von J. H. W. Dies erschien soeben: Die Sozialdemokratic vor dem deutschen Reichstage. Berathung der Denkschrift, betreffend die Erneuerung der Ber hängung des fleinen Belagerungszustandes über Berlin und Hamburg- Altona, am Sonnabend, den 31. Januar bem amtlichen Stenogramm. Preis 20 Pf. 1885. Nad Bu beziehen durch die Expedition Bimmerfstr. 44 Verantwortlicher Redakteur R. Cronheim in Berlin. Drud und Berlag von Mag Bading in Berlin SW. Beuthstraße 2. als als 9 Threm erben in be feiner einer Sie bätter au ne teine Freu Seite bürfe